Chancen und Risiken von Web 2.0 Geolokalisierungsdiensten

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Duisburg
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Location Based eBusiness
Autor(en): Jens Neuhaus, Patrick Röcker, Jörg Völschow
Studienzeitmodell: Abendstudium
Semesterbezeichnung:
Studiensemester: 4
Bearbeitungsstatus: begutachtet
Prüfungstermin:
Abgabetermin:

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

Web 2.0 und die eng damit verbundenen Sozialen Netzwerke sind derzeit in aller Munde. Oft genug sind es jedoch die Münder von Datenschützern die vor den Problemen mit den Sozialen Netzwerken warnen. Nach den vielen Datenpannen in den Jahren 2008 und 2009, bei denen Daten mehr oder minder unbeabsichtigt in die falschen Hände gelangt waren, bis hin zu diversen handfesten Datenskandalen bei denen Daten systematisch und gezielt beschafft und verkauft wurden, sind viele Menschen deutlich sensibler im Umgang mit ihren Daten geworden. Sie achten jetzt auch darauf, wie Unternehmen mit den Daten umgehen.

Die Probleme waren nicht ausschließlich den Sozialen Netzwerken vorbehalten. Ebenfalls betraf es sehr häufig Internet- bzw. Telekommunikationsteilnehmer und rief schließlich auch in den Massenmedien ein breites Echo hervor, so dass auch eine breite Masse mit diesem Thema in Berührung kam, das zuvor nur bei wenigen Beachtung fand. So schrieb der Stern am 26.11.2008 über den Missbrauch durch auf dem Schwarzmarkt angebotenen Daten der Telekom[1].

Auch andere Institutionen hatten ihre Probleme mit dem Datenschutz. So sendete eine Mitarbeiterin der WestLB unbeabsichtigt Daten von mehr als 800 Geschäftskunden an einen, nicht mit dem Institut verbundenen, Privatmann per E-Mail, wie vom WDR (West Deutscher Rundfunk) am 18.12.2008 publik gemacht und auf dem Internetportal des Verlags der Computerzeitschrift c´t (»heise.de«) aufgegriffen wurde[2].

Heise.de hatte zuvor schon von etlichen Datenschutzproblemen berichtet, die in den breiten Medien, wenn überhaupt, nur als Randnotiz erschienen sind. Die Datenpannen blieben allerdings auch nach dem Auftauchen in den Massenmedien nicht aus, obwohl es deutlich macht, dass dieses Thema immer wichtiger wird. So »verlor« der Finanzdienstleister AWD (Allgemeiner Wirtschaftsdienst) einen in die Zehntausende gehenden Datenstamm, wie der NDR (Nord Deutscher Rundfunk) am 16.10.2009 meldete[3]. Auch dieses Ereignis rief ein breites Echo hervor.

Die jüngsten Datenskandale brachten jedoch die Sozialen Netzwerke hervor, allen voran der Branchenprimus facebook[4]. Dies mag jedoch auch zum großen Teil eben dessen Erfolg geschuldet sein, so dass facebook dadurch auch sehr stark in den Fokus gerückt ist. Dies sowohl im Stammland von facebook, den USA (United States of America), worüber heise.de am 18.12.2009 informierte[5], woraufhin facebook Gründer Mark Zuckerberg allerdings erwiderte, er fände Privatsphäre nicht mehr zeitgemäß[6]. So bemerkten schließlich auch die Europäer im Januar, dass bei facebook nicht alles ganz so ist wie es sein sollte[7] und letztendlich im Februar auch die Deutschen[8]. Allerdings hatte sich in Deutschland bislang noch keiner dafür verantwortlich gefühlt, wie der Januar Meldung auf heise.de zu entnehmen war: »Weil Facebook in Deutschland noch keine Niederlassung hat, ist bislang auch keine Datenschutzbehörde für das Unternehmen formal zuständig.«[9]

Aufmerksamkeit hat allerdings auch das deutsche Netzwerk SchülerVZ[10] erregt, als Netzpolitik.org mehr als eine Million Datensätze zugespielt wurden[11], woraufhin sich wieder die Datenschützer zu Wort meldeten und vor einem möglichen Datenmissbrauch warnten[12]. Die Aufklärung des Falles führte jedoch zu einer Katastrophe: Der 20-jährige Tatverdächtige beging in der Untersuchungshaft Selbstmord[13].

Diese Fallstudie befasst sich mit den Möglichkeiten der Geolokalisierung in Kombination mit Web 2.0 Diensten als LBS (Location Based Services), also Web 2.0 Dienste lokal, ortsbezogen zu nutzen. Dabei werden die Chancen ausgelotet aber auch die Risiken oder gar Gefahren betrachtet, die diese neuen Technologien mit sich bringen. Gefahren derer sich die Nutzer oftmals gar nicht bewusst sind, die in jüngster Zeit allerdings von immer mehr Stellen in den Fokus gerückt werden und langsam finden sie mehr und mehr den Weg in das Bewusstsein der Nutzer. Betrachtet werden zunächst die Entwicklung und die Bedeutung von Web 2.0 im Anschluss daran die der Geolokalisierung. Darauf folgt die Verknüpfung der Geolokalisierung mit den Diensten des Web 2.0. Abschließend werden die Chancen und Risiken beleuchtet.

2 Grundlagen

2.1 Web 2.0

Dieses Kapitel beleuchtet, woher der Begriff »Web 2.0« stammt, was das Web 2.0 beinhaltet und welche Entwicklung stattgefunden hat. Es wird aufgezeigt welchen Stellenwert es inzwischen in der Gesellschaft einnimmt, welchen Einfluss es auf die Gesellschaft und welche Teilhabe die Gesellschaft am Web 2.0 hat.

2.1.1 Entwicklung

Den Startschuss für das Web 2.0 gab die erste, vom Verleger Tim O'Reilly im Oktober 2004 organisierte »Web 2.0 Conference«, die sich an die »leading figures and companies driving innovation in the Internet economy«[14] wandte. Der Zusatz 2.0 spielte dabei auf die Versionsbezeichnungen von Software Veröffentlichungen an. Der Sprung auf eine neue Versionsnummer ist dort mit grundlegenden funktionalen Veränderungen oder Erweiterungen verbunden und sollte, auf das Web übertragen, den tief greifenden Wandel des Internets nahe legen und das Gefühl von Veränderung und Aufbruch charakterisieren, das die Internetbranche nach den Post-New-Economy Jahren wieder verspürte[15]. Nach dem Platzen der New-Economy Blase versuchten die verbliebenen Internetfirmen sich neu zu orientieren. Dass Geschäfte im und mit dem Internet möglich sind, zeigten und zeigen Unternehmen wie Ebay[16], Amazon[17] und auch Google[18].

Der Begriff kursierte im Anschluss an die Konferenz unter den Teilnehmern. Doch erst ein Essay[19], ebenfalls von O'Reilly, etwa ein Jahr später 2005 veröffentlicht, das einige Grundprinzipien und Annahmen erklärt, verhalf ihm zum Durchbruch. Der Begriff wanderte aus dem spezialisierten Kreis der internetaffinen Entwickler, Berater und Unternehmer in den breiteren gesellschaftlichen Diskurs, wo er schließlich aufgrund einer gewissen Unbestimmtheit für eine Reihe von Veränderungen genutzt wurde. So hatte sich dieser Begriff nach einiger Zeit fest etabliert, ohne dass genau definiert war, was eigentlich dahinter stand[20].

O'Reilly unterschied in seinem Essay drei Bereiche in denen sich die Veränderungen vollzogen und vollziehen, die Software-Technologien und -Anwendungen, das onlinebasierte Wirtschaften sowie die damit korrespondierenden Leitbilder[21].

Das Web 2.0 wurde oft positiv bewertet und viele Namen haben sich dafür herausgebildet. Das »lebendige Web«, das »Mitmach-Web«, das »Hypernet«[22]. Das neue Netz wurde aber nicht durch die Konferenz begründet, sondern die Konferenz definierte neue Entwicklungen, wie z. B. facebook, gegründet im Februar 2004[23] und YouTube[24], aus dem Jahr 2005[25]. Die Ideen dahinter sind sicherlich schon früher entstanden. Ebenfalls fallen neuere Schöpfungen wie twitter[26] aus dem Jahr 2006 bzw. 2007 darunter[27], aber auch Urgesteine aus dem »Web 1.0«, wenn es ihnen auch kaum anzusehen ist, wie z. B. Blogger[28], gegründet 1999[29] und Wikipedia[30], 2001 aus der Taufe gehoben[31]. YouTube wie auch Blogger sind inzwischen von Google gekauft worden. Ebenso zählt die Businesskontaktplattform XING[32], 2003 als openBC gestartet, zu den Web 2.0 Diensten[33].

So ist auch Jan Schmidt der Ansicht, dass die Entwicklung eigentlich nicht als Sprung (wie ein Versionssprung in einer Software) angesehen werden kann, da viele der bekannten Web 2.0 Dienste in den 1990ern entstanden sind oder ihre Vorläufer hatten, die bis in die Frühphase des Internets zurückreichen, z. B. das Instant Messaging. Die Verbreitung von neuen Zugangstechnologien, Breitband Zugängen mit hohen Übertragungsgeschwindigkeiten haben die Nutzung von datenintensiven Web 2.0 Anwendungen aber erst praktikabel gemacht[34].

Diese Entwicklung setzt sich nun mit dem mobilen Breitband-Internet fort. Tarife werden immer günstiger, ebenso wie die Geräte. Diese können dabei immer mehr. Längst sind Mobilfunktelefone kleine Computer mit einer Vielzahl an Funktionen. Die Verschmelzung von Handy, PDA (Personal Digital Assistent) zu sogenannten Smartphones ist schon lange vollzogen. Die obligatorisch eingebaute Kamera ist nicht mehr wegzudenken. Sie kann dank leistungfähigeren CCDs (Charge Coupled Device) eine zusätzliche Kamera ersetzen. Auch sind sie inzwischen teilweise mit GPS-Empfängern (Global Positioning System) ausgestattet und wurden damit zu Navigationsgeräten erweitert. Der GPS-Empfänger ist dazu eine wichtige Voraussetzung für eine neue Form des Web 2.0, den Geolokalisierungsdiensten.

2.1.2 Bedeutung

Tabelle 1 zeigt die Nutzung von Internetangeboten unter 12- bis 24- Jährigen. Neben der Suchmaschine Google, die den Spitzenplatz belegt, steht an zweiter Stelle die Videoplattform YouTube. Die Daten basieren auf der Studie »Jugendliche und Web 2.0« des Hans-Bredow-Instituts und der Universität Salzburg und liefert bevölkerungsrepräsentative Daten[35]. Während YouTube in allen Altersgruppen 55 Prozent überschreitet, wobei im Bereich von 12- bis 20-Jährigen sogar 70 Prozent überschritten werden, teilt sich das Bild bei den Nutzern der VZ Netzwerke. Da diese mit SchülerVZ und StudiVZ[36] auch in Zielgruppen geteilt sind, ist dies nicht weiter verwunderlich. Mit MeinVZ[37] sollen darüber hinaus auch Nutzer angesprochen werden, die sich den anderen Gruppen nicht zugehörig fühlen. Mit einem Anteil von Insgesamt 10,6 Prozent ist dieser Anteil nicht sonderlich hoch. Dabei nutzten 2008 62 Prozent der 12- bis 19-Jährigen das Internet täglich, 97 Prozent nutzen das Internet zumindest selten[38].

Tabelle 1: Verbreitung ausgewählter Internetangebote unter 12- bis 24- Jährigen[39]
(Nutzung mindestens einmal pro Woche; in %)
12 - 14 Jahre 15 - 17 Jahre 18 - 20 Jahre 21 - 24 Jahre Gesamt
Google 85,5 90,5 91,9 92,9 90,6
YouTube 75,6 83,1 72,5 55,7 70,0
Wikipedia 53,4 60,5 57,5 49,8 54,9
SchülerVZ 57,6 66,0 36,6 10,9 39,2
StudiVZ 2,3 9,5 37,3 56,9 30,2
MyVideo 44,7 34,5 24,2 13,3 27,1
MySpace 6,9 23,0 15,5 12,3 14,4
wer-kennt-wen 7,6 11,5 13,0 15,6 12,4
MeinVZ 0,8 5,4 14,4 17,5 10,6
Clipfish 21,5 12,8 5,6 6,2 10,6
schüler.cc 15,3 7,4 1,9 1,9 5,8
lokalisten 2,3 5,4 9,4 4,3 5,4
facebook 1,5 2,7 3,7 3,3 2,9
flickr 0,8 1,4 1,2 1,4 1,2
XING 0,0 0,0 0,6 2,8 1,1


Über diese Plattformen sind Jugendliche dementsprechend schnell und in großer Zahl zu erreichen.

Diese Erfahrung konnte auch die damals 13-jährige Mina machen, die 2007 quasi über Nacht zum Internet-Star wurde, wenn dies auch nicht von langer Dauer war. Für Deutschland war dies jedoch ein Novum, war so etwas bislang nur aus den USA bekannt. So avancierte das Video innerhalb weniger Tage zum Nummer-eins-Hit in den Videocharts, bis schließlich sogar die Millionen Grenze bei den Aufrufen überschritten wurde und die Aufmerksamkeit der großen Medien auf sie fiel. Im November 2007 wurde Mina von Welt Online interviewt, aber auch andere große Medien interessierten sich für sie[40].

Mittlerweile findet sich ein Trend dazu, »Reich und berühmt durch Youtube?«[41] titelt der Südkurier in seiner Rubrik Panorama. Beispiele dafür fänden sich inzwischen viele im Internet, auch aus Deutschland[42].

Jüngstes Beispiel hierzu ist die Parodie auf den Siegersong des Eurovision Song Contest in Oslo, in Gestalt einer Fan-Hymne zur Fussball-WM 2010 in Südafrika. Innerhalb von wenigen Tagen fand das beim Videoportal YouTube eingestellte Video soviel Beachtung bei der Internetgemeinschaft, dass die Massenmedien es aufgriffen und wiederum auf ihren eigenen Internetportalen berichteten[43]. Dabei schaffte es die Studentengruppe »Uwu Lena« sogar ins Fernsehen[44]. Auf das YouTube-Video folgte aber zunächst der Anruf eines Anwaltes, der die Rechte an dem Ursprungssong verletzt sah. Der Erfolg im Internet brachte jedoch vielmehr einen eigenen Plattenvertrag für die Gruppe und schnell ist das juristische Problem auch vom Tisch[45].

Abbildung 1: Die Welt vernetzt sich
Abbildung 1: Die Welt vernetzt sich[46]

Die Bedeutung des neuen Webs zeigt sich jedoch nicht zuletzt in den Sozialen Netzwerken. Mit mehreren Hundert Millionen Benutzern zeigt facebook dazu die enorme Reichweite dieser Netzwerke, über Kontinente hinweg[47]. Es finden sich inzwischen ebenfalls viele Berühmtheiten auf facebook, allerdings solche, die es vorher bereits waren und die nicht erst durch das Internet Berühmtheit erlangt haben und ebenfalls Teil der facebook Gemeinschaft sind und sein wollen[48]. So fühlen sich dann auch viele facebook Nutzer ihren Stars näher, was die Fanzahlen verdeutlichen. Obwohl facebook inzwischen nicht mehr nur Zuwächse verzeichnet, sondern ebenso, gerade durch die Diskussionen, Mitglieder verliert, darunter auch einige Prominente[49], befindet sich das Netzwerk immer noch im Wachstum.

Die Welt scheint aber noch mehr zusammen zu schrumpfen als Flugzeuge dies schon ermöglichten. Das zeigt eindrucksvoll das Web 2.0 Welt Mosaik aus Abbildung 1. Die Welt vernetzt sich.

2.2 Geolokalisierung

Das Interesse an der Geolokalisierung, also der Erkenntnis wo sich der Benutzer gerade aufhält, ist groß. Dieser Abschnitt legt dar, wie es umgesetzt wird, welcher Zweck dahinter steckt und wie es funktioniert bzw. realisiert wird.

2.2.1 Entwicklung

Die Geolokalisierung, also das Ermitteln des Aufenthalts des Benutzers, ist keine neue Technik, sondern das Ergebnis kontinuierlicher Verbesserung. Große Unternehmen, meist Konzerne, hatten frühzeitig ihre Webauftritte international und lokal differenziert aufgestellt, auch wenn sie dies teilweise einklagen mussten, wie z. B. Shell[50]. Aber auch Unternehmen, die nicht unbedingt lokale Niederlassungen im Ausland, dennoch ggf. Kunden dort hatten, versuchten Webauftritte individuell (meist sprachlich) zu gestalten. Der Benutzer konnte erst nur selbst aus Sprachen auswählen, die ihm die Webseite anbot. Das änderte sich schon frühzeitig durch Techniken[51], die entwickelt wurden um den Benutzer zu identifizieren und diesen dann so automatisch auf eine eigene Sprachseite umleiten zu können.

Konnte zu Beginn lediglich ermittelt werden, aus welchem Land der Benutzer ggf. kam (viele Faktoren können die Daten verfälschen), so wurden die Methoden inzwischen immer weiter verfeinert. Beispielsweise hatten Universitäten, die Studenten schon früh einen eigenen Internetzugang ermöglichten, eine eigene feste IP-Adresse, d. h. Nutzer die über den Zugang dieser Universitäten auf die Webseite kamen konnten so den einzelnen Universitäten zugeordnet werden. Über den IP-Stamm der privaten ISP (Internet Service Provider) ist dies selbstverständlich auch möglich. »IP-Nummern aus Logdateien von Internet-Hosts enthalten oftmals weit mehr Informationen, als sich mit einem einfachen Nameservice-Lookup extrahieren lässt. Im Zeitalter von ortsbezogenen Diensten ist besonders die Gewinnung der Anwender-Koordinaten von Interesse.«[52] Möglich wird dies durch Analyse Funktionen, die durch die Systeme zur Verfügung gestellt werden, doch erst in Verbindung mit Datensammlungen, z. B. wie die von NetGeo, können Nutzer relativ genau lokalisiert werden[53].

Die Positionsbestimmung von Mobilfunkgeräten ist nicht so ohne weiteres möglich. Im UMTS Netz (Universal Mobile Telecommunications System) werden öffentliche IP Adressen von mehreren 1000 Benutzern via NAPT (Network-Address-Port-Translation) geteilt, um nicht zu viele IP-Adressen zu verbrauchen, wie es die RIPE-Richtlinien (Réseaux IP Européens) vorgeben[54]. D. h. es würden quasi die Positionen von 1000 Benutzern bestimmt werden, die sich eine öffentliche IP-Adresse teilen, sich sehr wahrscheinlich aber nicht alle am selben Ort befinden. Damit ein einzelnes Gerät geortet werden kann, muss es folglich selber mitteilen wo es ist. Die Handyortung über eine Mobilfunkzelle ist in der Regel nur dann möglich, wenn der Besitzer des Gerätes dem bei seinem Netzbetreiber zustimmt[55]. Das gleiche gilt in der Regel für Mobilfunkgeräte, die einen GPS-Empfänger eingebaut haben, wie dies bei immer mehr Smartphones der Fall ist. In diesem Fall ist dafür die Freischaltung des Netzbetreibers nicht notwendig und kann durch den Benutzer selbst vorgenommen werden. Anschließend kann dann z. B. mit Google Latitude[56] jederzeit das Handy geortet werden[57].

2.2.2 Hintergrund

Die Gründe für die Geolokalisierung liegen auf der Hand. Für Internetseiten, die ihr Geld mit Werbung verdienen, allen voran Google[58], ist es wichtig, mit der Werbung die Benutzer der verschiedenen Dienste, nicht nur der Websuche, auch zu erreichen, um damit wiederum den Werbekunden einen Mehrwert zu bieten. Was bringt es dem deutschen Benutzer, wenn er eine Werbung für ein Produkt präsentiert bekommt, das in Deutschland gar nicht erhältlich ist, oder Werbung eines Unternehmens, das in Deutschland nicht tätig ist. Weshalb ist es nun aber notwendig die Position dabei auf wenige Meter exakt zu kennen? Google wirbt generell kontextbezogen, d. h. auf die Suchanfrage des Benutzers bezogen, als AdSense[59] bekannt. Ist der Benutzer hungrig und auf der Suche nach einem Restaurant, geht er vermutlich nicht den Weg über Google, sondern eher über die Gelben Seiten[60] um dieses in seiner Umgebung zu suchen. Dieser wäre für Google ein verlorener Benutzer. Bei bekannter Position des Benutzers, wäre die Suchmaschine aber imstande Restaurants in der Nähe zu präsentieren. Heute ist es so: Wird in der Suchmaschine z. B. nur das Wort »Wetter« eingegeben[61], so gibt Google das Wetter, anhand der IP-Adresse ermittelt, in der Regel bezogen auf den eigenen Standort aus. Da diese Bestimmung des Standortes, wie unter 2.2.1 bereits beschrieben, nicht sehr präzise ist, reicht es für regionale Anfragen wie dem Wetter aus. Um aber ein Restaurant in der Nähe zu finden ist das Ergebnis zu grob. Der Weg ist klar. Auch wenn es keine neue Erfindung ist, wie der Spiegel in seiner Rubrik Netzwelt titelt[62], so ist der Trend deutlich zu erkennen. Nur wenn bekannt ist wo der Kunde ist, kann er erreicht werden[63]. Das Local Online Marketing ist in vollem Gange[64].

2.2.3 Funktionsweise

Abbildung 2: Aufruf der Google Suche nach »Wetter« über einen gewöhnlichen DSL Zugang
Abbildung 2: Aufruf der Google Suche nach »Wetter« über einen gewöhnlichen DSL Zugang[65]
Abbildung 3: Aufruf der Google Suche nach »Wetter« über UMTS
Abbildung 3: Aufruf der Google Suche nach »Wetter« über UMTS[66]

In diesem Abschnitt wird nicht detailliert auf den technischen Aspekt der Geolokalisierung eingegangen, es wird lediglich dargestellt welche Bedingungen gegeben sein müssen um eine Geolokalisierung durchführen zu können. Wie in Abbildung 2 verdeutlicht, zeigt Google bei der Suchanfrage nach dem Begriff »Wetter« den aktuellen Standort an. Dieser wird beim Zugang über einen gewöhnlichen Festnetz-DSL-Anschluss (Digital Subscriber Line) anhand der IP-Adresse ermittelt. Die Adresse wird mit einer Datenbank[67] abgeglichen welche die IP-Adressen der verschiedensten ISP beinhaltet und diesen zuordnen kann. Die Qualität der Datenbank entscheidet dabei über die korrekte Zuordnung. Wird beim Zugang z. B. ein Anonymisierungs-Proxy genutzt kann der korrekte Standort nicht ohne weiteres ermittelt werden. Durch das bei UMTS wie in 2.2.1 erwähnte NAPT ist auch hier keine konkrete Zuordnung möglich. Beim Aufruf von Google mit dem Suchbegriff »Wetter« über einen UMTS-Zugang, zeigt die Suchmaschine wie in Abbildung 3 ersichtlich keinen Standort an. Dafür wird angeboten diesen von Hand einzutragen und zu speichern um ihn im Anschluss zu verwenden.

Für eine exakte Lokalisierung ist daher, gerade für mobile UMTS Geräte, ein GPS-Empfänger erforderlich. Eine sich auf dem Gerät befindliche Anwendung kann auf die GPS-Daten zugreifen und diese dem dazugehörenden Dienst melden. Auf Basis einer Geo-Datenbank[68] kann der Standort ermittelt und für den jeweiligen Zweck genutzt werden. Damit auch normale Webseiten GPS-Daten nutzen können, hat das W3C[69] (World Wide Web Consortium) einen Standard entworfen[70], der es Webseiten mittels JavaScript ermöglicht GPS-Daten zu erhalten. Den Zugriff ermöglicht dabei ein Browser wie z. B. Firefox ab der Version 3.1[71] oder dessen mobile Version Fennec[72], der die Fähigkeit hat GPS-Daten an Webseiten zu übermitteln. Dies ist notwendig, da Webseiten generell keinen Zugriff auf die Hardware der Geräte haben.

2.3 Location Based Services

Doch was haben die Anwender davon wenn sie lokalisiert werden dabei aber lediglich angepasste Werbung präsentiert bekommen oder bei der »Suche nach dem Wetter« nicht auch noch den Ortsnamen eingeben müssen, was bei der Benutzung eines Internetzugangs via UMTS wiederum notwendig ist. Dass dies einen geringen Mehrwert darstellt und dass die Benutzer so kaum bereit sind ihren Standort auch noch auf wenige Meter genau preiszugeben, haben auch die Unternehmen erkannt und so neue Dienste kreiert bzw. vorhandene um ortsbezogene Funktionen erweitert, die den Anwendern tatsächlich mehr bieten, nämlich ortsbezogene Informationen und Applikationen, Web 2.0 Geolokalisierungsdienste.

3 Web 2.0 Geolokalisierungsdienste

3.1 Voraussetzungen

Um Web 2.0 Geolokalisierungsdienste sinnvoll nutzen zu können, ist es erforderlich ein Smartphone mit GPS und Internetzugang zu besitzen. Das GPS[73] wird dabei für die genauen Ortsbestimmung benötigt und der Internetzugang um mit Hilfe der mobilen Applikationen die Dienste im Web aufrufen zu können. Die im Moment gebräuchlichsten Smartphones die Geolokalisierungsdienste unterstützen, sind »iPhone« [74], »Android« [75], und »Blackberry«[76]. Neben der reinen Verfügbarkeit von GPS und eines Internetzugangs muss es ebenfalls für die verschiedenen Smartphones mobile Applikationen geben, die in der Lage sind, die vom GPS ermittelten Koordinaten auszuwerten und an die entsprechenden Dienste im Web weiterzuleiten. Diese Dienste haben dann Zugriff auf die entsprechenden Informationsdatenbanken, an Hand derer die gewünschte Information auf dem Smartphone des Anwenders bereitgestellt wird.

3.2 Angebote

Grundsätzlich lassen sich die verschiedenen Anbieter an Geolokalisierungsdiensten in zwei Kategorien einteilen. Auf der einen Seite stehen Services, die speziell dafür ausgelegt sind, konkrete (ortsbezogene) Suchanfragen zu beantworten (»Local Search«). Eine andere Zielgruppe ansprechen sollen die sogenannten »Location Based Social Networks«, bei denen ortsabhängige Informationen mit Sozialen Netzwerken und Online Games gekoppelt werden sollen.

3.2.1 Local Search

Abbildung 4: Überblick über den Dienst Poynt
Abbildung 4: Überblick über den Dienst Poynt[77]

In der Vergangenheit war es nur möglich vorab vom heimischen PC nach interessanten Orten wie Restaurants, Kinos oder anderen öffentlichen Einrichtungen zu suchen. Mit den neuen, ortsbezogenen Diensten besteht nun die Möglichkeit, vom aktuellen Aufenthaltsort aus direkt über das eigene Mobiltelefon diese Punkte ausfindig zu machen. Dabei beschränken sich die Dienste nicht nur auf das Finden der Punkte, sondern bieten gleichzeitig weitere Informationen an. Einer dieser Dienste ist Poynt[78] (Abbildung 4). Dabei handelt es sich um ein kostenloses Suchprogramm für iPhone oder Blackberry. Hierbei werden die Techniken der Geolokalisierungsdienste mit den Möglichkeiten des Webs verbunden. So werden die GPS Daten mit den Informationen der Partnerdatenbanken[79] verknüpft. Das führt dazu, dass auf einen Blick gesehen werden kann, welches Unternehmen/Dienstleister, Restaurant, Kino etc. sich in der Nähe befindet, welche Anschrift und Telefonnummer sie haben und wie der Ort am besten erreichbar ist. Zusätzlich können Hintergrundinformationen abgerufen werden. Im Falle eines geplanten Kinobesuchs könnten so Filmkritiken durchgelesen oder zugehörige Trailer angesehen werden. Dies wird ermöglicht durch Partnerdienste wie »Kino.de«[80], »suchen.de«[81] oder »Google Maps«[82]. Tabelle 2 zeigt eine kleine Übersicht über Local Search Dienste.

Tabelle 2: Übersicht verschiedener Local Search Dienste
Name Schwerpunkt Webseite
Qype Empfehlungsportal und Stadtmagazin im Internet http://www.qype.com/
GoYellow.de Suchportal im Internet um Restaurants, Dienstleister, Kinos u.s.w. zu finden http://www.goyellow.de/
Google Maps mobil nutzbares Kartenmaterial mit Suchfunktion nach Restaurants, Dienstleister, u.s.w. http://maps.google.de/
Poynt alle Restaurants, Unternehmen/Dienstleister, Kinos in der Nähe können über GPS angezeigt werden, plus Zusatzinfos wie z. B. wo läuft welcher Film http://poynt.com/

3.2.2 Location Based Social Networking

Foursquare[83] und Gowalla[84] wurden im März 2009 im Rahmen der SXSW (South by Southwest[85]) erstmals vorgestellt und erfreuen sich seither immer größerer Beliebtheit, vor allem in den USA. Diese beiden Plattformen ebneten damit den Weg für ein neues Segment, dem Location Based Social Networking. Sie kombinieren soziale Netzwerke mit ortsbezogenen Diensten, Gaming und Business Modellen.

Die Grundidee hinter foursquare und Gowalla ist schnell erklärt: Durch Einchecken an einem beliebigen Ort Freunden jederzeit den aktuellen Aufenthaltsort mitteilen. Dies geschieht unkompliziert durch einen einzigen Klick (Abbildung 5), vorausgesetzt die Location ist im System bereits registriert. Anderenfalls besteht die Möglichkeit, den aktuellen Standort hinzuzufügen.

Abbildung 5: Check-In mit foursquare
Abbildung 5: Check-In mit foursquare[86]

Ferner verstecken sich hinter den spielerischen Komponenten dieser Dienste Geschäftsmodelle. So kann sich die Suche nach virtuellen Gegenständen oder die Jagd nach verschiedenen Auszeichnungen (»Badges«) sowohl für den Benutzer, als auch für den Anbieter auszahlen. Beispielsweise erhält in foursquare der aktivste Nutzer an einer Location den Titel »Mayor«. Teilnehmende Restaurants und Bars gewähren dem Träger dieses Titels Vergünstigungen oder sogar Freigetränke. Die Anbieter erhoffen sich dabei andere foursquare-Nutzer dazu bewegen zu können, dem »Mayor« seinen Titel streitig machen zu wollen, indem sie häufiger deren Lokalität aufsuchen. Wie viel manche User auf sich nehmen, um an eine Auszeichnung zu gelangen zeigt ein Fall aus Großbritannien. Ein 15-Jähriger hat sich den »Last-Degree-Badge« gesichert, indem er am nördlichsten Punkt der Erde eingecheckt hat[87].

Seltene Items oder Standorte, die mit besonderen Auszeichnungen verbunden sind werden bei den neuen ortsbasierten Diensten über Werbung verbreitet. Anzeigen in Zeitschriften oder Einblendungen während einer Fernsehsendung geben exklusive Hinweise. Durch eine derartige Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Fernsehsender Bravo TV verschaffte sich foursquare das nötige Kapital um expandieren zu können[88].

Eine der offensichtlichsten Funktionen für ein LBS ist die Auskunft über interessante Orte in der Nähe des aktuellen Aufenthaltsortes. In foursquare und Gowalla ist dieses Feature erweitert durch die Möglichkeit, Tipps und Hinweise zu den Standorten, die von anderen Benutzern veröffentlicht worden sind, einzusehen.

Inzwischen können Check-Ins aus foursquare oder Gowalla auch optional an das facebook- oder twitter-Profil gemeldet werden[89]. Desweiteren steht mit friendticker[90] bereits ein deutscher Ableger in den Startlöchern. Tabelle 3 zeigt einen Überblick über aktuelle Anbieter.

Tabelle 3: Übersicht verschiedener Angebote an Location Based Social Networks
Name Schwerpunkt Webseite
aka-aki Personen in der Nähe; Flirten und Freunde finden http://www.aka-aki.com/
brightkite standortbezogene Informationen über Personen, Lokalitäten und Veranstaltungen http://brightkite.com/
Google Buzz Orte in der Nähe; Empfehlungen von anderen Nutzern http://www.google.com/buzz
Gowalla Sammeln von Auszeichnungen (Gaming), Social Network http://gowalla.com/
foursquare Social Network, Gaming und standortbezogene Werbung http://foursquare.com/
friendticker Aufenthaltsort von Freunden, Empfehlungen zu Standorten http://de.beta.friendticker.com/

4 Chancen

Eine Untersuchung von Juniper Research prognostiziert bis 2013 eine Verdopplung der jährlichen Verkaufszahlen von Smartphones[91]. Zudem sind immer mehr dieser Geräte standardmäßig mit einem GPS-Empfänger ausgestattet. Die Popularität von Sozialen Netzwerken im Web 2.0 nimmt auch weiter zu. So ist beispielsweise in twitter die Anzahl an Beiträgen zwischen Oktober 2009 und März 2010 um 50% gestiegen[92]. Es können bereits deutlich über 10 Milliarden »Tweets« vermeldet werden. Insgesamt kann also von guten Voraussetzungen für den Start von LBS-Diensten ausgegangen werden.

Welche neuen Möglichkeiten sich für Anbieter und Verbraucher dadurch ergeben zeigt dieses Kapitel.

4.1 Location Based Advertising

Ortsbezogene und nach Möglichkeit personalisierte Werbung? In Ansätzen ist dies schon seit einigen Jahren im Internet zu beobachten. An Hand der eigenen IP-Adresse wird der ungefähre Standort ermittelt und die Werbebanner auf der besuchten Webseite werden dabei regionsspezifisch generiert. Die Genauigkeit des eigenen Standorts beschränkt sich dabei bestenfalls auf wenige Kilometer. Dies kann beispielsweise über den Service von ip-adress.com schnell und einfach nachvollzogen werden.

Teilweise personalisierte Werbung ist zu finden bei E-Shops wie Amazon. Dort wird unter Zuhilfenahme des bisherigen Kaufverhaltens auf Produkte verwiesen, die den Kunden auch interessieren könnten.

Im Folgenden werden zwei Ansätze vorgestellt, wie beide Verfahren optimiert und sogar kombiniert werden können mit Hilfe von ortsbezogenen Diensten.

4.1.1 Promotion über foursquare

Mit einem foursquare Account ist es möglich jeden beliebigen Ort in das foursquare Netzwerk einzufügen. Beispielsweise wird so das eigene zu Hause, die Wohnung des besten Freundes oder aber das eigene Geschäft registriert. Ab diesem Moment ist es jedem Benutzer möglich, an diesem Standort einzuchecken. Desweiteren kann der Besitzer einer Location Statistiken zu seinem Standort einsehen und Aktionen publizieren. Diese zusätzlichen Features sind vor allem interessant für Ladenbesitzer oder Gastronomiebetreiber. Schließlich können so das Verhalten der Kunden und die Auswirkungen von verschiedenen Aktionen analysiert werden. Eine Übersicht über Angebote und Aktionen, die momentan über foursquare für einen Standort freigeschaltet werden können, zeigt die nachstehende Tabelle (Tabelle 4):

Tabelle 4: Standortbezogene Specials in foursquare[93]
Bezeichnung Beschreibung
Mayor Specials Der Besucher mit den häufigsten Check-Ins am Standort innerhalb der letzten 60 Tage (»Mayor«) erhält Vergünstigungen, Freigetränke, o. Ä.
Check-In Specials Der Besitzer kann hier festlegen, ab dem wievieltem Besuch ein foursquare Nutzer eine Belohnung erhält
Frequency-Based Specials Bei jedem x-ten Check-In erhält der Besucher eine Belohnung
Wildcard Specials Besitzer eines bestimmten »Badges« erhält jederzeit eine Belohnung


Weitere Variationen sind in Planung. Dem Inhaber ist es dabei selbst überlassen, in welcher Form er derartige Aktionen anbieten möchte. Entscheidet er sich dafür, muss ein geeigneter Weg gefunden werden die Aktionen publik zu machen. Schließlich wird mit dieser Strategie das Ziel verfolgt die eigenen Kunden zu binden und darüber hinaus neue Kunden dazu gewinnen zu können. Zu diesem Zweck sind verschiedene Modelle denkbar, wie beispielsweise eine Anzeige in der Zeitung oder ein Hinweis auf den Kassenbon. Heutzutage erscheint eine Veröffentlichung im Internet über die eigene Homepage oder über ein Soziales Netzwerk wie twitter naheliegender. Nichtsdestotrotz können bei foursquare auch Aufkleber und Sticker für das Schaufenster bestellt werden (Abbildung 6).

Abbildung 6: Foursquare Sticker und Aufkleber
Abbildung 6: Foursquare Sticker und Aufkleber[94]

Im Statistikbereich (Abbildung 7) erhält der Eigentümer Informationen über aktuelle Besucher, sieht wer am häufigsten seinen Laden betritt und vieles mehr. Folglich wird so eine Möglichkeit bereitgestellt, das Verhalten der eigenen Kunden, sofern sie einen foursquare Account besitzen, zu analysieren. Dementsprechend kann ein Betreiber mit gezielten Aktionen reagieren in der Hoffnung, das Geschäft ankurbeln zu können.

Stellt sich nun noch die Frage, wie ein Passant auf Aktionen aufmerksam gemacht werden soll. Zunächst einmal benötigt er ein GPS-fähiges Smartphone mit installierter foursquare App[95]. Spätestens nach Einchecken an einem Standort erhält ein Benutzer Hinweise über angebotene Specials (Abbildung 8). Ferner besteht die Möglichkeit über die sogenannten »Nearby-Tips« von anderen Benutzern veröffentlichte Empfehlungen zu Standorten in der Nähe einzusehen (Abbildung 9).

Diese Form des viralen Marketings bildet dabei eine der wichtigsten Säulen für den Erfolg sowohl für die Plattform foursquare, als auch für Dienstleister, die ihr Lokal im Netzwerk registrieren. Folglich steht und fällt dieses Modell mit der Teilnahmebereitschaft und der Begeisterung für die Anwendung. In den USA erfreuen sich die neuen LBS-Dienste großer Beliebtheit und speziell foursquare wird dort als das neue twitter gehandelt[96]. Bei uns in Deutschland ist der Verbreitungsgrad noch gering, aber unter Berücksichtigung der hohen Mitteilungsbereitschaft der Deutschen beispielsweise in Sozialen Netzwerken wie facebook & Co. lässt ein baldiges Überlaufen dieser Euphorie vermuten. Mit Sicherheit wird vor allem ein jüngeres Publikum mit diesem neuen Konzept angesprochen. Dabei fällt aller Voraussicht nach die Wahl nach dem passenden Lokal eher nach dem Prinzip »Wo sind meine Freunde?« als »Wo gibt es die besten Aktionen?«. Wer ernsthaft nach aktuellen Angeboten oder Veranstaltungen in der Umgebung sucht wird besser aufgehoben sein bei Diensten aus dem Bereich »Local Search« (s.o.), die sich auf reine Ortsauskünfte beschränken. Gleichermaßen könnte sie ein neu entwickeltes Modell aus dem Hause T-Systems interessieren, welches im nächsten Abschnitt näher beleuchtet wird.

Abbildung 7: Statistik-Bereich in foursquare
Abbildung 7: Statistik-Bereich in foursquare[97]
Abbildung 8: Übersicht vom aktuellen Standort nach Check-In über foursquare
Abbildung 8: Übersicht vom aktuellen Standort nach Check-In über foursquare[98]
Abbildung 9: Nearby Tips in foursquare
Abbildung 9: Nearby Tips in foursquare[99]

4.1.2 T-Systems Mobile Concierge

Mittlerweile gibt es für Smartphones so viele Applikationen, dass die Anwender im Endeffekt überfordert sind einzuschätzen, welche App für welche Situation am sinnvollsten einzusetzen ist. T-Systems Multimedia Solutions plant mit ihrem Mobile Concierge dieses Problem zu lösen. Es wird das Ziel verfolgt, Services gezielt und optimiert anzubieten, die am aktuellen Standort von Bedeutung sind[100]. So werden dem Anwender innerhalb eines T-Mobile Hotspots mobile Applikationen für den momentanen Aufenthaltsort als Icons auf sein Handy geladen (Abbildung 10). Eine Anwendung wird erst bei Klick auf das Icon gestartet. Beim Verlassen des Hotspots verschwindet die App wieder vom Handy.
Abbildung 10: Mobile Concierge Icons
Abbildung 10: Mobile Concierge Icons[101]

Potentielle Kundengruppen für den Mobile Concierge sind Sportstadien, Museen, Bahnhöfe, Flughäfen, Hotels und Shopping-Center[102]. Diese müssten dabei ihre eigenen Anwendungen entwickeln und im Mobile Concierge bereitstellen. Denkbare Anwendungen könnten z. B. Kaufempfehlungen aus der Umgebung anzeigen oder Informationen über Fahrpläne bereitstellen.

Die nachstehende Tabelle (Tabelle 5) fasst die Vorzüge des Mobile Concierge gegenüber herkömmlichen Applikationen zusammen:

Tabelle 5: Apps Heute und Mobile Concierge im Vergleich[103]
Apps Heute Mobile Concierge
App finden Eingabe einer URL; Benutzer muss die App kennen und suchen Automatischer Push der Applikation am Standort
Installation nötig nicht nötig
Bandbreite beschränkt hoch

Der Service soll ab 2011 kostenlos verfügbar sein[104].

Im Gegensatz zu dem vorab ausgeführten Promotion-Modell von foursquare ist der Mobile Concierge eine eher dezente Applikation, die sich im Hintergrund zurückhält. Es wird weder eine zusätzliche Anwendung auf dem Handy installiert, noch ist ein Benutzeraccount notwendig. Wenn der Mobile Concierge offiziell an den Start gegangen ist wird es den Wenigsten klar sein, dass er überhaupt da ist. Ungeachtet dessen ist die Idee, die dahinter steckt vielversprechend. Die bereits erwähnten potentiellen Anbieter im Mobile Concierge lassen schon darauf schließen, dass mit diesem Konzept vielmehr öffentliche Einrichtungen angesprochen werden als das kleine italienische Restaurant in der Seitenstraße. Schließlich muss neben einem T-Mobile Hot Spot auch eine selbstentwickelte Anwendung bereitgestellt werden. Aus diesem Grund ist auch mit einer weitaus höheren Qualität und Zuverlässigkeit der Angebote zu rechnen. Sehr gut vorstellbar ist der Mobile Concierge am Flughafen. Wer lange Warteschlangen meiden möchte, greift unkompliziert auf die automatisch angebotene Airport App zurück und führt den Check-In bequem selbst durch, meldet ein verloren gegangenes Gepäckstück oder informiert sich über Anschlussverbindungen.

Bezogen auf ortsbedingte Werbung lässt sich über den Mobile Concierge sagen, dass es sich voraussichtlich auf Einkaufszentren oder Fußgängerzonen von Großstädten beschränken wird. Zudem ist der Kunde hier in der aktiven Rolle. Er muss die örtlich angebotene Applikation erst starten, bevor er Angebote eines bestimmten Geschäfts einsehen kann.

4.2 Social Networking

Würde das soziale Netzwerk facebook als Staat anerkannt werden, so zählte es mit seinen 300 Millionen Usern[105] zu den fünf bevölkerungsstärksten Staaten der Erde[106]. Mit dieser Erkenntnis ist der heutige Stellenwert von Diensten dieser Art sehr gut darzulegen und bedarf wohl keines weiteren Kommentares. Die Kopplung mit Geolokalisierungsdiensten stellt die jüngste Errungenschaft der sich stets weiterentwickelnden Social Networks dar. Dadurch stehen den Benutzern völlig neue Möglichkeiten offen. Der Dienst »aka-aki« beispielsweise möchte zum Kennenlernen und Flirten animieren, indem Interessen, Hobbys etc. von Personen in unmittelbarer Nähe abgerufen werden können, vorausgesetzt das Profil ist durch den Benutzer freigegeben worden. Der erste Schritt könnte so leichter fallen, da Anhaltspunkte über mögliche Gesprächsthemen vorliegen. Bei foursquare geht es dagegen eher darum herauszufinden, wo sich die eigenen Freunde gerade befinden. Dabei können auch spontane Treffen entstehen, wenn auf dem Handy-Display angezeigt wird, dass sich gerade Bekannte, Freunde oder Arbeitskollegen im Café in der nächsten Straße aufhalten.

Abbildung 11: Twitter kann nun auch den Standort melden
Abbildung 11: Twitter kann nun auch den Standort melden[107]

Den Potenzialen ist sich auch das Internetportal Yahoo[108] bewusst und hat bereits den indonesischen Anbieter für ortsbasierte Dienste »Koprol«[109] gekauft[110]. Auch eine Übernahme von foursquare ist im Gespräch[111]. Es ist damit zu rechnen, dass sich in diesem Segment noch einiges ergeben wird, seien es weitere Übernahmen von LBS Start-Ups durch bereits etablierte Social Networks oder Investitionen in die Eigenentwicklung von zusätzlichen Features für die Lokalisierung. Letzteres ist gerade bei twitter zu beobachten. Im Juni 2010 startete twitter seinen neuen Dienst »Places«. Auf Wunsch wird nun auch der Ort, von dem ein »Tweet« gesendet worden ist gemeldet (Abbildung 11). Die Standorte werden zudem mit foursquare und Gowalla synchronisiert[112]. So schmelzen soziale Netze zusammen.

4.3 Points of Interest

Abbildung 12: Wikitude Schloss Leopoldskron
Abbildung 12: Wikitude Schloss Leopoldskron [113]

Eine weitere Möglichkeit ist, in Zusammenspiel mit den Smartphones die Geolokalisierung auch als persönlichen Reiseführer zu nutzen. So gestatten es zum Teil kostenlose Programme, sich überall mit ortsbezogenen Informationen an interessanten Punkten versorgen zu lassen. Zu den bekanntesten gehören Wikitude[114] (Abbildung 12) und Wikihood[115] (Abbildung 13). Beide ermöglichen es, wenn sie gestartet sind, herauszufinden wo sich die nächste Sehenswürdigkeit bzw. der nächste POI (Point of Interest) befindet. Zudem werden zahlreiche zusätzliche Informationen zu Umgebung, Gebäuden, Geschichte und Personen, sowie eine zugehörige Bewertung durch andere Anwender übermittelt[116].

Ein ebenfalls interessanter Ansatz ist das sogenannte »Geotagging« [117] (Abbildung 14). Hierbei werden Fotos um Ortsinformationen ergänzt. Einige Leute halten diese Möglichkeit geradezu für revolutionär. Sie sind der Meinung, dass auf Dauer gesehen es Auswirkungen auf das »soziale Web« haben wird. Denn wenn immer mehr Menschen ihre Fotos »geotaggen« und diese auf »Foto-Sharing« Angebote wie zum Beispiel »flickr« von Yahoo oder »zoomr«[118] im Web hochladen, desto interessanter werden diese für neue Anwendungsmöglichkeiten. So könnten mit Geotags ausgestattete Fotos zum Beispiel das Reiseziel anzeigen, bevor der Flug gebucht ist. Oder die so ausgestatteten Bilder könnten für ein Projekt genutzt werden, woran im Moment eine Forschungsabteilung von Microsoft und der University of Washington arbeiten. Es geht darum, mit Hilfe eines Algorithmus, »eigentlich ungleichartige Fotos zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen – beispielsweise zu einer virtuellen Tour des Pariser Eiffelturms.«[119]. Eine Sammlung akkurat mit Ortsdaten versehener flickr-Fotos würde da sicher hilfreich sein. Natürlich sollte dabei der Datenschutz nicht außer Acht gelassen werden, um Möglichkeiten zu finden, die Privatsphäre zu erhalten. Besondes großen Zulauf wird das Thema bekommen, »je mehr Kameras und Kamera-Handys eingebaute GPS-Empfänger besitzen. Diese Satelliten-Navigations-Technik versieht Bilder ganz automatisch mit Längen- und Breitengrad-Infos«[120], wodurch die Bereitstellung von mit Geotags ausgestatteten Fotos stark erleichten wird[121].

Abbildung 13: Wikihood Bewertungen
Abbildung 13: Wikihood Bewertungen [122]
Abbildung 14: Geotagging aufgezeichneten Tracks mit Bildern in Google-Earth
Abbildung 14: Geotagging aufgezeichneten Tracks mit Bildern in Google-Earth [123]

4.4 Weitere Einsatzgebiete für Location Based Services

Es wurden bereits Chancen für die ortsbezogene Werbung, den sozialen Netzwerken und der mobilen Navigation vorgestellt. Doch das Anwendungsfeld für ortsbasierte Dienste ist denkbar breit gestaffelt. Deshalb sollen an dieser Stelle noch einige weitere interessante Ansätze kurz erwähnt werden:

  • Ortung in Notfällen: Der sogenannte »LifeService« wurde von der Björn Steiger Stiftung initiiert und ermöglicht durch eine direkte Handy-Ortung während des Absetzens eines Notrufs eine schnelle Standortbestimmung, die am Ende lebensrettend sein kann[124].
  • Flottenmanagement: Eine genaue Positionsbestimmung der Einsatzfahrzeuge von Speditionen oder Taxi-Unternehmen kann zur Ablaufoptimierung beitragen.
  • Location Based Billing: Rechnungsstellung auf Basis der Standortinformationen, beispielsweise das LKW Maut-System »Toll Collect«[125], das die Fahrtstrecke auf Mautpflicht überwacht, oder ein standortbezogener Handytarif (»Homezone«).
  • Mobile Zeiterfassung: Im Außendienst beschäftigte Angestellte können ihre Arbeitszeiten standortbezogen rückmelden. Dabei sind auch Reisekostenabrechnungen auf Basis der übermittelten Informationen denkbar. Ein derartiges System bietet beispielsweise Midcom an[126].
  • Taxiruf: Taxi per Knopf-Druck anfordern. Eine neue Applikation für Android und iPhone (»TaxiButton«[127]) ortet den Fahrgast und ruft Taxis, die sich in der Nähe befinden.

4.5 Zukunftsvisionen

Abbildung 15: Das Logo von Life 2.0
Abbildung 15: Das Logo von Life 2.0[128]

Im Internet tauchen immer wieder Videos mit Zukunftsvisionen auf, von denen manche mehr ernst zu nehmen sind als andere. In Bezug auf Web 2.0 und das Zusammenwachsen der Sozialen Netzwerke hat der US-amerikanische Webdesigner Zeke Shore bereits im Jahr 2007 seine damals satirisch gemeinte Vision vom »Life 2.0« (Abbildung 15) in Form eines Videos umgesetzt[129]. Ein Jahr später, als seiner Auffassung nach der Markt dafür bereit war, hat er es veröffentlich, um seine Ideen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Shore gibt einen Ausblick in eine vollkommen vernetzte Welt, in der jedermann zu jeder Zeit an jedem Ort an jede Information gelangen kann. Im Vordergrund stehen dabei Details aus dem Leben anderer Menschen (»Joe is currently cheating on his girlfriend«[130]).

Wesentlich ernsthafter betrachtet Microsoft die Entwicklung der Technologie in deren Zukunftsvision, die auf der »Wharton Business Technology Conference« im Jahr 2009 vorgeführt worden ist[131]. Darin wird auch das Thema Geolokalisierung aufgegriffen. Am Flughafen einer fremden Stadt angekommen, ruft ein Mann auf der Suche nach der optimalen Route zu seinem Geschäftsmeeting bei seiner Verabredung an. Sein futuristisches Smartphone ortet nach Anweisung beide Teilnehmer und projiziert einen Pfeil auf den Boden, der ihm die Richtung weist[132]. »Welcome to the future.«[133]

5 Risiken

Bisher wurden vornehmlich die Potentiale der LBS-Angebote betrachtet. Doch die Risiken, die damit einhergehen sind nicht von der Hand zu weisen. Im Weiteren werden mögliche Bedrohungen für den Einzelnen, wie beispielsweise den Verlust der Privatsphäre oder den möglichen Missbrauch gesammelter Daten vorgestellt.

5.1 Datenmissbrauch

Der Missbrauch von Daten ist ein großes Problem in der heutigen Zeit und ein höchst aktueller Diskussionsgegenstand, wie bereits eingangs in der Einleitung dargelegt. Dort wo große Datensammlungen anfallen wachsen Begehrlichkeiten. Unternehmen wollen neue Kunden erreichen und am besten genau ihre Interessen ansprechen um gezielt ihre Produkte anzupreisen und abzusetzen. Was liegt da näher, als diese in den Sozialen Netzwerken zu suchen wo sich viele Menschen zusammen gefunden haben und auch noch jede Menge von sich preisgeben, gewollt aber auch ungewollt. Gerade erst wieder haben einige Soziale Netzwerke für negative Aufmerksamkeit gesorgt, als sie Daten weitergeleitet haben, die Rückschlüsse auf einzelne Personen und Details zuließen[134]. Die eigenen Bestimmungen von facebook besagen, dass dies nicht ohne Einwilligung des Benutzers geschehen dürfe[135], beim Anklicken von Werbeanzeigen sei dies aber trotzdem geschehen. Teilweise ist es auch problematisch, dass Benutzer beim Anmelden an solchen Netzwerken ggf. übersehen, dass sie derartigen Datentransfers zustimmen. So hatte der im Februar 2010 neu gestartete Dienst Buzz von Google sofort seinen Datenskandal. »Dabei veröffentlichte Google diejenigen Namen aus den Adressbüchern seiner Kunden, mit denen Gmailnutzer häufig E-Mails austauschen. Ob Exfrau, Headhunter oder Kollege bei der Konkurrenz: Wer häufig mailte, wurde als >Freund< gekennzeichnet und war für alle sichtbar.«[136] Dabei wurde Google erst kurz zuvor von Ilse Aigner, der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, für ein Mangel beim Schutz der Privatsphäre des (in Deutschland noch nicht gestarteten) Dienstes »Google Streetview« kritisiert[137].

Das Eindringen in die Privatsphäre kann dabei skurrile Formen annehmen. So gelangte Wendy Southgate aus der beschaulichen Stadt Elmswell bei Suffolk in Großbritannien zu einiger Berühmtheit, weil sie die bislang wohl am meisten abgelichtete Person bei Google Streetview ist. So ist sie auf 43 verschiedenen Bildern zu sehen, allerdings hatte ihr Mann Terry sie entdeckt und es selbst publik gemacht[138].

Allen harmlosen Fällen von Problemen mit dem Datenschutz zum Trotz, werden die Menschen meist erst hellhörig, wenn es ihnen an das Portemonnaie geht, denn wer möchte z. B. Konto- oder Kreditkartendaten in falschen Händen wissen. Dabei ist der Datendiebstahl gerade in diesem Bereich mittels Skimming, dem Ausspähen von Kartendaten an manipulierten Geldausgabeautomaten, stark angestiegen. Waren es 2007 noch 459 Fälle in denen Geldautomaten manipuliert wurden[139], so waren es 2009 bereits 964 Automaten bei denen eine Manipulation gemeldet wurde[140]. Dabei ist es nicht einmal Nachlässigkeit oder sorgloser Umgang mit Daten, was hierbei zu Problemen führt, sondern schlichtweg große kriminelle Energie, die es auch im Internet gibt, dort unter anderem als Phishing bekannt. Vor einem sorglosen Umgang mit dem was im Internet preis gegeben wird warnen immer mehr Stellen. Es ist daher dringend geboten umsichtig zu sein.

Im Bereich der Location Based Services fürchtet der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, ein Missbrauch bei der Ortung von Mobilfunkgeräten, vor allem aber einer heimlichen Ortung von Personen[141]. Dabei hatte die Politik zuvor selbst mit der Vorratsdatenspeicherung für ein viel umfangreicheres Szenario gesorgt, die Erstellung von Persönlichkeits- und Bewegungsprofilen eines jeden Bürgers[142], das nunmehr in privatwirtschaftlichen Diensten seine Fortführung findet, doch da ist es jedem selbst überlassen diese Dienste zu nutzen oder nicht.

5.2 Suchtgefahr und Kontrollwahn

Es wird davon ausgegangen, dass in Deutschland ungefähr drei Prozent der Jugendlichen internetabhängig sind[143]. In China sollen sogar über 13 Prozent betroffen sein[144]! Internetsucht beschreibt »den zwanghaften Drang zum surfen, chatten, spielen, downloaden oder sonstigen unkontrollierten Aktivitäten im Internet«[145]. So ist durchaus damit zu rechnen, dass anfällige Personen der Jagd nach virtuellen Gegenständen und Auszeichnungen in LBS-Diensten wie foursquare oder Gowalla zum Opfer fallen könnten. Dabei handelt es sich schlichtweg um eine Gefahr, die mit jeder Art von (Glücks-)Spielen einhergeht und deshalb der Vollständigkeit halber hier Erwähnung finden soll. Erhöhtes Gefahrenpotenzial ist in diesem Gebiet jedoch nicht zu erkennen.

Durchaus vorstellbar dagegen ist der Gedanke, dass sich kontrollsüchtige Ehepartner, Eltern oder Arbeitgeber an den neuen Diensten erfreuen werden. Im Falle der misstrauischen Ehefrau, die ihren Mann beschatten lassen möchte, ergeben sich neue Möglichkeiten. Unter normalen Umständen würde sie einen Privatdetektiv mit dieser Aufgabe betrauen. Jetzt kann sie jederzeit in der entsprechenden Web-Anwendung nachsehen, wo sich der werte Gatte gerade aufhält. Dabei spart sie viel Zeit und Geld. Allerdings muss hier klar eingeschränkt werden, dass es eher unwahrscheinlich ist »aus Versehen« bei der Geliebten »einzuchecken«.

Kinder hingegen werden ihren möglicherweise überfürsorglichen Eltern eher Gehorsam leisten und immer ihren Aufenthaltsort übermitteln. Selbstverständlich ist diese Möglichkeit insgesamt als positiv zu bewerten. Schließlich fühlen sich die Eltern wesentlich wohler, wenn sie jederzeit über den Aufenthaltsort ihres Kindes informiert sind (z. B. trackyourkid.de). Vor allem im Falle eines Notfalles ist der Dienst sehr nützlich. Es sollte jedoch nicht zu einem Kontrollwahn ausarten, in der Art, dass das Kind jederzeit und überall unter Überwachung steht.

Arbeitgeber könnten über den Einsatz von LBS-Diensten eine totale Transparenz der Aktivitäten ihrer Außendienst-Angestellten einfordern, um so sicherzustellen, dass der Service-Techniker auf direktem Wege zum Kunden fährt, ohne Zwischenhalt an Orten des privaten Interesses. Weniger bedenklich wäre beispielsweise eine Art mobiler Zeiterfassung mit gleichzeitiger Verifizierung des Aufenthaltsortes.

Die bisher erwähnten Fälle stellen auch eine Gefährdung der Privatsphäre dar. Dieser Aspekt soll im folgenden Abschnitt näher erörtert werden.

5.3 Der gläserne Mensch

Die sorglose Nutzung von LBS-Anwendungen kann negative Folgen haben. Darauf möchte auch die niederländische Webseite »Please Rob Me«[146] aufmerksam machen. Dort wird hervorgehoben wie mitteilungsbereit Benutzer von twitter, foursquare und den vielen anderen sozialen Medien heutzutage sind. War es noch vor wenigen Jahren unvorstellbar auch nur seinen richtigen Namen im Internet preiszugeben, so wird heute der ganzen Welt mitgeteilt, an welchem Ort sich gerade aufgehalten wird. »Please Rob Me« geht ein Stück weiter und lässt diese Information anders auswerten: »The danger is publicly telling people where you are. This is because it leaves one place you're definitely not... home.«[147] Auf diese Weise soll verdeutlicht werden, dass auch unerwünschte Personenkreise (hier Einbrecher) über den aktuellen Standort informiert werden können.

Abbildung 16: Szene aus »Minority Report«
Abbildung 16: Szene aus »Minority Report«[148]

Noch einen Schritt weiter gehen Jerome E. Dobson und Peter F. Fisher und prägen in ihrem Artikel im »IEEE Technology and Society Magazine« den Begriff »Geoslavery«[149]. Sie befürchten eine starke Einschränkung privater Freiräume durch diese neue Art der Beobachtung und warnen vor einer neuen Form der Versklavung, mit der sich die Bevölkerung auseinandersetzen müsse[150]. Letztendlich plädieren sie auf die soziale Verantwortung des Einzelnen im Umgang mit den neuen Technologien[151].

Der gläserne Mensch ist im Begriff Realität zu werden. Schließlich wird es immer einfacher, Bewegungsprofile von Individuen zu erstellen, sowie Daten über Lebensstil und Kaufverhalten des Einzelnen zusammenzutragen, sei es über eine von durchschnittlich drei Bonuskarten (z. B. »Payback«) in den Brieftaschen der Deutschen[152], den intelligenten Warenkorb im E-Shop oder nun eben über die Geolokalisierung. Ehe der Betroffene sich versieht, ist sein Postfach bereits prall gefüllt mit speziell für ihn aufbereitetem Werbematerial.

Einen Blick in die Zukunft der Geolokalisierung bietet beispielsweise eine Szene aus Steven Spielbergs »Minority Report« (Abbildung 16). Polizist John Anderton (gespielt von Tom Cruise), der sich gerade selbst auf der Flucht vor den Behörden befindet, wird in der U-Bahn Station zunächst von Werbetafeln, an denen er gerade vorbeigeht, persönlich angesprochen (»John Anderton. Sind Sie angespannt? Brauchen Sie mal eine Auszeit?«[153]). Beim Einsteigen in die U-Bahn wird dann seine Position den Behörden übermittelt[154].

6 Schlussbetrachtung

Es zeigt sich, dass die Geolokalisierung immer mehr Einzug in das Web 2.0 hält. So werden immer mehr Web 2.0 Dienste (wie facebook, twitter, Qype u.s.w.) um LBS-Dienste erweitert sowie bei neuen Diensten (Gowalla, foursquare, friendticker u.s.w.) von Anfang an implementiert. Einer der Gründe dafür ist, dass Unternehmen, die mit Werbung auf ihren Internetseiten Geld verdienen wollen, dies nicht mehr nur allein über die klassische oder kontextbezogene Websuche erreichen möchten, sondern vielmehr über ortsbezogene, d. h. auf den Aufenthaltsort des Benutzers bezogene Suchanfragen. Sie versuchen dabei die Benutzer über mobile und für sie interessante LBS zu binden, sowie den Werbekunden einen erhöhten Mehrwert durch ortsbezogene und nach Möglichkeit personalisierter Werbung zu bieten. Im Rahmen dieser Fallstudie haben sich auf diesem Gebiet vor allem zwei interessante Ansätze hervorgehoben. Zum einen das Promotion Modell von foursquare, in dem es darum geht Kunden mit Aktionen und Vergünstigungen zu umwerben, und zum anderen den 2011 startenden Mobile Concierge von T-Systems, der T-Mobile-Kunden für den Aufenthaltsort spezifische Anwendungen in Echtzeit anbieten wird.

Ein weiterer Grund für die immer stärkere Verbreitung von LBS ist die rasante technologische Entwicklung und Verbreitung der Smartphones, die immer mehr standardmäßig mit GPS-Empfängern ausgestattet sind. Erst diese Entwicklung ermöglichte es, dass die Positionen von Benutzern mit Smartphones zu jeder Zeit genau ermittelt werden können. Dadurch wurden die LBS erst in die Lage versetzt ortsbezogene Informationen bereitzustellen. Aber auch das Zusammenwachsen von Handy, Kamera, Internet und GPS zu Smartphones und deren Verknüpfung mit LBS führen zu immer neuen Diensten und Einsatzgebieten. Vielversprechende Ansätze zeigen sich bereits bei den Anwendungen Wikitude und Wikihood, die es ermöglichen als Fremdenführer auf der Suche nach interessanten Orten in der Umgebung zu agieren. Mit der Anbindung an Wissensdatenbanken oder der persönlichen Bewertung von anderen Nutzern kann zusätzliches Interesse geweckt werden. Weitere Vorteile der Geolokalisierung, wie schnelle und zuverlässige Ortung in Notfällen oder der Ruf nach dem nächsten Taxi stehen außer Frage.

Demgegenüber stehen einige Risiken, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. So sind bereits einige Fälle von Datenmissbrauch bekannt und es ist auch zukünftig nicht auszuschließen, dass gerade im Hinblick auf die immer zahlreichender anfallenden und detaillierteren Informationen über den Einzelnen, sensible Daten in falsche Hände geraten. Am Beispiel von »Please Rob Me« wurde hinreichend gezeigt, wie leichtsinnig mit persönlichen Informationen in der heutigen Zeit umgegangen wird und welche Gefahren damit einhergehen. Vielen ist nicht bewusst, welche Bedeutung diese Daten für Dritte haben könnten. Nichtsdestotrotz muss festgehalten werden, dass die offensichtlichen Vorteile, die mit den neuen Diensten verbunden sind höher einzustufen sind als die Nachteile. Vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass alle hier erwähnten Dienste freiwillig zu nutzen sind. Die Benutzer sollten sich jedoch der Risiken jederzeit bewusst sein.

Dass die technologischen Entwicklungen in der Zukunft noch viel weiter gehen werden, zeigen eindrucksvoll die aufgeführten Zukunftsvisionen. Microsofts Ausblicke, auch auf die Potenziale der Geolokalisierung, unterstreichen die Bedeutung der Technologie im Alltag. Es ist davon auszugehen, dass sich die Geolokalisierungsdienste nicht nur durchsetzen, sondern zukünftig als so selbstverständlich betrachtet werden, wie heutzutage das Internet oder das Handy, eben »Life 2.0«.

In diesem Sinne: »Welcome to the future.«

7 Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung Bedeutung
AWD Allgemeiner Wirtschaftsdienst
CCD Charge Coupled Device
DSL Digital Subscriber Line
GPS Global Positioning System
ISP Internet Service Provider
LBS Location Based Services
NAPT Network-Address-Port-Translation
NDR Nord Deutscher Rundfunk
PDA Personal Digital Assistent
POI Point of Interest
RIPE Réseaux IP Européens
SXSW South by Southwest
UMTS Universal Mobile Telecommunications System
USA United States of America
W3C World Wide Web Consortium
WDR West Deutscher Rundfunk

8 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr. Abbildung
Abbildung 1 Die Welt vernetzt sich
Abbildung 2 Aufruf der Google Suche nach »Wetter« über einen gewöhnlichen DSL Zugang
Abbildung 3 Aufruf der Google Suche nach »Wetter« über UMTS
Abbildung 4 Überblick über den Dienst Poynt
Abbildung 5 Check-In mit foursquare
Abbildung 6 Foursquare Sticker und Aufkleber
Abbildung 7 Statistik Bereich in foursquare
Abbildung 8 Übersicht vom aktuellen Standort nach Check-In über foursquare
Abbildung 9 Nearby Tips in foursquare
Abbildung 10 Mobile Concierge Icons
Abbildung 11 Twitter kann nun auch den Standort melden
Abbildung 12 Wikitude Schloss Leopoldskron
Abbildung 13 Wikihood Bewertungen
Abbildung 14 Geotagging aufgezeichneten Tracks mit Bildern in Google-Earth
Abbildung 15 Das Logo von Life 2.0
Abbildung 16 Szene aus »Minority Report«

9 Tabellenverzeichnis

Tab.-Nr. Tabelle
Tabelle 1 Verbreitung ausgewählter Internetangebote unter 12- bis 24- Jährigen
Tabelle 2 Übersicht verschiedener Local Search Dienste
Tabelle 3 Übersicht verschiedener Angebote an Location Based Social Networks
Tabelle 4 Standortbezogene Specials in foursquare
Tabelle 5 Apps Heute und Mobile Concierge im Vergleich

10 Fußnoten

  1. Vgl. stern.de (2008)
  2. Vgl. heise.de (2008)
  3. Vgl. NDR Info (2009)
  4. http://www.facebook.com/
  5. Vgl. heise.de (2009a)
  6. Vgl. heise.de (2010a)
  7. Vgl. heise.de (2010b)
  8. Vgl. heise.de (2010c)
  9. heise.de (2010b)
  10. http://www.schuelervz.net/
  11. Vgl. heise.de (2009b)
  12. Vgl. heise.de (2009c)
  13. Vgl. heise.de (2009d)
  14. Schmidt (2009), Seite 11
  15. Vgl. Schmidt (2009), Seite 11
  16. http://www.ebay.de
  17. http://www.amazon.de
  18. http://www.google.de
  19. http://www.oreilly.de/artikel/web20.html
  20. Vgl. Schmidt (2009), Seite 11 f.
  21. Vgl. Schmidt (2009), Seite 12 f.
  22. Vgl. Schmidt (2009), Seite 12
  23. Vgl. http://www.facebook.com/facebook?ref=pf#!/facebook?v=info&ref=pf
  24. http://www.youtube.com/
  25. Vgl. http://www.youtube.com/t/about
  26. http://www.twitter.com/
  27. Vgl. http://business.twitter.com/twitter101
  28. http://www.blogger.com/
  29. Vgl. http://www.blogger.com/about
  30. http://de.wikipedia.org/
  31. Vgl. http://wikimediafoundation.org/wiki/Frequently_Asked_Questions
  32. http://www.xing.com/de/
  33. Vgl. http://corporate.xing.com/deutsch/unternehmen/xing-ag/
  34. Vgl. Schmidt (2009), Seite 14
  35. Vgl. Schmidt (2009), Seite 32 f.
  36. http://www.studivz.net/
  37. http://www.meinvz.net/
  38. Vgl. Schmidt (2009), Seite 32
  39. Vgl. Schmidt (2009), Seite 33
  40. Vgl. welt.de (2007)
  41. suedkurier (2010)
  42. Vgl. suedkurier (2010)
  43. Vgl. stern.de (2010a)
  44. Vgl. wdr.de (2010)
  45. Vgl. wdr.de (2010)
  46. http://www.appappeal.com/web-2-0-application-world-mosaic/ (12.06.2010, 23:30)
  47. http://www.facebakers.com/countries-with-facebook/ (15.06.2010, 11:35)
  48. http://www.facebakers.com/facebook-pages/ (15.06.2010, 11:35)
  49. Vgl. heise.de (2010d)
  50. Vgl. http://www.jurpc.de/rechtspr/20020139.htm (15.06.2010, 21:56)
  51. Vgl. http://de.selfhtml.org/diverses/clients.htm#allgemeines (15.06.2010, 21:57)
  52. ix (2002)
  53. Vgl. ix (2002)
  54. Vgl. http://www.lawblog.de/index.php/archives/2010/04/19/anonym-uber-umts/ (15.06.2010, 21:58)
  55. netzwelt (2008)
  56. http://www.google.com/latitude
  57. Vgl. googlewatchblog (2009)
  58. Vgl. http://investor.google.com/earnings/2009/Q4_google_earnings.html (15.06.2010, 22:09)
  59. http://www.google.de/adsense
  60. http://www.gelbeseiten.de/
  61. http://www.google.de/#q=wetter
  62. Vgl. spon (2010)
  63. Vgl. stern.de (2010b)
  64. Vgl. ebusiness-blog (2010)
  65. http://www.google.de/#q=wetter (16.06.2010, 05:43)
  66. http://www.google.de/#q=wetter (16.06.2010, 05:41)
  67. http://www.hostip.info/
  68. http://opengeodb.sourceforge.net/
  69. http://www.w3.org/
  70. Vgl. http://dev.w3.org/geo/api/spec-source.html
  71. http://www.mozilla.com/en-US/firefox/geolocation/
  72. http://wiki.mozilla.org/Mobile/Fennec/Releases
  73. Vgl. pcmag.com (2008)
  74. http://www.apple.com/de/iphone/
  75. http://www.google.com/phone/?hl=en&s7e=
  76. http://de.blackberry.com/
  77. http://poynt.com/images/content/overviewImages.png (13.06.2010, 2105)
  78. http://poynt.com/ (13.06.2010, 21:15)
  79. http://poynt.com/whyPartners.html (13.06.2010, 21:26)
  80. http://www.kino.de/
  81. http://www.suchen.de/
  82. http://maps.google.de/
  83. http://foursquare.com
  84. http://gowalla.com
  85. ein jährliches Musikfestival in Austin/Texas, bei dem auch Filme und interaktive Medien vorgestellt werden
  86. http://foursquare.com/img/specials/specials-image.jpg (15.04.2010, 17:52)
  87. Vgl. stern.de (2010b)
  88. Vgl. chip.de (2010)
  89. Vgl. iX (2010), Seite 82
  90. http://www.friendticker.de
  91. Vgl. inside-handy.de (2009)
  92. Vgl. ZDNet.de (2010a)
  93. Vgl. http://foursquare.com/businesses/ (14.05.2010, 18:20)
  94. http://foursquare.com/img/specials/stickers.png (01.06.2010, 18:00)
  95. Die offizielle foursquare App steht für iPhone, BlackBerry und Android bereit
  96. Vgl. CNN.com (2009)
  97. http://www.birdsontheblog.co.uk/wp-content/uploads/2010/03/FourSquare-stats.png (30.05.2010, 22:04)
  98. http://tctechcrunch.files.wordpress.com/2009/07/12.jpg?w=320&h=480 (01.06.2010, 18:24)
  99. http://cdn.mashable.com/wp-content/uploads/2009/07/IMG_1443.PNG (01.06.2010, 18:30)
  100. Vgl. CeBIT (2010)
  101. http://www.zdnet.de/i/itm/2010/Maerz/push-funktion.jpg (01.04.2010, 11:16)
  102. Vgl. M-Days (2010), Seite 8
  103. Vgl. M-Days (2010), Seite 5
  104. Vgl. ZDNet.de (2010b)
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