HTML5 auf mobilen Endgeräten
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Hamburg |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Prof._Dr._Uwe_Kern |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | HTML 5 |
| Autor(en): | Thomas Woznica, David Ferreira Delgado, Julian Bernstein |
| Studienzeitmodell: | Abendstudium |
| Semesterbezeichnung: | WS10 |
| Studiensemester: | 2 |
| Bearbeitungsstatus: | begutachtet |
| Prüfungstermin: | 31.01.2011 |
| Abgabetermin: | 16.01.2011 |
Fachhochschule: FOM Hamburg
Autoren: Thomas Woznica, David Ferreira Delgado, Julian Bernstein
Inhaltsverzeichnis |
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| Add-on | Browsererweiterung |
| API | Application Programming Interface |
| App | Application |
| BSI | Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik |
| CPU | Central Processing Unit |
| CRM | Customer Relationship Management |
| CSS | Cascading Style Sheets |
| DOM | Document Object Model |
| ERP | Enterprise Resource Planning |
| GSM | Global System for Mobile Communication |
| HSDPA | High Speed Downlink Packet Access |
| HTC | High Tech Computer (Corperation) |
| HTML | Hypertext Markup Language |
| HTMLWG | Hypertext Markup Language Working Group |
| iOS | iPhone Open Source |
| IRDA | Infrared Data Association |
| MAMA | Metadata Analysis and Mining Application |
| MMS | Multimedia Messaging Service |
| MP3 | Musikdateiformat |
| NTT | Nippon Telegraph and Telephone |
| PC | Personal Computer |
| PDA | Personal Digital Assistant |
| Plugin | Erweiterungsmodul |
| SGML | Structured Generalized Markup Language |
| SMIL | Synchronized Multimedia Integration Language |
| SMS | Short Message Service |
| SVG | Scalable Vector Graphics |
| UMTS | Universal Mobile Telecommunications System |
| VoIP | Voice over Internet Protocol |
| W3C | World Wide Web Consortium |
| WAP | Wireless Application Protocol |
| WHATWG | Web Hypertext Applications Technology Working Group |
| WLAN | Wireless Local Area Network |
| XHTML | Extensible Hypertext Markup Language |
| XML | Extensible Markup Language |
2 Abbildungsverzeichnis
| Abbildungs-Nr. | Bezeichnung |
|---|---|
| 5.1 | Zeitleiste der Web-Standards von 1995 bis 2009 |
| 5.2 | HTML5, XHTML5, XHTML 1.0-2.0, XML |
| 5.3 | Teilnehmerentwicklung in Mobilfunknetzen |
| 5.4 | HTML5 Browser-Verfügbarkeit |
| 6.1 | Technische Spezifikationen mobiler Endgeräte |
| 6.2 | Statistik zu Verbreitung von mobilen Betribssystemen basierend auf der mobilen Webnutzung der verschiedenen Smartphones in den verschiedenen Ländern und Kontinenten |
| 6.3 | Klassifizierung von Kommunikationssystemen |
| 7.1 | Neue HTML 5 Elemente |
| 7.2 | Nicht mehr verwendete Elemente |
| 7.3 | Neue HTML 5 Attribute |
| 7.4 | Nicht mehr verwendete Attribute |
| 7.5 | Browser Release |
3 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Bezeichnung |
|---|---|
| 1 | HTML5 Funktionstest - Browser |
4 Einleitung
Im Laufe der Zeit haben sich Computer und Mobiltelefone durch den stetig ansteigenden technischen Fortschritt immer weiter entwickelt und dadurch sind komplett neue Generationen von mobilen Endgeräten entstanden, die es dem Benutzer ermöglichen, jederzeit und fast überall Daten aus dem Internet abrufen zu können.
Durch den Ausbau weitreichender mobiler Datennetze und immer günstig werdender Datentarife entstand schließlich auch eine höhere Nachfrage nach mobilen Geräten, die den Zugang ins Internet ermöglichen. Durch dieses zuvor noch nicht vorhandende Marktpotential entstand bei den Herstellern mobiler Endgeräte ein Wettbewerb der Zufolge hatte, dass immer mehr Geräte mit besserer Hardware und Funktionalitäten ausgestattet wurden. Durch das mobile Datennetz entstand zusätzlich noch eine erhöhte Nachfrage an Web-Diensten um das Internet komfortabler nutzen zu können. An dieser Stelle sind Web-Dienste mittels HTML-Technik gefordert. Die HTML 4 Technik stößt bei diesen neuen Markt von Web-Diensten funktional an ihre Grenzen, wodurch andere Programmiertechniken als Erweiterung eingebunden werden müssen. Die Erweiterungen sind in der Regel betriebssystemabhängig und können nicht als Standard über alle Systemlandschaften genutzt werden. Angesichts dieser Entwicklung reichen die bisherigen Standards nicht mehr aus und müssen in gewissen Zeitabständen dem technischen Fortschritt und umweltbezogenen Anforderungen angepasst werden und somit auch an HTML.
Die vorliegende Fallstudie - HTML5 auf mobilen Endgeräten - befasst sich mit der Entstehung und Geschichte von HTML5 und mobilen Endgeräte und den Bezug zueinander.
5 Grundlagen
Der folgende Abschnitt beschäftigt sich mit den Grundlagen der Fallstudie. Im Vorfeld werden die Entstehung und Geschichte von Web-Standards und mobilen Endgeräten sowie der weltweiten drahtlosen Vernetzung erklärt. Im Weiteren werden die Ziele und Problemstellungen im Bezug zu HTML 5 auf mobilen Endgeräten beschrieben.
5.1 Entstehung / Geschichte HTML 5
Zunächst werden einige der wichtigsten Grundbegriffe im Bezug zum Web-Standard HTML erklärt um das Grundverständnis der vorliegenden Fallstudie zu schaffen. Die Entstehung verschiedener Web-Standards basiert auf dem Verlangen der Weiterverbreitung und Entwicklung des Internets als zentrales Medium der Kommunikation.
5.1.1 W3C
W3C steht für World Wide Web Consortium und ist eine internationale Organisation, dessen Aufgabe es ist, mit Hilfe zahlreicher fester Arbeitsgruppen, Web-Standards und Richtlinien zu entwickeln und zu veröffentlichen. Das Konsortium wurde 1994 unter Anderem durch Tim Bernes-Lee, Erfinder des World Wide Web im Jahre 1989, gegründet. Ziel des W3C ist das Herausbringen fehlerfreier, unmissverständlicher und vollständiger Dokumente, die einen Web-Standard oder eine Web-Technologie beschreiben.
Bis 2004 hat das W3C mehr als 80 Recommendations veröffentlicht[2]. Zu den Veröffentlichungen gehören auch Standards (siehe Abbildung 2.1), wie HTML 4, XHTML 1, CSS 1.0 (Cascading Style Sheets), CSS 2.1, DOM 1 (Document Object Model), DOM 2, XML (Extensible Markup Language), SMIL (Synchronized Multimedia Integration Language), SVG (Scalable Vector Graphics) und PNG (Portable Network Graphics)[3], welche heutzutage das Grundgerüst der meisten Webseiten bilden. Das W3C besteht aus mehreren Arbeitsgruppen und jede Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit unterschiedlichen Standards oder Technologien.
Der Grundgedanke von HTML 5, einer Weiterentwicklung des bisherigen Standards HTML 4, entstand 2004 in der Arbeitsgruppe „Web Applications and Compound Documents“, doch dieser wurde durch das W3C abgelehnt. Das W3C wollte zu diesem Zeitpunkt keinen neuen HTML-Standard, da bereits an XHTML 2.0, dem flexibleren HTML 4, gearbeitet wurde[4]. Zur Geschichte von HTML gehören auch HTML-Versionen, die vom W3C nicht als Empfehlung veröffentlicht wurden. Dazu zählen die HTML-Versionen in der ersten Generation, sowie in der Version 2.0 im Jahr 1995. Erst die Version 3.2 erhielt eine Empfehlung durch entsprechende Instanzen im Jahr 1997. Bereits ein Jahr später veröffentlichte das W3C die HTML-Version 4.0, welche sich mit neuen Features und Strukturmöglichkeiten von den Vorgängerversionen unterscheidet[5].
5.1.2 HTML 4
HTML steht für HyperText Markup Language und bildet die Standardsprache zur Strukturierung von Internetseiten jeglicher Art. HTML, bis einschließlich der Version HTML 4.01, ist ursprünglich aus der computerbasierten Meta-Sprache SGML (Structured Generalized Markup Language) entstanden und muss gewissen Regeln entsprechen. Diese Regeln ermöglichen eine korrekte Syntax durch die Gültigkeitsprüfung[6]. Der Standard HTML wurde bis zur Version 4.01 angepasst und erneuert, um den hohen Anforderungen des World Wide Web gerecht zu werden.
Da HTML 4 seit 1999 nicht mehr weiterentwickelt wurde und man sich unter Anderem dem Standard XHTML bzw. XHTML 2.0 widmete, forderten einige große Unternehmen wie Mozilla, Opera und Apple im Jahr 2004 einen neuen, modernen und zukunftsorientierten HTML-Standard. Weil dies dem Vorhaben des W3C widersprach, gründeten einige sehr bekannte HTML- und Broswerentwickler, wie z.B. Dean Edwards oder Ian Hickson, die „Web Hypertext Applications Technology Working Group“, auch unter WHATWG bekannt und lösten somit einen Konkurrenzkampf zwischen dem W3C und der WHATWG aus. Die Arbeitsgruppen handelten im Interesse aller Web-Programmierer, denn es soll ein Standard geschaffen werden, der die wichtigsten Technologien berücksichtig und gleichwohl wertvolle Zeit und Arbeit einspart[4].
5.1.3 XHTML
Extensible Hypertext Markup Language (XHTML) ist die Verknüpfung der beiden Markup-Sprachen XML und HTML (siehe Abbildung 5.2) und bietet somit mehr Möglichkeiten zur Erstellung einer Webseite, als jeweils nur eine der beiden Sprachen. Mit XHTML lassen sich beispielsweise HTML-Dokumente mit weiteren XML-Sprachen kombinieren oder in weitere XML-Sprachen konvertieren[8]. Das W3C beschäftigte sich nach der Fertigstellung vom HTML 4.01 mit der Weiterentwicklung dieses Standards XHTML bzw. XHTML 2.0 und initiierte die Arbeitsgruppe „XHTML 2 Working Group“. Für das W3C entstand durch die XHTML 2 WG ein komplexes und nicht zu letzt leicht zu lösendes Aufgabengebiet, dem Kampf den immer größeren WWW-Anforderungen Stand zu halten. Die angestrebten Änderungen der XHTML 2 WG entsprachen nicht den Erwartungen der namenhaften Browserhersteller Apple, Mozilla und Opera und wurden ihrerseits nicht weiter unterstützt. Tim Bernes-Lee erkannte schnell, dass dieser Weg nicht zielführend war und verkündete in seinem Blog das Scheitern von XHTLM 2 als neue Sprache, kündigte aber gleichzeitig die Schaffung einer neuen Working Group an, dessen Aufgabe bis heute darin besteht, schrittweise HTML und XHTML weiter zu entwickeln[9].
5.1.4 WHATWG & HTMLWG
Das W3C geriet in 2004 unter Druck, als die Forderung aufkam, die Weiterentwicklung von HTML, DOM und CSS als Basis der Webapplikationen fortzuführen. Schon kurz nach der Bekanntgabe, dass das W3C die Weiterentwicklung dieser Standards einstellte und stattdessen auf andere Standards setzte, stand fest, dass die Entwicklung von HTML 5 in direkter Konkurrenz zum W3C stattfinden würde. Mitte 2004 wurde die WHATWG gegründet, mit dem Ziel, den HTML-Standard so weit anzupassen, dass dieser allen wichtigsten Web-Technologien und Browser-Herstellern konform wird. Der Anfang war getan und die Mitglieder der Working Group kümmerten sich fortan um die ersten Meilensteine, Web Forms 2.0 als Weiterentwicklung von HTML-Formularen, Web Apps 1.0 mit einem Fokus auf der Applikationsentwicklung innerhalb von HTML sowie Web Controls 1.0 als Spezifikation der interaktiven Widgets[10]. Durch das Scheitern von XHTML 2 als neue Web-Sprache, welche nie in dieser Form veröffentlich wurde, und durch die Inakzeptanz der bekanntesten Browser-Hersteller, gründete das W3C eine neue HTML Working Group. Der Grundgedanke, den HTML-Standard fortzuführen, hat sich durchgesetzt. Um den Konkurrenzkampf zwischen dem W3C bzw. der HTMLWG und der WHATWG zu beenden und um einige Mitglieder wieder zurück zu gewinnen, entschlossen sich beide Seiten als Team zu agieren und sich gemeinsam der neuen Herausforderung zu stellen[9].
Das Datum der Veröffentlichung des neuen HTML 5-Standards als Recommendation sorgte zu Beginn für große Diskussionen. Seit Beginn der Arbeiten am neuen Standard in 2004 kann bis heute (2011) niemand konkret mitteilen, wann die Vollendung abgeschlossen sein wird. Bei der Ausarbeitung der Erneuerungen und des technologischen Fortschritts sind die Mittglieder der WHATWG zu dem Entschluss gekommen, dass die Aufgabe, einen neuen Web-Standard zu schaffen, sehr komplex und schwierig ist und mit einer Fertigstellung vor dem Jahre 2022 kaum zu rechnen ist[11]. Die WHATWG und die HTMLWG verfolgen jedoch unterschiedliche Spezifikationen[12], welche weiter unten in dieser Fallstudie behandelt werden.
Das W3C mit der HTML WG und die WHATWG müssen nicht nur die vorhandenen, veröffentlichten Standards erneuern bzw. ersetzen, sondern müssen sich auch nach den Wünschen der Kunden, in diesem Fall der Browserhersteller, richten, wie z.B. Apple. Das Unternehmen Apple setzt großen Wert auf den neuen Standard, da der neue Standard laut Apple weniger Prozessor-Ressourcen benötigen soll, als die weitverbreitete Flash-Variante. Demnach setzt Apple von Beginn an auf die neuen Standards HTML 5, CSS 3 und JavaScript[13] und hält es nicht für sinnvoll, Flash auf Apples mobilen Geräten zu implementieren[14].
5.2 Entstehung / Geschichte mobiler Endgeräte
Der nachfolgende Abschnitt soll einen kurzen Überblick über die Geschichte und Entstehung von Mobiltelefonen bzw. mobilen Endgeräten geben, von den ersten Visionen bis hin zu fertigen Produkten im 21. Jahrhundert.
5.2.1 Die ersten mobilen Endgeräte
Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts prophezeiten Wissenschaftler und Professoren die Zukunft der weltweiten Vernetzung. Sie beschäftigten sich somit schon vor rund 100 Jahren mit der Vision der drahtlosen Kommunikation. Im Mittelpunkt stand das Telefon, mit dessen Hilfe es möglich sein sollte, von einem beliebigen Ort aus ungebunden mit einem Empfänger zu kommunizieren[16]. Dieser Gedankengang ist bis zur heutigen Zeit aktuell und hat sich im Laufe des Jahrhunderts stark entwickelt. Wollte man im Laufe des 20. Jahrhunderts noch gerade einmal mit einer Person in Kontakt treten und miteinander sprechen, so genügt diese Funktion eines Telefons in der heutigen Mobilfunkwelt nicht. Die Ansprüche an das Telefon steigen stetig und die Mobilfunknetze werden ausgebaut. Ein Mobiltelefon verfügt im 21. Jahrhundert über weitaus mehr Funktionen, als noch gegen Ende des 20. Jahrhunderts[17]. Die Anzahl der Mobilfunkteilnehmer ist seit Mitte der 1990 explosionsartig angestiegen (siehe Abbildung 5.3) wobei die stärkste Entwicklung zur Jahrtausendwende zu beobachten ist. Demzufolge wurde seit Ende des 20. Jahrhunderts großer Wert auf die Weiterentwicklung der mobilen Endgeräte gelegt.
Zu Beginn konnte man mit einem Mobiltelefon mittels WAP (Wireless Application Protocol) im Internet surfen, jedoch seinerzeit nur sehr eingeschränkt. Ende des 20. Jahrhunderts entwickelte man in Japan den Nachfolger von WAP, den iMode, welcher 1999 durch das Unternehmen NTT DoCoMo veröffentlicht und freigegeben wurde. Dieser Trend erreichte Deutschland im Jahr 2002 und wurde durch den Mobilfunkanbieter E-Plus vertrieben. So gewann die Nutzung des Internets auf mobilen Endgeräte eine immer größer werdende Rolle und zugleich stieg die Qualität der Endgeräte. Dies erkannten viele Unternehmer und Unternehmen und entwickelten E-Mail-Zugänge für mobile Endgeräte. Das hatte wiederum zur Folge, dass die Nutzer eines internetfähigen Mobiltelefons nicht nur telefonisch ständig erreichbar waren, sondern auch, falls nötig, wichtige E-Mail-Nachrichten von Unterwegs aus abrufen konnten[18].
Der größte Durchbruch gelang dem Unternehmen Apple mit der Einführung des Smartphones iPhone im Jahr 2007. Apple hat ein Endgerät geschaffen, welches dem Fortschritt der Technik entspricht, viele innovative und zugleich nützliche Funktionen vereint und anderen Unternehmen Jahre voraus ist. Alleine das iPhone der ersten Generation und das iPod konnten weltweit millionenfach verkauft werden und sicherten dem Unternehmen durch das sehr exklusive Design und die technische Entwicklung der Geräte eine marktführende Position[19].
5.2.2 Weltweite mobile Vernetzung
Die weltweite Vernetzung ist sehr kompliziert und umfangreich. Der folgende Abschnitt beschäftigt sich weniger mit der Entstehung technologischer Standards, sondern vielmehr mit dem allgemeinen Verständnis zur internationalen Kommunikation und ihrer Anforderungen.
Wie schon im Abschnitt „Die ersten mobilen Endgeräte“ beschrieben, wurden im 20. Jahrhundert die Grundbausteine für die Kommunikation zwischen mehreren Teilnehmern gelegt. Hier spielt die Beziehung zwischen Technik und dem menschlichen Anspruch eine bedeutende Rolle. So kann man bspw. Telefonkonferenzen zwischen Teilnehmern aufbauen, die sich zu unterschiedlichen Tageszeiten an unterschiedlichen Orten auf der Welt befinden. Die Grundvoraussetzungen solcher Möglichkeiten der Kommunikation bilden miteinander verbundene Funknetze (drahtlos) und weltweit verkabelte Nationen (lokale Vernetzung)[20].
Mit der Zeit entstanden so immer größere Funknetze, welche in der Technik immer weiterentwickelt und verbessert wurden. Europaweit entstand Anfang der 1980er das GSM-Netz, welches den Standard Global Systems for Mobile Communication bildete. Das GSM-Netz ist in Europa flächendeckend verfügbar und ermöglicht eine länderübergreifende Kommunikation. Mit Hilfe dieses Standards konnten zusätzliche Dienste wie z.B. eine Gebührenanzeige oder Anrufweiterleitung entstehen. Neben vielen Funknetzen und deren Schnittstellen gehören Kommunikationssatelliten zur Mobilkommunikation und weltenweiten Vernetzung[21].
Nach der Akzeptanz des Mobiltelefons in der Gesellschaft entstanden bei den Teilnehmern individuelle Bedürfnisse, was Technik und Design der mobilen Endgeräte betrifft. Hier entstand ein neuer Markt[22]. Die Netzanbieter bieten heutzutage individualisierte oder personenbezogene Handys/Smartphones an, um möglichst viele Kunden zu gewinnen und anschließend zu halten. Eine Übersicht über die gängigsten Handy-Modelle erhält man im Abschnitt 6 – Mobile Endgeräte.
5.3 Ziele
Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit den Zielen in Hinblick auf HTML 5 und mobilen Endgeräten. Es folgen Nutzen, Entwicklungsperspektiven und Einsatzmöglichkeiten des neuen Web-Standards.
5.3.1 Was kann HTML 5
An dieser Stelle werden einige der neuen Features und Elemente von HTML 5 kurz dargestellt, eine ausführlichere Beschreibung erhält man im Abschnitt 7 „HTML 5“ dieser Fallstudie.
Die wahrscheinlich größte Veränderung zur Vorgängerversion HTML 4.01 werden die neuen input-Elemente in HTML-Formularen darstellen. Die neuen Eingabeelemente sollen die Arbeit der Nutzer verbessern. Zu den Neuerungen gehören datetime, datetime-local, date, month, time, week, number, range, email, url, search, tel und color. Des Weiteren wird die Darstellung von Muss-Feldern vereinfacht indem das Attribut required eingefügt wird. Genauere Informationen können auf http://www.w3.org/TR/html5-diff/ nachgeschlagen werden[23].
5.3.2 Entwicklungsperspektive
Durch die neuen Elemente und Attribute können Webseiten-Entwickler gezielter auf Anforderungen eingehen. Sie sind mit (X)HTML 5 in der Lage, eine Webseite inklusive Anwendungen nur mit HTML-Code zu strukturieren bzw. zu entwerfen. Hierdurch verringert sich die CPU-Anforderung (Central Processing Unit) und Seiten können schneller aufgebaut werden. Der neue Standard ermöglicht es außerdem, gezielt die Grafikkarte anzusprechen um die CPU und den Arbeitsspeicher noch weiter zu entlasten. Wie in den vorherigen Abschnitten schon beschrieben, haben Kundenwünsche, beispielsweise Apple, Opera oder Mozilla Einfluss auf die Entwicklung des neuen Standards und können mitbestimmen, wie HTML 5 entwickelt werden soll. Die verschiedenen Webbrowser können dementsprechend auf den neuen Standard zugeschnitten werden[24]. Dies betrifft nicht nur die herkömmlichen Webseiten, die für Webbrowser erstellt werden, die auf Notebooks und Workstations installiert sind, sondern auch für Webbrowser, die mobilen Endgeräten, wie z.B. Apple iPhone mit dem Browser Safari oder andere Handys/Smartphones mit dem Browser Chrome. Da immer mehr internetfähige Mobiltelefone auf den Markt kommen, gehört das Entwickeln von Apps (von der engl. Kurzform für Application) und Webseiten ebenfalls zum neuen Standard[25].
5.3.3 Einsatzmöglichkeiten von HTML5
Seit der Erfindung der neusten mobilen Endgeräte von Unternehmen wie Apple, Google oder Microsoft und der heutigen Vielfalt von Web-Browsern ist es enorm wichtig, dass die mobilen Endgeräte mit dem neuen Web-Standard kompatibel sind. Dazu zählen zum Einen die Browser der mobilen Endgeräte und zum Anderen die Browser der Desktop-PCs (Personal Computer). Da sich die Web-Browser mit der Zeit ständig weiterentwickelt haben, werden nicht alle Generationen HTML 5 verarbeiten und darstellen können (siehe Abbildung 2.4). Das bedeutet, dass das W3C und die HTMLWG die neuen Web-Standards so entwickeln, dass auch in Zukunft mobile Endgeräte HTML 5-fähig sind[26].
6 Mobile Endgeräte
Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) definiert solche Geräte als mobile Endgeräte, die Aufgrund ihrer Maße, Gewicht und ihrer lokalen Unabhängigkeit dem Benutzer die Möglichkeiten geben, unabhängig vom Standort und stationären Stromquellen, als multifunktionales und digitales Gerät, Verbindung zu Mobilfunknetzen oder auch dem Internet zu ermöglichen und diverse Benutzer-Dienste zur Verfügung zu stellen. Mobile Endgeräte finden im privaten Bereich als auch im professionellen beruflichen Bereich Einsatz. Seit den ersten mobilen Endgeräte aus den 80er Jahren, die mit der Entwicklung von spezialisierten Geräten mit unterschiedlichen Anforderungen, wie Organizern und Mobilfunktelefonen begann, verschwanden diese in ihrer ursprünglichen Form immer mehr vom Markt und wurden durch die stetige technologische Entwicklung, durch Geräte ersetzt die die meisten Benutzer-Dienste in einem Gerät vereinten. Die meisten mobilen Endgeräte heutzutage sind von der Struktur her mit herkömmlichen Arbeitsplatzrechnern zu vergleichen und stellen einen leistungsfähigen Computer dar, mit speziellen Hardwarekomponenten, die für den jeweiligen Verwendungszweck spezialisiert sind.[28]
Einer der Unterschiede eines mobilen Endgerätes zu einem herkömmlichen Arbeitsplatzrechner ist die Bildschirmgröße und die Eingabefunktion, um Mobilität zu verschaffen, auf ein Minimum reduziert oder in ihrer Funktion miteinander kombiniert wurde, welches Einfluss auf die Darstellung der Programme, Applikationen und auch Internetseiten auf einem mobilen Endgerät hat.
6.1 Aktuelle mobile Endgeräte
Mobile Endgeräte überfüllen den Markt in verschiedenen Versionen und Varianten. Zum jetzigen Zeitpunkt fallen unter die Kategorie mobile Endgeräte Laptops, TabletPCs, PDAs (Personal Digital Assistant), Smartphones sowie Mobiltelefone. Geräte mit speziellem Einsatzgebiet sind Spielekonsolen, technische Diagnosegeräte, Spezialgeräte zur mobilen Datenerfassung oder auch moderne Fahrzeuge ihrer Informationstechnik die ebenfalls unter die Kategorie „mobile Endgeräte“ fallen[30].
Die meisten Geräte ähneln sich jedoch in ihren technischen Spezifikationen und entsprechen der Abbildung 6.1.
Zu den derzeit bekanntesten mobilen Endgeräten gehören solche aus dem Kommunikations- und Unterhaltungssektor. Darunter fallen Smartphones, TabletPCs und Mobiltelefone.
Jedoch zeigt der Markt derzeit, dass die Nachfrage nach Smartphones immer mehr steigt und das Mobiltelefon immer mehr verdrängt wird. Derzeitig führend im Segment Smartphones ist Apple mit seinem iPhone und andere Endgeräte von anderen Herstellern, die die Plattform Android unterstützen, welches auf dem freien Betriebssystem Linux basiert.
6.1.1 Handys
Das Wort ”Handy”, das sich laut Näser 1993 in der deutschen Sprache eingebürgert hat, wird als Synonym für das mobile Telefon genutzt und bedeutet eigentlich „praktisch im Gebrauch, handlich“. Die Grundidee des mobilen Telefons begann schon wenige Jahre nach der Erfindung des eigentlichen Telefons im Jahre 1913. Damals wurde von der Deutschen Bahn versucht, die damalige Funkanlage auf einem Zug zu installieren. Dies gelang auch und der Funktelefondienst, der daraus entstand, wurde erstmals Kunden der ersten Klasse auf der Zugstrecke Berlin-Hamburg angeboten[31].
Laut dem Stern war das erste richtige Handy 1952 in ein Bremer Taxi eingebaut. Das erste Netz, das damals für Mobiltelefonie zu Verfügung stand, war das A-Netz, welches jedoch aufgrund der astronomischen Summe von 15000 Mark nur Prominenten und Unternehmern vorbehalten war. Die Revolution auf dem Handymarkt erfolgte mit der Einführung von GSM. Anschließend folgten auch die ersten Mobiltelefone, die in einem Format erschienen, das handlich war und nur ca 353 Gramm wog.[32]. Nach der Einführung des GSM-Netzes in Deutschland im Jahre 1992 und der stetigen Miniaturisierung, wuchs die Nachfrage nach einem solchen Mobiltelefon in allen Altersgruppen rasant an[31]
Fast 2 Jahrzehnte später gibt es Mobiltelefone von den verschiedensten Herstellern, die sich von den Maßen und vom Gewicht immer mehr verkleinern bzw. verringern. Vom Gerät, das nur telefoniert kann, bewegt sich das Mobiltelefon immer weiter weg. Die heutigen Standardfunktion eines Mobiltelefons sind Fotografie sowie Datenspeicherung, hauptsächlich für die multimediale Anwendung[33].
Weltgrößter Mobiltelefonhersteller derzeit ist Nokia mit einem Marktanteil von ca 40.1 (Stand Oktober 2010)[34].
6.1.2 Smartphones
Die Smartphones gehören zur Kategorie der Mobiltelefone und darunter fallen alle Geräte, die mit einem erweiterbaren Betriebssystem ausgestattet sind. Dadurch lassen sie sich in ihrem Funktionsumfang durch die Installation passender Applikationen erweitern. Zu den gebräuchlichsten Plattformen für Smartphones zählen BlackBerry OS, Android, SymbianOS, und iOS von Apple. Die beiden Plattformen mit dem höchsten Marktanteil sind jedoch die beiden letzteren (Siehe Abbildung 6.2).
Laut der Zeitschrift mobile360 ist das Symbian-Betriebssystem eines der am weitesten verbreiteten Betriebssysteme und findet hauptsächlich Verwendung auf Geräten der Hersteller Nokia, Sony Ericson, Motorola und Siemens, um nur einige von vielen aufzuzählen[36].
Das Blackberry OS gilt als die Businesshandymarke und bietet Synchronisierungsfunktionen für zB. Exchange sowie Push-Mail-Funktion für Internet und Multimedia. Geräte mit dem Blackberry OS besitzen in der Regel eine QWERTY-Tastatur und werden hauptsächlich mit einem Track-Pad oder Track-Wheel bedient. Für überwiegend Businesskunden, die mit einem Blackberry-Gerät hauptsächlich Emails und Termine verwalten, reicht dies aus[36].
Das Android-System ist ein auf Open-Source basierendes Betriebssystem und gilt als größter Konkurrenz gegenüber dem iOS-System von Apple, was die Funktionalität angeht. Mit diesem Betriebssystem versucht sich Google immer mehr auf dem Sektor des mobilen Internets zu etablieren. Die Geräte, auf denen das Android-System läuft, zeichnen sich nicht nur durch ihre leistungsgfähige Hardware aus. Das erste Android-Gerät, welches auf den Markt kam, war das HTC-Dream. Mittlerweile läuft das Android-System aber auch auf Geräten der Hersteller Motorola, Samsung, Sony Ericsson, LG, Acer oder Dell. Das Betriebssystem wurde haupsächlich für die Nutzung auf einem Smartphone konzipiert, findet jedoch derzeit Einsatz auf TabletPCs und Netbooks. Anwendungen oder auch Apps, die auf dem Android-System laufen, werden hauptsächlich in Java geschrieben, weshalb sich auch das Betriebssystem bei Entwicklern immer mehr an Beliebtheit erfreut[36].
Das iOS findet nur Anwendung auf Geräten aus dem Hause Apple, was die Verbreitung natürlich einschränkt. Jedoch kann man bei einem Absatz von mehr als 50 Millionen Geräten (Stand Anfang 2010) von einer massiven Verbreitung sprechen. Das iOS wurde Anfang 2007 auf dem damals neu erschienen iPhone vorgestellt. Das iOS wird aufgrund seiner Multi-Touch-Fähigkeit als Grundstein für die Smartphone-Ära bezeichnet. Es handelt sich bei dem System um ein Derivat vom Apple Mac OS X, das nicht nur auf dem iPhone, sondern auch auf dem iPod-Touch und dem iPad zum Einsatz kommt. Mobile Anwendungen, die auf dem Apple-Geräten genutzt werden können, werden über Apples hauseigenem App-Store vertrieben. Derzeit befinden sich knapp 200.000 Anwendungen im App-Store[36].
6.1.3 Tablet-PCs
Die ersten TabletPCs gab es bereits zu Anfang der 90er Jahre. Das damalige Konzept sah vor, einen handlichen, portablen Kleinrechner zu entwickeln, der mit einem Stift bedient wurde. Der Stift wurde als zukünftige Alternative zur immer noch aktuellen Maus gesehen und der TabletPC, damals Pen Computer genannt, sollte den Desktopcomputer ablösen. Das Betriebssystem, das auf einem solchen Geräten lief, stammte vom Hersteller Microsoft und war eine Version des hauseigenem Betriebssystems Windows. Der erste fertige Pen Computer erschien 1992. Der erwartete Ansturm auf das Produkt blieb jedoch aus. Der Pen Computer wurde als zu kompliziert bezeichnet und die neue Eingabefunktion mit dem Stift funktionierte nicht wie angedacht. Auch weitere Modelle von diversen Herstellern mit verbesserten Betriebssystemen brachten nicht den erwünschten Hype, den der Pen Computer benötigt hätte, um sich auf dem Markt zu etablieren[37].
Seit der Bekanntmachung der Markteinführung des neuen TabletPC von Apple, das iPad, entstand wieder eine erhöhte Nachfrage solcher Produkte[38]. Apple wandte sein Erfolgsprinzip vom iPhone auf das iPad ab und bot ein benutzerfreundliches Gerät, mit Multi-Touch-Oberfläche und einem bereits vorhandenem App Store mit mehr als 140.000 mobilen Anwendungen[39].
Aktuelle TabletPCs von anderen Herstellern erscheinen mit Leistungsfähigkeit, umfangreicher Funktionalität und Einbindung von Web-Standards wie HTML 5 und multimedialer Inhalte aus der Programmiersprache Flash von Adobe[38].
6.2 Kommunikationssysteme
In dem Buch „Kommunikationssysteme - Technik und Anwendungen“ von Häckelmann, Petzold und Strahringer wird der Begriff Kommunikation als zweckgebundener Transfer bzw. Austausch von Informationen zwischen Kommunikationsteilnehmern über ein Kommunikationsmedium definiert. Als Kommunikationsteilnehmer können Menschen oder auch Maschinen bezeichnet sein, weshalb es auch verschiedene Kommunikationsformen gibt. Diese Kommunikationsformen treten in Art und Weise von interpersonaler Kommunikation zwischen Menschen, Kommunikation zwischen Menschen und Maschine sowie als Kommunikation zwischen den Maschinen auf[41].
Als Träger der zu übermittelnden Information dient das Kommunikationsmedium, welches durch seine Beschaffenheit und der Entfernung, der Kommunikationsteilnehmer zueinander, vorgibt, in welcher Art die Information ausgetauscht wird. Diese kann in Form von Sprache, Texte, oder auch Bildern erfolgen[42].
Die Art des Informationsaustausches wird heutzutage über das Kommunikationssystem selber definiert. Den mobilen Endgeräten stehen heute diverse Systeme zum Austausch von Informationen zur Verfügung, durch die sie Daten mit der Außenwelt austauschen können. Der Mobiltelefonie steht GSM, UMTS (Universal Mobile Telekommunikations System) und HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) zur Verfügung und zur drahtlosen lokalen Vernetzung werden WLAN (Wireless Local Area Network) als auch Bluetooth oder IrDA(Infrared Data Association) angeboten. Zur Datensynchronisierung, Softwareinstallation und den Servicebetrieb sind leitergebundene Kommunikationsverfahren integriert, die diese verwalten[43].
Alle Kommunikationssysteme lassen sich in der Abbildung 6.3 klassifizieren.
Die Kommunkationssysteme sind in der Regel fest in die mobilen Endgeräte integriert und werden über das eingebaute Betriebssystem gesteuert.
6.3 Applikationen (Apps)
Aufgrund der technischen Spezifikationen der meisten aktuellen mobilen Endgeräte ist es dem Benutzer möglich, neben den bereits durch das Betriebssystem implementierten Diensten, die Funktion des Gerätes um weitere Applikationen oder auch Benutzer-Dienste von Drittanbietern zu erweitern. Laut dem BSI unterscheidet der Nutzer dabei zwischen Onboard-Benutzer-Dienste (Ausführung des Dienstes lokal auf dem Endgerät), Online-Benutzer-Dienste (Verbindung zu einem Server im Internet erforderlich), browserbasierte Benutzer-Dienste (Internet-Browser mit Internetverbindung erforderlich) und kommunikationsbasierten Benutzer-Diensten (SMS (Short Message Service)/MMS (Multimedia Messaging Service) Kommunikation erfoderlich). Die Benutzer-Dienste, die den aktuellen mobilen Endgeräten zur Verfügung gestellt werden, sind folgende:
- Personal Assistant - Anwendung zur persönlichen Lebensplanung- und organisation
- Informationsspeicher - Zur abgesicherten und strukturierten Ablage von Informationen
- Kommunikationsdienst - Dienste, die der Kommunikation dienen, wie SMS, MMS, Email, Telefonie, VoIP, Instant Messaging etc.
- Multimedia - Wiedergabe oder Aufzeichnung multimedialer Inhalte, MP3-Player, Videoplayer, Fotokamera, Radio und digitales Fernsehen
- Spiele - Dienste, die der interaktiven Unterhaltung dienen.
- Positionbasierte Dienste - Dienste, die geographische Positionsdaten nutzen und zB. als Navigationssystem dienen[44].
Das Magazin MacDeveloppers zeigt unter Anderem, welche neuen Funktionen die aktuellen mobilen Applikationen bieten und leisten können. Die Applikationen ermöglichen den mobilen Zugriff auf CRM (Customer Relationship Management)- und ERP (Enterprise Resource Planning)-System, was mobile Applikationen für Geschäftskunden interessanter gestaltet. Dadurch können Kunden-, Termin-, Personaleinträge und zum Beispiel auch Umsatzstatistiken Online von Unterwegs abgerufen werden. Mobile Applikationen können aber auch den Zugriff auf Unternehmensarchive ermöglichen, wo nach bestimmten Dokumenten in verschiedenen Formaten gesucht werden kann und, abhängig vom aktuellen Betriebssystem, auch dargestellt werden kann[45].
Derzeit gibt es diverse Plattformen, auf denen mobile Applikationen eingesetzt werden können und jeder Plattform-Hersteller betreibt sein eigenes Konzept bzw. Programm zur Verbreitung und Erwerb solcher mobilen Applikationen. Jedoch ist es noch nicht möglich Applikationen einer Plattform, ohne Neuprogrammierung oder Umgestaltung, auf ein andere Plattform zu portieren.
Die Bereiche, für die mobile Applikationen eingesetzt werden können, sind sehr vielfältig und werden die Nachfrage nach Smartphones mit flexibler Einbindung solcher mobilen Applikationen weiter steigern.
Die Einbindung von mobilen Applikationen auf die jeweilige Plattform gestalten sich jedoch als recht simpel. Der jeweilige Dienst lässt sich direkt auf dem Endgerät speichern, greift dann auf die Betriebssystem-APIs zu und hat somit vollen Zugriff auf die Ressourcen und Funktionen des mobilen Endgerätes.
Dieser Prozess lässt sich leicht anhand eines Beispiels aus dem App-Store des Herrstellers Apple darstellen, welches Applikationen für das hauseigene Smartphone iPhone und TabletPC iPad zur Verfügung stellt. Der Benutzer wählt im App Store die gewünschte Anwendung, klickt auf Installieren, gibt anschließend sein Passwort seines iTunes-Accounts an, woran ein Kreditinstitut geknüpft ist und somit das Bezahlen der Anwendung ermöglicht, und den Download einleitet um nach Abschluss des Downloads die Anwendung automatisch auf dem Endgerät zu installieren und zur Verfügung zu stellen. Diese Anwendungen oder auch Apps können kostenpflichtig oder auch kostenfrei sein, jedoch unterscheiden beide sich nicht vom Prozess des Erwerbs oder der Installation[44].
6.4 Zukunftstrends von mobilen Endgeräten
Über die Zukunft von mobilen Endgeräten lässt sich nur spekulieren, jedoch beschreibt das BSI die Entwicklung, die die mobile Endgeräte durchlaufen, mit dem Entwicklungsprozess, den die PCs in den letzten Jahrzehnten durchlaufen haben. Die ersten Computer wurden mit einfachsten Mitteln programmiert und besaßen keinerlei Möglichkeiten zur gleichzeitigen Ausführung von Programmen. Funktionen wie virtueller Speicher, Multitasking sowie Festplatten kamen mit der Zeit hinzu und die selbe Entwicklung ist auch bei mobilen Endgeräten zu erkennen. Konzepte wie virtueller Speicher und Multitasking sind bereits in PDAs oder Smartphones wie dem iPhone vorhanden, weshalb man auch davon ausgehen kann, dass die Betriebssysteme sich weiterentwickeln werden[46].
Die immer weiter laufende Entwicklung ermöglicht laut dem BSI eine zunehmende Integration von Schnittstellen in mobilen Endgeräte sowie das Verschmelzen einzelner Geräteklassen wie zB. Mobiltelefone und PDAs in ein einziges Gerät[47].
Laut der PC WELT führt diese Entwicklung dazu, dass mobile Endgeräte beim Surfen bald das gleiche Erlebnis bieten, wie ein Desktop-PC oder Notebook. Die Internetverbindungen für zB. Smartphones werden immer schneller, ebenso wie die Rechnerleistung, was diese Geräte immer besser für die aktuellen Webinhalte wappnet. Jedoch bedeutet dies auch, dass das Web sich auf diese Niesche der mobilen Endgeräte vorbereiten muss und aktuelle Standards wie HTML 5 auf Internetseiten portieren, um dieser zukünftigen Nachfrage gerecht zu werden[48].
7 HTML 5
Der Begriff HTML 5 ist spätestens seit 2010 kein Fremdwort mehr in der Webentwicklung und in den Medien. Einen großen Beitrag dazu leistete sicherlich die brisante Debatte zwischen Apple und Adobe und die Frage, ob HTML 5 das Ende von Flash bedeuten würde. Aber auch die rasche Weiterentwicklung von neuen Browserversionen, die die bisherigen HTML 5 Spezifikation unterstützen, setzten ein Zeichen. Erst dadurch waren erste HTML 5-Funktionen im Browser zu Demonstrationszwecken überhaupt möglich. Nicht zuletzt trugen 2010 auch erste namenhafte Internetportale wie Facebook und YouTube ihren Beitrag dazu, indem Sie die neue Technik einsetzten und für Enduser zur Verfügung stellten.
Die HTML 5 Technik wird bereits sehr gerne für Web-Dienste genutzt und verzeichnet gerade bei mobilen Endgeräten immer mehr Beliebtheit.
Auch wenn die HTML 5 Spezifikation noch im Entwurf steckt und kein endgültiger Endtermin in den Arbeitsgruppen verabschiedet ist, sind einige Funktionen bereits sehr im Detail definiert. Diese Funktionen können bereits verwendet und von den neuesten Browsern wiedergegeben werden, wohlwissend dass auch noch hier Veränderungen eintreten können.
7.1 Anforderungen
Der Internetbrowser wird immer mehr zum wichtigsten Programm auf Endgeräten jeglicher Art. Dadurch wachsen die Anforderungen in Bezug auf Funktionalität, Komfort und Geschwindigkeit stetig. Moderne Internettechnik und Webdienste sollen diesen Anforderungen gerade im Hinblick auf mobile Endgeräte gerecht werden.
Die HTML 4-Technik stößt bei vielen Funktionen an Ihre Grenzen, wodurch Webdienste durch Erweiterungen im Webbrowser (auch: Plug-in oder Add-on) auf andere Programmiertechnik und somit meist auf plattformabhängige Software zurückgreifen muss.
Genau hier setzt der Grundgedanke des neuen Standards HTML 5 an, den die Arbeitsgruppen WHATWG und HTMLWG des W3C mit folgenden Zielen verfolgen:
- Rückkehr zum standardisierten Web, statt proprietäre Einzellösungen
- Einsatz offener Standards bei der Verarbeitung multimedialer Inhalte (Audio und Video)
- Modernisierung und Verbesserung von HTML nach dem Motto „Alles soll einfacher werden!“[49]
7.2 Erneuerungen
In der Spezifikation „HTML 5“ werden alle Vereinbarungen zu HTML 5 festgehalten. Die Spezifikation wird vom Editor Ian Hickson aktuell gehalten und im Internet unter http://dev.w3.org/html5/spec/ für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Gerade HTML Entwickler interessiert viel mehr aber, welche Erneuerungen im direkten Vergleich mit dem Vorgänger HTML 4 eintreten werden. Hier kann die Spezifikation „HTML 5 differences from HTML 4“ von Anne van Kesteren Abhilfe schaffen (http://www.w3.org/TR/html5-diff/). In diesem Dokument werden alle neuen und nicht mehr verwendeten Elemente oder Attribute als auch neue oder geänderte APIs und ausgelagerte Spezifikationsteile festgehalten. Zudem enthält das Dokument ein Changelog, in dem chronologisch dokumentiert ist, wie und vor allem wann Änderungen aufgenommen oder auch verabschiedet worden sind[50].
Da die geschriebene Spezifikation von Anne van Kesteren sehr viele Erneuerungen zum Vorgänger enthält, konzentriert sich die Fallstudie nur auf einige neue Elemente bzw. Attribute und nicht mehr verwendete Elemente bzw. Attribute. Die Spezifikation selbst ist ausführlich, aber nicht sehr übersichtlich gehalten. Aus diesem Grund werden vier Grafiken oder auch Wordles zur Übersicht verwendet. Die Wordles sind vom Addison-Wesley Verlag mit Jonathan Feinbergs Wordle Applet (www.wordle.net) erstellt worden und sind laut Verlag wie folgt zu verstehen:
>> Die Häufigkeit der einzelnen Begriffe und damit die Größe der Schrift bestimmt bei neuen Elementen und Attributen die Zahl der Querverweise, die innerhalb der HTML 5 Spezifikation auf das jeweilige Feature gesetzt wurden Bei nicht mehr zu verwendenden Elementen und Attributen entsprechen die Font-Größen der Nutzung im Web, wie sie von Opera im Rahmen des MAMA-Projektes Waht is the Web made of?. untersucht wurde (http://dev.opera.com/articles/view/mama/). [50]: Neue HTML 5 Elemente]]
In der Abbildung 7.1 sind neue HTML 5 Elemente ersichtlich.
Die neuen Elemente wie -nav-, -section-, -aside-, -article-, -hgroup- und -footer- sollen neben den heutigen -head- und -body- vor allem mehr Ordnung in die HTML Struktur bringen. So kann zum Beispiel eine Navigation eindeutig im Element -nav- und nicht in den Weiten von -body- eingebettet werden.
Um die Verarbeitung multimedialer Inhalte zu vereinfachen und im neuen HTML Standard ohne Browsererweiterungen auskommen zu können gibt es die neuen Elemente -audio- und -video-. So kann in Zukunft mit bloß einer Zeile HTML Code eine Audio-/ oder Videodatei eingebettet werden.
Beispiel
<audio src=“…/audioordner/audiotest.mp3“> <video src=“…/videoordner/videotest.mp4“>
Die Elemente können anschließend mit weiteren Attributen z.B. -controls-, was eine Kontrollleiste im Player erzeugt, verfeinert werden. Derzeit wird für so eine Funktionalität eine Erweiterung wie z.B. der Flash-Player und ggf. JavaScript eingesetzt[51].
Laut Peter Kröner hat das neue Element -canvas- zu Deutsch „Leinwand“ sehr viel Potential. Mittels HTML und Javascript können Grafiken und Animationen erstellt aber auch komplexe Projekte wie z.B. Malprogramme oder Spiele umgesetzt werden. Die Grafiken und Animationen sind dabei nicht starr, sondern können in der Web-Darstellung fortlaufend verändert werden. Auch hier sind bislang externe Komponente wie z.B. Flash notwendig. Auf der Webseite von Peter Kröner ist eine Einführung in Canvas mit Beispielen unter http://www.peterkroener.de/eine-kleine-canvas-einfuehrung/ einzusehen[52].
Das Element -command- ist ebenfalls komplett neu in HTML 5. Mit -command- können Befehle bei Ereignissen wie z.B. das Klicken auf eine Schaltfläche ausgelöst werden. Dieses Element muss immer innerhalb des Elements -menu- eingebettet sein. Außerhalb von -menu- kann das Element zur Erstellung eines Shortcuts verwendet werden[53].
7.2.1 Nicht mehr verwendete Elemente
In der Abbildung 7.2 sind Elemente ersichtlich, die nicht mehr von HTML 5 unterstützt werden.
Die Funktionen von -center- und -font- können im neuen Standard nur noch über CSS verwendet werden.
Im Allgemeinen konnte mit Frames der Anzeigebreich des Browsers individuell in verschiedene Bereiche aufgeteilt werden. Die Struktur von Frames ist derzeit veraltet und verbirgt in der heutigen Internetlandschaft mit Blick auf Kompatibilität nur Probleme mit sich. Alternativen wie z.B. Div-Container unter CSS können Bereiche erfolgreich definieren. Aus diesem Grund werden die gesamten Frame Elemente im neuen HTML 5 Standard nicht mehr unterstützt.
7.2.2 Neue Atrribute
In der Abbildung 7.3 sind neue HTML 5 Attribute ersichtlich.
Ein sehr großer Teil der neuen Attribute betrifft vor allem das Element -input-. Die Attribute sollen Eingabefehler abfangen, wodurch aktuelle JavaScript-Validierungen der Vergangenheit angehören sollen.
Mit den neuen Werten -url-, -email-, -date-, -number-, -time- und Weitere für das Attribute +type+ kann für jedes Feld jetzt ein Datentype und somit eine automatische Validierung geschehen. Auf mobilen Endgeräten kann somit in der Theorie auch direkt die richtige Tastatur (z.B. Ziffernblock) aufgerufen werden.
Das neue Attribut +form+ kann jetzt für die Elemente -input-, -output-, -select-, -button-, -fieldset- und -textarea- verwendet werden. Somit brauchen die genannten Elemente nicht direkt im Element -form- eingebunden sein, sondern können sich auf ein Formular beziehen.
Beispiel
<label>Email:
<input type=email form=x name=email>
</label>
<form id=x></form>
Das gleiche trifft auch auf die Neuen Attribute +formaction+, +fomenctype+, +formmethod+, +formnovalidate+ und +formtaget+ zu. Diese Attribute können allerdings nur in Verbindung mit den Elementen -input- und -button- verwendet werden. Eine Besonderheit hier ist, dass diese Attribute vorrangig behandelt werden und wenn im Element -form- die gleichnamigen Attribute (ohne form am Anfang) vorhanden sind, überschrieben werden[56].
7.2.3 Nicht mehr verwendete Attribute
In der Abbildung 7.4 sind Attribute ersichtlich, die nicht mehr von HTML 5 unterstützt werden.
Hier gilt grundsätzlich die Aussage, dass alle Attribute, die in irgendeiner Weise die Formatierung, also das Textlayout, beeinflussen, im neuen Standard nicht mehr verwendet. Für diese Eigenschaften soll in Zukunft CSS 3 benutzt werden.
7.2.4 Sonstige
Neben funktionale Veränderungen durch HTML 5 wird es auch neue Darstellungsmöglichkeiten durch die neue CSS 3 Spezifikation geben. So können zum Beispiel abgerundete Ecken direkt in CSS gesetzt und brauchen nicht aufwändig durch eingefügte Hintergrundbilder erzeugt werden. Eine große Veränderung wird es auch bei dem bereits vorhandenen Container-Prinzip geben. Aktuell müssen noch verschachtelte Strukturen aufgebaut werden, damit die Gesamtbreite eines Containers richtig ermittelt wird. In Zukunft soll es möglich sein, ohne diese zusätzlichen Strukturen auszukommen und die Gesamtbreite richtig bestimmen zu können. Das „alte“ Container-Prinzip wird noch in den neuen Browsern kompatibel sein[57].
In diesem Kapitel sind bei Weitem nicht alle Erneuerungen behandelt worden. Hier sollte in erster Linie ein Überblick und Anreiz für die neuen Funktionalitäten geschaffen werden.
7.3 Browser
Wie bereits in der Anleitung erwähnt, sind die Browser-Hersteller sehr daran interessiert, die neue HTML-Technik in neuen Browser-Versionen zu unterstützen. In der Grafik kann man gut erkennen, dass seit der ersten verabschiedeten HTML 5 Spezifikations-Entwürfen des W3C in immer häufigeren Abständen Browser-Releases erschienen sind. Die Fallstudie beschränkt sich in diesem Kapitel auf die Browser Mozilla Firefox, Opera, Apple Safari, Google Chrome und dem Internet Explorer, die bis auf Ausnahme von Apples Safari zusätzliche Browser-Versionen für mobile Endgeräte anbieten.
Auf der Internetseite http://html5test.com/ wird ein Funktionstest bezogen auf HTML 5 mit dem aktuell verwendeten Browser durchgeführt. Der Test ermittelt, welche neuen HTML 5 Funktionen vom eingesetzten Browser unterstützt werden und vergibt pro Funktion Ergebnis-Punkte. Stand Januar 2011 können derzeit maximal 300 Punkte im Test erreicht werden. Im Internet gibt es Gruppen, die diese Internetseite begrüßen und andere, die den Funktionstest als viel zu ungenau bezeichnen. Beide Gruppen sind sich jedoch einig, dass die Internetseite für einen groben Trend sehr hilfreich sein kann.
Aus diesem Grund wurde die unten stehende Tabelle entworfen und die verschiedenen Browserversionen auf HTML 5 Funktionalität geprüft. Als Sieger in dieser kleinen Teststudie geht der Browser Chrome von Google hervor. Mit 231 von 300 Punkten unterstützt die aktuelle Version 8 bereits sehr viele HTML 5 Funktionalitäten. Der Verlierer dieser kleinen Test-Studie ist eindeutig der Internet Explorer von Microsoft mit nur 27 von 300 Punkten in der aktuellen Browserversion.
| Browser | Version | Veröffentlichung | Status | Testversion | Ergebnis HTML5 |
| Chrome | 8 | 12/ 2010 | Aktuell | 8.0.552.224 | 231 |
| Chrome | 9 | 01/ 2011 | Beta | 9.0.597.42 | 242 |
| Chrome | 10 | 02/ 2011 | Developer | 10.0.628.0 | 244 |
| Firefox | 3.6 | 12/ 2010 | Aktuell | 3.6.13 | 139 |
| Firefox | 4.0 | 1. Quartal 2011 | Beta | 4.0b8 | 197 |
| Internet Explorer | 8 | 03/ 2009 | Aktuell | 8.0.76 | 27 |
| Internet Explorer | 9' | 09/ 2010 | Beta | ||
| Safari | 5 | 06/ 2010 | Aktuell | 5.0.3 | 207 |
| Opera | 11 | 12/ 2010 | Aktuell | 11 | 177 |
Tabelle 1: HTML5 Funktionstest - Browser
'Der Test konnte aus technischen Gründen nicht durchgeführt werden.
7.4 Web-Apps mit HTML 5
Die Nachfrage an mobilen Endgeräten ist höher den je. Neben immer besserer Hardware wie z.B. hochauflösende Displays oder Kameras verbessern sich auch stetig die Programme und Web-Dienste auf mobilen Endgeräten und werden somit ebenfalls zu einem wichtigen Kaufkriterium. Genau hier stellt sich dann aber meist die Frage für den Endverbraucher, wie viele Programme eigentlich für das ausgewählte Endgerät vorhanden sind.
An dieser Stelle beginnt schließlich das Problem für Handyhersteller, Anwender und auch für Anbieter von Programmen und Dienstleistungen. Die Anbieter müssen sich bei der Entwicklung von Programmen und Dienstleistungen entscheiden, auf welche Plattform, sprich auf welches mobile Betriebssystem, sie sich konzentrieren möchten. Die Plattformen sind zum Teil sehr unterschiedlich und so müssen z.B. Programme immer wieder neu entwickelt werden. Da die Entwicklung sehr teuer ist, wird keine Firma gleichzeitig in alle Plattformen investieren. Die Entwicklung von mobilen Diensten und Programmen ist sehr wichtig und verbirgt noch sehr viel Potenzial, leider ist sie heutzutage meist noch nicht rentabel.
Genau an dieser Stelle soll der neue Standard HTML 5 in Verbindung mit guten Web-Browsern und den so genannten Web-Apps Abhilfe schaffen. Mit HTML 5 werden neue Web-Dienste ermöglicht, die nicht nur wie richtige Programme aussehen sondern auch so agieren. Dienste die z.B. auf ein Dateisystem oder auf Inhalte während des Offline Modus zugreifen waren bis dato nur durch Programme und nicht durch Internetdienste möglich.
Dadurch ist es den Anbietern von Diensten und Programmen möglich, auf vorhandene Entwickler-Ressourcen zurückzugreifen und durch HTML 5 Web-Anwendungen plattformunabhängig zu entwickeln. Die Entwicklungskosten werden somit reduziert und die Anwendungen stehen für sämtliche mobile Endgeräte zur Verfügung. Anschließend kann noch immer entschieden werden, ob aus der Webentwicklung eine native Anwendung für z.B. den Android Market oder den Apple App Store generiert wird.
Ist die HTML 5 Anwendung einmal entwickelt, kann heute daraus sehr bequem und schnell ein natives Programm erzeugt werden. Dies kann z.B. durch das Open Source Framework PhoneGap (http://www.phonegap.com/) geschehen. Native Programme sind plattformabhängig und haben aber den Vorteil, dass sie bei Bedarf spezieller auf mobile Endgeräte ausgerichtet sind und somit z.B. einen automatischen Kameraaufruf oder das Adressbuch ansprechen können[59].
7.5 Ausblick
Die Entwicklung von HTML 5 schreitet stetig voran. Tagtäglich wird an der Spezifikation gearbeitet und ins kleinste Detail definiert. Nicht mehr verwendete Bestandteile entfernt und wenn nötig neue Funktionen hinzugefügt. Die treibende Kraft an diesen fortlaufenden Prozess ist die Gemeinschaft bestehend aus den Gruppen WHATWG, W3C, Browserherstellern, einzelnen Personen und dem Editor der Spezifikation Ian Hickson. Wenn es nach Ian Hickson geht, wird der HTML Standard der Zukunft nicht an einer Versionsnummer ausgemacht, sondern ausschließlich unter dem Begriff HTML kontinuierlich weiterentwickelt.[60]
7.5.1 Planung / Fertigstellung
Laut den Vorgaben der Working Group beim W3C, soll der HTML 5 Standard bereits im Mai 2011 den Status „Last Call“ erreichen. Das bedeutet, dass nach diesem Status keine neuen Funktionen mehr in die Spezifikation aufgenommen werden sollen. Aus diesem Grund wird noch an vielen Ideen und Konzepten gefeilt[61]. Das Datum für die Vollendung des neuen HTML Standards kann bis heute niemand genau mitteilen. Das Jahr 2022 ist unter anderem in den Arbeitsgruppen der WHATWG und W3C für die komplette Fertigstellung gefallen[11].
7.5.2 Marktwettbewerb
Ein Marktwettbewerb entsteht vor allem durch die neuen Möglichkeiten von multimedialen Inhalten in HTML 5 durch die Elemente -audio-, -video- und -canvas-. Überall wo heute noch bedingt Browser-Erweiterungen notwendig sind, können in Zukunft die HTML 5 Funktionen ausreichen. Das bedeutet für die Hersteller von Browser-Erweiterungen, Adobe mit Flash und Microsoft mit Silverlight zusätzliche Konkurrenz.
Microsoft hat bereits veröffentlicht, dass die Arbeit an Silverlight zugunsten von HTML 5 zurückgefahren wird. Microsoft nannte als Grund vor allem Apples Betriebssystem iOS und die nicht gewollte Browser-Erweiterung. Somit hat Apple nicht nur Einfluss auf Flash genommen sondern auch den direkten Flash-Konkurrenten Silverlight ausgebremst. Auch Adobe reagiert mittlerweile auf den neuen Webstandard und bietet einen Flash- zu HTML 5-Konverter an[62].
Durch die neuen Funktionen in HTML 5 können auch in Zukunft einige native Programme durch Web-Dienste komplett ersetzt werden. Durch die neuen Funktionen in HTML 5 kann die Hardware angesteuert werden. In vielen Punkten bieten native Programme aufgrund der Betriebssystemnähe aber weiterhin mehr Möglichkeiten um z.B. die Kamera auf einem mobilen Endgerät anzusteuern.
8 Fazit
Viele neue Funktionalitäten die den neuen Umweltanforderungen im Bezug auf das Internet gerecht werden sollen, sind bereits im neuen HTML 5 Standard als Entwurf beschlossen und können mit modernsten Browsern verwendet werden. Der HTML 5 Standard dient somit als Basis für das gesamte Internet und den noch sehr jungen Bereich der mobilen Endgeräten. Die immer bessere Hardware bei mobilen Endgeräten sorgt ebenfalls für ein schnelleres, effezienteres und komfortabeles Arbeiten im mobilen Internet. Viele Beispiele in der Vergangenheit haben bewiesen, dass eine einheitliche Sprache durch einen Standard für die technische Entwicklung fördernd ist.
Solange es keinen eindeutigen Standard gibt, sind Hersteller, Entwickler und vor allem Endverbraucher unversichert und handeln bei der Produktauswahl nur sehr zögerlich. In der Zwischenzeit als der neue Nachfolger der DVD zwischen den Formaten HD-DVD und Blu-Ray ausgemacht worden ist, waren vor allem die Endverbraucher sehr unversichert. Das hatte zur Folge, dass Endverbraucher sich nicht für ein Format entscheiden konnten und so bei dem Ursprungsformat DVD geblieben sind. Jetzt wo sich das Format Blu-Ray als Standard durchgesetzt hat, wird dieses Format auch vom Endverbraucher akzeptiert. Eine ähnliche Situation existiert jetzt auch im multimedialen Bereich von HTML 5 und Flash bzw. Silverlight. Nur dass hier vor allem die Hersteller und Entwickler verunsichert sind.
Aktuell werden auf der CES (Consumer Electronics Show), Messe für Unterhaltungselektronik, in Las Vegas unter anderem die neuesten mobilen Endgeräten vorgestellt. Nicht anders zu erwarten macht die Hardware auch wieder einmal hier einen großen technischen Fortschritt. Smartphones mit einem schnellen aber Stromsparenden Dualcore-Prozessor sind unter anderem ein Highlight.
Eine Zukunftsprognose gerade im technischen Bereich ist sehr kurzfristig zu sehen. Der neue HTML 5 Standard verzeichnet jedoch einen steigenden Trend. Auch mobile Endgeräte sind beliebter den je und verzeichnen einen steigenden Trend. Abschließend zur Fallstudie kann kein endgültiges Fazit als Ergebnis genannt werden, solange der HTML 5 Web-Standard sich noch im Entwurfsstadium befindet und nicht vom W3C veröffentlicht bzw. als Recommendation ausgesprochen wurde.
9 Fußnote
- ↑ Quelle: http://cscis12.dce.harvard.edu
- ↑ Vgl. http://www.w3c.de
- ↑ Vgl. Addison-Wesley (2008a)
- ↑ 4,0 4,1 Vgl. Addison-Wesley (2010a)
- ↑ Vgl. Balzert, Heide (2007)
- ↑ Vgl. Addison-Wesley (2008b)
- ↑ Quelle: http://schulten.net/category/html5
- ↑ Vgl. Addison-Wesley (2008c)
- ↑ 9,0 9,1 Vgl. Addison-Wesley (2010b)
- ↑ Vgl. Addison-Wesley (2010c)
- ↑ 11,0 11,1 Vgl. Addison-Wesley (2010d)
- ↑ Vgl. Addison-Wesley (2010e)
- ↑ Vgl. http://www.apple.com/html5 (Jan. 2011)
- ↑ Vgl. Damaschke, Giesbert (2010)
- ↑ Quelle: Jahresbericht der Bundesnetzagentur 2005
- ↑ Vgl. Brehmer, Arthur (1910)
- ↑ Vgl. Grüblbauer, Johanna (2010a)
- ↑ Vgl. Emrich, Christin (2008)
- ↑ Vgl. http://www.apple.com/de (2007)
- ↑ Vgl. Bisenius, Jean C. (2002)
- ↑ Vgl. Häckelmann, Heiko; Petzold, Hans J.; Strahringer, Susanne (2000)
- ↑ Vgl. Grüblbauer, Johanna (2010b)
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- ↑ Vgl. Addison-Wesley (2010g)
- ↑ Vgl. Sander, William B. (2010)
- ↑ Vgl. http://html5readiness.com (Jan. 2011)
- ↑ Quelle: http://html5readiness.com
- ↑ Vgl. BSI, (2010a)
- ↑ Quelle: BSI, (2010b)
- ↑ Vgl. BSI, (2010b)
- ↑ 31,0 31,1 Vgl. http://www.staff.uni-marburg.de
- ↑ Vgl. http://www.stern.de
- ↑ Vgl. http://www.Nokia.de
- ↑ Vgl. http://www.focus.de
- ↑ Quelle: http://www.macerkopf.de
- ↑ 36,0 36,1 36,2 36,3 Vgl. Mobile360 | Mobile Technology, (2010)
- ↑ Vgl. http://www.webpronews.com
- ↑ 38,0 38,1 Vgl. http://www.apple.com/de (2010a)
- ↑ Vgl. http://www.apple.com/de (2010b)
- ↑ Vgl. BSI, (2010c)
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- ↑ Vgl. Häckelmann, Heiko; Petzold, Hans J.; Strahringer, Susanne (2000b)
- ↑ Vgl. BSI, (2010d)
- ↑ 44,0 44,1 Vgl. BSI, (2010e)
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- ↑ 54,0 54,1 Quelle: Addison-Wesley (2010j)
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- ↑ Vgl. Addison-Wesley (2010m)
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