Datenschutz und Datensicherheit sozialer Netzwerke für private Anwender

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Essen
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Digital_Lifestyle
Autor(en): Christian Engel, Sebastian Klietz
Studienzeitmodell: Abendstudium
Semesterbezeichnung: WS11
Studiensemester: 3
Bearbeitungsstatus: Bearbeitung abgeschlossen
Prüfungstermin:
Abgabetermin:
Name der Autoren: Christian Engel und Sebastian Klietz
Titel der Arbeit: Datenschutz und Datensicherheit sozialer Netzwerke für private Anweender
Hochschule und Studienort: FOM Essen


Inhaltsverzeichnis

1 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr.Abbildung
1Modellhafte Skizze eines sozialen Netzwerkes
2Facebook Logo
3XING Logo
4Google+ Logo
5Anzahl an Facebook Nutzern 2010 / 2012 in Mio.
6Skizze Geschäfstmodell Facebook
7Skizze Geschäfstmodell XING
8Beispiel zum Erstellen einer Werbung auf Facebook

2 Einleitung

2.1 Problemstellung

In Zeiten einer Gesellschaft, in denen immer mehr Menschen Zugang zum Internet haben und das Internet als Austauschplattform eine immer größeren Stellenwert im Alltag eines jeden einnimmt, wächst auch die Bedeutung von Plattformen zur Pflege sozialer Verbindungen wie Facebook, XING, Google+ und vieler mehr.

Diese, sich Social Networks, bezeichnenden Plattformen erfreuen sich einer immer größer werdenden Mitgliederzahl und werden oft dazu benutzt, immer und überall in Kontakt mit Freunden oder Bekannten zu bleiben und sich über verschiedenste Dinge auszutauschen. So gibt zum Beispiel das Unternehmen Facebook an, das sich rund fünfzig Prozent der User jeden Tag mindestens einmal anmelden und mehr als 350 Millionen User die Plattform von einem Mobilen Endgerät aufrufen[1].

Diese Plattformen sind für den Endanwender größtenteils kostenlos, doch auch die Anbieter müssen ihre Kosten irgendwie decken und verdienen ihr Geld teilweise mit dem Verkauf von Daten beziehungsweise der Anzeige personalisierter und zielgruppenorientierter Werbung.[2] Die Menge an Daten, die jeder User jeden Tag in das Netzwerk einfügt, sollte natürlich auch geschützt werden. Ein zu sorgloser Umgang mit persönlichen Informationen kann selbst nach langer Zeit, wenn man gar nicht mehr damit rechnet zu unliebsamen Überraschungen führen.

2.2 Zielsetzung und Struktur der Arbeit

Diese Arbeit setzt sich mit dem Datenschutz und der Datensicherheit für den privaten Anwender auseinander und betrachtet diesen genauer. Dazu wird zunächst der Begriff "soziales Netzwerk" erläutert und von dem der klassischen Sozialwissenschaft abgegrenzt. Anschließend werden die Begriffe Datenschutz und Datensicherheit voneinander abgegrenzt und definiert.

Im Hauptteil der Arbeit wird dann zunächst die Verbreitung sozialer Netzwerke im Genaueren betrachtet um die Auswirkungen und Bedrohung durch unsachgemäßer Nutzung der Daten besser einordnen zu können. Um die Art der gespeicherten Daten nachvollziehen zu können wird anschließend auf die Art und Weise wie Privatanwender soziale Netzwerke nutzen eingegangen.

Im darauf folgenden Abschnitt wird das Geschäftsmodell sozialer Netzwerke genauer betrachtet. Anschließend werden die beiden Kernthemen Datenschutz und Datensicherheit in zwei getrennten Kapiteln genauer betrachtet. Zum Abschluss werden die gesammelten Aspekte noch einmal zusammengefasst und die tatsächliche Gefahr die von den sozialen Netzwerken im Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit ausgeht in einem Fazit dargestellt.

2.3 Definitionen

Im aktuellen Abschnitt werden vor allem Begriffe definiert und abgegrenzt sodass sie für die folgenden Betrachtungen eindeutig verwendet werden können und klar beschrieben sind.

2.3.1 Soziale Netzwerke

Abb. 1 - Modellhafte Skizze eines sozialen Netzwerkes
Abb. 1 - Modellhafte Skizze eines sozialen Netzwerkes

In der klassischen Sozialwissenschaft bezeichnet der Begriff Soziales Netzwerk alle Verbindungen eines Menschen zu anderen Menschen. Dazu zählen also Freunde, Bekannte und Familie.

Mit dem Einzug des Web 2.0 in unseren Alltag verbinden die Menschen meist Plattformen wie Facebook und Co mit dem Begriff soziales Netzwerk. Die Parallelen zwischen den beiden Begriffsdefinitionen sind leicht zu erkennen, denn auch im Internet geht es darum sich mit Freunden auszutauschen und soziale Kontakte zu pflegen. Durch den Einzug des Internets in private Haushalte und die Zunahme an mobilen Zugriffsmöglichkeiten auf das Internet, entwickeln viele Menschen ein Bedürfniss, jederzeit online zu sein und sich anderen mitzuteilen. Genau auf dieses Bedürfniss haben sich die sozialen Netzwerke im Internet spezialisert.

Sie dienen dazu, sich jederzeit und überall mit Freunden und Bekannten auszutauschen. Durch die enorme Anzahl an Informationen die jeder einzelne dort über sich verbreitet sind diese Daten dementsprechend zu schützen und zu sichern. Diese Kriterien werden in dieser Fallstudie genauer untersucht.

2.3.2 Datenschutz

Der Datenschutz ist ein Bedürfnis und Recht, welches sich vor allem durch den Einzug der automatisierten Datenverarbeitung in den Alltag geprägt ist. Zwar gab es vorher schon Richtlinien und Gesetze, die Daten von Privatpersonen schützen sollen, wie zum Beispiel das Briefgeheimnis, Statistikgeheimnis oder andere, spezielle Gesetze zum Datenschutz wurden mit der Weiterentwicklung der Informationstechnologien beschlossen.[3]

Der Datenschutz basiert primär auf Gesetzen des Landes, die sich teilweise an Richtlinien übergeordneter Organisationen und Zusammenschlüsse wie zum Beispiel der EU orientieren, in dem eine Firma mit den Daten arbeitet. So können sich Datenschutzbestimmungen Amerikas stark von denen eines anderen Landes, zum Beispiel Deutschland, unterscheiden.

Dies führt zu einer Problematik auf die später noch einmal näher eingegangen wird. Im Zuge einer immer weiter digitalisierten Welt nimmt der Datenschutz einen immer größeren Stellenwert ein, da persönliche Daten immer öfter im Internet und damit im Prinzip für jeden zugänglich gespeichert werden. Die Unternehmen, die diese Daten sammeln beschreiben in ihren Allgemeinen Geschäftsbestimmungen oder Datenschutzbestimmungen, wie mit diesen Daten umgegangen wird.

2.3.3 Datensicherheit

Da personalisierte Daten für enorm viel Wert sind, gibt es natürlich auch kriminelle Energien, die versuchen in Besitz dieser Daten zu gelangen. So sind auch aus jüngster Zeit große Datendiebstähle bekannt. So wurden im April 2011 mehrere Millionen Kundendaten, teilweise inklusive Kreditkartendaten von Sony gestohlen worden.[4] Aber auch große Banken haben Probleme sich vor Datendiebstahl zu schützen. [5]. Um solche Pannen zu vermeiden versuchen viele Firmen sich durch Sicherheitsvorkehrungen zu schützen. Eine einhundertprozentige Sicherheit der Daten kann es aber leider in Zeiten globaler Vernetzung nicht geben.

Jeder private Anwender ist aber auch für die Sicherheit seiner Daten zum Teil selbst verantwortlich. Hierzu gehört, dass man kontrolliert, was man im Internet über sich selbst veröffentlicht oder auch welche Daten man an andere weitergibt. Wichtig ist es seine Passwörter geheim zu halten und nicht einfach auf jeder Seite seine kompletten privaten Angaben machen. Außerdem sollte man seinen Computer mit Anti-Viren-Software und Firewalls schützen, diese Programme müssen dann auch immer aktualisiert werden.

3 Vergleich und Betrachtung des Datenschutzes in sozialen Netzwerken.

Im folgenden Teil werden nun zunächst verschiedene soziale Netzwerke betrachtet, mit einander verglichen und das Geschäftsmodell sozialer Netzwerke dargestellt. Anschließend wird der Datenschutzgedanke dieser Netzwerke genauer betrachtet.

3.1 Soziale Netzwerke

Den Schwerpunkt der Betrachtung legen wir an dieser Stelle auf die Betrachtung der drei großen Netzwerke Facebook, Google+ und XING. Insbesondere bei Facebook werden die Einstellungsmöglichkeiten und Datenschutzmöglichkeiten genauer betrachtet. Im Folgenden Abschnitt werden die Netzwerke kurz vorgestellt und die wichtigsten Eigenschaften genannt.

3.1.1 Facebook

Abb. 2 - Facebook-Logo
Abb. 2 - Facebook-Logo[6]

Facebook wurde 2004 von Mark Zuckerberg an der Harvard University gegründet. Anfangs war das Netzwerk nur für die dortigen Studenten gedacht, aber er entwickelte es immer weiter und es wurde für immer mehr Leute zugänglich bis es schließlich weltweit bekannt wurde. Seit März 2008 gibt es Facebook auch auf Deutsch. [7]

Bei Facebook geht es um den Austausch mit Freunden/Bekannten/Familie, aber auch mit der ganzen Welt. Man kann persönliche Meldungen, sowie Bilder/Videos, veröffentlichen, diese Meldungen kann man wiederum kommentieren und "liken"(den "gefällt mir" Button drücken). Jeder kann Seiten anlegen auf denen er ein Produkt, eine Firma, eine Musikgruppe, ... präsentieren kann. Firmen und Musiker können selber Seiten erstellen um mit ihren Fans in Kontakt zu kommen. Außerdem gibt es viele verschiedene Anwendungen und Spiele die in Facebook integriert sind.

Das sind viele Informationen die man somit über sich veröffentlicht und man ist selber dafür verantwortlich mit wem man diese teilt. Facebook gibt einige Standard Gruppen vor: Diese sind "Freunde", also nur die eigenen Freunde können diese Sachen sehen, "Freunde von Freunden" können auch die Freunde meiner Freunde sehen, ohne das man selbst mit ihnen befreundet ist, und "öffentlich", also alle ohne Einschränkungen. Man kann aber auch vieles selbst definieren, z.B. Statusmeldungen mit Freunden von Freunden aber Bilder nur mit eigenen Freunden. Man kann sogar nachträglich die Sichtbarkeit einzelner "posts" einstellen.

Wenn man eine Seite "liked" bekommt man die neusten Posts auf seiner Startseite angezeigt. Aufgrund dieser Funktion nutzen auch immer mehr Firmen Facebook um den Kunden Neuigkeiten einfach zur Verfügung zu stellen. Außerdem bietet Facebook Zielgruppen gerechtes Werben für Firmen an. Man kann somit genau festlegen welche Zilegruppe die Werbung angezeigt bekommen soll.

Die neuste Funktion von Facebook ist Timeline (in deutsch: Chronik). Diese neue Funktion macht aus der eigenen Profilseite sozusagen ein Tagebuch, da nun alle Aktivitäten, Kommentare, Bilder, Videos einfach alles auf einer Zeitachse dargestellt wird. Somit kann man sehen wer was und vor allem wann veröffentlicht hat. Es werden alle Posts mit ihrer ursprünglichen Einstellung zur Sichtbarkeit angezeigt. Diese neue Darstellung ist momentan noch nicht Pflicht, wird aber bald für alle User eingestellt werden.

3.1.2 XING

Abb. 3 - XING-Logo
Abb. 3 - XING-Logo[8]

XING nennt sich selbst "Das professionelle Netzwerk" und das trifft es auch sehr gut. Es wurde 2003 als OpenBC gegründet und 2006 in XING umbenannt. Es wird hauptsächlich von Geschäftsleuten und Berufstätigen genutzt, aber auch von Wissenschaftlern und Kreativen. [9]

Bei XING geht es um den geschäftlichen Kontakt und Austausch. Darüber hinaus kann man über diese Plattform nach neuen Herausforderungen oder einem Job suchen. In seinem Profil gibt man seine beruflichen Qualifikationen und seinen Werdegang an. Außerdem kann man kurz beschreiben, was man bietet und was man sucht. Man kann Gruppen beitreten in denen man zu den Themen mit anderen diskutieren kann, außerdem können darüber verschiedene Events erstellt werden. Sein eigenes Profil kann man mit anderen Mitgliedern verknüpfen um so in Kontakt zu bleiben. Zusätzlich zu seinen Qualifikationen kann man auch seine privaten und geschäftlichen Kontaktdaten angeben, diese sind aber nur für die eigenen Kontakte sichtbar.

Zusätzlich zum kostenlosen Konto kann man auch Premium Mitglied werden, dadurch schaltet man einige weitere Features frei. Man kann so z.B. Dokumente hochladen, diese können Zeugnisse, Arbeitsproben oder ähnliches sein. Aber man muss kein Premium Mitglied werden, für den einfachen Kontakt reicht die Basis Mitgliedschaft.

3.1.3 Google+

Abb. 4 - Google+-Logo
Abb. 4 - Google+-Logo[10]

Google+ ist der neuste Kandidat in der Welt der Sozialen Netzwerke. 2011 gestartet und schon jetzt ein starker Konkurrent zu Facebook. Es spricht die gleiche Zielgruppe an, denn auch hier geht es um den Austausch mit Freunden, Familie und Bekannten. Man kann auch Leute zu Freunden hinzufügen, jedoch geht es hierbei einseitig, also ohne Bestätigung des Anderen. Auch werden die eigenen Kontakte in sogenannte Kreise eingeteilt. Ein Vorteil dieser Kreise ist, dass man gezielt nur in einem Kreis etwas veröffentlichen kann. Google+ bietet ähnliche Funktionen wie Facebook. Man kann persönliche Angaben in seinem Profil hinterlegen. Man kann Bilder, Videos und persönliche Nachrichten veröffentlichen. Ein besonderes Feature ist der Videochat mit bis zu 10 Personen oder aber auch die Möglichkeit Videos oder Dokumente gemeinsam zu betrachten. Jedoch gibt es keine Firmenseiten und auch bisher noch nicht so viele Spiele oder Anwendungen. Aber auch Facebook hat solche Funktionen erst nachträglich eingebaut. [11]

Auch bei Google+ gibt es verschiedenen Gruppen mit denen man seine Profildaten teilt. Man kann entweder Einstellungen nur für sich sichtbar machen, nur für seine Kreise, eigenen Kreise und befreundete Kreise oder alles, also öffentlich. Hierbei kann man aber jede Information direkt personalisieren. z.B. Angaben über den Beruf mit der Öffentlichkeit teilen, aber den Beziehungsstatus nur mit eigenen Kreisen.

3.1.4 Vergleich der Sozialen Netzwerke

An dieser Stelle erfolgt nun ein Vergleich der genannten sozialen Netzwerke und der Einstellungsmöglichkeiten, die geboten werden um seine eigenen Daten zu Schützen.

Alle drei Anbieter bieten Möglichkeiten sein eigenes Profil mit persönlichen Informationen anzureichern und dienen zum Austausch mit anderen Kontakten. Ein weiterer Ansatz anderer hier nicht genannter sozialer Netzwerke ist das wieder in Kontakt treten mit alten Bekannten und Freunden. Facebook und XING bieten darüber hinaus spezielle Möglichkeiten für Firmen durch Gruppen und eigene Seiten. Hier können eigene Produkte präsentiert werden, Informationen zur Firma veröffentlicht werden oder Mitarbeiter zur Verstärkung des Teams gesucht werden. Des Weiteren bietet Facebook weitere Funktionen in Form von Anwendungen und Spielen, die direkt im Browser genutzt werden können. Auch diese Spiele sind meist auf die Vernetzung der Mitglieder untereinander ausgelegt und erfordern um Ergolge zu erreichen, dass man mit Freunden zusammenarbeitet.

Bei Facebook sind die Sicherheitseinstellung als Standard eingestellt, dass die eigenen Freunde und deren Freudne alles sehen können. Somit kann zwar nicht jeder die privaten Daten einsehen, aber man kann nicht selber kontrollieren und verhindern wer die Daten nun sehen kann. Nur durch eigenes bewusstes Eingreifen und indem sich der Benutzer explizit mit diesen Einstellungen auseinandersetzt, kann er seine privaten Daten mehr vor anderen Nutzern schützen. Ein Hinweis auf diese Einstellungen seitens Facebook erfolgt nicht, obwohl es eine eigene Sicherheits- und eine Datenschutzseite gibt auf der man über die Gefahren und die Nutzung der eigenen Daten informiert werden soll. Hier erkennt man wieder, wie unabdingbar es ist, sich explizit mit den Einstellungsmöglichkeiten auseinander zu setzen.

Bei dem sozialen Netzwerk XING, welches vor allem auf das Knüpfen von Beziehungen zu geschäftlichen Kontakten ausgerichtet ist, sind alle privaten Kontaktinformationen nur für die Mitglieder sichtbar, mit denen man sich verknüpft hat. Informationen über den Lebenslauf oder die Angaben wonach man sucht oder was man zu bieten hat, sind für alle Mitglieder des Netzwerkes sichtbar. Ein Hinweis und Link zu den Privatsphäreeinstellungen befindet sich direkt auf der Startseite und kann somit einfach erreicht werden. In diesen Einstellungen kann man weiter die Privatssphäreeinstellungen weiter editieren und personalisieren. Es kann für annähernde jede Angabe im Profil definiert werden, wer diese Information sehen kann und wer nicht. Hier werden also vielfältige Einstellungen gegeben, damit jeder sein Profil so definieren kann wie er es selber wünscht.

Google+ bietet ebenfalls umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten um nur bestimmte Informationen mit der Öffentlichkeit und andere wiederum nur mit einem eingeschränkten Personenbereich, sogenannten Kreisen zu teilen. Diesen selbst erstellbaren Kreisen kann man nun die eigenen Freunde und Kontakte zuweisen. Standardmäßig sind relativ allgemeine Informationen öffentlich sichtbar. Detailliertere und privatere Informationen wie Kontaktdaten sind nur für die eigenen Kreise sichtbar. Angaben zu Ausbildung und Beruf hingegen, sind aber für jeden sichtbar.

Im direkten Vergleich sieht man, dass sich diese drei Plattformen stark ähneln, aber auch jeder für sich einige einzigartigen Möglichkeiten bietet. In Bezug auf Sicherheit punktet XING durch die Standardmäßige, eher datenschützende Einstellung und dem direkten Hinweis auf die Privatsphäre Einstellungen auf der Startseite. Google+ überzeugt besonders durch die Möglichkeit Angaben komplett zu verbergen. Facebook schneidet durch seine etwas versteckten Privatsphäre Einstellungen schlechter ab, auch aufgrund der Standardmäßigen Einstellungen, bei der sehr viele Daten offen zugänglich sind. Google+ und Facebook sind standardmäßig sehr offen eingestellt, bieten aber zum Teil versteckte Möglichkeiten seine Daten weiter zu schützen. Was bei Google+ besonders hervorzuheben ist ist, dass so gut wie keine Werbung auf der Seite angezeigt wird. Bei XING kann man um zusätzliche Features freizuschalten Premiummitglied werden. Dieses kostet monatlich zwischen sechs und acht Euro. Bei Facebook bietet sich gar keine Möglichkeit die Werbung auszublenden, und es gibt besonders viel Werbung auf den Seiten, was sich damit begründen lässt, dass Facebook sich durch diese Werbeeinnahmen finanziert.

3.2 Verbreitung und Nutzung

Abb. 5 - Facebook-Nutzer in Millionen; Stand 2010 Stand 2012
Abb. 5 - Facebook-Nutzer in Millionen; Stand 2010[12] Stand 2012[13]

Soziale Netzwerke erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Die Nutzerzahlen steigen weltweit stetig an und auch bei den Aufständen in der arabischen Welt spielten soziale Netzwerke eine große Rolle bei der Kommunikation untereinander.

In der Grafik kann man deutlich erkennen, dass die Nutzerzahlen immer innerhalb von knapp zwei Jahren deutlich angestiegen sind. Auch für die Zukunft ist von einem ähnlicher Trend auszugehen, vor allem die mobilen Zugriffe werden wahrscheinlich noch stark weiter ansteigen. Mit den steigenden Nutzerzahlen erhöht sich dementsprechend auch die Menge der gesammelten Daten und deren Wertgehalt für Unternehmen, die an diesen Daten für Werbezwecke interessiert sind. Je breiter die Masse der Benutzer eines sozialen Netzwerkes ist, desto größer ist auch eine werbewirksame Zielgruppe.

Plattformen mit definierteren Zielgruppen wie zum Beispiel XING haben natürlich auch dementsprechend weniger Nutzer. Zum Beispiel Facebook hat allein weltweit etwa 800 Mio. aktive Nutzer was immerhin etwa elf Prozent der Weltbevölkerung sind.[1] Die Mitglieder der Plattformen nutzen diese zum Austausch von Informationen. Diese Informationen sind wichtige Daten, die die Anbieter sozialer Netzwerke zur Vermarktung nutzen können.

Im Fokus dieser Arbeit stehen zwar die privaten Anwender, aber auch Unternehmen haben die sozialen Netzwerke für sich und ihre Werbung entdeckt. So sieht man bei vielen Anzeigen in Printmedien und Fernsehen auch immer öfter den Hinweis "mehr Infos auf Facebook ...". Auch dies kann den sozialen Netzwerken zusätzliche Mitglieder bescheren.

3.3 Geschäftsmodell sozialer Netzwerke

Abb. 6 - Klick für Animation
Abb. 6 - Klick für Animation
Abb. 7 - Klick für Animation
Abb. 7 - Klick für Animation

In sozialen Netzwerken gibt es grob unterschieden zwei Geschäftsmodelle.

Zum einen den Verkauf von Daten und schalten von zielgerichteter Werbung. Andere Plattformen finanzieren sich durch Premiummitgliedschaften, für die bezahlt werden muss um zusätzliche Features freizuschalten. Nach dem ersten Prinzip arbeiten zum Beispiel Facebook und Google+. Das zweite Prinzip wird zum Beispiel bei XING verwendet.

Wenn Daten verkauft oder für Werbung genutzt werden sollen, dann muss das in den AGBs oder Datenschutzbestimmungen kenntlich gemacht werden. So steht zum Beispiel auf der Facebook-Seite zum Thema Datenschutz folgendes:

"Wir verwenden die uns bereitgestellten Informationen über dich im Zusammenhang mit den Dienstleistungen und Funktionen, die wir dir und anderen Nutzern wie zum Beispiel deinen Freunden, den Werbekunden, die Werbeanzeigen auf Facebook buchen, sowie den Entwicklern der von dir genutzten Spiele, Anwendungen und Webseiten anbieten[...]Indem du uns die Erlaubnis hierzu erteilst, gestattest du uns nicht nur, Facebook in seinem heutigen Zustand zur Verfügung zu stellen, sondern dir zukünftig auch innovative Funktionen und Dienstleistungen anzubieten, die wir unter neuartigem Einsatz der Daten, die wir über dich erhalten, entwickeln."[14]

Diese Sätze lassen ganz klar erkennen, dass ein Betrieb der Plattform rein durch Werbung finanziert ist. Der Vorteil für Unternehmen besteht darin, dass sie Werbung zielgerichtet schalten können. So kann können bei Facebook Werbungen mit den verschiedensten Einstellungen zur Zielgruppe wie Alter, Ort, Beziehungsstatus oder ähnliches ausgewählt werden.[15] Gerade diese stark zielgerichtete Werbung ist für Firmen sehr lukrativ, da sie so nur die Zielgruppe ansprechen, um die es ihnen wirklich geht. Diese Möglichkeiten kann Facebook natürlich nur deswegen anbieten, weil sie eine große Menge an spezifischen Daten der User sammeln und eine Große Anzahl an Usern insgesamt haben. Da viele Benutzer sehr kostenorientiert sind, könnte eine kostenpflichtige Plattform, die aber mehr auf den Datenschutz achtet und die Daten nicht weiter vermarktet, wahrscheinlich mit nicht so hohen Nutzerzahlen rechnen, da die Mitglieder die Vermarktung der Daten meist nicht als risikoreich bewerten und mit persönlichen Daten meist recht sorglos umgehen.

Abb. 8 - Einstellungsmöglichkeiten für Werbeanzeigen
Abb. 8 - Einstellungsmöglichkeiten für Werbeanzeigen[15]

3.4 Datenschutzproblematik in sozialen Netzwerken

Jeder, der Mitglied in sozialen Netzwerken ist wünscht sich natürlich, dass seine persönlichen Daten geschützt sind und sorgfältig mit diesen umgegangen wird. Jedoch ist es genau das Geschäftsmodell einiger Anbieter sozialer Netzwerke, diese Daten gewinnorientiert zu vermarkten.

Viele Mitglieder sind sich dieser Problematik gar nicht wirklich bewusst, da sie die AGBs und Datenschutzbestimmungen gar nicht oder nur unzureichend durchlesen. Für zum Beispiel das soziale Netzwerk Facebook kann man natürlich einbringen, dass jedes Mitglied selbst in der Hand hat, welche Daten ein soziales Netzwerk über ihn besitzt, aber durch die Möglichkeit der Verknüpfung mit Freunden ist dies eben nicht mehr wirklich der Fall.

So kann es zum Beispiel passieren, dass jemand ein Foto einstellt und einen Freund darauf verlinkt. Dieser bekommt zwar eine Mitteilung, dass er auf einem Foto verlinkt worden ist, muss diese Nachricht aber je nach Profileinstellung nicht bestätigen. Das heißt es sind nicht nur die Informationen, die man selbst einstellt, sondern auch die Daten von Freunden, die zur Anreicherung des eigenen Datenprofiles verwendet werden können. Selbst, wenn man sein Konto löscht, kann es sein, dass eigene Daten weiter gespeichert werden, wenn sie vorher mit anderen Mitgliedern geteilt wurden.

In den Nutzungsbedingungen von Facebook steht dazu Folgendes: "Für Inhalte wie Fotos und Videos („IP-Inhalte“), die unter die Rechte an geistigem Eigentum fallen, erteilst du uns durch deine Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, gebührenfreie, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest („IP-Lizenz“). Diese IP-Lizenz endet, wenn du deine IP-Inhalte oder dein Konto löschst, außer deine Inhalte wurden mit anderen Nutzern geteilt und diese haben die Inhalte nicht gelöscht." [16] Allein dieser eine Satz beinhaltet Informationen, die nicht jedem Benutzer wirklich bewusst sein werden. So bedeutet eine übertragbare Lizenz, dass Daten ohne weitere bewusste Genehmigungen des Benutzers an Partner- oder Tochterunternehmen Facebook's weitergegeben werden können.

Außerdem ist die Einstellung sichtbar für Freunde von Freunden, auf den ersten Blick harmlos geht man jedoch davon aus, dass ein durchschnittlicher Facebook-Benutzer circa 50 Freunde hat, können die Informationen die man postet im ersten Schritt 2500 Benutzer erreichen, geht man von 100 Freunden im Schnitt aus, teilt man seine Posts schon mit 10000 Mitgliedern. Man sieht also, dass diese Einstellung durchaus gefährlich sein kann, wenn man sich dieser nicht bewusst ist.

Ein weiteres Problem sind die unterschiedlichen Datenschutzgesetze unterschiedlicher Länder. So gibt man mit der Erstellung eines Accounts bei Facebook seine Einwilligung dazu, dass die Daten zur Verarbeitung in die USA weitergegeben werden. [16] Die Bestimmungen in den USA gelten im Allgemeinen als lockerer als diese in zum Beispiel Deutschland festgesetzt sind.

Wie bereits beschrieben sind die Standardprofileinstellungen bei XING zum Beispiel so gewählt, dass zunächst alle Daten nur für die eigenen Kontakte sichtbar sind. Bei Google+ werden Posts erst für andere sichtbar, wenn diese entsprechenden Kreisen zugeordnet sind.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es vor allem wichtig ist, sich selber mit den möglichen Einstellungen und Datenschutzrichtlinien einer Plattform zu befassen. Zwar kann dies ziemlich aufwändig sein, da viel kleingedrucktes zu lesen ist, es stellt aber die einzige Möglichkeit dar, sich vor unerwünschten Überraschungen zu schützen. Die unterschiedlichen sozialen Netzwerke unterscheiden sich vor allem in den Standardprofileinstellungen.

3.5 Datensicherheit in sozialen Netzwerken

Man kann davon ausgehen, dass die Menge der Daten die in sozialen Netzwerken gesammelt werden, durchaus kriminelle Energien wachruft, da diese Daten sehr wertvoll sind. Dessen sind sich die Anbieter sozialer Netzwerke aber durchaus bewusst und werden alles daran setzen, dass diese Daten nicht durch illegale Wege in die Hände Dritter gelangen.

Da die Öffentlichkeit zur Zeit sehr stark auf den Umgang mit Daten bei sozialen Netzwerken achtet, könnte das Bekannt werden eines Datendiebstahls zu einer massiven Abwanderung beziehungsweise zu einem aufflammen breiter öffentlicher Kritik führen. Durch niedrigere Nutzerzahlen, verlieren Netzwerke wie Facebook und Co. aber ihre Einnahmequellen, da die Anzahl der Nutzer direkt in Zusammenhang mit den Vermarktungsmöglichkeiten steht.

Ein größeres Problem im Bereich der Datensicherheit besteht unserer Meinung nach darin, dass die Anbieter sozialer Netzwerke die Daten an Dritte verkaufen oder weiterleiten. Diese zum Teil kleineren Unternehmen haben eventuell nicht die Möglichkeiten die Daten vor illegalen Zugriffen zu schützen und könnten somit leicht Ziele von potentiellen Angriffen Krimineller werden. Jedoch können auch die Bemühungen der Anbieter sozialer Netzwerke zum Schutz der Daten nie einhundertprozentige Sicherheit der Daten gewähren.

Dies ist aber wie bereits an aktuellen Beispielen verdeutlicht kein Problem, welches allein soziale Netzwerke betrifft. Datendiebstahl, kann an jede im Internet zugängliche Plattform betreffen. Auch Online-Shops wie Amazon besitzen eine enorm große Menge an Kundendaten, die zumeist noch mit Bankdaten angereichert sind. Auch diese Informationen sind durchaus interessant. Über das Problem der Datensicherheit sollte man sich also grundsätzlich im Klaren sein, wenn man seine Daten irgendwo im Internet angibt.

Hinzu kommt, dass der Datentransfer zwischen Anwender und Betreiber bei einer unsicheren Verbindung abgehört werden kann. Dies ist besonders bei Facebook ein Problem, da hier nicht Standardmäßig das sichere https Protokoll verwendet wird, dies kann man aber manuell einstellen. Bei XING und Google+ ist dies inzwischen die Standard Einstellung.

Aber bei allen Plattformen gibt es eine gleiche Risikoquelle: den Anwender. Denn wenn jemand ein zu einfaches Passwort hat, oder es mit anderen teilt, bringt selbst der beste Schutz seitens der Betreiber nichts mehr. Über die Tatsache, dass jeder Benutzer auch einen großen Teil zur Sicherheit seiner Daten beiträgt sollte man sich im Klaren sein und auf sichere Verbindungen zu achten.

4 Fazit

Insgesamt kann man folgendes zusammenfassen:

Durch die in letzter Zeit verstärkte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Umgang mit Daten, die soziale Netzwerke sammeln, haben einige Anbieter nachgebessert und bieten vielfältige Einstellungsmöglichkeiten zur Privatsphäre. Dies hat jedoch nur Auswirkung auf die Informationen die andere Benutzer sehen können. Die Anbieter der sozialen Netzwerke haben Zugriff auf die kompletten Daten, die ein Benutzer über sich veröffentlicht.

Als unumgänglich betrachten wir, dass man sich selbst über die Bedingungen zur Nutzung der eigenen Daten aufklärt und genauestens überlegt, ob man sich damit einverstanden erklärt oder nicht. Ein einfaches zustimmen zu AGBs und Nutzungsbedingungen kann zu ungewollten Überraschungen führen, wenn man seine Daten plötzlich an einer Stelle wiederfindet an der man diese eigentlich nicht erwartet hatte. Außerdem sollte sich jeder, der sich bei einem Sozialen Netzwerk bewusst sein, dass man seinen Account bei den Anbietern zwar löschen kann, es aber schwierig bis unmöglich ist, alle Daten zu löschen, da diese meist schon weiterverteilt sind. Man sagt ja nicht umsonst "Das Internet vergisst nie".

Die öffentliche Debatte über den Datenschutz wieder aufflammen lassen, wird wahrscheinlich die flächenweise und verpflichtende Einführung der Chronik Timeline auf Facebook. Damit werden alle Daten die jemals von einem Mitglied gepostet worden sind chronographisch dargestellt. Um Daten zu entfernen muss jeder einzelne Post aus dieser Chronik ausgenommen werden. Es besteht zur Zeit keine Möglichkeit, nicht an dieser Chronik teilzunehmen.

5 Fußnoten

  1. 1,0 1,1 http://www.facebook.com/press/info.php?statistics, abgerufen 28.01.2012 um 13:00 Uhr
  2. Panten(2005)
  3. Tinnefeld(2005)
  4. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Sony-vermutet-Anonymous-hinter-Hacker-Angriff-1237894.html abgerufen am 29.01.2012 13:00 Uhr
  5. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Datendiebe-erbeuten-2-7-Millionen-US-Dollar-von-Citibank-Kunden-1268108.html abgerufen am 29.01.2012 13:00 Uhr
  6. http://www.facebook.de
  7. http://www.focus.de/digital/internet/tid-12646/facebook-twitter-google-allrounder-mit-extras-facebook_aid_351076.html abgerufen am 29.01.2012 16:00
  8. http://www.xing.de
  9. http://www.focus.de/digital/internet/tid-12646/facebook-twitter-google-geschaeftskontakte-xing_aid_350988.html abgerufen am 29.01.2012 16:00
  10. https://plus.google.com/
  11. http://www.focus.de/digital/internet/tid-12646/facebook-twitter-google-die-neue-konkurrenz-google_aid_643047.html abgerufen am 29.01.2012 16:00
  12. IWB 11/10
  13. http://www.socialbakers.com/facebook-statistics/ abgerufen am 29.01.2012 15:00 Uhr
  14. http://de-de.facebook.com/about/privacy/your-info#howweuse abgerufen am 29.01.2012 17:00 Uhr
  15. 15,0 15,1 http://www.facebook.com/ads/create/ abgerufen am 30.01.2012 15 Uhr
  16. 16,0 16,1 http://www.facebook.com/legal/terms abgerufen am 30.01.2012 15 Uhr

6 Literatur und Quellenverzeichnis

Tinnefeld(2005) Marie-Theres Tinnefeld,Eugen Ehmann,Rainer W. Gerling: Einführung in das Datenschutzrecht, 2005, 4. Auflage, S. 88 bis 89, Oldenbourg, München 2005
Panten(2005) Panten, Georg: Internet-Geschäftsmodell Virtuelle Community, 1. Auflage, S. 163, GWV Fachverlage, Wiesbaden 2005
IWB(11/10) Internet World Business, Ausgabe 11/2010 Seite 1.
http://www.heise.de Heise Webseite
http://www.facebook.de Facebook Webseite
https://plus.google.com/ Google+ Webseite
http://www.socialbakers.com Webseite mit Nutzungsstatistiken sozialer Netzwerke
http://www.xing.de XING-Webseite
http://www.focus.de Webseite des Magazins Fokus
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