Der Einzug von Tablet-Computern in den privaten Bereich
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| Name des Autors / der Autoren: | Sebastian Zimmer, Marco Galla |
| Titel der Arbeit: | "Der Einzug von Tablet-Computern in den privaten Bereich" |
| Hochschule und Studienort: | FOM Essen |
1 Einleitung
In den letzten Jahren fand sowohl bei der Nutzung als auch bei der Ausprägung computergestützter Systeme im privaten Umfeld ein rapider Wandel statt. Dieser Wandel brachte immer wieder neue Geräte-Typen, die sich zwar in vielen Punkten ähnlich sind, jedoch durch die Möglichkeiten wie sie zu nutzen sind, gravierend unterscheiden. Als Meilensteine dieser Entwicklung waren unter anderem der Personal Computer, im Folgenden PC genannt, das Notebook, das Smartphone und der Tablet- Computer zu erwähnen. Diese Fallstudie beschäftigt sich damit, die geschichtliche Entwicklung dieser Geräte darzustellen, diese Entwicklung zu analysieren, Nutzungsmöglichkeiten im privaten Umfeld aufzuzeigen und einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung bei der Nutzung des Tablet Computers im privaten Umfeld zu geben.
2 Themenabrenzung
2.1 Was ist ein Tablet-PC
Bei einem Tablet-Computer handelt es sich um ein Gerät, welches aus Anwendersicht optisch einem Bildschirm ähnelt. Er wird in die Kategorie der mobilen Computer eingeordnet. Ein Tablet ähnelt in Größe und Form einem Note- oder Netbook, besitzt aber im Gegensatz zu diesen keine integrierte Tastatur[1]. Die benötigten Komponenten, wie z.B. Speicher oder auch CPU, befinden sich hinter dem Bildschirm. Somit ist eine zweite mit Technik ausgestattete Einheit zum Aufklappen nicht nötig. Die Bedienung findet entweder mit einem speziellen Stift, dem sogenannten Stylus, oder mit den Fingern statt. Die neuesten Generationen der Tablets bieten zusätzlich eine Sprachsteuerung[2]. Viele Geräte bieten die Möglichkeit der Verwendung einer externen Tastatur zwar an, dieses ist jedoch nicht als Standartnutzung zu werten. Ein weit verbreitetes Leistungsmerkmal ist die Möglichkeit der Nutzung kabelloser Netzwerke und des mobilen Internets. Somit vereint ein Tablet die mobile Nutzbarkeit eines Smartphone mit der Größe eines Notebooks.
2.2 Ziele und Abgrenzungen dieser Fallstudie
Diese Fallstudie hat das Ziel, die Nutzungsmöglichkeiten von Tablet Computer im privaten Umfeld aufzuzeigen. Hierzu gehört sowohl die Analyse der Entwicklung, als auch eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile im Vergleich zu alternativen Technologien. Sie zeigt die technischen Meilensteine der einzelnen IT-Technologien, wird dessen Funktionen jedoch nicht in der Tiefe erläutern. Die detaillierte Beschreibung der Nutzung des Tablet PCs im alltäglichen Ablauf sowie eine Übersicht einiger ausgewählter Apps und Zubehör runden die Thematik ab. Am Ende soll eine vorsichtige Prognose zur mittel- bis langfristigen Nutzung abgegeben werden.
3 Die Geschichte der IT- Systeme bis hin zum Tablet- PC
Der Werdegang des Tablet PCs hin zu den aktuell am Markt erhältlichen Geräten stellt sich im Rückblick als langwierig dar. Dieses Kapitel beschreibt den geschichtlichen Weg des Personal Computers bis zu den heutigen Tablets.
3.1 Geschichtliche Entwicklung der IT- Systeme im privaten Umfeld
3.1.1 Personal Computer
Zu Beginn des Computerzeitalters war eine Nutzung des Computers im privaten Umfeld undenkbar. Die Maschinen benötigten eine Unmenge an Platz und waren für Privatleute aus diesem und nicht zuletzt aus Kostengründen uninteressant. Der erste Heimcomputer wurde im Jahr 1977 von der Firma Commodore präsentiert. Damals bestand jedoch das Problem, dass jeder Heimcomputer nur einen kleinen Teil an Aufgaben übernehmen und abarbeiten konnte. Ein weiteres Problem bestand in den von den Herstellern verwendeten, eigens entwickelten Technologien, sodass sich zunächst keine Standardapplikationen auf dem Markt befanden. 1979 folgte die Präsentation des ersten Mikro-Prozessors, welcher die Grundlage des späteren Personal Computer darstellte. Dieser wurde 1981 von IBM präsentiert und ermöglichte dank eines standardisierten Betriebssystems von Microsoft ( DOS ) die Verwendung der gleichen Software auf verschiedenen Computern. Somit wurde der Wunsch nach Systemen, welche sich den Bedürfnissen jedes einzelnen Käufers anpassten, weitestgehend befriedigt[3]. Diese Rechnersysteme stellten die Basis der bis heute bestehenden Architekturen dar.
3.1.2 Laptop
Fast zeitgleich erblickten die ersten Laptops das Licht der Welt. Der erste sogenannte tragbare Computer wurde im Jahr 1975 von dem Unternehmen IBM vertrieben. Dieser war zwar tragbar, wog jedoch 25Kg. Der erste wirklich erfolgreiche und tragbare Computer wurde im Jahr 1981 vertrieben, dieser wog nur noch rund 12 Kg. In ihrer Leistungsstärke waren sie den stationären Rechner unterlegen, hatten aber den Vorteil mobil nutzbar zu sein. Die ersten Modelle konnten nicht durch Leistung überzeugen. Auch die Laufzeit des Akkus galt als sehr limitiert, sofern diese Möglichkeit überhaupt vorhanden war. So war ein aus heutiger Sicht als mobil geltender Betrieb nahezu ausgeschlossen. Erst ab dem Jahr 1983 konnten mobile Geräte mit der Leistungsfähigkeit stationärer Computer gleichziehen. Auch diese Computer hatten Ausmaße die mit heutigen Desktop-Computern zu vergleichen sind. Heute ist ein Unterschied zwischen hochwertigen mobilen Modellen und leistungsstarken stationären Rechnern kaum wahrnehmbar. Die Leistungsgrenze moderner Prozessoren wie z.B. die Core- i7 Baureihe von Intel werden in den meisten Fällen nicht erreicht. Auch in puncto Größe und Gewicht hat sich in diesem Segment einiges getan. Moderne Notebooks wiegen zwischen 1,4 und ca. 4 Kg[4].
3.1.3 Smartphone
Als Vorreiter der Smartphone gilt die Nokia Communicator Serie ab 1996. Ihr Primärzweck lag nun erstmals nicht mehr in der Nutzung der Telefonie.Dieses Gerät schloss die Lücke zwischen Telefonen und dem PDA[5]. Die Konkurrenz erkannte das Potential, welches in dieser Idee steckte, so bauten beispielsweise Microsoft oder auch Blackberry ähnliche Geräte. Gerade im Geschäftsumfeld setzte sich Blackberry durch. Doch der Durchbruch kam erst 2007 durch Apple. Das Unternehmen stellte als Erstes ein Gerät mit Multitouchoberfläche zur Verfügung. Diese Neuerung ermöglichte es den Kunden das Gerät mit den Fingern zu bedienen. In dieser Phase rückte die Telefonie-Funktionalität noch weiter in den Hintergrund. Dieses hält bis heute an. Moderne Smartphones dienen sowohl dem Spielen, der Navigation, als Kamera, der Terminplanung oder auch dem Social-Networking durch Funktionalitäten wie Twitter oder Facebook.
3.2 Geschichtliche Entwicklung der Tablet- PCs
Präsentiert wurde das erste Konzept eines Tablet Computers bereits 1968 von Alan Kay, er war zum damaligen Zeitpunkt Mitarbeiter bei dem Unternehmen Xerox. Dieser Tablet hieß Dynabook und war für Kinder aller Altersgruppen gedacht[6]. Bei den ersten Tablet Computern handelte es sich noch um Computer zur Verwaltung persönlicher Daten wie z.B. Kontakten. Sie konnten boten zwar mehr Funktionalität als ein PDA, waren aber mit stationären Computern nicht zu vergleichen. Alternativ wurden zu einem späteren Zeitpunkt Notebooks angeboten, bei denen man das Display umdrehen konnte um so eine Art Tablet Computer zu erhalten; es handelte sich aber genaugenommen noch immer um Notebooks. Sie waren nicht so schlank wie heutige Tablet Computer. Ihre Bedienoberfläche und Bedienung änderte sich im „Tablet-Modus“ nicht und Sie mussten mit einem Stift bedient werden. Ein weiteres Problem dieses Computertyps waren die für Notebooks dieser Zeit üblich kurzen Akkulaufzeiten.Heutige Tablet Computer können mit einem Smartphone mit großem Display verglichen werden. Der Tablet PC füllt somit die Lücke zwischen Notebook und Smartphone. Er ist leicht und intuitiv zu bedienen, bietet aber auch eine Displaygröße die z.B. das Anschauen von Mediainhalten erlaubt.
4 Weiterentwicklung am Praxisbeispiel Apple
Da Apple sowohl bei der Entwicklung neuer Technologien als auch bei der Weiterentwicklung vorhandener Technologien eine maßgebliche Rolle in der Geschichte des Computer gespielt hat, widmet sich dieses Kapitel anhand von Praxisbeispielen dem Unternehmen und dem Teil, den Apple dazu beigetragen hat.
4.1 Über das Unternehmen Apple
Das Unternehmen Apple wurde am 01.04.1976 von Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gegründet. Es gehörte zu den ersten Unternehmen welche Personal-Computer für den Heimgebrauch herstellten. Technologisch gesehen hatte das Unternehmen Apple in seiner Geschichte schon immer eine Spitzenreiterrolle, so entwickelte Apple beispielsweise das erste kommerzielle Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche. Heute gehört Apple zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt.
4.2 Produktentwicklung des Unternehmens Apple
Im Wesentlichen kann man die Entwicklungen im Computer-Segment von Apple in drei Kategorien unterteilen.
4.2.1 Vom Macintosh zum iMac
Der erste von Apple entwickelte und vertriebene Computer hieß Apple I und wurde im Mai 1976 vorgestellt. Die Verkaufszahlen des Apple I waren jedoch nicht überzeugend. In den ersten 10 Monaten wurden lediglich 200 Geräte verkauft. Woraufhin der Apple II seine Markteinführung erlebte. Dieser Computer wurde ca. 16 Jahre lang produziert. In dieser Zeit produzierte Apple ca. 2 Millionen Geräte.
Im Jahr 1983 stellte Apple einen Computer mit dem Namen „LISA“ vor. Dieser war der erste Computer mit einer Maussteuerung und grafischer Benutzeroberfläche. Er ließ sich auf Grund seines hohen Preisen von ca. 10.000 $ aber nur schlecht verkaufen.
Am 24. Januar 1984 fand durch Steve Jobs die Vorstellung des Macintosh statt. Mit diesem Computer schaffte es Apple Fuß in den Markt der privaten Computer zu setzen. Doch trotz seines Preises von 2495$ hielten sich auch bei ihm die Verkaufszahlen in Grenzen. Dieser Rechner sollte ab sofort Namensgeber für die nachfolgenden Modelle sein. Selbst heute haben neue Apple Computer noch den Namen „Mac“, angelehnt am Macintosh[7].
Erst im Jahr 1998 gelang Apple endgültig der Durchbruch. In diesem Jahr stelle das Unternehmen seinen iMac vor. Hierbei handelte es sich um einen Monitor, der alle nötigen Hardwarekomponenten bereits integriert hatte[8]. So waren neben der Hauptplatine auch ein CD-Laufwerk, ein Netzwerkanschluss und Lautsprecher verbaut. Die einzig externen Gerätschaften waren Maus und Tastatur, zudem war der iMac optisch ansprechend, wodurch dieser zum idealen Heimcomputer wurde. Ziel des Rechners war es das Surfen im Internet zu ermöglichen. Zum Zeitpunkt der Einführung kostete der iMac in Deutschland 2999DM.
Moderne iMac Systeme haben diese Bauweise beibehalten, sie bestehen jedoch aus einem flachen Monitorgehäuse. Das i in iMac wurde auch weiterhin bei Apple verwendet. Es findet sich heute im iPod, iPhone und iPad und steht für Internet, Information, Inspiration, Individualität.
Im Jahr 2003 bemerkte Apple eine plötzlich stark wachsende Nachfrage nach mobilen Endgeräten. Um diese Nachfrage befriedigen zu können, wurden die von Apple produzierten iBooks und PowerBooks mit deutlich besserer Hardware ausgestattet. Des weiteren fand eine Preissenkung statt, um der ganzen Welt die mobile Nutzung von Apple Geräten zu ermöglichen[9].
4.2.2 Das iPhone
Im Sektor der Smartphones spielte Apple eine Pionierrolle. Das iPhone wurde im Jahr 2007 vorgestellt und war das erste Gerät mit einer Multitouchoberfläche, es erlaubte also die Bedienung mit mehreren Fingern gleichzeitig und war somit eines der ersten Geräte, welches fast ohne Tasten ausgekam. Die vorhandenen Tasten dienten nicht der Menüführung, diese war komplett mit den Fingern steuerbar. Mit dem iPhone wurde der Markt der Smartphones maßgeblich revolutioniert und geprägt. Noch heute zählt das iPhone zu den verkaufsstärksten Smartphones. Mit diesem verknüpfte Apple den vorher so erfolgreichen iPod (Mobilgerät für Mediainhalte) mit den Funktionen eines Mobil-Telefons[10]. Zusätzlich wurde durch ein massives Internetangebot ein Mehrwert geschaffen. Das Smartphone ist in der heutigen Zeit zu einem Lifestyleprodukt geworden. Das iPhone diente auch Anbieter anderer Produkte als Inspiration. So bietet BMW z.B. die Möglichkeit, das iPhone direkt mit dem Auto-Computer finden zu lassen um Musik von dem iPhone über die Musikanlage des Fahrzeugs zu hören[11]. Zu erwähnen wäre aber auch die Möglichkeit sein Auto über das iPhone orten zu lassen und sogar die Türen öffnen und schließen zu können.
4.2.3 das iPad
Im Jahr 2010 erweckte Apple die fast in Vergessenheit geratenen Tablet Computer wieder zum Leben. Mit dem iPad eroberte Apple den Markt mit einem Gerät, welches die einfache Bedienbarkeit und Fähigkeiten eines Smartphones besaß, aber die Größe eines Netbooks hatte. Das iPad ist aber mehr als ein überdimensioniertes Telefon. Apple rundete mit diesem Gerät sein Produktportfolio ab und besaß nun für jeden Anlass das passende Gerät. Heutige Neuerungen wie z.B. die iCloud sind darauf ausgelegt genau diese reibungslose Zusammenarbeit der einzelnen Produkte in den Vordergrund zu stellen. So soll ein Foto, welches mit dem iPhone gemacht wurde direkt auf dem iMac zu sehen sein. Man kann aber auch sein iPad dazu nutzen um den Fernseher umzuschalten oder die Zeitung auf diesem zu lesen. Es bietet also wesentlich mehr an Funktionalität als auf den ersten Blick sichtbar ist. Man kann behaupten, dass Apple Produkte entwickelt, die dem User in vielen Lebenslagen das Leben erleichtern sollen.
5 Der Tablet- PC und seine Nutzung im privaten Umfeld
Bevor eine Prognose über zukünftige Nutzungsmöglichkeiten oder auch Entwicklungen abgegeben werden kann, muss zunächst ein Blick auf die derzeitige stattfindende Nutzung geworfen werden. Zudem ist eine Gegenüberstellung sowohl zwischen Tablet und PC, als auch zwischen Notebook und Tablet durchzuführen, um den gebotenen Mehrwert zu ermitteln.
5.1 Welche Nutzung findet statt
Wie die Möglichkeiten moderner Tablet-Systeme ist auch die Nutzung dieser vielfältig. Den Möglichkeiten sind quasi keine Grenzen gesetzt. Angefangen bei skurrilen Möglichkeiten wie der Telefonie oder auch Videotelefonie. Der größte Anteil an Käufern nutzt den Tablet PC wohl um im Internet Webseiten zu besuchen, zu spielen oder auch um Bücher zu lesen. Im Abschnitt 6 wird detailliert auf die einzelnen Aspekte eingegangen.
5.2 Verbindung der privaten und geschäftlichen Nutzung
Ursprünglich war in vielen Fällen eine Vermischung von privater und geschäftlicher Nutzung von mobilen Endgeräten zumeist auf Produkte der Hersteller Blackberry oder Palm reduziert. Diese Produkte wurden aber zu Ihrer Zeit auch als solche verkauft, nämlich als Bindeglied des privaten Umfeldes, in dem man immer und überall über alles informiert ist. Die Möglichkeiten eines Mischbetriebes gestalten sich aus heutiger Sicht ganz anders. Das einfache „App“-Prinzip der Tablet Computer aller Hersteller lässt eine ganz andere Fülle an Dienstleistungen auf dem mobilen Gerät zu und abgerufene Daten können visualisiert dargestellt werden. Ein Beispiel wären die „Buisness By Design“ Lösungen von SAP, welche aktiv mit der Nutzbarkeit von Smartphones und Table Computer wirbt und einem Mehrwert durch diese generieren will. Auch die immer weiter verbreitete Nutzung von sozialen Netzwerken in und von Unternehmen führt zu einer Vermischung, trotz der Tatsache, dass die Nutzung der Geräte vornehmlich aus dem privaten Umfeld bzw. mobil erfolgt.
5.3 Vorteile des Tablet- PCs
Die Vorteile des Tablet Computers gegenüber anderen Geräten müssen differenziert betrachtet werden. Aus diesem Grund findet eine Unterscheidung in die nachfolgenden zwei Kategorien statt.
5.3.1 Vorteile gegnüber dem stationären PC
Der wohl größte Vorteil von Tablet Computern gegenüber dem herkömmlichen PC liegt in der Mobilität. Doch auch andere Faktoren spielen eine entscheidende Rolle. Die Bedienung eines Tablet Computers ist für den Benutzer deutlich einfacher als bei einem PC, aber auch die Wartung und Pflege ist auf einem Table Computer simpler gestaltet, Apple Gründer Steve Jobs bezeichnete dies als Imputation, also der Optimierung der Software auf die Hardware und umgekehrt. Bei stationären Computern wird ein gewisses Maß an Fachwissen vorausgesetzt. Dieses ist bei Tablet Computern nicht erforderlich. Bei den Anwendungen hat sich im Tablet-Sektor das „App“ Prinzip durchgesetzt. Es erlaubt das einfache Installieren und Deinstallieren durch Antippen einer App im Store oder Verschieben in den „Papierkorb“. Durch die einheitlichen Benutzeroberflächen und Menüführungen ist auch das Einarbeiten ein erleichterter Prozess. Herkömmliche Personal Computer kommen noch immer dem Wunsch der Benutzer von 1981 nach und bieten die Möglichkeit, möglichst alle denkbaren Aufgaben mit dem Gerät zu erledigen. Dieses führt aber im Umkehrschluss zu einem sehr komplexen System, bei dem ein Großteil der vorhandenen Funktionalitäten von den wenigsten Benutzern genutzt wird. Tablet Systeme hingegen sind im Auslieferungszustand nur mit Grundfunktionalitäten ausgestattet, bieten aber einen sehr einfachen Zugang zu anderen Programmen und Inhalten, welche meist kostengünstig zu erwerben sind. Tablet Computer sind im Gegensatz zu Computern ideal dafür geeignet z.B. auf der Couch kurz etwas im Internet zu suchen oder eine digitale Fernsehzeitung zu studieren.
5.3.2 Vorteile gegenüber dem Laptop
Ähnlich wie bei stationären Computern liegt das Augenmerk bei der Entwicklung noch auf der individuellen Nutzbarkeit. Note- oder auch Netbooks verwenden die gleichen Betriebssysteme wie stationäre Computer, auch hierdurch entstehen Überfunktionalität und ein erhöhter Wartungsaufwand. Der Mehrwert der Note- und Netbooks liegt in ihrer Mobilität, doch ist diese im Vergleich zu Tablet Computer nur bedingt vorhanden. Durch die Größe der Geräte und der Tatsache, dass die Steuerung nur mit der Maus oder Tastatur erfolgen kann, wird stets eine feste Unterlage benötigt. Tablet Computer hingegen kann man mit einer Hand festhalten um ein Buch zu lesen, sich Fotos anzuschauen oder auch um einen Film zu sehen. Ein weiterer Vorteil der Tablet Computer ist das geringe Gewicht im Vergleich zu Netbooks und die lange Akkulaufzeit. Auch diese beiden Aspekte betonen nochmal die Mobilität die moderne Geräte mit sich bringen. Durch die rudimentären Betriebssysteme heutiger Tablet Computer ist außerdem eine sofortige Verfügbarkeit beim Ein- und Ausschalten der Geräte gegeben. Auch dieses bietet nochmals einen Vorteil gegenüber Notebooks, welche vor Benutzung erst bis zu 4 Minuten bis zur vollständigen Betriebsbereitschaft benötigen.
6 Alltag mit dem Tablet PC
Die Nutzung des Tablet Computers ist beim Benutzer mittlerweile komplett in den Tagesablauf integriert. Eine Vielzahl von Apps bieten Hilfestellungen bei den unterschiedlichsten Aufgaben. Eine nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebende Auflistung findet sich im Punkt 4.1. Die verfügbaren Apps werden am Beispiel des iPad dargestellt. Die Auflistung orientiert sich dabei an der Kategorisierung des Apple App Store, nähere Erläuterungen zu einzelnen Beispiel- Apps fußen – sofern nicht anders angegeben- auf den jeweils angegebenen Produktbeschreibungen im App Store.
In 4.2 soll ermittelt werden, welche Zielgruppen potentielle Käufer eines Tablet PCs sind.
Abschnitt 4.3 gibt eine adäquate Übersicht, welche Apps vom Nutzer im Tagesverlauf verwendet werden. Dabei wird von grundsätzlichen täglichen Aktivitäten ausgegangen. Auch diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll besonders signifikante Punkte herausstellen.
6.1 Kategorien verfügbarer Apps am Beispiel Apple iPad
In diesem Abschnitt soll eine Übersicht der im App- Store verfügbaren Anwendungen gegeben werden. Die Einteilung erfolgt hierbei anhand der Kategorisierung des App Stores von Apple. Um eine Abgrenzung zu Abschnitt 4.3 zu erreichen, werden hier einige Anwendungen beschrieben, die sich von der breiten Masse abheben, beispielsweise gibt es eine regelrechte Überflutung von sog. Taschenrechner- Apps, eine Anwendung für die Zivilfliegerei dagegen ist aktuell einzigartig.
- Produktivität:
- Copra: Die Anwendung dient bei der Filmerstellung der schnellen Sichtung der sog. „Muster“, also der Szene, die kurz vorher abgedreht wurde. Dies stellt eine erhebliche Verbesserung gegenüber der früher vorher zu produzierenden DVD dar, um etwaige Fehler beim Dreh in der frühen Produktionsphase zu ermitteln und somit die Kosten und Aufwand der Postproduktion gering zu halten [12].
- iDisplay: Erweiterung des MAC- oder Windows- Desktop auf das iPad als Zweitmonitor. Per Bonjour Service über WLAN wird das Device als Zusatzmonitor erkannt, der dann Explorer bzw. Finderfenster, Dokumente, den Mailclient o.ä. anzeigen kann. Bewegte Bilder sind dagegen aktuell nicht zu empfehlen [13].
- Navigation:
- Jeppesen Mobile TC: Karten für die Navigation vor und während des Fluges als Alternative zu Papier- Charts. Die App wurde mittlerweile von der FAA (Federal Aviation Administration) in die Prüfung zur Nutzung während des Fluges aufgenommen.
- Musik:
- Guitar Pro: Darstellung von Noten als Standardform oder in Tabulatoransicht, auch Nicht- Gitarrenstücke sind enthalten und werden in anderer Ansicht angezeigt. Das Scrollen der Partitur kann automatisch in frei wählbarer Geschwindigkeit erfolgen, sodass der User sich voll auf das Spielen des Instrumentes konzentrieren kann [14].
- Korg iMS-20: Synthesizer- Anwendung, die vielfältige Einstellmöglichkeiten bietet. Bringt außerdem eine mehrstimmige Drum- Machine mit [15].
- AmpliTube: Verstärker- Anwendung mit unterschiedlichen Effekten und Aufnahmefunktion für Gitarristen und Bassisten. Die optische Aufmachung ist klassischen E- Verstärkern bis ins kleinste Detail nachempfunden.
- Spiele:
- Aerosoft RadioStackX: virtuelle Funkeinheit für Nutzer des Microsoft Flight Simulator X, zur Anzeige und Einstellung von Funkfrequenzen direkt am Gerät.
- Dienstprogramme:
- FileBrowser: Zugriff auf Netzlaufwerke via CIFS oder SMB- Protokoll, bietet Anzeige grundsätzlicher Dateiformate wie z.B. jpeg, erlaubt Streaming von Audio und Videodaten im lokalen Netzwerk; außerdem Dateiverwaltung über das Programm und Speicherung von Daten des Netzlaufwerkes im App- Speicher des Gerätes [16].
- Lifestyle:
- Pocket control HM: Steuerung von Hausautomationssytemen vor Ort per WLAN oder über gesicherten VPN Zugang von überall. Licht, IP- Kameras, Heizung usw. können über die App angesteuert werden. Zusätzlich werden die im Haus verbauten Sensoren ausgelesen und zeigen z.B. geöffnete Fenster und Türen. Über sogenannte „Aktionen“ sind mehrere Änderungen von unterschiedlichen Geräten zur gleichen Zeit möglich.
- Unterhaltung:
- BMW Connected: Integration des Devices in Fahrzeuge des Münchener Automobilherstellers BMW. Somit können verschiedenste Apps direkt im Fahrzeug verwendet werden, besonders erwähnenswert sind die Text- to- Speech- Funktionen, die z.B. Facebook- Nachrichten vorlesen.
6.2 Welche Zielgruppe haben Tablet PCs?
Da sich das Personal Computing in den letzten Jahren einer extrem breiten Masse erschlossen hat, ist es grundsätzlich anzunehmen, dass jeder Anwender sich dem Thema einfache Benutzung, hohen Benutzerkomfort und überschaubare Kostenfaktoren widmet. Dennoch stellt sich die Frage, welche Usergruppe potenziell als Käufer eines Tablet Computers infrage kommt. In den folgenden Abschnitten soll dazu herausgestellt werden, welcher Nutzungs- und finanzielle Rahmen existiert. In der Zusammenfassung in Abschnitt 6.3.4 wird dann auf dieser Basis versucht die entsprechende Zielgruppe einzuschränken. Diese Einschätzung enthält die subjektiven Gedankengänge der Autoren und muss nicht zwingend mit dem Ergbnis einer statistischen Zielgruppenanalyse übereinstimmen.
6.2.1 Preisliche Aspekte bei der Anschaffung eines Tablet PCs
Übersicht der aktuell erhältlichen Tablets[17]:
- Weltbild Cat Nova, 8 Zoll, 160€
- Apple iPad 1G, 10 Zoll,
- Apple iPad 2G, 10 Zoll, 479€ (16GB WiFi)- 799€ (64GB WiFi+3G)
- Samsung Galaxy Tab 7.0, 7 Zoll, 499€
- Samsung Galaxy Tab 10.1 N, 539€- 629€
- Motorola Xoom, 640€- 700€
Die Übersicht der am Markt befindlichen Tablet Computer zeigt eindeutig, dass der finanzielle Rahmen nicht gleichbedeutend einer Zugangsbeschränkung ist. Vielmehr stellt sich heraus, dass ein Tablet PC für Jedermann durchaus erschwinglich ist. Zudem sind viele der genannten Geräte preislich durchaus interessanter als stationäre Rechner oder Net- bzw. Notebooks, trotz der eventuell in Kauf zu nehmenden Leistungseinbußen. Zu beachten ist in nachrangiger Priorität auch, dass der Betrieb eines Tablet PCs weniger Betriebskosten verursacht als klassische Computer; so verbraucht beispielsweise dass iPad 2 im ans Stromnetz angeschlossenen Zustand 10W, demgegenüber stehen bei stationären Rechnern Stromverbräuche, die sich nicht selten über dem Faktor 40 des iPad befinden.
6.2.2 Übersicht des verfügbaren Zubehörs
- Gerätehalterung für Fahrzeug etc., Brodit-Shop, 49€
- Elgato EyeTV Mobile DVBT- Empfänger, 100€
- Logitech Fold- Up- Keyboard, 100€
Die Auswahl an erhältlichen Zubehörartikeln soll hier bewusst kurz gehalten werden, sie zeigt ingesamt, dass die Nutzungsmöglichkeiten des Tablet PCs extrem vielfältig sind. Im Hinblick auf mögliche Zielgruppen lässt sich damit festhalten, dass prinzipiell für alle denkbaren Aufgaben und Einsatzgebiete Komponenten bereitstehen, die mit dem Tablet interagieren respektive zusammenarbeiten.
6.3 Nutzung von Apps mit dem Tablet PC am Beispiel Apple iPad im gesamten Tagesverlauf
Die auf Tablet PCs verwendbaren Programme, sogenannte Apps, bieten eine Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten. Einige der Apps, die den täglichen Alltag begleiten, sind folgend aufgeführt und teilweise in der Funktionalität erläutert.
6.3.1 Morgens
Betrachtet man die morgendlichen Aufgaben, so finden sich recht interessante Möglichkeiten, die Nutzung des Tablets bereits zu früher Uhrzeit in sein Leben zu integrieren. Die Möglichkeit, sich von seinem Gerät aufwecken zu lassen, bietet z.B. „iHandy Wecker Pro“ oder auch „Sleep Cycle“, wobei hier unterschiedliche Ansätze abgedeckt werden:
- iHandy Wecker Pro verwendet als Anzeige eine Digitaluhrzeitanzeige, die in beliebigen Farben darstellbar ist. Die Weckfunktion kann mittels Weckton oder eigens erstellter iPod- Playlist erfolgen. Es sind mehrere Weckprofile einstellbar, die unterschiedliche Weckzeiten an unterschiedlichen Wochentagen ermöglichen.
- Sleep Cycle bindet den Gyroskop- Sensor ein. Hierbei muss das Gerät auf das Bett des Users gelegt werden. Die App analysiert das Bewegungsprofil des Benutzers während der Nacht, um die Tiefe des jeweils vorliegenden Schlafzyklus zu ermitteln und den User zu einem Zeitpunkt zu wecken, der in dem „leichtesten“ Schlafzyklus liegt. Dazu hat die App einen Spielraum von 30 Minuten vor der Weckzeit bis zum eingestellten Zeitpunkt, beispielsweise bei eingestellter Weckzeit von 06:30 Uhr wird man je nach Tiefe des Schlafes zwischen 06:00- 06:30 Uhr geweckt.
Um sich morgens bereits auf den aktuellen Informationsstand zu bringen, gibt es ebenfalls eine Vielzahl von Anwendungen, hier seien nur einige exemplarisch genannt:
- Es existiert ein „Zeitungskiosk“, welcher Zugriff auf Abonnements der vielfältig erhältlichen Tageszeitungen und Fachmagazine deutscher sowie internationaler Auswahl bietet, wie z.B. FAZ, Bild, Die Welt, Auto-Motor-Sport, Berliner Morgenpost, The Daily, The New York Times usw.
Die Möglichkeit, die jeweiligen Zeitungen für einen bestimmten Zeitraum z.B. für einen oder drei Monate zu abonnieren bietet zusammen mit der Tatsache, dass die tagesaktuelle Ausgabe nachts vollautomatisch auf das Device geladen wird, eine interessante und komfortable Alternative zum klassischen Zeitungsabonnement auf Papier. Zudem ist es umweltfreundlicher. Die Tageszeitungen können neben normalem Text mit interaktiven Inhalten wie Video und Audio, Links etc. gefüllt werden, sodass als Fazit ein echter Mehrwert zur klassischen Tageszeitung entsteht [18].
- N-tv bietet dem User eine eigene Anwendung mit aktuellen Informationen, die in Podcasts, Artikeln und Videos präsentiert werden; außerdem findet sich das Liveprogramm des Nachrichtensenders als Stream wieder.
Auf dem Weg zur Arbeit gibt es die Möglichkeit des Infotainments, gleich ob internetgestützt oder lokal auf dem Device, hier sei nur kurz die iPod- App mit Videofunktion bzw. die native Youtube- Anwendung genannt.
Für die Fahrt zur Arbeit ist neben vielfältigem Zubehör wie Halterungen für das eigene Fahrzeug das Thema Navigation sehr interessant, bekannte Hersteller wie Navigon und TomTom haben hier ihre Produkte platziert. Das Angebot einer regionalen Stauinformationsplattform wie z.B. staumobil von Netbiscuits.com runden die Palette ab.
Dinge, die es über den Tag verteilt zu erledigen gilt, deckt seit iOS5 die Apple- Kreation „Reminders“ ab, hierbei können z.B. Einkaufslisten oder wichtige zu erledigende Aufgaben gespeichert werden. Die Erinnerung kann dabei zu einer vorgegebenen Uhrzeit erfolgen oder an den Ort geknüpft, beispielsweise kann man daran erinnert werden, den Ehepartner zu kontaktieren, sobald man das Büro verlässt.
6.3.2 Mittags
Auch im Mittagsbereich beliefern viele Apps den User mit mehr oder weniger sinnvollen Informationen.
- Für persönliche Gespräche oder Videokonferenzen steht der seit längerem in der PC- Welt bekannte Client „Skype“ zur Verfügung. Die Kommunikation beschränkt sich nicht nur auf die Tablet- Nutzer, sondern verbinden sich auch mit ihren „Brüdern und Schwestern“ auf MAC und PC.
- Die Fernwartung eines Kunden- oder des heimischen PCs wird von Apps wie „Teamviewer“ oder „VNC“ ermöglicht. Unter Teamviewer ist dabei die Steuerung der Rechner- Maus und Tastatur über den Touchscreen des iPad besonders gut gelungen. Auch Datenübertragung vom ferngesteuerten PC oder MAC ist möglich [19].
- Bei der Zubereitung der Mahlzeiten unterstützen Apps mit Rezeptempfehlungen, z.B. von den Anbietern Knorr und Jamie Oliver
- Mit Applikationen wie „Week Calender“ kann der User seine Wochen- und Monatsplanung verwalten.
- Auch das Shopping kommt auf dem Tablet nicht zu kurz, ebay, Amazon, etc. bieten hier ebenfalls Programme an
- Die von Apple selbst erstellten Office- Anwendungen „Pages“, „Numbers“ und „Keynote“ geben dem Benutzer die Möglichkeit, Dokumente zu erstellen und diese direkt am Gerät zu bearbeiten bzw. optisch aufzubereiten. Dabei wird mit dem neuesten Update auf die ausschließlich mit iOS5 kompatiblen Versionen eine Speicherung der Dokumente in der Cloud ermöglicht, um diese mit anderen Geräten zu synchronisieren und auf diesen direkt weiter zu bearbeiten.
- Microsoft hat die App- Variante des für Windows erhältlichen OneNote vor kurzem angepasst, hier ist mittels eines Live- Accounts eine Synchronisierung mit dem Windows- Client möglich.
- Banking- Apps der Sparkasse, der Apotheker- und Ärztebank usw. bieten für das iPad speziell angepasste Versionen ihrer Desktop- Programme zur Konto- und Derivatverwaltung.
- Das Unternehmen Dragon hat eine bereits gut funktionierende Spracherkennung „Dictation“ im Programm, die einfache Diktierfunktionen mitbringt, ihrem „großen Bruder“ Dragon Naturally Speaking am PC aber noch etwas hinterher ist.
6.3.3 Abends/ Nachts
Auch für die späteren Uhrzeiten des Tages gibt es einige Anwendungszwecke, die nun näher beleuchtet werden sollen.
Für die sportliche Unterstützung und Motivation, sich selbst zu betätigen, steht z.B. „Fitness HD“ zur Verfügung. Die Anwendung wartet mit Videos zu Bewegungsabläufen sowie verschiedenen Trainingsplänen auf.
User, die die Geschicke ihres Lieblingsvereins mitverfolgen wollen, bekommen eine besonders breit gefächerte Auswahl. So bietet z.B. „iLiga“ eine komplette Zentrale von Tabelleninformationen und Live- Tickern. Viele international bekannte Sportclubs haben inzwischen eigene Anwendungen für das iPad veröffentlicht, dazu gehören u.A. der FC Bayern München, Manchester United, Arsenal London, Real Madrid, Borussia Dortmund etc. Auch der DFB ist mit einer eigenen App im Store vertreten. Hier werden neben aktuellen Kaderinformationen auch Livestreams der Pressekonferenzen angeboten.
Besonders interessant sind die Apps von laola1.tv, welche z.B. den spanischen Fussball aus „La Liga“ und Pokal live und kostenfrei anbietet und dem Pay- TV- Anbieter Sky, der neben Fussball-, Formel 1- und Golfereignissen auch ein Filmportal geschaltet hat. Zugriff auf diese Inhalte erhalten Sky- Abonnenten mit den vorhandenen Kundendaten, Video on Demand steht aktuell nicht zur Verfügung.
Dem kreativen Kopf sind mit dem iPad praktisch nur wenige Grenzen gesetzt, bieten doch Anwendungen wie z.B. „ArtStudio“ oder „InspirePro“ ein vollständig ausgestattetes Grafikportfolio, dass die Erstellung von Bildern und Malereien auf dem Device ermöglicht.
Für Lernwillige bietet Apple seit Neustem eine virtuelle Universität an: „iTunes U“. Sie bietet Zugriff auf komplette Kurse vieler internationaler Hochschulen, hier seien als Beispiel die Stanford University, das MIT und die RWTH Aachen genannt. Bemerkenswert hierbei ist, dass sich ein kompletter Kurs aus Vorlesungsvideos, Skripten sowie Übungsaufgaben, empfohlenen Apps aus dem App Store usw. zusammensetzt und die Inhalte komplett kostenlos zum Download bereitstehen.
Auch Apps wie „Sonnensystem“ oder „Sky View“, welche mittels Augmented Reality die genaue Positionsermittlung von Sternenbildern, Planeten und Satelliten im irdischen Orbit ermöglicht, sind sehr interessant.
Für Kinder bieten sich ebenfalls zahlreiche Anwendungen, so wurde die App „Erstes Schreiben, erstes Lesen“ u.A. von sich an der Grundschuldidaktik orientierenden Pädagogen entwickelt und motiviert zum spielerischen Erlernen von Lesen und Schreiben.
Spiele auf dem iPad sind ebenfalls in einer schier unendlichen Fülle erhältlich. Die Unterkategorien des App Stores umfassen aktuell 19 Einträge, z.B. enthält die Kategorie Puzzle 8400 Spiele, Simulation 2218 (Stand 29.01.2012). Spiele wie „Achtung“ oder „AirHockey“ sind dabei sogar Mehrspielerfähig, beziehen also mehrere Personen in die Interaktivität mit dem Gerät ein.
6.3.4 Zusammenfassung/ Einschätzung Zielgruppen
Die oben erwähnten Anwendungen betrachtend lässt sich zusammenfassend herausstellen, dass es tatsächlich, wie ein bekannter Werbespruch von Apple lautet, „für Alles eine App existiert“. Die Anwendungszwecke sind extrem vielfältig und ständig kommen neue Entwickler hinzu, die mit ihren Ideen versuchen, dem Benutzer immer mehr Handwerkszeuge, Unterhaltungsmöglichkeiten und Informationsvielfalt an die Hand zu geben. Damit lässt sich feststellen, dass der Tablet PC bei vielen Usern bereits in vielen Dingen des alltäglichen Lebens Einzug erhalten hat und nur schwer weg zu denken ist.
Doch welche Zielgruppe ist nun potenzieller Käufer eines Tablet Computers?
So, wie die Nutzungsmöglichkeiten außerordentlich vielfältig sind, sind dies auch die angesprochenen Personengruppen. Die Preisanalsyse am Anfang des Kapitels zeigte deutlich, dass die Geräte durchaus erschwinglich sind, zudem wurde bereits weiter oben herausgestellt, dass die verwobene Nutzung im privaten wie geschäftlichen Umfeld durchaus ihren Reiz und Sinn hat. Damit lässt sich abschließend die Zielgruppe weder im Geschlecht, Alter, der monetären Grenze, dem sozialen Umfeld noch anderen gesellschaftlichen Aspekten eingrenzen, wobei es sicher besonders prädestinierte Zielgruppen gibt, so ist beispielsweise die sogenannte „Generation Facebook“, also Nutzer, welche eine starke Frequentierung sozialer Netze aufweisen, besonders interessiert am Erwerb eines solchen Gerätes.
7 Prognose mittel- und langfristige Entwicklung im Umgang mit dem Tablet PC
7.1 Prognose vor dem Hintergrund aktueller Patentstreitigkeiten
Nach dem Bekanntwerden der ersten rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Apple und Samsung im Jahr 2011, welche beinahe in einen „Patentkrieg“ ausarten, zeichnet sich aktuell die Wahrscheinlichkeit ab, dass sich die Hersteller der Tablet PCs gegenseitig bei der Entwicklung neuer Geräte blockieren. Webt man diesen Faden weiter, ist es pessimistisch betrachtet durchaus anzunehmen, dass die Gattung Tablet PC früher oder später von sich selbst beerdigt wird. Demgegenüber steht eine weiter wachsende Absatzzahl, die bis zur vollständigen Sättigung des Marktes wohl weiter steigen wird. Nach Ansicht der Autoren sollte es dem Kunden obliegen, über das Für und Wider eines Gerätes zu diskutieren und sich dann selbst eine Entscheidung herausbilden zu lassen.
7.2 Prognose im Bezug auf das Apple iPad
Das iPad ist in seinen bisher zwei veröffentlichten Generationen eine Erfolgsgeschichte, die sich nur selbst übertreffen kann. So wird aktuell mit viel Hingabe in der Presse darüber spekuliert, welche spektakulären Features die dritte Generation des Apple- Produktes enthalten wird. Der Hype, der zuweilen um die neuen Apple- Devices entsteht, gleicht schon fast einem Kult. Ob sich dieser Eindruck in den nächsten Jahren bestätigt, bleibt abzuwarten. Die Auffassung der Autoren bewegt sich in diese Richtung, allerdings werden die Konkurrenz- Unternehmen nicht zusehen, wie Apple auf dem Tablet- Markt weiter davonzieht.
8 Fazit
Die Betrachtung dieser Fallstudie zeigt in mehreren Abschnitten, in welcher Weise Tablet PCs sich mittlerweile im privaten Bereich etabliert haben. Außerdem zeigt sich, dass das Stichwort "private Nutzung" sich mittlerweile in eine Art Mischbetrieb von privater und geschäftlicher Nutzung entwickelt hat.
Apple hat bei der Wiedereinführung des Tablet PCs eine führende, man muss sogar sagen, eine Pionierrolle eingenommen. Die Tatsache, dass Design eben doch mit den hohen Anforderungen konform gehen kann, sorgt bei dem Nutzer für einen ausgeprägten Willen, ein solches Gerät besitzen zu müssen. Die Entwickler und vor allem großen Software- Unternehmen haben frühzeitig erkannt, dass dies ein lukrativer Markt ist und eine außergewöhnliche Anzahl an Apps und Zubehör für alle denkbaren Anwendungen am Markt platziert. Die Prognosen erläutern, dass zukünftig eine weiter verstärkte Vermarktung etabliert werden wird. Die Gefahr der Übersättigung des Marktes ist zwar potenziell vorhanden, aber dennoch als zu vernachlässigen einzustufen. Die Kombination aus emotionaler Bindung, die aus eben beschriebenen Hype entsteht, sowie konzeptionelle, technische und wirtschaftliche Ausprägungen wird weiterhin dafür sorgen, dass der Absatz an Geräten und Anwendungen sowie Zubehör die Gewinnspanne hochhalten wird. Dieser Prozess wird langfristig eine weitere Produktentwicklung bedeuten, sodass davon ausgegangen werden kann, dass sich immer neue Verwendungszwecke für den Tablet PC im Privatbereich herauskristallisieren werden. Die Verwendung eines All-in-One- Gerätes ohne zusätzliche Peripherie aus Tastatur und Maus hat sich durchgesetzt und seine Daseinsberechtigung mehr als verteidigt.
Insgesamt ist klar geworden, dass die Nutzung des Tablet PCs im Privatbereich letztlich den Laptop oder klassischen Computer ablösen wird. Ob dies auf dem bisher beschrittenen Weg geschehen wird, bleibt abzuwarten, die Entwicklung geht aktuell sogar schon wieder weg von der Touch- Bedienung in Richtung Sprachsteuerung, als Zukunftsmusik dagegen gelten z.B. die Steuerung der Geräte direkt per Gedanke, also neuronale Interfaces.
Abschließend lässt sich damit feststellen, dass der Einzug von Tablet- Computern in den privaten Bereich einem Siegeszug des Private Computing gleichkommt. Führt man sich vor Augen, wie lange klassische Computer benötigt haben, bis sie Einzug in die Wohnzimmer des Anwenders erhalten haben, gleicht der Werdegang der Tablet PCs einer Fahrt auf der Überholspur. Vor diesem Hintergrund erscheint es schwer, diese Entwicklung noch zu übertreffen. Da man allerdings nie wissen kann, was sich ein kreativer Kopf noch einfallen lässt, darf man auf die nächsten Jahre gespannt sein.
9 Fußnoten
- ↑ Deborah Morley: Understanding Computers in a Changing Society, 4. Aufl., Course Technology, 15. März 2010, S. 21
- ↑ SIRI http://www.apple.com/de/iphone/features/siri.html?cid=mc-iphone-de-g-sir-siri&sissr=1
- ↑ Ortmann, Jürgen: Einführung in die PC-Grundlagen ; Auflage: 8.Addison-Wesley, München, (2003), S.23
- ↑ Intel Die Geschichte tragbarer Computer: http://www.intel.com/cd/corporate/pressroom/emea/deu/172922.htm
- ↑ http://www.computerwoche.de/netzwerke/mobile-wireless/2104154/index4.html
- ↑ http://www.mprove.de/diplom/gui/kay72.html
- ↑ Erdmann, Charlotte :One more thing: Apples Erfolgsgeschichte vom Apple I bis zum iPad Addison-Wesley, München; Auflage: 1 (26. Mai 2011)
- ↑ Erdmann, Charlotte :One more thing: Apples Erfolgsgeschichte vom Apple I bis zum iPad Addison-Wesley, München; Auflage: 1 (26. Mai 2011), S. 31ff.
- ↑ Erdmann, Charlotte :One more thing: Apples Erfolgsgeschichte vom Apple I bis zum iPad Addison-Wesley, München; Auflage: 1 (26. Mai 2011), S. 232f.
- ↑ Erdmann, Charlotte :One more thing: Apples Erfolgsgeschichte vom Apple I bis zum iPad Addison-Wesley, München; Auflage: 1 (26. Mai 2011), S. 288ff., 332ff.
- ↑ http://www.bmw.com/com/de/owners/navigation/iphone/introduction.html , außerdem Vortrag BMW- Mitarbeiter am FOM Standort Essen
- ↑ CT 18/2011, S. 25
- ↑ CT 04/2011, S. 62
- ↑ CT 01/2012 S. 142
- ↑ CT 26/2010, S. 60
- ↑ CT 10/2011, S. 61
- ↑ www.amazon.de , Preisinformationen müssen nicht tagesaktuell sein
- ↑ CT 05/2011, S. 142ff.
- ↑ CT 20/2011, S. 147

