Google Chrome - Ist alles Gold, was glänzt? Chancen und Risiken eines potentiellen Key Players im Browsermarkt

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1 Titel

Name des Autors: Steffen J.
Titel der Arbeit: Google Chrome - Ist alles Gold, was glänzt? Chancen und Risiken eines potentiellen Key Players im Browsermarkt
Hochschule und Studienort: FOM Neuss


Inhaltsverzeichnis


2 Einleitung

Plötzlich und unerwartet wurde am 1. September 2008 der neue Webbrowser Google Chrome angekündigt. Nachdem ein Google-Mitarbeiter eine als Comic verfasste Einführung in das Programm etwas verfrüht an einen Blogger verschickt hatte[1], verbreitete sich das Gerücht um einen Google-Browser wie ein Lauffeuer über das Internet. Am Tag darauf reagierte Google mit der Freigabe des Browsers, zunächst als Beta-Version.

Googles erster Webbrowser ist auf einem Markt, den bisher im Wesentlichen drei Anbieter unter sich aufgeteilt hatten, besonders interessant. Nicht nur, da durch das Schwergewicht Google mit einer stärkeren Konkurrenz und damit einer Verschiebung von Marktanteilen gerechnet werden kann. Sondern auch, weil der Suchmaschinenriese den Ruf eines besonders innovativen Unternehmens hat und sich mit Google das bedeutendste Internetunternehmen unserer Zeit von der Anbieterseite auch auf die Benutzerseite der "Datenleitung" auszubreiten versucht.

3 Webbrowser

Webbrowser, auch Internetbrowser oder einfach Browser genannt, dienen zur Anzeige von Webseiten. Deren Erscheinungsbild wird mit Hilfe von HTML definiert, das durch CSS-Eigenschaften und Programmcode in Skriptsprachen, wie Javascript, ergänzt werden kann.
Webbrowser sind heute auf beinahe jedem Computer zu finden und aus der modernen Informationsgesellschaft nicht mehr wegzudenken. Dieses Kapitel befasst sich mit der Entwicklung der Webbrowser und geht auf heute verwendete Software und ihre Verbreitung ein.

3.1 Entwicklung

Im Folgenden wird die Entwicklung der Webbrowser anhand der wichtigsten Vertreter in der Reihenfolge ihrer Veröffentlichung dargestellt.

3.1.1 Der Erste Webbrowser

Abb. 1: WorldWideWeb/Nexus-Browser
Abb. 1: WorldWideWeb/Nexus-Browser
Der Leiter des World Wide Web Consortium (W3C) Tim Berners-Lee erfand 1989 eine Internet-basierte Plattform zum Austausch von Daten. Das World Wide Web war geboren[2].

Ein Jahr später, im Herbst 1990 entwickelte er den ersten Webbrowser, den er "WorldWideWeb" nannte. Dieser war eigentlich eine Kombination aus Browser und Editor und wurde auf einem NeXT Computer entwickelt. Berners-Lee wählte diese Plattform, da ihm damit sehr gute Werkzeuge zur Verfügung standen und er bereits auf einige Software-Komponenten zurückgreifen konnte, z.B. zur Erstellung einer WYSIWYG-Textverarbeitung.
Da eine NeXT Workstation 1990 nur eine Anzeige in Graustufen lieferte, gab es im Browser WorldWideWeb vorerst keine Farben. Auch gab es in der ersten Version keine eingebetteten Bilder. Diese wurden erst durch Anklicken in einem separaten Fenster angezeigt.
Später wurde WorldWideWeb in Nexus umbenannt, um Verwechslungen mit dem Informationsraum WWW (World Wide Web) zu vermeiden[3].

3.1.2 NCSA Mosaic

Im April 1993 veröffentlichte die Software Group des National Center for Supercomputing Applications (NCSA) der Universität von Illinois den Webbrowser NCSA Mosaic[4]. Dieser lief zuerst auf Unix mit der grafischen Oberfläche X Window System, war aber später auch für Mac OS, Windows und Amiga verfügbar.
Mosaic konnte komplette Webseiten mit Text und eingebetteten Grafiken anzeigen und machte das ursprünglich textorientierte World Wide Web zu einer bunten Anwendung für jedermann. Der Browser verbreitete sich sehr schnell, so dass Ende 1993 bereits 2 Millionen Kopien im Umlauf waren[5].

3.1.3 Netscape Navigator[6]

Am 13. Oktober 1994 veröffentlichte die Firma Mosaic Communications den auf NSCA Mosaic basierenden Browser Navigator. Die Firma bestand aus einem Team von Mosaic-Entwicklern und stellte den neuen Browser kostenlos für Privatpersonen zur Verfügung. Unternehmen mussten allerdings Lizenzen kaufen, um den Navigator nutzen zu können. Der schnelle Browser entwickelte sich sofort zum Marktführer und zum Kassenschlager für die bald in Netscape Communications umbenannte Herstellerfirma. Im August 1995 ging diese an die Börse und legte dort einen furiosen Start hin. Nach einem Jahr waren bereits 10 Millionen Kopien des Netscape Navigators im Einsatz.

3.1.4 Microsoft Internet Explorer

Microsoft, die dem Internet-Boom zuerst keine große Beachtung schenkten, erwarb 1994 eine Generallizenz für NCSA Mosaic von der mit dessen Vertrieb beauftragten Firma Spyglass[5]. 1995 veröffentlichte Microsoft die erste Version des auf Mosaic basierenden Internet Explorers. Dieser konnte sich allerdings vorerst nicht gegen den Navigator von Netscape durchsetzen.
Erst als Microsoft seinen Browser mit seinem Betriebssystem Windows 95 verschmolz und so für jeden Windows-Nutzer kostenlos bereitstellte, begann die Verdrängung Netscapes. 1998 hatte Microsoft den sogenannten Browserkrieg für sich entschieden[6].
Im Jahr 2002 verwendeten weit über 90% der Internet-Benutzer den Internet Explorer[7].

3.1.5 Opera

Die Firma Opera Software ASA, die 1995 aus einem Forschungsprojekt der norwegischen Telefongesellschaft Telenor entstand[8], brachte Ende 1996 einen eigenen Browser heraus. Opera ist für seine umfangreiche Ausstattung mit Zusatzfunktionen, wie z.B. E-Mail und Chat, für seine Schnelligkeit sowie seinen ausgeprägten Bedienungskomfort bekannt. Dennoch wird der Browser seit seiner Veröffentlichung nur von einem konstant sehr geringen Teil der Internetnutzer verwendet.

3.1.6 Mozilla und Firefox[9]

Im Jahr 1998 wurde mit Netscapes Veröffentlichung der Navigator/Communicator-Quellcodes ein Projekt namens Mozilla ins Leben gerufen. Nach jahrelanger Entwicklung durch Mozillas Entwickler-Community wurde 2002 die erste Version der Mozilla Suite veröffentlicht. Dieses Open Source-Programmpaket konnte einen technischen Vorsprung zum Internet Explorer vorweisen, vor allem in Sachen Sicherheit.
Eine Vorversion des parallel entwickelten Standalone Webbrowsers Phoenix (später Firebird/Firefox) wurde ebenfalls in 2002 vorgestellt. Die in 2003 aus dem Projekt gegründete Mozilla Foundation veröffentlichte im November 2004, den inzwischen zweimal umbenannten Webbrowser Firefox. (zuletzt wegen eines Namensstreits)
Firefox wurde ein großer Erfolg und gewann ständig Marktanteile dazu. Nach Angaben der Mozilla Foundation wurde er in weniger als einem Jahr über 100 Millionen mal heruntergeladen. Die dagegen deutlich weniger erfolgreiche Mozilla Suite wurde im März 2005 offiziell aufgegeben[10].

3.1.7 Apple Safari

Auch die Computerfirma Apple kündigte Anfang 2003 einen eigenen Webbrowser an. Safari sollte demnach zum Standardbrowser in Apples Betriebssystem Mac OS X ab Version 10.3 werden und damit den Internet Explorer von Microsoft ablösen. Die Rendering-Engine in Safari, für deren Entwicklung Apple auf Komponenten aus dem Open Source-Projekt KDE zurückgegriffen hatte, soll vor allem schneller sein als alle Konkurrenten[11].
Seit der Freigabe der Version 3.1 im März 2008 kann Safari nicht nur auf Apple-Computern sondern auch auf Microsoft Windows XP oder Vista verwendet werden.

3.2 Heute verbreitete Browser-Software

Heute gibt es unzählige Webbrowser, die für die unterschiedlichsten Plattformen zur Verfügung stehen. Darunter sind die am weitesten verbreiteten Computer-Betriebssysteme Mircosoft Windows, Apple Mac OS X sowie Linux, Unix und deren Derivate. Browser gibt es allerdings auch zur Nutzung auf mobilen Geräten, wie dem Palm, PDAs oder Smartphones.
Sogar auf Spielekonsolen kann man im Internet surfen. So wird beispielsweise der Browser Opera auf der Konsole Wii von Nintendo genutzt.

Viele der verfügbaren Webbrowser werden in Open Source-Projekten entwickelt und können kostenlos benutzt werden. Es handelt sich häufig auch nicht um von Grund auf eigen entwickelte Programme, sondern um Weiterentwicklungen, die auf anderen Browsern basieren.
So wird die Engine Trident des Internet Explorers von vielen Webbrowsern genutzt und mit einer anderen Benutzeroberfläche sowie zusätzlichen Funktion versehen. Das ist beispielsweise im bekannten Avant Browser der Fall[12]. Die Open Source-Komponenten aus dem Mozilla Project sind auch in vielen anderen Webbrowsern enthalten, wie z.B. das Mozilla interface für Java Plugin APIs auch in Google Chrome[13].

Trotz der Fülle an verfügbaren Browsern sind über 95 Prozent[14][15] des Marktes unter nur wenigen bedeutenden Herstellern aufgeteilt.
Je nach Quelle liegt der Anteil des Marktführers Microsoft Internet Explorer heute bei 65-70 Prozent[14][15]. Dieser ist von über 90 Prozent über Jahre stetig gesunken, seitdem sich die Konkurrenten Mozilla Firefox und Apple Safari erfolgreich etablieren konnten.
Firefox wird immerhin von über 20 Prozent[14][15] der Internetsurfer genutzt und Safari je nach Quelle von 3-8 Prozent[14][15]. Opera, der als ewiges Nischenprodukt um 1 Prozent[14][15] schwankt und der Neuzugang Google Chrome mit unter 1 bis 3 Prozent[14][15], spielen bisher keine große Rolle.
Diese auf Messwerten beruhenden Zahlen schwanken allerdings sehr stark, abhängig von der Nationalität und den IT-Kenntnissen der Nutzer, von den Webseiten, auf denen gemessen wird und von weiteren Faktoren. So ergaben beispielsweise Messungen auf der IT-Seite Heise Online ausgeglichenere Verhältnisse zwischen den Webbrowsern von Microsoft (44 Prozent) und Mozilla (36,2 Prozent)[16].

4 Google Inc.

In diesem Kapitel wird das wohl bekannteste Internetunternehmen Google Inc. genauer beschrieben. Neben der Geschichte des Unternehmens werden die von Google bereitgestellten Produkte und Dienstleistungen sowie die Ausrichtung des Unternehmens und dessen Stellung in den bedienten Teilmärkten betrachtet.

4.1 Geschichte[17]

Heute, nach gerade 10 Jahren Firmengeschichte, ist Google Inc. nicht mehr nur Suchmaschinenbetreiber, sondern ein Internetmultikonzern mit über 16.000 Mitarbeitern in aller Welt und einem Angebot in mehr als 100 Sprachen und Dialekten. Sein Indexsystem kennt mehr als 8 Milliarden Webseiten und 1 Billion verschiedene eindeutige Adressen (URLs).
Im Folgenden wird Googles Entwicklung vom Suchmaschinenbetreiber zum Internet-Imperium beschrieben.

4.1.1 BackRub und Google

Die beiden Google-Gründer, Larry Page und Sergey Brin, trafen sich erstmals 1995 an der Stanford University. In Folge von Untersuchungen (Verlinkung von Seiten im World Wide Web), die Larry Page für seine Doktorarbeit anstellte, entwickelten Page und Brin 1996 gemeinsam das Recherchewerkzeug BackRub.
Das an Universitäten mittlerweile beliebte BackRub wurde 1997 in Google unbenannt[18], was ein Wortspiel in Bezug auf die mathematische Einheit ein Googol darstellt. Ein Googol repräsentiert eine Zahl 1 mit 100 Nullen. Damit sollte die riesige Menge an Informationen im Internet dargestellt werden, die es zu organisieren galt.

4.1.2 Aus einer Garage zur größten Suchmaschine der Welt

Nachdem es Page und Brin erfolglos versucht hatten, ihre Technologie an andere Unternehmen zu lizensieren[19], gründeten sie am 4. September 1998 die Firma Google Incorporation.
Dem in einer Garage im Californischen Menlo Park ansässigen Unternehmen stand ein Startkapital von umgerechnet 810.000 Euro zur Verfügung. Dieses kam von Familie, Freunden sowie von Andreas von Bechtolsheim, einem aus Deutschland stammenden Computerexperten[20] und Mitbegründer von Sun Microsystems[19]. Im Februar 1999 zog Google mit 8 Mitarbeitern in ein Bürogebäude in Palo Alto, CA um.
Mit der ersten Pressemeldung gab Google im Juni 1999 eine Investition von zusammen 25 Mio. US-$ durch zwei der wichtigsten Venture Capital-Gesellschaften des Silicon Valley[19], Sequoia Capital und kleiner Perkins, bekannt.
Im Mai 2000 startete Google mit 10 fremdsprachlichen Versionen ihrer Suchmaschine und baute seinen Service 3 Monate später u.a. mit den Sprachen Chinesisch, Japanisch und Koreanisch auf insgesamt 15 aus.

Bereits im Juni 2000 beinhaltete der Google-Index die Inhalte von einer Milliarde Seiten, wodurch Google zur größten Suchmaschine der Welt wurde und den vorherigen Marktführer Altavista ablöste[20]. Im Dezember des Folgejahres hatte sich der Index weiter auf die Einträge von 3 Milliarden Webdokumenten vergrößert.
Das schnell wachsende Unternehmen investierte das zur Verfügung stehende Kapital ständig in den Ausbau der Suchtechnologie und der Produkte. Auf massiven Druck der Kapitalgeber hin[19], engagierten die Firmengründer Page und Brin im März 2001 höchst widerwillig den externen Top-Manager Eric Schmidt[21]. Dieser war bis dahin Vorstandsvorsitzender bei Novell und begann nun den Aufbau professioneller Strukturen bei Google[21].

4.1.3 Ein Stern am Börsenhimmel

In den folgenden beiden Jahren wächst die Suchmaschine Google weiter. Neben 4,28 Milliarden Webseiten sind im Februar 2004 auch 880 Millionen Bilder katalogisiert und Google gibt es in 72 Sprachen.
Das Unternehmen bezieht als neues Hauptquartier im März 2004 den Bürokomplex "Googleplex" auf einem eigenen Campus in Mountain View, CA, mit 93.000 m² Bürofläche[22] für mehr als 800 Mitarbeiter.
Am 29. April 2004 wurde der geplante Börsengang bekannt gegeben und am 19. August gestartet. Der Preis der 19.605.052 Anteile stieg am ersten Tag von 85 US-$ auf über 100 US-$ pro Aktie. Page und Brin wurden damit schlagartig zu Multimilliardären[21].

Nachdem Google schon einige Akquisitionen durchgeführt hatte, die erste im Februar 2001 - Deja.com's Usenet-Datenbank, folgte im Oktober 2006 die Ankündigung der wohl bekanntesten Übernahme Googles - YouTube. Im März 2008 wurde außerdem die große Online-Werbefirma Doubleclick übernommen.

4.2 Softwareprodukte und Dienstleistungen

Nach eigener Aussage, ist Google "[...]das einzige Unternehmen, das sich darauf konzentriert, die 'perfekte Suchmaschine' zu entwickeln"[23]. Inzwischen hat Google ein buntes Produktportfolio aus Online- und Offline-Produkten (Desktop Software) aufgebaut, dessen wichtigste Bestandteile nachfolgend beschrieben werden.

4.2.1 Suchtechnologie

Noch in der Anfangsphase wurde an einer neuen Technologie zur Informationssuche entwickelt. Aus diesen Bemühungen entstand die PageRank-Technologie. Diese nutzt die Hyperlinks, um eine Bewertung der Wichtigkeit der Webseiten vorzunehmen. Eine Seite gibt danach mit einem Link auf eine andere Seite ein Votum für deren Wichtigkeit ab. In die Berechnung wird auch die errechnete Wichtigkeit der verweisenden Webseite mit einbezogen.
Zusätzlich zum PageRank, analysiert Google die Inhalte der Webseiten inklusive der Schriftarten, Unterteilungen und Positionen aller Begriffe[23]. Damit soll eine möglichst hohe Relevanz erzielt und damit eine hohe Qualität der Suchergebnisse sichergestellt werden.

4.2.2 Werbung

Mit der Präsentation der Suchergebnisse kommt die Haupteinnahmequelle von Google mit ins Spiel: Die Einblendung von Werbeanzeigen. Schätzungen zufolge macht Googles Umsatz mit Online-Werbung im Jahr 2008 mit über 20 Milliarden US-$ mehr als 99 Prozent vom Gesamtumsatz aus. Die Werbung, die Google neben seinen Suchergebnissen einblendet führt zu einem Anteil an den Einnahmen von etwa 14 Milliarden US-$[24].

Anders als Altavista, Yahoo und Lycos blendete Google bis Oktober 2000[17] keine Werbebanner auf seinen Seiten ein. Mit dem Start der Werbeplattform AdWords begann das Unternehmen mit dem Verkauf von Werbung. Google wählt diese allerdings passend zu den Suchbegriffen der Nutzer aus und zeigt sie dezent an den Rändern der Ergebnisseiten an[20].
Bunte und blinkende Werbebanner sind dagegen auf einer Google-Seite niemals zu sehen. Dies ist auch Teil der Unternehmensphilosophie, die u.a. besagt, dass die Benutzeroberfläche übersichtlich und schlicht sein sollte sowie dass die Werbung auf der Webseite relevante Inhalte bieten und nicht ablenken sollte[25].
Mittels AdWords werden die Anzeigen gebucht. Der Preis pro Klick auf die entsprechende URL wird per Auktion im Vickrey-Verfahren bestimmt. Der Bieter kann dabei ein Gebot zwischen 0,05 und 100 US-$ abgeben. Der Preis, den der Werbetreibende bereit ist zu zahlen, ist dabei nicht das einzige Kriterium, das über die Platzierung unter den eingeblendeten Anzeigen entscheidet. Google achtet bei der Bestimmung der Reihenfolge (im Gegensatz zu Konkurrenten) ebenso darauf, dass mit der Anzeige eine möglichst hohe Klickrate erzielt wird. Damit wird von Google eine hohe Relevanz der Anzeigen bezüglich der Suchbegriffe und -inhalte erreicht. So ergibt sich auch für den Suchenden ein relativ hoher direkter Nutzen aus den Werbeeinblendungen.

Ähnlich wie AdWords liefert auch AdSense kontextabhängige Werbung. Allerdings wir diese nicht auf den Google Seiten eingeblendet, sondern auf den Seiten eines Partnernetzwerks. Die Betreiber von Webseiten können diese bei Google anmelden und mit Werbung bestücken lassen, die mehr oder weniger zum Inhalt der Seiten passt. Die Anzeigen der Werbetreibenden werden mit diesen Konzept noch weiter im Internet verbreitet.
Die Werbemaßnahmen werden wie bei AdWords pro Klick abgerechnet. Dabei macht Google im Jahr 2008 geschätzte 6 Milliarden US-$ Umsatz[24], welche allerdings zum großen Teil an die Partner im AdSence-Netzwerk weitergereicht werden. Um die Vergrößerung des Netzwerks voran zu treiben, steigt die Umsatzbeteiligung der Website-Betreiber weiter an. In 2008 wird erwartet, dass Google 83 Prozent[26] seiner Einnahmen mit AdSence an die Partner auszahlt. Damit werden viele kleine Online-Angebote, wie z.B., Foren aber auch große Portale finanziert.

Die Online-Werbung, wie sie Google betreibt, hat entscheidende Vorteile gegenüber der Werbung über andere Medien, aber auch gegenüber der Online-Werbung anderer Anbieter. So hat der Werbetreibende einzigartige Möglichkeiten die entsprechende Zielgruppe direkt anzusprechen und den Erfolg der einzelnen Anzeigen zu messen. Mit dem Tool Analytics können Statistiken über die Resonanz auf die Werbemaßnahmen erstellt werden.

4.2.3 Geodatendienste

Auch zur Platzierung von Werbebotschaften eignen sich die beiden Geodatendienste Google Earth und Google Maps.
Das als Software auf dem Computer zu installierende Google Earth bietet eine Ansicht der Welt aus der Vogelperspektive. Außerdem gibt es die Innenstädte einiger Metropolen samt berühmter Bauwerke als 3D-Objekte zum "Hindurchfliegen". Die Positionen von Einrichtungen verschiedener Art und Branchen, wie z.B. Hotels, Tankstellen und Restaurants werden auf Wunsch in der Landschaft angezeigt. Namen und Kontaktdaten erfährt der Nutzer über eine Verknüpfung mit Googles Suchmaschine.

Ähnliche Möglichkeiten bietet auch Google Maps. Diese browserbasierte Anwendung hält zudem große Teile der Welt als detailliertes Kartenmaterial bereit. So können eine Reiseroute geplant und Informationen über den Zielort abgerufen werden. Website-Betreiber und Unternehmen können Google Maps in ihre Seite integrieren und beispielsweise die Lage der eigenen Filialen einzeichnen.
Google fügt damit der Kontextabhängigkeit der Werbung auch eine lokale Abhängigkeit hinzu und fungiert somit als globales Branchenbuch. Da Google Maps auch auf internetfähigen Mobiltelefonen wie Apples iPhone nutzbar ist, wird eine lokale Suche an Ort und Stelle möglich.

4.2.4 Personalisierte Dienste

Seit Google im April 2004 seinen eigenen E-Mail-Dienst GMail bzw. Google Mail startete, bekamen kontextbasierte Werbeanzeigen eine weitere Dimension.
Einmal angemeldet, wird der wiederkehrende Nutzer sofort eindeutig identifiziert. Er bekommt ganz nach seinen Vorlieben Informationen über das Wetter, neuste Nachrichten nach Themenbereichen, seinen Kalender sowie seine E-Mails auf einer eigenen Startseite "iGoogle" präsentiert. Beim Lesen der Email, analysiert Google automatisch deren Inhalt und zeigt daneben passende Anzeigen an.
Mit der Ausweitung der Werbetechnologie von den Suchergebnissen auf private Mitteilungen gewinnt Google enorme Werbeflächen hinzu. Nebenbei führt das Google-Benutzerkonto auch zur Bindung der Nutzer an die Suchmaschine und andere Dienste sowie zum "Kennenlernen" des sonst anonymen Suchenden.

4.2.5 Webanwendungen

Für Unternehmen, Vereine und andere Organisationen oder Gruppen bietet Google seit August 2006[17] sein Dienstepaket Google Apps an. Diese Sammlung von SaaS-Anwendungen, zu der auch GMail, Calender und die Büroanwendungen Docs, Spreadsheets und Presentations gehören, zielt auf eine andere Einnahmequelle als die Werbung ab.
Die Professional-Variante kostet zur Zeit pro Nutzer und Jahr 50 US-$ bzw. 38 Euro und bietet einen größeren Funktionsumfang als die kostenlose Variante, hauptsächlich zur Integration in bestehende IT-Strukturen. Die Kunden können ihre eigene Domain mit Google Apps verbinden, alle E-Mail-Konten ihrer Organisation außerhalb ihrer eigenen Infrastrukturen betreiben lassen und online die Zusammenarbeit an verschiedenen Arten von Dokumenten, Dateien und Webseiten organisieren.
Damit geben Unternehmen allerdings auch all ihre vertrauliche Korrespondenz und sensible interne Daten nach außen und lassen diese von Google speichern. Trotz dieses Sicherheitsrisikos nutzen schon einige Unternehmen Googles Anwendungspaket. Darunter sind hauptsächlich kleine Unternehmen und Start-Ups. Allerdings sollen heute bereits 20 bis 30 der 1000 größten Unternehmen der Welt Google Apps testen[27], so z.B. der Multikonzern GE.

4.2.6 Videos

Das Videoportal YouTube, Ende 2006 von Google akquiriert, ist seit Anfang 2006 ein Besuchermagnet im Internet. In einem Monat sehen sich Surfer in den USA mehr als 11 Milliarden Videos an, in Deutschland mehr als 2,5 Milliarden[28]. Um diesen regen Besucherverkehr in wirtschaftlichen Erfolg umzuwandeln, entwickelt Google fortlaufend neue Werbeverfahren für YouTube.
Seit Februar 2008 können mit AdSence for Video Textanzeigen in Videoclips eingeblendet werden. Diese erscheinen am unteren Bildschirmrand und passen inhaltlich zum Video. Mit den oftmals an ihrem YouTube-Nutzerkonto angemeldeten Zuschauern, stehen einige wichtige Angaben zur Auswahl der jeweiligen Zielgruppe zur Verfügung. Trotzdem erwirtschaftet Google mit dem Videoportal bisher nur einen verschwindend kleinen Anteil am Gesamtumsatz.

4.3 Marktstellung

Google Inc. betreibt die größte und weltweit meist verwendete Suchmaschine im Internet. Seit Google im Jahr 2000 Altavista als führende Suchmaschine ablöste, ist die Bedeutung des gesamten Unternehmens ununterbrochen gewachsen. Ca. 90 Prozent[14] aller Suchanfragen in Deutschland werden von Google bearbeitet. In den USA liegt der Marktanteil bei ca. 70 Prozent[29], im weltweiten Durchschnitt zwischen beiden Werten. In einigen Ländern liegt die Nutzung von Google allerdings auch weit unter dem Durchschnitt. So landet Google z.B. in Russland nur auf Platz 3 hinter den einheimischen Konkurrenten Yandex und Rambler. Auch in China konnte nur ein kleiner Teil der Suchmaschinennutzer gewonnen werden, denn drei Viertel der Chinesen verwendet die einheimische Suchmaschine Baidu[30].

Der Online-Werbemarkt ist spätestens seit der Übernahme der Firma Doubleclick im März 2008 von Google dominiert. Die europäische Kommision schätzte den Marktanteil Googles zum Zeitpunkt der Übernahme auf 60-70 Prozent im Europäischen Wirtschaftsraum. Doubleclick sollte danach einen Marktanteil von 30-40 Prozent unter den Unternehmen für Advertising-Technologie haben[31].
Die Analysten von Cantor Fitzgerald rechnen mit einem weltweiten Gesamtvolumen von 58 Milliarden US-$ im Jahr 2010[32], das nach jetzigem Stand zu ca. 80 Prozent Google (inkl. Doubleclick) zuzurechnen sein könnte.

In anderen Bereichen ist Google nicht in vergleichbarem Maße erfolgreich. So sind viele von Googles Diensten nur hinter den Spitzenplätzen von Konkurrenten anzutreffen. Beispielsweise ist das Social Network Orkut nur mäßig erfolgreich im Vergleich mit Facebook oder StudiVZ in Deutschland. Google Mail (GMail) liegt hinter den E-Mail-Diensten der Konkurrenten Yahoo und Microsoft. Googles Online-Fotoalbum Picasa wird weniger benutzt als Flickr von Yahoo.
Doch auch die große Abhängigkeit von den Werbeeinnahmen aus AdWords ist für Google problematisch. Da die Hürden, eine andere Suchmaschine zu betreten, sehr klein sind, muss Google ständig Überzeugungsarbeit leisten und seine Nutzer durch Schnelligkeit, Relevanz der Suchergebnisse und ein lupenreines Image begeistern.

4.4 Ausrichtung

Zukünftig will Google, mit verkauften Lizenzen für seine SaaS-Anwendungen in Google Apps, mehr für Einnahmen jenseits von AdWords und AdSence sorgen. Dabei strebt es in den Markt der klassischen Bürosoftware, auf dem sich Microsoft bisher monopolartig ausgebreitet hält. Die Premium-Version von Google Apps wird daher auch mit Kampfpreisen von 50 US-$ bzw. 38 € pro Jahr und Nutzer angeboten.

Um die Spitzenposition unter den Suchmaschinen weiter auszubauen, arbeiten Googles Entwickler weiter an Suchtechnologien. Neben der ständigen Verbesserung der Suchalgorithmen wird die Unified Search Engine weiterentwickelt, mit der nicht nur Textlinks sondern auch Fotos, Videos oder Begriffe die Ergebnisse einer Suche darstellen können.
Auch an einer semantischen Suche wird gearbeitet[33]. Diese möglicherweise nächste Generation der Suchmaschinen ermöglicht das Verstehen und Beantworten ganzer Fragen und nicht nur einzelner Begriffe. Erste Angebote in dieser Richtung gibt es von Seiten der Konkurrenz, wie z.B. die australische Suchmaschine Lexxe.com.

Weiterhin arbeitet Google an der Bereitstellung seiner Infrastruktur Googleware für die Nutzung außerhalb seines Unternehmensnetzwerkes. In einem Projekt, das in Kooperation mit IBM seit Oktober 2007 läuft, sollen der Aufbau von großen Rechnernetzen mit eigenem Betriebssystem zur Bereitstellung von Rechenleistung getestet und weiterentwickelt werden. Mit diesem so genannten Cloudcomputing könnten zukünftig Institutionen und Unternehmen große Datenverarbeitungen mit Googles Speicherplatz und Rechenkapazität durchführen. Die Googleware könnte damit zu einem globalen Betriebssystem für die Informationstechnik werden[34].

5 Google Chrome

Abb. 2: Chrome nach dem Start
Abb. 2: Chrome nach dem Start

In diesem Kapitel wird Google Chrome genauer betrachtet.
Zuerst erfolgt eine Beschreibung der technischen Merkmale als auch der Komfort-Merkmale des Browsers. Danach werden etwaige Besonderheiten aufgezeigt. Außerdem werden Chromes Vor- und Nachteile ermittelt und die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken erläutert.

5.1 Technische Merkmale

Googles Browser basiert im Wesentlichen auf Chromium, dem Browser des gleichnamigen Open Source-Projektes. Dieses wurde von Google ins Leben gerufen und bis heute geführt. Der Quellcode der in diesem Projekt entwickelten Komponenten wird unter der BSD-Lizenz zur Verfügung gestellt[13].
Im Folgenden werden die technischen Details bezüglich der Installation, Leistung, Stabilität und Sicherheit beschrieben.

5.1.1 Installation

Schon bei der Installation des Browsers fällt dieser durch Geschwindigkeit auf. Die kleine Setup-Datei ist in wenigen Augenblicken von Googles Server auf den eigenen Rechner heruntergeladen. Nach dem Start der Installationsroutine lädt diese jedoch den eigentlichen Browser noch aus dem Internet nach, um diesen dann an einem für den Benutzer unbekannten Ort des Systems zu installieren. Auch dies ist nach kurzer Wartezeit erledigt.
Die erste offizielle Version 1.0 vom Dezember 2008 gibt es nur für die Betriebssysteme Windows Vista und XP. Versionen für Mac- und Linux-Benutzer sollen jedoch folgen[35].
Eine regelmäßige Überprüfung auf verfügbare Patchs und Updates der Chrome-Installation wird von einem Google-Updatedienst übernommen, der "heimlich" mit installiert wird.

5.1.2 Leistung

Auch beim Aufbau der vom Benutzer angeforderten Seiten ist Chrome, eine entsprechend gute Internetanbindung vorausgesetzt[36], auffallend schnell.
Der Browser arbeitet mit der Rendering Engine WebKit[37], die von Apple innerhalb eines Open Source-Projektes entwickelt und im Webbrowser Safari eingesetzt wird. Die von Chrome verwendete Javascript-Engine V8[38] ist allerdings eine Eigenentwicklung von Google und die bisher schnellste, wie in einem Test der Computerzeitschrift c't ermittelt wurde[36]. Auch V8 ist, wie andere Teile des Browsers, als Open Source-Komponente innerhalb eines eigenen Projekts veröffentlicht worden.

Zur Darstellung von Multimedia-Inhalten und bestimmten Dateiformaten, wie PDF-Dokumenten oder Flash-Videos, sind bereits bei der Auslieferung von Google Chrome die erforderlichen Plug-ins enthalten. Auch eine Unterstützung für die Offline-Nutzung von Webanwendungen ist mit der Open Source-Technologie Gears von Google bereits integriert.

5.1.3 Stabilität

Das Öffnen von mehreren Webseiten innerhalb eines Fensters ist, wie in anderen aktuellen Browsern auch, über sogenannte Tabs möglich. Tabs werden nicht als eigenes Fenster dargestellt und somit auch nicht gesondert in der Windows Taskleiste angezeigt.
In Google Chrome wird allerdings jeder Tab durch einen eigenen Prozess ausgeführt. Dadurch wird die Ausführung in anderen Tabs auch dann nicht beeinträchtigt, wenn eine Anwendung besonders rechenintensiv ist oder aus anderen Gründen ins Stocken gerät.
Nach dem Schließen eines Tabs gibt Chrome den zuvor genutzten Arbeitsspeicher wieder frei. Das Surfen bleibt damit dauerhaft schnell und die Systemressourcen werden geschont, so dass mehr für die Ausführung anderer Software zur Verfügung steht. Über einen im Browser integrierten Task-Manager kann der Benutzer die einzelnen Tab-Prozesse kontrollieren und falls nötig beenden, ohne dass andere offene Tabs dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden.
Außerdem sind die Tab-Prozesse jeweils mittels einer sogenannten Sandbox gekapselt. Aus einer solchen Sandbox heraus kann ein Prozess nur noch Prozessorzeit und Arbeitsspeicher nutzen. Dateizugriffe oder die Anzeige eigener Fenster ist nicht möglich[39]. Tab-Prozesse sind damit untereinander und vom System abgeschottet, um Übergriffe durch schadhaften Programmcode zu verhindern.

5.1.4 Sicherheit

Chrome verfügt außerdem über Schutzfunktionen gegen Phishing-Seiten und Malware sowie einen Pop-up-Blocker. Der Phishing-Filter überträgt allerdings Informationen über besuchte Webseiten an Google[40], um gefälschte Seiten entlarven zu können. Dadurch wird Google also auch mit dem Surfverhalten des Benutzers bekannt gemacht.
Es gibt noch eine Reihe weiterer Funktionen, durch die Daten an Google übertragen werden. So werden alle Eingaben in die kombinierte Adress- und Suchleiste, zur Lieferung von Vorschlägen, an Google übertragen. Diese Funktion kann allerdings deaktiviert werden.
Weiterhin kann der Nutzer vor der Installation auswählen, ob er Google "[...] durch das automatische Senden von Nutzungsstatistiken und Absturzberichten an Google"[41] bei der Verbesserung des Browsers unterstützen möchte.

Abb. 3: Client-ID in der Datei Local State
Abb. 3: Client-ID in der Datei Local State

Nicht selbst entscheiden kann der Anwender über die Frage, ob er sich mittels der eindeutigen Identifikationsnummer, der sogenannten Client-ID, identifizierbar machen möchte. Diese ID wird automatisch beim ersten Start des Browsers gesetzt und kann bei jeder Verbindung mit Chrome zu einem Google-Server übertragen und dort gespeichert werden. Die Client-ID bleibt dem Benutzer selbst nach einer Deinstallation des Browsers erhalten. Die Deinstallationsroutine entfernt zwar die Einträge aus der Programmregistrierung und Verknüpfungen, nicht aber das Installationsverzeichnis, in dem auch die ID gespeichert ist. So ist der Benutzer selbst nach einer Neuinstallation von Chrome für Google wiederzuerkennen.
Dadurch, dass der Browser im Verzeichnis für Benutzerdaten installiert wird und nicht in das unter Windows dafür vorgesehene Programmverzeichnis, hat Google sogar die Möglichkeit, einzelne Computer-Benutzer voneinander zu unterscheiden. Möchte auch ein zweiter Benutzer Chrome verwenden, muss er diesen nochmals unter seiner Anmeldung installieren und erhält damit zusätzlich eine persönliche Client-ID.
Außerdem entsteht durch diese Art der Installation ein erhöhtes Risiko für die Programmdateien des Browsers. Da jeder Computer-Benutzer standardmäßig Vollzugriff auf seine Benutzerdaten hat, könnte schadhafter Programmcode die ausführbaren Dateien von Google Chrome ohne Administrationsrechte modifizieren[42].

5.2 Komfortmerkmale

Bei der Benutzung von Chrome wird bald deutlich, dass man es nicht mit einem x-beliebigen Webbrowser zu tun hat. Die Details zu Bedienung und Funktion werden nachfolgend beschrieben.

5.2.1 Tabbed Browsing

Die Tab-Leiste von Chrome ist am oberen Rand des Fensters zu finden und dominiert das Design des Browsers. Die Tabs lassen sich leicht mit der Maus in eine andere Position auf der Tab-Leiste verschieben. Zieht man einen Tab aus dem Browser-Fenster heraus, wird dieser fortan in einem separaten Fenster angezeigt. Umgekehrt ist es auch möglich, einen Tab einem anderen bestehenden Browser-Fenster hinzuzufügen.

5.2.2 Omnibox und Standardsuche

Unter der Tab-Leiste ist die sogenannte Omnibox angeordnet, eine kombinierte Adress- und Suchleiste. Diese zeigt den Teil einer Adresse in schwarzer Schrift, der den/die Domainnamen umfasst. Der Rest, der aus der Protokollkennung sowie Verzeichnisnamen, dem Dokumentnamen und evtl. Parametern besteht, wird dagegen in grau dargestellt. So ist es auch für einen Laien möglich, die Struktur einer komplexen Adresse zu durchschauen. Damit wird leichter erkennbar, auf welcher Webseite man sich tatsächlich gerade befindet.
Tippt man ein Wort oder eine URL ein, macht die Omnibox Vorschläge für das mögliche Ziel des Benutzers. Dabei durchsucht Chrome die Lesezeichen sowie den Verlauf nach passenden Webseiten, die in der Vergangenheit schon einmal vom Anwender besucht worden sind. Außerdem überträgt der Browser die Eingabe an einen Google-Server, der unmittelbar eine Suche mit der eingetippten Zeichenfolge durchführt und die Ergebnisse zurückliefert. So tauchen kurz nach jedem Tastendruck die Adressen von Webseiten in einer Vorschlagsliste auf, die irgend einen Bezug zur Benutzereingabe haben. Man kann dann einen dieser Vorschläge auswählen oder aber einfach mit der Eingabe fortfahren.
Die hier beschriebenen Vorschläge zur Vervollständigung von Adressen können deaktiviert werden, um eine generelle Übertragung von Benutzereingaben an Google zu verhindern. Die Vorschläge basieren nach dieser Deaktivierung nur noch auf den im Browserverlauf und den Lesezeichen gespeicherten Webseiten.
In der Vorschlagsliste findet sich auch stets ein Eintrag, über den die Suche nach dem eingegebenen Begriff mit der Standardsuchmaschine ausgelöst werden kann. Als solche ist Google voreingestellt, beim ersten Start des Browsers fragt dieser jedoch nach, ob diese Einstellung beibehalten werden soll. Zur Auswahl stehen ansonsten die größten Mitbewerber MSN, Yahoo und Ask.com. In der deutschen Version werden außerdem die Suchfunktionen der beliebten Portale von T-Online und Web.de zur Standardsuche angeboten. Der Benutzer hat weiterhin die Möglichkeit, andere Suchmaschinen hinzuzufügen, außerdem werden diese nach der Nutzung mit Google Chrome automatisch hinzugefügt.

Abb. 4: Bestätigung der Standardsuchmaschine
Abb. 4: Bestätigung der Standardsuchmaschine

5.2.3 Benutzeroberfläche

Unterhalb der Omnibox befindet sich je nach Einstellung eine Leiste zum Ablegen von Lesezeichen.
Am rechten Rand des Fensters stehen zwei Schaltflächen zum Öffnen zweier Menüs zur Verfügung. Über die linke können Aktionen bezogen auf die aktuell dargestellte Seite gestartet werden. So können z.B. Inhalte kopiert oder der Quelltext eingesehen werden. Die rechte Schaltfläche bietet allgemeine Funktionen, wie das Einsehen des Verlaufs oder der Optionen.
Auch auf eine Statusleiste wurde verzichtet. Statusinformationen, wie der Fortschritt eines Downloads oder das Blockieren eines Pop-ups werden stattdessen am unteren Rand der angezeigten Webseite eingeblendet. Auch die URL hinter einem Hyperlink wird auf diese Weise angezeigt, wenn der Benutzer mit dem Mauszeiger darüber fährt.
Die Oberfläche wirkt somit insgesamt sehr modern und minimalistisch und bietet sehr viel Platz für die eigentliche Darstellung der Webseiten.

5.2.4 Webanwendungen

Noch mehr Platz bietet das Fenster für Online-Applikationen, das über eine sogenannte Anwendungsverknüpfung gestartet wird. Eine solche Verknüpfung kann der Benutzer für beliebige Seiten auf seinem Desktop und/oder der Schnellstartleiste erstellen lassen. Wenn die verknüpfte Seite Google Gears unterstützt, ist die Arbeit mit der Webanwendung auch ohne Internetverbindung möglich.

5.2.5 Sonstige Features

Nach dem Programmstart präsentiert Chrome eine Startseite mit Miniatur-Vorschaubildern von 9 Webseiten. Diese sind vom Benutzer bisher am häufigsten besucht worden. Durch einen Klick auf ein Vorschaubild oder den dazu gehörenden Link, wir die jeweilige Seite aus dem Internet geladen. Die Vorschau der meistbesuchten Seiten öffnet sich auch, wenn ein neuer leerer Tab geöffnet wird. Die Vorschau kann allerdings auch gegen eine beliebige Startseite ersetzt werden.
Wird der Browser von mehreren Personen verwendet, beispielsweise wenn der Computer öffentlich zugänglich ist, kann das lokale Speichern von Daten während des Surfens verhindert werden. Dazu wird ein "Inkognito"-Fenster geöffnet in dem Seitenaufrufe ohne Einträge im Verlauf und ohne Speicherung von Cookies möglich sind.
Praktisch ist auch die Möglichkeit, ein mehrzeiliges Feld eines Webformulars durch einfaches Ziehen einer Ecke zu vergrößern oder zu verkleinern.

Neben solchen innovativen Funktionen bietet Google Chrome alles, was nötig ist, um komfortabel im Internet unterwegs zu sein. Dagegen sind nützliche Zusatzfunktionen spärlich vorhanden. So können beispielsweise keine RSS-Feeds abonniert werden. Funktionen zum Speichern und Organisieren von Inhalten sowie zur Erstellung von BITTorrent-Verbindungen sind nicht vorhanden. Auch können keine detaillierten Sicherheitseinstellungen vorgenommen werden, wie z.B. Vertrauen und spezielle Berechtigungen für einzelne Webseiten.

5.3 Besonderheiten

Google Chrome ist schon vom Aussehen her ein ungewöhnlicher Browser. Ihm fehlt die sonst unter Windows und anderen Betriebssystemen übliche Menüleiste unter der Titelleiste des Fensters. Und selbst diese gibt es bei Chrome nicht wirklich, denn sie ist scheinbar mit der ganz oben angeordneten Tab-Leiste verschmolzen. Eine Leiste mit wenigen Schaltflächen ist in die darunterliegende Omnibox integriert. Diese existiert in jedem Tab, was der Logik der dynamischen, vereinzelbaren Tabs, die jeder im eigenen Prozess laufen, entspricht.
Die Oberfläche ist auf das Wesentliche reduziert. Stehen bei anderen Browsern die reichhaltigen Funktionen und gut ausgestatteten Oberflächen im Vordergrund sind es bei Chrome eher die Inhalte und Funktionen der Webseiten. Die Tatsache, das sich der Browser beim Start einer Anwendungsverknüpfung beinahe gänzlich zurückzieht und das Aussehen eines Desktop-Anwendungsfensters annimmt, zeigt was die Entwickler bei Google bezwecken: Der Benutzer soll bei der Verwendung einer Webanwendung das Gefühl haben, ein vollwertiges Softwareprogramm vor sich zu haben. Informationen über den Speicherort im Internet braucht er dabei genauso wenig, wie Schaltflächen zur Navigation oder eine Menüleiste. Diese soll die Webanwendung bei Bedarf selbst zur Verfügung stellen.
Steht gerade keine Internetverbindung zur Verfügung, springt Chrome mit seiner Gears-Technologie ein und ermöglicht damit ein normales Arbeiten mit der "Online-Anwendung".
Die meisten SaaS-Anwendungen verwenden Javascript um im Webbrowser zu laufen. Da Javascript in herkömmlichen Browser oft sehr langsam ausgeführt wurde, kamen auch die Anwendungen und ihre Anwender ins Stocken. Auch dafür hat Google Chrome eine Lösung in Form seiner komplett neu entwickelten Javascript-Engine V8. Google Chrome machte also besonders die Nutzung von Webanwendungen komfortabler. So ist es wahrscheinlich kein Zufall, dass als Namen für den Browser mit "Chrome" ein Begriff gewählt wurde, der unter Softwareentwicklern für die Benutzeroberfläche eines Programmes steht[36].

Besonders ist an Google Chrome auch, dass er wie kein anderer Browser die Daten-Sammelleidenschaft von Google unterstützt. Ständig schickt Chrome Daten "nach Hause", um dem Benutzer die Unterstützung von Googles Suchdiensten zukommen zu lassen. Wann und wie oft er das auch nach der Deaktivierung der entsprechenden Funktionen noch tut, ist offen.

5.4 Vor- und Nachteile

5.4.1 Vorteile

  • Schnelligkeit beim Seitenaufbau
Chrome kommt die Schnelligkeit der Rechner Engine WebKit und der Javascript-Engine V8 zugute. Dies wirkt sich besonders bei Webseiten und Webanwendungen aus, die mit von Javascript programmiert wurden. Allerdings existiert laut C't-Test[36] der Geschwindigkeitsvorteil nur in Verbindung mit schnellen Internetanbindungen.
  • hohe Stabilität
Durch seine Multiprozessarchtekturen erreicht Chrome eine hohe Absturzsicherheit. Da jeder Browser-Tab in einem eigenen Prozess aufgeführt wird, kann er Browser auch dann noch verwendet werden, falls einer der Prozesse durch eine rechenintensive Anwendung oder einen Fehler ins Stocken gerät. Chrome verfügt außerdem über einen eigenen Task Manager zum Beenden solcher Prozesse.
  • komfortable Suchfunktionen
Durch die kombinierte Such- und Adressleiste muss der Anwender nie zwischen Feldern hin und her springen, um zu suchen oder Adressen einzutippen. Da die Suche automatisch auch den Verlauf und die Lesezeichnen abdeckt, können schon einmal besuchte Seiten schnell wiedergefunden werden. Auch verwendete Suchbegriffe können leicht nochmals verwendet werden.
  • übersichtlich, einfache Bedienung, moderne Optik
Die Benutzeroberfläche von Google Chrome ist übersichtlich und kommt mit sehr wenigen Schaltflächen und ohne Menüleiste aus. Dadurch ist die Bedienung in einem Großteil der Anwendungsfälle sehr einfach. Einige wichtige Funktionen für Profis sind dennoch vorhanden und gut erreichbar. Die moderne Optik setzt das Thema Tabbet Browsing voll um. Sie ist ansprechend und schlicht.
  • praktisch mit Webanwendungen
Die Möglichkeit Anwendungsverknüpfungen zu erstellen, vereinfacht die Nutzung der wichtigsten Webseiten und ermöglicht in Verbindung mit Gears die Offline-Arbeit mit SaaS-Anwendungen. Das Anwendungsfenster bietet maximalen Platz für umfangreiche Web-Oberflächen und läßt diese wie Desktop-Software erscheinen.

5.4.2 Nachteile

  • Datensammlung durch Google
Google erhält über die Suchfunktionen, die eindeutige ID und die Feedbackfunktionalitäten umfangreiche Informationen über das Such- und Surfverhalten des Benutzers. Dieser ist immer wieder identifizierbar, selbst nach einer Neuinstallation des Browsers.
  • wenige Einstellungen und ergänzende Funktionen
Die Möglichkeit detaillierte Einstellungen zu machen, sind beispielweise im Bereich der Sicherheit sehr begrenzt bzw. nicht vorhanden. Der Umfang an Zusatzfunktionen ist verglichen mit den Konkurrenzprodukten spärlich und beschränkt sich auf die für Google wichtigen Themen Suche und SaaS.
  • keine Offline-Installation
Um Chrome zu installieren muss eine Internetverbindung zum Herunterladen des Programms bestehen. Ein komplettes Installationspaket, z.B. zur Verteilung auf viele Computer eines Netzwerks, ist nicht verfügbar.

5.5 Chancen und Risiken

Mit Google Crome kam ein neuer vielversprechender Kandidat auf den Browsermarkt, der bisher von wenigen Anbietern bestimmt wird. Welche Chancen und Risiken eine weite Verbreitung des Browsers für Google, seine Nutzer und das Internet im Allgemeinen haben kann, wird nachfolgend erläutert.

5.5.1 Wettbewerb

Der Internet Explorer, der schon einen großen Browser-Krieg für sich entscheiden konnte und seitdem den Markt klar beherrscht, hatte sich jahrelang nicht mehr durch Innovationen hervorgetan. Erst seitdem Mozilla Firefox und Apple Safari als ernsthafte Konkurrenten aufgetreten sind und dem Internet Explorer, mit besserer Leistung, mehr Sicherheit und guten Ideen, Scharen von Nutzern abgeworben haben, sah sich Microsoft zum Handeln gezwungen. Das Ergebnis: Die Version 8 des Internet Explorer ist wieder konkurrenzfähig[43].
Auch Google Chrome ist ein Browser, der durch neue Ideen, höhere Geschwindigkeit, mehr Stabilität und die Marke Google ein Potential zur Verbreitung mitbringt. Der damit verbundene stärkere Wettbewerb kann sich im Allgemeinen gut auf den Innovationsausstoß der Browserhersteller auswirken. Die Internetnutzer wären damit die Gewinner. Auch die Gefahr der Abhängigkeit vom Angebot eines einzelnen oder weniger Anbieter würde damit abnehmen.

5.5.2 Verknüpfung mit Suchdiensten

Nicht so jedoch im Bezug auf Suchdienste, denn Google hat Chrome eng mit seinen Suchdiensten verknüpft.
Die bisherige Vormachtstellung Googles bei der Websuche, verbunden mit seiner Abhängigkeit von der suchgebunden Werbung, zwingt Google dazu, die Internetnutzer noch stärker an sich zu binden. Dies versucht Google schon durch die Rolle von Chrome als Browser, nämlich bei der Nutzung des Internet allgegenwärtig zu sein. Durch die Such- und Vorschlagsfunktion der Omnibox schafft Google außerdem eine Google-Suchmaske auf den Computer des Anwenders. Damit führt für den Chrome-Nutzer kaum mehr ein Weg an Googles Suchdiensten vorbei.

5.5.3 Detaillierte Benutzerinformationen

Zusätzlich ist Google gezwungen, seine Such- und Werbetechnologien sowie seine anderen Onlineangebote ständig zu verbessern, um nicht durch neue innovative Anbieter überflüssig zu werden. Auch dafür ist Chrome nützlich. Werbung, die sich an den persönlichen Interessen orientiert, kann eben am besten weiterentwickelt werden, wenn diese Interessen bekannt sind. Auch die Effektivität einer Suche kann man überprüfen, wenn man weiß, wie sich ein Nutzer im Internet bewegt. Chrome hat das Zeug, Google dazu mit reichlich wertvollen Informationen zu versorgen, die in Verbindung mit IP-Adressen auch einer echten Person zugeordnet werden können. Hat derjenige sogar ein Konto bei Google, mit dem er auf dessen Dienste zugreift, verfügt Google möglicherweise schon über Name, Adresse und andere persönliche Daten. Detaillierte Benutzerprofile realer Personen sind daher durchaus möglich und wahrscheinlich schon in Googles Rechnernetz vorhanden.
Für Google bietet sich damit die Chance, die eigenen Dienste zu perfektionieren. Die Bedürfnisse der Internetnutzer könnten vorhersehbar sein und geeignete Lösungen schnell zur Verfügung stehen.

Für die Nutzer bietet Googles Datensammlung aber auch beachtliche Risiken. Die Kontrolle über Verbleib und Verwendung persönlicher Daten ist äußerst schwierig. Werden sie an einer bestimmten Stelle angehäuft, so können Zugriff und Missbrauch niemals ausgeschlossen werden.
Bisher hat Google die Herausgabe von persönlichen Daten verhindern können, auch wenn Ermittlungsbehörden und andere Firmen dies erzwingen wollten. Dies muss aber zukünftig nicht wieder gelingen. Außerdem könnte ein Kulturwandel bei Google oder eine Übernahme des Unternehmens dazu führen, das mit dem riesigen Datenschatz nicht mehr so sorgsam umgegangen wird, wie bisher. Szenarien, wie Repressalien totalitärer Regime gegen Andersdenkende, auf der Grundlage von Suchprotokollen und kompromittierenden E-Mail-Inhalten sind denkbar.

5.5.4 Etablierung von Webanwendungen

Aber Chrome hat für Google noch eine weitere große Bedeutung. So wird versucht, den sich entwickelnden Markt der SaaS-Anwendungen zu nutzen, um höhere Umsätze mit Lizenzgebühren zu erzielen.
Damit die Online-Konkurrenz zu Microsofts Office-Paket populär werden kann, ist ein Browser nötig, der stabil läuft, mit aufwendigen Javascript-Programmen zurecht kommt und das Problem der Verfügbarkeit, bei fehlender Internetverbindung, löst. Genau das kann Googles neuer Browser leisten. Er ist zugeschnitten auf die Anwendungssoftware der Zukunft, die aus der Leitung kommt.
Für Google bietet sich damit die Chance, viele seiner bisher mäßig erfolgreichen Dienste doch noch zu etablieren und ein riesiges Geschäftsfeld zu erschließen, für das es bisher kaum eine geeignete Infrastruktur auf der Welt gibt, als die Googleware.

5.5.5 Google = Betriebssystem = Internet

Das Cloud Computing ist allerdings mehr als der Ersatz für Desktop-Software. Es könnte zukünftig ganze Farmen von Großrechnern samt Betriebssystem und Software überflüssig machen. Unternehmen könnten für ihre IT-Systeme Rechenzeit und Speicherplatz bei Google einkaufen. Google könnte somit zum Betriebssystem für Informationstechnologie werden.
Zusammen mit Googles Suchmaschine als Netzknotenpunkt, Chrome auf Internet-Clients und Google-Handys würden Google-Systeme an allen wichtigen Stellen des Internet arbeiten. Eine Entwicklung hin zu einem Internet, das Google heißt wäre denkbar.

Für den Nutzer bieten SaaS und Cloud Computing neben vielen Vorteilen, wie günstige Preise, geringer Wartungs- und Adminitrationsaufwand und bessere Kolaborationsmöglichkeiten allerdings auch Risiken. Die Tatsache, vertrauliche Daten außerhalb bei einem Anbieter wie Google zu speichern und absolut abhängig von dessen Systemen zu sein, dürfte vielen potentiellen Kunden Kopfschmerzen bereiten.

6 Fazit

Chrome ist ein Webbrowser der zeigt wohin die Entwicklung nach Googles Vorstellungen gehen soll.
Trotzdem er mit guter Performance und echten Innovationen glänzt, führte das anfangs sehr große Interesse der Internet-Community nicht zu einer schnellen und massenhaften Verbreitung des Browsers. Möglicherweise liegt das daran, dass ein großer Teil der Internetsurfer nun mal den Browser nutzt, der standardmäßig zur Verfügung steht und sich keine Gedanken über Alternativen macht. Für den anderen Teil könnte Google Chrome einfach zu wenig interessante Funktionen mitbringen, um einen Firefox, Safari oder Opera ersetzen zu können und das Image des Datensammlers aufzuwiegen.
Die Verbreitung des Browsers kann allerdings immer noch gelingen. Mit weiteren Innovationen der Entwickler bei Google, einen Tritt auf die Bremse, was das Datensammeln angeht oder einfach mehr Zeit könnte sich Chrome durchaus noch weiter durchsetzen. Auch könnte Google Partnerschaften nutzen, z.B. um seinen Webbrowser mit neuen Rechnern vorinstalliert ausliefern zu lassen.
Aber selbst wenn Chrome nicht mehr als die heutigen max. 3 Prozent Marktanteil erzielen wird, kann er Google trotzdem hilfreich sein. Die Technologien die, mit ihm auf den Markt gekommen sind, können anderswo weiterverwendet werden. Da Google diese innerhalb von Open Source-Projekten bereitstellt, scheint das auch für Google eine wünschenswerte Option zu sein.

7 Fußnoten

  1. Vgl. Pichai / Upson (2008), o.S.
  2. Vgl. Berners-Lee (2009a), o.S.
  3. Vgl. Berners-Lee (2009b), o.S.
  4. Vgl. FOCUS Online (2008), o.S.
  5. 5,0 5,1 Vgl. Heise Online (2003b), o.S.
  6. 6,0 6,1 Vgl. Heise Online (2004b), o.S.
  7. Vgl. OneStat.com (2002), o.S.
  8. Vgl. Opera (2007), o.S.
  9. Vgl. Mozilla.org (2009), o.S.
  10. Vgl. Mozilla.org (2005), o.S.
  11. Vgl. Heise Online (2003a), o.S.
  12. Vgl. Avant Force (2008), o.S.
  13. 13,0 13,1 Vgl. Chromium Project (2008a), o.S.
  14. 14,0 14,1 14,2 14,3 14,4 14,5 14,6 Vgl. WebHits (2008), o.S.
  15. 15,0 15,1 15,2 15,3 15,4 15,5 Vgl. Net Applications (2008), o.S.
  16. Vgl. Heise Online (2004a), o.S.
  17. 17,0 17,1 17,2 Vgl. Google Inc. (2008a), o.S.
  18. Vgl. Reppesgaard (2008), Seite 14 f.
  19. 19,0 19,1 19,2 19,3 Vgl. Kaumanns / Siegenheim (2007), Seite 37
  20. 20,0 20,1 20,2 Vgl. Reppesgaard (2008), Seite 15
  21. 21,0 21,1 21,2 Vgl. Kaumanns / Siegenheim (2007), Seite 38
  22. Vgl. Kaumanns / Siegenheim (2007), Seite 46
  23. 23,0 23,1 Vgl. Google Inc. (2008b), o.S.
  24. 24,0 24,1 Vgl. Kaumanns / Siegenheim (2007), Seite 67
  25. Vgl. Google Inc. (2008c), o.S.
  26. Vgl. Kaumanns / Siegenheim (2007), Seite 74
  27. Vgl. Reppesgaard (2008), Seite 220
  28. Vgl. Reppesgaard (2008), Seite 187
  29. Vgl. Hitwise (2008), o.S.
  30. Vgl. Reppesgaard (2008), Seite 80
  31. Vgl. EU (2008), o.S.
  32. Vgl. Kaumanns / Siegenheim (2007), Seite 141 f.
  33. Vgl. Reppesgaard (2008), Seite 255
  34. Vgl. Reppesgaard (2008), Seite 221 f.
  35. Vgl. Google Inc. (2008d), o.S.
  36. 36,0 36,1 36,2 36,3 Vgl. Bager / Braun / Kossel (2008), Seite 74
  37. Vgl. Chromium Project (2008b), o.S.
  38. Vgl. Google Inc. (2008e), o.S.
  39. Vgl. Chromium Project (2008c), o.S.
  40. Vgl. Kiefer (2008), Seite 47
  41. Google Inc. (2008f), o.S.
  42. Vgl. Bager / Braun / Kossel (2008), Seite 76
  43. Vgl. Bager (2008), Seite 64

8 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
BSDBerkeley Software Distribution
CSSCascading Style Sheets
HTMLHypertext Markup Language
PDAPersonal Digital Assistant
RSSReally Simple Syndication, auch Rich Site Summary
SaaSSoftware-as-a-Service
URLUniform Resource Locator
WYSIWYGWhat You See Is What You Get

9 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr.Abbildung
1WorldWideWeb/Nexus-Browser
2Chrome nach dem Start
3Client-ID in der Datei Local State
4Bestätigung der Standardsuchmaschine

10 Literatur- und Quellenverzeichnis

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