Analyse und Bewertung Cloud Computing Strategie der Firma Oracle

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Inhaltsverzeichnis


1 Einleitung

In der Informationstechnologie kursiert seit geraumer Zeit ein neuer Begriff, wovon man sich vorstellen kann, dass es die Zukunft der It-Welt prägen könnte. Mit Cloud Computing erhofft man sich für die Zukunft eine Entwicklung, womit man Kosten minimierend und Zeitsparend arbeiten kann. Im Prinzip wird bei Cloud Computing Rechnerkapazität ins Internet verlagert und bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Der Vorteil dabei ist, dass jede Ressource zur Jederzeit erreichbar ist und bei der Nutzung wird nur die Zeit bezahlt in der man die Ressource auch in Anspruch genommen hat. Allerdings ist man sich über diese neue Innovation geteilter Meinung. Viele Top-Unternehmen stecken große Hoffnungen in Cloud Computing und sind schon fleißig am investieren, während andere Unternehmen sich mit Vorsicht dieser neuen Entwicklung annähern. In dieser Arbeit soll die Cloud Computing Strategie der Firma Oracle analysiert und Bewertet werden.

2 Einführung und Definition

2.1 Cloud Computing

Der Begriff Cloud Computing (zu deutsch Rechnerwolke) ist ein Schlagwort aus dem Bereich der Informationstechnologie, das derzeit in der Fachwelt stark diskutiert wird. Grundgedanke des Cloud Computing ist die Bereitstellung dynamisch skalierbarerer und vitualisierter Ressourcen (Hardware, Entwicklungsplattformen, Software) als Service über das Internet.


Es können drei Cloud Computing Ebenen unterschieden werden, wobei der Übergang von einer Ebene zur anderen fließend ist:


Abb.1: Cloud Computing Ebenen
Abb.1: Cloud Computing Ebenen


  • Infrastruktur:
    Bei Infrastructure as a Service (IaaS) handelt es sich um das zur Verfügung Stellen virtualisierter Rechenleistung auf Abruf. Die Vorteile gegenüber konventionellen Rechenzentren liegen in der Flexibilität, der höheren Skalierbakeit und der schnelleren Bereitstellung benötigter Kapazitäten.
  • Plattform:
    Mit Plattform as a Service (PaaS) ist die Bereitstellung einer Entwicklungs- und Betriebsumgebung für Software im Internet gemeint. Häufig verwendete Funktionen, wie z.B. Benutzerverwaltung, werden von der Plattform als Service zur Verfügung gestellt und können vom Entwickler sofort genutzt werden. In vielen Fällen ist es möglich Anwendungen ohne Programmieraufwand "zusammenzuklicken".
  • Anwendung:
    Software as a Service (SaaS) ist die Bereitstellung von Computer Anwendungen (Software) als Service über das Internet. Naturgemäß tummeln sich im Bereich SaaS die meisten Anbieter. Die Software wird nicht beim Anwender installiert, sondern wird vom Anwender via Internet (Webbrowser) aufgerufen. Der SaaS Provider kümmert sich um Verfügbarkeit der Anwendung und die Sicherheit der Daten.


Eine allgemein akzeptierte Definition des Begriffs Cloud Computing gibt es derzeit nicht. Es gibt viele verschiedene Definitionen und Erklärungsansätze, die je nach Interessenlage den Aspekt der Infrastruktur, der Plattform oder der Anwendung betonen. Bei einem Vergleich stellt man jedoch fest, dass in den meisten Definitionen die gleichen Cloud Computing Merkmale erwähnt werden:


  • Skalierbarkeit
    In Cloud Umgebungen ist es dem Nutzer jederzeit möglich bei Bedarf zusätzliche Ressourcen zu beziehen. Sobald Ressourcen nicht mehr benötigt werden, werden diese wieder freigegeben und können anderen Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Dem Nutzer ist es damit möglich den Bezug und die Nutzung von Ressourcen optimal an seinen Bedarf anzupassen.
  • Pay-Per-Use
    Das Pay-Per-Use Modell beschreibt eine verbrauchsabhängige Abrechnung, z.B. nach CPU-Stunden oder Speichervolumen. Bei dieser Form der Abrechnung wird auf Grundgebühren, Einmal-Preise und langfristige Verträge verzichtet. Die Abrechnungseinheiten sind in der Regel sehr klein gewählt.
  • Virtualisierung
    Virtualisierung bezeichnet ein Verfahren, bei der eine Abstraktionsschicht zwischen Applikationen und physischen Ressourcen implementiert wird. Durch diese Technik lassen sich Hardware Ressourcen so aufteilen, dass es möglich wird diese dynamisch Anwendungen zuzuteilen und wieder freizugeben.

2.2 Strategie

Der Begriff Strategie stammt aus dem Griechischen (stratos = Heer, agein = führen) und wurde lange Zeit nur im militärischen Bereich verwendet. Erst 1965 übertrug Harry Igor Ansoff ihn auf den Bereich der Wirtschaft. Bis heute gibt es keine einheitliche Definition; über die folgenden Merkmale einer Strategie herrscht jedoch weitestgehend Konsens:


  • Langfristigkeit
  • Zielorientierung
  • Planung
  • Szenarien (verschiedene Varianten und deren Bewertung; Planen einer Alternativ-Strategie)
  • Erzielung von Wettbewerbsvorteilen
  • Nachhaltigkeit
  • schwer kopierbar

3 Oracle

3.1 Das Unternehmen Oracle

Die Oracle Cooperation mit Hauptsitz in Redword Shores ( Silican Valley, Kalifornien ) wurde von Lawrence J. Ellison ( Larry Erisson ), der bis Heute noch im Vorsitz der Firma steht, und seinen Mitbegründern Bob Miner und Ed Oates im Jahr 1977 gegründet. [1] Die Gründung ist dabei ganz zufällig entstanden, als Larry Erisson auf eine bis dahin von keinem Unternehmen richtig wahrgenommene Beschreibung einer relationalen Datenbank von Edgar F. Cood stieß. Larry Ellison und seine Mitbegründer Bob Miner und Ed Oates sahen sofort das Marktpotential dieser Datenbank und waren zugleich überrascht das kein anderes Unternehmen es vermakten wollte. Sie entschlossen sich dafür, die Datenbank auf ein zu IBM `s System R Database kompatibles System zu schaffen. Im August 1977 wurde dann das Unternehmen Software Development Laboratorien ( SDL ) gegründet, wo die erste Version des Datenbanksystems, welche den Namen Oracle enthielt, erstellt wurde. Dabei wurde die Datenbank ausschließlich für Zwecke der CIA entwickelt. Im Jahr 1983 benannte sich das Unternehmen in Relational Software, Inc (RSI ) um. Nach weiteren vier Jahren war es dann soweit, als man sich ein weiteres mal umbenannte und den Namen Oracle im Jahr 1983 annahm. [2] Es folgten viele Entwicklungen und Unternehmensübernahmen in der Geschichte von Oracle.

Die wichtigsten Meilensteine in der Geschichte von Oracle

  • 1986:
 Oracle veroeffentlicht V51. Oracle war das erste Datenbanksystem, das verteilte Abfragen unterstützte.
 Am 15. März 1986 geht Oracle an die Börse.
  • 1993:
 Rollout von Oracles Cooperative Development Environment (CDE), Einführung von Oracle Industries und Oracle Media Server.
  • 1994:
 Oracles Hauptquartier wechselt zum aktuellen Standort.
 Oracle kauft das Datenbank-Produkt DEC Rdb (heute Oracle Rdb) von der ehemaligen Firma Digital Equipment Corporation 
 (kurz DEC)und entwickelt dieses heute noch aktiv weiter. Oracle Rdb ist nur auf OpenVMS (ebenfalls ehem. DECProdukt
  • 2005:
 Im Semptember kündigte Oracle die Übernahme von Siebel Systems, dem führenden Anbieter von 
 Kundenmanagement-Standardsoftware  für rund 5,85 Milliarden Dollar an. Anfang 2006 erfolgte die Übernahme von Siebel Systems durch
 Oracle und von ca. 5500 Mitarbeitern.
  • 2007:
 Im Maerz kauft Oracle Hyperion für 3,3 Milliarden Dollar. Dies stellt die bislang größte Übernahme im BusinessInteligenceMarkt  dar
 Oracle übernimmt die US-Firma Agile Software Corporation für 495 Millionen Dollar (366 Mio. Euro)
 Im Dezember kuendigt Oracle die Übernahme von Moniforce an.
  • 2008:
 Oracle uebernimmt BEA Systems Inc. für 8,5 Milliarden Dollar (5,71 Mrd. Euro) [3]


Derzeit ist Oracle das Größte Business-Software Unternehmen mit 320.000 Kunden die in 145 Ländern Weltweit vertreten sind. [4]

3.2 Produkte und Kunden

Oracle hat bei seiner ueber dreissigjaehrigen Existenz viele neue innovative Produkte auf den Markt gebracht. Dabei hat sich Oracle ueber die Zeit hinweg von dem einfachen Datenbankentwickler zu einem "Alles-Anbieter" auf dem IT-Markt etabiliert. Mit der Zeit empfand man die Notwendigkeit in neue Geschaeftsfelder eindringen zu muessen, um weiterhin erfolgreich zu sein. Doch bis heute noch ist die, mit der neuen Bezeichnung "Oracle Database 11g", die erfolgreichste innovative Entwicklung in der Unternehmensgeschichte, welche Oracle jemals entwickelt hat.

Die wichtigsten Oracle Produkte:

3.3 Mitbewerber

3.4 Unternehmensstrategie

Wachstum durch Aufkaufen von Mitbewerbern etc.

4 Analyse der Cloud Computing Strategie

4.1 Cloud Computing Ziele

Das Thema Cloud Computing polarisiert derzeit wie kaum ein anderes Thema in der IT Welt. Ein Großteil der Unternehmen ist sehr skeptisch und wartet ab bis der Hype der Realität gewichen ist. Oracle hat diese Situtation erkannt und sich zum Ziel gesetzt sein Cloud Computing Angebot so zu gestalten, dass es den Unternehmensbedürfnissen genügt. Aus Sicht von Oracle sind die folgenden Kriterien für den Einsatz von Cloud Computing in Unternehmen von großer Bedeutung [5]:

  • Skalierbarkeit
  • Performance
  • Verfügbarkeit
  • Sicherheit
  • Kompatibilität
  • Übertragbarkeit
  • Herstellerunabhängigkeit


Weiteres Ziel ist es den Kunden Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Cloud Computing Lösung zu bieten. Oracle möchte Unternehmen die Entscheidung überlassen, ob sie ihre Cloud als Private und/oder Public Cloud realisieren, und Unterstützung für alle Varianten geben[6].

4.2 Cloud Computing Strategie

Die folgenden Ausführungen behandeln die Strategie der Firma Oracle im Bereich Cloud Computing. Ausgehend von den drei Cloud Computing Ebenen Infrastruktur, Plattform und Anwendung (vgl. Definition Cloud Computing) wird analysiert wie Oracle seine Ziele zu erreichen versucht.

4.2.1 Infrastruktur

Die Firma Oracle ist selbst kein IaaS Anbieter und wird es in naher Zukunft auch nicht werden. Oracles Strategie in diesem Bereich lässt sich in die Bereiche Public und Private Cloud unterscheiden:

Public Clouds:

Oracles Strategie sieht vor die eigenen Produkte über Kooperationen mit anderen IaaS Anbietern in Public Clouds anzubieten. Aktuell wird mit Amazon Web Services, einem der weltweit führenden IaaS Provider, zusammengearbeitet. Diese Partnerschaft umfasst derzeit die folgenden Produkte und Dienstleistungen[7]:

  1. Nutzung von Oracle Software in der Cloud
    Oracle unterstützt den Betrieb seiner Software auf der Amazon EC2 Plattform. Bei Amazon EC2 kann man als Nutzer stundenweise virtuelle Maschinen mieten und somit Rechenkapazitäten aus der Cloud beziehen. Derzeit können folgende Oracle Produkte unter EC2 genutzt werden:
    • Oracle Datenbank
    • Oracle Middleware
    • Oracle Enterprise Manager
    Oracle bietet für diese Anwendungen Amazone Machine Images (AMI) an. AMIs sind Images von vituellen Maschinen, die es erlauben vorinstallierte und -konfigurierte Anwendung ohne viel Aufwand auf EC2 in Betrieb zu nehmen.
  2. Datenbanksicherung in der Cloud
    Oracle unterstützt die Sicherung seiner Datenbanken in Amazons Simple Storage Service (S3) mit dem Oracle Secure Backup Cloud module. Bei S3 handelt es sich um Amazon's Speicherdienstleistung mit der es jederzeit möglich ist Daten über das Web zu speichern oder zu lesen.
Abb.2: Vergleich konventionelles Backup und Backup in der Cloud
Abb.2: Vergleich konventionelles Backup und Backup in der Cloud

Oracle beabsichtigt sein Cloud Angebot auf weitere Plattformen auszuweiten. Die Entscheidung, welche Plattformen das sein werden, macht Oracle von Kundenwünschen abhängig.


Private Clouds

Oracle unterstützt Unternehmen bei der Implementierung eigener Private Clouds auf der Basis von Oracles Grid Computing Technologie. Grundlage solcher Systeme sind virtualisierte Cluster aus Datenbanken, Middleware und Speicher. Die Virtualisierungssoftware Oracle VM ermöglicht es vorinstallierte und -konfigurierte Software Images, sog. Oracle VM Templates, zu erstellen und diese ohne viel Aufwand in Betrieb zu nehmen. Zur Pflege und Wartung der Infrastruktur kommt Oracle Enterprise Manager zum Einsatz. Dieses Software ermöglicht es dynamisch Ressourcen nach Bedarf zuzuweisen und die Grid Infrastruktur zu überwachen und zu warten.

4.2.2 Plattform

Oracle sieht sich sich selbst nicht als PaaS Anbieter sondern als "PaaS Befähiger". Oracles Strategie auf Plattformebene ist es seine eigene Plattform, die Oracle SaaS Platform, zu vermarkten und bei Anbietern von cloudbasierten Services zu etablieren. Oracles SaaS Plattform ist eine integrierte Softwareplattform basierend auf der Oracle Grid Computing Technologie. Sie soll Cloud Anbietern die Entwicklung, den Betrieb sowie die Wartung und Pflege von SaaS und PaaS Anwendungen ermöglichen. Die Oracle SaaS besteht u.a. aus folgenden Komponenten:

  • Oracle Datenbank
  • Oracle Fusion Middleware
  • Oracle Enterprise Manager
  • Oracle VM
Abb.3: Oracle SaaS Platform
Abb.3: Oracle SaaS Platform



Die Oracle SaaS Plattform wird derzeit bei über 250 SaaS und PaaS Anbietern eingesetzt, z.B. bei

Adaptive Planning Ariba Asknet Inc.
Blackboard Callidus Software CashEdge
Click Commerce, Inc. dthree inc. EnterConnect Inc.
Intacct Corp. MAXIMUS, Inc. OpSource
Perot Systems Sabrix Teranode Corp.
Where 2 Get It Wireless Matrix Xactly Corp.


Alle aktuellen SaaS Angebote der Firma Oracle wurden mit der SaaS Plattform entwickelt.

4.2.3 Anwendung

Oracle ist selbst ein SaaS Anbieter. Derzeit besteht sein SaaS Angebot aus drei Anwendungen:

  • Oracle CRM On Demand

Oracle CRM On Demand ist eine Customer Relationship Management Anwendung u.a für die Bereiche Vertrieb, Service und Marketing

  • Oracle Beehive On Demand

Bei Oracle Beehive On Demand handelt es sich um eine Sammlung von Kollaborationssoftware bestehend aus Instant Messaging, Konferenzen, Email, Kalender und Workspaces für Teams.

  • Oracle Sourcing On Demand

Oracle Sourcing On Demand ist eine SaaS Anwendung zur Organisation und Optimierung von beschaffungsprozessen in Unternehmen.

Alle oben genannten SaaS Anwendungen wurden auf der Oracle SaaS Plattform entwickelt und werden in Oracles Rechenzentren betrieben . Die Unterschiede zwischen SaaS und restlichem Angebot an On Demand Applikationen können folgender Grafik entnommen werden:

Oracle On Demand  
Multi-Tenant SaaS Single-Tenant SaaS Hosted & Managed Remote Management On-Premise
Pay-per-use Licensed
OpEx CapEx & OpEx
Off-premise On-premise
Managed by vendor Managed by customer
Vendor scheduled maintenance Customer scheduled maintenance


Oracle gibt an sein Angebot an SaaS Anwendungen ausbauen zu wollen, lässt aber offen welche Anwendungen als nächstes in Angridd genommen werden.

4.3 Zusammenfassung

5 Bewertungskriterien/-matrix

5.1 Risiko

5.2 Aufwand/Kosten

5.3 Flexibilität

6 Bewertung der Strategien

6.1 Infrastruktur

6.2 Plattform

6.3 Anwendung

6.4 Bewertung der Strategie als Ganzes

7 Vergleich mit anderen Mitbewerbern

8 Fazit

9 Fußnoten

  1. vgl. Oracle S. 19
  2. vgl. http://www.ademy.li/media/Oracle%20Corporation.pdf
  3. vgl. http://www.ademy.li/media/Oracle%20Corporation.pdf
  4. vgl. http://www.oracle.com
  5. vgl. [Oracle Cloud FAQ]:"Enterprise-grade means high performance, scalability, availability and security, and it means standards to ensure portability, interoperability and no vendor lock-in"
  6. vgl. [Oracle Cloud FAQ]:"...to support both public and private cloud computing to give customers choice"
  7. vgl.[Oracle Cloud Computing Center]:"As a part of our initial offering, Oracle has partnered with Amazon Web Services (AWS)"

10 Abkürzungsverzeichnis

11 Abbildungsverzeichnis

12 Tabellenverzeichnis

13 Literatur- und Quellenverzeichnis

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