Analyse und Bewertung Cloud Computing Strategie der Firma Sun

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Name des Autors / der Autoren: Tim Döppner, Jochen Heggen
Titel der Arbeit: "Analyse und Bewertung Cloud Computing Strategie der Firma Sun"
Hochschule und Studienort: FOM Essen


Inhaltsverzeichnis


1 Einleitung

Cloud Computing ist ein aktueller Trend in der Informationstechnologie und in aller Munde. Sun Microsystems gilt in diesem Bereich als ein Unternehmen mit innovativen und ungewöhnlichen Ansätzen und wartet ebenfalls mit einem Portfolio zum Thema Cloud Computing auf. Ziel dieser Hausarbeit ist einen Überblick über Produktportfolio »Cloud Computing« von Sun Microsystems zu erstellen und das Portfolio zu analysieren und zu bewerten.

In der Folge wird ein Überblick über das Thema Cloud Computing, das Unternehmen Sun Microsystems und dessen Cloud Computing Strategie gegeben. Im vierten Teil wird die Cloud Computing Strategie der Analyse und Bewertung unterzogen. Hierzu wird ein Kriterienkatalog erstellt, der dann auf die Cloud Computing Strategie von Sun angewendet wird. Aufgrund dieser Untersuchung wird die Strategie mit anderen grossen Anbietern am Markt verglichen. Hierbei liegt das Augenmerk auf dem Umgang der Firma Sun Microsystems mit der Konkurrenz.

2 Grundlagen Cloud Computing

Cloud Computing ist ein Schlagwort, welches häufig benutzt, aber nirgends eindeutig definiert wird. Somit sucht sich jeder Teilnehmer seine eigene Definition heraus und grenzt auf die Bedürfnisse seiner eigenen Strategie oder der Zielsetzung ab.
Mit Gartner und Forrester haben sich zwei international anerkannte Unternehmen, die sich mit Forschung und Beratung im Bereich Informationstechnik beschäftigen, an einer Definition versucht. Gartner definiert Cloud Computing folgendermaßen:
»Gartner definiert cloud computing als eine Computernutzung, bei der massiv skalierbare, IT-Ressourcen "als Service" mehreren externen Kunden, über Internet Technologien, zur Verfügung gestellt werden.«[1]

Forrester hingegen spricht bei Cloud Computing nur von einem neuen IT Outsourcing Model und spielt damit den aktuellen Hype um diese Enwitcklung herunter.

In seiner einfachsten Definition umschreibt der Begriff Cloud Computing Rechenkapazitäten die virtualisiert und als Service durch API's nutzbar sind. Cloud Computing ermöglicht es Usern Applikationen in die Cloud, einem virtuellen Rechenzentrum, einzubringen und dort auszuführen. Die physikalischen Ressourcen der Cloud können dabei an vielen unterschiedlichen Standorten verteilt liegen und lassen sich standortunabhängig von allen Teilnehmern nutzen. Cloud Computing Dienste werden dabei als Service über IP-basierte Verbindungen angeboten und bieten dabei hohe Skalierbarkeit, zuverlässig abrufbare Services und die Option Ressourcen schnell und effizient zu verwalten.

Da Cloud Computing eng mit anderen Technologien verwandt ist, wird es über eine Anzahl von Charakteristika definiert.

Begriff Cloud Computing Definition
Incremental Scalability die benötigte Kapazität kann dem Bedarf angepasst werden
Agility Resourcen werden flexibel und automatisch gemanaged
Reliability und Fault-Tolerance durch die hohe Anzahl an Rechnern und die dadurch entstehende Redundanz, ist es möglich eine hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten
Service-oriented Die Kapazitäten werden als Service angeboten, die eine hohe Skalierbarkeit bieten und in selbstgeschriebene Applikationen eingefügt werden können.
Utlility based Die Abrechnung basiert auf Verträgen, bei denen man nur die wirklich genutzten Resourcen zahlt
Shared Mehrere Nutzer arbeiten auf derselben Infrastruktur. Die Daten der unterschiedlichen User sind dabei eindeutig voneinander getrennt und sicher.
SLA-driven Kosten, Parameter und andere Faktoren werden über eine Service Vereinbarung (SLA) geregelt
APIs die Resourcen werden als Service virtualisiert. Zum einbinden in eingene Applikationen wird ein Programmier Interface zur Verfügung gestellt.

Tab. 01: »Cloud Computing Definition«[2]

Cloud Computing wird mittlerweile im Allgemeinen nicht nur als Konzept für IT-Outsourcing angesehen, wie es Forrester beschreibt, sondern als Option zum Outsourcing, aber auch als ein Konzept innerhalb eines Unternehmens Ressourcen im Computing und Storage Sektor effizienter zu nutzen. Im besten Fall stehen den Teilnehmern am Cloud Computing private und öffentliche Ressourcen ohne Übergänge zur Verfügung.

Sun stützt sich bei der Strategieentwicklung[3] allem Anschein nach auf die Definition von Cloud Computing des NIST (National Institute of Standards and Technology)[4]. Zwar enthält diese keine Neuigkeiten oder ungewöhnliche Inhalte, definiert aber einige der Charakteristiken und Modelle fest.

Abb 1: Cloud Computing im Überblick
Abb 1: Cloud Computing im Überblick

Kernkomponenten laut NIST sind:

  • Bedarfsgetriebener Self-Service
  • universeller Netzwerkzugang
  • Ortsunabhängige Resourcenzusammenlegung
  • hohe Elastizität
  • messbarer Service

3 Sun Microsystems

3.1 Das Unternehmen

Die Geschichte von Sun begann mit einem Computer den Andreas von Bechtolsheim, Gründervater von Sun, entwickelte, als er an der Stanford Universität graduierte. Der Rechner war eine Abwandlung einer neuen Rechnerart, der Workstation und basierte auf einem Mikroprozessor der Firma Motorola, die diesen allgemein verfügbar auf den Markt gebracht hatte.
Das Unternehmen Apollo Computer hatte die Workstation als einen professionellen Rechner für einen User mit hoher Performance (im Vergleich zum PC) auf den Markt gebracht. Die Rechner waren von Grund auf neu designed, wie es damals in der Industrie üblich war. Bechtolsheim allerdings vertrat eine andere Ansicht und baute seine Workstation aus Fertigbauteilen und nutzte das UNIX Betriebssystem von AT&T um die Idee eines einheitlichen Betriebssystems zu unterstützen. Der neue Rechner war bereits mit einer TCP/IP Implementierung versehen.

1981 begann er damit Lizenzen für seinen Computer, den er SUN (Stanford University Network) nannte, zu verkaufen. In den folgenden Jahren, zusammen mit Vinod Khosla und Scott McNealy wurde Sun Microsystems, Inc. gegründet (1982).

Das Unix System erlaubte die einfache Vernetzung mit anderen Systemen und Nutzung bereits bestehender Software, ein Vorteil gegenüber dem proprietären System von Apollo. Die Workstations Sun-1 und Sun-2 waren ein grosser Erfolg, mit einem Umsatz von 8 Millionen Dollar im ersten Jahr. In den folgenden Jahren wuchs Sun sehr schnell, wobei weiterhin immer wieder offene Systeme unterstützt wurden.

Zwischen 1985 und 1989 war Sun die schnellst wachsende Gesellschaft in den USA. Nicht nur deshalb folgte 1986 die IPO der Firma Sun.

Ende der 1980er Jahre kam Sun mit der SPARCstation auf den Markt. Die SPARCstation basierte auf einer RISC (reduced instruction set computing) Architektur, welche von Sun überarbeitet wurde und sich in der neuen Form SPARC (scalable performance architecture) nannte. Mit der SPARCstation verkaufte Sun die erfolgreichste Workstation auf dem Markt.

Das Unternehmen stellte die Prozessoren nicht selbst her, sondern lies das SPARC Design Bechtolsheim's bei mehreren Chipherstellern in Lizenz produzieren. Anlehnend an die »open system« Tradition von Sun wurde das SPARC Design auch für andere Computerhersteller lizensiert. Es gelang hierdurch die Preise zu senken und die Anzahl der Software Drittanbieter zu steigern. Prozessoren in SPARC Technologie sind noch heute der Kern der auf Performance ausgelegten Systeme von Sun Microsystems.

1987 einigte sich Sun mit AT&T eine verbesserte Version von Unix zu entwickeln. Es enstand das System V Release 4.0, der de facto UNIX Standard für High-End Unix Systeme. System V war in den kommenden Jahren die Vorlage für viele andere Betriebssysteme. Basierend auf diesem Standard entwickelte Sun 1991 das Sun OS welches auch auf Rechnern anderen Hersteller, unter anderem auch Intel basierten Maschinen, laufen sollte. Durch die Möglichkeit eines Betriebssystems auf unterschiedlichen Computern war es einfacher diese in einem Netzwerk zu vereinen. Dies resultierte in mehr Software, die für diese Rechner und damit für das Betriebssystem geschrieben wurde. Mehr Software resultierte in eine Erhöhung der Hardwareverkäufe.

1995 brachte Sun Java auf den Markt, eine Programmiersprache, die es dem Programmierer ermöglicht Software plattformunabhängig zu schreiben. Auch Java wurde als offenes System konzipiert. Heute zählt Java zu den am weitest verbreitenten Programmiersprachen der Welt. Aufgrund seiner starken Ausrichtung auf die Anforderungen des Web und der Portabilität ist Java heute bestens für weitere Aufgaben gerüstet. Mittlerweile rühmt sich die Sprache der größten Entwicklergemeinde weltweit.

In den folgenden Jahren begann Sun die Zusammenarbeit mit vielen Größen der Elektronikbranche und galt lange Zeit als Speerspitze der Gegenbewegung zu Microsoft und Intel.[5].

Heute ist Sun Microsystems mit über 33.000 Angestellten und einem Umsatz von über 13 Milliarden US-Dollar (2008) der viert größte Serverhersteller, nach IBM, Dell und HP. Die Wirtschaftskrise führte jedoch zu starken Umsatzeinbußen und Verlusten. Zu den größten Kunden von Sun gehörten traditionell die Automobil- und Bankenbrache. Gerade diese Branchen hat die Wirtschaftskrise am stärksten grtroffen und natürlich auch zu Einsparungen im IT-Sektor geführt.

Der letzte Ausweg war die freundliche Übernahme durch Oracle, die noch im Jahr 2009 abgewickelt werden soll.[6]

3.2 Die Vision

»Seit 1982 hält Sun an der Vision »Das Netzwert ist der Computer« fest. Sun's Vision ist, dass alles und jeder am Netzwerk teilnimmt. Sun sieht seine Mission darin, Technologien zu entwickeln und Gemeinschaften zu unterstützen, welche die Nutzung und Verteilung des Netzwerks unterstützen. Sun arbeitet daran die »Digitale Teilung« abzubauen. Hierdurch wäre jeder dazu in der Lage die Möglichkeiten zu nutzen und an Lösungen mitzuarbeiten, unabhängig von seiner geographischen Lage oder seiner wirtschaftlichen Situation.«[7] [8]

Globale Kommunikation und Vernetzung waren die Visionen, die von Bechtolsheim schon seit früher Jugend trieben und auch starken Einfluss auf die Unternehmenskultur von Sun ausübten. Von Bechtolsheim verhalf diese Einstellung dazu, zu einem der erfolgreichsten Kapitalgebern der High-Tech Branche zu avancieren.

Wie engagiert und zielsicher er seine Visionen verfolgt erkennt man an einer kleinen Anekdote: als Bechtolsheim von einem Geschäftspartner eingeladen wurde, saßen bei diesem die Studenten Larry Page und Sergey Brin auf der Veranda und führten ihre Idee vor. Begeistert von der Idee stellte Bechtolsheim sofort einen Scheck über 100.000 Dollar aus, die das Startkapital für die Firma Google werden sollten.[9]

Als Weggefährten standen ihm mit Vinod Khosla, Scott McNealy und Bill Jay gleichgesinnte Geister zur Seite. Von Anfang an standen für alle die Ziele von Sun, die Verfügbarkeit von Rechnern zu erhöhen und die Systemgrenzen zwischen unterschiedlichen Herstellen zu überwinden, fest. Java ist nur ein gutes Beispiel für das Festhalten und Umsetzen der Vision in die Praxis.

4 Cloud Computing Strategie

4.1 Allgemein

Sun verfolgt eine umfassende Strategie um firmeneigene Produkte im Markt des Cloud Computing zu positionieren. Das Unternehmen konzentriert sich dabei nicht nur auf einzelne Teilbereiche, sondern versucht sämtliche Services aus dem Bereich des Cloud Computing (PaaS, Saas, IaaS)[10] [11] unter Eigenregie anzubieten. Falls sinnvoll oder notwendig wird das Produktportfolio durch Firmenübernahmen entsprechend ergänzt, wie z.B. durch Q-Layer oder NetBeans geschehen.

Fast schon historisch begründet ist der Ansatz der Freigabe von Schnittstellen, insbesondere API's, um so ein breites Spektrum an Anwendern zu erreichen. Neben dem Open Cloud - Markt, der für Unternehmen ausgelegt ist, sollen auch private oder weniger finanzkräftige Anwender, z.B. Studenten, Forschungseinrichtungen, Webentwickler und Unternehmensneugründungen, unter dem Begriff Sun Cloud erreicht werden.

Sämtliche Schnittstellen stellt Sun dabei unter der »Creative Commons Attribution 3.0 Unported License«[12] zur Verfügung und unterzieht diese einem öffentlichen Review durch die Community[13]. Gleichzeitig stellt Sun die Plattform für das Hosting[14] von Cloud Computing Projekten zur Verfügung. Die Trennung der Cloud Begrifflichkeit wird mit den Anforderungen der Unterschiedlichen Anwender begründet, die es Firmen ermöglicht eigene Clouds aufzusetzen, aber dennoch interoperabel zum Standard zu bleiben. Somit können Private, Public und Hybride Clouds[15] entstehen, die eine einfache Erweiterung oder ein Verschieben der Dienste zwischen privaten, meist Unternehmensressourcen, und öffentlichen Ressourcen ermöglichen.

Um Unternehmen beim Eintritt in die Welt des Cloud Computings zu erleichtern bietet Sun mit einer eigenen Abteilung (Sun Cloud Consulting Services) Unterstützung an. Kernaufgabe soll die Migration und die Konzeptionierung der Cloud Unternehmensstrategie bilden.

Bei der Definition der Cloud Computing Strategie spielen die folgenden Produkte für Sun eine wichtige Rolle:

Abb 2: Der Aufbau der SunCloud
Abb 2: Der Aufbau der SunCloud

Neben den Softwarekomponenten bietet Sun eine große Auswahl an Hardwarekomponenten an, die auf die Anforderungen der erhofften und angedachten Entwicklungen abgestimmt sind oder zusehends auf diese getrimmt werden. So verfügt Sun heute z.B. über die performantesten und zugleich energiesparendsten CPU’s für Webserveranwendungen[26]. Bei den Entwicklungen aller Komponenten legte und legt Sun Wert auf die Berücksichtigung entscheidender Faktoren wie Effizienz, Ökonomie, Ausfallsicherheit, Verfügbarkeit, Dichte, Skalierbarkeit, Agilität und Sicherheit.[27]

Effizienz und Ökonomie
Sun zielt im Wesentlichen auf die Energieeffizienz (z.B. CoolThreads) und bessere Auslastung der genutzten Hardwareressourcen ab.D er bessere Einsatz und die Wiederverwertbarkeit von Rohstoffen stehen ebenso im Fokus, wie die Nutzung von weniger gefährlichen Materialien. Durch die Optimierung der Architektur der Bauteile eines Computersystems versucht Sun darüber hinaus gerade beim Betrieb Einsparungen zu ermöglichen.
Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit
Durch die Integration von Überwachungs- und Skalierfunktionen auf der Betriebssystem- und der Hardwarelayer wird versucht die Anforderungen der Benutzer dynamisch abzubilden und im Katastrophenfall eine schnellstmögliche Wiederherstellung der Systeme sicherzustellen. Bei der Erfüllung von heute üblichen SLA's[28] im Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen Dienstleister und Nutzer spielen diese Kriterien eine herausragende Rolle. Durch Clustering und dynamische Rekonfiguration versucht Sun die Ausfallsicherheit weiter zu erhöhen.
Dichte und Skalierbarkeit
Unter Dichte versteht Sun hier die möglichst hohe Dichte an Hardware und Rechenleistung in Rechenzentren bzw. Rackeinheiten. Dieses Ziel zu erreichen und dabei gleichzeitig flexibel in der Anzahl genutzter Einheiten zu sein ist eine wesentliche Zielsetzung. Durch die dynamiche Rekonfiguration und Virtualisierung werden Anforderungen nun sehr einfach skalierbar abgebildet und bieten optimale Voraussetzungen für das Cloud Computing und bei Lastspitzen.
Agilität
Agilität beschreibt die Möglichkeit auf der Hardwarearchitektur je nach Bedarf Ressourcen zu nutzen oder freizugeben um so möglichst energie- und eosteneffizient zu arbeiten, gleichzeitig aber immer das Mindestmaß an benötigten Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Dies gilt für eine große Anzahl an Benutzern und läßt sich optimal durch eine zentrale Infrastruktur mit »shared resources« abbilden.
Sicherheit
Auf Betriebssystemebene hat Sun eine Vielzahl an Vorkehrungen getroffen um ständig wachsenden Sicherheitsanforderungen der Benutzer gerecht zu werden. Neben dem Management der Prozess- und Benutzerberechtigungen, MAC[29], kryptographischen Funktionen sind dies Netzwerkerweiterungen, die insbesondere kritische Daten der Benutzer und Unternehmen schützen. Sun bezeichnet sich hier selbst, z.B. mit dem Sun Identity Manager, als einzigen Anbieter mit einer umfassenden Lösung für diese Anforderungen.
Abb 3: Der Aufbau der SunCloud Service Architektur
Abb 3: Der Aufbau der SunCloud Service Architektur

4.2 Hardware

Traditionellerweise bedient Sun nicht nur den Softwaremarkt, sondern bietet seit seiner Gründung Hardwarelösungen an. Neben den bereits seit langem etablierten großen Serversystemen und Workstations wurde das Angebot in den letzten Jahren auch immer weiter im Bereich der Storagelösungen, modularen Serversystemen oder Netzwerkkomponenten erweitert.

Ganz abhängig von den Bedürfnissen bietet Sun heute HPC (High Performance Computing)[30] Lösungen ebenso an, wie speziell auf die Aufgaben des http Protokolls abgestimmte Systeme. In Form von Server-Blades lassen sich diese nun einfach und schnell kombinieren. Dabei werden von einzelnen Serversystemen bis zu fertig integrierten Rechenzentren (z.B. in Grosscontainern) mittlerweile sämtliche Kombinationen abgedeckt. Mit diesen Ansätzen verspricht Sun eine deutlich schnellere Auslieferung und Inbetriebnahme als andere Hersteller am Markt, bei gleichzeitig niedrigerem Platzverbrauch sowie Energie- und Kühlersparnissen.

Unter dem Begriff OpenStorage faßt Sun seine Bemühungen zusammen Software Storage Systeme für die Anforderungen des Cloud Computings weiterzuentwickeln. Wie an anderer Stelle auch, steht hierbei der nicht proprietäre Ansatz mit offenen Schnittstellen im Mittelpunkt. Gleichzeitig sollen möglichst unterschiedliche industrielle Standardkomponenten integriert werden können um einen kostengünstigen Ansatz zur Erstellung von individuellen Storagelösungen für die Anwender zu ermöglichen.

Auf diesem Weg sollen auch Funktionen, die bislang dem Enterprise Segment vorbehalten waren, in den Low-Cost Sektor der Storage Lösungen Einzug halten, so z.B. Snapshots[31], Replikation[32] und Kompression. Auch die Protokolle NFS[33], CIFS[34], iSCSI[35] und FC[36] sind im Open Source Stack[37] bereits implementiert. Aufgrund dieses Ansatzes erlaubt Open Storage eine leichte und schnelle Adaption weiterer technologischer Entwicklungen (10GBit Ethernet).

Wie sich Sun diese Flexibitlität und das Zusammenspiel in einer Hybrid-Cloud vorstellt, wird in einem Video[38] vorgestellt.

4.3 Operating System

OpenSolaris bildet die Basis für Sun's Cloud Computing Strategie. Das quelloffene und frei verfügbare Betriebssystem wird dabei durch tatkräftige Unterstützung der Community auf die Anfordernisse des Cloud Computing getrimmt. Dabei schreckt Sun nicht vor der Neuentwicklung wesentlicher Bestandteile eines Betriebssystems zurück. Beste Beispiele hierfür sind das Project Crossbow und das ZFS.

OpenSolaris ist unter der CDDL[39] lizensiert und basiert auf einem Grossteil der durch Sun freigegebenen Quelltexte von Solaris. Auf diesem Weg fließen immer wieder Entwicklung von einem in das andere Projekte und sorgen so für eine kontinuierliche Entwicklung und einen regen Austausch. Sun sorgt in diesem Zuge für regelmässige Updates von Solaris und zeitgleich eine Garantie für die Sicherstellung des Betriebs und der Erfüllung der Business Anforderungen seiner Kunden. Gerade diesen Bereich deckt OpenSolaris nur durch zusätzliche Dienstleister ab. Sun selbst sieht das durch die Community beträute Projekt als Innovationsmotor auch für eigene Entwicklungen an, akzeptiert aber die Freiheiten. Grundlegende Änderungen in denen das Unternehmen eine Notwendigkeit für die zukünftige Entwicklung sieht, werden aber wie in den oben erwähnten Projekten gelegentlich selbst implementiert und fließen an die Community zurück. Dies geschieht nicht immer in Form der Freigabe der Quelltexte, sondern kann gelegentlich auch lediglich das veröffentlichen von Binary-Versionen bedeuten.[40]

Das Project Crossbow[41] beschreibt eine Neuimplementierung des Network-Stacks für OpenSolaris und wird von Sun als Schlüsselentwicklung und –vorsprung vor anderen Betriebssystemen gesehen.

Die durch Crossbow eingebrachte Netzwerkimplementierung erlaubt eine Virtualisierung des Netzwerks und damit die Möglichkeit komplette Netzwerke virtuell aufzubauen, also z.B. VNICs, virtuelle Switche, virtuelle lokale Netze sowie Firewall- und Routingkonfigurationen abzubilden. So lassen sich zur Entwicklung, zum Prototyping oder Testen die idealen, weil realitätsnahen, Umgebungen individuell schaffen.
Gleichzeitig wurde die Möglichkeit von QoS sowohl für physische, als auch für virtuelle Netzwerkadapter implementiert. Damit einher geht eine Ressourcenverwaltung weit über das Netzwerk hinaus, da OpenSolaris auch die Zuweisung von Speicher und CPU Einheiten erlaubt, gleich welche Auslastung das System durch andere Anwendungen besitzt. Somit erhalten Administratoren die volle Kontrolle über die Ressourcen der Systeme.
Durch die Kapselung der Netzwerkkomunikation in einem Framework erlaubt OpenSolaris eine komplette Trennung des Zugriffs durch den Administrator und den Nutzer einer virtuellen Umgebung. Mittels der Netzwerkkonfiguration und der Einteilung in End-To-End Kommunikation sind Sicherheitslöcher wie Sniffing oder Routing-Angriffe in einer solchen Umgebung nicht möglich.

OpenSolaris bietet die Option mit sogenannten Containern zu arbeiten die jeweils eine eigene Umgebung für eine Applikation oder einen Benutzer darstellen. Allerdings teilen sich alle Container eines Systems dieselben Hardwareressourcen, bestenfalls ohne dies selbst berücksichtigen zu müssen. So lassen sich eine Vielzahl von unterschiedlichen oder gleichen Umgebungen auf einem einzigen Hardwaresystem zur Verfügung stellen. Auf diese Weise lassen sich die Verwaltungsaufwände stark reduzieren. Dieser Vorgang wird auch als Betriebssystem Virtualisierung bezeichnet.

Als Container bezeichnet Sun eine vollständig lauffähige virtuelle Umgebung. So lassen sich diese auch weiterhin nach ihrer funktionalen Aufgabe trennen, also z.B. Datanbankinstanzen, Applikationsserver, Webserver, usw.
Ziel ist es eine Ausführungsinstanz zur Verfügung zu stellen, die Sicherheitsaspekte beachtet, Fehlerisolation und ein Ressourcenmangement erlaubt - möglichst einfach, flexibel und effizient. Zu diesem Zweck nutzt Sun die Virtualisierung von Dateisystem, den Geräteschnittstellen, dem Netzwerk und den Prozessen, erlaubt aber trotzdem den Zugriff auf gemeinsam gentutze API's. So benötigen Anwendungen keine besondere Portierung für das Gastbetriebssystem. Außerdem lassen sich Container aufgrund dieser Struktur leicht transferieren.
Die Konfiguration der Umgebungen findet bei Sun in sogenannten Zones statt. Diese erlauben sehr flexible Einstellungesmöglichkeiten über die reinen Einstellungen eines Containers selbst. So können sich z.B. einzelne Container innerhalb einer Zone einen gemeinsamen Ressourcepool teilen.

Das ausgefeilte Software-Distributionssystem von OpenSolaris ist ein weiterer Schlüssel für die einfache Integration und Nutzung in Cloud Umgebungen. Das IPS (Image Packaging System) bietet vielfältige Möglichkeiten Anwendungen, Daten und Konfigurationen zu verteilen und vereinfacht so die Nutzung, Wiederverwertung und die effektive Verwaltung der Ressourcen.

Eine wichtige Komponente in OpenSolaris ist das neu integrierte Dateisystem ZFS (Zettabyte File System). Es bietet mit seiner 128 Bit Adressierung[42] Reserven die in absehbarer Zeit nicht erschöpft werden. Sun hat bei dieser Entwicklung, anders als bei vielen anderen Dateisystemerweiterungen, nicht auf Bestehendem aufgesetzt, sondern bewusst neue, zukunftsfähige Ansätze gewählt. So enthält ZFS bereits RAID-Funktionalitäten[43], Kompressionstechniken[44], erlaubt Snapshots und Clones eines Zustandes[45] und speichert Prüfsummen für einzelne Blöcke. Desweiteren lassen sich Partitionen »on the fly«, also im laufenden Betrieb, verändern, manuell oder nach vorgegebenen Regeln des Volumens mit fixen Ober- und Untergrenzen. Somit haben die Entwickler einige Probleme die heutige Dateisysteme beschränken bereits gemeistert[46].
Der Zusammenschluss einzelner Hardwarekomponenten im Style eines LVM (Logical Volume Manager) bietet ZFS dabei aufgrund seiner Struktur von Hause aus. Das Dateisystem wird hier erst auf Basis der zur Verfügung stehenden physischen Volumen gebildet. Es kann dabei zwischen den Volumen verschoben und verteilt werden.
Die Performance von ZFS liegt dabei aktuell auf Augenhöge mit der anderer aktueller Dateisysteme. Sun geht allerdings davon aus, dass eventuelle Nachteile zeitnah durch Weiterentwicklungen und Hardwareanpassungen ausgleichen und so letzte Zweifel an den Vorteilen von ZFS getilgt werden[47].

Die Analysierbarkeit des laufenden Betriebssystems ist in Cloud Umgebungen eine wertvolle Erweiterung. Sun bietet mit DTrace (Dynamic Tracing) ein Tool, daß es Administratoren und Entwicklern ermöglicht das Verhalten von Programmen und dem Betriebssystem zu beobachten. DTrace ist dabei nicht nur ein Anzeige - Tool, sondern eine Scriptsprache, die es ermöglicht Scripte zu generieren, die genau die Informationen protokollieren, die man benötigt. Man ist hier nicht auf Vorgaben beschränkt, sonder kann von Betriebssystem Funktionen bis zu Variablen in Programmen alles in Log Dateien schreiben lassen. Diese Scripte können an diversen Einsprungpunkten ausgelöst werden, die sogenannten Providers. Providers werden dem Betriebssystem und DTrace über ein Kernel Modul zur Verfügung gestellt. Mit den von DTrace ermittelten Informationen ist es möglich Applikationen zu verbessern, Flaschenhälse zu erkennen oder einfach nur das laufende System zu beobachten.[48]

Es existieren Amazon Machine Images[49] für OpenSolaris (32 bit) und Solaris Express (32 und 64 bit) Betriebssysteme. Auf diese Weise bietet Sun eine einfache Möglichkeit bereits jetzt Zugriff auf eine seit 2006[50] bestehende Cloud Infrastruktur an.

4.4 Virtualization

Virtualisierung wird unterschieden zwischen »full virtualization«[51], einer kompletten Simulation der verwendeten Hardware, und »paravirtualization«[52], einer Simulation der tatsächlich genutzten ähnlichen Hardware. Diese werden außerdem unterschieden in der Art der Implementierung, da Type 1 Hypervisors direkt auf der Hardware implementiert sind, Type 2 dagegen erst auf Betriebssystemebene. Es besteht hierbei eine Wechselwirkung zwischen dem Design und der Performance beider Typen.[53]

Die Firma Sun bietet aus ihrem Produkt Portfolio zwei Optionen zur Virtualisierung an:

  • xVM
  • VirtualBox


Mit diesem Angebot versucht das Unternehmen den Anforderungen kleiner Entwickler ebenso gerecht zu werden wie denen großer Unternehmen. Virtualisierung stellt hierbei die Kernkomponente der Cloud Strategie dar, insbesondere zur einfachen Allokation von Ressourcen bei Bedarf, sowohl in der Form der Paravitualisierung, als auch des Clusterings.

Der Auslastungsgrad der Systeme in vielen Rechenzentren liegt bei deutlich weniger als 50% und bietet nach Ansicht von Sun den optimalen Hebel zu Verbesserungen. Durch die Virtualisierung und hardwaretechnischen Zusammenschluß mehrerer Systeme können Unternehmen durch Einsparungen im Bereich der Wartungen und Energiekosten profitieren. Außerdem bietet sich durch den Umstieg auf eine Cloud Strategie auch die Überprüfung des Applikations-Designs und der Daten sowie Systeminfrastruktur an, sodass der positive Nutzen nicht nur für die Recheneistung, sondern auch für Storage und Infrastruktur Komponenten gilt. Als eines der wenigen Unternehmen bietet Sun eine breite Palette an Virtualsierungslösungen an, um die komplette Wertschöpfungskette im Bereich des Cloud Computings abzudecken, und verfügt außerdem bereits über eine lange Erfahrung in Teilbereichen die heute die Basis für Cloud Strategien bilden.[54]

4.4.1 xVM

xVM ist die Bezeichnung des Sun Produkt Portfolios im Bereich Virtualization. Diese Platform bietet die Möglichkeiten Interoperabilität zwischen heterogenen Umgebungen sicherzustellen und ermöglicht gleichzeitig die Verwaltung sowohl der physischen, als auch der virtuell zugeteilten Ressourcen.

Abb 4: xVM in der Cloud
Abb 4: xVM in der Cloud

Suns xVM Server bietet sich für alle gängigen Betriebssysteme (Windows, Linux, Solaris) als Hostsystem an. Außerdem ist ein Austausch zwischen VMWare[55] und Microsoft Virtual Machine[56] gewährleistet und bietet sich daher insbesondere auch für Live-Migrationen[57] an.

Als OpenxVM[58] existiert genau wie von Solaris auch ein Produkt für den OpenSource Sektor und erlebt somit immer wieder Erweiterungen und Verbesserungen durch die Community. Eine Komponente der xVM Plattform ist VirtualBox, ein Softwareprodukt das Sun erst im Februar 2008 durch die Übernahme der Innotek GmbH in sein Produkt Portfolio integriert hat.

4.4.2 VirtualBox

VirtualBox bietet die Möglichkeit auf verschiedenen Host Systemen (Solaris OS, Windows, Linux, Mac OS X auf Intel Plattformen) weitere Guest Systeme[59] (beinahe jedes x86 Betriebssystem), also speziellen Instanzen anderer Betriebssysteme, zu betrieben. So können parallel verschiedene Systeme auf der gleichen Hardware Plattform betrieben werden. Spezielle Versionen sind, auch im Quellcode, unter der GPLv2[60] als Open Source Edition veröffentlicht. Dabei bietet die Virtualisierungslösung Support sowohl für 32 als auch für 64 bit Systeme an. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen verspricht Sun dabei nur geringe Performanceeinbußen. Die Integration des Gastsystems findet dabei nahtlos statt. So lassen sich die Anwendungsfenster direkt in die Benutzeroberfläche des Hostbetriebssystems integrieren, der Datenaustausch über gemeinsam genutzte Verzeichnisse ist möglich und eine vielfältige Hardwareunterstützung von Grafik- und Netzwerkadaptern sowie USB-Geräten und Massenspeicherkontrollern (iSCSI, IDE, SATA) ist ebenfalls integriert.

Durch die Integration von OVF (Open Virtualization Format)[61] und der Möglichkeit zum Ex- und Import bietet die Anwendung Schnittstellen zum Austausch mit anderen Lösungen. Bereits im Standard sind für professionelle Anwender RDP[62] Server, GUI und CLI Kommandos sowie Remote Access während des Bootvorgangs integriert. Auch besteht die Möglichkeit mehrere Snapshots des Betriebssytemzustandes eines Guestsystems zu sichern. Somit sind Testumgebungen oder Umgebungen zum User-Training einfach zu managen, bzw. Updates nahezu gefahrlos durchführbar.

Ein Datenaustausch bzw. gegenseitige Beeinflussungen zwischen einzelnen virtuellen Umgebungen kann dabei vollständig ausgeschlossen werden.

Die Enterprise Variante hebt sich durch erweiterten Hardwaresupport und bessere Automatisierungs- und Skriptingmöglichkeiten ab.

4.5 Open Database

Sun Microsystems kaufte Anfang 2008 MySQL von der schwedischen Firma MySQL AB. MySQL ist das meist genutzte open source Datenbanksystem der Welt, was auch daran liegen mag, dass es für mehr als 20 Plattformen, wie z.B. Linux, Windows, Mac OS X, HP-UX, AIX, Netware und nicht zuletzt OpenSolaris und Solaris verfügbar ist.

MySQL wir in einem dualen Lizenzmodell vertrieben. Zum einen gibt es den Community Server, der unter der GPL Lizenz als Download verfügbar ist. Die MySQL Enterprise Version gilt als propietäres System und unterscheidet sich zum Community Server durch die Möglichkeit Support von Sun zu erhalten und einer Vielzahl an Zusatzfunktionen, welche die Performance, Sicherheit, das Monitoring und Updates getreffen.[63]

Die Hauptvorteile von open source Datenbanken waren bisher die günstigen TCO (Total Cost of Ownership) im Vergleich zu kommerziellen Datenbanksystemen. Viele Drittanbieter sind inzwischen damit beschäftigt open source Datenbanksysteme zu zertifizieren, hier sei nur SAP genannt.

Mit der steigender Komplexität und in Einsatzgebieten die eine sehr hohe Ausfallsicherheit bieten müssen, ist es jedoch nötig bei open source Systemen wie MySQL spezialisertes Personal verfügbar zu halten. An dieser Stelle werden die kommerzielen Angebote, mit ihren Management Tools und Support Verträgen, schnell günstiger als open source Varianten.[64]

Im Bereich des Cloud Computing ist MySQL bereits mit den nötigen Funktionalitäten ausgestattet, so gibt es eine MySQL Cluster Version, die laut Sun im Rechnerverbund eine 99,999% Verfügbarkeit bietet.

Sun unterstützt sein Cloud Computing Portfolio durch MySQL Enterprise for Amazon EC2. Bei Amazon EC2 handelt es sich um einen Web Service, der es anderen Organisationen erlaubt ihre vom Bedarf abhängige Rechenkapazität mit Amazons Rechnerumgebung abzudecken. Für die MySQL Enterprise Version wurde hier ein AMI (Amazon Machine Image) erstellt, das für diese Umgebung optimiert wurde.[65]

4.6 Developement

4.6.1 NetBeans

NetBeans ist eine IDE (Integrated Development Environment) mit Unterstützung für eine Vielzahl an Programmier- und Skriptsprachen (C/C++, Java, PHP, Python, Ruby, usw.), sowie Supportanwendung für aktuell relevante Technologien (SOA, Ajax, UML, WSDL, XML, usw.).

Es stehen dabei Versionen für die gängigen Betriebssysteme (Windows, Linux, Mac OS X und Solaris) zur Auswahl. Neben den üblichen Editierfunktionen bietet NetBeans auch Support bei der Versionskontrolle und den Zugriff auf Datenbanken an.

Auf Basis einer Vielzahl von Plugins ist die Umgebung jederzeit anpass- und erweiterbar. Neuen Anwendern wird hierbei der Einstieg durch eine Vielzahl an Tutorials erleichtert oder es steht auch der Weg über professionelle Schulungen und Support, z.B. durch Partner, zur Verfügung.

Die Anwendung steht als Open Source zur Verfügung und ist ein umfassender Werkzeugkasten zur Unterstützung der Entwickler. Die NetBeansIDE entstand ursprünglich als ein Nebenprodukt von der Programmierung eines Frameworks für Applikatiosentwicklung. Durch Netbeans IDE 5.0 wurde dieser bis dahin recht umbekannte Teil des Projekts zugänglicher gemacht indem die Netbeans IDE zur SDK (Software Developement Kit) der Netbeans Plattform wurde. Alle Module die für die Netbeans IDE genutzt wurden sind gleichzeitig auch über die Netbeans Plattform für die Entwicklung eigener Applikationen nutzbar.[66]

Cloud Computing wird durch Netbeans nur indirekt unterstützt, indem Sun für seine Cloud Computing Projekte Netbeans-Module zur Verfügung stellt, bekommt die IDE für Cloud Computing Interessierte einen hohen Nutzwert.

4.6.1.1 Projekt Kenai

Projekt Kenai hat sich zur Aufgabe gemacht eine Community für Entwickler zu schaffen, in der diese zusammen an Projekten und Code arbeiten können. NetBeans IDE unterstützt seit Version 6.7 das direkte Arbeiten in Projekt Kenai, das in der Sun Cloud gehosted wird. In der Kombination NetBeans/Projekt Kenai stehen eine Quellen Repository mit Versionskontrolle, sowie eine Kommunikationsplatform für ein komplettes Entwicklerteam zur Verfügung.

Ein Projekt in Kenai ist zum Beispiel damit beschäftigt für Amazons EC2 ein Netbeans Plugin zu erschaffen. Diesem Projekt werden von Projekt Kenai ein Wiki, ein Message Forum, die Source Code Repository mit Versionskontrolle und eine Möglichkeit zur Fehlermeldung und Fehlerverfolgung geboten.[67]

4.6.1.2 Projekt Caroline

Projekt Caroline nutzt ebenfalls Netbeans um über ein Plugin Grid Resourcen zu verwalten und debuggen. Caroline ist ein PaaS »Platform as a Service« Ansatz von Sun, mit der Möglichkeit einer horizontal skalierbaren Plattform für die Entwicklung und den Einsatz von Internet Services. Es wird eine Plattform zur Verfügung gestellt, unter der sich viele Kunden eine Pool virtualisierter Resourcen, dem Grid, teilen.

Die Resourcen von Projekt Caroline können über eine API angefordert, konfiguriert und wieder freigegenben werden. Zusätzlich zur reinen Bereitstellung einer Cloud bietet Projekt Caroline eine interaktive Shell, eine von Ruby abgeleitete interaktive Shell, ein GUI und die oben genannten Netbeans Plugins sowie einen auf GlassFish basierenden WebServer.[68]

4.6.1.3 Projekt Speedway

Projekt Speedway gibt Entwicklern die Möglichkeit eine Vollinstallation von OpenSolaris auf SPARC Servern zu testen. Der Entwickler hat Zugriff auf einen GNOME Desktop. Bei GNOME handelt es sich um eine grafische Benutzeroberfläche, die unter der GPL angeboten wird, und die Standard - Oberfläche von Solaris und openSolaris darstellt.

In der voll konfigurierten Betriebssystemumgebung, mit optimierten Compilern und allen verfügbaren Entwicklungstools, kann man von dort aus z.B. auf Projekte von Kenai.com zugreifen. Es kann ein Build stattfinden. Man kann den Code testen und debuggen.

Alternativ steht ein CLI (Command Line Interface) zur Verfügung. Die komplette Entwicklung kann auch per Netbeans auf dem lokalen Client System stattfinden.[69]

4.6.2 zembly

Abb 5: Sun's Cloud Management bei unterschiedlichen Plattformen
Abb 5: Sun's Cloud Management bei unterschiedlichen Plattformen

Bei zembly handelt es sich um eine browserbasierte von der Firma Sun ins Leben gerufene Plattform zur Entwicklung von Anwendungen für soziale Netzwerke. Dabei werden bekannte Funktionalitäten wie z.B. Editoren mit Komponenten der sozialen Netzwerke verknüpft.[70]

Zembly und jede mit dieser Plattform entwickelte Anwendung basieren automatisch auf der darunterliegenden Cloud Computing Plattform. Das Ergebnis durchläuft automatisch und transaperent den Deployment Prozess und wird auf der Cloud Struktur, die auf Solaris, Java, Glassfish und MySQL basiert, gehostet.[71]

2008 gestartet ist die Umgebung noch als im Beta Stadium gekennzeichnet. Damit ist das von Sun avisierte Ziel einen Mehrwert für Online Communitys, die Werbung und eCommerce zu generieren noch Zukunftsmusik und aktuell mehr als »Social experimentation« im Allgemeinen anzusehen.[72]

Dennoch verdeutlicht das Engagement bereits deutlich welchen Weg und welche Anwendungsgebiete sich das Unternehmen für den Bereich Cloud Computing in Zukunft vorstellt. Neben der Möglichkeit mit zembly Anwendungen für die Cloud zu entwickeln stellt es zugleich eine Anwendungsfall dar.

4.7 Applications

4.7.1 Java

Für Sun ist Java seit jeher ein Eckpfeiler der Strategie, welcher durch die Bedeutung von Netzwerken und insbesondere dem Internet stetig zugenommen hat. Zur Anwendung kommt Java dabei in verschiedenen Desktops, Handhelds, Smart-Cards, Navigationssystemen, Settop-Boxen und auf Blu-ray Discs.[73]

Sun brachte im Jahr 1996 Java auf dem Markt, dies führte Anfangs zu einer, bis zu dem Zeitpunkt, für eine Computersprache nicht bekannten Medienabdeckung. Java bietet Entwicklern mit seinen vielen Nebenprojekten eine umfangreiche Programmierplattform mit einer großen Bibliothek von wiederverwendbarem Code. Eines der Hauptmerkmale von Java ist seine Portabilität. Der Code von Java wird in einer VM (virtuellen Maschine) ausgeführt, damit ist der Code selbst effektiv plattformunabhängig.[74]

Neben der Flexibilität steht mittlerweile auch mehr und mehr die weite Verbreitung der Sprache, aber auch die Verfügbarkeit der Entwickler im Mittelpunkt. Die Stärken im Bereich der Web- und Netzwerkprogrammierung sind hierbei ideale Voraussetzungen für den Einsatz im Cloud-Computing.

Spezielle Bedeutung kommt in Java einzelnen Versionen zu, die je nach Einsatzgebiet unterschiedlich umfangreiche Implementierung enthalten. Neben Java ME (Mobile Edition) für den mobilen Einsatz, existieren Java SE (Standard Edition) für übliche Benutzeranwendungen und die Java EE (Enterprise Edition) für den professionellen Anspruch. Die Versionen unterscheiden sich durch den Umfang der mitgelieferten Frameworks.

Eine Sonderrolle kommt Java FX zu, das speziellen Erfordernissen der aktuellen Web-Trends (Web 2.0, Rich media, Drag & Drop) entgegenkommen soll. Auf diesem Weg bietet Sun eine Möglichkeit Animationen, Audio und Video-Daten mit interaktiven Optionen im Web zu integrieren.

Für den Cloud Computing Bereich wurden API's (Application Programming Interface) erstellt. Bei diesen ging Sun für seine eigenen Clouds keinen neuen Weg, sonder passte seine Technologie an bereits vorhandere Systeme an. Zum Beispiel wird der Objekt basierte Zugriff auf den Sun Cloud Storage Service wie bei Amazon S3 erfolgen. Für diesen Zugriff wird es eine Java API geben. Letztendlich kann durch die Kombination Java und API ein Programm, das Objekte von Amazon S3 abhohlt, durch ändern der Host-Adresse dasselbe auch auf die Sun Cloud anwenden.[75]

4.7.2 GlassFish

Suns Glass Fish ist eine Lösung die vom Start weg Java EE Container erlaubt und somit anders als andere Lösungsansätze, die ihren Fokus im Wesentlichen auf die Web-Container, also Anwendung in der Web-Schicht legen, bereits mit allen notwendigen Funktionalitäten ausgerüstet ist um Cloud Computing auch auf Applikationsebene möglich zu machen. Wichtige Bestandteile des Projektes sind hierbei insbesondere Datenpersistenz, die gemeinsame Datenverarbeitung in Form von Clustering, Ausfallsicherheit und gegenseitige Übernahme der Datenflusskontrolle, sowie Nachrichtenübermittlung, da alle diese Features bereits Bestandteile der zugrundeliegenden Java EE Technologie sind.

Der verfolgte Ansatz unterscheidet sich hierbei grundsätzlich, da neben der Plattform Virtualisierung von Sun auch die Virtualisierung der Anwendung selbst aufgegriffen wird. Durch diese Veränderung wird auch eine andere Abstraktion der Entwicklung im Bereich des Cloud Computings ermöglicht.

4.7.3 Q-Layer

Q-Layer stellt eine der jüngsten Firmen - Zukäufe von Sun dar. Q-layer wurde Anfang 2009 gekauft und in Sun's Cloud Computing Abteilung eingegliedert.

Die Technologie von Q-Layer erlaubt eine Vereinfachung des Cloud Managements und eine schnelle Installation und Einrichtung von Applikationen in einer Cloud Umgebung.

Die Q-Layer Software erlaubt die schnelle Verfügbarmachung von Services wie Server, Speicher, Bandbreite und Applikationen. Hiermit wird die Agilität, die ein wichtiger Punkt im Cloud Computing ist, verbessert und vereinfacht.

Es ist anzunehmen, das Q-Layer in OpenSolaris integriert wird. [76]

4.8 Dienstleistung / Consulting

Ein Großteil der Software Produkte von Sun sind openSource und zur freien Nutzung freigegeben. Neben einigen Tools, welche die Arbeit mit den entsprechenden Software Produkten vereinfachen, beschleunigen und sicherer machen, unterscheiden sich die Enterprise-Versionen der Produkte durch die Möglichkeit des Supports.

Schon seit Jahren berät Sun seine Kunden, wenn es um die Konsolodierung von unterschiedlichen Systemen, Rechnenzentrum Effektivität und Virtualisierungs Strategien geht.

Die Beratung für den Bereich Cloud Computing ist relativ neu. Bei der Einführung von Cloud Computing oder zur Unterstützung bei der Strategiewahl bietet Sun selbst Unterstützung durch den Bereich »Sun Cloud Consulting« an. Die Beratung geht von der Analyse der unterschiedlichen Cloud Strategien im Rahmen der Anforderungen des Unternehmens, über die effektivsten Testmethoden für eine Prototyp Cloud bis zur Risikoabschätzung für das Auslagern von Daten in externe Rechenzentren.
Basierend auf den Anforderungen eines Unternehmens, wird der Bedarf ermittelt und eine kosteneffiziente Cloud Strategie gefunden, die auf Basis betriebswirtschaftlicher Analysen zu einer 24 Monats Roadmap führt. Auf Basis der Erfahrung mit Werkzeugen und Methoden unterstützt Sun dabei sowohl Strategieplanung, Architekturdesign und Dimensionierung der Ressourcen (z.B. Rechenzentrumskapaziäten). Auch im Betrieb kann Sun den Kunden unterstützen.[77]

5 Analyse und Bewertung

5.1 Analyse

5.1.1 Die Konkurrenten

Die umfassende strategische Ausrichtung der Firma Sun sucht unter den Konkurrenten ihres Gleichen. Es gibt aktuell kein anderes Unternehmen, das in dieser Vielfalt und so umfassend vom Markt des Cloud Computings profitieren will. Trotz der klangvollen Namen wie Amazon, Microsoft, Google, Adobe, Citrix oder SAP ist keines so breit aufgestellt. Einzig IBM hat zumindest die Möglichkeiten im Produktportfolio, um dem etwas entgegen zu setzen.

Allerdings muss Sun bereits wieder anerkennen, daß das Unternehmen nicht Pionier im Markt des Cloud Computings ist, sondern lediglich auf den Trend reagieren kann. Mindestens Amazon bietet schon Produkte an, die dem Beta-Stadium entwachsen sind. Für viele der Mitbewerber gilt ebenfalls noch das Beta-Stadium für einige, wenn nicht alle Produkte. Alleinstellungsmerkmale kann heute trotzdem keines der Unternehmen mehr für sich in Anspruch nehmen.

Wie so oft stellt Microsoft einen der ernstzunehmenden Konkurrenten dar, da das Unternehmen aus Redmond zumindest im Softwarebereich eine ähnlich gute Abdeckung der Anforderungen erreicht, wie Sun. Auch bieten sie mit ähnlichen Strukturen Vorraussetzungen, die denen von Sun ähneln. Auch schon traditionell verfolgt Microsoft eine andere Strategie als Sun und hält seine Entwicklung weitestgehend unter Verschluss. Lediglich mit seinen Testreleases ist das Unternehmen in den letzten jahren zusehends Grosszügiger geworden. In den Hardwaresektor hat sich Microsoft aber bislang nie selbst, von Ausnahmen im Bereich der Spielekonsolen einmal abgesehen, vorgewagt. Hier setzt man weiterhin auf die Zusammenarbeit mit Intel im Prozessorbereich.

Die Firma Adobe Systems hat im Wesentlichen das eigene Softwareportfolio cloudfähig gemacht. Man setzt im Hause anscheinend weniger auf zugrundeliegende Mechanismen, sondern versucht im Kern seine eigenen Produkte auf einem zukunftsträchtigen Marktsegment richtig zu positionieren.

Mit der Familie der XEN-Produkte und Werkzeugen im Umfeld (z.B. Net Scaler) bietet Citrix ein breites Spektrum an Lösungen für die Cloud Infrastruktur an. Im Bereich der Storage und eigentlichen Computing-Lösung für Anwendungen werden allerdings keine Lösungen angeboten. So bleibt das Unternehmen bei seinen Ursprüngen im IT-Sektor.

IBM bietet wie zu erwarten ein breites Spektrum an Lösungen an. Neben der Tatsache das unternehmenseigene Software, allen voran Produkte der Lotus Suite (LotusLive Engage, LotusLive Connections, LotusLive Meetings, LotusLive Events, LotusLive Notes), für die Cloud angepasst wurden, hat die Firma einen Schwerpunkt auf den IaaS Sektor gelegt. Mittlerweile stellt IBM durch den Betrieb mehrerer Rechenzentren selbst Ressourcen zur Verfügung und bietet Interessierten, mit dem Fokus auf Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen, Zugriff auf diese. Zu deren Verwaltung bieten sich hauseigene Produkte an, die für eigene Cloud-Strukturen(auch IBM unterscheidet zwischen Private, Public und Hybrid-Cloud) oder öffentliche Ressourcen genutzt werden können. Für den Bereich der Entwicklung von Anwendungen speziell für Cloud Computing Umgebung bietet IBM bislang keine Produkte an.

Amazon bietet eine breite Palette an Diensten rund um das Thema Cloud Computing an. Als Äquivalent zum OpenStorage und zur OpenDatabase bietet Amazon mit EC2 und S3 durchaus leistungsfähige Konkurrenten an. Die Bereiche die nicht selbst bedient werden können (z.B. Virtualisierung und die Betriebssystemebene) sind durch hochwertige openSource Techniken besetzt worden. Damit ähneln sich die Ansichten durchaus. Amazon kann heute bereits auf fast drei jahre Erfahrung setzen, berücksichtigt man die Testphase. Dieses Know-How und überhaupt einen Computing und Storage Dienst in der Cloud produktiv zu nutzen hat Sun dazu motiviert in seinem Portfolio bereits die notwendigen Schnittstellen zur Interoperabilität zu integrieren.

Auch SAP bietet Dienste für das Cloud Computing an, beschränkt sich hierbei aber ziemlich deutlich auf die eigenen Stärken, also den Bereich ERP-Systeme. So wurden einige der SAP Ausprägungen fit gemacht und in Zusammenarbeit mit IBM als Dienstleistungspakete für den Kunden angeboten. Im Vordergrund steht für das Unternehmen dabei der Gedanke Software OnDemand anzubieten, also eine reine SaaS Lösung. Vervollständigt wird das Angebot lediglich durch die Partnerleistung von IBM, die ihre IaaS Dienstleistung mit einbringen.

Das Unternehmen von Larry Ellison (Oracle) bietet selbst mit seiner Produktpalette (Oracle Datenbank, Oracle Fusion Middleware, Oracle Enterprise Manager, Oracle VM) ein Grundgerüst um softwareseitige Anforderungen komplett abzudecken. Die darunterliegende Infrastruktur bietet es allerdings nicht an. Um diesem Problem zu begegnen hat Oracle bereits Schnittstellen zu den Amazon Webservices integriert und den Nutzern somit den Zugriff auf deren IaaS Plattform ermöglicht.

Auch Suchmaschinenmarktführer Google bietet Lösungen an, zum Einen über den SaaS Ansatz, indem Software im Netz (z.B. Google Docs) zur Verfügung bereitgestellt wird, ebenso wie Speicherressourcen. Auch besteht die Möglichkeit über die Google App Engine selbst Software mittels des zugehörigen SDK für die Cloud Umgebung zu entwickeln. Infrastruktur selbst bietet Google hingegen nicht an, stellt aber immer wieder Lösungen die auf diesen Aufbauen, wie z.B. Netzspeicher zur Verfügung.

5.1.2 Suns Strategie

Zusammenfassend läßt sich über die Strategie der Firma Sun sagen, dass das Unternehmen sich breit im Markt positioniert hat. Es versucht damit sich in allen Belangen als kompetenter Partner für Nutzer, insbesondere Unternehmen, darzustellen.
Mit seiner starken Ausrichtung auf OpenSource Anwendungen und Komponenten wurde ein Weg gewählt, der in den letzten Jahren auch bei anderen Unternehmen mehr und mehr in Mode gekommen ist, bei Sun aber lediglich der Unternehmensphilosophie und über lange Jahre praktizierten Strategien entspricht. Das das Unternehmen dabei mitunter den Forderungen der OpenSource Community nicht vollständig entgegen kommt und viele Anwendungen unter einer eigenen, wenn auch sehr freigiebigen Lizenz zur Verfügung stellt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Mit vielen seiner Produkte ist das Unternehmen seit Jahren etabliert und hat nun seine Strategie darauf ausgerichtet. Dazu wurden Anwendungen weiter auf die Bedürfnisse des Cloud Computing getrimmt, z.B. OpenSolaris durch die Neuimplementierung der Netzwerkimplementierung durch das Projekt Crossbow oder das Dateisystem ZFS. Das einige dieser Änderungen auch Aufmerksamkeit außerhalb der Cloud-Gemeinde finden ist dabei sicher Absicht und gleichzeitig ein Beweis für die gute Arbeit.

Viele der von Sun für die Strategie ausgelobten Technologien wie Java, NetBeans, MySQL oder Glassfish sind bereits weltweit im Einsatz und haben eine große Gemeinde, die Wissen über die Technologien besitzt und an der Weiterentwicklung oder weiteren Verbreitung aktiv beteiligt ist. Auch genießt das Hardware Produktportfolio des Unternehmens einen sehr guten Ruf im Enterprise Sektor und gibt seit einiger Zeit im Bereich der Servergröße die für Webserver genutzt wird die Geschwindigkeitsansprüche für einzelne CPU's vor.

Grundsätzlich ist die Strategie sämtliche notwendigen Anwendungen und Infrastrukturen aus einer Hand zu liefern ein guter Weg um gerade im Bereich der Unternehmen zu punkten, aber für Private Anwender oder junge Unternehmen kommen diese Optionen wohl weniger in Frage. Glücklicherweise hat sich Sun hier der Integration weiterer Anwendungen nicht verschlossen, sondern durch die Offenlegung vieler Schnittstellen vielmehr den Ansporn geschaffen diese Integration vorzunehmen. Es bleibt also den einzelnen Marktteilnehmern im Zweifel selbst überlassen das Paket von Sun zu erweitern.

5.2 Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung muss sowohl aus Sicht des Benutzers als auch aus Sicht des Anbieters betrachtet werden. Benutzer haben ein wesentliches Interesse an der Zuverlässigkeit und Flexibilität eines Systems. Durch die vieldiskutierten Ansätze und die allgemeine wirtschaftliche Lage rücken aber auch die Kosteneinsparungen immer mehr in den Vordergrund. Dazu gezielt im Bedarfsfall mehr Leistung abrufen zu können und schon sind aus Benutzersicht alle Bedürfnisse an das Cloud Computing gefordert.
Diese sind allerdings weniger spezifisch durch einzelne Anforderungen zu erfüllen, sondern eben Anforderungen des Cloud Computings. Nahezu jedes Unternehmen, das in diesem Marktsegment tätig sein will bietet entsprechende Lösungen für Teilbereiche dieser Anforderungen an. Inwiefern diese Benutzersicht sich tatsächlich erfüllen lässt ist noch fraglich, da kaum einer der Anbieter bereits stabile Dienste zur Verfügung stellen kann.

Aus Sicht der Anbieter ist genau das ein wesentliches Problem. Zwar sind die Wünsche der Benutzer und die daraus resultierenden Anforderungen längst bekannt, aber aufgrund ihrer Komplexität entweder noch nicht final, oder eben nur in Teilbereichen erfüllt. Auch führt dies zu entsprechend hohen Entwicklungskosten die sich im Laufe der Zeit erst amortisieren müssen. Da viele der Cloud nutzenden Unternehmen nicht zwangsläufig auf Cloud Computing Techniken angewiesen sind, sondern diese nur einen Trade-Off darstellen für bereites im Einsatz befindliche Lösungen muss diese Überzeugungsarbeit erst noch geleistet werden. Zwar stehen dem Konzept gute Argumente zur Verfügung, aber die wirtschaftliche Betrachtung auch bereits in der Vergangenheit getätigter Investitionen einzelner Unternehmen dürfte hierbei eine nicht unerheblcihe Rolle spielen. Insbesondere werden diese das Zeitfenster der Durchsetzung beeinflussen.

Da Sun einen großen Teil seiner Cloud Computing Strategie auf OpenSource Basis anbietet ist zumindest der Bereich der Software keine Einnahmequelle für das Unternehmen. Im Gegenzug profitiert das Unternehmen durch die Arbeit der Community bei der Entwicklung und kann sich somit auf Steuerung und das Entwicklung von Kernkomponenten fokusieren.
Die eigentlichen Umsatzbringer dieses Segmentes stellen die Hardware und die Dienstleistungen im Umfeld des Cloud Computings dar. Hier steht Sun mit seiner jahrelangen Erfahrung und dem »Alles-aus-einer-Hand«-Prinzip auf der richtigen Seite. Wer sonst kennt die Produkte von Sun besser als Sun?

5.3 Bewertung

5.3.1 Bewertungskriterien

Zur Bewertung der Cloud Computing Strategie von Sun werden Kriterien herangezogen, die nicht Cloud Computing selbst bewerten, sondern die Art wie Cloud Computing implementiert wurde. Ein Großteil der Kriterien entsprangen dem OpenCloudManifesto[78].

Kriterium Bedeutung
Scalability on Demand Gibt es die Möglichkeit die Resourcen den Anforderungen anzupassen?
Streamlining the Data Center Ist es möglich am Rechenzentrum Einsparungen vorzunehmen?
Improving Business Processes Sind in der Lösung Wege zur Verbesserung von Geschäftsprozessen vorgesehen?
Minimizing Startup Costs Verhalten der Kosten von Unternehmensgründung bis zum Großunternehmen
Security Sicherheit der einzelnen Userdaten auf dem Server
Data and Application Interoperability Werden Daten und Anwendungen durch Interfaces zur Nutzung von Außerhalb unterstützt?
Data and Application Portability Können Daten und Anwendung auch auf anderen Systemen laufen?

Tab 2: Kriterien zur Bewertung

Als Noten für die Bewertung wird das Schulnotensystem genutzt (1 = sehr gut, 2 = gut, 3 = befriedigend, 4 = ausreichend, 5 = mangelhaft). Es wird die gesamte Stragegie von Sun bewertet, da die meisten Produkte noch in der Entwicklung sind, kann man die dahinterliegenden Konzepte prüfen und kann davon ausgehen, das gut funktionierende Lösungen in andere Produkte übernommen werden.

5.3.2 Bewertung anhand der Bewertungskriterien

Scalability on Demand (Note 1)
OpenSolaris mit vorinstallierter und konfigurierter Software lässt das schnelle Aufsetzen von neuen virtuellen Servern schnell zu. Nach Installation eines Serverimages liegt sofort ein funktionierendes System vor. Diese Art der Nutzung ist gut im Projekt Speedway zu beobachten, wo einem User nach dem Login sofort ein virtueller OpenSolaris Rechner zur Verfügung steht. MySQL und Java, mit den dazugehörigen API, ermöglichen es dem Entwickler, seine Applikation schnell auf benötigten Ressourcen reagieren zu lassen. Es ist möglich über die unterschiedlichen API's programmgesteuert mehr Leistung zu erhalten oder diese auch wieder freizugeben. Scalability on Demand ist auch in den einzelnen Projekten umgesetzt.
Streamlining der Data Center (Note 1)
Sun kommt es darauf an, dass über Cloud Lösungen nicht nur Geld, sondern auch Platz und Energie gespart wird. Hat ein Unternehmen ein grosses Rechenzentrum, so hat es die Möglichkeit mit den Lösungen von Sun dort eine Cloud aufzubauen oder die Resourcen zum Teil einer bestehenden Cloud zu machen.Durch die dezentrale Struktur einer Cloud können Rechenzentren weit weg von der Stelle liegen, wo die Leistung benötigt wird. Die modernen Speicher, Server und Netzwerktechnologien erlauben es, Rechenzentren kleiner, leistungsstärker und umweltfreundlicher zu gestalten. Sun unterstüzt diesen Punkt sowohl auf Hardware- als auch auf Softwareebene.
Improving Business Processes (Note 3)
Sun hat keine eindeutige Lösung für den Aufbau und die Arbeit mit einer Cloud. Anwender können selbst entscheiden, wie sie mit den angebotenen Systemen umgehen. Sicherlich wird im Bereich der Beratung der Anwender unterstützt seine Prozesse korrekt und effizient abzubilden, doch gibt es hier keine Standardlösung. Die von Sun angebotenen Cloud Plattformen sind aktuell kostenfrei, daher lässt sich nicht erkennen, wie Sun plant Geschäftsprozesse für den Betrieb der Cloud abzubilden.
Minimizing Startup Costs (Note 2)
Der openSource Ansatz ermöglicht es theoretisch einem Anwender das gesamte von Sun zur Verfügung gestellte Produktportfolio zu nutzen. Theoretisch soll hier heissen, wenn er genug Zeit und Erfahrung hat um dies alles umzusetzen. Hat ein Unternehmen nicht eine hervorragende IT-Abteilung, wird es sich schnell an den Grenzen des Machbaren wiederfinden. An diesen Stellen ist es dann möglich mit den Produkten weiter zu arbeiten, die kostenpflichtig sind und vom Support unterstützt werden. Wenn es also darum geht ein Unternehmen zu starten und zu testen, ob das, was geplant ist auch klappt, so gibt es viele Möglichkeiten dies auszuprobieren. Sobald die Cloud für das Unternehmen essentiel wichtige Daten verarbeitet, empfiehlt Sun seine kostenpflichtigen Lösungen. Hier kommt es eindeutig auf den Anwender an. Kein anderes Unternehmen bietet so viele kostenfreie Möglichkeiten, allerdings ist der Standardanwender durch die Komplexität der Lösung ist jedoch schnell gezwungen auf die Hilfe von Sun zuzugreifen.
Security (Note 1)
Cloud Computing ist ein Schreckgespenst für viele IT-Berater. Sun bietet momentan als einziger Anbieter eine »hardend« Version für sein Betriebssystem an. Zusammen mit dem Center für Internet Security wurden OpenSolaris Images für Amazon EC2 entwickelt, die laut Sun allen Standards entspricht. Durch die virtualisierte Lösung von Sun sind die Daten von unterschiedlichen Usern streng voneinandern getrennt. Momentan ist noch nicht genau abzuschätzen, wie es mit der Datensicherheit in Clouds weiter geht, doch hat Sun diese Problem erkannt und arbeitet aktiv daran.
Data and Application Interoperability (Note 2)
MySQL, Java und openSolaris, die drei Teile der Cloud Computing Strategie, die hauptsächlich für Daten und Programme zuständig sind, können durch ihre lange openSource Vergangenheit auf einen enormen Schnittstellenumfang zurückgreifen. Bei vielen Gelegenheiten wird es dem Nutzer möglich sein auf bereits zur Verfügung stehende Schnittstellen zuzugreifen. Ansonsten besteht immer die Möglichkeit in Eigenregie für diese zu sorgen. Zwar stellt dies einen relativ hohen Aufwand dar, aber man hat danach eine Lösung, wohingegen man bei anderen Systemen oft keine Lösung findet.
Data and Application Portability (Note 1)
Als Sun vor der Entscheidung stand, wie die Daten und Programme aufgebaut werden, haben sie sich entschieden, wie bereits häufiger in der Firmengeschichte, vorliegende, erfolgreiche Lösungen zu unterstützen. In der Datenhaltung wurden neben Filesystem basierten Lösungen auch eine Bucket-Lösung wie von Amazon S3 genutzt. Im Bereich der Programme hat Sun der enormen Vorteil, das Java Programme bereits sehr portabel sind. Eine andere Möglichkeit der Portabilität bietet openSolaris. Das Betriebssystem läuft auf vielen unterschiedlichen Plattformen. Hierdurch ist es möglich auch andere Programme relativ einfach zwischen unterschiedlichen Server zu portieren. Sun hat das Open Cloud Manifesto unterschrieben. Es ist davon auszugehen, daß sich Sun an zukünftige Standards halten bzw anpassen wird.

5.4 Die Zukunft - Sun und Oracle

Die Übernahme von Sun durch Oracle ist letztlich nur die Fortführung einer mehr als 25 Jahre andauernden Partnerschaft[79] im Enterprise Segment. Beide Unternehmen haben immer wieder in Projekten gemeinsam Lösungen für den Markt erstellt und in vielen Bereichen auch die gleichen Kunden bedient, wenn auch jeweils mit anderen Komponenten. So bietet Oracle allein keine Lösungen im Hardwarebereich und Plattform-Management, bietet dafür aber vermehrt im Bereich der Datenbanken und Middleware Produkte an.[80]

Erklärtes Ziel ist es die Produktpaletten beider Unternehmen sinnvoll zu kombinieren und so eine noch bessere Lösungen aus einem Guss zu liefern, als es bislang der Fall war. In diesem Zuge sollen vorläufig sowohl Sun als auch Oracle parallel entwickelt werden und es somit keine Beeinträchtigungen der Sun Strategie geben. Insbesondere Java und die Cloud Computing Stratege soll weiter gestärkt werden. Die Frage, ob MySQL weiter bestehen bleiben wird und in gewohnter Weise fortgeführt wird kann aktuell nur unzureichend beantwortet werden. Bislang gibt Oracle nur Auskunft darüber, das das Produkt das Oracle Sortiment ergänzen soll, nicht in welcher Form genau.

Erst nach Ende der Übernahme soll die genaue Strategie zur Integration von Sun in Oracle festgelegt werden, daher sind diese Informationen nur als StatusQuo anzusehen und befinden sich natürlich im Fluss, wenn gleich davon auszugehen ist, dass Oracle Sun nicht leichtfertig und ohne eine Vorstellung der zukünftigen Arbeitsweise übernommen haben dürfte.[81]

6 Fazit

Sun selbst hat sich dafür entschieden mit einer umfassenden Strategie in den Markt des Cloud Computings einzusteigen. Neben den Anforderungen der Anwender an IaaS, PaaS und Saas versucht das Unternehmen insbesondere mit seinem Consulting Bereich zu punkten. So umfassend bietet aktuell keiner der Konkurrenten Dienstleistungen in diesem Sektor an.

Ganz im Gegenteil, denn hier konzentrieren sich bislang alle auf ihre typischen Unternehmenskernbereiche und haben entweder die Lösungen nur Cloud-fähig gemacht, oder aber Lösungen innerhalb ihrer Segmente ergänzt. Um ein ähnlich breites Angebot wie Sun bieten zu können haben viele Unternehmen sich entweder mit Partnern arrangiert oder aber bestehende Partnerschaften auf das neue Marktsegment ausgedehnt.
Gleiches gilt aber auch für Sun, die sich nicht allein auf ihr Produktportfolio verlassen, sondern auch durch die Offenlegung der Schnittstellen und im Falle von Amazon durch die Anbindung der EC2 und S3 Lösungen gezielt auf Zusammenarbeit setzen. Sun ist sicher bewusst, dass ein großer Teil ihres Cloud Computing Produktportfolios noch nicht die Marktreife oder -durchdringung hat, die notwendig ist um eine führende Rolle zu spielen.

Allerdings dürfte neben der Frage des aktuellen Status der Entwicklung auch die Frage nach dem Einsatz der Technologien eine entscheidende Rolle spielen. Als Trümpfe sind hier sicherlich die extrem starke Verbreitung der Programmiersprache Java zu sehen, sowie die Rolle der Community für die einzelnen Teilprojekte. Das Java, MySQL, Netbeans und Glassfish erfolgreich sind steht dabei bereits außer Frage, aber ob die eigenen eigentlichen Cloud Anwendungen, die Cloud Architektur wie Sun sie anstrebt und die zugrundeliegende Infrastruktur sich durchsetzen werden bleibt abzuwarten.

Geht es nach Richard Stallman, so handelt es sich bei Cloud Computing um keine Neuerung. Ähnliches lassen auch viele Konzepte der Mitbewerber vermuten, die im Wesentlichen ihr bestehendes Produktportfolio für die Cloud angepasst haben. Wirkliche Neuerungen sind dabei im Vergleich zu ASP Konzepten mitunter nicht entstanden. Ob dadurch mittel- oder langfristig die Kosten gesenkt werden können, dass wird sich erst noch beweisen müssen. Gleich welcher Anwender nun letztlich die Dienste nutzt, es wird sich die Frage stellen, ob hier nicht auch der Ruf eine Rolle spielen wird, welchem Anbieter das Vertrauen ausgesprochen wird. Schließlich geben Unternehmen und private Anwender bei diesem Konzept die Hohheit über ihre Daten mitunter auf.[82]
Der weitergehende Ansatz von Sun verspricht hier etwas mehr und bietet dies vor allem für Unternehmen an. Solange man seine Private Cloud nicht verlässt, ist auch die Skepsis gegenüber anderen Anbietern unbegründet. Zugleich würde man aber auch einen der größten Vorteile des Cloud-Computing, die Reaktion auf Spitzenlasten und die Flexibilität der Verteilung, wieder auf eigene Ressourcen eingrenzen.

Ganz gleich welche Rolle Sun in Zukunft einnehmen wird, es liegt die Befürchtung nahe, dass durch Cloud Computing ein Falschenhals der aktuell die IT umklammert, nämlicher der limitierter Rechenkapazitäten, langfristig nur gegen einen anderen eingetauscht wird, der dann z.B. beschränkte Netzwerkressourcen betreffen könnte.[83]
Vielleicht setzt die Mischung aus privaten und öffentlichen Ressourcen in hybriden Clouds dabei genau an der richtigen Stelle an und verschafft Anbietern, die komplexe Lösungen abbilden können, auf lange Sicht die notwendigen Vorteile.

Sun hat sich auf die Anfordernisse des Cloud Computing gut vorbereitet und stellt mit seiner Erfahrung und den erarbeiteten Konzepten einen ernstzunehmenden Anbieter in diesem Marktsegment dar. Trotz der Probleme in den letzten Jahren war der Ansatz eine umfassende strategische Ausrichtung zu wählen, auch aufgrund der fast Alleinstellung im Markt, für ein Unternehmen wie Sun der richtige Schritt. Das nun mit Oracle auch der finanzielle Spielraum und ein starker Partner zur Seite steht kann dabei allerdings keineswegs schaden.

Wie sich Sun letztendlich nach der Übernahme und der Integration in Oracle positionieren wird, und welche Rolle die Cloud-Computing Strategie dabei spielt ist zwar skizziert, aber noch lange nicht final. Es bleibt abzuwarten welchen Platz an sich hier in den nächsten Monaten und Jahren erarbeiten kann.

Wenn die Gründerväter Sun's das Unternehmen nur als ein Mittel sahen, ihre Version von »The Network is the Computer« umzusetzen, sind sie Ihrem Ziel jedenfalls ein gewaltiges Stück näher gekommen.

7 Fußnoten

  1.  »Gartner defines cloud computing as a style of computing where massively scalable IT-related capabilities are provided “as a service” using Internet technologies to multiple external customers.«
  2. Vgl. Appistry(2009)
  3. Vgl. SunNIST(2009)
  4. Vgl. NIST(2009)
  5. Vgl. International Directory of Company Histories, Vol. 30. St. James Press, 2000
  6. Vgl. OracleSun(2009)
  7.  »Since 1982, Sun has maintained that the network is the computer. Sun's Vision is to see everyone and everything participating on the network. Sun's mission is to create technologies and fuel communities that enable sharing and participation. Sun's cause is to eliminate the digital divide. Eliminating the digital divide allows everyone to take part in opportunities and contribute to solutions regardless of their geographic location or economic situation.«
  8. Vgl. SunCompany(2009)
  9. Vgl. Allgoewer(2008)
  10. Vgl. Baran(2008)
  11. Vgl. SpragueMinahan(2007)
  12. Vgl. CreativeCommons(2009)
  13. Vgl. Kenai(2009)
  14. Unter Hosting versteht man in der IT ganz allgemein den Betrieb oder das zur Verfügung stellen von Computing Ressourcen durch einen Dienstleister oder eine Abteilung. Im Detail wird hier Unterschieden zwischen, Web- und Applikationhosting, Serverhosting und -housing oder dem Betrieb einer ganzen Infrastruktur inklusive Netzwerk, Notstromversorgung usw.
  15. Vgl. SunCloudComputing(2009), S.12
  16. Vgl. OpenSolaris(2009)
  17. Vgl. SunVirtualBox(2009)
  18. Vgl. VirtualBox(2009)
  19. Vgl. SunxVMOps(2009)
  20. Vgl. SunMySQL(2009)
  21. Vgl. MySQL(2009)
  22. Vgl. NetBeans(2009)
  23. Vgl. Java(2009)
  24. Vgl. GlassfishPortfolio(2009)
  25. Vgl. GlassfishDev(2009)
  26. Vgl. Tecchannel(2008)
  27. Vgl. SunCloudComputing(2009), S. 19ff
  28. Unter einem SLA (Service Level Agreement) versteht man die Definition von Messgrößen zur Bewertung einer zu erbringenden Dienstleistung und eine Vereinbarung über das Erbringen selbiger. Eine solche Vereinbarung ist zwischen Abteilungen innerhalb eines Unternehmens oder aber zwischen einem Dienstleister und seinem Kunden möglich.
  29. Vgl. FreeBSD(2009)
  30. Unter HPC (High Performance Computing) versteht man jenen Bereich der Informatik, in dem tatsächlich allein Geschwindigkeit zählt, die im Allgemeinen über den Zusammenschluss vieler Computer (Clustering) oder den Aufbau von Grossrechnern erreicht wird. Die Hauptanwendungsgebiete sind viellfältig und reichen von der Berechnung und Simulation komplexer biologischer, chemischer und physikalischer Modelle bis zur Wetter- und Erdbebenforschung.
  31. Als Snapshots werden unveränderliche Momentaufnahmen des Dateisystems bezeichnet, die auch über einen Systemneustart hinweg zur Verfügung stehen. So lassen sich implizit im Betrieb gesicherte Zustände sichern, aber auch explizit durch den Benutzer bestimmte Datenbestände sicherstellen.
  32. Replikation beschreibt den Vorgang zum Speichern identischer Daten an unterschiedlichen Standorten. Die Technik ist gängige Praxis im Bereich von Datenbanken und hält zunehmend Einzug in Dateisysteme.
  33. Das NFS (Network File System) war der erste Ansatz ein verteiltes Dateisystem zu implementieren. Es erlaubt den Zugriff auf Daten über das Netzwerk nahezu transparent. In Windows Systemen hat es im SMB (Server Message Block) seine Entsprechung gefunden.
  34. Bei CIFS (Common Internet File System) handelt es sich um eine Erweiterung des SMB Protokolls, das neben Dateisystemfunktionalitäten auch NT-Domain Funktionen und den Aufruf von RPC (Remote Procedure Call) integriert hat.
  35. iSCSI (internet Small Computer System Interface) erweitert Systeme um die Möglichkeit SCSI-Geräte (Bandlaufwerke, Festplatte, usw.) über das TCP Protokol anzubinden.
  36. FC (Fibre Channel) ist ein Standard bei der Anbindung von Speichernetzwerken z.B. SAN (Storage Area Network).
  37. Als Stack bezeichnet man in der Informatik die Architektur eines Protokolls.
  38. Vgl. SunCloudVideo(2009)
  39. Vgl. OpenSolarisLicence(2009)
  40. Vgl. OpenSolarisFAQ(2009) und OpenSolarisAbout(2009)
  41. Vgl. Crossbow(2009)
  42. In der Vergangeheit führten nicht ausreichend dimensionierte Adressbereiche innerhalb des Aufbaus von Dateisystemen immer wieder zu Problemen bei der Ausnutzung hardwareseitig verfügbarer Ressourcen. So sind Implementierungen wie FAT16 (File Allocation Table 16 Bit) oder FAT32 (File Allocation Table 32 Bit) beschränkt. Mit der Neuimplementierung von ZFS hat Sun versucht dieses Problem endgültig zu lösen und so behauptet Jeff Bonwick, Chefentwickler von ZFS: “Populating 128-bit file systems would exceed the quantum limits of earth-based storage. You couldn't fill a 128-bit storage pool without boiling the oceans.” („Ein 128-Bit Dateisystem zu füllen, würde die quantenmechanische Grenze irdischer Datenspeicherung übersteigen. Man könnte einen 128-Bit Speicher-Pool nicht füllen, ohne die Ozeane zu verdampfen.“)
  43. ZFS bietet z.B. eine RAID-Z genannte Funktionalität, die logisch einem RAID-5 entspricht, aber hardwareseitig einen Batteriegepufferten Speicher überflüssig macht, da zwischen Daten- und Parity-Schreiben auftreten kann.
  44. Die implementierten Kompressionsmöglichkeiten sind vollkommen transparent für auf die Daten zugreifende Anwendungen, reduzieren aber den Platzbedarf um den Faktor 2-3x und bieten zudem den Vorteil, dass sämtliche I/O Zugriffe auf die Hardware sich ebenfalls reduzieren. Vgl. ZFS(2009)
  45. Ein Snapshot und ein Clone eines Datenbestandes unterscheiden sich durch die Möglichkeit auf einem Clone Änderungen an den Daten vornehmen zu können, wohingegen ein Snapshot persistent ist.
  46. Vgl. Rieseberg(2008)
  47. Vgl. ZFSPerf(2007)
  48. Vgl. DTrace(2008)
  49. Als AMI (Amazon Machine Image) werden vorkonfigurierte Pakete mit Software bezeichnet, die einfach als Virtuelle Maschinen in einer Cloud, in diesem Fall der Amazon EC2, genutzt werden können. Zu finden sind diese z.B. vgl. AmazonDev(2009)
  50. Vgl. Amazon(2009)
  51. Eine vollständige Virtualisierung bildet für das Gastsystem die Hardwareumgebung inklusive BIOS orginalgetreu nachl, verbirgt aber die physische Hardware vor Zugriffen. Diese Implementierung wirkt sich negativ auf die Ablaufgeschwindigkeit aus, da ein häufiger Kontextswitch notwendig wird.
  52. Paravirtualisierung erlaubt der virtuellen Umgebung über eine API den direkten Zugriff auf die Hardware. Der Zugriff wird hierbei durch einen Hypervisor kontrolliert und gesteuert. Dieses Vorgehen Bedarf zumeist einer Modifikation des Kernels eines Betriebsystems und ist somit nicht überall möglich.
  53. Vgl. IBMInfo(2009)
  54. Vgl. SunCloudComputing(2009), S.15
  55. Vgl. VMWare(2009), Das Unternehmen VMWare bietet verschiedene Lösungen aus dem Bereich Virtualisierung an, von dem einfachen Player zur Nutzung vorgefertigter virtueller Umgebungen, bis hin zur Lösung für Serversysteme mit erhöhten Anforderungen an Performance und Datensicherheit durch Multiuser Betrieb.
  56. Unter dem Namen Microsoft Virtual PC bietet Microsoft seine Virtualisierungslösung mittlerweile zur freien Nutzung an.
  57. Live Migration bezeichnet die Umlagerung von einer virtuellen Maschine von einem physikalischen Host auf einen anderen, ohne die Maschine ausschalten zu müssen. Vgl. VBM(2009)
  58. Vgl. OpenVXM(2009)
  59. Von Hostsystemen spricht man dann, wenn ein System sich als Wirt, also als Basissystem für Gäste (Guests) zur Verfügung stellt. Es stellt somit Funktionalitäten zur Verfügung, die von allen Gastsystemen gemeinsam genutzt werden.
  60. Vgl. FSF(2009)
  61. OVF (Open Virtualization Format) beschreibt ein Standardformat für virtuelle Maschinen, der durch die Distributed Management Task Force auf Anregung von Dell, HP, IBM, Microsoft, VMware und Citrix in 2007 entwickelt wurde.
  62. RDP (Remote Desktop Protocol) ist ein Netzwerkprotokoll von Microsoft zur Kommunikation und Steuerung von Benutzersitzungen auf Computern im Netzwerk.
  63. Vgl. MySQL(2009)
  64. Vgl. Feinberg(2008)
  65. Vgl. MySQLEC2(2009)
  66. Vgl. Böck(2008), Seite 3f
  67. Vgl. NetBeans(o.A.)
  68. Vgl. Caroline(2008)
  69. Vgl. SunSpeedway(2009)
  70. Vgl. Krill(2008)
  71. Vgl. ZemblyWiki(2009)
  72. Vgl. ZemblyAbout(2009)
  73. Vgl. SunJavaAction(2009)
  74. Vgl. Horstmann, Cornell (2005)
  75. Vgl. SunVideoObject(2009)
  76. Vgl. SunQ-Layer(2009)
  77. Vgl. SunCloudServices(2009)
  78. Vgl. OpenCloudManifesto(2009)
  79. Vgl. Oracle(2009)
  80. Vgl. SunOracle(2009)
  81. Vgl. OracleSunFAQ(2009)
  82. Vgl. Stallmann(2009)
  83. Vgl. Rebetzky(2009)

8 Tabellenverzeichnis

Tab.-Nr.Tabelle
01Cloud Computing Definition
02Kriterien zur Bewertung

9 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr.Abbildung
1Cloud Computing im Überblick
2Der Aufbau der SunCloud
3Der Aufbau der SunCloud Service Architektur
4xVM in der Cloud
5Sun's Cloud Management bei unterschiedlichen Plattformen

10 Literatur und Quellenverzeichnis

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11 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
AjaxAsynchronous JavaScript and XML
APIApplication Programming Interface
CDDLCommon Development and Distribution License
CIFSCommon Internet File System
CLICommand Line Interface
CPUCentral Processing Unit
FCFibre Channel
GPLv2GNU Public Licence Version 2
GUIGraphical User Interface
HPCHigh Performance Computing
IaaSIntegration as a Service
IDEIntegrated Drive Electronics
IDEIntegrated Development Environment
IPSImage Packaging System
iSCSIinternet Small Computer System Interface
LVMLogical Volume Managers
MACMandatory Access Control
NFSNetwork File System
NISTNational Institute of Standards and Technology
OVFOpen Virtualization Format
PaaSPlatform as a Service
PHPPHP: Hypertext Preprocessor
RAIDRedundant Array of Independent Disks (ehemals Redundant Array of Inexpensive Disks)
RDPRemote desktop Protocol
SaaSSoftware as a Service
SATASerial Advanced Technology Attachment
SLAService Level Agreement
SOAService-Oriented Architecture, Serviceorientierte Architektur
UMLUnified Modeling Language
USBUniversal Serial Bus
WSDLWeb Service Description Language
XMLExtensible Markup Language
xVMKeine eigentliche Abkürzung, steht laut Sun für »The intersection of virtualization and management«
ZFSZettabyte File System
Persönliche Werkzeuge