Integration von Social-Networks in Smartphone OS
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Duisburg |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | Smartphone OS |
| Autor(en): | Steffen Küpper, Julia Döhmer, Martin Laszczyk, Stephan van Hasz |
| Studienzeitmodell: | Abendstudium |
| Semesterbezeichnung: | SS11 |
| Studiensemester: | 2 |
| Bearbeitungsstatus: | Bearbeitung abgeschlossen |
| Prüfungstermin: | |
| Abgabetermin: | |
| Name der Autoren: | Steffen Küpper, Julia Döhmer, Martin Laszczyk, Stephan van Hasz |
| Titel der Arbeit: | Integration von Social-Networks in Smartphone OS |
| Hochschule und Studienort: | FOM Duisburg |
Inhaltsverzeichnis |
1 Einleitung
Die folgende Fallstudie befasst sich mit dem Thema "Integration von Social-Networks in Smartphone OS". Da immer mehr Smartphones die Möglichkeit bieten sich über so genannte Apps (Applications eng. für Anwendungen) in die Social Networks einzuwählen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich diese Funktionen in den OS (Operating System eng. für Betriebssystem) verankern und zum Standardumfang der Smartphones gehören.
Mit dieser Fallstudie möchten wir erläutern, wie die Integration der Social Networks in die verschiedenen Betriebssysteme der Smartphones vonstatten geht, sowie die Entwicklung von "normalen" WEB-Social Networks hin zur "totalen Vernetzung".
Um die Integration beschreiben zu können, werden zunächst einige grundlegende Begriffe geklärt und auf die verschiedenen Smartphone OS eingegangen. Dadurch soll aufgezeigt werden, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es in der Integration gibt.
2 Grundlagen
In diesem Kapitel werden die Grundlagen geschaffen, um die Begriffe wie zum Beispiel Social Network oder Smartphone im Kontext dieser Fallstudie zu verstehen.
2.1 Definition Social Networks
„Portal im Internet, das Kontakte zwischen Menschen vermittelt und die Pflege von persönlichen Beziehungen über ein entsprechendes Netzwerk ermöglicht; soziales Netzwerk.“[1]
2.2 Definition Smartphones
"Mobiltelefon mit erweitertem Funktionsumfang. Dazu zählen neben der Telefonie und Short Message Service (SMS) üblicherweise Zusatzdienste wie Electronic Mail (E-Mail), World Wide Web (WWW), Terminkalender, Navigation sowie Aufnahme und Wiedergabe audiovisueller Inhalte. Auf Smartphones laufen gegenüber herkömmlichen Mobiltelefonen komplexere Betriebssysteme wie etwa Symbian OS, Blackberry OS oder das iPhone OS. Die hierdurch geschaffene Möglichkeit zur Installation weiterer Applikationen durch den Endnutzer verleiht Smartphones einen erweiterbaren und individualisierbaren Funktionsumfang."[2]
3 Social Networks
Das Internet beinhaltet eine große Anzahl der verschiedensten Social Networks. Im folgenden wird über drei der beliebtesten Netzwerke eine kurze Zusammenfassung dargestellt.
3.1 Geschichte der Social Networks
Um auf die Entstehungsgeschichte der Social Networks eingehen zu können, muss zuerst einmal erläutert werden, was man unter dem Begriff Social Networks versteht. Ins deutsche übersetzt bedeutet es „Soziale Netzwerke“. In diesen Netzwerken kann man mit seinen Bekannten und Freunden oder auch Arbeitskollegen kommunizieren, Infos austauschen oder einfach andere an seinem Leben teilhaben lassen. Hierbei werden bestehende Beziehungen gepflegt oder neue soziale Kontakte geknüpft. Von Facebook über StudiVZ zu Twitter, je nach Interessen und Bedarf kann man über ein oder mehrere Netzwerke kommunizieren. Ob geschäftliche Verbindungen oder rein privat, das Internet bietet eine große Auswahl. Die Entscheidung darüber welche Netzwerke man pflegt, kann man auf Grund von Gemeinsamkeiten wie z.B. Interessen, Vergangenheit, Job, Studium, Erlebnis, Alter uvm. fällen.
In der heutigen Zeit wird es jedoch immer wichtiger immer und überall erreichbar zu sein bzw. steigt die Beliebtheit, seinem sozialen Umfeld immer mehr von sich und seinem Leben bekannt zugeben. Die Möglichkeit diese Netzwerke zu nutzen musste also mobil werden und so wurden Apps entwickelt, um über Smartphones die Netzwerke nutzen zu können. Es ist nicht mehr wichtig sich „nur“ anzurufen oder SMS zu schreiben. Jeder einzelne Schritt des Tagesablaufs kann zu jeder Zeit anderen mitgeteilt werden. Man weiß welcher Bekannter, Freund oder Kollege sich gerade wo befindet und was er dort gerade tut.
Doch wann begann eigentlich die Erfolgsgeschichte der Social Networks? Die erste Mail und damit die erste soziale Kommunikation über das Internet war vor ca. 40 Jahren. Bis heute gab es eine riesige Entwicklung, die sehr gut in der nachfolgenden Grafik veranschaulicht wird. Der richtige Durchbruch und das Wachstum der Social Network fand aber erst in den letzten 10 Jahren durch die Plattformen XING, Facebook, Twitter & Co statt.
Die ersten Versuche gemeinsame Inhalte von Usern im Internet zu veröffentlichen, geschahen über Web 2.0. Dieser Begriff wurde 2004 vom O´Reilly Verlag geschaffen und darauf bauen unsere heutigen Social Networks auf.
Grundgedanke war schon damals, verschiedene Inhalte im Internet zu veröffentlichen und selbst oder durch andere Personen zu bearbeiten und zu erweitern.
Die damals genutzten Plattformen waren u.a. Blogs, Wiki, Instant Massaging und Chatrooms.
Die Umsetzung dieser Idee, eine Plattform zu entwickeln, die von vielen Internetnutzern gemeinsam genutzten werden kann, wurde aus einem Brainstorming von O´Reilly geboren.
Ein weiterer Grund diese Plattform zu erschaffen war die sogenannte Nutzung der „kollektiven Intelligenz“. Der amerikanische Wirtschaftsjournalist James Surowiecki meint
„unter den richtigen Umständen“ seien „Gruppen bemerkenswert intelligent – und oft klüger
als die Gescheitesten in ihrer Mitte“, denn „im kollektiven Wissen liegt die Lösung“ [3].
Anfang des 21. Jahrhunderts begann die Entwicklung der heutigen Social Networks. Zu Beginn gab es Plattformen wie MySpace um Fotos, Musik und einfache Nachrichten zu verbreiten bzw. zu teilen. Nach und nach kamen immer weiter Plattformen hinzu, die sich immer mehr spezialisierten und nur auf ganz bestimmte Benutzergruppen zielten. Hier ging jedoch der Gedanke der Kommunikation untereinander zurück. Vielmehr konnte man seine eigenen Kreationen online stellen, die dann wieder von anderen Usern bewertet oder kommentiert werden konnten. Die Erfolgsgeschichte der Sozialen Netzwerke begann 2003. Auch wenn es zuvor schon wenige Netzwerke gab, konnten diese sich jedoch nie wirklich durchsetzen. Im Juli 2003 ging MySpace an den Start und weitere Plattformen, wie Orkut folgten. Die bisher erfolgreichste Netzwerkplattform Facebook wurde 2004 gegründet. Weiter ging es 2005 mit studiVZ, welches zuerst nur in Deutschland auf große Beliebtheit traf. Nach und nach kamen auch andere Länder wie Italien, Polen und Spanien hinzu. StudiVZ konnte sich aber bislang nur in Deutschland durchsetzen und genoss in den anderen Ländern nicht genügend Zustimmung.
Mit der Entwicklung der Smartphones kam auch die Entwicklung der „Mobile Social Networks“. Den Wunsch der Anwender, immer erreichbar zu sein und andere an seinem Leben teilhaben zu lassen, fassten die Entwickler auf und konstruierten sogenannte Apps um auch unterwegs auf Facebook, Xing &Co zugreifen zu können.
3.2 Facebook
In Deutschland ist Facebook das größte Social Network mit einer Unique Audience von mehr als 12000, welche eine der wichtigen Web-Kennzahlen ist, die zur Erfolgsmessung von Websites herangezogen wird. Besonders für Werbetreibende, die auf einer Website Bannerwerbung schalten wollen, ist die Unique Audience ein wichtiger Hinweis darauf, wie viele Menschen mit einer Kampagne erreicht werden können. „Sie bezeichnet die Anzahl Besucher, die eine Website innerhalb eines definierten Zeitraums ein- oder mehrfach besucht haben. Mehrfachbesuche werden nicht gezählt.“[4]
Facebook ist dort alleiniger Spitzenreiter auf dem ersten Platz. Weit abgeschlagen folgen Stayfriends (6954), Wer-kennt-wen (6135) und den VZ-Netzwerken (studiVZ mit 4009 und meinVZ mit 3662)[5].
Mittlerweile ist Facebook das größte soziale Netzwerk auf der Welt, auch in Deutschland. Die Mitgliederzahlen steigen stetig weiter, wobei andere Plattformen sinkende Mitgliederzahlen verzeichnen müssen. Es gibt viele Nutzer, die von Unterwegs aus auf Facebook zugreifen wollen. Facebook zeichnet sich dadurch aus, dass es für jeden Smartphonetyp eine „Mobile-Application“ gibt, damit Facebook jedem Nutzer die Chance geben kann mit dem Handy auf den Facebook-Server zugreifen zu können. Des Weiteren können sich auch andere Handytypen per Web-Browser mit Facebook verbinden. Es werden fast alle Grundfunktionen bereitgestellt:
- Profil anzeigen/anlegen
- Freunde finden
- Nachrichten lesen/schreiben
- Statusnachrichten lesen
- Fotos hochladen/ansehen
Um alle Funktionen nutzen zu können, muss man sich jedoch mit der Website von Facebook verbinden. Dort kann man dann die Gruppenverwaltung nutzen oder Veranstaltungen anlegen oder beitreten, Online-Spiele spielen, Zugriff für Anwendungen geben, die auf die eigenen Daten zugreifen.
3.3 Twitter
"Twitter ist ein Informationsnetzwerk, welches dir in Echtzeit die neuesten Informationen zu Themen liefert, die dich interessieren. Suche einfach nach öffentlichen Streams, die für dich von Interesse sind und folge der Konversation.“[6] So heißt es auf der Internetseite der Firma Twitter Inc.. Im einzelnen bedeutet dies, dass Twitter ein Social Network ist, welches auf dem System des Mikroblogging beruht. Nutzer, egal ob es Firmen oder Privatpersonen sind, können sogenannte "Tweets" veröffentlichen. Tweets sind öffentliche Statusmitteilungen mit einer maximalen Länge von 140 Zeichen. Diese Tweets können für alle sichtbar sein oder so veröffentlicht werden, dass nur eine bestimmte Gruppe diese lesen kann. Personen aus dieser Gruppe werden bei Twitter "Follower" genannt. Follower sind User, die sich auf dem Profil registrieren und bekommen dadurch alle Statusmeldungen in die eigene "Timeline" gestellt. Timeline wird die Anzeige aller Mikroblogeinträge genannt.
Jeder User des Twitter Netzwerkes hat eine personalisierte Timeline. Personalisiert bedeutet in diesem Kontext, dass jedem User nur die Tweets angezeigt werden, die für ihn von Interesse sind. Also die Informationen, wo er sich als Follower eingetragen hat. Um Twitter weiter zu personalisieren, kann jeder User sein eigenes Design wählen. Twitter stellt zu diesem Zweck verschiedene Designs zur Verfügung.
Es kann auch über die eigene Homepage „getwittert“ werden. Hierzu muss das Widget von Twitter eingebunden oder der von Twitter bereitgestellte iFrame genutzt werden. Ein iFrame ist ein HTML (Hypertext Markup Language) Element, welches es ermöglicht, eine Website als Element der eigenen Website anzugeben. Unabhängig davon welches Element gewählt wird, ist es mit beiden Mitteln möglich, einen Text zu twittern. Auch hier muss die Längenbeschränkung der Tweets beachtet werden.
Durch diese API ist es denkbar, Twitter mit anderen sozialen Netzwerken zu verbinden. So soll es möglich sein, Statusmeldungen aus anderen sozialen Netzwerken, wie z.B. Facebook auch an Twitter und umgekehrt zu senden[7].
3.4 VZ Netwerke
Im Jahre 2005 hat der Anbieter VZnet Netzwerke Ltd. Die Kommunikationsplattform studiVZ ins Leben gerufen. Der Hintergrund war, dass sich Studenten verschiedener Lehrveranstaltungen und Universitäten austauschen und Kontakte knüpfen können. Doch immer mehr „Nicht-Studenten“ fanden Interesse an dieser Community und daraus resultierte, dass die Gruppen „SchülerVZ“ und „MeinVZ“ entstanden. Diese sollten die Zielgruppen Schüler aber auch Berufstätige mit einbeziehen. Der Hintergedanke bei den VZ Netzwerken ist ähnlich der, der anderen Social Networks. Man erstellt sich ein eigenes Profil und kann dieses nun mit den verschiedensten Angaben füllen. Neben Name, Geburtsdatum und Wohnort werden auch Schul bzw. Begriffsbildung, bzw. der allgemeine Werdegang abgefragt. Hobbies, Lieblingsbücher, -essen,- filme können auch angegeben werden. Für Studenten gibt es die Möglichkeit, seine Lehrveranstaltungen einzutragen und somit Studenten aus den gleichen Bereichen kennenzulernen. Aber es gibt auch eine immense Anzahl der unterschiedlichsten Gruppen, denen man beitreten kann und sich somit über gemeinsame Interessen austauschen kann. Weitere Features sind, dass man an die Geburtstage der „eigenen Freunde“, die man in seine Liste hinzugefügt hat, erinnert wird. Aber man wird nicht nur an Geburtstage erinnert. Denn über den Kalender kann man online immer seine Termine pflegen oder eben auch an diese erinnert werden. Über den Nachrichtendienst werden, wie bei anderen Plattformen auch, die Nachrichten geschickt und empfangen. Und über den „Buschfunk“ wird ähnlich wie bei Twitter den Freunden und Bekannten mitgeteilt, wo man gerade ist oder was man gerade tut. Je nachdem wie man seine Sicherheitseinstellungen angepasst hat, können unterschiedliche Personenkreise auf die Veröffentlichungen zugreifen. Auch die VZ Netzwerke sind mit der Zeit gegangen und stellen die unterschiedlichsten Apps zur Verfügung. Vom Kinoprogramm über Nachrichtendienste bis hin zu Online-Spielen ist alles dabei.
Wie auch bei den meisten anderen Netzwerken, kann man vieles über sich und sein Leben Preis geben, Fotos ins Netz stellen oder einfach den Freunden mitteilen, was man gerade macht.
Zur Zeit gibt es über 17 Millionen Mitglieder und einen stetigen Anstieg von tausenden Neuanmeldungen täglich.
Finanziert wird die Plattform hautsächlich über Werbeeinnahmen. Zusätzlich werden weitere Einnahmen über Umsatzbeteiligungen an Partnerangeboten (z.B. durch Apps) erzielt [8].
Doch der anfängliche Aufschwung der VZ Netzwerke bricht in letzter Zeit stark ein, denn immer mehr User wandern zu anderen Plattformen wie Facebook über.
Weltweit:
Deutschland:
Am 07.12.2009 wurden die ersten Apps für Smartphones bereitgestellt und diese wurden von den VZ Nutzern sehr positiv angenommen.
Innerhalb kürzester Zeit wurden bereits 2,93 Millionen Downloads durchgeführt. Ca. 247000 User benutzen die Open Social täglich und es kommen immer weitere hinzu.
„Rund 37,3 Prozent aller OpenSocial-Nutzer sind Mitglied in meinVZ. Auf studiVZ entfallen 32,2 Prozent, auf schülerVZ 30,5 Prozent aller VZ-Mitglieder, die Gefallen an OpenSocial finden.“ [9]
3.5 Pro & Contra
Vorteile:
Die Gründung von Social Networks ist für viele (nicht nur für die jüngere Generation) ein klarer Vorteil. Über das Internet und nun über soziale Netzwerke ist es ein leichtes z.B. alte Schulfreunde und Bekannte zu suchen und in den meisten Fällen auch zu finden.
Aber nicht nur alte Bekanntschaften können wieder belebt werden, auch neue Kontakte sind einfach über das Netzwerk zu knüpfen.
Hier kann man Personen mit gemeinsamen Interessen, Vergangenheiten oder vielem mehr kontaktieren und somit seinen „Freundeskreis“ stets erweitern.
Für viele ist es, aus verschiedensten Gründen, ein oder oft der einzige Weg in Kontakt mit Gleichgesinnten oder einfach anderen Personen zu treten.
Über Plattformen wie Facebook etc. können Freundschaften gepflegt werden, die wegen ihrer großen örtlichen Distanz evtl. sonst nicht aufrecht erhalten werden könnten.
Und dank der Entwicklung in Smartphones ist das ganze nun noch einfacher umzusetzen, denn jeder, der ein Smartphone besitzt und in solchen Netzwerken kommuniziert, kann dies nun Rund um die Uhr und an jedem beliebigen Ort tun.
Andere über seinen Lebens-/Tagesablauf zu informieren ist nun nur noch ein paar Klicks entfernt. Infos und Fotos auszutauschen ist seit der Entwicklung dieser Apps ein leichtes.
Nachteile:
Durch die Social Networks kann die gesamte eigene Persönlichkeit entblößt werden. Man selbst gibt viele Infos von sich Preis ohne darüber nachzudenken, welche zukünftigen Folgen z.B. im Beruf dies mit sich bringen kann.
Aber diese moderne Art der Kommunikation kann auch kriminell genutzt werden.
So haben z.B. pädophile leichtes Spiel, sich über Chatrooms oder andere Plattformen mit „ihren Opfern“ zu verabreden. Denn die veröffentlichten Daten werden nirgends geprüft und es ist sehr einfach, sich ein gefaktes Profil zu erstellen.
Aber auch Mobbing und Stalking ist nun noch einfacher durchzuführen. Und hinter einem Pseudonym kann sich jeder verstecken und bleibt im ersten Moment unerkannt.
Ist erst einmal der Ruf durch Veröffentlichung und Verbreitung persönlicher Daten geschädigt, ist es meist schwer diesen wieder herzustellen.
Man muss sich auch im Klaren darüber sein, dass das Internet niemals vergisst. Einmal eingestellte Informationen sind auf immer gespeichert und können leicht durch andere abgefragt werden. Die Sicherheit der einzelnen Nutzer wird zwar immer weiter verbessert, doch man sollte stets gut überlegen, ob diese Fotos und Infos wirklich der Gesamtheit öffentlich gemacht werden sollten.
Ganz aktuell wird man in den Medien darauf aufmerksam gemacht, was alles passieren kann, wenn man mit seinen Einträgen und Veröffentlichungen zu unvorsichtig ist.
Sogenannte Facebook Partys können, wie sich gezeigt hat, ins unübersichtliche ausarten. So wollte ein Mädchen einfach zum Geburtstag einladen und hat nicht damit gerechnet dass sich dies über Facebook so verbreitet, dass am Ende das Elternhaus von der Polizei bewacht werden musste. Man verliert, wie man sieht, schnell den Überblick, welche Kreise diese sozialen Netzwerke ziehen können.
4 Geschichte der Smartphones
Anfang der 90er Jahre machte die Entwicklung der Handys einen großen Sprung. Einfache Handys gehörten der Vergangenheit an und immer weitere Funktionen wurden von den Anwendern gewünscht und von Entwicklern umgesetzt. Die Grundfunktionen eines Handys sind nicht mehr auf Telefonieren und SMS verschicken begrenzt. Es gibt kaum noch Handys die nicht über eine Uhr, Kamera und Taschenrechner verfügen. Doch auch Navigationssysteme, MP3 und Spielekonsolen sind bei vielen Handys kaum noch wegzudenken. Der Begriff Handy oder Mobiltelefon ist demnach nicht mehr aktuell und die neuen Alleskönner bekamen den Namen „Smartphone“ oder „“PDA-Phone“ [10].
Im Jahre 1997 kam der sogenannte Urahne unseres heutigen Smartphones auf den Markt. Nokia entwickelte den Nokia 9000i Communicator. Hierbei handelte es sich um einen Minicomputer inklusive Mobiltelefon. Mit dieser technologischen Innovation war es sogar möglich Faxe zu senden und zu empfangen sowie auch EMails und einfache Textnachrichten. Hinzu kamen noch die organisatorischen Funktionen eines PDA´s. 1999 wurde dann das erste WAP-fähige Handy von Nokia veröffentlicht. Das Nokia 7110 besaß die Möglichkeit, Verbindung zum Internet aufzubauen[11].
Doch dieser Fortschritt konnte sich aus verschiedensten Gründen nicht durchsetzen. Die Marke Blackberry brachte 1999 einen Pager auf den Markt, der für Alarmierungen und dem Versand von Nachrichten genutzt werden konnte. Auch hier sind die Anfänge des heutigen Smartphones deutlich zu erkennen. 2002 wurden die Entwicklungen dem Smartphone immer ähnlicher. Das Blackberry 5810 besaß nun eine integrierte Tastatur und den auch noch heute verwendeten „Push Maildienst“. Auch die Funktion eine Kamera in das Handy zu integrieren, wurde von immer mehr Herstellern ab dem Jahre 2002 aufgegriffen. Das T-Mobile Sidekick/Danger Hiptop war eine der innovativsten Produktneuheiten im Jahr 2002. Dieses Smartphone besaß einen großen beweglichen Display und eine gute QWERTZ-Tastatur unter dem wegschiebbaren LCD. Im Jahr 2007 erreichte Apple dann den Durchbruch und brachte das erste neuzeitliche Smartphone auf den Markt. Das IPhone besaß anfangs noch keine großen technischen Funktionen. Doch mittlerweile in seiner 5. Generation verfügt das IPhone u.a. über eine sehr gute Internetanbindung, GPS, Kompass und einen umfangreichen APP Store. Alle uns heute bekannten Smartphones bauten auf die Technologie des Apples IPhones auf [12].
5 Smartphone OS
Es gibt eine Vielszahl an Smartphones mit verschiedenen OS. In diesem Abschnitt werden die marktführenden OS der Smartphones behandelt. Diese sind zur Zeit:
- Android
- Apple iOS
- Windows Phone (ehemals Windows Mobile)
- Symbian^3
Die Abschnitte zu den verschiedenen Betriebssystemen sind jeweils unterteilt in Allgemeines, Entwicklung, Sicherheit, Internet, EMail / Kontakte und Integration der Social Networks.
Unter dem Abschnitt "Allgemeines", wird jeweils das zu behandelnde OS vorgestellt und das Konzept beschrieben.
Unter dem Abschnitt "Entwicklung" wird erklärt, wie eine App entwickelt werden kann, und wie diese mit dem OS kommuniziert.
Unter dem Abschnitt "Sicherheit" wird erläutert, wie sicher das jeweilige OS ist und wie sichergestellt wird, dass eine App nur bestimmte Funktionen ausführen darf.
Unter dem Abschnitt "Internet" wird darauf eingegangen, welche Internetverbindungen das jeweilige Smartphone OS unterstützt.
Unter dem Abschnitt "EMail / Kontakte" wird auf die Mail und Kontaktverwaltung eingegangen. Zum Teil werden auch alternative Möglichkeiten aufgezeigt, bzw. wird dargestellt, ob es eine OS-eigene Funktion ist.
Unter dem Abschnitt "Integration der Social Networks" wird darauf eingangen, wie weit die Integration fortgeschritten ist und was bereits möglich ist.
5.1 Android
5.1.1 Allgemeines
Android war ursprünglich ein Smartphone OS das von der Open Handset Alliance entwickelt und veröffentlicht wurde. Mittlerweile wird das Android OS auch für Netbooks und Tablets angeboten. Die aktuelle Version 3.1, mit dem Namen „Honeycomp“, ist z.B. nur für Tablets entwickelt worden.
Das gesamte OS wird als „Open Source“ Projekt entwickelt. So ist es jedem Menschen möglich, eigene Erweiterungen einzubinden und anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung hierfür ist eine entsprechende API (Application Programming Interface), gegen welche die Erweiterung implementiert wird. Diese Erweiterungen werden als App bezeichnet. Eine App kann verschiedenste Funktionen beinhalten, so z.B. das Empfangen oder Versenden von EMails.
Das gesamte OS ist auf die Erweiterbarkeit durch Apps ausgelegt. Dies bedeutet, dass das OS nur grundlegende Funktionen wie Speicherverwaltung und Schnittstellen zur Hardware bereitstellt. So kann der User über die Funktionen seines Smartphones oder Tablets bestimmen. Es wird keine Software als Standard installiert, die der User nicht braucht. Daher ist das eigentliche Android OS sehr schlank gehalten.
Einige Standards werden mit Android ausgeliefert, da diese nützlich für ein Smartphone sind. Diese sind u. a. ein EMail Programm, SMS, Kalender, Google Maps, Web Browser und Kontakte[13].
Als Basis für Android dient ein Linux Kernel in der Version 2.6[14]. Das Android OS wird in dem Projekt AOSP (Android Open Source Project) entwickelt und unterliegt, im Gegensatz zu vielen anderen Projekten, keiner Softwarelizenz.
Da mit verschiedenen Open Source Initiativen zusammengearbeitet wird, setzt sich das Lizenzmodell aus vielen Open Source Lizenzmodellen zusammen.
Der Großteil der Android Software unterliegt jedoch der Apache Software License 2.0. Die eben angesprochenen anderen Lizenzen werden von Fall zu Fall eingesetzt[15]. Der Kernel z.B. steht unter der GPLv2[16] Lizenz.
Zur Erleichterung der Bedienung durch den User, gibt es eine Suchfunktion, welche sich auf alle Daten, auch die Daten aus Apps auswirkt. Inhalte lassen sich so leicht im ganzen Smartphone / Tablet suchen. Dies ist eine in Android implementierte Lösung.
5.1.2 Entwicklung
Das Android SDK (Software Developers/Development Kit) enthält alle nötigen Komponenten, um für jegliches Android Smartphone oder Android Tablet Apps zu entwickeln und zu testen. Apps werden, so wie Android, in der Programmiersprache Java entwickelt. Da die Apps gegen die API entwickelt werden, ist eine Entkopplung zur Hardware gegeben. Dies ist bei Android Geräten besonders wichtig, da das Android OS auf verschiedenen Hardwarekomponenten lauffähig ist und die Apps es somit auch sein müssen. So muss nicht für jedes Smartphone / Tablet eine eigene App entwickelt werden, solange der Entwickler sich an die Standards der API hält. Diese API bietet eine vollständige Entkopplung zur Hardware und zum eigentlichen OS.
Alle Apps befinden sich ausschließlich im oberen Bereich unter der Rubrik „Applications“. Eine Kommunikation findet ausschließlich über die API, hier „Application Framework“ genannt, statt. Jede App kann also die dort aufgeführten Funktionen nutzen.
Android Entwickler werden, wie bereits erwähnt, vor die Herausforderung gestellt, eine App so zu gestalten, dass es möglich ist, diese auf möglichst vielen Geräten auszuführen. Daher dauert es in der Regel länger bis eine App im Market[17] verfügbar ist, als dies bei Apps für das IOS[18] der Fall ist. Diese Verzögerung kommt zu Stande, da Android Apps für eine Vielzahl an Hardwarekonfigurationen getestet und freigegeben werden müssen.
Nahezu jeder Hersteller von Smartphones oder Tablets erweitert Android und passt es so an die Besonderheiten der jeweiligen Hardware an. So gibt es z.B. von HTC eine geänderte GUI[19] (Graphical User Interface) mit dem Namen „Sense“. Hierbei bleiben jedoch die grundlegenden Möglichkeiten des Android OS erhalten. Es findet eine Erweiterung statt, welche bis in die Tiefen des OS greifen kann.
Eine App zu entwickeln ist relativ simpel, da es sich um normale Java Syntax und Programmlogik handelt. Um eine beliebige Java Anwendung als App bereit zu stellen, reicht es in den meisten Fällen schon, die GUI zu ändern und die main Methode, welche für den Start der Anwendung zuständig ist zu ersetzen.
/**
* @author Stephan van Hasz
*
* Demo einer Android App.
* Klassisches "Hello Android" Beispiel.
*/
package de.vanhasz.android;
import android.app.Activity;
import android.os.Bundle;
import android.widget.TextView;
public class HelloAndroid extends Activity{
/* (non-Javadoc)
* @see android.app.Activity#onCreate(android.os.Bundle)
*/
public void onCreate( Bundle savedInstanceState ){
super.onCreate( savedInstanceState );
TextView view = new TextView( this );
view.setText( "Hello Android" );
setContentView( view );
}
}
Die Methode onCreate wird beim Start der App ausgeführt. Im obigen Beispiel wird eine TextView aus dem Android SDK erstellt, der App hinzugefügt und der Text "Hello Android" geschrieben.
Nach dem diese App kompiliert wird, wird eine *.apk Datei erzeugt. Diese kann auf jedem Android System installiert und ausgeführt werden. Die Ausführung der App erzeugt folgende Ausgabe.
5.1.3 Sicherheit
Da die Apps gegen eine API entwickelt werden, ist das Smartphone / Tablet nur so sicher, wie die API. Die API erlaubt aber eine Vielzahl an Zugriffen auf die zugrundeliegende Hardware. So kann unter anderem die Internetverbindung aktiviert oder Kontaktdaten ausgelesen werden.
Eine eigene Funktion von Android um das Smartphone / Tablet bei Diebstahl zu sperren oder gar zu löschen gibt es nicht. Hierfür gibt es jedoch Apps. Auch hier ist die Philosophie des vollkommen konfigurierbaren Handys eingehalten worden. Die Software auf dem Smartphone / Tablet des Users kann nur die Dinge, die der User wirklich braucht, also die Funktionen, die er selbständig hinzu konfiguriert hat, indem er die entsprechenden Apps aus dem Market herunterlädt und installiert.
Zu dem Sicherheitskonzept gehört, dass standardmäßig keine App Rechte hat, um Userdaten wie EMails oder Kontaktdaten auszulesen. Dies muss expliziet vom User erlaubt werden[20].
5.1.4 Internet
Der Zugriff auf das Internet erfolgt wahlweise, je nach zugrundeliegender Hardware, über WLAN oder UMTS. Wenn die Hardware weder UMTS noch WLAN unterstützt, kann nicht auf das Internet zugegriffen werden. Der Browser ist frei wählbar. Er wird als App installiert. Android liefert jedoch einen Standard Browser mit. Es kann eingestellt werden, ob der Browser die mobile Ansicht von Internetseiten lädt, oder ob die konventionelle Darstellung angezeigt werden soll.
5.1.5 EMail / Kontakte
Da das Android OS auf dem Prinzip der Apps basiert, ist es dem User freigestellt, welche App er für EMails oder Kontakte nutzen möchte. Es gibt jedoch Anwendungen, welche als Standard mit dem Android OS ausgeliefert werden. Diese heißen „Mail“ bzw. „Kontakte“. Die Einbindung aller gängigen EMailportale ist möglich. Es kann auch ein Exchange Server eingebunden werden, sodass Push-Mail zur Verfügung steht. Push-Mail bedeutet, dass die EMails automatisch auf das jeweilige Endgerät geschoben werden, ohne dass der User eine permanente Anfrage an den Server senden muss.
Kontakte lassen sich ebenfalls aus allen gängigen Web Portalen importieren und synchronisieren. Es lassen sich zu jedem Kontakt mehrere Adressen hinzufügen, sowie mehrere Telefonnummern und Notizen angeben. Zusätzlich ist es möglich, Kontakte zu verknüpfen. Dies wird unter „Integration der Social Networks“ näher behandelt. Eine Suchfunktion erleichtert es dem User, alle Kontakte oder Mails zu durchsuchen.
5.1.6 Integration der Social Networks
Das folgende Kapitel behandelt die Einbindung von Social Networking in das Android OS. Es wird besonders auf die Erweiterung Sense der Firma HTC eingegangen, da dort die Integration der Social Networks sehr weit fortgeschritten ist. Aufgrund des begrenzten Rahmens kann nicht auf andere Implementierungen eingegangen werden.
Um zu erklären wie die Social Networking Funktionen in Sense integriert sind, muss zunächst die Frage geklärt werden, „Was ist Sense?“
Sense ist eine Erweiterung des Android OS. Die Erweiterung wurde von der Firma HTC entwickelt und in den Sourcecode von Android integriert. Als Sourcecode wird der Quelltext des Programmes, in diesem Fall Android, bezeichnet. Diese Erweiterung beinhaltet unter anderem eine erweiterte Einbindung von Social Network Funktionen in die Gesamtfunktionalität des Handys.
So kann der Nutzer z.B. die Kontakte, welche in dem Handy hinterlegt sind, mit den Kontakten von z.B. Facebook synchronisieren oder verknüpfen.
Durch die Verknüpfung von Kontakten wird erreicht, dass der Kontakt nicht zweimal im Telefonbuch auftaucht, sondern nur einmal angezeigt wird. So kann z.B. auch eingestellt werden, dass das aktuelle Profilbild von z.B. Facebook, Twitter oder anderen Social Networks immer als Profilbild des Kontaktes angezeigt wird.
HTC Sense erkennt automatisch die verknüpfbaren Kontakte über deren Eigenschaften und schlägt dem Nutzer das Verknüpfen, wie in folgender Abbildung dargestellt, vor.
Wenn ein übereinstimmender Kontakt angenommen werden soll, kann dies über die Schaltfläche neben dem jeweiligen Kontakt geschehen.
So ist es dem Benutzer möglich, die letzten Statusupdates seiner Kontakte zu sehen, sofern diese in einem der verknüpften Social Networks aktiv sind. Zur Zeit werden folgende Networks unterstützt:
- Flickr
Um die Statusmitteilungen der Kontakte aus einem der genannten Networks zu sehen, kann der Nutzer entweder die jeweilige App des Social Networks benutzen, oder aber die von HTC Sense bereitgestellte App „Friendstream“, welche es auch als „Widget “ gibt.
Dort werden alle Statusmitteilungen und Aktivitäten der Kontakte dargestellt, ganz gleich, aus welchem der verknüpften Social Networks die Meldung kommt.
Das eigentliche Android OS hat keine Funktion, um Social Networks einzubinden. Dafür gibt es die Apps. Jedoch bietet die „Sense“ Oberfläche von HTC eine Vielzahl an Möglichkeiten um Social Networks mit dem Smartphone zu verbinden. Durch die direkte Einbettung in "Sense" wird die Einbindung in das Android OS dem User sozusagen vorgespielt.
5.2 Apple iOS
5.2.1 Allgemeines
Das iOS ist ein von der Firma Apple entwickeltes Betriebssystem. Die Ursprungsversion, welche am 9. Januar 2007 in Verbindung mit dem iPhone vorgestellt wurde, basierte auf dem Mac X OS. Es wurde lediglich für den portablen Gebrauch angepasst. Bis Juni 2010 hieß es noch iPhone OS. Da Apple es allerdings auch auf anderen im Produktprogramm angebotenen Geräten integrieren wollte, war der Name iPhone OS nicht mehr zutreffend. Unglücklicherweise hatte sich Cisco Systems den Markenname IOS (Internetwork Operating System) bereits rechtlich gesichert. Das Unternehmen verkaufte Apple die Lizenzrechte an dem Namen. Das Betriebssystem findet man mittlerweile auf dem iPhone, iPod touch, iPad und dem Apple TV. Die aktuelle iOS Version ist 4.3.3. Apple kündigte auf der WDDC im Juni 2011 das iOS 5 an, welches ab Herbst verfügbar sein soll[21].
Apple besitzt den größten Appstore aller Betriebssystemhersteller. Demnach standen den Benutzern im Mai 2011 370.000 Anwendungen zur Verfügung. Dies beinhaltet die kostenlosen, sowie die kostenpflichtigen Programme. Man geht davon aus, dass das Angebot bis Ende des Jahres auf knapp 500.000 angewachsen sein wird. Zum Schutz der Benutzer, werden alle hochgeladenen Apps vorher kontrolliert. So soll vermieden werden, dass schädliche oder unerwünschte Apps in Umlauf gebracht werden[22].
Die Bedienung erfolgt über den Sensorbildschirm des iOS. Man benötigt hierfür kein zusätzliches Hilfsmittel in Form eines Stiftes. Zusätzlich bietet das iOS die Möglichkeit
Multi-Touch-Gesten auszuführen. Dies bedeutet, dass es dem Benutzer erlaubt ist, die Oberfläche mit mehreren Fingern gleichzeitig zu beeinflussen. So lassen sich zum Beispiel die Funktion für die Rotation, das Verkleinern und Vergrößern von Bildern oder Fenstern aktivieren. Es wurden verschiedenste Hilfsmittel integriert, die die Benutzung vereinfachen sollen. Falls eine Texteingabe erforderlich ist, so wird eine digitale Tastatur am unteren Bildschirmrand eingeblendet. Auswahlkriterien werden mit Hilfe von Rädchen oder kleineren Drop-Down Menüs angeboten. Der Startbildschirm des iOS besteht aus mehreren Komponenten. Am oberen Bildschirmrand erhält der Benutzer Informationen über den Netzempfang; die aktivieren Funktionen (z.B. Bluetooth, Wecker, usw.), die Uhrzeit und den aktuellen Ladezustand des Akkus. In der Mitte des Bildschirms befinden sich die bereits vorinstallierten und die zusätzlich heruntergeladenen Apps. Diese können mit einer einzigen Fingerberührung gestartet werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, diese Objekte bei längerem drücken des Symbols zu verschieben oder in einem Ordner zu gruppieren. Am unteren Bildschirmrand befindet eine Art Schnellstartleiste. Diese bietet die für den Benutzer wichtigsten und am häufigsten genutzten Funktionen. Natürlich sind auch diese variabel. Unabhängig von der digitalen Oberfläche befindet sich an jeder Hardware, welche ein iOS besitzt, ein so genannter „Home-Button“. Dieser ist ein zentrales Steuerungselement. Mit diesem lassen sich zum Beispiel die im Hintergrund laufenden Prozesse anzeigen und die Sprachsteuerung aktivieren. Diese sogenannte „Voice-Over“-Funktion ermöglicht es auch blinden Personen das Gerät zu bedienen.
5.2.2 Entwicklung
Das iOS SDK enthält die Werkzeuge und Oberflächen, welche zur Entwicklung und zum Testen von Anwendungen benötigt werden. Zur Entwicklung wird das iOS system framework und die Programmiersprache Objective-C verwendet. Diese wird auch zur Programmierung im Mac OS Bereich genutzt. Daher ähneln sich die grundlegenden Strukturen von iOS und Mac OS im Aufbau. Betrachtet man das Konstrukt des Betriebssystems, so stellt man fest, dass es verschiedene Layer gibt. Es ist so konzipiert, dass die auf dem Bildschirm erscheinenden Anwendungen nur mittels einer Verbindungs-/Vermittlungsschicht miteinander kommunizieren. Ein direkter Austausch zwischen Anwendung und Hardware findet kaum statt. Dies führt dazu, dass die Software vor Hardwareänderungen geschützt ist.
Dies ermöglicht es Anwendungen zu schreiben, welche gleichermaßen z.B. auf dem iPhone als auch dem iPad lauffähig sind. Das iOS unterteilt sich in vier Abstraktionsschichten: Den Core OS Layer, den Core Services Layer, den Media Layer und den Cocoa Touch Layer.
Der Cocoa Touch Layer enthält die Basisfunktionen zur Programmierung einer iOS Anwendung. Er definiert die Infrastruktur und die Support Technologien wie zum Beispiel Multitasking, Eingaben über das TouchPad, Push Benachrichtigungen und viele weitere Dienste[23].
Der Media Layer beinhaltet Grafiken, Audio und Video Funktionalitäten. Er ermöglicht den Entwicklern ihre Programme mit Musik und Bildern zu unterlegen[24].
Der Core Services Layer stellt die fundamentalen Systemdienste zur Verfügung, welche alle Anwendungen verwenden (wenn auch nur indirekt)[25].
Der Core OS Layer enthält die low-level Funktionen, auf denen die meisten anderen Technologien basieren. Die Kommunikation mit externem Hardware-Zubehör wird über die Frameworks in diesem Layer gesteuert[26].
5.2.3 Sicherheit
Apple stellt Fernverwaltungsfunktionen und Fernsperren über seinen Online-Service „MobileMe“ zur Verfügung. Dieser kostenpflichtige Dienst ermöglicht es, iPhones und iPads aus der Ferne zu sperren. Das Gerät lässt sich anschließend nur noch über die Eingabe eines speziellen vierstelligen Zahlencodes wieder aktivieren. Zudem ist es möglich, alle auf dem Gerät befindlichen Daten zu löschen und den aktuellen Standort auf Google-Maps anzeigen zu lassen[27].
Um Datenverlust vorzubeugen kann jederzeit ein Backup des Gerätes vorgenommen werden. Dies kann auch über den „MobileMe“ Service durchgeführt werden oder über das kostenlose Apple Produkt iTunes. Zudem ist es über iTunes möglich, das Betriebssystem durch Updates auf dem aktuellen Stand zu halten. Dies trägt vorbeugend zur Sicherheit bei.
5.2.4 Internet
Der Internetzugriff erfolgt entweder über WLAN oder UMTS. Als Browser steht dem Benutzer „Safari“ zur Verfügung, welcher der hauseigene Browser von Apple ist. Im Gegensatz zur Konkurrenz ist er schnell, leistungsfähig und intuitiv zu bedienen. Der Browser arbeitet mit der Web-Kit-Engine, die sich um die Anpassung von Seiten auf kleine Displays kümmert[28].
5.2.5 EMail / Kontakte
Das iOS unterstützt die Anbindung an Exchange Server. Dies macht es neben dem privaten Bereich auch interessant für Geschäftskunden. Es lassen sich alle gängigen EMailportale mit dem Smartphone verbinden. Auch wurden im Vergleich zu den Vorgängerversionen des Betriebssystems, die PIM-Funktionen verbessert. Die Verwaltung der Kontakte ist sehr umfangreich gestaltet. Pro Kontakt lassen sich mehr als 3 Postadressen zuweisen. Außerdem ist es möglich mehrere Personen in Gruppen zusammenzufassen. Eine entsprechende Suchfunktion erleichtert dem Benutzer das mühselige suchen[29].
5.2.6 Integration der Social Networks
Für die aktuelle iOS Version stehen zahlreiche Programme im AppStore von Apple zur Verfügung. Dort sind alle im Internet verbreiteten sozialen Netzwerke auch in Form von Apps erhältlich. Eine direkte Integration der Plattformen in das Betriebssystem hat das Unternehmen auf der World Wide Developers Conference 2011 angekündigt. Mit Apples iOS5 wurde insbesondere die Einbettung des Dienstes Twitter diskutiert. So wird jeder Twitter-Nutzer die Möglichkeit haben z.B. Bilder und Links aus allen Anwendungen heraus, direkt auf das Twitter-Benutzerprofil zu verlinken. Auch die anderen großen sozialen Netzwerke, wie Facebook, MySpace, Flickr und LinkedIn werden dem Benutzer als Hintergrunddienste zur Verfügung stehen[30].
Einen weiteren Schritt in die Zukunft möchte Apple mit seinem derzeit in Bearbeitung stehenden Patent für ein eigenes Social Network machen. Das ins iOS eingebundene soziale Netzwerk soll es laut Patentschrift erleichtern neue Personen kennen zu lernen. Es hat die gleichen Eigenschaften wie bereits andere große Plattformen. Allerdings sieht Apple einen großen Vorteil im Gegensatz zu Facebook und Co. Denn der Benutzer muss sich nicht erst an einem der Dienste anmelden. Es reicht ein iOS-fähiges Gerät zu besitzen. Somit entfällt ein separater Anmeldeprozess. Natürlich kann dieses Feature jederzeit deaktiviert werden und eine Teilnahme an diesem sozialen Netzwerk ist keine Pflicht für den Kunden. Zusätzlich werden die Funktionen z.B. des iPhones mit eingebunden. So können Freunde den Standort des anderen sehen oder auf freigegebene Daten des Smartphones zugreifen[31].
Eine etwas spezifischere Kategorie von sozialen Netzwerken bedient das über iTunes verfügbare Feature „Ping“. Es arbeitet nach dem gleichen Prinzip, wie die Plattform MySpace. Es wird aber durch Eigenschaften von Twitter und Facebook erweitert. So erhält der Benutzer die Möglichkeit Freunden zu folgen und Musiktitel zu empfehlen. Über iTunes kann man anschließend den empfohlenen Titel zur Probe hören und bei Bedarf direkt käuflich erwerben[32].
5.3 Microsoft Windows Phone
5.3.1 Allgemeines
Windows Phone ist ein von der Firma Microsoft entwickeltes Betriebssystem für mobile Geräte. Microsoft veröffentlichte die erste Version im Jahr 2002, damals noch unter dem Namen „Microsoft Windows Mobile 2002“. Es basierte auf dem hauseigenen Produkt Windows CE 3.0, welches die Produktlinie u.a. für Handhelds war. Im Laufe der Jahre wurden die Versionen immer weiter an den Smartphone-Bereich angepasst. Der Durchbruch gelang Microsoft Ende 2010 mit der bislang neuesten Version „Windows Phone 7“, mit dem man zur Konkurrenz deutlich aufschließen konnte. Ein umfangreiches Update mit vielen neuen Funktionen hat Microsoft bereits für den Herbst 2011 angekündigt. Es trägt den Codenamen „Mango“.
Über den Windows Phone Marketplace standen den Kunden im Mai 2011 ca. 20000 kostenlose und kostenpflichtige Anwendungen zur Verfügung. Der Windows Phone 7 Marketplace wurde im Zuge der Markteinführung des neuen Betriebssystems vorgestellt. Daher kann man das Wachstum für den Konzern, als zufriedenstellend bezeichnen. Durch die interne Zertifizierung von Microsoft, ist ähnlich wie auch bei Apple ein Schutz vor unerwünschten Apps gegeben[33].
Im Gegensatz zu den Vorgängerversionen, denen man die Portierung aus dem Handheld Bereich ansah, ist die Oberfläche nun komplett auf Smartphones ausgelegt. Die Oberfläche basiert auf der des Zune-HD. Microsoft hat viel Wert darauf gelegt, dass das neue Windows Phone 7 modern, intuitiv und einfach zu bedienen ist. „Es gibt zwei Bedienoberflächen – der Startbildschirm zeigt große kachelförmige Verknüpfungen zu den wichtigsten Funktionen. Diese kann man individuell verschieben oder auch löschen. Wischt man mit dem Finger nach oben oder unten, wechselt Windows Phone 7 zu einer Ansicht, in der alle Funktionen alphabetisch sortiert untereinander angeordnet erscheinen. In dieser kann man nichts verändern, aber alles finden.
Die Kacheln sind aber keine einfachen Verknüpfungen, sondern animierte Live-Kacheln, genannt Hubs. Das heißt, die Live Kacheln zeigen auch an, was aktuell in diesem Bereich passiert ist – z.B. steht eine vier auf der Kachel für SMS, wenn sich vier ungelesene SMS-Nachrichten darin befinden, verpasste Anrufe, EMails und Social Network Nachrichten werden auf die gleiche Weise angezeigt. Außerdem sind einige der Kacheln sogenannte Hubs, sie enthalten mehrere Funktionen der gleichen Kategorie, beispielsweise funktioniert sämtliche Kommunikation über „Kontakte“. Die Nachrichten von EMail-Diensten sowie von Social Networks werden hier alle gesammelt und können auf einmal eingesehen werden. Man kann seine Neuigkeiten auch gleich in mehreren sozialen Netzwerken gleichzeitig posten. Und alle Fotos, die man vom Handy aus schießt, kommen genauso in die Sammelverknüpfung für Bilder, wie die Profilbilder der Freunde von Facebook. Auch lädt die „Ich-Kachel“ gleich ein neues Profilbild von Facebook herunter.“[34]
Im Gegensatz zur direkten Konkurrenz bietet Windows Phone 7 kein Multitasking von Drittanbieter Software, genauso wenig wie Videotelefonie
5.3.2 Entwicklung
Die sogenannte „Windows Phone Application Platform” Architektur besteht aus vier Hauptkomponenten: Der Runtime-On „Screen“, den Tools, den Cloud Services und den Portal Services.
Der erste Block wird als Runtime-On „Screen“ bezeichnet. Zur Entwicklung werden Silverlight und das XNA Framework verwendet. Die beiden Frameworks bieten gemeinsam mit den Windows Phone spezifischen Komponenten und der Basis Bibliothek eine große Anzahl von Bausteinen, mit denen es möglich ist neue Anwendungen zu konstruieren. Sämtliche für Silverlight oder das XNA Framework erstellte Programme lassen sich ohne großen Aufwand für Smartphones anpassen. Lediglich die Bildschirmgröße/ -auflösung oder die gerätespezifischen Eigenschaften müssen angeglichen werden. Mit Windows Phone 7 (Codename „Mango“) ist es möglich Silverlight und das XNA Framework in einer Anwendung zu vereinen. Zudem kann man auf dieser Ebene auf die verschiedenen Sensoren des Smartphones zugreifen, wie z.B. das Multi-Touch Display, den Kompass, das Mikrofon etc. Diese Funktionen sind über die entsprechenden APIs ansprechbar. Alle Anwendungen haben die Möglichkeit, Daten in einen virtuellen und von der Umgebung isolierten Ordner zu schreiben. Alle Schreib- und Lesezugriffe sind auf diesen isolierten Speicherplatz beschränkt und haben keinen Zugriff auf die tiefer liegenden Betriebssystemdaten. Dies bietet Schutz vor unerlaubten Zugriffen von schadhafter Software. Zusätzlich können alle strukturierten Daten in relationalen Datenbanken gespeichert werden. Der Zugriff erfolgt über LINQ, welches eine Komponente von Microsoft .NET Framework ist. Silverlight und das XNA Framework bieten Entwicklern zudem eine Auswahl von Modeln. Diese beinhalten Grafiken, Animationen und weitere Medien. Eine weitere Funktion ist das Erheben von Lokationsdaten. So ist es möglich, den Standort des Smartphones zu bestimmen, um so zum Beispiel die Distanz zwischen zwei Punkten zu errechnen. Der Zugriff auf die beschriebenen Features erfolgt auch hier über die entsprechenden APIs[35].
Der nächste Block umfasst die "Tools". Microsoft Visual Studio 2010 ist das Hauptwerkzeug zum Erstellen von Windows Phone Anwendungen. Entwickler können damit Silverlight und XNA Framework Programme für das Windows Phone Betriebssystem erstellen.
Ein weiteres Hilfsmittel ist das Interface-Designwerkzeug Microsoft Expression Blend. Mit ihm können Designer und Entwickler XAML basierende Interfaces für Windows Phone Anwendungen erstellen. Diese können anschließend mit Visual Studio implementiert werden.
Der Windows Phone Emulator ist ein in Visual Studio integriertes Werkzeug. Es dient zur besseren Fehlersuche und bietet eine virtuelle Testumgebung, welche die Entwicklung erleichtern soll. Ein weiteres Hilfsmittel ist das XNA Game Studio. Es beinhaltet verschiedene Klassenbibliotheken zur Spielentwicklung. Außerdem bietet es Schnittstellen, um mediale Inhalte einfügen zu können[36].
Die Cloud Services von Windows Phone ermöglichen es Web Dienste in Anspruch zu nehmen, um Daten auf sein Smartphone zu laden. Der „Windows Phone Marketplace“ dient dabei den Entwicklern als zentrale Anlaufstelle um ihre Anwendungen zu zertifizieren und anschließend den potentiellen Kunden anzubieten.
Die „Windows Phone Application Platform“ verfügt über eine API zur Aktivierung der Benachrichtigungsfunktion. Damit werden dem Benutzer wichtige Daten und Ereignisse direkt auf dem Bildschirm angezeigt. Die „Location Cloud Services“ arbeiten Hand in Hand mit den bereits beschriebenen APIs zur Standortbestimmung. Der Dienst verwendet Wi-Fi und GPS Daten zur Lokalisierung des Gerätes.
Zudem beinhalten die Cloud Services auch die Anbindungen an die verschiedenen sozialen Netzwerke. Visual Studio 2010 bietet die Entwicklungsumgebung zur Erstellung von Programmen mit Hilfe der Windows Azure Plattform. Dies ist ein Internet Cloud-Computing Dienst und stellt Anwendungen und Datenbanken für Entwickler zur Verfügung[37].
Im letzten Block werden die Portal Services beschrieben. Entwickler haben auf dem Windows Phone Marketplace eine zentrale Möglichkeit die erstellten Programme zertifizieren zu lassen. Auf der anderen Seite können die Kunden ihre Programme an diesem Ort erwerben, sowie aktualisieren. Vorrausetzung ist für beide Parteien eine Microsoft Live ID. Nachdem eine neu erstellte Anwendung durch die interne Prüfstelle von Microsoft genehmigt wurde, erhält der Entwickler die Möglichkeit sein Produkt auf dem Windows Phone Marketplace anzubieten. Es steht ihm dabei frei, die Kategorie in der das Produkt angeboten wird und den Preis zu bestimmen. Falls die Anwendung weiterentwickelt wird, sei es eine komplett neue Version, das Hinzufügen neuer Funktionen oder sogar nur ein einfacher Bug-Fix, so muss der Lizensierungsprozess erneut durchlaufen werden[38].
5.3.3 Sicherheit
Besitzer eines Windows Live Accounts, sowie eines Smartphones mit Windows Phone 7 Betriebssystem, haben dieselben Möglichkeiten ihr Gerät per Fernverwaltungssoftware sperren zu lassen, wie iPhone-Nutzer[39].
Datensicherungen und deren Synchronisation z.B. zwischen Notebook und Smartphone lassen sich, anders als bei den Vorgängern, nicht mehr über das hauseigene Tool „Microsoft ActiveSync“ durchführen. Ebenso wenig besteht die Möglichkeit einer Verbindung der Geräte über Datenkabel oder Bluetooth. Benutzerdaten werden nun über Cloud-Dienste, wie Windows Live Online abgespeichert. Daher muss ein Konto hierfür eingerichtet werden[40].
5.3.4 Internet
Wie auch bei der Konkurrenz erhält man Zugriff über UMTS oder WLAN. Microsoft bringt seinen eigenen Web-Browser mit. Der Windows Explorer 7 wurde von Microsoft für Smartphones angepasst. Die veraltete Version kann keine Webinhalte mit Silverlight, HTML5 und Flash abspielen oder nur fehlerhaft darstellen[41].
5.3.5 EMail / Kontakte
Windows Phone 7 unterstützt die populärsten EMailanbieter. Wie nicht anders zu erwarten, bietet es Kunden mit einem Microsoft Exchange Server den größten Funktionsumfang an.
Ein Abgleich der EMails, Kontakte und Termine findet direkt über die Server der jeweiligen Anbieter oder den firmeneigenen Exchange statt. Eine Synchronisation mit Outlook wird nicht mehr unterstützt.
„Kontakte auf Windows Phone 7 werden von verschiedenen Konten synchronisiert, die auf dem Windows Phone hinzugefügt wurden. Dienste, die Kontakte mit dem Windows Phone synchronisieren, sind z. B. Outlook (nur über Exchange), Facebook, Windows Live und Google. Alle Kontakte werden im sogenannten People Hub in einer zentralen Ansicht gespeichert.“[42]
Ein direktes Synchronisieren der Kontakte zwischen Windows Phone 7 und Outlook ohne Exchange Server- Anbindung ist nicht möglich. Es besteht allerdings die Möglichkeit die Kontakte mit Windows Live zu synchronisieren und anschließend von dort aus auf sein Smartphone zu laden[43].
5.3.6 Integration der Social Networks
In der neuesten Version (Windows Phone 7) wurde der sogenannte „People Hub“ integriert. Auf der Hauptseite werden die zuletzt verwendeten Kontakte in Form einer Visitenkarte angezeigt. Neben den klassischen Kontaktdaten wie Festnetznummer, Handynummer, etc. werden auch sämtliche gängigen sozialen Netzwerke unterstützt. Die Schnittstelle stellt dabei der eigene Windows Live Account dar. So wird es ermöglicht alle aktuellen Updates/Nachrichten auf einen Blick zu sehen, ohne speziell eine entsprechende App zu starten. Dabei kann der Benutzer entscheiden, ob er diese für eine spezielle Person sehen möchte oder eine Gesamtansicht aller zuletzt veröffentlichten Daten. Diese sind in der Kategorie „what new“ hinterlegt. Geschossene Bilder können direkt und ohne Umwege per People Hub an alle sozialen Netzwerke gesendet werden. Natürlich steht es dem Benutzer frei auch die entsprechenden Apps aus dem Marketplace zu beziehen und diese separat zu betreiben. In diesem Fall wird der People Hub so verwendet, wie ein klassisches Adressbuch.
5.4 Symbian
5.4.1 Allgemeines
Das Symbian Betriebssystem wurde von der Firma Nokia für den Bereich der Smartphones und PDAs entwickelt. Den Ursprung hat Symbian in der 32-Bit-EPOC-Plattform von Psion. Dieses diente PSION-PDAs mit QWERTZ-Tastatur und Touchscreen als Betriebssystem. Einige Zeit später wurde die Entwicklung von der Firma Symbian übernommen. Dahinter stand ein Zusammenschluss der Hersteller Nokia, Ericsson, Motorola und NTT Docomo. Zum ersten Mal wurde Symbian (Version 6.0) auf dem Nokia Communicator 9210 eingesetzt. Im September 2010 kündigten Samsung und Ericsson an auf Symbian zu verzichten. Zwei Monate später wurde bekannt gegeben, dass die Entwicklung der Plattform ab April 2011 bei Nokia liegen werde. Das Betriebssystem wurde zwischen Februar und Dezember 2010 sogar als Open-Source Produkt angeboten. Die aktuelle Version ist „Symbian^3“[44].
Die zentrale Anlaufstelle für Nutzer von Smartphones mit Symbian Betriebssystem ist der Nokia Ovi Store. Laut Nokia sollen dem User dort im April 2011 mehr als 40.000 Apps zur Verfügung gestanden haben. Wöchentlich soll der Ovi Store um durchschnittlich 1000 Anwendungen wachsen. Allerdings unterscheidet sich Symbian hier von seinen Konkurrenten. Ein beachtlicher Teil von neuen Programmen wird auf externen Internetseiten angeboten. Damit besteht die Möglichkeit für Entwickler unabhängig vom Ovi Store zu sein. Dies kann allerdings auch zum Nachteil für den Kunden sein. Im Gegensatz zum Ovi Store, gibt es auf unabhängigen Internetseiten keine Kontrolle der angebotenen Software. Somit ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit schadhafter Software weitaus größer, als bei der von Nokia betriebenen Plattform[45].
In der aktuellen Version des Betriebssystems (Symbian^3) lassen sich die drei Startbildschirme komplett frei und individuell auf die Bedürfnisse des Benutzers anpassen. So können beispielsweise die am häufigsten verwendeten Funktionen direkt auf der Startoberfläche hinterlegt werden. Dies ermöglicht einen direkten Zugriff auf die entsprechenden Bereiche. Zusätzlich lassen sich auch Ordner anlegen, in denen verschiedene Funktionen zusammengefasst werden können (z.B. Spiele, soziale Netzwerke, Newsticker, etc.). Jeder einzelne Startbildschirm kann bis zu 6 Apps/Ordner fassen. Zwischen den verschiedenen Screens kann man über eine kurze Wischbewegung wechseln. Erstmalig werden auch Multi-Touch Gesten unterstützt. Diese Funktion wird zum Beispiel zum vergrößern von Bildern oder Texten verwendet. Eine weitere Verbesserung stellt das visuelle Multi-Tasking dar. Es zeigt alle im Hintergrund gleichzeitig geöffneten Anwendungen in einer Art Vorschau. Darüber hinaus verfügt Symbian nun über einen Zugang zum Music Store, welcher in der Radio-Applikation eingebaut ist. Dies beinhaltet außerdem eine Musikerkennungsfunktion und eine Kaufoption der ausgewählten Musikstücke. „Auf Doppel-Klick-Befehle verzichtet Nokia bei Symbian^3. Verharrt der Finger länger auf der Display-Oberfläche, öffnet sich in der Regel ein Pop-up-Fenster mit Optionen zur weiteren Behandlung einer Datei oder eines Objekts."[46]
5.4.2 Entwicklung
Ende 2010 beschloss Nokia sich auf eine einheitliche Ausrichtung der Entwicklungsstrategie zu einigen. Man setzte den Fokus ausschließlich auf die Anwendungsentwicklungs-Plattform „Qt“. Qt ist eine Plattform- übergreifende Programmierumgebung inklusive UI Framework. Bevor die Sparte „Qt Development Frameworks“ im Jahr 2008 von Nokia aufgekauft wurde, war das Unternehmen „Trolltech“ für die Entwicklung und den Support zuständig[47]. Qt bietet dem Programmierer eine Plattform- übergreifende Klassenbibliothek und IDE, sowie integrierte Entwicklungswerkzeuge. Ursprünglich fungierte Symbian C++ als alleinige Programmiersprache für das Betriebssystem. Symbian C++ ist nah verwandt mit dem herkömmlichen C++, welches Mitte der 90er publiziert wurde. Allerdings wurde die Sprache um einige Features erweitert und gilt unter Entwicklern als schwierig zu beherrschen[48].
Qt bietet im User Interface Design bereits vordefinierte GUIs und Designs an. Dies soll das Erstellen erleichtern und die Effizienz steigern. Die Klassenbibliothek ermöglicht dem Entwickler Zeichnungen/ Grafiken zu erstellen und diese anschließend zu animieren. Natürlich werden auch Standardelemente bereitgestellt, wie z.B. verschiedene Buttons, Leisten, Rahmen, Textfelder, etc. Neben diesen Standardelementen enthält die Bibliothek auch Tabellenlayouts, welche im Hintergrund auf Datenbanken zugreifen und verschiedene Gruppierungsobjekte. Nicht in der mitgelieferten Klassenbibliothek enthaltene Elemente, können kostenlos oder kostenpflichtig (je nach Anbieter) von Drittanbietern erworben werden[49].
5.4.3 Sicherheit
Eine vom Hersteller entwickelte Fernverwaltungsfunktion, wie beispielsweise bei Apple, steht nicht zur Verfügung. Aber es gibt andere Möglichkeiten das Smartphone zu sichern bzw. es per Remote zu löschen/zu sperren. Unternehmen, die einen Microsoft Exchange Server 2007 oder 2010 verwenden, können über die Funktion „Exchange ActiveSync“ (EAS) Daten aus der Ferne löschen. Natürlich werden auch andere kostenpflichtige Apps im Ovi Store bereitgestellt. Besonders im privaten Umfeld ist ein eigener Exchange Server eher eine Seltenheit. Die Sicherung der Benutzerdaten (EMails, Kontakte, SMS, Bilder, etc.) übernimmt das hauseigene Produkt „Nokia Ovi Suite“. Der Nachfolger der „Nokia PC Suite“ synchronisiert die benutzerdefinierten Daten per Bluetooth oder USB Datenkabel mit dem PC. Für Mac OS Benutzer bietet der Hersteller „iSync“ an, welches das Pendant zur PC bzw. Ovi Suite darstellt[50].
5.4.4 Internet
Auch Symbian unterstützt den Internetzugriff über alle gängigen Arten wie z.B. WLAN und UMTS. Ähnlich wie das iOS, hat auch Symbian einen Web-Kit Browser. Dieser wird zum größten Teil über Optionsmenüs gesteuert und ist deutlich langsamer, als die Konkurrenz. Für größere Seiten wurde eine quadratische Lupe konzipiert, die vom Benutzer ausgewählte Inhalte vergrößert und so besser sichtbar macht[51].
5.4.5 EMail / Kontakte
Symbian bietet ein reiches Speicherangebot für Kontaktdaten. So lassen sich bis zu 50 Telefonnummern, Adressen und sonstige Daten pro Kontaktperson hinterlegen. Mehrere Personen lassen sich zu Gruppen zusammenfassen und ermöglichen eine sinnvolle Gliederung z.B. nach Privatpersonen oder Geschäftskontakten. Wichtige Kontakte lassen sich auf dem Startbildschirm integrieren und ermöglichen einen noch schnelleren Zugriff. Die Synchronisation von EMails und Kontakten geschieht über die hauseigene „Nokia PC Suite“ bzw. den Nachfolger „Nokia Ovi Suite“. Mac OS Benutzer verwenden dafür „iSync“[52].
Das Verwenden der Pushmail Funktion ist lediglich eingeschränkt möglich. So bietet der Ovi Store eine Menge nützlicher Programme zur Anbindung an bestehende Exchange Server. Eine von Nokia angebotene Software ist „Mail for Exchange“. Aber eine integrierte Lösung hat Symbian von Haus aus nicht anzubieten. Die Zusatzsoftware neutralisiert diesen Umstand allerdings wieder. Sie bietet in den meisten Fällen die gleichen Leistungen, wie die integrierten Mittel der Konkurrenz[53].
5.4.6 Integration der Social Networks
Die Einbindung sozialer Netzwerke erfolgt bei Symbian über entsprechende Anwendungen aus dem Ovi- Store. Alle gängigen sozialen Netzwerke (facebook, twitter, etc.) stehen zum Download zur Verfügung. Ab der Version 3 von Symbian steht auch bereits eine vorinstallierte Version zur Anbindung an Social Networks zur Verfügung. Diese hat im Gegensatz zu den herunterladbaren Anwendungen den Vorteil, dass mehrere Plattformen gleichzeitig administriert werden können. Dabei wird auf Funktionen des Betriebssystems zurück gegriffen. So kann in Facebook wahlweise der aktuelle Standort, welcher über GPS ermittelt wurde, übertragen werden. Bestimmte Termine oder Veranstaltungen können über die Apps direkt in den Smartphone- Kalender übertragen werden. Aktuelle Profilfotos der eigenen Freunde, können direkt zu den Kontakten des Adressverzeichnisses des Smartphones hinzugefügt und ständig aktualisiert werden. Dies beinhaltet auch, dass der aktuelle Status von z.B. facebook im Adressbuch angezeigt wird. So wird es ermöglicht auf einen Blick zu sehen, ob die entsprechende Person momentan beispielsweise im Meeting, Zuhause oder unterwegs ist. Der Benutzer kann seinen aktuellen Status für alle Netzwerke an einem zentralen Punkt ändern. Diese Änderungen werden dann automatisch an die jeweiligen Plattformen übertragen. Das gleiche gilt auch für aktuelle Ereignisse befreundeter Personen. Diese werden dem User auf einen Blick auf dem „Homescreen“ angezeigt ohne dass ein Aufruf der entsprechenden App notwendig ist.
5.5 Marktsituation
In diesem Kapitel geht es um die Marktentwicklung der Smartphone OS bis hin zur momentanen Marktsituation in Deutschland. In den einzelnen Unterpunkten dieses Kapitel werden auf verschiedene Aspekte von Seiten der Hersteller, User und Mobilfunkanbieter eingegangen und wie diese Einfluss auf die Entwicklung der Handybetriebssysteme nehmen.
5.5.1 Marktsituation in Deutschland
„Der weltweit führende Anbieter von Messverfahren für die digitale Welt und eine bevorzugte Quelle für aktuelle Marktdaten aus dem Bereich des digitalen Marketings ist comScore, Inc.“ Dieser veröffentlichte Anfang diesen Jahres einen Bericht, in dem gezeigt wird, dass der Marktanteil von Smartphones in Deutschland mittlerweile bei 23 % liegt.
„Die Zahl der Smartphone Nutzer in Deutschland ist im vergangenen Jahr mit 5,1 Millionen neuen Nutzern um rund 65% gewachsen!“[54]
Dabei konnte vor allem das Betriebssystem „Android“ innerhalb von Juli 2010 bis Ende November 2010 seinen Marktanteil fast verdoppeln und liegt mittlerweile bei 11%. (s. untere Abbildung)
Spitzenreiter bei den Smartphone OS ist immer noch das „Symbian“ von Nokia mit ca. 48%. Gefolgt von Apple’s IPhone mit 20%. Auf dem dritten Rang befindet sich Microsoft mit 14 %, aber mittlerweile dicht gefolgt von dem Google-Android Betriebssystem, welches sich in kürzester Zeit auf dem Markt etablieren konnte. Auf dem fünften Rang liegt das RIM / Blackberry mit knapp 5 %.
Von November 2009 bis November 2010 sind die User-Zahlen für Symbian zwar weiter gestiegen, aber nicht so stark wie der Durchschnitt und haben deshalb an Marktanteilen eingebüßt, wobei Android innerhalb eines kompletten Jahres über 9 Prozentpunkte zulegen konnte. Desweiteren konnte Apple seinen Marktanteil ebenfalls um 4 Prozentpunkte des Marktanteils ausbauen. (siehe Abbildung unten)
5.5.2 Übersicht Rahmenbedingungen + mobiles Internet
Die Welt wird immer schneller und dadurch auch mobiler. Viele Menschen wollen von überall aus mit anderen Menschen in Verbindung stehen. Dieser Trend hat dazu geführt, dass immer mehr internetfähige Handys gekauft werden. Dies war der Durchbruch für die sozialen Netzwerke. Vor allem durch die steigenden Verkaufszahlen der Smartphones, die dieses Medium immer besser unterstützen und weiterentwickeln. Immer mehr Menschen nutzen das mobile Internet auf dem Handy. Vor allem die Mobilfunkanbieter versuchen den Trend durch sogenannte „Daten-Flatrates“ weiter auszubauen, um ihre Umsatzzahlen weiter anzukurbeln. Ein wichtiger technischer Schritt war die Einführung des UMTS-Standards zur schnelleren Datenübertragung. Das Netz wird weiter ausgebaut, um immer mehr Nutzern die schnelle Datenübertragung zu ermöglichen, damit diese das mobile Internet und die sozialen Netzwerke nutzen können. Dies hat sich bisher positiv auf die Entwicklung ausgewirkt. Zurzeit gibt es mehrere Pläne zum Ausbau der UMTS-Netze und Weiterentwicklung des GSM-Netzes durch die neue EDGE-Technik bei der die Datenübertragung deutlich erhöht wurde.
Es gibt aber auch noch Akzeptanzhindernisse bei den Konsumenten. Um den mobilen Service weiter auszubauen, müssen neue innovative Anwendungen die Nutzungsbereitschaft steigern sowie Tarife günstiger und transparenter werden. Negativ anzusehen ist die momentan schlechte Situation auf dem Markt.
Es fehlen Standards der Handyhersteller, Betreiber und Anbieter. Es gibt aktuell keine einheitliche Marktstruktur. Durch den sehr starken Konkurrenzdruck, der vor allem durch Apple und deren „App Store“ sehr zugenommen hat, sind die anderen Hersteller gezwungen nachzulegen, um am Markt bestehen zu bleiben. Dies könnte sich wiederum positiv auf den Endbenutzer auswirken. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt jedoch, dass der Trend sich weiter fortsetzt und der Durchbruch nur noch eine Frage der Zeit ist.
5.5.3 Entwicklung Dienste und Anwendungen
Durch die technische Weiterentwicklung der Smartphones und deren OS bieten immer mehr Hersteller sogenannte Apps an, die auf dem Handy installiert werden können. Es werden zum Beispiel Programme, Werkzeuge (Tools) oder Spiele angeboten, die entweder kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr heruntergeladen werden können. Somit kann jeder Nutzer sein Handy nach eigenem Belieben aufrüsten. Anwendungen können von jedem Programmierer erstellt werden, da es sich bei den Apps um eine offene Plattform handelt.
Einige Handyhersteller überwachen jedoch die Auswahl der Programme und werden am Gewinn beteiligt[55], wie z.B. Apple mit ihrem App-Store oder Google mit ihrem Android Marked. Laut Apple wurden seit der Gründung des App-Stores im Juni 2008 bisher über 3 Milliarden Programme (Stand: Januar 2010) heruntergeladen und bleibt damit unangefochten Marktführer in diesem Segment (s. Abbildung unten).
5.5.4 Entwicklung Endgeräte
Durch die Einführung der neuen Generation der Mobiltelefone, genannt Smartphones, hat die Entwicklung des mobilen Internets deutlich zugenommen. Meist werden diese mit Touchscreen, teilweise vollwertigen Browsern und technischen Voraussetzungen für schnelle Datenverbindungen ausgestattet.
Smartphones zeichnen nicht nur durch ihr eigenes Betriebssystem und eigener Software aus, sondern auch durch eine Vielfalt von verschiedensten Funktionen, wie zum Beispiel Telefon, Organizer, USB-Speicher, Radio, MP3-Player, Media-Server, Navigationgerät, Spielekonsole oder Foto- und Videokamera[56]. Es gibt mittlerweile mehr als 50 verschiedene Geräte, die der Nutzer wählen kann.
2010 hat das Beratungsunternehmen Accenture eine Studie mit dem Namen „Mobile Web Watch“ veröffentlicht, in der 70% der Befragten über ein internetfähiges Handy verfügen, welches die Nutzung von Diensten wie EMail, Internet oder News ermöglicht. Hiervon besitzen schon 25% ein Smartphone. Des Weiteren hat die Studie auch gezeigt, dass die Nutzung des Internets der Smartphone-Besitzer deutlich höher ist als das der Nichtsmartphone-Besitzer[57].
Insofern kann man sagen, dass die Markdurchdringung mit Geräten der neusten Mobilfunkgeneration als die Voraussetzung des mobilen Internets gesehen werden kann[58].
5.5.5 Mobilfunknetze
Ein wichtiger Aspekt für die Entwicklung des mobilen Internets in Deutschland ist die Veränderung der Tarif- und Preisstrukturen der Mobilfunkprovider. Noch vor ein paar Jahren war das „Surfen“ im Internet mit dem Handy sehr kostspielig. Nun wird es dem Nutzer zu moderaten Preisen angeboten.
Es wurden transparente Tarifmodelle entwickelt und somit die Kosten für die Nutzung des Internets gesenkt. Von sehr großer Bedeutung sind mittlerweile die sogenannten „Daten-Flatrates“, die es dem Nutzer nun ermöglichen gegen einen bestimmten Fixpreis unbegrenzt im Internet zu surfen. Die Mobilfunkprovider haben sich hier bei dem Tarifmodell des stationären Internet bedient, welches sich ebenfalls am Markt schon durchgesetzt hat.
Eine weitere Alternative stellen sogenannte Kombi-Tarife dar, welche bei Buchung einer Telefon-Flatrate automatisch eine Internet-Flatrate integriert haben[59].
Laut Accenture haben Daten-Flatrates direkten Einfluss auf Art und Umfang der Webnutzung und führen somit zu einem stärkeren Gebrauch der Internetanwendungen.
5.5.6 Gesellschaftlicher Trend
Das heutige gesellschaftliche Leben besteht aus Beweglichkeit und Flexibilität. Durch diesen Trend der Mobilität, der nun schon mehrere Jahre andauert, konnte die Entwicklung im Bereich der Mobilkommunikation weiter voran getrieben werden. Die Bereitschaft den Wohnort oder den Arbeitsplatz zu wechseln ist bis heute deutlich gestiegen. 30% der Deutschen nehmen tägliche Arbeitswege von 50 – 100 Kilometern in Kauf[60]. Früher war die Kommunikation mit dem Telefon auf das heimische, stationäre oder öffentliche Telefon beschränkt. Durch die Mobilfunktechnologie jedoch konnte der Trend der Mobilität aufgebaut werden. Es ermöglicht eine Kommunikation, die es früher nicht gegeben hat. Das Mobiltelefon befriedigt laut Alby das elementare Bedürfnis nach Freiheit und den Wunsch, die Kommunikation ständig aufrecht zu halten[61].
„Die zunehmende Bedeutung von Mobilität und
Flexibilität – sowohl im privaten als auch im beruflichen
Leben – führen zu einer erhöhten Nachfrage nach mobilen
Diensten, die erlauben, theoretisch jederzeit und überall
Informationen zu erhalten, zu verarbeiten und auszutauschen.“[62]
Es besteht die Möglichkeit durch die Nutzung eines EMail-Services von unterwegs auf die Büroinfastruktur zuzugreifen und somit Zeit zu nutzen, die früher sozusagen verschwendet wurde.
Es gibt aber auch noch weitere innovative Konzepte und Ideen, die den Bedarf nach Flexibilität und Mobilität decken können. Ein mobiler Webzugang wird in Kombination mit weiteren Funktionen und Services erweitert, die die Nutzung von Smartphones revolutionieren können[63].
5.5.7 "Entertainment – Service – Information" als Unterscheidung der Apps
Man unterscheidet drei Kategorien bei Mobile Applications. Die erste zielt auf die Unterhaltung mit dem Handy ab. Diese Kategorie umfasst zum Beispiel Spiele, Multimedia Anwendungen oder Kommunikationsdienste wie Chat und Instant-Messaging. Der Bereich Service zeichnet sich vor allem durch einen Zusatznutzen oder Mehrwert, die dem Nutzer zu Gute kommt. Im Bereich Information spielen in erster Linie journalistische Angebote eine Rolle, wie zum Beispiel Nachrichten- und Informationsdienste.
Zunächst sind Anwendungen zu nennen, die dem Nutzer durch eine Personalisierung einen Mehrwert ermöglichen können. Es werden nicht nur allgemeine Dienste wie Börsenkurse oder Wetterinformationen angezeigt, sondern auch individuelle Informationen, die direkt auf den Nutzer zugeschnitten sind. Hierbei spricht man von personalisierten Anwendungen, die einen individuellen Zugang zu Diensten ermöglichen. Ein Beispiel für solch einen Dienst kann ein direkter Zugriff auf ein Online-Nutzerkonto bei der eigenen Bank sein oder eines sozialen Netzwerkes wie „Facebook“.
Der Bereich Service bietet einen Mehrwert im Hinblick auf die Charakteristika der mobilen Nutzung. Da portable Geräte stets mit sich geführt werden, können sie auch die Funktion von mobilen Fahrkarten oder Flugtickets einnehmen. Somit muss der Nutzer diese nicht separat bei sich führen und kann auch meist bargeldlos direkt über das Handy bezahlen.
Der dritte Bereich hat den Begriff „Hilfsprogramme“. Bei diesem Service handelt es sich vor allem um Dienste, die die Funktionalität des Handys erweitern. Dies kann eine Anpassung der Benutzeroberfläche sein, um die Bedürfnisse und Vorstellungen des Anwenders anzupassen.
Es kann jedoch nicht immer eine eindeutige Einteilung vorgenommen werden. Bei dem Thema „soziale Netzwerke“ zum Beispiel kann es einmal zu einem Kommunikationsdienst oder durch die Personalisierung des Zugangs zu einem Service gezählt werden.
6 Fazit
Eine reelle Integration der Social Networks ist bislang in den wenigsten Smartphone OS vorhanden. Es ist jedoch möglich bei den Smartphones mit den von uns behandelten OS eine App zu installieren, welche es ermöglicht, die Social Networks komfortabel und personalisiert zu bedienen.
Lediglich einige Implementierungen von Android sowie das OS Windows Phone haben die Integration zum Teil begonnen, aber noch nicht vollständig abgeschlossen.
Dadurch, dass die Social Networks in der heutigen Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert erreichen, verstärkt sich der Trend zu einer vollständingen Integration in die Smartphone OS. Es bleibt zu sehen, welches OS diese Integration als erstes vollständig übernimmt und wie treu dabei an den Prinzipien der einzelnen OS festgehalten wird. Mit Prinzipien ist die Erweiterbarkeit eines "nackten" Systems gemeint, damit kein User für ihn unrelevante/unnütze Funktionen im Smartphone vorfindet.
7 Bewertung
Aus unserer Sicht führt kein Weg an der Integration der Social Networks in Smartphone OS vorbei. Durch die direkte Einbettung in das Betriebssystem wird ein Medienbruch verhindert. Da keine einzelnen Apps mehr installiert werden müssen, läuft die Anwendung stabiler und die Kompatibilität wird ansich verbessert. Auch die Bedienbarkeit wird durch den direkten Zugriff optimiert.
Es bleibt also spannend zu beobachten, wie sich die Integration zukünftig entwickeln wird.
8 Fußnoten
- ↑ Duden (2011)
- ↑ Wirtschaftslexikon (2011)
- ↑ Vgl. Spiegel (2006)
- ↑ Vgl. MysteryFX.de
- ↑ Vgl. nielson.com
- ↑ Twitter (2011)
- ↑ Twitter (2011) API
- ↑ Vgl. StudiVZ (2010)
- ↑ StudiVZ Blog (2011)
- ↑ Vgl. Handy3 © 2011
- ↑ Vgl. PCWelt (2011)
- ↑ Vgl. PCWelt (2011)
- ↑ Vgl. Android (2011) Abschnitt "Applications"
- ↑ Vgl. Android (2011) Abschnitt "Linux Kernel"
- ↑ Vgl. Android (2011) Licence
- ↑ Für mehr Informationen siehe "GNU General Public License V2" http://www.gnu.org/licenses/gpl-2.0.html
- ↑ Web Plattform zum bereitstellen, downloaden, installieren und aktualisieren von Apps. Es ist ebenfalls möglich, den Kauf einer App über den Market abzuwickeln.
- ↑ Apple’s Smartphone OS. Es ist strickt abgeschottet gegen Fremdeingriffe wie z.B. Flash
- ↑ Schnittstelle zwischen Funktionalitäten sowie Hardware des Gerätes mit dem Benutzer. Meist werden diese Grafisch aufwendig dargestellt.
- ↑ Vgl. ANDROID (2011) Security Abschnitt "Security Architecture"
- ↑ Vgl. MacLife (2011) - Apple kündigt iOS 5
- ↑ Vgl. iPhone News (2011) - App Konkurrenz Zahlen
- ↑ Vgl. Apple Developer Library (2011) - Cocoa Touch Layer
- ↑ Vgl. Apple Developer Library (2011) - Media Layer
- ↑ Vgl. Apple Developer Library (2011) - Core Services Layer
- ↑ Vgl. Apple Developer Library (2011) - Core OS Layer
- ↑ Vgl. Computerwoche Nr.19 Seite 12f (2011)
- ↑ Vgl. Smartphone Sonderheft (01/2011) Seite 10
- ↑ Vgl. Smartphone Sonderheft Seite 16 (01/2011)
- ↑ Vgl. 9 to 5 MAC - Integration sozialer Netzwerke (2011)
- ↑ Vgl. T3N News - Apple iOS Patent (2011)
- ↑ Vgl. T3N News - Social Network im neuen iOS(2011)
- ↑ Vgl. Windows Smartphones - Apps im Marketplace (2011)
- ↑ Vgl. Supportnet - FAQ (2011)
- ↑ Vgl. MSDN Microsoft Library (2011)
- ↑ Vgl. MSDN Microsoft Library (2011) - Abschnitt Tools
- ↑ Vgl. MSDN Microsoft Library (2011) - Abschnitt Cloud Services
- ↑ Vgl. MSDN Microsoft Library (2011) - Abschnitt Portal Services
- ↑ Vgl. Computerwoche Nr.19 Seite 12f (2011)
- ↑ Vgl. Smartphone Sonderheft Seite 18 (01/2011)
- ↑ Vgl. Supportnet - FAQ (2011)
- ↑ Microsoft Knowledgebase (2011)
- ↑ Vgl. Microsoft Knowledgebase
- ↑ Vgl. Smartphone Sonderheft Seite 9 (01/2011)
- ↑ Vgl. Inside Handy - Ovi Store Statistik (2011)
- ↑ Teltarif - Nokia Smartphone Test (2011)
- ↑ Vgl. All about Symbian (2011)
- ↑ Vgl. Qt Nokia (2011)
- ↑ Vgl. Qt Nokia - Whitepaper Symbian Plattform (2011)
- ↑ Vgl. Computerwoche Nr.19 Seite 13 (2011)
- ↑ Vgl. Smartphone Sonderheft Seite 11 (2011)
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