Analyse der ubitexx MDM-Lösung
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Hamburg |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Prof._Dr._Uwe_Kern |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | Bring Your Own Device |
| Autor(en): | Stefan Merkl, Edip Aslan, Mark Stubbe |
| Studienzeitmodell: | Tagesstudium |
| Semesterbezeichnung: | WS11 |
| Studiensemester: | 2 |
| Bearbeitungsstatus: | vergeben |
| Prüfungstermin: | |
| Abgabetermin: | |
Inhaltsverzeichnis |
1 Einleitung
1.1 Thema
Die Smartphone-Technologie hat uns mit großen Schritten eingeholt und erfreut sich im privaten Umfeld großer Beliebtheit. Viele Menschen möchten auf die Funktionen von Geräten wie dem iPhone nicht mehr verzichten. Da ist es wenig verwunderlich, dass dieser Hype auch vor dem Businessbereich keinen Halt macht. Zwar sind Geräte wie Blackberrys oder PDAs schon lange in den Führungsetagen großer Firmen vertreten, doch erst seit dem Marktauftritt des iPhones halten Smartphones großflächig Einzug in Betriebe und Büros. Während in vielen Firmen noch darüber diskutiert wird, ob und wie private Geräte ins Unternehmensnetzwerk eingebunden werden sollen, gehen einige Unternehmen einen anderen Weg: Arbeitgeber wie etwa Intel wollen ihre Angestellten mit mobilen Geräten ausstatten oder zumindest eine Pauschale gewähren, damit diese sich selbst ein solches Gerät anschaffen können, welches sowohl betrieblich als auch privat benutzt werden kann[1].
Das stark wachsende Interesse an mobilen Geräten führt dazu, dass der Markt regelrecht überschwemmt wird mit einem Angebot an neuen Modellen verschiedener Hersteller und mit unterschiedlichen Betriebssystemen. Bei so einer Vielfalt fällt es den Unternehmen nicht gerade leicht, ein geeignetes Produkt zu finden, das ihren Bedürfnissen entspricht und das sich sicher und betriebsgerecht in die IT-Struktur des Unternehmens integrieren lässt. Wichtig ist dabei nicht nur eine komfortable Nutzung für die Anwender oder die Kompatibilität zum bestehenden Unternehmensnetzwerk. In erster Linie zählen die zentrale Verwaltung der mobilen Geräte und der Datenschutz. Die äußerst sensiblen Unternehmensdaten müssen vor Verlust und Diebstahl geschützt werden. Das breite Spektrum an Geräten und Modellen sowie die unterschiedlichen Voraussetzungen machen es den Systemadministratoren nicht gerade einfach, Richtlinien effektiv durchzusetzen und Support bei Fehlern zu leisten. Dabei ist es nicht praktikabel, jedes Gerät manuell zu installieren, zu konfigurieren und zu warten. Diese Marktlücke haben einige Unternehmen erkannt und sich auf die Entwicklung von Verwaltungssoftware spezialisiert, die dazu dient, mobile Geräte schnell, zuverlässig und sicher in ein Unternehmensnetz zu integrieren.
1.2 Zielsetzung
Das Ziel dieser Fallstudie ist es, die MDM-Lösung (Mobile Device Management Lösung) der Firma ubitexx zu analysieren und zu zeigen in wie weit diese Verwaltungssoftware die Anforderungen der unterschiedlichen Mobilgeräte bewältigt. Des Weiteren wird geprüft mit welchen Schwierigkeiten und Problemen die Unternehmens-IT rechnen kann, wenn man die ubi-Suite einsetzen möchte. Zukünftige Entwicklungsperspektiven und die anfallenden Kosten beim Einsatz der Software werden betrachtet. Zudem soll die Firma Ubitexx GmbH vorgestellt und ihre Positionierung am Markt aufgezeigt werden. Mit der kritischen Analyse sollen nicht nur die Vorteile, sondern auch die Nachteile der MDM-Lösung aufgedeckt werden. Aus einem neutralen Standpunkt wird die MDM-Lösung bewertet.
1.3 Aufbau
Zunächst werden die allgemeinen Grundlagen für Lösungen zum Verwalten mobiler Geräte definiert und die Marktsituation dargestellt. Nach Vorstellung der Firma Ubitexx GmbH, werden in Punkt 3 die Analysekriterien festgelegt. Darauf folgt der Hauptteil dieser Studie: Die Analyse der ubi-Suite, wozu sowohl der Funktionsumfang (3.2.3) als auch die Integration ins Unternehmen (3.2.4) zählen. Anschließend wird die Ubi-Suite auf Basis der Analyse bewertet, wobei sowohl Chancen und Risiken als auch Kosten und Nutzen gegenübergestellt werden.
Nach einer neutralen Bewertung folgt ein abschließendes Fazit.
2 Grundlagen
2.1 Definition
Ortsunabhängige Erreichbarkeit ist für Unternehmen und deren Mitarbeitern wichtig, um geschäftlich informiert zu sein und von überall aus die Arbeit fortführen zu können. Die mobilen Geräte, die dafür notwendig sind, müssen von den IT-Fachkräften des jeweiligen Unternehmens verwaltet werden. Das geschieht am besten zentral, da es mühselig und vor allem nicht sehr einfach ist, alle Gerät einheitlich und sicher manuell zu konfigurieren. Voraussetzung für eine stabile Infrastruktur der mobilen Geräte ist eine identische Konfiguration, um Fehlerquellen auszuschließen und vor allem die Sicherheitsrichtlinien umzusetzen.
Diese sogenannten Mobile Device Management Lösungen (MDM-Lösungen) helfen dabei, die mobilen Geräte, wie zum Beispiel Smartphones, PDAs oder Tablet-Computer, zu installieren, zu verwalten und zu konfigurieren.
Bei Diebstahl oder Verlust können die unternehmenseigenen Informationen schnell und sicher gelöscht werden, um diese vor Missbrauch zu schützen (Remote Lock & Wipe)[2]. Um die verlorenen beziehungsweise gestohlenen Geräte wieder zu finden, lassen sich diese mittels GPS orten (Mobile Tracking)[2].
Durch die zentrale Verwaltung, wird den Benutzern eine einheitliche Informationsquelle zur Verfügung gestellt. Die Daten sind auf einem Server hinterlegt und können von allen Usern mit den entsprechenden Berechtigungen abgerufen werden. Der Server ist vor unbefugten Zugriffen geschützt, damit die Daten nicht gestohlen werden können (Policy Management)[3].
Gleichzeitig werden die Daten gesichert, damit bei einem Ausfall des Servers oder einem der mobilen Geräte die Daten wieder hergestellt werden können (Backup & Restore)[2].
Ein weiterer Vorteil von MDM-Lösung ist die Zeitersparnis, da sie den Administratoren die Möglichkeit bietet, mobile Endgeräte zentral und ferngesteuert zu verwalten und neu zu installieren beziehungsweise mit Softwareupdates zu versorgen. Die Geräte müssen nicht erst zurück in die Zentrale gesendet werden, sondern werden über den Mobilfunk angesprochen (OTA, Over the Air)[3]. Die Installation und Konfiguration erfolgt ohne jegliche Einwirkung des Benutzers, womit ausgeschlossen werden kann, dass beim Bespielen der Geräte individuelle Fehler auftreten, die durch den Benutzer hervorgerufen wurden.
2.2 Marktsituation
Der Smartphonemarkt wächst rasend schnell, Gründe dafür sind zum Beispiel die fallenden Verkaufspreise und die neuen Technologien der Geräte, die mehr und mehr das Interesse der Menschen wecken und immer beliebter werden[4]. Nicht nur die Smartphone Hardware ändert sich im Laufe der Zeit, sondern auch die Betriebssysteme und Plattformen. Die Plattformen bilden die Grundlage für die Kompatibilität der mobilen Endgeräte zur Verwaltungssoftware.
Die folgenden Diagramme zeigen einen Überblick der Marktanteile der Plattformen im Smartphonebereich für das Jahr 2011, eine Prognoserechnung für das Jahr 2015 und dem Wachstumszuwachs in den Jahren 2011 bis 2015.
| Abb. 2-4: In Anlehnung an IDC Analyse (Juni 2011)[5] | |
Laut Prognose wird der Smartphonemarkt weiter wachsen und die meisten Plattformen werden sich auf dem Markt etablieren. MDM-Lösungen passen sich dem Markt an und verbessern die Kompatibilität mit verschiedenen Systemen.
Betriebssystemhersteller haben eigenen MDM-Lösungen erstellt, welche allerdings nicht oder kaum kompatibel zu anderen Plattformen sind. Das bedeutet für Unternehmen eine klare Vorgabe, welche Endgeräte sie einsetzen dürfen.
Beispiele für solche MDM-Lösungen
- Research In Motion (RIM)[6], diese unterstützt grundsätzlich nur Blackberrys
- System Center Mobile Device Manager[7], für mobile Geräte mit Windows Mobile
Die Einschränkung auf Geräte, die mit der eigenen Plattform ausgestattet sind, bildet den wesentlichen Nachteil für diese Unternehmen. Daraus haben sich andere MDM-Entwickler eine Vorteil gemacht: Diese Softwarehersteller nutzen ihre Unabhängigkeit von Plattformen und entwickeln MDM-Lösungen, die kompatibel zu vielen verschiedenen Systemen sind. Unternehmen, die auf der Suche nach einer MDM-Lösung sind, wird dadurch die Möglichkeit geboten, sich frei zu entscheiden, mit welcher Plattform sie arbeiten möchten beziehungsweise welche Plattform die geeignetste für ihre Anforderungen ist.
Mittlerweile gibt es zahlreiche MDM-Lösungen, die sich nicht nur auf eine Plattform fokussieren, sondern der Unternehmens-IT die Möglichkeit der freien Plattformwahl bieten.
Beispiele für universelle MDM-Lösungen[8]
- Afaria von Sybase[9]
- Mobile Device Manager von Airwatch[10]
- 7P MDM von Seven Principles[11]
- MDM-Lösung von MobileIron[12]
- ubi-Suite von Ubitexx
Die Firma Gartner Inc.[13] ist ein Marktforschungsunternehmen, welches Analysen und Berichte im Bereich der IT anbietet. Um einen Überblick der Marktsituation in den unterschiedlichen Bereichen zu schaffen, erstellt Gartner regelmäßig Berichte ihrer Forschungsergebnisse. Die Ergebnisse werden grafisch aufbereitet. Im sogenannten „Magic Quadrant“ werden die Marktteilnehmer in 4 Gruppen unterteilt[14]:
- Herausforderer sind aktuell gut positioniert, für zukünftige Marktentwicklungen aber eher verschlossen
- Marktführer haben Führungsqualitäten und sind mit ihrer Produktvision für die Zukunft gerüstet
- Nischenteilnehmer haben sich erfolgreich auf ein kleines Marktsegment fokussiert oder sind nicht in innovativ genug, um sich am Markt zu etablieren
- Visionäre haben innovative Ideen oder eine gute Vorstellung davon, wie sich der Markt entwickeln wird, sind aber momentan nicht in der Lage, geplantes erfolgreich umzusetzen
Das nächste Schaubild soll verdeutlichen, in welchem Bereich sich die Firma, deren MDM-Lösung in dieser Fallstudie analysiert wird, befindet.
Die Grafik zeigt die Firma Ubitexx als einen der führenden von vielen Nischenteilnehmern. Als Charakteristika für Unternehmen im Nischenbereich nennt Gartner verschiedene Eigenschaften[15]: So ist eine mögliche Ursache für die Platzierung im linken unterem Quadranten ein Fokus auf ein bestimmtes Marktsegment oder auch geringeres Durchsetzungsvermögen gegenüber Konkurrenten. Im Falle von Ubitexx ist aber auch zutreffend, dass es sich um ein junges Unternehmen handelt, welches erst 2002 gegründet wurde und bisher vor allem auf dem mitteleuropäischen Markt agiert[16].
Nischenteilnehmer können durchaus genau das bieten, was ein Unternehmen sucht. Es besteht jedoch ein gewisses Risiko was die langfristige Wirtschaflichkeits- und Lebensfähigkeit betrifft[15].
Allgemein betrachtet konnte sich das junge Unternehmen gut gegen große und namhafte Hersteller wie Motorola oder McAfee durchsetzen.
2.3 Firma ubitexx
In dieser Fallstudie wird die MDM-Lösung ubi-Suite der Firma Ubitexx GmbH analysiert.
ubi-Suite ist eine mehrfach ausgezeichnete MDM-Lösung, die laut Aussage von Ubitexx zeit- und kostensparend ist[17].
Die Firma Ubitexx ist eines der führenden Unternehmen in der Entwicklung und Vermarktung von OTA MDM-Lösungen in Europa. Das 2002 gegründete[17] Unternehmen unterstützt und betreibt MDM- und Sicherheits-Lösungen in zahlreichen führenden Unternehmen in unterschiedlichen Bereichen (zum Beispiel Banken, Versicherungen, im Einzelhandel oder auch in der Industrie). Hauptsitz der Ubitexx GmbH ist München.
„smart, simple, secure“ ist der Slogan, den sich Ubitexx auf die „Fahne“ geschrieben hat. Mit ihrer MDM-Lösung versuchen sie, den Umgang mit mobilen Geräten für Unternehmen einfacher und sicher zu gestalten.
Als Technologieführer ermöglicht der Softwarehersteller den Unternehmen die zentrale Verwaltung (Installation, Update und Softwareverteilung) von mobilen Endgeräten. Dabei sind die von Ubitexx hergestellten Lösungen plattformunabhängig[18], was bedeutet, dass diese Produkte den Unternehmen die Möglichkeit bieten, frei zu wählen, welche Plattform und welche Geräte sie nutzen möchten. Der Vorteil liegt darin, dass bei Anschaffung neuer Hardware nicht unbedingt auch eine neue MDM-Lösung angeschafft werden muss. Weiterentwicklungen der ubi-Suite richten den Fokus auch auf beliebte Endgeräte im privaten Bereich, wie zum Beispiel dem iPhone 4. Kurz nach der Markteinführung dieses Gerätes (24. Juni 2010) wurde die ubi-Suite angepasst und am 13. Juli 2010 von Ubitexx die Pressemitteilung herausgegeben, dass nun auch Geräte mit iOS 4 verwaltet werden können[19].
Diese Unabhängigkeit kommt bei vielen Unternehmen gut an. Ubitexx ist Gewinner zahlreicher Preise, wie dem „Bully Award“ 2010[20] oder dem „Deutschen Internetpreis“ 2008[21], und weckt damit auch das Interesse der Konkurrenz. Der Hersteller Research in Motion (RIM), welcher seine eigenen MDM-Lösungen für Blackberrys entwickelt und vermarktet, hat am 2. Mai 2011 die Ubitexx GmbH übernommen[22]. RIM möchte zukünftig die Blackberry Enterprise Server auch für iOS und andere Plattformen öffnen. Die Grundlage für die geplante „Multiplatform Blackberry Enterprise Solution“ bringt die Ubitexx GmbH mit[23].
Langjährige RIM Kunden bekommen damit die Chance, neue Geräte in ihre IT Struktur zu integrieren, ohne den Serviceanbieter zu wechseln.
3 Analyse
3.1 Analysekriterien
MDM-Lösungen dienen Unternehmen zur Integration und Administration von mobilen Geräten im Unternehmensnetzwerk. Um eine solche Lösung zu bewerten, bietet es sich deshalb an, charakteristische Software-Eigenschaften wie Umgebungsanforderungen, Funktionsumfang und Anwenderfreundlichkeit zu untersuchen. Da bei Unternehmen der wirtschaftliche Aspekt immer mit im Vordergrund steht, ist es ferner sinnvoll, die Software hinsichtlich ihrer Kosten und ihres Nutzens zu analysieren.
3.1.1 Anforderungen und Funktionsumfang
Idealerweise stellt eine MDM-Lösung kaum Anforderungen an die verwendeten Geräte und bietet zugleich eine umfassende - mindestens jedoch eine zweckmäßige - Funktionspalette an. So sollten Geräte unterschiedlicher Hersteller und mit verschiedenen Betriebssystemen gleichermaßen von der Software unterstützt werden. Ebenso sollte das Einbinden in ein bestehendes Netzwerk einfach zu handhaben sein und neue Geräte problemlos und schnell hinzugefügt werden können. Da im Businessbereich mit vertraulichen Daten gearbeitet wird, ist eine konsequente Umsetzung von unternehmensinternen Sicherheitsstandards und ‑richtlinien unabdingbar. Das bespielte Gerät sollte durch die Software hinsichtlich Leistung und Geschwindigkeit so wenig wie möglich beeinträchtigt werden.
3.1.2 Kosten und Nutzen
Eine Softwarelösung bringt für ein Unternehmen nur dann einen Vorteil, wenn sie kostengünstig und nützlich zugleich ist. Deshalb sollten die durch Anschaffung, Installation und Wartung anfallenden Kosten an anderer Stelle, etwa durch steigende Wirtschaftlichkeit oder Zeitersparniss, wieder zurückfließen.
3.2 Analyse der ubi-Suite
Die folgende Analyse befasst sich mit der ubi-Suite in der Version 3.8.790.0 vom 15. April 2011.
3.2.1 Zusammensetzung
Die ubi-Suite setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, welche je nach Bedarf kombiniert werden und auf verschiedene Server verteilt werden können:
ubi-Suite Datenbankpaket (benötigt):
Umfasst die hinter der Anwendung stehende Datenbank. Diese Komponente wird genau einmal benötigt und ist deshalb nur auf dem ersten Server zu installieren.
ubi-Suite Server Application (benötigt):
Modul zum administrieren des ubi-Suite Servers.
ubi-Suite Communication Module (benötigt):
Stellt das Verbindungsstück zwischen mobilen Geräten und dem ubi-Server dar. Bei vielen zu verwaltenden Benutzern und Geräten bietet sich die Verwendung mehrere Communication Module an, die auf mehrere Server verteilt werden und über einen Loadbalancer angesteuert werden.
ubi-Suite iOS-Module (optional):
Modul das für die Kommunikation mit iOS-Geräten benötigt wird.
Des Weiteren gibt es eine Reihe von Synchronisierungsdiensten:
- ubi-Suite Exchange Server 2007/2010 Synchronizer
- ubi-Suite Exchange Server 2003 Synchronizer
- ubi-Suite iOS APNS Connector
- ubi-Suite LDAP Synchronizer
- ubi-Suite Geräteexport
Die Exchange-Synchronizer dienen nicht nur zum abgleichen von Terminen oder E-Mails sondern stellen auch eine Kommunikationsmöglichkeit mit Apple-Geräten dar (benötigt für iPhone 2). Für Apple-Devices mit iOS 4 oder höher dient der iOS APNS Connector, der Apples Push Notification Service nutzt. Für diese Funktion ist die Teilnahme am „Apple iOS Developer Enterprise Program“ nötig (Kosten: 299$ pro Jahr)[24]. Mit Hilfe des LDAP-Synchronizers können Benutzer und Gruppen von einem LDAP oder Active Directory Server importiert und aktualisiert werden. Der Geräteexport dient dem regelmäßigen sichern und exportieren der registrierten Geräte. Alle Komponenten können auch auf einem einzigen Server installiert werden.
3.2.2 Anforderungen für eine Verwendung
Hardware Anforderungen der ubi-Suite
Die Anforderungen der ubi-Suite an die Serverhardware variiert je nach Anzahl der zu verwaltenden Benutzer. ubitexx gibt Folgendes als minimale Voraussetzung an[25]:
- Intel Pentium 4 oder neuer, > 2 GHz
- Arbeitsspeicher: 1 GB
- Speicherbedarf: 1 GB (Serversoftware), weitere 5 MB pro Benutzer
Software Anforderungen der ubi-Suite
Laut ubitexx ist folgende Umgebung für den Betrieb der ubi-Suite notwendig[25]:
- Microsoft Windows Server 2003 SP2 oder Microsoft Windows Server 2008
- Microsoft Internet Information Server (IIS) 5 oder neuer
- Microsoft SQL Server 2005 oder 2008
- Microsoft .NET Framework 2.0
- Microsoft ASP.NET 2.0
- Active Directory oder Lotus LDAP (optional)
In der untersuchten Version unterstützt die ubi-Suite zudem die folgenden Betriebssysteme und Versionen:
- Android (2.0 bis 3.0.1)
- Symbian (9.1 bis 9.5)
- Windows Mobile (ab 5.0)
- iOS (1 bis 4)
Nicht oder nicht offiziell unterstützt werden bada OS[26], Brew MP[27] und diverse Linux-Derivate.
Im Testbetrieb läuft die ubi-Suite unter Microsoft Windows Vista mit Microsoft SQL Server 2008 Express. Die weitere Konfiguration entspricht den Anforderungen.
3.2.3 Funktionsumfang
Je nach Art und Version des Betriebssystems der mobilen Endgeräte variieren die zur Verfügung stehenden Funktionen. Um diese Funktionen zu nutzen kann für alle von der ubi-Suite unterstützten Betriebssysteme zentrale Einstellungen vorgenommen und Richtlinien vorgeschrieben werden (Settings and Policies).
3.2.3.1 Verlust und Diebstahl von Geräten
Für abhanden gekommene Geräte bietet die ubi-Suite zwei Möglichkeiten: Zum einen können Geräte vorübergehend gesperrt werden, wodurch sie für den Benutzer nicht mehr bedienbar sind. Die Sperrung kann über die Weboberfläche jederzeit aktiviert bzw. aufgehoben werden (vergleiche Abbildung 10). Des Weiteren kann von der Möglichkeit des „remote wipe“ Gebrauch gemacht werden, sodass alle sich auf dem Gerät befindlichen Daten vernichtet werden und der Werkszustand wiederhergestellt wird. Diese beiden Funktionen sind für alle Plattformen und Betriebssystemversionen verfügbar.
Zudem können zentrale Richtlinien erstellt werden, um ein Gerät nach einer bestimmten Anzahl von gescheiterten Passworteingaben zu sperren. Dabei werden iOS-Geräte lediglich gesperrt, Android und Windows Mobile Geräte hingegen komplett zurückgesetzt. Ein auf diese Weise deaktiviertes iOS-Gerät kann nur mittels iTunes entsperrt werden[28]. Für Symbian steht eine solche Policy nicht zur Verfügung.
3.2.3.2 Sperren von Funktionen
Mit Hilfe von Richtlinien können bestimmte Funktionen deaktiviert und Einschränkungen in der Gerätebenutzung vorgenommen werden. Auch hier sind die Möglichkeiten stark an das Betriebssystem gebunden. Während es für Android- und Symbian-Geräte kaum Richtlinien zum Sperren von Funktionen gibt, stehen für die iOS- und Windows Mobile-Plattform diverse Einstellungen zur Verfügung.
iOS
Je nach iOS-Version stehen verschiedene Einschränkungen zur Verfügung. So kann auf allen von der ubi-Suite unterstützen Apple-Geräten die Benutzung des App Stores, der Kamera, des Browsers oder der Video-Plattform Youtube unterbunden werden. Für Geräte mit iOS 4 stehen zudem viele weitere Einschränkungen für den Safari-Browser zur Verfügung. Des Weitern kann auf Geräten, die mit Apples MDM ausgestattet sind eine App-Whitelist erstellt werden, mit deren Hilfe eine Auswahl an erlaubten Apps zusammengestellt werden kann. Apples MDM Dienst ist erst ab iOS 4 verfügbar und kann mit Hilfe der ubi-Suite aktiviert werden.
Windows Mobile
Für Geräte mit Microsofts mobilem Betriebssystem existiert eine Vielzahl an konfigurierbaren Einschränkungen. Es können die verschiedenen Funkverbindungen (WLAN, Bluetooth , Infrarot) deaktiviert und das Senden und/oder das Empfangen von SMS verhindert werden. Außerdem ist es möglich, die Verwendung bestimmter Programme zu unterbinden oder Verzeichnisse zu blockieren.
3.2.3.3 Vordefinierte Einstellungen
Um den Benutzern das Einrichten der wichtigsten Programme abzunehmen, können über das Webinterface diverse Voreinstellungen getätigt werden. Für alle von der ubi-Suite unterstützten Geräte sind WLAN-Verbindungsdaten definierbar, die beim Rollout-Prozess auf den Geräten eingespielt werden. Auf diese Weise lassen sich auch E-Mail und Exchange-Konten einrichten. Weitere Einstellungen sind je nach Gerät verfügbar. So können diverse Browsereinstellungen vordefiniert oder VPN-Verbindungen eingerichtet werden.
3.2.3.4 Geräteinformationen und -status
Zu jedem mit der ubi-Suite verknüpftem Gerät können nähere Informationen aufgerufen werden. Diese reichen von Betriebssystemversion über freien Speicher zu Batteriestatus und CPU-Frequenz. Des Weiteren stehen Angaben wie Aktivierungsdatum, letzter Kontakt mit der ubi-Suite und IP-Adresse zur Verfügung. Außerdem wird jede Kommunikation eines Gerätes mit dem ubi-Server aufgezeichnet. Eine Ordnerstruktur und eine Liste mit installierten Programmen ist, mit Ausnahme bei iOS-Geräten, ebenfalls einsehbar. Für die Geräte können individuelle Bemerkungen gespeichert werden.
Folgende Tabelle zeigt einige ausgewählte Informationen, die nicht von allen Geräten gelesen werden können[29]:
| Information | Verfügbar für | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| |||||
| UUID (Universally Unique Identifier) |
| ||||
| IP-Informationen |
| ||||
| CPU (Modell, Frequenz) |
| ||||
| RAM |
| ||||
| freier Speicher für Programme und Daten |
|
Wie zu sehen ist, kann von Windows Mobile Geräten am meisten gelesen werden, während Apple nicht viele Informationen preisgibt.
3.2.4 Integration ins Unternehmen
Je nach Komplexität und Größe der bestehenden IT-Infrastruktur im Unternehmen steigt der Aufwand einer Integration der ubi-Suite. Zudem müssen Administratoren und Benutzer mit der Software vertraut gemacht werden und unter Umständen geeignete Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden.
3.2.4.1 Implementierung in ein bestehendes Netzwerk
Da die meisten Unternehmen, die sich für einen Einsatz der ubi-Suite entscheiden, bereits über eine bestehende IT- und Netzwerkumgebung verfügen, muss die Software in diese Infrastruktur integriert werden. Zunächst muss geprüft werden, welche Anforderungen bestehen, um darauf basierend die benötigten Komponenten der ubi-Suite auszuwählen. Ist zum Beispiel von vornherein klar, dass (zunächst) keine Geräte mit iOS verwaltet werden sollen, kann auf diverse Module und Synchronizer verzichtet werden. Ferner ist es sinnvoll, sich einen Überblick zu verschaffen, wie die Kommunikation zwischen mobilen Geräten und dem ubi-Server sowie der Datenfluss zwischen dem ubi-Server und der bestehenden Hardware erfolgt.
Entscheidet man sich zum Beispiel für eine minimale Konfiguration, so wird lediglich ein Server aufgesetzt, auf dem die Datenbank, die Server-Applikation sowie ein Communication-Module installiert wird. Zusätzlich werden, ja nach Bedarf, LDAP-, Exchange oder andere Synchronizer ausgewählt. Um nun Gruppen und Benutzer mit einem LDAP-Server zu synchronisieren, werden die Verbindungsdaten in der ubi-Suite hinterlegt, welche dann (je nach konfiguriertem Intervall) die Daten abgleicht. Auf die selbe Weise werden der Exchange Server oder der iOS APNS Connector konfiguriert.
Der ubi-Server kann Geräte per SMS erreichen, um beispielsweise den Installationslink oder eine Textnachricht zu verschicken. Dafür ist ein SMS Gateway notwenig, wobei auch externe Anbieter (zum Beispiel smskaufen.de oder sloono.de) unterstützt werden, um SMS über HTTP zu verschicken.
Mobile Geräte greifen per Funkverbindung (GPRS, UMTS, WLAN) auf den ubi-Server zu. Um dabei das Unternehmensnetzwerk abzuschirmen erfolgt die Verbindung im Idealfall über einen Reverse Proxy, der die Verbindungsanfrage entgegennimmt und im Unternehmensnetzwerk an den ubi-Server weiterleitet. Dadurch ist das Intranet nach außen abgeschirmt. Des Weiteren kann eine gesicherte Verbindung auch über das VPN-Protokoll erfolgen.
Wird eine große Anzahl an mobilen Geräten mit Hilfe der ubi-Suite verwaltet, so ist es sinnvoll, mehrere Communication-Module auf verschiedenen Servern zu installieren. Unter Einsatz eines LoadBalancers werden dann die Anfragen der Smartphones und Tablets gleichmäßig auf die Module verteilt und somit die Last verringert.
3.2.4.2 Administration
Die Administration der ubi-Suite erfolgt über ein AJAX-Webinterface (vergleiche Abbildung 12). Über aufklappbare Menüpunkte auf der linken Seite lassen sich die Verwaltungsoberflächen für Benutzer und Gruppen, Geräte, Anwendungs- und Softwarepakete und diverse Einstellungen und Konfigurationen öffnen. Geräte lassen sich nach verschiedenen Kriterien wie Betriebssystem oder zuständigem Administrator gruppieren.
Zum Verwalten von Geräten müssen diese mit einem Andwendungspaket ausgestattet werden. Im Menüpunkt „Deployment Packs“ können diese Pakete zusammengestellt und jeweils mit unterschiedlichen Richtlinien, Einstellungen und zusätzlichen Programmen ausgestattet werden. So ist es zum Beispiel möglich, Geräte von Mitarbeitern im Außendienst mit einem speziellen, für fremde Netze ausgelegten, Profil zu bespielen und so für die nötige Sicherheit zu sorgen.
Zudem sind verschiedene Berichte und Logs abrufbar, um vom ubi-Server gesendete SMS-Nachrichten oder Zugriffe von Geräten einzusehen. Im Menüpunkt „Einstellungen“ können die einzelnen Module und Synchronizer verwaltet werden.
Die in der ubi-Suite registrierten Geräte können jederzeit über ein Kontextmenu gesperrt oder gelöscht werden (vergleiche Abbildung 10). Zu jedem Gerät lassen sich außerdem Vermerke hinterlegen und Hardware-Eigenschaften sowie der Gerätestatus einsehen (vergleiche Abbildung 13).
Die Verwaltungsoberfläche kann über das Internet aufgerufen werden, so dass Administratoren nicht mit dem lokalen Netzwerk des ubi-Servers verbunden sein müssen und Konfigurationen und Anpassungen von überall aus vorgenommen werden können.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Geräte mit der ubi-Suite zu verknüpfen. Am einfachsten ist dabei die Verwendung des SMS-Links. Allen Benutzern, die dem ubi-Suite Server bekannt sind kann eine Textnachricht mit einem Link zugesendet werden, der die für das jeweilige Gerät passende Installation durchführt. Alternativ kann auch vom mobilen Gerät aus die Installation angefordert werden, ohne dass der ubi-Suite Server eine Nachricht verschickt.
3.2.4.3 Sicherheit und Verschlüsselung
Wie bereits in 1.2.3.4. beschrieben, kann, mit Ausnahme von Symbian, für alle Plattformen eine Passwort-Richtlinie erstellt werden, die dafür sorgt, dass ein Gerät nach mehrmaliger Fehleingabe des Passwortes unbenutzbar gemacht wird.
Je nach Betriebssystem existieren weitere Sicherheitsrichtlinien:
| Richtlinie | Verfügbar für | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| |||||
| Nur Komplexe Passwörter erlauben |
| ||||
| Gültigkeitsdauer eines Passworts festlegen |
| ||||
| Passwort-History (um Wiederholungen zu unterbinden) |
| ||||
| Minimale Passwortlänge festlegen |
| ||||
| Zeitdauer, nach dem das Passwort erneut eingegeben werden muss festlegen |
|
Wie die Tabelle zeigt, ist keine homogene Unterstützung gewährleistet. Für Android-Geräte kann lediglich die Passwort-Richtlinie zum Zurücksetzen des Gerätes aktiviert werden, für Symbian ist nicht einmal das möglich.
Auch wenn es um Verschlüsselung der auf dem Gerät befindlichen Daten geht, wird lediglich die Windows Mobile Plattform unterstützt und erlaubt die Verschlüsselung von persönlichen Daten, Daten auf der SD-Karte oder spezifizierten Dateien und Ordnern. Ab iOS 4 besteht immerhin die Möglichkeit, das Sicherungen des Geräteprofiles nur verschlüsselt auf einem Computer gespeichert werden dürfen.
3.2.4.4 Kosten der Lösung
Die Kosten der Lösung lassen sich im Wesentlichen in die drei folgende Bereiche aufgliedern:
- Installation und Inbetriebnahme,
- Lizenzkosten für die Software-Lösung,
- Laufende Kosten für Wartung und Administration.
Da die Kosten für die Installation und Inbetriebnahme sehr stark je nach Unternehmung und vorhandener IT-Infrastruktur sowie der Homogenität der mobilen Geräte differenzieren, werde sie für diese Fallstudie nicht näher betrachtet.
Die Lizenzkosten sind grundsätzlich pro Gerät und pro Jahr zu entrichten. Da drin enthalten sind die Kosten für Wartung und Updates. Eine Setup-Gebühr oder ähnliches wird nicht fällig. Lediglich bei dem Einsatz von Produkten mit dem Apple iOS Betriebssystem wird jährlich noch eine Rate für die Teilnahme am „Apple iOS Developer Enterprise Programm“ in Höhe von 299$ fällig, wie in unter Punkt 3.21 beschrieben. Die Lizenzkosten sind ansonsten gestaffelt, von 11 bis 100 zu verwaltende Geräte kostet eine Lizenz 129,- €[30], von 101 bis 250 Geräte 79,- €[31]. Darüber hinaus kann man ein individuelles Angebot von der Firma Ubitexx bekommen. Eine Verwendung der Ubi-Suite bei weniger als zehn Geräten wird grundsätzlich als wenig sinnvoll angesehen. In der Vergangenheit gab es allerdings auch spezielle Einführungsangebote wie unbegrenzte Lizenzen inklusive Installation des ubi-Suite Servers für pauschal 1900,- €[32].
Die laufenden Kosten für Wartung und Administration sind eher als gering einzustufen, da die Konfiguration der mobilen Geräte zeit- und kostengünstig per Webinterface über Funk von statten geht und der Nutzer diese nur einmalig bestätigen muss.
3.2.5 Zukünftige Entwicklungsperspektive
Da es seit dem Release der UbiSuite in der Version 3.8 im April 2011 keinerlei Updates für die MDM-Lösung gab, gibt es einen Bedarf zahlreiche Punkte anzupassen oder zu aktualisieren. Zum einen gab es eine fortlaufende Entwicklung bei den mobilen Betriebssystemen wie zum Beispiel iOS 5.0, Android 4.0 oder Windows Phone 7.5 und zum anderen benötigt der Einsatz von bestimmten Applikationen spezielle Konfigurationen, die nur durch eine Erweiterung der Softwarelösung möglich werden. Aufgrund der Heterogenität der unterstützten Gerät und der damit verbundenen Entwicklung der UbiSuite bieten sich hier große Möglichkeiten den unterstützten Funktionsumfang der verschiedenen mobilen Betriebssysteme anzupassen. Derzeit findet besonders Windows Mobile (spätere zu Windows Phone umbenannt) breite Unterstützung, wohingegen der Support von Android erst mit Version 3.7 Einzug erhielt und somit nur schwach ausgeprägt ist.
Als neue Perspektive tun sich auf dem Markt vor allem Virtualisierungsdienste auf, die es zu unterstützen gilt. Sie sollen es einem Benutzer ermöglichen das mobile Gerät in einem Privat- und Geschäftsmodus zu betreiben, so dass der Privatmodus frei von Restriktionen verwendet werden kann und trotzdem die Datensicherheit für das Unternehmen jederzeit gewährleistet ist.
Inwiefern die möglichen Perspektiven aufgegriffen werden bei den zukünftigen Versionen, ist zurzeit noch nicht bekannt, ebenso welchen Einfluss die Firma RIM durch ihren Kauf von Ubitexx ausüben wird.
4 Bewertung
In diesem Abschnitt sollen die Chancen und Risiken durch den Einsatz der MDM-Lösung von ubitexx sowie die Kosten und Nutzen gegenübergestellt werden.
4.1 Chancen und Risiken
Durch den Einsatz der ubi-Suite erhält ein Unternehmen die Möglichkeit auch heterogene mobile Geräte in einer einzigen Management-Software einheitlich zu administrieren. Die Suite erleichtert die Einrichtung und Konfiguration der mobilen Geräte und reduziert so den Verwaltungsaufwand. Mit der Hilfe der Software ist es möglich die Geräte per Funk in das Unternehmensnetzwerk unter Beachtung der auferlegten Sicherheitsstandards einzubinden, so dass die Geräte nicht mehr von Hand durch die IT Abteilung konfiguriert werden müssen. Dies bedeutet in der Praixs eine erhebliche Zeitersparnis, da die Geräte zur Installation nicht mehr in die IT Abteilung gebracht werden müssen und die Arbeit direkt auf den Geräten entfällt. Bei entsprechend gesetzten Einstellungen haben die Anwender dann auch weniger Chancen die voreingestellten Einstellungen zu umgehen oder versehentlich zu verstellen, so dass in der Regel weniger Ausfälle und Störungen bei den Geräten zu verzeichnen sind. Das Richtlinienmanagement der MDM-Lösung kann bei entsprechender Anwendung wesentlich dazu beitragen, dass Übertragungsvolumen pro Gerät zu senken und so kostbare Bandbreite zu sparen, indem Applikationen wie YouTube oder der Webbrowser gesperrt oder eingeschränkt werden. Der Ubi-Server ist so konzeptioniert, dass er nicht tief in die IT-Struktur eingreift und so relativ schnell in Betrieb genommen werden kann. Er stellt lediglich eine weitere Anwendung zur Verfügung, die sich über entsprechende Schnittstellen mit den Daten aus dem Unternehmen versorgt. Ist der Server zeitweilig nicht verfügbar, merken die Anwender hiervon in der Regel nichts. Während dieser Zeit ist nur die Rekonfiguration und Einrichtung neuer Geräte nicht möglich, so dass Totalausfälle der mobilen Geräte wie bei der Blackberry Lösung von RIM als nicht möglich gelten.
Da der ubi-Server öffentlich an das Netz angeschlossen werden muss, damit die mobilen Geräte ihre Konfiguration per Funk erhalten können, entsteht ein neuer potentieller Angriffspunkt in der IT-Infrastruktur einer Unternehmung. In Zusammenhang mit der lange Zeit nicht aktualisierten ubi-Suite ist dieses Risiko schlecht bewertbar. In diesem Zusammenhang bindet man sich bei einer Entscheidung für die MDM-Lösung von Ubitexx an eine zurzeit doch größten Teils veralte Lösung, die nicht auf die aktuellen Entwicklungen auf dem Markt der mobilen Betriebssysteme angepasst wurde. Inwiefern das genau mit der angekündigten Version 4 geschehen wird, ist zu diesem Zeitpunkt ungewiss. Ebenso verhält es sich auf den Einfluss des neuen Eigentümers RIM auf ubi-Suite. Dieser könnte den Support auf die mobilen Endgeräte der eigenen Firma fokussieren wollen. Außerdem von Bedeutung ist, dass es sich bei der Lizenz in der Regel um eine Jahreslizenz handelt, so dass sich die Kosten der Lösung inklusive Inbetriebnahme schon nach wenigen Monaten rechnen müssen.
4.2 Kosten und Nutzen
Da die Kosten für die MDM-Lösung von Ubitexx, wie unter Punkt 3.3.4 beschrieben, im Wesentlichen durch die Lizenzkosten pro Gerät und Jahr verursacht werden, müssen sich diese für eine wirtschaftliche Nutzung der ubi-Suite schon innerhalb von weniger als einem Jahr amortisieren. Um dieses zu überprüfen, wird der Einsatz der MDM-Lösung einer Konfiguration per Hand kurz gegenüber gestellt. Zusätzliche Sicherheitsaspekte durch die ubi-Suite werden an dieser Stelle aus Vereinfachungsgründen nicht berücksichtigt. Als Verrechnungssatz für einen Mitarbeiter in der IT-Abteilung werden 75,- € pro Stunde angesetzt.
Der Arbeitsaufwand für eine Konfiguration und Einbindung ins Unternehmensnetzwerk eines mobilen Gerätes per Hand wird mit 40 Minuten angesetzt, dazu kommen noch Logistikkosten von 10 € pro Gerät, so dass das Rollout eines Gerätes auf diese Weise alleine 60,- € kostet. Über die ubi-Suite entfallen die Logistikkosten, da das Endgerät direkt zum Mitarbeiter versandt werden kann. Durch die direkte Administration in der Software-Lösung verringert sich die Zeit der Inbetriebnahme auf ca. 5 Minuten, so dass nur Kosten von 6,25 € anfallen.
Kommt es nun in während der gewöhnlichen Nutzungsdauer zu einem Ausfall eines Gerätes, was nicht unwahrscheinlich ist, so kann über die ubi-Suite dieses Geräte entweder innerhalb von wenigen Minuten neuaufgesetzt werden oder einfach jederzeit kurzfristig ein Ersatzgerät in Betrieb genommen werden. Bei der Variante ohne MDM-Lösung muss das Gerät dafür erst zurück in die IT Abteilung kommen oder ein Ersatzgerät muss herausgeschickt werden. Hierbei fallen aber bei beiden Optionen mindestens die Kosten des Rollouts ein zweites Mal an.
Folglich lässt sich sagen, dass sich die ubi-Suite schon bei einem Störfall pro Gerät pro Jahr bezahlt macht.
5 Fazit
Die MDM-Lösung von Ubitexx hat sich grundsätzlich als brauchbare Verwaltungssoftware herausgestellt, um heterogene mobile Geräte einzurichten und zu administrieren. Es kommt dabei aber drauf an, auf welcher Plattform die mobilen Geräte laufen, wie weit diese administriert werden können. Windows Mobile zum Beispiel in der Version ab 5 wird sehr stark unterstützt, während das iOS System nur mäßig Unterstützung findet. Man kann außerdem sagen, dass der Einsatz der MDM-Lösung von Ubitexx die Datensicherheit in Unternehmen erhöht sowie die Administration und Konfiguration wesentlich erleichtert, so dass die Aufgaben einer Verwaltungssoftware für mobile Geräte erfüllt werden.
Bei der Kosten-Nutzen Relation konnte festgestellt werden, dass mit zunehmender Anzahl an Geräten der Nutzen die Kosten der ubi-Suite übersteigt. Man kann also sagen, dass in großen Unternehmen mit als Hundert mobilen Geräten die Verwaltungssoftware einen echten Vorteil bietet. Allerdings sollten man den Bezug der aktuellen Version 3.8 kritisch überdenken, da diese nicht mehr auf die aktuellen Entwicklungen auf dem mobile Gerätemarkt angepasst ist und die neue Version in diesem Quartal, 1. Quartal 2012, erscheinen soll. Was die neue Version dann bringen wird, ist an dieser Stelle fraglich.
6 Anhang
6.1 Fußnoten
- ↑ http://www.cio.de/strategien/2259649/, aufgerufen am 14.01.2012, 17.35 Uhr
- ↑ 2,0 2,1 2,2 http://www.heise.de/tr/artikel/Smart-oder-sicher-1140545.html
- ↑ 3,0 3,1 http://www.ubitexx.com/language/de-de/mobile_device_management/glossar/mobile_device_management
- ↑ http://www.focus.de/digital/computer/telekommunikation-smartphone-markt-boomt-und-dringt-in-neue-maerkte-vor_aid_700811.html, aufgerufen am 14.01.2012, 17.52 Uhr
- ↑ http://www.idc.com/getdoc.jsp?containerId=prUS22871611, aufgerufen am 14.01.2012, 18.00 Uhr
- ↑ http://www.rim.com/
- ↑ http://technet.microsoft.com/en-us/library/cc135653.aspx, aufgerufen am 14.01.2012, 18.00 Uhr
- ↑ http://www.mobile-device-management.biz/mobile-device-management-losungen-anbieter-und-markt--71/, aufgerufen am 14.01.2012, 18.03 Uhr
- ↑ http://www.sybase.de/products/mobileenterprise/afaria, aufgerufen am 14.01.2012, 18.03 Uhr
- ↑ http://www.air-watch.com, aufgerufen am 14.01.2012, 18.04 Uhr
- ↑ http://www.7p-group.com/index.php?id=37&L=0, aufgerufen am 15.01.2012, 18.10 Uhr
- ↑ http://www.mobileiron.com/en/solutions/mobile-device-management, aufgerufen am 15.01.2012, 18.15 Uhr
- ↑ http://www.gartner.com/technology/home.jsp, aufgerufen am 14.01.2012, 18.07 Uhr
- ↑ vergleiche http://www.gartner.com/technology/research/methodologies/research_mq.jsp, aufgerufen am 14.01.2012, 18.22 Uhr
- ↑ 15,0 15,1 vergleiche http://www.gartner.com/DisplayDocument?doc_cd=154752#3_4, aufgerufen am 14.01.2012, 18.38 Uhr
- ↑ http://www.ubitexx.com/language/de-de/references, aufgerufen am 14.01.2012, 18.48 Uhr
- ↑ 17,0 17,1 vergleiche http://www.ubitexx.com/language/de-de/mobile_device_management/maintenance, aufgerufen am 14.01.2012, 18.56 Uhr
- ↑ http://www.ubitexx.com/language/de-de/products/multiplatform_management, aufgerufen am 14.01.2012, 19.03 Uhr
- ↑ http://www.ubitexx.com/LinkClick.aspx?fileticket=InW4A3gpXY8%3d&tabid=36&language=de-DE, aufgerufen am 14.01.2012, 19.04 Uhr
- ↑ http://www.ubitexx.com/LinkClick.aspx?fileticket=OhS7KQEdyyU%3d&tabid=36&language=de-DE, aufgerufen am 14.01.2012, 19.04 Uhr
- ↑ http://www.bitkom.org/de/presse/56204_55253.aspx, aufgerufen am 14.01.2012, 19.04 Uhr
- ↑ http://press.rim.com/release.jsp?id=5017
- ↑ vergleiche http://www.zdnet.de/news/41553933/rim-schliesst-uebernahme-von-ubitexx-ab.htm, aufgerufen am 14.01.2012, 19.07 Uhr
- ↑ http://developer.apple.com/programs/ios/enterprise, aufgerufen am 14.01.2012, 19.14 Uhr
- ↑ 25,0 25,1 vergleiche ubi-Suite Handbuch für Version 3.7, Seite 15
- ↑ http://www.bada.com, aufgerufen am 15.01.2012, 18.26 Uhr
- ↑ http://www.brewmp.com, aufgerufen am 15.01.2012, 18.29 Uhr
- ↑ vergleiche ubi-Suite Handbuch für Version 3.7, Seite 186
- ↑ basierend auf ubi-Suite Handbuch, Seite 107-128
- ↑ http://www.o2online.de/nw/assets/blobs/business/mobile-device-management-januar08.pdf, S. 4 aufgerufen am 15.01.12, 15:59 Uhr
- ↑ http://www.computerwoche.de/netzwerke/mobile-wireless/1937375/, aufgerufen am 15.01.12, 16:01 Uhr
- ↑ http://www.firmenpresse.de/pressinfo197509.html, aufgerufen 15.01.12, 16:03 Uhr
6.2 Abbildungsverzeichnis
| Abbildungsnummer | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Mobile Device Management, Quelle: http://www.ubitexx.com/language/de-de/mobile_device_management/rollout/ |
| 2 | Überblick der Marktanteile der Smartphone Plattformen für 2011, in Anlehnung an eine IDC Analyse |
| 3 | Prognoserechnung für 2015, in Anlehnung an eine IDC Analyse |
| 4 | Wachstumszuwachs in den Jahren 2011 bis 2015, in Anlehung an eine IDC Analyse |
| 5 | Beispielhafte Geräteunterstützung der RIM MDM-Lösung |
| 6 | Beispielhafte Geräteunterstützung der Ubitexx MDM-Lösung |
| 7 | Marktüberblick MDM-Lösungen, nach einer Grafik von air-watch.com in Anlehnung an Gartner Forschungsbericht, http://www.air-watch.com/reports/gartner-mdm-magic-quadrant.html |
| 8 | Verwendete ubi-Suite Version |
| 9 | Auswahl der ubi-Suite Komponenten |
| 10 | Möglichkeiten zur Gerätekontrolle |
| 11 | Beispielhafte Integration der ubi-Suite Komponenten ins Netzwerk |
| 12 | Webinterface der ubi-Suite |
| 13 | Überblick über die Eigenschaften eines Gerätes
|




