Integration von Einkaufsprozessen im Smart Home
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| Name des Autors / der Autoren: | Daniel Lütten, Ingo Kabella, Sascha Guderian |
| Titel der Arbeit: | "Möglichkeiten der Integration von Einkaufsprozessen im Smart Home" |
| Hochschule und Studienort: | FOM Hamburg |
1 Einleitung
Das Fortschreiten der Vernetzung durch das Internet und die Verflachung von Geschäftsprozessen in der Wirtschaft beeinflußt zunehmend das tägliche Leben auf der ganzen Welt. Vor ca. 15 Jahren, Anfang 1993, als Bill Clinton das erste Mal zum Amerikanischen Präsidenten gewählt wurde, hatte so gut wie keine Privatperson, außerhalb der U.S. Regierung, Email. Das Internet und seine Nutzung durch die Wirtschaft waren gerade in den Anfängen[1]. Die Möglichkeit, die durch die Vernetzung gegeben wird, ist für jedes Individuum miteinander zu kommunizieren und zu handeln, zunehmend unabhängig von einem geographischen Standpunkt. Dieser Umstand ebnet das Spielfeld um weltweit zu konkurrieren. Internetlösungen und computergestützte Ablaufprozesse finden auch Anwendung und Integration im privaten Haushalt. Bestellverfahren in der Wirtschaft werden immer mehr automatisiert und durch IT unterstützte Prozesse rationalisiert. In dieser Studie wollen wir unseren Blickpunkt auf die "Möglichkeit der Integration von Einkaufsprozessen im Smart-home" richten.
2 Smart Home
Für das Smart Home gibt es weitere redundante Synonyme: eHome, intellegent Home, Smart House, Elektronisches Haus, Vernetztes Haus und viele weitere firmenspezifische Bezeichnungen. Im Folgenden werden wir den Begriff Smart Home verwenden. Der Begriff umschreibt den Gedanken eines Gebäudes, das Funktionsabläufe innerhalb seines Komplexes und Haushaltes, aus Effizienzgesichtspunkten, optimieren kann. Die vielen einzelnen elektronischen Einheiten in einem Gebäude, sind im Smart Home miteinander verbunden. Die Vernetzung, und im Rückschluß zentrale Verwaltung, soll Hausgeräte, Heizsysteme, Unterhaltungselektronik, Beleuchtung, Einkaufsprozesse uvm umfassen. Das Ziel ist ein Mehrwert an Komfort, Wirtschaftlichkeit, Energieffizienz, Flexibilität und Sicherheit. Im Zweckbau und gewerblichen Bereich wird diese Entwicklung in der Gebäudeautomation und dem Computer Aided Facility Management voran getrieben. Hier werden zumeist ähnliche oder gleiche Prozesse aufgegriffen und angewandt, die Umgebungsparamater und gegebenenfalls das verfolgte Ziel, sind jedoch andere. Im Privathaushalt beispielsweise, kann der Vorteil in der effektiven Nutzung von Zeit, einer Steigerung im Komfort und Sicherheit liegen. Im gewerblichen Bereich kann durch höhere Verbrauchsvolumina leichter ein kommerzieller Vorteil erlangt werden. Diese Entwicklung hatte seine Anfänge um 1985 mit dem TRON-House in Japan. Die Motivation hatte teilweise einen wissenschaftlichen Hintergrund, um zu testen, ob die Technologien funktionieren und umzusetzen sind. Aber auch aus einem pragmatischen wirtschaftlichen Aspekt, um potentiellen Kunden ein Produkt zur Verfügung stellen zu können.
2.1 Markt für das Smart Home
Der Markt stellt noch eher eine Marktnische, als eine Marktlücke dar, eine Massenproduktion und Implementierung sind noch nicht umzusetzen. Es ist aktuell ein sich entwickelnder Markt, der mit anderen Märkten in direkter Verbindung steht und Anteile aufgreift. In den assoziierten Wirtschaftszweigen gibt es jedoch ein gemeinsames Verständnis dafür, daß es ein großes Wachstumspotenzial gibt und die Nachfrage steigen wird. Noch bestehen aber Restriktionen in den benötigten Kooperationen mit anderen Wirtschaftszweigen, um eine Umsetzung in hohen Stückzahlen realisieren zu können. Für diese Wirtschaftszweige werden wir im nächsten Gliederungspunkt eine Auflistung geben. Die Entwicklungen gehen in 2 Richtungen, den Wohnbau und den Zweckbau. Beim Wohnbau, also bei Privatpersonen, wird die Entscheidung, ein Haus zu bauen oder in die Modernisierung des Heims zu investieren, oftmals von sozialen und volkswirtschaftliche Faktoren beeinflußt[2]. Heutzutage muss nicht jedesmal eine individuelle Lösung neu entwickelt werden, da es inzwischen auch Fertighäuser als Smart Homes gibt, oder Smart Wohnungen zu mieten. Eine Organisation, die in diesem Zusammenhang an zu merken ist, ist die Smart Home Initiative Deutschland. Sie versucht die Kräfte zu bündeln und auf Standards auf zu bauen. Nicht jeder Marktteilnehmer muss wieder bei Null anfangen und das Rad neu erfinden. Es soll ein ganzheitlicher Ansatz und die Aktivitäten zusammengeführt werden. Es werden sehr pragmatische Ansätze verfasst, beispielsweise für Energieeinsparungen bestehen Konzepte, die eine planbare Refinanzierung aufweisen können. Die Energieeffizienz einer Wohnung kann durch eine solche Lösung gesteigert werden, die Nebenkosten werden gesenkt. Durch die Einsparungen in den Energiekosten amortisieren sich die Lösungen von selbst. Die Refinanzierbarkeit, also ein kommerzieller Nutzen, ist für die Akzeptanz und Nachfrage von Smart Home Lösungen ein entscheidender Faktor.
2.1.1 Baugewerbe
Der Wohnbau ist stark geprägt durch das Zinsniveau für Kredite sowie andere Rahmenbedingungen, etwa den staatlichen Fördermaßnahmen. Diese Einflüsse entscheiden die Bauentscheidungen. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise und der Unsicherheiten am Arbeitsmarkt wird 2009 bestenfalls mit einer Stagnation der Gesamtumsätze in diesem Bereich gerechnet[3].
Großes Potential liegt hier bei den Renovierungen und Sanierungen, da bei vielen Gebäuden aus den 50er und 60er Jahren eine entsprechende Sanierung ansteht.
2.1.2 Handwerk
Für die Wartung eines Hauses und Gebäudes stellt das Handwerk einen essentiellen Faktor dar. Die Handwerker müssen auf eine zentrales Verwaltungssystem und Software gestützte Umgebung geschult werden, und eine Affinität zu der Technik aufbauen, um die nötigen Wartungsarbeiten durchführen zu können. Für diesen speziellen Markt gibt es eine Steigerung der Bedeutung des Elektrohandwerks, da die Modernisierung und Einrichtung moderner Wohn- und Geschäftsgebäude von ihnen umgesetzt werden muss.
2.1.3 Energielieferanten
Es muss von der Angebotsseite eine Erweiterung des Produktkataloges um den Service von Kommunikation und Automation geben. Hierzu ist die Technologie des intelligenten Messwesens an zu merken (Smart Metering). Der Bundestag hat schon im Juni 2008 beschlossen, daß ab 2010 intelligente Zähler in Neubauten eingesetzt werden[4]. Die Zähler stellen den Energieverbrauch und die Nutzungszeit dar, was dem Verbraucher eine größere Transparenz über seinen Stromverbrauch vermittelt. Durch eine Vernetzung mit dem Stromlieferanten kann der Zähler automatisch abgelesen werden. Denkbar ist auch eine Umstellung auf dezentrale Energieversorgung im Zuge des Baus eines Smart Homes.
2.1.4 Einzelhandel
Hier besteht eine Möglichkeit für den Einzelhandel seinen Marktanteil aus zu bauen, indem er einen Online Service oder eine Lieferung zu den Kunden nach Hause oder an eine Home Box unterstützt. Wie unter dem Punkt 2.3 noch genauer umschrieben wird, sind diese Anpassung des Angebots von essentieller Wichtigkeit in Anbetracht des demographischen Wandels in der Bevölkerung.
2.1.5 Unterhaltungselektronik
Der Lebenszyklus liegt bei durchschnittlich ca. 5 Jahren von einem Fernseher oder PC. Die zunehmende Digitalisierung und technischer Fortschritt, treibt die Entwicklung zu einer zentralen Unterhaltungseinheit selbst voran.
2.1.6 Küchengeräte Hersteller
Auch in dem Bereich leisten die Hersteller von Küchengeräten Pionierarbeit, um die Küche und seine einzelnen Einheiten zu vernetzen und zu integrieren. Hier ist der Trend schon sehr weit fortgeschritten und es gibt bereits erste unternehmensübergreifende Standards.
2.2 Smart Home und Assisted Living
Die demographische Entwicklung in Europa ist so zu beschreiben, daß es eine Erhöhung des prozentualen Anteils von älteren Menschen in unserer Gesellschaft geben wird. Weniger Menschen werden geboren und auf der anderen Seite werden die Menschen immer älter[5]. Beim Wechsel ins 20 Jahrhundert, lag die durchschnittliche Lebenserwartung eines Mannes und einer Frau bei 45,7 und 49,6 Jahren. Bis zum Jahre 2000 hatte sich dieser Wert auf 75 und 79,9 Jahre erhöht. Seit 1840 hat sich die Lebenserwartung jeweils um ein Viertel Jahr verbessert, es wird angenommen, daß dieser Prozess weiter anhält. Die Geburtenrate jedoch ist auf sehr geringe Werte gesunken, in 2001 lag der Durchschnittswert von Kinder/Frau bei 1,47, eine fortlaufenden Ablöse wäre bei 2,1 erreicht. Die Auswirkung wird in der Darstellung deutlich, daß durch eine höhere Lebenserwartung und eine sinkende Geburtenrate, die EU Bevölkerung, als auch die deutsche, steigend älter wird. Für die Politik und die soziale Umverteilung wird es somit nicht nur höhere Ausgaben geben, sondern auch eine Verringerung des Einkommens.
Ohne Zweifel wird es einen größeren Bedarf an gesundheitlicher Versorgung und Pflege von Menschen in ihrem eigenen Zuhause geben. Um diesem Umschwung gerecht zu werden, muss dieser Aspekt bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Produkte berücksichtigt werden. Die Lebensqualität des Menschen hängt zu einem großen Teil davon ab, in welcher Umgebung und unter welchen Bedingungen er seine Zeit verbringt. Für viele ältere Menschen werden diese Anforderungen zu Hause am besten erfüllt, da es für sie, ein gewohntes Umfeld ist und hier Ihre Erinnerungen liegen. Der demographische Wandel birgt auch Chancen für die Wirtschaft in Deutschland und Europa. Die Verbrauchsmuster und Anforderungen an die Wirtschaft werden hauptanteilig von den älteren Menschen beeinflußt werden. Die Technologien des Smart Homes können einen Beitrag dazu leisten, daß dieser Teil der Gesellschaft länger und einfacher da bleiben kann, wo er möchte. Die Verbindung von Smart Home und dem Gesundheitwesen wird Assisted Living genannt[6].
3 Integrierte Einkaufsprozesse
Die Integration von Einkaufsprozessen adäquat zu erläutern, bedingt zunächst, den Begriff der Integration in diesem Kontext zu definieren. In der Informatik und Softwaretechnik bedeutet Integration das Zusammenführen von Daten/-banken und Anwendungen unter einer einheitlichen Oberfläche. Integrationsgegenstand sind jeweils die Daten und die gegenseitige Abstimmung von Funktionen, Prozessen, Methoden und Programmen[7]. Im Zusammenhang mit der Betriebswirtschaftslehre wird mit Integration eine Verknüpfung der einzelnen Funktionsbereiche und ihrer Informationssysteme umschrieben. Ein Produktionsbetrieb hat die Funktionsbereiche Beschaffung, Engineering, Absatz, Produktion usw. Die Informationen, die an den verschieden Wirkungsstätten dieser Mehrwertschöpfungskette entstehen, werden in einem ERP - Enterprise Ressource Planing zusammengefahren und stellen die Basis für die Steuerung der operativen Geschäftsprozesse, als auch für Führungsentscheidungen[8]. Unter dem Begriff ERP versteht man ein aus mehreren Komponenten bestehendes integriertes Anwendungspaket, das die operativen Prozesse in allen wesentlichen betrieblichen Funktionsbereichen unterstützt. Die Integration wird dabei von einer zentralen Datenbank getragen, wodurch Datenredundanzen vermieden und integrierte Geschäftsprozesse ermöglicht werden. Die Ansätze der Integration von Wirtschaft und Informatik sind komplementär und ergänzend zueindander zu betrachten, oder stehen vielmehr in einem Ursache/Wirkung Verhältnis. Dieser Prozess der Integration und Rationalisierung von Geschäftsprozessen wird nicht nur innerbetrieblich umgesetzt, sondern auch zwischenbetrieblich. Es finden transnationale und horizontale Kollaborationen statt. Hierzu möchte ich beispielhaft die Supply Chain, die Wertschöpfungskette, des größten Einzelhandelsunternehmen der Welt umschreiben, Wal*Mart, das mit 2 Millionen Beschäftigten auch der größte Arbeitgeber der Welt ist.
3.1 Beschreibung eines integrierten Einkaufsprozesses
Die Wal Mart Headquarters und auch die Ursprünge befinden sich in Bentonville, Arkansas. Einem vergleichsweise kleinen Staat nordöstlich von Texas, also geographisch sehr südlich in den U.S. gelegen. Hier befindet sich auch das Vertriebszentrum des Unternehmens[9]. Auf der einen Seite dieses Zentrums laden die Wal*Mart Trucks Pakete der tausend verschiedenen Lieferanten ab. Diese kommen dann alle auf einzelne Förderbänder, die dann in einem größeren flußartigen Band zusammenlaufen. Während dieses internen Beförderungsprozesses werden die Pakete von einem Barcodescanner gelesen. Am Ende des Bandes wird mit Haltearmen und Umleitungsmechanismen das Paket zu dem Teil des Förderbandes geleitet, der es zu dem zugeordneten Truck bringt. Denn jedes dieser einzelnen Pakete ist von einem bestimmten Wal*Mart Laden geordert worden und muss nun dorthin transportiert werden, um dann im Laden zum Verkauf angeboten zu werden. Wenn ein Kunde diesen Artikel vom Regal zur Kasse bringt und der Kassierer es eingescannt hat, wird ein Signal an den Hersteller weitergegeben. Die Nachricht besagt, das Bedarf an einem Neuen besteht. Folgend dazu wird es produziert und der Kreislauf startet wieder von Vorne. Dieser physische Warenfluss und Orderingprozess setzt voraus, daß die involvierten Unternehmen sich auf einen Standard für den Informationsfluss geeinigt haben. An jeder Stelle der Wertschöpfungskette muss es eine Schnittstelle zur nächsten geben. Einer der Vorteile den Wal*Mart nutzt ist die Information darüber was der Kunde aktuell kauft. Je schneller diese Information an den Hersteller gegeben werden, um so schneller kann der Warenfluss in Gang gebracht werden. Ein großer Wettbewerbsvorteil von Wal*Mart liegt somit in der Nutzung von innovativen Technologien und Informationssystemen, um Verkäufe schnellstmöglich zu identifizieren und sie an die Hersteller zu kommunizieren. Die neueste Innovation die Wal*Mart mit in diesen Prozess aufgenommen hat, ist RFID Technologie - Radio Frequency Identification Microchips. Diese Chips werden jedem großen Paket, das zu Wal*Mart geliefert wird, beigefügt. Radiowellen übermitteln die benötigten Identifizierungsdaten zu einem Objekt. Diese Technik ersetzt damit die Barcodes. Im späteren Verlauf werden wir hierauf noch genauer eingehen. Die Lieferanten wurden angewiesen, ab 1. Januar 2005 alle Pakete, die zu Wal*Mart Vertriebszentren geliefert werden, mit einem RFID Chip aus zu statten. Da aktuell jeder Chip noch einen Preis um 0,20 USD hat, sind diese Chips für größere Pakete und Lieferungen vorbehalten.
Der nächste Schritt wäre, jedes Einzelteil mit einem dieser Chips zu versehen. Im Rückschluß wäre eine nahezu totale Transparenz des Warenflusses und der Materialwirtschaft möglich[10]. Um den Beschaffungsprozess so weit in den innerbetrieblichen Mehrwertschöpfungsprozess zu integrieren, muss es, wie bereits angemerkt standardisierte Schnittstellen vom internen ERP nach extern zu der Lieferantenbasis geben. Ein Standard, der für diesen zwischenbetrieblichen Datenaustausch verwendet wird, ist EDI - Electronic Data Interchange.
3.1.1 EDI - Electronic Data Interchange
Dieser Standard für das Format für den Austausch von elektronischen Daten im Geschäftsverkehr wurde 1988 von der UN verabschiedet unter der Abkürzung UN/EDIFACT - United Nations Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport[11].
Der Datenaustausch weist folgende Merkmale auf:
- vollautomatischer Versand der Informationen
- standardisierte Struktur der benötigten Daten
- in Form einer Syntax
- das physische Versenden einer Order entfällt
- unternehmensübergreifende Kommunikation zwischen den Anwendungssystemen
- erhebliche Kostensenkung durch Einsparung von Papierbestellung, Versandkosten und administrativen Aufwänden
Eine Bestellung, die vom System ausgelöst wird, würde Beispielsweise folgendermaßen aussehen:
UNA:+.? '
UNB+UNOC:3+Senderkennung+Empfaengerkennung+060620:0931+1++1234567'
UNH+1+ORDERS:D:96A:UN'
BGM+220+B10001'
DTM+4:20060620:102'
NAD+BY+++Bestellername+Strasse+Stadt++23436+xx'
LIN+1++Produkt Schrauben:SA'
QTY+1:1000'
UNS+S'
CNT+2:1'
UNT+9+1'
UNZ+1+1234567'[12]
Diese standardisierte Form kann von beiden ERPs der Unternehmen verarbeitet werden. Ein ähnlicher, oder der in der Praxis bewährte Standard EDI, müsste auch Anwendung in dem Einkaufsprozess des Smart Homes finden, um die Integration voran zu treiben.
4 Möglichkeiten der Integration von Einkaufsprozessen im Smart Home
4.1 Einsatzbereiche
Die Einsatzbereiche im Smart Home richten sich je nach Anforderungen und insbesondere nach den Bedürfnissen der einzelnen Haushalte bzw. Personen und sind somit individuell gestaltbar. Die Vielfalt der Möglichkeiten ist jedenfalls groß und setzt bei neuen Ideen fast keine Grenzen wie wir später noch unter den Punkten 4.2 Bestehende Technologien ; sowie 4.3 Neue Technologien kennen lernen werden. Um nur einige zu nennen - die Palette reicht von:
Dienstleistungen
Einkaufsprozesse:
- Lebensmittel (Brot, Wurst, Käse, Eier, Konserven, Gemüse, Obst etc.)
- Getränke (Cola, Wasser, Wein, Milch etc)
- Feuerholz/Kaminholz
- Wasch- und Reinigungsmittel (Spülmittel, Weichspüler, Fliesen- oder Laminatreiniger, Staubsaugerbeutel etc.)
- Zahnpasta
- Büromaterial (Briefumschläge, Briefmarken, Collage-Block, Kugelschreiber, Marker etc)
- Entertainment (Musik CDs, DVDs, Spiele für Konsolen, Bücher etc.)
- Freizeit (Konzert-, Theater-, Stadion- und Kinokarten)
- Oder gar hin bis zu Bekleidungsmaterial (Jeans, Blusen, Hemden, T-shirts, Gürtel, Anzüge, Abendkleider, Schuhe etc.)
Auch Reinigungsdienste oder der Gartenservice gehören zu den Dienstleistungen. Dies kann folgendes beinhalten:
- Reinigung von Anzügen, Hemden, Blusen, Abendkleidern etc.
- Reinigung der Wohnung wie z.B. staubsaugen, Staubwischen,
- Hausflur wischen
- Fensterputzservice
- Erledigung des Abwaschs
- die Betten im Schlafzimmer neu beziehen
- Zubereitung von Mahlzeiten
- Waschen der Schmutzwäsche (wie Bekleidung, Handtücher, Bettwäsche etc.)
- Bügeln der gewaschenen Wäsche
- Hausmeistertätigkeiten, wie Auswechseln von kaputten Glühlampen, Reinigung verstopfter Abflüsse durch die langen Haare der Ehefrauen/Freundinnen sowie kleinerer Arbeiten von Bilder oder Flat TV aufhängen bis hin zu Einstellungen von Türen der Haushaltsschränke oder Ölen der Zimmertüren, damit diese nicht mehr quietschen.
Dies ist nur ein kleiner Ausflug in die Welt des Smart Homes oder des Assisted Living.
4.1.1 Haushalte
Es ist zu berücksichtigen welche Form des Haushalts vorliegt, da die Einkaufsgewohnheiten und Anforderungen an die Technik sehr unterschiedlich sind. Die amtiliche Definition eines Haushalts wird umschrieben als:
"jede zusammen wohnende und eine wirtschaftliche Einheit bildende Personengemeinschaft sowie Personen, die allein wohnen und wirtschaften" (Statistisches Bundesamt).
In der Definition wird eine Unterteilung vorgenommen zwischen der Wohunung/Haus und dem Haushalt. Eine Wohunung kann somit mehrere Haushalte beherbergen Ein Beispiel hierfür ist die Wohngemeinschaft, in der mehrere Personen zusammenleben, aber jeweils eigenständig wirtschaften. Sie gelten hierdurch einzeln als Einpersonenhaushalte. Diese Definition hat seinen Ursprung in der Kategorisierung der Vereinten Nationen, es wird sich an ökonomischen Gegebenheiten und nicht an dem Komplex oder der Wohnung orientiert. Es gibt somit verschiedenste Konstellationen und Ansprüche die z.B. Single Haushalt oder der Haushalt von körperlich eingeschränkten Personen haben, diese Umstände müssen berücksichtigt werden, wie wir im folgenden noch genauer erläutern werden[13].
Von der Gesamtheit der Haushalte in Deutschland besteht etwa 1/3 aus der traditionellen Kernfamilie. Über die Hälfte der Haushalte sind in anderen Haushaltsformen an zu finden. Der Trend der Menschen geht dahin, daß immer mehr es vorziehen, als allein stehende Erwachsene einen eigenen Haushalt zu führen.
Die Haushalte allein entscheiden letztendlich darüber, welche Güter und Dienstleistungen sie konsumieren wollen. Somit sind sie folglich ein wichtiges Element der „Einkaufsprozesse im Smart Home“.
4.1.2 Lebensgemeinschaften
Um die Formen des nichtehelichen Zusammenlebens zu berücksichtigen, wurde 1996 das Konzept der Lebensformen eingeführt. Hierbei werden statt Familien, Lebensgemeinschaften als soziale Einheiten definiert.
Diese Definition ist weiter gefasst als das traditionelle Familienkonzept, da hier auch unverheiratet zusammenlebende Paare als Lebensgemeinschaften berücksichtigt werden. Partnerschaft und Elternschaft sind die Kriterien zur Bestimmung der Lebensformen.
Daraus resultieren vier verschiedene Typen: Paare mit Kindern, Paare ohne Kinder, Alleinerziehende und Alleinlebende.
Als allein erziehende werden Personen mit Kindern ohne (Ehe-)Partner im Haushalt bezeichnet.
In Partnerschaften wird zwischen Ehepaaren und nichtehelichen Lebensgemeinschaften gleichen oder unterschiedlichen Geschlechts unterschieden.
Der Vorteil dieses Konzepts der Lebensformen gegenüber dem traditionellen Familienkonzept ist, dass die Beziehungsmuster der Bevölkerung differenzierter abgebildet werden können. Verglichen mit dem traditionellen Familienkonzept führt das Konzept der Lebensformen auch zu mehr Flexibilität.
Speziell bei Alleinerziehenden und Alleinlebenden können die Zahlen zwischen den Konzepten erheblich variieren, da im Konzept der Lebensformen im Gegensatz zum traditionellen Familienkonzept nichteheliche Partnerschaften der Ehe gleichgestellt werden.
Dadurch werden Paare, die im traditionellen Familienkonzept als Alleinlebende oder Alleinerziehende kategorisiert werden, im Konzept der Lebensformen den Lebensgemeinschaften zugeordnet[14] .
4.1.3 Bevölkerungsanteile in Zahlen
- In weniger als einem Drittel der Haushalte leben Paare mit Kindern, mehr als ein Drittel (36,0%) aller Haushalte sind Single-Haushalte ohne Kinder.
- Im April 1999 gab es in Deutschland 7,1% weniger Ehepaare mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren als 1991 (1991: 7,9 Mio., 1999: 7,4 Mio.).
- Mehr und mehr Kinder wachsen bei Alleinerziehenden auf (1991: 1,5 Mio., 1999: 1,9 Mio.).
- Die Zahl der nichtehelichen Lebensgemeinschaften hat mit 41% in den letzten Jahren stark zugenommen (1991: 1,4 Mio., 1999: 2,4 Mio.), d.h. jedes zehnte Paar lebt heute ohne Trauschein zusammen.
- In Deutschland waren um 1900 etwa 68 % aller Haushalte Einpersonenhaushalte, 90 Jahre später betrug dieser Anteil rd. 35 % und liegt im Jahr 2002 bei rd. 37 %.
- In den Großstädten (mehr als 500 000 Einwohner) betrug der Anteil 48 %, in Gemeinden mit weniger als 2 000 Einwohnern 26 %. Zugleich ist der Anteil älterer Alleinlebender in den 1990er-Jahren zurückgegangen (1991: 41 %, 2002: 36 %), während diese Zahl bei den Jüngeren (20-35 Jahre) im selben Zeitraum von 15 % auf 21 % gestiegen ist.
- Diese unvermindert anhaltende Zunahme der Zahl der Alleinstehenden beruht vor allem auf die Verstädterung und dem Zuzug in städtische Ballungsräume. Dies betrifft nicht nur die westlichen Industrieländer, sondern auch die osteuropäischen Länder.
- Besonders großen Anteil am starken Anstieg der Alleinlebenden haben die 25- bis 45-Jährigen (darunter besonders jüngere Frauen).
- Hinzu kommen ein gewachsener Wohlstand weiter Bevölkerungsteile, der sich beispielsweise auf die Möglichkeiten zum eigenständigen Wohnen auswirkt, zunehmende (arbeitsmarktbedingte) Mobilitätszwänge, aber auch wachsende Möglichkeiten räumlicher und sozialer Mobilität, steigende Scheidungsraten, die längere Lebensdauer der Menschen und damit auch eine längere Zeit des Überlebens eines Ehepartners, sowie die Auflösung von Familienbindungen (insbesondere der Mehrgenerationenfamilie).
Gestützt auf die Daten zur Struktur der Haushalte in Deutschland (vgl. Mikrozensus des Statistischen Bundesamts, 1995, 2000)[15].
4.1.4 Single-Haushalte
[16]"Der Haushalt einer allein lebenden Person (Single) wird als Einpersonenhaushalt bezeichnet".
Dies bedeutet, dass jede Handlung und Tagesabläufe nie redundant sind sondern sich täglich ändern können und somit variieren. Dies hängt damit zusammen, das diese Personengruppe weder Interesse hat nach einem normalen Arbeitstag noch stundenlang Hausarbeiten in der eigene Wohnung durchzuführen, noch dass ein Single beispielsweise für sich allein kochen würde.
Der Grund hierfür ist, dass sich im Mehrpersonenhaushalt Tätigkeiten wie der Haushalt geteilt werden während wie der Name schon verrät eine Single-Person dies allein tun müsste, was zur Folge hätte, das kaum noch Zeit bliebe um Freizeitaktivitäten nachzugehen und somit auch die Bedürfnisse zu befriedigen.
Single-Haushalte sind deshalb ein interessanter Markt auch im Bereich des Smart Home, da sich prozentual gesehen diese Haushalte heutzutage überwiegend dem Dienstleistungsgeschäft widmen. Gerade im Lieferservicebereich wie z.B. Pizza-Lieferservice oder Versandservice machen Single-Haushalte einen Großteil der Bestellungen aus.
Allerdings haben Single-Haushalte auch ihre Nachteile im Smart Home, denn durch ihre geringe Verbrauchs- bzw. Bedarfsmenge eignen sie sich oftmals nicht für Produkte wie dem „intelligenten Kühlschrank“.
4.1.5 Family-Haushalte
Besteht ein privater Haushalt aus mehreren Personen (Mehrpersonenhaushalt), sind einige dieser Personen häufig verheiratet oder sogar verwandt (Familie).
Sie werden demnach über das Ehe- und Abstammungsprinzip definiert. Das bedeutet bei der Abgrenzung der Familie reicht es aus, wenn entweder eine Ehe oder eine Eltern-Kind-Gemeinschaft vorliegt.
Nicht als Familie oder deren Angehörige zählen Haushalte sofern drei oder mehr Generationen in einem Haushalt zusammenleben oder alle ledigen kinderlosen Personen, die nicht mehr im Haushalt der Eltern leben.
Diese werden dann aufgesplittet in kleiner Einheiten sogenannte (Zweigenerationen- bzw. Kernfamilie) aufgespaltet.
Beispiele traditionelles Familienkonzept:
- Ehepaare ohne Kinder
- Ehepaare mit Kindern und auch Alleinerziehende
Kinder sind alle ledigen Kinder, die mit ihren Eltern im Haushalt leben, unabhängig davon, ob sie leiblicher Abstammung, Pflegekinder oder Stief-, bzw. adoptiert sind.
Haushaltstypisierung:
- sind verwandtschaftliche Beziehungen, die über die direkte Generationsfolge hinaus gehen
- fallen nicht in die amtliche Statistik des Familienbegriffs besser bekannt unter der „Eltern-Kind-Beziehung“
- keine Erfassung familiärer Beziehungen, die über die Grenzen des Haushalts hinaus gehen - die Klassifikation "Ehepaar ohne Kinder" besagt, dass es keine ledigen Kinder im Haushalt gibt, jedoch nicht, dass das Ehepaar kinderlos ist
Beispiel aus Östereich:
37,9% der 2001 2,284.200 Familien sind kinderlose Ehepaare/Lebensgemeinschaften, 49% Ehepaare/Lebensgemeinschaften mit Kindern und 13% Teilfamilien (252.900 alleinerziehende Mütter und 45.100 alleinerziehende Väter).
202.600 Familien, d.h. 8,9% aller Familien bzw. 14,3% der Familien mit Kindern haben 3 oder mehr Kinder.
In den 1,418.100 Familien mit Kindern leben 2.422,700 Kinder, in 836.400 Familien mit mindestens einem Kind unter 15 Jahren 1,335.700 Kinder dieses Alters.
Die Erwerbsquote liegt bei Frauen mit Kindern unter 15 Jahren nach Labour-Force-Konzept (Definition siehe Kapitel "Beschäftigung und Arbeitsmarkt") bei 74,1%, davon bei Alleinerzieherinnen höher (87,2%) als bei Ehefrauen (71,9%).
Die Teilzeitquote (bezogen auf Unselbständige ohne Karenzurlauberinnen) liegt bei Frauen mit Kindern bei 51,7% (darunter Ehefrauen mit Kindern: 55,3 %; Alleinerzieherinnen: 37,0%).
© STATISTIK AUSTRIA 2003
4.1.6 WG - Wohngemeinschaft
Wohngemeinschaften bestehen im Allgemeinen aus mehreren einzelnen Haushalten. Abhängig von der Definition von Haushalt und dem Charakter der WG kann sie aber auch einen Mehrpersonenhaushalt bilden.
4.1.7 Seniorenhaushalte
[17]Bevölkerungsprognosen zufolge sagen Experten einen deutlichen Rückgang der Gesamtbevölkerung voraus. Diese Beobachtung und Tendenz ist auch im Rest von Europa zu verzeichnen. D ies hängt mit dem generellen Alterungsprozess zusammen. Wo das Durchschnittsalter 1950 noch bei Männern um die 68 Jahren und bei Frauen 72 Jahre betrug, sind es heute schon bei Männern 76 Jahre und bei Frauen sogar 78 Jahre.
Die demographische Entwicklung wird eine bedeutsame gesellschaftliche Veränderung durchlaufen und Prognosen zufolge am Ende sogar zu einer neuen Gesellschaftsstruktur führt, weil die Anzahl der älterer Menschen weiterhin ansteigt und absolut und relativ zunimmt.
Bis zum Jahr 2020 wird sich die Anzahl der über 60-Jahrigen von derzeit rund 19 (im Jahr 2000) auf knapp 23 Millionen erhöhen. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird von 23 % auf 28 % ansteigen; der Altenquotient wird sich von 41% auf 52% mit gravierenden Folgen für die Sozialversicherungssysteme erhöhen.
Statistiken belegen, dass bis zum Jahr 2030 33% der Bürger über 60 Jahre alt sein, und somit auch zum ersten Mal die Anzahl der jüngeren Menschen übersteigen. Prognosen zufolge werden die Seniorenhaushalte in Städten drastisch zunehmen weil sich jüngere Haushalte meistens in Vorstadtgebieten ansiedeln mit dem Resultat, dass die Städte quasi „veraltern“ weil im Umkehrschluss wie oben schon erwähnt die jüngere Bevölkerung stetig abnimmt.
Als Gründe hierfür wir der Geburtenrückgang genannt.
Sind es heute nur noch 70% der Frauen und Partnerschaften die sich für ein Kind entscheiden.
Erschwerend hinzu kommt, dass viel Erstgeburten im Durchschnitt bis zu 5 Jahren später registriert wurden.
4.2 Bestehende Technologien
4.2.1 [18]Der Kühlschrank[19]
Auf dem Gebiet "Möglichkeit der Integration von Einkaufprozessen im Smart Home" gibt es bereits eine Anzahl bestehender Technologien[20].
Eines der bekanntesten Beispiele ist derzeit im Lebensmittelbereich wieder zu finden, genauer gesagt, die Wiederauffüllung des Kühlschranks, nach Verbrauch von Lebensmitteln oder nach Ablauf eines Haltbarkeitsdatums der sich im Kühlschrank befindlichen Produkte.
Im Detail bedeutet dies, dass der Kühlschrank zuerst mit den gewünschten Lebensmitteln wie z.B.verschiedene Wurst- und Käsesorten, Margarine sowie Marmelade, Obst- und Gemüse und Getränken wie beispielsweise Cola, Bier, Wein und Sekt gefüllt ist.
All diese Waren werden über einen Barcodescanner in eine Datenbank beim Befüllen des Kühlschrankes eingelesen und in einer separaten Datei abgespeichert und durch eine ebenfalls eigens dafür programmierte Software bei Entnahme oder zusätzlicher Befüllung überwacht.
Zudem gibt es eine Möglichkeit das Haltbarkeitsdatum zu überwachen, jedoch ist diese Technik noch nicht ausgereift.
Heißt im Klartext, wer sich dieser Funktion zusätzlich bedienen möchte, muss den Aufwand betreiben und von jedem Produkt, das sich im Kühlschrank befindet, das Haltbarkeitsdatum händisch in das System eintragen. Das System weiß also dann zu jeder Zeit, was und wie viel sich von jedem Produkt im Kühlschrank befindet.
Sollte also eines der Produkte entnommen und nach spätestens 2 Stunden immer noch nicht wieder zurückgelegt werden, dann erkennt das System dieses über den Barcodescanner und wird eine Empfehlung zur Nachbestellung auf einen extra dafür installierten Touch-Screen Monitor anzeigen.
In unserem Beispiel ist der Touch Screen Monitor direkt neben der Haustür installiert, und dient übergreifend für mehrere Prozesse gleichzeitig.
Es handdelt sich demnach um ein generelles Anzeigesystem, was auch für weitere Einkaufsprozesse verantwortlich ist, auf die wir später weiter eingehen werden.
Nach der erwähnten Entnahme wird das System zunächst das gleiche Produkt bzw. Marke zur Nachbestellung anzeigen, das es auch entnommen wurde. Zusätzlich ist die Software so programmiert, daß parallel via Internet das günstigste Angebot des entnommenen Produkts gesucht und somit auch andere, sprich die gefundenen günstigeren Lieferanten dieses Produkts angezeigt werden. Des Weiteren sucht die Software auch nach vergleichbaren Produkten/Waren unterschiedlicher Anbieter, so dass der Benutzer auch die Möglichkeit hat den Hersteller zu wechseln, sofern ihm z.B. der Geschmack oder irgendetwas anderes an diesem Produkt nicht zugesagt hat.
Der Touch Screen Monitor ist in 4 Segmenten aufgeteilt
- Links oben befinden sich alle Hauptfunktionen und Systeme, die an diesem Gesamtprozess angebunden sind.
- Im oberen rechten Segment des Touch Screen Monitors wird nun das Produkt mit Bild und Preis angezeigt, welches entnommen wurde. Die Nachbestellung erfolgt durch das Anklicken des Produktbilds und endgültig nach nochmaliger Bestätigung. Nach erfolgter Bestätigung, wird der Lieferant per Email über die Auftragsbestellung des oder der Produkte informiert. Die versendete Email dient als schriftliche Bestätigung, da sie mit einer elektronischen Signatur versehen ist.
- Auf der linken unteren Seite des Touch Screen Monitors werden nun einige andere Lieferanten desselben Produktes angezeigt. Die Auswahl begrenzt sich je nach Programmierung auf maximal fünf Anzeigen auf denen in unserem Beispiel nur preisorientiert gesucht wird, d.h.: Der User besitzt die Möglichkeit, den Lieferanten zu wechseln, wenn er aufgrund des Preises, Services oder Lieferdatum nicht zufrieden war. Auch hier ist die Auswahl mit einem Fingerdruck auf dem gewünschten Produkt und anschließender Bestätigung einfach vorzunehmen.
- Zuletzt gibt es noch das rechte untere Segment des Touch Screen Monitors. Dort listet die programmierte Anwendung eine Übersicht aller ähnlichen Produkte unterschiedlicher Hersteller, um ein Beispiel zu nennen, hatte der User vorher ein Produkt, sagen wir Ketchup des Hersteller „Hella“ im Kühlschrank, werden dort die Konkurrenz-Produkte wie z.B. des Herstellers „Heinz Tomatenketchup“ oder Produkte von „Tommy“ aufgelistet bzw. angezeigt.
Wie bereits schon oben beschrieben, verläuft die Auswahl des neuen Herstellers genauso – einfach mit dem Finger auf das gewünschte Produkt drücken und nach einer Aufforderung zu bestätigen, dies ebenfalls mit einem Fingerdruck direkt auf dem Touch Screen Monitor quittieren, um die Bestellung auszulösen.
Der oben dargelegte Prozess ist natürlich so beschrieben, daß es den Idealablauf oder besser die Idealfunktion beschreibt. In dem gesamten Prozessablauf gibt es allerdings auch einige Hürden und Probleme, die auftreten können und somit die Effizienz des Systems in Frage stellen. Hauptsorge ist, das bei der Entnahme oder Befüllung des Kühlschrankes darauf geachtet werden muss, daß die Ware auch vom Barcode Scanner erkannt und eingelesen wird.
Es gibt bereits Kühlschränke, bei denen Barcode Scanner direkt in der Kühlschranktür oder am Gehäuse selbst befestigt sind, aber auch noch eine Reihe alter Varianten, bei denen die Barcode Scanner dann als „loses“Instrument neben oder auf dem Kühlschrank liegen und bei jeder Lesung (Entnahme/Befüllung) extra in die Hand genommen werden müssen.
Eines der größte Problem besteht allerdings darin, wenn sich Kinder im Haushalt befinden, die nur schwer dazu zu erziehen sind, auf so kleine Details, die am Ende eine große Auswirkung haben werden, zu achten.
Mehr zu diesem Thema unter dem Punkt Vor und Nachteile. Diese Probleme können zukünftig mit der RFID Technologie gelöst werden und zusammen mit der Haltbarkeitserfassung vereinfacht werden. Auf diese neue Technologie werden wir später noch einmal genauer eingehen.
4.2.2 Putzmittelschrank
Nachdem wir gerade mögliche Einkaufsprozesse bei dem Beispiel „moderner Kühlschrank“ kennen gelernt haben, sind ähnliche Möglichkeiten auch bei anderen Haushaltsprozessen möglich, wie z.B. den modernen Putzmittelschrank. Wie bei dem Kühlschrank werden hier alle Putzmittel überwacht und bei Verbrauch automatisch neu bestellt.
Die Überwachung und der zusätzliche Aufwand der Eingabe des Ablaufdatums entfallen hier. In unserem neuen Beispiel ist der Putzmittelschrank mit Produkten wie Toilettenpapier, Waschmittel, Seife, Staubsaugerbeutel, Zahnpasta, Spülmittel, Putzschwämmen, Waschlappen, Taschentüchern, Glasreiniger, Neutralreiniger, WC-Reiniger etc. ausgestattet. Auch beim Putzmittelschrank ist das Prinzip ähnlich zum Kühlschrank – Modell.
Alle Produkte werden beim Befüllen gescannt, so dass unser eigens dafür erstelltes Programm genau weiß, was sich zu jeder Zeit in unserem Putzmittelschrank befindet. Sollte also ein Produkt entnommen und spätestens nach 2Std. nicht wieder zurückgestellt worden sein, dann ist die Software so programmiert, daß sie eine Empfehlung zur Nachbestellung auf unseren Touch-Screen Monitor anzeigt, wie bei unserem vorangegangenen Beispiel.
Auch hier gibt es erneut drei verschiedene Möglichkeiten der Nachbestellung:
Variante 1: gleiches Produkt, gleicher Preis und vorheriger Lieferant.
Variante 2: gleiches Produkt, d.h. selber Hersteller, aber unterschiedlicher Lieferant falls der Kunde mit dem Service, Preis oder Lieferdatum des ersten Lieferanten nicht einverstanden war.
Als letzte Variante werden erneut vergleichbare, günstigere oder teurere Produkte angezeigt, so dass der Benutzer die Möglichkeit hat, seine Produktpalette zu ändern oder zu erweitern.
4.2.3 Feuerholz
Ein weiteres Beispiel, um die Vielfalt der Möglichkeiten zu verdeutlichen, ist die Feuerholznachbestellung für den hausinternen Kamin oder eine Heizung, die statt Öl oder Gas komplett mit Feuerholz betrieben wird.
Es wird davon ausgegangen, das unser Beispielhaus mit einer Feuerholz betriebenen Heizung und Warmwasseraufbereitung ausgestattet ist.
Im Vergleich zu den vorangegangenen beiden Beispielen kommt hier der Barcodescanner nicht zum Einsatz, denn sonst müsste jedes einzelne Brikett oder Stück Holz mit einem Barcode versehen werden – dieser Aufwand wird in diesem Segment nicht betrieben, da jedes Stück dann auch zusätzlich nach dem Gewicht, Größe und der Form demnach noch mit verschiedenen Preisen versehen werden müsste.
Sollte der Vorrat also verbraucht sein, muss der Anwender die Nachbestellung über den Master Touchscreen Monitor, der am Eingang gleich neben der Hauseingangstür befestigt ist, ansteuern. Im Hauptmenü hat man die Möglichkeit, hier den Menüpunkt „Feuerholzbestellung“ aufzurufen. Nach der Auswahl „Feuerholzbestellung“ erscheinen die bereits in dem vorangegangenen Beispiel genannten 4Segmente auf unserem Touchscreen Monitor und somit auch die verschiedenen Möglichkeiten der Nachbestellung. Da die unterschiedlichen Bestellfunktionen bereits durch die vorangegangenen Beispiele bekannt sind, gehen wir hier nicht weiter auf die einzelnen Varianten ein. Der einzige Unterschied besteht darin, daß bei dieser Bestellung nicht nach Stück, sondern nach Kubikmetern beauftragt wird.
Nach erfolgter Eingabe der gewünschten Menge und Bestätigungsabfrage des Systems, wird eine automatische Email an den „Lieferservice“ gesendet. Diese Email gilt als Auftrag und ist durch die elektronische Signatur und vorher geschlossenem Vertrag gültig. Der Auftrag wird somit umgehend ausgeführt. Die Lieferadresse wird ebenfalls vorher festgelegt und ist Bestandteil des Vertrags – In diesem Beispiel wird gesondert darauf hingewiesen, weil die Anlieferung ohne Anwesenheit des Eigentümers erfolgen kann.
Der Lieferant wird in diesem Beispiel-Haus selbstständig und eigenverantwortlich die Ware im Gartenbereich in einer extra und eigens dafür geschaffenen Überdachung ausliefern, aufstapeln und somit und die Beauftragung erfüllen[21].
4.2.4 Dienstleistungsservice
In unserem Smart Home betrachten wir den Room-Service etwas genauer. Der Unterschied zu den vorangegangenen Prozessen ist, dass hier eine reine Dienstleistung erbracht und keine physischen Waren eingekauft und abgeliefert werden. Nehmen wir also an, dass der Smart Home User morgens kurz davor ist, seine Wohnung/Haus zu verlassen, um die Arbeitsstätte aufzusuchen. Wir erinnern uns, dass unser Hauptbedienelement (der Touchscreen-Monitor) neben der Haustür installiert ist. Der User wählt beim verlassen also den Menü-Punkt „Cleaning“ auf dem Hauptbedienelement. Danach wird ein Untermenü geöffnet mit diversen Auswahlmöglichkeiten wie:
- Bettwäsche wechseln
- Stausaugen/Staub wischen/Fliesen- und, oder Laminat reinigen/
- Fenster putzen
- etc.
Nachdem der User nun seine Auswahl (mehrere möglich) getätigt und anschließend bestätigt hat, wird eine automatische Email generiert und an den Lieferanten gesendet der diese Dienstleistung durchführen soll. Diese Email dient als Beauftragung und ist gültig durch die elektronische Signatur. Nach erhalt dieser Email führen Mitarbeiter des Dienstleisters die verschieden gewählten Arten des „cleanings“ durch und erfüllen somit den Vertrag.
4.3 Vor- und Nachteile bestehender Technologien
Die Erfindung dieser Technologien beruht auf zwei wesentlichen Faktoren.
Zum einen kommt heutzutage für viele Berufstätige die Freizeit und somit auch der Nachgang ihrer Hobbys einfach zu kurz. Man sucht also nach Möglichkeiten, die wenige Freizeit, die einem verbleibt, möglichst effektiv zu nutzen, um seine Bedürfnisse zu befriedigen und somit den Lebensstandard zu erhöhen.
Der andere Faktor bezieht sich auf Menschen mit einer Behinderung, die aufgrund der Art und dem Grad der Behinderung auf Hilfe angewiesen sind und allein nicht mehr leben können. Hier versucht man mittels moderner Technologien wie dieser dem „Patienten“ zu unterstützen und das Gefühl der Selbstständigkeit zu geben.
Vorteile:
- mehr Freizeit z.B. für Hobbys und Familie
- Bedürfnisbefriedigung und Erhöhung des Lebensstandards
- Hilfestellung für Behinderte Menschen um sich im Alltag besser zurechtzufinden
Nachteile:
- Teuer in der Anschaffung
- Aufwändig in der Nachinstallation
- Keine Vereinheitlichung der Technik (Standards) und somit zu viele Varianten und Anbieter auf dem Markt
- Technik ist noch nicht zu 100% ausgereift – siehe RFID (neue Technologien)
- Befinden sich Kinder im Haushalt ist es ein schwieriger Prozess sie dahingehend zu erziehen, dass sie darauf achten z.B. das bei der entnahme eines Produktes aus dem Kühlschrank, dieses auch von Scanner erfasst wurde.
- persöhnlicher Kontakt geht verloren (z.B. Supermarkt)
4.4 Neue Technologien/innovative Konzepte
4.4.1 RFID
Was ist RFID?
RFID ist eine Technologie, die zur Identifikation und Informationsaustausch (von Daten zwischen einem Chip = Transponder und einem Lesegerät = Reader) auf Basis von Radiowellenübertragung - unsichtbar und berührungslos - vornimmt. RFID ist eine Abkürzung und setzt sich aus zwei Bedeutungen zusammen. Zum einem aus „RF“ für Radio Frequenz und zum anderem aus „ID“ für Identifikation. D. h. ein RFID-Chip hat vordefinierte, verschiedene Informationen zur eindeutigen Identifikation durch ein EPC (Elektronischer Produkt-Code) von Waren, Güter, Personen, Tiere oder anderen Gegenständen gespeichert.
Die Technologie, die in den 60er Jahren entwickelt und in den 70er Jahren erstmals kommerziell genutzt wurde, diente zu dieser Zeit hauptsächlich zur Identifikation von z. B. Tieren im Zoo, wo den Tieren ein Chip mit sämtlichen Daten des Tieres implantiert wurde, die Anhand von Lesegeräten (Reader) ausgelesen werden konnten. In den US-Staaten nutzte man diese Technologie in den 70er Jahren schon, um Waren vor Diebstahl in Kaufhäusern zu schützen, später auch in Europa und anderen Industrieländern. Heutzutage werden Sie auch für Wegfahrsperren in Autoschlüsseln oder in Zeiterfassungssystemen und Zugangskontrollen eingesetzt. Auch in Bibliotheken und im öffentlichen Personen Nahverkehr und für nicht übertragbare personalisierte Eintrittskarten findet diese Technologie zurzeit schon ihren Einsatz.
Die RFID-Technologie wird zurzeit wissenschaftlich weiter erforscht um in erster Linie verschiedene betriebswirtschaftliche Prozesse im Bereich der Logistik zu vereinfachen und in der Abwicklung günstiger zu gestalten. In der Logistik schon stark im Lagerprozess integriert, scheint diese Technologie auch eine potenzielle Möglichkeit für den Einsatz in Einkaufsprozessen im Smart Home zu sein. Gerade einmal so groß wie ein Reiskorn oder in Form eines Aufklebers lässt sich die Technologie nahezu an alle Güter anbringen. Die Hersteller von RFID-Chips können inzwischen diese Technologie in großer Anzahl produzieren wobei die Kosten beim Kauf dadurch gering gehalten werden können.[22]
4.4.2 Die Technik
Ein RFID Chip besteht aus einer Antenne, einem Schaltkreis zum Senden und Empfangen und einem nicht flüchtigem Speicher zum Abspeichern von Daten. Die Technik basiert auf einer Methode, Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt zu lesen und abzuspeichern. Sie besitzen eine eigene Seriennummer zur Identifikation und sind dadurch eindeutig identifizierbar. Die auf dem Chip gespeicherten Daten senden sie in der Regel mit mittleren Frequenzen in einem Frequenzbereich von 13,56 MHz. Je nach Sendereichweite der einzelnen Chips zum Reader empfängt der Reader die gesendeten Daten vom Chip. Der Reader sendet daraufhin den EPC über eine Schnittstelle weiter an eine Datenbank die mit einem Softwaresystem (Warenwirtschaftssystem) gekoppelt ist, welches die Daten aufnimmt, überwacht und bei erforderlicher Nachbestellung weiterleitet zu z. B. einer erstellten Bestellliste für den Einkauf in einem Online-Shop via Internet.
Ein RFID-System besteht aus:
- einem Transponder mit Mikrochip => der die zu lesenden Daten gespeichert hat und diese bei Bedarf weitersendet.
- einem Reader => Eine Lesestation, die mit einem Antennensystem, Sende- Empfangseinheit ausgestattet ist und Signale sendet zum Aktivieren der Transponder, um mit diesen kommunizieren zu können. Die Chips, die sich in dem elektromagnetischen Feld befinden, empfangen das Signal, werden dadurch aktiviert und übermitteln die angeforderten Informationen an den Reader. Reader gibt es in unterschiedlichen Ausführungen z. B. als Hand-Computer wie er im Punkt 4.4.3.1 im Beispiel des Medizinschranks erwähnt wird, als feste Einbauvorrichtung wie er z. B. im Kühlschrank eingebaut sein könnte oder als Schleusenvorrichtung beim Zahlungsvorgang in einem Future-Store an vollautomatische Kassen zu Einsatz kommt.
- einer Schnittstelle zu einer Datenbank bzw. einer Software die diese Daten in eine Datenbank speichert, auswertet und weiterverarbeitet.[23]
Folgende Darstellung zeigt einen einfachen Aufbau eines RFID-Systems.
Es gibt zwei Ausführungen von RFID-Chips.
1. „Passiver Transponder“ (Chip)
Ein passiver Transponder ist ein Chip, der ohne eigene Stromversorgung funktioniert. Er benötigt lediglich das elektromagnetische Feld eines aktiven Readers, um seine Daten zu senden bzw. um Befehle von der Sende-Empfangs-Einheit zu empfangen. Der passive Transponder kann Daten senden zwischen 30 cm bis wenige Meter, je nach Ausführung und Bauweise des Chips und Reichweite seiner Antenne. Je größer die Antenne ist, desto größer ist die Reichweite, die Daten an den Reader zu senden.
Dadurch, dass dieser Chip keine eigene Energiequelle besitzt, hat er eine sehr lange Lebensdauer und ist somit auch wartungsfrei. Der Speicherplatz von passiven Chips ist hingegen zu aktiven Chips eher gering aber zur Spezifikation von Objekten im Bereich der Einkaufsprozesse im Smart Home durchaus ausreichend. Diese Variante ist dadurch auch wesentlich günstiger in der Produktion im Vergleich zu aktiven Chips.
2. „Aktiver Transponder“ (Chip)
Ein aktiver Transponder ist ein Chip, der eine eigene Stromversorgung z. B. in Form einer Batterie besitzt. Diese aktiven Chips können dadurch eine Sendereichweite von wenigen Metern bis zu mehreren hundert Metern erreichen. Diese Chips sind teurer in der Herstellung, können allerdings auch mehrere Daten aufnehmen da der Speicher meistens größer ist als bei passiven Chips. Die Lebensdauer solcher Chips ist in Abhängigkeit mit der Lebensdauer der Batterie dadurch begrenzt, es sein denn, man würde die Batterie im Laufe der Zeit wenn diese Chips nichts mehr senden, austauschen. Die Größe des Chips mit Batterie ist in der Bauweise wesentlich größer, als bei passiven Transpondern wegen der Batterie und dem mit größerer Speicherkapazität ausgestatteten Mikrochip zur Anwendung in Bereichen, wo mehr Informationen der Objekte bzw. Zusatzinformationen nötig sind.[24]
4.4.3 Einkaufsprozess im Supermarkt der Zukunft
Derzeitiger Einsatzbereich von RFID-Technologie in Einkaufsprozessen wird zurzeit in dem Future-Store der Metro in Rheinberg erprobt und getestet. Hier sind viele Waren mit RFID-Chips (auch als Smart Chips bezeichnet) gekennzeichnet. Der Einkaufswagen, der mit einem sogenannten PSA = Personal Shopping Assistent ausgerüstet ist, führt einem direkt zu den Produkten die man dort per Suchfunktion eingegeben hat. Das Wiegen von Obst und Gemüse bei einer intelligenten Waage kann kinderleicht vorgenommen werden. Diese Waagen, die Produkte anhand Ihrer Chips automatisch erkennen, ob es sich nun um eine Tomate oder einen Kopfsalat handelt, listen auf dem PSA als Information die entsprechenden Preise der Produkte auf.[25]
Die Smart Chips können zusätzlich mit weiteren Informationen zu den Produkten bestückt werden als Servicefunktion des Kaufhauses wo z. B. Rezept-Informationen oder Anregungen hinterlegt werden und zugleich auf weitere Produkte verwiesen wird, die zu dem Rezept auch benötigt werden.
Ist der Einkauf getätigt und es geht anschließend zur Kasse, fährt man den Einkaufswagen einfach durch eine Readerschleuse. Die Readerschleuse ist so konzipiert, daß sie Pulklesungen der RFID-Chips vornehmen kann. Mit Pulklesungen ist gemeint, daß die Schleuse alle mit RFID ausgestatteten Produkte im Einkaufswagen auf einmal lesen und zur Zahlung erfassen kann. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden. Anschließend kann der Einkäufer wählen ob man den Einkauf mit der Kreditkarte oder einem Daumenabdruck bezahlen möchte. Dies setzt voraus, daß dem Kaufhaus die entsprechenden personenbezogenen Daten vorliegen. Der Einkäufer hat vor dem Ausgang noch die Möglichkeit, falls er kein Verwendung für das RFID-Verfahren besitzt, die RFID-Chips von einem Deaktivator löschen zu lassen um evtl. Datenmissbrauch der eigenen Daten vorzubeugen, denn die RFID-Transponder senden weiterhin Signale bzw. Daten.
Potenzielle Einsatzbeispiele: Smart Home
- Im Smart Home Beispiel könnte es so aussehen, dass z. B. im Kühlschrank ein Reader angebracht ist, der den ständigen Bestand der mit RFID-Chips ausgestatteten Lebensmittel überwacht und bei Bedarf eine automatische Nachbestellung für verbrauchte bzw. abgelaufene Lebensmittel, generiert. Anschließend stellt das Warenwirtschaftssystem eine Bestellliste als Vorschlag dem Hausbesitzer zur Verfügung (anhand einer Auflistung an einem Touchscreen am Eingang zur Bestätigung bevor man das Haus verlässt), der noch die Möglichkeit, hat Änderungen vorzunehmen, bis letztendlich nach Bestätigung die Ware z. B. via Internet oder Fax an den jeweiligen online-Supermarkt weitergeleitet werden kann.
- Ein weiterer tieferer Aspekt wäre eine Kontrollfunktion im Bereich z. B. eines Kinderzimmers, wo die zu bestellenden Artikel (Hygiene-Artikel wie Windeln, Feuchttücher, Creme etc.) mit RFID Chips ausgestattet sind und auch hier den verbrauchten Bestand in dem Warenwirtschaftssystem überwacht und die Artikel mit auf die Bestellliste hinzufügt, falls der Bestand sich dem Ende neigt. Diese Artikel könnte man in den eigenen Datenbestand so kennzeichnen, daß sie nicht wie die üblichen Lebensmittel in einem Supermarkt, sondern in einer Online-Drogerie bestellt werden, da diese Artikel dort meist günstiger zu kaufen sind.
- Derzeitig gibt es auch schon Projekte im Bereich der Müllentsorgung. In Bremen sind schon solche Systeme mit RFID-Technologie in der Müllentsorgung eingeführt und Haushalte werden schon nach dem neuen System abgerechnet. Das Verfahren sieht so aus, das die eigene Mülltonne mit einem RFID-Chip ausgestattet ist. Die Müllwagen haben eine Waage an Bord und messen somit das Gewicht des angefallenen Abfalls und registrieren es über einen am Bord befindlichen Reader, der an seiner Basisstation die gesammelten Daten über eine Schnittstelle an das System übermittelt. So kann eine genauere Abrechnung erstellt werden und der Müllverursacher zahlt nur für den Müll, der tatsächlich auch angefallen ist.[26]
- Zur Registrierung im Bereich der Nachverfolgung von Produktionsketten z. B. bei Rindern, die einen RFID-Transponder implantiert bekommen wo alle Daten der Haltung der Tiere registriert werden. Von der Impfung bis zur Schlachtung der Tiere werden für den Verbraucher die Daten zusammengestellt, denn nur so ist eine gute Qualität des Fleisches was der Endverbraucher zuletzt auf dem Teller bekommt gewährleistet und nachvollziehbar. Man hat als Endverbraucher ein Nachweis ob es sich z. B. um Bioprodukte handelt, wann der Tag der Schlachtung war (ist das Fleisch frisch?) bis hin zu Informationen des Transportweges.[27]
4.4.3.1 RFID Arzeimittelschrank
Der intelligente Medizinschrank ist ein potenzielles Objekt, der mit RFID-Technologie im Smart Home ausgestattet werden könnte, um nicht nur die Versorgung der benötigten Medikamente vorzunehmen, sondern auch deren Bestände und Haltbarkeit der Medikamente zu überwachen.
Mehrere Forscher am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS in Duisburg haben ein System entwickelt, das dem Verbraucher und dem Gesundheitswesen gleichermaßen nützt. Hier ist die Idee, daß der Arzt bei der Behandlung dem Patienten ein elektronisches Rezept an eine Apotheke der eigenen Wahl ausstellt, die daraufhin die Medikamente evtl. nachbestellt und dem Patienten direkt nach Hause in den eigenen Briefkasten, oder wenn vorhanden, in eine elektronische Home Box (wie im Punkt 4.4.4 beschrieben) liefert. Der Patient ist mit einem kleinen Hand-Computer ausgerüstet und erhält die Nachricht auf diesem Gerät, wenn die Medikamente in seiner Home Box angeliefert wurden. Nach Lieferung deponiert der Patient seine Medikamente in dem intelligenten Arzneimittelschrank und wird auf dem Hand-Computer erinnert zur zeitigen Einnahme der verschriebenen Medikamente.
Die Medikamente sind mit RFID-Chips ausgestattet, die nicht nur die Beschreibung der Medikamente gespeichert hat, sondern auch Daten zur rechtzeitigen Einnahme und entsprechender Dosierung dieser Medikamente beinhaltet. Zusätzlich wäre die Idee, eine Kontrollfunktion zu generieren, die dem Patienten auf Wechselwirkungen hinweist, sollten mehrere verschiedene Medikamente gleichzeitig aus dem Arzneimittelschrank herausgenommen werden. Anhand einer Warnung, die auf dem Hand-Computer erscheint, wird der Patient auf Risiken und Nebenwirkungen aufmerksam gemacht. Vergisst der Patient die Medikamente einzunehmen, wird er von seinem Handcomputer erinnert. Das System kann eine automatische Nachbestellung beim Arzt generieren sollte der Vorrat der Medikamente zu Ende gehen oder das Haltbarkeitsdatum überschritten sein. Der Arzt entscheidet je nach Dauer der Behandlung, ob ein weiterer Kontrollbesuch nötig ist oder ob er der Folgebestellung zustimmt und ein weiteres elektronisches Rezept ausstellt.
Der Vorteil dieses Verfahrens kommt nicht nur der immer älter werdenden Bevölkerung (Senioren) zugute, die aufgrund des Alters dazu neigen, wichtige Medikamente nicht rechtzeitig einzunehmen, sondern der Arzt kann ebenfalls anhand des Handcomputers kontrollieren, ob eine lückenlose Einnahme stattgefunden hat, was zu einer erfolgreichen Behandlung nötig ist. Nach dieser Vorgehensweise lassen sich ebenfalls die Medikamentenbestände der Apotheken besser führen und eine rechtzeitige Nachbestellung/Logistik kann besser koordiniert werden. Die Apotheken selber haben dadurch weniger Bestände, weil sie die Medikamente just in Time beim Hersteller nachbestellen können und aufgrund der Haltbarkeit brauchen Vorratsbestände bei nicht Verkauf auch nicht entsorgt zu werden.[28]
4.4.4 HomeBox
Die Home Box ist sozusagen ein elektronisch vernetzter Standbriefkasten, der z. B. an einem Smart Home von außen installiert ist und Warensendungen, die mit einem RFID-Chip gekennzeichnet sind entgegennehmen kann. Hat die Home Box das Liefergut per RFID-Technologie eingelesen, sendet er die entsprechende Information zum vernetzten Softwaresystem. Der Hausbesitzer bekommt eine SMS auf sein Handy oder eine Information auf das Touchscreen innerhalb des Hauses, was ihm gerade geliefert wurde. Auch in dem Bereich der Arzneimittellieferung eignet sich eine Home Box, wenn man nicht ständig zuhause sein kann, um wichtige Liefersendungen entgegen zu nehmen.
4.4.5 Voraussetzungen für ein funktionierendes RFID-Systems in Bezug auf Einkaufsprozesse
Damit ein Einkaufsprozess mit der RFID-Technologie funktioniert bedarf es einiger Voraussetzungen:
- Alle Lieferanten müssten mit dieser Technologie ausgestattet sein
- Die Lebensmittel müssen alle mit einem RFID-Chip versehen sein.
- Weitere personenbezogene Daten der Besteller müssen den Lieferanten preisgegeben werden z. B. Bankdaten, oder Fingerabdrücke als Zahlungsmittel im Future-Store.
- Ein funktionierendes System im eigenen Smart Home
- Infrastruktrur der Netzwerktechnologie im Smart Home
4.4.6 Einsatz der RFID Technologie im Bereich der Logistik
Was für die Smart Home Variante zwar noch ganz neu ist, wird heute in der Wirtschaft das RFID-System (im Logistikbereich) schon aktiv verwendet. Anhand folgender Prozessbeschreibung wird die Logistik auf Basis der RFID-Technologie bei der Metro Group beschrieben. Die Metro setzt schon heute als eines der ersten Unternehmen die RFID-Technologie ein um Ihre Prozesse im Bereich der Logistik weiter zu optimieren und effizienter darstellen zu können.
Beschreibung Prozess:
Die Herstellerlieferanten der Metro Group versehen die Ware schon nach der Produktion mit RFID-Transpondern, die jeweils mit einem eigenen Elektronischen Produktcode (EPC) versehen sind. Verlässt die Ware das Lager des Herstellers, dann werden die Daten mittels RFID-Lesegeräten am Warenausgang erfasst und an das Warenwirtschaftssystem des Herstellers weitergeleitet. Hier wird der Abgleich der Versanddaten mit der Bestellung geprüft. Aufwendige Kommissionierung der Ware fällt weg, da der Lesevorgang in Sekundenschnelle erledigt ist. Per LKW wird die Ware an das Distributionslager der Metro geliefert. Auch im LKW findet die Datenübertragung ständig statt und z. B. bei verderblicher Ware kann auf der Fahrt eine Qualitätskontrolle stattfinden indem bei Tiefkühlgut z. b. die Temperatur überwacht werden kann. Am Zentrallager der Metro angekommen, werden die Transponder an den Waren per Readerschleuse eingescannt und die gespeichert Daten der gelieferten Ware werden am Wareneingang erfasst. Danach kann die Ware einerseits zum sofortigen Versand zum Metro Discount leichter sortiert und auf LKW’s beladen werden oder Gabelstapler, die ebenfalls mit der Technologie ausgestattet sind können die Ware problemlos ins Hochregallager oder auf Lagerflächen einsortieren. Durch die Technologie wissen die Mitarbeiter jederzeit Bescheid, wo sich sämtliche Waren befinden. Die zum Weiterversand sortierte Ware wird am Warenausgang wiederum durch Lesegeräte erfasst und kontrolliert. Die ständige Übermittlung der Daten lässt es leicht nachvollziehen wo sich die Waren zu jedem Zeitpunkt befinden. Ist der LKW letztendlich bei der Metrofiliale angekommen findet am Wareneingang erneut die Erfassung der Ware per Funkübertragung statt und es geschieht ein Abgleich mit der Bestellung im Warenwirtschaftssystem. Die einzelnen Güter können mittels Lesegeräte jederzeit lokalisiert werden sodass Mitarbeiter in der Filiale schnell und unkompliziert die Ware in die Verkaufsregale einsortieren können. Auch hier findet eine Überwachung statt durch den ständigen Datenaustausch sodass man nicht Gefahr läuft, dass die Regale leer sind und man rechtzeitig eine Nachbestellung generiert. Von Vorteil kann es nur sein, denn anhand des Prozess wird praktisch gewährleistet, dass der Kunde nicht vor einem leeren Verkaufsregal steht. Dies trägt natürlich auch zu einer hohen Kundenzufriedenheit bei. Aufgrund des Prozesses würden außerdem viele Bereiche vereinfacht die aufgrund der Technologie schneller und kostengünstiger durchgeführt werden können z. B. der Bereich der Kommissionierung der Ware.[29]
4.4.7 Vor- und Nachteile der RFID-Technologie
4.4.7.1 Vorteile
- Der Gang zum Supermarkt bleibt einem erspart. Die Zeit kann anders genutzt werden z. B. für Hobbys, Familie oder zum Arbeiten.
- Das System überwacht den Lebensmittelbestand und man hat immer genug Lebensmittel zuhause
- Das System vergleicht mehrer Anbieter und sucht sich das günstigste Angebot heraus bzw. überprüft Sonderaktionen der Supermärkte.
- Passive Transponder können kostengünstig hergestellt werden und sind wartungsfrei da sie keine eigene Stromquelle haben.
- RFID-Chips sind sehr klein und lassen sich so gut wie überall anbringen.
- Berührungsloses Auslesen der Daten auf den Chips
- Stapel bzw. Pulklesungen der Reader möglich. Ein ganzer Stapel von RFID’ können gleichzeitig bearbeitet werden.
4.4.7.2 Nachteile
- Datenmissbrauch der personenbezogenen Daten bei Weitergabe dieser Daten an viele verschiedene Lieferanten.
- Gezielte Werbung der Lieferanten durch Auswertungen der Bestellhistorien der Online-Besteller
- Hohe Anschaffungskosten der Technologie
- Umlage der Kosten von den Chips (zurzeit zwischen 0,2 – 0,4 € pro Chip) was zur Verteuerung der Produkte führt.
- Kunden können von Lieferanten als hoch- oder niedrigpreisige Kunden kategorisiert werden und dementsprechend umworben werden.
- Liefer- und Versandkosten fallen an
- Mindermengenzuschläge bei kleinen Abnahmemengen
- Volkswirtschaftlich gesehen fallen durch die automatisierten Prozessen mit dem Einsatz der RFID-Technologie viele Arbeitsplätze weg was zur Folge hat, das die Arbeitslosenquote steigt
- soziale Kontakte die bei herkömmlichen Einkäufen zustande kamen wird es nicht mehr geben => zwischenmenschliche Beziehungen werden nicht gepflegt
5 Mögliche Auswirkungen und Gefahren
5.1 Gefahr von Missbrauch von personenbezogenen Daten
- Die Transparenz der Einkaufsgewohnheiten von Privatpersonen steigt
- Für die nötigen Transaktion und Geschäfte müssen viele Daten weitergegeben werden: Kontodaten, Zugriffsermächtigungen, Addresse, Mitbewohner, Familienstand
- ungewollte Abbuchungen / Missverständnisse
- Datenschutzrechtliche Bestimmungen in anderen Ländern variieren, falls eine Verbindung zu einem 2. Smart Home im Ausland besteht
5.2 Volkswirtschaftliche Auswirkungen
- gesteigerte Marktransparenz wird Auswirkung auf die Einkaufsgewohnheiten der Menschen haben
- zunehmende Globalisierung
- Verdrängung des Einzelhandels
- zwischenmenschliche Kontakte gehen verloren
- effizientere gesamtwirtschftliche Abläufe, weniger Menschen müssen zur gleichen Zeit Einkaufen gehen
- Weniger Staus, durch ein geringeres Verkehrsaufkommen
- optimierte Allokation der Ressourcen
5.3 IT - Sicherheit
- Hacker die sich ins interne SmartHome Netz von Außen einhacken könnten.
- Dienstleistungsunternehmen die sich im Haus Zugang zum internen Netz verschaffen können
- Es muss ein Risikomanagement betrieben werden:
Stromausfall, Back-Up Systeme, Datenspiegelung, Notstromversorgung, Katastrophenfälle
5.4 Sicherheitsmaßnahmen
- PIN-TAN System
- Firewall
- VPN
5.5 Nutzen von integrierten Einkausprozessen
Neben den bereits erwähnten Gefahren und Bedenken, die mit der fortschreitenden Integration von Einkaufsprozessen in Verbindung stehen, ist auch der Nutzen hervor zu heben. Die Rationalisierung und effizientere Gestaltung bringt ganz klar einen Kosten- und Zeitvorteil. Im wirtschaftlichen Bereich werden die herkömmlichen Prozesse eine Bestellung zu schreiben, zu drucken und zu versenden durch elektronische Verfahren ersetzt. Das Unternehmen spart hierdurch Ressourcen, Papier und es passieren weniger Fehler, die mit einer manuellen Bearbeitung einher gehen. Der Computer übt fehlerlos die Funktionen aus, für die er programmiert wurde. Das lässt wenig, bis gar kein Potenzial für Fehler. Durch die Vernetzung von kooperierenden Unternehmen können die ERPs weitestgehend automatisch Informationen austauschen. Die Bedarfe des kaufenden Unternehmens werden an das herstellende weitergegeben. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht werden hierdurch die Ziele der Gewinnmaximierung unterstützt. Die Produktivität des Unternehms wird gesteigert, indem die Kosten gesenkt werden. Weiteres Einsparungspotenzial liegt in der Verhandlung mit den Lieferanten. Eine nachhaltige Geschäftsbeziehung mit einem Lieferanten ein zu gehen, verbessert die Möglichkeit, die Einkaufskonditionen zu verbessern. Die eigene Gewinnmarge kann erhöht werden. Wie bereits erwähnt, wird für den privaten Haushalt hauptanteilig eine Verbesserung in Komfort und Zeit gewonnen. Jedoch können sich die vorher umschriebenen Produktivitätssteigerungen der Industrie auch auf den Privatkonsumenten auswirken. Aufgrund der steigenden Resourcen Knappheit, ist nicht davon aus zu gehen, daß die Artikel und Lebenshaltungskosten günstiger oder geringer werden. Aber diese Entwicklungen können wahrscheinlich einen Teil dazu beitragen, daß sie nicht ganz so rapide ansteigen oder stagnieren.
Gerade für ältere und behinderte Menschen birgt die Automation nicht nur einen Vorteil im Komfort, sondern stellt vielmehr eine Notwendigkeit dar, um unabhängig zu bleiben. Klarer Ansatz muss für dieses Klientel in der Nützlichkeit und Bedienbarkeit liegen. Die umschriebenen Geräte und Prozesse müssen ergonomisch und benutzbar sein. Es sollen nicht viele Knöpfe, Bedienungsanleitungen und Bezeichnungen sein, sondern ganz pragmatische Geräte und Technologien, die das können, was sie sollen und nicht mehr[30]. Hierdurch könnte die Nützlichkeit für die älteren und behinderten Menschen gesteigert werden und ihr Leben einfacher gestaltet.
Ein weiterer gesamtheilicher Nutzen kann darin liegen, daß es zu einer Entzerrung der täglichen Abläufe und Einkaufsgewohneiten der Menschen kommt.Der festgefahrene Ablauf richtet sich nach der Arbeitszeit von 8 bis 16 Uhr. Die gesamten öffentlichen Verkehrsmittel sind darauf ausgerichtet. Um diese Arbeitszeit herum ist das Verkehrsnetz komplett ausgelastet. Nach Feierabend wird Einkaufen gegangen, die Öffnungszeiten des Einzelhandels sind auch darauf ausgerichtet. Die integrierten Einkaufsprozesse können die Flexibilität der Menschen steigern und sie von diesen starren Zeitmustern abbringen. Wer einmal im Berufs- und Feierabendverkehr stand und schnell noch eine Tube Tomatenmark für die Nudelsauce holen wollte, weiß, welchen Stress dieser Umstand ausübt. Die Berufstätigen können nicht zu irgendeiner Zeit einen Einkauf tätigen, sondern alle zur gleichen. Da es ein schwieriger Ansatz ist, die Menschen zu versetzten Zeiten arbeiten zu lassen, gibt diese Technik den Menschen die Möglichkeit, ihren Einkauf anders auf zu bauen[31].
6 Fazit und kritische Auseinandersetzung
Im Verlauf unserer Studie haben wir die Vielschichtigkeit des Smart Homes, der assoziierten Technik und der Einkaufsprozesse umschrieben und visualisiert. Es sind viele Vorteile hervor gehoben worden, aber es gibt auch immer eine Kehrseite zu der Medaille. Großes Potential der Technik liegt in der Anwendung im Ambient Assisted Living, unter Berücksichtigung der demographischen Entwicklung, die wir während unserer Studie in diversen Punkten umschrieben haben, kann ein sehr großer Nutzen geschaffen werden.
Es ist jedoch auch an zu merken, das es sich in diesem Fall nicht um ein Smart Home handelt, sondern dem Bereich des Pflege- und Gesundheitswesens. Das Smart Home ist ein Konzept das die fortschreitende Vernetzung bis in den Haushalt weiterträgt und technische Raffinessen in die Ablaufprozesse integriert. Die Klientel muss, um diese Technik an zu wenden auch versiert in dem Umgang sein und sie nachvollziehen oder sogar verstehen können. Die Technik ist sehr fortschrittlich und konzeptionell sehr futuristisch, zum aktuellen Zeitpunkt wahrscheinlich noch zu weit entfernt für den durchschnittlichen Konsumenten. Nach dem aktuellen Stand scheint man noch in einer Pionierphase zu sein, die Technik kann noch nicht den Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität leisten, die sie potenziell könnte. Die Wirtschaft und die Konsumenten sind noch nicht für eine derartige Umstellung bereit. Von der Angebotsseite fehlen noch Standards, um eine Art Plug & Play zu realisieren und eine Kostengünstige Produktion zu starten. Erst dann kann für den Smart Home Anwender eine Vielzahl an Alternativen geboten werden und ein Marktmechanismus greifen, der die Preise senken wird.
Es wird jedoch auch klar welche Bedeutung der technische Fortschritt für eine Volkswirtschaft haben kann. In dem Subjektiven empfinden der Menschen, wie es Ihnen aus wirtschaftlicher und Einkommenssicht geht, wird oft außer Acht gelassen. Durch diese Entwicklungen können Menschen komfortabler leben, die Lebensqualität wird erhöht. Das wird schon an einem ganz banalen Beispiel klar, wenn man vergleicht was für einen Fernseher man vor 5 Jahren für 500 EUR erhalten hat und was für einen heute. Integrierte Einkaufsprozesse jedoch sind im täglichen Leben heute schon allgegenwärtig. Die Prozesse werden zunehmend durch Automatismen rationalisiert.
Viele Haushalte wissen derzeit zu wenig über diese moderne Technik, kennen weder die Vor- noch die Nachteile. Die hohe Bandbreite der Hersteller verunsichert zusätzlich mögliche Interessenten dieser Technologie. Zwar gibt es derzeit eine große Anzahl an Produktangeboten jedoch fehlt es auch an Erfahrungs- und Testberichten über beispielsweise der Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit, Funktionalität, Langlebigkeit, Benutzungsfreundlichkeit und der Kompatibilität. Besonders die Betreuung der Kunden sowie die Wartung, fachliche Kompetenz und der Präsenz der Unternehmen vor Ort beim Einbau und der Realisierung stellen derzeit aufgrund der Vielzahl der verschiedenen Produkte und der fehlender Normen ein großes Problem und wirken eher abschreckend.
Um Technologien wie diese weiterzuentwickeln, ist es notwendig als Anwender den Gedanken der Perfektion und Fehlerlosigkeit abzulegen. Garantien gegen Ausfall der Elektronik oder das abstürzen der Software sind sogenannte „Kinderkrankheiten“ und sind gerade im Entwicklungsstadium durchaus an zu treffen. Nur wenn Anwender diese Problematik akzeptieren, können Hersteller auf diesem Gebiet durch Rückmeldungen von Fehlern genügend Erfahrungen sammeln und die Technik reifen. Im Gegenzug müssen Hersteller den potentiellen Käufer dieser Technologie aufgrund der instabilen Technik mit Rabatten zum Kauf locken, um den Reifeprozess zu beschleunigen.
Kommen sich also Käufer und Hersteller entgegen, können schnell große Erfolge auf diesem Gebiet erzielt werden.
7 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| bzw. | beziehungsweise |
| ca. | cirka |
| d. h. | das heißt |
| EDI | Electronic Data Interchange |
| elektronische Nachricht | |
| EPC | Elektronischer Produktcode |
| ERP | Enterprise Ressource Planing |
| etc. | lat. et cetera = steht hauptsächlich für und so weiter |
| EU | Europäische Union |
| EUR | Europäische Währungseinheit |
| evtl. | eventuell |
| IT | Informationstechnik |
| LKW | Lastkraftwagen |
| MHz | Megahertz |
| Mio | Million |
| PC | Personal Computer |
| PIN | Persönliche Identifikationsnummer |
| PSA | Personal Shopping Assistent |
| rd. | rund |
| RFID | Radio Frequency Identification |
| SMS | Short Messages Service |
| TAN | Transaktionsnummer |
| TV | umgangssprachlich: den Fernseher (engl. television) |
| U. S. | Unites States |
| UN | United Nations |
| UN/EDIFACT | United Nations Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport. |
| USD | US-Dollar Währung in USA |
| vgl. | vergleiche |
| VPN | steht für: Virtual Private Network |
| WG | Wohngemeinschaft |
| z. B. | zum Beispiel |
8 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Titel |
|---|---|
| 1. | Umsätze des Baugewerbes 2008 |
| 2. | Demographische Entwicklung Europa |
| 3. | Demographische Entwicklung Deutschland |
| 4. | Vertriebszentrum Wal*Mart |
| 5. | Verbindungen des Smart Homes |
| 6. | Entwicklung der Haushaltsgröße |
| 7. | Anteil der Haushalte in Deutschland |
| 8. | Touch Screen Monitor |
| 9. | Feuerholz Anlieferung |
| 10. & 11. | RFID Chips |
| 12. | Aufbau eines RFID Systems |
| 13. | Medikamenten Management |
| 14. | HomeBox |
9 Fußnoten
- ↑ Thomas L. Friedman; 2006||The World is Flat
- ↑ http://www.automation.siemens.com/_de/portal/news/speeches_detail.htm?rssItemURL=/detail_rss.php3?template_id=158&id=6842
- ↑ http://www.baulinks.de/webplugin/themen/1frame.htm?baukonjunktur.php4
- ↑ https://www.zvei.org/?id=4303
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