Elektronisches Publizieren und Vermarkten von wissenschaftlichen Arbeiten

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Essen
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Electronic Publishing
Autor(en): Matthias Goepfert, Nese Demiroglu
Studienzeitmodell: Abendstudium
Semesterbezeichnung: SS11
Studiensemester: 2
Bearbeitungsstatus: Bearbeitung abgeschlossen
Prüfungstermin:
Abgabetermin:


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

"Die Erfindung des Buchdruckes ist das größte Ereignis der Weltgeschichte."[1] hieß es vor Jahrhunderten. Johannes Gutenberg (um 1400 - 1468) leitete mit der Erfindung des modernen Buchdrucks den ersten Schritt zur Medienrevolution ein und startete eine neue Ära in Bezug auf die Kommunikation und Informationsvermittlung. Doch mit dem Fortschritt der Technologien sowie dem Einsatz von Computern befinden wir uns heute in einem digitalen Informationszeitalter, in der es tiefgreifende Veränderungen in der Wissenschaft sowie in unserem täglichen Leben gegeben hat. Das Verfassen von wissenschaftlichen Arbeiten erfolgt fast ausschließlich nur noch an einem Computer, d.h. sie liegen in digitaler Form vor und können entsprechend elektronisch publiziert werden.

Der Schwerpunkt dieser Arbeit ist das Thema "wissenschaftliche Arbeit". Dabei werden die Formen, Anforderungen und Verbreitungsmöglichkeiten der wissenschaftlichen Arbeit näher betrachtet. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die Möglichkeit der elektronischen Publikation, die mit einem historischen Rückblick reflektiert wird. Anschließend wird das Vermarkten von wissenschaftlichen Arbeiten thematisiert und ein kurzer Ausblick in Abhängigkeit der technischen Entwicklung gewagt.

2 Wissenschaftliche Arbeiten

Unter Wissenschaft versteht man eine „(organisierte) Form der Erforschung, Sammlung und Auswertung von Kenntnissen“ [2].Diese Aussage beschreibt nicht nur das Thema Wissenschaft, sondern ebenfalls den Vorgang, wie eine wissenschaftliche Arbeit erstellt wird. Nachdem die erforderlichen Daten für das Thema der eigenen wissenschaftlichen Arbeit erforscht und gesammelt wurden, werden diese strukturiert und ausgewertet, um hieraus eine bewertbare Arbeit zu erstellen und diese zu veröffentlichen. Doch bevor es zur Veröffentlichung kommt, sollte darauf geachtet werden, dass alle verwendeten Zitate gekennzeichnet sind und dem Leser ersichtlich ist, ob es sich um ein wörtliches oder ein sinngemäßes Zitat handelt. Nachdem diese vom Autor markiert wurden, wird ein Quellen- und Literaturverzeichnis angelegt, damit jeder die Herkunft der Zitate nachvollziehen kann. Um nun das Ziel, die Öffentlichkeit - oder zumindest eine Teilgruppe dieser – mit den (neuen) Informationen zu versorgen gibt es „international anerkannte Qualitätskriterien“[3] welche zur Anerkennung einer wissenschaftlichen Arbeit einzuhalten sind. Doch ist dies nicht das Einzige, worauf geachtet werden muss, auch das Urheberrecht wird im Folgenden näher erläutert.
Dieser Abschnitt stellt keine Anleitung zum Erstellen von wissenschaftlichen Arbeiten dar, sondern dient als Grundlage um wissenschaftliche Arbeiten mit elektronischem Publizieren und dem Vermarkten in Verbindung zu bringen.

2.1 Anforderungen und Urheberrecht

2.1.1 Anforderungen und Qualitätskriterien

Abbildung 1: Qualitätskriterien

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG) ist unterstützendes Organ in der gesamten Wirtschaft und achtet auf die Einhaltung der internationalen Qualitätskriterien bei wissenschaftlichen Arbeiten. Auf diesem Wege sollen Irrtümern und Plagiaten wie bei Karl-Theodor zu Guttenberg vorgebäugt werden. In der folgenden Übersicht werden die 10 Qualitätskriterien[4] aufgezeigt und anschließend näher erläutert.

Beim Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit ist Ehrlichkeit eine der wichtigsten Eigenschaften, die der Ersteller mit sich bringen sollte und zwar nicht nur dem späteren Leser gegenüber sondern auch sich selbst. Es geht hauptsächlich darum, in einer Arbeit keine Lügen zu verbreiten, „keine Plagiate zu erstellen oder Datenmanipulationen vorzunehmen“[5]. Durch das Missachten dieses Qualitätskriteriums können große Folgeschäden entstehen, denn nach der Veröffentlichung werden wissenschaftliche Arbeiten von anderen genutzt, um die Eigenen zu ergänzen oder sogar darauf aufzubauen. Da der Nachweis eines solchen Missachtens einige Zeit in Anspruch nimmt, ist hier die Gefahr eines großen Schadens (Einsatz von Zeit und Kraft) sehr hoch.
„Irren ist menschlich, aber aus Leidenschaft im Irrtum zu verharren ist teuflisch.“[6] Zwar kann es vorkommen, dass ein Fehler gemacht oder übersehen wird, doch schützt dies niemanden vor Schäden. Vor allem dann nicht, wenn der Ersteller den Fehler übersieht und nicht in der Lage ist, diesen einzugestehen und zu verändern. Dies scheint auch Karl-Theodor zu Guttenberg passiert zu sein. Denn ein Missachten dieses Kriteriums kann zur Aberkennung der erworbenen Abschlüsse, Zertifikate und Titel führen.

Der Aufbau einer logischen Argumentation beginnt mit einem Argument, welches durch ein oder mehrere Aussagen unterstützt oder widerlegt wird. Um eine solche Argumentation durchführen zu können, benötigt man wahre Aussagen deren Überprüfung in einer wissenschaftlichen Arbeit zu hinterlegen gilt (siehe Überprüfbarkeit). Dies ist nicht immer ganz einfach, denn es gibt Aussagen von Fachexperten über ein Thema, in welchem sie nicht hundertprozentig eingearbeitet sind, aber deren Aussage als wahr angenommen wird, da sie sich in gewissen Bereichen etabliert haben. Um Fehlschlüsse zu vermeiden werden alle Aussagen zur logischen Argumentation als wahr angenommen und nicht weiter überprüft, denn hier handelt es sich lediglich um eine Aussagenprüfung, nicht um eine Wahrheitsprüfung.
Nachdem diese Prüfung stattgefunden hat wird bewertet, ob die Aussagen zum Argument schlüssig sind, welche von Ihnen für die Schlussfolgerung nötig sind und ob hier ggf. Aussagen aufeinander aufbauend (Aussagenkette) betrachtet werden müssen.

Da der Ersteller einer wissenschaftlichen Arbeit mit einer gewissen Gemütslage an der Ausarbeitung sitzt, kann es gut sein, dass die Objektivität eines der am schwersten einzuhaltenden Kriterien ist. Sie sollte ebenfalls wie die Ehrlichkeit als Grundlage für das Arbeiten mit der erstellten Arbeit dienen, ist aber nicht immer einfach einzuhalten. Beim Erstellen sollte also darauf geachtet werden, dass keine Gemütslagen und Vorlieben mit einbezogen werden. Der Leser sollte das Gefühl haben, eine „sachliche, vorurteilsfreie und so neutral wie mögliche“[7] Arbeit vor sich zu haben, um keine Angst vor Manipulationen zu haben.
Ein ungehindertes Arbeiten ist für den Leser nur dann möglich, wenn die wissenschaftliche Arbeit unabhängig von Persönlichem erstellt wurde und genügend Platz lässt, um den Gedanken des Lesers freien Lauf zu lassen. Sollten dennoch persönliche Ansätze oder Gedanken in der Arbeit enthalten sein, so sollten diese markiert werden, sodass die Qualität der Arbeit nicht gemindert wird.
Um die Objektivität sicher zu stellen, kann man die Arbeit von mehreren Gutachtern untersuchen lassen, nur wenn diese gemeinsam die Qualität bestätigen, ist dieses Kriterium erfüllt.

Wenn in einer Arbeit eigene und neue Leistungen erbracht werden, erhöht dies die Originalität der wissenschaftlichen Arbeit. Nicht immer sind neue Erkenntnisse in einer wissenschaftlichen Arbeit zu finden, doch zum Beispiel durch die Betrachtung aus einem besonderen Blickwinkel können gegebene Daten originell dargestellt werden. Obwohl oftmals eine Mindestanforderung für das Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten vorgeschrieben ist, sind Qualität und Originalität höher zu Bewerten als die Quantität einer wissenschaftlichen Arbeit.

Die Relevanz einer Arbeit ist dann gegeben, wenn neues Wissen geschafft, die Darstellung der neuen Erkenntnisse für das Fachgebiet dargestellt und die Wichtigkeit dieser Daten hervorgehoben wurde[8].Diese Fallstudie zum Beispiel bringt den Autoren eine intensive Auseinandersetzung mit dem Erstellen, Vermarkten und elektronischen Publizieren von wissenschaftlichen Arbeiten. Dies kann eine gute Voraussetzung für den weiteren Werdegang im beruflichen-, akademischen- und privaten Leben sein. Da diese Themen jedoch zahlreich in Veröffentlichungen jeglicher Form vorzufinden sind, hat diese Fallstudie eine geringe Relevanz für die Öffentlichkeit und eine deutlich höhere für die Autoren. Wie in dem Buch von Balzert, H. et al. geschrieben: „Relevant ist, was hohen Informationswert hat“[9]. Um eine wissenschaftliche Arbeit zu erstellen ist es sinnvoll wissenschaftliche Quellen zu verwenden, da diese in der Regel geprüft sind und so eine höhere Qualität und Zeitersparnis ausweisen als andere Quellen. Wichtig für die Weiterverwendung einer wissenschaftlichen Arbeit ist, die Arbeit überprüfbar zu gestalten (siehe Überprüfbarkeit unter Qualitätskriterien) und vor allem jede Betrachtungsweise von Argumenten mit aufzuführen, denn nur so kann ein Leser die Relevanz für seine Bedürfnisse weiterverwenden.

Unter Reliabilität versteht man die Genauigkeit und Stabilität der Messergebnisse. Beim Erstellen einer Arbeit gilt es also darauf zu achten, dass eine hohe Reliabilität gewährleistet ist. Denn jeder, der die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Arbeit überprüfen will, muss mit den gleichen Geräten zu denselben Ergebnissen kommen. Es ist also darauf zu achten keine veralteten, verunreinigten oder ungenaue Messinstrumente zu verwenden. Um die Qualität der Arbeit auch in der Reliabilität auf einem hohen Level zu halten, ist es oftmals sinnvoll Messungen zu wiederholen, zu überprüfen und mit vergleichbaren Geräten zu bestätigen.

Die Überprüfbarkeit einer wissenschaftlichen Arbeit ist dann gegeben, wenn der Leser bzw. der Gutachter alle dargestellten Daten überprüfen kann. Sei dies über die Quellenangaben, Versuchsnachbildungen oder Messwiederholungen. Der Autor sollte die Aussagen so gestalten, dass diese nicht nur bestätigt, sondern auch wiederlegt werden können. Um die Überprüfbarkeit beim Erstellen zu sichern, ist es hilfreich Gegenproben zu machen. Hierdurch wird die Qualität der Arbeit deutlich gesteigert. Durch Bilder, Grafiken, Übersichten und Tabellen kann das Verständnis des Dargestellten vereinfacht, verdeutlicht und so dem Leser näher gebracht werden. Auch die Begründung der praktizierten Vorgehensweise hilft bei diesem Punkt die Qualität zu steigern. Die Überprüfbarkeit ist ein sehr wichtiges Qualitätskriterium, denn nur was als überprüfbar gilt, wird als wissenschaftlich angesehen. Wissenschaftlich veröffentlichtes Material gilt als geprüft und wird als „vorläufig gesichert“ hinterlegt. Die Beschreibung „vorläufig gesichert“ wird verwendet, da niemals ausgeschlossen wird, dass sich etwas im Laufe der Zeit verändern kann.

Die Validität einer Aussage beschreibt dessen argumentatives Gewicht. So geht also eine hohe Validität mit der hohen Qualität der Aussagen einer wissenschaftlichen Arbeit einher. Hieran wird die Genauigkeit eines zu prüfenden Merkmals gemessen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Qualität von Stichproben. So kann die Aussage von den Bewohnern eines bestimmten Stadtgebietes nicht bedingungslos auf die gesamte Stadt bezogen werden, denn diese spiegeln nur einen gewissen Teil der Meinungen wieder. Generell ist darauf zu achten, dass Stichproben repräsentativ für das Gesamte stehen können und vor allem groß genug sind, um die Qualität hoch zu halten.


Der Leser bzw. Gutachter soll beim Lesen die Inhalte der Arbeit leicht verstehen können und schnell eine Übersicht gewinnen. Hierbei helfen insbesondere Verzeichnisse und Gliederungen sowie Grafiken und Veranschaulichungen. Aber auch die gesamte Darstellung der Arbeit ist ein wichtiges Kriterium für die Verständlickeit der Arbeit. Wissenschaftliche Arbeiten werden veröffentlicht, um Wissen zu vermitteln“[10], wobei vier wesentliche Bestandteile dazu beitragen, dies in einer verständlichen Form zu praktizieren. Zum Einen gibt es die Vollständigkeit der Arbeit, denn alles Beschriebene sollte so wiederzufinden sein, dass keine Fragen aufkommen können. Als nächstes ist das Layout ein wichtiger Punkt, der die Verständlichkeit unterstützt, denn wenn dieses stimmt fällt es dem Leser leichter, nicht die Übersicht in einer komplexen Arbeit zu verlieren. Der dritte wichtige Punkt ist die folgerichtige inhaltliche Struktur[11], welche in einer gewissen Form an dieser Darstellung wieder zu spiegeln ist:

  • Ausgangsproblem
  • Bedeutung für das Fachgebiet
  • Ziel der Arbeit
  • Aufstellungen von Hypothesen
  • Weiteres Vorgehen wird dokumentiert
  • Angabe der eingesetzten Methoden
  • Schlussfolgerung
  • Ausblick

Wenn diese Struktur in der Arbeit wiederzuerkennen ist, fällt es dem Leser leichter, den Argumenten zu folgen.
Als letztes ist die zweckmäßige sprachliche Aufbereitung als Punkte der Verständlichkeit zu nennen. Hier gilt es darauf zu achten, eine wissenschaftliche Arbeit einfach und verständlich darzustellen sowie Grafiken und Tabellen zur Unterstützung von komplexen Themengebieten anzuwenden. Auch kann es sehr hilfreich sein, die Arbeit von Freunden und/oder Bekannten durchlesen zu lassen um Missverständnisse frühzeitig auszuräumen.

Um die Nachvollziehbarkeit einer wissenschaftlichen Arbeit zu erhöhen sind in erster Linie die Qualitätskriterien einzuhalten. Generell kann man sagen, dass eine Arbeit erst dann als wissenschaftlich gilt, wenn der Leser den Inhalt und die Vorgehensweise erschließen kann [12]. Damit dies deutlich wird, wird im Folgenden kurz dargestellt, wie sich die Nachvollziehbarkeit auf die anderen Qualitätskriterien einer wissenschaftlichen Arbeit übertragen lässt.

  • Logische Argumentation und Nachvollziehbarkeit
    • Die logische Argumentation gilt als Grundlage für die Nachvollziehbarkeit einer wissenschaftlichen Arbeit!
  • Objektivität und Nachvollziehbarkeit
    • Wenn der Leser alle Seiten der Argumentationen der Arbeit dargestellt bekommt, kann dieser die Arbeit nachvollziehen, egal welche Meinung bei ihm oder dem Ersteller vorherrscht.
  • Relevanz und Nachvollziehbarkeit
    • Durch einen hohen Informationswert wird das Interesse des Lesers gesteigert.
    • Durch Praxisbezüge kann es dem Leser erleichtert werden, das Dargestellte auf sein eigenes Gedankengut wieder zu spiegeln.
  • Reliabilität und Nachvollziehbarkeit
    • Die in der wissenschaftlichen Arbeit dargestellten Angaben werden reproduzierbar dargestellt.
  • Überprüfbarkeit und Nachvollziehbarkeit
    • Es ist wichtig, dass es dem Leser leicht fällt, die enthaltenen Aussagen zu überprüfen. Dies kann durch Anhänge und nachvollziehbare Beschreibungen unterstützt werden.
  • Validität und Nachvollziehbarkeit
    • Genaue Beschreibungen helfen dem Leser und Autor zur Lösungsfindung.
    • Die Arbeit sollte so gestaltet werden, dass dem Leser keine Fragen unbeantwortet bleiben, die irgendwie in der Arbeit angesprochen werden.
  • Verständlichkeit und Nachvollziehbarkeit
    • Generell erhöht die Verständlichkeit die Nachvollziehbarkeit für den Leser.

2.1.2 Urheberrecht

Bei dem Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit ist es in der Regel erforderlich, sich mit Ergebnissen sowie den Bildern und Illustrationen anderer Autoren auseinander zu setzen. Da es hier schon verwertbare Aussagen und Ergebnisse gibt, die nicht unbedingt neu erfunden oder erarbeitet werden müssen, können diese übernommen werden, wenn hierdurch neue Ansichten oder neue Fragestellungen entstehen. Das Übernehmen solcher Informationen muss jedoch zwingend unter der Angabe der Quelle erfolgen, sodass der Leser die Arbeit nachvollziehen kann, wo diese Informationen herkommen. Im Urheberechtsgesetz (UrhG) sind die Beziehungen eines Autors zu seinem Werk sowie die Verwendungsmöglichkeiten dieser festgesetzt. Wobei es egal ist, ob die wissenschaftlichen Arbeiten als Druckversion, im Offline- Bereich oder zur Onlinenutzung bereit gestellt sind.
Wenn Bilder für eine wissenschaftliche Arbeit verwendet werden, so sind hier Lichtbildwerke, welche durch eine individuelle Gestaltung einen persönlichen Ausdruck verliehen bekommen, von einfachen Fotografien zu unterscheiden. Die durch Fotografie entstandenen Bilder unterliegen durch einen historischen Hintergrund besonderen Schutzmaßnahmen. Da die Erstellung von Fotografien in den Anfängen sehr material- und zeitaufwändig waren, erschienen diese besonders schützenswert und genau dies wurde im Urheberschutzgesetzt mit aufgenommen. Sie unterliegen einer Schutzfrist von fünfzig Jahren nach Veröffentlichung. Bei Lichtbildwerken hingegen hat der Urhebern, bzw. der Erbe bis siebzig Jahre nach dem Tod des Erstellers das Recht, die Verwendung und wirtschaftliche Verwertung festzulegen.
Bei dem Veröffentlichen einer wissenschaftlichen Arbeit über einen Verlag, werden die Rechteübertragungen und deren Eingrenzung in einem Verlagsvertrag zwischen Autor und Verlag festgehalten. Wobei hier meistens der Verlag für die Dauer der urheberrechtlichen Schutzfristen das ausschließliche Verwendungsrecht übertragen bekommt.
Nach §51 UrhG [13] ist es erlaubt, Teile eines wissenschaftlichen Werkes für die Erstellung einer eigenen wissenschaftlichen Arbeit zu verwenden. Das Einfügen fremder Bilder unterliegt bestimmten Spielregeln. Diese sehen wie folgt aus:

  • Es wird ein einzelnes Bild, keine Vielzahl verwendet.
  • Das zu verwendende Bild mit Zustimmung des Urheber veröffentlicht worden.
  • Das Bild wird unverändert eingefügt wird.
  • das Bild dient zur Erläuterung des Inhaltes.
  • Die Quellenangabe des Bildes werden fehlerfrei aufgeführt.
  • Bei Personendarstellungen, muss auf die Rechte des Abgebildeten geachtet werden, denn eine Veröffentlichung ist nur mit deren Zustimmung möglich.

Wenn ein Werk ordnungsgemäß zitiert wird, kann dies in wissenschaftlichen Werken jeder Art übernommen werden. Hier ist ein besonderes Augenmerk auf das elektronischen Archivieren gerichtet, denn hier muss jede kommerzielle Zwecksetzung ausgeschlossen werden.
Da es bei verschiedenen Werken und deren Teilinhalte unterschiedliche Schutzfristen gibt, sollte beachtet werden was nach Ablauf der Schutzfristen mit den Informationen geschieht: Die Werke gelten nach Ablauf der Schutzfirst als gemeinfrei und können uneingeschränkt verwendet werden, wobei es hier durch die Rechte eines Verlags zu individuellen Abweichungen kommen kann.

2.2 Formen wissenschaftlicher Arbeiten

Im Folgenden werden die verschiedenen Formen von wissenschaftlichen Arbeiten, wie sie in einer wissenschaftlichen Ausbildung vorkommen können, erläutert. Sie sind der „Größe“ nach geordnet, wobei bei der „kleinsten“ Arbeit begonnen und mit der umfangreichsten geendet wird. Generell kann man sagen, dass mit dem wachsenden Umfang der Arbeit auch der Grad der Selbstständigkeit und der Forschungsaufwand wächst. Generell haben alle hier aufgeführten Arbeiten dieselben Anforderungen, nur ist deren Gewichtung unterschiedlich zu bewerten. Um dies deutlich zu machen, werden die unterschiedlichen Formen einer wissenschaftlichen Arbeit nach deren Erläuterung in einer Tabelle gegenübergestellt. Wissenschaftliche Arbeiten wie eine Monografie, die nicht zwingend zur Erreichung eines akademischen Abschlusses erstellt werden, werden in diesem Abschnitt nur kurz erläutert und anschließend mit in der Tabelle aufgeführt. Bei dieser ist jedoch keine bestimmte Sortierung vorgenommen worden.

Die eigentlich „kleinste“ Form einer wissenschaftlichen Arbeit ist ein Praktikumsbericht eines Studenten. Auch wenn diese Form generell nicht den Anforderungen einer wissenschaftlichen Arbeit entsprechen muss, so wird dies in Hochschulen jedoch meistens erwartet, denn hier Verarbeitet ein Student sein theoretisches Wissen mit praktischem handeln.

Auch eine Seminarausarbeitung muss nicht zwingend in der Form einer wissenschaftlichen Arbeit erstellt werden. Da hier jedoch Kommilitonen andere Kommilitonen unterrichten ist hier Genauigkeit und Überprüfbarkeit der Arbeit gefordert. Neben der Präsentation verwendet der Dozent auch die schriftliche Ausarbeitung des Erarbeiteten zur Benotung der Studenten, sodass auch hier das Einhalten der Qualitätskriterien einer wissenschaftlichen Arbeit zur besseren Benotung führen kann.

Die Hausarbeit ist oftmals die erste wissenschaftliche Arbeit, die ein Student erstellt. Hausarbeiten können von beiden Seiten als positiv bewertet werden, denn zum Einen können sie Klausuren ersetzen und zum Anderen sind sie eine gute Vorbereitung auf die Abschlussarbeiten für einen angestrebten akademischen Grad. Zwar haben Hausarbeiten in der Regel einen geringeren Umfang als Abschlussarbeiten, dennoch unterliegen sie denselben Anforderungen und weisen in einigen Fällen schon kleine Forschungsaspekte auf.

Die nächst größere wissenschaftliche Arbeit ist eineProjektarbeit, wobei es darum geht eigene Entwicklungsleistungen in einen wissenschaftlichen Rahmen zu bringen. Hier geht es nicht primär darum irgendetwas komplett neu zu erfinden, sondern eher um die Aufgabe vorhandene Informationen so zu verarbeiten, dass hieraus neue Erkenntnisse gewonnen werden können. Die Kreativität des Autors ist gefragt, also wie kritisch er sich mit der Ausarbeitung auseinandersetzt. Ein Umfang für eine Projektarbeit ist schwer festzulegen, dass dies sehr Themenspezifisch variieren kann. Es gilt zu beachten: Qualität geht vor Quantität.

Die Bachelorarbeit, auch Bachelor-Thesis genannt, ist die letzte wissenschaftliche Arbeit, die ein Student für seinen Abschluss zum Bachelorstudiengang schreiben muss. Hier wird ein Thema des Studienfachs eigenständig erarbeitet und dokumentiert. Folgender Ablaufplan soll kurz darstellen, was bei einer Bachelorarbeit zu beachten ist:

  • Suchen und finden eines geeigneten Fachthemas. Wenn es einem Studenten schwer fällt, ein geeignetes Thema zu finden, helfen hier die Dozenten in der Regel weiter, jedoch hat sich gezeigt, dass das Erstellen einer Bachelorarbeit mit eigenem Thema empfindungsgemäß einfacher gelingt.
  • Ein Student sollte sich überlegen, welches Fach ihn besonders interessiert, welche Fachliteratur es zu diesem Thema gibt und ob es für ihn interessante Fragestellungen gibt, auf welcher die Bachelor-Thesis aufgebaut werden kann.
  • Es sollte vor der Festlegung auf ein Thema klar gestellt werden, welche Relevanz diese Fragestellung für das Studienfach hat.
  • Der Student sucht sich einen passenden Betreuer (Dozenten), der ihn bei der Ausarbeitung des Themas unterstützen kann.
  • Es wird ein Zeitplan erstellt und die Arbeit kann beginnen.

Bei Erstellen der Arbeit ist darauf zu achten, dass alle Qualitätskriterien eingehalten und nachvollziehbar umgesetzt werden.

Mit einer Diplomarbeit konnte man den, bis zur Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen, meistverliehensten akademischen Grad – das Diplom – erreichen. Dieser war neben „Magister, Staatsexamen und anderen, vergleichbaren Abschlüssen, […] der erste und gleichzeitig einzige Akademische Grad unterhalb der Promotion“[14]. Beim Erstellen einer Diplomarbeit sind ebenfalls alle Anforderungen an eine wissenschaftliche Arbeit einzuhalten. Ein wesentlicher Unterschied zur Bachelorarbeit ist der größere Umfang sowie eine höhere Anforderung an Selbstständigkeit und Forschungsarbeit.

DieMasterarbeit hat die Diplomarbeit abgelöst und unterscheidet sich in den Anforderungen nicht wesentlich von einer Diplomarbeit. Einzig nennenswerter Unterschied ist die etwas höher gesetzte Anforderung an den einzubringenden Forschungsanteil. Der Masterabschluss baut auf vorherige Abschlüsse wie dem Bachelor oder dem Diplom auf und unterliegt in einigen Ländern der EU denselben Standards.

Als letztes ist die Dissertation zu nennen, welche zur Erreichung eines Doktortitels eingereicht wird. Hierbei handelt es sich um die Dokumentation einer selbstständigen wissenschaftlichen Leistung mit einem hohen Anteil an Selbstständigkeit und Forschungsaufwand. Diese kann schon vor Einreichung ganz oder teilweise veröffentlicht sein und muss nicht zwingend von nur einer Person stammen. Wenn es sich jedoch um eine gemeinschaftliche Forschung handelt, ist die zu bewertende Leistung der Arbeit zur Erreichung eines Doktortitels deutlich zu kennzeichnen. Bei der Erstellung sind auch hier alle oben genannten Qualitätsmerkmale zu beachten und es muss eine eidesstattliche Erklärung angehangen werden, aus welcher hervor geht, dass die Arbeit selbstständig erstellt wurde und die Vorschriften eingehalten wurden. Zusätzlich wird hier oftmals ein kurzer Lebenslauf des Bewerbers verlangt, aus welchem insbesondere der wissenschaftliche Werdegang ersichtlich wird.

Lexikonartikel können auf zwei Arten erfolgen, zum Einen durch die Aufforderung durch den Verlag, zum Anderen durch ein Angebot eines Wissenschaftlers, welcher sich zu einem bestimmten Thema äußern möchte.

Wenn mehrere Wissenschaftler zu einem Themenkomplex Texte verfassen können diese in sogenannten Sammelbänden veröffentlicht werden. Hierbei kommen in der Regel die Herausgeber auf den gewünschten Autor zu.

Bei Kritiken hingegen ist es oftmals so, dass hier der Wissenschaftler selbst auf den Herausgeber eines bestimmten Textes zu geht, um hier eine „Rezension“ zu veröffentlichen.

Umfangreiche Beiträge, welche neue Erkenntnisse liefern, werden oftmals als Artikel in wissenschaftlichen Journalen veröffentlicht. Hier wird sehr großer Wert auf die Qualitätsmerkmale gelegt. Hier können Qualitätssicherrungen (siehe Kapitel „Anforderungen und Qualitätskriterien“ sowie „Vermarktung“) bis zu 7 Jahre andauern bevor der Artikel veröffentlicht wird. Die Texte für solche Artikel werden durch Werbung, Mailinglisten auf welche Wissenschaftler sich bewerben, aber auch durch persönliche Ansprachen eingeholt.

Artikel in wissenschaftlichen Konferenzbändern haben in etwas denselben Umfang wie Artikel in wissenschaftlichen Journalen, jedoch ist hier ggf. ein fixer Termin für die Qualitätskontrolle vorgesehen. Denn diese Artikel müssen ggf. vor der betreffenden Konferenz fertig gestellt sein. Nach erfolgreicher Bewerbung eines Wissenschaftlers werden hier dann die weiteren Bedingungen mit dem Herausgeber geklärt.

Als letztes werden Monographien vorgestellt. Hierbei handelt es sich um sogenannte Lehr- oder Handbücher. „Hier wird ein Problembereich systematisch und abgeschlossen meist sehr umfangreich dargestellt“[15]

Im Folgenden werden die wesentlichen Unterschiede der Formen von wissenschaftlichen Arbeiten in einer tabelle Dargestellt um schnell einen Überblick zu bekommen

Praktikums-
bericht
Seminar-
arbeit
Haus-
arbeit
Projekt-
arbeit
Bachelor-
arbeit
Diplom-
arbeit
Master-
arbeit
Disser-
tation
Lexikon-
artikel
Sammel-
bände
Rezension Artikel in wiss. Journalen Artikel in wiss. Konferenz-
bänden
Monograpie
Deckblatt Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja fall erforderlich ja Ja Ja Ja Ja
Inhaltsübersicht Nein Nein Nein Nein Nein Nein Nein evtl. Nein evtl. Nein Nein evtl. Ja
Inhaltsverzeichnis Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Textteil Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja
Anhänge falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich
Verzeichnisse
(Abkürzungs-, Abbildungs-,
Tabellen-, Formel-,
und Symbolverzeichnisse)
Nein Nein evtl. Nein evtl. evtl. evtl. evtl. evtl. evtl. evtl. evtl. evtl. evtl.
Literaturverzeichnis evtl. Ja Ja evtl. ja Ja Ja Ja ja Ja Ja ja Ja Ja
Sachindex Nein Nein Nein Nein evtl. evtl. evtl. evtl. Nein evtl. evtl. evtl. evtl. evtl.
Ehrenwörtliche oder
Eidesstattliche Erklärung
falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich falls erforderlich
Berarbeitungzeit einige Wochen parallel zu
1 Semester
parallel zu
1 Semester
1 bis 3 Monate 3 Monate 6 Monate 6 Monate mehrere Jahre meist wenige
Monate
Anforderung
des Verlags
Anforderung
des Verlags
Anforderung
des Verlags
Anforderung
des Verlags
mehrere Jahre
Umfang
Textseite
5 bis 15
Seiten
5 bis 15
Seiten
15 bis 30
Seiten
10 bis 50
Seiten
30 bis 80
Seiten
60 bis 120
Seiten
60 bis 120
Seiten
100 bis 250
Seiten
Anforderung
des Verlags
Anforderung
des Verlags
Anforderung
des Verlags
Anforderung
des Verlags
Anforderung
des Verlags
keine genauen
vorgaben

In Anlehnung an: Balzert, H. et al. (2010), Seite 152 & 154[Tabelle 1] Formen von wissenschaftlichen Arbeiten im Vergleich

3 Elektronisches Publizieren

Im Folgenden wird zunächst der Begriff der elektronischen Publikation erklärt und anschließend ein kurzer Einblick in die Geschichte gewährt.

3.1 Begriffsklärung

"Publizieren bezeichnet einen indirekten, räumlich und zeitlich entkoppelten Kommunikationsprozess, der über ein Artefakt, die Publikation, vermittelt wird. Nicht jedes Dokument, das erstellt, und nicht jede Information, die verbreitet wird, ist eine Publikation."[16] Dem zufolge hat das Publizieren bestimmte Kriterien zu erfüllen. Eine wissenschaftliche Arbeit, die nur für eigene Zwecke verfasst und nicht der Öffentlichkeit vorgestellt wird ist also keine Publikation. Hingegen sind z.B. urheberrechtlich geschützte Werke der Literatur und Kunst, die aus einer persönlichen geistigen Schöpfung resultieren und veröffentlicht wurden, Publikationen.

Abbildung 1: Publikationsprozess
Abbildung 1: Publikationsprozess

Der Publikationsprozess lässt sich nach Riehm et al. in folgende Phasen aufteilen[17]:

  • Kreation
  • Selektion
  • Redaktion
  • Produktion
  • Vertrieb
  • Rezeption
  • Zugänglichmachung und
  • Aufbewahrung (Speicherung)

Dem Publikationsprozess selbst ist also zunächst die Wissensforschung und damit das Erarbeiten eines Themas vorangestellt. Anschließend erfolgt die Bewertung, Interpretation sowie das Verfassen der gesammelten Ergebnisse in schriftlicher Form. Wird dieses geistige Werk nun veröffentlicht und z.B. an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit von einer anderen Person auf der Welt gelesen so ist der indirekte Kommunikationsprozess der Publikation eingeleitet. Nun kann der Leser selbst, das aus der Publikation erworbene Wissen unter bestimmten Voraussetzungen und Anforderungen (siehe Kapitel 2.1) in einer eigenen Arbeit verwenden und publizieren. Dieser Prozess der Fachkommunikation dient dem Informationsaustausch in der Wissenschaft sowie der Qualitätskontrolle der wissenschaftlichen Arbeit. Durch die Rezeption, Verwertung und der entsprechenden Kritik innerhalb der Prozesskette kann also die Qualität des Werkes sichergestellt werden.

Die elektronische Publikation hingegen unterscheidet sich lediglich in der Form der genutzten technischen Hilfsmittel und des Datenträgers. Darunter fällt zum Beispiel die Hardware, Software sowie die daran geknüpfte Netzinfrastruktur. Zusätzlich können in die elektronische Publikation digitale Medien wie z.B. Audio, Video, Animationen, Grafiken, usw. integriert werden. Sie ist also eine computerbasierte Form der allgemeinen Publikation. In jeder einzelnen Phase des Publikationsprozesses können beim elektronischen Publizieren digitale Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Ungeachtet der Form des Datenträgers ist die wissenschaftliche Publikation von großer Bedeutung. "Die Ergebnisse wissenschaftlicher Bemühungen, die Erträge der Forschung, sind Teil der gesellschaftlichen Fortentwicklung und bedürfen der Verbreitung und Veröffentlichung.“ [18] Die wissenschaftliche Publikation dient also der Wissenserweiterung, Forschung und Speicherung gesammelter geistiger Werke.

3.2 Historischer Wandel von der Print-Publikation zur elektronischen Publikation

Mit dem technischen Fortschritt sind Möglichkeiten geschaffen worden, die vor hunderten von Jahren noch als Utopie bezeichnet wurden. Dabei hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Entwicklung des Buchdrucks die Welt damals entscheidend verändert hat, doch mit dem Durchbruch in der Computertechnologie und dem dadurch ermöglichten Einsatz der digitalen Medien ist eine weitaus wichtigere und bedeutendere Veränderung eingetreten.

3.2.1 Bedeutung des Buchdrucks

http://www.gutenbergdigital.de/bibel.html:  Abbildung 2: Beginn des Buches Genesis
http://www.gutenbergdigital.de/bibel.html: Abbildung 2: Beginn des Buches Genesis

Mit der bahnbrechenden Erfindung des Buchdrucks ist ein gravierender Schritt in Richtung Fortschritt getan worden. Eine weltweite Berühmtheit erlangte der Buchdruck über Johannes Gutenberg (um 1400 - 1468) durch den Druck seiner berühmten Bibel 1452 bis 1455 in Mainz. Tatsächlich war die Druckkunst bereits Jahrhunderte vor Gutenbergs Geburt in Ostasien bekannt. In China fand das System der beweglichen Lettern bereits Verwendung und wurde in Korea fast zeitgleich mit Gutenbergs Erfolg weiterentwickelt.

"Der Buchdruck neigte dazu, die Sprache von einem Mittel der Wahrnehmung zu einer tragbaren Ware zu verändern. Der Buchdruck ist nicht nur eine Technologie sondern selbst ein natürliches Vorkommen oder Rohmaterial wie Baumwolle oder Holz oder das Radio; und wie jedes Rohmaterial formt es nicht nur die persönlichen Sinnesverhältnisse, sondern auch die Muster gemeinschaftlicher Wechselwirkung."[19] Der Buchdruck brachte also einen enormen Wandel in allen Bereichen des Lebens mit sich. Hierzu gehören zum Beispiel die Veränderungen im Bildungssystem, der wissenschaftlichen Informationsversorgung und der Wissensaneignung in Universitäten. Durch den Buchdruck war es möglich wissenschaftliche Werke in weitaus kürzerer Zeit und in größerer Menge zu publizieren. Hinzu kommt die dadurch geschaffene Möglichkeit der schnelleren Verbreitung in der Bevölkerung. Früher erhielten nur bestimmte Personen Zugriff auf Literatur, doch durch den Buchdruck bekam auch die allgemeine Bevölkerung Zugang zu Wissen und lernte das Lesen und Schreiben. Es kam zur zunehmenden Alphabetisierung der Öffentlichkeit. Der Buchdruck hat also einen signifikanten Beitrag zur Bildung der Menschen beigetragen. Ohne den Buchdruck wäre der technische Fortschritt den wir in den vergangenen Jahrhunderten erlebt haben, in dieser Form undenkbar.

3.2.2 Entstehung digitaler Medien

Mit dem Buchdruck wurde der Grundstein für einen schnelleren und effektiveren Informationsaustausch in der Wissenschaft gelegt. Doch mit der Entwicklung der Computertechnologie haben sich weitere Türen geöffnet, die das menschliche Leben in jeder Form beeinflusst.

Noch Ende des 19. Jahrhunderts basierte die Datenverarbeitung auf Lochkarten-Systemen. Bis zu den 60er Jahren wurden Texte noch mit der Schreibmaschine getippt. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts gab es eine enorme Steigerung beim wissenschaftlichen Publizieren. Zunächst wurden wissenschaftliche Werke auf neu entwickelten Großrechnern erzeugt. Mit der Einführung von Personalcomputern in den 80er Jahren wurde eine weitere Möglichkeit der EDV-gestützten Produktion von wissenschaftlichen Arbeiten geschaffen. Ab den 90er Jahren kam der Personalcomputer fast in allen Unternehmen sowie Haushalten zum Einsatz. Aber erst mit der Entwicklung der Vernetzung durch das Internet ab ca. 1990 wurde der einfache Weg zum schnelleren Informationsaustausch geschaffen. Mit der rasanten Entwicklung des internationalen Netzwerkes sowie der Personalcomputer befinden wir uns nun in einem digitalen Informationszeitalter in der nahezu keine technischen Schranken mehr existieren.

Die Möglichkeiten, die sich daraus für die wissenschaftliche Arbeit ableiten wird von Klaus Fuchs-Kittowski wie folgt beschrieben[20]:

  • neue Methoden der formalen Repräsentation
  • neue Formen der Verfügbarmachung von Daten
  • neue Formen technisierten Wissens
  • neue Formen der Organisation wissenschaftlicher Arbeit
  • neue Formen ambivalenter primärer und sekundärer Wirkungen der Informations- und Kommunikationstechnologien – z.B. neue Wissensordnung
  • neue Anwendungen im Bereich der Wissenschaft und Bildung, z.B. in Medizin, Umweltforschung sowie Verkehr, vor allem im Bereich der Information und Dokumentation, im Bibliothekswesen
  • neue Gesichtspunkte in der Methodologie der Wissenschaften, für die Wissenschaftsethik, für die Verantwortung des Wissenschaftlers.


Die elektronische Datenverarbeitung und das Internet haben also einen enormen Einfluss auf die Aufbereitung und Distribution der Forschungsarbeit. Zudem können mit dem Einsatz von digitalen Medien wissenschaftliche Dokumente z.B. interessanter und verständlicher gestaltet werden. Zudem ist das Verarbeiten und Vervielfältigen der Dokumente einfacher und kostengünstiger als in der Vergangenheit. Das elektronische Publizieren von wissenschaftlichen Arbeiten bringt jedoch auch Gefahren in Bezug auf die Qualitätskriterien, denen sie unterliegen mit sich. Die Auswirkungen der elektronischen Publikation auf wissenschaftliche Arbeiten werden im nächsten Kapitel genauer erläutert.

3.3 Auswirkung von elektronischem Publizieren auf wissenschaftliche Arbeiten

„Hohe Rechen- und Kommunikationsleistungen, entsprechende Graphikfähigkeit, ein differenziertes Modell der Mensch-Computer Interaktion und leistungsfähige Betriebssysteme werden durch den dezentralen, arbeitsplatzbezogenen und vernetzten Einsatz der Informationstechnologien unmittelbar in den wissenschaftlichen Arbeitsprozess integriert.“ [21] Die Einführung des elektronischen Publizierens bringt also in vielerlei Hinsicht Veränderungen für die wissenschaftliche Arbeit mit sich.

Im Folgenden werden die einzelnen Modifikationen, die sich innerhalb der Prozesskette des wissenschaftlichen Publizierens ergeben, aufgezählt:

  • Multimediaeinsatz

Die wissenschaftlichen Werke können durch das Integrieren von multimedialen Hilfsmitteln wie z.B. Audio, Video aufgewertet werden.

  • Sparpotenzial

Durch die Internettechnologie können Publikationen schneller und kostengünstiger veröffentlicht werden. Der Weg über den Verlag, den Buchhandel und die Bibliothek kann umgangen werden. Ob es in letzter Konsequenz in dieser Form erfolgt hängt von vielen Faktoren (Qualitätskriterien, Vertriebskanäle usw.) ab.

  • Qualität

Mit dem Einsatz diverser Datenverarbeitungsprogramme kann die Qualität generierter wissenschaftlicher Dokumente verbessert werden. Zudem ist es möglich die wissenschaftlichen Werke mehrfach zu verwenden. Hinzu kommt die Möglichkeit der nahezu verlustfreien Anfertigung von Kopien.

  • Kapazitäten

Die heutzutage verfügbaren enorm großen digitalen Speicher heben die Grenzen für den Umfang der wissenschaftlichen Dokumente auf. Die elektronische Aufbewahrung von riesigen Datenbeständen stellt ebenso kein Problem mehr dar.

  • Zugriff

Die weltweite Vernetzung durch das Internet bietet die Chance des unmittelbaren und in den meisten Fällen auch freien Zugriffs auf die Ergebnisse der Forschungsarbeiten unterschiedlicher Herkunft. Außerdem können Informationstechnologien zur Informationsrecherche, Informationsbereitstellung und Informationsverbreitung genutzt werden.

  • wissenschaftliche Zusammenarbeit

Die internationale Vernetzung aller Orte auf der Welt ermöglicht die Überbrückung von Raum und Zeit. Resultierend daraus können Wissenschaftler auf der ganzen Welt ohne im selben Raum anwesend zu sein zeitnah und einfach zusammenarbeiten. Hierbei können Telekooperationssysteme wie Video-, Audio- und Application-Sharing-Programme zur Kommunikation genutzt werden. Durch die Schnelligkeit des Internets sind dem Austausch von Wissen und der gemeinsamen Forschungsergebnisse keine Grenzen gesetzt.

  • Prozessbeschleunigung

Basierend auf der Überbrückung von Raum und Zeit mit Hilfe der Internettechnologien und der damit verbundenen optimierten wissenschaftlichen Zusammenarbeit werden Prozesse innerhalb der wissenschaftlichen Fachkommunikation verkürzt und verbessert.

  • Virtualisierung

Der computergestützte Wissenschaftlerarbeitsplatz ermöglicht die Virtualisierung aller bereits existierenden wissenschaftlichen Werke in Papierform. Diese können in eine digitale Form überführt werden. Zudem können wissenschaftliche Einrichtungen wie Universitäten, Bibliotheken ebenfalls virtualisiert werden. Basierend auf all diesen genannten Veränderungen, die das elektronische Publizieren mit sich bringt, befindet sich die Kultur der wissenschaftlichen Arbeit in Verbindung mit einem wirtschaftlichen Umdenken in einem tiefgreifenden Wandel.[22]

Allein die Online-Verfügbarkeit von wissenschaftlichen Arbeiten hat in vielerlei Hinsicht (Recherche, Verbreitung, Rezeption) immense Einflüsse. So wurde diese Möglichkeit einigen bekannten Persönlichkeiten zum Verhängnis. Zudem gibt es auch Probleme, die das elektronische Publizieren mit sich bringt. Darunter fällt zum Beispiel der Schutz der Privatsphäre, der Datensicherheit und des Urheberrechts sowie die Möglichkeit der Manipulation der elektronischen Dokumente. Bei der Selektion von Informationen für die Forschungsarbeit steht man zudem einer Informationsflut entgegen, die die Übersichtlichkeit einschränken kann.

4 Entstehung weiterer Publikationsformen

Mit dem digitalen Informationszeitalter hat sich die Forschungssituation wie bereits erläutert enorm verändert. Im Folgenden werden einige, der aus den neuen technischen Möglichkeiten entstandenen neuen Publikationsformen, darunter auch Modelle des kostenlosen Zugangs zu wissenschaftlichen Arbeiten (Open Access), beschrieben.

4.1 Elektronische Nachschlagewerke

Unter elektronischen Nachschlagewerken versteht man Publikationen mit strukturiertem Inhalt und systematischer Anordnung. Sie dienen in erster Linie der Informationssuche. Beispiele für Nachschlagewerke sind unter anderem Lexika, Wörterbücher, Kataloge, Adressverzeichnisse, Bibliografien. Zahlreiche Nachschlagewerke sind im Internet zu finden. Sie können aber auch auf CD-ROM oder DVD erworben werden. Elektronische Nachschlagewerke gehören zu den ersten elektronischen Publikationen.

Seit 1971 wird zum Beispiel durch den Verlag des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels das Verzeichnis lieferbarer Bücher (VlB) herausgegeben. Es enthält über 1,2 Millionen deutsch- und fremdsprachige Titeleinträge. Bereits im Jahre 1989 konnte das VlB auf CD-ROM erworben werden. Heute ist es für bestimmte Nutzer, wie Verleger und Buchhändler auch im Internet verfügbar. Ein weiteres Beispiel ist das Universallexikon Encyclopædia Britannica, welche bereits 1981 beim Datenbankanbieter Mead Data Central kostenpflichtig als Volltextversion zur Verfügung stand. Die Britannica war bereits 1994 auf CD-ROM sowie im Internet verfügbar.

4.2 Elektronische Zeitungen

Elektronische Redaktions- und Produktionssystemen waren bereits 1970 verfügbar. Die erste deutsche Tageszeitung, die ihren vollständigen Inhalt im Internet kostenfrei zur Nutzung bereitgestellt hat war die „taz“. Heute gibt es kaum eine Zeitung, die keine Online-Version besitzt. Da die Kosten für die Onlineredaktion nicht allein durch Werbung getragen werden können gibt es laut Riehm et al. eine Vielfalt von Strategiemöglichkeiten [23]

  • Kostenfreie Verfügbarkeit der aktuellen Artikel und kostenpflichtige Archivrecherche
  • Kostenpflichtige Verfügbarkeit von Artikeln aus Wochenmagazinen vor Veröffentlichung
  • Kostenfreier Zugang zum Internetangebot nur für Abonnenten der Druckversion
  • Internetpublikation mit zusätzlichen Möglichkeiten wie z.B. Multimediaeinsatz, mehr Hintergrund- und Serviceinformationen usw.
  • Original-Seitlayout der elektronischen Druckversion
  • Einsatz von Suchmaschinen zum Bereitstellen einer individuellen Artikelsammlung

Anscheinend haben sich die Strategien erfolgreich umsetzen können, da elektronische Zeitungen heute in fast jeder Form (Handy-Apps, Desktop-Gadgets) zur Verfügung stehen. Auch wenn die elektronische Zeitung zunächst als Konkurrenz zur herkömmlichen Zeitung angesehen wurde, so bleibt die Druckversion jedoch weiterhin erfolgreich bestehen.

4.3 Elektronische Bibliotheken

Nach einem Lehrbuch der Bibliotheksverwaltung [ist] „Die Bibliothek [..] eine Einrichtung, die unter archivarischen, ökonomischen und synoptischen Gesichtspunkten publizierte Information für die Benutzer sammelt, ordnet und verfügbar macht“[24]. Zunächst einmal gibt es keine Eingrenzung der Art der Publikation. Eine elektronische Bibliothek besitzt also keine großen grundsätzlichen Veränderungen in ihrer Funktion zur klassischen Bibliothek. Der literarische Bestand der Bibliotheken kann jederzeit online eingesehen werden. Im Gegensatz zur klassischen Bibliothek umfasst sie also auch Publikationen in elektronischer Form. Die elektronische Bibliothek stellt nach Umstätter zusätzlich zum bibliographischen Dokumentennachweis auch die Volltextsuche nach Dokumenten zur Verfügung. "Sie erweist sich damit als eine viergegliederte Bibliothek."[25].

Mit dem Durchbruch des Electronic Publishing sind im Laufe der Zeit zahlreiche elektronische Bibliotheken entstanden, die ihre eigenen Dokumenten-Server besitzen und auch eine Rolle als Hochschul-Verlag einnehmen können. Dabei werden elektronische Zeitschriften mit den Forschungsergebnissen der Wissenschaftler in elektronischer Form verwaltet und mitunter der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein Beispiel hierfür ist die Universitätsbibliothek Regensburg mit eigenem Publikationsserver. Mittlerweile kann man nicht nur auf Zeitschriften und wissenschaftliche Arbeiten über die digitalen Bibliotheken zugreifen, sondern erhält auch Zugang zu elektronischen Büchern. Der klassische Weg über den Verlag kann unter Umständen auch übergangen werden. Die elektronischen Bibliotheken nehmen zusehends eine wichtige Rolle beim Publikationsprozess ein. Da aber wissenschaftliche Publikationen wie Artikel über Forschungsergebnisse bevorzugt in Zeitschriften veröffentlicht werden, die eine große Lesergemeinschaft besitzt, werden Verlage weiterhin existieren.

4.4 Elektronische Zeitschriften

Eine elektronische Zeitschrift auch E-Journal oder E-Paper genannt, ist nach Umstätter „eine periodisch erscheinende Publikation, die Informationen (noch nicht publizierte Nachrichten) zu bestimmten Themen präsentiert. Wenn sie professionell begründete Informationen anbietet, ist es eine wissenschaftliche Zeitschrift, da Wissenschaft die Erzeugung von Wissen als begründeter Information ist, das noch nicht publiziert worden ist.“ [26] Online Versionen von bereits gedruckten Zeitschriften wären in diesem Fall keine elektronischen Zeitschriften.

Die Zeitschrift als Medium stellt ein wichtiges Instrument für die wissenschaftliche Arbeit dar, da sie eine wichtige Grundlage für die wissenschaftliche Fachkommunikation darstellt. Sie bietet die Möglichkeit der schnellen und prägnanten Verbreitung und Rezeption von Wissen. Erste elektronische Zeitschriften waren bereits in den späten achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts verfügbar. Das Aussehen und die Struktur der elektronischen Zeitschrift differenzieren sich nicht von der gedruckten Zeitschrift. Ein Teil der Kosten der Erstellung von Zeitschriften wird über die Werbung innerhalb der Zeitschrift gedeckt. In vielen wissenschaftlichen Bereichen hat sich die elektronische Zeitschrift mittlerweile dank des Internets und der damit verbundenen Kostenreduktion bei der Veröffentlichung sowie schnelleren Verfügbarkeit etabliert. Nach Riehm et al. [ist] "das Geschäft mit Zeitschriften, egal ob gedruckt oder elektronisch, [..] für die großen wissenschaftlichen Verlage eine der wesentlichen Einnahmequellen"[27]. Mitte der 90er Jahre gab es allerdings enorme Preissteigerungen bei den Print-Zeitschriften, die als Zeitschriftenkrise bezeichnet wurde. Infolgedessen wurden viele Abonnements gekündigt. Im Gegenzug und als möglichen Ausweg aus der Zeitschriftenkrise wurde die Open-Access-Bewegung ins Leben gerufen.

Die Budapester Open Access Initiative beschreibt Open Access wie folgt:

"Open Access meint, dass diese [= die wissenschaftliche, Anm. d. Red.] Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden sind. In allen Fragen des Wiederabdrucks und der Verteilung und in allen Fragen des Copyright überhaupt sollte die einzige Einschränkung darin bestehen, den jeweiligen Autorinnen und Autoren Kontrolle über ihre Arbeit zu belassen und deren Recht zu sichern, dass ihre Arbeit angemessen anerkannt und zitiert wird."[28]

Das Open Access hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich durchsetzen können. Mittlerweile gibt es sehr viele Open Access Plattformen wie z.B. Google-Scholar oder BASE, die den Zugang oder die Suche zu elektronischen Zeitschriften aus allen Wissenschaftsbereichen (Naturwissenschaft, Technik, Medizin, usw.) ermöglichen. Zusätzlich sind in den letzten Jahren auch zahlreiche elektronische Open Access Zeitschriften entstanden, die auf entsprechenden Dokumenten-Servern ins Netz gestellt werden.

Zusammenfassend wird auf Grund der schnellen Verfügbarkeit und der besseren Recherchemöglichkeit E-Journals im Wissenschaftlerkreis mit Vorrang konsumiert und gleichzeitig auch als Mittel zur Publikation der eigenen wissenschaftlichen Erkenntnisse bevorzugt verwendet. Insbesondere werden elektronische Zeitschriften von Bibliotheken abonniert und den Dozenten und Studenten zur Verfügung gestellt.

4.5 Elektronische Bücher

Elektronische Bücher auch E-Books genannt sind Bücher in digitaler Form und unterschiedlichen Formaten. Von der Struktur her besitzen sie keine großen Unterschiede zur gedruckten Form. Die elektronischen Bücher können zum Beispiel Animationen enthalten und zusätzliche Funktionen wie Vorlesen, Blättern, per Lesezeichen markieren usw. bieten.

Es gibt sogenannte E-Book-Reader oder spezielle Software für den Computer, Tablet-PC oder Smartphone, um elektronische Bücher lesen zu können. Hierbei sind Lesegeräte wie z.B. der Kindle-Reader von Amazon oder der E-Book-Reader von Thalia besonders beliebt. Es gibt aber auch zahlreiche Plattformen, die die klassischen Bücher im Original in elektronischer Form zur Verfügung stellen.

Große Popularität haben E-Books vor allem in den USA. Laut Amazon.com wurden allein im April 2011 in den USA mehr elektronische Bücher verkauft als gedruckte Bücher[29]. In Deutschland ist die Nachfrage gemessen an den USA nicht ansatzweise so hoch. Ein Grund dafür könnten auch die hohen Preise der E-Book-Reader sein. Die Prognose lautet aber, dass die Nachfrage auch in Deutschland zukünftig steigen wird, da E-Books sehr viele Vorteile bieten. Sieht man von den Anschaffungskosten für die E-Book-Reader ab, sind die Preise der elektronischen Bücher meist geringer als die der gebundenen Ausgaben. Zusätzlich sind zahlreiche kostenlose Werke im Internet verfügbar. Außerdem wird kein großer Stauraum für die Bücher benötigt, da man sehr viele Bücher gleichzeitig speichern kann. Es gibt in der Regel keine Wartezeiten bei der Anschaffung, da sie direkt heruntergeladen werden können. Für die Forschungsarbeit spricht zusätzlich die Suchfunktion der E-Book-Reader. Da das Gewicht von E-Book-Reader ziemlich gering ist, können sie problemlos überall hin mitgenommen werden. Weiterhin ist der Gebrauch von elektronischen Büchern im Gegensatz zur gedruckten Version umweltfreundlicher, da kein Papier benötigt wird. Nichts desto trotz wird man zukünftig nicht auf die klassische Form der Bücher verzichten können, da der subjektive Aspekt ebenso eine Rolle spielt.

5 Vermarktung

Da die Wirtschaft nur durch die Kommunikation bestehen kann, ist es wichtig das Erforschte und Erarbeitete Anderen zugänglich zu machen. Die Diskussion mit anderen Wissenschaftlern ist extrem wichtig, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. In diesem Abschnitt wird die Vermarktung von wissenschaftlichen Arbeiten erläutert. Denn durch die Vermarktung kann eine wissenschaftliche Abschlussarbeit nicht nur dem Prüfungsausschuss und den Universitätsarchiven helfen, sondern ebenso allen Fachinteressierten. Ein weiterer Schritt, der mit der Vermarktung einer eigenen Abschlussarbeit einhergeht, ist die sogenannte „Eigenvermarktung“, denn so können die ersten „Duftmarken“ in einem Fachgebiet platziert werden. Wenn eine wissenschaftliche Arbeit jeglicher Form auch in englischer Sprache verfasst ist, unterstützt dies sogar die Vermarktung auf das Ausland zu erweitern. Weitere Punkte wie Forschungsdrang, Karrierestreben, Verbreitung einer Idee oder das Erbringen eines wissenschaftlichen Existenznachweises sind auf jeden Fall zu beachten, denn ohne Motivation gibt es keine erfolgreiche Vermarktung.
Bevor eine wissenschaftliche Arbeit jedoch vermarktet wird, werden die oben genannten Qualitätskriterien (Kapitel 2.1.1) mittels einer Qualitätskontrolle untersucht. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Zum Einen das Editorial Review, bei welchem der Herausgeber die zu vermarktende Arbeit prüft. Zum Anderen das Peer Review, bei welchem Experten eine Arbeit beurteilen. Diese Art der Qualitätskontrolle ist in mehreren Verfahren möglich. Beim Single Blind Verfahren ist der Autor der Arbeit den Gutachtern bekannt, doch der Ersteller kennt die Experten nicht. Wo hingegen beim Double Blind Verfahren weder der Autor die Gutachter noch die Gutachter den Autor kennen. Als letztes ist das Triple Blind Verfahren zu nennen. Hier kennen die Experten weder den Autor noch den Herausgeber des Artikels. Dies wird zwar eher selten angewandt, ist jedoch durchaus interessant, wenn es um eine komplett neutrale Bewertung einer wissenschaftlichen Arbeit geht, die vermarktet werden soll. Als weitere Review-Methoden sind Open Review und Collaborative Review nicht außer Acht zu lassen. Hier werden wissenschaftliche Arbeiten in verschiedenen Ausprägungen zur Diskussion freigegeben oder gar veröffentlicht, um eine hohe Qualität durch Diskussionen zu erhalten. Die Qualität wird jedoch nicht nur an den oben genannten Qualitätskriterien, sondern auch an Zitationsanalysen gemessen. Dies ist zum Einen über den Journal Impact Factor (JIF) möglich. Diese Messzahl wurde 1963 von Eugene Garfield und Irving H. Sher eingeführt.

Hierbei ist folgende Formel anzuwenden um den gewünschten Wert zu erhalten:

Abbildung 1: Journal Impact Factor


Hier werden jedoch einige Formen der wissenschaftlichen Arbeit außen vor gelassen, zumal sind englischsprachige Journals wesentlich verbreiteter, sodass Journale in englischer Sprache einen durchaus höheren JIF-Wert haben, als Journale die in regionalen Sprachen verfasst werden. Da Wissenschaftler jedoch häufig Journale mit hohem JIF-Faktor zitieren, erreichen diese einen noch höheren JIF-Wert. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass der JIF-Wert auf Basis des Journal Citation Reports (JCR) berechnet wird. Jedoch sind lange nicht alle Journale in diesem aufgeführt, sodass die JIF Berechnung bei all diesen Kritikpunkten nicht als alleiniger Qualitätswert zählen sollte.

Eine andere Qualitätsmessung erfolgt über den sogenannten Hirsch-Index, welcher „2005 von J. Hirsch von der University of California zur Messung von Einfluss und Quantität der Forschungsleistung eines einzelnen Wissenschafters/einer einzelnen Wissenschafterin entwickelt.“[30] der Hirsch-Index wird wie folgt berechnet:
Ein Autor hat einen Index h, wenn h von seinen insgesamt N Veröffentlichungen mindestens h Zitierungen haben und die anderen (N-h) Publikationen weniger als h Zitierungen
Hier ein Beispiel zur besseren Verständlichkeit:
Es liegen 10 Veröffentlichungen eines Autors mit folgenden werten vor: Zitierhäufigkeiten 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1: Also hat der Autor den Hirschfaktor 5, weil fünf Veröffentlichungen mindestens fünf Mal, die restlichen höchstens fünf Mal zitiert wurden.
Auch diese Werte sind 100%ig, denn die zur Auswertung verwendeten Datenbanken weisen in der Regel nie alle Zitate auf. Hier gibt es außerdem den Kritikpunkt, dass ein Vergleich zwischen den unterschiedlichen Wissenschaftlern nicht ganz einfach ist, „denn das Alter und die Disziplin“[31] beeinträchtigt den h-Index.
Da sich Verlage durch renommierte Wissenschaftler höhere Erfolge versprechen ist es für eher unbekannte Wissenschaftler oft schwer, Artikel alleine und erfolgreich auf den Markt zu bringen. So sucht sich beispielsweise ein Nachwuchswissenschaftler einen renommierten Partner als Co-Autor und erhält so ggf. die Chance, später eigene Artikel über Verlage zu veröffentlichen. Diese Zusammenarbeit kann ein erster und wichtiger Schritt für den Einstieg in eine wissenschaftliche Laufbahn sein und ist somit ein durchaus wichtiger Schritt, den es bei der Vermarktung der eigenen Arbeit zu beachten gilt. Zumal hiervon beide Seiten profitieren, denn der Nachwuchswissenschaftler erhält so neue Möglichkeiten seine Arbeit zu Präsentieren und der renommierte Wissenschaftler erhält ohne großen eigenen Aufwand weitere Publikationen.

5.1 Wege und Möglichkeiten der Vermarktung

Zunächst werden hier einige Vermarktungsmöglichkeiten aufgezeigt, um so den Zusammenhang zum Elektronischen Publizieren zu verdeutlichen. Wenn eine Arbeit als E-Book auf dem Markt angeboten wird, so erhält diese eine ISBN und hat außerdem den charmanten Vorteil auch sehr gut über Suchmaschinen im Internet gefunden zu werden. Diese werden oftmals nicht vollständig für die Allgemeinheit freigegeben, sondern nur deren Gliederung und/oder deren Inhaltsverzeichnis wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Aufgrund dieses Vorgeschmacks kann ein potentieller Leser die gewünschte wissenschaftliche Arbeit über den entsprechenden Herausgeber kostenpflichtig erwerben. Die oftmals als E-Book, aber ebenso häufig auch als E-Book-Print. Also als gedruckte Version des E-Books. Auch Fachbücher werden mittlerweile auf diesem Weg vermarktet, denn hier hat eine Online-Bibliothek keine Öffnungszeiten und ist im Grunde genommen von überall erreichbar. Mit der Vergabe einer ISBN für ein Buch sind Pflichten des Antragsstellers der ISBN (oftmals ein Verlag) verbunden. Zum Einen muss der Herausgeber eine gewisse Anzahl an Pflichtexemplaren an die Deutsche Bibliothek in Frankfurt und zum Anderen an die Staats- und Universitätsbibliothek versenden. So sind die ersten Bücher einer wissenschaftlichen Arbeit im Umlauf und können anschließend über alle bekannten (Online-) Bibliotheken und Bibliothekskataloge bezogen werden. Generell ist nach dem Toll Access und dem Open Access zu unterscheiden. Beim Toll Access ist die „Benutzung wissenschaftlicher Informationen (Monographien, Artikel etc.) nur gegen Gebühr möglich, diese Gebühren zahlt entweder die Hochschulbibliothek oder der einzelne Leser“[32]. Wohingegen die Benutzung von wissenschaftlichen Informationen beim Open Access kostenlos möglich ist. Die Vermarktung über den Open Access ist zwar nicht so Gewinn fördernd, findet aber eine deutlich höhere Anwendungsfrequenz. Gerade durch das Elektronische Publizieren hat sich dieser Weg deutlich vergrößert und mittlerweile ist bekannt, dass Dokumente, die auf Grundlage des Open Access Systems veröffentlicht wurden, häufiger herunter geladen und zitiert werden. Open Access wird nochmals in zwei Untergruppen unterteil, zum Einen das Self-Publishing, wo der Autor die Rechte behält und die arbeit kostenlos veröffentlicht und zum Anderen das Self-Archiving. Hierbei "handelt es sich um das Veröffentlichen von anderweitig erschienenen wissenschaftlichen Dokumenten oder deren Vorabversionen auf Open-Access-Servern (sog. Reposotories), es geschieht demnach ein eArt Zweitverwertung."[33].Bei welchen die Autoren meistens ihre Nutzungsrechte abtreten. Generell steigern Arbeiten als Open Access Variante die oben genannten (siehe Kapitel 5) Qualitätsmesszahlen und somit auch den Wert der einzelnen Autoren, sowie die JIF Werte der einzelnen Journale. Sie sind also immer eine gute Werbestrategie, die den Autoren und den Verlagen eine höhere Publizität verleihen kann.
Mit Hilfe einer Checkliste und der Unterstützung eines Verlags oder Experten kann es deutlich einfacher sein einen geeigneten Publikationsort zu finden, denn diese kennen das eigene Fachgebiet und haben die nötigen Kontakte. Ein Mediziner beispielsweise kann nur bedingt etwas mit einem Artikel in einem Sammelband oder einer anderen Form einer wissenschaftlicher Arbeiten über Informatik anfangen. Hier spielen die Form der wissenschaftlichen Arbeit, wie auch deren Fachzugehörigkeit eine entscheidende Rolle. So gilt es zu klären, wie die Qualität der Arbeit gesichert wird und wer welchen Nutzen durch die Veröffentlichung und die Vermarktung hat.

5.2 Nutzen für den Ersteller

Einer der wichtigsten Vorteile ist wohl die Selbstvermarktung, die ein Wissenschaftler mit dem Veröffentlichen einer Arbeit erreicht. Doch ist dies lange nicht der einzige Nutzen, den ein Autor hat. Ebenso hat er durch eine gute Arbeiten die Möglichkeit Kontakte zu Unternehmen aufzubauen, um für dieses zu Arbeiten oder Aufträge für neue wissenschaftliche Arbeiten und Forschungen zu bekommen. Hier liegt es nahe, dass es auch möglich ist, Geld mit wissenschaftlichen Arbeiten zu verdienen. Dies ist auf jeden Fall möglich, zum Einen durch den Verkauf der Eigenen Arbeit über Onlineportale und Verlage, aber auch durch Folge- und Forschungsaufträge von den eben genannten Unternehmen.
Einen weiteren Nutzen, den ein Ersteller einer wissenschaftlichen Arbeit hat, ist die Unterstützung von Verlagen und Internetauftritten (z.B. http://www.grin.com/de/). Diese bieten Know- How, Druckunterstützungen und Erfahrung, die ein Wissenschaftler ggf. nicht aufbringen kann. Hier kann wiederum der Kontakt zu Unternehmen und Forschungseinrichtungen helfen, denn diese Unterstützen erfolgversprechende Wissenschaftler bzw. deren Arbeiten finanziell, wie auch mit benötigten Materialien und Forschungsutensilien. Auch über die VG Wort – wo sich Verlage und Autoren 1958 zur gemeinsamen Verwertung von Urheberrechten zusammengeschlossen haben - kann finanzielle Unterstützung erworben werden. Sie unterstützen Autoren und Verlage mit mind. 2500€ (im Jahr 2011), um eine Dissertation oder eine Monographie in ordentlicher Qualität zu vermarkten. Weitere finanzielle Unterstützung kann ein Autor einer Dissertation von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bekommen, jedoch gelten hier wesentlich strengere Auflagen als bei der VG Wort.
Über das Internet ist es außerdem möglich, jeder Zeit Kontakt zu einem Autor einer Arbeit aufzunehmen, egal wo und wann man gerade unterwegs ist. Dies ist der oben bereits erwähnte Kontakt von dem die Wissenschaft lebt.

5.3 Nutzen für den Leser

Die bereits erwähnte, von Zeit und Ort unabhängige Kontakt-Aufnahmemöglichkeit ist ebenfalls ein Vorteil für den Leser von wissenschaftlichen Arbeiten. Denn wenn diese über einen Verlag vermarktet werden, ist dieser daran interessiert seine Kunden zufrieden zu stimmen und unterstützt auch so die Leser bei gewünschter Kontaktaufnahme. Durch die Vermarktung über das Internet hat der Leser außerdem eine immer weiter wachsende Informationsdichte, um seine eigenen Werke fertig zu stellen. Doch nicht nur das Internet ist ein großer Nutzen, ebenso die Bücherei und der Bücherversand, denn jeder Mensch ist anders, so arbeitet der eine gerne mit Büchern und der nächste um so erfolgreicher, wenn er die gewünschten Daten als PDF am Bildschirm abliest. Dies ist jedoch nur dann interessant für den Leser, wenn von den entsprechenden Herausgebern der wissenschaftlichen Arbeiten eine erfolgreiche Marketingstrategie gefahren wird und der potentielle Leser von all diesen Möglichkeiten der Beschaffungswege weiß.
Der Leser hat neben zahlreichen Zitier-Möglichkeiten auch den Nutzen sehr schnell an neue wissenschaftliche Ergebnisse aus einem gewünschten Fachbereich zu kommen. Wenn der Leser einer wissenschaftlichen Arbeit ein Prüfungsausschussmitglied sein sollte, so sind ihm hier durch ein erfolgreiches Marketing der Verlage und das Internet zahlreiche Möglichkeiten geboten, um schnell einen Überblick zu dem zu bewertenden Thema und deren Umfeld zu bekommen. Einen letzten und nicht zu verachtenden Nutzen, den der Leser durch das Vermarkten einer wissenschaftlichen Arbeit hat ist die eigene Wissenserweiterung. Denn ohne das Vermarkten, die Werbung und das Marketing hinter der Veröffentlichung einer wissenschaftlichen Arbeit, würde diese nicht bekannt und nicht gelesen werden. Somit würde daraus auch nicht zitiert und der Autor würde für einen Verlag uninteressant werden.

6 Ausblick

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich ein Wandel im Publikationsprozess vollführt hat. Die entstandenen Möglichkeiten wie Mu.timediaeinsatz, größere Kapazitäten, Virtualisierung usw. haben sich auf den wissenschaftlichen Informations- und Kommunikationsprozess ausgewirkt. Fest steht, dass sich die Digitalisierung in der Wissenschaft weiterentwickeln wird. Mit dem Fortschreiten der Technologien ergeben sich weiterhin neue Optionen, die für die Forschungsarbeit von großer Bedeutung sein können. In welchem Maß dieser Einfluss auftritt lässt sich aber nicht genau definieren, da die Richtung, die eingeschlagen wird von vielen Faktoren abhängt. So haben die Autoren die Möglichkeit beispielsweise durch Self-Publishing selbst zum Verleger zu werden oder die Verleger können den Vertrieb selbst übernehmen.

Die Open-Access-Bewegung hat zum Beispiel im Publikationsprozess und damit bei der wissenschaftlichen Fachkommunikation enorme Veränderungen eingeleitet. Der Grundgedanke des kostenlosen und uneingeschränkten Zugriffs auf wissenschaftliche Werke hat große Zustimmung erhalten. Autoren übergeben alle Verwertungsrechte nicht mehr den Verlagen, um so ihre Arbeiten auch anderweitig veröffentlichen zu können. Die Verlage haben ebenfalls auf die Open-Access-Beweung reagiert und ihre Vertragsbedingungen modifiziert. Für die Zukunft sind hinsichtlich des freien Zugangs zur wissenschaftlichen Literatur weitere Einflüsse zu erwarten. Ebenso können weitere Publikatonsformen entstehen, die durch die Weiterentwicklung der Computertechnologie geprägt werden. Letzten Endes kann man aber nicht davon ausgehen, dass die neuen Publikationsformen die vorhandenen nicht elektronischen verdrängen werden, da viele Faktoren wie zum Beispiel Subjektivität, Vertrauen, Authentizität ebenfalls eine Rolle spielen.

Das elektronische Publizieren ist in jeder Hinsicht ein aussichtsreiches Publikationsmodell. Es bringt jedoch auch Probleme in Bezug auf:

  • die Aktualität
  • das Copyright
  • die Korrektheit
  • die Integrität
  • die Sicherheit
  • die Qualitätssicherung
  • die Verfügbarkeit usw.

mit sich. Hierbei ist die Frage nach der Langzeitarchivierung ebenfalls ein wichtiger Punkt, der beachtet werden muss. Zusätzlich muss eine optimale Suche nach den elektronischen Publikationen gewährleistet werden.

7 Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit dem Fortschritt in der Informationstechnologie viele Vorteile für die wissenschaftliche Fachkommunikation und damit für die wissenschaftliche Arbeit einhergeht. Des Weiteren hat es den Publikationsprozess in jeder Hinsicht geprägt, d.h. die Informationssuche, die Erstellung, die Veröffentlichung sowie die Rezeption der wissenschaftlichen Werke haben sich gewandelt. Hierbei ist die Digitalisierung mit zunehmendem Maße in den Mittelpunkt getreten. Es sind im Laufe der Zeit neue Publikationsformen wie E-Book, E-Journal, E-Paper usw. entstanden. Ebenso haben sich die Vermarktungswege über digitale Medien, wie CD und DVD bis hin zum Internet deutlich vermehrt. Die hierdurch erhöhte Informationsdichte hilft beim Erstellen einer eigenen wissenschaftlichen Arbeit egal zu welcher Uhrzeit man diese erstellt und wo man sich gerade aufhält. Hinzu kommt die schnellere, kostengünstigere und einfachere Verbreitungsmöglichkeit der Forschungsergebnisse über das Internet. Dabei hat sich das Open Access System etabliert, d.h. der uneingeschränkte und kostenlose Zugang zur wissenschaftlichen Literatur wird jeder Person zur Verfügung gestellt. Der Weiterbildung aus bereits gewonnenen und noch zu gewinnenden wissenschaftlichen Erkenntnissen sind somit keine Grenzen gesetzt. Es bleibt festzuhalten, dass die Wissenschaft die elektronische Publikation, sowie den digitalen Vermarktungsweg angenommen hat und diesen auch zukünftig weiter nutzen wird.

8 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
et al. (lateinisch "et alii") und andere
e.V. eingetragener Verein

9 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr.Abbildung
1Publikationsprozess
2Beginn des Buches Genesis, Gutenberg: http://www.gutenbergdigital.de/bibel.html (08.06.2011 20:09)

10 Tabellenverzeichnis

Tabelle Nr.Quelle
1vgl. Tab. 8.0-2: Formale Bestandteile wissenschaftlciher Artefakte in Bazert, H. et al.(2010), Seite 152&154

11 Endnoten

  1. vgl. Victor Hugo (1802-1885)
  2. vgl. Pfeiffeer, W. (1995), Seite 1575
  3. vgl. Balzert, H. et al. (2010), Seite 6
  4. vgl. Balzert, H. et al., Seite 9
  5. vgl. Balzert, H. et al., Seite 10
  6. vgl. Aurelius Augustinus, 354-430
  7. vgl. Balzert, H. et al., Seite13
  8. vgl. Balzert, H. et al., Seite 29
  9. vgl. Balzert, H. et al., Seite 30
  10. vgl. Balzert, H. et al., Seite 26
  11. vgl. Balzert, H. et al., Seite 27
  12. vgl. Balzert, H. et al., Seite 40
  13. vgl. UrhG
  14. vgl. Balzert, h. et al., Seite 165
  15. vgl. Herb, U. (2010), Seite 4
  16. vgl. Riehm et al. (2004), S. 549
  17. vgl. Riehm et al. (2004), S. 550
  18. vgl. Ball (2001), S. 117
  19. vgl. McLuhan (1962)
  20. vgl. Fuchs-Kittowski et al. (1998) , S. 14
  21. vgl. Fuchs-Kittowski et al. (1998), S. 27
  22. vgl. Fuchs-Kittowski et al. (1998), S. 27f
  23. vgl. Riehm et al. (2004), S. 552f
  24. vgl. Ewert et al. (1997), S. 10
  25. vgl. Umstätter, S. 1
  26. vgl. Umstätter et al. (2002), S. 143
  27. vgl. Riehm et al. (2004), S. 554
  28. vgl. BOAI
  29. Vgl. http://phx.corporate-ir.net/phoenix.zhtml?c=176060&p=irol-newsArticle&ID=1565581&highlight= , (19.06.2011 16:41)
  30. Uni Wien zum h-Index
  31. vgl. Herb, U. (2010), Seite 19
  32. vgl. Herb, U. (2010), seite 17
  33. vgl. Herb, U. (1020), Seite 19

12 Literatur- und Quellenverzeichnis

Ball (2001) Ball, R.: Die Position der Bibliothek in der Wertschöpfungskette der Wissenschaft. In: Forschungszentrum Jülich (Hrsg.): Die Zukunft des wissenschaftlichen

Publizierens. Der Wissenschaftler im Dialog mit Verlag und Bibliothek. Jülich : Forschungszentrum Jülich, 2001

Balzert, H. et al. Balzert, H. / Schäfer, C. / Schröder, M. / Kern,U.: Wissenschaftliches Arbeiten: Herdecke/Witten: W3L-Verlag, 2010
Ewert et al. (1997) Ewert, G. / Umstätter, W., Lehrbuch der Bibliotheksverwaltung. Stuttgart: Hiersemann 1997
McLuhan (1962) McLuhan, Marshall: The Gutenberg Galaxy London (dt. Ausgabe: Die Gutenberg-Galaxis. Das Ende des Buchzeitalters Bonn u.a. 1995
Pfieffer, W. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen: München: Deutscher Taschenbuchverlag, 1995, Originalausgabe: Akademie Verlag GmbH: Berlin, 1989
Internet-Quellen
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Umstätter Umstätter, W. : Macht die Digitalisierung die Bibliotheken überflüssig? URL: http://www.ib.hu-berlin.de/~wumsta/infopub/pub2001f/GFKL06.pdf (14.06.2011 16:18)
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Uni Wien zum h-IndexBeschreibung des Hirsch Index:URL: http://bibliometrie.univie.ac.at/indikatoren/h-index/ (24.05.2011 06:52)
UrhG Gesetz über Urheberrecht: URL: http://bundesrecht.juris.de/urhg/index.html (10.06.2011 00:26)
Persönliche Werkzeuge