Entwicklung eines eLearning Bausteins für den Aufbau einer LaTex Entwicklungsumgebung unter Windows zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Neuss |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | Entwicklung von eLearning Bausteinen |
| Autor(en): | Thomas Müller, Denis Hoff |
| Studienzeitmodell: | Abendstudium |
| Semesterbezeichnung: | WS10 |
| Studiensemester: | 4 |
| Bearbeitungsstatus: | begutachtet |
| Prüfungstermin: | 07.02.2011 |
| Abgabetermin: | 06.02.2011 |
Inhaltsverzeichnis
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1 Einleitung
Im Rahmen jedes Studiums - unabhängig ob dies ein Studium an einer Fachhochschule oder einer Universität ist - ist das wissenschaftliche Arbeiten eines der wesentlichen Fähigkeiten über die ein Student verfügen muss. Viele Universitäten aber auch Fachhochschulen bieten Vorlesungen an, in denen die Studenten Vorgehensweisen wissenschaftlichen Arbeitens erlernen. Sammeln, komprimieren, auswerten und veröffentlichen von Inhalten sind dabei die häufigsten Aktivitäten.
Besonders das Veröffentlichen von wissenschaftlichen Arbeiten stellt eine große Herausforderung dar. Eine Veröffentlichung kann hierbei sowohl auf elektronischem Wege, als auch auf klassischem Wege als Druckfassung erfolgen.
Welche Software zum Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit genutzt wird, kann von vielen Faktoren abhängen. Dazu gehören sicherlich persönliche Präferenzen aber auch bereits vorhandene Erfahrungen. Doch an genau dieser Stelle ergeben sich oftmals unerwartete Schwierigkeiten.
Eine der bekanntesten Softwareprodukte zum Verfassen von Textdokumenten ist Microsoft Office Word. Word bietet dem Benutzer eine durchaus intuitive Oberfläche, doch je höher die Anforderungen an die Software sind, desto schwieriger wird die Umsetzung in die Praxis. Unter anderem stellt eine Literaturverwaltung bzw. Quellenverwaltung viele Studenten immer wieder vor große Probleme.
Jedoch gibt es im Bereich der Textverarbeitung auch Softwareprodukte, die weniger bekannt sind und dennoch in vielerlei Hinsicht hilfreiche Mehrwerte leisten können. LaTeX stellt eine solche Alternative dar und unterscheidet sich deutlich vom bisher gewohnten Umgang mit Textverarbeitungssoftware. Einen Mehrwert liefert LaTeX besonders bei der Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten, da es durch den modularen Aufbau individuell auf die Bedürfnisse der Zielgruppe Student zugeschnitten werden kann.
Im Rahmen dieser Fallstudie wird verdeutlicht, wie sich der Aufbau eines LaTeX Systems darstellt und welche Schritte zur Installation und späteren Nutzung nötig sind. Die Beschreibung der ersten Schritte soll zusätzliches Interesse wecken und den Weg zur ersten wissenschaftlichen Arbeit mit LaTeX frei machen.
2 Grundlagen
In diesem Kapitel werden zunächst alle grundlegenden Begrifflichkeiten definiert, die zum Verständnis dieser wissenschaftlichen Arbeit nötig sind. Neben der Erläuterung des Textsatzsystems LaTeX, werden auch die Begrifflichkeiten eLearning und wissenschaftliches Arbeiten definiert und tiefergehend erläutert.
2.1 Textsatzprogramm LaTeX
Der Erfinder des Formatierungsprogramms TeX Donald E. Knuth stellte dies 1982 der Öffentlichkeit zur Verfügung. Zwar wird TeX mit einem X am Ende geschrieben doch nicht so ausgesprochen. Das X soll den griechischen Buchstaben "Chi" repräsentieren. Dies führt dazu, dass TeX wie "Tech" ausgesprochen wird. Donald E. Knuth schuf mit TeX ein sehr mächtiges und leistungsfähiges Programm, welches durch mangelnde Bedienerfreundlichkeit nur Programmierern vorbehalten war.
Im Jahr 1985 entschied sich der Computerwissenschaftler Lesslie Lamport ein Makropaket für TeX zu entwicklen und dies auf den Markt zu bringen. In Anlehnung an seinen Namen, nannte er sein fertiges Programm LaTeX. Es greift auf die bestehenden Teile von TeX zurück und bietet dem Anwender eine weitaus bessere Bedienerfreundlichkeit.
Anders als andere Textverarbeitungsprogramme wie z.B. Microsoft Office Word, ist LaTeX kein What-you-see-is-what-you-get (WYSIWYG) Programm. Während der Arbeit mit LaTeX sieht der Anwender nicht die fertige Ausgabe seines Dokumentes vor sich. Er gestaltet das Aussehen des Dokuments durch die Eingabe von Befehlen (Makros) und erzeugt anschließend aus seinem geschriebenen Werk das endgültige Dokument. Dies setzt jedoch voraus, dass der Anwender die LaTeX-Befehle beherrscht. Anders als bei vielen WYSIWYG-Programmen kann bei großen Dokumenten auch schnell die Übersicht verloren gehen. Abhilfe schaffen hier LaTeX-Editoren, die den Anwender beim Verfassen des Dokuments unterstützen.
2.2 Definition eLearning
Der Begriff eLearning kann durch die zwei Bestandteile "e" und "Learning" definiert werden. "e" steht hierbei für "elektronisch" und beschreibt den Kanal, über den das Wissen zu transferieren ist. Die englische Übersetzung von "Learning" beschreibt im Deutschen den klassischen Begriff des Lernens [1].
Weiterhin beschreibt Pachner [1] den Begriff "eLearning" als Lernprozess, bei dem technische Hilfsmittel - also neue Technologien - zur Hilfe genommen werden.
Azizi Ghanbari [2] beschreibt den Begriff "eLearning" als Zusammenfassung aller Aus- und Weiterbildungsaktivitäten, "bei denen der Lernende zum Lernzweck konzipierte Anwendungen eines Computers bzw. eines Computernetzwerkes benutzt".
Desweiteren unterteilt er den Begriff "eLearning" in folgende Teilmengen:
- Distance Learning
beschreibt, dass Wissen nicht in einem Raum sondern auch über Raumgrenzen hinweg vermittelt werden kann
- Computer Based Learning
beschreibt, dass mit Hilfe einer computerbasierten Lösung (Software) Wissen vermittelt wird
- Internet Based Learning
beschreibt, dass der Lernende durch den Einsatz von Internet-Technologien und Kommunikationsmöglichkeiten unterstützt wird
- Online Learning
beschreibt, dass der Lernende direkt auf Lerninhalte des Internets zurückgreifen kann.
2.3 Definition wissenschaftliches Arbeiten
Der Begriff "wissenschaftliches Arbeiten" ist im Wesentlichen durch den Begriff "Wissenschaft" geprägt.
Als Wissenschaft wird das Sammeln, Erweitern und Veröffentlichen von Wissen in organisierter Form verstanden.[3].
Im Rahmen des wissenschaftlichen Arbeitens werden dabei die drei zuvor beschriebenen Aktivitäten praktiziert. Der Autor einer wissenschaftlichen Arbeit sammelt hierbei zunächst eine Menge von Informationen, die zur Ausarbeitung der wissenschaftlichen Arbeit benötigt werden. Nach dem Zusammentragen aus verschiedenen Quellen wie z.B. dem Internet, Fachliteratur aber auch Herstellerinformationen, werden die Informationen u.a. geordnet, komprimiert und strukturiert.
Gleichzeitig können auch neue Themengebiete erforscht bzw. untersucht werden, um neues Wissen zu generieren. Hierbei werden Thesen gebildet, die zu belegen und zu beweisen sind.
Das gewonnene Material wird anschließend ausgewertet und in geordneter Form zusammengestellt. Zuletzt ist das so erstellte Artefakt der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, d.h. es ist zu veröffentlichen. Zu beachten sind besonders die qualitativen Anforderungen, die an eine wissenschaftliche Arbeit gestellt werden. Hierzu gehören unter anderem die Objektivität, Überprüfbarkeit, Verständlichkeit aber auch Faktoren wie Relevanz und Nachvollziehbarkeit [3].
3 Konzeption des E-Learning Bausteins
Das Kapitel "Konzeption des E-Learning Bausteins" beschreibt zunächst welche Ausgangssituation der Entwicklung des eLearning Bausteins zugrunde liegt. Darauf aufbauend werden die Lehr- und Lernziele definiert und im Abschnitt "Aufbau des E-Learning Bausteins" tiefergehend spezifiziert. Die zur Erstellung des Bausteins nötigen Schritte werden im letzen Abschnitt dieses Kapitels ausgiebig behandelt.
3.1 Anwendungsszenario des E-Learning Bausteins
Das Schreiben wissenschaftlicher Arbeiten gehört heute zu jedem Studium - unabhängig vom Themenfeld und Studiengang. Solche Arbeiten unterliegen unterschiedlichen Anforderungen wie z.B. Ehrlichkeit, Objektivität, Überprüfbarkeit, Relevanz, aber auch Vorgaben an die äußere Form des wissenschaftlichen Artefakts. Hier steht besonders eine verständliche Gliederung in Kapitel und Unterkapitel im Vordergrund. Auch die Wahl geeigneter Schriftarten und –formen tragen zu einem positiven Erscheinungsbild bei.
Als Anwendungsszenario des E-Learning Bausteins liegt genau eine solche Hintergrundsituation vor. Es wird angenommen, dass eine Studentin bzw. ein Student eine wissenschaftliche Hausarbeit im Umfang von 10 – 15 Seiten zu erstellen hat. Die Vorgaben zur äußeren Form erhält der Student von seiner Hochschule. Diese macht Vorgaben zu Rändern, Zeilenabständen, Schriftarten und Schriftgrößen sowie zum Erscheinungsbild des Deckblatts. Vor dem Verfassen der wissenschaftlichen Arbeit beginnt der Student zunächst mit der Suche und Auswahl geeigneter Literatur. In diversen Bibliotheken wird die passende Literatur beschafft.
Nun beginnt der Student mit dem Planen der Gliederung und erstellt diese zunächst mittels der Textverarbeitungssoftware Microsoft Word. Hier ergeben sich erste Schwierigkeiten bei der Erstellung der Gliederung. Nach einer ausführlichen Recherche im Internet findet der Student Hinweise auf das Textsatzsystem „LaTeX“ und möchte es als Alternative zum bisher verwendeten Textverarbeitungssystem Microsoft Word testen.
Er bemerkt, dass bereits die Installation der Software einige Kenntnisse voraussetzt, über die er bisher noch nicht verfügt. An dieser Stelle soll der eLearning Baustein den Studenten unterstützen das LaTeX System sicher und ohne Schwierigkeiten installieren und später nutzen zu können.
3.2 Lehr- und Lernziele
In Anlehnung an das zuvor beschriebene Anwendungsszenario ergeben sich diverse Lehr- und Lernziele.
Zunächst soll der Student durch den eLearning Baustein in die Lage versetzt werden, die Unterschiede zwischen Microsoft Word und LaTeX zu verstehen. Auch soll deutlich werden, welche Vorteile aus Nutzung von LaTeX als Textsatzsystem resultieren.
Der nächste Lernabschnitt vermittelt, welche Systemanforderungen LaTeX stellt und soll den Studenten in die Lage versetzten zu erkennen, ob sein System in der Lage ist LaTeX ordnungsgemäß auszuführen.
In der Annahme, dass dies möglich sei, beschreibt der nächste Lernabschnitt welche Software zur Erstellung von LaTeX Dokumenten nötig ist. Der Student erhält hier Informationen zu Bezugsquellen für die jeweilig benötigten Softwarekomponenten. Auch stellt der eLearning Baustein dar, wie die nötigen Programme auf dem eigenen Computersystem zu installieren und zu konfigurieren sind.
Das Ziel des letzten eLearning Abschnittes ist es, dass der Student die ersten Schritte der Erstellung von wissenschaftlichen Arbeiten unter LaTeX kennenlernt. Vermittelt werden sollen die grundlegenden Sprachelemente von LaTeX, die zum Anlegen eines Dokuments nötig sind.
3.3 Aufbau des E-Learning Bausteins
Der folgende Abschnitt beschreibt die einzelnen Phasen und Lernabschnitte des gesamten eLearning Bausteins und vertieft die zuvor beschriebenen Lehr- und Lernziele. Die zu vermittelnden Inhalte werden pro Themengebiet erläutert und kurz beschrieben.
3.3.1 Einführungssphase
In der Einführungsphase des eLearning Bausteins wird zunächst beschrieben, was genau LaTeX ist, wodurch es sich von anderen Textverarbeitungsprogrammen unterscheidet und welche Vorzüge daraus resultieren.
3.3.2 Vorstellung der Komponenten
In der zweiten Phase werden alle Komponenten bzw. Softwareteile dargestellt, die zum Erstellen von Textdokumenten mit LaTeX benötigt werden. Zunächst wird die Komponente „MikTeX“ beschrieben, die den Kern des LaTeX Textsatzprogramms darstellt. Weiterhin wird der Texteditor "TeXnic Center" vorgestellt, da dieser eine komfortable Möglichkeit bietet LaTeX Dokumente zu erstellen. Der Abschluss der zweiten Lernphase endet mit einer Kurzzusammenfassung in Form einer Einblendung bzw. Checkliste.
3.3.3 Beschaffung der Komponenten
Der Nutzer des eLearning Bausteins hat durch die ersten beiden Phasen kennengelernt, welche Vorteile das LaTeX System bietet. Außerdem kennt er die wesentlichen Komponenten, die benötigt werden um LaTeX zu nutzen. Das eLearning Modul beschreibt im nächsten Abschnitt, wie die jeweiligen Programme Adobe Reader, MikTex und TeXnic Center zu beschaffen sind. Hier werden die verschiedenen Downloadquellen präsentiert und gezeigt wie die Downloads gestartet werden können. Dieser Bestandteil ist als wichtig anzusehen, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass jeder Student große Erfahrungen in diesem Bereich aufweist.
3.3.4 Installation
Nachdem alle Programmteile heruntergeladen sind, beschreibt der eLearning Baustein als nächstes wie und in welcher Reihenfolge die Programmteile zu installieren sind. Es wird außerdem dargestellt, wo der Aufruf der Software möglich ist und wie diese später zu warten ist. Zur Transfersicherung des neu erlangten Wissens bildet eine Quizfrage den Abschluss dieser Phase. Die Frage bezieht sich auf die Reihenfolge in der die einzelnen Programmteile zu installieren sind. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass der Teilnehmer auch später die korrekte Reihenfolge einhalten und alle LaTeX Komponenten problemlos nutzen kann. Der letzte Lernabschnitt wird hierbei nur dann gestartet, wenn der Teilnehmer die richtige Antwort gegeben hat.
3.3.5 LaTeX nutzen
Der letzte Schritt des eLearning Bausteins bildet den Abschluss der gesamten Lerneinheit. In dieser Phase soll der Nutzer die ersten Schritte mit dem neu installierten LaTeX System kennenlernen. Hierzu wird der Editor TeXnic Center verwendet, mit dem ein erstes kleines Dokument erstellt werden kann. Im Rahmen des eLearning Bausteins wird hier das Referenzbeispiel „Hello World!“ verwendet. In einer anschließenden Übungsaufgabe soll der eLearning Nutzer selbst ein Dokument erstellen, welches ein Dokument mit dem Text „Dies ist meine erste Seminararbeit mit LaTeX.“ ausgibt. Zuletzt wird ein Beispieldokument vorgestellt, welches den Rahmen für eine Seminararbeit bilden kann. Zum Ende der letzten Phase wird auf tiefergehende Literatur zum Thema LaTeX hingewiesen und auf weitergehende LernDVDs bzw. eLearning.
3.4 Projektphasen bei der Erstellung des E-Learning Bausteins
Der Abschnitt "Projektphasen" beschreibt welche Stufen die Entwicklung des eLearning Bausteins durchläuft und welche Ergebnisse aus den jeweiligen Phasen resultieren. Der Schwerpunkt dieses Kapitels bildet die Implementationsphase, da diese den zeitlich größten Umfang der Bausteinerstellung in Anspruch nimmt.
3.4.1 Analysephase
In der Analysephase wird zunächst die Rahmensituation betrachtet, die den Hintergrund des eLearning Bausteins darstellt. Unter anderem erfolgt zunächst die Untersuchung der Zielgruppe, für die der Baustein zu entwickeln ist. Besonders das Alter und die Vorerfahrungen der späteren Nutzer stellen sich als wichtige Faktoren heraus, da dies Auswirkungen auf die Art der Darstellung der Inhalte hat. Nach der Definition der Zielgruppe wird durch den Einsatz von Brainstorming als Kreativitätsmethode ermittelt, welche Inhalte denkbar sind. Aus den gewonnenen Ideen werden sinnvolle Beiträge extrahiert und in Form einer Mindmap dargestellt. Das Ergebnis dieser Phase wird in einem umfangsreduzierten Lastenheft zusammengefasst, welches die Wunschkriterien beinhaltet, die umgesetzt werden könnten.
3.4.2 Definitionsphase
In der Definitionsphase dient das zuvor erstellte Lastenheft als Ausgangspunkt für die Wahl der tatsächlich umzusetzenden Inhalte. Alle Inhalte des Lastenheftes werden auf die Kriterien Notwendigkeit, Realisierbarkeit, Erstellungsaufwand und Zeitbedarf hin untersucht. Die Ergebnisse dieser Entscheidung fließen in ein gekürztes Pflichtenheft ein, welches die umzusetzenden Inhalte schriftlich fixiert.
3.4.3 Entwurfsphase
Die Entwurfsphase betrachtet die Erstellung des eLearning Bausteins aus technischer Sicht. Dabei werden die verschiedenen Softwaretools untersucht, die zur Erstellung des eLearning Bausteins genutzt werden können. Zur Auswahl standen die Tools Wink, Camtasia Studio, Adobe Captivate 4 und CamStudio. Wink und CamStudio sind kostenfreie Tools, die lizenzfrei eingesetzt werden können. Camtasia Studio und Adobe Captivate 4 sind kommerzielle kostenpflichtige Programme, die einen größeren Leistungsumfang bieten. Aufgrund der bereits vorhandenen Erfahrung mit Camtasia Studio und der bereits verfügbaren lizensierten Version, fiel die Entscheidung zu Gunsten von Camtastia Studio aus.
Nach der Festlegung des einzusetzenden Screencapturing Tools bildet der Entwurf eines Storyboards den Abschluss dieser Phase. Das Storyboard ist die graphische Darstellung der Reihenfolge der einzelnen Themen und ist mit einem Drehbuch zu vergleichen.
Um das Storyboard zu entwickeln werden zunächst die Inhalte des Pflichtenheftes einzeln aufgelistet und in die richtige Reihenfolge gebracht. Anschließend wird mittels Literaturrecherchen und den bereits vorhandenen Erfahrungen mit LaTeX definiert, welche konkreten Inhalte innerhalb jedes Themengebietes zwingend zu vermitteln sind, damit der spätere Nutzer in der Lage ist, LaTeX zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten zu verwenden.
Im Anschluss daran, wird die zur Verfügung stehende Zeit auf die einzelnen Themengebiete verteilt, sodass für jedes Thema ausreichend Zeit zur Verfügung steht.
Zur Sicherung des neu erlernten Wissens werden jeweils zum Ende eines Lernabschnittes kurze Zusammenfassungen, aber auch Fragen dargestellt, die der Nutzer des eLearning Bausteins zu beantworten hat, bevor das nächste Themengebiet behandelt werden kann. In der Entwurfsphase werden die Zusammenfassungen und Fragen bereits erstellt, skizziert und in den Ablauf des Storyboard integriert.
Das erstellte Storyboard dient nun als begleitendes Dokument in Rahmen der Implementationsphase.
3.4.4 Implementationsphase
Die Implementationsphase bildet den wesentlichen Bestandteil in der Entwicklung des eLearning Bausteins, da hier alle im Storyboard enthaltenen Themengebiete in Form von Bildschirmvideos (Screencaptures) aufgezeichnet und entwickelt werden. Wie in der Entwurfsphase bereits beschrieben, kommt zur Aufzeichnung der Bildschirmvideos die Software Camtasia Studio von Techsmith zum Einsatz. Zur Aufzeichnung der Videos wird ein Windows 7 System verwendet, welches die nötigen Anforderungen von Camtasia Studio 7 erfüllt. Dieses sind mindestens ein Prozessor mit 1,5 GHz, 2 GB RAM oder mehr, 500 MB Festplattenspeicher für die Programminstallation sowie Windows XP oder höher. Darüber hinaus wird auch ein Mikrophon benötigt um zu jedem Video zeitgleich Audiokommentare aufzeichnen zu können.
Das Vorgehen bei der Erstellung der Videos stellt sich wie folgt dar:
3.4.4.1 Vorbereitung Desktop
Zunächst werden auf dem Desktop befindliche unnötigen Symbole entfernt, da diese den späteren Nutzer des eLearning Bausteins irritieren bzw. stören könnten. Sinnvollerweise werden selbige Symbole in einen Ordner verschoben und dann anderorts im Verzeichnissystem des Rechners abgelegt. Alternativ besteht unter Windows auch die Möglichkeit einen neuen Benutzer anzulegen, dessen Profil automatisch nur die notwendigsten Symbole auf dem Desktop umfasst.
3.4.4.2 Probelauf zur Videoerstellung
Bevor mit der Aufzeichnung eines Videos begonnen wird, werden zunächst alle nötigen Schritte durchlaufen und geprobt. Dabei werden parallel Stichwörter niedergeschrieben, die bei der tatsächlichen Aufnahme als ausformulierter Audiokommentar mitgesprochen werden. Dies unterstützt den Präsentator dabei, die Inhalte der Lerneinheit routiniert vermitteln zu können.
3.4.4.3 Live Aufzeichnung
Nach einem oder mehreren erfolgreichen Probeläufen wird mit der eigentlichen Aufzeichnung begonnen. Der Präsentator bereitet dabei ggf. erneut den Desktop vor bzw. alle anderen nötigen Programmteile. Auch ist ein vorheriger Test des angeschlossenen Mikrofons sinnvoll, um die optimale Lautstärke zu justieren. Zum Aufzeichnen des Videos muss zunächst der Camtasia Recorder gestartet werden. Hierbei handelt es sich um ein kleines Programmfenster, welches folgende Einstellungen ermöglicht:
- Aufzeichnungsbereich : Vollbild oder ein selbst definierter Bildschirmbereich
- Webcam : Aktivierung bzw. Deaktivierung der Einblendung des eigenen Webcam-Bildes (falls vorhanden)
- Audio : Aktivierung bzw. Deaktivierung des Audioeingangs (z.B. Mikrofon)
- Lautstärkeneinstellung Mikrofon : Regulierung der Aufzeichnungslautstärke
- Rec : Schaltfläche zum Starten der Bildschirmaufzeichnung (alternativ Taste F9)
Nach dem Drücken der Rec-Taste bzw. der Taste F9, zählt Camtasia Studio einen Countdown von 3 Sekunden bevor die Aufzeichnung beginnt. Während der Aufzeichnung kann durch erneutes Drücken der Taste F9 die Aufnahme jederzeit pausiert und wieder fortgesetzt werden. Die Taste F10 dient zum vollständigen Beenden der Aufzeichnung.
Nach erfolgreicher Beendigung der Aufzeichnung wird automatisch eine Vorschau des Videos geöffnet und gestartet. Diese kann durch die Schaltflächen "Speichern/Bearbeiten" als Videoprojekt abgelegt werden oder auf Wunsch durch die Schaltfläche "Löschen" entfernt werden. Mittels der Schaltfläche "Produzieren" kann das einzelne Video direkt abschließend produziert und veröffentlicht werden.
Im Rahmen der Erstellung des LaTeX eLearning Bausteins werden folgende Videos nach dem zuvor beschriebenen Verfahren aufgezeichnet:
- Grundlagen LaTeX
- Komponenten LaTeX System
- Download der Programmteile
- Installation der Programmteile
- Erste Schritte in LaTeX
3.4.4.4 Videoschnitt
Nach der Aufzeichnung der einzelnen Themenvideos, müssen diese in die korrekte Reihenfolge gebracht werden. Dazu wird das Hauptprogramm "Camtasia Studio" aus dem Windows Startmenü unter Start --> Alle Programme --> Camtasia Studio 7 --> Camtasia Studio geöffnet.
- Videos importieren
Zunächst müssen alle aufgezeichneten Videos importiert werden. Dies ist über die Schaltfläche "Medium importieren" möglich. Alle Videos können im darauf folgenden Fenster mit Hilfe der STRG-Taste in einem Schritt ausgewählt und hinzugefügt werden. In Camtasia Studio stehen dann alle Videos zur Verfügung und können per Drag&Drop in die Timeline in den unteren Bildschirmbereich gezogen werden. Dabei ist bei der Erstellung des eLearning Bausteins auf die Reihenfolge Grundlagen LaTeX, Komponenten LaTeX System, Download der Programmteile, Installation der Programmteile und Erste Schritte in LaTeX zu achten.
- Übergangseffekte
Um dem Nutzer die einzelnen Lernbausteine deutlicher zu machen, werden Übergangseffekte eingesetzt, die zwischen den einzelnen Videoteilen ausgewählt platziert werden müssen. Dazu wird im Camtasia Studio auf die Schaltfläche "Mehr" geklickt und nachfolgend auf "Übergangseffekte". Der gewünschte Effekt wird ebenfalls aus der Übersicht zwischen die jeweiligen Videoteile per Drag&Drop gezogen. Aufgrund der hellen Farben der Präsentation fiel die Entscheidung im konkreten Fall auf den Effekt "Schwarz Ausblenden". Die zuvor beschriebene Arbeitsweise wird insgesamt für alle 4 Übergänge durchgeführt.
- Zusammenfassungen hinzufügen
Wie im Storyboard der Entwurfsphase sichtbar, enden einige Kapitel mit Zusammenfassungen bzw. Fragen. Die Zusammenfassungen am Anfang des eLearning Bausteins und Aufgabenstellung am Ende werden mit Hilfe einer PowerPoint Folie erzeugt, die innerhalb PowerPoints als PNG Datei abgespeichert wird. PNG Dateien (Portable Network Graphics) haben hierbei qualitative Vorteile gegenüber JPG Dateien. Um die erstellten Bilder in Camtasia Studio verwenden zu können müssen sie über Datei --> Medium importieren... ausgewählt und hinzugefügt werden. Ebenso wie die Videos werden nun die Bilder an die gewünschte Position in die Timeline (Video 1) gezogen. Die Dauer lässt sich durch Ziehen am Anfang oder Ende des Bildes in der Timeline regulieren.
- Pausen einsetzen
Damit der Nutzer ausreichend Zeit hat sich die Zusammenfassungen anzuschauen, wird ein sog. Callout genutzt. Unter Callout werden Symbole, Schaltflächen oder Bilder bezeichnet, die innerhalb des Videos eine Reaktion auslösen. Das eingesetzte Callout hat hier die Aufgabe das Video solange zu pausieren, bis der Nutzer das Calloutsymbol im Video anklickt. Um Callouts erzeugen zu können muss zunächst die Schaltfläche "Mehr" geklickt werden und anschließend "Callouts". Nun kann über "Callout hinzufügen" ein individuelles Callout erzeugt und das Aussehen bestimmt werden. Mit einem Klick auf die gewünschte Form kann die selbige geändert werden. Auf Wunsch wird im Textfeld ein Beschriftungstext angegeben. Für die Einstellungen "Einblenden" bzw. "Ausblenden" werden die Haken entfernt. Zur Einstellung der gewünschten Verhaltensweise des Callouts wird im ersten Schritt der Haken "Flash-Hotspot erstellen" gesetzt und darauf folgend die Schaltfläche "Eigenschaften für Flash-Hotspots" angeklickt. Die Einstellungen "Pause am Ende des Callouts" und "Zum Fortfahren klicken" sind zu aktivieren. Bei Bedarf kann der erstellte Callout per Drag&Drop verschoben werden. Die zuvor beschriebenen Einstellungen sind, analog zum Storyboard, jeweils nach den Themengebieten Komponenten LaTeX System, Download Programmteile und Erste Schritte in LaTeX vorzunehmen.
- Fragen einbinden
Zum Einbinden der Fragen bietet im Camtasia Studio die Schaltfläche "Mehr" die Option "Quiz". Um ein Quiz zu erstellen, muss der Link "Quiz hinzufügen" angeklickt werden und im Anschluss sowohl ein Name der Quizfrage als auch diverse weitere Einstellungen vorgenommen werden. Dabei ist zu entscheiden, ob eine Antwortnummerierung in Form von Buchstaben oder Zahlen erfolgen soll. Im Zuge der Erstellung des LaTeX eLearning Bausteins wird auf eine Nummerierung verzichtet. Gleiches gilt auch bei der Frage ob Punktzahlen aufaddiert werden sollen. Ein Feedback auf die Beantwortung der Frage ist hingegen wichtig, da der Nutzer des Bausteins erkennen soll, ob er die Frage korrekt oder falsch beantwortet hat. Eine Fortsetzung des Videos erfolgt nur bei korrekter Beantwortung der Frage. Der Nutzer hat später die Möglichkeit seine Antwort zu korrigieren. Alle Einstellungen dieser Art sind im aktuellen Fenster vorzunehmen. Nachdem alle Optionen dieses Fensters bestätigt sind, steht im nächsten Fenster die Frage im Vordergrund welcher Fragetyp kreiert werden soll. Hierbei ist Wahl auf "Multiple Choice" gefallen, da mehrere Antwortmöglichkeiten vorgegeben werden sollen. Nach der erneuten Bestätigung mit OK wird die Frage und die möglichen Antworten angegeben. Abschließend kann auch das Quiz in der Timeline unter "Quiz" per Drag&Drop an die richtige Position in eLearning Baustein verschoben werden.
- Endkontrolle
Nach dem Importieren der Videos und den Zusammenfassungsbildern sowie der korrekten Platzierung aller Elemente wie Übergänge und Quizfragen wird eine Endkontrolle durchgefühlt. Alle in der Timeline platzierten Elemente werden auf die korrekte Reihenfolge und die richtige Laufzeit hin überprüft. Durch den Klick auf die Play Schaltfläche wird eine Vorschauversion des Videos angezeigt, durch deren Hilfe der korrekte Ablauf des vollständigen eLearning Bausteins aufwandsarm überprüft werden kann.
3.4.4.5 Produktion
Nach der Überprüfung wird der gesamte eLearning Baustein produziert. Dazu wird mittels der Funktion "Produzieren und weitergeben", die als Schaltfläche in Camtasia Studio zur Verfügung steht, der Produktions-Assistent gestartet. Hierbei muss zunächst die Plattform ausgewählt werden, für die das Resultat fertiggestellt werden soll. Zur Verfügung stehen Blogs, DVDs, Internet aber auch Plattformen wie iPhone, iPod und Youtoube. Im Falle des LaTeX Bausteins ist die Wahl auf Internet gefallen, die das fertige Projekt auf einer eigenen Webseite veröffentlicht wird. Nach der Auswahl des Ortes "Internet" werden nun Angaben abgefragt zum gewünschten Produktionsnamen, Speicherorten und Maßnahmen die nach der Produktion durchgeführt werden sollen. Nach der Angabe dieser Informationen wird das Projekt gerendert und gespeichert.
Als Ergebnis wird eine Zusammenfassung angezeigt, die alle wesentlichen Informationen wie die Dauer des Inhalts, Videoabmessungen, Größe und Qualität der Dateien aber auch die erzeugten Dateien selbst anzeigt, die später auf die Internetseite zu übertragen sind. Mit dem Klick auf "Fertig stellen" ist der Produktionsprozess beendet.
3.4.5 Einführungsphase
Nach Abschluss der Implementationsphase liegt der fertige eLearning Baustein als Ordner mit insgesamt 6 Dateien vor. Zu diesen 6 Dateien gehören eine HTML Datei, die den Startpunkt bzw. die eigentliche Homepage des eLearning Moduls bildet. Im Quelltext dieser Datei sind zwei Flash-Tools eingebunden. Das erste Tool unterstützt den Benutzer beim Öffnen des eLearning Bausteins dabei, falls nicht schon vorhanden, den Abobe Flash Player zu installieren, der zum Betrachten des Moduls benötigt wird. Die zweite Flash-Datei stellt einen Player zur Verfügung der das produzierte Video, welches im Übrigen als mp4 Datei vorliegt, abspielen kann. Funktionalitäten wie Pausensteuerung, Lautstärkeneinstellung, Vollbilddarstellung sowie eine Laufzeitanzeige und Kapitelsprungmöglichkeit werden dem Benutzer ebenfalls durch dieses Flash Tool zur Verfügung gestellt. Neben einer Java-Script Datei, die ebenfalls zur Steuerung des eLearning Bausteins benötigt wird, liegt noch eine PNG Bilddatei vor, die das Anfangsbild des Videos zeigt.
Alle zuvor beschriebenen Dateien sind mittels eines FTP-Programms (File Transfer Protocol) auf den Webspace des Webhosters zu übertragen. Genutzt wird hierzu das kostenfreie Programm "FileZilla". Benötigt werden ebenfalls die Zugangsdaten wie FTP Server, Benutzername und Passwort. Innerhalb von FileZilla wird per Drag&Drop der Verzeichnisordner mit allen Dateien auf den FTP Server gezogen. Die Übertragung der Dateien beginnt unmittelbar.
Nach Abschluss des Übertragungsvorgangs wird durch Aufrufen der URL (Unique Ressouce Locator) im Browser getestet, ob die Übertragung erfolgreich verlaufen ist. Dies ist der Fall, sofern ein Vorschaubild samt Play-Pfeil angezeigt wird und das Video nach dem Klick darauf ordnungsgemäß startet.
4 LaTeX Entwicklungsumgebung unter Windows
Im diesem Kapitel werden alle wesentlichen Komponenten beschrieben, die benötigt werden, um LaTeX als Textsatzsystem auf einem Windows Rechner verwenden zu können. Alle hier beschriebenen Inhalte werden im Rahmen des eLearning Bausteins dem Nutzer präsentiert und erläutert.
4.1 Systemanforderungen
Anders als bei anderen Textverarbeitungsprogrammen, sind die Systemanforderungen für eine LaTeX-Umgebung um ein vielfaches geringer als bei den sonst üblichen WYSIWYG Textverarbeitungsprogrammen. Ein gutes Beispiel für einen Vergleich ist in diesem Fall Microsoft Office Word 2010. Dieses benötigt mindestens eine 500 MHz schnelle CPU, Windows (XP, Vista, 7 oder 2008), 2.000 MB freien Platz auf der Festplatte sowie mindestens 256 MB RAM - es werden jedoch 512 MB empfohlen. Wichtige Funktionen wie z.B. die Rechtschreibprüfung funktionieren jedoch erst ab 1 GB RAM.
Bei vielen der Systemanforderungen wurden keine Angaben von den Entwicklern gemacht, da diese bereits durch ein lauffähiges Windows Betriebssystem gegeben sind.
4.2 Installation
Es ist zu beachten das bei der Erstellung dieses eLearning Bausteins ein Computer mit dem Betriebssystem Windows 7 benutzt wurde. Die Wahl ist auf Windows gefallen, da es sich bei Windows um das meist genutzte Betriebssystem weltweit handelt. Eine Umfrage der Ipsos GmbH zeigt, dass deutlich mehr als 80% der Computerbenutzer ein Windows Betriebssystem verwenden.
Die Wahl ist dabei auf Microsofts neustes Betriebssystem gefallen, da sich der eLearning Baustein an Studenten von Hochschulen richtet und ein Großteil dieser Hochschulen auch Mitglied der Microsoft Developer Network Academic Alliance ist. Im Rahmen dieses Programms wird den Studenten die neusten Microsoft Betriebssysteme (unter anderem auch Windows 7) kostenfrei zur Verfügung gestellt.
4.2.1 Adobe Reader
Da in LaTeX erzugte Dokumente in der Regel als PDF (Portable Document Format) Dateien ausgegeben werden können, wird eine dementsprechendes Programm zum Anzeigen dieser Dateien benötigt. Als Referenzsoftware wird im Zuge dieser Fallstudie ausschließlich der Adobe Reader verwendet, auch wenn andere Softwareprodukte gleichen Umfangs auf dem Markt verfügbar sind.
4.2.1.1 Download
Der Adobe Reader ist ein Produkt der Firma Adobe und kann auf der Webseite des Herstellers bezogen werden. Der Benutzer muss demnach über einen Computer mit einem Internetzugang und einem funktionsfähigen Browser (IE 8, Chrome, etc.) verfügen. Anschließend kann der Benutzer eigenständig auf der Webseite von Adobe (http://www.adobe.com) nach dem Adobe Reader suchen oder diesen über folgenden Link direkt herunterladen: http://get.adobe.com/de/reader
4.2.1.2 Installation
Nachdem der Benutzer die Installationsdatei heruntergeladen hat, kann er diese durch einen Doppelklick ausführen. Eventuell auftretende Sicherheitswarnungen können mit "Ja/Yes" bestätigt werden. Anschließend öffnet sich ein neues Fenster, welches die Installationsdateien extrahiert und nach einigen Sekunden die Optionen "Zielordner wählen", "Installation" und "Abbrechen" zur Verfügung stellt. Sollte der Adobe Reader nicht im standardmäßigen Ordner installiert werden, so muss der Benutzer einen neuen "Zielordner wählen", ansonsten kann er die Installation durch einen Klick auf "Installation" fortsetzen. Dieser Vorgang kann einige Minuten in Anspruch nehmen und gibt nach Beendigung der Installation eine entsprechende Meldung aus. Das letzte Fenster kann durch das betätigen der Schaltfläche "Fertigstellen" geschlossen werden.
4.2.1.3 Test
Nach Abschluss der erfolgreichen Installation, kann der Benutzer über das Startmenü (All Programs --> Adobe Reader X) den Adobe Reader öffnen. Wird das Programm zum ersten Mal aufgerufen, so erscheint der "Vertriebslizenzvertrag zur Verwendung auf PC's". Diese Endbenutzer Lizenzvereinbarung sollte aufmerksam vom Benutzer gelesen und anschließend akzeptiert werden. Im Anschluss öffnet sich die reguläre Benutzeroberfläche des Adobe Readers. Sollte dies nicht der Fall sein, muss der Benutzer eine erneute Installation vornehmen oder sich mit dem Adobe Kundenservice in Verbindung setzen.
4.2.2 LaTeX Umgebung
Die Wahl der LaTeX Umgebung ist auf MiKTeX gefallen, da diese im deutschsprachigen Raum die meist verbreitet Umgebung für LaTeX ist. Auch Schlosser ist in seinem Buch "Wissenschaftliche Arbeiten schrieben mit LaTeX" der Meinung, MiKTeX sei "sehr einfach zu installieren, funktioniert prächtig und wird gut gepflegt" [4].
4.2.2.1 Download
Für den Download der LaTeX Umgebung, muss der Benutzer ebenfalls über eine funktionierende Internetverbindung verfügen. Anschließend muss er auf die MiKTeX Project Homepage navigieren (http://www.miktex.org) und unter dem Bereich Download die aktuellste Version des Produktes auswählen. Alternativ kann der Benutzer auch über folgenden Link direkt zum Downloadbereich gelangen: http://miktex.org/2.9/setup. In diesem Fenster ist der favorisierte Server auszuwählen und im Anschluss mit dem Download-Button MikTeX herunterzuladen.
Eine Alternative zur MikTeX Project Homepage ist die CD aus dem Buch "Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX" von Schlosser. Auf der enthaltenen CD findet sich die Installationsdatei von MikTeX wieder.
4.2.2.2 Installation
Um MiKTeX auf dem Computer zu installieren muss der Benutzer zur Installationsdatei navigieren und diese mit einem Doppelklick ausführen. Sollten Sicherheitswarnungen auftreten, so können diese vom Benutzer mit "Ja/Yes" bestätigt werden. Zu Anfang wird sich ein neues Fenster öffnen, in dem die Datenschutzverordnung von MiKTeX zu finden ist. Diese sollte sich der Benutzer durchlesen und anschließend mit "I accpet the MiKTeX copying condition" bestätigen. Durch das betätigen der Schaltfläche "Next", gelangt der Benutzer zum nächsten Menüpunkt. Hier kann ausgewählt werden ob MiKTeX lediglich für einen oder allen Benutzern an diesem Computer zur Verfügung steht. Wieder bestätigt der Benutzer nach seiner Auswahl mit "Next" und kann nun ggf. einen anderen Dateipfad angeben. Erneut muss der Benutzer mit "Next" bestätigen. Im fünften Schritt könnten die Einstellungen der Ausgabe geändert werden. Dies ist jedoch nicht zu empfehlen. Um fortzufahren muss der Benutzer den "Next"-Button drücken. Nach diesen Eingaben kann nun die Schaltfläche "Start" geklickt werden und die Installation beginnt. Nach einigen Minuten ist die Installation abgeschlossen und kann durch das betätigen der Schaltflächen "Next" und "Close" beendet werden.
4.2.2.3 Update
Sobald die Installation erfolgreich abgeschlossen wurde, sollte der Benutzer die neusten Updates für MiKTeX herunterladen. Um dies durchzuführen, muss er sich im Startmenü alle Programme anzeigen lassen. Im Anschluss muss er zum Ordner MiKTeX navigieren und den Unterordner Maintenance (Admin) aufrufen. In diesem kann er nun die Update (Admin) Anwendung ausführen. Die folgenden Fenster kann der Benutzer wie gewohnt mit "Next" bestätigen, was dazu folgt, dass die neusten Updates für MiKTeX heruntergeladen werden. Dieser Vorgang kann einige Minuten in Anspruch nehmen und wie gehabt mit "Next" und nachfolgend "Finish" bestätigt werden.
4.2.3 LaTeX Editor
Zur Erstellung eines einfachen LaTeX Dokuments reicht ein Texteditor wie beispielsweise Notepad von Microsoft völlig aus, jedoch ist ein spezieller Editor mit Syntax Highlighting und vordefinierten Textbausteinen für Einsteiger bedienerfreundlicher. Online findet man eine große Auswahl von LaTeX Editoren. Im Rahmen der Fallstudie haben wir uns für das "TeXnic Center" entschieden, da dies sehr benutzerfreundlich ist und die eben genannten Anforderungen erfüllt.
4.2.3.1 Download
Die offizielle Seite des TeXnic Center lautet http://www.texniccenter.org/. Unter dieser kann sich der Benutzer über das Produkt informieren und es herunterladen. Auch Links zur LaTeX Community und Hilfedateien werden auf der Homepage angeboten. Der direkte Downloadlink ist der folgende: http://www.texniccenter.org/resources/downloads/29-downloads/12-texniccenter-installer.
4.2.3.2 Installation
Nach erfolgreichem Download, muss der Benutzer die Installationdatei mit einem Doppelklick öffnen. Das Installationsfenster, das sich nach dem Ausführen öffnet, kann mit dem "Next"-Button bestätigt werden. Auch bei der Installation von TeXnicCenter sollte sich der Benutzer das "License Agreement" sorgfältig durchlesen und anschließend "I accept the agreement" auswählen und mit "Next" bestätigen. Das folgende Fenster gibt dem Benutzer wieder die Möglichkeit den Installationspfad zu ändern und kann anschließend genau wie die nächsten drei Schritte mit "Next" bestätigt werden. Um die Installation abzuschließen, muss der Benutzer im letzen Fenster die "Install"-Schaltfläche betätigen. Nach dieser kann der Benutzer das Endfenster mit "Finish" schließen.
4.2.3.3 Test und Konfiguration
Um das TeXnicCenter zu testen, muss der Benutzer im Startmenü "Alle Programme" auswählen und im Ordner "TeXnicCenter" die Anwendung TeXnicCenter starten. Wird das Programm das erste Mal gestartet, so werden kurz nach dem Start "Tipps und Tricks" für den Umgang mit dem TeXnicCenter angezeigt. Es bleibt dem Benutzer freigestellt ob er diese bei jedem Start sehen möchte oder nicht. Durch das betätigen der Schaltfläche "Schließen" kann der Benutzer die Tipps und Tricks schließen. Im Anschluss öffnet sich der Konfigurations-Assistent. Um zur nächsten Seite zu gelangen muss der Benutzer "Next" drücken. Hier muss der Benutzer nun das Verzeichnis wählen indem sich seine LaTeX Umgebung (MiKTeX) befindet. Sollte der Installationspfad nicht geänder worden sein, so ist dies der folgende: C:\Programme\MiKTeX 2.9\miktex\bin Der PostScript-Viewer kann mit "Next" übersprungen werden. Um den Konfigurations-Assistent zu beenden muss die "Finish-Schaltfläche" gedrückt werden. Damit ist die Konfiguration und der Test abgeschlossen.
4.3 Erste Schritte zur Erstellung eines LaTeX Dokuments
Da dieser eLearning Baustein den Aufbau der Entwicklungsumgebung unter Windows beschreibt, wird dem Nutzer gezeigt, wie er ein Dokument erstellen kann, in dem "Hello World!" steht. Dazu muss der Benutzer über das Startmenü das TeXnicCenter öffnen. Über den Menüpunkt Datei kann der Benutzer nun ein neues Dokument (Datei --> Neu...) erstellen.
Das neue Dokument öffnet sich in der Mitte des TeXnicCenter und kann beschrieben werden. In unserem Beispiel wollen wir einen Artikel anlegen. Anders als bei Word und anderen WYSIWYG-Programmen muss der Benutzer dies vorher definieren. Deklarationen sind immer duch ein "\" gekennzeichnet. Um ein Dokument vom Typ Artikel zu erstellen muss der Benutzer den Befehl documentclass{} verwenden und diese mit dem Begriff "article" füllen. Anschließend muss das eigentliche Dokument geöffnet werden - in diesem Fall mit "/begin{document}". Nun kann der eigentliche Text des Artikels verfasst werden. Beispielsweise "Hello World!". Um das Dokument zu schließen, muss der Benutzer den Befehl "/end{document}" an das Ende seines Artikels schreiben.
In der Endfassung sollte das Dokument dann wie folgt aussehen:
\documentclass{article}
\begin{document}
Hello World!
\end{document}
Nach den Eingaben, muss das Dokument gespeichert werden. Dies kann entweder über die Menüpunkte "Datei" und "Speichern" geschehen oder durch das Klicken des Diskettensymbols. Nun kann der Benutzer einen beliebigen Speicherort aussuchen, an dem er seine Dokumente ablegen möchte und bestätigt nach der Eingabe eines Dateinamens mit "Speichern".
Da der Benutzer ein PDF erzeugen soll, muss er der Eintrag der mittleren Dropdownbox von "LaTeX => DVI" auf "LaTeX => PDF" ändern. Im Anschluss klickt er die Menüpunkte "Ausgabe", "Aktives Dokument" und "Erstellen". Die erzeuge PDF-Datei findet der Benutzer am vorher ausgewählten Speicherort und kann diese durch einen Doppelklick öffnen.
5 Fazit
Im Laufe jedes Studium wird das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten einen großen Anteil am gesamten Studium einnehmen. Besonders das Sammeln, komprimieren, auswerten und veröffentlichen von erarbeiteten Inhalten stellen die Kernaufgaben des wissenschaftlichen Arbeitens dar. LaTeX unterstützt den Autor einer wissenschaftlichen Arbeit beim Veröffentlichen seiner Schriften. Ähnlich wie Word dient LaTeX zum Verfassen von Texten. Der große Unterschied stellt jedoch die Art der Bearbeitung der Texte dar. Da LaTeX ein Textsatzsystem ist, lassen sich Formatierungen jeglicher Art nur durch Befehlsstrukturen (ähnlich zu HTML) realisieren und nicht durch die direkte Bearbeitung am Bildschirm nach dem WYSIWYG Prinzip.
Der Einstieg in LaTeX stellt jedoch oftmals eine Hürde dar, da diverse Programme benötigt werden um erstmals LaTeX Dokumente verfassen zu können. Der Download eines PDF Viewers wie Adobe Reader und einer LaTeX Umgebung wie z.B. MikTeX sind zwingend erforderlich. Um dem Nutzer einen höheren Komfort beim Verfassen von Texten zu ermöglichen ist der Download eines LaTeX Editors wie TeXnic Center empfehlenswert.
Im Rahmen der Fallstudie trägt der entwickelte eLearning Baustein dazu bei, dass auch Personen, die bisher noch nicht mit LaTeX gearbeitet haben, durch das kommentierte Videotutorial eine vereinfachte Möglichkeit erhalten, erste Kontakte mit dem neuen System zu knüpfen.
Vorausgegangen sind dem fertigen eLearning Baustein viele Schritte. Zu Beginn ist eine Analyse der Zielgruppe sowie die Ermittlung möglicher Themen des Baustein unumgänglich. Als Ergebnis hilft das entwickelte Lastenheft bei der nachfolgenden Definitionsphase. Hierbei steht die Auswahl der Themen im Vordergrund, die tatsächlich innerhalb des eLearning Bausteins vermittelt werden sollen. Das Pflichtenheft in gekürzter Fassung bildet hierbei das Ergebnis der zweiten Phase. Erstmals wird das Projekt in der Entwurfsphase eher aus technischer Sicht betrachtet. Die Auswahl der Programme zur Erstellung des Bausteins und die Festlegung des Ablaufs des Themen innerhalb des Tutorials sind die Schwerpunkte dieser Phase. Das große Angebot an Tools zu Bildschirmaufzeichnung erschwert diesen Arbeitsprozess nochmals. Den komplexesten Teil der Erstellung nimmt die Implementationsphase ein, da hier der eLearning Baustein erstellt und die einzelnen Beiträge aufgezeichnet werden. Bereits kleine Versprecher bei der Aufzeichnung tragen zu einem deutlich höheren Zeitbedarf als geplant bei. Nach der Fertigstellung des gesamten Bausteins muss dieser in der letzten Phase veröffentlicht werden. Es stellt durchaus eine Herausforderung dar, zu entscheiden, welche Plattform zur Veröffentlichung genutzt wird, da die Auswahlmöglichkeiten nahezu unbegrenzt sind. Je mehr Interaktivität benötigt wird desto geringer jedoch wird die Auswahl der Veröffentlichungswege. Internet und DVDs sind hierbei die am Häufigsten genutzten Varianten.
Zusammenfassend lässt sich erkennen, dass die Erstellung von eLearning Modulen auf der einen Seite ein langwieriger Prozess ist, auf der anderen Seite jedoch dem Nutzer einen hohen Mehrwert bieten kann. Besonders das orts- und zeitunabhängiges Lernen ist hier als Vorteil zu nennen. Das "elektronische Lernen" ist jedoch nicht immer die erste Wahl, da jede Person Wissen auf unterschiedlichen Wegen unterschiedlich effizient aufnimmt. Auch stellt sich eine direkte Interaktion mit dem Wissensvermittler je nach eLearning Modell als problematisch dar. Im Zuge der fortschreitenden technologischen Entwicklung ist es vielleicht nur eine Frage der Zeit bis das eLearning das gemeinsame Lernen Klassenräume und Hörsälen ersetzt.
6 Fußnoten
- ↑ 1,0 1,1 Pachner (2009) vgl. S. 51 f.
- ↑ Ghanbari (2006) vgl. S. 11
- ↑ 3,0 3,1 BaBeKeSch (2008) vgl. S. 5 f.
- ↑ Schlosser (2009) S.21
7 Quellenverzeichnis
| Schlosser (2009) | Schlosser, Joachim: Wissenschaftliche Arbeiten schreiben mit LaTeX, 3. Auflage | Heidelberg, München, Landsberg, Frechen, Hamburg: mitp, 2009 |
| BaBeKeSch (2008) | H. Balzert, R. Bendisch, U. Kern, C. Schäfer : Wissenschaftliche Arbeiten , 1. Auflage | Herdecke, Witten : W3L GmbH , 2008 |
| Pachner (2009) | Anita Pachner : Empirische Erzeihungswissenschaft Band 18 : Entwicklung und Förderung von selbst gesteuertem in Blended-Learning-Umgebungen, 1. Auflage | Münster : Waxmann Verlag , 2009 |
| Ghanbari (2006) | Azizi Ghanbari : Multiagentensysteme zur Analyse und Verbesserung von vernetztem, kooperativem Lernen , 1. Auflage | Münster : Waxmann Verlag , 2006 |
| de.statista.com | http://de.statista.com/statistik/daten/studie/155114/umfrage/genutzte-betriebssysteme-fuer-computer-weltweit-in-2010/ |



