Google+ vs. Facebook - Vor- und Nachteile der Angebote im Vergleich

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Essen
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Google+ vs. Facebook - Vor- und Nachteile der Angebote im Vergleich
Autor(en): Robert Herich (237146), Theofanis Siossios (249839), Jörn Szpoper (234882)
Studienzeitmodell: Abendstudium
Semesterbezeichnung: WS11
Studiensemester: 6
Bearbeitungsstatus: Bearbeitung abgeschlossen
Prüfungstermin:
Abgabetermin:

Inhaltsverzeichnis



1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Soziale Netzwerke haben einen immer größer werdenden Einfluß auf das alltägliche Leben der Menschen. Auch Unternehmen erkennen vermehrt die Bedeutung und das Potential dieser Netzwerke. Daher engagieren sich verstärkt, um eine größere Bindung zu existierenden Kunden aufzubauen und potentielle Kunden gezielter ansprechen zu können. Seit der Gründung im Jahre 2004 konnte sich Facebook weltweit als Marktführer im Bereich der sozialen Netzwerke etablieren und verzeichnet im Januar 2012 mehr als 800 Millionen aktive Benutzer. Zugleich steht Facebook immer wieder auf Grund seiner Datenschutzpraktiken in der Kritik. So werden z. B. die Rechte der Nutzer teilweise beschränkt, das Unternehmen selbst räumt sich jedoch weitreichende Rechte bei der Weitergabe der Daten an Dritte ein. In direkter Konkurrenz zu Facebook hat Google im Sommer 2011 das soziale Netzwerk Google+ eröffnet. Beide Netze unterscheiden sich sowohl in ihrer Philosophie bezüglich der Verwaltung und der Art der Weitergabe von privaten Informationen an seinen Online Freundeskreis, als auch in der grundsätzlichen Funktionalität. Aktuell hat das Google+ Netzwerk ca. 90 Millionen aktive Nutzer. Beurteilt man den Erfolg eines sozialen Netzes an der Zahl der Benutzerzahlen, steht Facebook aktuell noch deutlich vor Google+. Diese versuchen allerdings durch eine verstärkte Integration des Dienstes in das bestehende Google Netzwerk und eine Reihe anderer technischer Innovationen, die Vorherrschaft zu durchbrechen.

1.2 Aufbau der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es einen Überblick über die Funktionen der beiden sozialen Netzwerke Google+ und Facebook zu geben und die Vor- bzw. Nachteile beider Dienste aufzuzeigen. Dazu werden im zweiten Kapitel vorerst die Begriffe Web2.0, Social Media Anwendungen und Soziale Netze erläutert. Im anschließenden dritten Kapitel werden daraufhin zunächst die wichtigsten Funktionen von Google+ und Facebook dargelegt. Zudem wird auf die Funktion des Google+ Buttons und des Facebook Like Buttons eingegangen. Abschließend wird dann im vierten Kapitel auf die speziellen und allgemeinen Vor- und Nachteile dieser beiden Dienste eingegangen.

2 Definitionen

2.1 Web 2.0

Mit dem Begriff Web 2.0 wird allgemein eine Veränderung des Nutzerverhaltens innerhalb des World Wide Webs beschrieben. Allerdings ist der Ausdruck Web 2.0 bisher nicht einheitlich definiert. Vielmehr verbindet er unterschiedliche technische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen des Internets[1]. Der Versuch einer Definition und die Bestimmung wesentlicher Charakteristika des Web 2.0 wurde im Jahre 2006 von Tim O’Reilly vorgenommen. Er stellte dabei fest, dass Anwendungen nicht als lokale Installation, sondern als Web-Anwendungen laufen sollten, welche von lokalen Gegebenheiten weitestgehend losgelöst zu betrachten sind. Zudem sollte Software nicht weiter als geschlossenes Produkt betrachtet werden, welches von einem kleinen Kreis von Personen entwickelt wird. Die Entwicklung von Software sollte ferner als kontinuierlicher Prozess betrachtet werden, der den Benutzer einschließt[2]. Dieses, als Perpetual Beta benannte, Prinzip besagt, dass ein Produkt nie sein Endstadium erreicht und ständig weiterentwickelt wird. Dabei wird von allen Beteiligten Anpassungsfähigkeit und Kooperation gefordert[3]. Zusätzlich sollen Inhalte nicht statisch hinterlegt sein, sondern sich der Eingabe oder Spezifikation des Nutzers anpassen bzw. durch diesen erstellt werden. Dabei spielt die Zusammenarbeit der Nutzer in einer Community eine wichtige Rolle. Ein weiterer Faktor, der das Web 2.0 vom Web 1.0 unterscheidet, ist der Faktor, dass es nicht nur auf PC-Endgeräten lauffähig ist, sondern z. B. auch auf mobilen Endgeräten, wie Smartphones oder Tablets. Kernkompetenzen, welche von Unternehmen im Web 2.0 erfüllen werden müssen, sind laut O'Reilly:

  • keine Paketsoftware, sondern skalierbare Dienste anbieten,
  • Anwender als Mitentwickler betrachten und diesen Vertrauen,
  • Nutzung der kollektiven Intelligenz von Communities,
  • Kundenbindung durch Bildung von Communities und
  • Leichtgewichtige User Interfaces, Entwicklungs- und Geschäftsmodelle.[4]

Voraussetzung für die Verbreitung von Web 2.0 ist zum einen die technische Weiterentwicklung in Bezug auf die Bedienbarkeit und zum anderen in Hinsicht auf die Entwicklung der Infrastruktur. Durch dynamische Darstellungsmöglichkeiten und standardisierte Schnittstellen wurden die Bedienung und das Erstellen von Inhalten auch Nutzer ohne spezifische Programmierkenntnisse möglich. Insbesondere Asychronous Javascript (AJAX) ermöglicht, lediglich einzelne Bausteine einer Webseite neu zu laden. So wird im Gegensatz zum kompletten Neuladen einer Seite die zu übertragende Datenmenge reduziert und der Nutzer kann die Seite weiter betrachten, ohne eine Wartepause einlegen zu müssen. AJAX ist dabei keine komplette Neuentwicklung oder eigenständige Technologie, sondern eine Kombination unterschiedlicher Techniken, welche schon vorher am Markt existierten. In Bezug auf die Infrastruktur ist vor allem die zunehmende Verbreitung von DLS Zugängen als Grundlage für die Entwicklung des Web 2.0 zu sehen. Im Gegensatz zu den vorher gängigen Modem und ISDN Zugängen erhöhte sich sowohl die Download- als auch die Uploadrate, so dass sich die Ladenzeiten bei Multimediainhalten, wie z. B. Videos, signifikant verringerte[5].

2.2 Social Media Anwendungen

Unter Social Media Anwendungen sind Anwendungen zu verstehen, welche sich v. g. Techniken zu Nutze machen und durch den Wandel des World Wide Web entstehen konnten bzw. zum Wandel und der weiteren Entwicklung dessen beitragen[6]. Heutzutage stehen Social Media Anwendungen für Softwaresysteme, welche die menschliche Kommunikation, Interaktion und Zusammenarbeit unterstützen. Die Gemeinsamkeiten dieser Systeme besteht darin, dass sie die Pflege sowie den Aufbau sozialer Netzwerk und virtueller Gemeinschaften unterstützen und weitgehend über Selbstorganisation funktionieren. Dabei wird von den Anbietern lediglich die Plattform für diesen Austausch, in Form der jeweiligen Anwendung, zur Verfügung gestellt. Unter dem Begriff „virtuelle Gemeinschaft“ wird eine Gruppe verstanden, welche sich im Internet miteinander austauscht[7]. Webblogs, Wickis, Flicker gehören im engeren Sinne ebenso zu Social Media Anwendungen, wie auch Facebook oder Google+. Das breite Spektrum von Social Software Anwendungen lässt sich auf unterschiedliche Weise strukturieren. Schmidt (2006, S. 5) führt zur Strukturierung beispielsweise drei Basis Funktionen des Einsatzes von Social Software an:

  • Informationsmanagement: Ermöglichung des Findens, Bewertens und Verwaltens von (online verfügbarer) Information
  • Identitätsmanagement: Ermöglichung der Darstellung von Aspekten seiner selbst im Internet
  • Beziehungsmanagement: Ermöglichung Kontakte abzubilden, zu pflegen und neu zu knüpfen[8].

2.3 Soziale Netze

Als soziale Netzwerke werden virtuelle Plattformen im Web 2.0 bezeichnet, auf denen der Austausch mit anderen Usern möglich ist. Im Gegensatz zu Diskussionsforen gibt es hier mehr Möglichkeiten für einen interaktiven Austausch, da diese Netzwerke Funktionen von Mails, Chat und Foren vereinen. Zudem ist die Mitgestaltung der Plattform möglich, indem eigene Diskussionsgruppen eröffnet und Inhalte, wie beispielsweise Bilder, Musik und Links mit Kontakten oder öffentlich geteilt werden können. Anders als bei rein virtuellen Communities, in denen die Anmeldung anonym unter einem Pseudonym erfolgt, unterstützen soziale Netzwerke, dass Kontakte im realen Leben geknüpft oder Netzwerke gepflegt werden können. Daher sind viele User mit ihrem realen Namen angemeldet, wodurch ihre Identität erkennbar wird. Hierbei gibt es jedoch auch einige Ausnahmen: in dem sozialen Netzwerk MySpace zum Beispiel oder in Netzwerken, welche gemeinsame Interessen unterstützen, wie z. B. Flickr für Fotografen, meldet sich ein Großteil der Benutzer mit einem Pseudonym an. Bei sozialen Netzwerken im klassischen Sinne wird vor allem die Selbstdarstellung und Imagepflege, sowie die Pflege von Kontakten aus dem realen Umfeld, gefördert. Dabei gibt es Netzwerke mit einer breiten Zielgruppe, welche für jedermann offen sind. Facebook, Google+ und MeinVZ sind hier die bekanntesten Beispiele. Die andere Sparte von Netzwerken ist eher berufsspezifisch, wie beispielsweise das Business-Netzwerk Xing, die Studentenplattform StudiVZ oder das Schülernetzwerk SchülerVZ desselben Unternehmens, der VZ Netzwerke Ltd[9]. Darüber hinaus gibt es auch soziale Netzwerke für Menschen mit bestimmten Interessen, wie etwa My Social Petwork. Dies ist eine Plattform für Tierfreunde, welche dort unter dem Motto „das erste soziale Netzwerk, in dem Tiere das Sagen haben“[10] ein Profil im Namen ihres Haustiers anlegen können[11]. Bei sozialen Netzwerken, in denen eine Registrierung mit realem Namen erfolgt, wird vor allem die Pflege sozialer Beziehungen über das Internet angestrebt. Zum einen handelt es sich hierbei um Beziehungen und Kontakte aus dem realen Leben, welche auf diese Weise online gepflegt werden können. Zum anderen besteht der besondere Reiz der Netzwerke darin, dass Verbindungen auch für andere User sichtbar gemacht werden können, welche auf diese Weise gemeinsame Bekannte sehen und diese zum eigenen Netzwerk hinzufügen können. Zudem ist die Erweiterung des eigenen Netzwerkes dadurch möglich, dass man Personen über gemeinsame Freunde kennenlernt. Außer der Kontaktpflege zu Freunden und Bekannten können soziale Netzwerke der Imagepflege dienen, indem eine gezielte Gestaltung des Profils und die Veröffentlichung bestimmter Informationen vorgenommen werden, welche zum gewünschten Image passen. Dabei ist eine abweichende Gestaltung des Profils für unterschiedliche Zielgruppen möglich, indem der Umfang des angezeigten Profils gesteuert werden kann. So können Informationen nur für Freunde, für ausgewählte Kontakte oder aber öffentlich sichtbar sein. Dies wird durch die Definition verschiedener „Kreise“ auf Google+ oder der Freundeslisten bei Facebook erzielt.

3 Grundlagen

3.1 Google+

3.1.1 Funktionen

3.1.1.1 Circles

Eines der wichtigsten eigenständigen Merkmale der Google+ Plattform sind die sogenannten Circles. Mit Hilfe von Circles ist es möglich unterschiedliche Informationen an einen unterschiedlichen Kreis von Personen zu senden. Dieses Feature ermöglicht somit seinen Online-Freundeskreis in eine Struktur zu unterteilen, welche weitestgehend den Bedingungen des realen Lebens entspricht. So können Circles für Familienangehörige, Arbeitskollegen oder Freunde erstellt und der Informationsfluss daher noch feiner justiert werden. Darüber hinaus ist die individuelle Freigabe von persönlichen Informationen für jeden Circle möglich[12]. Kontakte können per Drag-and-Drop in die angelegten Circles gezogen werden. Für die eingetragenen Kontakte ist dabei nicht ersichtlich, in welche Kreise sie einsortiert wurden (siehe Abbildung 1.1).

Skizzierte Darstellung der Google+ Circles Konfigurationsseite
[Abb. 1]Skizzierte Darstellung der Google+ Circles Konfigurationsseite[13]

Für den Benutzer ist im gesamten Google+ System durch ein Mouseover erkennbar, zu welchem Kreis ein Kontakt gehört. Im November 2011 hat Google durch die Übernahme der Firma Katango zudem Schritte unternommen, die Circle-Funktion und deren Gruppierung zu verbessern und weiter zu entwickeln. Durch die Katango-Software werden Kontaktdaten auf Smartphones und in sozialen Netzwerken, hinsichtlich ihrer Online Interaktionen und diverser anderer Daten, analysiert und automatisch gruppiert[14].

Personalisierte Suchergebnisseite im Google Netzwerk
[Abb. 2]Personalisierte Suchergebnisseite im Google Netzwerk[15]

Auch auf die Suchergebnisdarstellung innerhalb der normalen Suche haben Google+ Circles mittlerweile einen Einfluss. Ist der Nutzer in seinem Google-Konto angemeldet und sucht etwas, dass in seinen Kreisen wiederzufinden ist, werden diese Daten in der Nähe oder am Anfang der Suchergebnisse angezeigt[16].

3.1.1.2 Sparks

Die Funktion Sparks ist innerhalb von Google+ ein Dienst, der sämtliche Informationen zur Verfügung stellt. Es ist eine Suche die gleichzeitig bei Interesse als Abonnement abgespeichert werden kann und somit Nutzern neue Informationen automatisch bereitstellt. Die gefundenen Informationen können auch unter Verwendung von Circles mit anderen Personen geteilt werden[17]. Ist ein spezielles Thema auch für die Arbeitskollegen oder private Freunde von Interesse, so können diese direkt hierüber informiert werden. Es handelt sich somit um eine Funktion, welche jegliche interessanten Themen im Internet umgehend zugänglich macht und bereitstellt. Eigentlich ist dies als eine Kombination aus Blogs, denen gefolgt wird, und gespeicherten Favoriten im Browser anzusehen. Bei Google+ wird jedoch durch die Spark-Funktion diese Informationen in dem jeweiligen Benutzerprofil des Nutzers integriert und dargestellt. Somit befinden sich während einer Kommunikation mit jemandem im Netzwerk die Informationen, welche von Interesse sind, ebenfalls unmittelbar im Blickfeld, so dass diese auch direkt mit anderen diskutiert werden können[18].

Google+ Sparks Suche
[Abb. 3]Google+ Sparks Suche[19]
3.1.1.3 Stream

Die Stream-Funktion von Google+, mit Hilfe der Inhalte mit anderen Usern der Plattform geteilt werden können, wird von dem Unternehmen Google Inc. folgendermaßen beschrieben: „Im Stream können Sie sich mit den Personen austauschen, die Ihnen am Herzen liegen. Hier werden alle Inhalte zusammengefasst, die von den Kontakten in Ihren Kreisen geteilt werden. Diese Inhalte können Textbeiträge, Bilder, Videos, Links oder Standortmarkierungen sein. Wenn Sie Inhalte mit einzelnen Personen oder mit Kreisen teilen, erscheinen Ihre Inhalte im Stream dieser Personen, sofern diese Sie zu ihren Kreisen hinzugefügt haben.“[20] Der Stream dient somit dazu verschiedene Inhalte zu veröffentlichen oder sie einer ausgewählten Zielgruppe zugänglich zu machen, indem man diese Inhalte mit bestimmten Kreisen oder einzelnen Personen teilt. In dem Stream auf seiner persönlichen Startseite bei Google+ sieht man dann die Bilder, Links und Beiträge, welche von den Kontakten mit den Kreisen geteilt werden, in die man von ihnen eingeordnet wurde. Zusätzlich bietet der Stream einen Überblick über Kontakte und Kreise sowie verschiedene Funktionen für einen interaktiven Austausch. Die Stream-Oberfläche ist in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt[21]. Folglich ist in der linken Spalte der Link auf das eigene Profil und Hauptprofilbild sowie die Kreise, welche den Kontakten zugewiesen wurden, aufgeführt. Damit kann der Stream gefiltert und nur die Meldungen anzeigt werden, welche z.B. mit Kollegen, Familienmitgliedern oder guten Freunden geteilt werden sollen. Des Weiteren können von hier aus die sogenannten „angesagten Beiträgen“ erreicht werden[22]. Dazu gehören öffentliche Beiträge verschiedener User und Unternehmensseiten, wie beispielsweise des Google+ Magazins, des Nachrichtensenders N24 oder des Online-Auftritts der Zeitung „Zeit“. Ferner besteht die Möglichkeit, mit Personen aus seinen Kreisen zu chatten. Voraussetzung hierfür ist die Eintragung in deren Kreisen. Die mittlere Spalte ist das Kernstück des Streams: hier sind die geteilten Beiträge der Kontakte und öffentliche Beiträge ersichtlich. Werden die eigenen Inhalte im Stream geteilt, so ist die Bestimmung darüber, für wen diese in der zentralen Spalte des Streams sichtbar sein sollen, möglich. Folglich ist eine mögliche Unterscheidung, ob die Informationen für die eigenen Kreise oder z. B. für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Die Inhalte können auch für bestimmte Personen außerhalb der Kreise sichtbar sein, indem ausgewählte Nutzer als Empfänger der Botschaft angegeben oder etwas für Freunde und ihre Kontakte sichtbar gemacht wird[23]. Auf der rechten Seite der Stream-Seite bietet Google+ verschiedene Funktionen. Es wird eine Liste der Kontakte aufgeführt und mit Hilfe der Funktion „Freunde suchen“ können weitere Kontakte hinzufügt werden. Dies erfolgt mittels einer Verknüpfung des Accounts in anderen Netzwerken mit dem Konto bei Google+. Ebenso ist das Starten eines „Hangouts“[24] möglich, bei dem es sich um die Verabredung zu einem virtuellen Treffen mit seinen Kontakten per Webcam oder das Einladung von Freunden zu Veranstaltungen handelt. Eine weitere Möglichkeit ist hierbei das Erstellen einer Google+ Seite, um das eigene Unternehmen der Öffentlichkeit zu präsentieren und Online-Marketing zu betreiben.

3.1.1.4 Hangout

Unter Hangout, englisch für Treff oder Stammlokal, wird im Google+ Netzwerk ein kostenloses System für Live-Video-Chats zwischen maximal zehn Nutzern verstanden. Ein Hangout kann überall aus dem Stream heraus gestartet werden. Bei der Initialisierung eines Hangouts, wird der Nutzer zunächst in den sogenannten grünen Raum weitergeleitet. Dort kann er einzelne Kontakte oder Circles zu seinem Hangout einladen, sich von der Funktionalität seiner Kamera überzeugen und die Ton- bzw. Mikrofoneinstellungen testen.

Der Google+ Hangout Green Room
[Abb. 4]Der Google+ Hangout Green Room[25]

Sobald der Hangout gestartet wurde, erhalten alle eingeladenen Personen eine Benachrichtigung in ihrem Stream, worin ihnen auch mitgeteilt wird, welche Personen aktuell an dem Hangout teilnehmen. Auch wenn ein Hangout von einer Person initiiert wird, ist niemand der Eigentümer eines Hangouts. Jeder Teilnehmer kann neue Kontakte zum Hangout einladen, unabhängig davon, ob die bereits beteiligten Personen mit diesen verbunden sind. Jeder Teilnehmer eines Hangouts hat allerdings die Möglichkeit, sein eigenes Mikrofon oder eine beliebige andere Person stummzuschalten und die Lautstärke des Hangouts individuell zu regulieren. Außerdem ist es möglich, die eigene Webcam abzuschalten[26]. War es zunächst nicht möglich, Hangouts auf mobilen Endgeräten zu betreiben, ist diese Funktion seit Dezember 2011 auch für iOS und Android Geräte vorhanden. Der Funktionsumfang von Hangouts wird nach dem Perpetual Beta Prinzip auch weiterhin stetig vergrößert. Anfang 2012 soll die Funktion Hangout-On-Air eingeführt werden. Diese wird das Streamen und die Aufzeichnung von Hangout-Videochats ermöglichen. Vollständige Videos werden dabei nach Abschluss einer Sitzung im YouTube Kanal der jeweiligen Person als privates Video gespeichert. Auch Benutzern ohne Internet oder PC sollen zukünftig an Hangouts teilnehmen können, indem sie sich über ihr Mobiltelefon und Google Voice einschalten[27].

Der Google+ Hangout Green Room mit On Air Hinweis
[Abb. 5]Der Google+ Hangout Green Room mit On Air Hinweis[28]
3.1.1.5 Huddle

Huddle ist ein Messaging Tool, dessen Ziel die zeitgleiche Kommunikation mit mehreren Personen ist. Mit Hilfe dieser App für Smartphones, stellet das Feature einen Ersatz für das kostenpflichtige SMS schreiben dar. Ein weiterer Vorteil gegenüber SMS besteht darin, dass nicht nur die Kommunikation mit einer Person, sondern auch mit mehreren Personen in einem Chat möglich ist. Kontakte werden innerhalb eines Huddles durch Email-Adressen, gespeicherte Google-Kontakte oder Google-Kreisen hinzugefügt. Um mit einem Teilnehmer zu kommunizieren, wird demnach die Telefonnummer des Partners benötigt. Mit diesem Feature strebt Google somit an, ein gleichstarkes Gegenprodukt, zu dem sich bereits stark auf dem Markt etablierten Whatsapp, zu bieten. In der App von Google+ besteht nun auch die Möglichkeit mit seinen Huddle-Kontakten eine Bildtelefonie zu starten. Dies geschieht mit Hilfe der sogenannten Hangouts[29].

3.1.2 Der Google+ Button

Der Button „+1“ bei Google+ funktioniert ähnlich wie der Facebook-Button „Like“ bzw. „Gefällt mir“, auf den in dieser Arbeit später eingegangen werden soll. Er bietet die Möglichkeit, Inhalte aus dem Internet außerhalb des Netzwerks von Google mit Kontakten zu teilen oder seine Sympathie öffentlich zu bekunden. Auf verschiedenen Websites können Inhalte mit Hilfe des „+1“-Buttons auf das Profil bei Google+ veröffentlicht werden. Beim Anklicken des Buttons, zum Beispiel bei einem Reisebericht auf der Tourismus-Seite TripsByTips.de, wird dieser im „+1“-Bereich des Benutzerprofils bei Google+ angezeigt[30]. Der „+1“-Tab im Profil kann entweder öffentlich oder nur für die Personen auf der Kontaktliste sichtbar gemacht werden[31]. Auch Inhalte, welche von Kontakten oder öffentlich bei Google+ hochgeladen werden, können mit diesem Button die Zustimmung ausgesprochen und kommentiert werden. Das Unternehmen Google Inc. wirbt für die Funktion +1 damit, dass durch die öffentliche Empfehlung interessante Unterhaltungen über verschiedene Themen angestoßen werden können[32]. Dabei wird auch deutlich, wie das Unternehmen die Informationen verwendet, welche durch die Klicks der Benutzer gesammelt werden. Die Angaben, mit welchen Websites und Inhalten sympathisiert wird, tragen laut Google „zur Optimierung der Google-Suche bei“[33]. Dies bedeutet, dass während des Einloggens bei Google+ und der Benutzung der Suchmaschine, die „+1“-Klicks der Kontakte ausgewertet werden und bei den Suchergebnissen direkt erkennbar ist, welche Freunde welcher Seite eine solche Bewertung gegeben haben. Teilen und empfehlen Freunde bestimmte Websites und Online-Beiträge, so werden diese Suchergebnisse von der „sozialen Suche“[34] höher bewertet als andere Inhalte wodurch ein personalisiertes Suchergebnis erzielt wird. Doch nicht nur für Kontakte sind Klicks auf den Google+ Button im Web sichtbar. Je nachdem, wie die Einstellungen vom Betreiber einer externen Website konfiguriert wurden, kann die Liste der Fans öffentlich sichtbar sein. Dies kann entweder in Form einer anonymen Statistik, wie viele Klicks der Content bekommen hat, geschehen oder mit einer namentlichen Erwähnung auf der Website. So weist Google selbst in seinem Hilfe-Bereich darauf hin, „dass die Vergabe eines +1 ein öffentlicher Vorgang ist“, welcher möglicherweise für jeden sichtbar sei, der die gleiche Website besucht. Deswegen soll diese Bewertung nur vergeben werden, wenn „diese Empfehlung mit der ganzen Welt“[35] geteilt werden soll.

3.2 Facebook

3.2.1 Funktionen

3.2.1.1 Credits

Facebook Credits sind eine rein virtuelle Währung, welche 2009 auf der Facebook Plattform eingeführt wurde. Zehn Credits entsprechen einem Dollar und bei jeder Transaktion, erhält Facebook 30% der Transaktionssumme. Aktuell sind Facebook Credits die einzige freigegebene Währung auf Facebook, um in Spielen bezahlen zu können. Zynga, der Entwickler des Spiels Farmville, aktuell der größte Spieleentwickler auf der Facebook Plattform, konnte im Jahr 2010 einen Gewinn von 27,9 Mio. Dollar bei einem Umsatz von 597,5 Mio. Dollar durch den Einsatz von Facebook Credits verbuchen. Benutzer können Credits auf unterschiedliche Weise beziehen. Die gebräuchlichsten sind die Bezahlung über PayPal oder über die Mobilfunkrechnung. Zudem ist es in Amerika noch möglich, über Shopkick, eine App, die das Einchecken in Geschäften belohnt, oder das Spiel Booyah, Credits zu erlangen. Über die Nutzung für Spiele hinaus haben Firmen der Unterhaltungsindustrie 2011 damit begonnen, Credits auch für andere Projekte zu nutzen. Die Filmproduktionsgesellschaft Miramax hat z. B. eine Facebook App entworfen, welche es den Nutzern ermöglicht, Filme für den Gegenwert von 30 Credits in einem Zeitraum von 48 Stunden zu streamen. Das Angebot ist momentan jedoch auf die Filme von Miramax beschränkt.

Miramax Facebook Seite
[Abb. 6]Miramax Facebook Seite[36]

Auch die Musikindustrie experimentiert mit Facebook Credits und streamt z. B. Konzerte über Facebook, zu denen sich die Nutzer via Credits „Eintrittskarten“ kaufen können[37]. In Deutschland wurden Credits bisher z. B. im Zusammenhang mit Votings für die Fernsehsendung Big Brother verwendet. Zuschauern war es so möglich, nicht nur per Telefon oder SMS, sondern auch über Facebook abzustimmen. Eine Abstimmung kostete in diesem Zusammenhang 7 Credits (50 Credits haben aktuell einen Wert von 3,52 €)[38].

3.2.1.2 Places

Facebook Places ist ein Dienst, der das Lokalisieren eines Aufenthaltsstandortes bietet. Der Check-In-Prozess läuft, ähnlich, wie bei anderen ortsbasierten mobilen Diensten gewohnt, über einen entsprechenden Check-In-Button auf der jeweiligen Profilseite der Lokalität bzw. des Aufenthaltsortes ab[39]. Die Ermittlung des Aufenthaltsorte erfolgt über das integrierte GPS-Modul eines Smartphones. Durch die Nutzung von Google Places können somit nicht nur Freunde über den Aufenthaltsort informiert werden, sondern erhalten zusätzlich Angaben über die umliegenden Orte. Diese Art von Diensten wird auch Location Based Services genannt. Anhand dieses Features eröffnen sich für Unternehmen, wie beispielsweise Barbesitzern, Restaurants oder anderen Einrichtungen, neue Optionen. Durch erfolgte Check-Ins in ihren Lokalitäten, gelangen diese Einrichtungen mehr in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit. Somit können sich Unternehmen, mittels eines geschickten Marketings innerhalb von Facebook, einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen verschaffen. Beispielsweise könnten Sie den, sich in der Nähe befindlichen, Nutzern Angebote zukommen lassen, welche diese in Ihre Lokalität leiten sollen. Facebook Places ist somit nicht nur ein Dienst, um Freunde und das Netzwerk über seinen Aufenthaltsstandort zu informieren, sondern vielmehr ein bedeutendes Werbewerkzeug für Unternehmen.

Facebook Places iPhone App
[Abb. 7]Facebook Places iPhone App[40]
3.2.1.3 Video Calling

Video Calling ist eine Funktion bei Facebook, welche in Zusammenarbeit mit dem Anbieter für Videotelefonie Skype die Videokonferenz per Webcam direkt im Browserfenster von Facebook ermöglicht und im Juli 2011 bei einer Pressekonferenz im Hauptsitz des Unternehmens vorgestellt wurde[41]. Die Betreiber von Facebook beschreiben dieses Feature auf ihrer Seite als eine Möglichkeit den Chat lebhafter zu gestalten und anstatt zu Schreiben und Emoticons zu verwenden, „die Freunde lachen sehen“[42] zu können, mit ihnen von Angesicht zu Angesicht zu kommunizieren, auch wenn sie sich am anderen Ende der Welt befinden. Dabei ist auch das Multitasking möglich. Denn wenn die Videokonferenz direkt im Browserfenster stattfindet, ist der Zugriff während des Gesprächs auf alle Facebook-Funktionen und -seiten trotzdem möglich[43]. Wird ein Freund angerufen, der gerade nicht verfügbar ist, so besteht die Option diesem per Webcam eine Video-Nachricht zu hinterlassen. Auch ohne eigene Webcam kann diese Funktion genutzt und die Freunde beim Telefonieren gesehen werden. Diese wiederrum hören den Gesprächspartner dann nur, ohne ein Bild von diesem zu haben. Die Privatsphäre der Nutzer bleibt beim Video Calling dadurch geschützt, dass Anrufe nur zwischen bestätigten Kontakten möglich sind. Anrufe von Unbekannten sind nicht möglich, wodurch eventuelle Belästigungen vermieden werden. Besteht der Wunsch von bestimmten Personen aus der Kontaktliste nicht angerufen zu werden, so kann eine Liste mit Benutzern erstellt werden, für diese der Nutzer per Video-Chat nicht verfügbar ist. Derzeit funktioniert Facebook Video Calling am besten mit den neusten Versionen von Internet-Browsern unter den Systemen Windows und Mac. Für Linux ist diese Funktion bisher noch nicht verfügbar[44].

3.2.1.4 Messenger

Der Facebook Messenger ist, ebenso wie der Google+ Huddle Dienst, ein Messaging Feature. Hierbei ist es möglich umgehend und mühelos Nachrichten an sein Facebook Netzwerk zu versenden. Es können jedoch nicht nur Nachrichten, sondern ebenfalls Videos oder Bilder verschickt werden. Dabei ist irrelevant, ob der Kommunikationspartner zu dieser Zeit auf Facebook angemeldet ist. Der Nutzer muss nicht einmal einen eigenen Facbook-Account besitzen, denn die Nutzung des Facebook Messengers kann ohne einen Account erfolgen. Es muss lediglich eine Registrierung für die Nutzung des Messengers erfolgen. Die Nachrichten können vom Kommunikationspartner auf unterschiedliche Art empfangen werden. Besitzt derjenige einen Facebook Account, empfängt er diese über den regulären Posteingang in seinem Facebook-Account oder über die Standard-Facebook-App. Ansonsten werden die Nachrichten über die neue Messenger-App zugestellt[45].

Facebook Messenger iPhone App
[Abb. 8]Facebook Messenger iPhone App[46]
3.2.1.5 Timeline

In der regulären Facebook Ansicht werden dem Nutzer die neuesten Statusmeldungen anderer Nutzer in chronologischer Reihenfolge, in Form einer Pinnwand, angezeigt. Seit der Einführung der Timeline Funktion Ende 2011 besteht nun die Möglichkeit, sofern diese Funktion durch den jeweiligen Nutzer aktiviert wurde, sich die Aktivitäten dieser Person im Stil einer Zeitleiste anzeigen zu lassen. Dabei erscheinen links und rechts abgehend vom Zeitstrahl, chronologisch sortiert, sämtliche Aktivitäten, die auf Facebook geteilt und für die Timeline freigegeben wurden. Bei der Gestaltung der Timeline setzt Facebook verstärkt auf Fotos und große Grafiken und generiert dadurch ein Blog bzw. Magazin ähnliches Design[47].

Facebook Timeline Chronik Profilseite
[Abb. 9]Facebook Timeline Chronik Profilseite[48]

Aktuell können Nutzer noch wählen, ob sie Timeline nutzen wollen oder nicht. Haben sie sich einmal für die Nutzung entschieden, ist es nicht mehr möglich diese Entscheidung zu revidieren. Ab dem Start der Nutzung hat der Anwender sieben Tage Zeit seine Zeitleiste zu bearbeiten und anzupassen. Erst nach Ablauf dieser Frist wird die Timeline für die Öffentlichkeit freigegeben[49]. Jede Aktivität der Timeline kann dabei durch den Nutzer gelöscht oder nur für bestimmte Nutzer bzw. Nutzergruppen freigegeben werden. Zudem besteht die Möglichkeit, die Timeline um Ereignisse aus der Vergangenheit zu erweitern und so einen lückenlosen digitalen Lebenslauf zu erstellen[50].

3.2.2 Der Facebook Like Button

Der Like-Button von Facebook ist heutzutage zu einem festen Bestandteil einer Internetpräsenz geworden. Durch diesen Button können Besucher Ihre Sympathie mit der Website zeigen. Hat der Website-Betreiber gleichzeitig ein Facebook-Profil, wird somit eine direkte Beziehung zwischen dem User, welcher den Like-Button klickt, und der Facebookseite des Unternehmens gespeichert[51]. Dies funktioniert jedoch nur, wenn der User in einem Tab seines Browsers innerhalb Facebook eingeloggt ist. Gleichzeitig wird die Sympathie mit einer Meldung und einem Link zur Website auf der Pinnwand gepostet und ist somit für Freunde sichtbar. Dies hat den positiven Effekt, dass ein Unternehmen, welches die Voraussetzung des Like-Buttons und einer Facebook-Präsenz erfüllt, auf einem schnellen und simplen Weg seinen Bekanntheitsgrad innerhalb des Internets steigern kann. Somit stellt der Like-Button ein bedeutendes Instrument dar, wenn die Vermarktung einer Internetpräsenz verbessert werden soll.

4 Vor- und Nachteile der Dienste

4.1 Vorteile

4.1.1 Allgemeine Vorteile beider Angebote

Die sozialen Netzwerke Google+ und Facebook bieten durch ihre verschiedenen Funktionen und Möglichkeiten verschiedene Vorteile in Bezug auf die Kommunikation. Die Funktion, sich mit anderen Usern zu vernetzen und zu kommunizieren, welche ein Hauptbestandteil sozialer Netzwerke darstellt, ermöglicht es, Kontakte mit Freunden und Bekannten auf der ganzen Welt zu pflegen. So können beispielsweise auch nach längerer Zeit Schulfreunde wiedergefunden werden, bleibt der Kontakt zu Freunden bestehen, die ins Ausland gezogen sind und können durch das Teilen von Inhalten umgehend jegliche Freunde und die Familie über Neuigkeiten informiert werden, auch wenn sich der User selbst im Ausland befindet. Dabei erhält der User selbst schnell neue und aktuelle Informationen aus dem Freundeskreis, auch wenn er die Freunde länger nicht gesehen hat. Durch den Videochat kann er seine Freunde in Echtzeit sehen, selbst wenn das Leben auf verschiedenen Kontinenten stattfindet. Auch kann er sein soziales Netzwerk erweitern und neue Bekanntschaften schließen, indem er Bekannte von Freunden kennenlernt und neue Kontakte in seiner Region oder über Interessensgruppen knüpft. Das schnelle Teilen von Inhalten bietet ebenfalls Vorteile. So können Nachrichten oder Bilder verbreitet werden, die einen interessieren und die aus Sicht des Users mitteilungsbedürftig sind. Daraufhin besteht die Möglichkeit über die geteilten Informationen, sei es mit Freunden, Familienmitgliedern, Bekannten auch über geografische Grenzen hinweg, zu diskutieren. Ein weiterer Vorteil stellt die Einladung anderer User zu Veranstaltungen dar. Teilnehmer erfahren dadurch umgehend, wo für sie interessante Events stattfinden. Organisatoren wiederum wird das Abschätzen der Teilnehmerzahl erleichtert, da die Anzahl der zugesagten User ersichtlich ist. Nach der Veranstaltung können entstandene Fotos geteilt und somit allen Teilnehmer zugänglich gemacht werden. Diese Variante ist mit weniger Aufwand und Hindernissen verbunden als eine Vielzahl von Bilddateien per E-Mail zu versenden, bei der die Nachricht eventuell nicht ankommt, weil beispielsweise das Limit des Speicherplatzes in der Mailbox überschritten wurde. Beim Teilen verschiedener Fotos, Links, Videos und Meldungen kann mit Hilfe der Kreise (Google+) und Freundeslisten (Facebook) gefiltert werden, welche Informationen für wen sichtbar sein soll. Hierdurch lässt sich das Image bei verschiedenen Zielgruppen aktiv gestalten. Die Öffentlichkeit sieht dabei andere Informationen als Familienmitglieder und gute Freunde und der User kann guten Freunden zum Beispiel Bilder zeigen, die vor der Familie verborgen bleiben sollen. Die Image-Pflege ist ein weiterer Aspekt, bei dem sich die Vorteile dieser Netzwerke zeigen. Gezielte Informationen werden von dem User preisgegeben und unterschiedlichen Zielgruppen werden verschiedene Bilder vermittelt. Damit steuert der User seine eigene Darstellung bei seinen Kontaktpersonen. So kann er für geschäftliche Kontakte seriös wirken, während er im engeren Freundeskreis, durch das Teilen von z. B. Partybilder, als fröhlicher Party-Mensch gesehen wird. Bei beruflicher Selbständigkeit, ergibt sich die Option mit einer Unternehmensseite für das eigene Unternehmen zu werben und geschäftliche Kontakte zu knüpfen. Diese Vorgehensweise findet meist auf Business-Netzwerken, wie z. B. Xing, statt. Für Arbeitgeber wiederum können die sozialen Netzwerke hilfreich sein, um einen ersten Eindruck von Bewerbern zu gewinnen. Aus Sicht des Bewerbers kann sich in diesem Fall die Nutzung von Netzwerken jedoch auch negativ auswirken. Hierzu wird näher in Kapitel 4.2.1 eingegangen.

4.1.2 Spezielle Vorteile Google+

Ein Hauptvorteil von Google+ gegenüber Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzen besteht in der nahtlosen Integration in das Google Netzwerk. Google Dienste, wie Google Docs, Videos (youtube), Email (Gmail) oder die schlichte Suche sind einfach und durch einen Mausklick aus Google+ heraus erreichbar. Ermöglicht wird dies über die Einblendung einer Navigationsleiste, oben im Browserfenster, so dass von anderen Google Diensten auch schnell wieder zu Google+ zurück gefunden werden kann[52].

Google Navigation Bar
[Abb. 10]Google Navigation Bar[53]

Als weiterer Vorteil von Google+ kann die Organisation von Freunden in Circles angesehen werden. Googles Organisationskonzept entspricht dabei eher dem realen Leben als die Umsetzung bei Facebook. Auch in der Realität haben wir i. d. R. einen diversifizierten Freundeskreis, mit dem wir auf unterschiedliche Art kommunizieren und interagieren. Mit Hilfe von Circles ist es möglich, solche Strukturen einfach nachzubilden[54]. Auch bei der Suche nach Informationen bietet Google+ mit Hilfe der Sparks Funktion einen Mehrwert gegenüber Facebook. Sparks ermöglicht es nach Informationen zu suchen, ohne die Seite verlassen zu müssen. Außerdem können Informationsquellen, ähnlich der RSS Funktion, abonniert werden. Entschließt sich der Nutzer das Google+ Netzwerk zu verlassen, hat er zudem mit Google Takeout eine einfache Möglichkeit seine Daten gesammelt zu speichern. Zwar bietet auch Facebook eine solche Möglichkeit, verbirgt diese aber tiefer in den Einstellungen. Darüber hinaus bietet Facebook, seit der Kooperation mit Skype, zwar eine Videochat Möglichkeit, allerdings hat der Nutzer mit Hangout die Möglichkeit, mit mehreren Personen gleichzeitig zu kommunizieren. Dies ist bei Facebook nicht möglich[55].

4.1.3 Spezielle Vorteile Facebook

Facebooks größter Vorteil gegenüber anderen sozialen Netzwerken ist die über Jahre gewachsene hohe Verbreitung und die damit einhergehenden hohen Nutzerzahlen. Darauf aufbauend bietet Facebook vor allem für Unternehmen eine erfolgversprechende Möglichkeit, Marketing zu betreiben. Dazu können Unternehmen spezielle Fan Seiten erstellen, die vielfältigere Einstellungsmöglichkeiten bieten, als normale Benutzer Seiten. In der heutigen Zeit, werden die Menschen einer konstanten Reizüberflutung durch Werbebotschaft ausgesetzt. In diesem Kontext muss ein Unternehmen es als Chance wahrnehmen, wenn ein potentieller Kunde Fan der eigenen Facebook Seite wird. Dieser Kunde kann über Facebook gezielt angesprochen und mit relevanten Informationen versorgt werden. Zudem ist möglich in einen Dialog mit dem Kunden zu treten und so mehr über ihn und seine Vorlieben zu erfahren. Ein zusätzlicher Vorteil besteht zudem in dem Effekt, den populäre Facebook Einträge auf das Suchmaschinenranking haben können. Beiträge die oft kommentiert werden, stehen auch im Suchmaschinenranking höher. Ein weiterer Nutzen von Facebook für Unternehmen ist das Einrichten von Facebook Places. Mit Hilfe von Locatin Based Services auf mobilen Endgeräten kann sich ein Unternehmen als potentielle Anlaufstelle positionieren und sich so von der Konkurrenz abheben[56].

4.2 Nachteile

4.2.1 Allgemeine Nachteile beider Angebote

Die sozialen Netzwerke bieten zwar eine Vielzahl an positiven Aspekten und viele Möglichkeiten für die moderne Kommunikation, dennoch dürfen die Nachteile dabei nicht unterschätzt werden. Auch wenn es ein Vorteil ist, das Profil zu veröffentlichen, sich dadurch mit anderen vernetzen zu können und ein Image zu pflegen, bestehen bei jener Veröffentlichung auch einige Risiken. So fehlt Laien oft das Wissen darüber, wie ihre Daten von den Unternehmen hinter den sozialen Netzwerken genutzt werden können und wo das eigene Profil sichtbar werden kann. Die Profile werden in Suchmaschinen öffentlich sichtbar, wenn dies nicht vorab deaktiviert wird. Doch auch wenn der User dies eingeschränkt hat, kann beispielsweise ein Facebook-Profil bei Google auftauchen. Wird eine Person über Google gesucht, dann zeigt die Suchmaschine nicht direkt das Profil an. Jedoch stehen im Suchergebnis Profile von Facebook-Kontakten, deren Freundesliste öffentlich ist, sodass über Umwege das gesuchte Profil doch gefunden werden kann. Ein schneller Klick auf „Gefällt mir“ oder „+1“ und Zusagen bei Veranstaltungen können unbeabsichtigter Weise das Image mitgestalten, welches durch Suchmaschinen vermittelt wird. Denn die Fan-Listen von Unternehmen und Organisationen sowie Teilnehmerlisten öffentlicher Veranstaltungen tauchen in Suchmaschinen wie Google auf. Auf diese Weise kann jemand, der eine bestimmte Person sucht zum Beispiel sehen, welche Parteien und Organisationen diese unterstützt und an welchen Veranstaltungen sie teilnimmt[57]. Ein weiterer Aspekt ist, dass die sozialen Netzwerke die Daten ihrer Nutzer in Bezug auf passende Werbung auswerten können. Auf Facebook zum Beispiel können Unternehmen für ihre Profile oder Websites werben und bei der Erstellung einer Werbeanzeige die Zielgruppe nach Ort, Alter, Interessen und Ausbildung definieren. Das Netzwerk scannt die Benutzerprofile danach, wer in die Zielgruppe passt und zeigt die Werbung diesen Usern an[58]. Außerdem können im Profil eingegebene Daten, wie etwa Fotos und der Name für Werbeanzeigen, verwendet werden[59]. Google dagegen wertet das Suchverhalten seiner User aus und es werden auf verschiedenen Websites Werbebanner eingeblendet, passend zu dem, was der User in letzter Zeit in die Suchmaschine eingegeben hat[60]. Auch Inhalte, die ein User in den sozialen Netzwerken per „Gefällt mir“ oder „+1“ teilt, können für personalisierte Werbung bei Freunden verwendet werden. Die Klicks werden mit Unternehmensseiten verknüpft und wenn etwa eine Mail an einen Freund bei Facebook verfasst wird, kann der User in der rechten Spalte der Seite Werbebanner sehen, zum Beispiel für Filme und TV-Serien, die ihm gefallen. Werden die Buttons „+1“ und „Gefällt mir“ außerhalb der sozialen Netzwerke genutzt, so ist es oft nicht sofort zu erkennen, für wen der eigene Name sichtbar wird. Auf manchen Websites (wie z.B. der Seite „SMS von gestern Nacht“[61]) werden Facebook-Profilbilder der Fans mit Links zu den Profilen angezeigt und Google+ weist die User darauf hin, „dass die Vergabe eines +1 ein öffentlicher Vorgang ist“[62]. Ein weiterer Aspekt ist, dass die fehlende Anonymität in diesen Netzwerken oftmals unterschätzt wird. So stellt ein User zum Beispiel in öffentlichen Foren unter seinem Klarnamen Einträge ein und kommentiert aktuelle Ereignisse in seiner Stadt auf der Unternehmensseite des lokalen Radiosenders oder einer Tageszeitung. Dabei ist er sich möglicherweise nicht im Klaren darüber, dass diese Medien Nutzungsrechte an den auf ihrer Pinnwand veröffentlichten Beiträgen haben und sie im Radio oder in der Zeitung zitiert werden können. Zur fehlenden Anonymität bei der Angabe des vollständigen Namens gehört auch, dass potentielle Arbeitgeber das Internet oft nach Namen und Beiträgen von Bewerbern durchsuchen[63], was für den Bewerber in vielerlei Hinsicht ein Nachteil sein kann. Teilt der User viele private Informationen in seinem öffentlich sichtbaren Profil mit, kann sich dies negativ auf den ersten Eindruck bei Arbeitgebern auswirken. Auch kann es zu Missverständnissen führen, wenn der potentielle Arbeitgeber den Bewerber mit einem Namensvetter verwechselt, der durch sein Profil ein negatives Image ausstrahlt. Möglicherweise wird die Bewerbung sofort aussortiert und es besteht keine Chance den Irrtum aufzuklären, weil der Bewerber darüber nicht informiert wird. Um kein unerwünschtes Image zu vermitteln, sollte ein User nicht nur darauf achten, was er selbst veröffentlicht, sondern auch darauf, wie er seine Privatsphäreeinstellungen vorgenommen hat und welche Informationen Freunde über ihn teilen können. So kann er in verschiedenen Netzwerken in Beiträgen und auf Fotos verlinkt werden, sodass z. B. Freizeitbilder für berufliche Kontakte sichtbar werden. Bei Facebook kann dies vermieden werden, indem die Funktion derart einstellt wird, dass einer Verlinkung zugestimmt werden muss oder diese auch abgelehnt werden kann. Ebenso kann die Sichtbarkeit verlinkter Fotos eingeschränkt werden, sodass keines davon für geschäftliche Kontakte sichtbar wird. Auch sollte ein User darüber Bescheid wissen, dass die Meldungen von Freunden kein privater Chat sind und der Freund seinen Status möglicherweise mit gemeinsamen Bekannten oder beruflichen Kontakten teilt. Ansonsten kann es, wenn der User den Beitrag eines Freundes kommentiert, zu Missverständnissen gegenüber Außenstehenden führen oder Dritte gelangen an Informationen, welche sie eigentlich nicht wissen sollten. Ein weiterer Nachteil betrifft den Bereich der privaten Kommunikation. Zwar ist es ein Vorteil, dass der Kontakt zu vielen Freunden und Bekannten erhalten bleiben kann, doch dieser wird in der modernen Netzkultur unpersönlicher und oberflächlicher. Oftmals schreiben User einen kurzen standardisierten Geburtstagsgruß an die Pinnwand anstatt persönlich anzurufen und zu gratulieren. Wichtige Ereignisse im Leben werden per Newsfeed oder Stream geteilt, sodass Freunde nicht durch ein persönliches Gespräch, sondern zusammen mit flüchtigen Bekannten durch ein virtuelles Netzwerk erfahren, dass sich persönlich wichtige Ereignisse bei Freunden ergeben haben. Auch wenn Bilder geteilt werden, die im Netz gefunden wurden, sollte sich ein User vor dem Posten überlegen, ob das Bild für alle Kontakte geeignet ist. Ähnlich gestaltet es sich bei Beiträgen zu Spielen in sozialen Netzwerken. Werden von einem User zu oft Einladungen zu diesen Spielen an Freunde verschickt, die nicht mitspielen, kann der Ruf eines Dauer-Spielers entstehen oder die betroffenen Freunde fühlen sich belästigt. Zusammenfassend ist bei den Nachteilen festzuhalten, dass ein User grundsätzlich beachten sollte, dass die Beiträge in sozialen Netzwerken von anderen Usern gelesen und durch die Unternehmen weiterverwendet werden können. Daher sollten Informationen nicht wahllos und jedem zugänglich gemacht werden. Vor allem dann nicht, wenn der User mit seinem realen Namen angemeldet ist. Vielmehr sollte die Privatsphäre in den Netzwerken abgesichert und das Teilen von Inhalten vorab überdacht werden.

4.2.2 Datenschutz Google+

Wie in jedem sozialen Netzwerk baut auch das Grundprinzip von Google+ darauf, dass Nutzer ihre privaten Daten, wie z. B. Beziehungsstatus, Arbeitsverhältnis, Adressen, Telefonnummer, Bilder etc., auf der Plattform veröffentlichen. Um diese Daten möglichst privat zu halten, hat Google Circles als Instrument der zielgerichteten Freigabesteuerung von Daten eingeführt (s. Kapitel 3.1.1.1)[64]. Nutzer können Inhalte mit ausgewählten Circles, allen ihren Circles, sogenannten Extended Circles (zusätzlich alle Personen, die in Circles der Personen sind, die den eigenen Circles angehören) und mit der Öffentlichkeit teilen. Dabei ist es nicht möglich, eine Teilmenge eines Circles, der für die Veröffentlichung ausgewählt wurde, von dieser auszuschließen. Dies wird bei Facebook anders gehandhabt. Dort können alle Kontakte in sogenannte Listen eingeordnet werden. Mit Hilfe dieser Listen ist es z. B. möglich, Inhalte grundsätzlich für alle Nutzer freizugeben, bestimmte Listen dann aber davon auszuschließen. Sind Inhalte veröffentlicht, bietet Google+ die Option, die Kommentarfunktion für diesen Beitrag zu deaktivieren bzw. diese zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu aktivieren. In diesem Zusammenhang besteht lediglich die Möglichkeit einen Nutzer für die gesamte Pinnwand und nicht nur für einen speziellen Beitrag zu sperren. Zudem kann bei Google+, im Gegensatz zu Facebook, ein Beitrag nachträglich editiert (die Bearbeitung wird dabei durch einen Zeitstempel gekennzeichnet) und die Weiterverbreitung (resharing) untersagt werden[65]. Kritisiert wird Google aktuell für die verstärkte Einbeziehung von Google+ und Picasa Daten in die organischen Suchergebnisse der Suchmaschine, welche durch das Algorithmus Update „Search plus your World“ eingeführt wurde. Das amerikanische Electronic Privacy Information Center und viele Nutzer befürchten, dass Google den eigenen Dienst in den Suchergebnissen bevorteilt und Seiten, die den Google+ Button integrieren, bevorzugt dargestellt werden[66].

4.2.3 Datenschutz Facebook

Das Thema Datenschutz wird derzeit vielfach diskutiert. Zumal die Vorstellung des amerikanischen Datenschutzes sich von der in Deutschland erheblich unterscheidet. Dementsprechend ist in den AGB von Facebook folgendes vermerkt: „We care about the privacy of our users, by using this site or this service, you consenting to have your privacy data transferred to and process in the united states.” In den Profilen der Facebooknutzer sind neben persönlichen Informationen des Benutzers teilweise nahezu lückenlose Lebensläufe zu finden. In der Social Network Plattform können Bilder, Kommentare oder Videos mühelos ins Netz gestellt werden. Doch ebenso mühelos können diese wieder von anderen heruntergeladen werden. Zudem wird nicht garantiert, dass bei Facebook hochgeladene Bilder auch nach der Löschung des Account nicht mehr auffindbar sind. Zunächst sind sie zwar nicht mehr für die Nutzer in Ihrem Profil sichtbar. Facebook speichert diese jedoch weiterhin auf den eigenen Servern. Vorerst mag es unterhaltsam erscheinen, Bilder aus jeglichen Situationen ins Netz zu stellen. Letztlich können jedoch diese Bilder unerwünschte auch Auswirkungen haben. Fragwürdig ist ebenfalls die neue Bilderkennungssoftware von Facebook[67]. Sie ermöglicht, dass Personen auf Bildern, welche sie nicht eigenständig hochgeladen haben, ohne persönliche Einwilligung markiert werden. Hierbei wird durch einen speziellen Algorithmus das Gesicht eines Nutzers auf anderen Bildern automatisch erkannt und demjenigen, der das Bild hochgeladen hat, vorgeschlagen diese Person zu markieren. Dabei ist zu bemängeln, dass den Usern vorerst nicht selbst die Entscheidung überlassen wird, ob sie für Bilder vorgeschlagen werden. Denn in den Voreinstellungen von Facebook ist diese Funktion zunächst bei jedem Mitglied aktiviert. Facebook argumentiert, dass der Sinn dieses Feature darin bestünde, sich als User in großen Bildersammlung von Freunden besser zurecht zu finden. Die geringe Einstellungstiefe der Privatsphäre Optionen der User sind jedoch nicht nur in dem Gesichtserkennung-Feature wiederzufinden. Sämtliche Einstellungen die die Privatsphäre der Nutzer betreffen, sind vom Beginn des Profils absichtlich von Facebook auf einem niedrigen Niveau eingestellt. Diese Einstellungen können zwar im Nachhinein geändert werden, jedoch macht der Großteil der Nutzer kein Gebrauch von diesen Einstellungen. Ein “opt-in-Verfahren”, wobei die Einstellungen von vornherein auf niedrig gestellt wären, würde sicherlich nutzerfreundlicher gegenüber dem “opt-out-Verfahren” sein[68]. Doch Facebook und Mark Zuckerberg möchten Ihre Vision der totalen Transparenz weiter verfolgen. Jugendliche haben heutzutage oftmals negative Erlebnisse mit Communities. Etwa 42% der Jugendlichen mussten bereits die Erfahrung machen, dass Bilder von Ihnen im Internet auftauchten, ohne dass sie ihre Zustimmung dafür gegeben haben. Dieses Problem tritt auch enorm bei Facebook auf. Ein weiteres Problem stellen die momentan stark an Zuwachs gewinnenden LBS Dienste dar. Auch Facebook bietet mit Facebook Places einen solchen Dienst an. Hierbei besteht das Risiko, dass umfassende Bewegungsprofile von Nutzern erstellt werden können. Einen Dienst wie Facebook Places stellt der Plattform-Betreiber jedoch nicht ohne Grund zur Verfügung. Jegliche Daten, die Facebook aufgrund dieser Bewegungsprofile sammelt, lassen sich später an andere Firmen, wie beispielsweise im Bereich des Einzelhandels, gewinnbringend verkaufen. Doch, wie zu Anfang des Kapitels erwähnt, lassen sich all diese Einstellungen der Privatsphäre von den Nutzern ändern. Somit liegt die Hoheit der Privatsphäre Einstellung beim Nutzer und ermöglicht es so, die Einstellungen dem eigenen Wünschen anzupassen Bei Social Media Plattformen wie Facebook, liegt es größtenteils in der Verantwortung der Nutzer, welche Ihrer Daten Facebook veröffentlicht werden. Mit dem neuen Feature, wie dem Facebook Messenger, kommt ein weiteres Problem hinzu. Werden heutzutage noch viele Nachrichten per SMS oder eine verschlüsselte Email versandt, wird es in Zukunft sicherlich immer mehr Nutzer geben, die vertrauliche Nachrichten über den Facebook Messenger versenden. Social Media Plattformen wie Facebook sammeln mittlerweile nahezu jegliche Informationen über Ihre Nutzer. Kommen nun noch die Informationen aus dem Facebook Messenger hinzu, ergibt dies die Möglichkeit ein noch kompletteres Nutzerprofil anzulegen. In der Vergangenheit wurden bereits andere Online-Systeme, wie das der Firma Sony gehackt. Hierbei lässt sich lediglich vermuten, welcher Schaden bei Nutzern entstehen würde, wenn Unbefugte an derart vertrauliche Informationen gelangen würden.

5 Fazit

Soziale Netze haben sich als gesellschaftliches Phänomen in unsere Gesellschaft etabliert. Durch sowohl simple Anmeldeprozesse sowie Handhabung der Dienste ist es auch Menschen, die wenig Erfahrung im Umgang mit Computern haben, möglich zu partizipieren. Positiv ist dabei zu betrachten, dass soziale Netzwerke, wie Facebook, Twitter oder Google+, den Nutzern die Chance bieten, unabhängig von Raum und Zeit, soziale Kontakte zu pflegen. Der technische Fortschritt, sowohl auf Seiten der Webprogrammierung, als auch auf Seiten der Netzbetreiber, bietet neben dem einfachen Teilen von Textinformationen auch die Möglichkeit Fotos oder Videos in sozialen Netzen hochzuladen. Zudem ermöglichen sowohl Facebook als auch Google+ den Nutzern verstärkt Mehrwerte, wie beispielsweise Videochats oder Messagingfunktionen, um diese an den jeweiligen Dienst zu binden. Trotz des dadurch wachsenden Komforts, sollte nicht unbeachtet bleiben, dass die Nutzung sozialer Dienste und die damit einhergehende Verwendung der persönlichen Daten, nicht mit dem bisher gängigen Verständnis von Privatsphäre konform ist. Soziale Netzwerke sind keine privaten Bereiche, sondern für jeden öffentlich zugänglich. Daher muss der Fokus bei Nutzung dieser Dienste auf dem Schutz der eigenen, möglicherweise sensiblen, Daten liegen. Kinder und unbedarfte Nutzer müssen für einen verantwortungsvollen Umgang mit sozialen Netzen sensibilisiert werden. Google+ hat in Bezug auf den Schutz der Privatsphäre mit der Circle Funktion einen leichter zugänglichen und verständlicheren Weg gewählt als Facebook. Auf Facebook sind viele relevante Einstellungsmöglichkeiten schwer auffindbar und in mehreren Untermenüs verteilt. In Anbetracht des Angebotes an Zusatzdiensten, wie Videochat, Messaging oder Suche, ist Google+ aktuell den Angeboten von Facebook überlegen. Ob sich jedoch Google+ oder Facebook als wichtigstes soziales Netzwerk durchsetzen wird, hängt sekundär von der technischen Funktionalität ab. Vielmehr sind die angemeldeten und aktiven Nutzer für den Erfolg einer solchen Plattform maßgebend. Dort hat Facebook mit aktuell ca. 900 Millionen Nutzern gegenüber Google+ mit ca. 90 Millionen Nutzern noch einen deutlichen Vorsprung. Dieser, der vorrangig auf das Alter der Dienste zurückzuführen ist, könnte allerdings schwinden, wenn Facebook weiterhin aufgrund seiner Datenschutzbestimmungen permanent kritisiert wird und Google die Integration seines Dienstes in das bestehende Google Netzwerk vorantreibt.

6 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
bzw.Beziehungsweise
d. h.das heißt
ggf.gegebenenfalls
htmlhypertext markup language
i. d. R.in der Regel
z. B.zum Beispiel

7 Abbildungsverzeichnis

  1. Skizzierte Darstellung der Google+ Circles Konfigurationsseite
  2. Personalisierte Suchergebnisseite im Google Netzwerk
  3. Google+ Sparks Suche
  4. Der Google+ Hangout Green Room
  5. Der Google+ Hangout Green Room mit On Air Hinweis
  6. Miramax Facebook Seite
  7. Facebook Places iPhone App
  8. Facebook Messenger iPhone App
  9. Facebook Timeline Chronik Profilseite
  10. Google Navigation Bar

8 Fußnoten

  1. Vgl. Messerschmidt C. M./Berger S. C./Skiera, B. (2010), S. 12.
  2. http://www.oreilly.de/artikel/web20_trans.html
  3. Vgl. Jeschke, S./Isenhardt, I./Hees, F./Trantow, S. (2011), S. 68.
  4. http://www.oreilly.de/artikel/web20_trans.html
  5. Vgl. Messerschmidt C. M./Berger S. C./Skiera, B. (2010), S. 14 ff.
  6. Vgl. Richter/Koch (2007) S.7.
  7. Vgl. Hettler, U. (2010) S.48.
  8. Vgl. Richter/Koch (2007) S.7.
  9. http://www.studivz.net/l/impressum
  10. http://mysocialpetwork.com/info/about
  11. http://mysocialpetwork.com/info/about
  12. Vgl. Goldfarb, S. (2011), S. 10.
  13. Vgl. Brogan, C. (2011), S. 107.
  14. http://www.infoworld.com/d/the-industry-standard/google-buys-katango-boost-google-circles-feature-178790
  15. http://www.sueddeutsche.de/digital/neue-suchfunktionen-google-wird-persoenlich-1.1254700
  16. http://www.xconomy.com/san-francisco/2012/01/10/google-revamps-search-results-to-feature-personal-and-social-content/
  17. http://googleplusweb.wordpress.com/2011/06/29/vorstellung-von-google-sparks/
  18. Vgl. Hettler, U. (2010), S.64.
  19. http://www.lawwebmarketing.com/2011/07/google-social-media-your-law-firm-web-marketing-is-about-to-change/
  20. http://support.google.com/plus/bin/answer.py?hl=de&answer=1053531
  21. http://www.google.de
  22. http://www.google.de
  23. http://www.allesuebergoogleplus.de/googleplus-erweiterungen/mehr-klarheit-beim-thema-beitraege-adressieren-und-sichtbarkeit-von-beitraegen/
  24. http://www.google.de
  25. http://www.nymphaea.nl/?p=301
  26. http://www.internetworld.de/Nachrichten/Medien/Praxistipps/Google-Hangouts-Gemeinsam-im-Netz-abhaengen-58233.html
  27. http://www.netzwelt.de/news/89935-google-hangouts-erhalten-funktionen.html
  28. http://mygoogleplus.de/2011/09/google-plus-hangouts-live-broadcasting-extras/
  29. http://www.goopl.de/tag/huddle
  30. http://www.tripsbytips.de/reisefuehrer-artikel/bochum-im-herzen-des-ruhrgebiets/10328692.html
  31. http://www.google.com/intl/de/+1/button
  32. http://support.google.com/plus/bin/static.py?hl=de&guide=1207011&page=guide.cs&p=sign_up_about_plusones&answer=1047397&rd=1
  33. http://support.google.com/plus/bin/static.py?hl=de&guide=1207011&page=guide.cs&p=sign_up_about_plusones&answer=1047397&rd=1
  34. http://support.google.com/websearch/bin/answer.py?hl=de&answer=165228
  35. http://support.google.com/plus/bin/answer.py?hl=de&answer=1186915
  36. Vgl. Levy, J./Carter, B. (2012), S. 278.
  37. Vgl. Porterfield, A./Khare, P./Vahl, A. (2011), S. 278 ff.
  38. http://www.futurebiz.de/artikel/deutscher-facebook-credits-case-voting-bei-big-brother/
  39. http://netzwertig.com/2010/08/19/facebook-places-facebooks-location-dienst-startet-heute-in-den-usa/
  40. http://connect.icrossing.co.uk/facebook-deals_5843
  41. http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/services/nachrichten/ftd/TM/60075216.html
  42. https://www.facebook.com/videocalling/
  43. https://www.facebook.com/help/?page=177940565599960
  44. https://www.facebook.com/help/?page=177940565599960
  45. http://www.nytimes.com/2011/12/16/technology/facebook-brings-back-the-past-with-new-design.html?pagewanted=all
  46. http://www.guardian.co.uk/media/pda/2008/mar/19/facebookgetsprivateandlaun?INTCMP=SRCH
  47. http://blog.exites.de/2011/08/neue-app-facebook-messenger-konkurrenz-fur-whatsapp-huddles-von-google-und-sms/
  48. http://techcrunch.com/2011/09/22/how-to-enable-facebook-timeline/
  49. http://www.sueddeutsche.de/digital/zeitleisten-strahl-facebook-timeline-startet-in-deutschland-1.1235381
  50. http://t3n.de/news/facebook-timeline-alles-neue-profil-wissen-336622/
  51. Vgl. Carter B., S. 112.
  52. http://www.technobaboy.com/2011/07/05/7-reasons-why-google-plus-is-better-than-facebook/
  53. http://www.google.de
  54. http://www.pcworld.com/article/234825/9_reasons_to_switch_from_facebook_to_google.
  55. http://venturebeat.com/2011/07/30/5-things-google-does-better-than-facebook-and-twitter/
  56. http://www.1-2-social.de/blog/tag/vorteile-von-facebook/
  57. http://www.google.de
  58. https://www.facebook.com/help/?page=203882222982239
  59. http://www.tipps-tricks-kniffe.de/facebook-werbung-mit-dem-eigenen-profilfoto-verhindern/
  60. http://www.facebook.de
  61. http://www.smsvongesternnacht.de/
  62. http://support.google.com/plus/bin/answer.py?hl=de&answer=1186915/
  63. http://www.stepstone.de/Karriere-Bewerbungstipps/bewerbungstipps/bewerberfalle-soziale-netzwerke.cfm
  64. http://blogs.ft.com/fttechhub/2011/06/google-plus-privacy-flaw/#axzz1kCKnXLVh
  65. http://arxiv.org/pdf/1111.3530v1.pdf
  66. http://articles.latimes.com/2012/jan/17/business/la-fi-google-privacy-20120117
  67. Vgl. Setlmeir D., S.34.
  68. Vgl. Creuz, R., S.9.

9 Literatur- und Quellenverzeichnis

Literaturquellen

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  • Carter, B. (2011): The Like Economy: How Businesses Make Money with Facebook, Indianapolis: Que Publishing.
  • Creuz, R. (2010): Facebook und die Nutzergruppe der Jugendlichen: Eine Analyse der Chancen und Gefahren, Norderstedt: Grin Verlag.
  • Goldfarb, S. (2011): The Google+ Book: How To Use Google Plus For Yourself & Your Business, Tradimax.
  • Jeschke, S./Isenhardt, I./Hees, F./Trantow, S. (2011): Enabling Innovation: Innovationsfahigkeit- Deutsche Und Internationale Perspektiven, Berlin u. a.: Springer Verlag.
  • Levy, J./Carter, B. (2012): Facebook Marketing: Leveraging Facebooks Features for your Marketing, Indianapolis: Que Publishing.
  • Maier, A. (2011): Facebook- Das soziale Netzwerk im Internet, Norderstedt: Grin Verlag.
  • Messerschmidt C. M./Berger S. C./Skiera, B. (2010): Web 2.0 Im Retail Banking - Einsatzmöglichkeiten, Praxisbeispiele und Nutzeranalyse, Wiesbaden: Gabler Verlag
  • Porterfield, A./Khare, P./Vahl, A. (2011): Facebook Marketing All-in-One for Dummies, Hoboken: Wiley Publishing Inc.
  • Schmeisser, R. (2011): Location Based Marketing: Foursquare, Gowalla, Qype, Facebook Deals, Twitter, Google Places, Norderstedt: Grin Verlag.
  • Sedlmeir, D. (2008): Datenschutz in "Social Network Sites": Unter besonderer Berücksichtigung der Verkettung digitaler Identitäten, Norderstedt: Grin Verlag.


Internetquellen

Persönliche Werkzeuge