Grundlagen Displaytechnologien
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Es gibt eine Vielzahl von Technologien und Begriffen, die sich mit der visuellen Anzeige von Informationen befassen. Viele Begriffe sind nur als Abkürzung bekannt oder die Technologie die hinter dem Begriff steht, ist unbekannt. Alleine von den modernen Displays (engl. to display = anzeigen) ist die Braunsche Röhre seit über 100 Jahren im Einsatz.[1]
1 Cathode Ray Tube
CRT-Displays (engl. Cathode Ray Tube) basieren auf der Kathodenstrahlröhre oder allgemein Elektronenstrahlröhre. Eine Kathodenstrahlröhre besteht aus einer Kathode, einem Fokussier- und Beschleunigungssystem, dem Leuchtschirm und der Ablenkungseinheit, welche in einem mit Vakuum (materiefreier Raum) gefüllten Glaskörper integriert sind. Die Kathode emittiert einen Elektronenstrahl welcher im Fokussiersystem gebündelt wird. Der Elektronenstrahl passiert dann die Ablenkungseinheit, wo er horizontal und vertikal umgelenkt wird. Der mit Phosphoren beschichtete Leuchtschirm emittiert Photonen an der Stelle, an der der Elektronenstrahl den Leuchtschirm trifft (Kathodolumineszenz). Das Beschleunigungssystem sorgt dafür, dass der Elektronenstrahl mit einer bestimmten Geschwindigkeit den Leuchtschirm erreicht. [2]
2 Surface-Conduction Electron-Emitter Display
Bei der SED-Technologie (Surface-Conduction-Electron-Emitter-Display) werden Elektronen gezielt auf die fluoreszierende Schicht aus Phosphoren emittiert. Die Menge der Elektronen-Emittern ist genauso groß wie die Menge der Bildpunkte. Die Elektronen werden im wenige Nanometer breitem Spalt (dem so genannten Nano-Slit) erzeugt.[3]
3 Liquid Crystal Display
Bei LCDs (Liquid Crystal Display) werden eingeschlossene Flüssigkristalle durch eine elektrische Spannung entlang der Feldlinien ausgerichtet. Diese Ausrichtung verändert die optischen Eigenschaften des Bildschirms an dieser Stelle. Über eine Matrix werden die einzelnen Zellen des Displays angesteuert. Die Twisted Nematic Cell (TN Cell) ist die Zelle mit der größten Verbreitung.
Bei der TN-Zelle befindet sich zwischen zwei um 90° zueinander angeordnete Polarisationsfolien ein nematischer Flüssigkristall. Dieser Flüssigkristall bewirkt eine kontinuierliche Verdrehung des Lichtes von 90°, ohne angelegte elektrische Spannung. Beim Durchlaufen der Schicht wird das Licht elliptisch polarisiert (90° gedreht zur ersten Polarisationsfolie), ist nun parallel zur zweiten Polarisationsfolie und kann diese passieren. Die Zelle ist somit lichtdurchlässig (transparent). Wird eine Spannung an den Flüssigkristall angelegt, so richten sich die Kristalle parallel zum elektrischen Feld aus. Ab einer Schwellenspannung sind alle Flüssigkristalle in der Schicht, senkrecht zur ersten Polarisationsfolie ausgerichtet, ausgenommen der Übergangsbereiche. Dadurch wird die Polarisationsebene des Lichtes nicht mehr um 90° gedreht.[4][5]
3.1 Passiv Matrix Display
Bei einer passiven Matrix wird das elektrische Feld für die TN-Zelle am Kreuzungspunkt von zwei Leiterbahnen erzeugt. Ein viel schwächeres Feld entsteht entlang der beiden Leiterbahnen und erzeugt Bildverfälschungen. Bei PM-Displays (Pasic Matrix Display) kommen die nachfolgenden TN-Zellen zum Einsatz.
3.1.1 Super-Twisted-Nematic
Bei dem Super-Twisted-Nematic (STN) beträgt die Verdrillung der Flüssigkristalle nicht 90°, wie bei TN, sondern 180° bis 270° (meist bei 240°). STN weist in Bezug auf Kontrast und Blickwinkel Vorteile gegenüber TN-Displays auf, allerdings entstehen durch Dichroismus Farbverschiebungen.
3.1.2 Double Super Twisted Nematic
Zwei um 270° zueinander gedrehte (eine 270° im Uhrzeigersinn, die andere 270° gegen den Uhrzeigersinn), aufeinander stehende STN nennt man Double Super Twisted Nematic (DSTN). Diese Anordnung kompensiert die Farbverschiebung der STN.
3.1.3 Triple Super Twisted Nematic
Das Kontrastverhältnis wird durch eine dritte STN-Zelle weiter verbessert. Diese Anordnung hat die Bezeichnung Triple Super Twisted Nematic (TSTN).[6]
3.2 Aktiv Matrix Display
Bei einer aktiven Matrix befindet sich an jedem Kreuzungspunkt ein Signalverstärker, welcher das elektrische Feld für die TN-Zelle erzeugt. Mit AM-Displays (Aktiv Matrix-Display) kann man größere Displays herstellen als mit PM-Displays.
3.2.1 Thin Film Transistor
Bei einem TFT-Display (engl. Thin Film Transistor, TFT) ist der Signalverstärker ein Dünnfilmtransistor, welcher einen einzelnen Pixel (eine TN-Zelle) ansteuert. Der Transistor hält über einen Kondensator die Spannung aufrecht, der mit jedem Bildaufbau aufgefrischt wird.[7] Da der Blickwinkel bei normalen TN-Zellen nicht optimal ist, sind verschiedene Verfahren entwickelt worden diesen zu verbessern.
3.3 Andere Liquid Crystal Technologien
Es gibt einige neuere Flüssigkristall-Technologien, welche nicht auf der TN-Zelle basieren.
3.3.1 In Plane Switching
Die Flüssigkristalle bei In Plane Switching (IPS) sind parallel in einer Ebene zur Bildschirmoberfläche angeordnet. Bei angelegter Spannung drehen sich die Flüssigkristalle in der Bildschirmebene anders als bei der normalen TN-Zelle.[8]
3.3.2 Vertically Aligned
Die Flüssigkristalle sind bei der Vertically Aligned Technology (VA-Technology) senkrecht zur Polarisationsfolie und der Glasschicht angeordnet, wenn kein elektrisches Feld anliegt. In dieser Anordnung werden die Photonen der Hintergrundbeleuchtung absorbiert. Wird das elektrische Feld nun eingeschaltet, orientieren sich die Flüssigkristalle horizontal und das Licht kann den Kristall passieren.
3.3.3 Muli-domain Vertical Alignment
Muli-domain Vertical Alignment (MVA) ist eine Verbesserung der VA-Technology, bei der ein Pixel aus zwei oder mehr Domänen (Bereichen) besteht. In jeden dieser Bereiche orientieren sich die Flüssigkristalle anders. Dies wird durch Vorsprünge realisiert. Aus diesem Grund befinden sich die Flüssigkristalle nicht mehr 100% senkrecht zur Polarisationsfolie.[9]
3.3.4 Ferroelectric Liquid Crystal
Bei ferroelektrischen Flüssigkristallen (engl. Ferroelectric Liquid Crystal, FLC) werden diese durch Anlegen eines elektrischen Feldes in der Smektischen Phase («Als smektisch werden flüssig-kristalline Phasen bezeichnet, in welchen parallelorientierte Moleküle in Schichten gepackt sind»[10]) polarisiert. Die durch das elektrische Feld erzeugte Orientierung der Moleküle ist stabil. Somit ergeben sich je nach Feldrichtung zwei stabile Zustände.[11]
3.3.5 Polymer Dispersed Liquid Crystal
Bei der Polymer Dispersed Liquid Crystal Technology (PDLC) verteilen sich in einem Polymer Tropfen von Flüssigkristall. Diese mikrometergroßen Tropfen, in der Wellenlänge des Lichts, orientieren sich bei Anlegen eines elektrischen Feldes in Richtung des Feldes. Wenn die Flüssigkristalltropfen in Feldrichtung ausgerichtet sind, lassen sie das Licht passieren.[12]
4 Light-Emitting Diode
Eine Leuchtdiode (engl. Light Emitting Diode, LED) besteht aus den Halbleiterschichten p und n. Der Halbleiter der p-Schicht wurde so dotiert, dass er viele Löcher (fehlen von Elektronen) aufweist. Im Gegensatz dazu steht der Halbleiter der n-Schicht, der über einen Elektronenüberfluss verfügt. Die Grenzschicht zwischen den beiden Schichten ist neutral und dementsprechend eine Barriere. Die Elektronen überschreiten diese Grenze, wenn eine genügend große Spannung angelegt wird. Diese rekombinieren dann mit den Löchern auf der p-Schicht, wobei elektromagnetische Energie freigesetzt wird (siehe Abbildung). Diese Energie kommt von dem Potenzialunterschied zwischen Elektron und Loch. Die elektromagnetische Energie wird als Photon freigesetzt und hat je nach Halbleiter eine bestimmte Wellenlänge. Um anders farbiges Licht zu erzeugen, kombiniert man verschieden farbige LEDs oder die Photonen werden von Phosphoren in andere Wellenlängen umgewandelt.[13]
4.1 Discrete LED
Bei Displays mit diskreten LEDs, sind einzelne LEDs zu einem großen Display vereinigt oder das Display hat nur wenige Segmente.
4.2 Surface Mounted Device LED
Wenn man die LED-Bauform verkleinert, wird diese zur SMD-Bauform (engl. Surface Mounted Device, Oberflächen montierbares Bauteil). Diese sind so klein, dass sie (fast) nur noch maschinell verarbeitet werden können. Mit diesen kleinen, meist rechteckigen LEDs, lassen sich einfach große Displays erstellen.[14]
4.3 Organic LED
Bei einer organischen oder polymeren LED (engl. Organic Light Emitting Decive, OLED) wird der Halbleiter durch ein Polymer ersetzt. Es gibt 1-, 2- oder 3-Schicht OLEDs. Sie unterscheiden sich durch den Aufbau der Polymer-Schicht. Bei 2- und 3-Schicht OLEDs unterteilt sich die Polymer-Schicht in einen Lochleiter und eine Elektronenleiter, wobei eine Rekombinationsschicht im 3-Schicht OLED diese beiden Leiter trennt. Auf einem transparenten Substrat (Glass oder Polymere) wird die Anode (meist aus Indium-Zinn-Oxid, ITO) aufgebracht. Auf dieser wird dann die entsprechende Anzahl von Schichten aus Polymer aufgetragen, welche durch die Kathode abgeschlossen wird.[15]
4.4 Quantum Dot LED
Ein Quantenpunkt (engl. Quantum Dot, QD) ist eine Struktur, welche meistens aus Halbleitermaterial mit einem Durchmesser von ca. 50 Atomen (2-10 Nanometer) besteht. Momentan werden Quantenpunkte in zwei unterschiedlichen Methoden bei LEDs bzw. OLEDs eingesetzt. Einmal ersetzen sie den Phosphor und wandeln ultraviolettes Licht in sichtbares Licht um, anderseits setzt man Quantenpunkte als eine Schicht LEDs bzw. OLEDs ein.[16] [17] [18]
5 Projektion
Bei Bildprojektionen wird ein Bild von einer Lichtquelle auf eine Projektionsfläche geworfen. Dies kann man mit einfachen Mitteln schnell realisieren. Eine auf eine Wand gerichtete Lichtquelle reicht in diesem Fall schon aus. Gegenstände zwischen der Lichtquelle und der Projektionsfläche werfen Schatten auf die Projektionsfläche. So wurden früher erste bewegte Bilder auf eine Leinwand projeziert, indem man Puppen vor der Lichtquelle bewegte. Erste Aufzeichnungen gibt es aus der Sung-Dynastie in China um 1000 n.Chr. [19] Bei Farbprojektionen, wie sie heute üblich sind, werden meist nachfolgend beschriebene Technologien benutzt.
5.1 Digital Light Processing
Bei der Digital Light Processing (DLP) Technology wird ein digitales Mikrospiegelgerät (engl. Digital Micromirror Device, DMD) eingesetzt. Das DMD besteht aus genauso vielen kleinen beweglichen Spiegeln (< 10 µm), wie das DLP Bildpunkte hat. Jeder dieser Spiegel kann mehrere tausend Mal pro Sekunde der Lichtquelle zu- oder abgewandt sein. Je nachdem wie oft der Spiegel der Lichtquelle zu- (ein) bzw. abgewandt (aus) ist, erscheint der Bildpunkt heller oder dunkler. Dadurch sind bis zu 1024 Graustufen darstellbar. Das reflektierte Bild wird durch eine Projektionsoptik an die Leinwand geworfen. Bei 1-Chip Systemen wird eine Scheibe mit Farbfiltern (Farbradfilter) vor der weißen Lichtquelle rotiert. Es fallen nacheinander die verschiedenen Farben auf den Mikrospiegel und dieser reflektiert sie entsprechend der Sättigung der Farbe. Aufgrund der Trägheit des menschlichen Auges, kombiniert dieses die hintereinander kommenden Farben dann zu einem Farbton. Bei 3-Chip Systemen wird das weiße Licht durch ein Prisma in die Farben Rot, Blau und Grün aufgespalten. Jede der Farben wird zu einem eigenen DLP geleitet und dort entsprechend der RGB-Werte des Bildes reflektiert. Die drei einzelnen Bilder werden vor der Projektionsoptik wieder zusammengeführt.[20]
5.2 LCD-Projektion
Bei LCD-Projektion setzt man heutzutage meist auf die Benutzung eines TFT-Panel. Das Panel wird zwischen der Projektionsoptik und der Lichtquelle platziert. Bei Farbdisplays arbeitet man, ähnlich wie bei der DLP-Technologie, mit Farbfiltern und Pixelüberlagerung. Dies wird entweder mit einem LCD-Panel oder mit drei Panels für die Farben Rot, Grün und Blau realisiert. Die Aufteilung in die drei Farben geschieht über dichromatische Spiegel oder die Teilung des Lichtes durch einen Polarisationssplitter in drei Lichtstrahlen, die über Farbfilter gefärbt werden.
Bei der 3LCD-Technologie erfolgt die Zerlegung des Lichtes mit zwei dichromatischen Spiegel in die Farben Rot, Grün und Blau. Jede Farbe wird an ein LCD-Panel geleitet und dort entsprechend der Bildinformation von der Zelle des Bildpunktes hindurch gelassen. Die drei LCD-Panels sind u-förmig um ein Prisma angeordnet, das die drei Teilbilder wieder vereinigt und an die Projektionsoptik weiterleitet.[21]
5.3 Liquid Crystal on Silicon
Bei der Liquid Crystal on Silicon (LCoS) Technologie wird auf einer CMOS-Schicht (engl. Complementary Metal Oxide Semiconductor) eine reflektierende Schicht aufgebracht. Auf dieser Schicht werden die Flüssigkristallzellen aufgetragen. Diese Zellen sind meistens von zwei Ausrichtungsschichten (engl. alignment layer) umgeben, die das Licht entsprechend der verwendeten Flüssigkristalle polarisieren. Die nächste Schicht besteht oft aus transparenten Dünnfilmtransistoren. Die Flüssigkristallzelle lässt entsprechend ihrer Ansteuerung den Lichtstrahl passieren. Der Strahl trifft dann auf die reflektierende Schicht. Verschiedene Konzerne haben ihre eigene LCoS-Technologie unter anderen Namen entwickelt. Die LCoS Technologie heißt z.B. bei JVC D-ILA (Digital Direct Drive Image Light Amplifier) und bei Sony SXRD (Silicon X-tal Reflective Display). Der Aufbau des Projektors (1 Chip bzw. 3-Chip) verhält sich wie bei DLP, wobei DLP durch LCoS ersetzt wird.[22] [23] [24]
6 Laser
Ein Laser (engl. Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation) setzt sich aus einem aktiven Medium, einer Pumpe und einem optischen Resonator zusammen.
Der optische Resonator (siehe Abbildung: Aufbau Resonator) besteht meist aus zwei Spiegeln, wovon ein Spiegel teildurchlässig ist. Der Abstand der Spiegel zueinander entspricht der Wellenlänge des aktiven Mediums. Das aktive Medium ist ein Molekül (z.B. CO oder HeCd), das Photonen in der gewünschten Wellenlänge des Lasers emittieren kann.
Ein Laser nutzt das Prinzip der induzierten Emission (siehe Abbildung: a. Absorption von Energie & b. induzierte Emission), um Photonen der gewünschten Wellenlänge zu erzeugen. Bei der induzierten Emission setzt ein Photon ein weiteres Photon im Molekül gezielt frei. Dieses neue Photon entsteht, weil ein Elektron von einem höheren Energieniveau in ein niedrigeres wechselt. Dieser Wechsel ist nur quantisiert möglich, d.h. ein Elektron kann nicht kontinuierlich weniger Energie haben, sondern nur in festen Sprüngen.
Um immer genügend Elektronen auf dem hohen Energieniveau zu haben, benutzt man eine Pumpe die Elektronen wieder anregt, auf höhere Energieniveaus zu wechseln. Damit der Laser oszillieren kann, muss der Lichtstrahl während eines Umlaufes (round-trip) die entstehenden Verluste kompensieren oder übertreffen. Die Verluste bestehen aus dem emittierten Laserstrahl, der den Resonator am teildurchlässigen Spiegel verlässt, und durch Reflexionsverluste an den Spiegeln. Die Kompensation geschieht durch die induzierte Emission von neuen Photonen durch den Lichtstrahl im aktiven Medium.
Der Laserstrahl der den Resonator verlässt, verläuft fast parallel und hat eine hohe Intensität, die man mit Fokussieren weiter verstärken kann. Außerdem ist das Licht des Strahls annähernd monochromatisch, kohärent und polarisiert.[25]
6.1 Laser-TV
Beim Laser-TV wird der DLP-Projektionschip durch ein Array aus Laser-Dioden ersetzt. Dieses Array besteht aus Dioden in den Farben Rot, Grün und Blau (RGB), die das Licht auf die Projektionsfläche werfen.[26]
6.2 Laser Display Technology
Bei der Laser Display Technology (LDT) wird der Laserstrahl aus drei Strahlen von Festkörperlasern moduliert. Die drei Laser haben die Farben Rot (628nm), Grün (532nm) und Blau (446nm) und werden entsprechend der RGB-Werte des Bildes moduliert. Dieser modulierte Strahl wird über einen Lichtwellenleiter zum Projektionskopf geleitet, wo er über einem auf zwei Achsen (horizontal und vertikal) gelagerten Spiegel zur Projektionsfläche umgeleitet wird.[27]
7 Plasma Display Panel
Ein Plasma Display Panel (PDP) besteht aus vielen kleinen Kammern, die mit einem Edelgasgemisch (Neon Xenon Gemisch) gefüllt sind. Die Klammern befinden sich zwischen zwei Glassubstraten. Auf dem Frontglas befinden sich auf der Innenseite transparente Datenleitungen, eingebettet in eine dielektrische Schicht. Diese wird durch eine Schutzschicht aus Magnesiumoxid (MgO) zur Kammer hin geschützt. Auf dem hinteren Glassubstrat befindet sich auch eine Datenleitung, die in eine dielektrische Schicht eingebettet ist. Die Datenleitungen bilden ein Gitter, wobei die Leitungen auf der Vorderseite horizontal und auf der Rückseite vertikal angeordnet sind. Ein Phosphor befindet sich in der Kammer auf der Rückseite und den Trennwänden. Bei Anlegen einer Spannung an eine Zelle, wird das sich darin befindliche Gasgemisch kurzfristig ionisiert und zu einem Plasma. Dieses emittiert infrarotes Licht, das am Phosphor der Kammer in rotes, grünes oder blaues (je nach Phosphor) Licht gewandelt wird. Jeder Bildpunkt besteht aus je einer Kammer rot, grün und blau. Je häufiger pro Intervall das Plasma erzeugt wird, umso intensiver ist die einzelne Farbe. Die einzelnen Farben der Kammern werden somit als eine Farbe wahrgenommen.[28]
8 Field Emission Display
Feldemissionsbildschirme (engl. Field Emission Display, FED) funktionieren ähnlich wie Kathodenstrahlröhren, nur wird hier für jeden Bildpunkt ein Elektronenstrahl erzeugt. Jeder Bildpunkt ist eine kleine Zelle, die eine Elektronenquelle besitzt. Die Elektronen werden auf die Phosphoren an der Bildunterseite geschossen.[29]
9 Nicht darstellende Technologien
Nicht alle Technologien beschäftigen sich mit der Darstellung von Bildern. Einige sorgen für mehr Datensicherheit durch Blickschutz. Andere geben Displays zusätzliche Funktionen zur Dateneingabe.
9.1 Vikuiti Blickschutz
Der von 3M entwickelte Vikuiti Blickschutz verkleinert den Betrachtungswinkel eines Displays auf 30° oder weniger. Hierbei werden schwarze nicht reflektierende Lamellen zwischen zwei Folien angebracht. Die Lamellen sind wenige zehntel Millimeter hoch und stehen in einem Abstand von weniger als einem zehntel Millimeter zueinander.[30]
9.2 Touchscreen
Bei einem Touchscreen oder Multitouchscreen werden Bewegungen auf dem Display an eine Anwendung weitergegeben. Die Positionen der Berührung bzw. mehreren Berührungen, kann durch verschieden Technologieren erfasst werden.
9.2.1 Analog resistive Technology
Resistive Touchscreens besitzen eine flexible obere Schicht und eine untere Glasschicht. Diese sind durch isolierte Abstandshalter (engl. Spacer Dots) getrennt. Beide Schichten sind mit einem transparenten Leiter überzogen. Auf beiden Leitern wird ein Spannungsgefälle erzeugt. Durch Berührung der Oberfläche berühren sich beide Leiter und der Spannungsgradient ändert sich. Über diese Änderung kann man die Position der Berührung berechnen. Hierfür wird meist der äußere Spannungsgradient als y-Achse und der innere als x-Achse genutzt.[31]
9.2.2 Dispersive Signal Technologie
Einen anderen Ansatz verfolgt die Dispersive Signal Technologie. Hier werden die Vibrationen der Berührung erkannt. Sensoren messen die Vibrationsenergie und übermitteln diese Daten zur Dispersionsanalyse, welche die Position berechnet. Die Sensoren befinden sich in jeder Ecke des Touchscreens.[32]
9.2.3 Frustrated Total Internal Reflection
Die Frustrated Total Internal Reflection (FTIR) Technologie ist das Phänomen der totalen Reflektion. An der Seite einer Acrylglasscheibe (engl. Acrylic Pane) sind Infrarot-LEDs angebracht. Die optischen Eigenschaften des Acrylglases sorgen dafür, dass das Licht an den Wänden reflektiert wird und es sich so in der Scheibe ausbreitet. Durch den Druck auf der Scheibe ändern sich die optischen Eigenschaften an der Stelle und das Licht wird dort aus der Scheibe heraus reflektiert. Die unter der Scheibe installierten Infrarot-Kameras fangen das Licht auf und leiten die Informationen an einen Computer weiter, der die Daten auswertet, die Fingerposition errechnet und die damit verbundene Aktion verarbeitet.[33]
9.2.4 Angulation
Bei der Angulation (vom engl. angular = winklig) sind meist vier Kameras in jeder Ecke der Tischplatten parallel zur Projektionsebene installiert. Wird die Tischplatte berührt, so ermitteln die Kameras die Entfernung des Objektes (meist Finger) und geben diese Daten an den Computer weiter. Der Computer ermittelt aus den unterschiedlich gemessenen Entfernungen und Wickeln der einzelnen Kameras die genaue Position und verarbeitet diese. Derzeitig können nur maximal vier Finger gleichzeitig verfolgt werden.
9.2.5 Surface Acoustic Wave
Die Oberflächenwellen Technologie (engl. Surface Acoustic Wave, SAW) arbeitet mit Ultraschallwellen, welche von je einem Controller horizontal und vertikal in eine Glasplatte eingespeist werden. Die Schallwellen treffen auf der anderen Seite dann auf einen Reflektorstreifen, welcher diese zu einem Sensor weiterleitet. Wenn ein Finger die Glasplatte berührt, absorbiert diese einen Teil der Ultraschallwellen an dieser Stelle. Die x und y Koordinate wird berechnet, in dem die Zeit seit der Absorbtion ermittelt wird. Über die Stärke der Absorbtion wird die Stärke des Druckes erkannt.[34][35]
9.2.6 DiamondTouch
Die Technologie DiamondTouch baut in einen Tisch mehrere Antennen ein. Bei der Berührung mit einer der Antennen wird ein elektrischer Stromkreis durch kapazitive Kopplung geschlossen, da jeder Benutzer über seinen Sitzplatz an einen Niedervolt Stromkreis angeschlossen ist. Die Antenne dient als Sender (engl. transmitter) und der Stuhl als Empfänger (engl. receiver). Die Signale der einzelnen Antennen haben eine unterschiedliche Frequenz. Auf diese Weise wird unterschieden, wer welche Antennen berührt. Es kann nicht ermittelt werden, wo eine Antenne berührt wurde, sondern nur das sie berührt wurde. So kann man für jeden Empfänger die Antennen ermitteln, die er gerade berührt und diese weiterverarbeiten. Das Bild wird dabei auf den Tisch geworfen.[36]
9.2.7 Projected Capacitive Technology
Bei der Projected Capacitive Technology (PCT) ist ein Gitter von elektrischen Leitern zwischen zwei Substraten implementiert. Das Gitter setzt sich aus Sendern und Empfängern zusammen, die 90° zu einander versetzt sind. Bei Berührung der Oberfläche mit einem Finger, ändert sich das elektrische Feld zwischen Sender und Empfänger durch die kapazitive Kopplung mit dem Körper (Erdung). Die Position wird durch einen Computer ermittelt und von der Anwendungssoftware verarbeitet. Je feiner das Gitter im Display ist, desto genauer kann die Position der Berührung ermittelt werden. Bei dieser Technik kann die Oberfläche auch flexibel sein.[37][38]
10 Literaturverzeichnis
- ↑ Vgl. Franz Pichler, 100 Jahre Braunsche Röhre, PLUS LUCIS 2/97 Seite 14-17 (1997)
- ↑ Klaus Lipinski (Hrsg.), CRT (cathode ray tube), DATACOM Buchverlag GmbH, Peterskirchen
- ↑ Canon (Hrsg.), SED Next-Generation Flat-Screen Display, Canon, Tokyo
- ↑ Philipps-Universität Marburg (Hrsg.), Flüssigkristallanzeigen: Konstruktion und physikalische Eigenschaften von Liquid Crystal Displays (LCDs), Philipps-Universität, Marburg
- ↑ Hans Robert Hansen & Gustav Neumann, Wirtschaftsinformatik 2 9.Auflage, Lucius & Lucius Verlagsgesellschaft, Stuttgart (2005)
- ↑ Peter Rechenberg & Gustav Pomberger (Hrsg.), Informatik-Handbuch 2. Auflage, Carl Hanser Verlag, München 1999
- ↑ Chalmers University of Technology (Hrsg.), Liquid crystals in displays, Chalmers University of Technology, Göteborg
- ↑ Merck (Hrsg.), Licristal® Liquid Crystals from Merck, Merck KGaA, Darmstadt
- ↑ Mitsuhiro Koden, Wide Viewing Angle Technologies of TFT-LCDs, Sharp Corp. Osaka
- ↑ Zitat: Ina Wirth, Untersuchungen an „bananenförmigen“ Mesogenen, Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades, Halle 2001
- ↑ Ina Wirth, Untersuchungen an „bananenförmigen“ Mesogenen, Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades, Halle 2001
- ↑ Polymers and Liquid Crystals Team (Hrsg.), Polymers & Liquid Crystals, Case Western Reserve University, Cleveland OH
- ↑ Susan Wyckoff, Experiments by Exploration, Arizona State University, Phoenix AZ
- ↑ PCLights (Hrsg.), LED Panel Series,PCLigths Inc., Yokohama
- ↑ Volker Stümpflen, Organische Leuchtdioden aus strukturierten Guest-Host-Systemen, Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades, Marburg/Lahn 1997
- ↑ Nanoco Technolgies Ltd. (Hrsg.), Quantum dots – background briefing, Nanoco Technolgies Ltd., Manchester
- ↑ PhysLink.com (Hrsg.), First white LED using quantum dots created, PhysLink.com, Long Beach CA
- ↑ Anne L. Fischer, Quantum Dot LEDs Incorporate Thermally Polymerized Hole Transport Layer, Laurin Publishing Company Inc., Pittsfield MA
- ↑ Rainer Reusch, Über den Schatten und die Kunst des Schattentheaters, Rainer Reusch , Schwäbisch Gmünd
- ↑ Texas Instruments (Hrsg.), Wie funktioniert DLP-Technology, Texas Instruments, Dallas TX
- ↑ Epson (Hrsg.), Epson Projektor-Technologie, EPSON DEUTSCHLAND GmbH, Meerbusch
- ↑ Tracy V. Wilson, How LCoS Works, HowStuffWorks.com, Atlanta GA
- ↑ JVC (Hrsg.), Structure of D-ILA, JVC, Yokohama
- ↑ Sony (Hrsg.), Sony develops "SXRD", Sony Corp., Tokyo 2003
- ↑ Fritz K. Kneubühl & Markus W. Sigrist, Laser 4. Auflage, B. G. Teuber, Stuttgart 1995
- ↑ Erich Strasser (Hrsg.), LASER TV Technologie, Erich Strasser, Rabenstein
- ↑ Jenoptik (Hrsg.), Die Laser Display Technology, Jenoptik, Jena
- ↑ Tom Harris, How Plasma Displays Work, HowStuffWorks.com, Atlanta GA
- ↑ Meko (Hrsg.), FED, Meko Ltd , Camberley
- ↑ 3M (Hrsg.), Vikuiti™ Blickschutz Filter: Entscheiden Sie, wer zuschaut!, 3M, Neues
- ↑ Susanne Keck, Touchscreen Technologies, Ludwig-Maximilians-Universität München, München 2007
- ↑ 3M (Hrsg.), Dispersive Signal Technology, !, 3M, Neues
- ↑ Jonas Trümper, Multi-Touch-Systeme und interaktive Oberflachen, TU Berlin, Berlin 2007
- ↑ Visam (Hrsg.)Touchscreen Technik, VISAM GmbH, Neuwied
- ↑ Susanne Keck, Touchscreen Technologies, Ludwig-Maximilians-Universität München, München 2007
- ↑ Paul Dietz & Darren Leigh, DiamondTouch: A Multi-User Touch Technology , Mitsubishi Electric Research Laboratories, Cambridge MA 2003
- ↑ Elo TouchSystems (Hrsg.), How Projected Capacitive Touch Technology Works, Elo TouchSystems, Menlo Park CA
- ↑ Digit (Hrsg.), How a Projected Capacitive Touchscreen Works, Digit, Druten
11 Autoren
- Holger Weber
- Thorsten Kastenholz
- Stefan Zalewski

