Auswirkungen von Web 2.0 auf die Qualität der Lehre
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| Name der Autoren: | Martin Ewerhardy (177956), Magnus Willigens (177819) |
| Titel der Arbeit: | "Auswirkungen von Web 2.0 auf die Qualität der Lehre" |
| Hochschule und Studienort: | FOM Düsseldorf |
Inhaltsverzeichnis
|
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| AJAX | Asynchronous JavaScipt and XML |
| BMBF | Bundes mministerium fürBildung |
| CEO | Chief Executive Officer |
| ECTS | European Credit Transfer and Accumulation System |
| EQAR | European Quality Assurance Register for Higher Education |
| HTML | Hypertext Markup Language |
| KMK | Kultusminister Konferenz |
| UGC | User Generated Content |
| XML | Extensible Markup Language |
2 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Startseite des Wirtschaftsinformatik Wiki/ Eine Plattform des Web 2.0 nach Bologna |
| 2 | Startseite von Podcampus.de/ Eine Plattform für Wissenschaftliche Podcasts |
| 3 | Startseite des Twitter Blogs von Prof. Dr. Uwe Kern/ Eine Web 2.0 Plattform im Einsatz für die Lehre |
| 4 | Startseiten der Web 2.0 Education Angebote von Google und Microsoft |
| 5 | Konflikt des Bologna-Prozesses mit Web 2.0 |
3 Einleitung
Das Web 2.0 beschreibt neue Internettechnologien, welche sich, auch durch gutes Marketing, momentan einer sehr großen Beliebtheit erfreuen. Dazu gehören soziale Netzwerke, Blogs, Wikis, Podcasts und viele weitere Anwendungen (siehe Kapitel 5.1). Doch welche Auswirkungen können solche Anwendungen auf die Lehre haben? Stephen Downes beschrieb 2005, die Entwicklung gehe weg vom „Read Web“ und hin zum „Read-Write Web“ [1]. Diese von Downes dargestellte Entwicklung bezieht sich auf das Entstehen von Web 2.0 und die individuelle Möglichkeit, selber Dinge darin zu erschaffen.
Die hier vorliegende Fallstudie analysiert Integrationsmöglichkeiten der oben genannten Anwendung in der heutigen Hochschullehre und stellt diese vor. Zudem ist es ein Ziel, herauszustellen, welche qualitativen Auswirkungen die Entwicklung des Web 2.0 auf die Lehre hat.
3.1 Motivation
Diese Arbeit entstand als Fallstudie II im Rahmen des Studiums zum Dipl. Wirtschaftsinformatiker an der Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM) am Standort Düsseldorf im 6. Semester.
3.2 Ziele der Untersuchung
Da Web 2.0 als Instrument immer größeren Einzug in die Hochschullehre erlangt, beschäftigt sich diese Fallstudie mit den Anwendungsmöglichkeiten von Web 2.0 im Rahmen der Hochschulreform des Bologna-Prozesses.
Die beiden Haupt- Leitfragen lauten: Welche Möglichkeiten bieten Wikis, Weblogs und andere Ausprägungen in der Lehre? An welche Grenzen stößt ihr Einsatz?
Ziel ist es die Prinzipien beider Leitfragen zu erarbeiten und die abgeleiteten Strömungen miteinander zu vergleichen. Abschließend werden Anwendungsmöglichkeiten vorgestellt, in denen Web 2.0 als Lehrmedium in der Hochschullehre so Anwendung finden kann, dass sowohl Lehrende als auch Studierende von der Vielfalt der neuen Werkzeuge profitieren können.
4 Grundlagen
4.1 Web 2.0
Web 2.0 ist eine Sammlung von Prinzipien, welche nicht genau abgegrenzt werden können. Der Begriff geht zurück auf Tim O'Reilly, den Gründer und Chief Executive Officer (kurz CEO) der Firma O'Reilly Media Inc., der im September 2005 einen Artikel über die wesentlichen Thesen und Aussagen des Web 2.0 verfasste. Der Artikel beschreibt zusammengefasst die veränderte Wahrnehmung und Nutzungsform digitaler Medien über die Plattform des Internet.
Webanwendungen erscheinen dem Nutzer als lokal basierender PC-Anwendungen und erzeugen durch ihre Vielfalt einen hohen Erlebnisgrad beim Nutzer. Sie basieren nicht auf neuen Entwicklungen, sondern sind vielmehr intelligente Verknüpfungen bereits bestehender Technologien. Asynchronous JavaScript and XML (kurz AJAX) - als Oberbegriff für diese erweiterte Verknüpfung bestehender Technologien- ermöglicht es dem Webbrowser, Daten in Form von Extensible Markup Language (kurz XML)- Dokumenten nachzuladen, die wiederum von JavaScript ausgewertet und dynamisch in das vorliegende Hypertext Markup Language (kurz HTML)-Dokument eingefügt werden[2]. Im Web 2.0 steht der angebotene Service im World- Wide- Web im Vordergrund. Die Dienstleistungen werden nicht wie herkömmliche Software ausgeliefert oder verkauft, sondern im Internet ausgeführt. Es erfolgen auch keine Releases wie bei gewöhnlichen Applikationen, sondern eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung auf die Bedürfnisse der Konsumenten. Wichtige Ausprägungen des Web 2.0 sind beispielsweise Blog's, Wiki's oder die Dienste der Firma Google. Die Nutzer erhalten die Möglichkeit über erstellte Inhalte in offene Diskussionen zu treten und sich an der Erstellung großer Datenmengen zu beteiligen. Sobald sich der Inhalt einer Seite verändert können Benachrichtigungen darüber generiert werden, wodurch eine hohe Dynamik entsteht. Jeder kann sich an der aktuellen Erstellung und Recherche beteiligen und trägt somit durch sein eigenes Wissen zu einer hohen Qualität des so genannten UGC bei. Folglich wächst hierdurch das Angebot zunehmend und unterliegt einer kontinuierlichen Anpassung. Ebenso tragen die Nutzer durch die bloße Inanspruchnahme der dynamischen Systeme Unmengen an Daten zusammen. Nachgelagert sorgen hochspezialisierte Datenbank- und Datenbankmanagementsysteme für die Vermittlung der Daten über den bereitgestellten Dienst. Das eigentliche Geheimnis steckt in der jeweiligen Technik der Verarbeitung der Daten nicht aber in dem bereitgestellten Rahmen des Dienstes. Daher besteht auch ein grundsätzliches Prinzip darin die Daten zu verteilen oder auszutauschen, nicht diese zu kontrollieren. Die niedrigen Barrieren der Wiederverwendung ermöglichen es große Teile der gesammelten Daten kreativ weiterzuverarbeiten, wodurch wiederum neuartige und innovative Angebote und Verbindungen entstehen die einen erweiterten Nutzen generieren können[3][4].
4.2 Bologna Prozess
Der Bologna Prozess wurde 1999 als eine der größten Hochschulreformen Europas ins Leben gerufen. Zielsetzung war es, bis 2010 einen qualitativ hochwertigen europäischen Hochschulraum zu schaffen. [5]. Dieser Hochschulraum sollte vergleichbare Abschlüsse zwischen den Ländern bieten und so wurden die Bachelor und Master Abschlüsse im Rahmen von Bologna eingeführt.
Mit diesen Abschlüssen sollen die folgenden Ziele erreicht werden die Qualität der Studiengänge zu verbessern, die Studiendauer zu verkürzen, sowie die Mobilität und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Die Mobilität wird durch die Möglichkeit gestärkt, dass die Studenten der 46 Mitgliedsstaaten von Bologna theoretisch überall Ihr Studium fortführen oder erweitern können. Die Wettbewerbsfähigkeit innerhalb Bologna hingegen soll durch Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung hoch gehalten werden. Dafür wurde das European Quality Assurance Register for Higher Education (kurz EQAR) gegründet. Innerhalb dieses EQAR werden Qualitätssicherungs- und Akkreditierungsorganisationen gelistet, die nach dem Europäischen Standard zugelassen sind und nach diesem arbeiten. Die Agenturen wiederum prüfen entsprechend Studiengänge und Hochschulen und verleihen diesen entsprechende Qualitätssiegel. Zusätzlich wurde noch das European Credit Transfer and Accumulation System (kurz ECTS) eingeführt. Diese Kredit- oder Leistungspunktesystem soll sicherstellen, dass die Leistungen innerhalb des nach Bologna neu erstandenen Europäischen Hochschulraums vergleichbar und bei einem Wechsel von der einen zu einer anderen Hochschule anrechenbar sind. Die so genannten Credit Points werden von den Studenten durch erbrachte Leistungen erworben und dienen dem Nachweis erbrachter Leistungen und der Zielerreichung. Durch das ECTS und den Diploma Supplement, welches eine einheitliche ".... Angabe zur Beschreibung von Hochschulabschlüssen und damit verbundener Qualifikationen als ergänzende Information zu den offiziellen Dokumenten ..." [6], welche ein Student[7] nach seinem Abschluss erhält darstellt. Diese Beschreibung ist einheitlich und soll in allen Bologna Staaten gleich gehalten sein. Ziel der Reform ist die Modernisierung der Studiengänge, welche eine Vielzahl von positiven Resultaten mit sich bringen soll. Dazu gehören auf der einen Seite die positiven Entscheidungen von Studierenden in Hinblick auf das Studium, auf der anderen Seite die positive Beeinflussung der Organisationsabläufe innerhalb und zwischen sämtlichen beteiligten Hochschulen.
4.2.1 Geschichtliche Entwicklung
Die Grundlage sowie der Kerngedanke des Bologna– Prozesses finden sich im Lissabon– Abkommen aus dem Jahre 1997 wieder. Dort wurde erstmals von der UNESCO sowie dem Europarat eine rechtliche Basis für die Anerkennung von Abschlüssen und Qualifikationen festgelegt. Vorgänger der Bologna-Erklärung ist die Sorbonne– Erklärung. Diese wurde aus dem Impuls heraus geschaffen, dass das Potenzial an den Hochschulen besser genutzt werden muss, dass Studierende mobil sein müssen und die Hochschulabschlüsse vergleichbar sein sowie gegenseitig anerkannt werden müssen. Die Erklärung wurde durch Vertreter der Länder aus Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien spezifiziert und am 25. Mai 1998 unterzeichnet und bekannt gegeben. Es handelt sich bei dieser Erklärung, ebenso wie bei der Bologna - Erklärung, um eine freiwillige Selbstverpflichtung der jeweiligen unterzeichnenden Staaten. Aufbauend auf den Kernpunkten der Sorbonne– Erklärung ist die Bologna-Erklärung entwickelt worden. Andere europäische Staaten wurden durch die Verkündung der Sorbonne- Erklärung auf diese Thematik aufmerksam und schlossen sich dem Vorhaben an. Bereits ein Jahr später im Jahre 1999 unterzeichneten 30 europäische Mitgliedsstaaten den Bologna- Vertrag und schlossen sich damit dem Ziel an, bis 2010 einen europäisch einheitlichen Universitätsraum zu entwickeln. Darüber hinaus ist in der Bologna – Erklärung eine Kontrollfunktion eingebunden, welche sicherstellt, dass die Ziele von den beigetretenen Ländern auch ernsthaft verfolgt werden. Eine turnusmäßig Kontrolle in gesonderten Konferenzen, die zweijährig abgehalten werden, stellt diese Kontrollfunktion dar. Demnach ist 2001 die erste Sitzung in Prag einberufen worden, zu diesem Zeitpunkt hatten bereits 33 Mitgliedsstaaten den Vertrag unterzeichnet. Im September 2003 bei der zweiten Sitzung in Berlin sind sieben weitere Staaten in den Bologna– Prozess aufgenommen worden. Im Jahre 2005 wurde die dritte Sitzung in Bergen, 2007 die vierte Sitzung in London und 2009 die fünfte Sitzung in Leuven abgehalten. Die primären Punkte und weiteren Zielsetzungen sind jeweils in den sogenannten Kommuniqués niedergelegt worden. Zum heutigen Zeitpunkt sind 46 Länder Mitglieder des Bologna– Prozesses. Eine grundlegende Umstrukturierung und eine Implementierung der Kriterien des Bologna– Prozesses sind in weitgehend allen Mitgliedsstaaten umgesetzt worden. [8]
4.2.2 Primäre Inhalte des Bologna– Prozesses
Die Kernpunkte und damit verbunden die wichtigsten Ziele des Bologna– Prozesses werden in diesem Kapitel dargestellt. Als erster Punkt sind die vergleichbaren und verständlichen Abschlüsse zu nennen, die innerhalb des Europaraumes angestrebt werden. Als Resultat dieser Abschlüsse stehen die gleichberechtigten Qualifikationen nach Ende des Studiums sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund. Ein zweiter wichtiger Punkt sind die zwei Hauptzyklen innerhalb der Studiengänge. Der erste Zyklus wird als Bachelor bezeichnet und der zweite als Master. Der Bachelor, allen voran die Abschlussnote, stellt eine Vorrausetzung für die Weiterführung des Studiums, also des Masters, dar. Drittens wird ein gemeinsames Leistungspunktesystem angesetzt. Als vierter Punkt sei zu nennen, dass die europäische Zusammenarbeit bei der Qualitätssicherung aufrechterhalten werden soll. Punkt fünf ist ebenfalls wesentlich: Die Förderung der europäischen Dimension im Bereich der Forschung. So soll zum Beispiel durch Hochschulkooperationen oder gemeinsame Studien-, Ausbildungs- und Forschungsprogramme mehr Wettbewerbsfähigkeit gewährleistet werden. Als sechstes spielt die Qualitätssicherung auf nationaler und europäischer Ebene eine wesentliche Rolle. Durch den Bologna – Prozess werden Mindeststandards gesetzt, welche umgesetzt werden müssen. Als letzter Punkt sei zu nennen, dass die entwickelten und vielfach umgesetzten Programme durch die Reform des Bologna– Vertrages strukturierter und transparenter geworden sind.[9]
4.2.3 Bologna– Prozess in Deutschland
Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden allein in Deutschland ¾ aller Studiengänge auf die Bachelor und Masterstudiengänge umgestellt. Die fehlenden 25 Prozent müssen noch bis zum Jahre 2010 umgestellt werden. In absoluten Zahlen bedeutet dies, dass bereits 9510 Studiengänge auf die neuen Abschlüsse spezifiziert worden sind. Auf der anderen Seite sind innerhalb Deutschlands wichtige Inhalte noch nicht umgesetzt worden, wie etwa die Verbesserung der Anerkennung von Studienabschlüssen des Bachelors oder des Masters. Eine umfassende Aufklärung dieser Abschlüsse bei den Studenten sowie bei den späteren Arbeitgebern ist bislang nicht genügend geschehen. Für die Umsetzung der Richtlinien aus dem Bologna– Prozess sind der jeweilige Bund bzw. das jeweilige Land innerhalb Deutschlands verantwortlich. Die Arbeitsgruppe zur „ Fortführung des Bologna– Prozesses“ koordiniert und unterstützt diese bei der Umsetzung. In regelmäßigen Abständen legen das Bundesministerium für Bildung (kurz BMBF) und die Kultusministerkonferenz der Länder (kurz KMK) der Ministerkonferenzen einen Bericht über die Umsetzung der Zielsetzungen des Bologna– Prozesses vor.[10]
Durch die sogenannten Evaluationen wird bei den einzelnen Hochschulen und Fachhochschulen geprüft, wo die positiven und negativen Aspekte der Umsetzung der Bologna– Kriterien zu finden sind. Eine regelmäßige Überprüfung soll die Qualität der Studiengänge verbessern und die Schwächen herausfiltern um letztere so gering wie möglich zu halten. Die Evaluation ist eine allgemeine Aufgabe der Hochschule. Ein weiterer Aspekt ist die Akkreditierung der neuen Studiengänge. Eine solche Akkreditierung ist erforderlich um sicherzustellen, dass die Studiengänge den europäischen Herausforderungen gewachsen sind und alle notwendigen Aspekte beinhalten. Hierfür gibt es Agenturen, welche die Qualitätssicherung an den Hochschulen überprüfen, diese wiederum werden vom Akkreditierungsrat kontrolliert und wiederum akkreditiert. Ein nationaler Qualifikationsrahmen deckt die Eckpunkte der Bologna- Anforderungen ab. Hierbei stehen vor allem die Qualifikationen in Bezug auf die Arbeitsbelastung, das Niveau, die Lernergebnisse, die Kompetenzen sowie die Profile im Vordergrund. Die Qualitätssicherung steht auf einer Ebene der Evaluation und der Akkreditierung und gewährleistet ein bestimmtes Anforderungsprofil und wahrt die aufgeführten Qualifikationen. Die Mobilität wird innerhalb des Bologna– Prozesses immer wieder genannt und ist ein politisches Ziel. Dies soll sicherstellen, dass 50 Prozent der Studierenden aufgrund der jeweiligen Studienordnung ins Ausland gehen und mindestens 30 Prozent der deutschen Studierenden ein Semester ins Ausland gehen. Dazu wiederum sind die Anerkennung, Gleichberechtigung und die Transparenz der Bachelor und Masterstudiengänge von grundlegender Bedeutung. Weiterhin trägt die finanzielle Unterstützung der Studierenden zu der Mobilität bei. Vielen Studenten bleibt es verwehrt einen Auslandsaufenthalt in ihr Studium zu integrieren, falls sie keine hinreichenden Unterstützung bekommen. Seit dem 01.01.2008 ist jedoch das gesamte Studium förderungsfähig und somit erhöhen sich die Chancen für jeden Studierenden um ein Vielfaches.[11]
4.3 Medienpädagogik
Innerhalb der letzten Jahre findet eine noch immer anhaltende Verschmelzung der alten und neuen Medien statt, der zusätzliche einfache Zugriff auf das Internet eröffnet den Menschen neue Lern- und Erfahrungsbereiche. Die neuen Medien, wozu Wikipedia, Youtube und Twitter gehören, bieten dem Nutzer neue Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung und zur kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe. Die nun globalisierte Medienwelt und die Entwicklung der Gesellschaft zu einer allumfassenden Informations- und Mediengesellschaft führen zu neuen Herausforderungen, aber auch zu neuen Möglichkeiten für das Bildungssystem. Notwendig ist eine umfassende Förderung der Medienpädagogik in Wissenschaft und Forschung. Bereits die Konferenz der Kultusminister der Länder 1998 ergab, dass die neuen Medientechnologien und Medienangebote, die in ihrer Vielfalt auf gesellschaftliche Entwicklungen einwirken, einen deutlichen Einfluss auf die Erziehung im Elternhaus und auf Bildung und Erziehung in der Schule haben[12]. «Keine Bildung ohne Medien!» fordern die wichtigsten medienpädagogischen Fachorganisationen Deutschlands in einem medienpädagogischen Manifest. Sie beklagen, dass die Medienpädagogik noch keinen festen Platz an Schulen und Hochschulen, aber auch in der außerschulischen Bildung erreicht habe[13]. Ziel ist es, die Hochschullehre mit Web 2.0 als Lehrmedium zu betrachten. Daher ist für diese Arbeit von größter Bedeutung, eine einheitliche Begriffsdefinition der Medienpädagogik herzuleiten. Die Arbeit will die Medienpädagogik von der Phase des Modellprojektes und auf lokaler und regionaler Ebene zu einer Phase struktureller Veränderungen überführen.
Prof. Dr. Stefan Aufenanger sieht den Menschen in einer ständigen Interaktion mit der sozialen und ökonomischen Umwelt. Daher ist die Medienpädagogik als wissenschaftliche Disziplin zu beschreiben, die sich mit den Fragen des pädagogischen Einsatzes von Medien sowie dem Verhältnis von Mensch und Medien unter pädagogischen Aspekten beschäftigt[14]. Nach Gerhard Tulodziecki ist die „Medienpädagogik […] die Gesamtheit aller pädagogisch relevanten handlungsanleitenden Überlegungen mit Medienbezug einschließlich ihrer medientechnischen und medientheoretischen bzw. empirischen und normativen Grundlagen“[15]. Aufbauend auf dieser Begriffsdefinition, die Aufenanger auch in seine Definition von Medienpädagogik übernommen hat, entwickelt er vier verschiedene Medienpädagogische Ansätze:
- • kulturkritisch-geisteswissenschaftliche Positionen
- • technologisch-funktionale Positionen
- • ideologie- und gesellschaftskritische Positionen
- • handlungsorientierte Medienpädagogik [16]
Eine ähnliche Definition für den Begriff „Medienpädagogik“ liefert Dieter Baacke. Sein Verständnis der Medienpädagogik ist bis heute prägend für den deutschsprachigen Raum[17]. Er versteht die Medienpädagogik als die Gesamtheit aller pädagogisch relevanten handlungsanleitenden Überlegungen mit Medienbezug. Empirische Grundlagen und normative Orientierungen sind dabei eingeschlossen. Für ihn steht diese Form der Pädagogik als übergeordnete Bezeichnung für alle pädagogisch orientierten Beschäftigungen mit Medien in Theorie und Praxis und als einzelner Aspekte der sozialpädagogischen, sozialpolitischen und sozialkulturellen Überlegungen und Maßnahmen, wie Kinder, Jugendliche, Erwachsene und alte Menschen, die ihre Interessen und Entwicklungschancen in Beruf, Freizeit und Familie, sowie ihre politischen Partizipationsmöglichkeiten betreffen[18].
5 Analyse
5.1 Voraussetzungen
Die Voraussetzungen für den Einsatz von Web 2.0 innerhalb des Bologna- Rahmenkonzeptes sind vielfältig. So kann eine Standard Web 2.0 Applikation nicht so einfach eingesetzt werden. Da dort keine didaktischen, inhaltlichen und qualitativen Vorgaben, wie in Bologna gefordert greifen. Deswegen müssen klare Rahmenbedingungen gegeben sein. Als erstes ist eine hohe Kommunikations- und Medienkompetenz der Beteiligten notwendig. Wenn diese nicht gegeben ist, kann der Nutzen von Web 2.0 nicht oder nur durch sehr hohe Einarbeitungs- und Schulungszeiten erarbeitet werden. Zusätzlich lebt das Web 2.0 von so genannten "user generated contents" und wenn niemand etwas schreiben würde, egal ob wegen technischer Widrigkeiten oder aus dem nicht vorhandenen Basiswissen.
Des weiteren müssen alle Nutzer hinsichtlich des Datenschutzes sensibilisiert werden. Jedem muss bewusst sein, dass öffentlich im Internet verbreitete Meinung jederzeit durch andere abrufbar und nach verfolgbar ist. Zusätzlich ist dieser Content auch nicht einfach wieder zu löschen, da er teilweise nicht löschbar in Suchmaschinen oder anderen Systemen gespeichert wird[19]. In den meisten Web 2.0 Anwendungen existiert auch keine Qualitätssicherung oder die Einhaltung vorgegebener Didaktik, welche aber durch Bologna gefordert werden.
5.1.1 Datenschutz
Der Datenschutz oder eine Sensibilisierung der Nutzer für den sicheren Umgang mit dem Internet ist eine Voraussetzung für die Anwendung von Web2.0. Jedem der Nutzer muss bewusst sein, dass der gesamte user generated content durch jedermann und jederzeit öffentlich abrufbar ist. [20]. So können durch die Veröffentlichung von Inhalten im Internet sogenannte Persönlichkeitsprofile erstellt werden. Suchmaschinen durchsuchen zum Beispiel Internetseiten nach bestimmten Namen und fügen die Quellen zu einem Profil zusammen. Durch unbewussten Umgang mit dem Medium Internet oder mit Web 2.0 könnten so Daten evtl. zum Nachteil gegen den Nutzer oder die Lehranbieter genutzt werden. [21].
5.1.2 Didaktik und Qualitätskontrolle
Die Überwachung der Didaktik und der Qualität ist eine weitere wichtige Voraussetzung. So muss die Verantwortliche Lehreinrichtung jederzeit die europäischen Standards zur internen und externen Qualitätssicherung einhalten und gewährleisten können. Dies bedeutet, es muss eine interne und externe Qualitätssicherung, ein Monitoring und entsprechende Qualitätsleitlinien geben. Zusätzlich muss jeder Student anhand von öffentlichen und einheitlichen Vorgaben beurteilt werden können. Diese Qualität und eine gerechte Bewertung inclusive einer oftmals geforderten Bewertungstransparenz werden nur geschaffen, wenn die Inhalte des zu Schreibenden didaktisch aufbereitet und Kriterien für das Schreiben festgelegt und sowohl zur Orientierung während des Schreibprozesses als auch als Bewertungsrichtlinie festgelegt wurden [22].
5.1.3 Medienkompetenz
Der Umgang mit Inhalten im Internet und die eigene Syntaktik des Internets erfordert von den Anwendern eine gewisse Medienkompetenz, die zunächst erarbeitet werden muss. So können eher triviale Dinge, in der Welt von Microsoft Office, wie zum Beispiel das Formatieren eines einfachen Textes oder das Einbinden einer Tabelle oder eines Bildes im Internet ein ganz anderes Verständnis voraussetzen. Um den Umgang mit diesen Medien zu üben, sind meist ein offener Umgang mit ihnen und vor allem viel Aufenthalt innerhalb dieser Medien notwendig. Um diese Kompetenzen zu erwerben sind also ein höherer Zeitaufwand sowie mehr Vorbereitungszeit auf die neue Technik notwendig. [23].
5.2 Qualitätsmerkmale guten Unterrichts
Die Qualitätsmerkmale, welche in folgendem Abschnitt aufgeführt und auch durch das Schulministerium NRW als "...das Herzstück der Qualitätsanalyse ..." [24] benannt werden, werden in der Schlussanalyse aufgegriffen und als Referenz zur Analyse der Qualität des Unterrichts ohne und mit Web 2.0 herangezogen.
Qualitätsmerkmale guten Unterrichts sind nach Hilbert Meyer [25][26]:
- Klare Strukturierung
Dazu gehören die Inhaltsvermittlung, Rollenverteilung, Aufgabenstellung und die Reibungslosigkeit der Lehrerinterventionen.
- Echte Lernzeit
Echte Lernzeit ist definiert als die tatsächlich aufgewandte Zeit, die dem Erreichen der angestrebten Ziele dient. Das Ziel ist das Verstehen und Behalten der Lerninhalte.
- Lernförderliches Klima
Unter einem lernförderlichen Klima versteht man eine positive Unterrichtsumgebung. Dazu gehören unter anderem eine zufriedene und fröhliche Grundeinstellung, eine klar strukturierte Führung sowie Leitung durch den Dozenten.
- Inhaltliche Klarheit
Die inhaltliche Klarheit ist als Zieldefinition, Methodendefinition und Inhaltsdefinition zu sehen. Das bedeutet, das die gesamte Struktur klar im Voraus definiert wird.
- Sinnstiftendes Kommunizieren
Sinnstiftende Kommunikation bedeutet, dass angeregtes und intensives Kommunizieren und Diskutieren über die Lehrinhalte die Qualität des Unterrichtes fördert.
- Methodenvielfalt
Vermittlung von Methodenkompetenz oder auch Methodenvielfalt ist ein weiterer wichtiger Punkt der Qualitätsmerkmale. So fördert eine Vielschichtiger, abwechslungsreicher Einsatz von Methoden die Lerneffekte in einem gutem Unterricht.
- Individuelles Fördern
Die Förderung von Schülern durch eine Differenzierung der Lernbedürfnisse wird auch als ein wichtiger Punkt in der Steigerung der Qualität angesehen. So müssen Lernstrategien möglichst gut und individuell auf die Bedürfnisse der Lernenden angepasst werden.
- Intelligentes Üben
Üben muss geübt werden. Das bedeutet, dass intelligentes und zielgerichtetes Lernen mit mehr Zeit und der richtigen Methode den Schülern beigebracht und zeitlich ermöglicht werden muss.
- Transparente Leistungserwartungen
Es müssen klare Zieldefinitionen und Erwartungen ausgesprochen werden und das erreichen dieses Zieles transparent dargestellt werden. Dies kann durch Zwischenergebnisse und Einzelziele erarbeitet werden.
- Vorbereitete Umgebung
Eine vorbereitete Umgebung bedeutet, dass es eine bestimmte Ordnung und Regie geben muss, um einen optimalen Lernerfolg zu erzielen.
5.3 Didaktik des Web 2.0
In diesem Abschnitt der Analyse wird die Online Didaktik oder Didaktik des Web 2.0 vorgestellt und mit der klassischen Didaktik sowie den Ansätzen des Bologna Prozesses verglichen.
5.3.1 Definition der Didaktik
Der Begriff "Didaktik" stammt ursprünglich aus dem Griechischen und steht im aktiven Sinne für Lehren oder Unterrichten, im klassischen Sinne belehrt werden unterrichtet werden sowie im medialen für selbst lernen, ersinnen, sich aneignen. Die Didaktik legt die allgemeinen Strukturen, Kriterien und Hinweise von Unterricht fest. Sie wird unter anderem auch als die wissenschaftliche Reflexion des Lehrens und Lernens benannt, was aber wiederum umstritten ist. [27]
Nach der Definition von Meyer und Jank legt die Allgemeine Didaktik folgende Fragen fest:
- wer
- was
- wann
- mit wem
- wo
- wie
- womit
- warum
- und wozu
- lernen soll. [28]
5.3.2 Online Didaktik
Die Web- Didaktik befasst sich mit der Darstellung und Abbildung von Texten oder anderen Lehrinhalten innerhalb des Internets. Sie unterscheidet sich von der auf die klassische Kehre anwendbaren Didaktik durch das Medium des Computers und des Internets. So sind didaktische Vorgaben bei dem Druck eines Buches klar geregelt und jedes Buch sieht nach dieser Vorgabe immer gleich aus. Im Internet kann über Visualisierende Elemente oder andere Hardware jedoch die Darstellung, also die Didaktik der Elemente abweichend gestaltet werden, wonach die Vorgaben der klassischen Didaktik dort nicht greifen würden. [29] Deswegen ist das Ziel der Web Didaktik eine systematische und damit klar strukturierte Navigation, die verschiedene andere didaktische Modelle berücksichtigt. [30]
5.3.3 Online Didaktik innerhalb von Bologna
Die Online Didaktik ist eine hauptsächlich auf die Navigation ausgelegte Didaktik und greift über der klassischen Didaktik in online Texten. Dies bedeutet, die Umwandlung in Web 2.0 fähiges Lernmaterial wird erst nach strukturierter Navigation und danach auf der klassischen Didaktik aufgebaut [31]. Der Bologna- Prozess beschreibt in Abschnitt 5.2 eine vergleichbare Qualitätssicherung sowie einheitliche Leistungsbewertungen. Diese werden durch diese Online Didaktik gewährleistet und lässt die Online Inhalte vergleichbar werden.
5.4 Anwendungsmöglichkeiten für den Bologna- Prozess und Web 2.0
Die Anwendungsmöglichkeiten von Bologna innerhalb des Web 2.0 sind vielfältig, müssen jedoch einer ständigen Steuerung und Überwachung innerhalb der Bologna Leilinien, wie in 6.1 aufgeführt, geführt sein. So sind die Anwendungen, welche im Rahmen von Bologna und Web 2.0 genutzt werden, im oOptimalfall immer moderierte, offene Lernstrukturen. Dies bedeutet der Betreiber der Plattform muss die Leitlinien und Rahmenbedingungen vorgeben. Im Weiteren werden einige Plattformen des Web 2.0 in der Lehre vorgestellt, sowie deren Merkmale des Bologna- Prozesses herausgearbeitet.
5.4.1 Wiki Systeme
Wiki Systeme sind eine typische Web 2.0 Anwendung, welche für das sogenannte E- learning geeignet sind. Sie basieren auf einer Softwareplattform, welche es ganz individuell erlaubt bestimmte Dinge zu ermöglichen oder über die Rechtevergabe einzuschränken. So kann der Dozent entsprechend bestimmen, wer was bearbeiten darf und somit seinen didaktischen Einfluss ausüben. Des weiteren ermöglichen die Systeme ein kollaboratives Schreiben: Viele Studenten können zusammen an Texten arbeiten und im Verlauf des Systems nachschauen wer was gemacht hat und welche Änderungen vorgenommen worden sind.
Die Anwendungspalette eines Wiki Systems ist sehr weitreichend. Es kann als Wissensmanagement innerhalb von Firmen eingesetzt werde´n, aber auch als persönliches Infosystem auf dem Desktop. .[32]. Eine der bekanntesten Systeme ist Wikipedia, die größte freie Online Enzyklopädie. Im Bereich des E- Learning gibt es zum Beispiel das Wirtschaftsinformatik- Wiki (kurz WinfWiki) Projekt .[33]. der Fachhochschule für Ökonomie und Management (kurz FOM), in welchem Studenten der FOM Fallstudien, Hausarbeiten und Diplomarbeiten innerhalb des Web 2.0 schreiben. Dieses Wiki Projekt ist auch entsprechend der Voraussetzungen (siehe 6.1) didaktisch aufgegliedert. Die Dozenten vergeben Themen an Studenten und schalten diese nach einer Freigabeabfrage entsprechend auf „ihrer“ Seite für die Bearbeitung frei.
5.4.2 Podcast
Podcasts sind Videos, welche im Internet auf Web Plattformen anderen Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Ein Podcast ermöglicht es dem Nutzer innerhalb der Lehre flexibel zu lernen, denn er kann diesen auf ein mobiles Endgerät herunterladen und überall uns jederzeit anhören und den Inhalt verarbeiten. Podcasts können besonders gut Expertenmeinungen oder Anleitungen wiedergeben, da der Hörer sie immer wieder ansehen und anhören kann. Das produzieren eines Casts kann wiederum auch den Lernerfolg steigern, da die Nutzer entsprechende Kompetenzen und Wissen dabei erwerben [35]. Innerhalb des Bologna Prozesses können Podcasts als unterstützende Methode zu der Didaktik angewendet werden. So können darüber Inhalte und HowTos vermittelt, ebenso Informationen zusätzlich zur Steigerung der Qualität aufbereitet werden. Eines der bekannteren Podcast Seiten innerhalb der Lehre ist der Podcampus, welcher von der Multimedia Kontor Hamburg GmbH betrieben wird. Innerhalb des Podcampus werden Mitschnitte von Vorlesungen und andere Podcasts kostenlos zum Download angeboten. Zusätzlich gibt es noch die Seite Wissarbeiten.de, welche Anleitungen in Form von Podcasts zum Arbeiten mit wissenschaftlichen Texten anbietet.
5.4.3 Social Networking
Sogenannte social Networks können auch als Web 2.0 Elemente innerhalb der Lehre eingesetzt werden. So kann eine Blogging Plattform gezielt eingesetzt werden um Informationen oder Materialsammlungen an Studierende herauszugeben. Des Weiteren können aber auch die Studierenden in diesen social Networks aktiv werden und zum Beispiel Arbeitsgruppen bilden, Informationen austauschen oder einfach nur den Zusammenhalt der Gruppe durch den Austausch Sozialer Informationen stärken. Durch diese den Lehrprozess unterstützende Methode lässt sich im Rahmen von Bologna eine qualitative Steigerung des Lehre bewirken. Als social Network werden meist Dienste wie StudiVz, Xing oder Twitter bewertet. Dort können sich Nutzer kostenfrei anmelden und ihr eigenes Profil kreieren und andere Nutzer zum Mitmachen einladen. Als ein Beispiel für den Einsatz eines social Networks innerhalb der Lehre dient das auf dem Dienst Twitter von Prof. Dr. Uwe Kern geführte Blog http://twitter.com/uwekern. In diesem werden stets die aktuellen Informationen zu Lehrveranstaltungen, Terminen und Publikationen aufgeführt, um den Studierenden Hilfen und einen Wegweiser an die Hand zu geben.
5.4.4 Kommerzielle Anwendungen
Nicht nur Universitäten und Lehreinrichtungen für Studenten, sondern auch große Firmen haben mittlerweile den Markt für Web 2.0 in der Lehre als Zielsegment für sich entdeckt. Viele große Anbieter haben gemerkt, dass der Markt in der Ausbildung ein sehr vielversprechender und zukunftsträchtiger ist. Das Lehren und Lernen wird sich in den nächsten Jahren immer weiter entwickeln und die Firmen möchten daran teilhaben. Die Google Apps werden laut Recherche auch schon an Schulen in Deutschland genutzt. So hat die Pestalozzi-Schule Schweinfurt [38] eine Webpräsenz mit eingebundenen Google Applikationen. Die Schüler [39] können auf Google Applikationen wie Google Mail-, Google Kalender-, Google Text & Tabellen und auf Google Talk zugreifen. Alle diese Produkte werden auf der eigenen Domain eingebunden [40] . Microsoft versucht über die Education Webseite, Studenten und Lehrer an Ihre Office Produkte und einige weitere Anwendungen heranzuführen. Durch eine frühe Nutzung, bei Google wie auch bei Microsoft, erhoffen sich die Firmen eine gute Kundenbindung und einen selbstverständlichen Umgang mit Ihren Produkten. Bologna lässt sich auf diese Anwendungen beziehen, indem auch diese didaktisch und qualitativ angepasst werden.
6 Schlussbetrachtung
In diesem Abschnitt werden die erarbeiteten Ergebnisse der Analyse mit den Grundlagen und Zielen der Fallstudie ausgewertet und ein Fazit gezogen.
6.1 Auswertung
Web 2.0 ist eine sehr moderne offen Technik, welche im ersten Moment keinen didaktischen und syntaktischen Regeln unterliegt und nur durch technische Grenzen Restriktionen unterlegen ist. Es wird durch Selbstorganisation, Selbstkontrolle und Heterogenität gekennzeichnet. Der Bologna Prozess hingegen ist eine Strukturierte Studienreform, in welcher alles reglementiert ist. Der Prozess ist durch Fremdorganisation, Außenkontrolle, Hierarchische Verhältnisse und Homogenität gekennzeichnet. [43] Die Impulse sind wie in Abbildung 5 dargestellt generell gegensätzlich ausgerichtet.
Um die Impulse von Bologna und Web 2.0 in Kombination nutzen zu können muss man diese bewusst lenken. Dies geschieht durch die Voraussetzungen, welche in Abschnitt 5.1 genannt worden sind. Die definierten Rahmenbedingungen, personell sowie inhaltlich decken sich auch mit dem ersten Merkmal der Qualitätsmerkmale guten Unterrichts in Abschnitt 5.2. Die weiteren Qualitätsmerkmale lassen sich durch die Didaktik in Web 2.0 abbilden. Die Online Didaktik muss unterstützend die informellen Diskussionszusammenhänge in formelle Lernkontexte übertragen um eine Steigerung der Qualität zu erarbeiten. Der personelle Mehraufwand, welcher für die Einarbeitung der Nutzer der in den Beispielen genannten Web 2.0 Plattformen entsteht, kann durch eine Erhöhung der Mobilität und bessere Zugangsmöglichkeit über das Internet wieder ausgeglichen werden. Die einzige nicht abschätzbare Risikogröße ist die Reaktion der Umwelt auf eine Web 2.0 Plattform innerhalb der Hochschullehre. So gehören sowohl soziale Offenheit, als auch Risikobereitschaft und Mut dazu, ein solches Projekt zu stemmen und zu publizieren.
6.2 Fazit
Die Ausarbeitungen der vorangegangenen Abschnitte lässt die Schlussfolgerung zu, dass mit der richtigen Vorbereitung der Anbieter der Lernplattform eine Steigerung der Qualität möglich ist. Dafür ist es jedoch sehr wichtig, dass alle erwähnten Rahmenbedingungen erarbeitet werden, da das Web 2.0 nur eine Methodik ist und kein Lehrkonzept ersetzen kann.
7 Fußnoten
- ↑ Vgl. [ETEAC] S.1
- ↑ Vgl. [AJAX] S. 9
- ↑ Vgl. [DIST]
- ↑ Vgl. [OREIL]
- ↑ Vgl. [BMBF]
- ↑ Vgl. [HRK3]
- ↑ [MW]
- ↑ Vgl. [HRK4]
- ↑ Vgl. [BMBF]
- ↑ Vgl. [HRK5]
- ↑ Vgl. [BMBF]
- ↑ Vgl. [KMK]
- ↑ Vgl. [BRED]
- ↑ Vgl. [MEDI]
- ↑ Vgl. [MEB] S.45
- ↑ Vgl. [WERZ] S.302-308
- ↑ Vgl. [JM6] S.162
- ↑ Vgl. [MEDI1] Im Text „Die Vermessung des Feldes“ S.4
- ↑ Vgl. [ETEAC] S.4
- ↑ Vgl. [ETEAC] S.3
- ↑ Vgl. [BWD] 2.6
- ↑ Vgl. [HRK2] S.7
- ↑ Vgl. [KAT] S.10
- ↑ Vgl. [SNRW]
- ↑ Vgl. [BUL]
- ↑ Vgl. [UM] S.10 ff.
- ↑ Vgl. [DUJ] S.1
- ↑ Vgl. [DM]
- ↑ Vgl. [MEDI2] S.3 f.
- ↑ Vgl. [MEDI2] S.5
- ↑ Vgl. [MEDI2] S.3-6
- ↑ Vgl. [ETEAC] S.11
- ↑ Vgl. [WW]
- ↑ Vgl. [WW]
- ↑ Vgl. [ETEAC] S.12
- ↑ Vgl. [PC]
- ↑ Vgl. [TW]
- ↑ Vgl. [PSW]
- ↑ [MW]
- ↑ Vgl. [LRM]
- ↑ Vgl. [GO]
- ↑ Vgl. [MI]
- ↑ Vgl. [REI] S.5
- ↑ In Anlehnung an: [REI] S.8
8 Literatur- und Quellenverzeichnis
| [AJAX] | Seeboerger-Weichselbaum, Micha; AJAX Ge-Packt; Mitp-Verlag (2007); |
| [BMBF] | Bundesministerium für Bildung und Forschung; Der Bologna-Prozess (14.04.2009);
http://www.bmbf.de/de/3336.php (25.05.2009) |
| [BWD] | Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Baden Würtemberg; Internet und Datenschutz;(01.03.2006);
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| [MW] | Der besseren Lesbarkeit wegen wird nur die maskuline Form von "Student" benutzt.;
Erfordert der Kontext keine Trennung nach Geschlecht, so seinen Studentinnen in jedem Fall mit eingeschlossen. ; |
| [OREIL] | O'Reilly, Tim; What Is Web 2.0 (30.09.2005);
http://oreilly.com/pub/a/oreilly/tim/news/2005/09/30/what-is-web-20.html (28.05.2009); |
| [PC] | Multimedia Kontor Hamburg GmbH; Podcampus ist eine Podcasting-Plattform für Beiträge aus Wissenschaft und Forschung (2006);
www.podcampus.de (13.06.2009); |
| [PSW] | Pestalozzi-Schule zur Lernförderung Schweinfurt; Arbeitsplatz für Schülerinnen und Schüler mit Google Apps;
http://www.pestalozzi-sw.de/?Arbeitsplatz (14.06.2009) |
| [REI] | Reinmann, Gabi; Bologna und Web 2.0: Wie zusammenbringen, was nicht zusammenpasst? (08.11.2006);
http://gabi-reinmann.de//wp-content/uploads/2006/11/Vortrag_Bonn_Nov06.pdf (23.05.2009); |
| [UM] | M. Uerdingen; Vorbereitung und Begleitung des Orientierungspraktikums (13.05.2006);
http://egora.uni-muenster.de/ew/persoenlich/uerdingen/bindata/SoSe_06_Orientierungsprakitkum_2.pdf (13.06.2009); |
| [WW] | Prof. Dr. Uwe Kern; Die Twitter Seite für Wirtschaftsinformatiker. Twittere fachliche Infos oder it Informationen;
http://twitter.com/uwekern (13.06.2009); |
| [WW] | Prof. Dr. Uwe Kern; winfwiki-Seite, der Wissensdatenbank rund um Themen der Wirtschaftsinformatik (2007);
http://www.winfwiki.de (13.06.2009); |
| [WERZ] | Stefan Aufenanger, (2004): Medienpädagogik. In: Krüger, Heinz-Hermann (Hrsg.); Grunert, Cathleen (Hrsg.): Wörterbuch Erziehungswissenschaft - 2. Auflage; UTB - Uni Taschenbücher Verlag (2007); |

