Entwicklung eines eLearning-Bausteins für die Methode "EPK"

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Essen
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Prof._Dr._Uwe_Kern
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Entwicklung von eLearning Bausteinen
Autor(en): Koslowski, Marko, Pöhlchen, Sebastian
Studienzeitmodell: Abendstudium
Semesterbezeichnung: WS10
Studiensemester: 2
Bearbeitungsstatus: begutachtet
Prüfungstermin: 12.01.2010
Abgabetermin: 09.01.2010


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung EPK

Die Ereignisgesteuerte Prozesskette (kurz EPK) dient der Analyse und Beschreibung von Geschäftsprozessen eines Unternehmens. Ziel ist es betriebliche Vorgänge zu optimieren, um so Ressourcen einsparen zu können. Arbeitsprozesse werden in einer semiformalen Modellierungssprache unter Berücksichtigung von Syntaxregeln grafisch dargestellt. Die einzelnen Elemente weisen eine eindeutige Form auf anhand der sie identifiziert werden können. Durch Pfeillinien werden diese Elemente miteinander zu einer Vorgangskette verbunden.[1]

2 Elemente des EPK

2.1 Funktionen

Eine Funktion wird durch ein Rechteck mit abgerundeten Ecken dargestellt. Sie stellt eine zeitverbrauchende Tätigkeit dar.[2]

Funktion
Funktion

2.2 Ereignisse

Das Symbol eines Ereignisses ist eine Raute. Ein Ereignis kann als Auslöser oder als Ergebnis einer Abfolge verstanden werden. In jeder EPK folgt einer Funktion immer ein Ereignis.[3]

Ereignis
Ereignis

2.3 Organisationseinheiten

Durch ein ovales Symbol mit einem vertikalen Strich im vorderen Bereich stellt man eine Organisationseinheit dar. Eine Organisationseinheit beschreibt wo genau die in einer funktion beschriebene Aufgabe erledigt wird.[4]

Organisationseinheit-Beispiel
Organisationseinheit-Beispiel


2.4 Informationsobjekte

Ein Informationsobjekt wird durch ein Rechteck bei denen die Ecken nicht abgerundet sind dargestellt. Informationsobjekte symbollisieren Daten bzw. Datensätze.[5]

Informationsobjekt-Beispiel
Informationsobjekt-Beispiel

2.5 Operatoren und Kontrollfluss

Um in Geschäftsprozessen Parallelität oder Alternativen darzustellen werden in Ereignisgesteuerten Prozessketten Operatoren verwendet. Wie in formalen Sprachen üblich unterscheidet man die drei Operatoren: UND (bzw. AND), ODER(bzw. OR) und das exklusives ODER (bzw. XODER, XOR). Funktionen oder Ereignisse werden in Beziehung gestellt. Es sind mindestens 2 Funktionen oder Ereignisse notwendig.[6]

2.5.1 UND

Bei Verwendung des UND-Operators geht es erst weiter, wenn alle Ereignisse bzw. alle Funktionen getätigt wurden.[7]

UND-Operator
UND-Operator

2.5.2 ODER

Wird der ODER-Operator genutzt muss mindestens ein Ereignis bzw. eine Funktion zutreffen.[8]

ODER-Operator
ODER-Operator

2.5.3 XODER

Bei Benutzung des XODER-Operators muss genau ein Ereignis bzw. genau eine Funktion zutreffen.[9]

XODER-Operator
XODER-Operator

3 Aufbau

3.1 Aufbau von Funktionen und Ereignissen

Zu beachten ist, dass jedem Ereignis eine Funktion folgt und jeder Funktion ein Ereignis.[10]

Funktion und Ereignis
Funktion und Ereignis

3.2 Varianten

Man unterscheidet zwei Varianten. Finden in einem EPK nur Funktionen und Ereignisse Berücksichtigung spricht man von einem einfachen EPK. Werden zusätzlich noch Organisationseinheiten und Informationsobjekte verwendet so spricht man von einem erweiterten EPK.[11]

4 Verknüpfungsbeispiele

4.1 Ereignisverknüpfung mit auslösenden Ereignissen

4.1.1 EXOR

„Ereignisverknüpfung mit auslösenden Ereignissen  bedeutet immer, dass Ereignisse so etwas wie Bedingungen  für die nachfolgend auszuführende Funktion (es können auch mehrere sein) sind. Bei der Verknüpfung von auslösenden Ereignissen durch ein exklusives ODER (vgl. die folgende Abbildung) handelt es sich um alternative Ereignisse für die gilt, dass genau eines eintreten muss, damit es im Kontrollfluss weiter geht, damit also die nachfolgende Funktion gestartet wird. Die auslösenden Ereignisse stellen hier somit Bedingungen dar, von denen genau eine eintreten muss (erfüllt sein muss) damit der Geschäftsprozess weiterschreiten kann. Im folgenden Beispiel ganz konkret: Ereignis 1 oder Ereignis 2 muss eintreten, damit die Funktion starten kann.“ [12]

EXOR Ereignisverknüpfung
EXOR Ereignisverknüpfung


„Im folgenden inhaltlichen Beispiel geht es um Bestellungen. Angenommen wird, dass diese entweder per Brief oder per Fax eintreffen. Die beiden Ereignisse sind natürlich alternativ, was der Logik des exklusiven ODER entspricht. Somit gilt: Die Auftragsbearbeitung wird nur gestartet, falls eines der beiden Ereignisse zuvor eingetreten ist.“ [13]

EXOR Ereignisverknüpfung Beispiel
EXOR Ereignisverknüpfung Beispiel

4.1.2 UND

„Werden auslösende Ereignisse mit  dem UND-Operator verknüpft, müssen alle durch die Ereignisse repräsentierten Ereignisse eingetreten sein, bevor der Kontrollfluss über den Operator weiter geht. In einer solchen Situation haben die Ereignisse den Charakter von gemeinsamen Bedingungen  für das Starten der Funktion: Die Funktion wird erst gestartet, wenn die Ereignisse eingetreten sind. Damit gilt im folgenden Beispiel, dass Ereignis 1 und Ereignis 2 eingetreten sein müssen, erst dann startet die Funktion.“ [14]

UND Ereignisverknüpfung
UND Ereignisverknüpfung


Im folgenden inhaltlichen Beispiel geht es um eine Situation nach einem Auftragseingang. Hier wird mit der Produktionsplanung erst aufgesetzt, wenn Mitarbeiter, Maschinen vorhanden sind und Materialien ab Lager verfügbar sind. [15]

UND Ereignisverknüpfung Beispiel
UND Ereignisverknüpfung Beispiel


4.1.3 ODER

„Die Ereignisverknüpfung mit dem logischen ODER bedeutet, dass mindestens eines der parallel angeordneten Ereignisse eintreten muss, damit die nachfolgende Funktion gestartet werden kann. Wie die Formulierung aber bereits sagt, können auch mehrere oder alle Ereignisse eintreten. Im folgenden abstrakten Beispiel müssten also entweder Ereignis 1 oder Ereignis 2 oder beide eintreten.“ [16]

ODER Ereignisverknüpfung
ODER Ereignisverknüpfung


Ein Beispiel hier könnte sein, dass mehrere Ereignisse zusammen oder einzeln unabhängig oder gar nicht erst eintreten. Im Falle eines Transportauftrages in der Spedition, könnte Unternehmer A, B, C, D von Unna nach Würzburg fahren. Letztendlich könnten alle fahren, einer oder ein ganz anderer Unternehmer der im EPK nicht vorhanden ist, fahren.

4.2 Ereignisverknüpfung mit erzeugten Ereignissen

4.2.1 EXOR

„Ereignisverknüpfung mit erzeugten Ereignissen  bedeutet immer, dass sich aus der Durchführung einer Funktion (oder mehrerer) Ereignisse ergeben, die entsprechend den Operatoren in einem bestimmten Verhältnis stehen. Dabei haben die Ereignisse oft den Charakter von Feststellungen, die das Ende der Tätigkeiten festlegen, die im Rahmen der Funktion (oder mehrerer) ausgelöst wurden.

EXOR Ereignisverknüpfung
EXOR Ereignisverknüpfung

Beim exklusiven ODER bedeutet dies, dass die Ereignisse die möglichen alternativen Ergebnisse der vorangehenden Funktion festhalten. Das heißt, genau eines der Ereignisse muss eintreten, dann geht es im Kontrollfluss weiter. Hier also: Entweder Ereignis 1 oder Ereignis 2 muss eintreten, dann ist die Funktion abgearbeitet.“ [17]

EXOR Ereignisverknüpfung Beispiel
EXOR Ereignisverknüpfung Beispiel


Dies Beispiel zeigt, dass Ware verschickt werden soll. Hier wird demnach mit EXOR verknüpft, da die Ware mit verschiendenen Transportgesellschaften verschickt werden kann. Hier wird die Ware nur einmal versendet mit einem bestimmten Versanddienstleister. [18]

4.2.2 UND

„Ganz anders beim logischen UND. Hier signalisieren die nachfolgenden Ereignisse Teilaufgaben, die sich aus der Abarbeitung der Funktion ergeben. Es sind die Teilergebnisse, die für so wichtig erachtet werden, dass sie in der Modellierung auftauchen sollen. Teilaufgaben mit UND Formal gesprochen: alle nachfolgenden Ereignisse müssen eintreten (alle Teilaufgaben müssen erledigt sein), dann geht es im Geschäftsprozess weiter. Im abstrakten Beispiel müssen also Ereignis 1 und Ereignis 2 eingetreten sein, bevor es im Kontrollfluss weitergeht.“ [19]

UND Ereignisverknüpfung
UND Ereignisverknüpfung


Das folgende inhaltliche Beispiel stammt aus dem Personalwesen und beschäftigt sich mit dem Vorgang der Entlassung eines Mitarbeiters. Vereinfacht wurde angenommen, dass hierzu die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses erforderlich ist, die letzte Gehaltsrechnung angefertigt und ein Abschlussgespräch durchgeführt wird. [20]

UND Ereignisverknüpfung Beispiel
UND Ereignisverknüpfung Beispiel


4.2.3 ODER

Die Syntax des ODER-Operators sagt in der Anordnung des folgenden Beispiels, dass mindestens ein Ereignis eintreten muss, damit es im Kontrollfluss weitergeht. Hier also: Ereignis 1 oder Ereignis 2 oder beide. [21]

ODER Ereignisverknüpfung
ODER Ereignisverknüpfung


Das inhaltliche Beispiel der folgenden Abbildung zeigt eine solche Situation. In diesem Unternehmen kann Ware verpackt werden, hier kann zwischen mehreren Tätigkeiten einer, mehrer gewählt werden. Wenn keiner der Aktionen zu trifft wird mit Hilfe eines Ereignis signalisiert, dass keine Aktion notwendig ist. Das könnte so aussehen.

ODER Ereignisverknüpfung Beispiel
ODER Ereignisverknüpfung Beispiel


Nimmt man den Prozess im vorherigen Beispiel wird über das Ereignis „Keine AKTION nötig“ der Prozess umgangen, da die Ware schon ab Produktion verpackt ist oder nur noch umverpackt werden soll oder gar nichts mehr mit passieren soll. Die Ereignisse sind unabhängig von einander.

ODER Ereignisverknüpfung Beispiel
ODER Ereignisverknüpfung Beispiel

"Definition: Unabhängigkeit von Ereignissen. Eine Gruppe von mit ODER verknüpften Ereignissen ist unabhängig voneinander, wenn die Semantik zulässt, dass die Ereignisse in beliebiger Kombination auftreten können. Dies widerspricht aber den Regeln des ODER-Operators, zumindest in der engen semantischen Auslegung, dass heißt, wenn der Bedeutungsgehalt der Ereignisse (die Semantik) berücksichtigt wird. Rein syntaktisch, wenn es nur darum geht, dass mindestens ein Ereignis eintreten muss, ist das ODER allerdings weiterhin erfüllt." [22]


4.3 Funktionsverknüpfung mit auslösenden Ereignissen

Funktionsverknüpfung mit auslösenden Ereignissen bedeutet immer, dass das Eintreten eines Ereignisses nachfolgende Funktionen startet. Entweder genau eine von mehreren (XODER), mehrere zusammen (UND) oder mindestens eine (ODER).

4.3.1 EXOR

"Mit dem ersten Beispiel kommen wir zur ersten verbotenen Struktur. Dabei geht es um Ereignisse, denen ein XODER-Operator nachfolgt, die also eine von mehreren mit dem exklusiven ODER verknüpften Funktionen auslösen.“ [23]

EXOR Funktionsverknüpfung
EXOR Funktionsverknüpfung


„Betrachten wir das folgende Beispiel eines Auftragseingangs. Dem Ereignis des Auftragseingangs folgt entweder die Annahme oder die Ablehnung des Auftrags. Obwohl dieser Prozessausschnitt aufgrund seiner Schlichtheit eine gewisse Faszination ausübt, wird doch nach kurzem Nachdenken deutlich, dass hier ein wichtiger Abschnitt des realen Geschäftsprozesses nicht modelliert wurde: die Entscheidungsfindung, die Analyse der Machbarkeit, usw. Die EPK „springt“ sozusagen gleich von dem Ereignis zur Ausführung einer der Funktionen.“ [24]

EXOR Funktionsverknüpfung Beispiel
EXOR Funktionsverknüpfung Beispiel


„Das ist der Grund, weshalb eine solche Struktur - sozusagen - verboten ist. Tritt sie auf, muss sie um eine Funktion ergänzt werden, die den Entscheidungsprozess modelliert und um Ereignisse, mit denen die möglichen Ergebnisse des Entscheidungsprozesses erfasst werden. Obiger Ausschnitt ist dann wie in der folgenden Abbildung zu modellieren. Mit der Entscheidungsfunktion (hier: Machbarkeitsprüfung) kommen dann auch die Ereignisse in die EPK, mit denen die möglichen Ergebnisse des Entscheidungsprozesses angedeutet werden. Diese Ergebnisereignisse erhöhen dann auch die Aussagekraft der Ereignisgesteuerten Prozesskette. Die Ergebnisereignisse Machbarkeit wird bejaht und Machbarkeit wird verneint sind auch aus syntaktischen Gründen notwendig, da ja auf eine Funktion nur ein Ereignis oder mehrere folgen dürfen." [25]

EXOR Funktionsverknüpfung Beispiel
EXOR Funktionsverknüpfung Beispiel



4.3.2 UND

„Bei einem UND gibt es dagegen keine Probleme. Ein Ereignis kann zum parallelen Start zweier oder mehrerer Funktionen führen. Im folgenden abstrakten Beispiel: Das Ereignis stößt Funktion 1 und Funktion 2 an.“ [26]

UND Funktionsverknüpfung
UND Funktionsverknüpfung

Auch hierzu ein inhaltliches Beispiel. Das Ereignis Auftrag eingegangen stößt die beiden Funktionen Machbarkeit prüfen und Auftragseingang bestätigen an.

UND Funktionsverknüpfung Beispiel
UND Funktionsverknüpfung Beispiel


"Wie immer beim logischen UND bedeutet die parallele Anordnung nicht, dass die Aufgaben tatsächlich parallel erledigt werden, sondern nur, dass sie bis zum nächsten Operator erledigt sein müssen." [27]


4.3.3 ODER

Die folgende ODER-Verknüpfung ist wieder eine verbotene, ganz wie oben bei den durch XODER ausgelösten Funktionen. So wie sie im folgenden Beispiel dasteht bedeutet sie, dass das Ereignis mindestes eine der nachfolgenden Funktionen auslöst, also entweder Funktion 1 oder Funktion 2 oder beide. [28]

ODER Funktionsverknüpfung
ODER Funktionsverknüpfung


Auch hier fehlt wieder der Entscheidungsprozess in Form einer Funktion. In der nächsten Abbildung ist er zusammen mit den erforderlichen Ereignissen eingefügt. [29]

ODER Funktionsverknüpfung Beispiel 1
ODER Funktionsverknüpfung Beispiel 1


"Auch hier fehlt wieder der Entscheidungsprozess in Form einer Funktion. In der nächsten Abbildung ist er zusammen mit den erforderlichen Ereignissen eingefügt. Die Entscheidungsfunktion kann hier mit Entscheidung im Gespräch mit dem Kunden umschrieben werden. Die Ergebnisse sind dann, in diesem vereinfachten Beispiel, die Ereignisse Geldkarte soll ausgestellt werden und Dispokredit ist gewünscht.

Der genaue Ablauf wird dann durch die Semantik festgelegt, wie bei einem exklusiven ODER, wo ja auch aus der Syntax der weitere Verlauf nicht erkennbar ist." [30]

ODER Funktionsverknüpfung Beispiel 2
ODER Funktionsverknüpfung Beispiel 2



4.4 Funktionsverknüpfung mit erzeugten Ereignissen

4.4.1 EXOR

„Erzeugte (also nachfolgende) Ereignisse entstehen, wenn die Beendigung mehrerer Funktionen  durch ein- und dasselbe Ereignis angegeben werden kann. Im Falle des exklusiven ODER sind dies alternativ auszuführende, im Falle des UND parallel zu erledigende und im Falle des ODER Funktionen, von denen mindestes eine getätigt werden muss. Betrachten wir zuerst das exklusive ODER. Im folgenden abstrakten Beispiel müssen entweder Funktion 1 oder Funktion 2 durchgeführt werden, dann tritt das Ereignis ein.“ [31]

EXOR Funktionsverknüpfung
EXOR Funktionsverknüpfung


"Die Anordnung der Funktionen mit einer XODER-Verknüpfung deutet mögliche Alternativen bzgl. der zu erledigenden Aufgaben an, die aber alle zum selben Ergebnis führen. Dies ist eine Struktur, die in der Realität sehr oft vorkommt. Natürlich könnten statt einem einzelnen Ereignis auch mehrere folgen. Im folgenden inhaltlichen Beispiel wird ein Versand durchgeführt. Er erfolgt hier entweder mit der einen oder der anderen Transportgesellschaft. Welche auch immer gewählt wurde, danach tritt das Ereignis Versand erfolgt ein." [32]

EXOR Funktionsverknüpfung Beispiel
EXOR Funktionsverknüpfung Beispiel

4.4.2 UND

Das logische UND bedeutet in dieser Anordnung, dass mehrere Funktionen getätigt werden müssen, bevor das nachfolgende Ereignis eintritt. In der folgenden Abbildung müssen also Funktion 1 und Funktion 2 durchgeführt werden, erst dann tritt das Ereignis ein. [33]

UND Funktionsverknüpfung
UND Funktionsverknüpfung


„Die Funktionsverknüpfung mit dem logischen UND bedeutet also, dass mehrere Tätigkeiten „gleichzeitig“ erledigt werden müssen, bevor es mit dem Geschäftsprozess weitergeht. Ob diese Tätigkeiten in der Realität wirklich auch parallel erledigt werden, ist modelltechnisch ohne Bedeutung. Sie können genauso gut auch hintereinander abgearbeitet werden. Im folgenden inhaltlichen Beispiel stellen wir uns vor, dass in einem Unternehmen bei Neueinstellungen jeder Bewerber an einem Assessment Center teilnimmt, dass mit ihm oder ihr ein Gespräch geführt wird und dass die eingesandten Unterlagen inspiziert werden. Erst danach geht es mit dem Auswahlprozess weiter.“ [34]

UND Funktionsverknüpfung Beispiel
UND Funktionsverknüpfung Beispiel


4.4.3 ODER

„Ausgelöste (also nachfolgende) Ereignisse nach einem ODER bedeuten, dass mindestens eine der Funktionen durchgeführt werden muss, damit das Ereignis eintritt. Syntaktisch und im folgenden abstrakten Beispiel: Entweder Funktion 1 oder Funktion 2 oder beide müssen getätigt werden, damit das nachfolgende Ereignis eintritt.“ [35]

ODER Funktionsverknüpfung
ODER Funktionsverknüpfung


"Im folgenden inhaltlichen Beispiel tritt das Ereignis Kundenwünsche erfüllt ein, wenn die davor stehenden Funktionen im Sinne des ODER („mindestens eine“) durchgeführt wurden. Um dieses EPK-Fragment verstehen zu können wurden in der Abbildung die den Funktionen vorgestellten Ereignisse und Funktionen mitangegeben. Dies macht auch deutlich, wie es zu einer solchen Anordnung kommen kann." [36]

ODER Funktionsverknüpfung Beispiel
ODER Funktionsverknüpfung Beispiel




5 Aufteilung großer Geschäftsprozesse

Es gibt drei Gründe das ereignisgesteurte Prozessketten mit einander verknüpft werden:

Unübersichtlichkeit großer EPK erfordert Aufteilung in mehrere Teilprozesse

Prozesse die wiederkehrend sind, werden in vielen Prozesse als Teilprozesse wiederverwendet

Geschäftsprozesse eines Unternehmens hängen in der Regel zusammen und sollen auch dargestellt werden

Die Verknüpfung erfolgt mit folgendem Symbol:

Prozesswegweiser
Prozesswegweiser

Prozesswegweiser setzen immer zwei EPK in Beziehung. Eine (aufrufende EPK), in der ein Prozesswegweiserden Aufruf eines anderen Geschäftsprozesses signalisiert und eine andere (die aufrufene EPK), wo ein Prozesswegweiser anzeigt, dass die jeweilige EPK auf gerufen wird.

  • Der Prozesswegweiser in der aufrufenden Ereignisgesteuerten Prozesskette gibt a) die Verknüpfungsstelle an und b), durch seine Bezeichnung, welche Ereignisgesteuerte Prozesskette aufgerufen wird. Er steht anstelle einer Funktion.
  • In der aufgerufenen Ereignisgesteuerten Prozesskette gibt ein Prozesswegweiser ebenfalls die Verknüpfungsstelle an und durch seine Bezeichnung, von welcher der Aufruf erfolgt. Auch hier steht der Prozesswegweiser anstelle einer Funktion.
  • In der aufrufenden Ereignisgesteuerten Prozesskette steht vor dem Prozesswegweiser ein Ereignis (oder mehrere). Dieses Ereignis wird im aufgerufenen Prozess nach dem dortigen Prozesswegweiser wiederholt. Im folgenden Beispiel ist dies das Ereignis Kalkulation ist durchzuführen. Waren es mehrere Ereignisse, werden entsprechend alle wiederholt.
  • Mithilfe dieses Ereignisses (dieser Ereignisse), es soll Verknüpfungsereignis genannt werden, kann man sich das Zusammenführen zweier Ereignisgesteuerter Prozessketten vorstellen. Man müsste sie nur überlappen.

Prozesswegweiser stehen somit typischerweise am Anfang und am Ende eines Prozesses und ersetzen dann die Start- und Endereignisse. [37]

Hier zu ein Beispiel anhand der Kalkulation:

Geschäftsprozess Aufteilung
Geschäftsprozess Aufteilung


6 Beispiel anhand eines Unternehmensprozesses

"Die eingegangene Lieferantenrechnung wird von der Rechnungskontrolle mit Hilfe der Bestellkopie und des Wareneingangsscheins geprüft. Erweist sich die Eingangsrechnung als fehlerhaft, so wird von der Rechnungskontrolle ein Begleitschreiben erstellt, in welchem der Rechnungsfehler ausgewiesen und dargestellt wird. Begleitschreiben und die fehlerhafte Rechnung werden an den Lieferanten zurückgeschickt. Ist die Eingangsrechnung fehlerfrei, so wird sie von der Buchhaltung mit Hilfe des FiBu Systems verbucht. Die Konten werden in der Kontendatei fortgeschrieben und der Buchhungssatz in der Buchungsdatei gespeichert."

[38]

Erstes Beispiel Lieferantenrechnung
Erstes Beispiel Lieferantenrechnung


7 Allgemeine Hinweise

Zusammenfassung der Verknüpfung Entnommen aus: http://www.staud.info/epk/ep_f_4.htm
Zusammenfassung der Verknüpfung Entnommen aus: http://www.staud.info/epk/ep_f_4.htm


8 Literaturverzeichnis

  1. Vgl. S. 60f, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  2. Vgl. S. 00, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  3. Vgl. S. 60f, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  4. Vgl. S. 63f, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  5. Vgl. S. 64f, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  6. Vgl. S. 66f, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  7. Vgl. S. 66f, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  8. Vgl. S. 66f, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  9. Vgl. S. 66f, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  10. Vgl. S. 67ff, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  11. Vgl. S. 80, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  12. Vgl. S. 83, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  13. Vgl. S. 84, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  14. Vgl. S. 84, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  15. Vgl. S. 85, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  16. Vgl. S. 85, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  17. Vgl. S. 89, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  18. Vgl. S. 90, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  19. Vgl. S. 90, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  20. Vgl. S. 91, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  21. Vgl. S. 91, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  22. Vgl. S. 93, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  23. Vgl. S. 94 ff, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  24. Vgl. S. 95 ff, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  25. Vgl. S. 96 ff, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  26. Vgl. S. 96 ff, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  27. Vgl. S. 97 , J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  28. Vgl. S. 98 , J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  29. Vgl. S. 99, J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  30. Vgl. S. 99 , J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  31. Vgl. S. 100 , J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  32. Vgl. S. 101 , J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  33. Vgl. S. 102 , J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  34. Vgl. S. 102 ff , J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  35. Vgl. S. 103 , J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  36. Vgl. S. 104 , J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  37. Vgl. S. 110 ff. , J. Staud, Geschäftsprozessanalyse, 3. Auflage, 2006
  38. Vgl. Steinbuch, Pitter A., Prozessoraganisation - Business Reengineering - Beispiel SAP R/3, S. 345
Persönliche Werkzeuge