Einsatzmöglichkeiten und Potentiale eines WCMS im Umfeld eines international operierenden Unternehmens

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Duisburg
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Content Management Systeme
Autor(en): Daniel Brodka, Rolf Halle, Florian Miosczka
Studienzeitmodell: Tagesstudium
Semesterbezeichnung:
Studiensemester: 4
Bearbeitungsstatus: begutachtet
Prüfungstermin:
Abgabetermin:

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Motivation

Moderne IT Infrastrukturen haben die Wirtschaft in den letzten Jahren stark verändert. Ohne schnelle Datennetze, günstigere Telekommunikation und ihrer gleichzeitig hohen Verfügbarkeit über Länder- und Kontinentalgrenzen hinweg, wäre die Globalisierung in ihrer aktuellen Form nicht vorstellbar gewesen.
Erst durch technologische Fortschritte war es den international operierenden Unternehmen möglich, Informationen in Form von Sprache und Daten schnell innerhalb des Unternehmens zu verbreiten. "Nur wer in der Lage ist, die äußerst wichtige Ressource "Information und Wissen" sinnvoll zu organisieren, bewirtschaften und zum Blühen zu bringen, wird in naher und ferner Zukunft wirtschaftlichen Erfolg haben."[1]
Der daraus resultierende Schritt ist nunmehr nicht nur die Übermittlung von Daten, sondern die möglichst effiziente Nutzung derselben. Hierzu ist jedoch eine neue Lösung vonnöten, denn eine Synchronisation der dezentralen Informationen bei jeder Änderung überall sicherstellen zu können ist über den simplen Datenaustausch nicht mehr möglich oder zu fehlerträchtig, da tendenziell das Datenvolumen und die Änderungsfrequenz ansteigt. Hinzu kommt, dass das Speichern und Sichern der Daten an den jeweiligen Stellen Geld kostet.
Informationen wurden in größeren Konzernen zum Teil je Business Area gesammelt und verwaltet. Die Daten müssen dann in mehreren Konzerneinheiten bei hohen Kosten aktuell gehalten werden. Der Aufwand und die Kosten fallen für die gleiche Information mehrfach an. Ähnlich wie im Intranet verhält sich das Problem auch bei den Internetauftritten großer Konzerne. Hier unterscheidet sich das Design der Webseiten zum Teil erheblich voneinander.
Gesucht sind daher IT - gestützte Lösungen, die helfen Inhalte und Design zentral zu halten, zu sichern, zu verwalten und darzustellen. Es ist zu untersuchen, ob WCMS hierbei eine Lösung zur Zentralisierung von Datenbeständen und deren Verwaltung darstellen könnte.

1.2 Zielsetzung

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Potenzial von Web-Content-Management-Systemen anhand praxisnaher Beispiele in Form von Einsatzszenarien aufzuzeigen.
Hierzu werden vorab einige grundlegende Begriffe zum weiteren Verständnis erklärt. Darauf werden technische Grundlagen bzgl. des Aufbaus eines WCMS erläutert. Szenarien des klassischen Datenaustausches ohne Einsatz eines WCMS werden beschrieben und anschließend die darauf zugrunde liegenden Optimierungsmöglichkeiten der dargestellten Szenarien mit WCMS-Systemen aufgezeigt. Der durch einen Einsatz eines WCMS möglicherweise entstehende Nutzen für Unternehmen soll daraufhin diskutiert und bewertet werden.

2 Begriffsdefinition

2.1 Content Lifecycle

Unter dem Begriff des Content Lifecycles ist der Prozess vom Entstehen bzw. der Planung einer Information bis zur Darstellung und Verwaltung dieser zu verstehen. Der Begriff "Content" bezeichnet alle Arten von Inhalten in digitaler Form.[2] Der Content unterliegt einem Wandel, den Mutula mit der Erstellung und dem Upload in ein Content Management System beschreibt[3]. Da der Wandel einer Information aber unabhängig von angrenzenden Systemen betrachtet werden kann, wird der Lebenszyklus wie folgt beschrieben:

  • Planung (Der zukünftige Content wird festgelegt.)
  • Recherche nach den benötigten Informationen
  • Erstellung der Information (des Contents)
  • Zusammenführung (Die in der vorherigen Phase erstellten Informationen werden zu einem Gesamtbild zusammengeführt. Dies kann z.B. bedeuten, dass ein Zeitungsartikel mit den entsprechenden Fotos ergänzt wird, etc.)
  • Prüfung auf Fehler
  • Freigabe nach erfolgreicher Prüfung
  • Archivierung des Contents nach einem individuellen Zeitintervall.

Zu beachten ist, dass die archivierten Informationen bei der Recherche oder Erstellung von zukünftigen Inhalten erneut miteinfließen können[4].

2.2 Content Management

Content Management stellt die systematische und strukturierte Verwaltung von Informationen im gesamten Lebenszyklus der Informationen (Content Lifecycle) dar. Dabei gilt generell, dass Struktur, Layout und der Inhalt voneinander getrennt werden[5].
"Die grundsätzliche Herausforderung des Content Management liegt darin, das gesamte digitale Inventar eines Unternehmens zu verwalten - ob Word-Datei oder Voice-Mail, Artikelnummer oder Video, Werbebanner oder Musikdatei."[6]
Basierend auf der Natur und Art der betreffenden Information gibt es in diesem Kontext folgende unterschiedliche Begriffe:

  • DAM Digital Asset Management
  • DMS Document Management
  • ECM Enterprise Content Management
  • MAM Media Asset Management
  • VAM Video Asset Management

Content Management umfasst all diese Formen von Informationsmanagement.

2.3 Web Content Management Systeme

Ein WCMS (Web Content Management System) dient der Verwaltung von Content über web-basierte Elemente. Das klassische CMS wird um das Element "Web" erweitert. Die Pflege und Anzeige der digitalen Assets wird hierbei über den Webbrowser dargestellt[7]
Wie bereits beim CMS besteht das zentrale Konzept eines WCMS aus der Trennung von Inhalt und Layout.[8] Bei der Erstellung von Beiträgen durch den Beitragslieferanten werden diese über ein einfaches Eingabeformular ohne umfangreiche Formatierung eingegeben. Hierfür sind keine tiefgehenden technischen Kenntnisse erforderlich.[9] Das Layout wird durch andere Personen an zentraler Stelle verwaltet, im Regelfall über Templates[10].
Aufgrund ihrer Struktur eignen sich WCMS daher vor Allem zur Erstellung und Pflege umfangreicher Webseiten mit häufig aktualisierten oder neu eingepflegten Inhalten.[11]

3 Infrastruktur und Architektur eines WCMS

3.1 Webtechnologien und -standards

3.1.1 HTML / XHTML

Die Webtechnologie zeichnet sich grundsätzlich dadurch aus, dass mittels sogenannter Browser zu einer Adresse Informationen aufgerufen werden. Die Anzeige dieser Informationen wird in diesem Bereich als (Web-) Seite oder Dokument bezeichnet. HTML (Hypertext Markup Language) stellt Möglichkeiten hinsichtlich Formatierung und Darstellung dieser Informationen und somit einen Standard der Seitenbeschreibung dar[12]. Die Anweisungen einer HTML - Seite werden von einem Browser interpretiert und diese Interpretation dem Benutzer angezeigt.
XHTML nähert sich dem strukturierten Aufbau von XML an um eine einheitliche Interpretation der HTML - Seiten zu ermöglichen. Dies ist bislang durch unterschiedliche Hersteller von Browsern und einer teilweisen individuellen Interpretation des Quellcodes in der Praxis bei reinen HTML - Seiten nicht gegeben. Folgende Unterschiede zeichnen XHTML zu HTML - Dokumenten aus:

  • Dokumente müssen wohl geformt sein
  • Leere Elemente müssen mit einem Start - Tag und End - Tag dargestellt werden (Beispiel: <br></br> oder <br/>)
  • Attributwerte müssen immer in Anführungszeichen gesetzt werden
  • Element- und Attributnamen müssen in Kleinbuchstaben geschrieben werden
  • Head- und Body - Element muss vorhanden sein
  • Title - Element muss das erste Element im Head sein[13]

3.1.2 CSS

Abbildung 1: Quellcode CSS
Abbildung 1: Quellcode CSS

CSS (Cascading Stylesheets) ist eine Technik um die Formatierung innerhalb eines HTML- oder XHTML-Dokuments zu definieren. Somit ist es möglich die Inhalte von der Darstellung der Elemente in Dokumenten zu trennen[14]. In der Praxis werden CSS - Anweisungen für Dokumentelemente oder -bereiche mittels folgender Syntax in einer Datei definiert: Selektor{Eigenschaft:Wert}[15].
Der Selektor stellt einen Schlüsselbegriff dar. Dieser wird im Dokument hinterlegt und anhand dessen die Eigenschaften dem Element zugeordnet. Im gezeigten Beispiel (Abbildung 1) sind die Selektoren "input.buttonHalf" und "input.buttonX", denen mehrere Eigenschaften zugeordnet sind, zu sehen.
Im Sinne von CM ist es somit möglich die Darstellung von Dokumenten durch wenige Befehle zu verändern.
Über CSS kann die Größe von Elementen, deren Farbe (Vorder- und Hintergrund), die Positionierung, Schriftart und -größe bestimmt werden. Das Beispiel zeigt zwei verschiedene Buttons, deren Breite (width), Hintergrundfarbe (background-color), Schriftfarbe (color), Rahmendefinition (border-color, border-style, border-width) und die Textposition anhand der Schlüsselbegriffe definiert werden. Wird in einem Dokument ein Button angelegt und diesem die entsprechende CSS - Definition (z.B. input.buttonHalf) zugewiesen, werden die hinterlegten Informationen für diesen Button übernommen.

3.1.3 Java

Java stellt grundsätzlich eine objektorientierte Programmiersprache dar, mit der aber ebenfalls effizient Webprogrammierung betrieben werden kann. Hier muss man zwischen den Techniken der Anzeige (JSP, JSF, Servlets, Applets) und der Informationsverteilung bzw. der Steuerung (EJB´s, RMI etc.) unterscheiden. Im Folgenden wird die reine Anzeige untersucht:
Zur Darstellung von Webseiten gibt es die Technik der Servlets. Ein Servlet stellt eine programmierte Klasse dar, die auf einem Webserver liegt und je Verbindung aufgerufen (instanziiert) wird. Diese Klasse erzeugt eine Webseite.
Applets stellen eine veraltete Technik dar. Es handelt sich hierbei ebenfalls um Klassen, die auf dem Server liegen, allerdings werden diese heruntergeladen und dann im Browser des Clients ausgeführt.
Eine Java Server Page (JSP) stellt eine andere Vorgehensweise dar. Hierbei handelt es sich um eine HTML - Webseite, in der Java - Code implementiert sein kann. Die Seite wird auf herkömmliche Weise von einem Webserver interpretiert und die entsprechenden Kommandos werden ausgeführt. Handelt es sich bei den Kommandos um Aufrufe von Javaklassen werden diese instanziiert und deren Funktionalität verwendet.
Java Server Faces (JSF) stellen einen erweiterten Ansatz zu JSP dar. Es werden in einem HTML - Dokument eigene Tags definiert hinter denen Funktionalität liegt. JSF Komponenten können aber durchaus in JSP´s integriert werden.[16]

3.1.4 Javascript

Javascript hat trotz des Namens abgesehen von teilweise syntaktischen Ähnlichkeiten kaum Parallelen zu Java.[17] Javascript läuft vollständig clientseitig ab, sodass das Ergebnis sehr abhängig von der Interpretation innerhalb des Browsers ist.
Die Webseite wird an den Client übertragen und die Javascriptfunktionen ebenfalls. Im Gegensatz zu anderen Techniken, bei denen der Client durch ein ausgeführtes Kommando die Informationen zum Server sendet und daraufhin eine Antwort bekommt (Request und Response), wird der Befehl bei Javascript direkt interpretiert und die entsprechende Funktion lokal ausgeführt. Dadurch wird eine gewisse Dynamik für den Benutzer erzeugt. Abgesehen von der Abhängigkeit zu Browsern und deren korrekter Arbeitsweise ist hier der Sicherheitsaspekt kritisch zu sehen. Folgende Ergebnisse können durch Javascript erzeugt werden:

  • "Reaktionen auf Maus-Aktionen wie Rollover-Effekte;
  • Überprüfung von Formularen vor deren Versenden an einen Server (Plausibilisierung);
  • Steuerung des Browser-Verhaltens bis hin zur Möglichkeit der Konfiguration von Browser-Fenstern."[18]

3.1.5 SGML

Aus der Notwendigkeit einen Transfer von Dokumenten innerhalb unterschiedlicher Systeme zu ermöglichen, entstand diese Sprache. "Die Standard Generalized Markup Language (SGML) ist ein ISO-Standard (International Organization for Standardization, ISO 8879) für eine derartige Beschreibung von Dokumenten".[19] Diese Sprache besteht aus folgenden Komponenten:

  • Deklaration (Beschreibung der verwendeten Bestandteile und des Zeichencodes)
  • DTD (Document Type Definition). Die DTD stellt eine Strukturbeschreibung des verwendeten Dokuments dar (z.B. Rechnung, Auftrag, etc.).
  • Hauptteil (Beinhaltet den Dokumenteninhalt bzw. -text)
  • Formatierung (Angabe der verwendeten Stylesheets z.B. mittels CSS)[20]

SGML wird nach und nach von dem flexibleren XML abgelöst.

3.1.6 XML / XSD / XSL

Abbildung 2: Beispiel XML - Datei
Abbildung 2: Beispiel XML - Datei

XML (Extensible Markup Language) ist eine Weiterentwicklung und sogleich eine Vereinfachung von SGML und wurde im Februar 1998 vom World Wide Web Consortium W3C als Standard verabschiedet[21]. Genau wie bei SGML wird eine Trennung von Struktur, Layout und Inhalt angestrebt, jedoch mit wesentlich weniger Spezifikationen (XML - Spezifikation umfasst 30 Seiten, die Spezifikation von SGML ca. 500 Seiten)[22]. XML - Dateien stellen den Inhalt eines Dokuments dar. Das zu dieser Familie gehörende XSD (XML - Schema) ist das Pendant zur DTD von SGML und beschreibt somit die Struktur und die Datentypen eines Dokuments. Hierbei ist allerdings zu erwähnen, dass Bezeichner von Datentypen, sogenannte Tags, unabhängig von den zugeordneten Datentypen verwendet und erweitert werden können.
XSL (Extensible Stylesheet Language) stellt die Ebene des Layouts dar.
Am Beispiel in Abbildung 2 kann man erkennen, dass die Daten hierarchisch (ineinander geschachtelt) abgelegt werden können. So können auch Beziehungen von unterschiedlichen Daten zueinander in XML realisiert werden. Die hier gezeigte XML ist eine Parameterdatei zu einer Überwachungsanwendung. Es können anhand des Tags "Database" die Zugangsinformationen (Benutzer, Passwort) abgelegt werden. Das Tag "Spool" beschreibt eine auf Fehler zu untersuchende Datei. Werden in dieser Datei Einträge zu den genannten Suchworten (Tag "search") gefunden, so wird eine Informationsemail mit den angegebenen Informationen (Tag "email") über die Anwendung an die angegebenen Empfänger gesendet (Tag "recipient").

3.1.7 PHP

PHP ist eine Skriptsprache, die als Open Source Produkt verfügbar ist. Das Haupteinsatzgebiet für PHP ist die Programmierung dynamischer Webseiten.[23] Der Quellcode wird hierbei auf dem Server interpretiert und ausgeführt und wirkt auf den Benutzer wie eine gewöhnliche Webseite.
Zur serverseitigen Programmierung sind ein Webserver, sowie ein PHP Parser zur Verarbeitung und Übermittlung der Webseite an den Client nötig. PHP kann auf den gängigen Betriebssystemen und im Zusammenhang mit den meisten Datenbanken genutzt werden.[24] Der Entwickler muss daher seine Arbeitsumgebung nicht anpassen, sondern PHP passt sich ihm an.
Zudem unterstützt PHP sowohl prozedurale als auch objektorientierte Programmiertechniken.

3.2 Infrastruktur

3.2.1 Client

Die Anzeige und Pflege der vorhandenen digitalen Assets werden je nach WCM-Produkt teilweise oder komplett browserbasiert durchgeführt. Dies bedeutet, dass die Administration, die Inhaltserzeugung sowie die Anzeige komplett über den Webbrowser durchgeführt werden kann.[25] Es ist somit keine weitere Software notwendig. Bei einem WCMS erfolgt auf Clientseite lediglich die Eingabe von Daten und ggf. eine syntaktische Plausibilitätsprüfung (z.B. Prüfung auf Zahlenwerte in einem Feld, wo diese nur erlaubt sind, etc.). Ein WCMS verfügt aus Gründen der Trennung von Inhalt und Layout über ein bewusst eingeschränktes Editorwerkzeug. Dies wird zur Erstellung neuer Texte oder zum Upload von Binärdaten verwendet. Wie diese Schnittstellen im Einzelnen implementiert werden, ist letztlich jedoch von dem gewählten Produkt abhängig. Die Berechtigungsvergabe (Lese- oder Schreibberechtigung) obliegt in der Regel der Administration und kann flexibel definiert werden.

3.2.2 Server

Abbildung 3: Server - Client - Architektur
Abbildung 3: Server - Client - Architektur

Im Kontext eines WCMS ist serverseitig zwischen der Anwendung und der Datenbank zu unterscheiden.
Die Datenbank beinhaltet den gesamten Content inklusive aller organisatorischen Daten des WCMS, wie zum Beispiel Berechtigungskonzepte, und Vorlagen (Templates) für Eingabe- oder Auswertungsmöglichkeiten.
Der Applikations- oder auch Webserver stellt die Schnittstelle zwischen Benutzer und der Anwendung dar. Die Webseiten werden generiert und interpretiert, sodass der Benutzer mittels seines Clients auf die Anwendungsroutinen und Eingabemöglichkeiten zugreifen kann. Innerhalb des Servers werden die Anfragen weiterverarbeitet und ggf. dazu Informationen aus der Datenbank gelesen oder darin abgelegt.
Abbildung 3 zeigt eine Trennung zwischen Applikations- und Datenbankserver. Diese Architektur ist aber nur eine von mehreren Möglichkeiten. So ist es vorstellbar, dass sowohl Datenbank als auch die Anwendung auf einem Server liegen. Allerdings kommt es ebenfalls vor, dass sowohl Anwendung als auch Datenbank auf mehreren Servern (Cluster) abgelegt werden.
Auch gibt es sogenannte Rich - Clients, bei denen einen Teil oder sogar die ganze Anwendung clientseitig abgelegt ist und somit ein Anwendungsserver entfällt. Allerdings muss bei einer Softwareänderung die Software bei allen Clients ausgetauscht bzw. aktualisiert werden.

4 Informationsaustausch ohne WCM Systeme

4.1 Klassischer Informationsaustausch

Zum klassischen Informationsaustausch zählen Kommunikationen über Telefon, per Brief oder elektronischen Brief (Email).
Durch den Versand einer E-Mail können Informationen auf zwei Wegen übermittelt werden. Einer davon ist Information als reiner Text (Body einer Email). Wie bei einem Brief kann der Absender dem Empfänger Informationen zusammentragen und schriftlich übermitteln. Zusätzlich ist es möglich, durch Anhänge den Informationsgehalt zu erhöhen. Durch diese wird zudem die Möglichkeit offeriert, mit mehreren Personen Dateien zu bearbeiten. Hierzu muss nach jeder Änderung die aktuelle Version der Datei übermittelt werden.
Dies ist aus zeitlicher Sicht unpraktikabel, da an jeder der im Verteiler befindlichen Stellen die Datei zu speichern (und vor allem zu sichern) ist.
Diese Vorgehensweise wurde verbessert, indem auf Fileservern entsprechende Shares eingerichtet wurden, damit an einer zentralen Stelle die Datei verwaltet, verändert und gesichert werden kann.
Bei der Telefonie kann im ursprünglichen Sinn nur die Sprache übertragen werden. Durch technologische Weiterentwicklung ist es mittlerweile jedoch auch möglich, ein Video zu übertragen. Die Telefonie dient im eigentlichen Sinne dem reinen Austausch von Informationen. Zum Dateienaustausch werden oft andere Produkte genutzt. So kann ein entsprechendes Gesprächsprotokoll sowohl als normaler oder als elektronischer Brief versandt werden. Auch wenn über bestimmte Informationen telefonisch diskutiert werden soll, müssen diese vorab oder währenddessen dem / den anderen Gesprächsteilnehmer/n zur Verfügung gestellt werden. Dies geschieht in der Regel per E-Mail.
Als Alternative bietet sich ein zentrales System an, zu dem es eine einfache, von vielen nutzbare Schnittstelle (z.B. einen Webbrowser) gibt.

4.2 Herkömmliches Webpublishing

Mit dem herkömmliche Webpublishing wird grundlegend das Ziel verfolgt, digitale Inhalte, hauptsächlich in Form von Texten und Bildern im Internet zu veröffentlichen.[26] Ziel ist es, die bereitgestellten Informationen einer großen Interessengruppe zugänglich zu machen. Zuletzt werden neben Bildern auch vermehrt multimediale Inhalte zum Informationsaustausch publiziert.
Die Darstellung der Seiten erfolgt hierbei über die Textbeschreibungssprache HTML (XHTML). Diese Sprache ermöglicht die Darstellung der Informationen im World Wide Web und ermöglicht zudem die Verknüpfung mehrerer Dokumente untereinander.[27] Der Benutzer kann somit durch Aktivieren eines Links von einem Dokument in ein anderes springen.

5 Optimierungspotenziale durch WCMS

5.1 Qualitätssicherung

In Anlehnung an Zschau (2002), S. 59Abbildung 4: Erwartungen an das Webpublishing mittels WCMS
In Anlehnung an Zschau (2002), S. 59
Abbildung 4: Erwartungen an das Webpublishing mittels WCMS

5.1.1 Trennung von Inhalt und Layout

Wie bereits angesprochen, zeichnet sich das WCM zu einem großen Teil durch die Trennung von Inhalt, Layout und Navigation aus.[28] Durch diese Eigenschaft sind zur Aufbereitung von Inhalten keine Programmier- bzw. HTML-Kenntnisse mehr notwendig. Dies versetzt auch Mitarbeiter ohne technische Qualifikation in die Lage, Content zum Internetauftritt beizutragen.[29] Somit kann der Beitragsersteller das Qualitätsniveau durch seine inhaltliche Kompetenz sicherstellen und es hilft, Fehler in der Übermittlung zu vermeiden.

5.1.2 Schutz des Corporate Designs

Eine Webseite soll bereits aus ergonomischen Gründen über ein einheitliches Aussehen verfügen.[30] Im Unternehmensbereich wird die einheitliche Darstellung über ein Corporate Design vorgegeben. Diese Gestaltungsvorgaben werden innerhalb des WCMS in Form von Templates durch den Administrator umgesetzt. Durch die o. a. Trennung kann ein Mitglied des Redaktionskreises keine Änderungen an diesen Templates vornehmen. Ein versehentliches oder beabsichtigtes Ändern von Gestaltungselementen ist somit ausgeschlossen. Die Einhaltung des Corporate Designs kann daher über WCMS sichergestellt werden.[31]

5.1.3 Workflow-Integration

Die Qualität kann durch die Integration von Freigabe-Workflows weiter optimiert werden. Ein solcher Workflow bildet den Freigabezyklus eines klassischen Redaktionssystems auf das WCMS ab: Der Mitarbeiter, welcher einen Beitrag im WCMS erstellt hat und veröffentlichen möchte, speichert diesen ab. Bevor diese Information vom WCMS öffentlich verfügbar gemacht wird, kann in einem Workflow eine vorherige Prüfung definiert werden.[32] Hierbei erhält z. B. der Vorgesetzte oder eine andere in diesem Workflow hinterlegte Person automatisch eine Mitteilung über diesen neu erstellten Beitrag. Diese Information wird z. B. per E-Mail versendet oder im System selbst als Nachricht angezeigt. Nach dem Korrekturlesen des Beitrags kann dieser von der betreffenden Person freigegeben werden und wird dann ohne erneute Rücksprache im WCMS veröffentlicht. Durch dieses "Vier-Augen-Prinzip" wird eine Maßnahme zur Einhaltung von Qualitätsstandards ermöglicht und die Wahrscheinlichkeit der Veröffentlichung mangelhafter Information reduziert.

5.1.4 Asset-Management

In klassischen Kommunikationssystemen liegen auch heute noch vielfach Duplikate von Dokumenten vor, welche einen gewissen Verwaltungs- und Suchaufwand bedeuten. Anhand des Dateinamens lässt sich eher selten der Informationsstand der beinhalteten Information ablesen oder erahnen. Zudem werden geringfügig veränderte, aber als eigenständige Information vorliegende Dokumente an anderen Stellen, jedoch unter gleichem Dateinamen abgelegt. Beim späteren Zusammenführen oder Durchsuchen dieser Informationen entsteht Chaos.
Durch das in WCM-Systemen integrierte Asset-Management wird die Integrität des Contents sichergestellt, was ein klarer Vorteil im Sinne der Qualitätssicherung ist. Die verwendeten digitalen Assets wie Texte, Bilder und andere Bestandteile werden in der Datenbank des WCMS gespeichert und können dort zentral verwaltet werden.[33]
Zur Klassifizierung und Zuordnung von Content werden in einem WCMS neben dem eigentlichen Inhalt zusätzliche Informationen, sogenannte Meta-Infomationen, gespeichert.[34] Durch diese Meta-Infomationen wird eine Versionierung möglich. Jede Veränderung des Inhalts führt dann zusätzlich zu einer Änderung der Meta-Infomationen des Contents. Somit kann gewährleistet werden, dass Änderungen lückenlos nachvollziehbar sind. Sollte im weiteren Verlauf erkannt werden, dass die vorherige Information die geeignetere war, kann problemlos auf einen vorherigen Versionsstand zurückgekehrt werden.[35] Ein effizientes Informations- und Contentmanagement ist somit ohne die Pflege von Meta-Informationen als unabdingbares Mittel nicht realisierbar.[36]

5.2 Systemsicherheit

5.2.1 Konkurrierender Zugriff

Ein WCMS bietet klassischerweise mehrere Aspekte zu Erhöhung der Systemsicherheit. Dadurch, dass mehrere Anwender in dem System parallel arbeiten, ist im klassischen Dateisystem die Regel "der Letzte gewinnt" gängige Praxis. Hierbei bearbeiten mehrere Anwender das gleiche Dokument und speichern ihre geänderte Version zeitversetzt ab. In einem solchen Fall werden nur die Änderungen des Anwenders erhalten bleiben, welcher den Speichervorgang zuletzt durchgeführt hat. Die zwischenzeitlich gespeicherten Änderungen der vorherigen Bearbeiter werden überschrieben und gehen verloren.
Um diesen konkurrierenden Zugriff zu vermeiden, bieten viele WCMS einen "Checkin-/Checkout"-Mechanismus an: Sobald ein Benutzer ein Dokument zur Bearbeitung im WCMS öffnet, steht dieses ab sofort nur noch lesend zur Verfügung. Eine parallele Bearbeitung durch einen anderen Benutzer ist somit ausgeschlossen. Sobald der Benutzer seine Bearbeitung abgeschlossen hat, checkt er das Dokument wieder ein. Danach steht das Dokument inklusive der eingepflegten Änderungen wieder zur Verfügung.

5.2.2 Rechtekonzept

Über ein flexibles Rechtesystem kann und muss den einzelnen Anwendern die Sicht auf den gesamten, zur Verfügung stehenden Inhalt geregelt werden. Meist geschieht dies über Gruppen oder Rollen, wie z. B. "Systemadministratoren" oder "Redakteure". Ggf. wird die Erstellung dieser Rollen an die bestehende Organisationsstruktur des Unternehmens angelehnt. Die Pflege der Rechtestruktur wird mit steigender Spezialisierung aufwändiger und wird zentral von der WCMS-Administration gepflegt.
Inhalte der Marketingabteilung sollen durch die jeweiligen Mitarbeiter der Marketingabteilung bearbeitet werden. Diese sollen jedoch nicht die Möglichkeit besitzen, die Seiten der Geschäftsführung zu verändern. Eine weitere Anwendung der Möglichkeiten einer koordinierten Rechtevergabe wird im weiteren Verlauf bei der Personalisierung dargestellt.

5.3 Zeiteinsparung

5.3.1 Globaler Zugriff

Zusätzlich ist es bei einem WCM System unerheblich wo sich der Autor befindet. Es muss lediglich ein Internetzugang sowie ein Browser zur Verfügung stehen. Durch die dazugehörige Datenbank ist die Steuerung der Benutzerrechte möglich. Hierbei unter anderem die Rechte zur Inhaltsgenerierung, Freigabe oder nur zum Lesen des Inhalts. Somit wird das Zeitfenster bis zur Veröffentlichung einer Information, der sog. "Time-to-Web", verkürzt.[37]

5.3.2 Indexierung

Durch die Automatisierungsmechanismen von WCMS kann Zeit eingespart werden. Z. B. die Verschlagwortung oder auch Indexierung von Beiträgen zur späteren Suche wird vollautomatisch im Hintergrund durchgeführt. Bei klassischen Webseiten sind bislang Meta-Tags in HTML-Header eingepflegt worden.[38]

5.3.3 Link-Management

In lebenden Umgebungen werden Änderungen durchgeführt, so auch bei Webpräsenzen oder dem klassischen Webpublishing. Wird z. B. eine Grafik durch eine aktualisierte ersetzt, müssen alle Verweise auf diese Grafik vom Webseitenadministrator manuell aktualisiert werden. Gleiches gilt auch für die Verlinkung der Seiten untereinander. Wird dies an einer Stelle versäumt oder übersehen, entstehen Verweise auf nicht mehr vorhandene oder verschobene Zielressourcen, es entstehen sogenannte "dead links".
Erweckt ein Informationsangebot beim Anwender den Eindruck, nicht mit einer gewissen Sorgfalt gepflegt zu werden, wird dieser zu einem alternativen Informationsangebot wechseln. Die manuelle Überprüfung auf dead links ist ab einer gewissen Anzahl von verwalteten Seiten nicht mehr zu leisten.[39]
Die Verwaltung von Verweisen auf Inhalte innerhalb eines WCMS, auch "Link-Management" genannt, bietet hier eine Optimierungsmöglichkeit. Wird beispielsweise eine Grafik ausgetauscht – hier greift die angesprochene Versionierung ebenfalls –, werden im Anschluss alle auf dieses Objekt verweisenden Seiten automatisch vom WCMS aktualisiert. Sofern die Seiten nicht erfolgreich aktualisiert wurden, wird zumindest der dead link aus der Seite entfernt, so dass der Abrufer der Seite keinen dead link angezeigt bekommt.[40] Bei Neuerstellung von Inhalten sollen diese automatisch in bestehende Übersichtslisten und Navigationsmenüs integriert werden.

5.4 Kostenvorteile

5.4.1 Wartung und Pflege

In Anlehnung an Zschau (2002), S. 79Abbildung 5: Kosten Webpublishing
In Anlehnung an Zschau (2002), S. 79
Abbildung 5: Kosten Webpublishing

Die Trennung des technischen von dem redaktionellen Teil bietet neben der Qualitätsoptimierung auch monetäre Vorteile: Der Webseiten-Administrator ist nicht mehr für das Einpflegen von ggf. für ihn fremden Inhalten erforderlich. Dieser personelle Flaschenhals bei der Informationsveröffentlichung kann durch ein WCMS umgangen werden. Der Administrator wird zeitlich entlastet, wodurch sich dieser wieder seinen Kernkompetenzen widmen kann.
Darüber hinaus kann an dieser Stelle eine weitergehende Optimierung durch die Einbindung einer großen Anzahl von Mitarbeitern in den Entwicklungs- und Pflegeprozess erreicht werden. Diese werden hinsichtlich ihrer individuellen inhaltlichen oder technischen Kompetenzen eingesetzt. So kann sich jeder Mitarbeiter gezielt einbringen und muss sich nicht in fremde Aufgabengebiete einarbeiten.[41] Mit dieser effizienten Nutzung von Mitarbeiterressourcen sowie mit der Time-to-Web-Optimierung wird die Wertschöpfung der digitalen Assets vorangetrieben.[42]
Die Kosten für Schulung und Einarbeitung der neuen Redakteure entfallen weitestgehend durch die intuitive und auf redaktionelle Belange reduzierte Eingabemöglichkeiten. Darüber hinaus folgt aus der gezielten Einbringung eine Mitarbeitermotivation, die zusätzlich die Erhöhung der Arbeitseffizienz vorantreiben dürfte.
Zeitintensive administrative Tätigkeiten, welche aus den Problemfeldern "Link-Management", dem parallelen Arbeiten oder der Einhaltung des Corporate Designs in statischen Websites hervorgehen, werden von einem WCMS bereits "out-of-the-box"[43] unterstützt.[44] Der Administrator muss keine Zeit aufwenden um überschriebene Inhalte zu restaurieren oder defekte Links in Dokumenten manuell zu aktualisieren.
Die vormals genannten Aspekte reduzieren den Aufwand für Wartung und Pflege durch den Administrator deutlich.[45] Der Kostenfaktor einer kontinuierlichen Pflege zählt ebenso zu den Erfolgsfaktoren eines Webseiten-Projektes wie auch die Nutzung des betreuten Angebotes.[46] Der Kostenvorteil eines WCMS gegenüber einer herkömmlichen Webpublishing-Lösung erhöht sich mit steigender Menge an zu verwaltendem Content.

5.4.2 Cross-Site-Publishing

In Anlehnung an: Christ (2003), S. 35Abbildung 6: Wege des Cross - Site - Publishings
In Anlehnung an: Christ (2003), S. 35
Abbildung 6: Wege des Cross - Site - Publishings

Durch die Trennung von Layout und Inhalt wird dieser medienneutral in der Datenbank des WCMS gespeichert. Dies bietet die Möglichkeit, den Inhalt auf vielfältigen Kanälen und in verschiedenen Formaten zu publizieren. Dieser Möglichkeit wird unter dem Begriff "Cross-Site-Publishing" verstanden.
Hierbei werden ohne weiteren redaktionellen Aufwand spezielle Ansichten für die jeweilige Zielplattform entwickelt. "Die Darstellung des Contents orientiert sich an der jeweiligen Definition der Templates."[47] Bereits existierende bzw. in der Datenbank vorhandene Inhalte werden über solche angepassten Templates in veränderter visueller Form dargestellt. Das Publishing kann daher weitestgehend automatisiert ablaufen.
Gebräuchliche Anwendungsfelder sind z. B. der Export von Content in eine PDF-Datei, wie es bei digitalen Artikeln häufig angewendet wird. Die Darstellung auf CD-ROM oder Print-Publikationen ist ebenfalls gebräuchlich. Durch die Verwendung von XML wird ein zukunftssicheres Format angeboten, welches auch für unbekannte Medientypen geeignet ist.[48]
Durch die jüngste Entwicklung im Bereich des Mobilfunks ist die visuell angepasste Informationsbereitstellung auf mobilen Endgeräten in den Fokus vieler Content-Anbieter gerückt: Bei der Templateanpassung wird die grafische Darstellung für die kleinen Displaygrößen optimiert. Zusätzlich wird in diesem Zuge der Grafikanteil minimiert, sodass die Information auch in den leistungsschwächeren Mobilfunknetzen in kurzer Zeit zur Verfügung steht.
Durch die Verwendung von zentralen Templates kann die Einhaltung des Corporate Designs auf allen Zielplattformen und Endgeräten sichergestellt werden.

5.5 Risikofaktor Usability

Bei allen vorgestellten Optimierungspotenzialen hängt der Erfolg jedoch maßgeblich von einem weiteren Faktor ab, der "Usability"[49]. Ohne die Akzeptanz der Anwender und Editoren ist das WCMS zum Scheitern verurteilt, denn "Was nicht benutzbar ist, wird nicht benutzt"[50].
Um diesen Faktor günstig zu beeinflussen sollte bei der Evaluation eines WCMS u. a. auf eine eingängige und übersichtliche Bedienoberfläche sowie auf ein intuitives und leicht zu bedienendes Editorwerkzeug geachtet werden. Der Editor sollte über eine Vorschau verfügen, in welcher der Redakteur seinen Entwurf ansehen kann. Ausserdem wäre für die weniger erfahrenen Redakteure die Integration einer Oberfläche im Stil von WYSIWYG ("What you see is what you get") vorteilhaft. Jedoch ist dieses Konzept nicht immer optimal, denn es verringert z. B. die Performanz des Editors. Mit steigendem grafischen Anteil verringert sich der für das eigentliche Textfeld verfügbare Platz. Daher ist zu prüfen, ob dies den Bedüfnissen der Redaktion entspricht.[51]
Nach Völcker ist die Qualität und Performanz des eingesetzten Frontends der entscheidende Faktor zur Effizienz und Produktivität der Redaktion.[52]

6 Einsatzgebiete für WCMS

6.1 Webpublishing

6.1.1 Entscheidungsfaktor Informationsmenge

Der Einsatz eines WCM-Systems ist erst ab einer gewissen Informationsmenge wirtschaftlich. Für eine Hand voll statischer HTML-Seiten, welche selten geändert werden, steht der Aufwand der Implementation eines WCMS nicht im Verhältnis zu dessen Nutzen. Die weitergehende Betrachtung der finanziellen Aspekte würde dieses Verhältnis negativ weiterentwickeln.
Am Beispiel eines Internetangebots, welches aktuelle Nachrichten zu einem beliebigen Themenkreis im Rahmen einer E-Business-Lösung anbieten möchte, wird das Optimierungspotenzial jedoch deutlich. Im Regelfall verfügt diese Kategorie von Informationsangebot über eine hohe Menge an Content, welche kontinuierlich ansteigt. Es ist somit eine hohe Anzahl von digitalen Assets zu pflegen und zu verwalten. Daher ist es im Vergleich zum klassischen Webpublishing sinnvoll, die Assets möglichst frühzeitig über ein WCMS zu managen.
Der Faktor dieser Steigerung beeinflusst den Schwellenwert, ab dem sich die Investition in ein WCMS rechnet. Je nach Ausgangsmenge und erwartetem Wachstum rechnet sich ein WCMS entsprechend früher oder später. Weit verbreitet sind WCM-Systeme daher unter anderem in den Bereichen Intranet und Internet, wo viele Informationen einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt werden sollen.[53]

6.1.2 Vorteil Aktualität

Der Faktor Aktualität spielt bei dieser Form des Informationsangebots typischerweise eine Hauptrolle. Die Time-to-Web sollte hier so kurz wie möglich sein, um einen Wettbewerbsvorteil zu genieren.[54]
Daher werden Informationen typischerweise von mehreren Orten der Welt gesammelt. Der Zeitverzug zwischen der Recherche von Inhalten bis zur Übermittlung und Bereitstellung ins Webangebot kann über den globalen Ansatz eines WCMS verkürzt werden. Der Redakteur kann direkt am Ort der Recherche seine Ergebnisse in den global verfügbaren Editor einpflegen, sofern er über eine Internetverbindung verfügt. Die Information wird über den hinterlegten Workflow zeitnah korrekturgelesen und steht in kürzester Zeit auf der Nachrichtenseite zur Verfügung.
Gleichzeitig wird ein einheitliches Layout erwartet, um sich in der Vielzahl von angebotenen Seiten, welche die Informationen darstellen, gut zurecht zu finden. Ergänzend wird eine gut funktionierende Suchfunktion von dem Angebotsnutzer erwartet. Die Indexierung oder Verschlagwortung werden über WCM-Systeme automatisiert durchgeführt.[55] Bei dem klassischen Webpublishing wird dies nur durch die manuelle Editierung jeder einzelenen Seite durch einen Bearbeiter möglich.

6.1.3 Barrierefreie Informationsverwendung

Ein großes Optimierungspotenzial ist die Möglichkeit des Cross-Site-Publishings, z. B. um Nachrichten auch auf WAP-fähigen Mobiltelefonen anzuzeigen. Hier wird für die verschiedenen Endgeräte ein angepasstes Template entwickelt. Der Redakteur muss den Nachrichteninhalt nicht für die jeweiligen Zielgeräte anpassen, sondern stellt diesen einmalig in das WCMS ein. Dies fällt auch unter den Faktor Aktualität und Kundenbindung. Die Loyalität des Informationsabnehmers wird dadurch erhöht, dass dieser die gewünschte Information auf vielfältigen Kanälen ohne Zeitverzug empfangen kann.
Bisher war es beim klassischen Webpublishing so, dass der Redakteur eine Information für jede Zielplattform formatiert und aufbereitet, ggf. sogar gekürzt hat. Jede Formatanpassung zum Bedienen einer Zielgruppe wurde als Kopie der Original-Seite erstellt und mit den Layoutänderungen als weiteres Exemplar abgelegt.[56] Ändert sich nun der Inhalt einer Nachricht, z. B. durch die Klarstellung einer unglücklichen Formulierung, so musste diese Änderung manuell auf alle existierenden Exemplare übertragen werden.

6.1.4 Vorteile durch Trennung von Inhalt und Layout

In vielen klassischen Webpublishing-Projekten steht man vor dem Problem, mit hohem Personaleinsatz verhältnismäßig wenig Inhalte in einem gewissen Zeitraum erstellen zu können.[57] Über die Trennung von Inhalt und Layout in Kombination mit einem eingängigen und auf die Belange der Redaktion zugeschnittenen Editor ergeben sich neue Möglichkeiten der Mitarbeiterintegration. Es können nun auch Beiträge von Kollegen mit Fachkompetenz aber Technologiedefiziten in kurzer Zeit ohne die Bindung fremder Ressourcen eingepflegt werden. Das Workflow-Management sichert die Qualität vor Veröffentlichung. Auch die Rechtssicherheit kann hierüber sichergestellt werden, z. B. bei der Verwendung von firmenkritischen Daten.
Ein weiterer Vorteil kann an einem alternativen Einsatzbeispiel dargestellt werden: Standortvertretungen eines geographisch verteilten Unternehmens können den jeweils eigenen Teil der globalen Corporate Website direkt vom jeweiligen Standort aus pflegen. Es kann mit dem im WCMS verfügbaren Rechtesystem verhindert werden, dass Informationen fremder Standorte oder Abteilungen verändert werden können. Sofern sich z. B. durch Änderungen im Unternehmen das Corporate Design wechselt, wird nur das zentrale Template angepasst. Die Inhalte, auch die der verschiedenen Abteilungen oder anderen Standorte, sind ab der Veröffentlichung des aktualisierten Templates sofort im neuen Layout verfügbar. Es müssen nicht die kompletten Seitenbestände überarbeitet werden, sondern nur das zentrale Template.[58]

6.1.5 Vorteile der Automatismen

Sobald eine aktuelle Information auf der Newsseite erscheint und das Interesse eines Nutzers weckt, wird dieser den Artikel ansehen wollen. Endet diese Aktion in einem verwaisten Link, wird der Nutzer auch dem restlichen Angebot nicht viel zutrauen und sich nach einem alternativen Angebot umsehen. Dies ist unbedingt zu vermeiden und kann durch die Verwendung der Automatismen in einer WCM-Lösung sowie der Verwendung des Asset-Managements wirksam vermieden werden. Ebenso wird die Erstellung eines neuen Beitrags je nach Template in allen relevanten Menüs und Themenlisten aufgenommen.

6.1.6 Reduzierung externer Dienstleistung

Ein weiteres Beispiel für die Trennung von Inhalt und Layout ist die Reduktion von Agenturkosten, z. B. bei der externen Erstellung einer Marketingwebsite. Der Erstellungsauftrag der Produktseite wird an eine externe Agentur gegeben. Auftragsbedingung ist die Integration der Arbeitsergebnisse in das bestehende WCMS des eigenen Unternehmens. Es wird somit im Wesentlichen ein weiteres Layout entworfen. Nach Fertigstellung durch die Agentur ist die Dienstleistung beendet. Im Vergleich zum klassischen Webpublishing, wo bei inhaltlichen Änderungen, wie z. B. einer neuen Produktbeschreibung, erneut die Agentur beauftragt werden musste, kann diese nun der technisch geringfügig ausgebildete Marketingmitarbeiter selbst durchführen. Zusätzlich wird auch hier die Qualitätssicherung über die Workflow-Integration sichergestellt. Die Publikation von fehlerhaften Produktangaben mit fatalen Folgen für das Unternehmen werden so zusätzlich reduziert.

6.1.7 Zusammenfassung

Die aufgeführten Faktoren rechtfertigen den Einsatz eines WCMS nicht nur hinsichtlich der zu erwartenden Kosten, sondern machen ein solches System als Lösungsplattform geradezu notwendig, um am Markt zu bestehen. "Redaktionelle Websites, die nicht den Schritt zur Automatisierung des Content Management schaffen, werden langfristig im Medium Internet keinen grossen Erfolg haben."[59]

6.2 Personalisierter Content

6.2.1 Portalseiten

Zur Gestaltung von personalisierten Startseiten, sogenannter Portalseiten, wird häufig ein WCMS als Basis verwendet.[60] Ein Portal ist die Bezeichnung für eine spezielle Einstiegsseite, welche dem Anwender als zentraler Einstiegspunkt dient und auf weitere Inhalte und Services verweist. Markus Nix definiert Portale als "Applikationen, die einen zentralen Zugriff auf personalisierte Inhalte bereitstellen und dabei bedarfsgerechten Zugriff auf Prozesse vielfältiger Art ermöglichen."[61]
Die Gestaltungsbandbreite der Einstiegsseite reicht von kategorisierten Linksammlungen bis hin zur vollen Integration von Leistungen verschiedener Quellen über eine einheitliche Oberfläche.[62]

6.2.2 Begriff Personalisierung

Der Mehrwert von Portalen gegenüber statischen Startseiten wird durch den Aspekt der Personalisierung erreicht. Die Ansicht der personifizierten Startseite kann nach den eigenen Vorstellungen des Anwenders unter Berücksichtigung des bestehenden Rechtekonzeptes gestaltet werden.[63] Die Auswahl der angebotenen Services erfolgt ausgerichtet auf die jeweiligen Bedürfnisse der Zielgruppe oder der einzelnen Benutzer des Portals.[64]
Es werden also personalisierte Sichten auf die vielfältigen Daten anhand der Zielgruppe aufgebaut. Zentrale Inhalte können so angezeigt oder ausgeblendet werden, wie die Zielgruppe es verlangt. Beim herkömmlichen Webpublishing wurden hierzu die jeweiligen Seiten parallel programmiert, da keine dynamische Inhaltsgenierung möglich ist. Diese Einstellungen werden clientseitig und personenbezogen in einem Nutzerprofil abgespeichert, sodass bei dem nächsten Besuch die gleichen Ansichten und Filter greifen.

6.2.3 Personalisierte Intranetseite

Die Intranetseiten eines Unternehmens sollen in einem einheitlichen Corporate Design dargestellt werden. Dies gilt jedoch nicht für die Inhalte: Hier ist die vielfältige Filterung der Inhalte auf die persönlichen Belange der jeweiligen Zielgruppe denkbar. Der Aspekt der zentralen Verwaltung schützt dabei die Corporate Identity. Dabei kann ein global operierendes Unternehmen ein einheitliches Layout sicherstellen, an jedem Standort der Welt. Die Mitarbeiter fühlen sich als einen Teil vom "großen Ganzen".
Die Filterung des Contents kann hierbei zum Einen sprachlich, zum Anderen auch inhaltlich erfolgen. Eine Selektion der angebotenen Inhalte auf die Belange der jeweiligen Zielgruppe ist eine Möglichkeit, der Informationsflut entgegenzuwirken. Unternehmen sind über eine personalisierte Intranetseite in der Lage, dem jeweiligen Mitarbeiter aus dem verfügbaren Gesamtcontent nur die für ihn relevanten Informationen darzustellen. Im Folgenden sollen nur einige wenige Möglichkeiten skizziert werden:

  • Unternehmen mit mehreren Standorten können die Anzeige von Informationen auf den Standort des jeweiligen Mitarbeiters einschränken.
  • Abteilungen mit mehreren Standorten sind in der Lage, eine zentrale Informationsplattform für alle Abteilungsmitglieder anzubieten.

Die Inhalte können zeitnah an dem Ort ihres Ursprungs eingepflegt werden und stehen kurze Zeit später der gesamten Abteilung, auch an anderen Standorten, zur Einsicht zur Verfügung.
Das Intranetportal kann mehrsprachig gestaltet werden: Über die gleiche Zieladresse kann via einstellbarer Sprachpräferenzen das Layout, z. B. die Navigationselemente usw., in der jeweiligen Landessprache angezeigt werden. Es muss keine eigens für die Sprache programmierte Intranetseite angewählt werden.

6.2.4 Personalisierte Newsfeeds

Abbildung 7: Google News Portalseite
Abbildung 7: Google News Portalseite

Das Unternehmen Google bietet z. B. ein Bündel von verschiedenen Services auf seiner Newsseite an. Die Informationen werden von unterschiedlichen, eigenständigen Seiten geliefert. Jeder Klick auf einen Link führt zu dem Inhalt des jeweiligen Content-Anbieters.
Wie viele Anbieter von gemischtem Content erweitert Google den Nutzen seiner Portalseite um eine Personalisierungsmöglichkeit. Nach Registrierung kann der Anwender seine Nachrichtenkanäle selbstständig auf seine Bedürfnisse zuschneiden. Er wird dann nur noch über die Nachrichtensparten informiert, welche er im Rahmen seiner Einstellungen gewählt hat.
Der Anwender ist z. B. in der Lage, die Informationen über die lokalen Nachrichten anzeigen zu lassen und das politische Weltgeschehen bewusst auszublenden. Google News als zentraler Knotenpunkt verfügt somit über den gesamten Content, welcher durch den einzelnen Anwender personalisiert, d. h. gefiltert wird.

6.2.5 Personifizierte Startseite im E-Commerce

Abbildung 8: Die Amazon.de Portalseite
Abbildung 8: Die Amazon.de Portalseite

Durch den personalisierten Empfang eines Kunden auf einer E-Commerce-Seite werden virtuelle Heimatgefühle ausgelöst.[65] Grundsätzlich wird hier die Absicht verfolgt, dass der Kunde das Gefühl hat, sich in einer Umgebung zu befinden, in der er nicht einer von Vielen ist, sondern in der er persönlich als Kunde besonders hervorsticht.
Im E-Commerce-Bereich werden hierzu Nutzerverhalten analysiert und dem Kunden daraufhin Produkte angeboten, welche seinem ermittelten Profil entsprechen. Der Anbieter erhofft sich hierdurch eine Umsatzmaximierung und eine höhere Kundenbindung.
Der rot markierte Bereich in Abbildung 8 kennzeichnet den personifizierten Teil der Amazon Startseite. Die Datenerhebung ist aufgrund des Suchprofils der letzten Besuche entstanden. Dies bedeutet, dass über die Anaylse der zuletzt gesuchten Artikel seitens des Anbieters ein Kundeninteresse suggeriert wird. Daraufhin generiert der Anbieter kundenspezifische Empfehlungen und zeigt diese in einem Teil der Portalseite an.
Einige Nutzer von E-Commerce-Anwendungen werden jedoch von dieser Kaufhilfe eher abgestossen. Sie sind noch nicht bereit für dieses Maß an Personalisierung, es wird von dieser Zielgruppe als Einbruch in die Privatsphäre empfunden. Andere Nutzer hingegen sind dankbar für diese Verengung der Produktwelt in dem ständig wachsenden Informationsangebot.[66]

6.3 Wissensplattform

6.3.1 Strukturierte Ablage

In Unternehmen wird immer mehr versucht, vorhandenes Wissen über eine strukturierte Ablage dauerhaft und einfach verfübar zu machen. Ziel ist die Bewahrung des Wissens. In der Vergangenheit ist mehrfach notwendig gewesen, ehemalige Mitarbeiter zu aquirieren, um verflossenes Know-how zurückzugewinnen. Die strukturierte Ablage von Wissen versucht, diesen Know-how-Abfluss zu verhindern. Der Zweck einer Wissensdatenbank besteht darin, Wissen zu speichern und bereitzustellen. Die angepasste Ansicht für verschiedene Nutzergruppen ist Aufgabe eines Wissensportals.[67]
Ein anderer Aspekt der Bereitstellung von Wissen wurde in den letzten Jahren von vielen Unternehmen angewendet: Sie haben ihr Wissen , hauptsächlich über ihre Produkte, auf ihren Webseiten bereitgestellt, um Kunden und Geschäftspartnern einfache Supportmöglichkeiten anbieten zu können.[68] Kunden finden so schnell eine Lösung zu einem Problem, beispielsweise zu einem Geräte eines Herstellers in einer Wissendatenbank. Der Kunde profitiert im Idealfall von der schnellen Lösung seines Problems und dankt dies dem Unternehmen ggf. durch Loyalität. Für den Fall, dass dem Kunden nicht qualifiziert weitergeholfen werden konnte, ist seinerseits ein Produktwechsel denkbar, was zum Teil durch diese Form der Wissensplattform verringert werden kann. Es mildert die Auswirkungen von mangelhaften Produkten jedoch nur teilweise.

6.3.2 Duchsuchbarkeit von Wissen

Das Wissen, welches in strukturierter Form vorliegt, wird über die Indexierung und Verschlagwortung durchsuchbar gemacht. Gerade mit dem Fokus umfangreicher Datenbanken ist die Suche ein kritischer Erfolgsfaktor für die effektive und effiziente Nutzung von Wissen innerhalb des verfügbaren Contents.

6.3.3 Qualitätssicherung

Die Workflow-Integration trägt wie in den vorherigen Fällen beschrieben zur Qualitätssicherung durch das "Vier-Augen-Prinzip" bei. Die Publikation von Wissen wird durch verschiedene Personen, ggf. bei einem vielschichtigen Workflow von mehreren Personen geprüft. Die Chance, dass fehlerhafte Informationen publiziert werden, wird somit eingegrenzt. Beim klassischen Webpublishing bestand die Gefahr, dass bei der Übertragung von kompliziertem, wissenschaftlichen Content der Webseitenadministrator aufgrund seiner fehlenden thematischen Kenntnisse überfordert gewesen war, und es somit zu Fehlern kam. So wurden Inhalte mangels Wissen unbeabsichtigt in verfälschter Form eingestellt. Bis dies ggf. bemerkt wurde, ist die fehlerhafte Information bereits von anderen Kollegen gutgläubig verwendet worden. Im schlimmsten Fall hat dies zu diesem Zeitpunkt bereits zu verlorener Arbeitszeit infolge von Fehlschlägen geführt. Ein WCMS ermöglicht es dem Beitragslieferant selbst mit seinen ausgeprägten Fachkenntnissen den Artikel zur Verfügung zu stellen und verringert das Fehlerrisiko.
Sollte sich eine Änderung einer bestehenden Information innerhalb eines Wissensdokuments nach Veröffentlichung als falsch herausstellen, kann diese Änderung über die Versionierung rückgängig gemacht werden. Es entsteht kein zusätzlicher administrativer Aufwand, die Informationen können von den Redakteuren selbst wiederhergestellt werden.
Das Werkzeug WCM macht die Pflege von Wissensdatenbanken bzw. -plattformen in Summe daher deutlich effektiver.
Der Betrieb einer Wissensdatenbank ist nicht nur aus technischer Sicht kostspielig, da zum Aufbau einer Wissensdatenbank die notwendige Arbeitszeit zur Pflege und Erstellung der Inhalte ebenfalls als Kostenfaktoren zu sehen sind. Die Investition rechnet sich jedoch mit der Nutzung der Seite, da eine zentrale Informationsquelle, angepasst auf die Belange der Zielgruppe, zur Verfügung gestellt wird.

7 Fazit

Moderne WCMS zeigen die technische Reife und die Funktionalität, die für ein international operierendes Unternehmen notwendig sind. Dies zeigt sich u.a. durch die Berücksichtigung von konkurrierenden Zugriffen auf Datenbestände und einem professionellen Umgang mit diesen. Dies ist ein wichtiges Kriterium in einem Multi - User - System. Auch die Unterteilung von Inhalt, Struktur und Layout stellt eine saubere Schichtentrennung dar und ermöglicht eine gute Wartbarkeit des WCMS. Dem entgegen steht der Kostenaufwand eine geeignete Infrastruktur aufzubauen und in Betrieb zu halten (Betriebskosten).
Der organisatorische Aspekt fällt jedoch noch deutlicher ins Gewicht, da durch eine Zentralisierung der Daten eine Kostenersparnis und eine bessere Datenqualität bewirkt werden kann. Diese Effekte sind abgesehen von den technischen Aspekten dadurch zu begründen, dass durch einen guten strukturierten Aufbau standortbezogene Arbeit wegfällt, die Pflege der Daten zentral einmal erfolgt und die Daten anhand einer flexiblen Steuerung, wie z.B. mittels XML, einfach in unterschiedlichen Medien publiziert werden können (Cross-Site-Publishing).
Um die Entscheidung zu einer Implementierung eines WCMS treffen zu können, muss man die Dynamik der Inhalte analysieren. Hierbei sind die Änderungsfrequenz der Inhalte, die Aktualität, die Notwendigkeit von Aktualität und das Datenvolumen wesentliche Entscheidungsfaktoren. Auch die Anzahl der eingesetzten Arbeitsplätze, die sich mit der Verwaltung des Contents beschäftigen, könnte ein Indiz für Optimierungspotential sein.
Je dynamischer der darzustellende Content ist, um so eher kann sich der Investitionsaufwand, der für den Aufbau der IT - Infrastruktur, den Schulungen der Beteiligten und ggf. dem Kauf entsprechender Softwareprodukte benötigt wird, armortisieren. Da die meisten Unternehmen immer mehr gefordert sind auf Marktänderungen flexibel zu reagieren, wird ein WCMS tendenziell interessanter.

8 Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung Bedeutung
CM Content Management
CMS Content Management-System
CSS Cascading Style Sheets
DAM Digital - Asset - Management
DMS Document - Management - System
DTD Document Type Definition
ECM Enterprise CMS
EJB Enterprise Java Beans
HTML Hypertext Markup Language
JSF Java Server Faces
JSP Java Server Pages
MAM Media - Asset - Management
PHP PHP Hypertext Preprocessor
RMI Remote Method Invocation
SGML Standardized Generalized Markup Language
VAM Video Asset Management
WCM Web-CM
WCMS Web-CMS
WYSIWYG "What you see is what you get"
XML Extensible Markup Language
XSD XML - Schema
XSL Extensible Stylesheet Language

9 Abbildungsverzeichnis

Bildnummer Beschreibung
1 Quellcode CSS
2 Beispiel XML - Datei
3 Server - Client - Architektur
4 Erwartungen an das Webpublishing mittels WCMS
5 Kosten Webpublishing
6 Wege des Cross - Site - Publishings
7 Google News Portalseite
8 Die Amazon.de Portalseite


10 Literatur- und Quellenverzeichnis

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11 Fußnoten

  1. Kmuche (2000), S. 35
  2. Vgl. Nix (2005), S. 25
  3. Vgl. Mutula (2007), S. 39
  4. Vgl. Bodendorf (2006), S. 97
  5. Vgl. Nix (2005), S. 25
  6. Nix (2005), S. 25
  7. Vgl. Fröhlich (2006), S. 3 f.
  8. Vgl. Fröhlich (2006), S. 2
  9. Vgl. Fröhlich (2006) , S. 3
  10. einheitliche Layout-Vorlagen, vgl. Nix (2005), S. 16
  11. Vgl. JDK
  12. Vgl. Bodendorf (2006), S. 72
  13. Vgl. Bodendorf (2006), S. 83f
  14. Vgl. Walter (2008), S. 38f
  15. Vgl. Walter (2008), S. 40
  16. Vgl. JIEI (2009), passim
  17. Vgl. Walter (2008), S. 348
  18. Walter (2008), S. 348
  19. Vgl. Bodendorf (2006), S. 70
  20. Vgl. Bodendorf (2006), S. 71
  21. Vgl. Walter (2006), S. 32
  22. Vgl. Bodendorf (2006), S. 72
  23. Vgl. PHP Dokumentationsgruppe (2010)
  24. Vgl. PHP Dokumentationsgruppe (2010)
  25. Vgl. Fröhlich (2006), S. 3 f.
  26. Vgl. Lauer (2005)
  27. Vgl. Lauer (2005)
  28. Vgl. Zschau (2003), S. 54 f.
  29. Vgl. Nix (2005), S. 16
  30. Vgl. Nix (2005), S. 22
  31. Vgl. ETHZ (2004)
  32. Vgl. Nix (2005), S. 23
  33. Vgl. Zschau (2003), S. 56
  34. Vgl. Zschau (2002), S. 77
  35. Vgl. Zschau (2003), S. 56
  36. Vgl. Zschau (2002), S. 77
  37. Vgl. Zschau (2002), S. 78
  38. Vgl. Wenz / Hauser (2003), S. 290 ff.
  39. Vgl. Nix (2005), S. 24
  40. Vgl. Nix (2005), S. 24
  41. Vgl. Zschau (2003), S. 53
  42. Vgl. Zschau (2002), S. 78
  43. Bereits im Auslieferungszustand enthalten.
  44. Vgl. Zschau (2003), S. 53
  45. Vgl. Zschau, S. 55
  46. Vgl. Nix (2005), S. 20
  47. Zschau (2002), S. 78
  48. Vgl. Zschau (2002), S. 78
  49. engl. für "Benutzerfreundlichkeit", "Benutzbarkeit", "Gebrauchstauglichkeit"
  50. Nix (2005), S. 51
  51. Vgl. Völcker, S. 127
  52. Vgl. Völcker (2005), S. 108
  53. Vgl. ETHZ (2004)
  54. Vgl. Zschau (2002), S. 78
  55. Vgl. JDK
  56. Vgl. JDK
  57. Vgl. Völcker (2005), S. 107
  58. Vgl. ETHZ (2004)
  59. Zschau (2003), S. 54
  60. Vgl. Nix (2005), S. 45
  61. Nix (2005), S. 45
  62. Vgl. Christ (2003), S. 11
  63. Vgl. Nix (2005), S. 45
  64. Vgl. Christ (2003), S. 11
  65. Vgl. Nix (2005), S. 45
  66. Vgl. Nix (2005), S. 46
  67. Vgl. Christ (2003), S. 12
  68. Vgl. Christ (2003), S. 2
Persönliche Werkzeuge