Bedeutung von Web 2.0 für traditionelle Wissenschaftsverlage
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| Namen der Autoren: | Nils Oltersdorf, Max Schindler, Gajanath Thavanesan |
| Titel der Arbeit: | Bedeutung von Web 2.0 für traditionelle Wissenschaftsverlage |
| Hochschule und Studienort: | Fachhochschule für Oekonomie und Management in Düsseldorf |
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| AJAX | Asynchronous JavaScript and XML |
| CMS | Content Management System |
| CSS | Cascading Style Sheets |
| HTML | Hypertext Markup Language |
| HTTP | Hypertext Transfer Protocol |
| OECD | Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung |
| RSS | Really Simple Syndication |
| UGC | User Generated Content |
| URL | Uniform Resource Locator |
2 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Screenshot: Adminstrationsoberfläche von Google Analytics |
| 2 | Auszug des Twitter Accounts des Wiley VCH Verlags |
| 3 | Amazons eBook-Reader "Kindle" |
| 4 | Screenshot: Website Abw Verlag |
| 5 | Screenshot: Website Berliner Wissenschafts Verlag |
| 6 | Screenshot: Website Logos Verlag |
3 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Quelle |
|---|---|
| 1 | Fragenkatalog - Fragen |
| 2 | Fragenkatalog - Häufigsten Antworten |
4 Einleitung
Diese Arbeit entsteht im Rahmen der Veranstaltung „Fallstudie II" unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Kern an der Fachhochschule für Ökonomie und Management am Studienstandort Düsseldorf.
4.1 Ausgangssituation
- Infolge der inzwischen vorherrschenden hohen Verfügbarkeit von Breitbandinternetzugängen und der damit verbundenen Selbstverständlichkeit des Internets gewinnt Web 2.0 stetig an Bedeutung.
- Heutzutage hat das Medium Internet den Status eines Multimediakanals für Information, Wissen und Unterhaltung erreicht. Den Nutzern ist es möglich all ihre Bedürfnisse auf einem Weg zu erfüllen, so dass ein Wechsel zwischen den klassischen Medien nicht mehr zwingend notwendig ist. Der Zugang zu Informationen war noch nie leichter und kostengünstiger als zur Zeit - und das allein dank Vorreitern wie „google“ und „wikipedia".
- Diese Weiterentwicklungen im Bereich des Internets haben damit unmittelbare Auswirkung auf die traditionelle Verlagswelt.
4.2 Zielsetzung
- Die vorliegende Fallstudie zeigt hierbei auf, welche Bedeutung Web 2.0 für traditionell aufgestellte Wissenschaftsverlage hat. Hierzu werden in dieser Arbeit die Motive und Aspekte für eine Umsetzung wie auch die vorherrschenden Bedenken beleuchtet.
4.3 Vorgehensweise
- Grundsätzlich werden für die Anfertigung dieser Arbeit Informationen aus Internetartikeln und Publikationen zum Thema „Web 2.0 im Einsatz“ herangezogen. Damit vor allem die Erfahrungen in der Praxis der Wissenschaftsverlage berücksichtigt werden kann, wurde ein Fragebogen konzipiert, der von den einbezogenen Verlagen beantwortet wurde.
- Die Fallstudie wird folgendermaßen unterteilt:
- Im ersten Kapitel werden die Grundlagen zu Web 2.0 erläutert, eine Definition von traditionellen Wissenschaftsverlagen aufgestellt sowie die Auswertung der Online-Umfrage dargelegt. Darauf folgt die Beschreibung der wesentlichen Chancen für den Einsatz und eine Ist-Analyse, welche Aufschluss über den momentanen Einsatz von Web 2.0 bei den Wissenschaftsverlagen geben soll. Anschließend werden im Hauptteil die möglichen Strategien für die Praxis dargestellt und vorallem wie ein Verlag direkt und indirekt Nutzen aus der Thematik ziehen kann. Außerdem werden die vorherrschenden Bedenken und mögliche Risiken aus Sicht der Verlage aufgezeigt und die Potentiale für die Zukunft bewertet. Die kritische Bewertung des Sachverhalts bildet das Resümee dieser Fallstudie.
- In dieser Studie werden ausschließlich in Deutschland ansässige Wissenschaftsverlage untersucht.
5 Grundlagen
Um ein allgemeines Verständnis für diese Fallstudie zu gewährleisten, werden die wesentlichen Grundbegriffe dieser Arbeit abgegrenzt und deren Funktion erläutert.
5.1 Web 2.0
- Der Begriff „Web 2.0" versucht die Entwicklungen im Web hin zu mehr Interaktivität und Funktionalität der letzten Jahre zu bündeln.
- Diese umfassen neben den klassischen Foren vorallem Blogs, Wikis, Feeds, Podcasts und YouTube.
- Einer wichtigen Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang dem sogenannten „User Generated Content" zu. User gestalten, bearbeiten und verbreiten Information zum größten Teil selbst.
- Die Zeiten der 'Ein-Weg-Kommunikation' gehören der Vergangenheit an, d. h. die Inhalten werden nicht mehr von zentralen Unternehmen bereitgestellt, sondern von den Usern selbst publiziert. Das Wichtigste hierbei ist eine schnelle und leicht verständliche Informationsaufbereitung und -verbreitung. Ein Blog wird zum Beispiel selten komplett gelesen, sondern wird häufig nur 'überflogen', dennoch soll ein Höchstmaß an Inhalten weitergegeben werden.
- Ein wesentliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch die Ziel- bzw. Usergruppe des Web 2.0. Nur eine eher junges Publikum macht diese Art der schnellen Verbreitung von Informationen erst möglich.
- Eine Grundvorraussetzung für eine Nutzung des Internets in dieser Art und Weise ist die Bereitstellung der Breitbrand-Infrastruktur. Erst durch diese Innovation gewann das Web den nötigen Grad an Selbstverständlichkeit.
- Geprägt und popularisiert wurde die Bezeichnung Web 2.0 maßgeblich von Tim O'Reilly, der damit auf die Veränderungen des Internet seit dem Crash der so genannten New Economy hinweisen wollte.[1]
5.1.1 Techniken & Bestandteile
- Ein wesentlicher Bestandteil der neuen Web Technologie ist AJAX. Es beschreibt die asynchrone Datenübertragung zwischen Webbrowser und Webserver. AJAX ist keine Neuentwicklung im Internet, sondern eine Kombination aus mehreren bestehenden Techniken die bereits im Internet im Einsatz sind.
- Es ermöglicht HTTP Requests (engl. Anfrage, hier Anfrage des Webbrowsers an den Webserver) innerhalb von HTML-Seiten durchzuführen, ohne das die komplette Website neu geladen werden muss.
- Weiterhin bietet AJAX auch die Möglichkeit einzelne Teile einer Website oder einzelne Daten nachzuladen. Somit kann eine Webanwendung komfortabler für den Anwender gemacht werden, da lange und unnötige Ladezeiten die auftreten würden wenn die ganze Seite neu geladen werden würde, entfallen.
- Dazu zählen folgende Bestandteile:
- HTML und CSS:
- Diese dienen der Aufmachung des eigentlichen Inhalts.
- HTML und CSS:
- DOM:
- Dient der Repräsentation der Daten und Inhalte.
- DOM:
- Javascript:
- Javascript dient hier neben der dynamischen Manipulation der HTML Website auch dazu, die Kommunikation zwischen den anderen Bestandteilen des AJAX zu steuern.
- Javascript:
- XMLHttpRequest-Objekt:
- Bildet den Grundsteil für eine asynchrone Kommunikation zwischen Browser und Webserver.
- XMLHttpRequest-Objekt:
5.1.1.1 Einsatzbeispiel für AJAX
- Nutzung von „Drag and Drop" Technik zur Steigerung der Benutzerfreundlichkeit.
- Wenn man Webanwendungen mit Desktopanwendungen vergleicht, merkt man schnell, das Standardfunktionen, wie z.B. das Bewegen von Desktopicons oder das Verschieben einer Datei in einen anderen Ordner in dieser Form im Internet immer noch eine Seltenheit sind.
- Im Internet könnte man sich folgenden Fall vorstellen:
- Ein Kunde möchte in einem Webshop eines Verlages ein Buch kaufen. Wenn er ein Buch seinem Warenkorb hinzufügen möchte, ist es in einem Großteil der Internetshops so, dass er Artikel per Button im Warenkorb ablegen kann. Nicht zuletzt weil es komfortabler wäre, sondern auch weil es an das gewohnte Verhalten von Desktopanwendungen erinnern würde, könnte dem Kunden hier durch eine "Drag and Drop" Funktion eine höhere Benutzerfreundlichkeit geboten werden. Um diese Funktionalität umsetzen zu können, wird AJAX benötigt. Eine solche Erweiterung hätte neben der gesteigerten Benutzerfreundlichkeit auch noch den Vorteil geringerern Traffics auf dem Server, was zu geringeren Kosten führen wird.
- Zu beachten gilt jedoch, dass AJAX nur bei Webbrowser einsetzbar ist, die Javascript unterstützen. Für alle Browser die dies nicht unterstützen muss zusätzlich zur AJAX Version eine Non-Javascript-Version umgesetzt werden.
5.1.1.2 User Generated Content
- Ein wichtiger Punkt in Web 2.0 ist „User-Generated-Content" (UGC). Doch was bedeutet das eigentlich?
- Laut OECD benötigt dieser Inalt folgenden Kriterien:
- Publizierte Inhalte
- Kreative Eigenleistung
- Kreation außerhalb von professionelen Routinen
- UGC kann unter anderem in folgenden Formen auftreten: Blogeinträge. Social Bookmarking wie z.B. „digg.com" oder „del.icio.us", helfen die großen Datenmengen des Internets mit einfach Schlagwörtern zu sortieren, so dass man auf Basis dieser Schlagwörter einen völlig anderen Suchansatz als mit herkömmlichen Suchmaschinen a la google hat. Wobei herkömmliche Suchmaschinen ihre Suchanfragen auf rein inhaltlicher Basis durchführen, wird beim Social Bookmarking nach Inhalten gesucht, die möglichst oft mit dem gesuchten Schlagwort getaggt (engl. für markiert, etikettiert) worden sind.
- Der Hauptaspekt von Web 2.0 spielt sich im Bereich von Internetcommunities ab. Die großen und bekannten Vorbilder hier sind Youtube, Flickr und Wikipedia. Die Betreiber dieser Website sind in den meisten Fällen nicht die Autoren des Inhalts der Website, sondern die große Community, die die Website täglich aktuell hält und immer neue Inhalte einpflegt. Die Aufgabe der Betreiber besteht meist darin, illegale und unpassende Inhalte herauszufiltern. Dadurch das die User in der Community ständig Feedback von anderen bekommen herrscht hier ein enorm hoher Meinungsaustausch und aufkommende Trends und Neuheiten verbreiten sich sehr schnell und können dann von den Verlagen schnell aufgefasst und weiterverarbeitet werden.
5.1.2 Anwendungen
- Wikis
- Wikis (deutsch: schnell) sind leicht zu bedienende Content Management Systeme (CMS) die es erlauben Wissen online zu verknüpfen (z. B. Wikipedia). Texte und Artikel können auf einfachste Art und Weise von mehreren Benutzer verfasst, bearbeitet aber auch gelöscht werden. Spezielle HTML-Kenntnisse sind hierfür nicht von Nöten. Diese Offen- und Einfachheit stellt den größten Vorteil der Wikis dar. Wissen lässt sich schnell teilen und ergänzen. Meist gibt es jedoch Beschränkungen und Kontrollen die vor ungewünschten Zugriffen schützen sollen.
- Wikis
- Blog
- Ein Blog (deutsch: digitales Tagebuch) beschreibt die meist öffentliche Verbreitung von Ideen, Nachrichten oder Gedanken des Herausgebers, des sogenannten „Blogger“. Bei einem Blog handelt es sich im Prinzip um eine chronologische Liste von Einträgen. Der Blogger ist hierbei der alleinige Autor. Allerdings wird dem Leser häufig die Möglichkeit gegeben, eigene Kommentare unter die verschiedenen Einträge zu setzen um somit eine Diskussionsplattform zu schaffen.
- Blog
- RSS-Feed
- Ein RSS-Feed ist vergleichbar mit einem Nachrichtenticker. RSS (Really Simple Syndication) ist ein Service, der häufig von Nachrichtenmagazinen oder Weblogs angeboten wird, so dass kostenlos und automatisch stets aktuelle Nachrichten bereitgestellt werden. Der User erhält in regelmäßigen Abständen kurze Überschriften mit wenig Text und einem entsprechendem Link zu dem kompletten Artikel. Die Bereitstellung von Informationen im RSS-Format wird als RSS-Feed bezeichnet.
- RSS-Feed
- Podcast
- Podcasts (deutsch: Hörtstück) sind Audiodateien, die sich unabhängig von einer Sendezeit über das Internet beziehen lassen. Oftmals besteht auch die Möglichkeit zum Beispiel Nachrichten über einen RSS-Feed in regelmäßigen Abständen automatisch zu beziehen. Der Begriff setzt sich aus den Teilen iPod (mp3-Player der Firma Apple) und "Broadcast" (was übersetzt "Übertragung" bedeutet) zusammen.
- Podcast
- Foren
- Foren bieten den Usern die Möglichkeit sich über ein jeweiliges Thema auszutauschen. Die Kommunikation findet allerdings, z. B. im Vergleich zu einem Chat, nicht in Echtzeit sondern asynchron statt. Häufig werden Foren auch zur Lösungen von z. B. Softwareproblemen genutzt. Dabei gibt es neben dem Admin Moderatoren, welche im Gegensatz zu den normalen Benutzern die Möglichkeit haben, Beiträge anderer Mitglieder zu editieren oder auch zu löschen.
- Foren
5.2 Traditionelle Wissenschaftsverlage
- Unter einem traditionellen Verlag versteht sich in erster Linie ein Wirtschaftsunternehmen, dessen wesentliche Aufgabe darin besteht, die geistigen Werke eines Autors in gedruckter Form einer großen Leserschaft zugänglich zu machen. Er trägt erheblich zur Verbreitung eines Buches bei, in dem er eine Vermittlerrolle zwischen Autor und Leserschaft einnimmt.
- Ein Wissenschaftsverlag hat hierbei als Zielgruppe besonders Lehrende und Lernende im Auge. Die Autoren kommen hauptsächlich von Wissenschaftlichen Einrichtungen und sind selbst an Wissensvermittlung und Bereitstellung von Lernmaterialen interessiert.
6 Traditionelle Wissenschaftsverlage im Zeitalter von Web 2.0
Im Hauptteil dieser Arbeit folgt eine detaillierte Analyse über die Bedeutung von Web 2.0 für traditionell aufgestellte Wissenschaftsverlage. Die Untersuchung beinhaltet die Bewertung der Chancen, die Bestandsaufnahme des Ist-Zustands, das Durchleuchten der Praxisansätze und abschließend die Beurteilung der Risiken. Vorab wird für die Datenerhebung die Zielgruppe mittels einer Online-Umfrage kontaktiert.
6.1 Datenerhebung mittels Online-Befragung
- Die Online-Umfrage wird mit dem Ziel angefertigt anhand der zu erwartenden Antworten einen besseren Eindruck über die Auswirkung von Web 2.0 auf traditionelle Wissenschaftsverlage zu erlangen. Um detaillierte Sichtweisen von den befragten Verlagen zu erhalten werden lediglich offene Fragen entworfen.
- Für die erfolgreiche Durchführung von Befragungen bei Wirtschaftsunternehmen ist ein konkreter Ansprechpartner im Unternehmen von großer Wichtigkeit.
- Nur so kann sichergestellt werden, dass solch eine Anfrage nicht gleich durch eine zentrale Stelle für Unternehmenskommunikation in den Papierkorb befördert wird.
- Vor allem bei offenen Fragen ist es von erheblichem Interesse, sich vorab mit einer verantwortlichen Person in Verbindung zu setzen und seine Bereitschaft für die Teilnahme zu erfragen.
- Daneben ist dieser Umstand auch hilfreich für Nachfragen bei bereits erfolgten Umfragen, sofern die Befragten hierzu zustimmen.
- Für eine effektive und effiziente Realisierung wird auf den kostenlosen Service von 'jotform.com' zurückgegriffen. Den in Frage kommenden Wissenschaftsverlagen können nun die URL und die restlichen erforderlichen Informationen für die Teilnahme per Mail zugesandt werden.
- Bei einer erfolgten Beantwortung, werden die Antworten an die im System von 'jotform.com' gespeicherte Emailadresse verschickt.
- Zugriff auf die Online-Umfrage: http://jotform.com/form/91335913981
- Nun folgt eine Übersicht der gestellten Fragen und den dazu erhaltenen häufigsten Antworten.
Nr. Fragen 01 Aus welchen Beweggründen setzen sie Web 2.0 ein? 02 Inwiefern sind externe Web 2.0 Angebote für sie interessant? 03 Inwieweit hat sich ihr Geschäftsmodell durch den Einsatz von Web 2.0 verändert? 04 Wie sehen sie die Entwicklung vom traditionellen Buch zum eBook, in Hinblick auf Risiken, Kostenersparnis und Chancen? 05 Verändert sich aus ihrer Sicht die Geschäftsbeziehung zu ihren Autoren? 06 Welche Vorteile hat der Einsatz von Web 2.0 für ihre Kunden? 07 Auf welchen Wegen können ihre Kunden mittels Web 2.0 mit ihnen in Kontakt treten? 08 Welche zusätzlichen Leistungen können sie ihren Kunden dank Web 2.0 anbieten? 09 Welche Risiken sehen sie in Verbindung mit dem Einsatz von Web 2.0? 10 Hat der Einsatz von Web 2.0 zu Kostenersparnissen geführt?
Nr. häufigsten Antworten 01 besseres Kundenfeedback; neue Produkte; kann ich nicht einschätzen 02 hin und wieder; gar nicht; aktuell nicht notwendig 03 im Kommmen; im Aufbruch; schwer zu sagen 04 ein neues Medium; neue technische Möglichkeiten; leichtere illegale Verbreitung 05 Verlage werden entberlich; Selbstständigkeit von Autoren 06 Interaktivität; gezielter Zugriff auf benötigten Content; Personalisierte Produkte 07 weiterhin Mail und Telefon; teilweise twitter und blogs 08 Kombiangebote print - e-book; Wissensforen; anbieten von reinen Inhalten 09 Anstieg an Raubkopien; Autoren bzw. wissenschaftlichen Institute benötigen keine Verlage; weniger Publikationen verfügbar 10 noch zu früh; keine;
- Die Daten der Befragung und der Interviews werden in den folgenden Kapiteln aufgegriffen und ausführlich beleuchtet. Grundsätzlich erhalten häufig vorkommende Antworten eine höhere Priorität und somit auch eine größere Gewichtung in der vorliegenden Arbeit.
6.2 Chancen
- In diesem Teil der Fallstudie werden die Hauptargumente für den Einsatz von Web 2.0 Techniken bei klassischen Wissenschaftsverlagen untersucht.
6.2.1 Aktivere Kundenbindung
- Durch Web 2.0 bietet sich die Möglichkeit einer verbesserten Kundenbindung. Dadurch, dass viel Austausch mit dem Kunden (z.B. in Foren) geschieht, kann der Forumsbetreiber erfahren was dem Kunden oder dem potentiellen Kunden wichtig ist und wie er diese Wünsche befriedigen kann. Durch den direkten Austausch beider Parteien gelingt es dem Verlag leichter zukünftige Trends zu prognostizieren. Wenn dieser Vorteil genutzt werden kann, und der Kunde, dass bemerkt das er bei diesem Verlag genau nach seinen Wünschen behandelt und bedient wird, wird er sich langfristiger an den Verlag binden und ihn auch in Zukunft mit wichtigen Informationen versorgen. Dies können z.B. Feedback zu Publikationen oder Anfragen nach neuen Themenbereichen für Publikationen sein.
6.2.2 Interaktivität durch intuitive Anwendungen
- Interaktivität beschreibt die Fähigkeit eines Programmes oder einer Anwendung Aufgaben und Probleme im Zusammenspiel mit dem Benutzer zu lösen. Dieser hat die Möglichkeit mit Hilfe einer Benutzeroberfläche, wie z. B. verschiedenen Menüs, Dialogboxen oder Auswahllisten :mit dem Programm zu kommunizieren, welches mit einer entsprechenden Ausgabe von Informationen darauf reagiert. Heutzutage wird die interaktive Arbeitsweise bereits als Standart angesehen, im Gegensatz zum EVA-Prinzip (Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe), welches keine Anwendereingriffe während eines Programmablaufes zulässt.
- Um den Vorteil des Dialogs zwischen der Anwendung und dem User richtig zu nutzen, bedarf es einer leicht verständlichen und bedienbaren Oberfläche. Gerade unerfahrene Benutzer schrecken oft vor einer komplizierten GUI zurück.
- Wie lässt sich sicherstellen, dass die Anwendung für jede Zielgruppe geeignet ist?
- Hier kommt die Intuition des Individuums ins Spiel. Diese beschreibt die Fähigkeit Sachverhalten und Zusammenhänge schnell und ohne lange Einarbeitungsphase zu erkennen. Eine Kombination aus einer leicht verständlichen und bedienbaren Oberfläche sowie der :angesprochenen Intuition garantiert das Erreichen einer Zielgruppe. Wissen kann einer breiten Masse schnell und unkompliziert vermittelt werden.
6.2.3 Steigerung der Reichweite
- Damit Verlage eine größere Menge potentieller Kunden ansprechen können, benötigen diese ein sinnvolles System um die Reichweite ihrer Veröffentlichungen zu messen.
- Reichweite kann durch verschiedene Kriterien definiert werden. Zum Einen kann die Reichweite anhand der Anzahl der Besucher einer Website mit einem Tracking Tool (Software zur Messung der Besucher einer Website) wie z.B. „Google Analytics“ ermittelt werden.
Abbildung 1: Screenshot: Adminstrationsoberfläche von Google Analytics [2]
- Reichweite kann auch auf Grund von verkauften Publikationen z.B. in einem Onlineshop gemessen werden.
- Durch die neuen Kanäle des Web 2.0 z.B. Twitter (http://www.twitter.com), die dann in diesem Fall als Werbekanäle genutzt werden können, kann sich eine Möglichkeit ergeben neue Personen zu erreichen. Im Vorhinein sollte aber analysiert werden, ob die angestrebte Zielgruppe überhaupt solche Systeme nutzt. Ein Beispiel hierfür kann der Wiley VCH Verlag sein.
Abbildung 2: Auszug des Twitter Accounts des Wiley VCH Verlags [3]
- Durch die neuen Kanäle des Web 2.0 z.B. Twitter (http://www.twitter.com), die dann in diesem Fall als Werbekanäle genutzt werden können, kann sich eine Möglichkeit ergeben neue Personen zu erreichen. Im Vorhinein sollte aber analysiert werden, ob die angestrebte Zielgruppe überhaupt solche Systeme nutzt. Ein Beispiel hierfür kann der Wiley VCH Verlag sein.
- In der vorhergehenden Grafik ist der rot hervorgehobene Tweet ein gutes Beispiel dafür, wie man mit einfachen Mitteln Personen auf die eigene Website aufmerksam machen kann.
- Allerdings gilt, wie schon kurz erwähnt, eine vorherige Analyse der Zielgruppe und deren Nutzen solcher Kanäle als Grundvoraussetzung. Bekannterweise sind einige Zielgruppen, z.B. die Zielgruppe für Publikationen aus dem Bereich der Informatik leichter über moderne Kommunikationskanäle im Internet anzusprechen als andere Zielgruppen, die das Internet konventioneller nutzen und sich größtenteils auf klassische Informationsdiensten, z.B. Websites von Nachrichtenmagazinen oder Suchmaschinen bewegen.
6.2.4 Erweiterung des Portfolios
- Das Portfolio ist das Herzstück eines Wirtschaftsunternehmens, um die Qualitäten und das Know-How nach außen zu kommunizieren und um sich von der Konkurrenz abzuheben. Dazu ist es notwendig den potenziellen Kunden eine Vielzahl ihrer Bedürfnisse mittels der angebotenen Leistungen und Dienstleitungen zu erfüllen.
- Welche Produkte lassen sich mit der neuen Technologie besonders gut und besser vermarkten und bieten damit einem Wissenschaftsverlag großes Marktpotential?
- E-Book
Abbildung 3: Amazons E-Book-Reader "Kindle"[4]
- Zum einem wäre da das schon größtenteils bekannte E-Book, eine elektronische Version des herkömmlichen Buchs. Aktuell stellt es bei Wissenschaftsverlagen eher ein Nebenprodukt dar.
- Unter Berücksichtigung des Vorzeichens, dass sich bereits spezielle E-Book-Lesegeräte (die sogenannten 'E-Book-Reader') auf dem Markt befinden, ist ein Wachstum in diesem Markt zu erwarten und für Verlage nicht von unerheblichem Interesse.
- Die elektronische Lesevariante „eBook-Reader“, versucht die bekannte Art des Lesens, mit dem aktuell technisch Möglichem zu kombinieren.
- Solch ein Lesegerät kann eine Vielzahl von Büchern speichern, für die sonst mehrere Bücherregale gebraucht werden würden. Die Technik der sogenannten „elektronischen Tinte“ simuliert das Aussehen von echter Tinte auf echtem Papier so perfekt, dass man das Gefühl hat in einer echten Seite zu lesen. Wie bei einem echten Buch sind die Displays der meisten Lesegeräte nicht beleuchtet, so dass ausreichend Umgebungslicht benötigt wird um darin lesen zu können. Somit wird zu Abendstunden ebenso eine Leselampe benötigt, wie bei einem richtigen Buch.
- E-Learning
- Ein weiteres Produkt, welches das Portfolio eines Wissenschaftsverlags sinnvoll abrundet, ist E-Learning.
- Eine E-Learning Umgebung wäre als „Tor“ ins Internet aufzufassen, das Lernenden Wege zu Lernmaterialien und -werkzeugen weist, die sich irgendwo im Internet befinden.[5]
- Bei aktuell existierenden Systemen vermisst der Nutzer vor allem einen benutzerfreundlichen Aufbau und Flexibilität. Durch die rasante Entwicklungen im Umfeld des Internets, ist die Nutzung innovativer Web 2.0-Anwendungen möglich und der Aufbau einer Lernplattform mit mehr Interaktivität und Lernalternativen für Interessierte realisierbar.
- Vorraussetzung hierfür ist die Verfügbarkeit von Wissen und Informationen zu verschiedenen Sachverhalten.
- Hierbei hat ein Verlag einen klaren Vorteil gegenüber auf dem freien Markt befindlichen Spezialisten, da ihnen die konkreten Ansprechpartner und die Lerninhalte schon zur Verfügung stehen. Damit können Verlage durch eine engere Zusammenarbeit mit ihren Geschäftspartnern, schnell und leicht ihr Portfolio um ein E-Learning Angebot erweitern.
6.2.5 Ausweitung des Marketings
- Im Rahmen von Web 2.0 eröffnen sich für die Verlage auch im Bereich Marketing, insbesondere bei der Kommunikationspolitik, neue Möglichkeiten.
- Social Networks spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Ein großer Kreis von potentiellen Kunden kommt auf diesen Plattformen zusammen und die Verlage haben dadurch die Möglichkeit, mit einem vergleichsweise geringen Aufwand, eine enorme Menge an Personen zu erreichen. Des Weiteren sind in diesen Netzwerken hauptsächlich junge Leute aktiv, welche der Zielgruppe „Studenten“ am :ehesten entsprechen. Schaltet ein Verlag auf diesen Plattformen im Rahmen der Kommunikationspolitik Werbung, ist sichergestellt, dass diese den richtigen, potentiellen Kundenkreis erreicht. Außerdem besteht die Möglichkeit mit eventuellen Rabattaktionen für Mitglieder des Netzwerk Benutzer neugierig zu machen und auf die Seite des Verlages zu lenken.
6.3 Strategien
- Mit Hilfe der durchgeführten Befragungen und Untersuchen ergeben sich zwei Ansätze um Nutzen aus der neuen Technologie zu ziehen. Einerseits direkt durch aktive Umsetzung von Ideen im Unternehmen, andererseits indirekt durch die Aktivitäten der Kunden.
6.3.1 Ist Analyse
- Bei der Entwicklung eigener Konzepte steht meist eine Form von kommerziellem Erfolg als Motivation im Hintergrund. Doch wie können diese Konzepte aussehen, welche Teilziele werden verfolgt, welche Kanäle werden benutzt, wer ist die Zielgruppe?
- Weiterhin stellt sich am Beginn die Frage, ob das bisherige Image "meiner" Website überhaupt Web 2.0 konform ist. Damit gemeint ist das bisherige Aussehen der Verlagswebsite. Ein Konzept, das potentielle Kunden für einen Verlag interessieren soll, erzeugt keine neuen Interessenten oder Kunden, wenn die späteren Käufer sich dann nicht auf einer benutzerfreundlichen Website befinden, die wohlmöglich auch noch schwerbedienbar, unübersichtlich und veraltet ist.
- Hier ist definitiv ein großer Aufholbedarf nötig, denn die folgenden Beispiele verdeutlichen dies eindeutig.
- Diese drei Beispiele zeigen sehr schnell entscheidende Schwächen auf. Hier folgen einige Beispiele von Fehlern oder Anzeichen von veralteter Technik, was die Gestaltung und das Entwerfen von Webseiten angeht.
Abbildung 4: Screenshot: Website Abw Verlag [6]
Abbildung 5: Screenshot: Website Berliner Wissenschafts Verlag [7]
Abbildung 6: Screenshot: Website Logos Verlag [8]
6.3.1.1 Defizitärer Aufbau der Website
- Als Beispiel hierfür dient die Website des Logos Verlags. Fehlende Überschrift-Elemente, sogenannte h-Tags, sind nicht vorhanden und erschweren der Suchmaschine so das korrekte Indexieren des Inhalts der Seite und das Herausfiltern von Überschriften. Die Folge dieser Fehler spiegelt sich dann im Suchergebnis von Google wieder: Seiten die schlecht strukturiert sind werden in den Ergebnislisten weiter unten aufzufinden sein. Somit sollte einem Verlag viel daran liegen, einen syntaktisch korrekten Aufbau der Website zu erreichen.
6.3.1.2 Unübersichtliche Websites
- Einige der Verlags Websites die in dieser Fallstudie betrachtet werden, besaßen einen schlecht strukturierten Inhalt, der die Übersichtlichkeit vermindert und eine intuitive Navigation erschwert.
- Beispiel ABW- Verlag:
- Die Hauptpunkte der Website "Home", "Programm", "Autoren", "Unternehmen", "Suche" und "Kontakt" sind in dunkel grauer Schrift auf grauem Hintergrund gelegt. Für einige Benutzer ist dieser Unterschied schwer zu erkennen und verwährt somit eine leicht Navigation auf der Website.
- Die Autoren des Verlags, die in der linken Spalte in Kacheln dargestellt sind, stellen Links auf Seite mit Detailinformationen zu den Autoren da. Negativ ist hierbei, dass es nicht ersichtlich ist, dass auf diesen Bildern Hyperlinks zu diesen Detailseiten liegen.
- Beispiel ABW- Verlag:
- Beispiel BWV:
- Keine Strukturierung der Hauptnavigation. Sinnvoll wäre z.B. ein Baumstruktur in der Navigation. Somit würden auf erster Ebene weniger Menüpunkte angezeigt werden, was zur Steigerung der Übersichtlichtkeit beitragen würde. Nach dem Klicken auf einen solchen Hauptpunkt sollten dann Unterpunkte angezeigt werden, die inhaltlich zum geklickten Hauptmenüpunkt passen.
- Beispiel BWV:
- Beispiel Logos Verlag:
- Serifenbehaftete Schrift in den Hauptmenüpunkten. Serifenbehaftete Schriften sind zwar im Druckbereich bevorzugt, da sie hier das Lesen des Textes vereinfachen, im Internet hingegen ist dieser Effekt jedoch umgekehrt. Hier gelten serifenlose Schriftarten als einfacher lesbar.
- Beispiel Logos Verlag:
- Bei allen Websites fällt auf, das eine Breadcrumb (engl. Brotkrümelnavigation) fehlt. Gemeint hiermit ist eine Art Navigation, die sich auf Websites zur Verbesserung der intuitiven Navigation etabliert hat. Breadcrumbs zeigen die aktuelle Position eines Elements (also einer einzelnen Inhaltsseite) relativ zum Wurzelelement (der Startseite) an. Somit gewinnt der Besucher der Seite schnell einen Überblick im welchen Zweig er sich auf der Seite befindet. Denn in der heutigen Zeit, in der viele User auf Website über eine Suchmaschine gelangen, passiert es oft, dass man per Klick auf ein Suchergebnis nicht auf die Startseite der Zielseite gelangt, sondern auf eine Unterseite. Um dem User eine schnelle Übersicht zu gewähren, sind Breadcrumbs somit sehr hilfreich.
6.3.2 Eigene Konzepte
- Damit ein Verlag seine Kunden und deren Wünsche besser in Erfahrung bringen kann, ist es hilfreich, wenn ein potentieller Kunde die Möglichkeit hat, seine Wünsche und Gesuche auf der Website abzugeben. Wenn ein Benutzer erkennt, dass ein Verlag seinen Anforderungen gerecht wird und er aktiven Einfluss auf das Sortiment des Verlages hat, wird er auch in Zukunft versuchen das Sortiment für seine Zwecke zu manipulieren und kann einen Shop bzw. die Produktpalette sofür seine Zwecke personalisieren. Dieser Effekt ist jedem bekannt, der bereits aktivzum Beispiel in einem Forum mitgewirkt hat. Wenn man einen Beitrag schreibt, wird man später die Seite nochmals aufrufen um zu sehen was andere zu diesem Beitrag schreiben und eventuell wieder eine Antwort schreiben. Die so entstehenden Diskussionen regen wiederum andere Benutzer an, ihre Meinung zu äußern. So entstehen mit relativ einfachen Mitteln Communities, die aus wiederkehrenden Usern bestehen.
- So könnte es zum Beispiel auf einer Verlagswebsite einen Bereich geben, in dem der Besucher der Website seinen Bedürfnisse mitteilen kann. Wenn im Nachhinein mehrere Besucher die gleichen, oder ähnliche Wünsche haben, kann der Verlag sein Sortiment genauer auf die aktuellen Wünsche seiner Kunden abstimmen.
6.3.2.1 Sortimentsbeeinflußung durch die Community
- Vorbild dieser Möglichkeit ist die Website von „A better tomorrow“ (A.b.t.) [9] und deren System: „Design Contest“. Hier werden Designvorschläge von den Usern der Community von A-b-t gemacht. Jeder User hat die Möglichkeit Entwürfe hoch zu laden und kann über andere Entwürfe abstimmen. Diese Entwürfe bleiben über eine ungefähren Zeitraum von 4 Wochen im Wettbewerb zu anderen Entwürfen. Der Entwurf mit den besten Bewertungen wird hinterher von A-b-t produziert, also auf T-Shirts gedruckt und in Webshop von A-b-t vertrieben.
- Die Möglichkeit, dass Kunden aktiv das Sortiment bestimmen können bringt neben wiederkehrenden Kunden auch noch den Effekt der Selbstvermarktung mit sich bringen, denn "Mundpropaganda" spielt bei Communities immer eine große Rolle.
6.3.2.2 Pflege der Community
- Wenn ein Verlag es schaffen sollte eine Community aufzubauen, sollte ihm viel daran gelegen sein diese Community stets im Auge zu behalten und deren Wünsche, Fragen und Anregungen zu beachten und zu beantworten.
- Natürlich gibt es nicht nur positive Meinungen von Usern sondern auch negative Äußerungen (Mitunter auch unberechtigt negative Äußerungen) Beispielsweise kommen diese von Mitbewerbern, die ihre Konkurrenz ausstechen wollen und sich selbst in ein besseres Licht rücken wollen. Ein Communitybetreiber sollte sich davor hüten, diese Kommentare/Beiträge einfach zu löschen, sondern gezielt zu beantworten und als Neider / Konkurrent zu entlarven, denn eine Community reagiert auf Zensur sehr schnell mit Ablehnung und negativer Kritik.
- Somit kann man zum Thema Community sagen: Bietet man seiner Community eine Plattform auf der sie sich austauschen kann, erfährt man viel über Denkensweisen und hat so die Möglichkeit immer am Puls der Zeit zu sein.
6.3.3 Kundenaktivitäten
- Eine indirekte und eine weniger beeinflussbare Variante, Nutzen aus der neuen Technologie zu ziehen, ist die Aktivitäten der Kunden auf Web 2.0 Plattformen.
- Der grundlegende Unterschied zwischen dem altem und dem neuen Netz ist, das Nutzer nicht nur Konsument von Informationen sind, sondern selbst leicht und schnell an der Informationsverbreitung partizipieren können.
- Die verschiedensten eCommerce Plattformen wie z.B. „amazon“ bieten bereits den Käufern Möglichkeiten die gekauften Bücher zu bewerten und dies im Internet für weitere Interessierte zur Verfügung zu stellen.
- Ebenso erfreuen sich unabhängige Foren steigender Beliebtheit. Interessierte können sich unkompliziert einem Forum für Produktbewertung bzw. Buchempfehlungen anschließen und die notwendigen Entscheidungshilfen erfragen. Daneben sind auch private Blogs denkbar, auf dem der Blogger seinen Bekannten und Freunden mit Erfahrungswerten schnell und einfach helfen kann.
- Besonders bei der für Wissenschaftsverlage wichtigen Zielgruppe der Studenten sind solche Online-Communities für Erfahrungsaustausch schon weit verbreitet und haben damit unmittelbar Auswirkungen auf das Kaufverhalten.
- Bei allen diesen vom Kunden bzw. Nutzer veröffentlichen Rezensionen über ein Produkt besteht selbstverständlich die Gefahr das eine negative Äußerung erfolgt und potenzielle Kunden damit abgeschreckt werden.
- Dieser Aspekt wird im Kapitel „Risiken" aufgegriffen und detailliert beleuchtet.
6.4 Risiken
- Daneben haben die erfolgten Umfragen Bedenken von Seiten der traditionellen Wissenschaftsverlage gegenüber Web 2.0 aufgezeigt. Die wesentlichen Risiken werden in diesem Kapitel beleuchtet.
6.4.1 Wegfall von Autoren
- Die weitere Verbreitung von Web 2.0 stellt für traditionell aufgestellte Wissenschaftsverlag auch ein Risiko dar: Den Verlust von Autoren.
- Die Vielzahl der Autoren sind hauptberuflich für wissenschaftliche Einrichtungen tätig und die Entwicklungen im Web 2.0 Umfeld bieten diesen Instituten eine gute Plattform, selbstständig die Publikationen ihrer Mitarbeiter zu vertreiben.
- Auch für Autoren selbst stellt es keine große Herausforderung mehr da, einen Onlineshop aufzuziehen da sich dank der Anwendungen wie CMS der Aufwand und die Kosten im überschaubaren Rahmen halten.
- Durch diesen Umstand ergeben sich quantitative und qualitative Einflusse für bereits bestehende Verlage.
- Sofern ganze Hochschulen und andere große Institute die wissenschaftlichen Arbeiten ihrer Mitarbeiter für sich selbst sichern, verringert das die mengenmäßige Bereitstellung von Publikationen für unabhängige Verlage. Daneben werden auch namhafte Autoren einer Fachrichtung den Weg der Selbstständigkeit einschlagen.
- Dies kann Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Publikationen haben.
6.4.2 Zunahme an Wettbewerbern
- Die Bedenken beim Wegfall von Autoren implizieren unmittelbar einen möglichen Anstieg an Wettbewerbern.
- Damit muss ein Verlag nicht nur den Verlust von Autoren und deren Werke verkraften, sondern auch den wachsenden Konkurrenzkampf um die Leserschaft bewerkstelligen.
- Ohnehin ist im Rahmen der neuen Entwicklungen im Web, der Einstieg in die Verlagsbranche für neue Unternehmen leichter und schneller durchzuführen. Zusätzlich kann sich solch ein neuer Verlag nach den neuen Möglichkeiten ausrichten, und somit einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber bestehenden Verlagen haben.
6.4.3 Substitution von Publikationen
- Die steigende Verfügbarkeit von kostenlosen Informationen und Wissen, welches durch die Web 2.0 Funktionalität „User Generated Content“ ermöglicht wird, kann auch Auswirkungen auf die Quantität der zukünftigen Publikationen haben.
- Unabhängig von der Richtigkeit der Informationen können sich Interessierte teilweise mit dem kostenlos zur Verfügung gestellten Wissen und Informationen im Web zufriedengeben und ganz auf Bücherkäufe verzichten.
- Dies wird direkte Auswirkungen auf Absatzzahlen haben und somit den Gewinn der Verlage und vor allem der Autoren schmälern.
- Dieser Zustand kann Autoren dazu bewegen, vereinzelte Sachverhalte gar nicht mehr zu Untersuchen und darüber Abhandlungen zu schreiben.
- Für Verlage kann es bedeuten, dass bestimmt Themengebiete nicht mehr ausreichend für deren Kundenstamm bedient werden können.
6.4.4 Anonyme Kritik
- Ein generelles Risiko des Internets, aber auch speziell im Bereich von „Web 2.0“, stellt die Anonymität da. Diese bewusste, wenn auch nicht vollständig gegebene, „Unsichtbarkeit“ mag viele User zu einer ungewohnten Offenheit verleiten. Zunächst sollte gesagt sein, dass es auch im Internet keine wirkliche Anonymität gibt. Häufig wird beim Senden von Informationen oder persönlichen Daten auch die IP-Adresse übertragen über welche sich der Nutzer ermitteln lässt. Allerdings ist dies mit einem nicht unerheblichen Aufwand verbunden und auch meist nur bei Online-Straftaten zulässig.
- Inwieweit stellt diese Anonymität nun ein Riskio für die Verlage da?
- Viele Unternehmen bieten im Rahmen von eCommerce beispielsweise die Möglichkeit der Kundenrezensionen an. Dort haben User die Chance sich per Kommentar, meist unterhalb des Artikels, über ein entsprechendes Buch zu äußern. Allerdings sollte bedacht werden, dass es sich bei diesen Rezensionen um reine Subjektivität handelt. Jeder Leser hat eigene Ansprüche und Erwartungen an ein Buch und werden diese nicht erfüllt, findet sich schnell eine schlechte Bewertung unterhalb des Artikels wieder. In Verbindung mit der angesprochenen Anonymität vergessen aufgebrachte Leser häufig eine angebrachte Ausdrucksweise. Außerdem ist nicht sichergestellt, dass jede Rezension auch wirklich von einem anderen Leser geschrieben wurde, denn prinzipiell besteht die Möglichkeit sich mehrfach zu registrieren. Es werden keine persönlichen Daten abgefragt bzw. muss sich der User in keinem Fall verifizieren.
- Dies kann dazu führen, dass sich viele Leser aufgrund der schlechten Bewertungen für ein Buch eines anderen Autors oder Verlags entscheiden. Häufen sich nun diese Fälle, besteht die Möglichkeit eines nicht unerheblichen Umsatzverlustes, sowohl für die Verlage wie auch für die Autoren.
6.4.5 Urheberrechtsverletzung
- Ein weiteres Risiko für die Verlage im Rahmen von Web 2.0 stellen Urheberrechtsverletzungen dar.
- Besonders betroffen sind hier von die s. g. „E-Books“, eine digitale Kopie der Print-Version. Seit der Entwicklung des Acrobat Readers und dem damit verbundenem PDF-Standart, schritt die Verbreitung stetig voran. Allerdings taten sich neben den offensichtlichen Vorteilen wie einer Kostenersparnis, einem nicht vorhandenem Verschleiß oder die Erweiterung um eine Suchfunktion auch schwerwiegende Probleme auf. Die größte Herausforderung stellten und stellen Urheberrechtsverletzungen da. Im Gegensatz zu der Print-Version lässt sich ein eBook dank dem Internet nahezu problemlos verbreiten. Des Weiteren findet eine strafrechtliche Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen durch illegale Bereitstellung von Inhalten im Internet nur in minimalem Umfang statt.
- Wie lassen sich die Vorteile der digitalen Kopie mit den Gewinnabsichten der Verlage und Autoren kombinieren?
- Die Lösung brachte die Entwicklung des Digital Rights Managements (DRM). Durch technische Einschränkungen wird versucht die illegale Verbreitung einzuschränken. Adobe Acrobat DRM beispielsweise bietet die Möglichkeit bestimmte Rechte an die Hardware zu koppeln oder einzuschränken.
- Eine weitere Entwicklung, welche dazu dienen soll den Urheber der Verbreitung ausfindig zu machen, stellt das digitale Wasserzeichen da. Dabei wird die Käuferidentität in das eBook eingebettet, ohne direkt Einfluß auf die Rechte zu nehmen. Eine Verbreitung über das Internet ist somit möglich, allerdings lässt sich jederzeit die Identität des ursprünglichen Käufers feststellen.
- E-Books erlangen immer mehr an Bedeutung und werden in absehbarer Zeit einen signifikanten Marktanteil erobern. Eine vollständige Sicherheit vor illegaler Verbreitung wird aber, wie in der Musikindustrie zu sehen ist, nicht möglich sein. Deshalb scheuen auch viele Verlage oder Buchhändler die Entwicklung hin zur Digitalisierung voranzutreiben um genau diesem Problem und dem damit verbundenem Verlust aus dem Weg zu gehen.
7 Zukunftspotential
Web 2.0 schafft Grenzen ab und ermöglicht eine nahtlose Interaktion zwischen Autoren, Verlagen und Lesern. Mit Hilfe der neuen Technik ist es Verlagen möglich die Kundenwünsche und -bedürfnisse effektiver umzusetzen und die Planung zu optimieren.
Für die Zukunft sind Weiterentwicklungen in Richtung Personalisierung und Individualisierung vorprogrammiert. Personalisierte Produkte wie die freie Auswahl des Informationsmediums ist nur der erste Schritt; zukünftig sind aber auch selbst zusammengestellte Produkte vorstellbar.
Hierbei kann die Leserschaft aus einem zentralen Datenbestand eines Verlages den Inhalt nach seinen Bedürfnissen selbst bestimmen und dies als PDF-Dokument oder als Printprodukt erwerben. Die Kosten für solch ein Produkt sind dann abhängig von der Seitenzahl, also zahlt der Konsument nur noch pro Seite.
Eine wesentliche Zielgruppe für Wissenschaftsverlage sind Studenten und für diese ist eine solche Entwicklung mit Sicherheit interessant. Studierende benötigen für ihre Tätigkeiten im Studium zwar viel Bücher, meist nur einige Kapitel. Oftmals kommt der Kauf eines ganzen Buchs aus Kostengründen gar nicht in Frage. Mit einem vernünftig zusammengestellten Buch kann der Student leicht Geld sparen und Komfort für seine Arbeit gewinnen. Darüber hinaus ist dies eine vernünftige Alternative gegenüber einer Ausleihe in der Bibliothek, da dort häufig die notwendigen Bücher vergriffen und für Wochen reserviert sind.
Mit solch einem Angebot wird ein Verlag mehr und mehr zum flexiblen Content-Dienstleister und schafft sich damit eine Grundlage um in Zukunft bestehende Kunden zu halten und weitere Konsumenten zu akquirieren. Hierzu muss ein Verlag den Interessierten eine ausgereifte Webseite mit viel Flexibilität und Übersichtlichkeit bieten, und dazu ist Web 2.0 gerade zu prädestiniert.
Auch das E-Learning bietet einigen Spielraum für die Zukunft. Vorstellbar ist eine direkte Kooperationen mit und Fach- und Hochschulen und anderen Lehrinstitute, um diesen eine Plattform für virtuelle Vorlesungs- bzw. Unterrichtseinheiten zu geben. Studierende sowie Professorinnen und Professoren an deutschen Universitäten stöhnen über zu volle Hörsäle. Eine mögliche Lösung könnte eLecture, eine virtuelle Vorlesung am Schreibtisch, sein. [10] Somit kann auch ein frühzeitiger Einstieg in den Bereich, „E-Lectures" für Wissenschaftsverlage lukrativ sein. Die technischen Möglichkeiten sind durch die neuen Webanwendungen und der weitreichenden Verfügbarkeit von Hochgeschwindigkeits Internetzugängen gegeben.
Denkbar ist auch eine Entwicklung hin zum Wissens- und Diskussionsportal. Hierbei können Verlage in die Rolle eines Online-Moderators schlüpfen und der Leserschaft eine Community für Wissens- und Informationsaustausch anbieten.
Die Zurverfügungstellung von derartigen Foren und individualisierten Produkten bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich. Die gesammelten Informationen aus den Communities und die verkauften Artikel können statistisch ausgewertet und unmittelbar zur Marktbeobachtung herangezogen werden. Somit steht eine optimierte Angebotsgestaltung nach den Bedürfnissen der Kunden nichts mehr im Weg.
8 Fazit
Grundlegende Strukturen von etablierten und gut funktionierenden Systemen werden nur ungern verändert, ganz nach dem Motto „Never change a running system“. Genauso verhält es sich bei dem Thema Web 2.0 bei traditionellen Wissenschaftsverlagen.
Mit Hilfe unserer Untersuchungen und der durchgeführten Gesprächen lässt sich feststellen, dass Web 2.0 bei traditionellen Wissenschaftsverlagen in Deutschland aktuell eine eher untergeordnete Rolle spielt. Die neue Technik wird zur Zeit nur sporadisch eingesetzt, da die Bedenken und möglichen Gefahren noch im Vordergrund stehen. Dies ist durchaus verständlich, da jede Neuentwicklung auch Schattenseiten für die bereits bestehende Umgebungen mit sich bringt und diese erstmal objektiv bewertet werden müssen.
Außerdem werden noch keine große Kostenersparnisse erwartet, da z. B. E-Books das Print-Medium Buch noch nicht komplett abgelöst haben. Somit lässt ein paralleles Anbieten beider Varianten nur geringe Einsparmöglichkeiten zu. Ein weiteres Problem stellt die einheitliche Preisgestaltung da. Wettbewerbsvorteile sollen dadurch vermieden werden, jedoch benötigt eine Entwicklung eines solchen Systems einen gewissen Zeitrahmen, welcher zur Zeit noch nicht absehbar ist. Hinzu kommt der momentan noch unzureichende Schutz der digitalen Publikation, aufgrund dessen die Verlage erhebliche Umsatzeinbußen befürchten.
Grundsätzlich ist den Verlagen bewusst, welche Chancen diese neue Technik mit sich bringt. Die Kundenwünsche sind leichter zu berücksichtigen, die Marktreichweite kann erhöht und das Portfolio erweitert werden.
Aber wie schon im Hauptteil ausführlich geschildert, können diese neuen Umstände auch Risiken mit sich bringen. Autoren oder ganze Wissenschaftliche Institute machen sich selbstständig, damit stehen den Verlagen weniger Publikationen zur Verfügung und gleichzeitig drängen neue Wettbewerber auf den Markt.
Doch gibt es auch einen großen Teil von traditionellen Verlagen, die sich mit dem Möglichkeiten des Web 2.0 noch nicht beschäftigt haben bzw. es nicht für sich zu nutzen wissen. Gründe hierfür sind vor allem das fehlende technische Verständnis und die nicht vorherrschende Bereitschaft Investitionen auf diesem Gebiet zu tätigen.
Eine Gegenüberstellung von Chancen und Risiken sowie ein Blick in den US-Markt lässt den Schluss zu, dass ein baldiger Wechsel, wenn dieser auch mit einem nicht geringen Aufwand verbunden ist, für die Verlage nur von Vorteil sein kann.
Die Technologie wird sich schnell und umfangreich weiterentwickeln und in absehbarer Zeit zum Standart werden. Daher ist ein Aufspringen auf einem Zug, der sich gerade beim Anfahren befindet nur zu empfehlen, denn bei voller Fahrt wird es umso schwieriger.
9 Fußnoten
- ↑ Vgl. [Hass/Walsh/Kilian] S. 5.
- ↑ Vgl. [GoogleAnalytics]
- ↑ Vgl. [WileyTweet]
- ↑ Vgl. [Techchee]
- ↑ Vgl. [Uni-Duisburg-Essen]
- ↑ Vgl. [ABW-Verlag]
- ↑ Vgl. [BWV-Verlag]
- ↑ Vgl. [LOGOS-Verlag]
- ↑ Vgl. [A.b.t.]
- ↑ Vgl. [IWD]
10 Literatur-/ Quellenverzeichnis
| Abkürzung | Titel |
| [A.b.t.] | A better tomorrow: Website von "A-better-tomorrow" , http://www.a-better-tomorrow.com/ (11.06.2009) |
| [ABW-Verlag] | ABW-Verlag: Website ABW Verlag, http://www.abw-verlag.de/ (02.06.2009) |
| [Back/Gronau/Tochtermann] | Back, Andrea; Gronau, Norbert; Tochtermann, Klaus: Web 2.0 in der Unternehmenspraxis, 2. Auflage, Oldenbourg Verlag, München 2008 |
| [BWV-Verlag] | BWV-Verlag: Website Berliner Wissenschafts-Verlag, https://bwv-verlag.de/ (02.06.2009) |
| [GoogleAnalytics] | Google Analytics: Website Analyse, http://www.dojiggy.com/app/programs/google_analytics_large.png (11.06.2009) |
| [Hass/Walsh/Kilian] | Hass, Berthold; Walsh, Gianfranco; Kilian, Thomas: Web 2.0: Neue Perspektiven für Marketing und Medien, 1. Auflage, Springer Verlag, Berlin 2007 |
| [IDW] | IDW-Online: eLecture: Lösung für überfüllte Hörsäle, http://idw-online.de/pages/de/news234184 (10.06.2009) |
| [JOTFORM] | JOTFORM: Jotform.com: Easiest Form Builder, http://jotform.com (03.05.2009) |
| [Kroski] | Kroski, Ellyssa: Web 2.0 Librarians and Information Professionals, 1. Auflage, Neal-Schuman Publishers Inc., New York London 2008 |
| [LOGOS-Verlag] | LOGOS-Verlag: Website Logos Verlag Berlin, http://www.logos-verlag.de/ (02.06.2009) |
| [Techchee] | Techchee: E-Book-Reader, http://www.techchee.com/2009/02/07/official-images-of-kindle-2-priced-at-359-on-feb-24th (09.06.2009) |
| [Uni-Duisburg-Essen] | Uni-Duisburg-Essen: 2.0-Lernportal, http://mediendidaktik.uni-duisburg-essen.de/node/2392 (05.06.2009) |
| [Wiki1] | Wikipedia: E-Book, http://de.wikipedia.org/wiki/E-Book (04.06.2009) |
| [Wiki2] | Wikipedia: E-Learning, http://de.wikipedia.org/wiki/E-Learning (05.06.2009) |
| [WileyTweet] | Wiley VCH: Twitter Accounts des Wiley VCH Verlags, http://twitter.com/wileyvch (11.06.2009) |

