Einsatzmöglichkeiten von YouTube zur Unterstützung der Lehre

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Inhaltsverzeichnis


Name des Autors / der Autoren: Daniel Niesner, Thomas Ahcin, Mario Grundmann
Titel der Arbeit: "Einsatzmöglichkeiten von YouTube zur Unterstützung der Lehre"
Hochschule und Studienort: FOM Essen



1 Einleitung

Aus- und Weiterbildung spielt zunehmend eine große Rolle. Die Anforderungen, die von der Gesellschaft an Schüler und Studenten sowie Berufstätige gestellt werden, unterliegen einem stetigen Anstieg. Demzufolge rückt auch die Lehre, mitsamt ihrer Methoden und didaktischen Grundlagen, an eine immer wichtiger werdende Stelle. Vor diesem Hintergrund, beschäftigt sich die folgende Abhandlung mit dem Online-Videoportal "YouTube", und dessen Einsatzmöglichkeiten zur Unterstützung der Lehre.

1.1 Einführung

"Broadcast Yourself" - "Sende Dich selbst".[1] Unter diesem Motto entstand im Februar 2005 eine Online-Videoplattform, bekannt unter dem Namen "YouTube". Seit seiner Gründung ist YouTube zu einem weltweit namenhaften und von mehreren Millionen Anwendern regelmäßig genutzten Portal heran gewachsen. Die Idee zu YouTube gewannen die beiden Entwickler Chad Hurley und Steve Chen, als sie selber ein Video, welches sie auf einer Party aufnahmen, an Freunde und Bekannte über das Internet weiterleiten wollten, ihnen der damit verbundene Aufwand aber als zu hoch erschien.[2]

Von der Idee, bis hin zur Fertigstellung der ersten Softwarelösung, vergingen lediglich zwei Monate, innerhalb derer täglich näherungsweise sechs Stunden daran gearbeitet wurde. Schnell wurde klar, dass der - entgegen aller Planungen - immer weiter wachsende Arbeitsaufwand, der sich aus den stark steigenden Zugriffen auf die Seite ergab, nicht länger ohne Weitere Maßnahmen erledigt werden konnte. So erschlossen die beiden Jungunternehmer Chen und Hurley Räumlichkeiten im kalifornischen San Mateo, die als Firmensitz dienten - vorübergehend, wie sich noch herausstellen sollte.[3]

Gerade einmal 18 Monate nach der Gründung von YouTube fanden Gespräche statt, die den Kauf des Portals seitens des Suchmaschinenanbieters Google zum Inhalt hatten. So wechselte YouTube demzufolge seinen Besitzer für einen Preis von 1,65 Milliarden US-Dollar. Unter der Führung von Google stieg die YouTube-Belegschaft auf nunmehr 65 Mitarbeiter an, die mit der Weiterentwicklung, Wartung und Pflege des Portals betraut sind.[4] Mittels letzter von YouTube ermittelten demografischen Daten und Statistiken wird der Anklang belegt, den das Portal findet: So erstreckt sich das Alter der weltweiten Nutzer über den Bereich von 18-55 Jahren. Hiervon Nutzen 51 Prozent das Portal mindestens einmal pro Woche. In Summe werden täglich mehrere Millionen Videos abgespielt, während im Durchschnitt minütlich zehn Stunden Videomaterial auf YouTube eingestellt werden.[5]

"Ursprünglich war YouTube ausschließlich ein Service für persönliche Videos, hat sich jedoch schnell zur größten Video-Community im Internet entwickelt."[6] Die unerwartet hohe allgemeine Akzeptanz, die die Nutzer weltweit dem Portal entgegen bringen, und die damit verbundenen Anfragen, haben in der Entstehungsphase den Anlass gegeben, die eigentlich für private Zwecke konzipierte Softwarelösung anzupassen und zu erweitern. So entstand schließlich ein Videoportal, das seinen ursprünglichen Sinn im Kern zwar beibehalten hat, diesen jedoch in ungeahnt großen Ausmaßen der Welt bereit stellt. So definiert YouTube als Gesellschaft selbst das Ziel, "jedem Nutzer das weltweite Suchen, Hochladen, Ansehen und Zeigen von Originalvideos zu ermöglichen"[7], und weiterhin seinen Nutzern neue Services auf der Basis von Innovationen im Videobereich anbieten zu können.[8]

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist die Ausarbeitung verschiedener Einsatzmöglichkeiten von Online-Videoportalen, gemessen am Beispiel von YouTube. Weiterhin soll heraus gestellt werden, in welchen Maßen und auf welche Weise die Effektivität der Einbindung solcher Portale in die Lehreinheiten gesteigert, bzw. - im Gegenzug - gesenkt wird.

1.3 Vorgehensweise

Insbesondere werden die von dem Portal bereit gestellten Funktionen wie beispielsweise das seiteneigene Kommentierungswerkzeug, oder das System der Zugriffsberechtigungen, beleuchtet. Ein weiteres Augenmerk gilt ebenso den von den Lehrkräften anwendbaren methodischen Vorgehensweisen, die einen wichtigen Aspekt für die Einbindung von Online-Videoportalen in die Lehreinheiten darstellen. Im Anschluss werden dann weitere mediale Module fokussiert, die in Ergänzung zu den Kernfunktionen von YouTube eben dort eingebunden sind, und einen unterstützenden Charakter haben, bevor zuletzt näher auf rechtliche Rahmenbedingungen, wie beispielsweise das Copyright, eingegangen wird. Die erarbeiteten Ergebnisse werden schließlich zusammenfassend in einer separaten Betrachtung dargestellt, und hinsichtlich der vorgenommenen Zielsetzung analysiert.

2 Grundlagen

Dieses Kapitel befasst sich mit einigen Grundlagen, die das Fundament des Online-Videoportals YouTube darstellen. Hierzu zählt, neben dem eigentlichen Funktionsprinzip sowie dem Geschäftskonzept, vor Allem auch die Kooperation mit Google.

2.1 Funktionsprinzip

Abbildung 1: YouTube Funktionsprinzip
Abbildung 1: YouTube Funktionsprinzip

Das Funktionsprinzip von YouTube stützt sich dem Grunde nach auf zwei Säulen. Einerseits die Möglichkeit für Jedermann, Videomaterial in das Portal zu laden, und die Bereitstellung dieses Videomaterials andererseits. Während die Einsicht von verfügbarem Videomaterial ohne weitere Maßnahmen möglich ist, muss - um eigenes Material auf das Portal übertragen zu können - ein privater Account bzw. ein privates Benutzerkonto auf der Seite eingerichtet werden.[9] Die Einrichtung, sowie auch der Betrieb dieses Kontos ist kostenfrei. Notwendig ist hierfür lediglich eine aktive und erreichbare EMail-Adresse, über die sich jene Nutzer, die einen Account erstellen möchten, authentifizieren und somit die jeweiligen Konten freischalten können. Einmal angelegt, steht die Funktion des Hochladens eigenen Videomaterials zur Nutzung bereit. Es kann somit beliebiges Material auf den YouTube-Server übertragen, und in einem eigenen Videoregister verwaltet werden.

Die Bereitstellung des auf dem YouTube-Server befindlichen Videomaterials kann auf verschiedene Arten erfolgen. Neben der Einsicht des erwähnten Materials direkt auf der YouTube-Seite, besteht weiterhin die Möglichkeit, dieses auf externen Webseiten einzubinden und wiederzugeben. Zur Wiedergabe des Videos wird lediglich ein Flash-Player benötigt.[10] Um den Verweis auf die Ressource innerhalb des Flash-Players vorzunehmen, kann der HTML-Code, der pro Video bei YouTube hinterlegt und einsehbar ist, einfach in die entsprechende Webseite eingefügt werden. Dabei verhält es sich nicht so, dass lediglich die eigenen Videos angesehen werden können. Im Gegenteil: Es kann über das gesamte vorhanden Videomaterial verfügt werden - auch ohne, dass zuvor ein Account bzw. Benutzerkonto eingerichtet wird.[11]

Jeder Benutzer, der sich ein entsprechendes Konto bei YouTube erstellt und darüber eigene Videos einstellt oder auf anderen Websites einbindet, erlangt automatisch einen Status, der dem eines Programmdirektors ähnelt. Das jeweilige Konto erscheint hierbei anderen Benutzern als separater "Channel"[12] (Kanal, Sender), dessen Inhalt sich "aufgrund der Auswahl und Zusammenstellung von Inhalten"[13] des Benutzers ergibt.[14] Auf diese Weise entstehen benutzerspezifische Zusammenstellungen, die die Fähigkeit, vor allem aber die Persönlichkeit der Autoren wiederspiegeln. Der eigene Kanal stellt für viele Benutzer einen Schlüsselreiz dar, der neben der Bereitstellung des Videomaterials auf anderen Websites einen weiteren Beitrag zum Erfolg der Plattform beiträgt. Täglich werden somit über 60.000 Videos auf die YouTube-Server übertragen, und mehr als 100 Millionen Filme zur Ansicht abgerufen. Diese Zahlen bescheren YouTube einen branchenspezifischen Marktanteil von 60,2%.[15]

2.2 Geschäftskonzept

Da die Nutzung der angebotenen Dienstleistungen gänzlich gebührenfrei ist, sind Werbemaßnahmen mit eine der hauptsächlichen Quellen für die Generierung von Einnahmen. Die Konzentration liegt hierbei auf einer Lösung, die nicht nur für YouTube, sondern auch für seine ambitionierten Nutzer eine lukrative Einnahmequelle darstellt. So sieht das sogenannte YouTube Partner Programm (YPP) vor, "publikumsstarke User-Beiträge mit Werbung zu versehen"[16], was nicht nur YouTube selbst, sondern auch jenen Usern, die solche Beiträge liefern, bares Geld einbringt.[17]

Als am YPP teilnahmeberechtigt gelten solche User, die Rechteinhaber ihrer Originalvideos sind und in einem der Länder USA, Kanada, Großbritannien, Japan, Australien, Irland, Deutschland, Frankreich oder Brasilien sesshaft sind. Ein für das YPP registrierter User sollte nebst der bereits genannten allgemeinen Bedingungen in regelmäßigen Abständen entsprechende Videos einstellen, deren Laufzeit bei mindestens 30 Sekunden liegt.[18] Usern, die sich an o.g. Anforderungen halten, ist es demzufolge möglich mehrere "tausende Doller pro Monat"[19] über Werbeeinblendungen in ihren eigenen Videos zu erwirtschaften. In einem Fall konnte ein etablierter YouTube-Partner darüber hinaus ein sechsstelliges Gehalt erzielen, woraufhin er sein bisheriges Beschäftigungsverhältnis beendete und sein Hobby, YouTube-Videos zu erstellen, zu seiner hauptsächlichen Tätigkeit gemacht.[20]

Eine weitere Form der Generierung werbemaßnahmengestützter Einnahmen entsteht durch die Kooperation mit Musiklabels oder Fernsehsendern. So besteht beispielsweise ein Vertrag zwischen YouTube und dem britischen BBC. Dieser Vertag sieht eine Publizierung BBC-eigener Inhalte auf der YouTube-Plattform vor, die mittels eigens hierfür erstellter Services dargestellt werden. Speziell im Falle BBC, wurden diese Services als "BBC", "BBW-Worldwide" und "BBC News" betitelt. Die durch diese Lösung generierten Werbeeinnahmen werden zwischen dem Fernsehsender als Lieferant des Videomaterials und YouTube als Medium aufgeteilt.[21] Die Ausführungen in Bezug auf die Kooperation mit BBC sind als exemplarisch anzusehen. So existieren, neben vielen Anderen, auch sogenannte YouTube-Channels der Fernsehsender ARD und ZDF. Weiterhin zielt das Portal darauf ab, den Bestand an professionellen Inhalten durch die Kooperation mit weiteren TV-Studios wie Sony, oder Medienkonzenrnen wie Walt Disney, zu erhöhen.[22] Das Bestreben seitens YouTube, das Spektrum seines Angebots derart zu erweitern, dass mehr und mehr professionelle Inhalte durch entsprechende Kooperationen verfügbar gemacht werden, weist einen deutlichen Entwicklungstrend auf. "Youtube wird damit von einer Videoplattform ... zu einer Entertainmentplattform",[23] was mit einer Steigerung der Attraktivität des Portals einher gehen soll.[24]

2.3 Kooperation mit Google

Allen Entwicklungen zur Folge, stellt die Kooperation von YouTube mit dem Suchmaschinenanbieter Google ein Schlüsselereignis für den Erfolg des Online-Videoportals dar. Vor Bestehen der Kooperation finanzierte sich das Jungunternehmen unter Anderem mit Hilfe des Venture-Kapitalgebers Sequoia Capital, der in Summe mehr als 12 Millionen Dollar zur Verfügung stellte. Die Kosten, die mit steigendem Bekanntheitsgrad, so auch mit steigenden Nutzerzahlen, immer größer wurden, konnten dauerhaft nicht ausschließlich mit den vorgesehenen Einnahmen aus Werbemaßnahmen getragen werden. Zwar konnten zu dieser Zeit bereits die ersten Kooperationsverträge mit Fernsehsendern etc. geschlossen werden, was jedoch die Kostendeckung nicht wesentlich erleichterte.[25] Durch den Verkauf des Videoportals an Google konnte nicht nur die Finanzierungsproblematik bewältigt werden. Zudem erlangte YouTube neben neuen Geschäftsbeziehungen die Möglichkeit, den bislang bereit gestellten Service, unter Nutzung der von Google gelieferten Ressourcen, auf einen neuen Level anzuheben.[26]

Der Finanzierung des Unternehmens über Werbeinhalte - sei es in Bannerform oder als Teil des bereitgestellten Videomaterials - stehen vor allem die entsprechend hohen Kosten gegenüber, die durch den Traffic entstehen. Eine Minute Videomaterial kann ggf. mehrere Megabyte an Traffic verursachen, dessen Kosten zu tragen sind.[27] Bei 60.000 neuen und über 100 Millionen gesehener Videos entsteht infolge dessen ein täglicher Traffic, der mehreren tausend Gigabyte entspricht. Vor dem Hintergrund einer tragenden Finanzierung - allein durch Werbung - wurde YouTube oft als defizitäres Unternehmen gesehen, dem keine längerfristige Existenz zugestanden wurde. Durch die Kooperation mit dem Suchmaschinenanbieter Google wurden eben diese Probleme mit einem Mal gelöst, wobei zusätzlich, wie erwähnt, von den von Google gelieferten Ressourcen profitiert werden konnte.[28]

2.4 Aktuelle Nutzungsbeispiele

Über Online-Videoportale können sämtliche Art von Informationen platziert und übermittelt werden. Nicht nur Musikvideos, oder Videos aus privaten Tagen der Anwender, sondern auch Werbebotschaften können solche Informationen sein. So wurden in der Vergangenheit Aufzeichnungen des US-amerikanischen Wahlkampfes, wozu mitunter beispielsweise Fernsehdebatten zählen, auf der YouTube-Seite platziert und der Öffentlichkeit zur Ansicht angeboten.[29] Mit dieser Vorgehensweise wurde es den Wählern ermöglicht, "die Reden ihrer Kandidaten immer wieder zu sehen."[30] Auch im Bereich der Lehre findet YouTube bereits seine Anwendung. So werden beispielsweise komplette Online-Kurse aus den verschiedensten Bereichen angeboten, die sich in vielen Fällen aus mehreren Videos zusammen setzen. Die Unterteilung der einzelnen Videosequenzen erfolgt hierbei häufig auf Basis der Kapitel, in die ein Kurs gegliedert ist. Der wesentliche Vorteil, der sich aus diesem Sachverhalt ergibt, wurde zwar bereits genannt, sei jedoch an dieser Stelle noch einmal genannt und hervor gehoben: Die Nutzer, in diesem Fall die Kursteilnehmer, haben die Möglichkeit Inhalte, die nicht unmittelbar verstanden worden sind, im Bedarfsfall sofort, oder zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt anzusehen. Das erworbene Wissen kann auf diese Weise in Eigenregie vervollständigt, bzw. vertieft werden, ohne dass die Kursteilnehmer zeit- oder ortsgebunden sind. Die somit gegebene Flexibilität erlaubt eine sehr individuelle Strukturierung des Lernprozederes. Ein jeder Kursteilnehmer kann den wahrgenommenen Kurs bzw. dessen Struktur seinen eigenen Lernbedürfnissen anpassen. Inhalte, die einem Kursteilnehmer schwerer verständlich sind, können beispielsweise an das Ende, leichter zu verinnerlichende Inhalte in der Folge an den Anfang der Lehreinheit gestellt werden.

Die direkte Integrierung von YouTube als Videoplattform in den Unterricht an Schulen, gestaltet sich bislang teilweise schwierig. Mitunter Hauptgründe hierfür sind die Qualität und der eigentliche Inhalt des angebotenen Videomaterials. Immer wieder werden Videos mit beispielsweise "rassistischen oder volksverhetzen Inhalten"[31] auf den YouTube-Servern entdeckt. Auch das Copyright, das in einzelnen Fällen verletzt wird, steht dem Unterricht an schulischen Einrichtungen oft hinderlich gegenüber. Dies hat zur Folge, dass an vielen Schulen die Erreichbarkeit von Online-Videoportalen, insbesondere YouTube, aus den schulinternen Netzwerken gesperrt wird. Der Einsatz von YouTube als unterrichtsunterstützendes Medium entfällt an solchen Einrichtungen somit gänzlich. Um Videomaterial, das sich für den Einsatz an schulischen Einrichtungen eignet, isoliert zu sammeln, bietet YouTube bereits ein separates Portal unter dem Namen "TeacherTube" an. [32]

3 Anforderung an den Lehrenden

3.1 Bereitstellung von Inhalten

Diese Abschnitt befasst sich mit der Erstellung von Inhalten für das YouTube Video-Portal und berücksichtigt dabei die wesentlichen technischen Voraussetzungen die eingehalten werden müssen. Anschließend wird auf die Varianten der Erstellung von Inhalten Bezug genommen.

3.1.1 Videostreaming

Youtube unterstützt fast alle gängigen Videoformate. MPEG-2, MPEG-4 und H.264 werden seitens des Anbieters empfohlen. Andere Formate sind ebenfalls denkbar. Als Audioformat sollte zum erstellen der Videos auf das Audioformat MP3 oder ACC zurückgegriffen werden. Es werden Dateigrößen bis zu 1 GB akzeptiert, was dem Hersteller von Inhalten viel Freiraum gibt, seine Inhalte nach Belieben zu erstellen. Größere Dateien werden vom Portal zum Upload nicht zugelassen. Eine weitere Einschränkung ist die maximale Abspieldauer von 10 Minuten pro Video.[33] Diese wird allerdings nicht genau berechnet. Aus diesem Grund lassen sich auch Filme finden, die dieses Limit über mehrere Sekunden übersteigen. Dieses Limit dient der Vorbeugung möglicher Konflikte mit Rechteinhabern seitens der Betreiber. Die Gründer der Plattform sehen in der Beschränkung der Videolänge eine Möglichkeit, Urheberrechtsverletzungen vorzubeugen, da viel Material unter den besagten 10 Minuten nicht Urheberrechtlich geschützt sei.[34] Der Aspekt der Einschränkung von Abspiellängen sollte in Bezug auf e-Learning-Inhalte allerdings kritisch gesehen werden und wird im Kapitel Methodik näher diskutiert. Eine Änderung dieser Vorgabe wird regelmäßig unter anderem durch die Community diskutiert. Eine Änderung ist zur Zeit nicht geplant. Einzige Ausnahme bildet an dieser Stelle eine Marketing-Maßnahme des Partners Google, welcher eine Anhebung der Zeiteinschränkung für seine Werbepartner erreichte, um die Plattform noch profitabler zu machen. Das Größenlimit bleibt weiterhin bestehen.[35]

3.1.2 Upload

Der Upload von Inhalten ins YouTube Portal ist einfach gestaltet. Über einen Link der Hauptseite, eine Anmeldung bzw. Registrierung im Portal vorausgesetzt, gelangt man zur Videodatei-Upload-Seite. An dieser Stelle wird dann über den Explorer eine Datei vom lokalen Rechner ausgewählt und nach Bestätigung auf den Server des Portals gespeichert. An dieser Stelle ist nun die Möglichkeit gegeben, das Video mit einem Titel und einer Beschreibung zu versehen. Eine Zuordnung zu einer geeigneten Kategorie ist ebenfalls möglich. Die Kategorien sind nach Gruppen wie z.B.: Autos und Fahrzeuge, Spiele, Sport, Bildung usw. unterteilt. Anschließend steht die Entscheidung an, ob das Video allen Nutzern des Portals oder nur einer Gruppe, maximal 25 Personen, zugänglich gemacht wird. Diese Einstellungen werden gespeichert und das Video steht zur Verfügung.[36]

3.1.3 Erstellung

Die Aufbereitung der Inhalte ist ein wesentlicher Faktor zur Präsentation von Lehrmaterial im WEB und maßgeblich für den Erfolg der bereitgestellten Inhalte verantwortlich. Sprachliche Unterstützung des Inhalts führt hierbei zu einer höheren Aufmerksamkeit und einer Verbesserung der Aufnahme des Nutzers. Ziel muss es bei der Erstellung der Inhalte sein, aus dem Material das herauszufiltern und aufbereitet anzubieten, was allgemein und existentiell Bedeutungsvoll ist. Die Frage die sich nun stellt ist, wie können Themen unter Einbeziehung der wesentlichen Inhalte visualisiert werden. Da wie bereits beschrieben, es nicht möglich ist, Videos über zehn Minuten Länge zur Verfügung zu stellen. Probleme treten zum Beispiel auf, wenn Vorlesungsinhalte für das Videoportal erstellt werden. Aus einer dreistündigen Vorlesung werden ohne Einschränkung des Material mindestens dreißig Einzelfilme erstellt. Hierbei bietet es sich an, ggf. die wichtigsten Inhalte aus dem Filmmaterial zusammen zu schneiden, was wiederum zu einem hohen Aufwand führt. Eine geeignete Hardware vorausgesetzt, bedarf es an dieser Stelle auch eine relativ hohe Softwarekenntnis zur Bearbeitung von Videomaterial. Der Zeitliche Aufwand führt dazu, das wie im Beispiel Vorlesungen nicht regelmäßig alle Inhalte online gestellt werden können. Bildschirmpräsentationen können dagegen ohne Probleme direkt bei Wiedergabe als Video mittels einer Software aufgezeichnet werden. Entsprechende Software kann über das Internet bezogen werden. Nach einer Installation und Einrichtung des Programms wird mittels Tastendruck, um eine Vorgehensweise als Beispiel zu nennen, die Aufnahme in eine vorgegebene Datei gestartet und unter Berücksichtigung der Zeitlichen Vorgabe mit einem weiteren Tastendruck beendet. Dabei ist es möglich, gesprochenes gleichzeitig mit aufzunehmen oder später wenn gewünscht hinzuzufügen. Die daraus erstellte Datei kann anschließend wie im Kapitel Upload beschrieben über das Portal auf den Server geladen werden und steht ggf. umgehend zur Verfügung. Ein abfilmen von Bildschirmpräsentationen mit einer Kamera ist nicht notwendig.

3.1.4 Infrastruktur

Abbildung 2: YouTube Kategorieaufbau
Abbildung 2: YouTube Kategorieaufbau

Für alle Varianten der Bereitstellung von Inhalten, ist eine vernünftige Kategorisierung der Inhalte innerhalb des Portals notwendig um die Auffindbarkeit für die Nutzer zu gewährleisten. YouTube verwendet dafür verschiedene Aufteilungen der Sparten, um Benutzerfreundlich Themengebiete auszuwählen. Neben den wie auf vielen Webseiten üblichen Kategorien, siehe Abbildung 2, bedient man sich auch der Aufteilung von Inhalten mittels Kanälen. Darunter finden sich Rubriken wie zum Beispiel Comedians, Musiker oder auch Sponsoren. Als weitere Auswahlmöglichkeit sind der Vollständigkeit noch die Hauptauswahlpunkte Wettbewerb und Events zu nennen.

Als effektivere Zugriffsmöglichkeit auf die Inhalte des YouTube Portals muss an dieser Stelle die Abonnementverwaltung genannt werden. Hierbei wird von YouTube eine Möglichkeit bereitgestellt, die es erlaubt, auf Video oder Mitgliederebene ein Abonnement zu bestellen. Dies kann auf Mitgliederebene erfolgen, wie auch auf auswählbare Themengebiete. Sobald ein abonniertes Mitglied in seine Favoritenliste ein Video neu hinterlegt, wird es im Nutzerprofil des Abonnementinhabers angezeigt.[37] Über das Nutzerprofil ist es dem Autor von Inhalten und auch dem Nutzer des Portals möglich, seine Abonnements zu verwalten und die Übersicht über Themen und Lerninhalte zu behalten. Über individuelle Favoriten ist die Möglichkeit für die Lernenden gegeben, einmal gefundene Inhalte per Link dauerhaft zu speichern um ggf. wiederholt darauf zugreifen zu können.

3.2 Methodik und Dedaktik

3.2.1 Methodik

Die Gesamtheit der wissenschaftlicher Methoden ist als Methodik zu verstehen. Im Bereich der Lehre ist hiermit nicht die fachliche Methode des Unterrichts gemeint, nachdem sich dieser Begriff innerhalb der Lehre bzw. Pädagogik verselbständigt hat. Sondern die Konzeption des Lernangebots selbst. Nach Wolfgang Klafki wird daher unter Didaktik und Methodik unterschieden. Bei der Methodik wird nach dem Wie und bei der Didaktik nach dem Was gefragt. Entsprechende Planungschritte nach Klafki, die ein Lehrender methodisch vorzunehmen hat sind

"- die Gliederung des Unterrichts in Abschnitte oder Phasen,
- die Wahl der Unterrichts-, Arbeits-, Spiel-, Übungs- oder Wiederholungsformen,
- der Einsatz von Lehr- und Arbeitsmitteln,
- die Sicherung der organisatorischen Voraussetzungen des Unterrichts"[38].


Als Beispiel für Methoden der Lehre lassen sich zum Beispiel Gruppenarbeiten, Frontalunterricht und auch die Nutzung von YouTube als Medium benennen.[39]

3.2.2 Didaktik

Die Didaktik bezeichnet die Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens. Entscheidend für die heutige Zeit ist das Werk von Commenius, Didactica Magna, anzusehen. Im Jahre 1961 wird von Klafki eine neue Definition der Didaktik beschrieben, welche das Thema in verschiedene Bereiche aufteilt, da es nicht nur eine Definition der Didaktik gibt.[40] Nachdem für Lernangebote im Internet bisher hauptsächlich die Technik im Mittelpunkt stand, beschäftigt man sich nun mit Didaktischen Konzepten. Umstritten ist dabei, ob für die sogenannten "Neuen Medien" neue Didaktikansätze benötigt werden. Baumgartner (2003) geht davon aus, das die vorhandenen Ansätze für das Lernen ausreichend sind und kein Bedarf für neue Ansätze gegeben ist. Dagegen steht die Meinung von Severing (2003), der für das E-Learning eigene didaktische Ansätze formuliert. Dabei stellt er die Frage, in welchen Umgebungen E-Learning zum Einsatz kommen und wie diese vom Medieneinsatz gestaltet werden. Severing stellt dabei vier zentrale Leitlinien für das gesamte Fachgebiet E-Learning auf, die als relevant angesehen werden. Der erste Aspekt bedeutet, das E-Learning problemorientiertes Lernen ermöglichen sollte. Dieser Punkt wird durch die Kategorisierung der YouTube-Webseite und dessen Gliederungsmöglichkeiten als optimal erfüllt angesehen. Als nächstes wird die Kommunikation betrachtet. Aufgabe des E-Learning sollte es sein, den Dialog der Lerngruppe zu fördern. Hierbei stellt YouTube Möglichkeiten zur Verfügung, Inhalte zu erläutern und zu diskutieren. Dabei bedient man sich unterstützender Medien wie im gleich benannten Kapitel nachfolgend näher erläutert. Der dritte Aspekt beschreibt die Möglichkeit der Anpassung bzw. Hinzunahme, zum Beispiel betrieblich genutzter Daten, in das Medium. Der Vorteil der Visualisierung der Lerninhalte entspricht der geforderten Leitlinie. Der vierte und letzte Aspekt lässt sich nur in Bezug auf das E-Learning anwenden, nicht aber auf das Portal YouTube. Im Wesentlichen sieht dieser vor, das Lernprogramme direkt auf dem eigenen Betriebscomputer laufen sollen und mit dem Arbeitsprozess einhergehen. Didaktisch lässt sich dieser Aspekt nur auf die Verfügbarkeit des Internets ableiten, um allen Lernenden den Zugriff auf entsprechende Inhalte zu ermöglichen.[41]

3.2.3 Kooperative Lernräume

Ein wichtiger Ansatz lässt sich in der Arbeit von Peter Dawabi vom Frauenhofer IPSI Darmstadt finden. Hierbei werden kooperative Lernräume beschrieben, die darauf abzielen, Materialien und Ressourcen, Zeitlich und Örtlich unabhängig einer Vielzahl von Lernenden zur Verfügung zu stellen. Sobald es sich lediglich um Informationen handelt, stellt Youtube hierfür eine geeignete Plattform dar. Die Beschaffung und Bearbeitung von Informationen, welche jederzeit abrufbar sind, stellen den Idealfall da. Über entsprechende Kommunikationsplattformen ist die Kooperation zwischen den Lernenden und dem Lehrenden gegeben. Falls erforderlich sogar Weltweit.[42]

3.2.4 Reale vs. virtuelle Lernräume

Bei Präsenzveranstaltungen in der realen Lehre profitieren die Lernenden vom direkten Kontakt mit anderen und den daraus resultierenden sozialen Umfeld. Gruppenbildungen erleichtern hierbei das soziale Gefüge und fördern dadurch die Orientierung im Lernumfeld. Der Wissensaustausch erfolgt dabei intuitiv und benötigt meist keine weitere Hilfestellung durch den Lehrenden.[43] In virtuellen Umgebungen hingegen kann ein solches Umfeld nicht oder nur unzureichend geschaffen werden. Interaktion mit anderen erfolgt hierbei nur über Kommunikationsplattformen wie zum Beispiel Foren oder Chats. Weiter Möglichkeit der Interaktion zwischen den Teilnehmern kann nur zeitlich verzögert realisiert werden, sobald die Lernenden ggf. mit dem Lehrenden, räumlich zusammentreffen. Beides kann zu Störungen im sozialen Gefüge und bei der Aufnahme von Lerninhalten führen. Direktes Nachfragen bei Problemen, Klärung offener Fragestellungen oder Kritik, bei anderen Teilnehmern oder Lehrenden ist nicht möglich. Eine persönliche Interaktion mit anderen Teilnehmern ist daher nur unzureichend gewährleistet. Lässt man den zeitlichen Aspekt bei Seite, ist es noch möglich, Termine zum lernen zu vereinbaren, um über Plattformen wie Twitter oder ICQ, um geeignete Beispiele zu nennen, direkt mit Anderen in Verbindung zu treten.

4 Einsatzmöglichkeiten

Wesentlichen Inhalte können in vielfältiger Art und Weise visualisiert und im Portal zur Verfügung gestellt werden. Zur Darstellung der Einsatzmöglichkeiten von YouTube wird an dieser Stelle mit einigen Beispiele dargelegt, welche Inhalte und Vorgehensweisen sinnvoll für das Portal generiert werden können. Eine gesonderte Betrachtung der Sicherheitsproblematik in Bezug auf Firmen relevante Daten und Copyright Aspekte findet im Kapitel 6 - Sicherheit und Copyright statt.

Eine denkbare Einsatzmöglichkeit ist, Präsentationen oder Schulungsmaterial aus dem Unternehmensbereich den Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen, um ggf. die Inhalte für späteres auffrischen der Informationen zu ermöglichen. Relevanter Ansatz ist an dieser Stelle, das Gesellschaften mit einer großen Anzahl oder regional weit von einander entfernt liegenden Filialen, kostengünstig Informationen bzw. Schulungsmaterial an alle Mitarbeiter verteilen kann. Für interne Informationsveranstaltungen z.B.: für den Schuheinzelhandel bedarf es keine aufwendige und kostenintensive Zusammenkunft an ausgewählten Schulungszentren der Belegschaft, um allen die eben genannten Informationen zu präsentieren. Der Mitarbeiter hat die Möglichkeit, sich mit dem Material auseinander zu setzen, wenn er Aufgrund des Arbeitsaufkommens dazu in der Lage ist. Störungen des betrieblichen Ablaufs können somit verhindert werden. Freie zeitliche Ressourcen können nützlich Verwendung finden. Aus Sicht des Unternehmens bringt die Nutzung des YouTube Portals hier einen wesentlichen zeitlichen Vorteil. Lehrende bzw. in diesem Szenario die Seminarleiter, präsentieren ihre Inhalte einmalig und müssen nicht von einem Standort zum nächsten Standort reisen, was viel Zeit in Anspruch nimmt. Reiseaufwendungen werden ebenfalls gespart.

Einen weitere Möglichkeit ist die Bereitstellung der Vorlesungen von Universitäten oder Fachhochschulen. Aufgrund von verschiedensten Umständen können Studenten, zum Beispiel durch Krankheit, nicht an allen Vorlesungen teilnehmen. Durch das Portal werden Studenten in die Lage versetzt, verpasste Inhalte nachzuholen oder nicht verstandene Themen oder Inhalte zum späteren Zeitpunkt nach zubereiten. Eine Zugriffsmöglichkeit auch auf fremdsprachige Inhalte von im Ausland befindlichen Universitäten und Fachhochschulen zur Intensivierung von Lernmaterial, ist als vorteilhafter Aspekt zu nennen. Eine Konsequente Nutzung auf diesem Gebiet erhöht die Vergleichbarkeit der Lehrinhalte verschiedener Standorte und steigert die Quantität der verfügbaren Quellen. Ausarbeitungen der Studenten und Arbeitsgruppen jeder Art, wie zum Beispiel Ergebnispräsentationen können weltweit verbreitet und abgerufen werden.

Die umgekehrte Vorgehensweise, Inhalte aus dem Videoportal direkt während der Lehrveranstaltung dem Publikum zu präsentieren, kann ggf. entscheidende Vorteile bringen. Geeignete Videovorträge oder Lehrfilme können gezielt dem Lernstoff im Unterricht oder der Vorlesung ergänzen. Die Herausforderung hierbei ist, die Aufmerksamkeit der Zuhörer für einen längeren Zeitraum auf das Medium zu binden. Durch die Kombination von Visualisierung und Sprache, sind Lehrinhalte besser aufzunehmen und ersetzen ggf. an dieser Stelle die gewohnten Medien. Werden verschiedene Lehrmethoden kombiniert, so werden die Teilnehmer, Schüler usw. motivierter dem Inhalt folgen. Auch wenn an dieser Stelle Unterschiede zwischen dem Altersstufen der Lernenden zu berücksichtigen sind. Kinder lernen anders als Erwachsene. Obwohl es nicht nachgewiesen ist, das visuelle Medien das Lernergebnis verbessern. Sollten sie nur ergänzend zum Lernstoff genutzt werden. So lässt sich vermuten, das eine einfache Darstellung und einfache Erklärung der Inhalte notwendig ist, um eben genannte Vorteile zu nutzen.[44]

Ein wesentlicher Vorteil des YouTube Portals ist, das der Autor des Materials sich nicht um die Datensicherungen seiner Daten kümmern muss. Ressourcen für die Lagerung des Datenmaterials sind ebenfalls nicht aufzuwenden. Dieser Aspekt ist eines der Hauptvorteile, warum wie im Vorfeld genannte Einsatzmöglichkeiten genutzt werden und zukünftig noch intensiver verfolgt werden.

5 Unterstützende Medien

5.1 Notwendigkeit unterstützender Medien

Abbildung 3: YouTube - Vorlesungsmitschnitt
Abbildung 3: YouTube - Vorlesungsmitschnitt
In den Abbildungen 3 und 4 skizzieren zwei Möglichkeiten der Verwendung von Youtube zur Lehrunterstützung. In der Abbildung 3, im Folgenden erstes Szenario genannt, wird Youtube als Plattform für aufgezeichnete Präsenzvorlesungen verwendet. Das Videomaterial kann sofern vom Dozenten gewünscht im Nachgang der Vorlesung bearbeitet werden, jedoch ist der Inhalt nicht speziell für die Webanwendung ausgelegt. In der Abbildung 4, dem zweiten Szenario, wird das eingestellte Videomaterial speziell für die Nutzung auf der Youtube-Plattform erstellt und optimiert. Gleichzeitig sieht die Organisation der Veraltung die Rückfragemöglichkeiten für den Studenten vor. Die technischen Möglichkeiten zur Fragestellung des Studenten, die Antwortmöglichkeiten für den Dozenten sowie deren spezielle Vor- und Nachteile für die Verwendung im Kontext mit der Verwendung von Youtube zur Lehrunterstützung wird im Folgenden diskutiert werden.
Abbildung 4: YouTube - Spezielles Online-Material
Abbildung 4: YouTube - Spezielles Online-Material

Es ist vorab festzuhalten, dass es sich bei der Einstellung von Lehrvideos auf der Youtube-Plattform um eine Form des asynchronen E-Learnings handelt. Dies bedeutet dass zwischen Erstellung des Materials und Sichtung durch den Studenten eine zeitliche Lücke entsteht. Diese ist in der Regel beabsichtigt, um somit den Vorteil der zeitlichen Unabhängigkeit jedes einzelnen zu Nutzen.[45]

Die Verwendung von Video-Dateien auf der Youtube-Plattform ist, um effektiv zur Lehrunterstützung verwendet werden zu können, durch den Einsatz unterstützender Medien zu flankieren. Der aktuelle Stand der Technik bietet hierbei eine große Anzahl von Unterstützungsmedien, welche geeignet sind, die Kommunikation zwischen Dozent und Schüler / Student möglichst einfach stattfinden zu lassen. Youtube selbst bietet hierbei eine so genannte Board-Funktion an. Diese gestattet es dem Zuschauer einen Kommentar zum gesehenen Videomaterial abzugeben. Die Antworten werden in chronologischer Reihenfolge abgelegt und angezeigt. Hierbei ist zu beachten, dass auf Fragen innerhalb dieses Systems auch nur in gleicher Logik geantwortet werden kann, eine Zuordnung der Antwort zur Frage, um Beispielsweise die Übersicht besser zu gestalten, ist bei dieser Board-Funktion nicht vorgesehen. Diese Tatsache verdeutlicht, dass bei der Verwendung von Youtube zur Lehrunterstützung auf ein alternatives und somit plattformfremdes Kommunikationsmedium zurückgegriffen werden muss.

Die notwendige Kommunikation, für welche mindestens beim zweiten Szenario eine Möglichkeit vorgehalten werden muss, kann über eine Vielzahl von aktuellen technischen Möglichkeiten möglich gemacht werden. Hierzu zählen u.a die Verwendung von.: Email, Blog, Chat oder der Antwort via Antwortvideo auf der Youtube-Plattform. Hierbei sind seitens des Anbieters bei der Auswahl die verschiedenen Vor- und Nachteile jeder einzelnen Kommunikationsmöglichkeit gegeneinander Abzuwägen. Die Vor- und Nachteile der einzelnen Kommunikationsmöglichkeiten bezogen auf die Lehrunterstützung durch Youtube werden im Folgenden dargestellt.

Auch diese möglichen Kommunikationsmedien lassen sich in synchrone und asynchrone Kommunikationsdienste unterteilen.

5.2 Synchrone Kommunikationsdienste

5.2.1 Beschreibung synchrone Kommunikationsdienste

Zu den synchronen Informationsdiensten gehören u.a. die so genannten Chats und die Instant Messaging Systeme. Sie "unterstützen den Informationsaustausch von Menschen, die zur gleichen Zeit an getrennten Orten tätig sind"[46]

5.2.2 Chats / IRC

Ein Chat beschreibt eine virtuellen Treffpunkt im Internet, welcher meist durch die Nutzung eines so genannten IRC-Clients ermöglicht wird und an welchem eine nahezu unbegrenzte Anzahl von Personen Text basiert miteinander kommunizieren kann. Es stehen hierbei verschiedene von einander getrennte virtuelle Räume, die so genannten Channels, zur Verfügung. Auch wenn mittlerweile eine Vielzahl von Chats ohne die Installation eines IRC-Clients auf dem Rechner möglich ist, werden in Folgenden die beiden Begriffe synonym verwendet.[47]

Man trifft im IRC gewöhnlich auf eine von der normalen Kommunikation abweichende Sprachkultur. Im überwiegenden Teil der Kommunikation werden kurze bis sehr kurze Sätze verwendet, Größere Zusammenhänge werden in mehrere Antworten aufgeteilt. [48] Problematisch ist gleichzeitig, dass bei einer großen Anzahl aktiver Teilnehmer alle Gesprächsstränge im selben Textfenster, in chronologischer Reihenfolge Ihrer Erstellung abgelegt, dargestellt werden.Der Leser hat den Gesprächsverlauf somit ständig zu rekonstruieren, Zusammenhänge zu erfassen und für Ihr unwichtige Informationen heraus zu selektieren.[49] Nachteilig ist ebenso die Abhängigkeit von Zeitfenstern, in welchem Dozent und Student „online“ sein müssen, um sich über das Medium Chat auszutauschen.[50]

5.2.3 Instant Messenger

Die Funktionsweise eines Instant Messnegers ist in etwa die selbe wie die eines IRC-Clients, jedoch mit einigen nicht unerheblichen Unterschieden. Technisch gesehen findet die Kommunikation nicht im sondern über das Internet statt. Ebenso ist die Kommunikation vertraulicher Möglich, da nur anerkannte Teilnehmer an der Diskussion teilnehmen können.[51] Viele dieser Dienste bieten neben der textbasierten Kommunikation auch die Unterstützung für Voice- oder Videochats an. [52]

5.2.4 Wertung der synchronen Kommunikationsdienste

Bei den Kommunikationsdiensten ist bei der Verwendung zur Lehrunterstützung der Wechsel von der asynchronen zur synchronen Kommunikation gemeint. Diese Kommunikationsdienste haben durchaus ihre Vorteile, sieht man aber die zeitliche Unabhängigkeit als zentrales Element, wie bei der Verwendung von Youtube zu unterstellen ist, scheiden diese Dienste somit aus der Masse der bevorzugten Kommunikationsdienste aus.

5.3 Asynchrone Kommunikationsdienste

5.3.1 Beschreibung asynchrone Kommunikationsdienste

Zu den asynchronen Kommunikationsmedien gehören u.a. E-Mail , Diskussionsforen und Weblogs. Bei diesen Medien ist eine lange zeitliche Spanne zwischen Frage und Antwort problemlos möglich und sogar zum größten Teil gewünscht.[53]

5.3.2 E-Mail

Der Begriff E-Mail leiete sich aus dem englischen „electronic mail“ ab und bezeichnet einen Internetdienst, mit welchem es möglich ist, ähnlich dem Briefsystem der Post, Nachrichten zu verschicken und dem Empfänger ungeachtet seine persönlichen Anwesenheit zukommen zu lassen. Jeder E-Mail-Empfänger ist durch eine einzigartige E-Mail-Adresse zu identifizieren. Die zwei wichtigsten Protokolle, welche in der Praxis einen de facto Standart darstellen sind zum versenden von E-Mails das SMTP-Protokoll sowie Zum Abruf das POP-Protokoll mit seinem aktuellen Standart POP3. Mit Ausnahme der fehlenden validierten Autentifikationsmöglichkeit des Senders beim SMTP-Protokoll ist in der vorliegenden Untersuchung kein nennenswertes Merkmal hervorzuheben. Die wichtigste Eigenschaft, nämlich die asynchrone Kommunikation zwischen den Teilnehmern ist gewährleistet.[54]

Das Medium E-Mail bietet eine Möglichkeit zur direkten Kommunikation zwischen Dozent und Student. Der Student kann seine Fragen zielgerichtet beim Dozenten platzieren. Auf den Einsatz als Unterstützungsmedium bei der Verwendung von Youtube zur Lehrunterstützung bezogen ist diese Kommunikationsform für den Studenten die wahrscheinlich angenehmste Form da er hierbei nicht öffentlich als Fragesteller in Erscheinung treten muss, verhindert aber Gleichzeitig die Kenntnis Dritter an Frage- und Antwortinhalt, sofern diese Kommunikation nicht in einem dritten, öffentlichem Medium inhaltlich abgelegt wird.

5.3.3 Weblogs

Die Bezeichnung Weblog, oft auch mit dem Synonym Blog bezeichnet, setzt sich zusammen aus Bestandteilen der Wörter „Web“ und „Logbuch“. Anfangs in der Hauptsache von einigen wenigen Personen, welche ihre Eindrücke aus dem WWW sowie ihre Beobachtungen Dritten zugänglich machen wollten erstellt, ist das Weblog vor allem in Nordamerikanischen Raum sehr verbreitet. Dies ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet dass zum einen eine große Anzahl von Open-Source-Software, also kostenfreier Software zur Verfügung steht. Gleichzeitig ist eben diese Software in der Regel leicht zu bedienen, so dass auch unerfahrenen Internetnutzer diese Dienste relativ problemlos bedienen und mit Inhalt füllen können. Die Einfachheit der Bedienung der Weblogsoftware ist jedoch auch gleichzeitig einer Ihrer entscheidenden Nachteile. Die Einträge werden im Weblog in umgekehrter chronologischer Reihenfolge angezeigt und es ist keine mehrstufige Vergabe von Rechten möglich. Die Möglichkeit der Moderation ist somit stark eingeschränkt[55] Bezogen auf den Einsatz als Unterstützungsmedium bei der Verwendung von Youtube hat auch das Weblog den Vorteil, dass die potentiellen Rückfragen für alle sichtbar sind, die Möglichkeit eines einheitlichen Wissensstandes sind somit gegeben.

5.3.4 Wertung der asynchronen Komunikationsdienste

Die asynchronden Kommunikationsdienste eigenen sich für die Verwendung als unterstützendes Medium aufgrund Ihrer Möglichkeit zur zeitversetzten Kommunikation besser als die vorgestellten synchronen Informationsdienste. Hierbei ist jedoch auch zu betrachten, dass die Wahl des Mediums der Zielgruppe entsprechend gewählt wird.

6 Urheberrechte und deren Schutz

6.1 Urheberrechten und Beschränkungen

Urheberrechtsschutz ist bei der Verwendung einer öffentlichen Plattform zur Lehrunterstützung, wie wir sie in Gestalt von Youtube vorfinden, für den Lehrenden in zweierlei Hinsicht interessant und wichtig zu beachten. Zum einen hat er das Urheberrecht Dritter zu beachten, tut er dies nicht hat er mit zum Teil drastischen Sanktionen zu rechen. (Stichwort Abmahnung), zum anderen hat er ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Eigeninteresse am Schutz seines eigenen geistigen Eigentums. Die sich aus den vorgenannten Aspekten ergebenden Einschränkungen bzw. KO-Kriterien bei der Nutzung von Youtube zur Lehrunterstützung werden im Folgenden näher diskutiert. Es wird bei der Diskussion weiterhin unterstellt, dass sich der Lehrende an urheberrechtlich geschützten Inhalten bedient und gleichzeitig seine Schöpfung nicht ungeschützt verbreiten möchte. Werden beide Kriterien nicht erfüllt, ist das Thema Urheberrecht in der Betrachtung nicht von Relevanz.

Schutz der Urheberrechte Dritter Der Urheberrechtsschutz am geistigen Eigentum Dritter ist entgegen der allgemeinen Auffassung auf bei wissenschaftlichen Publikationen einzuhalten. Hierbei ist festzuhalten, dass das UrhG zwar Einschränkungen des Urheberrechtes bei wissenschaftlichen Publikationen vorsieht, diese Einschränkungen jedoch mit nicht unerheblichen Auflagen verbunden sind. Diese Ausnahmen und deren gleichzeitigen Beschränkungen ergeben sich zunächst aus den gesetzlichen Grundlagen, nämlich den §§52 - 53 des Urheberrechtsgesetz (UrhG).[56]

§ 52 gestattet die Veröffentlichung eines Teils einer urheberrechtlich geschützten Arbeit zur wissenschaftlichen Verwendung, Bedingung ist hierbei jedoch ein nicht kommerzieller Hintergrund.[57] Ebenso regelt § 52 die Vergütung, entsprechende Vergütungsgrößen werden von der Kultusministerkonferenz festgelegt[58]

§53 regelt das Recht zur Kopie "(...) für sonstige Zwecke". Dies schließt die Verwendung von urheberrechtlich geschütztem Material im E-Learning in nicht unerheblichem Maße ein, da das Urheberrecht hierbei nur für analoge Kopien abgeschwächt wird.[59]

6.2 Nutzungsrechte durch Youtube

Wie vorangegangen festgestellt hat der Ersteller wissenschaftlicher Arbeiten lediglich das Recht zur Verwendung des Materials zur Nutzung der Inhalte in einem begrenzten Personenkreis und schließt eine „unkontrollierte“ Weitergabe aus. Hierbei ergibt sich jedoch ein Konflikt mit den von Youtube in Form der Nutzungsbedingungen aufgestellten Regeln. Diese sehen im Punkt 10.1 vor, dass Youtube „für die Dauer der Speicherung auf der Plattform das Recht zur Weiterverwendung, Kopie (….) behält, und zwar für den Zeitraum wie der Uploader die eigentliche Datei in Youtube bereithält. Der Ersteller hat allerdings selber kein unbeschränktes Nutzungsrecht an den Inhalten, somit kann die Plattform Youtube unter diesem Gesichtspunkt nicht regelkonform zur Lehrunterstützung verwendet werden. Gleichzeitig würde sich der Ersteller u.U. der Urheberrechtsverletzung schuldig machen.[60]

6.3 Technische Möglichkeiten des Urheberschutzes

6.3.1 Ermittlung möglicher Sicherheitslücken

Wie vorab beschrieben hat der Ersteller mindestens für den Schutz der Urheberrechte Dritter „geeignete“ Maßnahmen zum Schutz dieser Rechte zu treffen.[61] Das Interesse am Schutz der eigenen Urheberrechtsinteressen wird im für den weiteren Verlauf der Untersuchung unterstellt Daher wird im Folgenden nunmehr die betrachtete Plattform Youtube auf das Vorhandensein und die (theoretische) Wirksamkeit diverser Sicherungsmöglichkeiten, welche die Schutzinteressen aller Rechteinhaber sichern sollen hin untersucht.

6.3.2 Datensicherheit der Videos

Die Inhalte werden bei Youtube als Flash-Videos bereitgestellt und über einen in die Seite eingebetteten Flash-Player abgespielt. Dieser Player bietet keine direkte downloadmöglichkeit des Inhaltes, ebenso kann dieser nicht ohne weiteres als direkter Verweis angesprochen werden, womit zunächst im Zusammenspiel mit einer Geschützten Nutzergruppe der Anforderung an eine geschützte Umgebung genüge getan wäre. Rein technisch gesehen bietet dies jedoch keinen ausreichenden Schutz gegen die unerlaubte Weitergabe der Medien, diese können mehr oder weniger Problemlos, entgegen Ihrer ursprünglichen Bestimmung, vom Nutzer lokal gespeichert und somit problemlos weiterverbreitet werden. Die Anforderungen zur Rechtewahrung Dritter werden somit zwar nicht verletzt, bieten jedoch auch keinen ausreichenden Schutz der eigenen Arbeit.

6.3.3 Account-Doppelnutzung

Ein weiterer Punkt der im Bezug auf die Datensicherheit zu untersuchen ist, ist die Thematik des Account-Doppelnutzungs. Account-Doppelnutzung ist die Nutzung von gleichen Anmeldeinformationen durch mehrere Personen, wodurch in vorliegenden Fall die Nutzerguppenbeschränkung umgangen werden kann. Da, wie vorab beschrieben, Youtube zum Großteil eine Unterhaltungsplattform ist, bei welcher sich prinzipiell jedermann kostenfrei registireren kann, ist eine Schwerpunktlegung auf die Unterbindung solcher Doppelnutzungen nicht zu erwarten.

7 Schlussbetrachtung

Die grundlegenden Funktionen von YouTube, vor allem die flexible Platzierung von Inhalten, lassen einen positiven Ausblick in Bezug auf die Lehre zu. Finden bei der Betrachtung einige Grundsätze der Didaktik Berücksichtigung, so kann YouTube durchaus in bestimmten Maßen als lehrunterstützendes Medium genutzt werden. Lehrmaterial kann zu Vertiefungszwecken von den Lehrkräften über das Portal verfügbar gemacht werden. Die Lernenden sind so in der Lage, bereits erlerntes Wissen zu beliebigen Zeitpunkten, unter Nutzung des bereit gestellten Videomaterials, zu vertiefen. Diese ergänzende Variante der Alleinarbeit entspricht einer sogenannten linear-zielgerichteten Konzeption, bei der der "Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten und ihre Übung und Vertiefung im Vordergrund"[62] stehen. Eine weitere Möglichkeit ist die Einstellung von umfassenden Lehrmaterial zur Erlangung neuen Wissens. Die Gestaltung des Lernprozesses liegt hierbei gänzlich bei den Lernenden, was die Selbstständigkeit des Einzelnen, sowie problemlösendes Denken fördert. Ein solcher Typ der Alleinarbeit wird als offene Gesamtkonzeption bezeichnet. Diese offene Gesamtkonzeption birgt jedoch aufgrund der verstärkt geforderten Selbstständigkeit der Lernenden Gefahren wie beispielsweise Orientierungslosigkeit oder Überforderung in sich. Zur Generierung dieser Gefahren trägt vor allem die fehlende Unterweisung in Präsenzveranstaltungen bei, die im Regelfall besser zur ökonomischen Vermittlung von Inhalten geeignet sind, und innerhalb derer die Lernenden die Möglichkeit haben ihre Erkenntnisse direkt zu diskutieren.[63] Eine detaillierte Betrachtung verschiedener Lehrmöglichkeiten in Bezug auf Methodik und Didaktik, insbesondere in Verbindung mit der Nutzung von Online-Videoportalen, wird an späterer Stelle dieser Abhandlung noch durchgeführt.

Zwar gestaltet sich die offizielle Nutzung von Online-Videoportalen teilweise recht schwierig, da - wie bereits zuvor erläutert - die Qualität von bereitgestelltem Videomaterial sowie technisch als auch inhaltlich in vielen Fällen nicht zu Lehrzwecken geeignet ist, jedoch bietet YouTube als Unternehmen mit dem spezifischen Portal "TeacherTube"[64] bereits eine Möglichkeit, geeignete Inhalte zu separieren und zu sammeln. Hier haben die Benutzer die Möglichkeit, sich explizit über das Copyright von Videomaterial zu informieren, bevor dieses über das Portal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Den Blick in die Zukunft gerichtet, lässt die Existenz dieses spezifischen Videoportals die Annahme zu, dass der Einsatz solcher Portale in der Lehre mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Neben der direkten Integration des Materials in den Unterricht, können die Inhalte von Lernenden am heimischen Computer erneut eingesehen und nachvollzogen werden, was einen positiven Einfluss auf den Lerneffekt mit sich bringt.

Qualitativ können bei Youtube hochwertige Videos von 1 GB Größe eingestellt werden. Dies ist zwar einerseits der Qualität des gezeigten zuträglich, auf der anderen Seite könnte es jedoch den Lehrenden zur Einstellung von zu großen Datenmengen verleiten, wodurch wiederum der Lernende die Motivation die Dateien anzusehen verliert bzw. Ihm dies technisch oder vertraglich mit seinem vorhandenen Internetanschluss gar nicht möglich ist. Zu denken ist hierbei an die Downloadgeschwindigkeit eines normalen DSL-Anschlusses, bei welcher (DSL 3000) die Ladezeit für ein maximal großes Video bei ca. einer Stunde liegt, bzw. der Student über einen volumenbegrenzten Vertrag, beispielsweise über UMTS verfügt. Hier ist im Falle der Verwendung von Youtube also auf eine gute Mischung zwischen Qualität und Nutzbarkeit zu achten, evtl. könnte das Material in verschiedenen Qualitätsstufen angeboten werden, was jedoch wiederum zu Verzerrungen beim Wissensgleichstand unter den Studenten führen würde und im schlechtesten Fall mitunter nicht unberechtigte Diskussionen aufwerfen würde.

Ebenso ist festzuhalten dass Youtube zum überwiegenden Teil eine Plattform für Unterhaltungsmedien ist, woraus eine Reihe von nicht unerheblichen Konsequenzen für den Lehrbetrieb entstehen kann. Es gibt keine Gewähr für die Erreichbarkeit einzelner Dateien, ebenso hat im Störungsfall die Datenwiederherstellung und die Gewährleistung der Erreichbarkeit der Lerninhalte keine Priorität. Dies kann, beispielsweise im Rahmen einer Prüfungsvorbereitung nicht unerhebliche Konsequenzen für einzelne Studenten nach sich ziehen.

Youtube kann daher nur als kleiner Teil der Unterstützung der Lehre gesehen werden.[65] Im Zusammenspiel mit den unterstützenden Medien ist Youtube allerdings ein durchaus lohnend einzusetzendes Mittel, welches beiden Seiten nicht nur Zeit und Geld sparen kann und zur Steigerung der Qualität der Lehre zu einem nicht unerheblichen Teil beitragen kann. Auch der ökologische Aspekt ist hierbei durchaus beachtenswert, bedenkt man beispielsweise die möglichen Einsparungen von Papier und Kraftstoffen.[66]

8 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr. Abbildung
1Funktionsprinzip von YouTube
2YouTube Kategorieaufbau
3YouTube - Vorlesungsmitschnitt
4YouTube - Spezielles Online-Material

9 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
ACCAdvanced Audio Coding
GBGigabyte
H.264Kompressionsverfahren für mobile Anwendungen
HTMLHypertext Markup Language
MP3Moving Picture Expert Group 1.0 Layer 3
MPEG-2Moving Picture Expert Group Type 2
MPEG-4Moving Picture Expert Group Type 4
YPPYouTube Partner Program

10 Fußnoten

  1. Alby, T. (2008), S. 111
  2. Vgl. http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,441921,00.html
  3. Vgl. http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,441921,00.html
  4. Vgl. http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,441921,00.html
  5. Vgl. http://www.youtube.com/t/fact_sheet
  6. http://www.youtube.com/t/fact_sheet
  7. http://www.youtube.com/t/fact_sheet
  8. Vgl. http://www.youtube.com/t/fact_sheet
  9. Vgl. Sauer, M. (2006), S. 65 f.
  10. Vgl. Sauer, M. (2006), S. 65
  11. Vgl. Sauer, M. (2006), S. 66
  12. Alby, T. (2008), S. 112
  13. Alby, T. (2008), S. 112
  14. Vgl. Alby, T. (2008), S. 112
  15. Vgl. http://weblogs.hitwise.com/leeann-prescott/2007/06/youtube_50_more_traffic_than_o_1.html
  16. http://www.pcwelt.de/start/dsl_voip/iptv/news/189485/youtube_beschert_usern_satte_einnahmen/
  17. Vgl. http://www.pcwelt.de/start/dsl_voip/iptv/news/189485/youtube_beschert_usern_satte_einnahmen/
  18. Vgl. http://www.pcwelt.de/start/dsl_voip/iptv/news/189485/youtube_beschert_usern_satte_einnahmen/
  19. http://www.pcwelt.de/start/dsl_voip/iptv/news/189485/youtube_beschert_usern_satte_einnahmen/
  20. Vgl. http://www.pcwelt.de/start/dsl_voip/iptv/news/189485/youtube_beschert_usern_satte_einnahmen/
  21. Vgl. http://www.pcwelt.de/start/dsl_voip/online/news/73477/partnerschaft_zwischen_youtube_und_bbc/
  22. Vgl. http://www.ibtimes.de/articles/20090417/youtube-google-kooperation-medienkonzerne-studios.htm
  23. http://www.telekom-presse.at/Youtube_in_Kooperation_mit_US-Studios.id.9028.htm
  24. Vgl. http://www.telekom-presse.at/Youtube_in_Kooperation_mit_US-Studios.id.9028.htm
  25. Vgl. http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,441921,00.html
  26. Vgl. http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,441921,00.html
  27. Vgl. Alby, T. (2008), S. 113
  28. Vgl. http://www.manager-magazin.de/koepfe/artikel/0,2828,441921,00.html
  29. Vgl. Komus, A. (2008), S. 232
  30. Komus, A. (2008), S. 232
  31. http://lehrerfortbildung-bw.de/werkstatt/lex/tube/unterricht.html
  32. Vgl. http://lehrerfortbildung-bw.de/werkstatt/lex/tube/unterricht.html
  33. Vgl. http://www.youtube.com/handbook_popup_produce_upload?pcont=bestformats
  34. Vgl. http://pressetext.ch/news/060719047/youtube-wegen-urheberrechtlich-geschuetztem-video-verklagt/
  35. Vgl. http://www.wissenswertes.at/index.php?id=youtube-limit
  36. Vgl. http://www.youtube.com/my_videos_upload?nobeta
  37. Vgl. http://www.google.com/support/youtube/bin/answer.py?hl=de&answer=97417
  38. http://de.wikipedia.org/wiki/Methodik_(P%C3%A4dagogik)
  39. Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Methodik_(P%C3%A4dagogik)
  40. Vgl. Böhm, F. (2006), S. 85 ff
  41. Vgl. Schiersmann, Christiane. (2007), S. 106 ff
  42. Vgl. Haake, J./Schwabe, G./Wessner, M. (2004), S. 118
  43. Vgl. Haake, J./Schwabe, G./Wessner, M. (2004), S. 118
  44. Vgl. Nathaniel Lees Gage, David C. Berliner (1996), S. 424, 425
  45. Hansen, Hans Robert / Neumann Gustav (2005) S. 431
  46. Hansen, Hans Robert / Neumann, Gustav (2005), S. 431
  47. Vgl. Hansen, Hans Robert / Neumann, Gustav (2005), S. 434-438
  48. Vgl. Dittmann, Miguel (2002), S. 31
  49. Vgl. Beck, Klaus (2005), S. 46 ff
  50. Vgl. Niegemann, Helmut M. (2003), S. 123 ff
  51. Stegebauer, C. / Jäckel, M. (2007) S. 176
  52. Vgl. Hansen, Hans Robert / Neumann, Gustav (2005), S. 438
  53. Hansen, Hans Robert / Neumann Gustav (2005) S. 410
  54. Vgl. Hansen, Hans Robert / Neumann, Gustav (2005), S. 411-424
  55. Vgl. Hansen, Hans Robert / Neumann, Gustav (2005), S. 427-429
  56. Tavangarian, D. / Nölting, K. (2005), S. 158
  57. Tavangarian, D. / Nölting, K. (2005) S. 158
  58. Knudsen, B. / Lauber, A. (2005), S.207
  59. Rebensburg, K. / Apostolopoulus,N. (2009), S. 31
  60. http://www.youtube.com/t/terms
  61. §53 UrhG
  62. Riedl, Alfred (2004), S. 127
  63. Vgl. Riedl, Alfred (2004), S. 127
  64. http://teachertube.com/
  65. Virtuelle Universität, virtuelles lernen Von Rolf Schulmeister Seite 224 ff
  66. Virtuelle Universität, virtuelles lernen Von Rolf Schulmeister, Martin Wessner

11 Literatur- und Quellenverzeichnis

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Hansen, Hans Robert / Neumann Gustav (2005) Hansen, Hans Robert / Neumann Gustav: Wirtschaftsinformatik 1, 9. Auflage, Utb, ISBN-10: 3825226697, ISBN-13: 978-3825226695
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Stegebauer, C. / Jäckel, M. (2007) Stegebauer, C. / Jäckel, M. : Social Software: Formen der Kooperation in computerbasierten Netzwerken, 1. Auflage, Vs Verlag, ISBN-10: 3531153951, ISBN-13: 978-3531153957
Tavangarian, D. / Nölting, K. (2005) Tavangarian, D. / Nölting, K.: Auf zu neuen Ufern! E-Learning heute und morgen, 1. Auflage, Waxmann, ISBN-10: 3830915578, ISBN-13: 978-3830915577
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Rebensburg, K. / Apostolopoulus,N. (2009) Rebensburg, K. / Apostolopoulus, N.: Grundfragen Multimedialen Lehrens und Lernens, 1. Auflage, Technische Uni Berlin, ISBN-10: 3798321213; ISBN-13: 978-3798321212

12 Weblinks

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