Das eBook - Eine Untersuchung über Marktsituation und Potential
Aus Winfwiki
| Name des Autors: | Christine Kreßmann |
| Titel der Arbeit: | Das eBook - Eine Untersuchung über Marktsituation und Potential |
| Hochschule und Studienort: | FOM - Hochschule für Ökonomie und Management Essen |
| Studiengang: | Wirtschaftsinformatik - 3. Semester |
| Name des Betreuers: | Dipl-Inf. (FH) Christian Schäfer |
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| AIFF | Audio Interchange File Format |
| BBeB | Broad Band eBook |
| DRM | Digital Rights Management |
| EPUB | Electronic Publication |
| PDA | Personal Digital Assistant |
| PNG | Portable Network Graphics |
| PRC | Palm Resource File |
2 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Amazon Kindle 2 |
| 2 | Sony PRS-505 |
| 3 | Camangi Webstation |
| 4 | Apple iPad |
| 5 | Umsatzentwicklung elektronische Systeme weltweit |
3 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Quelle |
|---|---|
| 1 | Technische Daten Amazon Kindle 2 |
| 2 | Technische Daten Sony PRS-505 |
| 3 | Technische Daten Camangi Webstation |
| 4 | Technische Daten Apple iPad |
4 Einleitung
Mit Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert ist das Medium Buch aus der Gesellschaft
gar nicht mehr wegzudenken.
Nun steht der Wandel von der gedruckten Form in die Digitalisierung an.
Das eBook mischt sich in den Büchermarkt und verzeichnet bereits in den USA und Asien
große Erfolge.
In Deutschland befindet sich der eBook-Markt erst in den Anfängen. Das Interesse an der
digitalen Version der altbekannten Printmedien ist noch sehr begrenzt.
Gründe hierfür werden im Verlauf der Arbeit sichtbar.
Die Voraussetzung, um Bücher jederzeit digital mit sich zu führen, sind sogenannte eBook-Reader.
Mit ihnen kann man sein Lieblingsroman, verschiedene Zeitschriften und viele andere Literatur in einem Gerät
vereinen.
Statt einer Vielzahl von Büchern mit sich zu führen, benötigt man lediglich einen Reader mit allen notwendigen Inhalten.
Das spart vor allem Platz und erleichtert den Transport ungemein.
Auch der Erwerb von neuer Literatur wird hauptsächlich vom Internet bestimmt.
Der Gang zum Buchhändler wird somit überflüssig, was in der schnellen und hektischen Welt einen großen Zeitvorteil
bietet.
Die folgenden Abschnitte geben einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung des eBooks und die
zur Zeit am Markt befindlichen Endgeräte, sowie ihrer Vor- und Nachteile.
Die bekanntesten eBook-Reader sind dabei die Geräte von Amazon (Kindle 2) und Sony (PRS-505).
Da sich die Reader jedoch in Europa und speziell Deutschland noch nicht, wie von den Anbietern gewünscht,
etablieren konnten, wird das Marktangebot in auch in Hinblick auf die Konkurrenzprodukte untersucht.
Des Weiteren wird die Frage geklärt, inwieweit das eBook als Killerapplikation gewertet werden kann.
5 Definitionen
Im Folgenden werden die Begriffe eBook und eBook-Reader kurz dargestellt.
5.1 eBook
Der Begriff eBook lässt sich einfach übersetzen in elektronisches Buch. Es liegt in einer digitalen, computer-lesbaren Datei vor. Dies kann je nach Format auf einem Computer, PDA (Personal Digital Assistant) oder einem entsprechenden eBook-Lesegerät gelesen werden.[1]
5.2 eBook-Reader
Ein eBook-Reader ist ein "tragbares elektronisches Lesegerät zur Speicherung und Darstellung digitaler Inhalte, u.a. eBooks".[2]
6 Geschichtliche Entwicklung
Die folgenden Abschnitte beschäftigen sich mit den Anfängen - dem Projekt Gutenberg - und mit der weiteren Entwicklung des eBooks.
6.1 Projekt Gutenberg
Spricht man von den Anfängen des eBooks kommt man nicht umher das „Projekt Gutenberg“ zu nennen.
Bereits im Jahre 1971 rief Michael Hart dieses Projekt ins Leben mit dem Hauptgedanken, elektronische Schriften im Internet zu veröffentlichen. Das Projekt Gutenberg stellt eine kostenlose, digitale Bibliothek von Büchern zur Verfügung, deren Texte elektronisch umgewandelt werden, ohne die Urheberrechte zu verletzen.
Bei den veröffentlichten Schriften handelt es sich um sogenannte Public Domain (Gemeingut). Diese besitzen kein Urheberrecht oder dieses ist bereits abgelaufen bzw. falls doch vorhanden, wird das Einverständnis des Autors eingeholt.[3]
Mittlerweile umfasst die Bibliothek über 30.000 eBooks, hauptsächlich in englischer Sprache. Die Texte liegen meist im txt- oder html-Format vor.
1994 folgte dann das deutsche Projekt Gutenberg-DE, gegründet vom Informatiker Gunter Hille. Der Name und der Grundgedanke sind allerdings die einzigen Gemeinsamkeiten, welche die beiden Projekte miteinander verbindet. Seit 1995 wird das deutsche Projekt unter der Leitung der Firma Hille + Partner GbR geführt.
„Veröffentlicht werden [...] Werke, deren Copyright abgelaufen ist, d.h., deren Autor (und bei fremdsprachigen Werke auch der Übersetzer) länger als 70 Jahre tot ist.“[4]
Die Veröffentlichungen sind werbefinanziert. Seit 2002 läuft das Projekt Gutenberg-DE unter Spiegel-Online und umfasst mittlerweile über 5.400 Bücher, 20.000 Gedichte, 1.800 Märchen, 1.200 Fabeln und 5.000 Sagen.[5]
6.2 Marktentwicklung bis heute
Während der 90er Jahre etablierte sich das Medium Internet immer deutlicher. Es war wie geschaffen für die Verbreitung digitaler Bücher.[6]
Die Firma Palm brachte 1996 „die ersten [..] elektronischen Organizer oder PDAs auf den Markt.“[7]
Der Grundgedanke dieser Geräte lag allerdings zunächst darin, Kontaktdaten und Termine anzulegen. Man konnte damit aber bereits Texte im txt-Format lesen.
1999 veröffentlichte die Firma NuvoMedia unter dem Namen „Rocket eBook“ das erste Lesegerät für eBooks. Der Speicher umfasste bis zu 16 MB mit dem „sich eine Bibliothek mit mehreren Dutzend Titeln im html-Format anlegen“[6] ließ.
Das schwarzweiße Display konnte bereits in grober Auflösung Titelbilder und Illustrationen anzeigen. Doch aufgrund des hohen Marktpreises von 649,00 DM blieb ihm der Durchbruch auf dem Markt verwehrt.
Trotz Weiterentwicklung der eBooks und Steigerung der Attraktivität zum Beispiel aufgrund von Farbdisplays und Verarbeitung von PDF-Formaten, war die Preis-Barriere zu groß.[8]
Erschwerend kam zusätzlich hinzu, dass sich die Print-Verlage weigerten, „digitale Ausgaben ihrer Kassenschlager bereitzustellen, und die wenigen publikumsträchtigen E-Books waren an ein einziges Lesegerät gebunden.“[9] Das eBook konnte sich gegenüber dem Papier nicht durchsetzen.
Es entwickelten sich Alternativen zum gescheiterten eBook. 2000 kam der Mobipocket Reader auf den Markt. „Mobipocket setzte von Anfang an gezielt auf mobile Endgeräte wie PDAs und hat sich damit bis heute einen festen Platz am Markt gesichert.“[10]
Doch ein Problem bestand immer noch – das Angebot an deutschen eBooks. Der Webshop Libri.de bot am 18. April 2005 „nur 267 deutschsprachige Exemplare und 4085 digitale Bücher in anderen Sprachen“[9] an.
Der Misserfolg der kommerziellen Shops führte zu einem Wachstum der illegalen Szene. Tausende von aktuellen Romanen und Sachbüchern wurden eingescannt und über das Internet ausgetauscht.[11]
Seit Ende 2007 setzte sich allerdings auch der kommerzielle Bereich wieder durch und schaffte mit Amazon in den USA endlich den Durchbruch. „An Deutschland ging die Bücherrevolution bisher vorbei: Erste auch fürs Lesen langer Romane geeignete Lesegeräte bekam man zwar auch hierzulande zu sehen, aber bisher fehlte ein E-Book-Angebot, das einen großen Leserkreis anspricht.“[12]
7 eBook-Endgeräte im Vergleich
Mit dem Amazon Kindle 2 und dem Sony PRS-505 sind zwei Lesegeräte auf dem Markt, die dem mobilen Lesen eine neue Möglichkeit bieten. Sie besitzen Displays ohne aktive Beleuchtung, was einem Lesen wie auf Papier sehr nahe kommt.[13]
In den folgenden Abschnitten werden die Besonderheiten und technischen Details der beiden Endgeräte vorgestellt.
7.1 Amazon Kindle 2
Vor zwei Jahren startete Amazon mit dem Kindle in den USA in die digitale Lesewelt. Nun ist die
zweite Version auf dem Markt und seit Oktober 2009 ist der Kindle 2 auch in Deutschland erhältlich. Preislich liegt der Reader momentan bei 259,00 US-Dollar (ca. 179,00 Euro).[14]
Das sechs Zoll große Display bietet 16 Graustufen und verwendet die E-Ink-Technologie. Diese ist besonders stromsparend, denn Strom wird nur zum Umblättern
benötigt. Vorteil dieser Technologie: lange Akkulaufzeiten von bis zu mehreren Wochen.[15] E-Ink-Displays verfügen nicht über eine Hintergrundbeleuchtung. Wie bei einem herkömmlichen Buch aus Papier benötigt man zum Lesen eine Lampe.
Der Reader ist 0,9 cm dick und somit sogar "dünner als das iPhone, zudem kommt er mit einem neuen 5-Wege-Button zur Navigation durch die Texte."[16] Zusätzlich besitzt er "unterhalb des Displays eine Tastatur mit englischem Layout".[17]
Die Form der Tasten ist rundlich und die Größe ist recht klein gehalten. Daher ist die Bedienung nicht sehr vorteilhaft. Die Menüstruktur ist englischsprachig aufgebaut. Die Bücher oder auch Zeitungen werden nach "Datum, Autor oder Titel"[17] sortiert.
In den Untermenüs finden sich einige Zusatzfunktionen, z.B. der Musikplayer (spielt MP3-Formate ab)und der Web-Browser.
Der Kindle 2 besitzt einen Speicher von 1.524 MB und liefert Kapazitäten für über 1.500 Bücher. Allerdings besitzt der Reader, im Gegensatz zum Vorgänger, keinen SD-Kartenslot und somit lässt sich der Speicher nicht erweitern.
Ein neues Feature ist das Text-to-Speech: Bücher oder Websites werden auf zwei Stereo-Lautsprechern/Kopfhörern automatisch vorgelesen.
Die Akkulaufzeit des neuen Kindle 2 ist in Bezug auf seinen Vorgänger um ca. 25 Prozent gestiegen. Nutzt man den Reader lediglich zum Lesen, so hält der Akku ungefähr zwei Wochen. Nutzt man das integrierte UMTS-Modem, verringert sich die Laufzeit auf vier Tage.
[18]
Bei der Anzeige von Formaten ist der Reader von Amazon allerdings nicht sehr flexibel. Neben dem "hauseigenen Format AZW"[17] kennt er nur noch Mobipocket und TXT. Möchte man sich Bildformate, HTML- oder PDF- Dateien anzeigen lassen, muss man diese "als E-Mail an den Konvertierungsdienst von Amazon schicken, der die Dokumente mehr oder weniger gut in AZW umwandelt und dann für einen US-Dollar pro angefangenem MByte an das Gerät weiterleitet."[17]
Eine absolut neue Funktion des Kindle 2 ist die Whispersync-Funktion. Diese "ermöglicht die kontinuierliche Synchronisation von Lesezeichen und der aktuellen Leseposition mit anderen Geräten. Das heißt, dass Bücher zwischen zwei Kindles oder Geräten mit einer Amazon-Lese-Software getauscht und ohne Unterbrechung weitergelesen werden können."[19]
7.1.1 Überspielen von eBooks auf den Reader
"Neue Bücher, Magazine und Zeitungen kann man direkt über den Kindle und Amazons Whispernet einkaufen."[20] Bei der Nutzung des Whispernets fallen für den Kunden keine zusätzlichen Kosten an. Amazon finanziert dies über die Buchpreise. Beim Einkauf verwendet der Kindle die bei Amazon.com hinterlegten Bankdaten.
Bücher können zunächst als Probe gelesen und bei Gefallen gekauft werden. Der Kauf kann innerhalb von sieben Tagen storniert werden. Abos für Zeitungen oder Magazine können 14 Tage getestet werden.[21]
Momentan bietet der Kindle-Store über 200.000 Titel als eBooks an. Leider steht zur Zeit kaum deutsche Literatur zur Verfügung. Die Preise für Bücher liegen zwischen 12 und 14 Dollar. Der Download eines Buches dauert lediglich ein bis zwei Minuten.[22] Das Übertragen per USB von einem Rechner ist auch möglich, aufgrund der einfachen Übertragung aus dem Kindle-Store allerdings fast überflüssig.
7.1.2 Zusammenfassung Vor- und Nachteile
Vorteile:
- UMTS
- Text-to-Speech
- Whispernet
- lange Akku-Laufzeit
Nachteile:
- andere Formate außer AZW, Mobipocket und TXT müssen erst umständlich konvertiert werden
- Speicher lässt sich nicht erweitern
- es liegt nur ein US-Netzteil bei
- Gerät liegt nur in englischer Sprache vor
7.1.3 Technische Daten im Überblick
| Bildschirm | |
|---|---|
| Technologie | E-Ink® „elektronisches Papier“ |
| Bildschirmgröße (Zoll) | 6 |
| Auflösung | 600 x 800 (167 dpi) |
| Graustufen | 16 |
| Speicherkapazität | |
| verfügbarer Speicherplatz | 1.524 MB |
| Schnittstellen | Micro-USB, 3,5-mm-Klinke |
| Stromversorgung | |
| Akkutyp | Lithium-Polymer-Akku |
| Akkulaufzeit | > 15.000 S./12 Stunden (bei abgeschaltetem Modem), 2-4 Tage mit UMTS |
| Ladezeit | 4 Stunden mit USB-Kabel oder Adapter zum Stromnetz |
| Kompatible Formate | |
| DRM[23] freie Formate | TXT, AZW, MOBI, PRC (PDF DOC, HTML nur mit Konvertierung durch Amazon via E-Mail) |
| DRM-Formate | AZW (Kindle) |
| Audiodateien | MP3, AA, AAX (Audible) |
| Bilddateien | JPEG, GIF, PNG, BMP (bei allen vorherige Konvertierung durch Amazon via E-Mail nötig) |
| Allgemeine Daten | |
| Breite (mm) | 135 |
| Höhe (mm) | 203 |
| Tiefe (mm) | 90 |
| Gewicht (g) | 290 |
| Audioausgang | 3,5-mm Stereo |
| Mitgeliefertes Zubehör | |
| USB-Stromteil für USA | Ja |
| USB-Kabel | Ja |
| Kurzanleitung | Ja |
Tabelle 1: Technische Daten Amazon Kindle 2[24]
7.2 Sony PRS-505
Seit Ende 2007 wird der eBook-Reader PRS-505 von Sony in den USA verkauft. Nun will Sony auch den
deutschen Markt erobern.
Der Preis des Readers liegt im Moment bei 199,00 €.[25]
Wie auch bereits beim Reader von Amazon findet sich hier "die Displaytechnik der US-Firma E-Ink"[12] wieder. Dadurch wirken die Texte auf dem sechs Zoll großen Display wie auf Papier gedruckt. Der Hintergrund des Displays nimmt dabei eine leichte Graufärbung an (ähnlich wie Umweltpapier). Da diese Technologie keine Hintergrundbeleuchtung anwendet, benötigt man zum Lesen eine externe Lichtquelle wie Tageslicht oder eine Lampe.
Das Gewicht und die Größe des PRS-505 ähneln denen eines normalen Taschenbuches.
Die Ladezeit der einzelnen Seiten beträgt nur wenige Sekunden. Eine Ausnahme ist allerdings das Öffnen von PDFs. Da kann es teilweise mehr als zehn Sekunden dauern.
Wird eine neue Seite aufgebaut erscheint kurzzeitig ein Negativ des Bildschirminhaltes, bevor der neue Inhalt angezeigt wird. Dies behindert allerdings keinesfalls den Lesefluss von Büchern, sondern vielmehr die Navigation durch das Menü.[26]
Das Menü weist verschiedene Funktionen auf, so kann man zum Beispiel zwischen der horizontalen und vertikalen Anzeige der Seite wechseln. Auch kann man mit Hilfe der Lupenfunktion zwischen drei verschiedenen Schriftgrößen wählen. Im Querformat existiert sogar eine weitere Stufe. Probleme beim Wechsel der Schriftgrößen bereiten allerdings PDF-Formate. Hier ist der Text in einem fixen Layout eingebettet und die Änderung führt oft zu einem schlechten Ergebnis.
Möchte man in den Texten nach bestimmten Schlüsselwörtern suchen, so funktioniert dies leider nur am PC. Auch das Markieren von Textstellen oder das Setzen von Notizen ist nicht möglich. Es besteht nur die Möglichkeit Lesezeichen zu setzen. Diese enthalten die Seitenzahl und den ersten Satz der Seite.
Der Sony Reader kann auch Musik abspielen und Bilder darstellen. Er besitzt zwar nur acht Graustufen, doch diese sind ausreichend um Fotos mit hohem Kontrast in schwarz-weiß anzuzeigen. Es können JPEG-, BMP-, GIF- und PNG-Formate abgebildet werden.[27] "Der Audioplayer spielt MP3 und AAC ab, die Qualität ist vergleichbar mit der von günstigen MP3-Playern."[28] Musiksammlungen werden als Playlist angezeigt und alphabetisch sortiert. Das Abspielen erfolgt in einer Endlosschleife.
"Der Sony Reader zeigt ungeschützte Dokumente der Formate TXT, RTF, BBeB [(Broad Band eBook)], PDF und EPUB [(Electronic Publication)] an. Außerdem kommt das Lesegerät mit den DRM-Systemen Marlin DRM (von Sony in den USA eingesetzt) und Adobe Adept für EPUB und PDF zurecht."[28]
Das EPUB-Format mit Adobe DRM wird unter anderem bei Libri.de und Thalia eingesetzt. Im Gegensatz zum Amazon Reader kann das eBook-Format Mobipocket nicht dargestellt werden.
7.2.1 Überspielen von eBooks auf den Reader
Der Sony Reader besitzt im Vergleich zu seinem Konkurrenten von Amazon kein UMTS. Die Übertragung von eBooks erfolgt daher immer über einen internetfähigen Rechner. Von dort aus werden die eBooks heruntergeladen und dann per USB oder SD-Karte auf den Reader übertragen.
DRM-freie eBooks, PDF-, TXT-Dokumente und ähnliche Dateien können in einen beliebigen Ordner auf den Sony Reader verschoben werden. Mit der mitgelieferten Software eBook Library können digitale Inhalte auf dem Rechner mit dem Reader synchronisiert werden.
Die Übertragung der kopiergeschützten eBooks ist allerdings sehr kompliziert.[29]
Voraussetzung ist die Installation der Software Adobe Digital Editions (kostenlos) auf dem Rechner. Sie übernimmt die Autorisierung der Bücher, "wobei bei jedem Kauf eine Verbindung mit Adobes Server nötig wird."[30] Damit Verbunden ist eine Registrierung des Anwenders mit allen betroffenen Geräten (z.B. PC und Reader) bei Adobe und die Benutzung der beim Reader beigelegten eBook Library.
Kauft man nun ein EPUB-Buch, so "wird ein wenige Kilobyte großes Token generiert, das nicht mehr als Metainformationen und einen Link zum eigentlichen Buch enthält."[30] Dieses Token wird mit dem Browser heruntergeladen. "Die kleine Datei startet den Download des eigentlichen, anhand der Adobe ID personalisierten Buches in Digital Editions, wo es auf Windows-Rechnern direkt auf den Sony Reader gezogen werden kann."[30]
EPUB-DRM geschützte Materialien können nicht gedruckt oder kopiert werden. Sie können nicht wieder zurückgegeben oder weiterverkauft werden.
7.2.2 Zusammenfassung Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Lesevergnügen kommt dem eines Buches aus Papier sehr nahe
- Schriftgröße verstellbar
- große Büchersammlung in nur einem kompakten Gerät[31]
- zwei vorinstallierte Romane und Leseproben[28]
Nachteile:
- wenige Zusatzfunktionen außerhalb des Lesens
- fehlende Mobilfunkverbindung
- Lesenangebot deutscher Bestseller noch gering
- umständliche Download-Prozedur[31]
7.2.3 Technische Daten im Überblick
| Bildschirm | |
|---|---|
| Technologie | E-Ink® „elektronisches Papier“ |
| Bildschirmgröße (Zoll) | 6 |
| Auflösung | 600 x 800 (167 dpi) |
| Graustufen | 8 |
| Speicherkapazität | |
| verfügbarer Speicherplatz | 192 MB |
| Schnittstellen | Mini-USB, 3,5-mm-Klinke, SD/HC- und Memory-Stick-Slot |
| Stromversorgung | |
| Akkutyp | Lithium-Ionen-Akku |
| Akkulaufzeit | 6.800 S./6 Stunden |
| Ladezeit | 4 Stunden mit USB, 2 Stunden mit optionalem WS-Ladegerät |
| Kompatible Formate | |
| DRM freie Formate | EPUB eBook, BBeB Book, Adobe® PDF, Microsoft® Word, TXT, RTF |
| DRM-Formate | EPUB eBooks (Adept), BBeB eBooks (Marlin) |
| Audiodateien | MP3, AAC |
| Bilddateien | JPEG, GIF, PNG, BMP |
| Allgemeine Daten | |
| Breite (mm) | 122 |
| Höhe (mm) | 175,3 |
| Tiefe (mm) | 7,6 |
| Gewicht (g) | 260 |
| Audioausgang | 3,5-mm-Stereo-Minibuchse (für Kopfhörer usw.) |
| Mitgeliefertes Zubehör | |
| Weiche Schutzhülle | Kunstleder, getönt |
| USB-Kabel | Ja |
| Kurzanleitung | Ja |
| eBook Library-Software | Ja |
| Benutzerhandbücher (PDF) | Ja |
Tabelle 2: Technische Daten Sony PRS-505[32]
8 Konkurrenz
Die Konkurrenz auf dem Markt ist groß und das nicht nur unter den eBook-Readern selbst. Eine neue Technologie von Multifunktionsgeräten strebt immer mehr den Gang an die Spitze an.
8.1 Camangi Webstation
Der taiwanesisch-amerikanische Hersteller Camangi bringt mit seiner Webstation das "erste Android-Tablet mit sieben Zoll-Display"[33] auf den Markt.
Der Start erfolgte 2009 bereits in Japan, Taiwan und den USA. Europa soll 2010 folgen. Der Verkaufspreis wird bei ca. 270,00 Euro liegen.[34]
Die Konkurrenz für die eBook-Reader bezieht sich somit nicht mehr nur auf Ihresgleichen, sondern wird durch die neue Generation von Multifunktionsgeräten auch nach außen immer größer, da diese einige Funktionen mehr bieten.
In der Webstation ist ein Marvell PXA 303 Prozessor mit 624 MHz integriert, 128 MB DDR-Speicher und das Betriebssystem Android 1.5.
Auf einen UMTS-Zugang muss man bei dem aktuellen Modell verzichten, aber er besitzt ein WLAN- und GPS-Modul.
Der Media-Player der Webstation gibt die gängigen Audio- und Videoformate wieder und bietet zusätzlich einen E-Reader. Dieser unterstützt die Formate EPUB und TXT.[35] Anwendungen zum Lesen von PDF-Dokumenten können im Camangis App Store erworben werden.
Im Gegensatz zu den Readern von z.B. Amazon und Sony basiert das Display bei Camangi auf der herkömmlichen TFT-Technik. Eine Display-Auflösung von 800 x 480 Pixeln und Touch-Screen-Funktion bietet "nicht nur eine komfortable Surf- und Videoumgebung, sondern eignet sich auch sehr gut zum gelegentlichen [lesen] [..] von E-Books."[33] Die Akkulaufzeit bei Geräten mit TFT-Displays ist allerdings gegenüber E-Ink-Displays geringer.
8.1.1 Technische Daten im Überblick
| Bildschirm | |
|---|---|
| Technologie | TFT |
| Bildschirmgröße (Zoll) | 7 |
| Auflösung | 800 x 482, 16M True Color |
| Speicherkapazität | |
| verfügbarer Speicherplatz | 128 MB mobile DDR, Flash-Speicher 256 MB NAND |
| Schnittstellen | Mini-USB, Micro SD-Card-Slot |
| Stromversorgung | |
| Akkutyp | Lithium-Polymer-Akku |
| Akkulaufzeit | 4 Tage (ohne Nutzung von GPS und Wi-Fi), bei Internet- und Mediennutzung 4-5 Stunden |
| Kompatible Formate | |
| eBook-Formate | EPUB, TXT |
| Audiodateien | 3GP, MP3, MP4, OGG, MID, WAV |
| Videodateien | 3GP, MP4 |
| Bilddateien | JPG, GIF, PNG, BMP |
| Allgemeine Daten | |
| Breite (mm) | 200 |
| Höhe (mm) | 120 |
| Tiefe (mm) | 14,5 |
| Gewicht (g) | 390 |
| Audioausgang | eingebaute Lautsprecher, 3,5-mm Stereo |
| sonstige Anschlüsse und Ein-/Ausgabe | Stromanschluss, eingebautes Mikrofon |
| Kommunikation | Wi-Fi, USB, GPS |
| Mitgeliefertes Zubehör | |
| Stromadapter | Ja |
| Abdeckung | Ja |
| Ohrhörer | Ja |
Tabelle 3: Technische Daten Camangi Webstation[36]
8.2 Apple iPad
Im Januar 2010 stellte Apple seinen neuen Tablet-Rechner iPad vor. Der Preis liegt je nach Größe und Ausführung (WiFi, WiFi + 3G) zwischen 499,00 US-Dollar (ca. 360,00 Euro) und 829,00 US-Dollar (ca. 599,00 Euro).
Das iPad besitzt zahlreiche Funktionen. Die wichtigsten werden im Folgenden kurz vorgestellt.
Das iPad ist ausgestattet mit einem 9,7 Zoll großen Multi-Touch-Display, der im Hoch- und im Querformat funktioniert. Wie auch das iPhone
oder der iPod Touch verfügt der Tablet-Rechner über den Webbrowser Safari. Mit dem Finger lässt sich ganz leicht durch die Seiten blättern.
Die große Tastatur auf dem Display ermöglicht es, einfach und schnell E-Mails zu verfassen und zu verschicken. "Das iPad ist mit allen gängigen E-Mail-Anbietern wie MobileMe, Yahoo! Mail, Google Mail, Hotmail und AOL kompatibel."[37]
Das hochauflösende Display bietet sich besonders an, um Fotos oder Videos wiederzugeben. Fotos können in Alben organisiert, durchgeblättert oder per Diashow angesehen werden. Befindet sich das iPad im Dock oder wird es gerade aufgeladen, kann man es als
digitalen Bilderrahmen verwenden.
Videos können in Breitbild- oder Vollbilddarstellung abgespielt werden. Natürlich lässt sich mit der passenden iPod App auch Musik wiedergeben. Dies funktioniert über den integrierten Lautsprecher oder über
Kopfhörer. Über den iTunes Store lässt sich nach neuen Liedern oder Potcasts suchen.
Das iPad kann zusätzlich als Organizer verwendet werden. Mit Hilfe des integrierten Kalenders lassen sich alle Termine übersichtlich organisieren und verwalten. Die Übersicht kann je nach Wunsch in Form einer Tages-, Wochen-, Monats- oder Listenansicht dargestellt werden.
Auch Kontaktdaten wie Telefonnummern lassen sich im iPad unterbringen.[38]
Neben weiteren Funktionen kann man natürlich viele Apps zusätzlich aus dem Appstore auswählen, "kaufen und drahtlos direkt auf das iPad laden."[37]
8.2.1 Technische Daten im Überblick
| Bildschirm | |
|---|---|
| Technologie | Multi-Touch-Widescreen-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung, Hochglanzanzeige und IPS-Technologie |
| Bildschirmgröße (Zoll) | 9,7" |
| Auflösung | 1024 x 768 Pixeln bei 132 ppi |
| Speicherkapazität | |
| verfügbarer Speicherplatz | 16 GB, 32 GB oder 64 GB Flash-Laufwerk |
| Schnittstellen | |
| Stromversorgung | |
| Akkutyp | Lithium-Polymer-Batterie |
| Akkulaufzeit | bis zu 10 Stunden (bei Surfen im Web mit Wi-Fi, Video- oder Musikwiedergabe) |
| Kompatible Formate | |
| Audiodateien | AAC, Protected AAC, MP3 VBR, Audible (Formate 2, 3 und 4), Apple Lossless, AIFF, WAV |
| Videodateien | M4V, MP4, MOV |
| Bilddateien | JPG, TIFF, GIF |
| weitere Formate | DOC, DOCX, HTM, HTML, PDF, PPT, TXT, XLS, XLSX, u.v.m. |
| Allgemeine Daten | |
| Breite (mm) | 189,7 |
| Höhe (mm) | 242,8 |
| Tiefe (mm) | 13,4 |
| Gewicht (g) | 68 (WiFi-Modell), 73 (WiFi-Modell + 3G) |
| Audioausgang | Stereo-Kopfhöreranschluss 3,5-mm |
| sonstige Anschlüsse und Ein-/Ausgabe | Dock-Anschluss, integrierter Lautsprecher, Mikrofon, Fach für SIM-Karte (nur beim Modell mit Wi-Fi + 3G) |
| Kommunikation | Wi-Fi, Bluetooth, Modell mit Wi-Fi + 3G zusätzlich: UMTS/HSDPA, GSM/EDGE |
| Mitgeliefertes Zubehör | |
| Stromadapter | Ja |
| Dock-Connector-auf-USB-Kabel | Ja |
| Dokumentation | Ja |
Tabelle 4: Technische Daten Apple iPad[39]
9 Entwicklung der Absatzmärkte in den USA und Deutschland
Die in den folgenden Abschnitten dargelegten Erkenntnisse beziehen sich auf eine Studie der Kirchner und Robrecht GmbH aus dem Jahr 2009.
9.1 Absatzzahlen bei eBooks und Readern in den USA
Es lässt sich nur schwer der Absatz von eBooks und Readern in den USA darlegen, da weder Amazon noch Sony offizielle Angaben machen.
Laut einer Online-Umfrage von Forrester Research für das 2. Quartal 2009 gaben "insgesamt 1,5 % der Befragten an, einen eReader zu besitzen".[40]
Die Einnahmen aus eBook-Verkäufen betrugen im 4. Quartal 2008 16,8 Millionen US-Dollar. Für das 2. Quartal 2009 wurden bereits 23,6 Millionen US-Dollar gemeldet.[41]
9.2 Prognostizierte Absatzzahlen für Deutschland
Der Markt für eBooks befindet sich in Deutschland erst noch in der Entwicklung. Es entstehen immer mehr Onlineshops, die eBooks anbieten und vertreiben. Im Privatgebrauch ist das eBook noch nicht sehr populär, im Gegensatz zu wissenschaftlichen Institutionen. 73 % der Befragten gaben an, zu Recherchezwecken eBooks zu nutzen.[42]
"Mit der geplanten Einführung der neuen Generation mobiler eReader wird eine wachsende Nachfrage und damit eine weitere Expansion des eBook-Markts in Deutschland erwartet."[43]
Auch für Deutschland kann man noch keine konkreten Absatzzahlen darstellen. Überträgt man allerdings "die von Forrester Research für die USA ermittelten Daten auf Deutschland [..], so würden Mitte 2011 rund 330.000 Deutsche einen eReader besitzen, Mitte 2012 würden rund 828.000 eReader in Deutschland verkauft sein".[44] Dies ist allerdings recht unrealistisch. Kirchner und Robrecht erwarten, aufgrund ihrer Studie, bis Mitte 2011 einen Absatz von ca. 170.000 eBook-Readern.
9.3 Übersicht Umsatzentwicklungen für elektronische Systeme auf dem weltweiten Markt
Hierbei handelt es sich um eine Untersuchung der IC Insights, Inc.
10 Killer-Applikation eBookDer Buchmarkt ist im Wandel. Doch welche Entwicklung zeichnet sich aus, um als Killer-Applikation zu gelten?
11 FazitDer eBook-Markt wächst. Zumindest im Hinblick auf die Anzahl der Anbieter und der Entwicklung neuer Technologien.
12 Fußnoten
13 Literatur- und QuellenverzeichnisMonographien
Zeitschriften
Internet-Quellen
|






