Connected Cars bei BMW

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Essen
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Prof._Dr._Uwe_Kern
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Connected Cars
Autor(en): Maximilian Weithaas & Volker Werner
Studienzeitmodell: Abendstudium
Semesterbezeichnung:
Studiensemester: 2
Bearbeitungsstatus: begutachtet
Prüfungstermin:
Abgabetermin:

Inhaltsverzeichnis

1 Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung
Bedeutung
ABS Antilock Braking System, Antiblockiersystem bei Fahrzeugbremsen
ADAC Allgemeiner Deutscher Automobil Club
AFP Agence France-Presse; international tätige Nachrichtenagentur mit Sitz in Frankreich
C2C / Car2Car Car-to-Car communication; Datenkommunikation zwischen Fahrzeugen
C2C-CC CAR 2 CAR Communication Consortium; Zusammenschluss von Automotive-Unternehmen zur Festlegung eines C2C Standards
C2I Car-to-Infrastructure communication; Datenkommunikation zwischen Fahrzeugen und ihrer Umgebung
C2X Car-to-X communication; Datenkommunikation zwischen Fahrzeugen und einer beliebigen Instanz, welche die Daten interpretieren kann
CBS Condition Based Service; Intelligentes Wartungssystem von BMW, welches den Status von Verschleißteilen und Flüssigkeitsständen auswertet und definierte Maßnahmen einleiten kann
EDGE Enhanced Data Rates for GSM Evolution; Mobilfunkstandard zur Erhöhung der Datenübertragungsrate in GSM-Mobilfunknetzen
EU Europäische Union
GPRS General Packet Radio Service; Mobilfunkstandard zur paketorientierten Datenübertragung
GPS Global Positioning System; offiziell NAVSTAR GPS, ein globales Navigationssatellitensystem zur Positionsbestimmung und Zeitmessung
GSM Global System for Mobile Communications (früher Groupe Spécial Mobile); Mobilfunkstandard für volldigitale Mobilfunknetze
HUD Head-up-Display
LIDAR Light Detection and Ranging
PDC Park Distance Control
RADAR Radio (frequency) Detection and Ranging
RDS Radio Data System; System zur Übermittlung von Zusatzfunktionen beim Hörfunk
RSS hier: Really Simple Syndication; im weitesten Sinne ein System zur automatischen Aktualisierung von Informationen aus Internetquellen, oftmals in Form eines Nachrichtentickers
UMTS Universal Mobile Telecommunications System; Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G), welcher höhere Datenübertragungsraten erlaubt
TMC Traffic Message Channel; Übertragungen von Verkehrsinformationen im nicht hörbaren Bereich des UKW-Signals
V2V Vehicle-to-Vehicle communication; englische Entsprechung zu C2C
V2R Vehicle-to-Roadside communication; englische Entsprechung zu C2I
WLAN Wireless local area network; drahtloses lokales Netzwerk gemäß Norm IEEE 802.11

2 Abbildungsverzeichnis

Abbildung
Beschreibung
Abb. 1: C2X Kommunikation Schaubild der aktuell für die C2X eingesetzten Komponenten und Protokolle
Abb. 2: BMW AG Logo Logo der BMW AG
Abb. 3: BMW ConnectedDrive Promotionphoto BMW ConnectedDrive
Abb. 4: Aufteilung eines Frames Aufteilung eines Frames der GPS Übertragung

3 Einleitung

Die heutige Zeit stellt immer höhere Ansprüche an den Menschen. Unternehmen erwarten von Mitarbeitern stete Erreichbarkeit, Flexibilität und die Bereitschaft Innovationen und relevante Entwicklungen zu verfolgen und darauf zu reagieren. Im Informationszeitalter wirken ständig Informationen in Form von Memos, Rundschreiben, Nachrichten, E-Mails, Kurzmitteilungen, Veröffentlichungen im Internet etc. auf den Menschen ein, der diese filtern und mit in die tägliche Arbeit einfließen lassen muss. Dies führt zu einer erheblichen Verknappung einer Ressource, deren Bedeutung immer mehr zunimmt: Zeit.
Automobile dienen der Flexibilität und der Zeitersparnis, indem sie Menschen zu überschaubaren Kosten das Reisen ermöglichen und dabei eine schnelle Art der Fortbewegung darstellen, entsprechend ist es eines der wichtigsten Fortbewegungsmittel unserer Zeit. Die Technologien der Connected Cars helfen dabei das Fahrzeug als mobiles Büro nutzbar zu machen, die Reisezeit weiter zu verkürzen und Unterbrechungen zu vermeiden. Zusammen mit den Technologien, die bei der Erforschung von autonomen Automobilen entwickelt werden, ist es sogar denkbar, dass in Zukunft Fahrzeuge Fahrgäste ohne deren aktive Mitwirkung an ihr Ziel bringen. Heute ist dies aber nicht mehr als eine Zukunftsvision.

Diese Fallstudie befasst sich mit dem Thema „Connected Cars bei BMW“, welche die durch die Unternehmen der BMW AG eingesetzten Technologien und Dienste näher erläutern wird. Leider konnten keine spezifischen Informationen durch die BMW AG bezogen werden. Auf Anfrage teilte man uns mit, dass noch nicht veröffentlichte Technologien und BMWs Planung zur zukünftigen Entwicklung von BMW ConnectedDrive streng vertraulich sind. Entsprechend mussten wir auf nicht öffentlich zugängliche Informationen seitens der BMW AG verzichten.

4 Grundlagen

4.1 Connected Cars

4.1.1 Definition

In Anlehnung an: IMST GmbH, Leitprojekt Connected-Car™, 2010, http://www.imst.eu/imst/de/forschung/connectedcar.php?navanchor=2110015  (12.06.2010 21:34)Abb. 1: C2X Kommunikation
In Anlehnung an: IMST GmbH, Leitprojekt Connected-Car™, 2010,
http://www.imst.eu/imst/de/forschung/connectedcar.php?navanchor=2110015
(12.06.2010 21:34)
Abb. 1: C2X Kommunikation

Der Begriff „Connected Cars“ ist im Kontext dieser Fallstudie als Synonym zu dem Begriff C2X (Car-to-X communication) zu verstehen. C2X ist ein Sammelbegriff für jedwede Datenkommunikation zwischen Kraftfahrzeugen, also Personen- und Lastkraftwagen und beliebigen weiteren Instanzen, die in der Lage sind die gesendeten Daten zu empfangen beziehungsweise zu interpretieren. Er vereint die Begriffe C2C und C2I in sich[1].
C2C (Car-to-Car communication) ist ein Oberbegriff für Technologien und Methoden, die dem Datenaustausch zwischen Fahrzeugen dienen, unabhängig davon, ob diese Daten den Insassen zur Verfügung gestellt oder nur fahrzeugintern verwendet werden.
Der C2I (Car-2-Infrastructure communication) sind jene Technologien und Methoden zugeordnet, welche dem Datenaustausch zwischen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur, beispielsweise Lichtzeichenanlagen, Verkehrsleitzentralen und Maut-Stationen, usw. dienen.
Auch die Bereiche der Boardelektronik, die mit lokalen Systemen oder der Umgebung kommunizieren, wie etwa der Boardcomputer oder das Fahrzeug-Infotainment-System, sind der C2X zuzuordnen. [2] Entsprechend sind inzwischen auch viele Funktionen zur Verbesserung der Fahrzeugsicherheit unter dem Sammelbegriff zusammengefasst.
Bei der Kommunikation kommen alle geläufigen technischen Möglichkeiten zur Anwendung. So werden etwa Daten über GPS, Edge/GPRS, UMTS, Bluetooth, WLAN sowie einige weitere Techniken übertragen und empfangen.

4.1.2 Geschichte

Auch wenn der Begriff "Connected Cars" noch relativ jung ist, geht die Idee der Kommunikation mit Fahrzeugen weit in die Geschichte des Automobils zurück.
Seit der Erfindung des durch einen Verbrennungsmotor angetriebenen Automobils im 19. Jahrhundert wurde es stetig weiter entwickelt. Dennoch ist das Grundprinzip bis heute erhalten geblieben.
Umfassende Veränderungen brachte aber vor allem die voranschreitende Technisierung des 20. Jahrhunderts, so wurden die Modelle herstellerübergreifend mit immer mehr Elektronik und Elektrotechnik ausgestattet.
Die Einführung von mobilen Funkgeräten in Fahrzeugen ist aus heutiger Sicht die erste Innovation, die der C2X zuzuordnen ist. Bereits 1919 wurde ein entsprechendes System von der Polizei in Großbritannien getestet, in Deutschland ca. 1924 durch die Feuerwehr Magdeburg. [3] In den folgenden Jahrzehnten wurde der Nutzen von mobiler Kommunikation international anerkannt, und 1947 führte die Münchener Polizei die ersten Funkstreifenwagen ein. Seitdem hat der analoge Funk immer mehr Verbreitung im behördlichen aber auch zivilen Bereich erfahren.
Parallel zu dieser Entwicklung wurden in Deutschland ab 1959 Mobilfunknetze in Betrieb genommen, deren Mobilfunkgeräte wegen ihrer Größe oftmals in Automobilen zum Einsatz kamen[4]. Mit der Einführung des C-Netz 1985 war es erstmals möglich auch Daten mobil zu versenden, ein weiterer Meilenstein der C2X[5]. Eine große Verbreitung auch im privaten Bereich erreicht der Mobilfunk aber erst mit der Einführung der digitalen D-Netze im Jahr 1992[6]. Das D-Netz gilt seitdem als Standard der GSM (Global System for Mobile Communication). Zusammen mit dem Navigationssystem bildet der GSM die Kerntechnologie der C2X in aktuellen Fahrzeugen.

4.1.3 Ziele

Bei vielen Fahrzeugherstellern - so auch bei BMW - liegt der Schwerpunkt der in Betrieb befindlichen C2X-Technologien bisher in der Bereitstellung von Komfort-Funktionen mit Hauptaugenmerk auf eine geschäftliche Fahrzeugnutzung. So soll das Fahrzeug eine Art mobiles Büro darstellen, welches den Fahrer komfortabel und möglichst ungehindert zum Zielort befördert. Ferner nutzen die Infotainment- und Unterhaltungssysteme der Fahrzeuge die C2X, beispielsweise für den Internetzugriff oder den Fernsehempfang.
Die Erhöhung der Fahrzeugsicherheit und die Entlastung der Verkehrsinfrastruktur stellt zwei weitere Bereiche dar, welche durch die C2X positiv beeinflusst werden sollen. Die neu entwickelten und zukünfitgen Technologien sollen dem Fahrer Informationen über seine Umwelt vermitteln, ihn frühzeitig auf Gefahrensituationen aufmerksam machen, sein Verhalten positiv unterstützen oder sogar kurzzeitig die Kontrolle über das Fahrzeug übernehmen.
Finanziell gefördert wird die Forschung in diesem Bereich unter anderem durch die Europäische Union, welche sich zum Ziel gesetzt hat die Zahl der 50.000 Verkehrstoten auf EU-Straßen in 2001 bis zum Jahr 2010 zu halbieren[7].
Während die Unterhaltungssysteme nicht auf kompatible C2X Technologie in anderen Fahrzeugen angewiesen sind, bleiben die Technologien der Fahrzeugsicherheit bisher hinter dem technisch realisierbaren zurück. Da noch keine einheitlichen Standards für C2X existieren, ist bisher ein Datenaustausch nur zwischen Fahrzeugen des gleichen Herstellers möglich. Aus diesem Grund haben mehrere Automobilhersteller und -zulieferer, Elektronik-, Telekommunikations- und Softwarefirmen unter anderem das C2C-CC (CAR 2 CAR Communication Consortium) gegründet. Dies ist eine Non-Profit-Organisation, welche das Ziel verfolgt, die Schaffung von einheitlichen Standards der C2X voran zu bringen[8]. Ein C2X Standard soll neben der Kompatiblität der verwendeten Technologien zu einer weiteren Verbreitung und übergreifenden Nutzung von C2X Systemen führen, was die Verkehrssicherheit und die Verkehrseffizienz signifikant erhöhen soll. Ebenso sollen damit Komfortfunktionen weiter ausgebaut werden können. [9]
Neben ihrer Mitgliedschaft im C2C-CC ist die BMW Group noch an weiteren Gemeinschaftsprojekten im Bereich der C2X beteiligt, etwa als Projektleiter des Projekts COMeSafety (Communications for eSafety). Dieses beschäftigt sich konkret mit dem standardisierten Datenaustausch der C2X[10]. Außerdem ist BMW Mitglied des NOW-Projekts (Network on Wheels Projekt), welches Methoden zur Sicherstellung einer sicheren Übertragung entwickelt[11].

4.2 BMW - Bayerischen Motoren Werke

Vgl. AKBA, Mitglieder, 2010,  http://www.berufsbildungausland.de/logos/bmw_logo.JPG,(11.06.2010 15:55) Abb. 2: BMW AG Logo
Vgl. AKBA, Mitglieder, 2010,
http://www.berufsbildungausland.de/logos/bmw_logo.JPG,
(11.06.2010 15:55)
Abb. 2: BMW AG Logo

4.2.1 Geschichte

Die heutige BMW-Group, zu der heute neben der Kernmarke BMW auch MINI und Rolls Royce zählen, wurde am 7. März 1916 als "Bayerischen Flugzeug-Werke" gegründet. Die 1917 gegründete "Bayerischen Motoren Werke GmbH" wurde 1918 in die BMW AG umgewandelt und 1922 von ihr samt Firma übernommen[12].
1923 nahm BMW die Motorrad-Produktion auf; das erste Automobil kam 1929 in den Verkauf. Im folgenden Jahrzehnt wurde das Image geprägt, welches auch heute noch mit der Marke verbunden wird: BMW als Synonym für Fahrvergnügen, hohe Qualität und Sportlichkeit.
Trotz vieler Erfolge im Rennsport stellte sich der Erfolg am Markt erst 1962 mit dem sportlichen und dennoch alltagstauglichen BMW 1500 ein, der in großen Stückzahlen abgesetzt werden konnte und BMW damit am Markt etablierte.
In den Jahren 1972 bis 1977 wurde die bis heute vorhandene Einteilung in die Modellreihen festgelegt. Die 3er und 5er Modelle wurden in der Mittelklasse positioniert, während 6er und 7er Modelle zur Erschließung der Oberklasse eingeführt wurden.
Seine Kompetenz im Bereich der Motorenherstellung stellte das Unternehmen in den 1980er Jahren mit der Herstellung eines Formel 1-Aggregats und durch die innovativen Triebwerke der M-Reihe unter Beweis.
In den 90ern wurde dann die Modellpalette erweitert. Zwecks Einstiegs in neue Märkte wurden die britische Rover Group mit deren Marken Rover, Land Rover, MINI und MG und die Namensrechte an Rolls-Royce erworben. Im Jahr 2000 erfolgte dann aus wirtschaftlichen Gründen der Verkauf der Rover-Group[13], ausgenommen die Marke MINI, welche auch heute noch der BMW Group zugehörig ist. Dennoch war die BMW Group weiterhin erfolgreich und konnte im Geschäftsjahr 2002 erstmals mehr als eine Million Neufahrzeuge an Kunden ausliefern[14], 2009 laut Geschäftsbericht unbeachtet der Wirtschafts- und Finanzkrise 1,3 Millionen.

4.2.2 Image

Die Marke BMW steht nach eigener Aussage für Sportlichkeit und Dynamik, verbunden mit anspruchsvollem Design und exklusiver Qualität. In diesem Zusammenhang wird von der Faszination BMW gesprochen. Dies findet seinen Ausdruck auch im Leitspruch des Herstellers: Freude am Fahren[15]. Dass dies auch in der Außenwirkung - zumindest bis zu einem gewissen Grad - zutrifft, bestätigt die aktuelle AutomarxX-Umfrage des ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil Club). Die Gesellschaft für Konsumforschung führt jährlich im Auftrag des ADAC eine Umfrage unter 4000 Bundesbürgern durch, um das Bild von Fahrzeugmarken repräsentativ zu ermitteln. Dabei werden die Befragten nach Ihrer Meinung zu 14 unterschiedlichen Fragestellungen wie Fahrzeugsicherheit, -qualität und dem Image der Marke befragt. So wie im Jahr 2009 nimmt BMW in der Rangliste auch 2010 wieder den ersten Platz ein[16].

5 Connected Cars bei BMW

5.1 Anfänge und Entwicklung

Die C2X wurde frühzeitig als wichtige Innovation seitens BMW erkannt. Bereits vor zehn Jahren entwickelte BMW das erste fest eingebaute Navigationsgerät[17]. Eebenso lange ist auch die Notruffunktion im Programm von BMW enthalten[18]. Im Jahr 2002 wird in diesem Zusammenhang der Begriff BMW ConnectedDrive geprägt.
Heute fasst BMW all jene Technologien, die direkt oder indirekt mit dem Begriff C2X beziehungsweise Connected Cars in Zusammenhang stehen, unter der Bezeichnung BMW ConnectedDrive zusammen.

5.2 BMW ConnectedDrive

Vgl. BMW AG (Hrsg.), ConnectedDrive Überblick, 2010, http://www.bmw.com/lu/de/insights/technology/connecteddrive/overview.html (06.06.2010 18:10) Abb. 3: BMW ConnectedDrive
Vgl. BMW AG (Hrsg.), ConnectedDrive Überblick, 2010,
http://www.bmw.com/lu/de/insights/technology/connecteddrive/overview.html
(06.06.2010 18:10)
Abb. 3: BMW ConnectedDrive

Nach Aussage von Dr. Eckhard Steinmeier, Leiter BMW ConnectedDrive, versteht BMW unter ConnectedDrive die "Vernetzung von Fahrer, Automobil und Umwelt", durch welche "das Fahren komfortabler und sicherer [wird]."[19] Der Oberbegriff ConnectedDrive vereint bei BMW alle Technologien und Funktionen, die in einem modernen BMW mit entsprechender Ausstattung implementiert werden können und der klassischen C2C und C2I zuzuordnen sind[20] Diese werden im Folgenden weiter erläutert und haben bei BMW folgende Bezeichnungen:

  • BMW Assist
  • BMW Online
  • BMW Tracking
  • BMW TeleServices
  • Internetnutzung im Fahrzeug

Die Nutzung der ersten vier aufgeführten Dienste und Funktionen ist nach einer möglichen Testphase kostenpflichtig. Je nach Umfang der Nutzung fallen Kosten zwischen 175,- € und 250,- € pro Jahr an. Die Internetnutzung im Fahrzeug, welche erst mit aktuelleren Modellen möglich ist, wird im Rahmen einer unbegrenzten Datenflatrate verrechnet (aktuell 150,- € p.a. in Verbindung mit BMW ConnectedDrive)[21].

Die zugehörigen Systeme verwenden zur Datenkommunikation eine fest installierte SIM-Karte und dienen der Erhöhung der Sicherheit sowie des Infotainments und des Komforts. Da sich aber ein Großteil mit gleicher oder annähernd gleicher Qualität über ein Navigationssystem und ein Mobiltelefon mit Sprachsteuerung und Internetzugang realisieren ließe, liegt der Schwerpunkt bisher auf den Infotainment- und Komfortfunktionen. Im Folgenden wird noch deutlich, dass die Integration in die Fahrzeuge Vorteile und Synergieeffekte ergibt.

Zudem macht die Aussage von Dr. Steinmeier die Entwicklung von BMW ConnectedDrive deutlich. BMW hat den Begriff inzwischen weiter gefasst und wie die meisten Hersteller, die in dem Bereich aktiv sind, weitere Funtkionen der C2X unter dem Sammelbegriff zusammengefasst. So umfasst BMW ConnectedDrive nahezu alle Technologien, die der Informationsgewinnung von Umgebungsdaten über verschiedenste Sensoren, deren Verarbeitung und Verwendung sowie der Bereitstellung dienen. Entsprechend werden die Funktionen der Fahrerassistenz, wie beispielsweise der Parkassistent, die Spurwechselwarnung oder die Fußgängererkennung ebenfalls BMW ConnectedDrive zugeordnet[22].
Auch auf diese Systeme, bei denen es sich in der Regel ebenfalls um kostenpflichtige Zusatzausstattung handelt, wird im Folgenden näher eingegangen.


5.2.1 BMW Assist

BMW Assist bietet Funktionen zur Reiseplanung, Durchführung eines Notrufs, Fernzugriff auf das Fahrzeug und die kostenfreie Kommunikation mit dem BMW Callcenter.

Neben den gängigen Funktionen eines Navigationssystems bietet die Einbindung in das ConnectedDrive System mehrere Vorteile für den Fahrer. Das System erhält Verkehrsinformationen über das V-Info+-System von BMW, welches nach Herstellerangaben im Vergleich zum RDS-TMC (Radio Data System - Traffic Message Channel;[23] Verkehrsinformationen über den Hörfunk) wesentlich aktuellere und präzisere Informationen bereit stellt. Dies erreicht BMW durch die Auswertung und Weiterleitung der Daten, die von über 4000 Sensoren an deutschen Autobahnen verzeichnet werden. Diese Daten fließen bei aktiver Navigation in die Routenplanung mit ein. Entsprechend sollen Verzögerungen durch Staus oder andere Verkehrsbehinderungen vermieden werden.
Ferner können Termine und Routen über eine beliebige Arbeitsstation mit Internetverbindung geplant und an das Fahrzeug übertragen werden. Neben der Tatsache, dass die Daten im Fahrzeug abrufbar sind, bietet das unter anderem den Vorteil Adressdaten direkt in das Navigationssystem übernehmen zu können.

Es kann eine kostenfreie Verbindung zum auch im Ausland deutschsprachigen BMW Callcenter hergestellt werden, welches neben den klassischen Diensten einer Telefonauskunft weitere auf das Fahrzeug bezogene Dienste anbietet. Dazu zählen beispielsweise die Suche von Zielen im Umkreis um den Aufenthaltsort des Fahrzeugs mit Übertragung der Zieldaten an das Navigationssystem oder die Aussendung eines Service-Fahrzeugs im Fall einer Fahrzeugpanne. Dabei bietet das Callcenter auch eine technische Beratung, um die Fahrbereitschaft des Fahrzeugs im Dialog auch ohne den Pannenservice wieder herzustellen, soweit möglich und gewünscht.
Das Callcenter ist ebenfalls außerhalb des Fahrzeugs, beispielsweise per Mobiltelefon erreichbar. Ein authentifizierter Fahrer kann so über das Callcenter sein Fahrzeug ent- oder verriegeln, ab der 7er Reihe sogar die Klimaanlage einschalten und regeln lassen.
Sollten die Sensoren des Fahrzeugs einen schwereren Unfall registrieren, wird automatisch ein Notruf abgesetzt, der auch die genaue Position sowie weitere Fahrzeugdaten beinhaltet. Diese Daten werden an die Rettungskräfte weiter geleitet, anhand derer diese bereits Rückschlüsse auf die Art der Kollision und das Verletzungsrisiko ziehen und somit eine angemessene Versorgung bereits vor Eintreffen am Unfallort vorbereiten können. Zudem nimmt ein Mitarbeiter des BMW Callcenters über die Fahrzeuglautsprecher Kontakt mit dem Fahrer auf und versucht den genauen Sachverhalt zu ermitteln.
Auch das manuelle Auslösen eines Notrufs über einen entsprechenden Schalter im Fahrzeug ist möglich, beispielsweise um Hilfe für einen anderen Verkehrsteilnehmer anzufordern. [24]

5.2.2 BMW Online

Zum BMW ConnectedDrive Funktionsportfolio gehören mehrere internetbasierte Mobilitätsdienste und Serviceleistungen, die über den Boardcomputer des Fahrzeugs bereitgestellt werden. [25]

Die unter dem Begriff BMW Online geführten Funktionen versorgen die Insassen über das Display im Armaturenbrett nach Bedarf mit aktuellen Nachrichten aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Sport, Unterhaltung und Wetter. Ferner ist der Zugriff auf "vielfältige Mobile-Office-Funktionen mit eigenem Adressbuch und E-Mail-Account" möglich.
Die Nachrichten werden dabei über die AFP (Agence France-Presse) bezogen, eine international tätige und anerkannte Nachrichtenagentur. [26] Auch ist es möglich über das BMW Online Portal eigene Nachrichtenquellen zu definieren, von denen per RSS-Feed (Really Simple Syndication Feed, Protokoll zum automatisierten Abrufen von Webinhalten bei deren Aktualisierung[27]) aktuelle Nachrichten abgerufen und an das Fahrzeug übertragen werden. Ebenso lassen sich die wichtigsten Börsenindizes und Kursentwicklungen abrufen und überwachen.

Eine weitere Funktion stellt die Google Branchensuche dar, über die sich deutschlandweit Suchanfragen über die Suchmaschine durchführen lassen. Die Ergebnisse lassen sich per Knopfdruck in das Navigationssystem übertragen. Ausführliche Wetterinformationen und -vorhersagen für Europa sowie Informationen rund um Schneehöhen und -qualität für deutsche, italienische und österreichische Skigebiete, teils mit aktuellen Webcambildern, runden das Funktionsangebot ab.

Sollte die Branchensuche keine zufriedenstellenden Ergebnisse liefern oder anderweitige Informationen benötigt werden, besteht analog zum BMW Assist die Möglichkeit, über das Fahrzeug Kontakt mit dem BMW Callcenter aufzunehmen. Nach Herstellerangaben haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Zugriff auf über 35 Millionen Firmen- und Privatadressen sowie auf die Google Internetsuchmaschine. Sie geben beispielsweise Auskunft über gesuchte Einrichtungen im Umkreis des Fahrzeugs wie Apotheken oder Krankenhäuser, über Fluginformationen und Fahrpläne, oder sie ermitteln das Kulturprogramm einer Stadt. Falls gewünscht, übernehmen sie Reservierungen oder Buchungen für den Fahrzeuginhaber und übertragen Zieladressen an das Navigationssystem oder das Autotelefon des Fahrzeugs.

5.2.3 Mobiles Internet

BMW bietet seit 2008 auch einen Internetzugang für seine Fahrzeuge an. Während BMW Online nur Zugriff auf bestimmte Webinhalte bietet, ist über den vollwertigen Zugang ein unbeschränkter Zugriff auf alle Internetseiten möglich. Angezeigt werden diese ebenfalls über das Display des Boardcomputers, das eine mit modernen Notebooks vergleichbare Darstellungsqualität bietet. Eine weitere Möglichkeit ist die Darstellung im Fond über Displays, die in die Rückenlehnen der Vordersitze eingelassen sind - das entsprechende Ausstattungspaket vorausgesetzt. Über letztgenannte ist auch der Internetzugriff während der Fahrt möglich, wohingegen der Zugriff über das Display des Boardcomputers aus Sicherheitsgründen nur bei Stillstand des Fahrzeugs möglich ist.
Für den Zugriff wird ebenfalls die verbaute SIM-Karte genutzt. Für die Übertragung wird die EDGE-Technologie verwendet, die im Folgenden noch näher erläutert wird[28].

5.2.4 BMW TeleService

Der BMW Teleservice soll dem Fahrzeuginhaber einen Großteil der Aufgaben abnehmen, die mit der Fahrzeugwartung in Zusammenhang stehen.

Der Boardcomputer moderner Fahrzeuge von BMW erhält Daten von mehreren Sensoren, die an unterschiedlichen Komponenten des Fahrzeugs Messdaten ermitteln. Neben den bereits erwähnten Crash-Sensoren ermitteln die Sensoren des intelligenten Wartungssystems CBS (Condition Based Service) den aktuellen Zustand und Verbrauch beziehungsweise Verschleiß von Betriebsflüssigkeiten und Verschleißteilen. Ergibt die Auswertung der Daten einen Servicebedarf, werden die Daten an einen BMW Service Partner weiter geleitet, welcher dann mit dem Fahrzeuginhaber Kontakt aufnimmt, um einen Servicetermin abzustimmen. Die Bedarfsermittlung für geplante Servicearbeiten wie Inspektionen folgt der gleichen Vorgehensweise. Entsprechend sind Serviceintervalle nicht mehr statisch, sondern spezifisch auf jedes einzelne Fahrzeug abgestimmt.
Durch die übermittelten Daten soll es dem Service Partner möglich sein sich bereits im Vorfeld auf die notwendigen Arbeiten vorzubereiten, was den Serviceaufenthalt des Fahrzeugs verkürzen soll. Daneben ergibt sich für den Fahrzeuginhaber der Vorteil nicht mehr in dem Maße auf die Einhaltung von Inspektionsterminen und den ordnungsgemäßen Betriebszustand des Fahrzeugs Sorge tragen zu müssen.
In Ergänzung zu BMW Assist können die Daten des CBS auch bei einer Fahrzeugpanne an BMW übertragen werden, damit in Zusammenarbeit mit dem BMW Callcenter eine Ferndiagnose durchgeführt werden kann. Die Techniker können sich dabei auch mit dem Fahrzeug verbinden und bei einem entsprechenden Problem dieses beheben. Sollte dies nicht möglich sein, können alternative Maßnahmen wie die Entsendung eines Servicemobils eingeleitet werden.[29]

5.2.5 BMW Tracking

Bei BMW Tracking handelt es sich um ein Diebstahl- und Ortungssystem. Es informiert den Fahrzeuginhaber über das BMW Tracking Callcenter, wenn das Fahrzeug einen Alarm auslöst. Mit Einwilligung des Inhabers kann im Zweifelsfall ein GSM-Signal aktiviert werden, mit dem das Fahrzeug geortet und in der Folge von den Sicherheitsbehörden sichergestellt werden kann[30].

5.3 Sensorik

In diesem Kapitel geht es um die Sensorik in einem BMW. Mit Sensorik ist die Technik gemeint, mit der Beispielsweise der Abstand zwischen zwei Fahrzeugen gemessen wird oder Verkehrsschilder erfasst werden. All diese Informationen werden im BMW mit dem Bordcomputer ausgewertet und mit dem entsprechenden Ausgabemitteln wie dem HUD oder dem Infodisplay ausgegeben.

5.3.1 Laser und Ultraschall

Der Laser wird bei BMW hauptsächlich zur Abstandsmessung bzw. zur Analyse des Raums vor dem Auto verwendet. Mit dem Laser wird also z.B. der Abstand zum vorausfahrendem Fahrzeug gemessen. Ultraschallsensoren dienen bei BMW meist auch als Abstandsmesser, allerdings auf kürzerer Distanzen. Deshalb werden Ultraschallsensoren nur an den Seiten verwendet, wenn es z.B. darum geht den Abstand zur Leitplanke zu bestimmen.
Laserabstandsmessungen sind in einer Reichweite von wenigen Millimetern bis hin zu mehreren Kilometern möglich. Welche Lasertechnik BMW verwendet ist leider nicht bekannt. Deshalb gehen wir davon aus, dass es sich um eine berührungslose Laserdistanzmessung handelt, da diese verschiedene Vorteile bietet. Bei der Fahrzeugabstandsmessung würde die Puls-Akkumolation-Laufzeitmessung in Frage kommen[31]. Bei dieser Technik sendet eine Laserdiode einen Laserstrahl ab. Wenn dieser auf eine refelektierende Fläsche trifft, wird dieser Laserstrahl wieder zurück gestrahlt[32]. Durch die Zeit, die der Laserstrahl benötigt, lässt sich nun berechnen, wie weit entfernt sich das Hindernis befindet. Da der Laser für das Zurücklegen einer Strecke von einem Meter nur 3,3ns benötigt, sind die Abstandsmessungen sehr präzise und schnell[33].
Ultraschallmessungen hingegen sind nur für sehr kurze Distanzen geeignet, deswegen kommen diese nur zur Seitenabstandsmessung und beim Einparkassistenten in Frage. Bei Ultraschallmessungen werden Signale oberhalb von 20 kHz gesendet, welche an einem Gegenstand gebrochen werden und dann zurückgesendet werden. Anhand der veränderten Frequenz lässt sich anschließend der Abstand zum Hinderniss berechnen. Welche Frequenz BMW genau benutzt, wurde nicht veröffentlicht.

5.3.2 LIDAR, Radar und Kamera

LIDAR steht für "light detection and ranging"[34]. Dabei wird meist ein Laser als Lichtquelle verwendet, der im nahen Infrarotbereich mit ca. 780 nm arbeitet[35].
Radar steht für "Radio (frequency) detection and ranging"[36]. Unterschieden wird zwischen LRR (Long Range Radar) mit einer Frequenz im Bereich von 76-77 GHz und dem SRR (Short Range Radar) mit einer Freuqenz von 24 GHz[37]. Bei BMW wird wahrscheinlich das LRR verwendet, weil sich dieses zur Abstandsmessung besser verwenden lässt. Es ist allerdings auch nicht auszuschließen, dass für einige Anwendungen nicht auch SRR verwendet wird.
Der größte Unterschied zwischen LIDAR und Radar ist die Frequenz bzw. die Wellenlänge des Trägersignals[38]. Ursprünglich hatte LIDAR bei schlechtem Wetter schlechtere Messergebnisse die Genauigkeit betreffend. Durch immer ausgeklügeltere Softwarealgorithmen und Mehrfachechomessungen konnte dieser Nachteil fast vollständig kompensiert werden[39]. Ein großer Vorteil von LIDAR-Sensoren sind die Herstellungskosten. Diese sind weitaus geringer als bei Radarsensoren[40]. Technisch gesehen könnten Radarsensoren bereits jetzt von LIDAR-Sensoren ersetzt werden. Allerdings ist bei BMW nicht davon auszugehen, dass Bereiche die momentan von Radarsensoren abgedeckt werden in naher Zukunft auf LIDAR-Sensoren umgerüstet werden.
Bei BMW werden höchstwahrscheinlich Stereokamerasysteme eingesetzt. Der Vorteil eines solchen System ist es, dass keine Signalquelle benötigt wird[41]. Die Stereovision basiert auf Triangulation mit jedem Pixel zweier Kameras. Wichtig für diese Berechnung ist, dass der räumliche Versatz und der Abstand der Kameras zueinander bekannt ist und während einer Messung konstant bleibt[42]. Durch Softwarealgorithmen werden die korrespondierenden Pixel bestimmt, welche für eine genaue Berechnung des Abstands wichtig sind[43]. Mithilfe dieser Stereokameras wird, anders als bei LIDAR oder Radar, nicht ein einziger Punkt, sondern eine ganze Fläche (jedes Objektiv hat einen 30° Öffnungswinkel) abgescannt[44]. Bei BMW wird diese Technik hauptsächlich eingesetzt, um den Bereich vor dem Auto genau abzuscannen.

5.4 Datenbereitstellung und Zugriff

In diesem Kapitel handelt von der Datenbereitstellung, dem Zugriff und der Funktionsweise der verschiedenen Datenbereitstellungsmöglichkeiten. Dies soll nur im Hinblick auf die Verwendung von BMW ConnectedDrive erfolgen.

5.4.1 BMW iDrive

Der BMW iDrive wurde erstmals 2001 im 7er BMW Modell 745i angeboten[45]. Der BMW iDrive ist eine sogenannte haptische Bedieneinheit. Haptisch bedeutet soviel wie berühren und kommt aus dem Altgriechischen[46].
Der BMW iDrive ist ein System, was aus drei Komponenten bzw. Bereichen besteht[47]. Der erste Bereich ist für alles rund ums Fahren zuständig und befindet sich im Multifunktionslenkrad und an den Lenkstockhebeln. Dazu gehören etwa der Blinker oder elementare Radiobedienelemente. Der zweite Bereich ist das Info-Display und das HUD (Head-up-Display)[48]. Auf dem Infosystem bzw. dem HUD sieht man z.B. aktuelle Informationsanweisungen des Navigationsgeräts oder die Geschwindigkeitsanzeige[49]. Die Hauptbedieneinheit des iDrive Systems ist der iDrive Controler, der dritte Bereich des iDrive Systems[50]. Alles was mit ihm gesteuert wird sieht man im Infodisplay, welches auch als Control Display verwendet wird. Das Control Display ist in vier große Bereiche unterteilt. Einmal in den Kommunikationsbereich, hier kann man z.B. das Handy via Bluetooth mit dem BMW verbinden. Der nächste Bereich ist der Navigationsbereich, der die Route für den Fahrer planen kann. Der Entertainmentbereich ist der dritte Bereich. Von diesem kann man die Unterhaltungselektronik wie beispielsweise den Fernseher oder einfach nur das Radio steuern. Der letzte Bereich ist der Klimabereich. Im Klimabereich kann man Einstellungen zur Klimanlage oder falls vorhanden z.B. für die aktive Sitzbelüftung bedienen. Der iDrive Controller befindet sich in der Mittelkonsole, so dass der Fahrer diesen bequem und ohne hinzusehen bedienen kann[51]. Der iDrive Controller ist ein Dreh- und Druckknopf, der ein sehr gutes Feedback, sowohl auf dem Control Display als auch haptisch, während der Bedienung an den Fahrer zurückgibt[52].

5.4.2 GSM und EDGE

GSM ist die Abkürzung für Global System for Mobile Communication. Es ist eine Datenübertragungstechnik, die im Jahr 1994 eingeführt wurde[53]. Da die GSM-Technik alleine nicht ausreicht um große Datenmengen, so wie für die moderne C2X benötigt, zu übertragen ist der alleinige Einsatz eher unwahrscheinlich. Dies ist auf die geringe Übertragungsrate von 9600 bit/s zurückzuführen, da die Technik nur für Sprach- und Kurzmitteilungen entwickelt wurde[54].
Aus diesem Grund verwendet BMW die ausgebaute Technik EDGE. EDGE bedeutet Enhanced Data Rates for GSM Evolution. Bei EDGE soll die Übertragungsrate maximal theoretisch 2 Mbit/s betragen[55]. Allerdings sind momentan nur 384 kbit/s nutzbar, dies stellt dennoch eine weit höhere Übertragunsrate als bei GSM dar[56]. Diese erhöhte Übertragunsrate kann erreicht werden, weil bis zu 8 GSM-Kanäle genutzt werden können. Durch die Aufteilung der Leitung in Kanäle können mehrer verschiedene Daten parallel übertragen werden. Bei EDGE können durch jeden Kanal 48 kbit/s übertragen werden[57].
Dadurch, dass EDGE auf der GSM-Technologie aufsetzt, können alle Infrastruktureinrichtungen mit genutzt werden[58]. Das GSM-Infrastrukturnetz ist weit verbreitet und sehr gut ausgebaut. Dies führt zu einer hohen Verfügbarkeit, genau das, was für C2X wichtig ist. Abgerechnet werden die Kosten im Rahmen einer unbegrenzten Datenflatrate[59]
Im Hinblick auf C2X ist EDGE eine sehr gute Möglichkeit zur Datenübertragung. Dies lässt sich auf die gute Infrastruktur, die eine sehr gute Erreichbarkeit gewährleistet, zurückführen. Hinzu kommt die hohe Datenübertragungsrate, die durch die gleichzeitige Nutzung von bis zu acht GSM-Kanälen, eine sichere und schnelle Übertragung gewährleistet.

5.4.3 GPS

1973 wurde der Startschuß zur Entwicklung für das GPS (Global Positioning System) gegeben. Das System wurde vom Amerikanischen Verteidigungsministerium (DOD, Department of Defense) erfunden und realisiert[60]. Ursprünglich sollte das System NAVSTAR (Navigation System for Timing and Ranging) heißen, allerdings ist es den meisten nur als GPS bekannt[61].
Die GPS-Satelliten senden im im Grunde nur wenige Informationen an die GPS Empfänger. Die wichtigesten Daten sind der Name des Satelliten, die aktuelle Position und die aktuelle Zeit[62]. Zudem sendet der Satellit Informationen über seine Umlaufbahn sowie der übrigen Satelliten. Um die Entfernung zu messen, vergleicht der GPS-Empfänger seine aktuelle Zeit mit dem mitgesendeten Zeitstempel vom GPS-Satelliten. Kommen diese Informationen von mehr als einem Satelliten, lässt sich mittels Trilateration die aktuelle Position bestimmen[63]. Es werden mindestens drei Stalliten benötigt, damit eine genaue Positionsbestimmung möglich ist. Bei drei Satelliten ist es noch nicht möglich die Höhe der aktuellen Position zu bestimmen. Dafür benötigt man einen vierten Satelliten[64]. Heute sind in der Regel mehr als nur vier GPS-Satelliten verfügbar, so dass die Positionsbestimmung immer genauer wird.

Vgl. www.komowa.de Navcode Frames, http://www.kowoma.de/gps/navcode-frames.gif,  (02.06.2010 21:58)Abb. 4: Aufteilung eines Frames
Vgl. www.komowa.de Navcode Frames,
http://www.kowoma.de/gps/navcode-frames.gif,
(02.06.2010 21:58)
Abb. 4: Aufteilung eines Frames

Die Vorteile von GPS sind die hohe Positionsgenauigkeit und dass es kostenlos zur Verfügung steht (vorausgesetzt man bestitzt einen GPS-Empfänger). Außerdem werden die GPS-Satelliten sehr genau überwacht und dementsprechend gut gewartet, so dass einem Ausfall immer gut vorgebeugt wird[65]. Sollte dennoch mal ein GPS-Satellit ausfallen, so gibt es drei aktive Ersatzsatelliten. Ein weiterer Vorteil von GPS ist, dass es immernoch weiterentwickelt wird und immer wieder neue Techniken entwickelt werden um die Positionsbestimmung noch sicherer und schneller zu machen[66]. Ein Beispiel dafür wäre DGPS (Differentielles GPS), hierbei wird ein Langwellenempfänger genutzt, der von einem Langwellensender Korrektursignal bekommt, welches dann an den GPS-Empfänger weitergesendet wird[67]. Dabei erhöht sich die Genauigkeit bei guten Verhältnissen auf bis zu einen Meter[68].

Ein erheblicher Nachteil bei GPS ist allerdings, dass man immer "Sichtkontakt" zu den GPS-Satelliten haben muss. Das Signal wird sogar schon durch dichtes Schneetreiben so stark beeinflusst, dass man keinen Kontakt mehr zum Satelliten hat[69]. Natürlich bricht der GPS-Kontakt auch ab, wenn man in einem Tunnel fährt oder ähnliches, dieser wird allerdings sobald man den Tunnel wieder verlässt kurzfristig wieder hergestellt[70].
Bei BMW kommt GPS vor allem bei der Navigation zum Einsatz. Im Hinblick auf C2X ist die Positionsbestimmung durch GPS von besonderer Bedeutung. Durch sie können benachbarte Fahrzeuge identifiziert werden.

5.4.4 HUD

HUD ist die Abkürzung für Head-up-Display. Erstmals wurde diese Technologie im Sommer 2003 im 5er BMW (Limousine) als Option angeboten und erlangte so die Marktreife[71]. Früher wurden solche HUDs zwar schon in einzelnen Automobilen angeboten allerdings nicht in Serienreife und in Monochrome, anstatt in Color[72].
Bei einem Head-up-Display werden fahrzeugrelevate Daten wie zum Beispiel die Geschwindigkeit auf die Windschutzscheibe projeziert[73]. Das hat den großen Vorteil, dass der Fahrer seinen Blick nicht mehr von der Straße wenden muss, um die Informationen zu sehen. HUDs bestehen im Wesentlichen aus einem TFT-Monitor mit besonders starker LED Hintergrundbeleuchtung, der als Bildgeber dient, und mehreren kleinen Spiegeln, um das angezeigte Bild richtig auf die Windschutzscheibe zu projezieren[74]. Einer dieser Spiegel ist die Windschutzscheibe. Die anderen sind im Gehäuse, welches streulichtarm ist, untergebracht[75]. Der Fahrer hat das Gefühl, dass sich das angezeigte Bild direkt freischwebend über der Motorhaube befindet.
Im neuem 7er BMW kommt sogar bereits die dritte Generation von HUDs zum Einsatz[76]. In der dritten Generation wird kein normales TFT-Display mehr zur Bildanzeige verwendet, sondern ein Display mit LTPS-Displaytechnik und ein neues LED-Multicolorhinterleuchtungskonzept[77]. Außerdem kann sich der Fahrer die Position der Projektionsfläche selber aussuchen und diese optimal an seine Sitzposition und an sein Blickfeld anpassen[78]. Des Weiteren wird die Helligkeit automatisch an die Umweltbedingungen angepasst, um eine optimale Anzeige der Informationen zu gewährleisten[79]. BMW nutzt das HUD außerdem zur Anzeige von Warnhinweisen, Navigationshinweisen, NightVisionInformationen, Spurverlassenswarnungen, Abstandsregelungen und Geschwindigkeitsregelungen[80].

5.4.5 Boardcomputer

Der Bordcomputer wurde erstmal 1980 im BMW 7er eingeführt[81]. Der Bordcomputer soll dafür sorgen, dass man als Fahrer nicht den Überblick verliert. Dafür wird er über diverse Sensoren, die Motorelektronik und das Navigationssystem mit verschiedenen Informationen versorgt.
Mittels der Sensoren kann beispielsweise die Außentemperatur erfasst werden, so dass sie zum einen auf dem Infodisplay angezeigt werden kann und zum anderen warnt das System bei 3°C vor Glatteis[82]. Mittels der Erfassung des aktuellen Benzinverbrauchs berechnet der Bordcomputer zudem die verbleibend Reichweite um den nächsten Tankstopp zu planen[83]. Mit dem Bordcomputer und den Daten des Navigationssystems und mit der Information der aktuellen Geschwindigkeit kann der Bordcompute auch die Routenankunftszeit vorausberechnen[84]. Des Weiteren werden durch ihn auch die aktuelle Uhrzeit, das Datum und die Außentemperatur angezeigt. Natürlich werden auch Serviceinformationen und Wartungsintervalle im Bordcomputer hinterlegt, so dass der Fahrer pünktlich auf die nächste Inspektion hingewiesen wird.
Der Bordcomputer kann mittels des iDrive Controllers oder mit dem Lenkstockhebel bedient werden[85]. Die Informationen aus dem Bordcomputer werden auf dem Infodisplay und einige ausgewählte auch in der Infotafel oder im HUD[86].
Der Bordcomputer stellt also das zentrale elektronische Herzstück des BMW's dar. Durch die stetige Weiterentwicklung seit 1980 ist der Bordcomputer immer kleiner und umfangreicher geworden. Mittlerweile werden alle fahrzeugrelevanten Informationen in ihm gespeichert. Dadurch dass Autos immer mehr Elektronik beinhalten, ist es sehr wichtig, dass diese an einem zentralen Punkt zusammengeführt werden. Bei BMW ist dies der Bordcomputer. Durch die Möglichkeit des Auslesens des Fehlerspeichers wird die Suche nach Fehlern in der Werkstatt enorm reduziert und die Analysen werden immer präziser.

5.4.6 Fondentertainment

Fondentertainment wird neben diversen Sicherheitsaspekten bei BMW sehr groß geschrieben. Fondentertainment beschreibt die Wiedergabe neuer und älterer digitaler Medien wie CD's und DVD's für die Passagiere in der hinteren Sitzreihe. Es bietet auch die Möglichkeit des TV Empfangs, des Spielens von Konsolenspielen und des Surfens im Internet.
Das BMW Fonteintertainment bietet den Mitfahrern alles nur Wünschenswerte für eine angenehme Autofahrt. Das System gibt es in den Ausführungen Standard und Professional[87]. Dieser Abschnitt beschäftigt sich ausschließlich mit dem Fondentertainment Professional.
Der TV- und Radioempfang wird durch zwei DAB- und einem DVB-Empfänger gewährleistet[88]. Durch diese Konstellation wird ein kontinuierlicher und qualitativ hochwertiger Empfang gewährleistet. Jeder Passagier sieht das Bild auf einem eigenen 9,2" großen, individuell einstellbaren Display[89]. Jeder dieser Bildschirme verfügt über mehrere Anschlussmöglichkeiten um beispielsweise eine Spielekonsole anzuschließen. Durch Kopfhörerausgänge können die Passagiere ihre Unterhaltungselektronik nutzen, ohne den Fahrer abzulenken[90]. Desweiteren besteht die Möglichkeit Musik von der BMW-Festplatte zu hören[91]. Die Passagiere können während der Fahrt auf die Navigation, BMW Online und alle anderen BMW iDrive-Funktionen zuzugreifen[92]. Die Software hinter dem Fondsystem ist binär-identisch. Das bedeutet, dass erst während der Laufzeit entschieden wird, ob das System hinten, vorne, links oder rechts läuft bzw. wo die Funktion aufgerufen wurde[93].
Das Fondentertainmentsystem von BMW ist auf Unterhaltung höchsten Niveaus ausgelegt. Das macht die Fahrt für den Fahrer zum Teil sehr viel angenehmer, weil kleine Passagiere während einer langen Fahrt optimal beschäftigt sind. Durch die Möglichkeit des Navigationseingriffs kann der Fahrer durch seine Passagiere entlastet werden, indem diese die Routeninformationen ändern. Sollte es zu einem Unfall kommen und der Fahrer hat keine Möglichkeit Hilfe zu rufen, können die Passagiere im Fond das iDrive bedienen und Hilfe holen. Damit unterstützt selbst das Fonentertainmentsystem die Sicherheit im BMW.

5.5 Sicherheitsfunktionen

Sicherheit wird bei BMW groß geschrieben. Sicherheit kann sehr gut durch Komfortfunktionen wie beispielsweise durch den Einparkassistenten erreicht werden. Speed Limit Info hilft die optimale Richtgeschwindigkeit auf Straßen einzuhalten, um Risiken zu vermeiden, während BMW Night Vision die Nacht zum Tag macht, zumindest auf dem Controldisplay. All diese und mehr Funktionen helfen sich besser auf den Straßenverkehr zu konzentrieren und somit Unfällen vorzubeugen.

5.5.1 Parkassistent

Bei BMW gibt es drei Arten von Parkassistenten. Zwei davon befinden sich momentan noch in der Entwicklung. Der dritte ist der klassiche PDC (Park Distance Control), also der Einparkassistent.
Mittels Ultraschallsensoren an der Vorder- und Rückseite, bzw. nur an der Rückseite, wird der Abstand zu möglichen Hindernissen wie zum Beispiel parkenden Autos gemessen[94]. Die Ultraschallsenoren erkennen Hinderniss ab einem Abstand von 1,50 Metern[95]. Durch akustische Signale in bestimmten Intervallen kann der Fahrer abschätzen, wie weit er noch vom Hindernis entfernt ist. Ab einem Abstand von 30 cm gibt es einen Dauersignalton[96]. Natürlich werden die Informationen auch auf dem Controldisplay angezeigt. Dort sieht der Fahrer bei eingeschaltetem PDC eine Darstellung des eigenen Autos. Durch farbliche Markierungen (grün, gelb und rot) kann der Fahrer abschätzen, wie weit das Fahrzeug noch von dem Hindernis entfernt ist.
Das sich noch in der Entwicklung befindliche automatische Einparksystem benötigt das PDC. Das System parkt das Auto beinahe automatisch in Parklücken ein. Beim Vorbeifahren an einer Parklücke messen Sensoren die Größe des Parkplatzes und signalisieren dem Fahrer, ob dieser groß genug ist. Wenn der Rückwärtsgang eingelegt und der Assistent aktiviert wird, übernimmt ein elektrischer Motor die Lenkung[97]. Der PDC überwacht den Abstand zu den parkenden Autos und signalisiert, wenn man diesen zu nah kommt. Anschließend legt der Fahrer den Vorwärtsgang ein und der elektrische Motor stellt die Vorderräder richtig ein, so dass das Fahrzeug anschließend perfekt in der Parklücke steht. Während dieses gesamten Vorgangs braucht der Fahrer nur Gas zu geben bzw. zu bremsen, den Rest übernimmt das automatische Einparksystem[98].
Momentan arbeitet BMW an einem automatischem Einparksystem für die Garage. Als Versuchsfahrzeug wird der 7er BMW verwendet. An der Stirnseite der Garage muss ein spezieller Reflektor angebracht werden, der von einer Kamera am BMW erfasst wird[99]. Die Position und die Ausrichtung des Fahrzeugs wird durch die ausgewerteten Bilder von der Kamera bestimmt[100]. Ein elektrischer Motor übernimmt die Lenkarbeit, die bei eventuellen Ausrichtungskorrekturen vorkommen kann[101]. Natürlich überwacht auch hier der PDC vor allem die Vorderseite um bei Hindernissen rechtzeitig zu bremsen. Mittels der Zentralverriegelungstaste der Fernbedienung wird der Assistent gestartet. Der Fahrer muss den Knopf während des gesamten Einparkvorgangs gedrückt halten[102]. Damit wird sichergestellt, dass er beim gesamten Vorgang anwesend ist. Natürlich funktioniert das System auch genauso beim Herrausfahren aus der Garage.
Die Möglichkeiten der Parkassistenzsysteme sind schon sehr vielfältig und erleichtern die Suche nach Parkplätzen, weil auch kleinere Parkplätze ausgenutzt werden können.

5.5.2 Speed Limit Info

Bei Speed Limit Info handelt es sich um eine Technik, Verkehrsschilder mit Hilfe einer Kamera und Sensoren zu erkennen und zu analysieren[103]. Die Kamera ist auf der Rückseite im Innenspiegel integriert und kann sowohl Verkehrsschilder am Rand als auch oberhalb der Fahrbahn erkennen[104]. Dabei wird nicht nur das Verkehrszeichen erfasst sondern zusätzlich auch andere Hinweise wie Uhrzeitangaben[105]. Des Weiteren bekommt das System noch Informationen von eingespeicherten Daten im Navigationssystem. Das sind vor allem Daten, die die Geschwindigkeitsbegrenzung angehen[106]. Außerdem wird mittels des Navigationssystems herausgefunden, in welchem Land man sich befindet und allgemeine Geschwindigkeitsinformationen werden in das System aufgenommen[107]. All diese Daten werden vom Bordcomputer analysiert und anschließend wird das Tempolimit im HUD, auf dem Infomonitor und auf der Infotafel angezeigt[108].
Die Speed Limit Info hilft dem Fahrer sich besser auf die Straße und auf den Verkehr zu konzentrieren, da er sich weniger um Verkehrsschilder kümmern muss. Durch die bequeme Anzeige im HUD und auf dem Infomonitor wird die Konzentration mehr auf die anderen Verkehrsteilnehmer gelenkt.

5.5.3 Aktive Geschwindigkeitsregelung

Die Aktive Geschwindigkeitsregelung dient dazu, dass das Fahrzeug, immer den richtigen Sicherheitsabstand zum vorausfahrendem Fahrzeug einzuhalten und dementsprechend die Fahrgeschwindigkeit anzupassen.
Während der kompletten Fahrdauer tasten Radarstrahlen den Boden in Fahrtrichtung ab und überprüfen so, ob sich der BMW einem langsamer fahrenden Fahrzeug nähert. Ist dies der Fall, bremst die aktive Geschwindigkeitsregelung das Auto automatisch ab. Dadurch wird immer ein ausreichend großer Sicherheitsabstand gewährleistet. Diesen gibt der Fahrer nicht in Metern sondern in Sekunden an[109]. Dadurch ist die Reaktionszeit bei jeder Geschwindigkeit gleich und somit sicher. Wenn das vorausfahrende Fahrzeug beschleunigt oder die Spur wechselt, beschleunigt das Auto automatisch auf die vorher eingestellte Geschwindigkeit. Die aktive Geschwindigkeitsregelung hat einen Einsatzbereich von 30km/h bis 180 km/h[110]. Bei höheren Geschwindigkeiten kann in den Modus "Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion" gewechselt werden, diese wird dem Fahrer automatisch angeboten[111]. Durch das Betätigen der Bremse oder des Gaspedals erhält der Fahrer jederzeit die Kontrolle über sein Fahrzeug zurück. Die aktive Geschwindigkeitsregelung dient nicht nur der Abstandskontrolle, sondern erleichtert auch das Fahren in Staus oder ähnlichen Situationen. Nach einem Stillstand fährt der BMW automatisch oder durch Triggern wieder an[112]. Um Kurven zu erkennen, werden die Daten aus dem DSC und dem Navigationsgerät analysiert und ausgewertet[113]. Dadurch kann das System überprüfen, ob die Geschwindigkeit unter Umständen an die Kurve angepasst werden muss oder ob sich ein anderes Fahrzeug zu nah befindet[114].
Die aktive Geschwindigkeitsregelung macht das Fahren wesentlich angenehmer und sicherer, weil sich der Fahrer auf das wesentliche konzentrieren kann. Durch akustische und optische Warnsignale wird der Fahrer vor einer möglichen Gefahrensituation gewarnt.

5.5.4 Spurwechselwarnung

Der Spurwechselwarnungs-Assistent unterstützt den Fahrer mittels optischer und haptischer Signale beim Spurwechsel.
Die Fahrspuren hinter dem Fahrzeug werden mit zwei 24-GHz Radarsensoren überwacht[115]. Wenn der Fahrer zum Spurwechsel ansetzt und sich von hinten ein Fahrzeug nähert, wird im linken Außenspiegel ein Warndreieck angezeigt, welches die Gefahr signalisieren soll. Gleichzeitig vibriert das Lenkrad. Durch die günstige Platzierung der Warnleuchte im Seitenspiegel kann der Fahrer die Leuchte erkennen und sich trozdem das Fahren konzentrieren.
Zum Spurwechselwarnungs-Assistent gehört auch noch die Spurverlassenswarnung. Diese funktioniert mittels einer kleinen Kamera im vorderen Bereich des Fahrzeugs[116]. Die Kamera erkennt die Fahrbahnmarkierungen und analysiert, ob sich der Fahrer versehentlich dieser Markierung nähert. Wenn dies der Fall ist, vibriert das Lenkrad und eine Leuchte in der Informationstafel wird angezeigt. Durch Setzen des Blinkers wird die Spurverlassenswarnung deaktiviert, damit diese keine Fehlinformationen ausgibt[117]. Wenn der Fahrer zum Spurwechsel ansetzt und sich ein anderes Fahrzeug auf der Spur befindet (zum Beispiel im totem Winkel) leuchtet die Warnleuchte im Außenspiegel auf und das Lenkrad beginnt zu vibrieren.
Die Spurverlassenwarnung macht das Fahren wesentlich angenehmer, weil der Fahrer den Blick nicht mehr von der Fahrbahn abwenden muss. Außerdem macht es das Fahren bei Nacht und Dunkelheit sehr viel sicherer, weil gerade dann der Abstand zu Fahrzeugen schlecht abgeschätzt werden kann. Solche Fehleinschätzungen können dank dieses Systems vermieden werden und der Fahrer hat dadurch mehr Zeit für die wesentlichen Dinge beim Autofahren.

5.5.5 BMW Night Vision

BMW Night Vision ist eine Technologie, mit der Personen und Tiere auf der Fahrbahn und am Fahrbahnrand erkannt werden können.
BMW Night Vision basiert auf der FIR-Technologie[118]. Eine Infrarotkamera, die in der Frontschürze integriert ist, liefert die benötigten Informationen. Die Infrarotkamera hat einen Aufnahmewinkel von 36°, dieser ist bis zu dreimal so groß wie bei herkömmlichen Systemen[119]. Die Infrarotkamera liefert Wärmebilder mit einer maximalen Entfernung von 300 Metern[120]. Die Wärmebilder werden auf dem Infodisplay als schwarz/weißes Nachtsichtbild dargestellt. Personen und Tiere erscheinen hell auf dem Display, so dass diese beispielsweise bei 100km/h sieben Sekunden früher erkannt werden können[121]. Ist dies der Fall wird außerdem ein gelbes Warndreieck im Infodisplay angezeigt und ein akustisches Signal ertönt, so dass man diese Information auch nicht übersehen oder überhören kann. Bei schnelleren Geschwindigkeiten gibt es die Möglichkeit einen digitalen Zoom zu aktivieren, der Objekte, die weiter entfernt sind am Bildschirmrand vergrößert darzusetellen[122]. Wenn der Fahrer in eine Kurve fährt, lenkt die Kamera das Bild automatisch in diese Richtung, so dass man in Kurven frühzeitig "hineinblicken" kann, um z.B. einen Fußgänger, der die Straße hinter der Kurve überquert zu erkennen[123]. Dieses Feature nennt sich bei BMW Panning[124].
BMW Night Vision macht das Fahren bei Nacht und Dunkelheit nicht nur für den Fahrer sondern auch für alle anderen Straßenverkehrsteilnehmer sicherer.

5.6 Weiterentwicklung

BMW arbeitet kontinuierlich an neuen Ideen um den Straßenverkehr für alle Beteiligten sicherer zu machen. Leider werden Informationen neuer Entwicklungen bei BMW unter Verschluss gehalten. Informationen zu neuen Entwicklungen, die kurz vor der Veröffentlichung stehen, sind leider nicht öffentlich zugänglich. Deswegen wird nachfolgend der Engstellenassistent und der Notfallassistent betrachtet. Dies sind zwei der neusten Technologien von BMW, die sich zwar noch in der Beta- und Testphase befinden, allerdings hat BMW zu diesen Themen schon Informationen veröffentlicht, so dass auf diese zurückgegriffen werden konnte.

5.6.1 Engstellenassistent

Der Engstellenassistent von BMW befindet sich momentan noch in der Entwicklung und wird voraussichtlich in 2 Jahren Marktreife erlangen[125].
Er bedient sich der Informationen der Spurwechsel- und Spurverlassenswarnungen[126]. Des Weiteren vermisst ein Laserscanner den Platz vor dem Fahrzeug und weitere Ultraschallsensoren an der Seite des Fahrzeugs messen den Abstand zur Leitplanke oder Nebenfahrzeugen. Die erfassten Daten werden analysiert und gebündelt an den Fahrer über das HUD ausgegeben[127]. Diese Informationen beinhalten unter anderem auch den Abstand in cm nach links und nach rechts[128].
Das Engstellenassistentssystem hat drei Warnstufen. In der ersten Warnstufe beträgt der Abstand noch 100 cm zu jeder Seite des Fahrzeugs[129]. Bei der zweiten Warnstufe zeigt das System an, dass zu einer oder zu beiden Seiten nur noch 20 cm - 50 cm Abstand zu einem Hindernis sind[130]. Die höchste Warnstufe ist die Warnstufe drei. Hierbei sind nach links oder nach rechts weniger als 20 cm Abstand[131]. Das System warnt allerdings nicht nur mit einer Anzeige im HUD sondern fordert den Fahrer durch Vibrieren des Lenkrads zum Handeln, also zum Gegenlenken auf[132]. Sollte der Fahrer darauf nicht reagieren und der Abstand zu einer Seite sinkt kontinuierlich, greift das System in die Lenkung ein und bringt den Wagen wieder richtig in die Spur[133].
Der Engstellenassistent befindet sich im Moment noch in der Entwicklung, wird aber schon sehr ausführlich getestet. Wenn das System Marktreife erlangen sollte, würde es Autofahrern mit schlechtem Abschätzungsvermögen die Angst nehmen können, in prekären Situationen wie auf engen Baustellen, auf der linken Spur beispielsweise LKWs zu überholen. Durch eine höhere Sicherheit, die dadurch erreicht wird, wird es hoffentlich auch weniger Unfälle in Baustellen und an engen Fahrsituationen geben.

5.6.2 Notfallassistent

Der Notfallassistent von BMW ist noch im Entwicklungsstadium[134]. Die Idee vom Notfallassistenten ist, den BMW im Falle eines Notfalls, sicher an den Seitenstreifen oder in eine Haltebucht zu bringen[135]
Tritt ein solcher Notfall ein, wie zum Beispiel ein Ohnmachtsanfall des Fahrers, lenkt und navigiert sich der BMW sicher an den Straßenrand. Mittels einer Kamera im Heck wird der hintere Bereich des Autos analysiert um zu beobachten, ob sich ein schnelleres Fahrzeug von hinten rechts nähert[136]. Desweiteren überwachen Ultraschallsensoren den Verkehr rechts und links, um zur richtigen Zeit die Spur nach rechts zu wechseln[137]. Den vorderen Bereich des Wagens beobachtet ein Laserscanner. Um dieses Manöver erfolgreich durchführen zu können, ist die Lokalisierung aller Fahrzeuge in der Umgebung des eigenen natürlich das Wichtigste. Dies wird mit den oben genannten Sensoren und Kameras einerseits realisiert, andererseits werden auch Daten aus LIDAR, Radar und digitaler Karten benötigt und benutzt[138]. Mittels dieser Informationen wird der BMW sicher an den Straßenrand navigiert. Dort angelangt, wird ein Notruf abgesetzt und die aktuellen Positionsdaten werden durchgegeben[139].
Wenn der Notfallassistent Serienreife erlangen sollte, wäre dies revolutionär. Gerade ältere oder sehr gestresste Personen unterliegen ab einem gewissen Alter einem erhöhtem Herzinfarktrisiko. Sollte dieser am Steuer auftreten hat dies fatale Auswirkungen, nicht nur auf den Fahrer sondern auch auf alle anderen Verkehrsteilnehmer. Der Assistent sorgt dafür, dass das Fahrzeug sicher an den Straßenrand gebracht wird um dann schnellstmöglich Hilfe zu holen, um so die Überlebenswahrscheinlichkeit des Fahrers deutlich zu erhöhen.

5.7 Ausblick in die Zukunft

BMWs Vision von ConnectedDrive besteht darin, die Assistenzsysteme so weiter zu entwickeln, dass sie in Summe als intelligenter Copilot fungieren. Dabei sollen sie den Fahrer in Hinblick auf die Fahrsicherheit aktiv unterstützen und ihn entlasten, ohne seine Kompetenz und Autonomie zu beschneiden. Es sollen alle fahrrelevanten Daten über die verschiedenen Sensoren erfasst und durch die Systeme ausgewertet und beurteilt werden. Ermittelt das System ein Gefahrenpotential, soll der Fahrer "dezent, aber spürbar" informiert werden. Wie bereits erwähnt, soll das System nicht autonom arbeiten, sondern nur eine Empfehlung auf Grundlage der Daten geben[140].
Die Datenkommunikation zwischen Fahrzeugen soll vorerst auf BMW-Modelle beschränkt bleiben. Hier sollen Informationen, die das Fahrzeug sammelt, etwa durch den Regensensor, das ABS-System oder das Außenthermometer, an Fahrzeuge im Umkreis weiter geleitet werden, welche aus den Daten dann Rückschlüsse über die Wetterlage oder Straßenbeschaffenheit ziehen und diese nach Bedarf dem Fahrer zur Verfügung stellen. So könnten andere Fahrzeuge beispielsweise über eine vereiste Fahrbahn informiert werden[141].

Auf Grund des Engagements in den genannten Projekten zur Harmonisierung und Entwicklung der C2X ist aber davon auszugehen, dass die BMW Group eine umfassende und herstellerunabhängige C2X anstrebt.

6 Bewertung und Fazit

BMW ConnectedDrive bringt eine Reihe von Verbesserungen in den Bereichen Sicherheit, Informationsmanagement und auch Unterhaltung mit sich. Allerdings birgt die Einführung und Verbreitung der Technologie auch diverse Risiken.

6.1 Vorteile

Die Implementierung der C2X sorgt für eine signifikante Erhöhung der Fahrzeugsicherheit.
Die heute verfügbaren Technologien verarbeiten die Umgebungsdaten des Fahrzeugs und unterstützen den Fahrer bei der Reaktion in Gefahrensituationen, ohne die Kontrolle gänzlich zu übernehmen. Dem Fahrer obliegt stets die Entscheidung, welches Verhalten angemessen ist. Bei Bedarf erfolgt dann durch das Fahrzeug unter den Aspekten Ausführungsgeschwindigkeit und Intensität eine Anpassung.
Auch die Wahrnehmung des Fahrers wird erheblich verbessert, indem relevante Verkehrszeichen und Streckeninformationen optisch dargestellt und Wärmequellen hervorgehoben werden.
Im Falle einer Panne oder eines Unfalls werden schnellstmöglich Hilfskräfte informiert, denen genaue Informationen über die Situation vor Ort zur Verfügung stehen.
Zukünftig wird die künstliche Intelligenz den Fahrer noch weiter unterstützen können. Sollte dieser die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren, wird die Intelligenz und Sensorik des Fahrzeugs sogar ausreichend sein, es selbstständig zum Straßenrand zu navigieren und abzustellen.
Wenn die C2X eine weitere Verbreitung erfährt, wird die aktive Erkennung der Umgebung immer mehr durch den Datenaustausch zwischen den einzelnen Instanzen ergänzt. Fahrzeuge und Infrastruktur werden ihre Positionsdaten und Umgebungsparameter über die C2X verbreiten, damit diese von allen empfangsbereiten Systemen verarbeitet werden können. So wird ein Fahrzeug in Zukunft ohne eigene Erkennung über weitere Verkehrsteilnehmer und deren Position informiert, und es wird auf den Datenbestand der übrigen C2X-Teilnehmer zurücgreifen können. Über diese vernetzten Fahrzeuge wird es also möglich sein, ein relativ umfangreiches Modell der Umgebung zu erstellen.

Die Übertragung von Informationen in der C2X wird in Zukunft auch dabei helfen, die Verkehrsinfrastruktur effektiver zu nutzen und Staus sowie gefährliche Verkehrssituationen zu umgehen. Dies ist nicht nur für den Verkehrsteilnehmer wünschenswert, auch die öffentlichen Institutionen verfolgen dieses Ziel. Neben der Reduzierung des immensen wirtschaftlichen Schadens, der durch Staus in Form von Kraftstoffverbrauch und Zeitverzögerung entsteht, verringert die bessere Nutzung der Infrastruktur auch die Notwendigkeit des Aus- und Neubaus derselben. Auch die Reduzierung des Co2-Ausstoßes ist ein positiver Aspekt dieser Entwicklung.
Solange aber noch jeder Hersteller ein eigenes System nutzt und kein Austausch mit der C2X anderer Hersteller stattfindet, ist die Informationsübertragung herstellerbezogen und somit begrenzt. Entsprechend liegt der Schwerpunkt bei BMW heute noch auf der Kommunikation zwischen dem Büro, der persönlichen Kommunikationselektronik wie PDA und Mobiltelefon, etc., und dem Fahrzeug, um relevante Daten überall und mit allen technischen Einrichtungen, die diese verarbeiten können, zu nutzen.
Durch die Tatsache, dass das Fahrzeug spezifische Zustandsdaten an BMW senden kann und diese weiter verarbeitet werden können, wird nicht nur eine Individualisierung der Serviceintervalle erreicht, auch können Defekte und Verschleiß frühzeitig erkannt werden, womit schwerwiegende Beschädigung und damit Reparaturkosten vermieden oder zumindest vermindert werden können.

Neben der Nutzung des Fahrzeugs als mobiles Büro kann das Entertainmentsystem auch für Entspannung sorgen, da es die meisten Formen der elektronischen Unterhaltung bereitstellen kann.

6.2 Nachteile

Bei allen Vorteilen und zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten bringt die C2X aber auch einige Risiken und Nachteile mit sich.
In der Vergangenheit berichtete die Presse bereits mehrfach von Unfällen, die darauf zurück zu führen waren, dass Fahrer den Anweisungen des Navigationssystems gefolgt sind, ohne die Situation zu betrachten, in der sie sich befanden. Dieses Problem kann durch die Erweiterung der Sensoren und die zentrale Verarbeitung der Daten reduziert, aber nicht völlig behoben werden. Entsprechend muss der Fahrer stets die Informationen prüfen, die er vom System erhält, bevor er danach handelt, da diese Informationen unvollständig sein könnten. Hier entsteht ein Widerspruch, denn der Fahrer muss sich auf die Informationen verlassen können, da im Zweifel in einer Gefahrensituation keine Zeit zur Überprüfung bleibt.
Grundsätzlich ist die künstliche Intelligenz der menschlichen unterlegen, dies wird sich auch mittelfristig nicht ändern. So können bei aller Voraussicht jederzeit Situationen eintreten, die durch die Intelligenz des Fahrzeugs nicht folgerichtig oder gar nicht interpretiert werden können. Entsprechend ist es notwendig, dass der Fahrer zu jeder Zeit die Kontrolle über die Fahrzeugfunktionen behält. Zwar trifft BMW klar die Aussage, dass dies auch so umgesetzt wird, indem das Fahrzeug den Fahrer nur unterstützt und ihm Ratschläge erteilt, der Notfallassistent stellt hier aber bereits eine erste durch den Zweck bedingte Ausnahme dar.

Nicht nur die künstliche Intelligenz hat ihre Grenzen, auch die C2X. So werden Sensoren und der Austausch von Daten niemals die gesamte Realität abbilden können. Bei der weiteren Entwicklung muss daher beachtet werden, dass in der Umwelt auch Bestandteile existieren, die nicht in die C2X mit eingebunden werden können oder wollen, etwa Tiere und Fußgänger, oder auch Fahrzeuge ohne C2X-Ausstattung. Diese müssen besondere Beachtung finden, um weder sie noch die C2X-Teilnehmer zu gefährden.

Ein weiteres Problem stellt die Präsentation von C2X-Funktionen dar. Diese sollen die Sicherheit und den Komfort erhöhen. Entscheidend ist hier, dass die Bedienung und die Informationsbereitstellung eingängig sind und den Benutzer nicht überfordern.
Grundsätzlich soll das Ziel sein, den Fahrer zu entlasten und ihm die Möglichkeit geben, sich mehr auf die Verkehrssituation zu konzentrieren. Eine umständliche Bedienbarkeit oder die Bereitstellung von zu vielen Informationen könnten aber auch den gegenteiligen Effekt erzielen und ihn vom Verkehrsgeschehen ablenken. Dies gilt naturgemäß im besonderen Maße für die Elemente des Infotainment-Systems. Aus diesem Grund konfiguriert BMW das System so, dass bestimmte Bestandteile des Infotainments während der Fahrt nur über das Fonds-Entertainmentsystem nutzbar sind.

Zwei weitere negative Faktoren stellen heute noch die aufwendige Technologie und die zugrunde liegende Technik dar.
Durch die zusätzliche Elektrotechnik, die für ConnectedDrive und die C2X benötigt werden, steigen die Fahrzeugkosten. Neben einer erheblichen Steigerung des Anschaffungspreises durch die entsprechende Zusatzausstattung, steigen potentiell auch die Reparaturkosten, da durch die zusätzliche und komplizierte Technologie weitere Fehlerquellen hinzukommen. Grundsätzlich müssen die Komponenten einem sehr hohen Anspruch gerecht werden und hohe Standards erfüllen, da Fehlfunktionen im Bereich der Fahrzeugsicherheit nach Möglichkeit ob der potentiellen Folgen vermieden werden sollten.
Bei einer weiteren Verbreitung der C2X in modernen Fahrzeugen werden die Anschaffungskosten sinken, die Fahrzeughersteller müssten nur einen Weg zur Verbreitung finden.
Ein wichtiger Schritt dafür wäre die Schaffung einheitlicher Standards, damit eine C2X stattfinden kann, die alle dafür ausgestatteten Systeme umschließt, unabhängig vom Hersteller. Nur so kann die C2X seine Effizienz voll entfalten. Allerdings ist es schwierig, einen Standard zu definieren, da sich die Beteiligten auf ein gemeinsames Datenaustauschprotokoll einigen müssen, und bisher ist diese Einigung noch nicht in Sicht.
Auch wird es von entscheidender Bedeutung sein, wie die Datenübertragung und auch persönliche Daten gesichert werden können. Es muss vermieden werden, dass Daten des Fahrzeugs und Fahrzeuginhabers ohne dessen Einwilligung erfasst und verwendet werden können. Eine Überwachung darf nicht möglich sein, will man eine weite Verbreitung der C2X erreichen. BMW hat dies erkannt, entsprechend ist BMW Tracking auch nur mit Zustimmung des Fahrzeugeigentümers möglich. Gleiches muss aber auch für andere Funktionen gelten, die den Standort des Fahrzeugs ermitteln.
Die Sicherung der Systeme vor Angriffen von Außen ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Die Übertragungen müssen so abgeschirmt werden, dass ein Eindringen in das lokale System des Fahrzeugs unter allen Umständen vermieden werden kann. Neben dem Schutz von persönlichen Daten ist das besonders im Hinblick auf die weit reichenden Einflussmöglichkeiten der C2X Technologien auf das Fahrzeugverhalten von extremer Wichtigkeit, besonders bei einer Ausweitung der Fahrzeugautonomie durch zukünftige Entwicklungen. Wenn hier eine Manipulation möglich wäre, könnte dies zu einer erheblichen Gefährdung von Fahrzeug und Insassen führen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die C2X einige nützliche Funktionen und noch viel Entwicklungspotential bietet. Von Bedeutung für eine weitere Entwicklung wird es aber sein, wie gut es den Herstellern wie BMW gelingt, die Systeme der C2X als sinnvoll zu vermitteln. Nur durch eine Akzeptanz am Markt wird sich die C2X etablieren können.

7 Fußnoten

  1. Vgl. Technische Universität Dortmund (Hrsg.) (2010)
  2. Vgl. CAR 2 CAR Communication Consortium (Hrsg.), S. 9ff
  3. Vgl. Schneider S.1
  4. Vgl. Telekom-Historik Bochum e.V. (Hrsg.) (2010_a)
  5. Vgl. Telekom-Historik Bochum e.V. (Hrsg.) (2010_b)
  6. Vgl. Telekom-Historik Bochum e.V. (Hrsg.) (2010_c)
  7. Vgl. Europäisches Parlament (Hrsg.) (2009)
  8. Vgl. CAR 2 CAR Communication Consortium (Hrsg.), S 9f
  9. Vgl. CAR 2 CAR Communication Consortium (Hrsg.), S12 ff
  10. Vgl. ITS Niedersachsen GmbH (Hrsg.) (2010)
  11. Vgl. NOW - Network on Wheels (Hrsg.) (2010)
  12. Vgl. BMW AG (Hrsg.) (2010 group_a)
  13. Vgl. BMW AG (Hrsg.) (2010 group_a)
  14. Vgl. Gottschalk, Kalmbach, Dannenberg (2005) S. 172f
  15. Vgl. BMW AG (Hrsg.) (2010 group_b)
  16. Vgl. ADAC e. V. (2010)
  17. Vgl. BMW AG Deutschland (Hrsg.) (2010 de_a)
  18. Vgl. BMW AG (Hrsg.) (2010 com_h)
  19. Vgl. BMW AG (Hrsg.) (2010 com_j)
  20. Vgl. BMW AG (Hrsg.) (2010 com_k)
  21. Vgl. BMW AG Deutschland (Hrsg.) (2010 de_e)
  22. Vgl. BMW AG (Hrsg.) (2010 com_m)
  23. Vgl. Traveller Information Services Association (Hrsg.) (2010)
  24. Vgl. BMW AG (Hrsg.) (2010 com_o)
  25. Vgl. BMW AG Deutschland (Hrsg.) (2010 de_h)
  26. Vgl. Agence France-Presse (Hrsg.) (2010)
  27. Vgl. BlogHaus.net (Hrsg.) (2010)
  28. Vgl. BMW AG Deutschland (Hrsg.) (2010 de_f)
  29. Vgl. BMW AG Deutschland (Hrsg.) (2010 de_g)
  30. Vgl. BMW AG (Hrsg.) (2010 com_l)
  31. Vgl. Große (2009) S.10
  32. Vgl. Große (2009) S.9
  33. Vgl. Große (2009) S.4
  34. Vgl. Schnieder (Hrsg.) (2007) S.91
  35. Vgl. Schnieder (Hrsg.) (2007) S.91
  36. Vgl. Schnieder (Hrsg.) (2007) S.89
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