Globale Universitäten durch Web 2.0

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Name des Autors: Sebastian Bauer, Patrick Heinke, Christian Niehüsener
Titel der Arbeit: "Globale Universitäten durch Web 2.0"
Hochschule und Studienort: FOM Düsseldorf


Inhaltsverzeichnis


1 Einleitung

Beziehungen auf politischer, wirtschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Basis erfahren eine zunehmende Internationalisierung. Und auch die Zusammenarbeit zwischen Universitäten findet in immer steigendem Maße international statt. Allerdings wird Wissen an Universitäten in der Regel in Präsenzveranstaltungen vermittelt und auch Lerngruppen treffen sich in der Regel an einem vereinbarten Ort.

Auf der anderen Seite stehen breitbandige Internetzugänge immer mehr Menschen zur Verfügung. Auch entwickeln sich - zusammengefasst durch den Begriff Web 2.0 - im Internet immer neue Technologien, die aus statischen "Consumern" so genannte "Prosumer" machen. Aus den statischen Internetseiten ist Mitmachweb geworden, bei dem - entsprechende Technologie vorausgesetzt - jeder aktiv am Inhalt mitarbeiten kann. Darüber hinaus haben sich Kommunikationsformen entwickelt, welche auf diesen neuen Technologien basieren.

Ein nächster logischer Schritt ist es, diese Technologien im universitären Alltag zu Lehrzwecken einzusetzen. Hierdurch ergibt sich bei zielgerichtetem Einsatz der Vorteil, dass eine Universität nicht mehr an eine Lokation gebunden ist, sondern weltweit Wissen vermitteln und forschen kann. Dozenten und Studenten nutzen diese neuen Technologien, wodurch die Grenzen des Campus als nicht mehr existent betrachtet werden können und beide Gruppen global verteilt lernen und lehren können - an einer Globalen Universität.

Ziel dieser Hauarbeit soll sein, Dienste des Web 2.0 im Hinblick auf die Verwendbarkeit an einer globalen Universität zu analysieren. Zunächst werden die benötigten Grundbegriffe definiert, bevor im Anschluss verschiedene Anforderungen, die eine globale Universität erfüllen muss, aufgezeigt werden.

Nach der allgemeinen Vorstellung relevanter Web 2.0 Dienste werden die Einsatzmöglichkeiten von Web 2.0 Diensten an einer globalen Universität erläutert. Hier wird zusätzlich dargestellt, auf welcher Hardwarebasis die genannten Dienste aufsetzen.

Ihren Abschluss findet diese Arbeit in der Beurteilung der Möglichkeiten einer globalen Universtät basierend auf Web 2.0 Diensten im Hinblick auf Chancen, Probleme und Risiken.

2 Definitionen

Bevor mit der Ausarbeitung der Fallstudie begonnen wird, sollen hier zunächst die zentralen Begrifflichkeiten „Web 2.0“ sowie „Globale Universitäten“ definiert werden, wie sie im Sinne dieser Arbeit zukünftig verwendet werden. Zusätzlich erfahren einige für diese Arbeit bedeutende Begriffe eine kurze Definition.

2.1 Globale Universität

Der Begriff globale Universität setzt sich aus zwei voneinander unabhängigen Begriffen zusammen, welche zunächst losgelöst voneinander definiert werden sollten, bevor der gesamte Begriff definiert wird.

Das Wort Global leitet sich vom lateinischen Wort Globus ab und kann als weltweit oder weltumspannend interpretiert werden. Entsprechend sind globale Ereignisse oder Institutionen als solche anzusehen, die nicht beschränkt sind auf eine Lokalität, einen Landstrich oder ein Land. Vielmehr kann hier von weltumspannenden Ereignissen oder Institutionen ausgegangen werden.

Das Wort Universität stammt vom lateinischen Begriff universitas magistrorum et scholarium [1] und steht für Hochschulen mit Promotionsrecht, an denen Wissenschaft durch Forschung, Lehre und Studium betrieben wird. Klassischerweise sind Universitäten in so genannten Universitätsstädten ansässig, so dass Studenten aus dem Umland an ihr studieren bzw., dass Studenten in die Nähe der Universitätsstadt ziehen müssen, um an der entsprechenden Universität zu studieren.

Somit kann im Sinne dieser Arbeit eine globale Universität definiert werden, als Hochschule, welche weltweit verteilt Studenten besitzt und somit nicht an einen Ort gebunden ist.

2.2 Web 2.0

Der Begriff Web 2.0 wurde erstmals im Jahr 2005 von Tim O'Reilly geprägt und deutet an, dass nach dem Platzen der dot-com-Blase im Jahr 2001 eine neue Art des Internets, das Web 2.0, entstanden ist. Hierbei soll besonders durch die bei Softwareentwicklungen übliche Versionierung gezeigt werden, dass eine neue Version vorliegt, welche um verschiedene Funktionen erweitert wurde. Hierzu stellte O'Reilly klassischen Internet-Anwendungen Web 2.0 Dienste gegenüber, welche jeweils den gleichen Zweck erfüllen[2]. Waren im Web 1.0 vor allem statische Inhalte auf Webseiten üblich, so wurden in steigendem Maße Webseiten entwickelt, deren Inhalte aktiv durch die Benutzer bestimmt wurden. Internetnutzer wurden vom Konsumenten zum Mit-Produzenten einer Internetseite. Gleichzeitig müssen die eigentlichen Betreiber einer Website nicht mehr ausschließlich selbst für Inhalte sorgen. Sie stellen lediglich ausreichend dimensionierte Hardware sowie Software zum Betreiben der Internetseite, als auch die Internetseite mit deren Funktionen selbst zur Verfügung - Inhalt wird durch die Benutzer der Webseite generiert, was einen festen Benutzerstamm voraussetzt. Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass Web 2.0 alle Internetangebote umfasst, die sich durch die wesentlichen Merkmale Dezentralität der Teilnehmer, Interaktivtät und Dynamik auszeichnen[3].

2.3 Weitere Definitionen

E-Learning: "Lernprozesse, die sich hinsichtlich medialer Realisation ganz oder teilweise auf das Internet (bzw. andere Computernetzwerke wie Online-Dienste oder Intranets) stützen, werden summarisch oft als E-Learning (Electronic Learning"; Internet-Enabled Learning"), "Online Learning", "Virtual Learning", "Cyber Learning" oder "Net Learning" bezeichnet"[4].


Blended Learning: "Blended Learning (engl. Blender = Mixer) ist ein internet- bzw. intranetgestütztes Lernsystem, das problemorientierte Workshops mit meist mehrwöchigen Phasen des selbstgesteuerten Lernens auf der Basis von WBTs (Web-Based Trainings) und der Kommunikation über ein Lern-Management-System bedarfsgerecht miteinander verknüpft"[5]. Besonderes Augenmerk wird dabei auf persönliche Kommunikation und dem Transfer des gelernten Wissens in die Praxis gelegt.

3 Anforderungen an die globale Universität

Die globale Universität agiert zunehmend länderübergreifend und interkulturell. Lehrenden und Lernenden muss die Möglichkeit zur gemeinsamen Arbeit gegeben werden. Entsprechend lassen sich auch die Anforderungen nach studentischer und universitärer Sicht unterteilen.

3.1 Studentische Sicht

Der Student einer globalen Universität darf keine Nachteile durch das Nutzen dieser Universitätsform erleiden. Dementsprechend müssen Schnittstellen zwischen Universität und Student betrachtet werden, um diese im Rahmen einer globalen Universität abbilden zu können.

3.1.1 Vorlesungen

Vorlesungen an einer globalen Universität finden zum größten Teil in Form von E-Learning-Veranstaltungen statt. Lernende müssen deshalb frühzeitig den Umgang mit Rechnern, Programmen, Online-Tools und Online-Recherchen erlernen. An den Lernenden wird die Erwartung gestellt, dass er sich in einem dynamischen Umfeld mit immer neuen Herausforderungen, selbständig Wissen aneignet und transferiert. Im Rahmen von universitären Vorlesungen können folgende Arten zum Wissenstransfer unterschieden werden[6] :

  • Technologiegestützter versus face-to-face Wissenstransfer
  • Synchroner versus asynchroner Wissenstransfer
  • Verpflichtender versus freiwilliger Wissenstransfer
  • Selbst gesteuerter versus fremd gesteuerter Wissenstransfer
  • Direkter versus artefaktbasierter Wissenstransfer
  • Offener versus geschlossener Wissenstransfer

Aufgabe der globalen Universität ist es, Vorlesungen unter Beachtung der oben genannten Arten des Wissenstransfers, standortübergreifend zur Verfügung zu stellen.

3.1.2 Bereitstellung von Vorlesungsmaterialien

Bei der Erstellung und Nutzung von E-Learning-Anwendungen kann man nicht nur auf die bereits vorhandenen Technologien wie HTML-Seiten (Hypertext Markup Language), Postscript- oder PDF-Dateien (Portable Document Format) sowie proprietären Datenformen wie Microsoft Word oder Adobe Flash zurückgreifen, da im Gegensatz zu Web-Seiten oder Dokumenten, die ausschließlich für den Druck bestimmt sind, hier andere wichtige Faktoren das E-Learning beeinflussen.

Die Aktualisierung der Materialien einer Kurseinheit in der universitären Lehre muss durch die geringe Lebensdauer einer Kurseinheit problemlos möglich sein (Aktualisierbarkeit).

Zudem sollte das Datenformat modular aufgebaut sein, damit gleichzeitig mehrere Autoren an einzelnen Modulen arbeiten können, ohne, dass es zu Problemen kommt durch Querverweise oder Nummerierungen der Abschnitte (Modularisierung und Unterstützung für mehrere Autoren).

Jede Fachrichtung stellt verschiedene Anforderungen an das Datenformat. Für Naturwissenschaften sind Formeln ein besonderes Merkmal, aber auch technische Zeichnungen spielen z. B. in Ingenieurwissenschaften eine große Rolle. Ein weiterer Aspekt ist das zentrale Lern-Management-System einiger Universitäten, auf dem alle Fachbereiche ihre Inhalte stellen sollen, sodass das Datenformat nicht statisch sein darf, da es angepasst werden muss, sobald sich Anforderungen ändern oder neue hinzukommen.
Die Anforderungen an das Datenformat könnten mithilfe der Implementierung von Erweiterungsmechanismen erreicht werden(Mächtigkeit und Erweiterbarkeit).

Ein nicht zu verachtender Aspekt stellt die Benutzerfreundlichkeit dar, wobei hier nicht nur aus Sicht des Lernenden Bedarf besteht, sondern auch aus Sicht des Inhalterstellers. Denn die Wahrnehmung aus Sicht des Lernenden hängt von der Qualität der Darstellung der Inhalte ab. Somit setzt die Benutzerschnittstelle des Inhalterstellers große Priorität an das Datenformat.

Der Inhaltersteller soll möglichst ohne Komplikationen seinen Inhalt erzeugen können ohne an den verschiedenen Werkzeugen einzelner Datenformate zu scheitern (Benutzerfreundlichkeit).

Ein häufig gewählter Lösungsansatz besteht in der Inhaltsbeschreibung mittels XML (Extensible Markup Language). Hintergrund ist das Auflösen der oben genannten Kompatibilitätsprobleme.

Eine zentrale Fragestellung bei der Erstellung eines geeigneten Vorlesungsskriptes lautet dabei, wie sich textbasierte Inhalte so in aktuelle E-Learning-Plattformen integrieren lassen, dass ein Mehrwert für Autoren und Lernende entsteht. Ein Vorlesungsskript, bestehend aus einem langen, zusammenhängenden Text, scheint zunächst einen Gegensatz zur Interaktivität und Multimedialität der E-Learning-Welt zu bilden. Doch bei genauerer Betrachtung, muss man zugeben, dass man nicht in der Lage ist, eine vergleichbare Menge an Informationen so effektiv zu vermitteln, wie mit einem Text. Mittlerweile werden textbasierte Materialien mit multimedialen Elementen gekoppelt und etablieren sich in der E-Learning-Welt (E-Books, Wikipedia)[7].

3.1.3 Lernen in Gruppen

Das Lernen in Gruppen kann grundsätzlich in drei verschiedene Kategorien eingeteilt werden:[8]

  • Arbeitsteams: Diese Art von Teams wird oft in Unternehmen vorgefunden. Typische Erscheinungsformen sind hier Beratungs- und Projektteams.
  • Lerngruppen: Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluß von Lernenden, entweder aus Eigeninitiative heraus oder auf Verlangen eines Trainers. Diese Gruppe bildet sich oft nur für eine begrenzte Zeit zum Lösen einer konkreten Aufgabe.
  • Communities: Der Fokus liegt hier auf dem Erfahrungsaustausch in der Gruppe, sowie auf der Findung von Lösungen für ein gemeinsames Problem. Hierdurch wird gemeinsames Wissen geschaffen, welches durch den Austausch und die gemeinsame Weiterentwicklung auch anderweitig angewendet werden kann.
Aus diesen drei Kategorien können nun wieder zwei Gruppentypen charakterisiert werden (siehe Abb. 1),
Abb. 1: Lernen in Gruppen an Universitäten
Abb. 1: Lernen in Gruppen an Universitäten
welche für globale Universitäten von Bedeutung sind:[9]
  • Learning Communities: Das sind kommunikative Lerngruppen, welche sich aus Studenten zusammensetzen, die von einem Lehrenden betreut werden. Diese Gruppe kann im Kontext einer Hochschule beispielsweise für Fallstudien und Übungsaufgaben gebildet werden. Bei einer globalen Universität ist dieser Begriff allerdings auch für das Zusammenfinden von Studenten ohne Lehrenden gerechtfertigt, da hier der Lernprozess über eine Aufgabe hinweg während der ganzen Studienzeit stattfindet.
  • Communities of Practice: Hier liegt der Fokus der Gemeinschaft nicht auf der Lern-, sondern auf der Arbeitsebene. So handelt es sich bei dieser Form der Community um Personen mit gemeinsamen Interessen und Arbeitsbereich, welche sich selbst organisieren. Sie unterstützen sich gegenseitig bei der Lösungsfindung von Problemen und tauschen Wissen und Erfahrungen untereinander aus. Diese Form der Zusammenarbeit bildet eine hervoragende Plattform für die Zusammenarbeit der lehrenden Mitarbeiter der globalen Universität.

3.1.4 Erbringung von Leistungsnachweisen

Um möglichst wenig Medienbrüche zwischen den einzelnen universitärem Blöcken zu haben, bietet es sich an, auch Klausuren in elektronischer Form durchzuführen. Ziele des elektronischen Prüfungsverfahrens können sein[10]:

  • Zeitersparnis
  • Reduzierter Personaleinsatz bei Prüfungsabwicklung
  • Standardisierung
  • Rationalisierung
  • Vereinfachte Auswertung
Abb. 2: Vier Kernprobleme des elektronischen Prüfungsverfahren
Abb. 2: Vier Kernprobleme des elektronischen Prüfungsverfahren

Das Durchführen einer elektronischen Prüfung bringt methodische, didaktische, sachorientierte, technische und juristische Probleme mit sich. Daraus ergeben sich vier Kernaspekte (siehe Abb. 2)[11].

  • Prüfungsorganisation:
    • Zeitfenster der Prüfung (simultan oder zeitversetzt)
    • Raumplanung (Anzahl verfügbare Rechnerarbeitsplätze)
    • Schulung von Personal
    • Einrichtung von Testcentern
  • Prüfungskonzeption und -methodik:
    • Prüfungserstellung (Erstellung von Aufgabenpools, Berücksichtigung verfügbarer Aufgabenformate mit ähnlichem Schwierigkeitsgrad)
    • Prüfungsablauf
    • Computergestützte Prüfungsvorbereitung (Konzeption und Durchführung von Übungsklausuren)
  • Prüfungstechnik und -systeme:
    • Sicherung eines störungsfreien und betrugssicheren technischen Prüfungsablaufs
    • Berücksichtigung der Fehlertoleranz bei automatischer Lösungsauswertung
  • Prüfungsrechtliche Anforderungen:
    • Sicherstellen von Reliabilität
    • Sicherstellen von Validität
    • Sicherstellen einer mehrjährigen Überprüfbarkeit der Ergebnisse
    • Curriculare Absicherung

Die Entwicklung computergestützter Prüfungsverfahren überschlug sich in den letzten Jahren, als versucht wurde alle Arten von Prüfungen (Einstufungstests, Eingangstests, Tests und Übungsklausuren, schriftliche und mündliche Leistungsprüfungen, psychologische Tests, usw.) in digitale Verfahren umzuwandeln. Dabei wurden potentielle Mängel festgestellt, mit denen moderne Prüfungsprogramme noch immer zu kämpfen haben[12]:

  • Fehlende Standardisierungsprozesse bei der Durchführung und Auswertung von Online-Prüfungen.
  • Erheblicher Mehraufwand bei der Erstentwicklung einer Online-Prüfung.
  • Mangelnde Vertrautheit der Nutzer mit neuem System.
  • Technische Probleme ohne Backup-Strategie (Ausfall von Hardware, defektes Betriebssystem oder gestörter Internet-Zugang) .
  • Mangelnde Flexibilität von Prüfungsordnungen.
  • Manipulations- und Täuschungsversuche.

Viele der genannten Mängel führen wieder zu einer Kernherausforderung von E-Learning - dem Aneignen von entsprechender Medienkompetenz.

Mittlerweile gibt es eine große Anzahl an Anbietern von Prüfungssystemen für den Hochschul- und Weiterbildungsbereich. Die Programme werden entweder als Client-Server-Lösung angeboten und auf den Rechnern der Hochschule installiert, oder auf dem Server des jeweiligen Anbieters gehostet, was als ASP (Application Service Providing) bezeichnet wird. In den Anwendungen ist meist ein Entwicklungs- und Prüfungsbereich enthalten. Gerade zur Implementierung in bestehende Infrastrukturen empfiehlt es sich auf modulare Prüfungsapplikationen zurückzugreifen, da schnittstellenbedinge Fehlerquellen und Faktoren der komplizierten Einarbeitung deutlich verringert werden[13].

Asendorpf hält eine elektronische Prüfung nur im Grundstudium für sinnvoll, da Grundlagen und Basiswissen deutlich einfacher in elektronische Strukturen eingebunden werden können[14].

Die Art der Prüfung muss sich dem neuen Medium anpassen, entsprechend entstehen zum Teil andere Aufgabentypen[15]:

  • Konventionelle Ja/Nein-Fragen
  • Multiple-Choice-Fragen
  • Matching-Fragen (Drop-Down-Menü --> hunderte potentielle Antwortmöglichkeiten
  • Matrix-Aufgaben
  • Likert-Skala
  • Einwort- und Kurztextantworten
  • Lückentext (fill in) und Lückentext mit Vorauswahl
  • Anordnung (objects-ordering)
  • Zuordnung (drag and drop)
  • Anklickbare Grafik (Hotspot)
  • Marcomedia-Flash-Elemente

Diese vielfältigen Aufgabenformate können bei nahezu jedem Prüfungstyp eingesetzt werden. Die Erstellung erfolgt dabei im Autorenbereich der jeweiligen Programme.

Alle diese Methoden können durch Videokonferenzsysteme weiter globalisiert werden. Prüflinge finden sich dann nicht mehr an einem zentralen Prüfungsort ein, sondern können ihre Prüfungen an lokal gelegenen Standorten durchführen. Die Überwachung erfolgt dabei durch Betreuungspersonal vor Ort oder durch elektronische Überwachungssysteme, wie eben ein Videokonferenzsystem. Auf diesem Wege können zum Beispiel auch mündliche Prüfungen, über große Entfernungen hinweg, durchgeführt werden[16].

3.1.5 Kommunikation mit dem Dozenten

Die Kommunikation zwischen Studenten und Dozenten nimmt im Hinblick auf Lernerfolg und Motivation für den Studenten eine zentrale Rolle ein. Ebenso ist ein zeitnahes Feedback für Studenten und Dozenten von elementarer Bedeutung, da ansonsten ggf. der Lernerfolg nicht mehr gegeben ist. So ist beispielsweise entscheidend, ob die Lernenden den Ausführungen folgen können. Dies kann unter anderem abhängig sein vom Tempo des Vortrages, aber auch vom Vorwissen der Studenten sowie der Aufbereitung des zu vermittelnden Stoffes.

Ebenso ist es vor allem bei Problemen mit Inhalten oder Fragen essentiell wichtig, direkt mit dem Dozenten sprechen zu können. Oftmals lassen sich so Fragen oder Probleme einfach besprechen und lösen. Ebenso sind organisatorische Dinge vor allem zu Beginn und Ende des Studiums in direkten Gesprächen oftmals einfacher zu klären als durch den schlichten Verweis auf Dokumente.

3.2 Universitäre Sicht

Für globale Universitäten ergeben sich prinzipiell die gleichen Anforderungen wie für lokale Universitäten. Allerdings ergeben sich für sie, aufgrund ihres weltweiten Engagements zusätzliche Herausforderungen die nachstehend näher betrachtet werden.

3.2.1 Universitätsmarketing

Das einzige Marketingelement, von denen die öffentlichen Universitäten in Deutschland hauptsächlich Gebrauch machen, ist die Öffentlichkeitsarbeit. Betrachtet man allerdings die vielfältigen Zielgruppen einer Universität (siehe Abb. 3)
Abb. 3: Relevante Zielgruppen der Universität
Abb. 3: Relevante Zielgruppen der Universität[17]
, so scheint diese einseitige Maßnahme als etwas zu kurz gegriffen. Insbesondere wenn der Ausbau von privaten Hochschulen betrachtet wird, welche in den Hochschulmarkt eintreten wollen. Des Weiteren versuchen auch immer mehr US-amerikanische Universitäten Europa als neuen Absatzmarkt zu erschließen. Aufgrund des gestiegenen Wettbewerbs, der zuletzt im Kampf um den Titel der "Eliteuniversitäten" gipfelte, wird der Druck auf die Universitäten immer größer, sich mit einem gezielten Marketing auseinander zu setzen.[18]

Aus diesem Grund sollten sich Universitäten, insbesondere, wenn sie global agieren wollen, nicht nur auf die Öffentlichkeit als Zielgruppe beschränken. Vielmehr sollten sie ihr Augenmerk auf den Absatz- und Beschaffungsmarkt, sowie auf die Mitarbeiter und Studenten legen, welche mit der Universität in einer Beziehung stehen (siehe Abb. 4). Die vier dazugehörigen Marketingmaßnahmen werden nachfolgend näher beleuchtet:[19]

  • Absatzmarketing: Es müssen zunächst die Produkte und Leistungen betrachtet werden, welche die Universität den verschiedenen Zielgruppen anbietet. Da ist die Lehre, mit welcher sich die Universität an die Studenten als Einzelpersonen wendet. Indirekt sind in diesem Bereich auch die Unternehmen angesprochen, die nach ausgebildetem Personal suchen. Mit den Unternehmen ist aber auch eine direkte Beziehung im Sinne von Weiterbildungsangeboten für das Personal vorstellbar.
    Auch die Auftrags- und Grundlagenforschung stellt ein Absatzgebiet von Universitäten dar. Hinzu kommen noch Dienstleistungen, welche mit dem eigentlichen Auftrag der Universität, nur in einem indirekten Zusammenhang stehen. Dies sind Tätigkeiten wie Gutachten, den Aufgaben von Universitätskliniken im Gesundheitswesen und die Bereitstellung von universitären Einrichtungen wie beispielsweise Bibliotheken oder Rechenzentren.
  • Beschaffungsmarketing: An erster Stelle sind die öffentlichen Geldgeber, wie hier in Deutschland die Landesregierungen und der Staat, zu nennen. An nächster Stelle ist es das wissenschaftliche Personal, die bei entsprechender Reputation den Marktwert einer Universität steigern können. Allerdings entsteht hier eine gewisse Wechselwirkung. Je höher die Reputation der Universität, desto interessanter ist sie für entsprechendes Personal. Die dritte Beschaffungsquelle ist das sogenannte Fundraising. Dabei es handelt es sich um eine Maßnahme von gemeinnützigen Organisationen, um Mittel über die Grundversorgung hinaus zu besorgen.
  • Internes Marketing: Die Zielsetzung ist die Schaffung von internen Austauschbeziehungen, die Voraussetzungen für ein effizientes Bearbeiten der externen Zielgruppen sind. Der Grund für die Notwendigkeit solcher Maßnahmen liegt in der Heterogenität und der fehlenden Akzeptanz für ein Marketing auf Universitätsebene in den einzelnen Fachbereichen. Die Bandbreite von Maßnahmen reicht dabei von persönlichen Gesprächen bis hin zu Rundschreiben und Universitätszeitungen, sowie speziell aufbereiteten Inhalten im Internet. Unter diesen Punkt fällt des Weiteren die Vermittlung eines gemeinsamen Wertesystems.
  • Public Marketing: Hierunter versteht man unter anderem, die von den Universitäten bereits praktizierte Öffentlichkeitsarbeit. Der Begriff des Public Marketing geht allerdings über die Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit, wie Pressemitteilungen und Veranstaltungen (zum Beispiel Tag der offenen Tür) hinaus. Ein Beispiel für ein weiteres Instrument wäre das Anbieten eines Seniorenstudiums, für welches die Universität Teilnahmegebühren verlangen könnte.
Abb. 4: Zielgruppen und Gestaltungsbereiche des Universitätsmarketing
Abb. 4: Zielgruppen und Gestaltungsbereiche des Universitätsmarketing[20]

Nur lokal agierende Universitäten haben hier den Vorteil, dass sie in das bestehende Bildungssystem des entsprechenden Staates eingebettet sind. Diesen Vorteil haben global agierende Hochschulen nur bedingt. Aus diesem Grund liegt der Schwerpunkt bei diesen Universitäten auf dem Beschaffungsmarketing, um so einerseits die nötigen Gelder zum weiteren Ausbau ihrer Tätigkeiten zu erhalten und andererseits das Interesse von potenziellen Studenten und Personal aus den verschiedensten Ländern zu wecken.

3.2.2 Anforderungen der Lehrbeauftragten an die Universität

Lehrbeauftragte einer virtuellen Universität haben die gleichen Anforderungen, wie Sie auch an der klassischen Universität vorhanden wären. Erweitert kommt aber hinzu, dass die Universität den Dozenten die Möglichkeit zur Kompetenzbildung für die Nutzung der neuen Medien geben muss.

Wie in Abbildung 5 zu sehen, müssen dabei die Bereiche Persönlichkeitskompetenz, Sozialkompetenz, Methodenkompetenz und Fachkompetenz in den Dimensionen Vorbereitung, Durchführung und Nachbearbeitung einer Lehrveranstaltung betrachtet werden[21]:

Abb. 5: Bezugsrahmen zur Kompetenzbildung
Abb. 5: Bezugsrahmen zur Kompetenzbildung [22]
  • Persönlichkeitskompetenz: Die Hochschule muss dem Dozenten Motivationsfaktoren, wie Nutzensteigerung und Aufwandsreduktion beim Halten von E-Learning-Veranstaltungen in Aussicht stellen. Die Qualität der Lehrveranstaltung lässt sich bei richtiger Anwendung der Werkzeuge deutlich steigern. Der Aufwand ist gerade in der Phase der Lehrveranstaltungsvorbereitung deutlich höher, macht sich aber auf Dauer bezahlt.
    Die Durchführung einer Lehrveranstaltung profitiert von einem gesteigerten Erklärungsgehalt der Darstellungen, da digitales Bild-, Video- und Audiomaterial einfach eingebunden werden kann. Die erstellten Materialen lassen sich einfach wiederverwenden und aktualisieren. Zudem tragen sie so zur besagten Aufwandsreduktion bei.
    In der Nachbereitungsphase einer Vorlesung muss dem Dozenten die Möglichkeit gegeben werden, die Vorlesung räumlich losgelöst und zeitlich asynchron zu überarbeiten. So müssen Studierende mit dem Dozenten in Kontakt treten können, um Verständnisfragen und Diskussionen (auch der Studierenden untereinander) zur Vorlesung hervorzubringen.
  • Fachkompetenz: Die Hochschule hat dem Dozenten alle verfügbaren Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, um Veranstaltungen im Rahmen einer globalen Universität abhalten zu können. Dabei sind rechtliche, aber auch uni-interne Rahmenbedingungen zu nennen.
    Die an der Hochschule vorhandene E-Learning-Infrastruktur ist den Lehrenden vorzustellen. Der Dozent muss Kenntnisse über die technische Raumausstattung, als auch über organisatorische Prozesse der Nutzung von E-Learning-Plattformen unterrichtet werden. Außerdem muss die Universität eine Art Helpdesk einrichten, um eventuell auftretende Störfälle schnell beheben zu können.
    Im Rahmen der Nachbearbeitung sollte die Universität dem Dozenten die Möglichkeit geben, Unterrichtsmaterial und Arbeitsergebnisse für deren Wiederverwendung in entsprechender Form zu archivieren. Weitere Lerninhalte zielen auf die Möglichkeiten der elektronischen Lernfortschrittskontrollen. Hier spielen rechtliche Rahmenbedingungen, aber auch das Wissen über Schnittstellen von E-Learning-Systemen zu den administrativen Systemen der Hochschulverwaltung eine Rolle.
  • Methodenkompetenz: Die Universität sollte den Dozenten Schulungen anbieten, um didaktische und technische Methodenkenntnisse zur Umsetzung von Lehrinhalten mit E-Learning-Systemen zu entwickeln. Dies umfasst auch Grundkenntnisse beim Umgang mit Autorensystemen und informationstechnischen Infrastrukturen, sowie Möglichkeiten die Studierenden auf die neuen Lehr- und Lernprozesse einzustellen[23].
    Bei der Durchführung der Lehrveranstaltung sollte der Dozent in der Lage sein, die neuen Lehrmethoden routinemäßig anzuwenden und umzusetzen. Dies setzt viel Übung und Eigeninitiative durch den Dozenten voraus.
    Für die Nachbereitung müssen Dozenten vorhandene Archivierungs- und Kommunikationstools einsetzen können. Auch die Gestaltung von Prüfungsfragen für eine Online-Klausur muss entwickelt und angewendet werden.
  • Soziale Kompetenz: Die Universität muss Kommunikationsmöglichkeiten schaffen, welche von Studierenden und Dozenten leicht erlernt und gleichermaßen genutzt werden können. Für die Vorbereitungsphase muss dem Dozenten die Möglichkeit gegeben werden, organisatorische Ankündigungen und Lernmaterialien zur Verfügung zu stellen.
    Die Methodik der räumlich verteilten und zeitlich asynchronen Kommunikation, sowie Interaktionen während der Veranstaltung muss dem Dozenten vermittelt werden. Auf E-Learning-Plattformen ist eine grundsätzlich andere Kommunikationskultur möglich, welche den klassischen Frontalunterricht durch interaktive Diskussionen ersetzt. In diesem Zusammenhang sind auch die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Kommunikationsformen relevant.
    Auch in der Nachbereitung entstehen durch den Einsatz von Informationssystemen neue Beziehungsmuster zwischen Lehrenden und Studierenden. So haben Lehrende ihre Bereitschaft zur Betreuung von Studierenden über einzelne Lehrveranstaltungen hinaus zu entwickeln.

Die Aufgabe der Universität ist es, die Erwartungshaltung der o.g. Punkte deutlich zu formulieren um ein klares Bild einer global agierenden Universität zu schaffen. Diese Punkte zeigen auch die Abgrenzung zur traditionellen Universitätsform auf.

Es empfiehlt sich die Lerninhalte in kompetenzfeldübergreifenden Veranstaltungen zu vermitteln. Bei der Konzeption dieser Schulungen ist zu berücksichtigen, dass die Organisationsform der Universität unterschiedliche Schwerpunkte hinsichtlich der adressierten Kompetenzfelder ermöglichen. Zur Vermittlung von Faktenwissen eignen sich eher Informationsveranstaltungen, während Schulungen für die Vermittlung von Methodenkompetenz geeignet erscheinen. Durch ein differenziertes Angebot von unterschiedlichen Veranstaltungen, in denen die angesetzten Lerninhalte umgesetzt werden, kann die Handlungskompetenz im E-Learning gefördert werden[24].

Die Entwicklung der notwendigen Handlungskompetenz stellt einen kritischen Erfolgsfaktor bei der Realisierung einer globalen Universität dar.

3.3 Exkurs: Entwicklung des E-Learning

Abb. 6: Vier Wellen des E-Learnings.
Abb. 6: Vier Wellen des E-Learnings[25].

Seit Mitte der 90er Jahre gibt es vielfältige Ansätze, Lernprozesse in EDV-Systeme und die neuen Medien zu integrieren. Durch die dezentrale Entwicklung wurden überwiegend Insellösungen konzipiert, obwohl, die sich veränderten Rahmenbedingungen (globale Vernetzung) neue Anforderungen hervorriefen. So wurden in der Anfangszeit größtenteils offline arbeitende CBTs (Computer-Based Trainings) entwickelt, welche Ende der 90er Jahre von online basierten Lernsystemen z.B. WBTs abgelöst wurden. Zur Jahrtausendwende wurde der Fokus wieder verstärkt auf die pädagogische Schiene gelegt. So wurden selbstorganisierende EDV-Programme zur Wissensvermittlung und -verarbeitung entwickelt, welche durch persönliche Praxis-und Reflexionsphasen, wie beispielsweise Workshops, ergänzt wurden. Dieses Konzept wurde Blended Learning genannt und entwickelte sich fortwährend weiter.
Parallel zur Entwicklung des Blended Learning entwickelte sich auch das Internet weiter zum Social-Network (Web 2.0). Die Phase der Wissensvermittlung und -verarbeitung gestaltet sich nun interaktiv, Lernende bringen ihr Wissen nun aktiv mit ein und die Grenze zwischen Experten, Dozenten oder Professionals und Lernenden oder Amateuren wird zunehmend durchlässig[26].
Abbildung 6 verdeutlicht diesen Prozess noch einmal grafisch.

Globale Universitäten können von dieser Entwicklung enorm profitieren, weil sie den früheren Nachteil von dezentraler Informationshaltung durch die Werkzeuge des Web 2.0 in den Vorteil der globalen Wissensvernetzung umwandeln können.

4 Vorstellung Web 2.0 Dienste

Um Web 2.0-Werkzeuge einsetzen zu können, sind eine Reihe von Rahmenbedingungen zu erfüllen. Dieses Kapitel erläutert im ersten Schritt allgemein die Vorgaben an die Nutzung von Web 2.0. Im Anschluss werden relevante Web 2.0-Werkzeuge vorgestellt.

4.1 Infrastruktur

Anders, als bei der traditionellen Universität, nutzt die globale Web 2.0 gestüzte Universität nicht mehr einen physischen Campus mit seinen Gebäuden und Lehrsälen. Basis der globalen Universität bildet die Hardware und hardwarenahe Peripherie, auf denen die Universitätssysteme betrieben werden. Diese werden im Sinne dieser Arbeit unter dem Begriff Infrastruktur zusammengefasst, welcher im Folgenden separat beschrieben werden soll.

4.1.1 Hardware

In der Informationstechnologie allgemein wird der Begriff Hardware für die physisch greifbaren Elemente eines Computersystems oder auch das komplette System verwendet. Sie ist somit klar abgrenzbar von Software, welche zur Steuerung der Hardware eingesetzt wird und physisch nicht greifbar ist.

Die Hardwarebasis bildet bei Web Diensten auf Seiten der Universität allgemein spezielle Serverhardware, auf denen neben einem Betriebssystem Dienste angeboten werden, über die Inhalte durch Webbrowser abgerufen werden können. Serverhardware ist speziell für den durchgehenden Betrieb und hohe Leistungsanforderungen ausgelegt. Daten werden in der Regel auf speziellen Festplattenverbunden - so genannten RAID-Systemen (Redundant Array of Independent Disks) - abgelegt, welche den Fokus ebenfalls auf Performance aber auch auf Datensicherheit legen.

Auf der Seite des Studenten bestehen weniger hohe Hardwareanforderungen, da hier nur ein Konsument bedient werden muss. Zum Einsatz kommt als Clienthardware ein Computer oder ein Notebook, welche weniger auf Performance und Datensicherheit ausgelegt und auf denen Betriebssystem und Clientsoftware installiert sind.

Beiden Hardwaretypen ist gemein, dass in der Regel über eine Netzwerkkarte Kontakt zum Netzwerk bzw. Internet aufgebaut wird.

Als zusätzliche Hardwareausstattung bei Studenten und Dozenten wird als Mittel zur Kommunikation für die Audioübermittlung ein, an den Computer angeschlossenes Mikrofon sowie Lautsprecher oder Kopfhörer, benötigt. Zusätzlich ist denkbar, dass durch eine Videokamera auch Bilder übertragen werden. Sowohl Sprache als auch Bild müssen durch entsprechende Komprimierung der vorhandenen Internetbandbreite angepasst werden. Für den Fall das nicht genügend Bandbreite zur Verfügung steht kann das Videobild kleiner gerechnet werden. Bei Sprache ist dies nur begrenzt möglich, da diese ansonsten nicht deutlich genug übertragen wird.

4.1.2 Internetanbindung

Sowohl auf Seite der Universität, als auch auf Seite des Studenten, ist neben der Hardware eine Internetanbindung notwendig, über die Daten ausgetauscht werden können. Hierbei müssen verschiedenartige Anforderungen zum Einen an die Art und Geschwindigkeit der Anbindung bei Hochschule und Studenten und zum Anderen an die Art der zu übermittelnden Inhalte, unterschieden werden.

Bei der Internetanbindung muss allgemein differenziert werden zwischen Upload- und Downloadgeschwindigkeit (Datenverkehr vom computer in Richtung Internet bzw. andersherum). Zusätzlich existiert eine Unterscheidung zwischen temprär aufgebauten Verbindungen auf der einen und dauerhaft bestehenden Verbindungen auf der anderen Seite.

Eine weitere Differenzierung muss in der Art der Internetanbindung getroffen werden: So muss ein Student nur bei Bedarf eine Verbindung aufbauen, wenn auf Daten zugegriffen werden muss. Im Gegensatz dazu, muss der Server über eine dauerhafte Verbindung zum Internet verfügen, da ein Zugriff jederzeit erfolgen kann und somit eine ständige Verbindung notwendig ist. Auch muss der Server über eine entsprechende Adresse verfügen unter der er dauerhaft erreichbar ist.

4.1.3 Software

Wie bereits erwähnt, stellen Hardware und Internetanbindung die Basis bereit, auf der verschiedenartige Softwareprodukte aufsetzen, um Web 2.0 Dienste nutzbar zu machen. Generell wird hier zwischen serverseitigen und clientseitigen Softwareprodukten unterschieden, welche entweder Dienste anbieten oder Dienste nutzen. Allerdings sind die Grenzen hier häufig fließend.

4.1.3.1 Serverseitig

Auf der Seite des Servers wird auf dem Serverbetriebssystem ein Webserver bzw. Webserverdienst betrieben, dessen Aufgabe es ist, Anfragen zu interpretieren und entsprechende Seiten auszuliefern. Häufig eingesetzte Webserver sind zum einen der Apache Webserver der Apache Software Foundation und der IIS (Internet Information Services) von Microsoft. Auszuliefernde Daten können zum Einen aus einer Datenbank stammen, die auf dem Server selbst oder einem separaten Server installiert ist. Klassische Datenbank-Systeme sind beispielsweise der Microsoft SQL-Server (Structured Query Language) oder MySQL-Server von Sun Microsystems. Ebenso können statische Webseiten, die im Dateisystem des Servers gespeichert sind, ausgeliefert werden.

In diese Webseiten können wiederum Scriptsprachen integriert werden, welche aus statischen Webseiten dynamischen Webseiten machen. Hier ist es beispielsweise möglich, dass Inhalte benutzerabhängig aus einer angeschlossenen Datenbank nachgeladen werden und somit der Inhalt der Seiten nicht mehr im Vorfeld festgelegt wurde. Als Beispiele sollen hier die Scriptsprachen PHP (PHP: Hypertext Preprocessor) und CGI (CGI: Common Gateway Interface) genannt werden, welche direkt in statische HTML-Seiten integriert werden können. Vor Auslieferung der Webseite wird der Scriptteil der HTML-Seite vom Webserver an den entsprechenden Interpreter weitergegeben, der den Inhalt nach Berechnung an den Webserver zurückreicht. Abschließend wird der berechnete Inhalt ebenfalls als HTML ausgeliefert.

4.1.3.2 Clientseitig

Zentrale Komponente auf dem Computer des Konsumenten (clientseitig) ist der Webbrowser, oder kurz Browser. Dieser interpretiert die vom Server nach HTML-Standard ausgelieferten Webseiten und bereitet diese grafisch auf. Weite Verbreitung haben der Mozilla Firefox und der Internet Explorer von Microsoft, wohingegen die Browser Google Chrome und Safari von Apple weniger weit verbreitet sind.

Durch zusätzliche Software, so genannte Plug-Ins, können die Browserfunktionalitäten um zusätzliche Features erweitert werden. Ist die klassische Darstellung einer Website statisch, so können beispielsweise durch die Installation eines Video-Plug-Ins (beispielsweise für den Windows Media Player von Microsoft oder den Real Player der Firma Real Networks) Filme und Videos direkt in der Webseite abgespielt werden. Weitere Interaktivität kann auch durch clientseitige Scriptinterpretation erzielt werden. Exemplarisch sollen hier Java von Sun Microsystems und Flash von Adobe genannt werden. Außerdem ist browserübergreifend in alle aktuelle Browser die Scriptsprache Java Script integriert, welche trotz Namensähnlichkeit nur entfernt verwandt ist mit Java und hiervon unterschieden werden muss.

Neben einem Webbrowser kann auf deinem Client zusätzliche Software installiert sein, durch die Kommunikation erfolgen kann. Zunächst sind hier so genannte Instant Messenger zu nennen, bei denen Kommunikation in Textform erfolgt. Benutzer werden in einer Kontaktliste gepflegt, in der zu erkennen ist, ob ein Kontakt online ist. Neben der Kommunikation ist hier auch Dateiübertragung möglich. Bekannte Instant Messenger sind beispielsweise ICQ, der Windows Live Messenger oder der Yahoo! Messenger. Kontaktstati, sowie Nachrichten werden bei all diesen Programmen über zentrale Server verwaltet, sodass auch eine Offline-Nachrichtenspeicherung mit zeitverzögerter Zustellung möglich ist. Eine Weiterentwicklung von Instant Messengern stellt das Programm Skype dar, dessen Fokus nicht mehr auf textbasierter Kommunikation sondern auf der kostenlosen Übermittlung von Sprache über das Internet, dem VOIP (Voice over IP), liegt.

4.1.3.3 Entwicklungssoftware für E-Learning

Um virtuelle Vorlesungen ansprechend vorzubereiten, bedarf es entsprechender Softwaretools, genannt LCMS (LCMS = Learning Content Management System), oder Autorenwerkzeug. Zu beachten ist, dass diese beiden Begriffe nicht synonym zueinander stehen.

LCMS: Das LCMS dient als Basis für Entwicklung und Pflege von Lernprogrammen, welche entweder in Form von offline genutzten CBT (Computer-Based Trainings) oder online nutzbaren WBTs konzipiert werden können. Ziel dabei ist es, beliebige Inhaltselemente in anderen Modulen wiederverwenden zu können um so Mehrfacherstellung zu vermeiden und die Generierung neuer Kurse zu beschleunigen. Durch Trennung von Layout und Inhalt können diese Lernprogramme problemlos in vorhandene Strukturen der Universität eingebunden werden.
LCMS werden in der Regel als Client-Server-Systeme konzipiert. Damit wird sichergestellt, dass sich Entwicklungssoftware und Lernobjekte an zentraler Stelle befinden, um von verschiedenen Orten darauf zugreifen zu können. Des Weiteren bieten LCMS-Systeme eine Versionierungsfunktion um Fortschritte bei der Programmentwicklung genau zu dokumentieren.
Im Rahmen der globalen Universität könnten Entwickler aus den einzelnen Ländern problemlos lokale Änderungen am Programm vornehmen ohne das gesamte Programm neu entwickeln zu müssen, geschweige denn redundante Daten zu erzeugen. Die Merkmale eines LCMS lassen sich entsprechend ableiten:

  • Dozenten müssen ohne größere Programmierkenntnisse eigene Lernprogramme entwickeln oder zumindest an der Gestaltung mitarbeiten können, entsprechend müssen Standardtemplates für verschiedene Module verfügbar sein.
  • Das System muss um zusätzliche didaktische und methodische Elemente erweiterbar sein.
  • Inhalte in den WBT können beliebig verändert werden.
  • Getrennte Bearbeitung von Inhalt und Layout.
  • Elemente des WBT (Bilder, Grafiken, Videos, Flash, Text, usw.) werden in einer zentralen Datenbank abgelegt um wieder verwendet werden zu können.
  • Intuitive und benutzerfreundliche Bedienung.
  • International gültige Schnittstellen, wie beispielsweise AICC oder SCORM müssen unterstützt werden[27]
    .

Autorenwerkzeuge: Sind meist als Einzelplatz-Lösungen konzipiert und somit deutlich kostengünstiger. Der Nachteil bedingt sich aus der lokalen Installation, da alle Programmierelemente auch nur lokal verfügbar sind. Ein Arbeiten in verteilten Teams ist mit Autorenwerkzeugen meist nicht möglich. Entsprechend höher ist auch der Aufwand bei der Entwicklung eines qualitativ hochwertigen und funktional reichhaltigen Trainings[28].

Auf die weiteren Entwicklungsphasen von Lernprogrammen, wie Grobkonzept, Fachmanuskript, Feinkonzept, Drehbuch, CBT/WBT-Produktion, Testphasen, Abnahmen und Optimierung werden im Rahmen dieser Fallstudie nicht weiter eingegangen.

4.2 Virtuelle Welten

In einer virtuellen Welt, wie in Second Life schafft man sich eine Figur (Avatar) als graphischen Stellvertreter, mit welcher man interagieren, spielen, Handel betreiben, kommunizieren und - für diese Hausarbeit interessant- lernen kann.

Abb. 7: Beispiel einer virtuellen Universität in Second Life
Abb. 7: Beispiel einer virtuellen Universität in Second Life [29]

Die eigene Figur wird mit persönlichen Komponenten individuell gestaltet und genutzt. Neben der kreativen Gestaltung der eigenen Welt gibt es auch die Möglichkeit andere „Welten“ zu erkunden, zu spielen, in Communities zu diskutieren oder aber Daten in Text-, Bild-, Ton- und Videoformaten auszutauschen. Gelernt werden soll im Bildungsbereich, der Seminarräume mit Foren oder Chats anbietet, über eine Bibliothek für Dokumente und Lernprogramme verfügt sowie eine Cafeteria für neue Kontakte beinhaltet. Auch Schulungen und virtuelle universitäre Vorlesungen werden bereits in Second Life gehalten.

In Abbildung 7 ist beispielhaft die "University of Hamburg" in Second Life zu sehen und demonstriert die visuellen Darstellungsmöglichkeiten der virtuellen Universität.

Ein Problem beim Lernen in der virtuellen Welt besteht in der Ablenkung durch die Vielfältigkeit der Animationen. Im ersten Moment sind sie noch interessant und machen neugierig, auf Dauer jedoch fühlten sich viele Lerner in und durch die virtuelle Welt abgelenkt.

Ein anderer problematischer Aspekt ist die Kompetenzentwicklung. So könnten sich Lernende in ihre eigene virtuelle Welt flüchten und sich in realen Entscheidungssituationen nicht bewähren, sodass sich kein Kompetenzlernen einstellt[30].

4.3 Online-Community Dienste

Online-Community Dienste[31] stellen Plattformen bereit, auf deren Basis verschiedenartige Dienste und Anwendungen für Gruppen von Benutzern zugänglich gemacht werden. Im Folgenden sollen für diese Arbeit relevante Online-Commuity Dienste sowie deren Konzepte und Funktionsweisen vorgestellt werden.

4.3.1 Podcast

Der Begriff Podcast ist ein Kunstwort und setzt sich aus den Begriffen iPod und Broadcasting zusammen und umschreibt eine, über das Internet beziehbare, Audio- oder Videodatei. Somit ist der Konsument nicht mehr von Sendezeiten wie im Fernsehen oder Radio abhängig, sondern kann eigenständig über den Zeitpunkt des Konsums entscheiden. Außerdem können Inhalte selbst zusammengestellt und nach den individuellen Bedürfnissen kombiniert werden. Mit entsprechenden Programmen können über RSS-Feeds (Really Simple Syndication), welche eine Art Inhaltsverzeichnis darstellen, die Inhalte abonniert werden, wobei über Änderungen durch eine Anpassung des Feeds informiert wird[32].

Abb. 8: Erstellung und Abruf eines Podcasts
Abb. 8: Erstellung und Abruf eines Podcasts [33]

Einzelne Podcasts können an einem Computer mit Soundkarte und Mikrofon ohne große Umstände produziert werden, wobei auch hier speziell für diesen Zweck entwickelte Software zum Einsatz kommt. Der Ersteller, Podcaster genannt, bestimmt dabei eigenständig über die veröffentlichten Inhalte. Die Multimediadatei selbst wird in einem platzsparenden Format (bspw. mp3 bei Audio- und mpeg bei Videoinhalten) abgespeichert, um so eine effiziente Übertragung zu gewährleisten. Im Anschluss wird die Datei auf einen, dauernd mit dem Internet verbundenen, Server geladen, damit sie jederzeit vom Abonnenten bezogen werden kann. Ein exemplarischer Ablauf der Erstellung und des Abrufs wird in Abbildung 8 dargestellt.

4.3.2 Virtuelles Meeting

Der Begriff virtuelles Meeting[34] umschreibt Treffen, bei denen sich die Teilnehmer nicht persönlich an einem Ort zusammenfinden. Vielmehr nutzen die Teilnehmer ein gemeinsames Medium um Entfernungen zu überbrücken und miteinander in Kontakt zu treten. Die einfachste Form eines virtuellen Meetings stellt eine Telefonkonferenz dar, bei dem die Telefonverbindungen mehrerer Teilnehmer zusammengeschaltet werden. Mit steigender Verbreitung schneller Internetverbindungen können Telefonkonferenzen über VOIP geführt werden, was den Vorteil der Kostenreduktion mit sich bringt, da in der Regel die bestehende Internetverbindung mitgenutzt wird.

Die nächste Stufe eines virtuellen Meetings stellen Videokonferenzen dar: Hier wird neben Sprache zusätzlich ein Videobild der einzelnen Konferenzteilnehmer übermittelt und auf dem Monitor des Gegenübers dargestellt. Hierdurch können zusätzlich Gesten oder Gesichtsausdrücke eine unterstützende Wirkung erzielen. Allerdings kann hier bemängelt werden, dass die übertragenen Bilder oft nur von schlechter Qualität sind und Teilnehmer nicht in die Videokamera blicken, da sie ihrerseits auf die übertragenen Bilder achten. Hier setzt beispielsweise die Telepresence-Technologie von Cisco auf[35]: Videobilder werden hochauflösend übertragen und wiedergegeben. Zusätzlich werden modellabhängig die Wiedergabemonitore und Kameras so positioniert, dass der Eindruck erweckt wird, als säßen Konferenzteilnehmer am selben Tisch.

Unterstützend können bei derartigen Konferenzen so genannte Online Collaboration Tools eingesetzt werden, in denen der Konferenzleiter beispielsweise eine Präsentation - für alle Teilnehmer via Internet abrufbar - ablaufen lässt oder gemeinsam an einem Dokument gearbeitet werden kann. Hier erfolgt ein Treffen in einem virtuellen Konferenzraum, der vor Beginn per Passwort zugänglich ist. Entsprechende Links zum Konferenzraum können beispielsweise per E-Mail zusammen mit der Terminplanung verteilt werden.

4.3.3 Wikis

Ein Wiki[36] kann als webbasierte Software betrachtet werden, die es Benutzern erlaubt, Inhalte von Webseiten direkt im Browser anzupassen. Das Wiki-Konzept wurde 1995 in Form des ersten Wikis „WikiWikiWeb“ von Ward Cunningham entwickelt, der nach einem einfachen Dokumentationssystem für Programmierer suchte, in dem mehrere Entwickler parallel und gemeinschaftlich arbeiten konnten. Als weiteres Feature wurde eine Historienfunktion hinzugefügt, durch die Änderungen und somit auch Gedankengänge nachvollziehbar gemacht werden können[37].

Ein Wiki basiert auf Scripten, die auf einem Webserver installiert werden. Hierdurch wird clientseitig außer einem gängigen Webbrowser keine zusätzliche Software benötigt. Einzelne Inhaltsseiten werden in einfachen Textdateien oder in einer Datenbank gespeichert, welche von den Wiki-Scripten verwaltet werden. Zur Formatierung von Texten wurde eine so genannte Wiki-Syntax eingeführt mit der sich neben dem formatieren von Texten auch Tabellen oder Grafiken in Wiki-Artikel einfügen lassen. Diese orientiert sich zum Einen an einfacher HTML-Syntax und zum Anderen an den Anforderungen, die an wissenschaftliche Arbeiten gestellt werden. Hierfür sind unter anderem Zitiermöglichkeiten oder Verweise zu nennen.

4.3.4 Blogs

Weblog ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus den Wörtern Web und Log-(buch). Blogs haben die Besonderheit, dass der aktuellste Beitrag stets an oberster Stelle steht. Jedem neuen Beitrag wird eine eigene URL (Uniform Resource Locator), ein sogenannter Permalink, zugewiesen, über die er dauerhaft erreichbar ist. Somit ist es möglich, einzelne Beiträge gezielt zu adressieren und zu verlinken. Andere Blogger können sich so direkt auf einen einzelnen Blog-Beitrag beziehen. Das Auffinden, zeitlich nicht mehr aktueller und bereits archivierter Artikel, wird so erleichtert[38].

4.3.5 Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke stellen eine recht neue Entwicklung im Internet dar und ermöglichen die Entstehung virtueller Communities. Kernfunktion einer solchen Plattform ist Aufbau und Pflege von Kontakten, wobei für verschiedene Zielgruppen unterschiedliche Angebote existieren[39]. Den Benutzern werden in Abhängigkeit vom jeweiligen Angebot verschiedenartige Funktionen zur Verfügung gestellt, von denen Wesentliche hier vorgestellt werden:

  • Erstellung eines persönlichen Profils
  • Pflege einer persönlichen Kontaktliste
  • Kommunikation innerhalb des Netzwerks
  • Einstellung von Fotos
  • Bildung offener und geschlossener Interessensgruppen
  • Darstellung von Verbindungen zwischen Mitgliedern

Verschiedenen sozialen Netzwerken liegen unterschiedliche Geschäftsmodelle zu Grunde. So finanzieren sich einige allein durch Werbung, wobei den Benutzern sämtliche Funktionen offen stehen. Andere soziale Netzwerke bieten einen kostenlosen Basiszugang an, sollen jedoch weitere Funktionen zur Verfügung stehen, muss der Account in einen kostenpflichtigen Account umgewandelt werden. Beispiele für soziale Netzwerke im Internet sind unter anderem xing.com, studivz.de oder facebook.com.

4.3.6 Internetforen

Internetforen [40] sind internetbasierende Plattformen zum Austausch und zur Diskussion von Gedanken, Meinungen und Wissen. Kommunikation erfolgt hier nicht in Echtzeit sondern vielmehr zeitversetzt, wobei in der Regel pro Thema ein Thread erzeugt wird, auf den Teilnehmer direkt mit einem Posting, also einem einzelnen Beitrag, antworten können. Ebenso kann eine logische Unterteilung durch Bildung von Unterforen erfolgen. Häufig verwendete Forensoftware ist unter anderem das quelloffene und kostenlose PhpBB oder das kommerziell vertriebene vBulletin.

5 Einsatz von Web 2.0 Diensten an der globalen Universität

Nachfolgend werden die verschiedenen Nutzungsbereiche für die verschiedenen Web 2.0 Dienste an einer globalen Universität vorgestellt, bevor diese mit den universitären Diensten verknüpft werden. Zuvor veranschaulicht die hier aufgeführte Tabelle 1 noch einmal die E-Learning Methoden von Web 1.0 mit denen von Web 2.0.

Lernen im Web 1.0 und Web 2.0 im Vergleich[41]
Klassisches E-Learning im Web 1.0 Kompetenzorientiertes E-Learning im Web 2.0 (Social Software)
Charakter der Lernprozesse:
Die Wissensvermittlung und -verarbeitung steht im Vordergrund Die Kompetenzentwicklung im Sinne von Selbstorganisationsdispositionen ist das Ziel
Deutliche Trennung von Experten (Lernprogrammentwickler) und Nutzern, Alle Beteiligten bringen ihr Erfahrungswissen ein
Überwiegend „Top-down“-Lernen Überwiegend „Bottom-up“-Lernen
Fremdgesteuertes Lehrmodell Kompetenz-Lernmodell mit Selbstorganisation
Relativ unkritische Wissensaufnahme Lernerbewertung von Inhalten und Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sichten und Anschauungen
Rückgekoppelte Monologe Lebendige Kommunikation in Netzwerken
Selbstreflexion der Lerner findet kaum statt Gemeinsame Weiterentwicklung von Wissen, wertende Selbstreflexion von Lehrenden und Lernern.
Erscheinungsformen der Software:
Statische, zumeist wissensorientierte Programme Dynamische, wertende (z. B. mit Wikis) oder meinungsorientierte Inhalte (z. B. über Blogs)
Veränderung ist im Zeitablauf nur bei periodischen „Neuauflagen“ vorgesehen Laufende Veränderung ist Bestandteil der Seiten
„Buch-Modell“: überwiegend abgeschlossen gegen Wertungen der Nutzer Offenheit gegenüber Veränderungen und Wertungen der Nutzer
Grundlage ist das Wissen der Experten Grundlage ist die wertende „Weisheit des Netzwerkes“
Charakter der Daten und Metadaten:
Lerninhalte werden durch Experten bestimmt Lerninhalte entwickeln sich aus dem Erfahrungswissen der Lerner („Netzwerk-Gedächtnis“)
Die Lernerinteressen werden relativ wenig berücksichtigt die Interessen der Lerner werden voll berücksichtigt
Relativ einseitige Sicht eines Experten Unterschiedliche, wechselnd wertende Sichten aller Lerner
„Gesichertes“ Wissen und Fremdinformationen Die Stoffdarbietung ist eher dynamisch („work in progress“), aktuelle, wertende Diskussionen des Wissens
Tabelle 1: Lernen im Web 1.0 und Web 2.0 im Vergleich

5.1 Nutzungsbereiche

In der Lernpraxis haben sich vor allem die asynchronen Kommunikationsinstrumte des Web 2.0 durchgesetzt. Wikis, Weblogs und Podcasts werden durch Methoden, wie Tagging oder RSS ergänzt.
Es folgt eine Übersicht (siehe Tabelle 2) der Werkzeuge und ihrer Eigenschaften, im Anschluss wird der Bezug von Web 2.0-Werkzeugen zum universitären Umfeld weiter vertieft.

Visualisierung der Umsetzungsmöglichkeiten im Web 2.0

Web 2.0-Werkzeuge im Vergleich[42]
Chat Forum Podcast Weblog Wiki
Vorkenntnisse [43] Basisfertigkeiten im Umgang mit dem Internet,
ausreichend hohe Tippgeschwindigkeit,
entsprechend schriftliches Ausdrucksvermögen
Basisfertigkeiten im Umgang mit dem Internet,
entsprechend schriftliches Ausdrucksvermögen
Herunterladen eines Podcast:
Basisfertigkeiten im Umgang mit dem Internet,
Erstellung eines Podcasts:
Channelmanager als Unterstützungsfunktion
Basisfertigkeiten im Umgang mit dem Internet,
entsprechend schriftliches Ausdrucksvermögen
Grundkenntnisse für die Arbeit mit einem Wiki (Erstellen und Ändern von Beiträgen, Hochladen von Bildern, Formatierungsbefehle),
geringe Systemvoraussetzungen
(Webbrowser, also überall einsetzbar, wo Internet vorhanden ist)
Ergebnissicherung Protokollierungsfunktion: Aufzeichnung von Chat-Dialogen zur späteren Aufbereitung und Analyse,
Ausdruck des Dialoges möglich zur Bereitstellung für alle Gruppenteilnehmer
Ortsungebundener Zugriff auf alle Beiträge möglich,
Ausdruck der einzelnen Beiträge und Materialien möglich
Ortsungebundener Zugriff auf alle Podcasts möglich,
bereits heruntergeladene Podcasts stehen jederzeit offline zur Verfügung und können wiederholt angehört werden
Ortsgebundener Zugriff auf alle Beiträge Veröffentlichung im Internet;
für jeden registrierten Nutzer abrufbar
Handhabung Beinahe synchroner Austausch von Informationen,
Benutzung von Nicknames
Asynchroner Austausch von Meinungen und Gedanken, die in Beiträgen schriftlich festgehalten werden,
Information über neue Themen per RSS-Feed
Die Audiodateien werden heruntergeladen und können immer wieder

über ein geeignetes Abspielgerät gehört werden

Meinungen zu neu bereitgestellten oder bereits vorhandenen

Themen können eingefügt werden

Erstellung von Texten zu diversen Themen
Einsatz in der Lehre Diskussionsplattform,
Beratungsgesrpäch,
Expertengespräch,
Brainstorming
Feedback-Foren,
Diskussionsforum,
Ablageort für Ergebnisse von Gruppenarbeiten und Materialien
Archivierungsfunktion,
z.B. Aufzeichnung eines Vortrages oder Expertengespräch,
auch geeignet für die Einzelarbeit
Erledigung schriftlicher Aufgaben,
Möglichkeit zur Gruppendiskussion,
Bereitstellen von Arbeitsmaterialien
Kooperatives Lernen und Arbeiten,
Ergebnissicherung, durch die Erstellung von eigenen Artikeln
Vorbereitung durch Lehrenden Festlegung von Einsatzform und Kommunikationsregeln,
Vorgabe verbindlicher Ablaufpläne
Organisation der Beitragsthemen, zu denen sich die Gruppe äußern soll Auswahl geeigneter Podcasts oder Erstellung eigener Podcasts Betreiben eines Dozenten-Weblogs Eingrenzung der relevanten Themenbereiche
Kontrolle Protokollierungsfunktion Löschrechte Indirekte Einflussnahme durch Benotung des von Studenten erstellten Podcasts Überprüfung eingestellter Beiträge Geschlossener Zugang nur für registrierte Nutzer,
Dozent als Administrator mit erweiterten Löschrechten,
Historie ermöglicht Nachverfolgung
Potential zur personalen Kompetenzentwicklung[44] Schwach Mittel Stark Stark Mittel
Potential zur aktivitätsbezogenen Kompetenzentwicklung[44] Schwach Schwach Schwach Schwach Schwach
Potential zur fachlich-methodischen Kompetenzentwicklung[44] Schwach Schwach Schwach Schwach Schwach
Potential zur sozial-kommunikativen Kompetenzentwicklung[44] Mittel Stark Stark Mittel Stark
Tabelle 2: Web 2.0-Werkzeuge im Vergleich

Einsatz von Wikis im Universitätsumfeld: Das Lernen in Wikis unterscheidet sich grundsätzlich von traditionellen Lernmethoden des Web 1.0. Während Experten früher Texte erstellten und diese nach mehrmaligem Überarbeiten in Form eines Buches veröffentlichten, werden Lerninhalte in Wikis durch eine Gruppe von Lehrenden und Lernenden erstellt, wobei jeder seine eigenen Erfahrungen und Kenntnisse zum Thema beitragen kann. Dadurch entsteht ein gemeinsamer Inhalt, dessen Struktur und Elemente sich durch die Beiträge aller, im Laufe des Entwicklungsprozesses andauernd ändert. Bestimmte Themen werden dadurch inhaltlich nie abgeschlossen, sind dafür aber stets hochaktuell[45].

Merkmale von Wikis im Universitätsumfeld[46]:

  • Offenheit: Jedes Mitglied einer Lerngruppe kann Texte im Wiki lesen, korrigieren, kommentieren, kürzen oder erweitern. Alle Lernenden einer Lerngruppe haben im Grundsatz die gleichen Rechte zum Schreiben und Verändern von Texten.
  • Transparenz: Über die History-Funktion (Log) eines Wikis können alle bisherigen Änderungen in einem Artikel nachvollzogen werden, sodass der Entstehungsprozess nachvollziehbar wird. Dies fördert das Verständnis und ermöglicht eine relativ hohe Qualität. In jedem Wiki existieren außerdem Suchfunktionen mit Volltextsuche.
  • Kreativität: Aufgrund der asynchronen Kommunikation können in Wikis auch Teilnehmer zu Wort kommen, die in synchronen Szenarien, wie Chats oder persönlichen Diskussionen, eher zurückhaltend sind. Dies fördert eine kreative Ideenfindung aus der gesamten Gruppe heraus.
  • Laufendes Feedback: Die Autoren in Wikis erhalten regelmäßig Feedback durch die Beiträge der Lernpartner.
  • Einfachheit: Wikis können über eine einfache Skriptsprache ohne Schulung benutzt werden. Die Lerner können navigieren, lesen und Texte verändern, ohne dass sie ein weiteres Programm benötigen. Es sind insbesondere keine tief gehenden Programmierfähigkeiten in Auszeichnungssprachen, wie z.B. HTML, notwendig.
  • Vielfältigkeit: Wikis lassen sich über „Tags“ verknüpfen, sodass eine Ordnungsstruktur aufgebaut wird. Beim „Taggen“ werden Schlagworte vergeben, die auf bestimmte Objekte verweisen, sodass jeder Nutzer durch Anklicken des Tags genau zu diesem Objekt gelangen wird.
  • Dynamik: Wikis unterliegen einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess mit allen Beteiligten, was allerdings einen entsprechenden Nutzerkreis voraussetzt.
  • Identifikation: Im Verlauf der Wiki-Erstellung muss ein gemeinsamer Konsens gefunden werden. Dazu müssen sich die Mitglieder mit ihren eigenen Vorschlägen, sowie mit den Gedanken der Lernpartner kritisch auseinandersetzen. Die Lernenden identifizieren sich in diesen Lernprozessen zunehmend mit dem Wiki und dessen Inhalten. Sie teilen Wissen und lösen gemeinsam Probleme.

Einsatz von Blogs im Universitätsumfeld: Blogs eignen sich hervorragend zum Führen von webbasierten Lerntagebüchern, um Lernprozesse transparent zu machen. Lehrende oder Lernende stellen in den Blogs Überlegungen an, welche wiederum von Lernpartnern kommentiert und ergänzt werden können[47].
Im Lernumfeld ergeben sich folgende Merkmale:

  • Subjektivität: Blogs können im Lernumfeld sinnvoll von einzelnen Lernenden oder Kleingruppen genutzt werden. Die Blogbeiträge spiegeln dabei die authentische und spontane Sicht der Gruppe oder des Einzelnen zum aktuellen Themengebiet wieder. Dabei ist zu beachten, dass auch die Beiträge der Lehrkraft subjektiven Charakter haben.
  • Aktualität: Ein Merkmal des Weblogs ist die Aktualität, mit der Beiträge platziert werden können. Ein genutzter Weblog im Uniumfeld soll sicherstellen, dass die Lernenden regelmäßig über ihre Erfahrungen, zum Beispiel im Rahmens eines Projekt-Blogs, berichten können. Der Blog wird damit zu einer Art öffentlichem Lerntagebuch.
  • Sequentielle Struktur: Einträge, auch in einem universitären Weblog, werden blogtypisch chronologisch absteigend dargestellt.
  • Vernetzung („Blogsphäre“): Die Autoren („Blogger“) verweisen mittels „Tags“ auf andere Blogs oder Quellen, sodass eine Netzwerkstruktur entsteht. Über sogenannte Trackbacks wird die Weblog-Software andere Lernende informieren, wenn sich Beiträge auf deren Blogs beziehen. Zitiert ein Blogger aus einem anderen Weblog, wird dort ein Rücklink platziert. Damit kommunizieren Blogs nahezu unbemerkt, ohne Initiierung durch des Erstellers, im Hintergrund miteinander und tauschen Informationen aus. Mit dieser Trackback-Funktion entsteht im Laufe der Zeit eine komplexe „Blogsphäre“.
  • Asynchrone Kommunikation: Die Kommentarfunktion am Ende jedes Artikels bietet den Lesern eines Weblogs die Möglichkeit, Stellung zu den Beiträgen zu nehmen. So entsteht eine Art netzbasiertes „Gästebuch“. Der Blog-Autor kann wiederum auf geschriebene Kommentare anderer Bezug nehmen. Lernpartner können zu einzelnen Blog-Beiträgen aber auch in ihrem eigenen Weblog Kommentare schreiben, die mit dem bewerteten Artikel verlinkt werden. Es ist technisch möglich, den Blog so zu gestalten, dass nur bestimmte Lernpartner Kommentare einfügen können, oder dass Kommentare erst durch den Blogger freigegeben werden müssen.
  • Einfachheit: Blogs können intuitiv aus einem LMS (Learning Management System) heraus genutzt werden. RSS-Reader machen es möglich, ausgewählte Blogs online oder auch offline zu lesen, ohne jede einzelne Blog-Seite gesondert besuchen zu müssen.
  • Öffentlichkeit: Die Blog-Beiträge können in einem LMS veröffentlicht und zusätzlich per E-Mail bekannt gemacht werden.

Je nach Organisation lassen sich verschiedene Blogs einer Lerngruppe miteinander verbinden (Gruppen-Blogs) oder können von einer zentralen Stelle, zum Beispiel dem Dozenten, mit Inhalten versorgt werden (Kurs-Blogs)[48]

Einsatz von Podcasts im Universitätsumfeld: Mit Hilfe von Podcasts können Studenten und Dozenten Interviews, Disskussionen oder Reden, aber auch Lerntagebücher und Kommentare aufnehmen, und diese veröffentlichen. Ergänzend zu den selbsterstellten Podcasts können auch Fremdquellen in den Lernprozess mit integriert werden. Innerhalb einer (Lern)gruppe können Podcasts abonniert werden, sodass alle Lernenden die neuen Beiträge automatisch erhalten. Podcasts kann auch Blended-Learning-Systeme unterstützen um Praxisphasen vor- und nachzubereiten.
Podcasts arbeiten stark auf der emotional-motivationalen Ebene, sodass sie besondere Stärken im personalen, sowie sozial-kommunikativen Kompetenzbereich entwickeln.

Einsatz von Tagging im Universitätsumfeld: Im Rahmen der globalen Universität durch Web 2.0 können alle Elemente innerhalb des virtuellen Campus mit persönlichen Schlagworten versehen werden. Organisatorische Strukturen, aber auch Lerninhalte und Verknüpfungen zwischen diesen, lassen sich so leichter finden und erschließen. Zur Kompetenzentwicklung kann Tagging zum Anlegen eines persönlichen Wissensspeichers oder zur Online-Recherche verwendet werden[49].

Einsatz von RSS im Universitätsumfeld: RSS-Feeds eignen sich primär dazu, Nutzergruppen über Aktualisierungen auf Webseiten zu informieren, ohne, dass ein regelmäßiger Besuch der Webseite notwendig ist. Im Lernumfeld können RSS-Feeds über verschiedene Blogs informieren und so eine Verknüpfung zwischen diesen herstellen. Außerdem lassen sich RSS-Such-Feeds für bestimmte Inhalte einrichten. RSS fördern damit besonders die fachlich-methodische Kompetenz[49].

5.2 Erläuterungen der einzelnen Dienste

Nachfolgend werden nun die einzelnen universitären Dienste erläutert. Dabei werden ihnen die einzelnen Web 2.0 Elemente zugeordnet.

5.2.1 Virtueller Campus

Abb. 9: Online-Campus der FOM
Abb. 9: Online-Campus der FOM[50]

Der virtuelle Campus (nachfolgend auch Online Campus genannt) ist ein zentrales Element von globalen Universitäten. Er bietet sowohl den Studenten und Dozenten, sowie dem anderen Personal einer globalen Universität schnell und effizient in Kontakt zu treten und Informationen auszutauschen. Die FOM (Fachhochschule für Oekonomie und Management)[51] hat zum Beispiel einen solchen Online Campus (siehe Abb.9). In ihm finden sich verschiedene Elemente des Web 2.0 wieder. So beinhaltet er ein für alle Studenten zugängliches Forum, in welchem sie miteinander und mit den Dozenten in Kontakt treten können. Ein weiteres Einsatzgebiet findet die Technik des Forums auf Veranstaltungsebene. Hier können die Studenten über fachspezifische Dinge diskutieren. Auch eine Chatfunktion ist integriert.

Abb. 10: Campus Beispiel in Second Life
Abb. 10: Campus Beispiel in Second Life[52]

Mit diesen einzelnen Elementen schöpft der Online Campus allerdings nicht sein volles Potenzial aus. So finden Elemente wie Podcasts und Wikis keine Verwendung.

Ein Web 2.0-Element, welches bisher noch wenige Universitäten nutzen, ist der Aufbau eines Campus in einer virtuellen Welt wie Second Life (siehe Abb. 10). Wie in Kapitel 4.2 bereits erwähnt ist der Ansatz die Universität in eine virtuelle Welt zu transferieren ein interessanter, momentan aber noch problembehafteter Ansatz und wird sich auf absehbare Zeit die anderen Lehrmethoden nicht ersetzen können.

5.2.2 Exkurs: E-Bibliothek 2.0

Die moderne Bibliothek bietet viele Bücher bereits als elektronische Ressourcen in Form von eBooks an. Diese eBooks sind über das Bibliotheksnetzwerk meist frei zugänglich und erleichtern erheblich die Recherchearbeit in der Vorbereitungsphase für Haus- oder Abschlussarbeiten[53]. Die globale Universität sollte im Web 2.0-Zeitalter über eine moderne elektronische Bibliothek verfügen. Es folgt ein kurzer Rückblick über die letzten Jahre der Bibliotheksnutzung und ein Fazit zum aktuellen Stand der Technik.

Webbasierte Suchoberflächen gehören seit einigen Jahren für Viele zum täglichen Werkzeug, entsprechend konkret ist auch die Erwartungshaltung an diese Suchmasken. Der Bedarf an Online-Services steigt seit einigen Jahren kontinuierlich an. Immer mehr Menschen besitzen einen Breitband-Internet-Zugang und können so Dienste nutzen, die in vergangenen Jahren aufgrund eingeschränkter Datenraten gar nicht möglich gewesen wären.

Bibliotheken sind diesem Trend nur sehr langsam gefolgt, entsprechend rückständig sind die Technologien, auch heutzutage, um online in Bibliotheken zu recherchieren. Viele Bibliotheken haben sich in den letzten Jahren zu sogenannten Verbundkatalogen zusammengeschlossen um eine zentrale Recherche für eine bestimmte geografische Region zu vereinfachen. Diese Online-Kataloge, im Folgenden OPACs (Online Public Access Catalogs) genannt, müssen zukünftig den Anforderungen der versierten Internetnutzer gerecht werden. Mit dem Wunsch einer zentralen quellenübergreifenden Suchfunktion sind heutige Internetnutzer auch vermehrt auf der Suche nach Meinungen, Bewertungen und benutzergenerierten Inhalten[54].

Das Problem besteht nach wie vor darin, dass es, gerade für die Buchrecherche, kein einheitliches Interface gibt, sondern nur eine Fülle von Suchseiten und Suchmasken. Eine Lösung besteht für einige Experten in der Transformation der bestehenden Bibliothekskataloge. Den gleichen Stellenwert scheint aber auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der OPACs und Metakataloge zu haben um der fortschreitenden Vernetzung, oft unterschiedlichster Inhalte und Dienste Rechnung zu tragen[55].

Unter dem Begriff Bibliothek 2.0 sollen die genannten Ziele zu einem neuen benutzerzentrierten Bibliotheksservice ausgebaut werden, der sich vor allem durch ständigen Wandel unter Einbindung von Benutzern in vor-Ort- und virtuelle Services auszeichnet[56].

Entsprechend lassen sich drei Kennzeichen der Bibliothek 2.0 festhalten[57]:

  • Bibliothek 2.0 als Modell für ständige, zielgerichtete Veränderung
  • Bibliothek 2.0 erhöht den Einfluss von Bibliotheksbenutzern durch mitbestimmbare, benutzergesteuerte Services
  • Durch die Umsetzung der ersten beiden Elemente, versucht Bibliothek 2.0 die Services für aktuelle Bibliotheksbenutzer zu verbessern, aber auch neue potentielle Bibliotheksbenutzer zu erreichen

Die Nutzer einer modernen Web 2.0-E-Bibliothek sollen vor allen von folgenden neuen Möglichkeiten profitieren[58]:

  • Bessere Verfügbarkeit des Bibliotheksservices: Bücher und gleichgesinnte Leser lassen sich durch die Web 2.0-Angebote direkt über das Internet lokalisieren, der Gang zur Bibliothek wird so überflüssig. Informationen zu Neuerscheinungen, Veranstaltungen oder persönliche Buchempfehlungen können mithilfe von Web 2.0-Werkzeugen (zum Beispiel via RSS-Feeds) individuell und zeitnah an die Nutzer gesendet werden.
  • Benutzerfreundliche Kataloge: Suchkataloge müssen sich an vorhandene Webstandards, wie zum Beispiel Google[59], anpassen um die Bibliothekskataloge benutzerfreundlicher und intuitiver werden zu lassen.
  • Einfacheres Auffinden von interessanten Medien durch Recommender-Systeme: Diese Funktion könnte einem Benutzer anzeigen, welche Bücher von anderen Lesern häufig gelesen werden und was diese Leser noch auf ihrer Leseliste haben. Weiterführend könnten sich Benutzer mit gleichen Interessen zu Gruppen zusammenschließen um diese weiter zu vertiefen.
  • Ergänzende Beschlagwortung durch Benutzer (Tagging): Das Problem der klassischen Beschlagwortung ist, dass der Bibliothekar anders beschlagwortet als der Nutzer. Usertagging erlaubt eine dynamische, stets aktuelle Beschlagwortung der Werke und führt so zu deutlich verbesserten Suchergebnissen.
  • Suche nach ähnlichen Ergebnissen: Basierend auf bereits generierten Suchanfragen haben Suchende die Möglichkeit, sich ähnliche Suchergebnisse anzeigen zu lassen. Diese Funktion wird bei allgemeinen Suchmaschinen sehr oft genutzt und sollte in modernen Bibliothekskatalogen entsprechend implementiert sein.
  • Relevanz-Ranking basierend auf einem Rating-System durch Benutzer: Empfehlungen von Benutzern und ein entsprechendes Relevant-Ranking, basierend auf einem Bewertungssystem durch Benutzer, ist durch Seiten wie beispielsweise Amazon[60] bekannt und sehr beliebt. Trotz der hohen Akzeptanz durch die Nutzer wurde diese Funktion bisher kaum implementiert.
  • Einsatz neuer Kommunikationsmöglichkeiten: Dank Web 2.0 sind auch neue Kommunikationsmöglichkeiten in der modernen E-Bibliothek möglich. So lassen sich zum Beispiel bekannte Social Bookmarking Service, wie del.icio.us[61] oder Connotea[62] nutzen, um Links zu Büchern online zu sammeln, zu verwalten und mit anderen zu tauschen. Ebenfalls ist es möglich, Funktionen zum Export von bibliographischen Katalogdaten in Literaturmanagmentprogramme, wie EndNote[63] oder RefWorks[64] zu implementieren.
    Auch Weblogs lassen sich hervorragend in die E-Bibliothek 2.0 einbinden. Ein Weblog ist stark nutzerorientiert und dient als innovative Erweiterung zum traditionellen catalogue enrichment, bei dem Onlinekataloge um Rezensionen aus Zeitschriften oder Inhaltsverzeichnisse angereichert werden [65].
    Als Beispiel sei hier die Stadtbücherei Dornbirn genannt, die ihren Webauftritt gänzlich im Blogschema organisiert[66].
    Auch Wikis werden mitunter schon in Bibliotheken eingesetzt und bieten folgende Möglichkeiten[67]:
    • Zur internen Kommunikation
    • Für Zusammenarbeit mit anderen Institutionen/Organisationen
    • Als Startpunkt für Recherchen
    • Zur Bewerbung von Bibliotheksangeboten und Services
      Als Beispiel sei hier das BuechereiWiki genannt[68].
Abb. 11: OPAC der Stadtbücherei Luckenwalde
Abb. 11: OPAC der Stadtbücherei Luckenwalde [69]
  • Personalisierung im OPAC: Durch Web 2.0 ist es Bibliotheken möglich, den Nutzern individuelle Informationen, Dienste oder persönliche Vorlieben anzubieten. Sofern erwünscht, kann der Nutzer einen individuellen Account anlegen, um zukünftig personalisierte Informationen, passend zu seinen Angaben, zu erhalten. So wären eine personalisierte Startseite und ein personalisiertes Empfehlungssystem denkbar.
  • Anreicherung mit Multimedia-Inhalten: Durch Web 2.0 könnten Bücher mit multimedialen Inhalten vorgestellt werden. Dies könnte mithilfe von Podcasts oder Videopodcast realisiert werden. Für die Darstellung von Fotos könnten vorhandene Plattformen wie beispielsweise Flickr genutzt werden[70].

Viele dieser Ansätze sind Stand heute in den OPACs noch nicht implementiert, ein positives Beispiel zeigt die Abbildung 11, OPAC der Stadtbücherei Luckenwalde.

Die globale Web 2.0-Universität sollte bestehende Technologien aufgreifen um den globalen Nutzern ein möglichst breites Spektrum an wissenschaftlichen Quellen zur Verfügung zu stellen. Gestaltet sich die Realisierung einer eigenen E-Bibliothek zu schwierig, sollten zumindest die vorhandenen OPACs genutzt und dem Studierenden in angemessener Form zugänglich gemacht werden.

5.2.3 Lerngruppenkonzepte

Lerngruppen können sich in vielfältiger Weise bilden. Angefangen von Studenten, die sich ganz generell zum Lernen für den ganzen Verlauf ihres Studiums zusammenfinden, über Lerngruppen, die sich zu einem bestimmten Zweck, zum Beispiel zum Schreiben einer Seminararbeit, bilden, hin zu Lerngruppen, welche als Teil des Studiums gebildet werden um sich mit Hilfe des kooperativen E-Learnings neues Wissen anzueignen. Im Folgenden wird nun diese Form des kooperativen E-Learning näher betrachtet, da sie globalen Universitäten eine interessante Möglichkeit bietet Wissen ohne die Form der Vorlesung zu vermitteln. Hierbei sollten einige Rahmenbedingungen für die Zusammenstellung der Gruppe von der Hochschule beachtet werden, die nachfolgend aufgezählt werden:[71]

  • Die Gruppe muss ein gemeinsames Ziel verfolgen
  • Die Phasen des Lernprozesses
  • Die Lernenden müssen zum kooperativen E-Learning bereit sein
  • Jeder sollte das gleiche Verständnis für die Aufgabenstellung haben
  • Die Gruppe sollte die richtige Größe und Zusammensetzung besitzen
  • Die Kooperation sollte von Beginn an strukturiert werden
  • Die Gruppenmitglieder sollten Kompetenzen zur Kooperation besitzen

Der Betreuung dieser Lerngruppen kommt eine besondere Bedeutung zu. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Funktion der Moderation in der Gruppe (siehe Abbildung 12). Nachfolgend werden nun einzelne Bestandteile der Moderationsfunktion des Betreuers erläutert:[72]

Abb. 12: Moderationsfunktionen beim kooperativen E-Learning
Abb. 12: Moderationsfunktionen beim kooperativen E-Learning
  • Organisationsfunktion: Diese Funktion ist die erste, die der Lehrende (nachfolgend auch Moderator genannt) ausübt. In ihr gibt er den Studenten einen Überblick über die Lehrveranstaltung und zeigt ihnen die Schnittstellen zu den Instruktionsmedien wie Print und CBT auf. Des Weiteren weist er sie auf Präsenzphasen und Einzelarbeiten hin. Ein weiterer Bestandteil ist die Unterstützung bei der Bildung von Lerngruppen. Die abschließende Aufgabe in dieser Funktion ist die Mitteilung von verschiedenen organisatorischen Dingen Voraussetzung für die Benotung und der Art der Leistungsnachweise.
  • Motivationsfunktion: Hier gilt es, dass der Moderator die soziale Präsenz zum Beispiel in Form von Vorstellungsrunden unterstützt. Eine weitere Aufgabe ist die Schaffung der richtigen Rahmenbedingungen. Dies geschieht durch die Förderung von Diskussionen und dem Geben von Feedback. Des Weiteren hat der Lehrende die Aufgabe eine Mindestanzahl an Gruppenmitgliedern festzulegen und auf die "Netiquette"[73] zu achten.
  • Expertenfunktion: Der Lehrende hat hier die Aufgabe auf die Angemessenheit der Inhalte, welche von den Studenten produziert werden, zu achten. Des Weiteren kann er ihnen zusätzliche Inhalte und Materialien bereitstellen und darauf achten, das diese in einem ausreichendem Maße genutzt werden. Natürlich ist es auch seine Aufgabe den Studenten mit seinem Expertenwissen bei Fragen und aus Studentensicht unklaren Aufgaben zur Verfügung zu stehen.
  • Vermittlungsfunktion: Bei dieser Funktion sollte der Lehrende den Studenten einführende Hinweise und Verarbeitungshilfen für ihr Themengebiet mit an die Hand geben. Um zu überprüfen ob die Studenten den Sachverhalt verstanden haben, sollte der Lehrende Verständnisfragen stellen. Des Weiteren kann er die Gruppe bei der Aufgliederung eines Themenbereichs in Teilaufgaben unterstützen.

5.2.4 Emulatoren zur Praxisvertiefung

In nahezu allen Studienbereichen ist es üblich, dass theoretisches Wissen, welches in Vorlesungen vermittelt wird, in praktischen Übungen zu vertiefen und zu verfeinerern. Stellen die Anforderungen dieser Übungen an eine globale Universität bei Geisteswissenschaften keine große Herausforderung dar, so sind bei den technischen und naturwissenschaftlichen Wissensgebieten zunächst Probleme zu vermuten, da beispielswese chemische oder physikalische Experimente die Notwendigkeit eines physischen Zugriffes auf die Lehrmittel wie Chemikalien oder Versuchskomponenten vermuten lassen, welcher über das Medium Internet nicht gegeben ist.

Die Universitäten Bochum und Bielefeld zum Beispiel haben virtuelle Labore [74] [75] entwickelt, in denen physikalische bzw. biologische Experimente am Computer virtuell durchgeführt werden können [76]. Ebenso gibt es für die Simulation von Netzwerken in der Informatik unter anderem das Programm GNS3 [77], in dem sich mit den Emulatoren Dynamips und Pemu komplexe Netzwerke virtualisieren lassen, um entsprechendes theoretisches Wissen über Netzwerke praktisch zu verfestigen.

Allgemein ist es denkbar, dass durch weiteren technischen Fortschritt bei virtueller Realität eine Vielzahl neuer Anwendungsgebiete entstehen wird, in denen praktisches Wissen vermittelt werden kann. In virtuellen Räumen können ansonsten gefährliche Experimente völlig ungefährlich durchgeführt werden. Allerdings sind dieser Lehrmethode auch Grenzen gesetzt: zum Einen kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht oder nur unzureichend ein wirkliches Anfassen oder der Geruch einer Chemikalie simuliert werden. Zum Anderen können solche Lernmethoden abhängig von Fachrichtung nur mehr oder minder ergänzend zu Präsenzübungen genutzt werden, zumal neue Erkenntnisse durch Forschung, welche einen essentiellen Teil des Universitätsalltags ausmachen, programmtechnisch nicht abgebildet werden können, da nicht bekannt.

5.2.5 Virtuelle Vorlesung

Abb. 13: Rahmen einer Vorlesung durch Web 2.0
Abb. 13: Rahmen einer Vorlesung durch Web 2.0[78]

Die Wissensvermittlung steht beim Vortrag, auch im virtuellen Raum, an oberster Stelle. Der Stellenwert der Vorlesungsvorbereitung wurde bereits an anderer Stelle erläutert. Die Erstellung einer virtuellen Vorlesung erfolgt nach dem klassischen Modell, jedoch mit anderen Werkzeugen und Methoden und wird um Web-2.0-Werkzeuge erweitert[79] (siehe Abb. 13):
Vorlesungsinhalte können in Form eines Blogs, eines Wikis oder über Lernplattformen wie webCT[80] oder CMS (Content Management System) zur Verfügung gestellt werden. Mit Hilfe von Entwicklungstools, wie zum Beispiel Lecturnity [81], Flash oder Dreamweaver[82] können eletrkonische Lerninhalte erstellt werden. Podcasts oder beispielsweise Lecturnity dienen dazu, asynchrone Vorlesungen zu erstellen und zu veröffentlichen. In Wikis oder kommerziellen Kooperationswerkzeugen wie zum Beispiel BSCW[83] können gelernte Inhalte in der Gruppe aufgearbeitet und überarbeitet werden. Foren, Chats, Blogs oder auch Wikis dienen als Diskussionsplattform für gestellte Lerninhalte. In Weblogs, Foren und Chats können die Lerninhalte im Anschluss reflektiert werden. Die Überprüfung von Wissen kann in Programmen wie webCT oder CMaps[84] erfolgen. Die Wissenstrukturierung kann zentral zum Beispiel mit Mind-Mapping-Tools, wie MindManager[85], FreeMind[86] oder CMaps erfolgen. Die Evaluierung der Veranstaltung kann zum Beispiel in webCT erfolgen.

Abb. 14: Beispiel einer asynchronen virtuellen Vorlesung an der Leibniz Universität in Hannover
Abb. 14: Beispiel einer asynchronen virtuellen Vorlesung an der Leibniz Universität in Hannover

Die Übermittlung einer virtuellen Vorlesung kann synchron oder asynchron erfolgen. Die synchron übermittelte Vorlesung (Live-Vorlesung) muss sich in der Präsentationsform auf klassische Formen beschränken, die auch bei traditionellen Vorlesungsformen möglich sind. Die asynchron übermittelte Vorlesung greift auf die genannten E-Learning-Systeme zurück und kann sich eines deutlich breiteren Mediensprektrums bedienen. Ein Vorteil bei Nutzung von E-Learning-Systemen kann dabei sein, dass individuelle Lernprozesse der einzelnen Lernenden angesprochen werden. So können asynchron abgehaltene Vorlesungen wieder und wieder angeschaut werden, bis der vermittelte Stoff verstanden wurde. Außerdem ist es mit LCMS-Systemen möglich, sich einem Themenkomplex aus verschiedenen Richtungen zu nähern.

Ein Beispiel für eine virtuelle asynchrone Vorlesung lässt sich unter Anderem auf der Webseite der Leibniz Universität Hannover finden[87].

Die globale Universität kann außerdem das Blended-Learning-Konzept einbinden um virtuell vermittelte Inhalte in Praxisphasen weiter zu vertiefen. Die Nachhaltigkeit des gelernten Stoffes nimmt mit diesem Prozess deutlich zu. Die Verknüpfung der Theorie- und Praxisphasen lässt sich über die genannten Web 2.0-Werkzeuge einfach realisieren.

5.2.6 Leistungsnachweise

Web 2.0 und die Erbringung von Leistungsnachweisen stehen auf den ersten Blick in Kontrast zueinander. Web 2.0 baut auf dem Gruppen- und Kommunikationsgedanken auf, während die Erbringung eines Leistungsnachweises meist personenbezogen und nicht öffentlich vonstatten geht.

Diesen Punkt kann auch die globale Universität im Web 2.0 nicht ändern, aber bisherige Gruppenarbeiten lassen sich dank Web 2.0 deutlich leichter erstellen. So können beispielsweise Hausarbeiten oder Fallstudien in Wikis erstellt werden. Kommunikation und Diskussion könnten im Wiki direkt oder in angeschlossenen Foren, Blogs oder Chats abgehalten werden. Diese ganzen Prozesse lassen sich verknüpfen und bieten umfangreiche Möglichkeiten zur Dokumentation.

In einem abgesicherten Bereich könnte den Lehrenden Zugang zur Bewertung der einzelnen Fallstudien gewährt werden um Transparenz und Lerneffekte weiter zu fördern.

5.2.7 Kommunikation

Kommunikation ist ein zentrales Web 2.0-Thema, entsprechend groß ist hier das nutzenbringende Potential für eine globale Universität. Die Uni kann sich alle relevanten Werkzeuge des Web 2.0 zunutze machen, die da wären:

  • Weblogs: Lehrende und Lernende können in themenspezifischen Blogs in Kontakt treten um über aktuelle Neuigkeiten zu diesem Thema informiert zu werden. Die Kommentierung dieser Blogs regt zu Diskussionen an und fördert neue Erkenntnisse zu Tage.
Abb. 15: Praxisbeispiel für Web 2.0-Kommunikationsmöglichkeiten im virtuellen Campus
Abb. 15: Praxisbeispiel für Web 2.0-Kommunikationsmöglichkeiten im virtuellen Campus[88]
  • Wikis: Über die Diskussionsfunktion in Wikis können Lehrende und Lernende unkompliziert themenbezogenen Meinungsaustausch betreiben.
  • RSS-Feeds: Lehrende können sich schnell und individuell über einzelne Themenbereiche informieren lassen, die Kommunikation läuft dabei unidirektional ab.

Die Kommunikation über Web 2.0-Instrumente kann dabei innerhalb einer Universität, aber auch universitätsübergreifend genutzt werden. Denkbar wäre auch eine Unterteilung nach Personengruppen. So ließen sich beispielsweise lehrstuhlübergreifende Dozenten-Wikis einrichten um organisatorische Abläufe der Universitäten zu besprechen.

Abbildung 15 zeigt ein Beispiel, wie eine vorlesungsspezifische Kommunikation im internen Campus aussehen könnte.

Der Dozent meldet Neuigkeiten zum Fach in blogähnlicher Form im Newsbereich. Ergänzend dazu werden relevante Internetlinks zur Verfügung gestellt, die ebenfalls chronologisch geordnet sind. Im Datei-Bereich lädt der Dozent Vorlesungsskripte und sonstige Dokumente hoch. In der integrierten Foren-Funktion können sich Studenten und Dozent über die Vorlesungsinhalte austauschen. Die Studenten haben außerdem die Möglichkeit Projektgruppen zu erstellen um Arbeitsaufträge zu verteilen. Im Personenregister werden alle uniinternen und nach Wunsch auch uniexternen Kontaktmöglichkeiten zu den Studenten und Dozenten aufgelistet. Aus Sicht der Vorlesung sind hier also bereits viele Möglichkeiten zur Kommunikation gegeben. Zusätzlich integrieren ließe sich zum Beispiel eine vorlesungsspezifische Chatfunktion oder eine direkte Einbindung/Verlinkung zum angehängten Wiki.

5.2.8 Universitätsmarketing

Der Einsatz von Web 2.0 Diensten bietet eine ideale Grundlage die vier zuvor identifizierten Zielgruppen anzusprechen. Insbesondere für globale Universitäten bietet sich durch sie eine einfache Form der Kommunikation mit ihren Zielgruppen. Nachfolgend werden beispielhafte Einsatzmöglichkeiten für Web 2.0 Dienste mit den vier Marketingmaßnahmen aus Kapitel 3.2.1 dargestellt:

  • Absatzmarketing: Hier bildet die Lehre das meiste Potenzial von zusätzlichen Marketingmöglichkeiten mit Web 2.0 Elementen. Die Möglichkeiten hierzu wurden bereits in den vorangegangenen Kapiteln behandelt. Bei den anderen Elementen des Absatzmarketing gestaltet sich die Anwendung von Web 2.0 Elementen eher schwierig. Hier ist es höchstens vorstellbar das von Studenten während seiner Studienzeit veröffentlichten Blogs, Podcasts und anderen Elementen, den Unternehmen die Möglichkeit bietet sich über einen Bewerber zu informieren.
  • Beschaffungsmarketing: Beim Beschaffungsmarketing gestaltet sich die direkte Einbindung von Web 2.0 Elementen eher schwierig. Eine Möglichkeit bilden Podcasts, welche gezielt auf die Fundraisinggeber ausgerichtet sind. Indirekt bildet der Einsatz von Web 2.0 Elementen sehr wohl ein Potenzial für das Beschaffungsmarketing. So wird die Reputation der Universität durch die das Einbinden von Web 2.0 Elementen in die verschiedenen Bereiche, die Attraktivität für potenzielles Personal und Studenten erhöht.
  • Internes Marketing: Für das interne Marketing bieten sich schöne Ansätze für die Einbindung von Web 2.0. An erster Stelle wäre ein gemeinsames Wiki für die gesamte Hochschule zu nennen. Hier könnten Beiträge, Kommentare und, falls es die Prüfungsordnung zulässt, sogar Seminar-, Bachelor-, Diplom- und Masterarbeiten.[89]. Aber nicht nur ein einheitliches Wiki-System können für die Zwecke des internen Marketings verwendet werden. Podcasts zum Beispiel bieten eine hervorragende Möglichkeit die Mitarbeiter zu schulen und sie auf ein gemeinsames Marketingziel einzustellen.[90]
  • Public Marketing: Hier bietet sich die Möglichkeit der Öffentlichkeit über Videopodcasts einen Eindruck der Arbeit an Universitäten zu vermitteln und sie umfassend über neue Forschungsfelder zu informieren. Durch diese einfachen Maßnahmen gestaltet sich das Bild einer Universität für die Öffentlichkeit transparenter und es wird der teilweisen heftigen Kritik ("faule Professoren" oder Forschungsfeld Gentechnik) entgegengewirkt.[91]

6 Fazit

Durch die vorangehenden Erläuterungen ergeben sich für eine globale Universität durch die Nutzung von Web 2.0 Diensten Chancen, Probleme und Risiken, die an einer klassischen Universität nur in geringem Maße oder gar nicht vorhanden sind. Dieses soll im Folgenden dargelegt werden bevor zum Abschluss der Arbeit ein Ausblick erfolgt.

6.1 Chancen

Für globale Universitäten existieren durch die Entwicklungen, Dienste und Werkzeuge des Web 2.0 verschiedenartige Möglichkeiten Fuß zu fassen bzw. zu expandieren.

Durch Zugriff über das Internet und durch online zur Verfügung gestellte Inhalte wie Podcasts von Vorlesungen, virtuelle Treffpunkte und Wissensmanagementsysteme wie Wikis kann eine breite Basis an potentiellen Studenten angesprochen werden, für die ansonsten in Mangelung von Zeit oder Nähe zu einer Universität ein Studium nicht denkbar ist. So finden zum Beispiel auch Berufstätige vereinfacht Zugang zum Studium oder zur Weiterbildung[92]

Ebenso wird durch das intensive Nutzen des Internets die Basis für den Ausbau von Medienkompetenzen und Selbstlernkomptenzen gelegt und somit eine potentielle Hemmschwelle ausgeräumt. Mit richtigem Einsatz der Medien könnte es den Menschen vereinfacht werden, mit dem wachsenden Informationsangebot fertig zu werden. Dank der neuen Möglichkeiten können Informationen besser ausgewählt, gewichtet und gespeichert werden. Ziel sollte es daher sein, nicht die bisherige Lernform des Präsenzlernens zu übertragen, sondern eine neue Formen des selbstbestimmten und individuellen Lernens anzustreben[93].

Die Nachhaltigkeit der Lehre an einer globalen Universität kann durch blended Learning gesteigert werden, Lehrende müssen nur akzeptieren, dass künftig weniger Zeit auf pure Wissensvermittlung als auf die Wissensumsetzung mit den Studierenden investiert werden sollte[94].

Auch dringt das Internet in immer neue Bereiche des universitären Lebens, Lernens und Forschens vor: Bibliotheken digitalisieren ihre Literatur, sodass zu Recherchezwecken die Bibliothek nicht mehr zwingend aufgesucht werden muss und hierdurch verliehene Bücher nicht mehr relevant sind, da gleichzeitig auf ein Medium zugegriffen werden kann. Durch Worterkennung ist ferner eine Volltextsuche möglich. Des Weiteren kann über Bewertungs- und Relevanzsysteme eine Vorqualifizierung durch andere Studenten erfolgen.

Durch den Einsatz neuer Medien, welche teilweise neue Lernwege beschreiten, werden außerdem neue Arten und Wege des Lernens und der Kommunikation möglich, welche durch Web 2.0 Dienste eine Umsetzung finden. Für die Lehrenden ergibt sich, durch Lust auf Veränderung, eine neue Motivationschance an einer globalen Universität. Sie erhalten die Möglichkeit ihre Vorlesung von monomedial linearen in multimediale nichtlineare Lernstrukturen zu ändern und somit auch die Motivation der Studenten zu steigern. Die Vorlesungsmaterialien können durch die Kooperationen und den neuen Quellen aktueller sein, da Erfahrungen und Material uniübergreifend ausgetauscht werden können. Neues Material kann sofort der ganzen Gruppe verfügbar gemacht und archiviert werden.
Von dieser neu erschlossenen Quellenvielfalt profitieren nicht nur die Lehrenden, sondern auch die Studenten, die, zum Beispiel oftmals direkt mit dem Urheber der gefundenen Quelle in Kontrakt treten können. Diese neu gewonnene Quellenvielfalt zwingt zur Überprüfung des Wertes einer einzelnen Information, sodass auch kritisches Quellenverhalten gefördert wird. Hinzu kommt die Meinungsvielfalt, die sich durch die verschiedenen Quellen entwickelt.

Für viele ist das multimediale Lernen einfacher, da sie am Bildschirm schneller die Inhalte begreifen, als wenn sie Bücher erst lesen, verstehen und ihre Erkenntnisse aufschreiben müssen. Die Medienkompetenz der Lehrenden und der Studenten wird gefördert, und bisher unerkannte, mediale Ausdrucksfähigkeiten werden sichtbar und können unter anderem bei Präsentationen zum Einsatz kommen.

Bei den Studenten wird durch E-Learning das eigene Arbeitsverhalten transparent. Ohne Leistung ihrerseits stellt sich kein Lernerfolg ein[95].

6.2 Probleme und Risiken

Neben den Chancen, die sich an einer global agierenden Universität bieten, sind auch verschiedene negative Faktoren festzuhalten, die sich für eine globale Universität, im Gegensatz zu einer lokal agierenden Universität, hemmend auswirken können. Aufgrund mangelnder Erfahrungen bezüglich nachhaltiger Lernmethoden kann noch keine finale Aussage zur Nachhaltigkeit und Nutzen der jeweiligen Web 2.0 Dienste gemacht werden. So haben sich in den letzten Jahren digitale Medien zwar zum selbstverständlichen Arbeitswerkzeug entwickelt, dabei aber kaum zu einer nachhaltigen Reorganisation und Optimierung der Hochschullehre beigetragen[96].

Mit der Flut der hinzugekommenen Wissensquellen und Lernmethoden kann eine Überreizung und Überforderung des bzw. der Studenten besonders zu Studienbeginn einhergehen, auch vor dem Hintergrund, dass eine Fülle von Methoden den eigentlichen Studienzweck, das Lernen, blockiert.
So könnte die Web 2.0-Euphorie den eigentlichen Sinn der Universität hinten anstellen.

Ebenso kann die Gefahr bestehen, dass Inhalte durch reine Übernahme in studentische Arbeiten keinen Lerneffekt auslösen und überdies unreflektiert und ohne hinterfragen übernommen werden, und Studenten somit in eine direkte Abhängigkeit vom Medium geraten - auch hinsichtlich Mangel an Erfahrungen im klassischen universitären Umfeld.

In einer, auf Web 2.0 Diensten basierenden, globalen Universität können eine Vielzahl zusätzlicher Probleme auftreten, welche an klassischen Universitäten nicht oder nur in geringem Maße vorhanden sind. Allgemein wird es für Dozenten einer Web 2.0 Universität schwieriger Studenten zu kontrollieren. Dies kann beginnen bei abzulegenden Leistungsnachweisen, bei denen ein Täuschungsversuch durch fehlende direkte Aufsicht erleichtert werden kann und setzt sich beispielsweise fort in der Teilnahme an Pflichtveranstaltungen, bei denen der Student zwar eine Verbindung aufbauen kann, jedoch nicht am Computer verweilt. Auch kann es besonders, für weniger mit der aktuellen Technik vertraute Dozenten, zu Autoriätsverlusten oder empfundenen Autoritätsverlusten auf Grund mangelnder Medienkompetenzen kommen. Durch den erhöhten Einsatz verschiedener Medien kann die Vorbereitungszeit auf Vorlesungen oder Übungen zudem - und vor allem bei fehlender Vertrautheit mit dem gewählten Medium - eine Erhöhung erfahren, welche abschreckende Wirkung erzielen kann. Letztlich muss außerdem die Gefahr der falschen Fokussierung auf Effekte erwähnt werden, durch die die Bewertung des Dozenten auf der Nutzung der Mehrzahl, der zur Verfügung stehenden Werkzeuge gelegt wird. Somit rücken Inhalte, auf denen der Fokus liegen sollte, an den Rand und die Effektivität einer Vorlesung schwindet [97].

Außerdem wird von einigen Professoren vor gesellschaftliche Auswirkungen gewarnt. So hat die Universität neben den Funktionen Forschung, Lehre und Entwicklung weitere tragende Aufgaben zur Pflege und Vermittlung humanistischer Werte. Dies kann zwangsläufig nur auf persönlicher Ebene mit perönlichem Kontakt stattfinden. Bei der globalen virtuellen Lehre könnte die persönlich Ebene zu kurz kommen[98].

Mandl und Winkler haben bei ihren Untersuchungen auch festgestellt, dass sich bei Studenten globaler Universitäten vermehrt das Bedürfniss nach persönlicher Kontaktpflege zwischen den Studenen gezeigt hat. So wachsen soziale Beziehungen in virtuellen Umgebungen deutlich langsamer als in Face-to-Face-Gruppen[99].

6.3 Ausblick

Universitäten werden durch das Medium Internet und damit durch die Möglichkeiten, die Web 2.0 bietet und zukünftig bieten wird nicht mehr auf die eigene Lokation beschränkt sein, sondern vielmehr eine Dezentralisierung und damit schlussendlich eine Globalisierung erfahren. Ebenso werden für Studenten durch diese Werkzeuge neue Mittel zur Verfügung gestellt werden, welche die Effektivität weiter erhöhen kann. Hierbei werden sich durch neue Entwicklungen im Bereich Web 2.0 neue Anwendungsformen für globale Universitäten ergeben, wie auch für den studentischen Alltag, was allerdings eine zielgerichtete Nutzung voraussetzt.

Weiterentwicklungen werden die globale Universität, Dozenten und Studenten auch durch die Weiterentwicklungen des Web 2.0 ins Web 3.0 – das semantische Internet - erfahren: stellen heute einzelne Dienste noch Insellösungen dar, so werden diese durch global definierte Schnittstellen für andere Dienste zugänglich, sodass heterogene Systeme eine Homogenität erfahren können. Die hier noch rein syntaktische Interoperabilität wird um ein semantisches Verständnis erweitert werden. So werden zukünftige Dienste in der Lage sein, selbstständig die benötigten Informationen zu finden. Eine eigene Suche nach kompatiblen Partnern ist unnötig. Überdies werden Daten einfach austauschbar, da Schnittstellen vorhanden sind und nicht definiert werden müssen, was wiederum zu grenzenlosen Nutzung von Informationen führt [100].

7 Fußnoten

  1. lat.: Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden
  2. Vgl. O'Reilly (2005)
  3. Vgl. Kilian et al. (2008), S. 7
  4. Döring (2002), S. 247 f
  5. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 101
  6. Vgl. Dösinger et al. (2007), S. 47 f
  7. Vgl. Klie et al. (2009), S. 246 f
  8. Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 127
  9. Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 128
  10. Vgl. Wannemacher (2007), S. 427 f
  11. Vgl. Wannemacher (2007), S. 428 f
  12. Vgl. Hügelmeyer; Mertens (2004), S. 105 f
  13. Vgl. Käuser et al. (2003), S. 590-595
  14. Vgl. Asendorpf (2005)
  15. Vgl. Wannemacher (2007), S. 431
  16. Vgl. Käuser et al. (2003)
  17. Vgl. Bliemel; Fassott (2001), S. 268
  18. Vgl. Bliemel; Fassott (2001), S. 267 f
  19. Vgl. Bliemel; Fassott (2001), S. 270 ff
  20. Vgl. Bliemel; Fassott (2001), S. 271
  21. Brocke et al. (2007), S. 423 - 425
  22. Brocke et al. (2007), S. 422
  23. Vgl. Back (2002), S. 2 - 10
  24. Brocke et al. (2007), S. 424 f
  25. Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 15
  26. Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 14-16
  27. Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 77 f
  28. Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 78-80
  29. Campus Hamburg (2009)
  30. Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 95
  31. community, engl. Gemeinschaft
  32. Vgl. Komus; Wauch (2008), S. 14 f
  33. Vgl. Komus; Wauch (2008), S. 15
  34. engl. meeting, Konferenz oder Besprechung
  35. vgl. Cisco (2009)
  36. hawaiianisch wikiwiki, schnell, sich beeilen
  37. Ebersbach et al. (2008), S. 14 f
  38. Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 153
  39. Cyganski; Hass (2008), S. 103
  40. lat. forum, Marktplatz
  41. Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 57
  42. Vgl. Fuchs; Weidemann (2007), S. 6 f
  43. Vgl. Abfalterer (2007), S. 53, 64
  44. 44,0 44,1 44,2 44,3 Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 59
  45. Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 149, 150
  46. Vgl. Klampfer (2005), S. 4-9
  47. Vgl. Rennstich (2005), S. 80, 81
  48. Vgl. Kuhlmann; Sauter (2008), S. 156
  49. 49,0 49,1 Kuhlmann; Sauter (2008), S. 159
  50. FOM (2009a)
  51. Die FOM ist eine Fachhochschule, welche berufsbegleitende Studiengänge in Form von Abend-/Wochenendstudiengänge sowie als Traineestudiengänge anbietet. Sie betreibt Studienorte in verschiedenen deutschen Städten, in Luxemburg und China. URL: http://www.fom.de/
  52. BIBB (2009)
  53. Unter dem Suchbegriff "Elektronische Ressource" lässt sich die Landesbibliothek Düsseldorf zum Beispiel sehr gut nach vorhandenen eBooks durchsuchen. Link: http://katalog.ub.uni-duesseldorf.de
  54. Vgl. Casey; Savastinuk (2006)
  55. Vgl. Coyle (2007), S. 289 f
  56. Vgl. Casey; Savastinuk (2006)
  57. Vgl. Casey; Savastinuk (2007)
  58. Vgl. Haubenwaller (2009), S. 26, 27, 50, 51, 55-67
  59. Google (2009)
  60. Amazon (2009)
  61. Delicious (2009)
  62. Connotea (2009)
  63. EndNote (2009)
  64. RefWorks (2009)
  65. Vgl. Herb (2007)
  66. Dornbirn (2009)
  67. Boenninger (2007, S. 25-28
  68. BuechereiWiki (2009)
  69. Luckenwalde (2009)
  70. Flickr (2009)
  71. Vgl. Breuer (2006), S. 90
  72. Vgl. Breuer (2006), S. 83
  73. Netiquette ist ein Kunstwort und wurde aus den beiden Wörtern Netz und Etikette zusammengesetzt. Unter ihm versteht man das gute Benehmen bei virtueller Kommunikation
  74. siehe Ruhr-Uni (2009)
  75. siehe Bielefeld-Uni (2009)
  76. Schulmeister, Wessner (2001), S. 250 ff
  77. http://www.gns3.net (13.06.2009, 15:55)
  78. Vgl. Goethe Universität (2009)
  79. Vgl. Goethe Universität (2009)
  80. Blackboard (2009)
  81. IMC (2009)
  82. Adobe (2009)
  83. BSCW (2009)
  84. CMaps (2009)
  85. Mindjet (2009)
  86. Freemind (2009)
  87. Leibniz (2005)
  88. Vgl. FOM (2009b)
  89. siehe Beispielhaft http://winfwiki.wi-fom.de/
  90. Vgl. Klee (2008), S. 168
  91. Vgl. Bliemel; Fassott (2001), S. 274
  92. Vgl. Salomon (2002), S. 21
  93. Vgl. Hesse (2002), S. 49 - 55
  94. Vgl. Encarnacao (2002), S. 92
  95. Vgl. Koch; Neckel (2001), S. 45, 46
  96. Vgl. Kerres (2002), S. 57, 58
  97. Vgl. Koch; Neckel (2001), S. 46, 47
  98. Vgl. Salomon (2002), S. 19 - 26
  99. Vgl. Mandl; Winkler, S. 34 - 38
  100. Vgl. Kollmann (2009), S. 70 f

8 Abbildungsverzeichnis

Abbildung Bezeichnung
Abb. 1 Lernen in Gruppen an Universitäten
Abb. 2 Vier Kernprobleme des elektronischen Prüfungsverfahren
Abb. 3 Relevante Zielgruppen der Universität
Abb. 4 Zielgruppen und Gestaltungsbereiche des Universitätsmarketing
Abb. 5 Bezugsrahmen zur Kompetenzbildung
Abb. 6 Vier Wellen des E-Learnings
Abb. 7 Beispiel einer virtuellen Universität in Second Life
Abb. 8 Erstellung und Abruf eines Podcasts
Abb. 9 Online-Campus der FOM
Abb. 10 Campus Beispiel in Second Life
Abb. 11 OPAC der Stadtbücherei Luckenwalde
Abb. 12 Moderationsfunktionen beim kooperativen E-Learning
Abb. 13 Rahmen einer Vorlesung durch Web 2.0
Abb. 14 Beispiel einer asynchronen virtuellen Vorlesung an der Leibniz Universität in Hannover
Abb. 15 Praxisbeispiel für Web 2.0-Kommunikationsmöglichkeiten im virtuellen Campus


9 Tabellenverzeichnis

TabelleBeschreibung
Tabelle 1Lernen im Web 1.0 und Web 2.0 im Vergleich
Tabelle 2Web 2.0-Werkzeuge im Vergleich

10 Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung Bedeutung
ASP Application Service Providing
BSCW Basic Support for Cooperative Work
CBT Computer Based Training
CGI Common Gateway Interface
FOM Fachhochschule für Oekonomie und Managemant
HTML Hypertext Markup Language
IP Internet Protocol
LCMS Learning/Lern Content Management System
LMS Learning Management System
OPAC Online Public Access Catalogue
PDF Portable Document Format
PHP PHP: Hypertext Preprocessor
PHPBB PHP Bulletin Board
RAID Redundant Array of Independent Disks
RSS Really Simple Syndication (in RSS 2.0)
SQL Structured Query Language
URL Uniform Resource Locator
VOIP Voice over IP
WBT Web Based Training
WebCT Web Course Tools
XML Extensible Markup Language

11 Literatur- und Quellenverzeichnis

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Asendorpf (2005) Asendorpf, Daniel: Klicken und bestehen. Uni Bremen setzt auf E-Klausuren, in Campus & Karriere (Deutschlandfunk), 30.08.2005
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