Einsatz und Leistungsanalyse des SAP Netweaver Application Server

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Name des Autors / der Autoren: Michael Gohlke, Niki Lüdtke, Thomas Bensch
Titel der Arbeit: "Einsatz und Leistungsanalyse des SAP Netweaver Apllication Server"
Hochschule und Studienort: FOM Neuss


Inhaltsverzeichnis


1 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
ABAP Advanced Business Application Programming
ALE Application Link Enabling
AS Application Server
BAPI Business Application Programming Interface
BI Business Intelligence
BSP Business Server Pages
BW Business Warehouse
CO Controlling
CCMS Computing Center Management System
CMS Content Management Services
CRM Customer Relationship Management
CPI-C Common Programming Interface for Communications
CS Central Services
EDI Electronic Data Interchange
ERP Enterprise Ressource Planning
ESA Enterprise Service Architecture (SOA im SAP Umfeld)
ESS Employee Self Services
FI Finance
GUI Graphical User Interface
HR Human Ressources
HSDPAHigh Speed Downlink Packet Access
HTML Hypertext Markup Language [1]
HTTP Hypertext Transfer Protocol [2]
HTTPS Hypertext Transfer Protocol Secure [3]
IAC Internet Application Components
ICC Integration and Certification Center
ICF Internet Communication Framework
ICM Internet Communication Manager
IM Identity Management
ITS Internet Transaction Server
Jco Java-Connector
JVM Java Virtual Machine
JDK Java Development Kit
JSP Java Server Pages
JVM Java Virtual Machine
J2EE Java 2 Enterprise Edition [4]
J2SE Java 2 Standard Edition [5]
LAN Local Area Network
LU 6.2 Logical unit Type 6.2
MC Management Console
MCOD Multi Component in one Database
MI Mobile Infrastructure
MM Materialmanagement
MPI Message Passing Interface
MRS Multi Ressource Scheduling
NWA Netweaver Administrator
OLAP Online Analytical Processing
OLE Object Linking and Embedding
OLTP Online-Transaction-Processing
PDA Personal Digital Assistant
PI Process Integration
PL Procedural Language
PLM Product Lifecycle Management
PM Plaint Maintenance
PP Production Planning
RFC Remote Function Call
RMAN Recovery Manager [6]
RDBMS Relational Database Management Systems
RFIDRadio Frequency Identification
SAP BI SAP Business Intelligence
SAP EP SAP Enterprise Portal
SAP MDM SAP Master Data Management
SAP XI SAP Exchange Infrastructure
SCM Supply Chain Management
SCS SAP Central Services
SD Sales & Distribution
SDMSoftware Deployment Manager
SDN Software Development Network
SID System Identification
SLD System Landscape Directory
SMTP Simple Mail Transfer Protocol
SOA Service Oriented Architecture
SOAP Simple Object Access Protocol
SQL Structured Query Language
RAC Real Application Cluster
TCP/IP Transmission Control Protocol / Internet Protocol[7]
TMS Transport Management System
TS Tablespace
UDDI Universal Description, Discovery and Integration [8]
UMTS Universal Mobile Telecommunication System
WSDL Web Services Description Language[9]
XI Exchange Infrastructure
XML Extensible Markup Language[10]

2 Abbildungsverzeichnis

Nr.Abbildung
1SAP Netweaver Architektur [11]
2ABAP Schema
3JAVA Schema
4ABAP und JAVA Schema
5Konfigurationsarten eines SAP Netweaver AS
6Einstieg in einen AS ABAP
7Einstieg in einen AS JAVA [12]
8SAP Management Console
9SAP Netweaver Administrator
10Configtool
11Administration via Telnet
12SAP Netweaver AS ABAP und JAVA Aufbau
13Einsatz von OPEN- und Native SQL im SAP Netweaver AS
14Oracle Datenbankversion 10g
15BRGUI
16web-basierte Grid-Oberfläche
17Einsatz eines SAP Web Dispatchers
18dreistufige SAP Netweaver AS ABAP Systemlandschaft
19SAP Netweaver Wartungsstrategie
20Support Package Manager
21Java Support Package Manager
22Computing Center Management System

3 Tabellenverzeichnis

Nr.Tabelle
1Analyse auf drei Ebenen
2Prozesse eines AS ABAP
3Prozesse eines AS JAVA
4Bestandteile von BRTOOLS

4 Einleitung

Unter einem Application Server (deu. Anwendungsserver) versteht man im klassischen Sinn einen Server in einem Computernetzwerk, auf dem ein oder mehrere Anwendungsprogramm(e) für einen bestimmten Anwenderkreis ausgeführt werden. Abhängig vom Einsatz- und Verwendungszweck und begünstigt durch den technologischen Durchbruch des Internets, unterscheidet man heutzutage eine Vielzahl von Application Server Arten. Neben dem in dieser Fallstudie erläuterten SAP Netweaver Application Server gibt es noch eine Vielzahl weiterer Application Server wie z. B. Glassfish[13], Websphere[14], JBOSS[15], Apache[16], Cold Fusion[17], Weblogic [18]usw. auf die in dieser Fallstudie aber nicht näher eingegangen wird. Alle genannten Application Server, obgleich unterschiedlichster Art und Hersteller haben jedoch eines gemeinsam. Die eigentliche Anwendung muss immer für einen bestimmten Typ von Application Server entwickelt und programmiert werden. Der Application Server stellt dabei nur eine Laufzeitumgebung für eine individuelle Anwendung bereit, die von einer Vielzahl Clients in Anspruch genommen werden kann. Seit einigen Jahren findet dabei eine Art "Generationswechsel" statt. Dank des rasanten Ausbaus des Internets sowie der Einführung neuer Technologien wie z. B. Web 2.0 trifft man immer weniger auf klassische Client-Server Anwendungen, bei denen der Client selber ein Anwendungsprogramm zur Kommunikation mit dem Server benötigt. Der Trend geht eindeutig hin zu Webanwendungen, bei denen der Client lediglich einen Internet-Browser zur Kommunikation mit dem Application Server benötigt. Die Vorteile dafür liegen auf der Hand. Eine Installation und Wartung eines Client-Programms wird damit überflüssig. Ferner erlaubt der Einsatz von Webanwendungen auf Basis eines Internet-Browsers seitens des Clients eine plattformunabhängige Programmierung. Somit spielt es für die Entwickler und Programmierer keine Rolle mehr, über welches Betriebssystem der Client verfügt, oder welche Art von Client die Anfrage an einen Application Server richtet. Der Erfolg der letzten Jahre im Bereich des e-commerce (electronic commerce) hat gezeigt, das Unternehmen und Softwarehersteller damit genau auf dem richtigen Weg sind. Gegenwärtig bietet der Markt des m-commerce (mobile commerce) ebenfalls großes Potenzial für Webanwendungen, da man hier den Bereich des e-commerce auf mobile Endgeräte erweitert, die ihrerseits mittlerweile auch über einen Browser verfügen.

Im Rahmen der Fallstudie 1 und unter Berücksichtigung des Themenblocks "Application Server" untersucht diese Ausarbeitung den SAP Netweaver Application Server des Softwareunternehmens SAP. Die von der SAP vertriebene Netweaver Systemarchitektur bietet eine große Vielzahl an Möglichkeiten, verschiedenste kaufmännische Lösungen zu implementieren und integriert dabei verschiedenste Softwarekomponenten und Usagetypes in den gesamten Ablauf eines Geschäftsprozesses. Durch den kombinierten Einsatz der untersuchten zwei Applikationsserverarten ABAP und JAVA setzt SAP dabei nicht nur auf altbewährte Client-Server Architekturen und ABAP-Programmierung, sondern geht mit dem AS JAVA neue Wege Richtung reinen browserbasierten Anwendungen unter Verwendung der weit verbreiteten JAVA-Programmierung. Mit dem AS JAVA stellt SAP Web-Services in Vordergrund, die gegenwärtig, wie bei allen Unternehmen, einen eindeutigen Trend verzeichnen können.

Abbildung 1: SAP Netweaver Architektur
Abbildung 1: SAP Netweaver Architektur

SAP Netweaver ist eine webbasierte und offene Integrations- und Applikationsplattform, die als Grundlage für eine Service Oriented Architecture (SOA)[19] dient. Netweaver bietet die Möglichkeit, Anwendungen von Drittanbietern effizient an die SAP Lösung anzubinden und beinhaltet hierfür umfangreiche Schnittstellen auf der Ebene der Anwenderoberfläche, der Daten und der Prozesse. SAP Netweaver verwendet offene Standards und ermöglicht die Integration von Informationen und Applikationen von unterschiedlichen Quellen und Technologien. Dabei können Kunden selber entscheiden welche Art Application Server sie betreiben wollen. Als eines der weltweit führenden Softwareunternehmen für kaufmännische Softwaresysteme bietet SAP mittlerweile eine Vielzahl an Lösungen für verschiedenste Branchen an. Darunter sind z. B. Lösungen für Banken, Gesundheitswesen, Forschung, Innere & Äußere Sicherheit, Versicherungen, Großhandel, Logistik, Telekommunikation, Automobilindustrie, Luftfahrt, Papierindustrie, Bergbau, Chemieindustrie usw. Dabei stellt, egal welche branchenspezifischen Lösungen eingesetzt werden, die Basis immer der SAP Netweaver Application Server dar.

4.1 Historische Entwicklung

1972 gründeten fünf ehemalige Mitarbeiter der IBM[20](Claus Wellenreuther, Hans-Werner Hector, Klaus Tschira, Dietmar Hopp und Hasso Plattner)die Firma Systemanalyse und Programmentwicklung in Weinheim. Das Unternehmen begann mit der Entwicklung von Programmen für Lohnabrechnungen und Buchhaltung auf Großrechnern, dem damaligen SAP R/2. 1992 wurde das auf Basis des SAP R/2 in weiten Teilen neu entwickelte SAP R/3 am Markt positioniert. Das damalige SAP R/3 bestand, wie bei aktuellen Releases des SAP Netweaver AS 7.1 auch noch, aus einer Vielzahl von Modulen, die den Kunden für verschiedenste Geschäftsprozesse zur Verfügung gestellt wurden. Darunter sind zum Beispiel Module wie FI, CO, MM, SD, PP und HR. Durch die kontinuierliche Weiterentwicklung und Erweiterung des Umfangs von SAP R/3, vor allem im Hinblick auf die Entwicklung des SAP Web AS JAVA, dem heutigen SAP Netweaver AS JAVA, entschied sich die SAP schließlich für eine neue Namensgebung. Man änderte aber nicht nur die Versionierung der aktuellen Software, sondern setzte auch mehr auf marketingwirksame Aussagen. So änderte man z. B. die ERP-Software, welche mit dem Release SAP R/3 4.7 letztmalig eigenständig auftrat, in SAP ECC (SAP Enterprise Ressource Planning Central Component). Seinerzeit wurde, wie von vielen anderen Softwareunternehmen auch, Akronyme wie SCM, CRM etc. aufgegriffen und in die Namensgebung der Softwarepakete integriert. Die u. g. Historie zeigt die bis dato erschienen AS Releases in chronologischer Reihenfolge.

SAP AS Historie

  • SAP-BASIS (bis 4.6D)
  • SAP Web Application Server 6.20
  • SAP Web Application Server 6.30 (nie ausgeliefert)
  • SAP Web Application Server 6.40 (ABAP, JAVA)
  • SAP Netweaver Application Server 7.00 (ABAP, JAVA)
  • SAP Netweaver Application Server 7.10 (ABAP, JAVA)

4.2 Unterstützte Betriebssysteme und Datenbanken

Der Erfolg des SAP Netweaver AS liegt vor allem an der Tatsache, das der SAP AS auf fast allen gängigen Plattformen installiert werden kann und mit verschiedensten Datenbanksystemen kombinierbar ist. Dabei werden folgende Plattformen und Datenbanken unterstützt.

Unterstützte Betriebssysteme

  • AIX[21] (UNIX Betriebssystem der Firma IBM)
  • HP-UX[22] (UNIX Betriebssystem der Firma HP, hier auf PA-Risc und IA64)
  • LINUX (diverse Derivate wie RedFlag, zLinux, Suse, SLES auf IA32, PPC, X86_64 und IBM zSeries
  • Solaris[23] (UNIX Betriebssystem der Firma SUN, auf Sparc und X86_64)
  • Windows (IA32, IA64, X86_64)
  • IBM (OS 400)
  • IBM (OS390 z/OS)[24]

Unterstützte Datenbanken

  • Microsoft SQL Server[25]
  • IBM DB2[26] (für z/OS, iSeries, DB2 für Windows)
  • Oracle[27]
  • IBM Informix[28]
  • MySQL Max DB[29]
  • SAP liveCache[30]

4.3 Softwarekomponenten

Neben dem in dieser Fallstudie untersuchten SAP Netweaver Application Server, umfasst das Produkt "SAP Netweaver" noch weitere Komponenten, die im Zusammenhang mit dem Application Server für unterschiedlichste Verwendungsarten eingesetzt werden können. Abhängig von der jeweiligen eingesetzten Verwendungsart (auch Usagetype genannt) können folgende Komponenten zusätzlich installiert werden.

  • SAP Netweaver Business Intelligence
    Die Komponente SAP Netweaver Business Intelligence dient der Zusammenführung von verschiedensten unternehmenskritischen Daten (z.B. aus den Bereichen Einkauf, Vertrieb, Marketing, Produktion usw..) sowie deren sinnvoller Extrahierung und Aufbereitung für z. B. Entscheidungsvorlagen und Mittelfristplanungen. Dabei resultiert die Notwendigkeit solcher Systeme aus der Tatsache, das große Unternehmen über die Jahre Unmengen von Daten gesammelt haben und eine erfolgsentscheidende Auswertung aller Daten immer umfangreicher und komplizierter geworden ist. Durch SAP Netweaver BI sind Unternehmen in der Lage, Kostensenkungspotenziale zu identifizieren, oder sogar neue Märkte zu erschließen. Dabei dienen sie als Entscheidungshilfe für Führungskräfte und Strategen um sich vom Markt und den Mitbewerbern abheben zu können. Ein SAP Netweaver BI umfasst dabei folgende Eigenschaften:


Data Warehouse Management
Ermöglicht den Aufbau von Data Warehouses (Datenlagern) sowie deren Steuerung. Dabei können Daten aus unterschiedlichsten Datenquellen in ein Data Warehouse geladen werden und nach speziellen Kundenanforderungen ausgewertet und aufbereitet werden. Herzstück zur Steuerung und Überwachung stellt dabei das SAP Netweaver Business Information Warehouse dar. Um auf verschiedenste Datenquellen zugreifen zu können, kann ein SAP Netweaver BI die Daten nicht nur extrahieren und in ein Datawarehouse integrieren, sondern auch transformieren. So lassen sich z.B. Daten aus einem ERP-System, einem CRM-System und aus XML-Datenquellen sinnvoll zusammenführen. Der Kunde kann dann entscheiden, in wie weit er welche Daten, in entsprechender Detailtiefe zu Analysezwecken benötigt.
OLAP - Online Analytical Processing
Gegenüber dem OLTP steht in einem SAP Netweaver BI System die Durchführung komplexer Analysevorhaben im Vordergrund. Die Daten werden dazu in einem eigenen System von einer Vielzahl anderer Systeme gesammelt um deren produktiven Betrieb nicht zu gefährden. Analysten haben dann die Möglichkeit spezielle Anfragen zu entwickeln, die das OLAP-System dann auswerten kann. SAP Netweaver BI Systeme erlauben dabei die multidimensionale Analyse von Daten über Zeit, Ort oder Produkt usw.
Data Mining
Anhand statistisch-mathematischer Methoden lassen sich Datenbestände auf evtl. versteckte Muster untersuchen.


  • SAP Netweaver Exchange Infrastructure
    Die Komponente SAP Netweaver XI bietet eine offene Integrationsplattform, die eine Zusammenarbeit von SAP-Systemen und fremden Systemen gewährleistet. Dabei setzt die Komponente XI auf die zurzeit gängigsten Technologien wie z. B. Web-Services, XML Messaging sowie Java und den J2EE Standard. Konkret lassen sich so systemübergreifende Geschäftsprozesse realisieren unter Einbeziehung von non-SAP und SAP Systemen und auch in Kombination unterschiedlichster Versionen und Implementierungsarten. Dabei können sowohl unternehmensinterne als auch unternehmensübergreifende Szenarien realisiert werden. Mit SAP Netweaver XI lassen sich dabei nicht nur Nachrichten und Prozesse modellieren, transformieren und integrieren, sondern auch deren Fluss überwachen und steuern.


  • SAP Netweaver Master Data Management
    SAP Master Data Management dient der Konsolidierung von Stammdaten. Dabei werden Stammdaten in verschiedensten Systemen gesucht und ähnliche oder gar identische Stammdaten identifiziert. Die Notwendigkeit von Master Data Management-Systemen ergibt sich aus der Tatsache, dass immer mehr Unternehmen Probleme haben, ihre Stammdaten in großen heterogenen Systemlandschaften konsistent zu halten. Dabei ist die Vorhaltung konsistenter Stammdaten ein erfolgkritischer Faktor für viele Unternehmen. Auf Grund des Betriebs von unterschiedlichsten Systemen geschieht eine zunehmende Verteilung von Stammdaten innerhalb eines Unternehmensnetzwerks und auch darüber hinaus Richtung Zulieferer und Kunden. Mit SAP Netweaver MDM erhöht man dabei nicht nur die Effizienz sondern verbessert auch die Datenqualität von Stammdaten. Die Möglichkeit Daten aus non-SAP Systemen zu importieren und an solche Systeme per Export weiter zu leiten, bewirkt dabei eine zusätzliche Effizienzsteigerung.


  • SAP Netweaver Mobile
    Die Softwarekomponente SAP Netweaver Mobile basiert ebenfalls auf der SAP Netweaver Technologie. Sie stellt eine universelle Infrastruktur für die von der SAP vertriebenen „Solutions for Mobile Business“ zur Verfügung. SAP Netweaver Mobile fungiert dabei sowohl als Client- wie auch als Serverkomponente. Erst die „Mobile Infrastructure“ ermöglicht mobile Applikationen auf verschiedensten Endgeräten und Netzwerktechnologien, auch unter Berücksichtigung von Online- und Offline-Szenarien. Hierzu wird die Komponente SAP Netweaver Mobile lokal auf einem beliebigen Endgerät installiert. In der Installation enthalten sind dabei ein Webserver, sowie ein Datenbank-Layer und eine eigene Geschäftslogik. Diese Art der Installation ermöglicht dann nicht nur Online-Arbeiten bei vorhandener Netzwerkverbindung (via UMTS, WLAN etc…) sondern auch das Offline-Arbeiten inkl. Synchronisations- und Replikationsmethoden mit der Server-MI. SAP Netweaver Mobile als einzelne Komponente des SAP Netweaver basiert dabei auf XML und Java. Neben dem Webserver, Datenbank-Layer und der Geschäftlogik, enthält jede Installation eine Java Virtual Machine. Diese stellt Java als offenes plattformübergreifendes Programmiermodell zur Verfügung, welches es erst ermöglicht, verschiedenste Netze und Endgeräte (Laptops, PDA´s, Smart Phones) in einen Geschäftsprozess mit einbinden zu können. Das zum Zeitpunkt dieser Ausarbeitung aktuellste Release ist die Version SAP MI 7.1. Mit dieser Version wurde ein neues Feature eingeführt, die so genannte „Data Orchestration Engine“. Bislang waren Kunden und Anwender gezwungen, immer vollständige Datenpakete an die mobilen Endgeräte zu senden. Dies führte zu einem sehr hohen Übertragungsvolumen und setzte für einen effizienten Betrieb schnelle Datenleitungen voraus (UMTS). Mit der Data Orchestration Engine kann der Kunde die Daten nach kundenspezifischen Regeln versenden. Dabei werden nur die tatsächlich benötigten Daten übermittelt. Statt bei einer Feldänderung den kompletten Datensatz zu versenden, werden hier nur die Nettodaten zwischen Frontend und Middleware verschickt. Dies verkürzt nicht nur die Synchronisationszyklen, sondern beschleunigt auch die Datenverteilung und verringert Lastspitzen im Backend-System. Gleichzeitig ist damit auch ein effizienter Online-Betrieb in Regionen möglich, die bisher nicht mit schnellen UMTS oder HSDPA-Verbindungen zu erreichen sind.


  • SAP Netweaver Portal
    Die Komponente SAP Netweaver Portal bezeichnet die Unternehmensportal-Software der Firma SAP. Sie basiert auf dem SAP Netweaver Application Server Java und beinhaltet unter anderem Single Sign-On, personalisierte Userzugriffe, rollenbasierte Darstellungen sowie Anwendungsintegration von z. B. ESS (Employee Self Services). Mit SAP Netweaver Portal lassen sich verschiedenste Anwendungen und Dienste zu einer einheitlichen Benutzeroberfläche zusammen führen. Anwendungen innerhalb eines Portals werden dabei über so genannte iViews realisiert. Durch den SAP Netweaver AS Java als Basis für das Portal lassen sich dabei plattformunabhängige Zugriffe z. B. durch Desktops, mobile Endgeräte und PDA´s realisieren. Darüber hinaus bietet die Komponente SAP Netweaver Portal ein Knowledge-Management, welches relevante Informationen strukturiert und klassifiziert um verschiedenste Informationen für Kunden und Mitarbeiter über einen zentralen Zugangspunkt zur Verfügung zu stellen. Das SAP Knowledge-Management umfasst hierbei insgesamt drei Kernbereiche.


Content Management Services
Content Management Services dienen im SAP Netweaver Portal zur Erstellung, Ablage, Verwaltung, Anzeige und Versionierung von unterschiedlichsten Dokumentenarten.
Klassifizierungs-Services
Ermöglichen umfangreiche Suchfunktionen in einem SAP Netweaver Portal sowie eine Klassifizierung verschiedenster Dokumententypen.
Collaboration Services
Ermöglichen Diskussionsforen, Teamräume, Chats, Application Sharing sowie die Integration diverser Groupware-Produkte. Dabei liegen die Vorteile eines Knowledge-Managements in Verbindung mit dem SAP Netweaver Portal auf der Hand. Dokumente und Informationen sind schneller abrufbar, Inhalte können unabhängig vom Speicherort zentral aufgerufen werden, Suchzeiten können minimiert werden. Ferner lässt sich damit eine unternehmensübergreifende Zusammenarbeit auch über andere Standorte und Länder realisieren.


  • SAP Auto ID Infrastructure
    Die Komponente SAP Auto ID Infrastructure integriert automatische Kommunikations- und Empfangsgeräte wie z. B. RFID-Lesegeräte, Drucker, Barcode-Scanner und Embedded Systems. Dabei werden alle elektronischen Daten automatisiert und in Echtzeit bearbeitet. Dabei findet sie überwiegend im Logistik-Bereich Anwendung um dort nicht nur durch die Automatisierung die eigenen Prozesse effizienter zu gestalten, sondern auch um Supply Chain-Prozesse adaptiver zu gestalten.


  • SAP Netweaver Identity Management
    Durch diese Softwarekomponente lässt sich eine systemübergreifende Zugangsberechtigung in einem komplett heterogenen Netzwerk realisieren. Dabei können nicht nur SAP-eigene Systeme einbezogen werden, sondern auch SAP-fremde und Altsysteme. SAP Netweaver Identity Management arbeitet rollenbezogen. Durch den Administrator werden entsprechende Rollen im System definiert, die dann bei gegebenem Anlass durch das SAP Netweaver IM automatisiert den User zugewiesen oder entzogen werden. Elementarer Bestandteil ist der User selber, der sich über Self Services in Verbindung mit zentralen Einstiegspunkten ggf. seine Passwörter selber ändern kann.


  • SAP Netweaver Enterprise Search
    Die Softwarekomponente SAP Netweaver Enterprise Search bietet einen umfassende Suchlösung, mit der SAP-eigene und SAP-fremde Systeme nach bestimmten Informationen und Inhalt durchsucht werden können. Dabei lassen sich externe Content Management Systeme über definierte Schnittstellen anbinden. Die Komponente setzt dabei nicht auf ein XML-Repository sondern auch eine echte Index-Suche. Dies führt im praktischen Einsatz zu erheblich kürzen Antwortzeiten. SAP Netweaver Enterprise Search lässt sich auch in der Komponente SAP Netweaver Portal integrieren. Auf diese Weise ermöglicht man den Portalusern einen einheitlichen und sicheren Zugriff auf Geschäftsdaten in Echtzeit.

5 Architektur des SAP Netweaver Application Server

Der SAP Netweaver AS lässt sich, abhängig von der jeweiligen Verwendungsart, auf 4 verschiedene Arten installieren. Vor der Installation eines SAP Netweaver AS müssen Kunden genau prüfen, welche Anforderungen der SAP Netweaver AS erfüllen muss. Dabei entscheidet man sich primär, welche Applikationen zum Einsatz kommen sollen. Möchte man nur reine ABAP-Anwendungen betreiben, so entscheidet man sich für den SAP Netweaver AS ABAP. Setzt man hingegen nur auf reine JAVA Anwendungen, auf Basis von J2EE, so entscheidet man sich für die Installationsart SAP Netweaver AS Java. Dieser kommt z. B. dann zum Einsatz, wenn man ein Portal der SAP als Internet- oder Intranet-Lösung betreiben möchte. Darüber hinaus gibt es auch Szenarien, bei denen beide Application Server Arten zwingend installiert werden müssen. Ein SAP Netweaver AS ABAP/Java kommt z. B. dann zum Einsatz, wenn man sich für einen SAP PI Usagetype entscheidet. SAP Process Integration als Weiterentwicklung der Exchange Infrastructure XI stellt eine Verwendungsart eines SAP-Systems dar, welche speziell den Datenaustausch zwischen SAP-eigenen und fremden Systemen ermöglicht.


5.1 AS ABAP

Der SAP Netweaver AS ABAP stellt eine komplette Infrastruktur zur Ausführung von ABAP-Anwendungen bereit. ABAP stellt dabei eine eigene proprietäre Programmiersprache der Firma SAP dar, die zur Programmierung von SAP-Anwendungen entwickelt wurde um speziell die Massendatenverarbeitung zu unterstützen und zu beschleunigen. ABAP steht dabei für "Advanced Business Application Programming" und ähnelt in der Grundstruktur der Programmiersprache Cobol. Spätestens seit der Auslieferung von SAP R/3 1993 basierten alle so genannten Module auf dieser Programmiersprache. Trotz des hohen Alters der Sprache wird diese heute teilweise immer noch weiter entwickelt. Mit dem gegenwärtig aktuellsten Release SAP Netweaver AS 7.1 wurde z. B. eine Reihe von Vereinfachungen der Sprache hinzugefügt. Die Programmiersprache ABAP gehört heute zu den so genannten 4GL Sprachen (Programmiersprachen der vierten Generation). Sprachen der vierten Generation zeichnen sich vor allem dadurch aus, mit relativ wenigen Code-Zeilen schnell zu einem entsprechenden Ergebnis zu kommen. ABAP bietet gegenüber anderen Programmiersprachen eine Reihe von Vorteilen. Zum einen sind integrierte Schnittstellen zu XML und RFC vorhanden. Zum anderen bietet ABAP das so genannte OLTP (Online-Transaction-Processing) welches sich durch Verarbeitung von Transaktionen und Geschäftsvorfällen im Onlinebetrieb bzw. Dialog auszeichnet. Dadurch können Geschäftsvorfälle nicht nur in der bekannten Batch-Verarbeitung abgewickelt werden, d. h. alle Geschäftsvorfälle von einem Tag werden gesammelt und nachts im Hintergrund verarbeitet, sondern auch im operativen Tagesgeschäft. Das unten aufgeführte ABAP Schema erläutert den Aufbau eines AS ABAP. Die Kommunikation über den ICM wird in einem späteren Kapital erläutert.


Abbildung 2: ABAP Schema
Abbildung 2: ABAP Schema

5.2 AS JAVA

Mit der Entwicklung des SAP Web AS Java 6.20, der Ursprungsversion des SAP Netweaver AS JAVA, konnte neben der Programmiersprache ABAP auch erstmals JAVA als Programmiersprache eingesetzt werden. Die Programmiersprache JAVA wurde im Jahre 1995 von SUN Microsystems Inc.[31] vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine objektorientierte und gleichzeitig plattformunabhängige Programmiersprache. Das bedeutet, dass ein und dasselbe Programm, welches in Java entwickelt wurde, auf unterschiedlichsten Systemen wie Windows, Linux, UNIX, MacOS usw. zum Einsatz kommen kann. Vorausgesetzt das die verschiedenen Systeme über eine eigene JRE (Java Runtime Environment) verfügen. Im Bereich der JAVA-Programmierung differenziert man zwei grundsätzliche Arten von Programmen. Java-Applikationen sind vollwertige Programme mit komplettem Funktionsumfang, die entweder lokal auf einem Desktop ausgeführt werden, oder auch in Client-Server Umgebungen zum Einsatz kommen. Java-Applets dagegen, werden meist als kleine Applikationen bezeichnet, die in die Laufzeitumgebung eines Web-Browser integriert werden. Java unterscheidet sich spätestens beim kompilieren von anderen Programmiersprachen. Herkömmliche Programmiersprachen entwickeln beim Vorgang des Kompilierens einen Maschinencode, der immer direkt für eine bestimmte Plattform generiert wird. Der Compiler im JAVA hingegen erzeugt keinen direkten speziellen Code für eine Plattform, sondern erzeugt zunächst einen so genannten Bytecode für eine JVM (Java Virtual Machine). Einzig die JVM stellt dann eine plattformabhängige Komponente dar, d. h. jedes OS hat seine eigene JVM. Zur Erstellung eines plattformunabhängigen JAVA Programms benötigen Entwickler ein so genanntes JDK (Java Development Kit). Ein JDK umfasst alle notwendigen Programme zu Erstellung von Java-Applikationen. Dazu gehören neben der notwendigen Software auch entsprechende Packages mit Java-Klassen, ein Java-Compiler, eine JVM zur Ausführung und zum testen der Programme sowie ein Java-Debugger. SAP setzt beim SAP Netweaver AS Java auf den J2EE Standard. J2EE bedeutet dabei Java 2 Enterprise Edition und stellt eine Erweiterung des J2SE Standards dar. Die J2SE, also die Java 2 Standard Edition ist die normale Softwareumgebung des Java 2 SDK. Der erweiterte Standard J2EE stellt gegenüber J2SE noch zusätzliche Pakete wie z. B. Java Beans, JSP und Servlets zur Verfügung. Mit dem SAP Netweaver AS Java können nun sowohl server- als auch clientseitige Webanwendungen implementiert werden. Das unten aufgeführte JAVA Schema erläutert den Aufbau eines AS JAVA. Die Aufgabe der einzelnen Prozesse wird in Kapitel 7 untersucht.


Abbildung 3: JAVA Schema
Abbildung 3: JAVA Schema

5.3 AS ABAP/JAVA Dualstack

Bei dieser Art der Installation handelt es sich um den kombinierten Betrieb eines AS ABAP und eine AS JAVA. Bis zum SAP Release SAP Netweaver 7.0 wurde Systeme als so genannter Dualstack installiert. Entscheidet man sich bei der Installation für einen kombinierten Betrieb, also den Einsatz eines SAP Netweaver AS ABPA und JAVA, so können nicht nur auf ABAP basierte Business Server Pages, sondern auch javabasierte Programme wie etwa Java Server Pages für z. B. einen Onlineshop oder ein Intranet- oder Internet-Portal genutzt werden. Ferner kann für einen kombinierten Einsatz mehrerer Softwarekomponenten ebenfalls eine Dualstackinstallation erforderlich sein. Bei der Softwarekomponente XI ist z. B. eine AS ABAP und AS JAVA zwingend erforderlich. Bei einer Dualstacklösung greift sowohl die ABAP-Anwendung als auch die Java-Anwendung auf einen gemeinsamen Datenbestand zu, d. h. auf eine gemeinsame Datenbank. Beide Anwendungen werden dabei über eine gemeinsame SID, also eine gemeinsame Systemidentifikation betrieben. SID´s können im SAP Netweaver AS standardmäßig in einer 3-stelligen Kombination aus Zahlen und Buchstaben (mit Ausnahmen) frei gewählt werden (wie z.B. PRD, QAS, T01 etc...) Dieser Art der Installation ist aber unter bestimmten Bedingungen mit einige nachteilen verbunden. Um diesen Nachteilen entgegen zu wirken hat man sich beim Release SAP Netweaver 7.00 eine weitere Installationsart entwickelt. Das unten aufgeführte ABAP & JAVA Schema erläutert den Aufbau eines AS ABAP & JAVA als Doublestack oder auch Dualstackinstallation. Die einzelnen Prozesse der ABAP- und JAVA-Instanz werden in Kapitel 7 näher erläutert. Damit bei einem Dualstack-System beide Stacks miteinander kommunizieren können, wird eine so genannte Java-Connector Verbindung eingerichtet, über die die Kommunikation realisiert werden kann. Eine solche Kommunikation ist z. B. notwendig, weil sich der Java-Stack Benutzer- und Benutzerinformationen aus dem AS-ABAP holt. Auch für den Betrieb eines gemeinsamen SLDs sind solche Verbindungen erforderlich.


Abbildung 4: ABAP und JAVA Schema
Abbildung 4: ABAP und JAVA Schema

5.4 AS ABAP/JAVA seperated Stacks

Auch bei dieser Art der Installation wird sowohl ein SAP Netweaver AS ABAP und ein AS JAVA installiert. Allerdings nicht wie bei der Dualstacklösung über eine gemeinsame SID sondern über zwei gesonderte, also separate SIDs. Sowohl der ABAP- als auch der Java-Applikationsserver erhalten dabei eine eigene SID. Beide Anwendungen greifen aber immer noch auf eine gemeinsame Datenbank zu. Hier spricht man dann auch jenseits der SAP-Namensgebung von einer so genannten MCOD-Installation (Multi Component in one Database). Die Vorteile dieser Art der Installation liegen vor allem in der besseren Skalierbarkeit, Administration und Wartung der Applikationsserver. Hat man bei einem Dualstack Parameteränderungen im ABAP-Umfeld durchgeführt, die einen Neustart erforderlich machen, so musste immer zwingend das JAVA-Umfeld mit gestoppt werden. Mit der Variante "seperated Stacks" kann man beide Application Server unabhängig von einander betreiben. Erst die gemeinsame Datenbank oder Anpassungen und Veränderungen in eben solcher, beeinflussen das gesamte System (Cluster).

6 Leistungsanalyse auf drei Ebenen


Ebene Anwendung
Tabelle 1: Analyse auf drei Ebenen
Präsentationsebene SAPGUI, Webbrowser
Applikationsebene AS ABAP, AS JAVA
Datenbank RDBMS

Wir unterscheiden im Rahmen der Analyse eines SAP Netweaver Application Servers drei Ebenen, die Präsentationsebene, Applikationsebene und letzen Endes die Datenbank. Diese drei Ebenen lassen sich, abhängig vom Umfang des gesamten Systems in eine zweistufige oder dreistufige Konfiguration unterteilen. Bei einer zweistufigen Konfiguration befinden sich Datenbank und Applikation gemeinsam auf einem Server. Lediglich die Präsentationsebene läuft auf Frontend-Systemen ab bzw. auf Desktops (z. B. in Form der SAP GUI). Bei einer dreistufigen Konfiguration befindet sich die Präsentationsebene ebenfalls auf Frontend-Systemen. Applikation und Datenbank werden jedoch dabei physikalisch von einander getrennt und können somit auf unterschiedlichen Servern laufen. Eine zweistufige Konfiguration wird in der Praxis meist für Test- und Entwicklungssysteme verwendet, bei denen lediglich ein eingeschränkter Nutzerkreis Zugang zu den Systemen bekommt, vereinzelt auch für kleine produktive Systeme. Durch immer schneller werdende Hardware ist jedoch auch hier aktuell ein Trend zu verzeichnen. So erlaubt z.B. ein aktuelles System p[32]mit Power6 Prozessoren der Firma IBM bei entsprechendem Ausbau auch den Betrieb von großen produktiven Systemen in einer zweistufigen Konfiguration.


Abbildung 5: Konfigurationsarten eines SAP Netweaver AS
Abbildung 5: Konfigurationsarten eines SAP Netweaver AS

Durch immer leistungsfähigere Serverhardware wächst aber auch die Anzahl von produktiven Systemen mit einer zweistufigen Konfiguration. Ab einer gewissen Anzahl User kommt dann die dreistufige Konfiguration zum Einsatz. Durch die physikalische Trennung von Applikation und Datenbank erreicht man eine wesentlich höhere horizontale Skalierbarkeit, da man zusätzlich weitere Application Server in einen Verbund einfügen kann. Somit stellt die jederzeit erweiterbare Applikationsebene keine Grenze dar, sondern lediglich der Datenbankserver und die damit verbundene Hardware. Neben einer zwei- und dreistufigen Konfiguration verwendet die SAP in ihrem Sprachgebrauch auch noch eine sogenannte mehrstufige Konfiguration. Dabei kann zwischen der Ebene der Applikation und der Präsentation eine Middlewarekomponente eingefügt werden. Dies wird z. B. dann erforderlich, wenn in CRM-Systemen ein Datenaustausch mit mobilen Endgeräten gesteuert werden soll.

6.1 Präsentationsebene

Abhängig davon welche Art Application Server man betreiben möchte (AS ABAP, AS JAVA, oder beide) unterscheidet man grob 2 Arten der Präsentationsform. Zum einen findet man, bei Verwendung eines AS ABAP das so genannte SAPGUI vor, zum anderen, bei Betrieb eines AS JAVA dient lediglich ein Internet-Browser zur Präsentation. Betrachtet man die Präsentationsebene etwas genauer, gibt es jedoch gleich mehrere Varianten eines SAP GUI (GUI Graphical User Interface). Generell gilt, dass das SAP GUI immer die Schnittstelle zum Benutzer bildet. Dabei spielt es zunächst auch keine Rolle, welche Rechte oder Aufgaben der jeweilige Anwender oder Nutzer im Unternehmen hat. Egal ob Administrator, Vorstandsmitglied oder Buchhalter, alle verwenden das SAP GUI. Entwickelt nach den Richtlinien des Windows-Style-Guides bietet SAP GUI eine mausgesteuerte, einfache, mehrsprachige Bedienbarkeit.



Bei der Verwendung eines SAP GUI unterscheidet man 3 verschiedene Arten. Die wohl gebräuchlichste ist das "SAP GUI for Windows Environment". Diese Version unterstützt die Betriebssysteme Windows 98, Windows NT4, Windows 2000, Windows XP und Windows Vista. Ältere Windows-Versionen können aber auch noch über einen Terminalserver realisiert werden. Für das SAP GUI für Windows ist zwingend eine Installation auf einem Frontend erforderlich. Zum einfacheren Zugang lassen sich eine Vielzahl Systeme über das SAPLOGON zusammenfassen. Dabei werden die SID, der Logonname, sowie eine zweistellige Systemnummer in das SAPLOGON eingetragen. Die zweite Variante "SAP GUI for Java Environment" kommt dann zum Einsatz, wenn man neben Windows Betriebssystemen auch auf MacOS, Linux, UNIX und OS/2 ein SAP GUI installieren möchte. Dritte Möglichkeit zum Einsatz eines SAP GUI stellt die "SAP GUI for HTML Environment" dar. Dabei wird auf den Frontends lediglich ein Webbrowser benötigt. Allerdings benötigt dann die Applikationsebene auf dem Server zur Umwandlung der Darstellung in HTML einen so genannten ITS (Internet Transaction Server, mehr dazu in Kapitel 9). Die hier erwähnten drei Varianten ermöglichen jedoch nur einen Zugriff auf einen SAP Netweaver AS ABAP. Kommt ein SAP Netweaver AS Java zum Einsatz, so ist wie bereits erwähnt nur ein Webbrowser notwendig, da die Präsentationslogik hier vom SAP Netweaver AS Java selber zur Verfügung gestellt wird.


Neben den oben genannten verschiedenen Varianten von Standardbenutzerzugriffen auf einen SAP Netweaver AS gibt es darüber hinaus noch mehrere Möglichkeiten auf Präsentationsebene einen SAP Netweaver AS JAVA zu administrieren. Während die Administration des SAP Netweaver AS ABAP größtenteils über gesonderte Berechtigungen, Rollen und Profile innerhalb des ABAP bewerkstelligt werden kann (siehe Kapitel 11), gibt es für den SAP Netweaver AS JAVA gleich mehrere Werkzeuge, die hier erläutert werden.


6.1.1 SAP Management Console

Mit der SAP MC kann man grundlegende administrative Aufgaben bewältigen, z. B. Starten und Stoppen des Application Servers, Log-Dateien sichten und auswerten, sowie die Leistung und Performance des Systems überwachen. Dabei kann die SAP MC sowohl im Online- als auch im Offline-Zustand des gesamten Systems verwendet werden. Darüber hinaus lässt sie sich entweder, lokal, remote oder als zentrale SAP MC für mehrere Systeme verwenden. Die aktuell gängigste Variante stellt dabei die webbasierte SAP MC dar, die über einen Internetbrowser aufgerufen werden kann. Somit entfällt eine lokale Installation. Neben der webbasierten Variante gibt es im Windows-Umfeld eine Art snap-in, welches in die Microsoft Management Console integriert wird und den gleichen Funktionsumfang bietet, wie das webbasierte Tool. Die letzte Variante basiert auf Eclipse und wird mit dem SAP Netweaver Development Studio ausgeliefert und ermöglicht somit auch Entwicklern die Performance des Systems zu überwachen.

6.1.2 SAP Netweaver Administrator

Der SAP Netweaver Administrator (Nachfolger des Visual Admins) stellt das zentrale webbasierte Tool zur Administration, Konfiguration und Überwachung eines SAP Netweaver AS JAVA dar. Im Gegensatz zur SAP MC setzt es allerdings einen laufenden AS JAVA voraus. Es handelt sich dabei selber um eine Java-Applikation, die eine lokale Installation überflüssig werden lässt und mit der man bequem der Browser das jeweilige System administrieren kann.



6.1.3 Config Tool

Mit dem Config Tool lässt sich ein AS Java auch im Offlinezustand administrieren. Es setzt lediglich eine laufende Datenbank voraus, in der die Änderungen direkt eingetragen werden können. Über das Config Tool lassen sich sämtliche Parameter für alle Services, Manager und Anwendungen bis ins Detail anpassen. Bei der Konfiguration eines SAP AS Java können dabei alle geänderten Einstellungen in XML-Files exportiert werden, um diese für ggf. weitere Server wieder verwenden zu können. Das Config Tool als solches stellt auch die einzige Möglichkeit dar, über administrative Werkzeuge den so genannten SecureStore anzupassen.

6.1.4 Telnetzugriff

Vierte und letzte Möglichkeit zur Administration stellt der Telnetzugang dar. Allerdings sollte der Telnetzugang nur unter bestimmten Notfallszenarien eingesetzt werden, da eine Kommunikation via Telnet nicht verschlüsselt wird. Aus Sicherheitsgründen ist daher ein Zugang via Telnet nur über die IP-Adresse 127.0.0.1 (localhost), also nur auf dem Server selber möglich. Nach der Anmeldung an den AS JAVA lässt sich dieser über vordefinierte Shell-Kommandos notdürftig administrieren. Diese Art der Administration findet man in der Praxis allerdings nur äußerst selten vor, da sie wie bereits schon erwähnt nur in Notfällen zum Einsatz kommen sollte.


6.2 Applikationsebene

In diesem Kapitel wird, im Hinblick auf die Leistungsanalyse, die Applikationsebene eines SAP Netweaver AS untersucht. Dabei stehen neben den für den Betrieb eines AS ABAP und AS JAVA notwendigen Prozessen auch die Schnittstellen zur Präsentationsebene, also dem SAP GUI und der Datenbankebene im Vordergrund. Alle aufgelisteten Prozesse sind zentraler Bestandteil einer Zentralinstanzinstallation.

6.2.1 Prozesse des AS ABAP

Bei der Installation zusätzlicher Applikationsinstanzen variiert die Anzahl und Art der Prozesse. Wichtigster und gleichzeitig kritischster Prozess in einer SAP Instanz stellt der so genannte Dispatcher dar. Er koordiniert die Workprozesse Dialog, Sperrverwaltung, Verbuchung, Hintergrund und Spool (siehe Tabelle) und stellt die eigentliche Schnittstelle zwischen der Präsentations- und Applikationsebene dar. Er nimmt Anfragen von SAP GUI´s entgegen und leitet diese entsprechend an die Workprozesse weiter. Ein Ausfall des Dispatchers hat den Ausfall der gesamten Instanz zur Folge. In der u. g. Tabelle sind alle Prozesse aufgelistet, die in einer Zentralinstanz zum Einsatz kommen müssen bzw. zum Einsatz kommen können.



Prozess Abkürzung Aufgabe
Tabelle 2: Prozesse eines AS ABAP
Dialogservice D - Führen Anforderungen laufender Benutzersitzungen aus
- 2 Dialogprozesse Minimum (für interne Abläufe)
- Anzahl der Dialogprozesse über Profile abhängig der vorhandenen Hardware wählbar
- Ein Dialogprozess wird nicht genau einem User (bzw. einer SAP GUI) zugewiesen, sondern ein Dialogprozess bearbeitet immer verschiedenste Dialogschritte (von einer Vielzahl an Usern). SAP nennt dieses Verfahren auch Workprozess-Multiplexing.
Verbuchung Update, V - Mindestens ein Verbucher-Prozess pro Instanz
- Führt asynchrone Änderungen in der Datenbank durch
- Kommt zum Einsatz, bei nicht zeitkritischen Änderungen
- erhöht die Performance des Systems
V2-Verbuchung Update2, V2 - Weitere Unterteilung der Verbuchung
- regelt die Verbuchung für weitaus weniger kritische Teile
- ein V2-Prozess kann wahlweise aktiviert werden
Sperrverwaltung Enqueue, E - ein Prozess pro Instanz
- bei entsprechender Systemauslastung auch mehrere möglich
- arbeitet eng mit dem Message-Server zusammen
- dient zur Verwaltung der logischen Sperren von Transaktionen*
Hintergrundverarbeitung Batch, B - führt Aufgaben im Hintergrund aus
- mindestens einer pro Instanz
- kommt zum Einsatz bei besonders langen Verarbeitungen z. B. über Nacht, um keine Dialogprozesse unnötig zu belegen
Message-Server M - Dient der Kommunikation zwischen mehreren Instanzen eines SAP Systems
- Pro Instanz nur ein Message-Server Prozess möglich
- Vergibt bei Bedarf freie Ressourcen auf der Applikationsebene
Gateway G - ein Prozess pro Instanz
- regelt die Kommunikation zwischen verschiedenen SAP Systemen
- auch Kommunikation mit externen Systemen möglich
- Schnittstelle für RFC´s und CPI-C-Aufrufe
Spool-Services (S) - mindestens ein Prozess pro Instanz
- Koordiniert Druck- und Faxausgaben
- wahlweise über Datenbank oder Dateisystem regelbar
- Ausgabe von Aufträgen wahlweise direkt an Ausgabemedium oder an Betriebssystemspooler


Transaktion - Darunter versteht man eine Folge von unterschiedlichsten Bildwechseln in zusammenhängenden Abläufen. Jede Transaktion muss in sich konsistent abgearbeitet oder ggf. zurückgerollt werden können. Hier gilt, wie bei relationalen Datenbanksystemen die so genannte ACID Maxime. ACID steht dabei für Atomic, Consistent, Isolated und Durable. Eine SAP Transaktion wird also entweder komplett oder gar nicht ausgeführt, wechselt von einem konsistenten Zustand in den nächsten konsistenten Zustand, ist von anderen Transaktionen unabhängig (d. h. bei gleicher Quelle werden Schritte nur sequenziell abgearbeitet) und hinterlässt immer ein dauerhaftes Ergebnis!

Abbildung 12: SAP Netweaver AS ABAP und JAVA Aufbau
Abbildung 12: SAP Netweaver AS ABAP und JAVA Aufbau

6.2.2 Prozesse des AS JAVA

Alle JAVA-Komponenten gemeinsam werden allgemein hin als JAVA-Cluster bezeichnet. Dazu gehören immer folgende Komponenten.

  • Eine zentrale Javainstanz besteht immer aus einem Dispatcher und mindestens einem Server. Um eine effiziente Skalierbarkeit zu gewährleisten, können bei Bedarf weitere Server-Prozesse hinzugefügt werden. Ein Dispatcher eines SAP Netweaver AS JAVA ist in der Lage, bis zu 16 Serverprozesse verwalten zu können. Ähnlich wie bei der ABAP-Instanz ist der JAVA-Dispatcher auch hier für die Anfragen und die Weiterleitung von Requests verantwortlich.
  • Eine Central Services, auch CS oder SCS genannt. Diese beinhaltet neben einem eigenem Message-Service auch einen Enqueue-Service.
  • Ein relationales Datenbankmanagementsystem zur Ablage von Daten
  • Ein SDM, ein so genannter Software Deployment Manager. Mit ihm können auf dem SAP Netweaver AS JAVA Patches und Supportpackages eingespielt, bzw. deployed werden.




Prozess/Service Aufgabe
Tabelle 3: Prozesse eines AS JAVA
Enqueue-Server - Bestandteil der Central Services
- Enqueue-Server und Message-Server stellen gemeinsam die Basis zur Kommunikation in einem JAVA-Cluster dar.
- Der Enqueue-Service verwaltet logische Sperren, die durch ein Anwendungsprogramm im Server-Prozess gesetzt werden.
Message-Service - Ebenfalls Bestandteil der CS
- Verwaltet alle Dispatcher- und Server-Prozesse in einem Java-Cluster
- Stellt ein Infrastruktur für den Datenaustausch (von geringen Datenmengen) zwischen den teilnehmenden Knoten zur Verfügung
- Liefert auch Loadbalancing-Informationen bei Einsatz mehrerer Java-Instanzen an den SAP Web Dispatcher. - Regelt die Kommunikation zwischen einzelnen Services
- Kennt alle aktiven JAVA-Instanzen.
Dispatcher - Nimmt Client-Requests entgegen
- Wählt einen freien Serverprozess aus und baut die Verbindung zwischen Client und Serverprozess auf. Bei mehreren Serverprozessen geschieht dies nach dem "Round Robin-Verfahren"
SDM - Der Software Deployment Manager dient zur Installation von Patches und Supportpackages
- ermöglicht sowohl Offline- als auch Online-Deployment
- Für das Einspielen von Updates wird dabei eine grafische Oberfläche verwendet, der so genannte SDM-Server. Dieser erfordert eine Kennwortauthentifizierung.


Im praktischen Sprachgebrauch wird vor allem der Message-Server, auf Grund seines Vorkommens in einem ABAP AS und JAVA AS, bei beiden Application Server Varianten als Message-Server betitelt. Konkret handelt es sich bei einem ABAP AS aber um einen Prozess (bzw. ein Programm welches Services anbietet) und in einem JAVA AS um einen Service.

6.3 Datenbankebene

Die dritte Ebene im Rahmen der Leistungsanalyse des SAP Netweaver AS stellt die so genannte Datenbankebene dar. Diese wird bei einem SAP Netweaver AS durch ein zentrales RDBMS ermöglicht. Dabei wird die Kommunikation zwischen der Datenbank- und Applikationsebene ausschließlich durch SQL realisiert. SQL als Datenbanksprache ist nach ANSI und ISO zertifiziert und wird von fast allen gängigen Datenbankmanagementsystemen als Standard unterstützt. Sie ermöglicht die Definition, Abfragen und Manipulationen (Einfügen, Bearbeiten und Löschen rein auf der Datenbank-Ebene) von Daten in einem RDBMS. SQL umfasst drei Datenbanksprachen: Data Manipulation Language, Data Definition Language und Data Control Language. Trotz des einheitlichen SQL-Standards bringt jedes RDBMS seine eigenen Erweiterungen und Spezifika mit sich. Oracle und DB2 z.B. sind sich zwar innerhalb des SQL-Standards gleich, bieten aber über den SQL-Standard hinaus unterschiedlichste SQL-Statements und Abfragen. Die SQL-Sprache des jeweiligen RDBMS bezeichnet man dann allgemein hin auch als Native-SQL. Damit man möglichst unabhängig von den jeweiligen RDBMS-Erweiterungen beim SAP Netweaver AS bleibt, wird von den SAP Workprozessen (Kapitel 7.3) wie im u. g. Schema normalerweise nur die OPEN-SQL Schnittstelle genutzt. Die Datenbankschnittstelle des SAP Netweaver AS stellt dabei folgende Dienste zur Verfügung:


  • Verbindungsauf- und -abbau eines Workprozesses zur Datenbank
  • Zugang zu Datenbanktabellen
  • Zugang zu Repository-Objekten (ABAP-Programme, Dynpros etc.)
  • Zugang zu Kataloginformationen (ABAP Dictionary)
  • Transaktionskontrolle (Commit- und Rollback-Behandlung)
  • Verwaltung von Tabellenpuffern auf dem ABAP-Applikationsserver


Innerhalb der OPEN-SQL Schnittstelle wird dann ggf. das OPEN-SQL in Native-SQL umgewandelt. Darüber hinaus kann man in ABAP-Programmen auch den speziellen Native-SQL Sprachumfang einsetzen. Damit werden entsprechend entwickelte Programme in ABAP aber automatisch abhängig vom jeweiligen RDBMS (wie z. B. Oracle). Solche Programmentwicklungen sind auf Grund der Abhängigkeit zu einzelnen Datenbanksystemen eher die Ausnahme. Es gibt dabei jedoch vereinzelt Programme innerhalb der ABAP- und JAVA-Instanz, die die spezifische SQL-Sprache verwenden, z. B. Datenbankmonitore innerhalb der ABAP-Instanz. Die u. g. Abbildung zeigt ebenfalls, dass es zwei unterschiedliche Möglichkeiten gibt aus ABAP-Programmen auf Datenbanken zuzugreifen, nämlich Open SQL und Native SQL. Neben den bereits genannten Tabellen gibt es auch noch Cluster-Tabellen. Diese bestehen aus mehreren Tabellen. Dabei werden mehrere Zeilen einer Cluster-Tabelle unter einem eindeutigen Schlüssel zu einem Datensatz im Cluster zusammengefasst.

Anzahl und Art der Tabellen variieren beim SAP Netweaver AS ABAP und JAVA sehr, abhängig von dem jeweiligen Usagetype und Anwendungen. Sämtliche Tabellen und deren Indexe (eindeutige Schlüssel) werden physikalisch in so genannten Datenfiles angelegt bzw. erweitert. Datenfiles wiederum werden logisch zu so genannten Tablespaces zusammengefasst. Der eigentliche Speicherort für Tabellen ist nicht fix vorgeschrieben. So können sich größere Tabellen auch über mehrere Datenfiles erstrecken. Physikalische Grenze stellt dabei die jeweilige Hardware und das entsprechend eingesetzte Betriebssystem dar. Gleichzeitig ist die logische Obergrenze der Tablespace. Sollten neue Daten in einem RDBMS über den SAP Netweaver AS angelegt werden, so muss ggf. der TS erweitert werden, in dem man neue Datenfiles hinzu fügt.


Abbildung 13: Einsatz von OPEN- und Native SQL im SAP Netweaver AS
Abbildung 13: Einsatz von OPEN- und Native SQL im SAP Netweaver AS


Die eigentliche Haltung, also permanente Speicherung der Daten in einem SAP Netweaver AS, wird auf Datenbankebene in einem RDBMS über Tabellen bewerkstelligt. Dabei unterscheidet man mehrere Arten von Tabellen. In so genannten transparenten Tabellen befinden sich letztendlich die einzelnen Programme des SAP Netweaver AS ABAP oder JAVA. Diese Tabellen können nicht nur über Werkzeuge des SAP Netweaver AS gelesen und geändert werden, sondern auch über SAP-fremde Tools die den OPEN-SQL Standard implementiert haben. Neben den transparenten Tabellen gibt es auch Tabellen, die lediglich verwaltungstechnische Daten beinhalten, wie z. B. Steuertabellen. Je nach Größe, Verwendungs- und Zugriffshäufigkeit bleibt eine gewisse Anzahl Tabellen immer im Memory des Servers.

Mit jedem neuen Release des SAP Netweaver AS steigt die Anzahl der Tabellen stetig an. Damit das RDBMS nicht Unmengen von Tabellen einzeln bearbeiten muss, was letzten Endes auch zu drastischen Performanceeinbussen führen würde, arbeitet eine SAP Netweaver AS auf Datenbankebene mit so genannten Tabellenpools. Tabellenpools stellen den logischen Zusammenschluss mehrerer kleinerer Tabellen aus SAP-Sicht dar, und erscheinen in der RDBMS-Sicht als nur eine Tabelle. Damit die kleineren Tabellen in einem Tabellenpool wieder gefunden werden können, werden sie über ihren eindeutigen Namen und zusätzlich über einen einmalig eindeutigen Schlüssel identifiziert. Solche Tabellenpools lassen sich in der Praxis nur mit kleineren Schwierigkeiten ohne SAP-Tools anzeigen.

7 Funktionsumfang SAP Netweaver AS

7.1 Oracle als RDBMS

Abbildung 14: Oracle Datenbankversion 10g
Abbildung 14: Oracle Datenbankversion 10g

Die Firma Oracle gehört derzeit zu den Weltmarktführern im Bereich von RDBMS. Laut einer Studie [33] von Gartner im Jahr 2008 ist Oracle mit einem Markanteil von 48,6 % die Nummer 1 unter den relationalen Datenbankmanagementsystemen. Auf Grund der vielfältigen Plattformunterstützung des RDBMS von Oracle wie z. B. Solaris, AIX, HP, Linux, Windows usw. kommt die Software daher auch sehr oft zum Einsatz bei SAP Netweaver AS-Lösungen. Der zum Zeitpunkt dieser Ausarbeitung aktuellste Release stellt die Version Oracle 11g dar. Allerdings wird seitens SAP derzeit lediglich nur die Version 10.2.0.4 (Oracle 10g mit entsprechendem Patchset) zum Betrieb von SAP-Systemen freigegeben. Beide Versionen, sowohl 10g als auch 11g, unterstützen dabei ein eigenes Cluster-System, welches Oracle unter dem Begriff RAC[34] als Grid Computing-Lösung anbietet. Auch Oracle arbeitet mit der deskriptiven Programmiersprache SQL, erweitert seinerseits aber der Standard auf PL/SQL.


In Kombination mit einem SAP Netweaver AS zeichnet sich Oracle vor allem mit folgenden Eigenschaften aus:

  • Umfangreiches Sicherheitskonzept durch Vergabe von Rollen, Sicherheitsrichtlinien und Rechten
  • Konzepte zur Ausfallsicherheit (z.B. durch Standby-Datenbanken)
  • Intelligente Sicherungskonzepte (realisiert durch RMAN unter Verwendung von Block Change Tracking)
  • plattformübergreifende, verteilte Datenbanken
  • Versionierung von Tabellen
  • Unterstützung des JAVA-Standards
  • Detaillierte Tuningmöglichkeiten zur Performanceoptimierung
  • Auditing

Bei der Administration von Oracle-Datenbanken sind zwei Varianten besonders erwähnenswert. SQL/PLUS als Tool stellt ein kommandozeilenorientiertes Verwaltungswerkzeug dar. Es erlaubt Abfragen, Eingaben, Löschungen sowie Veränderungen in der Datenbank und kann plattformunabhängig auf verschiedensten Betriebssystemen verwendet werden. Es erfordert allerdings ein gewisses Know-How auf Kommandozeilenebene. Als grafische Benutzeroberfläche kommt in der Regel meistens der Oracle Enterprise Manager Grid Control zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine webbasierte Benutzeroberfläche mit dem gleichen Funktionsumfang eines SQL/PLUS. Auf Grund der grafischen Oberfläche ist Grid Control jedoch einfacher in der Handhabung.


Auch SAP stellt zur Administration von Oracle-Datenbanken eigene Tools zur Verfügung, wie z.B. BRTOOLS. Dieses ist laut SAP auch bei der Administration von Oracle-Datenbanken zu bevorzugen. Das Programm BRTOOLS lässt sich sowohl auf Kommandozeile aufrufen, als auch als javabasierte grafische Benutzeroberfläche BRGUI. BRTOOLS selber stellt dabei nur eine Benutzeroberfläche für folgende Unterprogramme dar.


Programm Aufgabe
Tabelle 4: Bestandteile von BRTOOLS
BRBACKUP - Sicherung der Datenbank (Online/Offline) sowie Sicherung einzelner Datenfiles, Controlfiles, Online Redologs
BRARCHIVE - Sicherung von Offline-Redologs
BRRESTORE - Restore von Datenbanken, einzelner Datenfiles, sowie Offline- und Online Redologs
BRRECOVER - Eine Art interaktives Menu zum Restore/Recover der Datenbank
BRCONNECT - Führt Datenbankchecks aus, aktualisiert Statistiken
BRSPACE - Speicherplatzmanagement, Instanzverwaltung, Datenbankverwaltung
BRTOOLS - Interaktives Programm zum Aufruf der hier genannten verschiedenen Werkzeuge


Komponenten eines Oracle-RDBMS

In Verbindung mit einem SAP Netweaver AS beinhaltet Oracle folgende Komponenten.

  • ein oder mehrere Oracle Instanzen
  • ein Listener-Prozess (als "Netzwerkschnittstelle" zur Datenbank)
  • ein oder mehrere Oracle-Server-Prozesse, auch Schattenprozesse genannt
  • ein oracle_client (erst dieser ermöglicht die Kommunikation mit der Datenbank, z. B. durch die Anwendung oder BRTOOLS)
  • einen Shared-Memory Bereich (SGA) im Hauptspeicher des OS/Hardware auf den eine Vielzahl von Hintergrundprozessen permanent zugreift (z. B. Database Writer, Log Writer, Archiver, System Monitor, Process Monitor etc...
  • Datenfiles (beinhalten die eigentlichen Datenbestände)
  • Controlfiles (beinhalten die Struktur und alle notwendigen Datenbankinformationen wie z. B. Größe etc.)

7.2 Networking

Entscheidend für den Erfolg einer Applikation ist neben einer effizienten Anwendungsumgebung und der darunter befindlichen Datenbankebene vor allem das Zusammenspiel und die Kommunikation mit anderen, auch non-SAP Anwendungen, sowie die Bereitstellung von Services für web-basierte Applikationszugriffe. In diesem Kapitel wird analysiert, wie ein SAP Netweaver AS verschiedenste Kommunikationsmethoden bereit stellt. Als Basis der Kommunikation zwischen SAP-Systemen und auch SAP-fremden Systemen findet immer das TCP/IP Protokoll Anwendung. SAP bietet in einem SAP Netweaver AS ABAP verschiedenste Kommunikationsarten an. Bei einer Kommunikation zwischen verschiedenen ABAP-Programmen geschieht dies z. B. durch die CPI-C Schnittstelle. Sie basiert auf dem von der Firma IBM im Jahre 1987 entwickelten SAA-Standard. Dieser Standard regelt in vier Schritten den Auf- und Abbau einer Verbindung.


  • 1. Aufbau der Verbindung
  • 2. Steuerung der Kommunikation
  • 3. Austausch der Informationen
  • 4. Abbau der Verbindung


Im SAP Netweaver AS ABAP ist für solche CPI-C Verbindungen der bereits erläuterte Gateway-Prozess verantwortlich, wenn die Kommunikation zwischen zwei SAP Netweaver AS ABAP statt findet. Für die CPI-C Schnittstelle werden jedoch immer eindeutige Kommunikationsroutinen benötigt, die für jede Verbindung entsprechend geschrieben und angelegt werden müssen. Einfacher ist die Kommunikation via RFC-Schnittstelle. Diese, in ABAP entwickelte Schnittstelle, ist in der Lage sowohl interne wie auch externe Funktionsbausteine oder Programme aufzurufen, wobei der Remote-Aufruf dabei sowohl synchron als auch asynchron erfolgen kann.

Logisch gesehen über der RFC-Schnittstelle gibt es eine weitere Verbindungsart in einem AS ABAP. Das so genannte OLE ermöglicht die Anbindung von PC-Programmen an einen SAP AS ABAP. So können z. B. Daten mit MS Word ausgetauscht werden. Eine weitere Kommunikationsart und neben RFC wohl auch die bekannteste Kommunikationsart stellt ALE dar. ALE sorgt für den Aufbau und Betrieb von verteilten Anwendungen über verschiedenste Geschäftsprozesse hinweg. Diese Art der Verbindung wird z. B. dann eingerichtet, wenn man über mehrere SAP Systeme hinweg z. B. eine Bestandsführung auf dem einen System und ein zentrales Controlling auf einem anderen System abgleichen bzw. verbinden möchte. Das eigene Unternehmen stellt dabei ebenfalls keine Grenze dar. So kann man ALE-Verbindungen auch über mehrere Unternehmen z. B. im Rahmen eines Customer Relationship Management betreiben. Um eine ALE-Verbindung etablieren zu können, benötigt man allerdings eine Fülle von Informationen, wie etwa Übertragungsart, Dateiformat, welche Informationen, welche Objekte, Ziel der Datenübertragung etc.. Neben den bis hierhin untersuchten, bekanntesten Kommunikationsarten unterstützt ein SAP Netweaver AS noch viele weitere Protokolle und Schnittstellen. Dazu gehören:

  • ALE, BAPI, CPI-C, EDI, HTTP, LU 6.2, RFC, OLE, SMTP, SOAP, TCP/IP und XML


Internet Communication Framework

Damit Clients webbasiert auf einen SAP Netweaver AS zugreifen können, beinhaltet jeder SAP Netweaver AS das ICF. Das ICF nimmt verschiedenste Requests, darunter http, https, html und smtp-Anfragen von Clients entgegen und leitet diese an entsprechende ABAP-Programme weiter, die wiederum die Daten und Informationen für den Request sammeln sollen. Die gesammelten Informationen werden dann als Response durch das ICF an den Client gesendet. Man unterscheidet das ICF allerdings hinsichtlich seiner Rolle innerhalb eines Kommunikationsvorgangs. In der Rolle des Servers stellt das ICF Services bereit, die von http Requests aufgerufen werden können. Arbeitet das ICF als Client, so wird ein Request nur außerhalb des eigenen SAP Netweaver AS an z. B. einen anderen Webserver weitergeleitet. Seit dem Release SAP Web AS 6.40 (also dem Vorgänger des aktuellen SAP Netweaver AS 7.0) wird auch der so genannte ITS (siehe gleiches Kapitel) als ICF-Service abgebildet.


Internet Communication Manager

Der ICM ist zentraler Bestandteil eines SAP Netweaver AS ABAP&JAVA Dualstack, denn dieser entscheidet, ob eingehende http-Requests an den AS ABAP oder AS JAVA weitergeleitet werden. Sofern über einen Request der ABAP-Stack angesprochen wird, leitet der ICM den Request an den ICF weiter. Dieser beginnt dann mit der Bearbeitung (siehe ICF). Ist ein Request seinerseits für den AS JAVA bestimmt, so leitet der ICM diesen weiter an den JAVA-Dispatcher. Requests werden dabei von Clients entweder über das SAPGUI, einen Browser oder aber auch via mobilem Endgerät generiert. Der ICM wird im SAP Netweaver AS als eigenständiger Prozess realisiert und dort vom Dispatcher gestartet und überwacht. Zum ICM-Prozess gehören 6 verschiedene Threads. Diese Unterteilung in Threads bewirkt in der Praxis eine effiziente Lastverteilung. Folgende Threads stellt der ICM bereit.

  • Thread Control: Nimmt die eigentlichen Requests entgegen
  • Worker Thread: Steuert die Anfragen und Antworten einer Verbindung mittels diverser Plug-ins
  • Watchdog: Für den Fall das ein Worker-Thread zu lange auf eine Antworte warten muss, übernimmt der Watchdog das warten auf die Antwort. So wird kein Worker Thread unnötig gebunden.
  • Signal Handler: Bearbeitet Signale vom OS und vom Dispatcher
  • Verbindungsinfo: Stellt eine Art Tabelle mit Informationen zu Verbindungen bereit
  • Memory Pipes: Dienen zum Transfer zwischen ABAP-Workprozessen und dem ICM selber

Ohne den ICM, als eigenständiger Prozess in einem AS ABAP, kann keine Kommunikation zur "Außenwelt" stattfinden. Über die Kommunikationsschnittstelle des ICM werden allerdings nur Requests in Form von RFC, HTTP(S), SMTP, SOAP und XML verarbeitet. Mit Hilfe dieser Protokolle werden die Requests entweder an den ABAP-Stack oder JAVA-Stack weitergeleitet. Die Protokolle alleine reichen dabei aber nicht aus um eine Verteilung von Anfragen gewährleisten zu können. Über die Benutzerschnittstelle wird letztendlich die Zuordnung perfekt, d. h. Anfragen für etwa Dynpros, Web Dynpros für ABAP oder JAVA, Business Server Pages und Java-Server Pages können so eindeutig zugeordnet werden.


Internet Transaction Server
Der ITS hat in einem SAP Netweaver AS ABAP die Aufgabe, bei der Nutzung eines SAPGUI´s for HTML die einzelnen SAP-Screens zu konvertieren. Ferner dient er zur Darstellung von etwaigen Geschäftsprozessen auf Basis von dynprobasierten IACs mit Hilfe von vorgefertigten HTML-Darstellungen. Wie bereit erwähnt ist der ITS seit dem SAP Web AS 6.40 in das ICF integriert. Ein Browser kann so direkt über den ICM mit dem ITS kommunizieren, ohne dazu einen zusätzlichen Webserver zu benötigen. Dies reduziert nicht nur die Kosten für einen zusätzlichen Webserver, sondern erleichtert auch noch die Administration.


SAP Web Dispatcher

Betreibt man auf einem SAP Netweaver AS z. B. ein Einkaufsportal, welches sich auf Applikationsebene aus einer Zentralinstanz und mehreren Dialoginstanzen zusammensetzt, so benötigt man für die Zugriffe seitens der Webbrowser eine sinnvolle und sichere Lastverteilung. Für solche Zugriffe aus dem Internet gibt es Markt zwar entsprechende Produkte, wie z. B. Reverse-Proxies, jedoch stellt die Anschaffung und der Betrieb eines solchen Proxies einen deutlichen Mehraufwand dar. Anstatt eines solchen Produktes lässt sich auch der SAP Web Dispatcher einsetzen, wenn es darum geht Web-Applikation via AS ABAP und AS JAVA zu realisieren. Der SAP Web Dispatcher, erstmals mit dem Release SAP Web AS 6.20 ausgeliefert, ist ein eigenständiges Programm, welches auf einem separaten Host oder Server installiert werden kann. Somit stellt er einen zentralen Einstieg für Web-Requests dar. In der Praxis wird ein Web Dispatcher vor allem bei Einkaufsportalen oder Online-Shops eingesetzt. Hier wird der Web Dispatcher dann in einer DMZ platziert, um eine sichere Trennung der Applikationsserver und dem Internet zu ermöglichen. Gleichzeitig entscheidet der Web Dispatcher, bei der Verwendung mehrerer Instanzen, welche er gemäß einem sinnvollen Lastausgleichs ansprechen kann. Dies wird erreicht, in dem der Web Dispatcher mit dem Message-Server der Instanz entsprechende Informationen austauscht. Wichtig ist dabei, dass der Web Dispatcher lediglich Anfragen einer Web-Applikation verarbeiten kann. So werden z. B. keine ABAP-Requests verarbeitet oder lastabhängig sinnvoll verteilt. Dies wird im AS ABAP wiederum durch den Message-Server der Instanz geregelt.


Abbildung 17: Einsatz eines SAP Web Dispatchers
Abbildung 17: Einsatz eines SAP Web Dispatchers

7.3 Mandantenkonzept

Eines der besonderen Merkmale eine SAP Netweaver AS ABAP stellt das Mandantenkonzept dar. Ein Mandant ist per Definition eine sowohl technisch und organisatorisch, wie auch betriebswirtschaftlich eigenständige Einheit in einem AS ABAP. Er enthält eigene Benuterstammdaten und Anwendungsdaten. Unter Benutzerstammdaten versteht man dabei z. B. Berechtigungen und unter Anwendungsdaten z. B. Materialstammdaten. In der Praxis erkennt man dieses entsprechende Konzept schon bei der Benutzerauthentifizierung. Eine solche Authentifizierung geschieht immer gegen einen bestimmten Mandanten, den man in der SAPGUI angeben muss. Dabei werden bereits auf Kernel-Ebene die Daten für verschiedenste Mandanten getrennt und jeder Mandant wird über eine eindeutige 3-stellige Zahlenkombination angesprochen. Ein solches Konzept erlaubt auch den Einsatz von so genannten Buchungskreisen. Darunter versteht man die Zusammenfassung mehrerer Buchungskreise unter einem Mandanten. So ist es z. B. in der Praxis üblich, sowohl Hauptsitz einer Unternehmung, als auch Zweigniederlassungen jeweils einem eigenen Buchungskreis zuzuordnen. Dabei lassen sich über das Berechtigungskonzept des SAP Netweaver AS diverse Szenarien bzgl. Zugriff auf Stammdaten und Anwendungsdaten realisieren. Neben den eigenen Daten besitzt ein SAP Netweaver AS ABAP aber auch Daten, die zur gemeinsamen Nutzung von mehreren Mandanten in einem SAP System bestimmt sind. In diesem Fall spricht man von mandantenübergreifenden oder auch mandantenunabhängigen Objekten, die den kompletten SAP Netweaver AS betreffen. Dazu gehören z. B. Berichte, Dynpros und die Druckersteuerung. Mandanten besitzen in der Regel eine ihnen zugewiesenen Rolle. Wobei verschiedensten Mandanten jeweils eigene Rollen zugewiesen werden. Meist kommt dabei folgendes Szenario zum Einsatz:

  • Mandant CUST: Dieser Mandant wird in der Regel für Entwicklungen und Anpassungen (Customizing) genutzt. Entwickler nutzen diesen Mandanten, um keine Gefährdung eines produktiven Mandanten bei Entwicklungsanpassungen herbeizuführen. Alle Entwicklungen lassen sich dabei in so genannten Transporten erfassen und in den nächsten Mandanten einspielen. Entsprechende Transporte lassen sich dabei über ein TMS realisieren.
  • Mandant QTST: Dieser Mandant steht zur Qualitätssicherung zur Verfügung. In ihm können Entwicklungen aus dem Mandant CUST überprüft und getestet werden.
  • Mandant PROD: In diesem Mandanten laufen alle Geschäftsprozesse eines Unternehmens ab. Nachdem im QTST eine Entwicklung getestet wurde, wird diese dann in den PROD-Mandanten importiert. In Anlehnung an dieses Drei-Rollen-Konzept wird seitens SAP empfohlen, nicht alle drei Mandanten in einem SAP Netweaver ABAP zu betreiben, sondern jeden der drei Mandanten in einem separatem SAP Netweaver AS ABAP zu integrieren. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Bei einer 1-Systemlandschaft, also alle drei Mandanten in einem System, würden Änderungen ggf. den produktiven Betrieb stören. In einer 2-Systemlandschaft erhält man dagegen zwar einen produktiven Betrieb, jedoch keine stabile Testumgebung. Erst eine 3-Systemlandschaft gewährleistet einen stabilen Betrieb von allen drei Mandanten.


Abbildung 18: dreistufige SAP Netweaver AS ABAP Systemlandschaft
Abbildung 18: dreistufige SAP Netweaver AS ABAP Systemlandschaft

7.4 Interoperabilität

Entscheidend für den Erfolg einer Anwendung, ist heute mehr denn je die Konnektivität sowie die Fähigkeit zur Kommunikation mit Anwendungen und Produkten von Mitbewerbern am Markt. Auf Applikationsebene erlaubt der SAP Netweaver AS eine, über einheitlich definierte Standards geregelte Kommunikation mit Produkten von Mitbewerbern. Zu den Standards gehören dabei die bereits erläuterten Schnittstellen und Protokolle wie etwa SOAP. UDDI, XML, WSDL usw. Darüber hinaus werden auch Produkte, die in einem engen Zusammenhang mit dem SAP Netweaver AS stehen seitens SAP über ein ICC zertifiziert. Als Beispiel dafür ist die IBM-Tivoli Produktlinie erwähnenswert. Hier gewährleistet eine genau Prüfung der Produkte wie z. B. des Tivoli Storage Managers einen reibungslosen Betrieb eines SAP Netweaver AS in Verbindung mit IBM-Sicherungsmimik.

Neben dem bereits erläuterten SAP JCo, welcher bidirektionale Kommunikationen mit allen auf J2EE-Standard entwickelten Applikationen erlaubt, ermöglicht ein SAP Netweaver AS aber auch die Anbindung von Anwendungen die über Microsoft .NET entwickelt wurden. Dies wird durch einen separaten SAP .NET Connector ermöglicht. Interoperabilität wird dadurch mehr als nur ein gegenwärtiges Schlagwort im Marketingbereich. Auch die Berücksichtigung von durch Organisationen definierte Standards wie z. B. von der W3C stellt eine Interoperabilität mit anderen Produkten sicher.

Auf Anwenderebene wird Interoperabilität vor allem durch die Usagetypes SAP Enterprise Portal und SAP Mobile Infrastructure des SAP Netweaver AS ermöglicht. Durch diese Komponenten lassen sich dann plattformübergreifende Webzugriffe unter Einbeziehung verschiedenster Clients und mobilen Endgeräte realisieren.

7.5 Benutzer- und Berechtigungskonzept

Das Benutzer- und Berechtigungskonzept des SAP Netweaver AS ist zentraler Bestandteil eines detaillierten Sicherheitskonzeptes. Obgleich aus Sicht des SAP Netweaver AS ein Benutzer nur eine systemtechnische Identifikation mit verschiedenen Rechten darstellt, wird zunächst prinzipiell zwischen realen Benutzern und so genannten technischen Benutzer unterschieden. Dabei erfolgt die eindeutige Identifikation des Benutzers immer über einen Benutzernamen. Jedem Benutzer können eindeutige Berechtigungen in Form von Rollen zugeordnet werden. Einzelne Benutzer lassen sich dann zur vereinfachten Administration in Benutzergruppen zusammen fassen. Ferner unterscheidet man noch verschiedenste Benutzertypen, die für unterschiedliche Aktionen in einem SAP Netweaver AS ABAP angelegt werden können.

  • Benutzertyp Dialog: Benutzer steht alle Formen der Nutzung eines SAP Netweaver AS offen, sofern nicht durch entsprechende Rollen begrenzt.
  • Benutzertyp Kommunikation: Regelt "dialogfreie" Kommunikation zwischen einzelnen SAP Systemen. Zählt also zu den technischen Benutzern. Erlaubt keine Anmeldung am SAP Netweaver mit Anmeldung via Dialog.
  • Benutzertyp System: Ebenfalls für dialogfreie Kommunikation gedacht. Für diesen Benutzertyp gelten allerdings nicht die allgemeinen Einstellungen für die Gültigkeitsdauer eines Passwortes.
  • Benutzertyp Service: Stellt einen Dialogbenutzer dar, der für einen anonymen Benutzerkreis angelegt werden kann. Wird z. B. eingesetzt bei der Verwendung von Webservices.
  • Benutzertyp Referenz: Dient nur als Vorlage zur Vergabe von Berechtigungen. Keine Dialoganmeldung möglich.

In der Praxis werden Benutzern Dialogbenutzertypen zugeordnet. Jeder Benutzer ist nach Vergabe der entsprechenden Rollen und der Zuordnung über bestimmte Benutzergruppen in einem Unternehmen in seinem Aufgaben identifizierbar. So werden z. B. für Controller andere Berechtigungen notwendig, als für Vertriebsmitarbeiter. Benutzer werden darüber hinaus immer mandantenabhängig angelegt, d. h. beim Einsatz von mehreren Mandaten in einem SAP Netweaver AS, muss ein und derselbe Benutzer entsprechend oft angelegt werden.

Zur Vereinfachung der Administration lassen sich für einen Benutzer sogenannte Rollen definieren, die dann einem Benutzer zugeordnet werden können. Eine Rolle stellt dabei die Beschreibung eines Arbeitsplatzes dar, die einem bestimmten Benutzer zugeordnet werden kann. Der Vorteil bei der Verwendung von solchen Rollen liegt darin, dass bei Veränderungen an Berechtigungen nur die Rollen angepasst werden müssen und nicht die gesamten Benutzer.

7.6 Softwarelogistik

Eine der wichtigsten Eigenschaften für einen kontinuierlichen Betrieb eines Application Servers ist die Fähigkeit, auf Veränderungen, z. B. strategischer oder gesetzlicher Natur, reagieren zu können sowie einen reibungslosen Betrieb gewährleisten zu können. Dabei sollten vorhandene Basis Releases jederzeit innerhalb eines Releases anhebbar und um neuere Funktionen erweiterbar sein, ohne dabei einen komplett neuen Versionsrelease ausrollen zu müssen. Dass dieses Modell auch im SAP Netweaver AS verfolgt wird, zeigt bereits ein Blick auf die Release- und Wartungsstrategie der SAP. Nach einer RAMP-UP Phase, die der Kunde gemeinsam mit der SAP begleiten kann, gilt für jeden neuen SAP Release die sogenannte 5-1-2 Regel. Dabei wird jeder neue Releases nach erscheinen mindestens fünf Jahre lang im Rahmen der normalen Lizenz- und Wartungsgebühren mit Patchen und Updates versorgt. Nach Ablauf der fünf Jahre erscheint dann in der Regel der nächste Basis Release, den die Kunden dann durch einen Systemupgrade auf einen vorangegangenen Release einspielen können.

Da eine solche Strategie allerdings für die meistens Kunden und Unternehmen zu unflexibel ist, weil aus vielfältigen Gründen ein Upgrade nicht in einem genauen Fünfjahreszyklus erfolgen kann, knüpfen an die fünf Jahre drei weitere Jahre mit einer sogenannten erweiterten Wartung an. Diese erweiterte Wartung schlägt allerdings im sechsten Jahr mit 2 % Aufschlag der normalen Lizenzgebühren zu buche und im siebten und achten Jahr mit 4 % Aufschlag. Auch in diesen drei weiteren Jahren werden vorhandene Releases seitens der SAP weiter entwickelt und Patche, Updates und Plug-Ins bereitgestellt, die die Kunden dann einspielen können. Eine solche Wartungsstrategie, obgleich mit etwas höheren Lizenzkosten verbunden, lässt vor allem den Kunden einen größeren Spielraum bzgl. der Planungen für einen kompletten Systemupgrade. Selbst jenseits der acht Jahre Support für einen Application Server Release können Kunden gemeinsam mit der SAP kundenspezifische Support- und Wartungsverträge abschließen.

Abbildung 19: SAP Netweaver Wartungsstrategie
Abbildung 19: SAP Netweaver Wartungsstrategie


Im Folgenden wird die Softwarelogistik, also die Bereitstellung von Updates, Patchen und Supportpackages untersucht. Dabei wird zwischen der Softwarelogistik eines AS ABAP und eine AS JAVA unterschieden, da die Aktualisierungsmethoden beider Application Server sich erheblich voneinander unterscheiden.

7.6.1 Softwarelogistik AS ABAP

Bei der Softwarewartung eines SAP Netweaver AS ABAP unterscheidet man drei verschiedene Arten von Aktualisierungsmethoden. Dabei wird jede der drei Arten durch unterschiedliche Tools in einen SAP Netweaver AS ABAP eingespielt. Alle Aktualisierungsmethoden konnten früher mit einem Downloadmanager bei der SAP heruntergeladen werden. Hier verfolgt die SAP seit längerem aber eine andere Strategie. Mit Veröffentlichung des SAP Solution Managers stellte die SAP zunächst nur ein kostenloses, zentrales System zu Verfügung, welches Kunden nutzen konnten aber nicht mussten, um andere SAP Netweaver AS einfacher administrieren zu können und um der SAP einen zentralen Einstieg in die kundeneigene Systemlandschaft zu gewährleisten. Mittlerweile ist der SAP Solution Manager jedoch zur Pflicht geworden, wenn man Aktualisierung seitens der SAP beziehen möchte, d. h. nur über den Solution Manager können z. B. Support Package Stacks bezogen werden. Neben den eigentlichen Dateien, die letztendlich in das jeweilige System oder die Systemlandschaft hochgeladen werden müssen, werden im SAP Solution Manager Wartungszertifikate erzeugt, die erst das Einspielen von Aktualisierungen für das jeweilige System erlauben. Das Einspielen von Aktualisierung in einem SAP Netweaver AS wird in einer mehrstufigen Systemlandschaft entsprechend des bereits erläuterten Mandatenkonzepts gehandhabt. So sollte man stets zuerst die Aktualisierungen im DEV-System, dann im QAS-System und erst zum Schluss nach genauer Prüfung in das PRD-System einspielen.


  • Support Package Stacks

Support Packages enthalten neben notwendigen Updates und Qualitätsverbesserungen auch Programmkorrekturen. Einzelne Support Packages können dann zu sogenannten Support Package Stacks zusammengefasst werden, wobei diese dann sowohl aus ABAP- und JAVA Support Packages sowie Kernel-Updates bestehen können. Support Package Stacks werden von der SAP vierteljährlich zusammen- und bereitgestellt und stellen, zum Zeitpunkt ihres Erscheinens die beste Kombination von Support Packages und Patch-Ständen dar. Zur genauen Übersicht über die erscheinenden Support Package Stacks stellt die SAP in ihrem Service Portal, dem SAP Service Marketeplace, eine detaillierte Übersicht zur Verfügung, wann für welchen Release die nächsten Support Package Stacks erscheinen. Allerdings ist für Einsicht eine Authentifizierung erforderlich.

Hat man die entsprechenden Dateien in ein bestimmtes Verzeichnis des SAP Netweaver AS ABAP abgelegt, kann mit dem Einspielen begonnen werden. Abhängig von Art und Umfang der einzelnen Stacks ist hierfür eine Downtime oder eine lastarme Betriebszeit ohne Dialoguser notwendig. Das eigentliche Einspielen der SP-Stacks erfolgt dabei durch den Support Package Manager. Dieser wird im AS ABAP über die Transaktion SPAM aufgerufen. Im Support Package Manager kann man sich dann die bereits eingespielten Support Packages anzeigen lassen oder die neuen einzuspielenden Support Packages hochladen. Diese werden dann entsprechend als noch nicht eingespielt markiert und können dann unter Berücksichtigung zweier verschiedener Szenarien in das System gebracht werden. Bevor man die SP-Stacks tatsächlich einspielt, kann man noch ein so genanntes Testeinspielen durchführen. Dabei wird das System noch nicht aktualisiert, man erhält jedoch einen Überblick und Gewissheit, ob alle Vorbedingungen erfüllt sind, oder ob evtl. noch ältere Support Packages vorher eingespielt werden müssen.

Abbildung 20: Support Package Manager
Abbildung 20: Support Package Manager
  • Add-Ons

Add-Ons sind gemessen am Umfang meist kleiner als Support Packages. Dabei handelt es sich um einzelne Komponenten die häufiger aktualisiert werden als der Basis Release z. B. kleiner Plug-Ins oder Servicetools. Darüber hinaus können auch zusätzliche Funktionen z. B. Industrielösungen als Add-Ons erscheinen. Ähnlich wie bei den SP-Stacks gibt es im Service Marketplace ebenfalls eine Übersicht über Add-On Installation Packages und Add-On Upgrade Packages. Diese Packages stellen auch hier eine beste Auswahl von mehreren Add-Ons dar. Add-Ons werden allerdings nicht über den Support Package Manager eingespielt, sondern über das Add-On Installation Tool. Das Add-on Installation Tool lässt sich über die Transaktion SAINT aufrufen. Nach Aufruf der Transaktion erhält man sofort eine Übersicht, über bereits eingespielte Add-Ons. Nach dem Upload der entsprechenden Dateien können diese dann über den Button Start eingespielt werden.

  • Hinweise

Hinweise sind Korrekturen, die in erster Linie der Behebung von kleineren Problemen in einem SAP Netweaver AS ABAP dienen. Einzelne Hinweise oder auch Notes genannt, können ebenfalls im Service Marketplace heruntergeladen werden und über einen Note Assistant eingespielt werden. Dieser Hinweisassistent ist über die Transaktionen SNOTE in einem AS ABAP zu erreichen, die ebenfalls nach Aufruf sofort einen Überblick über alle eingespielten Hinweise bietet. Über das Icon-Menue können dann einzelne Hinweise eingebaut werden.

7.6.2 Softwarelogistik AS JAVA

  • Support Package Stacks

Ähnlich wie bei dem SAP Netweaver AS ABAP, gibt es auch für den SAP Netweaver AS Java entsprechende Support Packages und Support Package Stacks die sich, abhängig von der Installationsart, auch durch den Support Package Manager ABAP installieren lassen. Dies bedingt allerdings mindestens eine Add-In Installation, also AS ABAP/JAVA. Bei einem reinen JAVA System kommt der Java Support Package Manager zum Einsatz.

Abbildung 21: Java Support Package Manager
Abbildung 21: Java Support Package Manager
  • Java Support Package Patches

Java Support Packages beinhaltet nur Korrekturen für Softwarekomponenten des AS JAVA. Diese können dann auch nur durch den Java Support Package Manager installiert werden. Bei dem JSPM handelt es sich um ein auf Java basierendes Tool, mit dem man neben dem Einspielen von JAVA Patches auch Softwarekomponenten deployen kann. Der JSPM konnektiert sich dabei mit dem SDM-Server (siehe oben), welcher die entsprechenden Packages noch zusätzlich verifiziert, bevor sie eingespielt werden.

7.7 Monitoring

Um eine kontinuierliche Qualität und einen reibungslosen Betrieb eines Application Servers gewährleisten zu können, ist eine permanente Überwachung des Systems zwingend erforderlich. Dabei gibt es verschiedene Methoden zur Überwachung. Eine manuelle Überwachung bzw. Sichten einzelner Logs ist allerdings zeitaufwändig und birgt diverse Risiken. Evtl. werden Fehler und auftretende Probleme zu spät erkannt, um noch wirksam eingreifen zu können. Effizienter ist dabei die Verwendung von Automatismen, die frühzeitig Probleme erkennen und entsprechend ausgeben können, oder sogar bestimmte Autoreaktionsmethoden gleich mitliefern. In der Praxis werden entsprechende Automatismen auch oft mit diversen Problem Management Systemen kombiniert.

Abbildung 22: Computing Center Management System
Abbildung 22: Computing Center Management System

Zentraler Bestandteil zur Überwachung eines AS ABAP ist dabei das CCMS. Mit diesen Alert-Monitoren lassen sich sowohl angeschlossene Systeme als auch das eigene System überwachen. Dazu werden entsprechend notwendige Informationen gesammelt, vorgehalten und ausgewertet. Alert-Monitore können zu sogenannten Monitorsammlungen zusammen gefasst werden, die mit Standardeinstellungen und Grundfunktionen seitens SAP in Form von Templates bereits mit ausgeliefert werden. Die einzelnen vorgefertigten Monitore lassen sich dann vom Kunden detailliert anpassen. Ferner können Kunden eigene Abfragen und Monitore gestalten um verschiedenste Vorgänge oder Funktionen eines SAP Netweaver AS zu überwachen. Dabei können Kunden auch selber den Grad der Granulierung in allen Monitoren bestimmen.

8 Fazit

Die Ausarbeitung hat gezeigt, das der SAP Netweaver AS einen sehr leistungsfähigen Application Server darstellt, der nicht zuletzt durch seine offene Architektur auf vielfältigste Art und Weise in Unternehmen eingesetzt werden kann. Ob als Portallösung auf Java basierend, für den Einsatz eines Datawarehouse in BI-Systemen oder als CRM-Lösung für das Kundenmanagement. Der SAP Netweaver AS ABAP/JAVA lässt sich für alle genannten Bereiche einsetzen. Die Service-oriented Architecture garantiert dabei eine zielgerichtete und effiziente Gestaltung von vielen verschiedenen Geschäftsprozessen, die innerhalb eines Unternehmens und auch jenseits der Grenzen des Unternehmens realisiert werden können. (z. B. für SRM Lösungen)

Doch alleine die Verwendung einer SOA und die Fähigkeit für einen vielfältigen Einsatz des SAP Netweaver AS im Unternehmen sind in der heutigen Zeit keine Erfolgsfaktoren mehr. Erst die Tatsache, dass der SAP Netweaver AS auch ein Zusammenspiel mit vielen third party Softwareprodukten ermöglicht, erklärt den Erfolg des SAP Netweaver AS. Dies wird vor allem durch einheitliche Standards wie z. B. XML, UDDI ermöglicht. Des Weiteren kann der SAP Netweaver AS auf einer Vielzahl von Betriebssystemen installiert werden und ermöglicht die Kombination mit verschiedensten RDBM-Systemen. Der Betrieb eines SAP Netweaver AS zeichnet sich darüber hinaus auch durch seine vollständige Prozessintegration und Datenvereinheitlichung aus. Die Datenvereinheitlichung garantiert dabei die Verwendung von normalisierten und korrekten Stammdaten innerhalb eines Systems, während die Prozessintegration ein zusammenarbeiten mit verschiedensten Anwendungen von am Markt befindlichen Anbietern gewährleistet. Dies gilt dabei nicht nur im Hinblick auf third party Produkte, die den Betrieb eines SAP Netweaver AS unterstützen können, z. B. Problem Management Systeme, sondern vor allem auch für ähnliche Systeme von Geschäftspartner die evtl. keinen SAP Netweaver AS, sondern ein anderes Produkt in ihrer Datenverarbeitung einsetzen.

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt bei der Verwendung eines SAP Netweaver AS ist die Möglichkeit, dass Kunden ihre eigenen Entwicklungen gestalten können und so spezifisch nach ihren Wünschen über den Standard hinaus ihre Prozesse orchestrieren können. Durch das sogenannte Customizing lassen sich dabei individuelle Szenarien gestalten, welche sich letzten Endes, vernünftiger Gestaltung vorausgesetzt, produktivitätssteigernd auswirken können.

Die Möglichkeit, den SAP Netweaver AS auf vielfältigste Art und Weise einsetzen zu können birgt allerdings auch eine Vielzahl von Risiken, die zu beachten sind. Seit der Entwicklung des SAP R/3 welcher schlussendlich die Basis des heutigen SAP Netweaver darstellt, sind immer mehr Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten hinzugekommen. Die Masse an Informationen und der vielfältige Einsatz der Systeme bedürfen dabei einer Betreuung von vielen verschiedenen spezialisierten Fachleuten. In der Praxis wird auf der Ebene der Applikation hier bereits in den verschiedensten Modulen differenziert. Dabei hat meistens jedes eigene Modul wie HR, PM, CO usw. seinen eigenen Fachbereich, der sich explizit nur um das jeweilige Modul kümmert. Auch die Administration eines SAP Netweaver AS, hier vor allem im Bereich des etwas neueren AS JAVA, bedarf einer Betreuung von spezialisierten Fachkräften, die alle Funktionen des SAP Netweaver AS überwachen und im Fehlerfall wiederherstellen können. Darüber hinaus wird der SAP Netweaver AS ständig von der SAP weiterentwickelt. So können Kunden und Anwender des SAP Netweaver AS auf einen immer größer werdenden Funktionsumfang zurückgreifen und sind somit auch auf ggf. rasche Veränderung oder Anpassungen von Geschäftsprozessen gerüstet. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Softwareherstellern erweitert immer mehr den Funktionsumfang des SAP Netweaver AS. So arbeitet SAP Research derzeit z. B. gemeinsam mit Google an einem Tool zur Prozessmodellierung. In diesem Projekt namens Gravity kombiniert die SAP ein grafisches Prozessdesigntool für den SAP Netweaver AS mit Google Wave[35]. Ziel der Projekts ist es, ein workgroup-basiertes Gestalten von Prozessen zu ermöglichen.

9 Fußnoten

  1. Vgl. http://www.w3.org/MarkUp/
  2. Vgl. http://www.w3.org/Protocols//
  3. Vgl. http://www.w3.org/Protocols//
  4. Vgl. http://java.sun.com/javaee
  5. Vgl. http://java.sun.com/j2se/1.5.0/
  6. Vgl. http://www.oracle.com/technology/deploy/availability/htdocs/rman_overview.htm
  7. Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/TCP/IP-Referenzmodell#TCP.2FIP-Referenzmodell
  8. Vgl. http://www.oasis-open.org/committees/uddi-spec/doc/tcspecs.htm
  9. Vgl. http://www.w3.org/TR/wsdl
  10. Vgl. http://www.w3.org/XML/
  11. Vgl. http://www.cundus.de/leistungsportfolio/technologie-expertise/sap/sap-netweaver.html
  12. Vgl. http://1.bp.blogspot.com/_6zQRzGa0fW0/R_m4UCKN2wI/AAAAAAAAAlY/QRIK2FS63yQ/s400/NWA.jpg
  13. Vgl. https://glassfish.dev.java.net/
  14. Vgl. http://www-01.ibm.com/software/de/websphere/
  15. Vgl. http://www.jboss.com/
  16. Vgl. http://www.apache.org/
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  18. Vgl. http://www.oracle.com/appserver/weblogic/weblogic-suite.html
  19. Vgl. http://www.soa-know-how.de/
  20. Vgl. http://www.ibm.com/us/en/
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  22. Vgl. http://h71028.www7.hp.com/enterprise/w1/en/os/hpux11i-overview.html?jumpid=ex_r1533_us/en/large/tsg/go_hpux
  23. Vgl. http://www.sun.com/software/solaris/
  24. Vgl. http://www-03.ibm.com/systems/z/os/zos/
  25. Vgl. http://www.microsoft.com/germany/sql/2008/default.mspx
  26. Vgl. http://www-01.ibm.com/software/data/db2/
  27. Vgl. http://www.oracle.com/lang/de/database/index.html
  28. Vgl. http://www-01.ibm.com/software/de/data/informix/index.html
  29. Vgl. http://www.sdn.sap.com/irj/sdn/maxdb
  30. Vgl. http://www.sdn.sap.com/irj/sdn/livecache
  31. Vgl. http://de.sun.com/
  32. Vgl. http://www-03.ibm.com/systems/p/
  33. Vgl. http://www.oracle.com/database/number-one-database.html
  34. Vgl. http://www.oracle.com/lang/de/database/rac_home.html
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