Auswirkungen der Finanzkrise auf den Markt der Speichertechnologien
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| Titel der Arbeit: | Auswirkungen der Finanzkrise auf den Markt der Speichertechnologien |
| Autoren: | Verena Herzhof, Marcel Schynowski |
| Hochschule: | Fachhochschule für Ökonomie und Management, Standort Duisburg |
| Betreuer: | Dipl.-Inf. Christian Schäfer |
Inhaltsverzeichnis |
1 Einleitung
Die Finanzkrise ist seit 2007 mit dem Zusammenbruch der US-amerikanischen Immobilienkrise im Umlauf. Jedes Unternehmen und jeder Privathaushalt verfolgt die Auswirkung der Krise auf dem US-amerikanischen Markt ebenso wie auf dem weltweiten Markt. Die Probleme auf dem weltweiten Bankensektor sorgen für Anspannung auf dem Finanzsektor. Aus der US-amerikanischen Finanzkrise ist eine Weltwirtschaftskrise entstanden, die in den Ländern unterschiedliche Auswirkungen darstellt. In einigen Staaten sind die kompletten Staatshaushalte, in anderen Staaten sind überwiegend Privathaushalte oder Unternehmen betroffen. Gerade der Boom der Computerindustrie in den vergangenen Jahren lässt die aktuelle Krise den Markt der Speichertechnologien nicht außen vor. Genauer betrachtet leidet der Markt seit einigen Jahren unter starken konjunkturellen Schwankungen. Ist die aktuelle Krise der Kollaps für den Markt der Speichertechnologien oder ergeben sich gerade in der aktuellen Phase Chancen auf Neuentwicklungen?
1.1 Geschichte der Speichertechnologien
1.2 Entwicklung der Finanzkrise
Die aktuelle Finanzkrise blickt auf ein bewährtes Geldsystem und der damit verbundenen Zins- und Zinseszins-Mentalität, die über die letzten Jahrzehnte hinweg verfolgt wurde. Schon in den vergangenen Jahrzehnten sind immer wieder Finanzkrisen entstanden. Allerdings haben sich die letzten Krisen nur auf bestimmte Länder oder Branchen beschränkt, z.B. die Finanzkrise am schwarzen Donnerstag im Jahr 1929 oder der Börsencrash im Jahr 1987. Der Auslöser der aktuellen Finanzkrise hat ihren Ursprung in der US-amerikanischen Subprime-Hypothekenkrise.
In den letzten Jahren haben die Finanzierungsgeber in den USA regelmäßig Kredite an Verbraucher (in der Regel Privathaushalte) vergeben, die nur eine geringe Bonität aufweisen konnten. Ausfälle wurden auf dem Bankensektor regelmäßig verbucht. Diese Verluste wurden mit höheren Zinsen und anderen Tilgungsmodalitäten mit einkalkuliert und gegenfinanziert. Die Finanzierung der „faulen Kredite“ erfolgte vornehmlich mit variablen Krediten. Diese Kredite hatten die Eigenschaft zu festgelegten Terminen das Zinsniveau an das aktuelle Hypothekenzinsniveau anzupassen. Seit 2004 wurde der Leitzins schrittweise von 1% auf 5,25% erhöht. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Zinserhöhungen durch den Anstieg der Häuserpreise finanziert. Die Erhöhung der Zinsen auf 5,25% führte zu einem Zahlungsschock der „faulen Kredite“, die vornehmlich mit variablen Krediteigenschaften abgeschlossen wurden. Dieser Zahlungsschock wiederum führte zu einer Vielzahl von Zwangsversteigerung der Häuser. Die stark erhöhte Ausfallrate der Kredite mit der anschließenden Zwangsversteigerung führte zu einem Überangebot an Häusern und somit wurde der Preisverfall der Immobilien ausgelöst. Die Finanzierungsgeber erlitten Verluste und mussten außerordentlich hohe ungeplante Abschreibungen vornehmen. Die US-amerikanischen Banken wandelten zu Beginn der Kreditvergabe die Papiere in Subprime Wertpapiere um. Weltweit haben Landesbanken und Zentralbanken in die Subprime Wertpapiere der US-Baufinanzierer investiert. Aufgrund der außerordentlich hohen ungeplanten Abschreibungen auf dem US-Finanzsektor verloren die Wertpapiere an Wert. Die weitreichenden Auswirkungen auf dem weltweiten Bankensektor waren bereits Ende 2007 zu spüren. Die Kurse der überbewerteten Wertpapiere brachen ein. Die Verluste aller beteiligten Banken nahmen einen ungeahnten und unerwarteten Einbruch der Liquidität. Bereits 2008 mussten etliche Banken um staatliche Hilfen bitten.
Die ersten Kreditinstitute auf dem US-amerikanischen Sektor mussten den Konkurs anmelden, darunter die Investmentbank Lehmann Brothers. Die Krise weitete sich schnell nach Europa aus. In Deutschland ist vor allem die Immobilienbank Hypo Real Estate schwer angeschlagen. Die britischen Banken Lloyds, Royal Bank of Scottland und Barclays mussten wegen ihrem Engagement für die Lehmann Brothers um staatliche Hilfen bitten. Gleichzeitig sind Anleger und Sparer beunruhigt, die Menschen sorgen sich um ihre Arbeitsplätze. Dies führt zu einer allgemeinen Unsicherheit und es wird allgemein weniger Geld ausgegeben bzw. investiert. Somit sind Unternehmen gleichermaßen wie Privathaushalten betroffen. Wegen intensiver Überprüfung der Bonität bei der Kreditvergabe ist es für Unternehmen und Privathaushalte schwierig größere Investitionen zu tätigen. Somit wird mehr Geld gespart und die Umsätze der Unternehmen sind rückläufig. In fast allen Ländern werden Rettungspakete beschlossen, die gleichermaßen Unternehmen als auch Privathaushalte Investitionen erleichtern sollen. Kurzfristig geben die Privathaushalte weiterhin genügend Geld aus, z.B. aufgrund der Abwrackprämie für die Autoindustrie. Die langfristigen Auswirkungen sind derzeit noch nicht absehbar.[9]
1.2.1 Verlauf der Technologieblase
Der russische Ökonom Nikolai D. Kondratieff veröffentlichte 1926 einen Aufsatz mit dem Titel „Die langen Wellen der Konjunktur“. Seine Entdeckung war, dass Basisinnovationen immer zu bestimmten Zeitpunkten in Häufungen auftreten. Die Einführung einer neuen Basistechnologie im Wirtschaftsleben sorgt für lange Konjunkturaufschwünge. Ist die Sättigung erreicht, folgt ein langer Konjunkturabschwung.
Kondratieff schwebte die Ausbreitung einer neuen Technologie vor, dargestellt mit der so genannten S-Kurve: Produkte und Märkte durchlaufen einen bestimmten Lebenszyklus. In der Entwicklungsphase besetzt das Produkt nur eine Nische, sein Erfolg und seine Durchsetzung sind noch keinesfalls gesichert. Die Verbreitung erfolgt langsam, da es noch unausgereift und teuer ist. Nur besonders innovationsfreudige Menschen und Unternehmen probieren es aus, wie um 1977 den Computer.
Die Wachstumsphase beginnt bei 10% Marktdurchdringung, wenn sich das Produkt prinzipiell bewährt und einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Die Umsätze steigen rasant und neue Wettbewerber treten in den Markt ein. Diese Zeit wird „Goldgräberstimmung“ genannt. Gegen Mitte der Wachstumsphase beginnt ein Ausleseprozess, da sich trotz eines weiter schnell wachsenden Marktes viel zu viele Unternehmen auf die neuen Chancen gestürzt haben. Gegen Ende dieser Phase findet noch einmal ein Ausleseprozess statt. Dann setzen sich die wenigen Großunternehmen durch, die die Struktur und Geschicke einer Branche für viele Jahrzehnte prägen werden. Ab 90% Marktdurchdringung flacht dann das Wachstum stark ab. Das Nischenprodukt ist dann endgültig zu einem Massenprodukt des täglichen Lebens geworden.
Derzeit diskutieren Ökonomen über die Endphase des fünften Kondratieff-Zyklus. Ende der 1970er Jahre, als IBM ein seit Jahrzehnten etablierter Gigant war, verfolgten zwei Ausnahmeunternehmer, Steve Jobs und Bill Gates eine Vision: ein Computer auf jedem Schreibtisch. Mit dieser Vorstellung konnte erst die wirkliche Verbreitung der Basistechnologie Computer stattfinden. Zwar war dieser schon seit Jahrzehnten nicht mehr aus den Unternehmen wegzudenken, aber erst mit dem Internet wurde der Computer zum Massenprodukt. Dabei ist zu beachten, dass ein Großteil dieser Entwicklung erst nach dem Platzen der Technologieblase – laut der Aussage von Kondratieff - stattgefunden hat. Eine Sättigung der Technologieblase in Bezug auf das Internet ist wahrscheinlich erst 2010 erreicht. Bis dahin werden Breitbandanschlüsse in Privathaushalten kontinuierlich ausgeweitet. Deswegen lässt sich nicht genau sagen, wann der fünfte Kondratieff sein Ende finden wird. Viele Entwicklungen haben beim Übergang zur Informations- und Kommunikationsgesellschaft stattgefunden: Handy, Internet, E-Commerce, Breitbandinternet, „maßgeschneiderte Medien“ und eine Virtualisierung vieler Produktions- und Dienstleistungsprozesse bis hin zum Outsourcing.
Bereits am Ende des ersten Kondratieff erweitert die Einführung neuer Technologien das Spielfeld auf eine globale Dimension. Das schafft Wachstumsimpulse, aber es entsteht in den alten Industrienationen ein hoher deflationärer Druck. Endet das fünfte Kondratieff, wird der Druck auf das Wirtschaftssystem ungeahnte Ausmaße annehmen. Schon heute haben wir durch die globale Vernetzung massive deflationäre Tendenzen. Fällt nun auch noch die Nachfrage aus, die durch die Umstellung auf eine neue Technologie geschaffen wurde, bedeutet dies für die Branche ein großes Problem. [11]
Einige Ökonomen vertreten die Meinung, dass der fünfte Kondratieff verkürzt werden sollte. Für den Computerboom in den vergangenen 10 Jahren müsste mindestens ein zusätzlicher Kondratieff eingeführt werden. Diese Theorie hat sich gerade in Deutschland verbreitet. Die Einkommenszahlen im Vergleich von 1997 und 1999 sprechen gegen diese Theorie eines sechsten oder gar eines siebten Kondratieff. [12]
Der Infineon-Chef Ulrich Schumacher berichtet bereits im Januar 2003, dass der stetige Innovationsprozess normal sei. Das Ziel von Forschern und Entwicklern bestehe seit je her in der regelmäßigen Anforderung die Geschwindigkeit zu steigern. [13]
1.2.2 Auswirkung der Krise in Japan
Japan erlebt von 1953 bis 1989 einen wirtschaftlichen Aufschwung. Japanische Produkte – Autos, Unterhaltungselektronik und Speicherchips – schienen den Weltmarkt zu überschwemmen. Japanische Firmen mussten während dieser Zeit kaum auf die Kapitalmärkte Rücksicht nehmen. Die sparsamen Japaner trugen ihr Geld zu den Geldinstituten, und diese wiederum verliehen es zu niedrigen Zinsen an Unternehmen. Zu dieser Zeit ging niemand davon aus, dass der Staat ein Geldinstitut in die Insolvenz gehen lassen würde. Japanische Unternehmen waren vom Druck der Kapitalmärkte befreit und konnten sich ganz der langfristigen Unternehmensstrategie widmen. Seit Anfang 1990 leidet Japan an einer Lähmung seiner Wirtschaft, die auf keinerlei Maßnahmen seitens der Politik reagiert.[14]
Beim Ausbruch der Subprime-Hypothekenkrise in den USA im Sommer 2007 wirkte sich erst ab Mitte 2008 auf die Gesamtwirtschaftslage in Japan aus. Die Folge ist, dass das Wirtschaftswachstum fiel und im negativen Bereich blieb. Zunächst einmal profitierten die japanischen Banken von der Subprime-Krise aus den Erfahrungen der eigenen Bankenkrise von 1997 bis 1999. [15] Japan konnte die globale Wettbewerbsposition stärken und wichtige Anteile auf dem internationalen Markt erwerben. Erst der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers und der Schwächung der Aktienmärkte ließen den Optimismus schwinden.
Im Frühjahr 2009 legt Japan zahlen offen, die von einem Einbruch im Gegensatz zum Frühjahr 2008 um 50% berichten. Seit der Erfassung vergleichbarer Daten aus Januar 1980 ist dies der heftigste Einbruch. Hauptsächlich vom Rückgang sind neben Autos und Fahrzeugteilen auch die Halbleiter betroffen. [16]
1.2.3 Stellung Europas in der Finanzkrise
Europa ist ein recht moderner Begriff für die vielen Staaten in einer geografischen Lage auf der Weltkugel. Vom 14. bis 18. Jahrhundert galten alle Staaten, die heute Europa darstellen, als „christliche Welt“. Im Jahr 1771 werden zum ersten Mal die Bürger aller Staaten als Europäer bezeichnet. Obwohl die Staaten eigenständig handelten haben die Europäer viele gemeinsame Eigenschaften. So z.B. das gemeinsame christliche Erbe und politische, wirtschaftliche und kulturelle Verhältnisse, außerdem die Furcht vor Einflüssen aus Amerika, Asien und Afrika.[17]
Bereits 1950 gab es erste Pläne für eine engere Zusammenarbeit. Die Gründungsmitglieder der Europäischen Union vereinten sich wirtschaftlich und politisch, um einen dauerhaften Frieden zu gewährleisten. Im Laufe der Jahrzehnte treten immer mehr Länder dem Bündnis der EU hinzu, die Europäische Union (in den Anfangszeiten: Europäische Gemeinschaft) wuchs. Im Jahr 1993 bricht der Kommunismus in Mittel- und Osteuropa und der Binnenmarkt ermöglicht den freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Personen und Kapital. [18]
Ökonomen sehen die Schaffung eines einheitlichen Binnenmarktes in Europa keinesfalls als Sicherung der Stellung Europas in der Welt, sondern der Binnenmarkt verlangsamt bestenfalls den relativen Abstieg. Im vergangenen Vierteljahrhundert ist der Anteil Europas am Weltsozialprodukt um 30% gesunken. Europa entwickelt keine tief greifende Computerindustrie und keine nennenswerte Unterhaltungselektronik, kaum noch Textil- und Spielzeugproduzenten, und in vielen anderen Brachen fällt es immer weiter zurück. Europa war im 19. Jahrhundert die Wiege der modernen Industriegesellschaft. [19] Anfang der 1990er Jahre diskutiert die europäische Industrie über die Frage, ob eine eigenständige, von Japan und den USA unabhängige Chip-Industrie überhaupt nötig sei. Schnell wird deutlich, dass die Entwicklung anwendungsspezifischer Chips stattfindet, nur so kann sich die mittelständische geprägte Industrie vom Maschinenbau bis zur Elektrotechnik beweisen. Der europäischen Industrie wird bewusst, dass sie auf diesem Sektor vertreten sein muss. Allerdings wird die Aufholjagd der Europäer als nicht mehr sinnvoll angesehen, da Japan bereits eine dominante Stellung auf diesem Sektor übernommen hat. Wichtig ist dabei, dass die europäische Industrie die Dominanz der Japaner akzeptiert und mit dem entsprechenden Importanteil von 80% lebt. Diese Abhängigkeit kann zu Wettbewerbsbenachteiligungen der Europäer auf dem Markt führen. Spezialisiert sich die europäische Industrie auf die Herstellung und Weiterentwicklung auf dem ASICs Markt, können hier erhebliche Wettbewerbsvorteile für den europäischen Markt liegen. [20]
Die Finanzkrise aus den USA weitete sich zügig nach Europa aus. In jedem europäischen Mitgliedsstaat sanken die Kurse der Immobilienbanken. In Deutschland machte die Hypo Real Estate den Anfang. Nur die Bundesregierung konnte das Unternehmen retten. Die britischen Banken hatten sich vor kurzem noch stark für die Lehmann Brothers engagiert. Doch das Engagement endet mit der Bitte um finanzielle Unterstützung durch die britische Regierung. Im Oktober 2008 meldet Island einen möglichen Staatsbankrott. Gerüchten zufolge erwartet Island eine Finanzspritze aus Russland. Allen staatlichen Rettungsversuchen zum Trotz, sanken im europäischen Gebiet die Aktienkurse weiter. Die Auswirkungen der Krise weiten sich auf den Arbeitsmarkt aus. Alle europäischen Regierungen beschließen milliardenschwere Konjunkturpakete. Zusätzlich beschließt die EU weitere Sicherheiten für die Privathaushalte und Staaten. [21]
Im Prinzip können sich Volkswirtschaften auf viererlei Weise verschulden: 1. der Staat kann sich bei den Bürgern verschulden 2. der Staat kann sich im Ausland verschulden 3. die Unternehmenssektor kann sich auf den Kapitalmärkten verschulden 4. die Privathaushalte können sich insgesamt verschulden
In Japan führte die Politik der Geldmengenexpansion vor zwanzig Jahren zu einer Verschuldung der Unternehmen, in den USA zu einer Verschuldung der Privathaushalte und in Europa sind die Staaten die Schuldentreiber. Die Schulden der öffentlichen Haushalte im Euroraum waren 2004 mit durchschnittlich 71,1% des BIP zur etwas höher als in Japan 1989 (68,6%) oder in Amerika 2006 (61,7%). Man muss aber bedenken, dass der europäische Kontinent seit zwei Jahrzehnten ein äußerst mageres Wachstum aufweist, obwohl das weltwirtschaftliche Umfeld vergleichsweise günstig war. Ein Großteil der Schulden in Europa wurde mit dem Ziel aufgenommen, die Wirtschaft zu beleben, aber dies ist nicht gelungen. Die Auswirkungen mit dem Platzen der Technologieblase und die Folgen der Finanzkrise für Europa sind heute noch nicht abzusehen. [19]
2 Grundlagen
Im vorherigen Kapitel lag der Fokus bei der Geschichte und der Entwicklung der Speichertechnologie und der weltweiten Finanzkrise. Dieses Kapitel beschreibt die Grundlagen und Voraussetzungen für den Halbleitermarkt. Die Grundlage von Halbleitern ist das Silizium. Es werden zur Herstellung von Wafer aus Silizium sogenannte Einkristalle erzeugt. Die Herstellung von großen Einkristallen, wird mittels Animpfverfahren von geschmolzenem Ausgangsmaterial mit Hilfe von kleinen Einkristallen durchgeführt. Da diese Einkristalle zylinderförmig sind, können nun scheibenweise die Wafern herausgeschnitten werden. Somit entsteht eine kreisförmige dünne Platte, welche als Wafer bezeichnet wird. Diese können für den Einsatz von Solarpanels dienen oder für die Herstellung von Speicherchips verwendet werden. [22]
2.1 Silizium
Im Halbleiterbereich wird hochreines kristallines Silizium verwendet. Der Hintergrund, warum Silizium verwendet wird, ist derer, dass Silizium ein Halbleiter ist. Die Herstellung von Silizium wird mit Hilfe von Quarzsand oder Quarzkies ermöglicht. Da diese Produkte Siliziumdioxid beinhalten, wird mit Hilfe eines sehr starken energie-intensiven Prozess aus Quarz und Kohlenstoff reines Silizium gewonnen. Als erster Schritt zur Erstellung von Silizium, welches für Wafern verwendbar ist, wird der Quarzsand bzw. Quarzkies auf 1650° C erhitzt. Aus dem somit resultierenden chemischen Prozess entsteht das sogenannte Rohsilizium. Es beinhaltet eine Reinheit von 99%. Dieses metallische Rohsilizium ist ein sprödes und hartes Metall, welches eine dunkelgraue Farbe hat. Im zweiten Schritt spricht man von der Herstellung des Polykristallinen-Siliziums. Durch weitere chemische energie-intensiven Reaktionen entsteht am Ende ein bis zu 100%iges reines Silizium. Dieses Silizium ist so rein, dass auf 10 Mrd. Siliziumatome ein Fremdatom auftritt. Diese fast 100%ige Reinheit hat den entscheidenen Vorteil, je reiner das Silizium wird, umso dichter können die zukünftig aufgebrachten Schaltkreise hergestellt werden. Des Weiteren werden die Chips leistungsstärker je dichter diese hergestellt werden. Da die Reinheit des Siliziums alleine dem Halbleitermarkt nicht genügt, muss sichergestellt werden, dass das sogenannte Kristallgitter gleichmäßig ist. Das bedeutet, jedes Atom muss den exakt gleichen Abstand und Winkel zum nächstgelegen Atom haben. Dies ist nur möglich indem das Polykristalline-Silizium erneut stark geschmolzen wird. Mittels Impfkristall, welcher eingetaucht und langsam herausgedreht wird, entsteht ein so genannter Einkristall. Dieser Einkristall ist ein zylinderförmiger Stab, welcher eine Länge von 2 Metern und einen Durchmesser von 30 cm ausmacht. Durch die anschließende Dotierung besteht die Möglichkeit Fremdatome in die Schicht bzw. in das Grundmaterial eines integrierten Schaltkreises einzubringen. Da diese Fremdatome Störquellen im Halbleitermaterial darstellen, ermöglichen diese die Veränderung der Eigenschaft des Ausgangsmaterial bezüglich Leitfähigkeit und Kristallstruktur.[25]
2.2 Wafer
Ein Wafer ist eine in etwa 1mm dicke Scheibe, welche überwiegend in kreisförmiger Form hergestellt wird. Auf diesem Substrat werden elektronische Bauteile und Schalkreise hergestellt. Als Beispiel kann man hier die Herstellung von Speicherchips und Solarpanels hervorheben. Wurden im Jahr 2008 noch häufig Wafer auf 90-nm-Technologie gefertigt, werden immer mehr Wafer auf 45-nm-Technologie hergestellt. Das am häufigsten eingesetzte Material, welches für die Herstellung von Wafern dient, ist wie im vorherigen Kapitel 2.1 das monokristallinem Silizium. Bei der Produktion gilt zu beachten, dass je größer ein Wafer ist, desto mehr Schalkreise(Chips) lassen sich auf diesem Wafer herstellen. Des Weiteren gilt der geometrische Verschnitt bei größeren Wafern als klein in Relation zu kleineren Wafer. Das hat zur Folge, dass mit größeren Wafer kostengünstiger produziert werden kann. Um aus einem Wafer Speicherchips herzustellen, wird der Wafer mehreren Veredelungsprozess unterzogen. Um die bestmögliche Oberfläche zu erhalten, wird die Oberfläche poliert, beschichtet und gemessen. Das heißt, die Oberfläche des Wafer wird mit Hilfe von Laugen oder Salpetersäure-Flusssäure-Gemische abgeätzt. Hierbei werden auch die Kanten abgerundet. Am Ende werden Schaltungsstrukturen aus Silber und Chrom in die Oberfläche eingeätzt.[27][28]
2.3 Halbleiterspeicher
Es gibt verschiedene Arten von Speichertechnologien. Zwei wichtige Speicherverhaltensweisen sind der flüchtige Speicher und der nichtflüchtige Speicher. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Verhaltensweisen, finden beide in verschiedenen Funktionen ihre Aufgaben. Seit einiger Zeit ist ein gewisser Trend zu beobachten. Da Flashspeicher im Laufe der letzten Jahre immer günstiger geworden sind, ist festzustellen, dass magnetischer Datenspeicher, wie zum Beispiel der Festplatte immer mehr an Bedeutung verlieren. Auch die optischen Datenträger wie zum Beispiel die CD oder DVD werden im Laufe der Jahre immer weiter an Bedeutung verlieren, wenn die Preise des SSD Datenträgers weiterhin fallend verlaufen. Es bleibt zu beobachten, ob das aktuelle optische Datenmedium Bluray weiterhin entgegen diesen Trend sich behaupten kann. Des Weiteren ist ein Halbleiter ein Festkörper welcher Temperaturabhängig ist. Es gilt, je höher die Temperatur, umso besser leitet ein Halbleiter. Dies ist nur mittels Fremdatomen anderer Hauptgruppen möglich. Dieser Vorgang, welcher im Kapitel 2 vorgestellt wurde, nennt man Dotieren. [29]
2.3.1 Flüchtige Speicher
Der bekannteste flüchtige Speicher ist der sogenannte Arbeitsspeicher. Der Inhalt des Arbeitsspeichers ist bei einem ausgeschalteten Computersystem leer. Während des Starts eines Computers wird der Arbeitsspeicher (RAM) mit den wichtigsten Programmen, welche für das Starten des Systems wichtig sind gefüllt. Im Gegensatz zum nichtflüchtigen Speicher, wie zum Beispiel einem USB Stick, verliert der flüchtige Speicher nach dem Ausschalten des Systems wieder den Inhalt, womit er während der Inbetriebnahme gefüllt wurde. Er hat aber den Vorteil, dass er schneller als nichtflüchtiger Speicher ist. Das hat zur Folge, dass Computersysteme mit größerem Arbeitsspeicher schneller arbeiten als Computersysteme mit wenig Arbeitsspeicher. Flüchtiger Speicher sind alle Arbeitsspeichermodule wie zum Beispiel DRAM, SDRAM, EDORAM.[31][32]
2.3.2 Nichtflüchtige Speicher
Das Gegenstück des flüchtigen Speichers (RAM) wird auch das sogenannte ROM bezeichnet. Einen nichtflüchtigen Speicher bezeichnet man, wenn der Speicherinhalt, unabhängig des Betriebszustandes eines Computersystems, nicht verloren geht. Das heißt, wenn ein Computersystem stromlos ist, behält ein ROM seinen Speicherinhalt. Ein Beispiel für ein ROM wäre, die CD-ROM. Der Speicherinhalt wird auf einer CD-ROM mittels CD-Brenner gebrannt. Dieses Medium kann samt seinem Inhalts auf anderen Computersystemen verwendet werden. Im Falle einer CD-ROM können die beinhalteten Daten nicht mehr verändert werden, während im Falle eines Einsatzes einer Festplatte oder eines Flashspeichers die Möglichkeit besteht, Daten beliebig zu ändern. Auch bei diesen Medien geht der Speicherinhalt bei fehlender Stromzufuhr nicht verloren. Dieser Vorteil geht aber zu Kosten der Schreib und Lesegeschwindigkeit. So wird ein nicht flüchtiger Speicher die Lese-/Schreibgeschwindigkeit eines flüchtigen Speichermediums nicht erreichen. Beispiele für nichtflüchtige Datenspeicher sind Flashspeicher (SD, CF), USB-Sticks, Festplatten, CD, DVD, Bluray.
3 Hersteller
Die wichtigsten drei Herstellerkategorien, welche für die Produktion von Halbleitern relevant sind, sind die Bereiche Silizium, Wafer und die daraus resultierenden Endprodukte. Als Endprodukt kann die Produktion von DRAM Modulen bezeichnet werden.
3.1 Siliziumhersteller
Die größten Siliziumhersteller weltweit sind die Firmen Hemlock Semiconductor, MEMC Electronic Materials, Renewable Energy Corporation, Tokuyama und Wacker. Der deutsche Konzern Wacker wurde 1903 als Consortium für elektrotechnische Industrie GmbH gegründet. Am 13. Oktober 1914 ist die Wacker-Chemie GmbH gegründet worden. Seit dieser Zeit werden Verfahren zu chemischen Produkten entwickelt. Die weltweite Produktion und Entwicklung gründet sich auf mehreren Tochterunternehmen, die seit den 1970er Jahren kontinuierlich ausgeweitet wurden. Im Jahr 1996 wurde die Wacker Siltronic AG in eine Aktiengesellschaft umfirmiert. 2002 wurde der Siltronic-Produktionsstandort in Freiberg für die neue Produktionslinie 300-mm-Wager ausgebaut. In den Jahren 2005 und 2006 firmierte die Wacker-Chemie GmbH in die Wacker Chemie AG um. Seit 2007 werden im neuen Gemeinschaftsunternehmen SCHOTT Solarwafer hergestellt.
3.2 Waferhersteller
Die vier größten Waferhersteller weltweit sind SEH, Sumco, MEMC Electronic Materials und Siltronic AG. Die Firma Siltronic ist die einzige Firma in Europa welche Wafer für die Halbleiterindustrie herstellt. Sie hat ihren Sitz in München und ist eine 100%ige Tochter der Wacker Chemie AG, welche auch in Deutschland ihren Sitz hat.
So produzieren diese großen Wafernhersteller für Speicherchiphersteller die fertigen Wafer auf welchen dann die Speicherchips hergestellt werden. Des Weiteren stellen Firmen wie Wacker in Deutschland auch Wafer für den Solarmarkt her.[34]
3.3 Speicherhersteller
Den größten Marktteilnehmer im Speicherchipmarkt für DRAM Bausteine stellt mit über 30% die Firma Samsung dar. Die nächstfolgenden Mitstreiter sind die Firmen Hynix, Elpida und Micron.[35] Samsung hat seinen Firmensitz wie der zweitgrößte DRAM Speicherchiphersteller Hynix in Südkorea. Hynix hält einen Marktanteil von über 20%. Der drittgrößte DRAM Hersteller weltweit ist Elpida. Elpida hat seinen Sitz in Japan und hält einen Marktanteil von knapp über 15%. Der viertgrößte Hersteller ist Micron (Stand 2008). Da die deutsche Firma Qimonda Anfang diesen Jahres (2009) Insolvenz angemeldet hat, werden die damit 9% Marktanteil welche Qimonda bis Ende des Jahres 2008 noch besaß, demnächst unter den vier großen Hersteller aufgeteilt. Nachdem Qimonda Insolvenz beantragt hat, ist die Firma Micron einer der kleinsten Markteilnehmer im DRAM Bereich.[36]
Die Firma Qimonda ist ein Tochterunternehmen der Firma Infineon. Sie besaß Fertigungswerke in den USA, Portugal und Deutschland. Da Qimonda am 23. Januar 2009 Insolvenz beantragt hat, wurde das Werk in den USA im Februar 2009 geschlossen. In Deutschland und Portugal wird weiterhin produziert, wobei in Deutschland mit verminderter Kapazität produziert wird.[37]
4 Auswirkungen
Das folgende Kapitel zeigt die Auswirkungen, welche durch die weltweite Finanzkrise auf dem Markt der Speichertechnologien hervorgerufen wurden. Es werden die Auswirkungen dargestellt, wie stark die Firmen ihre Arbeitsplätze aufgrund des fallenden Speicherchippreises und sich der daraus hergestellten Überkapazität abbauen. Hinzukommend gilt der Fokus den Umsatzentwicklungen auf diesem Markt und der sich daraus resultierenden Fusionen und Kooperationen. Genauer wird der Fall Qimonda betrachtet, die aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage den Insolvenzantrag Anfang des Jahres 2009 gestellt hat.
4.1 Arbeitsplätze
Der Arbeitsmarkt auf dem Markt der Speichertechnologie ist wie in allen anderen Branchen stark angeschlagen. Obwohl die meisten Unternehmen bisher noch keine Massenentlassungen oder gar Insolvenzen beantragt haben, wird vor allem die Zurückhaltung bei Einstellungen bekannt gegeben. Vereinzelte Fachkräfte werden für spezielle Bereiche weiterhin gesucht und auch eingestellt.
Für die Wacker Chemie AG bedeutet die Arbeitsmarktlage für 2009 die Zurückhaltung bei der Einstellung neuer Mitarbeiter sowie Budgeteinsparungen. Obwohl die AG zum Abschluss des Jahres 2008 ein Superergebnis erzielt hat, blickt Konzernchef Rudolf Staudigl auf ungemütliche Zeiten. Daraufhin hat die Wacker Chemie AG bereits im Januar 2009 für den Geschäftsbereich Siltronic für 6 Monate Kurzarbeit angemeldet. [38] Laut erstem Quartalsbericht aus 2009 der Wacker Chemie AG, hat im Vergleich zum ersten Quartal 2008, die Zahl der Mitarbeiter gering zugenommen. Die Prognosen des Konzernchefs lassen jedoch auf keinen weiteren Anstieg der Mitarbeiterzahlen schließen. [39] Die Mitarbeiterzahlen der Firma Infineon sinken vom Herbst 2008 bis Ende des ersten Quartals 2009 um ca. 3000 Mitarbeiter. Das Unternehmen hat seine Produktion niedriger eingestellt. Das nächste Ziel ist es die Lagerbestände massiv bis zum Ende des zweiten Quartals 2009 abzubauen. [40] Seit Anfang 2009 hat Infineon für die verbleibende Belegschaft für die Werke Dresden, Warstein und Regensburg Kurzarbeit eingeführt. Bereits zu Beginn des zweiten Quartals ist die Kurzarbeit für die Werke in München und weiteren kleineren Niederlassungen vorgesehen. Die Kurzarbeit ist bereits mit den Arbeitnehmervertretern abgesprochen und gilt, wie für die anderen Werke ebenfalls, für 6 Monate. Insgesamt sind von der Kurzarbeit am Standort Deutschland bei Infineon 9000 Mitarbeiter betroffen. Aber auch die ausländischen Werke sind von der Produktionsdrossel betroffen und bleiben von personellen Veränderung nicht verschont. Der Konzernchef Peter Bauer hat ein Sparprogramm samt Stellenstreichung aufgelegt, denn an roten Zahlen im Gesamtjahr 2009 kommt Infineon nicht vorbei. [41]
Der Speicherchiphersteller Micron hat bereits Ende August des abgelaufenen Geschäftsjahres 2008 ca. 2700 Arbeitsplätze abgebaut. Zusätzlich ist bereits eine Produktionslinie für die Flash-Speicherherstellung geschlossen worden. Als viertgrößter DRAM-Hersteller (Stand 2008) mit einem Marktanteil von ca. 11% ist das Unternehmen von der Krise nicht verschont geblieben. Seit über einem Jahr fallen die Verkaufspreise und die Ursache hierbei liegen wiederum in der hohen Überkapazität der Fertigungsanlagen. Wie bei anderen Herstellern gilt auch für Micron, dass für alle Produktionsstätten die Produktionsmengen gedrosselt werden müssen, um den Lagerbestand abzubauen. Micron wird weitere Produktionslinien komplett schließen und im Verlauf der nächsten zwei Jahre sollen weltweit weitere 18.250 Arbeitsplätze abgebaut werden. Dies bedeutet einen Beschäftigungsrückgang um 15%.[42]
Der südkoreanische Chiphersteller Hynix schließt aufgrund des massiven Preisverfalls bereits Mitte 2008 die Produktionsanlage in den USA. Seit 10 Jahren wurden dort Speicherchips hergestellt. Die Zukunft für die dort 1.200 Beschäftigten ist zu diesem Zeitpunkt noch ungewiss, weil laut Angaben der Firmensprecher bisher noch der Verkauf der Fabrikgebäude, Ausrüstungen und dem Grundstück an einen anderen Chiphersteller in Erwägung gezogen werden. Gerade für die Familien der Beschäftigen bedeutet die Werkschließung einen harten Schlag, da das südkoreanische Unternehmen das Anderthalbfache des landeskreisweit üblichen durchschnittlichen Jahresgehaltes bezahlt hat. Hynix begründet die Schließung der Produktionsstätte vor allem mit dem Umstieg auf eine modernere Wafer-Produktion in China. [43]
4.2 Umsatzentwicklung
Die Umsatzzahlen der Halbleiterhersteller zeigen einen deutlichen Rückgang. Dieser Rückgang ist einerseits durch den massiven Einbruch der Preise zu erklären. Aber die Finanzkrise lässt die Absatzzahlen ins negative sinken. Die Auswirkungen der geringeren Umsätze zeigen sich deutlich in den Arbeitsplatzzahlen, welche im Laufe der letzten Monate fallend verlaufen. Aus den aktuellen Zahlen des Brachenverbandes Semiconductor Industry Association (SIA) geht hervor, dass sich die Umsatzzahlen drastisch verändert haben. Der Bericht zeigt, wie deutlich sich die Umsatzzahlen im Vergleich des Februars 2008 zum Februar 2009 um 30,4% eingebrochen sind. Dieser Rückgang ist seit Jahren für die Branche der erste Rückgang. Es ist davon auszugehen, dass der Tiefpunkt dieser Umsatzzahlen noch nicht das Ende erreicht hat. [45]
Die Marktforscher von DRAMeXchange haben die Analysen für das 1. Quartal 2009 vorgelegt. Trotz angekündigt steigender Preise für die DRAM-Speicherchips sinkt der Umsatz um weitere 22,4%. Die Preise der Hersteller sind für langfristige Verträge fast auf die Herstellungskosten gesunken, was teilweise auf die Überkapazitäten der Unternehmen zurückzuführen ist. Erste Preisstagnationen und –erhöhungen konnten am Spot-Markt verzeichnet werden. Auch die Insolvenz von Qimonda wirkt sich auf die verbleibenden Unternehmen positiv aus. So können z.B. Samsung und Hynix die ausfallende Produktion von Qimonda auffangen und ihre Absätze weiter sichern. Die Umsatzzahlen für die Flash-Speicher sind weniger rückläufig und verzeichnen nur 2,4% weniger Umsatz. [46]
Laut dem ersten Quartalsbericht 2009 der Wacker Chemie AG ist der Umsatz um 14% gesunken. Trotz des positiven Netto-Cashflow von über 70 Mio. € sinkt das operative Ergebnis um 46%. Die Erwartungen des Unternehmens für das Gesamtjahr 2009 sind nicht positiv. Ingesamt wird der Umsatz und das Gesamtergebnis für 2009 deutlich unter dem Vorjahr erwartet. Um dem Unternehmen weiterhin Chancen auf ein weiteres Bestehen zu ermöglichen, werden auch im laufenden Geschäftsjahr ca. 800 Mio. € in strategische Wachstumsprojekte investiert. [39]
Nach dem zweiten beendeten Geschäftsquartal von Infineon liegt der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 29% niedriger. Jedoch fällt der Verlust geringer als erwartet aus, weil insgesamt weniger Qimonda-Lasten zu berücksichtigen sind. Laut Vorstandssprecher zeigen die Maßnahmen zur Kostensenkung deutliche Effekte. Gerade die Wachstumsmärkte werden mit den Schwerpunkten Effizienz, Kommunikation und Sicherheit dem Unternehmen Sicherheiten bieten.[40]
| Firma | Umsatz 2008 | Marktanteile 2008 | Umsatz 2007 | Veränderung 2008 zu 2007 |
|---|---|---|---|---|
| Intel | 33,81 | 13,3% | 33,99 | -0,5% |
| Samsung | 17,39 | 6,8% | 20,46 | -15,0% |
| Toshiba | 10,60 | 4,2% | 11,82 | -10,3% |
| Texas Instruments | 10,59 | 4,2% | 11,77 | -10,0% |
| STMicroelectronics | 10,27 | 4,0% | 9,97 | 3,1% |
| Infineon | 8,46 | 3,3% | 10,19 | -17,0% |
| Renesas | 7,08 | 2,8% | 8,00 | -11,5% |
| Qualcomm | 6,48 | 2,5% | 5,62 | 15,3% |
| Hynix | 6,01 | 2,4% | 9,10 | -34,0% |
| NEC Electronics | 5,77 | 2,3% | 5,59 | -3,2% |
| Andere | 138,55 | 54,3% | 143,03 | -3,1 |
| Gesamtmarkt | 255,01 | 100,0% | 269,54 | -5,4% |
Wie der oben dargestellten Tabelle zu entnehmen ist, zeigen die Umsatzzahlen auf dem weltweiten Halbleitermarkt für die Jahre 2007 und 2008 einen starken Rückgang auf. Laut den Analysten von Gartner gibt es einen weltweiten Rückgang von mehr als 5%. Der Brachenverband SIA hingegen hat lediglich einen Rückgang von 2,8% berechnet. Die Gartner-Analysten verkünden für das Jahr 2009 keine positiven Prognosen. Voraussichtlich wird ein Umsatzrückgang aller analysierten Unternehmen von 24% erwartet[48] . Eine Erholung des Umsatzes auf dem Speichermarkt ist frühestens für das Jahr 2010 zu erwarten. Dies ist vor allem damit zu erklären, dass voraussichtlich einige Produzenten von DRAM- und Flash-Speicher in ernstere Schwierigkeiten oder gar bis in die Insolvenz gehen. Dadurch sind Preissteigerungen zu erwarten und somit ist ein Umsatzanstieg möglich.[48] Der Tabellen kann entnommen werden, dass sich die Marktanteile der Unternehmen kaum verändert haben. Intel ist weiterhin der Marktführer auf dem Halbleitermarkt. Der Umsatz von Intel hat sich kaum ins negative verändert. Auch wenn die drei Unternehmen STMicroelectronics, Qualcomm und NEC Electronics eine positive Umsatzveränderung verzeichnen konnten, liegt das Gesamtergebnis auf dem Markt im negativen Bereich. Den größten Umsatzrückgang verzeichnet das südkoreanische Unternehmen Hynix, welches im Sommer 2008 Konsequenzen in den USA eingeleitet hat.
Der Brachenverband ZVEI prognostiziert für das Jahr 2009 einen voraussichtlichen Umsatzrückgang von 23%. Allerdings hoffen die Analysten auf eine Trendwende ab August diesen Jahres. Langfristig kündigen die Analysten ab den Jahren 2014/2015 eine Anknüpfung der Branche an die früheren Wachstumsraten an. Die derzeit herrschende Marktbereinigung mit Zusammenschlüssen von Unternehmen sind mitunter ein Auslöser der kommenden Trendwende. [49]
| Wie man den beiden Grafiken entnehmen kann, hat sich innerhalb eines Jahres der Marktanteil im DRAM Markt deutlich verändert. So haben die beiden südkoreanischen Chip Hersteller Samsung und Hynix ihren Vorsprung als erster und zweiter führender Hersteller im DRAM Markt ausgebaut. Die amerikanische Firma Micron und der japanische Chiphersteller Elpida tauschten die Plätze 3 und 4. Den größten Einbruch musste die insolvente Firme Qimonda aus Deutschland verzeichnen. Hatte sie im 1. Quartal 2008 noch einen zweistelligen Marktanteil, so hat sich dieser innerhalb eines Jahres mehr als halbiert. | Abb. 9: Markanteil DRAM Markt Q1/2008[52] | Abb. 10: Markanteil DRAM Markt Q1/2009[53] |
| In der folgenden Grafik wird deutlich, wie stark die Marktmacht der einzelnen Ländern ist. Hierbei ist gut zu erkennen, dass die dominierende Rolle durch Südkorea vertreten ist. Die beiden Firmen Samsung und Hynix besitzen Ende 2008 mehr als 50 % Marktmacht im DRAM Markt. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass der Anteil Deutschlands durch Qimonda seit der Insolvenz keine große Rolle mehr zuzuordnen ist. | Abb. 11: Marktmacht DRAM Q4/2008 nach Ländern[54] |
4.3 Fusionen, Kooperationen und Partnerschaften
Als Folgen der Krise werden auf dem DRAM Markt die ersten Anzeichen von Fusionen, Kooperationen und Partnerschaften verzeichnet. Von den einst vielen Herstellern für Speicherchips sind nur wenige, aufgrund des hohen Preisverfalls, übrig geblieben. Die in den letzten Jahren anhaltenden Milliarden Verluste, lassen Insolvenzen bei den Unternehmen zu. Das beste Beispiel hierfür ist Qimonda. In Taiwan sind viele DRAM-Hersteller die Stützen der dortigen Wirtschaft. Somit verlangt die Regierung von Taiwan überzeugende Wirtschaftspläne für die Zukunft der ansässigen Unternehmen, um einen Rettungsplan mit Geldspritzen auszuarbeiten. Die japanische Firma Elpida ist weltweit der drittgrößte DRAM-Hersteller und betreibt seit 2007 mit den taiwanischen Unternehmen Powerchip Semiconductor das Joint Venture Rexchip Electronics.[55]
Anfang April 2009 wurde bekannt gegeben, dass der japanische Chiphersteller Elpida Technologiepartner der Taiwan Memory Company sei. Dieser Holding gehören die taiwanischen Chip Unternehmen an. Zudem bemüht sich die Holding um einen Verbündeten im US-Konkurrenten Micron. Mit dieser Partnerschaft versucht die Regierung in Taiwan die unter dem drastischen Preisverfall leidende Branche im eigenen Land zu stützen, da die Hersteller aus Taiwan allein zu klein sind. Es ist möglich, dass weltweit drei große Unternehmen übrig bleiben, Samsung, Hynix und die Taiwan Memory Company. Die Holding konzentriert sich auf die Herstellung von Chips für Mobiltelefone. Dafür plant die Regierung einen Anteil von unter 50% und einer Kapitalspritze von bis zu 669 Mio. Euro.[56]
Die Taiwan Memory Company hat in Taiwan keine eigene Forschungsabteilung und müssen hohe Lizenzgebühren an ausländische Konkurrenten zahlen. Zukünftig soll die Holding von ausländischen Wettbewerbern Schlüsseltechnologien und –patente abkaufen und mit der zugekauften Technologie die Speicherchips vor Ort herstellen lassen. Bisher lizenziert Micron Technologien für die taiwanischen DRAM-Hersteller, daher ist die Holding um ein Bündnis mit Micron bemüht.[56]
Bereits kurz nach den Bemühungen für ein Bündnis der Taiwan Memory Company mit Micron, erteilt Micron dem taiwanischen Wirtschaftsministerium eine Absage. Als Grund für die Absage war die Sorge die eigene Technologie an das japanische Unternehmen Elpida und demzufolge an die Holding zu verlieren.[57]
Werden die spekulierten Fusionen zu Stande kommen, gibt es mittelfristig nur 4 Teilnehmer auf dem DRAM Markt, die sich 95% des Marktanteils aufteilen. Somit besteht der Markt dann aus den vier großen Unternehmen Samsung, Hynix, Elpida bzw. TMC und Micron. Als Folge sind in kurzer Zeit steigende Marktpreise aufgrund weniger Wettbewerbern zu erwarten.
4.4 Der Fall Qimonda
Im Jahr 1948 stellt Siemens die ersten Transistoren her. Ende des 20. Jahrhunderts trennt sich Siemens von der Sparte der Halbleiterherstellung und gründet das Tochterunternehmen Infineon.[58] Im Mai 2006 trennt sich das Unternehmen Infineon von der Chipsparte DRAM und gründet ein neues Tochterunternehmen namens Qimonda mit Sitz in München. Qimonda wird sich ausschließlich auf den Markt der Speicherchips konzentrieren, während Infineon künftig nur Logik-Chips für Autos und Handys herstellen wird. Das Ziel von Infineon-Chef Wolfgang Ziebart ist der Schritt an die Börse, um die angeschlagene Sparte in die Zukunft zu führen.[59] Nur wenige Monate später findet der IPO für das Unternehmen Qimonda statt. Der Anteil einer Aktie soll mit 16 bis 18 Dollar gehandelt werden.[60] Im Januar 2009 meldet Qimonda mittels eines Eigenantrags die Insolvenz an. Das Unternehmen teilt mit, dass wesentliche Unternehmensteile im Rahmen der Insolvenz saniert werden sollen. In Verhandlungen mit potentiellen Geldgebern und Investoren werden die dafür notwendigen finanziellen Mittel verhandelt. Eine Finanzierungslücke von 300 Mio. Euro sei überwiegend dem Preisverfall der DRAM-Speicherchips zuzuschreiben. Bereits im Dezember des Vorjahres seien Qimonda Rettungspakete aus dem Freistaat Sachsen und von Infineon selbst zugesichert worden. Ohne die Bewilligung einer Bürgschaft des Bundes und Sachsens kündigen die Qimonda-Sprecher für Anfang 2009 eine Zahlungsnot an.[61] In der erst kurzen Börsengeschichte seit 2006 verzeichnet Qimonda bereits seit dem zweiten Kalenderjahr 2007 einen Rückgang der Aktienkurse. Seit dem vierten Quartal 2007 übertrifft dieser Rückgang sogar den Umsatz des Unternehmens. Mitunter einer der Gründe für das Scheitern des Unternehmens liegt darin, dass seit Jahren ein Überangebot von Speicherchips auf dem Markt vorhanden ist und bisher eine entsprechende Marktbereinigung nicht stattgefunden hat. Die Folge daraus ist, dass die Marktbereinigung längst überfällig ist und einer oder mehrere Anbieter von Speicherchips aus dem Markt verschwinden müssen. Alle bevorstehenden Pleiten von Speicherherstellern wurden schon Anfang des 21. Jahrhunderts Milliardenkredite durch staatliche und halbstaatliche Banken finanziert. Aus der Politik des freien Marktes ist die Konsequenz, dass Qimonda keine Staatshilfen des Bundes erwarten kann.[62] Die Analysten von iSuppli führen neben dem schlechten Speicherchipmarkt noch zwei weitere Gründe auf, die Qimonda in die Insolvenz geleitet haben. Obwohl Qimonda mit ihren beiden Fertigungspartner knapp 10% vom Marktanteil aufweisen konnten, haben es die Partner nicht geschafft technologisch ganz vorne mit dabei zu sein. Somit hätte die eingesetzte Trench-Technologie bereits im letzten Jahr durch die Buried-Wordline-Technologie ersetzt werden sollen. Daher konnte Qimonda nicht die Kostenvorteile wie der Wettbewerb nutzen. Aufgrund dieser Tatsachen ist auch der dritte Grund für die Analysten dargelegt. Durch die höhere Kostenstruktur von Qimonda und der sinkenden Absatzpreise waren die Geldreserven schneller verbraucht als bei vergleichbaren DRAM-Herstellern. Die Auswirkungen auf dem DRAM-Markt sind aufgrund der eher geringen Marktmacht kaum zu spüren. Für die beiden taiwanesischen Fertigungspartner sehen die Auswirkungen allerdings dramatisch aus, weil Qimonda mehrere Millionen Dollar nicht zahlen konnte.[63] Qimonda ist nach wie vor auf den Einstieg eines Investors angewiesen. Der chinesische IT-Konzern Inspur hatte einen Einstieg bei Qimonda in Erwägung gezogen. Allerdings komme für den Konzern nur noch eine technologische Kooperation in Frage. Trotz der aufrechterhaltenen Produktion und Entwicklung wechseln nun immer mehr Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft. Die Zukunft des Unternehmens ist weiterhin ungewiss.[64]
5 Zukunftsprognosen und Trends bis Ende 2009
Im folgenden Kapitel werden die Zukunftsprognosen und mögliche Trends erläutert. Hierbei wird die Sichtweise der einzelnen Chip Hersteller und des Branchenverbandes SIA dargestellt. Des Weiteren wird der mögliche bevorstehende Chipmangel beschrieben.
5.1 Chipmangel
Laut Frank Huang könnte es Ende des Jahres 2009 zu einem Chip-Mangel kommen. Frank Huang, welcher Chef des taiwanischen DRAM Herstellers Powerchip und Vorsitzender des Weltverbandes der Halbleiterhersteller ist, begründet seine Aussage damit, dass die Chiphersteller aufgrund der schwersten Krise der Halbleiterindustrie, die Kapazitätskürzungen massiv ausgebaut hätten und somit ein Engpass entstehen könnte. Es ist davon auszugehen, dass sich zur zweiten Jahreshälfte 2009 die Erholung stabilisiert, aber der bevorstehende Engpass in seiner Form noch nie aufgetreten sein wird. Die Überproduktion von einer Milliarden Chips, welche sich bis zum Ende 2008 in den Lagern der Hersteller befanden, werden bis Ende Juni verbraucht sein. So könnte es zum Ende des Jahres 2009 zu einem Engpass von zwei Milliarden Halbleitern kommen. Dieses entspricht dem DRAM Bedarf von knapp 100 Millionen Computersystemen. Der Grund ist derer, dass die Hersteller in Ihrer aktuellen Lage in Finanznöten sind und nicht schnellstmöglich auf die bald anwachsenden Nachfrage rechtzeitig reagieren können. Hinzukommend ist die fehlerhafte Einstellung einiger Hersteller, da diese in der Vergangenheit verfrüht die Produktionssteigerung angeworfen hatten.[65]
5.2 Allgemeine Erwartung
5.2.1 Samsung
Im Mai diesen Jahres stellt die Firma Samsung eine Erholung im stark leidenden Halbleitermarkt fest. So gehe man davon aus, dass die Nachfrage nach DRAM-Chips im laufenden Jahr um 10-15% zulegen werde. Bei der Nachfrage nach NAND Flashspeicher gehe man sogar von 25-30% aus. Eine Erholung der Speicherchippreise ist seit Ende März feststellbar. Analysten gehen davon aus, dass mit einer stärkeren Nachfrage nach Speicherchips zu rechnen sei und sich die Stabilisierung der Preise festigen werden. Samsung will seine Marktanteile als Marktführer in diesem Bereich ausbauen und seine Erlöse steigern. Laut Samsung ist diese Krise eine goldene Gelegenheit.[66]
5.2.2 SIA
Dass die Talsohle erreicht sein könnte, belegen die ersten Umsatzzahlen des Branchenverbandes SIA. So ist der Umsatz des Halbleitermarktes um 3,3% gegenüber des Vormonats angestiegen. Laut SIA-Chef George Scalise sind die ersten Erholungen im März die ersten Anzeichen, dass sich die Nachfrage etwas stabilisiert hat. Jedoch bleibt zu berücksichtigen, dass das erste Quartal 2009 insgesamt einen Umsatz von 44 Milliarden US-Dollar vorzuweisen hat. Der Vergleich zum ersten Vorjahresquartal 2008 mit einem Umsatz von 62,8 Milliarden US-Dollar stellt deutlich dar, dass der Halbleitermarkt extrem durch die weltweite Krise zu leiden hat, zeigt aber im Vergleich des vierten Quartals des Jahres 2008 mit einem Umsatz 52,2 Milliarden US-Dollar eine leichte Beruhigung des Marktes auf. [67]
5.2.3 Infineon
Die Firma Infineon sieht laut eigenen Aussagen der Zukunft optimistisch entgegen. Grund des Optimismus sind neue Kooperationen mit den Firmen Bosch und Toyota im Bereich KFZ-Leistungshalbleitern und der Kooperation mit der Firma Nokia im Bereich Single-Chip-Plattformen GSM/GPRS und EDGE Module, welche für Handys hergestellt werden. Man gehe davon aus, dass sich im laufenden dritten Quartal der Halbleitermarkt beruhigen wird und der nachfolgend im Vergleich zum zweiten Quartal diesen Jahres der Umsatz um 10% gesteigert wird. Auch wenn versucht wird, den Verlust in diesem Jahr auf ein Minimum zu halten, geht Infineon davon aus, dass man einen Umsatzrückgang von 20% in diesem Jahr zu verzeichnen hat. [40] Seit Mai versucht Infineon mit hohen Zinsen für Wandelanleihen frisches Geld für die Refinanzierung einzuholen. Es sollen 190 Millionen Euro mit Hilfe dieser Anleihen beschafft werden. Im Gegenzug erhalten die Geldgeber Zinsen von 7-8%. Zu berücksichtigen sind die noch offenen Anleihen, welche bis Mitte 2010 in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro zurückgezahlt werden müssen.[68]
5.2.4 Hynix Semiconductor
Der Halbleiterhersteller Hynix Semiconductor, welcher seit sechs Quartalen in Folge Verluste zu verzeichnen hatten, gab am 19.05.2009 bekannt, dass mit einem weiteren Anstieg der Speicherchip-Preise in der zweiten Jahreshälfte zu rechnen sei. Man gehe davon aus, dass die Talsohle schon erreicht sei, da sich Angebot und Nachfrage fast im Gleichgewicht befinden. Um wieder schwarze Zahlen schreiben zu können, hat man sich auf das letzte Quartal 2009 fokussiert, aber man versucht nach Möglichkeit noch früher die Gewinnzone zu erreichen. [69]
6 Schlussbetrachtung
Die Finanzkrise wirkt sich auf alle Branchen in der Wirtschaft aus. Darunter leidet auch die Branche der Speicherchiphersteller. Nach den bisher betrachteten Daten und Fakten kann die Auswirkung der Finanzkrise auf den Markt der Speichertechnologien besser analysiert werden. Auch wenn der Staat nicht allen Unternehmen einen Kredit oder einen Bürgschaft bewilligt, speziell im Fall Qimonda, ist dies die Folge wirtschaftlichen Handelns. Rein wirtschaftlich gesehen ist eine Marktbereinigung auf dem Markt der Speichertechnologien seit Jahren erforderlich und bis heute dank staatlicher Rettungspakete der jeweiligen Länder nicht erfolgt. Das die ersten Markbereinigungen, wie im Fall Qimonda, eingetroffen sind, wird bis zum Ende des Jahres 2009 gewartet werden, welche Firmen ohne Finanzunterstützung des Staates auskommen können. Das beste Beispiel diesem entgegen zu wirken, zeigt die Regierung aus Taiwan. So wird mit Hilfe einer Neugründung namens TMC, welche die lokalen Speicherchiphersteller mittels Finanzspritze unterstützt. Es bleibt abzuwarten, ob diese Methode im Laufe der Jahre weiterhin durchgeführt werden kann oder weitere Unternehmen dem Weg Qimondas folgen werden. Wenn jedoch das Problem der fallenden Speicherchippreise und der Überkapazitäten gelöst ist, wird das nächste Problem die Firmen einholen. So bleibt das Augenmerk, der fehlenden Kapazitäten auf das Ende des Jahres 2009 zu werfen. Tritt wirklich der Fall ein, dass die Speicherchiphersteller nicht rechtzeitig auf die steigende Nachfrage reagieren, kann mit steigenden Preisen im DRAM Markt, welche in der Vergangenheit selten waren, gerechnet werden. Der Schlimmste Fall wäre die nicht mehr rechtzeitige Produktion und Bereitstellung von Chips. Diese Auswirkung betrifft mehrere Millionen Computersysteme auf der Welt und dem IT Markt könnte die nächste große Krise bevorstehen.
7 Fußnoten
- ↑ Vgl. ELektronik KOmpendium (2009)
- ↑ 2,0 2,1 Vgl. COMPUTERWOCHE (a) (1990)
- ↑ Vgl. COMPUTERWOCHE (1983)
- ↑ Vgl. COMPUTERWOCHE (b) (1990)
- ↑ Vgl. golem (2000)
- ↑ Vgl. Bonner, Eric (2003)
- ↑ Vgl. Tecchannel (2005)
- ↑ Quelle: entnommen aus: Otte, Max (2008), Seite 177
- ↑ Vgl. Finanzkrise-2008 (a) (2009)
- ↑ Quelle: entnommen aus: Otte, Max (2008), Seite 186
- ↑ Vgl. Otte, Max (2008), Seite 184-188
- ↑ Vgl. Berger et al. (2004)
- ↑ Vgl. Schumacher, Ulrich (2003)
- ↑ Vgl. Otte, Max (2008), Seite 173-181
- ↑ Vgl. Burgschweiger, Nadine (2009)
- ↑ Vgl. Focus (2009)
- ↑ Vgl. Dopiersala, Prof. Kazimierz (2004)
- ↑ Vgl. Europa (2009)
- ↑ 19,0 19,1 Vgl. Otte, Max (2008), Seite 189-192
- ↑ Vgl. COMPUTERWOCHE (1992)
- ↑ Vgl. Finanzkrise-2008 (b) (2009)
- ↑ Vgl. Wikipedia (2009)
- ↑ Quelle: entnommen aus: Ruhrenergy (2009)
- ↑ Quelle: entnommen aus: Seilnacht, Thomas (2009)
- ↑ Vgl. Euroquarz (2009)
- ↑ Quelle: entnommen aus: iXBT(2009)
- ↑ Vgl. FH-Regensburg (1998)
- ↑ Vgl. Heise (a) (2009)
- ↑ Vgl. Neogrid (2009)
- ↑ Quelle: entnommen aus: Qimonda (2007)
- ↑ Vgl. Tipps-fuer-windows-vista (2009)
- ↑ Vgl. Abts et al. (2009), Seite 29
- ↑ Quelle: entnommen aus: Farsan, Parwez (2008)
- ↑ Vgl. Wacker Chemie AG (b) (2009)
- ↑ Vgl. HT4U (a) (2008)
- ↑ Vgl. Eetindia (2008)
- ↑ Vgl. Manager-Magazin (b) (2009)
- ↑ Vgl. Bernhard J (2009)
- ↑ 39,0 39,1 Vgl. Wacker Chemie AG (a) (2009)
- ↑ 40,0 40,1 40,2 Vgl. Heise (d) (2009)
- ↑ Vgl. Handelsblatt (c) (2009)
- ↑ Vgl. Heise (a) (2008)
- ↑ Vgl. Heise (b) (2008)
- ↑ Quelle: entnommen aus: Heise (g) (2009)
- ↑ Vgl. Heise (g) (2009)
- ↑ Vgl. golem (2009)
- ↑ Quelle: In Anlehnung an: Heise (e) (2009)
- ↑ 48,0 48,1 Vgl. Heise (f) (2009)
- ↑ Vgl. Manager-Magazin (a) (2009)
- ↑ Vgl. HT4U (b) (2008)
- ↑ Vgl. iSuppli (2009)
- ↑ Quelle: In Anlehnung an: HT4U (b) (2008)
- ↑ Quelle: In Anlehnung an: iSuppli (2009)
- ↑ Quelle: entnommen aus: Maatz, Björn (2009) Seite 2
- ↑ Vgl. Heise (b) (2009)
- ↑ 56,0 56,1 Vgl. Maatz, Björn (2009)
- ↑ Vgl. Heise (c) (2009)
- ↑ Vgl. Qimonda (2009)
- ↑ Vgl. Hofer, Joachim (2006)
- ↑ Vgl. n-tv (2006)
- ↑ Vgl. Reuters (2009)
- ↑ Vgl. Kroker, Michael (2009)
- ↑ Vgl. Bloch, Mathias (2009)
- ↑ Vgl. Welt Online (2009)
- ↑ Vgl. Kwong, Robin (2009)
- ↑ Vgl. Financial Times (2009)
- ↑ Vgl. Sawall, Achim (2009)
- ↑ Vgl. Handelsblatt (a) (2009)
- ↑ Vgl. Handelsblatt (b) (2009)
8 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| AG | Aktiengesellschaft |
| ASIC | Allianz Shared Infrastructure Services |
| Bit | Binary Digit |
| CD | Compact Disc |
| CD-ROM | Compact Disc Read-Only Memory |
| CF | Compact Flash |
| CMOS | Complementary Metal Oxide Semiconductor |
| DDR | Double Data Rate |
| DRAM | Dynamic Random Access Memory |
| DV | Datenverarbeitung |
| DVD | Digital Versatile Disc |
| EDGE | Enhanced Data Rates for GSM Evolution |
| EDORAM | Extended Data Output Random Access Memory |
| EPROM | Erasable Programmable Read Only Memory |
| EU | Europäische Union |
| GPRS | General Packet Radio Service |
| GSM | Global System for Mobile Communications |
| HHD | Hybride Hard Drive |
| HP | Hewlett Packard |
| IBM | International Business Machines Corporation |
| IC | Integrated Circuit |
| IPO | Initial Public Offering ("Going Public") |
| IT | Informationstechnik |
| KFZ | Kraftfahrzeug |
| LCD | Liquid Crystal Display |
| MITI | Ministry of International Trade an Industry - das japanische Ministerium für Handel und Industrie |
| MRAM | Magnetoresistive Random Access Memory |
| NAND | serielle Anordnung der einzelnen Speicherzellen |
| nm | Nanometer |
| RAM | Random Access Memory |
| ROM | Read-Only Memory |
| SD | Secure Digital |
| SDRAM | Synchronous Dynamic Random Access Memory |
| SIA | Semiconductor Industry Association |
| SRAM | Static Random Access Memory |
| SSD | Solid Static Drive |
| TMC | Taiwan Memory Company |
| USB | Universal Serial Bus |
| ZVEI | Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie |
9 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Entwicklung Nikkei und Dow Jones |
| 2 | Kondratieff-Zyklen |
| 3 | Monokristallines Silizium |
| 4 | Einkristall |
| 5 | Wafer |
| 6 | DDR3 RAM Qimonda |
| 7 | USB Stick |
| 8 | Umsatzverlauf Halbleitermarkt |
| 9 | Markanteil DRAM Markt Q1/2008 |
| 10 | Markanteil DRAM Markt Q1/2009 |
| 11 | Marktmacht DRAM Q4/2008 nach Ländern |
10 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Quelle |
|---|---|
| 01 | Top-10 Halbleiterhersteller weltweit, 2008 |
11 Literatur- und Quellenverzeichnis
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| Bernhard J (2009) | Bernhard J (2009): Wacker Chemie: Rekordergebnis, aber schlechte Aussichten, Abgerufen am 17. Mai 2009 von GodmodeTrader: http://www.godmode-trader.de/de/boerse-nachricht/Wacker-Chemie-Rekordergebnis-aber-schlechte-Aussichten,a1188903.html?p=news&ida=1188903&idc=&ruleId=130&all_exc= |
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