Analyse von XOOPS

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Duisburg
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Content Management Systeme
Autor(en): Marc Woköck, Katharina Riechmann
Studienzeitmodell: Tagesstudium
Semesterbezeichnung:
Studiensemester: 2
Bearbeitungsstatus: begutachtet
Prüfungstermin:
Abgabetermin:

Inhaltsverzeichnis

1 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
CMS Content Management System
XOOPS eXtensible Object Oriented Portal System
PHP PHP Hypertext Preprocessor
GPL GNU General Public License
HTTP HyperText Transfer Protocol
MySQL My Structured Query Language
SQL Structured Query Language
EDV Elektronische Datenverarbeitung
CSS Cascading Style Sheet
DoS Denial of Service
KMU Kleine und mittlere Unternehmen

2 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr.Abbildung
1Logo des CMS XOOPS
2Frontend von XOOPS mit Modul News
3Backend von XOOPS
4Installation von XOOPS, Schritt 9/14
5Übersicht Modul System
6Übersicht Modul News
7Übersicht Modul Protector

3 Tabellenverzeichnis

Tabellen-Nr.Abbildung
1 Bewertungsmatrix für CMS

4 Einleitung

Diese Fallstudie ist im Rahmen des Studiums Wirtschaftsinformatik an der FOM Duisburg entstanden und befasst sich mit dem CMS (Content Management System) XOOPS. Die Motivation dieses System zu analysieren ergibt sich zum einen aus der Tatsache, dass CM Systeme im Internet immer verbreiteter sind und von vielen Portalen etc. genutzt werden, um Websites schnell und einfach zu verwalten. Zum anderen wollen wir die Tauglichkeit, Benutzerfreundlichkeit und Arbeitsweise, sowie die Architektur des Open Source Produkts XOOPS darstellen.

"XOOPS ist ein ideales CMS (Content Management System) für den Aufbau von kleineren und grösseren Communities, Firmen-, Intra- und Internet-Portale, Web-Logs und vieles mehr" [1]

Besonders dieser Satz wird in der folgenden Fallstudie eingehend untersucht werden, in dem Analyseteil wird darauf eingegangen, wer XOOPS überhaupt benutzt und wie gut es sich wirklich für diese o.g. Zwecke eignet.

5 Grundlagen

Dieser Abschnitt wird sich mit den Grundlagen für die Fallstudie befassen. Es wird sowohl geklärt, was genau ein CMS ist, was es für Aufgaben hat, wie diese Systeme entstanden sind und welche Anforderungen und Bedürfnisse der Benutzer an ein CMS hat, als auch auf die Entstehung von XOOPS eingegangen. Weiterhin gibt es einen kurzen Überblick über Anwender von XOOPS, auf denen die spätere Analyse auch mit aufbauen wird.

5.1 CMS im Allgemeinen

In der heutigen Zeit, in der das Internet sehr verbreitet ist, haben nahezu alle großen und viele kleine Firmen (insgesamt über 78% der Firmen in Deutschland [Stand 2008]) [2], sowie viele Privatleute eigene Internetseiten. Aber nur ein kleiner Teil dieses Personenkreises kennt sich mit WebDesign und -programmierung wirklich aus und kann die Inhalte dieser Seiten ansprechend gestalten und so auch aktuell halten. Dies kann vielfältige Gründe haben, zum Beispiel nicht ausreichende Kenntnisse im Programmierbereich oder aber externe Berater/ Firmen, die sich ihre Programmierleistungen teuer bezahlen lassen.

Content Management Systeme sind nun Systeme, die in den letzten Jahren immens an Bedeutung gewonnen haben. Mit ihnen ist es möglich, Internetseiten ohne Kenntnisse in jeglicher Programmiersprache online zu verwalten. Mit ihnen kann man durch eine einfache grafische Oberfläche den Inhalt und das Design pflegen. Sie bilden somit "eine Schnittstelle zwischen Anwender und Internetpräsentation" [3]

Im Zentrum der CMS steht die Trennung von den Inhalten und dem Design. So wird verhindert, dass das Design der Seiten redundant auf jeder Seite gespeichert wird. Es heißt, dass "Inhalte, Layout und technische Funktion [...] strikt voneinander getrennt sein [sollten]" [4] Das Design kann, wie bereits erwähnt mit einem CMS ausgewählt werden und ist somit meist für alle Seiten gültig. Die Inhalte können dann separat bearbeitet werden. Sie werden mit einer eigenen Web-Oberfläche, die meistens sogar einen Texteditor besitzen, einfach gepflegt und verwaltet. Die gepflegten Inhalte werden dann im Hintergrund in Datenbanken gespeichert und können so auch wieder verändert, erweitert oder gelöscht werden. Dieser Umstand kommt nicht nur bei Firmen, sondern auch besonders bei den vielfältigen Internet-Communities und sozialen Netzwerken, die in der heutigen Internetlandschaft breit gesät sind, zum Tragen. Hier werden die Designs vorgegeben und die Inhalte werden durch die Nutzer gepflegt. Dies ist auch Bestandteil eines CMS, nämlich die Rechte- und Benutzerverwaltung, durch die es möglich wird, dass man die Berechtigungen der einzelnen User einschränkt, so dass sie zum Beispiel nicht in allen Bereichen der Seite volle Schreibrechte haben.

Weiterhin gibt es aus Nutzersicht noch einige Anforderungen, die ein gutes Content Management System unbedingt erfüllen sollte. Diese beinhalten unter anderem folgende Punkte:

  • Seiten, die mit einem CMS erstellt wurden, sollten browserkompatibel sein (der Inhalt wird in allen Browsern indentisch angezeigt)
  • die Seiten sollten schnelle Ladezeiten haben
  • die Inhalte sollten über Internetsuchmaschinen gefunden werden können [5]

5.2 Was ist XOOPS?

Abb.1: Logo von XOOPS
Abb.1: Logo von XOOPS

"XOOPS steht für eXtensible Object Oriented Portal System, ist geschrieben in PHP und benutzt die Datenbank MySQL (My Structured Query Language). XOOPS wurde unter der GPL, der [GNU] General Public License, veröffentlicht." [6]

Was bedeutet dies nun? XOOPS ist also ein CMS, welches objektorientiert arbeitet (auf die Bedeutung dessen wird in der folgenden Analyse weiter eingegangen). Es arbeitet mit der Skriptsprache PHP, der "meist-genutzte[n] Skriptsprache für Webanwendungen" [7] und mit der populärsten Open-Source-Datenbanksoftware der Welt, MySQL. [8] Wie man sieht, basiert XOOPS auf Open Source Lösungen, die unter der GPL, einer Lizenz für die Lizensierung freier Software, veröffentlicht wurden und ist selbst auch frei verfügbar und vor allem erweiterbar. [9]

XOOPS kann in seiner Anwendung grob in zwei Bereiche eingeteilt werden. Zum einen gibt es die Ansicht für normale User, das sogenannte Frontend und zum anderen die Sicht für Administratoren, das sogenannte Backend, welches der Verwaltung der Inhalte und Strukturen dient.

5.2.1 Frontend
Abb.2: Frontend von XOOPS mit Modul News
Abb.2: Frontend von XOOPS mit Modul News

Um in das Frontend von XOOPS zu gelangen, muss man im Browser einfach die Hauptseite des XOOPS-Verzeichnisses aufrufen. Das Frontend ist die Ansicht, die jeder beliebige Nutzer ohne Administrationsechte hat. Nach der ersten Installation sieht das Frontend jedoch sehr leer aus. Es ist in sogenannte Blöcke unterteilt. Es gibt links ein Menü, oben eine "Banner-Leiste" und in der Mitte den Block mit dem Inhalt. Zu Beginn ist hier allerdings noch gar nichts zu sehen. Diese Blöcke und die anzuzeigenden Inhaltn können im Backend administriert werden.

5.2.2 Backend
Abb.3: Backend von XOOPS
Abb.3: Backend von XOOPS

Das Backend ist, wie bereits erwähnt, die Ansicht, um die Seiten zu bearbeiten, Inhalte zu pflegen und Einstellungen zu ändern. Um in dieses Backend zu gelangen, muss man sich zunächst als Administrator auf der Seite anmelden. Das anschließende Menü ist optisch sehr ansprechend und übersichtlich gestaltet. Man hat eine Übersicht über alle bereits installierten Module und kann einfach per Vorwärtsnavigation in die Verwaltung dieser Abspringen. Außerdem kann man "über das Menü Systemeinstellungen [...] auf die Funktionen zur Verwaltung [der] XOOPS-Seite" [10] zugreifen. Auf die hier vorhandenen Funktionen wird in der späteren Analyse noch genauer eingegangen.

5.3 Entstehung von XOOPS

Xoops hat sich aus dem zu der Zeit schon existierenden System php-nuke, einer Portal- und CMS-Software, entwickelt. [11] Aufgrund verschiedener Programmierfehler und daher rührenden Sicherheitslücken begannen mehrere Projekte sich von php-nuke abzuspalten und so entstand Anfang des Jahres 2003 auch XOOPS. Parallel dazu ist im Dezember 2002 die Support-Plattform http://www.xoops.org entstanden. Diese Plattform, welche natürlich mit XOOPS implementiert wurde, ist rasant angewachsen und hatte ca. ein Jahr nach der Gründung bereits ca. 13.500 registrierte Mitglieder. Im Jahr 2007 hatte die Zahl sich dann schon mehr als verdreifacht, es waren über 46.000 Mitglieder registriert. Viele Mitglieder dieser Community testen und entwickeln das Produkt aktiv immer weiter. Aber auch in Deutschland gibt es eine große XOOPS Gemeinde, welche unter http://www.myxoops.org zu erreichen ist. In den Foren werden Erfahrungen ausgetauscht, Tipps gegeben, bei Problemen mit der Software geholfen und die neu erscheinenden Versionen ins Deutsche übersetzt. [12]

5.4 Anwender und Anwendungsgebiete

Aufgrund der vielen verschiedenen Module die XOOPS bietet, gibt es auch viele verschiedene Anwendungsmöglichkeiten von XOOPS. Im Folgenden werden die wichtigsten Anwendungsgebiete erläutert und die entsprechenden XOOPS-Module zur Realisierung genannt.

Firmendarstellungen

Um eine Internetpräsentation eines Unternehmens aufzubauen, muss die Vielschichtigkeit des Unternehmens in Sinnbereiche abstrahiert werden. Die beiden Hauptbereiche sind dabei zum einen der Teil, in dem statische Informationen über das Unternehmen präsentiert werden, die in größeren Abständen aktualisiert werden müssen, wie z. B. Mitarbeiterzahl, Standorte oder Geschäftsführung. Dies kann über die Module "FreeContent", "TinyContent" oder "MyPage" erreicht werden.

Zum anderen muss es natürlich auch einen Teil mit aktuellen Informationen geben, der öfter aktualisiert wird, eine Art Newsbereich also. Dafür eignen sich die Module "News", "AMS" oder "WF-Sections". Mit "EventNews" kann auch ein Newslettersystem eingerichtet werden, sofern es benötigt wird.

Je nach Komplexität und Größe der Firma ist es sinnvoll, zusätzliche Bereiche, wie Produktpräsentation und Shop-Bereich einzurichten. Dafür existiert eine Integration des "wohl bekanntesten Produkts für Verkaufsoberflächen" osCommerce-Shops in die XOOPS-Umgebung mit dem Namen "xosC". [13] Außerdem sollten entsprechende Supportmöglichkeiten geboten werden, welche man mit den Modulen "CBB" und "Wordpress" in Form eines Supportforums, oder über einen Downloadbereich mit "WF-Downloads" oder "MyDownloads" geben kann.

Standardmäßig sollten auch ein gesetzlich vorgeschriebenes Impressum, welches durch das gleichnamige Modul realisiert werden kann, ein Kontaktformular, realisierbar durch "Formulaire" oder "Liaise", und eine Inhaltsübersicht mit "Sidemap" verwendet werden.

Beispiel für eine Firmenpräsentation mit XOOPS: http://www.vosky.com/cms/

Eigendarstellung

Eigendarstellungen lassen sich sehr ähnlich wie Firmendarstellungen realisieren. Man benötigt zum Module, die statische Informationen darstellen und Module, über die man sich stetig aktualisierende Informationen verwalten kann (siehe Firmendarstellung). Die Standards, Impressum, Kontaktformular und Inhaltsübersicht sollten auch übernommen werden. Je nach Zielgruppe und Thema der Eigendarstellung kann auch ein Supportforum sinnvoll sein.

Wenn z.B. ein selbstständiger Berater eine Website entwickelt, die er eventuellen Arbeitgebern zeigen möchte, reichen statische und aktuelle Informationen, sowie die bereits genannten Standards aus. Ist der Eigendarsteller z.B. Programmierer einer Software ist ein Supportforum sinnvoll, um den Anwendern dieser Software entgegen zu kommen.

Produktpräsentation

Auch die Präsentation von Produkten lässt sich durch die bei Firmen- und Eigendarstellung genannten Module realisieren. Genauso muss auch hierbei entschieden werden, welches Ziel erreicht und welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Dem entsprechend muss dann die Auswahl der Module getroffen werden.

Magazine

Auch Magazine lassen sich mit XOOPS verwalten. Diese werden von einer Arbeitsgruppe erstellt, welche Personen mit verschiedenen Funktionen vereinigt. Dazu gehören Redakteure, Bildredakteure, Webdesigner etc., die entsprechend ihrer Aufgaben entsprechende Rechte und Pflichten besitzen. Für die Anwender gibt es verschiedene Arten von Angeboten, wie Informationen, Terminen, Veranstaltungen und Supportleistungen. Dabei kann das Modul "News" für das Redaktionssystem, "Pical" für Kalender und Terminverwaltung, "MyAlbum" für eine Fotogalerie und "Weblinks" für eine Linkliste verwendet werden. Natürlich kommen auch hier wieder die bereits genannten Standards und Module zur Informationsdarstellung dazu. [14]

Beispiel für ein Magazin mit XOOPS: http://www.pcworld.dk/

Community-Portale

Communitys sind heutzutage so verbreitet, dass sie "wie Pilze aus der Erde [sprießen]" [15]. Darum gibt es auch bei XOOPS viele Module, die deren Aufbau ermöglichen. Die bereits genannten Module lassen sich genauso auch für Communitys anwenden. Zusätzlich gibt es Möglichkeiten für Umfragen (mit "XoopsPoll"), Gästebücher (mit "Casdedi") und für die eigene Seite der Gemeinschaft (mit "Userpage"). Funktionen für die Userverwaltung liefert XOOPS schon in der Basis. [16]

Beispiele für Communitys mit XOOPS: http://www.ifres.ulg.ac.be/portail/contenu/102?q=contenu/108

Verkaufsplattformen und Webkataloge

Verkaufsplattformen und Webkataloge können über "xosC" realisiert werden, eine Modulintegration des Produkts "osCommerce-Shops".

Beispiel für eine Verkaufsplattform mit XOOPS: http://www.speed-burger.com/index.php

6 Analysekriterien

Die Analyse eines CMS kann aus vielen verschiedenen Blickpunkten betrachtet werden. Da der Umfang dieser wissenschaftlichen Arbeit begrenzt ist, kann hier nur auf einige Aspekte der Analyse eingegangen werden. An dieser Stelle sollen nun die Kriterien für die nachfolgende Analyse beschrieben werden. Eine Auswertung dieser erfolgt dann später in Kapitel 8.

6.1 Installation & Anforderungen

Das erste Analysekriterium müssen natürlich die Systemvoraussetzungen des CMS sein, da diese über die Einsetzbarkeit dieses Systems auf bestimmten Servern o.ä. entscheiden. Außerdem ist es wichtig, dass sich das System problemlos aufsetzen lässt.

6.2 Anwenderfreundlichkeit

Zusätzlich zu den technischen Kriterien ist es auch sinnvoll zu prüfen, wie anwenderfreundlich XOOPS ist.

Dabei sollte folgendes ermittelt werden:

  • Welche Vorkenntnisse werden benötigt zur Verwendung von XOOPS?
  • Kann wirklich jeder XOOPS verwenden, oder benötigt man noch einen EDV (Elektronische Datenverarbeitung)-Spezialisten?
  • Wie übersichtlich bzw. durchsichtig ist XOOPS? Wie gut bzw. wie schnell kann man sich in ein bestehendes XOOPS-System einarbeiten und es erweitern?
  • Ist es möglich XOOPS wirklich an jeden Wunsch anzupassen?

6.3 Erweiterbarkeit

Hier soll untersucht werden, wie und womit das System überhaupt erweiterbar ist und wie diese Erweiterbarkeit angewendet werden kann.

6.4 Module und Funktionen

An dieser Stelle soll geprüft werden, welche Funktionen mit XOOPS realisierbar sind und welche Module dafür verwendet werden können. Aufgrund der Vielzahl von existierenden Modulen, werden in dieser Arbeit nur die wichtigsten bzw. am meisten verwendeten Module aufgeführt. Anhand der Module und der daraus resultierenden Funktionen lässt sich auch herausfinden, für welche Art von Anwender XOOPS am besten geeignet ist.

Folgende Module werden analysiert bzw. vorgestellt:

  • System
  • Private Messaging
  • User Profile
  • News
  • Protector
  • Backpack

Die Module "Protector" und "Backpack" werden im Abschnitt Kapitel 7.5 - Sicherheit vorgestellt, da "Protector" ein Schutzmodul ist und mit "Backpack" Sicherungen des Systems vorgenommen werden können.

6.5 Sicherheit

Sehr wichtig ist natürlich auch die Sicherheit des Systems. Die wichtigsten Module, Techniken und Eigenschaften, die zur Sicherheit eines XOOPS-Systems beitragen, werden hier vorgestellt. Dazu gehören u.a. die Benutzer- und Rechteverwaltung mit der Einteilung in Gruppen, die verschiedene Rechte besitzen, das Modul "Protector" und das Backup-Modul "Backpack".

6.6 Kosten

Natürlich kommt es je Anwendungsgebiet und Anwender von einem CMS auch auf die dabei entstehenden Kosten an. So kann sich eine Privatperson zum Beispiel in der Regel keinen Berater oder ein kommerzielles CMS leisten. Aber auch für Unternehmen sind die Kosten für die Pflege von EDV-Systemen immer wichtiger. Daher soll auch der Faktor der Kosten kurz untersucht werden.

6.7 Support

Hier soll abschließend untersucht werden, in welcher Form und wie schnell bei eventuell entstehenden Problemen mit Hilfe gerechnet werden kann. Dies ist bei Open Source Produkten ein wichtiger Punkt, da es in der Regel keine zuständige Firma bzw. Zentrale gibt, an die man sich im Notfall wenden kann.

7 Analyse

Im Folgenden wird die Analyse detailliert aufgeführt. Sie wurde unter den Gesichtspunkten der im Vorigen beschriebenen Analysekriterien kritisch betrachtet.

7.1 Installation & Anforderungen

Wie in den Analysekriterien aufgeführt ist die Handhabung der Installation ein wichtiger Gesichtspunkt.

7.1.1 Systemvoraussetzungen

Wie jedes Programm hat natürlich auch XOOPS Voraussetzungen an das System, die es für eine reibungslose Arbeitsweise benötigt. XOOPS ist in der Hinsicht relativ genügsam. Es setzt lediglich einen HTTP-Server mit PHP Version 4.0.5 oder höher (empfohlen 4.1.1) und eine MySQL-Datenbank voraus (Version 3.23.xx). [17] Wie bekommt man nun XOOPS? Auf der offiziellen Internetseite http://www.xoops.org kann das Grundpaket einfach heruntergeladen werden. Als weiterer Schritt muss das Archiv einfach nur noch entpackt werden und schon hat man einen Ordner, der die aktuelle XOOPS Version enthält.

Nun hat man ein Verzeichnis mit den vier Unterverzeichnissen docs, welches einige Informationsdokumente enthält, htdocs mit den eigentlichen XOOPS-Dateien, extras, wo eine Datei zum Ändern des Login-Formulars liegt und upgrade, welches Dateien zum Upgrade von einer früheren Version auf die aktuelle enthält. [18]

Grundsätzlich ist dieses CMS in Englischer Sprache, allerdings bemüht sich die XOOPS-Community eigene Sprachdateien für weitere Sprachen anzufertigen. Um diese zu nutzen, müssen einfach die Verzeichnisse language in allen Unterordnern von XOOPS um den Ordner mit der jeweiligen Sprachdatei erweitert werden.

Das Hauptverzeichnis muss abschließend nur noch auf den http-Server kopiert werden und dann kann das Installationsskript gestartet werden.

7.1.2 Installation

Abb.4: Installation Schritt 9/14
Abb.4: Installation Schritt 9/14

Für die Installation von XOOPS auf dem http-Server muss nun einfach die Seite index.php aus dem Verzeichnis htdocs aufgerufen werden. XOOPS kann nun in 14 Schritten installiert werden, die hier näher beschrieben werden. Die Oberfläche für den Benutzer ist hier sehr einfach gestaltet, man kann die Installation ohne viel Aufwand vornehmen. Der Prozess läuft in folgenden Schritten ab:

  1. Auswahl der Installationssprache
  2. Anforderungen und Vorbereitungen der Installation, wie in Kapitel 7.1, werden beschrieben
  3. Serverkonfiguration wird überprüft und bestätigt, wenn sie den Anforderungen von XOOPS genügt
  4. Einstellung der Pfade der Verzeichnisse und der URL pflegen
  5. Verbindungseinstellungen der Datenbank angegeben (Datenbanktyp, Hostname, Benutzer, Passwort)
  6. Einstellungen der Datenbank (Name, Präfix der Tabellen, Character Set)
  7. in mainfile.php werden die Einstellungen gespeichert - Erfolg wird angezeigt
  8. Datenbanktabellen werden angelegt - Erfolg wird angezeigt
  9. Administrator-Account wird gepflegt
  10. Daten für Administrator-Account etc. werden in der Datenbank gespeichert
  11. Konfigurationen der Web-Seiten angeben
  12. Auswahl des Theme (Design der Seiten)
    1. Auswahl, welche Module von vornherein installiert werden sollen
    2. Modulinstallation - Erfolg wird angezeigt
  13. Willkommen auf Ihrer XOOPS Seite - Installation erfolgreich abgeschlossen

7.2 Anwenderfreundlichkeit

7.2.1 Seitenaufteilung mit Blöcken

XOOPS managt seine Seiten mit sogenannten Blöcken. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten dieser Module. Es gibt diejenigen, die "personalisierten Inhalt" [19] haben, also selbst programmiert werden können und diejenigen, die für den spezifischen Inhalt von Modulen zuständig sind. Für sehr viele dieser Module existieren eigene Blöcke. Diese erscheinen in der Auswahl, sobald das entsprechende Modul installiert wurde. Ein Beispiel für einen solchen Block stellt das "News"-Modul dar. Diese Blöcke können dann sogar benutzerspezifisch sichtbar gemacht werden. Hierfür ist das Management der User in Gruppen sehr nützlich. Auf diese Weise ist es einfach zu realisieren, dass angemeldete Benutzer zum Beispiel ein anderes Menü sehen, als Besucher auf der Webseite. [20]

7.2.2 Seitengestaltung mit Themes und Templates

Um eine Antwort auf die Frage, wie gut XOOPS individuell angepasst werden kann, zu bekommen, ist es sinnvoll, sich die Tools die XOOPS dazu bietet, genau anzusehen. Eine Möglichkeit ist die Seitengestaltung mit Themes und Templates.

Da bei XOOPS Inhalt und Design strikt voneinander getrennt werden, ist es sehr einfach die Optik einer XOOPS-Seite an seine eigenen Vorstellungen und Wünsche anzupassen [21]. Ein "Theme" ist für das generelle Aussehen einer XOOPS-Seite zuständig und besteht aus HTML-Dateien und einem CSS (Cascading Style Sheet). Style Sheets sind Ergänzungen zu HTML, mit denen genauere Formatierungen realisiert werden können [22]. Themes und Templates "greifen […] ineinander und vereinen sich zu einer ganzheitlichen Gestaltung" [23].

Templates sind HTML-Seiten, die die optische Erscheinung von Modulen und dessen Blöcken beeinflussen. In ihnen sind sogenannte Smarty-Variablen zur Steuerung des dynamischen Inhalts eingebettet. Beim Browseraufruf der Seiten laden diese den entsprechenden Inhalt aus der Datenbank und geben ihn aus.

Über Systemeinstellungen -> Templates gelangt man zum Templatemanager, in dem alle vorhandenen Templates modulbezogen verwaltet werden [24]. Auch im Template-Manager gibt es zwei Bereiche.

Im oberen Bereich werden die Template-Sets, bestehend aus Template-Dateien der einzelnen Module, verwaltet. Das Standard-Template-Set von XOOPS heißt "default" und sollte nicht verändert werden, weshalb XOOPS bei der Bearbeitung davon zur Erstellung einer Sicherheitskopie auffordert. So kann immer darauf zurückgegriffen werden.

Es wird neben dem Namen für das jeweilige Template-Set auch das Erstelldatum und nach Modulen geordnet die beinhalteten Templates angezeigt. Daneben befinden sich zwei Buttons, von denen der eine, "Download", die lokale Speicherung der Template-Sets ermöglicht und der andere, "Klonen", eine Kopie des Template-Sets anlegt. Ein Haken in der Spalte daneben zeigt an, welches Template-Set von der XOOPS-Seite verwendet wird.

Um ein Template-Set verwenden zu können, muss es in den Allgemeinen Einstellungen unter Systemadmin -> Voreinstellungen im Feld "Standard-Template-Set" ausgewählt und aktiviert werden. [25].

Damit ein Template-Set verwendet werden kann, muss es dem XOOPS-Template-Set-Schema entsprechen. Dies funktioniert ausschließlich mit tar.gz- oder tar-Dateien, welche Archivformate sind und u. a. mit der Software "TUGZip" erstellt werden können.

7.3 Erweiterbarkeit

XOOPS ermöglicht die Erweiterung seiner Funktionen durch die Installation neuer Module. Es gibt für so ziemlich jede gewünschte Funktion ein passendes Modul, wie z. B. "System", als Administrationsebene, "News", als Redaktionstool zur Verwaltung der Inhalte [26].

Wie das "eXtensible" im Namen von XOOPS schon sagt, handelt es sich um ein erweiterbares CMS. Ziel ist es hier, die Handhabung dieser Erweiterungen zu untersuchen. XOOPS besteht, wie bereits beschrieben, aus Modulen. Um ein an solche Module zu gelangen, gibt es auf der offiziellen XOOPS-Seite http://www.xoops.org, sowie auf der deutschen Support Seite http://www.myxoops.org einen Downloadbereich. Viele Module sind hier frei zugänglich, sogar ohne Registration.

7.3.1 Installation von Modulen

Um ein neues Modul zu installieren müssen zunächst alle Moduldateien in das Verzeichnis "Modules" des XOOPS-Ordners kopiert werden. Nun erscheint das neue Modul unter Systemeinstellungen -> Module in der Liste "Moduladministration". Diese ist in zwei Bereiche unterteilt, wovon der obere Bereich alle bereits installierten Module anzeigt und der untere alle im Ordner "modules" befindlichen Module, die noch nicht installierten wurden. Neben den Modulen sind jeweils verschiedene Informationen angezeigt. Im oberen Bereich wird die Version des Moduls, das Datum des letztens Updates, eine Checkbox "aktiv", die anzeigt, ob das Modul aktiviert wurde, die Position des Moduls, sowie die Buttons "aktualisieren" und "Info" angezeigt. Im unteren Bereich sind außer dem Modulnamen nur die Version und die Buttons "installieren" und "Info" vorhanden. Wenn ein Modul installiert wurde, verschwindet es aus der unteren Liste und wird in der oberen angezeigt. Zudem muss es noch in der Rechteverwaltung für die jeweiligen Gruppen, die es benutzen sollen, aktiviert werden. [27]

7.3.2 Deinstallation von Modulen

Um ein Modul zu deinstallieren, muss zunächst der Haken in der Checkbox "aktiv" entfernt werden. In diesem Zuge erscheint ein neuer Button zwischen "aktualisieren" und "Info", "deinstallieren", über den das Modul endgültig deinstalliert werden kann. Anschließend verschwindet es aus der Liste der installierten Module und erscheint wieder im unteren Teil der Liste "Moduladministration". [28] Um diese Ansicht auch wieder zu entfernen, muss das Verzeichnis des Moduls wieder gelöscht werden.

7.4 Module und Funktionen

Hier soll nun auf einige ausgewählte Module eingegangen werden. Leider reicht der Umfang dieser Arbeit nicht aus um weiter in die Tiefe dieses Themas einzusteigen.

7.4.1 System

Abb.5: Übersicht Modul System
Abb.5: Übersicht Modul System

Dieses Modul gehört zur Standardinstallation von XOOPS. Man sieht dessen Übersicht bereits in der Übersicht des Backends. In der Administrations-Übersicht kann nun über Module->System auf die gesonderte Ansicht des "System"-Moduls zugegriffen werden (auf Abb.4 sichtbar).

Da es das Administrations-Modul ist, steht dieses nur dem Administrator im Backend zur Verfügung. Es ist hier möglich Avatare (Profilbilder) hochzuladen, die dann von den Usern genutzt werden können. Eine Übersicht zeigt an, wie viele User je ein Avatar benutzen. Außerdem ist es möglich, die Werbebanner und auch Smileys im System zu verwalten. Auch der Absprung zur Verwaltung der unter Kapitel 7.2, beschriebenen Blöcke und auch der Templates ist hier möglich. Allerdings hat man nicht nur Administrationsmöglichkeiten im Bezug auf das Design, sondern auch auf die User. So können von hier aus Mitglieder vom Administrator geändert und gelöscht sowie in Gruppen eingeteilt werden. Diese Gruppen helfen sehr bei der Verwaltung der Berechtigung für Mitglieder, da diese auch für Benutzergruppen vergeben werden können.

7.4.2 Private Messaging

"Private Messaging" ist auch ein Standard-Modul, welches für die Administration gedacht ist. Mit diesem ist es möglich, die privaten Nachrichten, die man unter den Usern versenden kann, zu löschen. Der Administrator kann also die "Postfächer" der angemeldeten User löschen. Dieses Löschen kann durch Start- und/oder Enddatum eingeschränkt werden. Außerdem kann entschieden werden, ob auch ungelesene Nachrichten oder Nachrichten im Postausgang gelöscht werden sollen und ob die betroffenen Benutzer durch eine weitere private Nachricht über dieses Löschen informiert werden sollen. Diese Nachricht kann unter Einstellungen gepflegt werden. Weiterhin kann dort eingestellt werden, wie viele Nachrichten maximal im Postausgang gespeichert werden sollen und wie viele Nachrichten zusammen angezeigt werden können.

7.4.3 User Profile

"User Profile" ist ein weiteres standardmäßig installiertes Modul von XOOPS und auch im Backend zu finden. Man erreicht dieses über den Menüpunkt Module->User Profile. Die erste Ansicht erinnert an die Möglichkeit Mitglieder zu bearbeiten aus dem Standard-Modul "System" heraus, dies ist auch richtig, da diese beiden Module eng miteinander verknüpft sind. Um eine XOOPS-Seite mit Leben zu füllen, sind Benutzer absolut notwendig, auch wenn es nur einer ist (Administrator), um die Seiten zu pflegen. Man hat hier also mehrere Tabreiter, auf denen man mehrere Einstellungen treffen kann. So kann man unter Kategorien die Bereiche des Benutzerprofils anders aufteilen, Teile hinzufügen und auch entfernen. Unter Felder kann man dann Felder, wie zum Beispiel "Name", "Email" usw. verwalten, löschen und erstellen. Diese werden dann je einer Kategorie zugeordnet. Die Editierbarkeit dieser Felder kann dann unter dem Reiter Berechtigungen eingestellt werden. Außerdem kann man unter dem Punkt Registrationsschritte die selbigen verwalten.

7.4.4 News

Abb.6: Übersicht Modul News
Abb.6: Übersicht Modul News

Das Modul "News", auch "Artikel" genannt, gehört zu den offiziellen Modulen von XOOPS, wurde von der Firma "instant-zero" entwickelt und ist für das Artikelmanagement zuständig. Es bietet viele verschiedene Möglichkeiten zu den Funktionen Anlegen und Verwalten von Themen, Unterthemen und Artikeln, welche durch das oben genannte Rechtesystem gesteuert werden. Wichtig zu erwähnen ist auch, dass auch das Modul "News" optisch individuell anpassbar ist durch die bereits erwähnten Templates.[29] Es ist leicht zu installieren, nämlich wie gewohnt über die Moduladministration. Nach der Installation kann im Backend-Bereich unter "Voreinstellungen" -> "Allgemeine Einstellungen" in der Zeile "Modul der Startseite" ausgewählt werden, welches Modul auf der Startseite angezeigt werden soll. Sinnvoll ist es an dieser Stelle "News" auszuwählen. [30]

In der Moduladministration hat kann in der News-Zeile der Button "Artikelkonfiguration" betätigt werden. Von dort aus gelangt man zu eben dieser Konfiguration und kann Themen und Artikel neu erstellen oder bearbeiten. Außerdem können hier Rechte vergeben, Metagen erstellt (automatische Generierung von Meta-Keywords für Suchmaschinen) und Statistiken (z. B. über die Aufrufe spezieller Artikel) angezeigt werden. [31]

Im Frontend-Bereich erscheinen nun im Block "Hauptmenü" die Einträge "News", "Archiv", "Artikel schreiben" und "Themenverzeichnis".

Durch einen Klick auf "News" werden die zuvor genannten Einträge als Unterthemen aufgeklappt. Zudem wird der aktuellste Artikel angezeigt, darunter die vorherigen Artikel.

Im Archiv werden alle erstellen Artikel, nach Monaten und darunter nach Erstelldatum sortiert, aufgelistet. In der Auflistung stehen die Angaben Oberthema, Titel, Erstelldatum und die Angabe, wie oft der Artikel gelesen wurde, zur Verfügung. Zudem gibt es unter "Aktionen" die Buttons "drucken", worüber der Artikel in einer optimierten Druckansicht angezeigt wird, und "versenden", wodurch sich das jeweilige Standard-E-Mailprogramm öffnet und der Link zum Artikel per Mail versendet werden kann. [32]

Unter "Artikel schreiben" können neue Artikel verfasst werden und bereits bestehende verändert bzw. gelöscht werden. Es kann außerdem eine Vielzahl von Einstellungen vorgenommen werden, wie Titel, Thema, Themenbild anzeigen, Position des Artikels, Anzeigen auf der Website, Autor, Einleitungstext und erweiterter Text. Weiterhin gibt es Einstellungen zum Thema Meta-Keywords, Dateiupload, Zeit der Veröffentlichung, E-Mailbenachrichtigung bei Veröffentlichung des Artikels und Aktivierung und Deaktivierung von HTML und Smileys. Natürlich gibt es auch die Funktion "Vorschau", über die ein verfasster Artikel vor der Veröffentlichung noch einmal angesehen werden kann. Über den Button "Veröffentlichen" wird letztendlich der Artikel veröffentlicht. Außerdem gibt es noch weitere spezielle Funktionen, wie das Einfügen von Bildern, artikelbezogene Benachrichtigungen; Erläuterungen hierzu würden im Rahmen dieser Arbeit allerdings zu weit führen. [33]

Unter "Themenverzeichnis" werden alle angelegten Themen angezeigt. Diese lassen sich über das Menü "News" -> "Themenmanager" verwalten. Hier gibt es auch die Möglichkeit, einige Einstellungen der Themen durchzuführen, wie z. B. Thementitel setzen, Themenbeschreibung hinzufügen und das übergeordnete Thema auswählen. Des Weiteren lassen sich auch speziellere Einstellungen tätigen, wie die Themenfarbe wählen, die Zuordnung des Themas bestimmen, ein Themenbild auswählen und Berechtigungen einstellen. [34]

7.5 Sicherheit

Der Punkt Sicherheit gewinnt in der heutigen Zeit immer mehr an Bedeutung. Internetpräsentationen von Firmen, aber auch von Privatleuten müssen vor Hackerangriffen, Viren und ähnlichem geschützt sein. Zum einen, um die Sicherheit der Daten zu wahren, zum anderen, um das Image und die Glaubwürdigkeit der Firma bzw. Person zu schützen, da sich beide über die Internetseite repräsentieren. Eine Sicherheitslücke im Internetauftritt fällt sofort negativ auf die Organisation innerhalb der Firma bzw. auf die Privatperson zurück.

Darum werden in diesem Abschnitt Möglichkeiten, die XOOPS für den Bereich Sicherheit bietet, erläutert. Dazu gehören u. a. die Rechteverwaltung, verdeutlicht durch das Beispiel Intranet einer Firma, das Modul Backpack, zur Erstellung und Einspielung von Backups und das Modul Protector, welches der allgemeinen Sicherheit einer XOOPS-Website dient.

7.5.1 Rechteverwaltung

Es ist möglich verschiedene Benutzergruppen zu erstellen, denen verschiedene Rechte zugewiesen werden. Über das Rechtemanagement ist es möglich, den Inhalt einer XOOPS-Seite auf verschiedene Personengruppen zu verteilen und verschiedene Zugriffsrechte auf diese Informationen vergeben. Dies geschieht im Backend-Bereich [35]. Die Rechte werden keinen einzelnen Personen zugewiesen, sondern vordefinierten Benutzergruppen. Diese können sehr komplex gestaltet werden, was jedoch mit Vorsicht zu behandeln ist, da dies auch leicht zu Verwirrungen führen kann.

Diese Einrichtung ist sinnvoll für die Sicherheit eines XOOPS-Systems, da dadurch geregelt werden kann, welcher Benutzer auf welche Daten zugreifen kann. Wenn z. B. ein unangemeldeter Besucher sich eine Seite ansehen will, die speziellere Informationen enthält, kann eingerichtet werden, dass er diese nur ansehen darf, wenn er sich anmeldet und einloggt. Sollte der Fall eintreten, dass ein Besucher die Daten missbraucht, kann dies durch seine Login-Daten nachgewiesen werden. [36]

Unter Systemeinstellungen -> Gruppen werden alle installierten Module und dazugehörigen Blöcke aufgelistet. Den einzelnen Gruppen können dann Bearbeitungs-, Verwaltungs- oder Ansehrechte dafür zugewiesen werden [37].

Im oberen Teil, "Gruppen bearbeiten", können die Einstellungen für die standardmäßigen vordefinierten Gruppen verändert, aber nicht gelöscht werden. Das sind:

  • Der Webmaster, mit allen Rechten
  • Die registrierten User, meistens mit (fast) allen Leserechten, manchmal auch Schreibrechte
  • Die anonymen User, meistens nur mit Leserechten mit starken Einschränkungen, um einen Anreiz zur Anmeldung zu bieten

Im unteren Teil, "Neue Gruppe erstellen", können auch ganz eigene User-Gruppen erstellt werden. [38] In diesem Bereich können die genauen Berechtigungen ausgewählt werden. Diese werden in folgende Bereiche unterteilt:

  • System-Adminrechte: Bereiche der System-Administration, damit z. B. User- oder Bildverwaltung delegiert werden können
  • Modul-Adminrechte: Verwaltungsrechte für zusätzlich installierte Module, Modul-Gruppenrechte: Benutzerrechte für zusätzlich installierte Module
  • Block-Gruppenrechte: Sichtbarkeit der aktivierten Blöcke [39]

Im "Bearbeiten"-Modus einer Gruppe können auch die Benutzer der entsprechenden Gruppe zugeordnet werden.

7.5.2 Beispiel für ein Rechtemanagement

Um das Rechtemanagement ein wenig zu verdeutlichen, folgt ein Beispiel eines Unternehmens, dass die Erstellung einer internen Mitarbeiterwebsite plant.

Ein Unternehmen hat eine interne Website für seine Mitarbeiter, auf der es folgende Bereiche gibt:

  • News aus dem Unternehmen, wie Informationen über Neueinstellungen oder der Neuigkeiten aus der Branche
  • Telefonverzeichnis mit Kontaktdaten aller Mitarbeiter und Fotos
  • Kalender mit Terminen von regelmäßigen Besprechungen (z. B. Geschäftsführerrunde, die jede Woche zur gleichen Zeit tagt), Schulungen, Geburtstagen etc.
  • Bildergalerie mit Fotos vom letzten Sommerfest, Jubiläumsfeier, Betriebsausflug etc.

Anhand dieser Bereiche ist es möglich, das Rechtemanagement zu verdeutlichen. Wenn im Folgenden von einer Rolle bzw. einer Person gesprochen wird, kann diese Funktion auch immer von einer Gruppe ausgeübt werden.

  • Grundsätzlich wird zunächst ein Webmaster benötigt, der auf alle Bereich der Systemverwaltung Zugriff hat. Seine Aufgabe ist es Module zu installieren, Datenbanken zu pflegen (z. B. die der Kontaktdaten im Telefonverzeichnis), Gruppenrechte zu verwalten und Backups des Systems zu erstellen. Sinnvollerweise handelt es sich hierbei um einen Mitarbeiter der EDV-Abteilung oder jemanden mit EDV-Kenntnissen.
  • Genauso wichtig wie der Webmaster ist auch eine Kontrollinstanz, die auf alle Bereiche bzw. Inhalte Zugriff hat und im Notfall alle Arten von Veränderungen inhaltlicher und optischer Art vornehmen kann. Da es hier nur um inhaltliche Kontrolle geht, kann diese Funktion im Prinzip jeder Mitarbeiter ausüben. Es ist jedoch von Vorteil, wenn dieser Mitarbeiter gute Rechtschreib- und Grammatikkenntnisse besitzt um Fehler dieser Art zu korrigieren und auch schon länger im Unternehmen oder der Branche tätig ist, um falsche Informationen herausfiltern zu können.
  • Für den Kalender wäre ein Verwaltungsmitarbeiter, evtl. aus der Firmenzentrale gut geeignet, da dieser den besten Überblick über neue Termine und Ereignisse hat und die entsprechenden Berechtigungen erhält.
  • Informationen für den Bereich "News" kann im Prinzip jeder Mitarbeiter zusammenstellen. Sinnvoll ist es dabei, Mitarbeiter aus dem Bereich Personal für Informationen über Neueinstellungen und aus dem Bereich PR (Public Relations), für Informationen von außerhalb als feste "Redakteure" für die News zu verpflichten, damit der Bereich wirklich aktuell gehalten werden kann. Diese Redakteure benötigen also Rechte zum erstellen von Berichten, dürfen diese jedoch nicht selbst veröffentlichen.
  • Um Falschinformationen und Missbrauch vorzubeugen und Datenschutz zu sichern, ist es sinnvoll, eine Art "Chefredakteur" einzusetzen. Dieser kontrolliert genau, welche Daten auf der Seite veröffentlicht werden. Die Redakteure schicken ihre Berichte an den Chefredakteur bzw. speichern ihre Berichte im System, der Chefredakteur prüft diese und stellt sie online bzw. gibt sie frei. Er benötigt also Rechte zum freigeben von Berichten und Eröffnung neuer Rubriken.
  • Zudem wird auch ein "Bildredakteur" benötigt, der sich um die Bildergalerien kümmert und die dementsprechenden Rechte erhält. Auch hier sollte der Chefredakteur die Daten vor der Veröffentlichung prüfen. [40]

7.5.3 Das Modul Backpack

Mit dem Modul "Backpack" ist es möglich, "bequem Sicherungen direkt aus XOOPS [zu] bewerkstelligen" [41]. Über "Backpack" lassen sich Tabellendaten und -strukturen für einzelne Module, aber auch für das gesamte System sichern und später über ein Formular wieder eingespielen. [42] Die Installation läuft genauso ab wie bei allen anderen Modulen auch.

Um die Funktionen von "Backpack" zu nutzen, begibt man sich in die "Moduladministration". Nachdem "Backpack" ausgewählt wurde, gibt es die Möglichkeiten der Datenbanksicherung, Modulsicherung und Tabellensicherung. Wenn der jeweilige Button betätigt wurde, kann ausgewählt werden zwischen Tabellendaten oder -strukturen (beides ist natürlich auch möglich) und der Komprimierungstyp (gzip, zip oder text) der zu sichernden Daten kann ausgewählt werden. Bei der Sicherung von Modulen und Tabellen muss natürlich explizit ausgewählt werden, welche Module und welche Tabellen gesichert werden sollen.

Die Wiederherstellung von Daten ist auch sehr einfach gestaltet: Man wählt im "Wiederherstellen"-Menü über den Button "durchsuchen" die gewünschte Datei aus, bestätigt seine Auswahl und schon wird die Datei wieder hergestellt, ohne dass man selbst noch etwas zu tun hätte.

Eine letzte Funktion von "Backpack" ist die Optimierung der Daten, welche über einen gleichnamigen Button gestartet werden kann. Sie ermöglicht eine "optimale Nutzung des Speicherbedarfs" [43], was sinnvoll ist, wenn viele Änderungen, Sicherungen und Wiederherstellungen auf der Datenbank ausgeführt werden.[44]

7.5.4 Das Modul Protector

Abb.7: Übersicht Modul Protector
Abb.7: Übersicht Modul Protector

"This module protects your xoops site from various attacks like DoS, SQL Injection and Variables contaminations" ist die offizielle Beschreibung, die diesem Modul beigefügt ist (Moduladministration -> Info-Button bei "Protector"). Im Grunde sagt diese Beschreibung auch alles Wichtige aus, "Protector" schützt die Website vor verschiedensten Angriffen, wie

  • DoS (Denial of Service), die Verweigerung von Diensten im Zusammenhang mit einer Überlastung des Systems. Eine solche Dienstverweigerung kann unbeabsichtigt durch ungeplante Überlastungen verursacht werden, oftmals aber auch durch einen mutwilligen Angriff.
  • SQL-Injection (dt. SQL-Einschleusung), das Ausnutzen einer Sicherheitslücke bei SQL-Datenbanken. Durch die mangelnde Maskierung bzw. Überprüfung von Metazeichen in Benutzereingaben kann ein Angreifer über die Anwendung, die Zugriff auf die Datenbank herstellt, eigene Datenbankbefehle einzuschleusen. So können Daten nach Angreiferwünschen verändert oder sogar die Kontrolle über den Server erlangt werden.

Des Weiteren kann auch an dieser Stelle die IP-Blockierung vorgenommen werden. Dazu gibt es zwei Felder, das erste für die gänzlich gesperrten IP-Adressen, im zweiten können die IPs begrenzt gesperrt werden. Außerdem gibt es eine Übersicht über unerlaubte Seitennutzung, bzw. den Versuch, Teile des Admin-Bereichs oder andere nicht freigeschaltete Bereiche aufzurufen. Hier wird, mit Datum und Uhrzeit, genau gespeichert, welcher User bzw. welche Art User mit welcher IP-Adresse versucht hat, in das System einzudringen. Dabei werden die Angriffe in bestimmte Typen unterteilt und es wird genau angegeben, in welchem Bereich der vermeintliche Angriff durchgeführt wurde.

Weitere wichtige und genauere Sicherheitseinstellungen können unter "Präferenzen" getroffen werden.

7.6 Kosten

XOOPS steht den Anwendern komplett kostenfrei zur Verfügung. Das System selbst und auch die Erweiterungen (Module) und Upgrades auf neuere Versionen können auf den bereits beschriebenen Support-Seiten heruntergeladen werden. Der Support an sich ist durch eine kostenlose Anmeldung in den vorhandenen Foren auch erreichbar. Der einzige Punkt bei dem -wenn auch geringe- Kosten anfallen, ist der der Serverumgebung; so muss man einen Webserver besitzen, der die Systemvoraussetzungen erfüllt. Weiterhin kann die Reservierung einer Domain geringe Kosten verursachen. Diese sind aber im Vergleich zu XOOPS allgemein zu vernachlässigen.

7.7 Support

Um auf den Support von XOOPS einzugehen, muss man wieder auf die Community verweisen. Sowohl die offizielle englischsprachige, als auch die deutsche Community leisten hier sehr viel Arbeit. Allein im englischsprachigen Forum existieren über 275.000 Posts in über 57000 Themen [45]. Man bekommt hier bei jeglichen Problemen rund um das CMS schnelle Auskünfte und auch Hilfe. Durch eine Ermittlung der Antwortzeiten in zufällig ausgewählten Themen ist herausgekommen, dass die meisten Probleme spätestens nach wenigen Stunden zumindest eine Rückmeldung bekommen und dann auch zeitnah eine Lösung bzw. eine Antwort erfolgt. Die Community von XOOPS ist also in einem Forum organisiert. Hier sind die Benutzer in verschiedene Teams eingeteilt, die von besonders engagierten Mitgliedern koordiniert werden. Diese Teams sind das "Core Development Team", das "Documentation Team", das "Modules Development Team", das "Themes Design Team", das "Community Coordination/Support Team", das "International Support Team" und das "Communication/Marketing Team". [46] Diese Teams haben entsprechend ihrer Teambezeichnung die unterschiedlichen Aufgaben, um einen reibungslosen Support, sowie die beständige Weiterentwicklung von XOOPS sicherzustellen. Besonders hervorzuheben ist hier noch die Tatsache, dass die Mitglieder der Teams ihre Tätigkeit "ehrenamtlich" ausüben und dass jeder User mithelfen kann das Produkt weiterzuentwickeln.

8 Auswertung der Analyse

Um die Analyse für Interessenten an einem CMS greifbar zu machen, ist es notwendig ein Schema zu erstellen, anhand dessen man das jeweilige CMS einordnen kann. Dieses wurde hier mit dem Scoring-Verfahren gemacht. Zu diesem Zweck wurde eine Matrix erstellt, anhand der die Gewichtung der einzelnen Analysekriterien zu erkennen ist. Wenn nun alle Kriterien auf einer Skala von 1 (schlecht) bis 10 (gut) bewertet werden, werden diese dann mit der Matrix multipliziert und man erhält einen durchschnittlichen Wert, in den die Gewichtung der Punkte mit einfließt. Anhand dieses Wertes könnten dann sogar mehrere CMS, die mit diesem Verfahren bewertet wurden, miteinander verglichen werden. Je nach Anwendungsbereich bzw. Anwender wird die Bewertung auf der Skala natürlich unterschiedlich ausfallen, daher wird sich hier auf 2 Szenarien Beschränkt:

  • ein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU)
  • eine Privatperson

8.1 Erläuterungen der Bewertungen

Zunächst werden die Bewertungen der Kriterien bezogen auf die beiden Szenarien erklärt.

Systemvoraussetzungen

In der allgemeinen Bewertung von XOOPS bekommt das Thema Systemvoraussetzungen acht von zehn erreichbaren Punkten, da es sehr schmal in den Anforderungen ist, trotzdem aber noch einige Anforderungen an den Server stellt. Im Szenario KMU bekommen die Systemvoraussetzungen eine Gewichtung von 0,05. Für ein KMU ist die Gewichtung der Systemvoraussetzungen relativ niedrig gewählt, da ein Unternehmen oft bereits über einen HTTP-Server und eine MySQL-Datenbank verfügt, bzw. genug Geld zur Anschaffung derer besitzt. Im Szenario Privatperson liegt die Gewichtung höher, bei 0,1, da eine Privatperson selten über Server und Datenbank verfügt, deren Anschaffung auch mit Kosten verbunden sind.

Installation

Die Installation bekommt die Höchstpunktzahl, da sie extrem einfach durchzuführen ist, indem man einfach nur der Vorwärtsnavigation folgt. Zudem wird automatisch überprüft, ob alle Systemvoraussetzungen vorhanden sind und mögliche Updates werden vorgeschlagen. Für ein KMU ist dieser Punkt nicht so wichtig, er bekommt eine Gewichtung von 0,05, da ein KMU meist über EDV-Mitarbeiter verfügt, die sich mit der Installation solcher Systeme auskennen. Dagegen bekommt die Installation im Szenario Privatperson die Gewichtung 0,1, weil eine Privatperson meist nur wenige Vorkenntnisse besitzt.

Anwenderfreundlichkeit

Die Anwenderfreundlichkeit von XOOPS wird mit nur sechs Punkten bewertet. Zum einen ist es sehr einfach, neue Module zu installieren, zum anderen ist es schwierig, diese zu bekommen. Zudem können genauere Einstellungen nur über Themes und Templates vorgenommen werden, welche doch relativ viel Vorwissen benötigen. Da die Anwenderfreundlichkeit für KMUs genauso wichtig ist, wie für Privatpersonen, bekommt diese in beiden Szenarien die Gewichtung 0,1.

Erweiterbarkeit

Für die Erweiterbarkeit bekommt XOOPS neun Punkte, da es die verschiedensten Module für verschiedenste Funktionen gibt. Diese können einfach heruntergeladen und per Vorwärtsnavigation installiert werden. Die volle Punktzahl gibt es hier nicht, da bei der Vielzahl von Modulen die Übersicht über anwendbare Module stark beeinträchtigt wird und es keine komplette Liste aller Module gibt. Im KMU-Szenario erhält dieser Punkt die Gewichtung 0,15, da ein Unternehmen immer unter dem Druck des sich ständig weiterentwickelnden Markt steht und mit seinen Konkurrenten mitziehen muss, wenn dieser neue Features auf seiner Website anbietet. Eine Privatperson hingegen ist keinem Druck ausgesetzt, außer dem eigenen Ehrgeiz. Deshalb bekommt dieses Szenario nur die Gewichtung 0,05.

Module und Funkionen

Die Module und Funktionen, die XOOPS zur Verfügung stellt müssen aus zwei Blickwinkeln betrachtet werden. Auf der einen Seite gibt es extrem viele Module, die extrem viele Funktionen bieten, aber, wie bereits erwähnt, nirgendwo aufgelistet sind. Aufgrund der Tatsache, dass Module für XOOPS selbst entwickelt werden können, wird es auch niemals eine solche Datenbank mit allen Modulen geben. Daher ist es schwierig, sich durch die Masse an Modulen zu kämpfen und das passende Modul zu finden, zumal es oft mehrere Module für dieselbe Funktion gibt. Als Gewichtung erhält dieser Punkt bezogen auf KMUs 0,25, da ein Unternehmen meist viele verschiedene Funkionen auf seiner Website benötigt (Anzeigen statischer Informationen, Anzeigen von News, Downloadbereich für Produktflyer, Community-Bereich für z. B. Online Bewerbungen etc.). Auch hier gilt das Argument, dass das Unternehmen unter dem Druck des Markts steht und sich entsprechend schnell weiter entwickeln muss. Die Privatperson hingegen kann natürlich genauso die genannten Funktionen gebrauchen, jedoch wird eine Privatperson sicherlich keinen so aufwendigen Internetauftritt aufbauen, wie ein Unternehmen, dass dadurch sein Image wieder spiegelt. Deshalb ist die Gewichtung hier nur 0,1.

Sicherheit

Der Punkt Sicherheit erhält acht Punkte, da durch das Rechtemanagement, das Sicherheitsmodul Protector und das Backupmodul Backpack die Sicherheit der Daten und des Systems gut gewährleistet werden können. Für KMUs und Unternehmen allgemein ist natürlich der Punkt Sicherheit extrem wichtig, daher bekommt er eine Gewichtung von 0,3. Als Privatperson ist der Punkt Sicherheit zwar auch von Bedeutung, aber da es in dem Fall nur um private Daten einer einzelnen Person geht und nicht um die hunderter Mitarbeiter und auch nicht Firmeninterne Details geschützt werden müssen, erhält er in diesem Szenario die Gewichtung 0,05.

Kosten

Die Kosten für die Verwendung von XOOPS halten sich extrem gering, da weder das Grundpaket, noch die Module kostenpflichtig sind. Auch der Support ist kostenlos über die XOOPS-Community möglich und durch die einfache Anwendung und Installation werden im Grunde keine teuren Fachkräfte benötigt. Hilfe von EDV-Experten wird im Grunde nur bei der Seitengestaltung durch Themes und Templates benötigt. Für ein KMU ist dieses Thema nicht so stark von Bedeutung, da die EDV-Experten meist in der Firmeneigenen EDV-Abteilung vorhanden sind. Die Gewichtung wird hier auf 0,05 gesetzt. Einer Privatperson hingegen ist das Thema Kosten sehr wichtig, da meist wenige Vorkenntnisse vorhanden sind und so EDV-Experten benötigt werden. Hinzu kommt, dass Privatpersonen, wie bereits erwähnt, selten einen HTTP-Server und eine MySQL-Datenbank besitzen und diese also erst angeschafft werden müssen. Somit ergibt sich als Gewichtung 0,3.

Support

Für den Punkt Support erhält XOOPS sieben Punkte. Da XOOPS ein Open Source Programm ist, gibt es nur freiwillige und ehrenamtliche Mitarbeiter, die über die XOOPS Community und in zahlreichen anderen Foren Hilfestellungen geben und Fragen beantworten. Hier ist wieder das KMU die Partei, die davon weniger Nutzen bzw. Schaden bekommt, da es genügend Support durch seine eigene EDV-Abteilung bekommt, weshalb die Gewichtung bei 0,05 angesiedelt wird. Die Privatperson, die natürlich keine EDV-Abteilung besitzt, ist auf den Support angewiesen. Daher wird der Punkt hierfür mit 0,2 gewichtet.

8.2 Bewertungsmatrix

Diese Bewertungsmatrix stellt sich folgendermaßen dar:

Tabelle 1: Bewertungsmatrix für CMS
Kriterium Bewertung XOOPS (x) Gewichtung KMU (y1) Auswertung KMU (x*y1) Gewichtung Privat (y2) Auswertung Privat (x*y2)
Systemvoraussetzungen 8 0,05 0,4 0,1 0,8
Installation 10 0,05 0,5 0,1 1,0
Anwenderfreundlichkeit 6 0,1 0,6 0,1 0,6
Erweiterbarkeit 9 0,15 1,35 0,05 0,45
Module und Funktionen 6 0,25 1,5 0,1 0,6
Sicherheit 8 0,3 2,4 0,05 0,4
Kosten 9 0,05 0,45 0,3 2,7
Support 7 0,05 0,35 0,2 1,4
Summe - 1,0 7,55 1,0 7,95

9 Schlussbetrachtung

9.1 Fazit

Hier wird nun aus der Analyse und der Auswertung ein Fazit einerseits zu der erfolgten Analyse und andererseits zu dem CMS XOOPS an sich gezogen.

XOOPS ist ein Content Management System, welches sich gut für eine Website mit dynamischen Content eignet. Es ist sehr einfach zu verwalten, da man die benötigten Module einfach herunterlädt und installiert, weshalb es auch nur eine sehr kurze Einarbeitungszeit erfordert. Außerdem gibt es extrem viele Module, oft auch mehrere Module für ein und dieselbe Funktion, so dass sich so ziemlich jede Funktion realisieren lässt. Sollte das passende Modul wirklich nicht vorhanden sein, kann auch einfach aufgrund der objektorientierten Technik ein eigenes Modul entwickelt werden.

An dieser Stelle zeigt sich allerdings auch der große Nachteil von XOOPS: Aufgrund der Tatsache, dass es ein Open Source Programm ist und jeder nach Belieben daran arbeiten und entwickeln kann, gibt es keine Übersicht über alle existierenden Module mit ihren Funktionen. Es gibt auch nur wenig Literatur, genau zwei deutsch- und zwei englischsprachige Bücher, die sich ausschließlich mit XOOPS befassen. Informationen findet man höchstens noch in Büchern, die CMS in allgemeinen behandeln und in Foren.

Auf den ersten Blick erscheint XOOPS sehr einfach anpassbar und erweiterbar aufgrund der Vielzahl von Modulen. Auf den zweiten Blick erweist die genauere Anpassung durch Themes und Templates allerdings eher schwierig und kann nicht ohne Vorkenntnisse im Programmierbereich geleistet werden.

Auch der Support gestaltet sich als eher schwierig, da es sich um ein Open Source Produkt handelt. Es existiert zwar eine sehr große und gut organisierte XOOPS-Community, mit verschiedenen Teams und entsprechenden Aufgaben, allerdings darf man nicht vergessen, dass die Mitglieder, auch die Supporter, freiwillig und ehrenamtlich arbeiten und natürlich noch ein Privatleben führen und einen Job haben. Daher kann man Hilfe nur über Supportforen bekommen; es gibt keine Hotline.

In Bezug auf unsere Bewertungsmatrix lässt sich sagen, dass XOOPS für beide Szenarien, KMU und Privatperson, eine gute Lösung darstellt. In der Auswertung erhält XOOPS für den Einsatz in einem KMU 7,55 von 10 erreichbaren Punkten. Für die Anwendung von einer Privatperson bekommt XOOPS 7,95 Punkte, was bedeutet, dass XOOPS sich geringfügig besser für den privaten Gebrauch eignet, als für eine Firmenpräsentation.

9.2 Ausblick

9.2.1 Im Hinblick auf XOOPS

Die aktuelle Version (Stand 20. Juni 2010) ist XOOPS 2.4.4. Aber was kommt in Zukunft? Die nächste Version, Version 2.5.X, ist schon längst in Bearbeitung. Die Testphase der Version 2.5 Alpha hat bereits Anfang des Jahres 2010 begonnen. Es wird also nicht mehr lange dauern, bis die 2.5er Version erscheint. Weiterhin wird das Programm stetig weiter entwickelt und es kann davon ausgegangen werden, dass die nächsten Jahre weitere Versionen herauskommen werden. Auch die Module werden durch die Programmierer der Community erneuert und an den aktuellen technischen Stand angepasst werden. Außerdem wird diese Community sowie die Gemeinde der XOOPS-Nutzer steigen, da dieses CMS mannigfaltige Funktionen und Erweiterungsmöglichkeiten hat, die für zunehmende Zielgruppen interessant sind.

9.2.2 Im Hinblick auf diese Fallstudie

Diese Fallstudie vermittelt dem Leser einen guten Einblick in das Content Management System XOOPS. Sie stellt wichtige Grundlagen zu Content Management Systemen allgemein vor und analysiert XOOPS kurz und prägnant. Es werden die Voraussetzungen ermittelt, die man bei der Verwendung von XOOPS berücksichtigen muss, es wird ermittelt, welche Funktionen mit XOOPS realisierbar sind, es wird die Anwenderfreundlichkeit überprüft und sich mit der Sicherheit von XOOPS beschäftigt. Da der Umfang dieser Arbeit begrenzt ist, können nicht alle Details genauestens ermittelt werden. Besonders der Teil Performance wäre noch interessant für den zukünftigen Anwender, jedoch ist dieser ist nicht so ohne weiteres zu ermitteln, weshalb er in dieser Arbeit nicht berücksichtigt wurde. Es wäre auch sicherlich interessant gewesen, den Punkt Sicherheit genauer zu untersuchen und dabei auch mögliche Schwächen von XOOPS näher einzugehen. Auch dies hätte jedoch den Rahmen dieser Arbeit gesprengt, weshalb für uns auf die wichtigsten Sicherheitsmodule beschränkt haben. Weiterhin könnte genauer getestet werden, ob und wie weit Änderungen dokumentiert werden, was z. B. bei der Veröffentlichung von Preislisten wichtig sein könnte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Analyse eines Programms, in unserem Fall das CMS XOOPS, in einer 20-Seitigen Arbeit nur in komprimierter Form möglich ist. Wir haben die wichtigsten Punkte analysiert und aufgeführt, jedoch hätten wir in einer Arbeit von größerem Umfang tiefergehendere Informationen erarbeiten können.

10 Fußnoten

  1. myxoops.org (a)
  2. Vgl. bitkom.org (a)
  3. cyres.de (a)
  4. cyres.de (a)
  5. Vgl. condedido.org (a)
  6. Wölfl (2007) Seite 15
  7. PHP Journal 2/2008 Seite 15
  8. Vgl. Schilling (2009)
  9. Vgl. http://www.gnu.org/licenses/gpl.html (24.05.2010 14:40)
  10. Reibold (2007) Seite 90
  11. Vgl. http://phpnuke.org/ (17.06.2010 22:16)
  12. Vgl. Wölfl (2007) Seite 15 f.
  13. Vgl. Wölfl (2007) Seite 23
  14. Vgl. Wölfl (2007) Seite 22
  15. Wölfl (2007) Seite 20
  16. Wölfl (2007) Seite 20
  17. Vgl. Wölfl (2007) Seite 35
  18. Vgl. Reibold (2007) Seite 62 f.
  19. "personalised content" übersetzt von Marc Woköck, nach Silvestrini (2007) Seite 85
  20. Vgl. Silvestrini (2007) Seite 85 ff.
  21. Vgl. Wölfl (2007) Seite 27
  22. Vgl. Wölfl (2007) Seite 28 f.
  23. Wölfl (2007) Seite 30
  24. Vgl. Wölfl (2007) Seite 85
  25. Vgl. Wölfl (2007) Seite 86
  26. Vgl. Wölfl (2007) Seite 26
  27. Vgl. Wölfl (2007) Seite 78 - 83
  28. Vgl. Wölfl (2007) Seite 83 ff.
  29. Vgl. Wölfl (2007) Seite 205
  30. Vgl. Wölfl (2007) Seite 208 f.
  31. Vgl. Wölfl (2007) Seite 208
  32. Vgl. Wölfl (2007) Seite 220 f.
  33. Vgl. Wölfl (2007) Seite 213 - 223
  34. Vgl. Wölfl (2007) Seite 212 f.
  35. Vgl. Wölfl (2007) Seite 26
  36. Vgl. Wölfl (2007) Seite 32 f.
  37. Vgl. Wölfl (2007) Seite 65
  38. Vgl. Wölfl (2007) Seite 66
  39. Vgl. Wölfl (2007) Seite 67
  40. Vgl. Wölfl (2007) Seite 32 f.
  41. Wölfl (2007) Seite 359
  42. Vgl. Wölfl (2007) Seite 359
  43. Wölfl (2007) Seite 363
  44. Vgl. ebd.
  45. Vgl. xoops.org (a)
  46. Vgl. xoops.org (b)

11 Quellen- und Literaturverzeichnis

bitkom.org (a) o.V, BITKOM - Bundesverband Informationswirtschaft (Hrsg.), Telekommunikation und neue Medien e.V., Presseinfo vom 22.06.2008, http://www.bitkom.org/de/presse/56204_52849.aspx (19.05.2010 14:20)
cyres.de (a) o.V, Cybox GmbH(Hrsg.): CMS Grundlagen: Was ist ein Content Management System?, http://www.cyres.de/cms-grundlagen/cms-definition/index.htm (17.05.2010 20:45)
contenido.org (a) o.V, four for business AG(Hrsg.): Was ist ein Content Management System - kurz CMS?, http://www.contenido.org/de/cms/Contenido/Was-ist-ein-CMS/index-c-170-3.html (17.05.2010 21:30)
PHP Journal 2/2008 Bold, Max: Musik, Idealismus & Business, http://www.typolight.org/tl_files/pdf/TYPOlight_PHP_Journal_022008.pdf
Wölfl (2007) Wölfl, Peter: XOOPS Websites entwickeln und gestalten mit Version 2.0.xx und 2.2.x, Addison-Wesley, 2007, ISBN 978-3-8273-2598-3
Reibold (2007) Reibold, Helmut F.: XOOPS kompakt - Das Administator- und Anwenderhandbuch, Bomots Verlag, 2007, ISBN 978-3-939316-30-5
Schilling (2009) Schilling, U., http://www.uni-due.de/imperia/md/content/zim/presseberichte/mysql_uni-duisburg-essen_anwenderbericht.pdf
Silvestrini (2007) Silvestrini, Stefano: Xoops - To Create Dynamic Web Sites Simply, Stevensword, Inc., 2007, ISBN 978-0976243236
xoops.org (a) o.V, XOOPS. Powered by You! (Hrsg.): XOOPS Support Forums, http://www.xoops.org/modules/newbb/ (10.06.2010 14:18)
xoops.org (b) Mamba (Username), XOOPS. Powered by You! (Hrsg.): About the Teams, http://www.xoops.org/modules/wfchannel/index.php?cid=17 (10.06.2010 15:12)
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