DSL Alternativen: Glasfaser-DSL vs. Sat-DSL
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| Name des Autors / der Autoren: | Ugur Ucar |
| Titel der Arbeit: | "DSL Alternativen: Glasfaser DSL vs. Sat-DSL" |
| Hochschule und Studienort: | FOM Düsseldorf |
Inhaltsverzeichnis |
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| VDSL | Very High Speed Digital Subscriber Line |
| ADSL | Asymmetric Digital Subscriber Line |
| ATM | Asynchronous Transfer Mode |
| DSL | Digital Subscriber Line |
| DVB | Digital Video Broadcasting |
| FTP | File Transfer Protocol |
| FTTB | Fiber to the Basement/Building |
| FTTC | Fiber to the Curb |
| FTTeX | Fiber to the Exchange |
| FTTH | Fiber To the Home |
| FTTL | Fiber to the Loop |
| FTTN | Fiber to the Neigborhood |
| HDSL | High Data Rate Digital Subscriber Line |
| ILD | Injection-Lase Diode |
| ISDN | Integrated Services Digital Net |
| KBit | Kilobit pro Sekunde |
| LAN | Local Area Network |
| LED | Light-Emitting Diode |
| LEO | Low Earth Orbit |
| LWL | Lichtwellenleiter |
| Mbit | Megabit pro Sekunde |
| MHz | Megahertz |
| OPAL | Optische Anschlussleitung |
| PC | Personal Computer |
| PCI | Peripheral Component Interconnect |
| PCMCIA | Personal Computer Memory Card International Association |
| RJ11-Anschluss | Registered Jack Anschluss |
| RJ45-Anschluss | Registered Jack Anschluss |
| Sat-DSL | Sateliten Digital Subscriber Line |
| SDSL | Single Line Digital Subscriber Line |
| STP | Spanning Tree Protocol |
| TAE | Teilnehmeranschlussleitung |
| USB | Universal Serial Bus |
| UTP | Unshielded Twisted Pair |
| VSAT | Very Small Aperture Terminal |
| WLAN | Wireless Local Area Network |
2 Abbildungsverzeichnis
| Abbilung-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | DSL-Anschluss Leitung, siehe http://www.yavantho.de |
| 2 | AVM FRITZ!Box WLAN 3170 DSL Modem Router |
| 3 | 10/100 Mbit PCI-Netzwerkkarte mit RJ-45-Anschluss |
| 4 | T-DSL Splitter |
| 5 | Patchkabel |
| 6 | Glasfaserkabel, siehe http://www.breitbanddienste.at |
| 7 | FTTx, siehe http://www.javipas.com |
| 8 | Ein-Wege-Technik, siehe http://www.dslweb.de |
| 9 | Zwei-Wege-Technik, siehe http://www.dslweb.de |
3 Tabellenverzeichnis
| Tabelle-Nr. | Quelle |
|---|---|
| 1 | Übersicht Kupferkabel (US-Norm). Siehe (Schemberg & Linten, 2006, S. 122) |
| 2 | Übersicht Linkklassen (EU-Norm). Siehe (Schemberg & Linten, 2006, S. 122) |
| 3 | Schirmungsvarianten für Twisted-Pair-Kabel. Siehe (Schemberg & Linten, 2006, S. 123) |
4 Einleitung
Unter dem Begriff DSL (Digital Subscriber Line) wurde ursprünglich die Übertragungstechnik von ISDN bezeichnet. Anfang der 90er Jahre folgten die beiden DSL-Varianten SDSL (Single Line Digital Subscriber Line) und HDSL (High Data Rate Digital Subscriber Line). ADSL (Asymmetric DSL) war das nächste Verfahren, dass Mitte der 90er Jahre entwickelt worden ist.[1] Die Datenmengen im Internet werden immer größer. Um den Anforderungen gerecht zu werden, müssen den Benutzern hohe Übertragungsgeschwindigkeiten angeboten werden. Das ADSL-Verfahren ist heute die am Verbreitesten benutzte Übertragungstechnik. Jedoch ist diese Technik nicht überall verfügbar. Es gibt inzwischen zahlreiche andere DSL-Varianten, womit man breitbandig das Internet benutzen kann. Darunter die beiden Varianten Glasfaser-DSL und Sat-DSL. Ziel meiner Seminararbeit ist die beiden DSL-Alternativen näher zu beschreiben und ihre Funktionsweise neben der herkömmlichen weit verbreiteten ADSL-Variante vorzustellen.
5 Was ist DSL
5.1 Definition Begriff DSL „Digital Subscriber Line“
DSL ist der Oberbegriff für Breitband-Übertragungstechnik, die hohe Geschwindigkeiten für das Surfen im Internet ermöglicht und funktioniert über herkömmliche, zweiadrige Telefonkabel. Somit sind keine teuren Neuverkabelungen, die sich im Preis bemerkbar machen würden, nötig . Die Leitung wird neben DSL für ISDN und analoge Telefonie geteilt. Für die Aufteilung der Datenströme in der Leitung sorgt der Splitter. Der Telefonkanal wird abgetrennt und an die TAE-Dose (Anschlussdose für analoge Telefonanschlüsse und ISDN-Anschlüsse) geschickt, wobei Daten an den RJ45-Anschluss und somit an das DSL-Modem weitergeleitet werden . DSL ist eine Zugangstechnologie für die „letzte Meile“. Viele Anbieter haben ihr eigenes Netz in vielen Städten aufgebaut. Diese reichen aber leider nicht bis in die Wohnung der Kunden. Da Telekom früher einziger Anbieter war, müssen jetzt andere Anbieter die sogenannten „letzte Meile“ von der Telekom mieten. D.h. der Anbieter muss Miete an Telekom zahlen um die Teilnehmeranschlussleitung (TAE) nutzen zu dürfen. Bei ISDN und Analogdaten muss eine Rufnummer gewählt werden, wobei bei DSL die Verbindung direkt hergestellt wird. Der Datenstrom für Daten- und Telefonie-Informationen werden in den Ortsvermittlungsstellen der Anbieter getrennt. DSL –Daten fließen direkt in das Daten-Backbone des Providers, wobei ISDN- und Analogdaten an die Telefonvermittlungsstellen weitergeleitet werden. Dies hat den Vorteil, dass längere Verbindungen der Flatrate-Nutzer die Telefonvermittlungsstellen nicht mehr belasten, wenn die Verbindung mit DSL hergestellt wird.[2]
5.2 Überblick xDSL Anschlussvarianten
5.2.1 SDSL
SDSL ist eine HDSL-Variante und somit auch symmetrisch. Verglichen mit ADSL ist der Upstream genau so groß wie der Downstream, sowie der Name schon sagt. SDL unterstützt nur eine Datenleitung und daher keine analoge Telefonie möglich. Geschwindigkeiten von bis zu 768 Kbps. können in beide Richtungen (Up-/Downstream) angeboten werden. Diese DSL-Technik ist nur für kleine bis mittelständische Unternehmen interessant.[3]
5.2.2 HDSL
HDSL ist die vorvariante von SDSL und ist ebenfalls symmetrisch. Geschwindigkeiten zwischen 1,5 und 2 Mbit/s sind möglich. Bei HDSL besteht der Nachteil darin, dass man mehr als eine Kupfer-Doppelader benötigt, welches nicht den Standards der Telefonleitungen entspricht. Daraus folgt, dass die HDSL-Technik eher ungeeignet ist für die Nutzer, da sie mit nur einer Telefonleitung (Kupfer-Doppelader) ausgestattet sind.[4]
5.2.3 ADSL
ADSL ist eine asymmetrische DSL-Technik. Die Geschwindigkeiten der Up- / Downstream sind unterschiedlich, d.h. der Downstream ist wesentlich größer als der Upstream. Hierbei werden Geschwindigkeiten beim Downstream bis 16 MBit/s und im Upstream 1125 kBit/s maximal erreicht. ADSL wird nur auf einer Kupfer-Doppelader betrieben, im Gegensatz zu HDSL. Die analoge Telefonie wird bei der Verbindung nicht gestört, weil beim Datenverkehr höhere Frequenzen verwendet werden als bei der analogen Telefonie. Die ADSL-Technik ist die am Verbreitesten verwendete Technik, vor allem im Endkundenbereich.[5]
5.2.4 VDSL
VDSL ist auch eine asymmetrische DSL-Technik wie ADSL, die aber recht aufwendig zu realisieren ist. Im Vergleich zu den anderen DSL-Verfahren bietet VDSL zurzeit die größten Geschwindigkeiten, egal ob Downstream oder Upstream. Für VDSL benötigt man ein Hybridnetz aus Glasfaser- und Kupferleitungen. Man erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s im Downstream und bis zu 10 MBit/s im Upstream.[6]
5.2.5 SAT-DSL
SAT-DSL ist im Vergleich zu den anderen DSL-Techniken keine vollwertige DSL-Technik. D.h. der Downstream geschieht über einen digitalen Satelliten und der Upstream über das Modem oder dem ISDN Zugang. Maximal werden Geschwindigkeiten von bis zu 16 MBit/s im Downstream erzielt und bis zu 64 kBit/s im Upstream.[7]
6 Hardware – Was wird benötigt
6.1 Das DSL-Modem
Das Wort Modem ist eine Zusammensetzung von den Wörtern Modulator und Demodulator. Das Modem ist ein Wandler zwischen den Daten, die ins Internet gelangen und den Daten, die ein Computer versteht. Es wurden Modulationsverfahren entwickelt mit dem man Informationen auf Träger moduliert. Durch elektromagnetische Schwingungen ist es möglich Daten zu transportieren. Je höher die Frequenz, desto mehr Daten lassen sich transportieren. Um z.B. Telefonie von DSL-Daten zu unterscheiden, funktioniert die Telefonie bei niedrigen Frequenzen. Wobei Daten für DSL im höheren Frequenzbereich transportiert werden. Das Modem muss die Übertragung in beide Richtungen, also Up- / Downstream, verarbeiten können. Der Modulator moduliert die Informationen auf die Träger, während der Demodulator sie zurückgewinnt.[8]
Es gibt externe aber auch interne Modems. Der Standard-Anschluss ist der Ethernet-Anschluss (RJ45), welchen die meisten Modems haben. Der Ethernet-Anschluss ist die kostengünstigste und weit verbreitete Netzwerktechnik neben den USB- und ATM-Anschlüssen. Der RJ45-Anschluss wird mit der Netzwerkkarte im Computer verbunden. Neben dem RJ45 Anschluss gibt es auch den RJ11 Anschluss, der mit dem Splitter verbunden wird.[9]
6.2 Die Netzwerkkarte
Die Netzwerkkarte ist das Gegenstück für das Modem. In den meisten der heutigen neuen Rechner sind sie schon eingebaut. Aber es gibt auch welche zum Nachrüsten, z.B. für PCI, USB, PCMCIA. Sowohl das Modem als auch die Netzwerkkarte besitzen den RJ-45 Anschluss. Es gibt verschiedene Geschwindigkeiten bei den Netzwerkkarten, und zwar 10/100/1000 MBit/s. Wesentliche Aufgaben der Karte sind Versenden und Empfangen von Datenpaketen und Steuerung des Informationsflusses zwischen Rechner und Modem bzw. Netzwerk.[10]
6.3 Der Splitter
Da DSL und Telefonie auf einer Leitung funktionieren, muss ein Gerät her, der die Signale voneinander trennt. Der Splitter übernimmt die Aufgabe DSL-Signale von Telefonie zu trennen. Ein Umschalter sorgt dafür, um zwischen analog und digital (ISDN) umzuschalten. Er besitzt sowohl den RJ45-Anschluss (zum Modem) als auch den RJ11-Anschluss (an die TAE Dose).[11]
6.4 Das Funknetzwerk
Das Funknetzwerk, auch bekannt als WLAN, ermöglicht kabellose Verbindung mit dem Modem. Das Netzwerkkabel zwischen dem Modem und dem PC wird hierbei gespart. Die Netzwerkkarte, die in den PC eingebaut wird, ist kabellos und funktioniert per Funk. Um die Verbindung herzustellen braucht die Funknetzwerkkarte ein Gegenstück, ein sogenannten Access Point. Der Access Point übernimmt die Aufgabe der Netzwerkkarte und wird direkt über den RJ45-Anschluss mit dem Modem verbunden. Schließlich verbindet sich die Funknetzwerkkarte mit Access Point und dieser mit dem Modem. Nebenbei übernimmt der Access Point die Aufgabe eines Routers, der das Verbinden mehrerer PCs ermöglicht. Heutzutage aber gibt es WLAN-Router, die Modem und Access Point in einem Gerät beinhalten.[12]
7 Die Übertragungsmedien
7.1 Die Kupferdoppelader
Es gibt jede Menge von Kupferkabeln, die sich lediglich an ihrer Qualität und ihrem Preis unterscheiden lassen. Die Unterschiede liegen einerseits in ihrer physikalischen Eigenschaft und andererseits im Aufwand der Schirmung und Verarbeitung.[13]
Die physikalische Eigenschaft des Kabels ist die mögliche Übertragungsfrequenz in MHz. Dabei unterscheiden sich US-Norm von der europäischen Norm. Die US-Norm teilt die Kabel in folgende Kategorien ein:[14]
| Kategorie | Frequenz | Verwendung |
| Cat 1 | Keine Vorgabe | Telefon, Klingeldraht |
| Cat 2 | <= 1 MHz | Telefon |
| Cat 3 | <= 16 MHz | LAN: 10BaseT |
| Cat 4 | <= 20 MHz | LAN: Token-Ring |
| Cat 5 | <= 100 MHz | LAN: 100 Base-TX |
| Cat 5e | <= 100 MHz | LAN: 1000 Base-T |
| Cat 6 | <= 250 MHz | LAN: 1000 Base-T |
| Cat 7 | <= 600 MHz | Noch nicht nomiert! |
Tabelle 1: Übersicht Kupferkabel (US-Norm)
Die Kabel werden normalerweise mit den US-Normen beschrieben. Aber sie sind für Europa rechtlich nicht binden. Nachfolgend die europäische Norm der Kabel, die in Linkklassen eingeteilt werden:[15]
| Linkklasse | Frequenz | Verwendung |
| Klasse A | <= 100 kHz | ISDN, X.21 |
| Klasse B | <= 1 MHz | ISDN |
| Klasse C | <= 16 MHz | 10Base-T, Token-Ring |
| Klasse D | <= 100 MHz | 1000Base-TX |
| Klasse E | <= 250 MHz | 1000Base-T(X) |
| Klasse F | <= 600 MHz | Noch nicht normiert! |
Tabelle 2: Übersicht Linkklassen (EU-Norm)
Neben den unterschiedlichen Übertragungsfrequenzen unterscheiden sie sich auch durch unterschiedlich aufwändige Schirmung. Die eigentliche Schirmung der Twisted-Pair-Kabel entsteht durch die Verdrillung der vier Adernpaare. Es gibt zusätzlich noch zwei andere Schirmungsvarianten: Und zwar entweder jedes Adernpaar und/oder alle Adernpaare zusammen zu ummanteln. Folgende Tabelle zeigt insgesamt 4 Möglichkeiten der Ummantelung:[16]
| Bezeichnung | Gesamtschirm | Adernschirm |
| (U) UTP | Unscreened | Unshielded |
| (S) UTP | Screened | Unshielded |
| (U) STP | Unscreened | Shielded |
| (S) STP | Screened | Shielded |
Tabelle 3: Schirmungsvarianten für Twisted-Pair-Kabel
Die UTP Version kann noch von der FTP Version ersetzt werden. Das F steht für Foil, d.h. dass das Kabel mit einer Metallfolie geschirmt ist. Ein FTP-Kabel ist also ein mit Metallfolie geschirmtes UTP-Kabel. Qualitätsmäßig gute Kabel werden anstatt der Metallfolie mit einem feinem Drahtgeflecht geschirmt. Sie werden als STP- oder S/FTP-Kabel bezeichnet. Je besser die Schirmung der Kabel sind, desto mehr Schutz wird von äußeren elektromagnetischen Störungen gewährleistet. Infolgedessen verringert sich die Gefahr von Datenverlusten.[17]
Vorteile:
- Leicht zu verlegen
- Einfache Anschlusstechnik
- Fast überall bereits vorhanden
Nachteile:
- Wenig Leistung
- Störanfällig
7.2 Die Glasfaser
Wie auch das Kupferkabel unterscheidet sich das Glasfaserkabel von der Qualität. Es ermöglicht das Übertragen von Informationen per Licht. Daher wird das Glasfaserkabel von seiner optischen Qualität unterschieden. Im Gegensatz zu Kupferkabel ist es viel teurer, aber unempfindlich gegenüber elektromagnetische Störungen und kann bei hohen Datenraten und größeren Entfernungen eingesetzt werden.[18]
Das Glasfaserkabel besteht aus zwei Fasern. Die zerbrechlichen, sehr dünnen Glasfaser werden mit einem Kunststoffmantel umhüllt, welcher wiederum von schützenden Puffermaterialien (z.B. aus Kevlar) und diese wiederum von einem Schutzmantel aus Kunststoff umhüllt ist, der das gesamte Kabel schützt.[19] Die Glasfaser und das Mantelglas sind der Kern des Kabels. Der Kern besteht aus reinem Glas und einem hohen Brechwert. Wenn es einen geringen Brechwert hat, dann ist das Licht im Faserkern eingeschlossen. Dies nennt man Totalreflexion. Die Totalreflexion funktioniert als Lichtleitung im Glasfaserkabel, die Lichtsignale über weite Strecken leiten kann.
Das Glasfaserkabel, genannt auch Lichtwellenleiter (LWL), unterscheidet sich in zwei Typen: - Singlemode-Glasfaser, genannt auch Monomode-Glasfaser, da das Licht gerade durch das Kabel durchgeht. - Multimode-Glasfaser verlaufen Zick-Zack mäßig, d.h. die Lichtsignale werden vom Rand des Kabels reflektiert und verlaufen somit bis ans Ende des Kabels in Zick-Zack Linien.[20]
Singlemode-Glasfaser sind wesentlich schneller als Multimode-Glasfaser, da beim Zick-Zack Verfahren die Lichtsignale üblicherweise länger brauchen werden als, wenn die Lichtsignale gerade durchlaufen. Der Grund für die höhere Übertragungsgeschwindigkeit ist der geringere Durchmesser des Kabels, welches nur ein Licht-Mode (deshalb Single-Mode), sprich eine Lichtfarbe, durchlässt. Beim Multi-Mode werden mehrere Licht-Modes durchgelassen. Folglich brauchen sie mehr Platz um durchzufließen und dafür benötigt man größere Kabel.[21]
Es werden zwei verschiedene Lichtquellen für die Glasfaser eingesetzt:
- LED (Light-Emitting Diode, Leuchtdiode), die fast nur beim Multimode Verfahren eingesetzt werden.
- ILD (Injection-Laser Diode, Halbleiterlaserdiode), die meistens in Singlemode-Kabeln, aber auch manchmal in Multimode-Kabeln eingesetzt werden, da das Lichtstrahl sehr stark und intensiv durchläuft. Zwar ermöglich die Laserdiode höhere Übertragungsgeschwindigkeiten, ist aber auch teurer als die Leuchtdiode.[22]
Vorteile gegenüber Kupferkabel:[23]
- Abhörsicher, da es keine elektromagnetischen Abstrahlungen erzeugt
- Es ist sehr viel leichter als Kupferkabel
- Gefahr um zu verbrennen geringer, da keine elektrische Spannung durchläuft
- Ermöglich höhere Übertragungsgeschwindigkeiten
- Die einzelnen Glasfaser beeinflussen sich nicht gegenseitig wie beim Kupferkabel
- Unempfindlich gegenüber elektromagnetische Störungen
- Kann auch in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden, da es kein Strom überträgt
7.3 Drahtlose Verbindung
Unter der drahtlosen Verbindung versteht man, dass die drahtlosen Signale, sprich elektromagnetische Wellen, sich durch das Vakuum des Weltraums und durch die Luft in unsere Atmosphäre ausbreiten. Dadurch stellt die drahtlose Verbindung ein Mittel zum Aufbau eines Netzwerks dar, da die Funksignale keine Kabelmedien mehr in Betracht nehmen.[24]
Die Komponenten des elektromagnetischen Spektrums, wie z.B. Stromwellen, Radiowellen, Röntgenstrahlen sind zwar unterschiedlich, jedoch weisen Gemeinsamkeiten auf:[25]
- Alle wellen haben ein Energiemuster
- Die Wellenbereitung geschieht durch Luftgeschwindigkeit im Vakuum (c= 300.000 km/s)
- Alle Wellen haben folgende Gleichung: c= (Frequenz) x (Wellenlänge)
- Alle Wellen sind durch Vakuum wanderfähig, haben jedoch unterschiedliches Auftreffen auf Materialien
Die Unterscheidung der Typen von elektromagnetischen Wellen geschieht meist über den Frequenzen. Eine Faustregel besteht in der Hinsicht, je höher die Frequenzen bei elektromagnetischen Wellen sind, desto kürzere Wellenlänge haben Sie.[26]
8 Glasfaser DSL
8.1 Was heißt OPAL Glasfaser
OPAL ist die Abkürzung für optische Anschlussleitung. Es ist der Anfang des Glasfasernetzes, das von der Telekom (ehem. Post) aufgebaut worden ist. Das Projekt startete Mitte 1990 mit 192 Haushalten in Köln. Ziel war es das Netz aus Kupferleitungen mit dem Glasfasernetz zu ersetzen, da Glasfaserkabeln viele Vorteile mit sich bringen. Leipzig war der nächste Ort, wo es zu Nutze kam. Nach und nach wurden im Osten Deutschlands die Stadtgebiete mit dem Glasfasernetz versorgt, in denen es wenige oder gar keine Telefonanschlüsse gab. Im Jahre 1995 drang das Glasfasernetz bis in den Westen. Derzeit sind rund 2 Millionen Anschlüsse mit Glasfaserkabeln vorhanden. Der genaue Anteil von Ost und West möchte die Telekom nicht bekannt geben, da das Projekt nicht ganz so gelungen war, wie man vorher dachte. Man kassierte dafür viele Subventionsgelder, die im Endeffekt in die Taschen der Lieferanten, darunter Siemens und Alcatel, flossen und dennoch nichts Positives rausziehen konnte. Es hieß, dass die zukunftsorientierte Glasfasertechnik ermöglicht, breitbandig das Netz zu nutzen. Aber damals konnte man kein Nutzen ziehen, da die Technik nicht ausgereift genug war um mit den optischen Anschlussleitungen zu funktionieren.[27]
8.2 Das Problem zwischen DSL und Glasfaser
Die DSL-Technik, wie schon oben erwähnt, basiert auf analoge Anschlüsse und Kupferleitungen. Die Telekom vernachlässigte die ADSL-Technologie, da der Ausbau von ISDN finanziell rentabler schien. In 1999 bot die Telekom gezwungener Maße eigenes ADSL unter dem Namen T-DSL an, da die Konkurrenz anfing billigen und schnellen Internetzugang über Kabel- und Stromnetzen anzubieten. Die DSL Geschwindigkeit erreichte ein Downstream von bis zu 1024 kBit/s. Somit wurde schnell ein Produkt in den Markt eingeführt, womit man breitbandig das Netz nutzen konnte. Nur das Problem bestand darin, dass die ADSL-Technik auf Basis von Kupferleitungen funktionierte. Somit war es unmöglich die ADSL-Technik in Wohnungen mit Glasfaserleitungen anzuschließen. Technische Lösungen gibt es heute viele, da das Glasfaserkabel die fortschrittlichere Technologie als das Kupferkabel ist.[28]
Nach aktuellen Angaben sind die längeren Leitungsstrecken mit den OPAL Leitungen weitestgehend abgeschlossen. Teilweise wurden sie wieder auch durch Kupferkabel ersetzt, um es doch noch zu ermöglichen das Internet breitbandig zu nutzen. Probleme gibt es dennoch an den kurzen Leitungen. D.h. Sind zwischen Verteilerstellen und Einzelanschluss noch Glasfaserkabel verlegt, dann sind auch weiterhin keine ADSL Produkte realisierbar. Mit aktueller VDSL-Technik ist es nur möglich bis zu 50 MBit/s zu übertragen. Mit Glasfaserleitungen könnte man einen Downstream von 100 MBit/s erreichen. Es wird der Telekom vorgeworfen, dass sie den VDSL-Ausbau in Gebieten vorantreiben, wo man sowieso schon ADSL-Technisch das Internet nutzen kann. Die Gebiete, die tatsächlich nur mit Glasfaser ausgestattet wurden, werden vernachlässigt. Immerhin werden in zwei der mit Glasfaser ausgelegten Großstädte, Dresden und Magdeburg, VDSL angeboten. Reine Glaserfasernetze (FTTH) werden z.B. in Köln von der Netcologne angeboten, die seit den 90er Jahren ihr eigenes Netz aufbauen.[29]
8.3 Glasfasertechnologien (FTTx)
Fiber To The Loop (FTTL) beschreibt den Einsatz von Glasfaserkabeln im Anschlussbereich. Das gesamte Netz nennt man hybrides Zugangsnetz, da von den Kupfer-Hauptkabeln übergewechselt wird auf Glasfaser. Nachfolgend die fünf Möglichkeiten der Anschlüsse:
Fiber To The Neigborhood (FTTN) – Glasfaser bis zum Verteiler, Kabelverzweiger
Fiber To The Curb (FTTC) – Glasfaser bis zum Straßenrand
Fiber To The Basement/Building (FTTB) – Glasfaser bis ins Gebäude
Fiber To The Home (FTTH) – Glasfaser bis in die Wohnung
Fiber To The Exchange (FTTEx) – Glasfaser bis in die Vermittlungsstelle
9 Satelliten-DSL
9.1 Hybrides Satelliten-System
Neben den vorherigen aufgezählten DSL-Varianten gibt es auch die Möglichkeit über Satellitenverbindung eine Breitbandverbindung herzustellen.
Verglichen mit den anderen DSL-Techniken ist es keine „vollwertige“ DSL-Technik. Der Rückkanal verläuft nicht über Satellit sondern über herkömmliche analog Modem oder ISDN. Die Kosten dafür sind außerdem noch Zeit- und Volumenabhängig. Um Sat-DSL benutzen zu können, braucht man einen Provider, der gewisse Voraussetzungen erfüllen muss. Die Verbindung wird meistens mit dem geostationären Satelliten ASTRA hergestellt. Der Satellit verändert seine Position nicht, da er sich in der geostationären Bahn befindet. Er befindet sich also genau über dem Äquator und deshalb ist es nicht notwendig immer an der Schüssel zu drehen. ASTRA ist von Deutschland aus ca. 40.000 km entfernt. Signale kann man von dem Satelliten empfangen, aber mit einer normalen Satellitenanlage ist es nicht möglich Signale zu senden. Man kann Geschwindigkeiten von bis zu 36.000 kbit/s beim Downstream und lediglich max 64 kbit/s beim Upstream erzielen. Lediglich gibt es einen Haken in der Sache. Der Transponder (fängt Daten und funkt sie wieder auf einzelne Orte zurück) z.B. beim ASTRA-Satelliten hat eine Bandbreite von 36 Mbit/s. Diese teilen sich dann sehr viele Benutzer, was wiederum bedeutet, dass der Downstream sich stark reduziert. Für die Verbindung zwischen PC und Satellitenanlage benötigt man eine DVB-S PC-Karte oder eine externe DVB-S USB-Box. DVB steht für Digital Video Broadcasting und ist die Bezeichnung für digitales Fernsehen. Das S dahinter steht für die digitale Übertragung via Satellit. Der Vorteil liegt darin, dass man einen sehr schnellen Downstream hat. Dennoch hat das System zwei Nachteile gegenüber einem DSL-Anschluss im Festnetz: Die Laufzeiten sind sehr lang. Es dauert ziemlich lange bis das Signal hin und zurück ist. Zum Beispiel kann man eine Internettelefonie vergessen, wenn man eine halbwegs gute Verbindungsqualität haben möchte. Die Preise sind im Gegensatz viel teurer.[30]
Vorteile:[31]
- Verfügbarkeit, da auch in abgelegenen Gebieten verfügbar (Astra, Eutelsat)
- hohe Übertragungsraten möglich
Nachteile:[32]
- Hohe Investitionskosten (Sat-Anlage)
- Verzögerung bei der Verbindung
- Witterungsabhängig
- Zusätzliche Kosten für den Rückkanal (Analog / ISDN)
9.2 Zwei-Wege Satelliten-System
Das Zwei-Wege System war bis vor kurzem noch recht sehr teuer. Heutzutage gibt es Entwicklungen, die es uns ermöglichen diese Technologie zu benutzen. Es ist für kleinere und mittlere Unternehmen und teilweise auch für Privatkunden attraktiv. Ein permanenter Zwei-Wege Internetzugang kann z.B. über VSAT (Very Small Aperture Terminal) ermöglicht werden. Im Gegensatz zu hybriden Satelliten-System funktioniert sowohl der Downstream als auch der Upstream über den Satelliten. Um es in Funktion zu bringen, ist es notwendig eine spezielle Satelliten-Schüssel zu installieren. Zusätzlich neben dieser speziellen Schüssel benötigt man ein Sende- und Empfangsterminal mit eigener Sendeleistung. Der Anschluss des Terminals an den PC erfolgt über den USB-Anschluss. Die Internet-Terminaleinheit muss vom Fachmann installiert werden und kostet je nach Anbieter zwischen 1.000 und 2.500 Euro. Es handelt sich bei diesem System um ein asymmetrisches System wie bei ADSL. Beim Downstream erreicht man Geschwindigkeiten von bis zu 2.048 kbit/s und beim Upstream bis zu 128 kbit/s.[33]
Die Verbreitung dieses Systems ist in Deutschland sehr gering, ca. 10.000. Aufgrund der Neuartigkeit des Systems nutzt derzeit nur ein Bruchteil das System für den breitbandigen Internet-Zugang. Leider sieht für die Zukunft nicht besser aus. Die Anschaffungskosten für diese DSL-Alternative sind enorm, so dass nur professionelle Anwender in Frage kommen. Nur die stationären VSAT-Systeme könnten in Zukunft bei einem hohen Preisverfall für ländliche Internet-Nutzer in Frage kommen.[34]
Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten mobil über Satelliten das Internet zu nutzen. Der größte Nachteil ist, dass es derzeit sehr teuer ist. Somit ist es keine ernsthafte Alternative für Internet-Nutzer. Es funktioniert über tiefer kreisende, so genannte Low Earth Orbit (LEO) Satelliten-Netze, die bereits fast eine weltweite Netzabdeckung verfügen. Die Verzögerung bei der Verbindung ist bei dieser Technologie geringer. Bisher werden diese Satelliten-Netze für schmalbandige Sprachdienste genutzt. Das Breitband-Netz ist derzeit nicht realisierbar.[35]
Vorteile:
- Weltweite Erreichbarkeit
- Breitband Internetzugang
Nachteile:
- Relativ teuer im Vergleich zu ADSL
- Verlangt entsprechende Position des Schüssels, d.h. freie Sicht vor der Antenne muss gewährleistet werden
10 Fazit
Die beiden DSL-Techniken erwiesen sich als gute Alternativen gegenüber dem ADSL. Das Satelliten-DSL ist für diejenigen gut, die kein herkömmliches ADSL Netz haben und somit das Internet bis dato nicht breitbandig nutzen konnten. Jedoch unterscheidet sich diese Variante erstens vom Preis und zweitens vom Aufbau sehr stark von ADSL, da es nicht so verbreitet ist. Hinzu kommt noch, dass es witterungsabhängig ist, was bei schlechtem Wetter zu Störungen kommen kann. Die Geschwindigkeiten kommen an das herkömmliche ADSL ran, sodass das Internet schnell genutzt werden kann. Das Glasfaser-DSL kann man heutzutage nicht mehr als Alternative sehen. Man kann sagen, dass es die fortschrittlichste DSL-Technik zurzeit ist. Welcher viel höhere Geschwindigkeiten als ADSL aufweist. Somit wird nach und nach die ADSL-Technik von Glasfaser-DSL abgelöst. Diese Variante hat jede menge Vorteile gegenüber ADSL. Eines davon ist, dass man nicht nur Telefonieren und das Internet breitbandig nutzen kann, sondern auch TV-Kanäle über das Internet empfangen kann.
11 Fußnoten
- ↑ Vgl. (Keil-Slawik, 2001, S. 12)
- ↑ Vgl. (Schemberg & Linten, 2006, S. 79f)
- ↑ Vgl. (Cisco Systems, 2001, S. 398)
- ↑ Vgl. (Peter, 2001, S. 13)
- ↑ Vgl. (Peter, 2001, S. 11f)
- ↑ Vgl. (Cisco Systems, 2001, S. 400)
- ↑ Vgl. (Schoblick, 2006, S. 28)
- ↑ Vgl. (Schoblick, 2006, S. 42f)
- ↑ Vgl. (Peter, 2001, S. 21f)
- ↑ Vgl. (Frey, 2006, S. 97f)
- ↑ Vgl. (Frey, 2006, S. 95)
- ↑ Vgl. (Linding, 2002, S. 26)
- ↑ Vgl. (Schemberg & Linten, 2006, S. 122)
- ↑ Vgl. (Schemberg & Linten, 2006, S. 122)
- ↑ Vgl. (Schemberg & Linten, 2006, S. 122)
- ↑ Vgl. (Schemberg & Linten, 2006, S. 123)
- ↑ Vgl. (Schemberg & Linten, 2006, S. 124)
- ↑ Vgl. (Schemberg & Linten, 2006, S. 132)
- ↑ Vgl. (Cisco Systems, 2001, S. 122)
- ↑ Vgl. (Cisco Systems, 2001, S. 122)
- ↑ Vgl. (Cisco Systems, 2001, S. 123)
- ↑ Vgl. (Cisco Systems, 2001, S. 123)
- ↑ Vgl. (Schemberg & Linten, 2006, S. 133f)
- ↑ Vgl. (Schawohl, 2002, S. 123)
- ↑ Vgl. (Schawohl, 2002, S. 124)
- ↑ Vgl. (Schawohl, 2002, S. 125)
- ↑ Vgl. (Müller, 2001))
- ↑ Vgl. (Müller, 2001)
- ↑ Vgl. (Huber, 2008)
- ↑ Vgl. (Zitt, 2004, S. 404f)
- ↑ Vgl. (Zitt, 2004, S. 404f)
- ↑ Vgl. (Zitt, 2004, S. 404f)
- ↑ Vgl. (Welfens, Zoche, Jungmittag, Beckert, & Joisten, 2005, S. 123f)
- ↑ Vgl. (Welfens, Zoche, Jungmittag, Beckert, & Joisten, 2005, S. 125)
- ↑ Vgl. (Welfens, Zoche, Jungmittag, Beckert, & Joisten, 2005, S. 125)
12 Literatur- und Quellenverzeichnis
| Cisco Systems. (2001) | Cisco Systems. (2001). Handbuch Netzwerktechnologien. München: Markt+Technik Verlag. |
| Frey, H. (2006) | Frey, H. (2006). ISDN und DSL selbst einrichten. Poing: Franzis Verlag. |
| Huber, M. (2008) | Huber, M. (2008). Abgerufen am 07.01.2010 von Heise Online: www.heise.de |
| Keil-Slawik, R. (2001) | Keil-Slawik, R. (2001). Digitale Medien und gesellschaftlcihe Entwicklung. Münster: Waxmann. |
| Linding, K. (2002) | Linding, K. (2002). T-DSL und ADSL. Düsseldorf: Data Becker. |
| Müller, P. (2001) | Müller, P. (12. 02 2001). Abgerufen am 05.01.2010 von Heise Online: www.heise.de |
| Peter, C. (2001) | Peter, C. (2001). T-DSL und ADSL. Düsseldorf: Data Becker. |
| Schawohl, E. (2002) | Schawohl, E. (2002). Cicso Networking Academy Program. München: Markt+Technik Verlag. |
| Schemberg, A., & Linten, M. (2006) | Schemberg, A., & Linten, M. (2006). PC-Netzwerke. Bonn: Galilieo Press. |
| Schoblick, G. u. (2006) | Schoblick, G. u. (2006). DSL für Schnelleinsteiger. Poing: Franzis Verlag. |
| Welfens, P. J., Zoche, P., Jungmittag, A., Beckert, B., & Joisten, M. (2005) | Welfens, P. J., Zoche, P., Jungmittag, A., Beckert, B., & Joisten, M. (2005). Internetwirtschaft 2010. Heidelberg: Phisca-Verlag. |
| Zitt, H. (2004) | Zitt, H. (2004). ISDN & DSL. München: Markt+Technik Verlag. |

