Geschäftsmodelle auf Basis des Open Source Betriebssystems LINUX

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Berlin
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten I
Betreuer: Prof._Dr._Ralf_Hötling
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Open Source Software
Autor(en): Bernd Baumgarten, Christoph Neumann, Matthias Scheffler
Studienzeitmodell: Abendstudium
Semesterbezeichnung:
Studiensemester: 4
Bearbeitungsstatus: Bearbeitung abgeschlossen
Prüfungstermin:
Abgabetermin: 28.02.2011


Inhaltsverzeichnis


1 Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung Bedeutung
EDVelektronisch Datenverarbeitung
FSFFree Software Foundation
GNUGnu is Not Linux
GPLGeneral Public License
GUIGraphical User Interface
IDCInternational Data Corporation
IPXInternetwork Packet Exchange
ITInformation- und Telekommunikation
KDEK Desktop Environment
MITMassachusetts Institute of Technology
NDAnon-disclosure agreement
NDSNovell Directory Services
OSDLOpen Source Development Labs
OSIOpen Source Initiative
OSSOpen Source Software
RHELRed Hat Enterprise Linux
SCOSanta Cruz Operation
SLEDSuse Linux Enterprise Desktop
SLESSuse Linux Enterprise Server
SPXSequenced Packet Exchange
SSLSecure Sockets Layer
TCPTransmission Control Protocol
UDPUser Datagram Protocol
USAUnited States of America
USLUnix System Laboratories


2 Abbildungsverzeichnis

Abbildungs-Nr. Titel
1Wertschöpfungskette
2Diagramm Umsatz-Kosten-Entwicklung Novell, Inc.
3Diagramm Kosten-Aufwand-Entwicklung Novell, Inc.
4Diagramm Umsatzentwicklung nach Sparten Novell, Inc.
5Diagramm Umsatz-Kosten-Entwicklung Red Hat, Inc.
6Diagramm Kosten-Aufwand-Entwicklung Red Hat, Inc.
7Diagramm Anteil zertifizierte Server nach Distribution
8Diagramm Anteil zertifizierte Endanwendergeräte nach Distribution
9Umsatzentwicklung Microsoft Corporation
10Diagramm Statistik Distrowatch.com


3 Tabellenverzeichnis

Tabellen-Nr. Titel
1Überblick Betriebssysteme, relativer Grad der Nutzung
2Hardwarezertifizierung nach Herstellern


4 Einleitung – Zukunftschancen von aktuellen Geschäftsmodellen

Das Gebiet der Software innerhalb der Informations- und Telekommunikationsbranche (kurz: IT) lässt sich inzwischen ganz grob in 2 Kategorien aufteilen: herstellerspezifische, proprietäre Software und quelloffene Software. Erstere wird als geistiges Eigentum in aller Regel vom Entwickler respektive dessem Vermarkter und ausschließlich von diesem veräußert. Ist ein Produkt erfolgreich, können auch hohe Margen erzielt werden. Wie stellt sich die Situation bei freier Software dar? Kann sich um diese Softwaregattung ein Markt entwickeln mit Teilnehmern, die darin und in Konkurrenz zu den herstellergebundenen Lösungen sich auch finanziell behaupten können? Quelloffene, “open source” Software (OSS) gibt es inzwischen in vielfältigsten Ausprägungen: Betriebssysteme, Middlewares wie JBoss oder schlicht Endanwendersoftware wie Libre Office. Diese Fallstudie wird sich auf Erstere beschränken: der Fokus sei auf “Linux” als eines der bekanntesten Open Source Betriebssysteme gelegt. Verschiedene Firmen bauen Produkte auf dem so genannten Linux-Kernel auf und haben seit Jahren am Markt bestanden: Novell, Red Hat und seit jüngster Zeit Canonical.

Im Folgenden werden die Begriffe Open Source Software und Linux definiert und erklärt, die genannten Firmen im historischen Kontext vorgestellt und als Studienschwerpunkt die Geschäftsmodelle allgemein um OSS sowie spezifisch der Linux-Distributoren erläutert. Ziel ist es, anhand von Kennzahlen deren Erfolg zu bewerten und einen Ausblick auf die zukünftigen Vermarktungschancen von OSS-basierten Geschäftsmodellen zu geben.

Diese Studie soll Softwareentwicklungsfirmen, Start-Up-Unternehmen oder bereits seit Jahren auf dem Markt etablierten Firmen Möglichkeiten aufzeigen, wie mit Open Source Software Umsatz und eventuell auch Gewinne generiert werden können. Diese Fallstudie wird keine genauen Anleitungen oder Geschäftsmodelle vorschlagen, sondern die einzelnen Potentiale der analysierten Modelle herausarbeiten und somit einen initialen Ansatz für Entscheidungen liefern. Außerdem dient sie als Information für alle an OSS interessierten Menschen, die den Mechanismus hinter Open Source und dessen Erfolg verstehen wollen.

5 Fakten um OpenSource

5.1 Begriff "Open Source Software" im Allgemeinen

"Zwei Jungen tauschten Spielzeuge, jeder ging mit einem Spielzeug fort. Zwei weise Männer tauschten Ideen, jeder ging mit zwei Ideen fort."[Anmerkung 1]

Der Begriff "Open Source" beschränkt sich nicht ausschließlich auf Software. Ihm obliegt die These, dass Information, Ideen sich beliebig vervielfältigen lassen und ein möglichst freier, unbeschränkter Austausch eine optimale technische und kulturelle Entwicklung fördert. Im Rahmen der freien Meinungsäußerung wird ein offener Austausch auch als Fundament einer demokratischen Grundordnung[1] angesehen. Im Folgenden sei aber der Schwerpunkt auf Software und die ihr zu Grunde liegende Information – der sogenannte "Code" – gelegt. Open Source Software ist das Resultat einer Gemeinschaftsentwicklung. Private Personen, Programmierer in Unternehmen oder gemeinnützige Gesellschaften erarbeiten gemeinsam ein Programm oder ganze Programmbibliotheken und veröffentlichen deren Quellcode. Die Verwendung ist in aller Regel unentgeltlich, aber nicht bedingungslos. Jeder Nutzer ist aufgefordert, aber nicht verpflichtet, einen Eigenanteil zur Weiterentwicklung des Codes zu erbringen und wiederum zu veröffentlichen: die 'verbesserte' Version also der Allgemeinheit zugänglich werden zu lassen. Wie stellen sich solche Bedingungen dar? Welche Software darf sich als "Open Source" bezeichnen? Den Rahmen dazu liefern zwei Non-Profit-Organisationen: die "Open Source Initiative" (OSI) und die "Free Software Foundation" (FSF). Letztere stellt sich auf den ideologischen Standpunkt der Software als freie, d.h. öffentlich zugängliche Information, während die OSI Open Source eher als pragmatischen Ansatz versteht: Verteilung der Innovationsarbeit. Entsprechend veröffentlicht diese formale Anforderungen an den Quellcode – ein Auszug:

Freie Weiterverbreitung
Die Software oder Derivate davon dürfen in ihrer Weiterverbreitung nicht beschränkt sein. Deren direkter Nutzung darf keine direkte, monetäre Abgabe anhängen.
Quellcode
Der Quellcode muss menschlich nachvollziehbar gestaltet sein und idealerweise zum Auslieferungsumfang abgeleiteter Produkte gehören. Alternativ muss der Quellcode öffentlich ohne Zugangshürden angeboten werden, z.B. durch kostenloses Herunterladen aus dem Internet.
Auf dem Programm basierende Werke
Nutzungsbedingungen – Lizenz – von entsprechenden Derivaten müssen (weitere) Veränderungen an der Software erlauben und dürfen die weitere Veröffentlichung unter der ursprünglichen Lizenz nicht ausschließen.[Anmerkung 2].[2][3]

Beide Organisationen führen Verzeichnisse mit Lizenzen, die ihren jeweiligen Ansätzen von freier (FSF) respektive quelloffener (OSI) Software genügen. In beiden Verzeichnissen findet sich unter Anderem die "GNU/General Public License (GPL)"[4], unter welcher das im Folgenden betrachtete Betriebssystem Linux veröffentlicht wird.

5.2 Linux: prominenter Vertreter

GNU ist dabei ein sogenanntes rekursives Anonym: "GNU is Not a Unix" und weist Linux – neben dessen offensichtlicher Wortverwandschaft und dem GNU Operating System – als ein Unix-Derivat[Anmerkung 3] aus. Seit 1991 wird es von Linus Torvalds entwickelt. Der Quellcode in C ist jedoch völlig autark von Unix. Torvalds, anfänglich alleiniger "Vater" von Linux, nimmt heute eher Kontroll- und Entscheiderfunktionen wahr, als denn selber zu programmieren.[Anmerkung 4][5]. Häufig wird im Zuge von Linux vom Linux-Kernel gesprochen, dem zentralen Quellcode, welcher die eigentlichen Funktionen eines Betriebssystems – Vermittlung zwischen Hard- und Software, Ein- und Ausgabegeräten sowie Bereitstellung von Benutzerschnittstellen – abbildet. C-Compiler gibt es für zahlreiche Plattformen, zum Beispiel x86 (386 und x86-64), IBM PowerPC und S390 oder Intel iA64 (Itanium)[Anmerkung 5] und auch der Linux-Kernel wird entsprechend entwickelt: er enthält die für die Plattformen nötigen Treiber.

Die Unterstützung für vielfältige Systemlandschaften ist ein Merkmal von Linux und eine Ausprägung des offenen Entwicklungsgedankens: so können die verschiedenen Hardwarehersteller jederzeit Quellcode beisteuern, der ihre Plattform betrifft, ohne weitergehende Entwicklungsarbeit leisten zu müssen. Multi-User-, Multi-Prozessor-Fähigkeit, und Zuverlässigkeit sind weitere Merkmale, die Linux insbesondere als Server- und Entwicklungsplattform attraktiv machen. Benutzerfreundlichkeit, zum Beispiel durch grafische Benutzerschnittstellen, werden eher als Manko gesehen. Entsprechende Komponenten wie der X-Server als grafikerzeugender Dienst gehören allerdings nicht zum direkten Umfang vom Linuxkernel. Als heutzutage vollständig angesehenes Betriebssystem inklusive Graphical User Interface (GUI) und zum Beispiel Browser stellt sich Linux erst in Form einer Distribution dar: ein Entwicklerteam konzentriert Kernel, unter Linux laufende, offene Anwendungen und häufig eigene Programme zur Betriebssystemverwaltung zu einem Softwarebundle.

Eine Distribution wird häufig zum Download angeboten. Gegen ein Entgelt für die Datenträger und eine gedruckte Dokumentation kann sie zudem physisch erworben werden. Inzwischen schließen sich kostenlose Onlineservices an, die in der Regel zumindest Systemupdates für den Kernel und die mit der Distribution ausgelieferte Anwendungssoftware umfassen. Bei explizit für den professionellen Unternehmenseinsatz deklarierten Distributionen sind solche Updates neben persönlichen Support für Installation und Wartung allerdings nur im Rahmen von separaten Support-Vereinbarungen oder -Lizenzen erhältlich, so zum Beispiel bei (bis dato) Novell Suse Linux Enterprise Server beziehungsweise Desktop (SLES bzw. SLED).

Der “Linux-Markt” ist quantitativ insofern schwer zu fassen, als das es gegensätzlich z.B. zu Microsoft keine zentrale Vermarktungsinstitution gibt. Perens nennt für 2008 ein Marktvolumen von 35 Milliarden US-Dollar, sich beziehend auf International Data Corporation (IDC)[Anmerkung 6]. Verschiedene Marktanalysten wie Garnter oder IDC, beziehungsweise Webseitenbetreiber wie W3Tech oder Netcraft, die sich auf das Monitoring von Webservices spezialisiert haben, liefern Kennzahlen nach Umsätzen respektive Anzahl der Seitenaufrufe oder Server und des zu Grunde liegenden Betriebssystems.

Quelle: entnommen aus: Wikipedia (2011), o.S.Tabelle 1: Überblick Betriebssysteme, relativer Grad der Nutzung
Quelle: entnommen aus: Wikipedia (2011), o.S.
Tabelle 1: Überblick Betriebssysteme, relativer Grad der Nutzung


Die Zahlen sind vorsichtig zu interpretieren, da die Erhebungen nicht vollständig transparent, gleichartig und, oder unter statistischen Gesichtspunkten vollzogen worden sind. Es lässt sich allerdings ein Trend erkennen: bei Endnutzergeräten wie Desktops scheint Linux eher ein Nischendasein zugeschrieben, während es im professionellem Umfeld einen signifikanten Nutzungsgrad erreicht.

5.3 Geschichte von OSS

Die Ursprünge der Open Source Bewegung liegen in den späten 50iger Jahren. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit seiner wenig autoritären Organisation ist der Ursprungsort. Am MIT arbeiteten einige der bekanntesten Initiatoren der Bewegung, wie z. B. Richard Stallman.

Die damalige Software wurde nur auf Großrechnern verwendet, welche fast ausschließlich in Forschungsanstalten existierten. In dieses Kreisen war das Tauschen, Begutachten und Optimieren von wissenschaftlichen Arbeiten gängige Praxis. Deshalb wurden auch die ersten Programme eher kollaborativ entworfen. Erst durch den Einzug von Großrechnern in der Wirtschaft wurde die darauf laufende Software wirtschaftlich interessant. Um Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten und die Software somit besser vermarkten zu können, wurde diese immer mehr unter Verschluss gehalten. An den Universitäten führte dies vermehrt zu Non-Disclosure-Agreements (NDA)[Anmerkung 7]. Einer der letzten Verfechter der “wahren Hacker Philosophie” war Richard Stallman. Um dem Trend der NDAs entgegen zu wirken, gründete Richard Stallman im Jahr 1982 das GNU Projekt. Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung von freien Applikationen für das damals kommerziell vermarktete UNIX. Zwei Jahre später gründete er die Free Software Foundation. Sie ist eine Stiftung, die freie Softwareprojekte fördert und finanziell unterstützt. Im Jahr 1989 wurde die erste Version der General Public License durch die FSF veröffentlicht. Sie sollte die Rechtssicherheit von freier Software garantieren und dafür sorgen, dass freie Software frei bleibt.[Anmerkung 8] Mit der FSF und der GPL wurde der Grundstein der heutigen Open Source Bewegung gelegt.

Seit den 80iger Jahren setzen auch verstärkt Unternehmen auf den Einsatz von freier Software, und deren kommerzieller Vermarktung. Nachfolgend ist die Historie einiger der heutzutage größten Unternehmungen dieses Geschäftsfeldes aufgeführt.[6][7]

5.3.1 Novell, Inc.

Novell ist heutzutage einer der bekanntesten Technologiekonzerne, mit dem Fokus auf Netzwerk-Software-Produkte. Die bekanntesten Produkte von Novell sind das Serverbetriebsystem NetWare und die hauseigene Linuxdistribution Novell-Enterprise-Linux, welche auf der bekannten Community-Distribution openSUSE aufbaut. Novell beschäftigt zurzeit circa 4500 Mitarbeiter und entwickelt aktiv für den Linuxkernel, Libre Office, Mono und die Desktopumgebung KDE sowie weitere Open Source Projekte.

Gegründet wurde Novell ursprünglich als Novell Data Systems Inc. im Jahr 1979 in Provo, Utah. Damals war Novell ein Hardwarehersteller für CP/M-basierende Systeme [Anmerkung 9]. Im Januar 1983 wurde das Unternehmen schließlich in eine öffentliche Aktiengesellschaft (Public Corporation) überführt und deshalb in Novell Inc. umbenannt. Im selben Jahr stellte Novell die erste Version des Serverbetriebssystems NetWare vor. Für dieses entwickelte Novell sogar ein eigenes Netzwerkportokoll IPX ( Internetwork Packet eXchange)[Anmerkung 10]. Analog zum heutigen TCP-Protokoll entwickelte Novell auf Basis von IPX das SPX (Sequenced Packet Exchange) Protokoll, was ein verbindungsorientiertes Protokoll darstellt. Durch den Vormarsch des Internets Anfang der neunziger Jahre und die Verwendung von TCP/IP, dessen anschließende Implementierung in NetWare, verloren die von Novell entwickelten Protokolle an Bedeutung. Heutzutage finden Sie in der Regel keine Verwendung mehr. Im Jahr 1993 erwarb Novell die Lizenzrechte an Unix, durch den Aufkauf des damaligen Unix Lizenzgebers Unix Systems Laboratories (USL). Im Jahr 1995 verkaufte Novell Unix Rechte an SCO (Santa Cruz Operation), was einen bis heute andauernden Rechtsstreit initiierte, da durch Kauf von Unix Rechten angeblich auch sämtliche technologischen Konzepte des Betriebsystems UNIX an SCO verkauft wurden. Diese Aussage wird bis heute von Novell dementiert[Anmerkung 11]. Im April 2003 kommunizierte Novell die Bereitstellung aller existenten NetWare-Services für Linux inklusive eines vollständigen technischen Supportes. Im August des Jahres 2003 erwarb Novell die Firma Ximian. Ximian wurde durch die gleichnamige Linuxdistribution, der Entwicklungsumgebung Mono und Red Carpet bekannt. Am 04.11.2003 gab Novell die Übernahme der SuSE Linux GmbH für 210 Millionen US-Dollar bekannt. Durch diese Übernahme übernahm Novell die Distribution SuSE Linux und das dazugehörige Dienstleistungportfolio. Aus SuSE Linux ging die heutige Distribution openSUSE und die darauf aufsetzenden Enterprise-Versionen hervor.

In den darauffolgenden Jahren steigerte Novell sein Engagement für Linux. Es stellte zum Beispiel alle firmeninternen Rechner auf Linux um und deklarierte OpenOffice.org als Standard Büroanwendung. Parallel wurden diverse neue Dienste und Produkte rund um Linux und NetWare geschaffen. Im Jahr 2005 konnte Novell circa 4,5 Millionen NetWare Server und circa 90 Millionen Anwender als Basis vorweisen. Die GroupWare-Applikation GroupWise wurde von circa 22 Millionen Anwendern weltweit benutzt und der Novel Directory Service (NDS) eDirectory von circa 68 Millionen. Weiterhin existierten über 400.000 zertifizierte Techniker, sowie über 27.000 Fachhandelspartner.[8][9][10]

Im November 2010 wurde Novell von Attachmate, ein Softwareunternehmen, das durch eine Investorengruppe aus Francisco Partners, Golden Gate Capital und Thoma Bravo geführt wird, für rund 2,2 Milliarden US-Dollar gekauft. Durch den Aufkauf wird Novell 2011 in zwei Unternehmen aufgeteilt: Novell und der Linux Distributor Suse. Es wurden jedoch nicht alle Eigentümer von Novell an Attachmate verkauft: Für circa 450 Millionen US-Dollar wurden Patente an das CPTN Konsortium übertragen, welches von Microsoft geführt wird.[11]

5.3.2 Red Hat, Inc.

Red Hat wurde 1994 von Marc Ewing unter dem Namen Red Hat Linux gegründet. Ein Jahr später wurde die Firma von Bob Young gekauft, mit dessen Firma ACC Corporation fusioniert und in Red Hat Software umbenannt. Der Firmensitz befindet sich seit Februar 2002 in Raleigh, North Carolina. Von Anfang an lag der Fokus von Red Hat auf der Verwendung von Open Source, im speziellen von Linux, und dem kreieren von Geschäftsmodellen rund um diese Thematik. Red Hat entwickelt sowohl für Geschäftskunden, als auch für Privatkunden, für Kleinstgeräte bis hin zu Servern Softwareprodukte. Im Juli 1998 kündigte Oracle, CA und Informix den Support für Red Hat Linux an. Gegen Ende des Jahres wurden die ersten offiziellen Schulungskurse mit anschließendem Examen für den Red Hat Certified Engineer angekündigt. Dies stellt den Anfang eines umfangreichen Zertifizierungsprogrammes für Red Hat Produkte dar. 1999 schlossen Red Hat und IBM eine Linux Alliance und Dell liefert die ersten Server sowie Arbeitsplatzrechner mit vorinstalliertem Red Hat Linux aus. Am 11.August 1999 ging Red Hat an die Börse und sorgte damit für den bis dahin achtgrößten Tagesgewinn an der Wall Street. Im November aquirierte Red Hat Cygnus Solutions [Anmerkung 12] und wurde somit zu dem größten Open Source Unternehmen der Welt. Seitdem expandiert Red Hat zu einem der größten Lieferanten von Linux Server und Desktop Betriebssystemen. Unter Anderem stellten Firmen wie Amazon ihre Backendinfrastruktur auf Red Hat Linux um und Dreamworks rendert komplette Kinofilme auf Red Hat Servern. Im Januar 2003 registrierte Red Hat das einmillionste System. Im gleichem Jahr beschließt Red Hat sich ausschließlich um den Sektor der Geschäfts- und Firmenkunden zu kümmern. Aus diesem Grund wird die weitere Entwicklung von Red Hat Linux formell an das Fedora-Projekt übergeben, welches seitdem von Red Hat finanziell unterstützt wird. Auch ein Großteil der Entwickler sind bei Red Hat angestellt. Die Entwicklung des Fedora-Projektes und der daraus resultierenden Linuxdistribution Fedora wird jedoch eigenständig durch die offene Entwicklergemeinde des Projektes gesteuert. Für Firmenkunden führt Red Hat das Produkt Red Hat Enterprise Linux (RHEL) ein. Die Grundlage dafür stellt die Quelltext-Basis von Fedora dar. 2006 kaufte Red Hat die Firma JBoss und deren Open Source Middlewarelösung auf. Dadurch legte Red Hat den Grundstein für die Entwicklung von serviceorientieren Architekturen auf Basis des bestehenden Softwareportfolios.

Heutzutage ist Red Hat der führende Linux Distributor im Bereich der Serverbetriebssysteme. Red Hat beschäftigt weltweit über 2.500 Mitarbeiter an 58 Standorten.[12][13][14]

5.3.3 Canonical Ldt.

Canonical wurde 2004 durch Mark Shuttleworth in Afrika gegründet. Die für die Gründung von Canonical benötigten finanziellen Mittel erlangte Shuttleworth 1999 durch den Verkauf seiner früheren Firma Thawte an VerigSign. Thawte war die erste Zertifizierungsstelle (z. B: SSL-Serverzertifikate für E-Mail und Webserver) außerhalb der USA. Da er durch diesen Verkauf zum Multimillionär wurde, wollte er der Internetgemeinschaft, mit der er dieses Geld verdient hatte, etwas zurückgeben. Deshalb gründete er das Open Source Projekt Ubuntu und die Firma Canonical, welche dieses Projekt leitet, finanziell unterstützt und Dienste rund um das Produkt Ubuntu anbietet. Ubuntu sollte für private Anwender kostenlos und einfach zu verwenden sein. Für Geschäftskunden steht Ubuntu ebenfalls in speziellen, länger unterstützten Versionen zur Verfügung. Shuttleworth strebt seit der Gründung an, dass Canonical wirtschaftlich selbständig arbeitet. Für diese Selbstständigkeit bietet Canonical diverse Produkte rund um Ubuntu an, für Geschäftskunden Supportverträge und Zertifizierungkurse, für Privatkunden Cloud basierte Speicherlösungen, virtuelle Musik- und Softwaremärkte.

Aktuell beschäftigt Canonical mehr als 350 Mitarbeiter in über 30 Ländern. Neben dem Gründungsbüro auf der Isle of Man in Südafrika existieren Niederlassungen in London, Boston, Taipei und Montreal.[15][16][17]

5.4 Geschäftsmodelle

“Open Source: The Model is Broken” war der Titel eines Internetartikels, der im Jahr 2008 auf www.Businessweek.com veröffentlicht wurde. Darin äußerte sich Stuart Cohen, der bis Anfang 2007 Geschäftsführer der Open Source Development Labs (OSDL) war, kritisch zu dem „klassischen“ OSS-Geschäftsmodell, mit Service und Support Geld verdienen zu wollen.[18] Die im Folgenden vorgestellten Geschäftsmodelle basieren auf einer von IT-Anbietersicht betrachteten allgemeinen Wertschöpfungskette. Hierbei wird eine kurze Übersicht gängiger OSS-Geschäftsmodelle gegeben, wobei die Geschäftsmodelle zwischen dem Dienstleistungs-, dem Produkt- und Mediatorgeschäftsmodell unterschieden werden.

5.4.1 Wertschöpfungskette

Abbildung 1: Wertschöpfungskette
Abbildung 1: Wertschöpfungskette

Eine Wertschöpfungskette bildet die allgemeine Grundlage eines Geschäftsmodells, da diese die Prozesse eines Unternehmens gliedert.

Als ersten Punkt der Wertschöpfungskette bildet der Bereich Forschung und Entwicklung den Abschnitt, in dem eine Open Source-Software entwickelt/programmiert wird. Im Bereich Dokumentation wird üblicherweise der Quellcode sowie der Einsatz der Software ausführlich dokumentiert. Das Packaging fasst die Einzelteile (Software, Dokumentation, etc.) eines Softwareproduktes zusammen. Der Bereich Marketing und Vertrieb beinhaltet die Aussteuerung der Vermarktungs- und Absatzaktivitäten. Die Unterstützung des Kunden vor einer Softwareimplementierung beschreibt der Bereich Beratung, welcher ggf. Analysen, die Erstellung von Konzepten und Prozessanpassungen beinhalten kann. Die Softwareinstallation und -einrichtung beim Kunden umfasst der Abschnitt Implementierung/Integration. Die vom Dienstleister durchzuführende Kundenschulung beinhaltet der Bereich Training. Die Betreuung der installierten Software erfolgt im Bereich Support.[19]

5.4.2 Dienstleistungsgeschäftsmodell

Ein Dienstleistungsgeschäftsmodell beinhaltet das Angebot von Dienstleistungen für bestehende OSS-Produkte, jedoch keine Eigenentwicklung von OSS-Produkten. Das Dienstleistungsgeschäftsmodell bildet ein Kernmodell der OSS-Geschäftsmodelle, da ein großer Bereich der OSS-Geschäftsmodelle einen eingeschränkten Dienstleistungsanteil beinhaltet. Die OSS-Dienstleister können in vier Gruppen eingeteilt werden: Distributoren, die sekundär Support für ihre Distribution anbieten. Große Hardwarehersteller, die ihre Hardwaresysteme mit vorinstallierten OSS-Distributionen verkaufen. Globale Systemintegratoren, welche IT-Dienstleistungen im proprietären und OSS-Bereich anbieten und spezialisierte OSS-Dienstleister, die sich vollständig auf Dienstleistungen rund um OSS-Komponenten konzentrieren. Zu den angebotenen Dienstleistungen kann u. a. die Beratung, Analyse, Konzeption, Integration, Netzwerkadministration, die Erstellung von Sicherheitskonzepten, die Implementation, der Support und Training zählen. Der Bereich für Support-Produkte kann in die folgenden vier Gruppen eingeteilt werden: Installations-Support, für einen eingeschränkten Zeitraum gewähren Distributoren Installations-Support für das erworbene Produkt. Support-Pakete, Distributoren bieten „incident packs“ und „call packs“ an, darüber wird die Unterstützung bei einer bestimmten Anzahl an Störungen oder Hotline-Anrufen dann abgewickelt. Wartungsverträge, ein Anbieter garantiert für einen definierten Zeitraum einen bestimmten Leistungsumfang. Integrationsleistungen, ein OSS-Dienstleister bietet eine umfangreiche Unterstützung für die Einführung von OSS-Software an. Der Vertrieb der Dienstleistung erfolgt direkt, bspw. auf Messen, Konferenzen oder mittels Artikeln in Fachzeitschriften. Die Erlöse werden in Form von Stunden-, Tages- oder Monatssätzen für die angebotenen Dienstleistungen erziehlt.[20]

5.4.3 Mediatorgeschäftsmodell

Mediatoren bieten eine Plattform / Infrastruktur, mittels dieser unterschiedliche Interessensgruppen im OSS-Umfeld zusammengebracht werden. Hierbei stellt die Softwareplattform „Sourceforge“ einen der bedeutendsten OSS-Mediatoren dar. Zu der Zielgruppe von Mediatoren zählen Dienstleister, Entwickler, Nutzer und Werbetreibende. OSS-Dienstleister können ihre Dienstleistung über die Plattform vermarkten und vertreiben. Für Entwickler besteht das Angebot der Mediatoren darin, dass die Verwaltung, das Hosting und die Vermarktung der OSS-Projekte hierüber erfolgen. Anwendern bietet die Plattform eine zentrale Anlaufstelle. Werbetreibende erhalten die Möglichkeit zielgruppenspezifisch zu werben. Für Entwickler und Anwender ist die Nutzung der Infrastruktur kostenfrei. Für Dienstleister und Werbetreibende ist solch ein Marktplatz teilweise kostenpflichtig. Die Vermarktung der Mediatoren erfolgt üblicherweise über das Internet und durch „Mund zu Mund“ -Propaganda. Erlöse erzielt ein Mediator durch den Verkauf von Werbebannern an Werbetreibende, durch den Verkauf von Datenträgern und Handbüchern und durch die OSS-Dienstleister.[21]

5.4.4 Produktgeschäftsmodell

Im Folgenden werden Vertreter von Produktgeschäftsmodellen vorgestellt. Dabei wird auf das Geschäftsmodell OSS-Distributor, OSS-Applikationsanbieter und OSS-Appliance-Hersteller eingegangen.

Ein OSS-Distributor entwickelt, vermarktet, vertreibt und supported eine Distribution. Eine Distribution stellt ein Komplettprodukt für den Endanwender dar. Auf einem Datenträger werden OSS-Komponenten zusammengefasst und durch Installations- und Administrationsroutinen nutzbar gemacht. Ein Großteil der am Markt angebotenen Distributionen besteht dabei aus frei verfügbaren OSS-Komponenten. Angeboten werden Distributionen auf Datenträgern wie DVD, aber auch auf Internetservern. Dabei bieten viele Distributoren ein Standardprodukt für die Endkunden sowie eine Professional-Version für Unternehmenskunden an. Zusätzlich zum Produkt erhält der Kunde einen Hersteller-Support. Dieser ist i.d.R., auf einen definierten Zeitraum und Umfang begrenzt, kostenlos. Durch den Verkauf von Distributionen auf Datenträger an den Endkunden wird ein einmaliger Erlös erzielt. Die Distributoren bieten in regelmäßigen Abständen neue Releases an.[22]

Im Gegensatz zum Geschäftsmodell der OSS-Distributoren entwickeln OSS-Applikationsanbieter eigene Software und stellen diese unter eine OSS-Lizenz. Hierbei kann zwischen den folgenden drei Fällen unterschieden werden.

  • Der Quellcode einer ursprünglich proprietären Software wird zu einem bestimmten Zeitpunkt offen gelegt.
  • Die Entwicklung einer Software wird zu einem bestimmten Zeitpunkt unter eine OSS-Lizenz gestellt. In diesem Fall obliegt die Weiterentwicklung der Software weiterhin dem Unternehmen. Hierbei werden i.d.R. nur wenige unabhängige Personen eingebunden.
  • Ein bestehendes OSS-Projekt wird durch ein Unternehmen übernommen, ab diesem Zeitpunkt wird das Projekt kommerziell weitergeführt.

Die Software wird i.d.R. über das Internet vertrieben, indem diese auf Projekt-Homepages oder bei OSS-Mediatoren bereitgestellt wird. Hierbei kann der Vertrieb in unterschiedlichen Formen erfolgen. Die Software wird verschenkt (Bsp. OpenOffice), oder es erfolgt eine Lizenzierung nach Zeit, d.h. die aktuellste Version einer Software ist kommerziell, nach einer bestimmten Zeitspanne wird diese dann ebenfalls kostenlos. Bei einer Lizenzierung nach Zielgruppe wird zwischen unterschiedlichen Kundengruppen unterschieden. Je nach Kundengruppe wird die Software dann kommerziell oder kostenfrei vertrieben. Weiterhin kann eine Software nach deren Leistungsumfang lizenziert werden. Eine eingeschränkte Softwareversion wird hierbei kostenfrei angeboten. Weitere Versionen mit einem größeren Leistungsumfang / zusätzlichen Funktionen werden kommerziell vertrieben. Wird eine Software der Zielplattform nach lizenziert, kann diese beispielsweise für Linux-Systeme kostenfrei und für Windows-Systeme kostenpflichtig sein. Bei einer Lizenzierung nach Komponenten wird eine Komponente eines Softwareprodukts unter eine OSS-Lizenz gestellt. Dadurch soll die Weiterentwicklung der Komponente vorangetrieben und mögliche Konkurrenten geschwächt werden. Durch die Kombination von kostenfreien und kostenpflichtigen Softwareversionen wird versucht neue Standards zu schaffen und mögliche Mitbewerber auszustechen.[23]

OSS-Appliance-Hersteller entwickeln Hardware-Software-Betriebssystemkombinationen. Zusätzlich zum Betriebssystemkern werden weitere Applikationen, wie eine Bedienoberfläche oder Updatefunktionen, als Schnittstelle zum Benutzer entwickelt. Wurden Appliances ursprünglich als Hardware-Software-Kombination angeboten, so hat sich der Begriff mittlerweile auch im Softwarebereich etabliert. Durch die Kombination von Betriebssystem und Anwendungssoftware wird für dem Endanwender das Problem der Komplexität gelöst, da die Installation und Konfiguration weniger Aufwand bedarf. Daraus resultieren weitere Einsparungen im Bereich der Einrichtung und Systempflege. Auch die Anbieter solcher Software-Appliances erfahren durch wesentlich geringere Test- und Konfigurationsarbeit Einsparungen. Mit der zunehmenden Verbreitung von Virtualisierungstechnicken im IT-Umfeld finden auch virtuelle Appliances ihren Einsatz. Diese Appliances nutzen als Laufzeitumgebung virtuelle Maschinen wie beispielsweise VMware oder Xen. Der Vorteil besteht in der Unabhängigkeit von der realen Hardware. Leistungsfähige Hardware vorausgesetzt, können mehrere virtuelle Appliances auf einem Server laufen. Bei einem Serverausfall kann die virtuelle Maschine ohne großen Aufwand auf einen anderen Server übertragen werden.[24]

Im Unternehmensbereich erfolgt der Vertrieb und Support über Partner, im Privatbereich über den Einzelhandel. Zusätzlich zu den Einnahmen aus dem Verkauf der Appliance-Produkte werden weitere Erlöse aus Wartungsverträgen, Supportanfragen von Partnern und dem Einbinden weiterer Softwarekomponenten in das Appliance-Produkt (Partnerschaft mit Softwarelieferanten) erzielt.[25]

5.4.5 Novell

Wie im Kapitel Kapitel 5.3.1 beschrieben gelang Novell, durch die Übernahme des Linux-Anbieters Ximian und des Linux-Distributor SUSE Linux, im Jahr 2003, der Einstieg in die „Open-Source-Welt“. Ausschlaggebend hierfür war, dass die Bedeutung von Linux, als kostengünstige Alternative, auf dem Markt für plattformübergreifende Lösungen zunahm. Bereits kurz nach der Übernahme der beiden Unternehmen nutzte Novell das erworbene Know-How, um das bis dahin bedeutendste Novell- Produkt NetWare auf Linux zu portieren.

Durch das große Engagement im Open-Source-Bereich hat sich Novell eine wichtige Position in der Open-Source-Community erarbeitet. So findet die Weiterentwicklung von SUSE Linux Enterprise im ausgelagerten Community-Projekt „openSUSE“ statt. Des Weiteren beteiligt sich das Unternehmen aktiv an der Weiterentwicklung des Linux-Kernels.[26]

Mit der SUSE Linux Enterprise – Plattform gelang es Novell, sich im Unternehmensbereich zu etablieren. Ein Unternehmen erhält hierüber eine plattformübergreifende Lösung, die es ermöglicht Linux in Verbindung mit Microsoft- oder Unixlösung einzusetzen.[27] Die Plattform reicht hierbei vom Serversystem (SUSE Linux Enterprise Server) in Verbindung mit einem Desktop-Client (SUSE Linux Enterprise Desktop) bis hin zu alternativen Büroanwendungen, wie der „OpenOffice.org Novell Edition“. Der Produktlebenszyklus für die SUSE Linux Enterprise – Plattform beträgt 7 Jahre.[28] Technische Unterstützung seitens Novell erfährt der Kunde durch den Erwerb von so genannten Subscriptions. Eine Subscription kann für ein bis drei Jahre abgeschlossen werden und beinhaltet Installationssupport durch Novell, Sicherheitspatches, Softwareupdates, Support für zertifizierte Softwareanwendungen und Support für zertifizierte Hardware.[29] Subscriptions können mit unterschiedlichem Umfang abgeschlossen werden. Den Einstieg bildet hierbei eine Basic-Subscription. Umfangreicheren Support erhält ein Kunde durch eine Standard-Subscription. Eine Priority-Subscription beinhaltet den höchstmöglichen Support.[30]

Zusätzlich zu der SUSE Linux Enterprise – Plattform bietet Novell ein weiterführendes Produktportfolio. Hierzu zählt unter anderem die ZenWorks - Produktfamilie, welche zur komfortablen Verwaltung der Server - Client - Plattform dient.[31] Durch ein vielseitiges Produktportfolio in Verbindung mit umfangreichen Support-Dienstleistungen ermöglichte Novell somit seinen Kunden die einfache Migration auf eine Open-Source-Plattform.

5.4.6 Red Hat

Für den Distributor RedHat stellte der Verkauf der Datenträger ursprünglich die primäre Einnahmequelle dar. Mit dem Beginn des Breitbandausbaus konnten die Endanwender ein Release nun schnell und einfach von der Homepage des Distributor runterladen. Ein weiteres Problem stellte die Kurzlebigkeit der einzelnen Releases dar. In kurzen Abständen wurden neue Releases veröffentlicht, welche Fehlerbehebungen, Funktionserweiterungen, neue Hardwaretreiber, etc. enthielten. Ältere Releases erfuhren keine Anpassung oder Verbesserung. Da jede neue Veröffentlichung Änderungen am Kernel beinhaltete, mußte diese auch neu zertifiziert werden. Da in einem Unternehmensumfeld Wert auf Stabilität und Langlebigkeit von Softwareprodukten gelegt wird, fanden Linuxdistributionen nur bedingt Einsatz.[32]


RedHat reagierte auf die Anforderungen und veröffentlichte im Jahr 2002 RedHat Enterprice Linux (RHEL). Der Kern des neuen Geschäftsmodells besteht “aus einer definierten und qualitätsgesicherten Linuxplattform in Verbindung mit einem Abonnement für die Bereitstellung von Sicherheitskorrekturen, Bugfixes und Feature - Aktualisierungen (Updates).”[33] Weiterhin erhält der Kunde Zugang auf sogenannte Major-Releases (Upgrades) sowie interaktiven Kundensupport. Die Besonderheit der Major-Releases besteht darin, dass jede Veröffentlichung für sieben Jahre gepflegt und supported wird. Neue Hardware findet durch regelmäßige Updates Unterstützung. Major-Releases werden alle 18 bis 24 Monate veröffentlicht. Ein Unternehmen kann jederzeit auf eine neuere Version upgraden, was durch den siebenjährigen Produktlebenszyklus jedoch nur in sehr großen Abständen erforderlich ist. Aufbauend auf RHEL bietet RedHat weitere Softwareprodukte wie den RedHat Directory - oder Application Server. Die Weiterentwicklung findet, wie im Kapitel Kapitel 5.3.2 beschrieben, im Rahmen des Fedora-Projektes statt.[34]

5.4.7 Canonical

Im Gegensatz zu anderen Distributoren besteht das primäre Geschäftsmodell von Canonical darin, weiterführende Dienstleistung rund um die Distribution Ubuntu anzubieten. So äußerte sich der Canonical Gründer Mark Shuttleworth wie folgt in einem Interview: “Der einzige Weg, ein Geschäft mit Linux zu machen, ist die Fokussierung auf Dienstleistungen.”[35]

Zu diesen Dienstleistungen zählen unter anderem “Ubuntu One”, welcher die beiden Dienste “Ubuntu One Basic” und “Ubuntu One Mobile” umfasst sowie der “Ubuntu One Music Store” und das “Ubuntu Software Center”.

Mit “Ubuntu One Basic” bietet Canonical einen Cloud-basierten Dienst an, mit dem der Anwender von unterschiedlichen Rechner aus Daten zwischen Rechner und Online-Speicher synchronisieren kann. Dem Anwender stehen hierbei 2 GByte Speicherplatz kostenlos zur Verfügung. Der Speicherplatz kann durch den Erwerb von 20 GByte -Paketen erhöht werden, wobei dann eine monatliche Gebühr je erworbenem Paket anfällt.[36] “Ubuntu One Mobile” bietet Dienste speziell für den Smartphone-Bereich. Mit dem Erwerb erhält der Anwender die Möglichkeit Musik auf seinem Smartphone zu streamen sowie Kontakte und zukünftig auch Fotos zu synchronisieren. Auch für diesen Dienst ist eine monatliche Gebühr zu entrichten. Über den ebensfalls kostenpflichtigen “Ubuntu One Music Store” können Anwender von einem einzelnen Musiktitel bis hin zu kompletten Musikalben alles kaufen. Die gekauften Musiktitel stehen dem Anwender ebenfalls über den Online Speicher zur Verfügung, können mit anderen Rechnern synchronisiert werden oder mittels Ubuntu One Mobil auf ein Smartphone gestreamt werden.

Das Linux-Derivat Ubuntu beinhaltet seit der Version 9.10 ein Software Center, was für die Anwender das gesamte Paketmanagement, also das Installieren von Programmen, Updates, etc., vereinfachen soll. Mit Erscheinen der Version 10.10, wurde das Software Center dahingehend erweitert, dass Anwender nun auch die Möglichkeit erhalten, hierüber kostenpflichtige Software kaufen zu können.[37]

Durch den zentralen Online Dienst hat der Anwender zusätzlich den Vorteil, dass seine Daten nach einem eventuellen Systemcrash mit wenig Aufwand zurückgespielt werden können. Wurden die Dienste rund um Ubuntu One ursprünglich nur im Linuxumfeld angeboten, so befindet sich Canonical derzeit in der Entwicklung eines Ubuntu One Clients für die verschiedenen Microsoft Windows Betriebssysteme.[38]

6 Geschäftsmodellanalysen

6.1 Geschäftsmodell - Betriebssystemdistributor

Die Firmen Novell, Inc. und Red Hat, Inc. publizieren regelmäßig, bis dato quartalsweise, Geschäftsberichte über Aktivitäten, Umsatz und Erfolge. Zusammen mit Presseberichten und Zertifizierungskennzahlen als Maß der Kooperation mit Hardwareherstellern lassen sich Ausmaß und Erfolg über die letzten Jahre quantitativ darstellen. Da die Basis für die Geschäftsberichte ein im amerikanischen Firmenrecht verankertes Formular, Form 10-Q[Anmerkung 13][39], ist, wird die Vergleichbarkeit der Berichte sichergestellt.

6.1.1 Definition Datenrahmen

Die Geschäftszahlen setzen sich grundlegend wie folgt zusammen:

  • Umsatz (revenue)
  • abzüglich Kosten für die unmittelbare betriebliche Akitivität (cost of revenue) ergibt den
  • brutto Gewinn oder Verlust (gross profit or loss)
  • abzüglich des Aufwandes (operating expenses) ergibt den
  • operativen Gewinn (income from operations)
  • abzüglich oder zuzüglich außergewöhnliche Aufwände oder Einnahmen (other income / expense) ergibt den
  • Gewinn vor Steuern (income before taxes)
  • abzüglich von Steuern (taxes) resultiert der
  • Nettogewinn oder -verlust (net income or loss)[40]


Der reguläre, im Englischen so genannte operative Aufwand setzt sich größtenteils als Aufwand für Entwicklung und Forschung, Aufwand für Marketing und allgemeiner Verwaltungsaufwand zusammen. In einzelnen Quartalen ergeben sich Sonderaufwände oder -einnahmen, z.B. resultierend aus beigelegten Lizenzstreitfällen.

Die Datenbasis erfasst im Falle von Novell die Geschäftszahlen ab und einschließlich November 2003 (Geschäftsquartal 1/2004)[41] und im Falle Red Hat ab und einschließlich März 2004 (Geschäftsquartal 1/2005).[42] Die Datenbasis endet bei Novell im und einschließlich Oktober 2010 mit dem vorläufigem Quartalsbericht 4/2010. Die Datenbasis endet bei Red Hat im und einschließlich August 2010 mit dem regulären Quartalsbericht 2/2011.

Eine weitere Vergleichsbasis stellt die zertifizierte Hardware dar. Dieser Indikator gibt an, welche Hardwarehersteller ihre Hardware für welche Betriebssysteme zertifizieren, das heißt für diese Betriebssysteme im Optimalfall Support bei Fehlern anbieten, zumindest jedoch garantieren, dass diese Hardware ohne weitere Anpassung voll kompatibel zu den zertifizierten Betriebsystemen ist respektive passende Treiberpakete angeboten werden. Die Datengrundlage stellen Listen der jeweiligen Distributoren dar, welche in einer Matrix konsolidiert wurden.

6.1.2 Geschäftszahlen Novell

6.1.2.1 Umsatzentwicklung

Der Gesamtumsatz bei Novell zeigt sich im Jahrestrend leicht rückläufig. Ausgehend von einem Spitzenumsatz im Geschäftsquartal 4/2005 von circa 320 Millionen US-Dollar ging der Umsatz sukzessive auf nunmehr circa 206 Millionen US-Dollar im letzten erfassten Geschäftsquartal zurück. Synchron erfolgte allerdings eine überproportionale Kostensenkung: standen am Anfang der erfassten Periode einer Geldeinheit Kosten ca. 2,8 Geldeinheiten Umsatz gegenüber, konnten zuletzt mit 1 Geldeinheit Kosten ca. 4,5 Geldeinheiten Umsatz erwirtschaftet werden.

Abbildung 2: Diagramm Umsatz-Kosten-Entwicklung Novell, Inc.
Abbildung 2: Diagramm Umsatz-Kosten-Entwicklung Novell, Inc.
6.1.2.2 Gewinnentwicklung unter Berücksichtigung von Aufwänden

In der erfassten Datenperiode liegen der Bruttogewinn und die operativen Aufwände nahe bei einander, resultierend in abwechselnd niedrigen Nachsteuergewinnen beziehungsweise -verlusten. Drei Datenwerte sind durch Einmaleffekte auffällig:

  • Geschäftsquartal 1/2005: einmalige Einnahme von ca. 447 Millionen US-Dollar durch Beilegung einer juristischen Streitigkeit mit Microsoft[43]
  • Geschäftsquartal 4/2009: einmalige, unbare Abschreibung auf Firmenwert und immaterielle Vermögenswerte in Höhe von ca. 279 Millionen US-Dollar[44]
  • Geschäftsquartal 4/2010: einmalige, unbare Auflösung von Steuerrückstellungen in Höhe von ca. 308 Millionen US-Dollar[45]
Abbildung 3: Diagramm Kosten-Aufwand-Entwicklung Novell, Inc.
Abbildung 3: Diagramm Kosten-Aufwand-Entwicklung Novell, Inc.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Novell einen latenten Umsatzrückgang mit Kostensenkungen kompensieren konnte und ab dem Geschäftsquartal 1/2009 positive Nettogewinne nach Steuern erwirtschaften konnte, unbare Einmaleffekte ausgeklammert. Novell befand und befindet sich noch in einer Umstrukturierungsphase, mit dem Übergang vom proprietärem Netware Betriebssystem hin zum Suse Linux Enterprise Server als Basis für die weiteren Unternehmensprodukte wie Open Enterprise Server oder eDirectory. Interessant ist daher die Entwicklung der einzelnen Unternehmenssparten.

6.1.2.3 Umsatzentwicklung der Sparten
Abbildung 4: Diagramm Umsatzentwicklung nach Sparten Novell, Inc.
Abbildung 4: Diagramm Umsatzentwicklung nach Sparten Novell, Inc.

Die Sparten sind in dieser Form ab dem Geschäftsquartal 1/2006 gelistet. Ausgehend von diesem Wert sind die relativen Zuwächse und Abnahmen dargestellt. Die Sparte “open plattform”, in der die Geschäftsaktivität um Suse Linux Enterprise Server, Suse Linux Enterprise Desktop sowie Suse Engineering zusammengefasst sind, konnte den Quartalumsatz seit dem verdreifachen: wenn auch von einem vergleichsweise niedrigen Niveau von ca. 13 Millionen US-Dollar auf aktuell ca. 39 Millionen US-Dollar. Die Sparten “identity & security” - unter anderem Produkte wie Identity Manager, Access Manager oder eDirectory - und “system & resource” - Produkte der ZENWorks-Familie - wiesen größtenteils stabil-positive Umsätze aus. Unter “workgroup” sind die Kollaberationslösungen wie Groupwise, Teaming & Conferencing oder das stand-alone eDirectory sowie das Netwarebetriebssystem gelistet. Der Umsatz ging dabei um ca. 20% zurück. Die aktuelle Netwareversion bekam im Oktober 2008 das Service Pack 8 als vorerst letztes, der reguläre Support lief im März 2010 aus.[46] Als Nachfolgeplattform gilt der Open Enterprise Server 2, der unter SLES oder paravirtualisiert in einem Xen Hypervisor läuft. Der technische Support und Trainingsdienstleistungen unter “services” verzeichnen einen beinahe stetigen Umsatzschwund bis zu 71% ausgehend vom ersten Quartal des Fiskaljahres 2006.

6.1.3 Geschäftszahlen Red Hat

Der Gesamtumsatz bei Red Hat hat sich in den Geschäftsjahren seit 2005 mehr als vervierfacht. Dieser stieg von 33 Millionen US-Dollar im ersten Geschäftsquartal 2005 auf rund 220 Millionen US-Dollar im zweiten Geschäftsquartal 2011. Die Kosten hielten sich bis auf einem Sprung im Jahr 2006 auf einem konstanten Niveau im Vergleich zu dem Umsatz, circa im Verhältnis 1:6. Vor dem Sprung 2006 wurden mit einer Geldeinheit Kosten circa 5 Geldeinheiten Umsatz generiert.

Abbildung 5: Diagramm Umsatz-Kosten-Entwicklung Red Hat, Inc.
Abbildung 5: Diagramm Umsatz-Kosten-Entwicklung Red Hat, Inc.

In dem betrachteten Zeitraum sind entsprechend des Umsatzes auch der Bruttogewinn sowie die Aufwände gestiegen. Die Differenz zwischen Umsatz und Aufwänden ist jedoch leicht ansteigend, was zu einem steigenden Nettogewinn führt, von circa 11 Millionen US-Dollar im ersten Geschäftsquartal 2005 auf 23,5 Millionen US-Dollar im zweiten Geschäftsquartal 2011. Im Verhältnis zum Umsatz betrachtet sind die Aufwände bis auf einen Ausreißer Ende 2006 konstant. Sie bewegen sich zwischen 80 bis 90 Prozent des Umsatzes. Der Ausreißer im vierten Geschäftsquartal 2006 ist auf die Erhöhung der Mitarbeiter des technischen Supports und im Marketing-/Vertriebsbereich zurückführbar. Das Verhältnis von Einkommen zu Bruttoumsatz ist dagegen rückläufig. Es ist von circa 33 Prozent im ersten Geschäftsquartal 2005 auf 13 Prozent gefallen. Dies ist auf die steigenden Aufwände in allen Bereichen zurückzuführen. Besonders der Bereich Marketing und Vertrieb ist bei den Aufwänden stark angestiegen.

Abbildung 6: Diagramm Kosten-Aufwand-Entwicklung Red Hat, Inc.
Abbildung 6: Diagramm Kosten-Aufwand-Entwicklung Red Hat, Inc.

6.1.4 Indikator Hardwarezertifizierung

Betriebssysteme besitzen mit der Kompatibilität zu Hardwareplattformen ein kritisches Moment. Insbesondere in der dezentralen Entwicklungsumwelt von Open Source Projekten fehlt häufig ein zentraler Ansprechpartner, z.B. für ein gerätespezifisches Treiberproblem. Auch hat sich die Treiberentwicklung bei den Geräteherstellern im Linuxumfeld bis dato geringer priorisiert dargestellt als z.B. im Windowsumfeld. Zertifizierungen bieten sich als Indikator an, ob eine Betriebssystem-Hardwareplattform getestet wurde und sowohl vom Hardwarehersteller und Betriebssystemdistributor unterstützt sowie ggf. zukünftig mit Updates unterstützt wird. Diese mittel- bis längerfristige Unterstützung wird insbesondere im Server- sowie professionellem Endanwendergerätemarkt nachgefragt. Die hier führenden Anbieter Dell, Hewlett Packard (HP), IBM, Intel, Lenovo, in Fusion Oracle und Sun sowie neuerdings VMWare haben Zertifizierungsprogramme und veröffentlichen diese listenartig.[47][48][49]

Tabelle 2: Hardware-Zertifizierungen nach Hersteller
Tabelle 2: Hardware-Zertifizierungen nach Hersteller
Abbildung 7: Diagramm Anteil zertifizierte Server nach Distribution
Abbildung 7: Diagramm Anteil zertifizierte Server nach Distribution
Abbildung 8: Diagramm Anteil zertifizierte Endanwendergeräte nach Distribution
Abbildung 8: Diagramm Anteil zertifizierte Endanwendergeräte nach Distribution

Bei der absoluten Anzahl an zertifizierten Servern liegt Novell in Front, insbesondere durch die Kooperation mit IBM und den dort sehr zahlreich gelisteten Serverlösungen. Red Hat kann sein Linux allerdings auch gut auf Dell- und HP-Servern positionieren. Ubuntu Server von Canonical legt den Schwerpunkt auf Dell-Server, liegt insgesamt allerdings deutlich hinter den Konkurrenten im Segment Server.

Gegensätzlich kann der Ubuntu Desktop eine signifikante Zahl an zertifizierter Endanwenderhardware für sich verbuchen - Kooperationen zwischen Canonical und Dell sowie HP sind ersichtlich. Zwischen Novell und Red Hat einerseits und Canonical werden unterschiedliche Strategien deutlich: während erstere den Dienstleistungsmarkt rund um den Servermarkt als Linux-Domäne bedienen, will Canonical die Ubuntu-Distribution auch auf Desktopumgebungen etablieren.

6.1.5 Vergleich Gesamtmarktperformance am Indikator Microsoft

Nimmt man Microsoft als einen führenden Lieferanten von Betriebssystemen als Marktindikator, ergibt sich ein positives Bild für Linuxdistributoren. Wie dem nachfolgendem Diagramm zu entnehmen ist, ist bei Microsoft ein deutliches Wachstum des Gesamtumsatzes zu erkennen. Dieser ist von circa 8 Milliarden US-Dollar auf knapp 16 Milliarden US-Dollar angestiegen. Analog dazu ist auch ein Umsatzwachstum der Server- und Tools-Sparte um fast 100 Prozent zu verzeichnen. Die Quelle für dieses Diagramm stellen die Geschäftsberichte ab dem 1. Geschäftsquartal des Jahres 2004 dar.[50]

Abbildung 9: Diagramm Umsatzentwicklung Microsoft Corporation
Abbildung 9: Diagramm Umsatzentwicklung Microsoft Corporation

Bei einem direkten Vergleich zu Red Hat, stellt sich ein besseres relatives Wachstum für Red Hat heraus. Da Red Hat fast ausschließlich Umsatz mit der Vermarktung von Open Source Betriebssystemen für den Server und Desktop Bereich sowie den dazugehörigen Supportleistungen generiert, vernachlässigen wir weitere Umsatzgeneratoren, da diese in der Bilanz nicht weiter aufgeführt werden und relativ betrachtet zu vernachlässigen sind. Unter dieser vereinfachten Annahme ergibt sich bei Red Hat ein Umsatzwachstum in den Jahren 2004 bis 2010 um mehr als 500 Prozent.

Diesen Vergleich kann man auch bei Novell durchführen. Da Novell jedoch mehr als nur Open Source Betriebssysteme vermarktet, wird nur die Sparte “open plattform” für den Vergleich herangezogen. Diese konnte in den Jahren 2006 bis 2010 ein Umsatzwachstum von circa 300 Prozent verzeichnen. Hier muss jedoch angemerkt werden, dass das Wachstum zum Teil auch durch die Migration von Netware auf den Open Enterprise Server zurückzuführen sein kann.

Zusammenfassend kann jedoch festgestellt werden, dass die Vermarktung von Open Source Serverbetriebssystemen im direkten Vergleich zu Microsoft in den letzten Jahren stärker gestiegen ist. Red Hat als reine Open Source Firma konnte sich in diesem Segment auch deutlich von Novell absetzen.

6.1.6 Vergleich Linux Distributionen aus Endanwendersicht

Um eine weitere Sichtweise auf das Geschäftsmodell Linux-Distributor zu erhalten wird nachfolgend der Privatanwendermarkt analysiert. Als Datenbasis dient die Treffer pro Tag Statistik der Internetseite Distrowatch.com.[51] Distrowatch.com ist eine seit 31. Mai 2001 aktive Internetseite welche Informationen zu sämtlichen Linux- und Unix-Distributionen bereitstellt. Parallel zu diesen Informationen wird protokolliert wie oft pro Tag die Informationsseite zu einer bestimmten Distribution auf Distrowatch.com aufgerufen wird. Aus diesen Zahlen wird eine fortlaufende Statistik der Hits per Day - Treffer pro Tag generiert. Diese Statistik ist ein Indikator für die Beliebtheit einer Linuxdistribution. Für diese Arbeit wurden die Jahresstatistiken der Jahre 2002 bis 2009 herangezogen.

Abbildung 10: Diagramm Statistik Distrowatch.com
Abbildung 10: Diagramm Statistik Distrowatch.com

Wie dem Diagramm entnommen werden kann ist ein deutliches Wachstum der Aufrufe bei allen Distributionen zu erkennen. Weiterhin lässt sich auch erkennen, dass sich die Community-Projekte der Firmen Red Hat und Novell seit Gründung einer großen Beliebtheit erfreuen. Das Fedora-Projekt erreicht im Jahr seiner Gründung eine Aufrufrate von 1202 Aufrufen pro Tag. Auch bei openSUSE kann man diesen Sprung erkennen. Bis zum Jahr 2005 hatte das SuSE-Projekt circa 360 Aufrufe pro Tag. Seit der Gründung des openSUSE- Projektes im Jahr 2005 stieg die Zahl der Aufrufe bereits im selben Jahr rapide auf 858 Aufrufe an. In den darauffolgenden Jahren erreichte das Projekt Aufrufraten von teilweise über 2000 Aufrufen pro Tag. Statistisch auffällig ist die Popularität von Ubuntu seit der Gründung des Projektes im Jahr 2004. Im ersten Jahr erreichte Ubuntu eine Aufrufrate von 300 Aufrufen pro Tag. Diese Zahl ist jedoch nicht ganz aussagekräftig, da das erste Ubuntu Release 4.10 im Oktober 2004 erschien. Seit dem darauffolgendem Jahr 2005 hat Ubuntu konstante Aufrufraten von über 2000 Aufrufen pro Tag. Anhand dieser Statistik lässt sich deutlich erkennen, dass die Communityprojekte der beiden Firmen Red Hat und Novell auch im privaten Bereich eine große Nutzergemeinde besitzen. Ubuntu ist seit der Gründung des Projektes jedoch Marktführer in diesem Segment.

6.2 Geschäftsmodell - Appliance

Im Trend zunehmender Virtualisierung, Cloud-Infrastrukturen - also der Abstraktion der Hardwarebene - sind Tendenzen zu erkennen, auch die Betriebssystemebene transparent zu gestalten. Der Fokus soll stärker auf die Anwendung gelegt werden, der Kunde spart Kosten und Zeit durch Auslagerung der Pflege und Wartung der unter der Applikation angesiedelten Infrastruktur an den Appliance-Anbieter.

OSS-Anbieter und speziell die Linux-Distributoren setzen auf den Trend. Sie können ihre Kompetenzen so als Produkt an Kunden veräußern, diese wiederum benötigen kein dediziertes Know-How, Fachleute, z.B. im Bereich der Linux-Administration. Die Stärken des Linux-Kernels im Bereich Modularisierung, Virtualisierung und Unterstützung vieler Prozessorarchitekturen lassen Linux als Betriebssystem der Wahl für potentielle Anbieter von virtuellen und hardware-basierten Appliances erscheinen.

6.2.1 Produkte und Strategien von Novell und Red Hat

Novell hat dieses Geschäftsmodell erkannt und im Jahr 2008 mit dem Dienst SUSE-Appliance-Toolkit erschlossen. Dieser Dienst ermöglicht das schnelle Erstellen von Software-Appliances auf Grundlage des SUSE Linux Enterprise Server, SUSE Linux Enterprise JeOS[Anmerkung 14]. Das von Novell initiierte Appliance-Programm findet laut Novell Presseberichten großen Anklang in der Wirtschaft. Als Referenzkunden werden zum Beispiel Adobe Systems, Inc., BitRock, Inc., IBM Corporation und die Ingres Corporation genannt. Der Vorteil dieses Dienstes liegt in der großen Zeitersparnis bei der Erstellung der Appliances. Dies bekunden diverse Kunden wie z. B. Ingres und Bitrock.[52] Genaue Zahlen über den Erfolg des SUSE-Appliances-Programmes lassen sich jedoch nicht ermitteln, da dies in den Geschäftsberichten nicht weiter ausgeführt wird.

Auch Red Hat hat das Geschäftsfeld bereits erkannt. Derzeit befindet sich dieser Dienst jedoch noch in der Entwicklungsphase. Red Hats zukünftiges “Red Hat Appliance Operating System” soll den Aufbau von virtuellen Appliance auf Basis von Red Hat Linux ermöglichen.[53]

7 Fazit

Nach Darstellung des Themenkreises Open Source Software, Betriebssystem Linux, der führenden Anbieter und ihrer Geschäftsmodelle erfolgte im voran gegangenen Abschnitt eine Erfolgsbewertung anhand verschiedener Kennzahlen.

7.1 abschließender Überblick

7.1.1 Geschäftsmodell Distributor - Server und professionelles Segment

Wie die Ausarbeitung zu den Geschäftszahlen von Red Hat im Kapitel 6.1.3 zeigt, kann das Geschäftsmodell des Distributors durchaus profitabel sein. Seit der Firmengründung im Jahr 1995 schreibt Red Hat mit der Vermarktung und Entwicklung von Open Source Software schwarze Zahlen. Auch das “open platform”-Geschäftssegment von Novell konnte in den letzten Jahren ein Wachstum von über 300 Prozent verzeichnen. Strategisch hat Novell die Basis aller Systeme auf Open Source umgestellt. Die Entwicklung dieser Basis findet in ausgelagerten Community-Projekten statt, die von Novell betreut, unterstützt und finanziert werden. Genau in diesem Fakt liegt der Vorteil von Open Source. Red Hat hat schon vor Jahren erkannt, dass Software die von einer breiten Entwicklergemeinschaft entwickelt wird, qualitativ hochwertiger und sicherer ist als Softwareprodukte, die hinter verschlossenen Türen von einer kleinen Entwicklergemeinschaft entwickelt werden. Selbst der erhöhte Koordinierungs- und Betreuungsaufwand des Projektes lohnt sich in diesem Fall.

Der Erfolg dieses Geschäftsmodells zeigt sich neben den wirtschaftlichen Kennzahlen auch in der Unterstützung der Produkte durch andere Firmen, wie z. B. Hardwarehersteller. Wie der Tabelle 2 entnommen werden kann, werden die Open Source Produkte aller betrachteten Anbieter von diversen großen Hardwareherstellern unterstützt und zertifiziert.

Auch der Vergleich zu dem Marktführer in proprietären Serverbetriebssystemen muss durch Red Hat, Novell und Canonical nicht gefürchtet werden. Laut den Geschäftsberichten von Microsoft verzeichnet die Serversparte des Konzerns Wachstumsraten im Umsatz von circa 100 Prozent. Novell konnte in einem zwei Jahre kürzeren Zeitraum ein Wachstum von 300 Prozent in diesem Segment verzeichnen. Auch Red Hat, dessen Kerngeschäft nur aus der Vermarktung von Serverbetriebssystemen und einem kleinen Teil Desktopversionen des Systems besteht, konnte in den Jahren 2005 bis 2010 ein Umsatzwachstum von fast 400 Prozent verzeichnen.

Der Erfolg von Linux im professionellen Geschäftsumfeld liegt zum Einen in der freien und breiten Verfügbarkeit, zum Anderen in der kostengünstigen Betriebsführung der Systeme. Je nach Know-How des Personals können somit erhebliche Einsparungen erzielt werden, da das System, durch die Verfügbarkeit des Quellcodes, vollständig transparent ist. Red Hat und Novell können sich auch gegen, den in absoluten Umsatzzahlen größeren Konkurrenten, Microsoft behaupten und im Serversegment eine bessere relative Performance über die letzten Jahre aufweisen. Beide Unternehmen profitieren dabei von der Entwicklungsleistung der Open-Source-Gemeinschaft, die wiederum nicht eingekauft, sondern durch eigenentwickelte Ergänzungen am Quellcode “entlohnt” werden. Gleichzeitig lässt sich damit die eigene Entwicklungsarbeit im Bereich Betriebssystem nicht monopolisieren. Die Nettomargen beider Firmen spiegeln das entsprechend wider.

7.1.2 Geschäftsmodell Distributor - Desktop und zusätzliche Services

Fast schon traditionell tut sich Linux im Endnutzerumfeld schwer. Canonical versucht Ubuntu auch auf Endbenutzergeräte zu platzieren und kooperiert mit Dell und Hewlett Packard. Konkrete Erfolgszahlen nennt das Unternehmen bis dato nicht, auch die Entwicklung der noch jungen Ubuntu-One-Services ist nicht quantitativ, öffentlich dokumentiert. Novell und Red Hat klammern den Markt in ihren Aktivitäten aus und fokussieren sich nur auf Geschäftskunden. Der Privatanwendermarkt wird durch die Community-Projekte openSUSE und Fedora, als Nebenprodukt, bedient.

Aus den oben genannten Gründen erreicht Ubuntu jedoch eine große Akzeptanz bei privaten Endanwendern. Wie die Statistik von Distrowatch.com zeigt, ist seit dem Erscheinen der ersten Ubuntu Version keine andere Distribution beliebter als Ubuntu. Diese Beliebtheit liegt zum Einen in dem von Canonical eingeschlagenen Entwicklungsfokus. Entgegen Novell und Red Hat konzentriert sich ein Teil der Entwickler ausschließlich auf die Verbesserung der Benutzbarkeit des Desktops. Dies mündet in vielen innovativen Neuerungen wie angepassten Oberflächen für Geräte mit niedriger Auflösung und Benachrichtigungssystemen, die den Anwender in den Arbeitsprozessen nicht stören. Durch die Beliebtheit von Ubuntu bei Endanwendern wird auch deutlich, dass sich in diesem Markt kein Geld mit Open Source Software verdienen lässt. Der private Endanwender neigt im Problemfall eher dazu Hilfe in einer der zahlreichen Communities zu suchen, anstatt professionelle Unterstützung bei Canonical einzukaufen. Dieses Verhalten entspricht ganz und gar dem Open Source Gedanken, Wissen frei zur Verfügung zu stellen und mit anderen zu teilen.

Auch der wirtschaftliche Erfolg der kommerziellen, teilweise proprietären Dienste, rund um das Betriebssystem Ubuntu bleibt abzuwarten. Hier wird einer der Schlüsselfaktoren die Anzahl der Nutzer sein. Im Schnitt liegt Linux bei einer relativen Präsenz von circa 2,5 Prozent. Exemplarisch wäre hier die Jahresstatistik der Seite Computerbase.de anzuführen[54]. Hier zeigt sich, dass mit Diensten rund um Linux im privaten Segment nur schwer Geld zu verdienen ist, da die Verbreitung im Vergleich zu anderen Betriebssystemen minimal ist.

7.1.3 Geschäftsmodell Appliances

Der Anbietermarkt im Bereich der IT-Appliances ist sehr heterogen und dadurch schwer zu erfassen. Linux eignet sich durch die lizenzkostenfreie Verfügbarkeit, breite Hardwareunterstützung und durch die mögliche Anpassbarkeit durch den Nutzer potentiell für den Appliancehersteller. Der Linuxdistributor steht hier auch in direkter Konkurrenz zu seiner eigenen Produktbasis: dem freien Linux. Novell versucht, mit angepassten Produkten die Erstellung und Wartung einer Applianceumgebung mit geringem Aufwand zu gestalten. In wie weit es erfolgreich sein wird, dem Appliancehersteller dediziertes Linux-Know-How anzubieten - gegenüber des Aufbaus von eigenem Linux-Fachpersonal vom Appliance-Anbieter, kann nicht abschließend bewertet werden. Novell kann bereits Partner im professionellem Umfeld vorweisen, Red Hat entwickelt noch ein passendes Derivatprodukt.

7.2 kritische Bewertung

Grundsätzlich lässt sich die Open Source Softwarefamilie "Linux" in 2 Sphären teilen: die professionelle Nutzung im Serverumfeld einerseits, die Endanwendernutzung auf Desktops oder Notebooks andererseits. Analog ergeben sich Firmenkunden respektive Privatanwender als primärer Kundenstamm der beiden Bereiche. Mit der Konzentration auf erstere zeigen Novell und Red Hat stabilen bis steigenden Unternehmenserfolg als Distributor mit den Folgegeschäften Support und Service zu den vertriebenen Produkten. Das Erzeugen eines Paketproduktes aus verschiedenen OSS-Quellen und Ergänzung um eigene Entwicklung ergibt zunächst ein Alleinstellungsmerkmal, das Anbieten der eigenen Kompetenzen als Dienstleistung generiert den Umsatz. Als zentrale Risikobetrachtung muss angeführt werden, dass jederzeit durch die Quelloffenheit potentielle Konkurrenten erscheinen können: entweder als nicht-kommerzieller Fork oder ein neues Start-Up. Das OSS-basierte Produktgeschäftsmodell ist dann erfolgreich, sofern ein komplexes "Allround"-Produkt vertrieben wird, und in Folge Beratung oder Updates als Dienstleistung angeboten werden können. Eine weitere Möglichkeit stellt ein reines Dienstleistungsmodell dar, indem die Produktentwicklung nicht in-house erfolgt. Dies erscheint insbesondere für kleinere Projekte sinnvoll.

Die Geschäftszahlen von Novell sind ein Mix aus Aktivitäten basierend auf Open Source Software und proprietärer Software. Hier ergänzt sich das Dienstleistungsfolgegeschäft noch um den Absatz geschlossener Systeme, hier in Form von Middle- und Endanwendersoftware. Hier erfolgt gerade die Trennung der Bereiche, der Erfolg der Open-Suse-Produkte kann in Zukunft also direkter als bisher beobachtet werden.

Einen gemischten Ansatz stellen zudem die Appliances dar. Das Engagement von Novell und Red Hat mit Entwicklungswerkzeugen deutet ein gewisses Potential an. Linux als Basis von Hardwareappliances verspricht vergleichsweise niedrige Entwicklungskosten mit hoher Variabilität bei der verwendeten Hardware. Entwickler in diesem Bereich profitieren hier von der quelloffenen Arbeit vergangener und kommender Jahre.

8 Fußnoten und Anmerkungen

  1. Eigene Überstetzung eines afrikanischen Sprichwortes zitiert in Rajani (2003), S. 23
  2. Die vollständigen Bedingungen finden sich in Gehring/Lutterbeck (2004), S. 7ff oder unter Open Source Initiativ (2010)
  3. In Lerch (2010), S. 9, bezeichnet Lerch Linux als "UNIX-artig", als UNIX nachempfunden
  4. In seiner Biographie bezeichnet sich Torvalds als "eine Art Schiedsrichter", welcher "Kontroversen über den Kern des Betriebssystems" schlichtet.
  5. Eine vollständigere Liste findet sich z.B. Love (2005), S.31
  6. in Perens (2007): “[...] Der Linux-Sektor allein hat eine jährliche Wachstumsrate von 37 bis 45 Prozent, und bis zum Jahr 2008 erwartet man einen Marktumfang von 35 Milliarden US-Dollar [...]"
  7. NDAs sind Vereinbarungen, die dem Sofwareentwickler erlauben, den propietäten Quellcode einzusehen. Die Weitergabe des Codes oder dessen Methodiken sind jedoch verboten.
  8. Weitere Informationen siehe http://www.gnu.org.
  9. ” CP/M (Control Programm for Microcomputer) war das erste kommerzielle 8-Bit Betriebssystem der EDV-Geschichte. Es vereinfachte den Umgang mit den ersten Microcomputern erheblich, da es die Anwender (und auch die Anwendungsprogrammierer) weitgehend davon befreite, sich detailliert mit der verwendeten Hardware auseinandersetzen zu müssen. Seine Entwicklungsgeschichte überschneidet sich ab 1981 mit dem bekannten MS-DOS von Microsoft. Vor dieser Zeit war es das mit großem Abstand am weitesten verbreitete OS für Mikrocomputer (ca. 2 Millionen registrierte Lizenzen).” (Computermuseum München (2006), o. S.
  10. IPX ist ein paketorientiertes, verbindungsloses Protokoll, ähnlich dem heutigen UDP-Protokoll.
  11. Weitere Informationen siehe http://www.heise.de/ct/artikel/SCO-vs-Linux-Die-unendliche-Geschichte-302076.html
  12. Cygnus Solutions war das erste freie Software Unternehmen, dass durch Risikokapital unterstützt wurde. Cygnus Solutions entwickelte die Softwar Cygwin, eine Kompatiilitätsschicht, die es ermöglich UNIX/Linux Programme unt Windows ausführen zu können (Vgl. Wikipedia (2010b)).
  13. Die Form 10-Q umfasst nicht geprüfte Finanzberichte und liefert eine fortfahrende Ansicht der Firmenfinanzlage. Der Report muss für jedes der ersten drei steuerlichen Quartale vorgelegt werden. Der Jahresgeschäftsbericht, welcher im 4. Quartal vorgelegt werden muss, ist ein weiteres, ausführlicheres Formular, welches das Form 10-Q beinhaltet.
  14. JeOS steht für Just enough Operating System und stellt ein minimales Betriebssystem dar, welches nur die benötigten Komponenten beinhaltet. Durch diesen Minimalismus wird die aus diesem System erstellte Appliances schlanker und sicherer. (Vgl. Wikipedia (2010c) und Novell, Inc. (2010k), o.S.

9 Einzelnachweise

  1. Vgl. Brandt (2005), S.355f
  2. Vgl. Gehring, Lutterbeck (2004), S. 7ff
  3. Vgl. Open Source Initiativ (2010), o.S.
  4. Vgl. GNU GPL (2011), o.S.
  5. Vgl. Torvalds (2002), S. 130
  6. Vgl. Lerch (2010), S. 19ff
  7. Vgl. Kofler (2010), S. 23ff
  8. Vgl. Novell, Inc. (2010a), o.S.
  9. Vgl. operatingsystem (2010), o.S.
  10. Vgl. Wikipedia (2010a), o.S.
  11. Vgl. Financial Times Deutschland (2010), o.S.
  12. Vgl. Red Hat, Inc. (2010a), o.S.
  13. Vgl. Wikipedia (2010c), o.S.
  14. Vgl. www.operating-system.org (2010b), o.S.
  15. Vgl. Canonical Ltd. (2010a), o.S.
  16. Vgl. Thawte (2010), o.S.
  17. Vgl. Mark Shuttleworth (2010), o.S.
  18. Vgl. Heise (2008), o.S.
  19. Vgl. Gehring, Lutterbeck (2004), S. 141
  20. Vgl. Gehring, Lutterbeck (2004), S. 152 ff.
  21. Vgl. Gehring, Lutterbeck (2004), S. 155 ff.
  22. Vgl. Gehring, Lutterbeck (2004), S. 141 ff.
  23. Vgl. Gehring, Lutterbeck (2004), S. 146 ff.
  24. Vgl. Heise (2007), o.S.
  25. Vgl. Gehring, Lutterbeck (2004), S. 150 ff.
  26. Vgl. Novell, Inc. (2010b), o.S.
  27. Vgl. Novell, Inc. (2010c), o.S.
  28. Vgl. Novell, Inc. (2010d), o.S.
  29. Vgl. Novell, Inc. (2010e), o.S.
  30. Vgl. Novell, Inc. (2010f), o.S.
  31. Vgl. Novell, Inc. (2010g), o.S.
  32. Vgl. Bärwolff, Gehring, Lutterbeck (2006), S. 159 ff.
  33. Bärwolff, Gehring, Lutterbeck (2006), S. 162
  34. Vgl. Bärwolff, Gehring, Lutterbeck (2006), S. 161 ff.
  35. Vgl. PRO-LINUX.DE (2008), o.S.
  36. Vgl. Canonical Ltd. (2010b), o.S.
  37. Vgl. TECCHANNEL (2009), o.S.
  38. Vgl. Canonical Ltd. (2010c), o.S.
  39. Vgl. SEC (2009), o.S.
  40. Vgl. Berichte in Novell, Inc. (2010h), o.S.
  41. Vgl. Novell, Inc. (2010h), o.S.
  42. Vgl. Red Hat, Inc (2010b), o.S.
  43. Vgl. Novell, Inc.(2005), Financial Results Q1 2005, S. 2
  44. Vgl. Novell, Inc.(2019), Financial Results Q4 2009, S. 1
  45. Vgl. Novell, Inc.(2010), Financial Results Q4 2010, S. 1
  46. Vgl. Novell, Inc. (2010i), o.S.
  47. Vgl. Canonical, Ldt. (2010d), o.S.
  48. Vgl. Novell, Inc. (2010j), o.S.
  49. Vgl. Red Hat, Inc. (2010c), o.S.
  50. Vgl. Microsoft Corporation (2010), o.S.
  51. Vgl. Distrowatch (2010), o.S.
  52. Vgl. Novell, Inc (2010l), o.S.
  53. Vgl. Red Hat, Inc. (2010d), o.S.
  54. Vgl. Computerbase GmbH (2010), o.S.

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11 Anlagen

  1. Tabelle Red Hat Quartalsberichte 05-11
  2. Tabelle Novell Quartalsberichte 04-10
  3. Tabelle Microsoft Quartalsberichte 04-10
  4. Tabelle Statistik distrowatch.com
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