Internationale Produktklassifikationssysteme im Überblick

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Name des Autors / der Autoren: Bernd Köhler, Jens Weierstahl, André Neuhaus
Titel der Arbeit: "Internationale Produktklassifikationssysteme im Überblick"
Hochschule und Studienort: FOM Essen


Inhaltsverzeichnis


1 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
BMEBundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V.
BMSBusiness Message Standards
BMWIBundesministerium für Wirtschaft und Technologie
BODBusiness Object Document
cXMLCommerce eXtensible Markup Language
DINDeutsche Industrie Norm
DPDDocument Type Definitions
EANEuropean Article Number
EANCOMEuropean Article Number Communication
ECElectronics Component
ECCMAElectronic Commerce Code Management Association
ECTDElectronic Component Technical Dictionary
EDIFACTElectronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport
eOTDEccma Open Technical Dictionary
ERPEntity-Relationship-Model
GLNGlobale Location Nummer
GPCGlobal Produkt Classification
GS1Global Standard Organisation
GDSNGlobal Data Synchronisation Network
GSPSCGeneric Specification for Product and Service Classification
HTTPHypertext Transfer Protocol
ISOInternational Organization for Standardization
ITTDInformation Technology Technical Dictionary
OAGiOpen Application Group
PIPPartner Interface Process
RNIFRosettaNet Implementation Framework
RNTDRosettaNet Technical Dictionary
SMSemiconductor Manufacturing
SMTPSimple Mail Transfer Protocol
SWIFTSociety for Worldwide Interbank Financial Telecommunication
UNDPUnited Nation Development Programme
UNSPSCUniversal Standard Products and Service Classification
UTF-88-bit UCS Transformation Format
UTF-16Universal Multiple-Octet Coded Character Set (UCS) Transformation Format for 16 Planes of Group 00
W3CWorld Wide Web Consortium
XadESXML Advanced Electronic Signature
XMLeXtensible Markup Language

2 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr.Abbildung
1Klassifikationssystems im Geschäftsprozess [1]
2Schematischer Aufbau eines Klassifikationssystems am Beispiel eCl@ss[2]
3Schematischer Aufbau eines Business Objekt Documents (BOD)[3]
4Allgemeiner Aufbau eines Buisness Object Documents (BOD)[3]
5Business Objekt Document ProcessPurchaseOrder (BOD)[3]
6Aufbau einer EANCOM-Nachricht[4]
7Validierung anhand des GS1-XML Schemas[5]
8Datenaustausch mittels cXML-Austauschformat[6]
9Ablauf des PunchOut beim cXML-Austauschformat[6]
10Wurzelelement im BMEcat[7]
11Angaben der Produktdetails im BMEcat[7]
12Wesentliche Bestandteile einer RNIF 1.1 und RNIF 2.01 RosettaNet Business Message [8]
13Rosetta Objektmodell-RNTD [9]
14RosettaNet ER-Modell [10]
15Chronologie von eOTD[11]
16Nationen die NCS nutzen[12]
17Eine Maschinen-Schraube in der Sprache von eOTD beschrieben [11]
18Schnittstellen von eOTD[11]
19ecl@ss Struktur [13]
20ecl@ss Suche [13]
21ETIM Klassenbrowser [14]
22proficl@ss Hierarchie [15]
23proficl@ss ER-Modell [16]
24Schema der Zusammensetzung des UNSPSC Code
25Identifikation eines Produktes im Global Product Classification System
26Verfeinerung der Merkmale in der Brickebene[17]

3 Tabellenverzeichnis

Tab.-Nr.Tabelle
1Schematischer Aufbau der UNSPSC Klassifikation [18]
2Schematischer Vergleich der Klassifikationssysteme

4 Einleitung

"Produktklassifikationen stellen die Basis für eine einheitliche, überbetriebliche Kategorisierung und Beschreibung von Produktdaten dar und bilden somit die Grundlage der elektronischen Geschäftsabwicklung. Damit die einzelnen Produkte unterschiedlicher Anbieter, die auf einem elektronischem Marktplatz oder in einem E-Procurement-System eingestellt sind, unmittelbar vergleichbar für Kunden sind, müssen die Produkte einheitlich klassifiziert bzw. beschrieben werden, sowie ohne großen manuellen Aufwand auf der entsprechenden Plattform integrierbar sein." [19]

Diese Fallstudie stellt die notwendigen Grundlagen sowie verschiedenen Produktklassifikationssysteme vor, zum Beispiel ETIM und eCl@ss. Es wird erklärt, was Produktklassifikationssysteme sind, die Entwicklung der Systeme dargestellt und die genannten Systeme miteinander verglichen.

Daneben werden Identifikationsstandards, Klassifikationsstandards, Katalogaustauschformate und Transaktionsstandards voneinander abgegrenzt und exemplarisch vorgestellt.

5 Grundlagen

5.1 Definition

Für den elektronischen Datentransfer zwischen Geschäftspartnern spielen Produktdaten eine zentrale Rolle. Hierfür werden neben eindeutigen Identifikationssystemen für die Produkte, wie z. B. EAN-Strichcodes, auch Klassifikationsstandards benötigt. Diese Klassifikationsstandards beschreiben Produkte und Dienstleistungen anhand ihrer Merkmale und Eigenschaften. Oft werden gleiche Klassifizierungsstandards nur innerhalb einer Branche angewandt [20].

Eine Einordnung des Klassifikationssystems in den Geschäftsprozess beschreibt Abbildung Nr. 1. Das Ziel eines Klassifizierungssystems ist:

  • die Vereinheitlichung der Begriffe bei den Produktdaten
  • eine systematische, automatisierbare Suche innerhalb eines Datenbestandes
  • Erleichterung der Übermittlung von Geschäftsdaten auf elektronischem Weg
  • durchgängige Geschäftsprozessketten [20].

Das Klassifizierungssystem ist abzugrenzen von den Katalogaustauschformaten, wie beispielsweise BMEcat. Diese werden eingesetzt um Katalogdaten zu transportieren und bieten im Gegensatz zu den Klassifikationssystemen, die produktspezifische und technische Informationen beinhalten, Merkmalsdefinitionen für feststehende betriebswirtschaftliche Produktdaten, wie beispielsweise Preis, Lieferbedingungen und Informationen über die Geschäftspartner.

Abb.-Nr. 1: Klassifikationssystems im Geschäftsprozess
Abb.-Nr. 1: Klassifikationssystems im Geschäftsprozess

Ein weiterer wichtiger Baustein sind die Transaktionsstandards, wie beispielsweise EANCOM, die einheitliche Regeln für den Aufbau und Austausch elektronischer Geschäftsdokumente definieren [21].

5.2 Allgemeiner Aufbau

Abb.-Nr. 2: Schematischer Aufbau eines Klassifikationssystem am Beispiel eCl@ss
Abb.-Nr. 2: Schematischer Aufbau eines Klassifikationssystem am Beispiel eCl@ss [22]

Ein Klassifikationsstandard beschreibt Branchen, Produkte und Dienstleistungen nach deren Merkmalen und Eigenschaften. Anwendungsgebiete sind Stammdatenmanagement, elektronische Kataloge, elektronische Marktplätze, Online-Shops, Produktinformationssysteme, elektronische Beschaffung oder der Einsatz in ERP-Systemen [21]. Klassifikationsstandards bestehen aus einer hierarchischen Ordnung aus Gruppen, die auch als Klasse bezeichnet werden, in denen Branchen, Produkte und Dienstleistungen eingeordnet und gesucht werden können. Als Gruppe wird eine Objektmenge (Produkte, Material, Waren, Dienstleistungen) bezeichnet, die aufgrund ihrer gemeinsamen Merkmale zusammengefasst werden kann. Zur detaillierten Beschreibung der Objekte können in den Gruppen Merkmale und zugehörige Werte aufgeführt werden. Die Identifikation der Gruppen erfolgt über eine eindeutige Schlüsselnummer oder Merkmalsindikatoren für diese spezielle Gruppe. Für eine vereinfachte Suche nach Produkten werden diese Schüsselnummern indexiert oder über Merkmale verschlagwortet. Die Beschreibung der Produkte wie z. B. Typenbezeichnung, Marken/Warenzeichen erfolgt je nach Klassifikationsstandard über Merkmalsleisten, mit denen vordefinierte Eigenschaften den Produkten zugeordnet werden können. Dies ermöglicht eine unscharfe Suche nach entsprechenden Produkten und Dienstleistungen. Die Daten liegen meist in Form einer Datenbank oder im XML-Format vor. Den hierarchischen Aufbau eines Katalogsystems am Beispiel von eCl@ss zeigt Abbildung Nr. 2 [23]. Die Beschreibung der Merkmale hat in einem Klassifikationssystem eine zentrale Bedeutung. Eine branchenübergreifende Produktmerkmaldatenbank kann über das DIN-Merkmallexikon eingesehen werden. Es basiert auf der ISO Norm 13584, der IEC Norm 61360 und ist konform mit der Normenreihe DIN 4002. Es stellt genormte Merkmalbeschreibungen für den Einsatz in Klassifizierungssystemen zur Verfügung [24].

5.3 Normen

Es gibt eine ganze Reihe von Standards, die in ein Klassifizierungssystem einfließen und der Produktbeschreibung dienen, aber nicht genormt sind. Die einzigen international genormten Datenmodelle zur Beschreibung von Produktmerkmalen wurden in der ISO 13584 (IEC 61360-2) und der DIN V 4002 veröffentlicht [24]. Die weiteren Standards, auch die der Klassifizierung, sind nicht durch ISO oder DIN genormt, sondern ergeben sich aus der Anzahl der Unternehmen, die sie nutzen. Je mehr Unternehmen sich auf einen Klassifizierungssystem einigen, desto eher wird dieser zu einem allgemeingültigen Standard erklärt. Einige weitere wichtige Datenmodelle, auf denen Klassifizierungsstandards aufbauen, lauten: EAN/GTIN und ECCMA. Das EAN/GTIN nutzt das Global Data Dictionary der Global Standards Organisation und das ECCMA (Electronic Commerce Code Management Association) das eOTD (ECCMA Open Technical Dictionary) Datenmodel [20]. Der elektronische Datenaustausch (EDIFACT, Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport) wurde in der ISO 9735 beschrieben und 1988 international normiert [25] [26].

5.4 Transaktionsstandards

Ein Transaktionsstandard unterstützt Unternehmen beim Austausch von Bewegungsdaten, wie z. B. Bestellungen, Lieferscheine oder Rechnungen. Er legt das Datenformat und den Inhalt der Nachrichten, die sogenannten Geschäftsdokumente, fest. Man unterscheidet in synchrone und asynchrone Dokumente. Bei den asynchronen wird kein gleichzeitiges Handeln der Geschäftspartner vorausgesetzt, so wie dies z. B. bei Auftragsbestätigungen der Fall ist. Während bei den synchronen Dokumenten die Daten in Echtzeit ausgetauscht werden müssen, wie dies z. B. bei Verfügbarkeitsanfragen notwendig ist [27].

5.4.1 OAGIS

Abb.-Nr. 3: Schematischer Aufbau eines Business Objekt Document (BOD)
Abb.-Nr. 3: Schematischer Aufbau eines Business Objekt Document (BOD)
Die OAGi (Open Application Group) ist eine none profit Organisation in den USA, die sich zum Ziel gesetzt hat, eine branchenübergreifende Interoperabilität zwischen unterschiedlichsten Softwareanwendungen innerhalb einer Lieferkette anzubieten. OAGIS ist eine standardisierte Business-Sprache, die optimale Kommunikation zwischen Unternehmen und/oder Business-Anwendungen ermöglichen soll. Dies wird über eine einheitliche Kommunikationsstruktur, dem so genannten Business Object Document (BODs) realisiert. Dies setzt voraus, dass der Sender den Empfänger darüber informieren kann, welche Art von Daten für welche Applikationsfunktion ausgetauscht werden soll. Hierzu ist es notwendig, dass sowohl Status als auch Fehlermeldungen zwischen dem Sender und Empfänger ausgetauscht werden können. Eine weitere Voraussetzung ist, für einen mehrfachen Zugriff auf ein gemeinsames Buisness Objekt Document zu sorgen. Dies wurde mit dem vornehmlich in XML erstellten und erweiterbaren BOD erreicht. Diese setzt sich zusammen aus Substantiven (Objekten), deren Verben (Methoden) zugeordnet werden, die die Aktion beschreiben [28]. Die BOD-Architektur ist unabhängig von dem Kommunikationsprotokoll, es kann sowohl über HTTP und SMTP als auch komplexere Transportprotokolle realisiert werden.
Abb.-Nr. 4: Allgemeiner Aufbau eines Buisness Object Documents
Abb.-Nr. 4: Allgemeiner Aufbau eines Buisness Object Documents
Jedes Buisness Object enthält neben den in der Abbildung Nr. 3 aufgeführten Informationen folgende übergeordnete Attribute. Die Release ID, über die die Version des ORGIS Systems identifiziert wird, die optional zu vergebende Versions ID gibt Auskunft über die Version des Buisness Objekt Document, der System Environment Code gibt an, ob es sich um Testdaten handelt und der Language Code gibt an, in welcher Sprache die Textdaten verfasst wurden [3].

Die Application Area enthält Informationen die für die Infrastruktur notwendig sind, um den Datenaustausch durchführen zu können. Sie dient der Identifikation zwischen den Kommunikationspartnern, um festzustellen, wann das Dokument erstellt wurde, um die Authentifizierung durch eine digitale Signatur zwischen den Kommunikationspartner durchführen zu können und der eindeutigen Identifizierung der Kommunikationspartnern durch eine einmalige und eindeutige Identifikationsnummer [3]. Der Daten Bereich (Data Area) enthält die eigentlichen Daten oder spezifische Anwendungen für die Geschäftsabwicklung. Diese enthalten die Aktionen in Form der Verben und die Substantive als Objekt, auf denen diese Aktionen durchgeführt werden sollen (z. B. schicken einer Bestellanforderung).

  • Die Verben (Verbs) legen fest, welche Aktion in Abhänigkeit des Substantivs durchgeführt werden soll (z. B. hinzufügen, synchronisieren, abbrechen, verarbeiten).
    Abb.-Nr. 5: Business Objekt Document ProcessPurchaseOrder
    Abb.-Nr. 5: Business Objekt Document ProcessPurchaseOrder
  • Das Substantiv (Nouns) legt fest, zu welchen Bereichen die Daten gehören wie z. B. Bestellanforderung, Stornierung Bestellanforderung, Adressdaten. In ORGIS –Vorlagen sind bereits alle Kombinationen zwischen Verben und Substantiven implementiert, eine Erweiterung ist aber möglich.
  • Komponenten (Components) sind erweiterbare Bausteine für ein Substantiv. Sie setzen sich aus Compounts und Fields zusammen. Beispiele sind die Bestellanforderungs-Kopfzeile, Artikel oder Adresse.
  • Verbindungen (Compounts) sind einfache, gemeinsame Bausteine, die von allen BODs verwendet werden (z. B. Menge, Betrag, Datum, Uhrzeit, Gewicht usw.).
  • Felder (Fields) sind die unterste Ebene der spezifizierten Elemente. Die Felder sind grundlegende Elemente, die verwendet werden, um Verbindungen und Komponenten zu schaffen, (z. B. Beschreibungen, Name, etc.)[3].

Innerhalb der OGA Systematik gibt es viele vorgefertigte BODs, die in der Dokumentation aufgeführt sind. Die Abbildung Nr. 4 zeigt das Schema eines Buisness Object Documents und die Abbildung Nr. 5 das konkrete Business Object Dokument "ProcessPurchaseOrder". Die Darstellung des BODs ProcessPurchaseOrder zeigt, dass die Variablen durch ein Verb bzw. ein Substantiv ersetzt wurden. Weitere Einzelheiten werden unter dem PurchaseOrder Element definiert. Die BODs werden dann zur Übertragung in XML umgewandelt [3].

5.4.2 EANCOM

Abb.-Nr. 6: Aufbau einer EANCOM-Nachricht
Abb.-Nr. 6: Aufbau einer EANCOM-Nachricht

EANCOM (European Article Number Communication) wurde im Jahre 1980 von der Global Standard Organisation (GS1) eingeführt und ist ein globaler, branchenübergreifender Standard für den elektronischen Datenaustausch von Geschäftsdaten. Es ist ein auf das Notwendige reduzierter Bestandteil der UN/EDIFACT ("Electronic Data Interchange for Adminstration Commerce and Transport"), hat aber den Vorteil der GS1 Nomenklatur und ist somit mit allen GS1 Standards kompatibel. Der Einsatz der elektronischen Datenübermittlung setzt die eindeutige Identifizierung der beteiligten Produkte, Dienstleistungen und Partner in codierter Form voraus. Die EANCOM-Nachrichten verwenden zur Artikelidentifikation die EAN-Artikelnummer und zur Identifikation von Geschäftspartnern, Produktionsstätten oder Filialen die Globale Location Nummer (GLN) [29]. Rund 50 Nachrichtentypen sind in EANCOM® vereint. Damit deckt diese Norm eine große Anzahl möglicher Anwendungszenarien ab. Es lassen sich vier grundlegende Funktionen einer EANCOM-Kommunikation unterscheiden. Man unterscheidet vier Kategorien von Nachrichten:

  • Stammdatenübermittlung wird verwendet, für den Austausch der Stammdaten zu den verbundenen Unternehmen und den Produkten zwischen den Handelspartnern.
  • Transaktionen werden verwendet, um Waren oder Dienstleistungen zu bestellen, abzutransportieren oder für den Zahlungsverkehr.
  • Planung und Berichterstattung werden verwendet, um den Lieferanten oder Handelspartner mit Informationen über aktuellen oder geplante Bedarfe zu übermitteln.
  • Unterschiedlichste Informationen können ausgetauscht werden, beispielsweise Geschäftsbedingungen[30].

Zusätzlich zu den Kategorien wird die Art der Nachricht vom vordefinierten Nachrichtentyp bestimmt. Es gibt mehr als 49 Nachrichtentypen die genau angeben, welche Daten übermittelt werden. So werden bei der Verwendung des Nachrichtenkürzels PRATIN grundlegende Firmendaten an den Kommunikationspartner übermittelt. Innerhalb dieses Nachrichtentyps werden weitere Schlüssel für eine Untergliederung und Felderbenennung verwendet [30]. Das Beispiel in der Abbildung Nr. 6 zeigt den Aufbau einer Nachricht. Sie wird in drei Bereiche untergliedert, den Header, die Details und die Zusammenfassung. Die Nachricht wird von oben nach unten und von links nach rechts ausgelesen und muss zwingend so formatiert werden [4].

5.4.3 GS1-XML

Im Jahr 2001 begann ergänzend zu EANCOM die Entwicklung von GS1-XML. Dies ist ein weltweiter Standard für den elektronischen Austausch von Geschäftsdokumenten zwischen GS1-Systemen mit Hilfe des XML Datenformat. Als Grundlage wird der W3C-Standard XML verwendet. Im Gegensatz zu XML besteht GS1-XML aus einer Ansammlung elektronischer Spezifikationen, Normen und Richtlinien für den E-Commerce, mit denen Unternehmen unabhängig von den verwendeten internen Soft- und Hardwaresystemen Informationen schnell, präzise und effizient austauschen können. Wenn sich alle Beteiligten einer Lieferkette an den GS1-XML-Standard halten, ermöglicht dies eine durchgehende Kommunikation innerhalb der Lieferkette. Die Grundlage der Kommunikation ist das GS1-System, welches eine weltweit einmalige und eindeutige Identifikationsnummer für jeden Austauschpartner und deren Produkte oder Dienstleistungen vorsieht. Diese Informationen können genutzt werden, um Bestellungen, Lieferungen oder Bezahlung von Produkten auf elektronischem Wege durchführen zu können. Die verwendeten Kennzeichungen sind neben dem Barcode, die Global Trade Item Number (GTIN) und die Global Location Number (ILN)[31].
Abb.-Nr. 7: Validierung an hand des GS1-XML Schemas
Abb.-Nr. 7: Validierung an hand des GS1-XML Schemas

Bei der Kommunikation zwischen den Austauschpartnern ist es wichtig, dass beide Partner das GS1-XML-Schema erfüllen. Die Übereinstimmung mit dem GS1 Standard wird mit einer Validierungssoftware überprüft (Abbildung Nr. 7). Ist die GS1-XML Syntax nicht gleich, werden die Nachrichten nicht übermittelt. Sowohl auf der Sender als auch auf der Empfänger Seite werden die Inhalte auf GS1-XML- Konformität überprüft bevor die Daten in die Applikation der Unternehmen eingepflegt werden. Das G1-XML besteht neben dem XML-Schema auch aus den Business Message Standards (BMS). Der BMS beinhaltet das sogenannte Business Solution Document. Dies ist eine Sammlung vorgefertigter XML-Dokumente, die die meisten Transaktionen zwischen den Geschäftspartnern umfassen, und ermöglichen die Geschäftsdokumente in der Art zu konvertieren, dass sie direkt mit dem Geschäftspartner ausgetauscht werden können [32].

5.5 Katalogaustauschformate

Austauschformate sind die Basis für ein Klassifikationssystem. Sie sind für die strukturierte Darstellung und Speicherung der durch die Klassifikationsstandards vorgegeben Inhalte notwendig. Es gibt eine Vielzahl Austauschformate, die teilweise nur in einzelnen Branchen genutzt werden. Im Folgenden werden einige Austauschformate exemplarisch vorgestellt.

5.5.1 cXml

Abb.-Nr. 8: Datenaustausch mittels cXML-Austauschformat
Abb.-Nr. 8: Datenaustausch mittels cXML-Austauschformat
Das cXML (Commerce eXtensible Markup Language) wurde auf der Basis des XML (eXtensible markup language) entwickelt und ist ein offener Standard für Datenaustausch innerhalb des E-Commerce. Es wir vornehmlich für die Übergabe von Daten im Bereich Business to Business zwischen E-Commerce Partnern, Lieferanten, Käufern, elektronischen Produktkatalogen und bei E-Commerce Service Providern verwendet. Das cXML ist hauptsächlich im englischsprachigen Raum verbreitet. Die mittels cXML übertragenen Daten können neben textlichen Produktinformationen auch Grafiken oder Bilder enthalten. Jedes cXML Dokument basiert auf den Document Type Definitions (DPDs) von XML. Es stehen für den Datenaustausch drei verschiedene Dokumententypen zur Auswahl: Catalogs, PunchOut und PurchaseOrder [6].


In dem Dokumententyp Catalogs werden alle Informationen über ein Produkt oder Dienstleistung eines Unternehmens zusammengefasst und geben so einem Geschäftspartner eine Übersicht über das Leistungsangebot des Unternehmens. Er stellt den vornehmlichen Kommunikationskanal zwischen Lieferant und Geschäftspartner dar. Der Lieferant erstellt seinen Katalog mit allen Informationen zu seinen Produkten und Dienstleistungen und stellt dem Geschäftspartner einen lesenden Zugriff auf diese Daten zur Verfügung, um sie in seine Datenbank abspeichern zu können (Abbildung Nr. 8). Die Verbindung erfolgt über eine verschlüsselte Internetverbindung, die über eine digitale Signatur vom World Wide Web Consortium oder XML Advanced Electronic Signature XadES abgesichert ist. Innerhalb des Dokumententyps Catalog werden die Element Supplier und Index unterschieden.
Abb.-Nr. 9: Ablauf des PunchOut beim cXML-Austauschformat
Abb.-Nr. 9: Ablauf des PunchOut beim cXML-Austauschformat
Während das Element Supplier Informationen über den Lieferanten enthält wie z. B. Adresse, Kontaktdaten und Vertragsinformationen (siehe Abbildung), werden im Index das Produkt- und Dienstleistungsangebot des Lieferanten erläutert wie z. B. Artikelbeschreibungen und Artikelnummer. Jeder Index ist mit einem bestimmten Lieferanten verknüpft und erlaubt somit eine spezifische Ansprache des Lieferantenkatalogs. Eine Aktualisierung der Datensätze ist somit über den Index leicht zu bewerkstelligen. Sie kann komplett oder inkrementell erfolgen. Lieferanten haben die Möglichkeit über Parameter festzulegen in welcher Form die Katalogdaten übertragen werden sollen. Sie haben so die Möglichkeit, die Datenübertragung auf ein Minimum zu reduzieren, indem Sie beispielsweise nur die Preisangaben für eine Übertragung freigeben, oder diese nur bei Veränderung automatisch aktualisieren lassen [6].


Eine weitere Methode ist das PunchOut. Das PunchOut ist ein Protokoll, das den Datenfluss über cXML Benachrichtigungen interaktiv über das Internet regelt. Es erlaubt eine übergangslose Kommunikation zwischen den beteiligten Applikationen (Abbildung Nr. 9). So ist es möglich, über die Webseite des Anbieters Detailinformationen der Produkte direkt aus dem Katalog des Lieferanten anzuzeigen. Ein Beispiel hierfür sind Preisinformationen. Diese werden aus dem Lieferantenkatalog angezeigt und bei Bedarf, z. B. bei Bestellen des Produktes, an den Anbieter weitergegeben [6].

Der Abnehmer sendet eine Purcase Orders (Kaufauftrag) an den Lieferanten und bekommt eine Vertragsbestätigung zurück. Zusätzlich zu den eigentlichen Katalogdaten lassen sich z. B. Zahlungsverfahren, Vertragsdaten, Routinginformationen für die Daten oder Abfragen über den Kommunikationsstatus in den Katalog einfügen [6].

5.5.2 BMEcat

Das Datenformat BMEcat wurde auf Initiative des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME) ins Leben gerufen. Ziel war es, einen Standard für die elektronische Datenübertragung von Produktkataloge zu entwickeln und so den Datenaustausch zwischen den Unternehmen im Rahmen des elektronischen Geschäftsverkehrs zu erleichtern. Hierfür wurde ein XML-basierter Standard entwickelt, der es ermöglicht, in einem Produktkatalog die Strukturen und Daten gemeinsam zu kodieren [33]. Der BMEcat klassifiziert keine Produkte, wie dies ein Klassifikationsstandard tut, sondern stellt eine komplexe Struktur zur Beschreibung von Produktdaten zur Verfügung. Diese sind im Besonderen Grunddaten, Verpackungsdaten, Preisdaten, Multimediale Zusatzdaten, Artikel-Strukturdaten und Daten zur verwendeten Katalogstruktur [34]. Diese ermöglicht es, individuell alle wesendlichen Merkmale eines Produktes zu hinterlegen und in verschiede Produktkataloge zu integrieren. Die Kodierung kann auf der Zeichensatzbasis nach ISO-8859-1, UTF-8 oder UTF-16 erfolgen und ist somit international einsetzbar. Der Katalog gliedert sich in XML-Dokumente, die die Daten in strukturierter Form enthalten und ca. 280 Elemente, die den Kontext vorgeben. Ein Beispiel hierfür ist <Price_Details> in dem detaillierte Preisdaten eingegeben werden können. Die Elemente können mit Attributen versehen werden, um einen Verweis auf andere Elemente zu erleichtern. Der BMEcat unterscheidet zwischen Muss- und Kann-Elementen, je nach Wichtigkeit der enthaltenen Informationen. Jedes Element besitzt genau einen vordefinierten spezifischen Datentyp, der das Format und den Wertebereich des Elements exakt definiert. Dies ist notwendig, um eine einfache Anbindung an externe Systeme gewährleisten zu können [35].

Abb.-Nr. 10: Wurzelelement im BMEcat
Abb.-Nr. 10: Wurzelelement im BMEcat

Jedes BMEcat Katalogdokument beginnt mit einem Wurzelelement (Abbildung Nr. 10). Dieses gliedert sich in die Elemente Bezeichnung des BMECAT, der Versionsangabe des BMEcat, dem Kopfteil und Transaktionsteil. Im Kopfteil, dem so genannten Header, werden Informationen über den Katalog hinterlegt, die alle Arten des Katalogdatenaustausches betreffen, Beispiele sind Angaben über Lieferanten, den Rahmenvertrag zwischen einkaufendem Unternehmen und Lieferant, Herkunftsland, Art der Produkte, Liefermodalitäten oder rechtliche Hinweise. Ferner können hier Standardwerte für das gesamte Katalogdokument hinterlegt werden. Im Transaktionsteil finden sich Informationen zur Übertragung der Daten, ob der gesamte Produktkatalog übertragen werden soll oder nur eine aktualisierte Preisliste bzw. Produktliste. Hierdurch kann die Menge des Datenflusses bei einem großen Katalogdatenvolumen stark reduziert werden. Alle weiteren Elemente des Katalogs schließen sich an diese Informationen an [36].
Im eigentlichen Produktbereich (Abbildung Nr. 11) finden sich unter anderem Informationen über:

Abb.-Nr. 11: Angaben der Produktdetails im BMEcat
Abb.-Nr. 11: Angaben der Produktdetails im BMEcat
  • Artrikelnummer des Liferanten
  • Produktdetails (u.a. Kurz-, Langbeschreibung, Schlagworte, Hersteller)
  • Produktmerkmale (u.a. Merkmale, Werte)
  • Bestellinformationen
  • Preisinformationen
  • Multimediadaten (Produktabbildungen)
  • Logistikdaten [35].

Um Produkte zu gleichartigen Produktgruppen und Gruppen mit gleicher Merkmalsausprägung zusammenfassen zu können, werden im BMEcat eine Vielzahl von Klassifikationssystemen (Classification_System) eingesetzt, die auf Produktebene im Rahmen der Produktmerkmale und -klassifizierung Verwendung findet. Hauptbestandteile des BMEcat Klassifikationssystem sind Gruppen und Merkmale. Beispiele für Klassifikationssysteme innerhalb des BMEcat sind:

  • Kataloggruppensysteme zur hierarchischen Navigation in Katalogen
  • Katalogstrukturen zur hierarchischen Navigation in Katalogen
  • Material- und Warengruppensysteme zur Untergliederung des Sortiments
  • Standardisierte Klassifikationssysteme, wie z. B. eCl@ss, ETIM, proficl@ss, UNSPSC
  • Sachgruppensysteme
  • Referenzhierarchie
  • Merkmalssysteme
  • Merkmalsgruppensysteme
  • Merkmal-Bibliotheken
  • Merkmal-Lexika

Bei den standardisierten Katalogsystemen kann die Übertragung des Klassifikationssystems unterbleiben und nur die Produktdaten übertragen werden, da die Klassen im Zielsystem bereits vorhanden sind [37].

5.5.3 RosettaNet

Entstehung und Entwicklung
Benannt wurde RosettaNet nach dem gleichnamigen Stein, der während der Besetzung Ägyptens durch Napoleon im Jahre 1797 in „Rosetta“ im Nildelta gefunden wurde. Dem Franzosen Champollion war es mit diesem Stein gelungen, die Bedeutung der ägyptischen Hieroglyphen zu entziffern. RosettaNet ist heute eine Initiative, in der marktführende Unternehmen mit einem globalen Netzwerk B2B Standards entwickeln und umsetzen.[38] RosettaNet wurde Im Juni 1998 gegründet ist ein unabhängiges Not-for-Profit Konsortium von über 600 Unternehmen der Branchen Information Technology (IT), Electronics Component (EC) und Semiconductor Manufacturing (SM). Darunter sind Firmen wie SAP, Intel, CISCO, Siltronic, IBM, Microsoft, Nokia und Infineon. Zum Kern des Tätigkeitsbereichs von RosettaNet gehört die Entwicklung von offenen Electronic-Commerce Standards, die Geschäftsprozesse von Partnern in der High-Tech-Wertschöpfungskette betreffen. Dabei wurden nicht nur Nachrichtenstandards etabliert, sondern komplette Prozessdefinitionen inklusive Wörterbuch zur Herstellung eines eindeutigen übergreifenden Wordings erstellt.[10][39]

Abb.-Nr. 12: Wesentliche Bestandteile einer RNIF 1.1 und RNIF 2.01 RosettaNet Business Message.
Abb.-Nr. 12: Wesentliche Bestandteile einer RNIF 1.1 und RNIF 2.01 RosettaNet Business Message.

Der RosettNet-Standard besteht aus drei Komponenten:

  • Das RosettaNet Technical Dictionary (RNTD) ist ein kleiner Teil des RosettaNet Standardsets, das innerhalb eines standardisierten Geschäftsprozesses (sog. PIP) als Nutzdatenformat für den Austausch von Produktdaten benutzt wird. Dabei stellt das RNTD eine Art Repository des Produktwissens dar, d. h. es enthält die Semantik sämtlicher Begriffe, die in einem PIP benutzt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass beide Partner eines Kommunikationsvorgangs die übertragenen Produktdaten korrekt und identisch interpretieren.[10]
  • Das RNTD besteht aus zwei untergeordneten Dictionaries. Zum einen dem Electronic Component Technical Dictionary (ECTD) und zum anderen aus dem Information Technology Technical Dictionary (ITTD). Mittlerweile sind diese beiden Dictionaries nicht mehr eigenständig, da sie zum RNTD zusammengefasst wurden.[10]
  • Das RosettaNet Implementation Framework (RNIF) umfasst alle nötigen Informationen zum Erstellen einer RosettaNet Implementierung und beschreibt detailliert den Aufbau der verwendeten HTML/XML Nachrichten, das Vorgehen beim Ver- und Entpacken der Nachrichten, die unterstützen Protokolle, Sicherheitsanforderungen sowie die Fehlerbehandlung.[39]
Abb.-Nr. 13: Rosetta Objektmodell-RNTD
Abb.-Nr. 13: Rosetta Objektmodell-RNTD

Objektmodell-RNTD
Das Objektmodell in Abbildung 13 veranschaulicht die Struktur dieses Datenmodells.
Produktklassen, Merkmale und Merkmalgruppen werden einzeln global definiert und über Referenzen miteinander verknüpft. Dabei werden die Referenzen auf zugeordnete Merkmalgruppen bzw. Merkmale als Liste von Werten in einem Attribut des jeweiligen Wurzelelements eines Objektes abgelegt. Eine Hierarchiesierung der Klassen ist nicht vorgesehen und auch die Merkmale sind durch dieses Design auf zwei Ebenen begrenzt. Einheiten und Werte werden innerhalb eines Merkmals definiert, was zu mehrfachen Definitionen führen kann.[9]

Verbreitung
Besonders in den USA ist die Nutzung der RosettaNet-Standards aufgrund der Struktur seiner Gründungsmitglieder besonders verbreitet, wird allerdings auch von den Regierungen in asiatischen Staaten unterstützt. Wegen der großen Verbreitung von EDIFACT ist es jedoch in Europa weniger in Benutzung. Der Branchenfocus wird dabei ständig ausgedehnt. Waren ursprünglich nur die High Tech Unternehmen im Focus, so werden nun mit den neuen Erweiterungen auch die Finanzdienstleister (SWIFT Standard) und die Automobilindustrie mit ihren Lieferanten angesprochen. [38]

Abb.-Nr. 14: RosettaNet ER-Modell
Abb.-Nr. 14: RosettaNet ER-Modell

Datenstruktur

  • Entitätstyp: Klasse

Der Entitätstyp Klasse (bei RNTD: Class) beschreibt eine Menge von Produkten mit ähnlichen Eigenschaften. Im Gegensatz zu anderen Klassifikationssystemen werden Klassen hier nicht hierarchisiert. Jede Klasse kann durch eine Menge von Merkmalsgruppen beschrieben werden, wobei eine Merkmalsgruppe von mehreren Klassen verwendet werden kann.

  • Entitätstyp: Merkmalsgruppe

Eine Merkmalsgruppe (bei RNTD: PropertyDefinitionSet) ist eine Zusammenstellung von Merkmalen, die einen bestimmten Sachverhalt näher beschreiben sollen. Ein Merkmal kann dabei in mehreren Merkmalsgruppen verwendet werden, so dass eine polyhierarchische Struktur entsteht.

  • Entitätstyp: Merkmal

Ein Merkmal (bei RNTD: CharacteristicDefinition) besitzt einen Datentyp und wahlweise eine Reihe von Vorgabewerten oder eine Einheit. Werte und Einheiten stellen im RNTD jedoch keine eigenen Entititypen dar.[10]

Schnittstellen
Der RNIF ist ein offener Standard und basiert auf HTTP, MIME-basierte und XML-Standards.[8]

5.5.4 eOTD

eOTD steht für "Eccma Open Technical Dictionary" und ECCMA für "Electronic Commerce Code Management Association".

Die eOTD ist eine hierarchisch neutral verwendete Terminologie, die genutzt wird, um eine eindeutige, sprachunabhängige, codierte Beschreibung mit Eigenschaftswerte-Paare zu schaffen. Sie unterstützt viele hierarchische Klassifikationen einschließlich der CPC, CPV, eCl@ss, GS1, HS, NCS / FCS, NIACS, UNSPSC. Die eOTD ist nicht einfach eine Sammlung von Begriffen, die in einer hierarchischen Struktur organisiert ist, sie ist auch eine technische Terminologie mit Begriffen, Definitionen und Bildern von Konzepten, die benötigt werden, um eine eindeutige Beschreibung zu erstellen.

Entstehung, Entwicklung und Verbreitung
Die Electronic Commerce Code Management Association (ECCMA), die im April 1999 gegründet wurde hat eOTD entwickelt. Sie weist über 1.300 Mitglieder in 46 Ländern auf, siehe Abbildung 15.[40] Die ECCMA war bis 2001 mit der Pflege und Entwicklung der UNSPSC beauftragt. Seit 2001 wird eOTD von der ECCMA als Folgeprojekt in Eigenregie entwickelt.

eOTD baut auf dem Nato Codification System (NCS) auf, dass von dem NATO Allied Committee 135 (AC/135) entwickelt wurde und wie in Abbildung 16 zu sehen auf der ganzen Welt verbreitet ist.[11]

Abb.-Nr. 15: Chronologie von eOTD
Abb.-Nr. 15: Chronologie von eOTD
Abb.-Nr. 16: Nationen die NCS nutzen
Abb.-Nr. 16: Nationen die NCS nutzen
Abb.-Nr. 17: Eine Maschinen-Schraube in der Sprache von eOTD beschrieben
Abb.-Nr. 17: Eine Maschinen-Schraube in der Sprache von eOTD beschrieben

Aufbau und Datenstruktur
Open Technical Dictionary (eOTD) ist kein hierarchisches Klassifizierungssystem, sondern basiert auf einer ConceptID für die eindeutige Identifizierung eines Produktes. Es ist also eher ein global gültiges Wörterbuch der Terminologie, wo Begriffe, Definitionen und Bilder mit Konzeptidentifikatoren verbunden werden. Diese ConceptID‘s werden verwendet, um verschlüsselte Beschreibungen von Individuen, Organisationen, Orten, Waren und Dienstleistungen zu schaffen. Des Weiteren werden jeder ConceptID die Klassifikationscodes von UNSPSC und eCl@ss zugeordnet. Mit dieser Standardisierung kann ein offener Standard aufgebaut und gepflegt werden, der in jeglicher Programmiersprache implementiert werden kann.[41] Es unterstützt zudem erweitert um Merkmale und Merkmalleisten auch weiterhin den UNSPSC und baut auf dem Nato Codification System (NCS) auf, das von dem NATO Allied Committee 135 (AC/135) entwickelt wurde. Es ist ein universelles System für die Kennzeichnung und Klassifizierung von Produkten und Versorgungsmaterialien, bei dem es kaum Dienstleistungsklassen und kaum Aktualisierungen gibt.[42]

Abb.-Nr. 18: Schnittstellen von eOTD
Abb.-Nr. 18: Schnittstellen von eOTD

Schnittstellen
eOTD liegt in XML vor und kann somit in jedes Katalogsystem mit entsprechender Importschnittstelle importiert werden. Die Vorgehensweise ist hierbei folgendermaßen (siehe Abbildung 18): Nachdem der Lieferant seine Daten eingegeben hat, aktiviert eOTD beim Export eine eOTDi-XML Datei mit Design, Herstellung und Enterprise-Management-Anwendungen. Diese wird von der NCB geprüft und in eine eOTDr-XML umgewandelt, welche dann von Katalog Anwendungen eingesetzt und genutzt werden kann.[11]

Besonderheiten

Es ist kein hierarchisches Klassifizierungssystem, sondern neutral eingestuft und nutzt den Zugang zu vielen Klassifizierungen wie z. B. ISIC,eCl@ss, NAICS, UNSPSC, CPV, Industry Classifications, FSC/NSC und HS.

5.5.5 Weitere Formate

Es gibt eine Vielzahl weiterer Austauschformate, die aber häufig nur branchenspezifisch eingesetzt werden oder deren Verbreitung vernachlässigt werden kann. Beispiele für Austauschformate, die eine geringe Verbreitung haben sind: DATANORM, welches in dem Installations- und Bauhandwerk eingesetzt wird, ELDANORM, welches in dem Elektrohandwerk eingesetzt wird und xCBL, welches universal einsetzbar, dessen Funktionsumfang aber eingeschränkt und dessen Verbreitung dadurch nur gering ist.[23]

6 Klassifikationssysteme

Im Folgenden werden die gebräuchlichsten Standards vorgestellt. Die Aufstellung ist nicht abschließend, möglicherweise gab oder gibt es neben den hier vorgestellten auch noch weitere Klassifikationssysteme.

6.1 eCl@ss

"eCl@ss ist ein hierarchisches System zur Gruppierung von Materialien, Produkten und Dienstleistungen nach einem logischen Schema in einer Detaillierung entsprechend der produktspezifischen Eigenarten, die sich mittels normenkonformer Merkmale beschreiben lassen." (www.eclass.de) [43].

6.1.1 Entstehung und Entwicklung

Hinter eCl@ss steht der eingetragene Vereine "eCl@ss e.V.". Der Verein wurde im November 2000 von großen Unternehmen der deutschen Wirtschaft gegründet und hat sich die Standardisierung der Produkt- und Dienstleistungsklassifizierung zu Eigen gemacht. Zielsetzung ist ein Beitrag zur Kostenreduzierung bei gleichzeitiger Optimierung der Prozesse und die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen. Damit soll eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und eine Zukunftssicherung für die angeschlossenen Unternehmen erreicht werden. [13]

Im Verein kann prinzipiell jeder Mitglied werden. Mitglieder sind zurzeit Firmen wie z. B. Bosch, Audi AG, BASF SE, Deutsche Bahn AG, Daimler, E.ON AG, Evonik Services GmbH, RWE Group, SAP AG, Schneider Electric GmbH, Siemens AG, TOTAL S.A. DSEF /DA(G), Volkswagen AG u.a.[13]

Seit 2007 wird "eCl@ss für den Mittelstand" – Ein Projekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie – vom Bund gefördert. Zudem gibt es mit www.eclass.de eine Plattform, über die für interessierte kleine und mittlere Unternehmen eine leichte Möglichkeit geschaffen wurde, sich über eCl@ss zu infomieren und auch direkt an der Entwicklung eines Standards teilzuhaben und ihn mitzugestalten. [44]

eCl@ss ist ein internationaler Standard. Obwohl eCl@ss eine deutsche Initiative ist, gelangt eCl@ss auch international zu hoher Bedeutung, vor allem durch die Harmonisierung mit ETIM und Prolist und deren internationalen Verbreitung:

Zur Realisierung einer nachhaltigen und umfassenden Etablierung des elektronischen Datenaustausches haben die Vereine ETIM, proficl@ss und PROLIST® International beschlossen, dass ihre jeweiligen, branchenorientierten Inhalte mit dem eCl@ss-Standard harmonisiert werden.

Mit eCl@ss harmonisiert werden in den Jahren 2008 – 2010 folgende

ETIM-Bereiche:

  1. Schalter und EIB
  2. Elektro- und Energieverteilsysteme, Zählerplätze
  3. Erdung, Blitz- und Überspannungsschutz
  4. Schutzschaltgeräte und Sicherungen
  5. Führungssysteme für Kabel und Leitungen
  6. Kabel/Leitungen

proficl@ss-Bereiche:

  1. Arbeitssicherheit, Unfallschutz
  2. Lager- und Betriebseinrichtung
  3. Maschinenelement, Befestigungsmittel
  4. Elektrowerkzeug

PROLIST-Bereiche:

  1. Niederspannungsschaltanlagen
  2. Sensorik
  3. Stellgeräte
  4. Signalanpassung
  5. Elektrische Anlagen
  6. Binäre Sensorik
  7. Feldbustechnik
  8. PLS/SPS
  9. Schaltgeräte
  10. Prozessanalysetechnik
  11. Wägetechnik

Zur Etablierung eines langfristig stabilen, effektiven Prozesses zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit der Harmonisierungsarbeiten, insbesondere um kleinen und mittleren Unternehmen Investitionssicherheit zu geben, werden die Projektpartner ihre Zusammenarbeit mit dem eCl@ss e.V. über das eigentliche Projektende hinaus bis Ende 2013 entsprechend weiter fortsetzen.

Zur Information der jeweiligen Branchen werden u. a. gemeinsame, auf die jeweilige Zielgruppe ausgerichtete Transferveranstaltungen durchgeführt."[13]

Daneben gibt es noch ein EU-Projekt, das eine Mapping-Tabelle von eCl@ss zu GPC als Projetziel hat. GPC ist ein weiteres System, das unter Punkt 6.5 vorgestellt wird.[13]

Zur Entwicklung: Es gibt inzwischen mehrere eCl@ss Versionen, aktuell ist eCl@ss im Release 6.2 erhältich unter http://www.eclassdownload.com/catalog/index.php. Ende 2010 soll das Release 7.0 herausgegeben werden. Mit Release 7.0 sollen die Beschreibungen der Produkte in die Tiefe gehen, z. B. Befestigungslochabstände, die dann direkt in Konstruktionssoftware übernommen werden können.[13]

6.1.2 Verbreitung

Nach eigener Aussage ist eCl@ss "das führende Klassifikationssystem". Wie schon im vorigen Abschnitt genannt, stehen hinter dem Verein namhafte, große deutsche und internationale Firmen.

eCl@ss wird von über 70 – zumeist international operierenden – Unternehmen mit Sitz in Europa und Nordamerika getragen. Gemäß aktueller Veröffentlichungen ist eCl@ss der weltweit mit Abstand am schnellsten wachsende und konsistenteste Standard für Klassifikation und Beschreibung von Produkten. [13]

6.1.3 Aufbau

Abb.-Nr. 19: ecl@ss Struktur
Abb.-Nr. 19: ecl@ss Struktur

Produkte und Dienstleistungen lassen sich der vierstufigen, numerischen Klassenstruktur von eCl@ss zuordnen.

Suchbegriffe und Synonyme ermöglichen ein zielgerichtetes Auffinden von Produkten und Dienstleistungen innerhalb der Klassifikation.

Merkmallisten mit genormten Merkmalen und Wertetabellen ermöglichen eine exakte Beschreibung und spätere Identifikation von Produkten und Dienstleistungen. [13]

6.1.3.1 Datenstruktur

ECl@ss besteht zurzeit aus 32.795 Klassen. Es gibt zurzeit 26 Sachgebiete, 564 Hauptgruppen, 4.981 Gruppen und 27.223 Untergruppen. Zusätzlich sind 51.467 Schlagworte eingepflegt.

Unter "eclass.de > Was ist eclass > Suche in eclass" läßt sich durch diese Hierachiestruktur browsen. Die Abbildung zeigt dies am Beispiel einer Blechschraube (vgl. Abb. 20).
Abb.-Nr. 20: ecl@ss Suche
Abb.-Nr. 20: ecl@ss Suche
Ansonsten gibt es unter http://www.eclass.de/user/software/e-proview_1-0_eclass-4.0_demo.zip einen kostenlosen eCl@ss-Viewer zum Download, mit dem diese Suche auch offline möglicht ist.

Daneben gibt es eine Online-Katalogvisualisierung unter http://www.eclass-katalogvisualisierung.com, wo auch einige Beispielkataloge zur Verfügung stehen. Auf der Seite besteht auch die Möglichkeit, selbst erstellte Kataloge hochzuladen bzw. selbst Kataloge im BMECat 2005 Format zu erstellen.[13]

6.1.3.2 Schnittstellen

- eCl@ss verfügt über eine Integration in SAP, einer weit verbreiteten Branchensoftware. So hat eCl@ss mit den "BASF IT Services" ein "SAP Compentence Center" eingerichtet[13].

- mit eCl@ss 7.0 soll auch eine Übernahme der Daten in CAx Systeme zur Konstruktionsunterstüzung zur Verfügung stehen. [45]

6.1.4 Besonderheiten

- ein eCl@ss-Projekt wird vom Bund gefördert

- Integration in SAP

- eCl@ss war Teil der Studie "eBusiness-Barometer 2006 / 2007" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) [46].

- bis zu 15 verschiedene Handelssprachen werden unterstützt [13]

- eCl@ss bietet die Interimsklasse "90" für nicht spezifizierbare Produkte[47]

6.2 ETIM

"ETIM" steht gleichermaßen für das

- "ElektroTechnisches InformationsModell", ein Artikelklassifikationsmodell für die Elektrobranche, die

- "ETIM Initiative zur Standardisierung des elektronischen Austausches von Katalog- und Marketingdaten im Fachbereich Elektro" und für den

- Verein "ETIM Deutschland e.V", der die ETIM Initiative ins Leben gerufen hat und sie derzeit maßgeblich finanziell und personell trägt.

Die in der Elektro-Branche beheimatete und fachlich-technologisch unterstützte ETIM Initiative soll die Verarbeitung und den Austausch von elektronischen Katalogdaten im Elektrofachbereich deutlich erleichtern. Zusätzlich zur Kostenersparnis sollen die teilnehmenden Unternehmen deutliche Vorteile im Bereich eCommerce gewinnen.

"Ein Kernteil der ETIM Initiative besteht darin, einen branchenweit akzeptierten Standard zur Klassifizierung der Produkte der Elektro-Branche zu schaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet der ETIM Verein bei der Ausarbeitung der Klassifizierungs-Merkmale intensiv mit den Verbänden von Industrie, Handel und Handwerk und mit verwandten Standardisierungs-Initiativen zusammen." [14]

6.2.1 Entstehung und Entwicklung

ETIM hat sich von Mitte der Neunziger Jahre bis heute entwickelt. Der deutsche Verein "ETIM e.V." hat Anfang Dezember 2009 seinen 10ten Geburtstag gefeiert. Aktuell liegt seit Januar 2008 das ETIM-Datenmodell 4.0 vor. ETIM geht auf Grundideen des holländischen Handwerkerverbands UNETO zurück und ist eine rein von Handelsseite getragene Initative.

Am 24. Oktober 2008 wurde in Barcelona auf einem Meeting der nationalen ETIM Organisationen aus Österreich, Belgien, Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Schweden und der Schweiz der internationale Verband „ETIM International“ gegründet. Die neue Organisation hat ihren Sitz in Brüssel.

Bereits verfügbar sind die Sprachversionen Englisch, Niederländisch und Deutsch. Schwedisch, Spanisch und Französisch sind in Vorbereitung.[14]

6.2.2 Verbreitung

Die Produktdaten wuchsen alleine zwischen 1995 und 2002 von 90.000 auf 500.000.

ETIM ist, nicht zuletzt mit Gründung des "ETIM International", international, wenn auch überwiegend in Europa, in der Elektrobranche verbreitet.

6.2.3 Aufbau

6.2.3.1 Datenstruktur
Abb.-Nr. 21: ETIM Klassenbrowser
Abb.-Nr. 21: ETIM Klassenbrowser

Im Artikelklassifikationsmodell ETIM (hier: Elektro Technisches Informations Modell) werden in standardisierter Form ausführlich und übersichtlich die Eigenschaften elektrotechnischer Produkte beschrieben. Hierzu werden Artikel in einer hierarchisch flachen Struktur – bestehend aus Artikelklassen mit beschreibenden Merkmalen – klassifiziert.

Um im alltäglichen Gebrauch das Auffinden von bestimmten Artikeln zu erleichtern, werden jeder Artikelklasse Suchbegriffe, sogenannte Schlagworte zugeordnet. Ein Suchbegriff für "Allgebrauchslampe" ist zum Beispiel "Glühbirne".

"ETIM steht auch für ein standardisiertes Austauschformat von Artikelstammdaten. Mit Erscheinen von ETIM 3.0 haben sich die im Verein organisierten Elektrogroßhandelsorganisationen auf ein einheitliches Austauschformat geeinigt.

Das vom Verein ETIM Deutschland e.V. initiierte und getragene Modell baut auf dem in den Niederlanden bereits eingeführten ETIM-Modell des niederländischen Branchenverbandes UNETO auf.

Welche Informationen zur Beschreibung eines Artikels im ETIM Modell mitgeliefert werden müssen, hängt ausschließlich davon ab, zu welcher Klasse ein Artikel gehört. Im Kern ist ETIM deshalb ein hierarchieloses Klassifikationsmodell.

Artikelgruppen können hilfreich sein, eine Artikelklasse zu finden. Ein anderer Weg, eine Artikelklasse zu finden, ist die direkte Suche nach einem Stichwort. Um die Suche effektiver zu machen, werden Artikelklassen zusätzlich zu Ihrem Namen durch Synonyme beschrieben. So werden in der aktuellen Fassung ETIM 2.0 bei einer Stichwortsuche nach einer Klasse nicht nur die Klassennamen, sondern auch zusätzliche Synonyme durchsucht.

Die wichtigsten Begriffe des ETIM Klassifikationsmodells sind:

Artikelgruppen

Jede Artikelklasse gehört zu genau einer Artikelgruppe. Eine Artikelgruppe enthält eine oder mehrere Artikelklassen.

Artikelklassen

In einer Artikelklasse werden vergleichbare, bau- oder funktionsähnliche Produkte zusammengefasst. Für jede Artikelklasse haben die Warenfachleute der ETIM-Fachausschüsse jeweils unterschiedliche Merkmale identifiziert, die die objektivierbaren Eigenschaften der zur jeweiligen Artikelklasse gehörenden Produkte beschreiben. Das ETIM Klassifikationsmodell verlangt, dass zu einem Artikel alle Merkmale der Artikelklasse, in die er eingeordnet wird, angegeben werden müssen. Jeder Artikel gehört zu genau einer Artikelklasse.

Synonyme

Synonyme sollen das Auffinden einer Artikelklasse erleichtern. Ein Synonym kann auf mehrere Artikelklassen verweisen und auf eine Artikelklasse können mehrere Synonyme verweisen. Für die Suche im ETIM Klassenbrowser wird auch der Name einer Artikelklasse als ein Synonym dieser Klasse aufgefasst. Auf jede Artikelklasse verweist deshalb mindestens ein Synonym, nämlich das, dessen Bezeichnung gleich der Bezeichnung der Artikelklasse ist.

Merkmale, Vorgabewerte

Das ETIM Klassifikationsmodell kennt vier unterschiedliche Merkmalstypen: - alphanumerische, - logische, - numerische und - Range-Merkmale.

Alphanumerische Merkmale sind im ETIM Klassifikationsmodell immer Aufzählungstypen. In jeder Artikelklasse ist für alle alphanumerischen Merkmale eine Liste der möglichen Werte definiert.

Unterschiedliche Artikelklassen können gleichlautende alphanumerische Merkmale besitzen. Die Liste der erlaubten Werte eines Merkmals wird allerdings für jede Klasse separat definiert und kann von Klasse zu Klasse unterschiedlich sein.

Wie numerische und logische Merkmale wird ein alphanumerisches Merkmal nur einmal pro Produkt angegeben. Wenn für ein Produkt mehrere Werte aus der Liste der möglichen Werte zutreffen (beispielsweise beim einem Merkmal Prüfzeichen), werden die zutreffenden Werte aufgezählt.

Logische Merkmale geben an, ob eine Eigenschaft vorhanden ist, oder nicht. Sie können nur die Werte "ja" oder "nein" annehmen. Logische Merkmale haben keine Vorgabewerte.

Numerische Merkmale geben einen Wert an. Für numerische Merkmale gibt es keine Wertevorgaben; sie können jeden beliebigen Zahlenwert annehmen, auch einen negativen. Zu jedem numerischen Merkmal einer Artikelklasse ist eine Einheit festgelegt.

Das heißt, innerhalb einer Artikelklasse bezieht sich die Angabe eines bestimmten numerischen Merkmals bei allen Artikeln dieser Klasse auf die gleiche Einheit. Unterschiedliche Artikelklassen können gleichlautende Merkmale besitzen.

Die Einheit des Merkmals kann allerdings von Artikelklasse zu Artikelklasse unterschiedlich sein. Zum Beispiel muss der Wert des Merkmals "Spannung" in einer Artikelklasse in Volt und in einer anderen Artikelklasse in Millivolt angegeben werden.

Range-Merkmale geben einen Wertebereich an. Range-Merkmale sind numerische Merkmale, die einen unteren und einen oberen Grenzwert benötigen.

Sie können jeden beliebigen Zahlenwert annehmen, auch einen negativen. Wie numerische Merkmale benötigen Range-Merkmale generell eine Einheit. [14]

6.2.3.2 Schnittstellen

ETIM benutzt zur Übertragung BMEcat (vgl. 5.5.2), also XML, allerdings wurde BMEcat speziell für den Elektrobereich erweitert.

"Zur Übertragung der von Großhandel und Industrie im Bereich Elektro benötigten Daten waren Erweiterungen des BMEcat nötig. Dies resultierte im Übertragungsformat "ETIM Clearing Center - Spezifikation Produktdatenaustauschformat Version 1.02" ("ETIM-BMEcat 1.02"), das als Basis BMEcat 1.01 verwendete.

Durch ETIM 2.0 waren zusätzliche Ergänzungen des Austauschformates nötig (Behandlung des Merkmalstyps "Range", Verwendung eines Nummernsystems zur Übertragung der Klassifikationsdaten). Im Rahmen dieser Änderungen wurde das ETIM-Austauschformat an die derzeit aktuelle BMEcat-Version (BMEcat 1.2) angeglichen.

Dies führte zur Version 1.2 des ETIM-Austauschformates "ETIM Clearing Center - Spezifikation Produktdatenaustauschformat Version 1.2" ("BMEcat-ETIM 1.2"), die am 1. Juli 2002 veröffentlicht wurde." [14]

6.2.4 Besonderheiten

- BMEcat wurde erweitert

- ETIM ist Harmonisierungspartner bei dem vom BMWI gefördertem Projekt "eCl@ss für den Mittelstand". [14]

"Die erfolgreiche Kooperation zwischen ETIM Deutschland und eCl@ss soll ebenfalls auf die internationale Ebene geführt werden, wobei weiterhin ETIM Deutschland im Rahmen von ETIM International für den Bereich der elektrotechnischen Produkte innerhalb von eCl@ss verantwortlich sein wird." [14]

6.3 proficl@ss

proficl@ss ist ein hierarchisches Klassifizierungssystem für die Bereiche Bauen, Gebäudetechnik, Industriebedarf und verwandter Branchen.

6.3.1 Entstehung und Entwicklung

Die proficl@ss-Initiative wurde vom E/D/E Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler GmbH in Wuppertal, der Hagebau Handelsgesellschaft für Baustoffe mbh & Co. KG in Soltau und der Profi Portal AG in Dortmund gegründet. Die technische Federführung für den Klassifizierungsprozess liegt bei Fraunhofer IAO, Stuttgart. Als technischer Dienstleister begleitet die e-pro solutions GmbH die Initiative. Sie ist ein eingetragener Verein, dessen Zweck es ist, die Erarbeitung und Einführung eines branchenübergreifenden internationalen Datenmodells für sachliche Merkmale, um den elektronischen Austausch von strukturierten Produktkatalogdaten für den Produktionsverbindungshandel mit den Branchen Bauen, Gebäudetechnik, Industriebedarf und verwandter Branchen zu standardisieren, sowie dessen fortlaufende Anpassung und Weiterentwicklung an die Erfordernisse des E-Business. Werden einheitliche Strukturen auf allen Seiten eingesetzt, können Produktdaten ohne jegliche Konvertierungsnotwendigkeit ausgetauscht und problemlos in allen Medien genutzt werden. Hinzu kommt, dass Produktänderungen oder -ergänzungen optimal zwischen den Handelsstufen kommuniziert und manuelle Nacharbeiten minimiert werden. Proficl@ss ist auch für andere Branchen offen. Handel, Industrie und Verbände sollen gemeinsam solche Branchenstandards für die Bezeichnung und die technische Beschreibung von Produkten erarbeiten, welche den Datenaustausch erleichtern. Der Verein ist ausschließlich und unmittelbar selbstlos tätig.[48][49]

proficl@ss Versionsübersicht[50]:

  • Version 1.0 vom 01. Juli 2002
  • Version 1.2 vom 14. März 2003
  • Version 2.0 vom 01. Oktober 2003
  • Version 2.1 vom 01. Juni 2004
  • Version 3.0 vom 04. Juli 2005
  • Version 4.0 vom 01. April 2008

6.3.2 Verbreitung

Die Organisation erfolgt wie bereits in Entstehung und Entwicklung angesprochen durch den proficl@ss International e. V., in dem u. a. folgende Organisationen Mitglied sind

  • E/D/E Einkaufsbüro Deutscher Eisenhändler GmbH, Wuppertal
  • BOSCH
  • EBH AG
  • Fraunhofer IAO, Stuttgart (Beteiligte Beratungsdienstleister)[49]

Des weiteren stehen hinter hinter proficl@ss International e.V.:

  • Nationale und internationale Handelsverbände und Handelsunternehmen
  • Nationale und internationale Markenhersteller
  • Nationale und internationale E-Marktplätze
  • Nationale und internationale E-Procurement-Anbieter
  • Softwarehäuser
  • Contentdienstleister[51]

Zur Realisierung einer nachhaltigen und umfassenden Etablierung des elektronischen Datenaustausches haben die Vereine ETIM, proficl@ss und PROLIST International beschlossen, dass ihre jeweiligen, branchenorientierten Inhalte mit dem eCl@ss Standard harmonisiert werden. proficl@ss deckt mit den oben genannten Branchen und Firmen folgende Bereiche ab:

  • Arbeitssicherheit, Unfallschutz
  • Lager- und Betriebseinrichtung
  • Maschinenelement, Befestigungsmittel
  • Elektrowerkzeuge
  • Druckluft
  • Handwerkzeuge
  • Mess- und Prüfwerkzeug
  • Schweißtechnik/Löttechnik
  • Reinigungstechnik
  • Technischer Handel
  • Befestigungstechnik
  • Schloss und Beschlag
  • Sanitär/Heizung/Klima[52][20]

Während der Mitgliederversammlung in Frankfurt Ende Juni 2009 zog der Verein eine positive Bilanz seiner Arbeit des Jahres 2008. Es konnte sowohl die Zahl der Mitglieder als auch die Zahl der Hersteller, die dem Handel erstmals Daten nach proficl@ss liefern, im vergangenen Jahr beträchtlich steigern. Nahezu 100 Unternehmen aus allen Bereichen des Produktionsverbindungshandels sind nun Nutzer des Standards.[53]

6.3.3 Aufbau

Abb.-Nr. 22: proficl@ss Hierarchie.
Abb.-Nr. 22: proficl@ss Hierarchie.

proficl@ss ordnet Branchenübergreifend Produkte in Klassen (ähnlich Warengruppen) ein und beschreibt die einzelnen Merkmale der Produkte. Zum Beispiel: Die Leistungsaufnahme, die Lastdrehzahl oder die Werkzeugaufnahme einer homogenen Produktgruppe. So wird ein einheitlicher unternehmensübergreifender Katalogdatenaustausch ermöglicht. Die Produktsuche in elektronischen Medien wird wesentlich vereinfacht und es wird ein Standard für Produktbeschreibungen geschaffen, der in elektronischen sowie in Printmedien Verwendung finden kann. Das Modell wird fortlaufend weiter entwickelt und an die Erfordernisse des E-Business angepasst. Die branchenorientierten Klassifikationen von proficl@ss oder bau:cl@ss, stimmen sich immer mehr untereinander ab und bringen gleichzeitig ihre tiefergehenden Klassifizierungen in übergeordnete Klassifikationsinitiativen (z. B. eCl@ss ein). Damit wird das Thema Klassifikation schneller und marktorientierter implementierbar. Für die proficl@ss Mitglieder ergibt sich damit auch die Chance, die erarbeiteten Basisklassen inklusive der Merkmale, Einheiten und Synonyme in Bauausschreibungen wieder zu finden. Durch bau:cl@ss wird ein Branchenstandard für die strukturierte Darstellung des Bedarfs der Bauunternehmen an Produkten, Geräten und Dienstleistungen gesetzt, der die spezifischen Besonderheiten in den bautypischen Prozessen Ausschreibung, Kalkulation und Beschaffung berücksichtigt. Lieferanten erhalten damit die Möglichkeit, ihre Angebote bedarfsgerecht strukturiert für die Kunden aus der Baubranche darzustellen. Die Kooperation zwischen proficl@ss und bau:cl@ss ist dabei ein weiterer Schritt bei der vereinbarten Harmonisierung von Teilen unterschiedlicher Klassifikationssysteme.[54]

6.3.3.1 Datenstruktur

Die am 1. Juli 2002 erschienene Version 1.0 stand mit insgesamt 2.800 Klassen, 2.500 Basisklassen mit mehr als 10.000 Synonymen, 5.000 Merkmalen sowie 3.000 Werten zur Verfügung. Über 1.100 Referenzierungen zu ecl@ss, dem Standard für Materialklassifikationen und Warengruppen, runden die Klassifikation ab und erleichtern bei der Verwendung von proficl@ss den Umstieg, Einstieg oder die parallele Versorgung beider Klassifikationen mit geringem Zusatzaufwand. Innerhalb der Version 1.0 wurden in proficl@ss die Bereiche Arbeitsschutz, Unfallsicherheit, Lager- und Betriebseinrichtung, Werkzeug, Werkzeugmaschinen, Schloss und Beschläge, Maschinenelemente, Befestigungsmittel, Baustoffe sowie Bauelemente klassifiziert. Weitere zu klassifizierende Bereiche wie z. B. Technischer Handel, Bautechnik, Sanitär, Heizung, Holze usw. kamen in den folgenden Monaten dazu.[55]

Wie in Abbildung 22 zu ersehen ist, weist die Version 3.0 im März 2006 bereits 4296 Basisklassen, 14159 Synonyme, 3567 Merkmale und 94 Einheiten auf.[20]

Beim Release Wechsel von 3.0 zu 4.0 wurden darüber hinaus wieder über 1500 neue Klassen aufgenommen und Fehler behoben.[56]

Aktuellster Stand ist proficl@ss 4.0 Version 2.0

Abb.-Nr. 23: proficl@ss ER-Modell
Abb.-Nr. 23: proficl@ss ER-Modell

Entitätstyp: Klasse
Durch die rekursive Beziehung wird die Hierarchie der Klassen modelliert. Proficl@ss ist ein nicht balanciertes Klassifikationssystem, d. h. die Menge der hierarchischen Ebenen ist nicht festgelegt. Klassen der Blattebene heißen Basisklassen, alle übergeordneten Klassen heißen Hierarchieklassen.

Entitätstyp: Synonym
Synonyme werden benötigt, um Klassen durch andere Begriffe mit ähnlicher Bedeutung zu kennzeichnen. Einer Klasse können mehrere Synonyme zugeordnet sein. Gleichzeitig können mehrere Klassen durch dasselbe Synonym gekennzeichnet werden. Die Zuordnung von Synonymen zu Klassen ist auf allen Ebenen der Klassenhierarchie möglich.

Entitätstyp: Merkmal
Eine Klasse wird durch ein oder mehrere Merkmale beschrieben. Dabei kann dasselbe Merkmal auch zur Beschreibung einer anderen Klasse dienen. Eine Sortiernummer gibt die Position in der Reihenfolge an, mit der ein oder mehrere Merkmale einer Klasse zugeordnet werden. Merkmale nehmen einen der folgenden Typen an: Alphanumerisch, Logisch und Numerisch.

  • Alphanumerische Merkmale können ein oder mehrere Vorgabewerte besitzen.
  • Logische Merkmale können die Werte ja oder nein annehmen.
  • Numerische Merkmale können jede beliebige Zahl als Wert annehmen und dazu eine entsprechende Einheit besitzen.

Entitätstyp: Wert
Werte werden nur alphanumerischen Merkmalen zugeordnet. Die Vorgabewerte werden abhängig von der Klasse verknüpft und erhalten dabei eine Sortiernummer.

Entitätstyp: Einheit
Einheiten werden nur numerischen Merkmalen zugeordnet und zwar abhängig von der jeweiligen Klasse.
[16]

6.3.3.2 Schnittstellen

Parameter für die Beschreibung der Produktdaten sind vornehmlich Produktmerkmale und genormte Merkmalsausprägungen, wie zum Beispiel Länge, Breite, Farbe oder Durchmesser. Um diese für alle Produkte gleichartigen Beschreibungen in bestehende Datenstrukturen zu integrieren, müssen bestehende in BMEcat erstellte Produktdaten mit bereits erstellten proficl@ss-Verzeichnissen verglichen und je nach Produktzuordnung um die bereit gestellten mehrstelligen Nummern erweitert werden. Aufgrund der über Jahre entwickelten Strukturen ergibt sich für IT-Fachleute somit ein überschaubarer Aufwand.[57]

In Zukunft profitieren die Fachhändler immer mehr vom diesem neuen System und erhalten einen schnelleren Überblick über die Angebotspalette der Hersteller. Aber auch das Handwerk profitiert von diesen einheitlichen Daten. So können Handwerker dank proficl@ss - Klassifizierungen nach ihren Vorgaben Produkte in elektronischen Katalogen oder im Internet vergleichbar suchen und sich einen genauen Überblick über die Leistungen und Ausstattungen der Produkte schaffen. Wenn man jetzt in einem Online-Katalog eines Fachhändlers oder eines Herstellers z. B. nach einer Bohrmaschine schaut, welcher nach dem proficl@ss-System angelegt ist, dann erhält man bei Eingabe gleicher Suchkriterien (Name-Merkmale) einen entscheidungsreifen Überblick über das Angebot von Bohrmaschinen nach den eingegebenen Anfragekriterien.[54]

6.3.4 Besonderheiten

- Proficl@ss deckt nicht alle Geschäftsprozeße ab, so ist das System nicht für die Produktion/Fertigung geeignet und nur bedingt für Beschaffung/Einkauf.


6.4 UNSPSC

6.4.1 Entstehung und Entwicklung

Die Universal Standard Products and Service Classification (UNSPSC) ist ein hierarchisches Klassifizierungssystem für Waren und Dienstleistungen, das von den Vereinigten Nationen initiiert wurde. Mittlerweile haben sich 4.000 Unternehmen in 80 Ländern zusammengeschlossen, um dieses Klassifikationssystem weiterzuentwickeln. Die UNSPSC wurde in Zusammenarbeit des United Nation Development Programme (UNDP) und der Dun & Bradstreet Corporation (D & B) im Jahre 1998 entwickelt und wird seit Mai 2003 von der GS1-US ( früherer Uniform Code Council) betreut. Die GS1 ist eine weltweit agierende nonprofit Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat durch die Konzeption und Umsetzung von Standards effizient, elektronische Informationen innerhalb der Wertschöpfungskette für die beteiligten Geschäftspartner bereit zu stellen. Einige Beispiele sind der BarCode oder die RFID Identifikation [58] [59] [60].

6.4.2 Verbreitung

Die UNSPSC hat den Ursprung im amerikanischen Raum, wird aber heute durch die enge Zusammenarbeit mit den Vereinigten Nationen weltweit eingesetzt und zählt zu den am weitesten verbreiteten Klassifikationsstandards. Der Einsatz beschränkt sich aber vornehmlich auf den englischsprachigen Raum [23].

6.4.3 Aufbau

Die UNSPSC ist ein offenes, hierarchisch aufgebautes Klassifikationssystem mit fünf Ebenen. Durch diese umfassende Beschreibung der Produkte und Dienstleistungen ist die Identifikation eines bestimmten Produkts wesentlich leichter möglich. Jede Ebene beinhaltet einen zweistelligen Wert von numerischen Werten. Daraus ergibt sich eine bis zu 10stellige Zahl, die das Produkt identifiziert. Daran angefügt wird eine beschreibender Text. Die Datenstruktur gliedert sich in fünf Ebenen. Diese sind:

  • Segment
  • Family
  • Class
  • Commodity
  • Business Function.

Die Business Function sind eine optionale Identifikationsebe die unternehmensspezifisch angepasst werden kann. Zur Beschreibung der Produkte kann in jeder Hierarchiestufe ein beschreibender Text angefügt werden [18]. Der Schematische Aufbau gliedert sich folgendermaßen:


Tabelle Nr.-1: Schematischer Aufbau der UNSPSC Klassifikation

Code
Hierarchie-Ebene
Erläuterung
XX
Segment
Oberbegriff und logische Zusammenfassung von Produkten
___XX
Family
eine allgemein anerkannte Gruppe mit ähnlichen Merkmalen
______XX
Class
eine Gruppe, welche die gleichen Funktionsmerkmale aufweisen
_________XX
Segment
gegenseitig austauschbare Produkte oder Dienstleistungen
____________XX
Business Function
Beschreibung der unternehmensspezifischen Funktionen des Produktes oder der Dienstleistung
XXXXXXXXXX
UNSPSC Code
kompletter, 10 stelliger UNSPSC Code


6.4.3.1 Datenstruktur
Abb.-Nr. 24: Schema der Zusammensetzung des UNSPSC Code
Abb.-Nr. 24: Schema der Zusammensetzung des UNSPSC Code

Durch die Kombination der UNSPSC-Codes der einzelnen Ebenen wird eine eindeutige Beschreibung der Produkte und Dienstleistungen ermöglicht. Das Schema soll nun anhand eines Beispiels näher erläutert werden. Die Abbildung 24 zeigt den UNSPSC-Code für die Bestellung einer Ersatztinte für einen wiederbefüllbaren Stift. An diesem Beispiel ist ersichtlich, dass jede Ebene der Hierarchie eine individuelle Zeichenkombination erhält und somit eindeutig identifizierbar ist. Die drei Grundsätze der Klassifizierung des UNSPSC bestehen aus mehreren Faktoren:

  • Ein Produkt oder eine Dienstleistung wird mit gleichartigen Produkten oder Dienstleistungen klassifiziert. Diese haben ähnliche Funktionen, Zwecke oder Aufgaben.
  • Ein Produkt wird mit den Produkten klassifiziert, die einen ähnlichen Herstellungsprozess haben
  • Wenn die ersten beiden Grundsätze nicht zutreffen, wird nach dem Ausgangsmaterial für die Herstellung des Produktes klassifiziert.

Die Anzahl der klassifizierten Produkte ist nicht starr sondern wird ständig erweitert, je nach Anforderungen des Marktes können sie von Nutzern initiiert werden. Der Anwender hat dadurch in einem gewissen Rahmen die Möglichkeit, seine Produkte nach seinen eigenen Bedürfnissen zu klassifizieren und an die Produktstruktur anzupassen. Eine Beschreibung der Produkteigenschaften oder Werte ist im UNSPSC nicht vorgesehen. Durch die Beschreibung der Produkte und Dienstleitung durch eine eindeutige Identifikationsnummer ist der weltweite Einsatz über Sprachgrenzen hinaus möglich. Es wird nur eine Übersetzungstabelle benötigt, die die Beschreibung der entsprechenden Ziffernfolgen in die Landessprache übersetzt [18] [61].

6.4.3.2 Schnittstellen

Aufgrund der eindeutigen Klassifizierung der Produkte durch eine Identifkationsnummer können die Daten einfach in ein anderes Codierungsschema überführt werden. Hierfür stehen vorgefertigte Softwareprogramme zur Verfügung, wie dies z. B. für SAP der Fall ist. Durch die weite Verbreitung des UNSPSC Klassifikation Standards sind häufig Import bzw. Exportfunktionen in der entsprechenden Applikation bereits implementiert oder es lassen sich Standarddateiformate, wie z. B. Microsoft Excel, für den Export oder Import wählen [62].

6.4.4 Besonderheiten

Innerhalb der UNSPSC Klassifikation gibt es keine vordefinierten Merkmale für die Produkteigenschaften. Beispiele für Merkmale sind Produkt- oder Typenbezeichnung bzw. Marken- oder Warenzeichen [23].

6.5 Global Product Classification

6.5.1 Entstehung und Entwicklung

Die Global Produkt Classification (GPC) ist ein Klassifikationssystem, das im Mai 2003 als anerkannter Standard den Anwendern zur Verfügung gestellt wurde und bei internationalen Einkaufs- und Beschaffungsprozessen Verwendung findet. Sie wird von der Global Standard Organisation (GS1) verwaltet und über einen kostenlosen Download zur Verfügung gestellt (http://www.ean-int.org/gsmp/kc/gpc/310809). Die Weiterentwicklung erfolgt gemeinsam mit Industrie- und Handelsunternehmen, die ihre Anforderungen in das Projekt mit einbringen [21][23].

6.5.2 Verbreitung

Der GPC ist eine international verbreitete Produktklassifikation und kann branchenübergreifend eingesetzt werden. Aufgrund der Standardisierung und Pflege der in 120 Ländern vertretenden Global Standard Organisation ist ein weltweiter Support gegeben und die Verbreitung ist dementsprechend hoch. Zurzeit ist die Klassifikation in den Sprachen englisch, holländisch, schwedisch, französisch und serbisch verfügbar. Eine deutsche Version gibt es zurzeit noch nicht, sie wird aber ausgearbeitet. Der GPC ist für die Branchen

  • Arts/Crafts/Needlework
  • Audio/Visual/Photography
  • Baby Care
  • Beauty/Personal Care/Hygiene
  • Camping
  • Clothing
  • Communications
  • Computing
  • Food/Beverage/Tobacco (FBT)
  • Footwear
  • Healthcare
  • Home Appliances
  • Homecare
  • Household/Office Furniture/Furnishings
  • Lawn/Garden Supplies
  • Music
  • Personal Accessories
  • Pet Care/Food
  • Sports Equipment
  • Textual/Printed/
  • Trade

verfügbar [21][63].

6.5.3 Aufbau

Das Global Product Classification System (GPC) ist stark an das Klassifizierungssystem UNSPSC von den Vereinten Nationen angelehnt. Es ist modular aufgebaut und untergliedert die Produkte in logische Gruppen. Das GPC besteht aus den vier optionalen Ebenen Segment, Family, Class des UNSPSC Standards und der zusätzlichen Brick-Ebene. Die Brick-Ebene lässt sich in weitere Ebenen untergliedern und kann zusätzlich mit Attributen und Attributwerten versehen werden [17].

6.5.3.1 Datenstruktur
Abb.-Nr. 25: Identifikation eines Produktes im Global Product Classification System
Abb.-Nr. 25: Identifikation eines Produktes im Global Product Classification System
Abb.-Nr. 26: Verfeinerung der Merkmale in der Brickebene
Abb.-Nr. 26: Verfeinerung der Merkmale in der Brickebene

Die Abbildung 25 zeigt den schematischen Aufbau der GPC Klassifikation am Besipiel einer Packung Milch und lässt die starke Übereinstimmung mit dem UNSPSC Klassifikationsstandard erkennen. Jede Ebene wird durch festgelegte Kriterien beschrieben. Diese wurden in Zusammenarbeit mit der Industrie erarbeitet, so dass eine eindeutige Beschreibung der Produkte und deren Klassifizierung gegeben ist. Die Ebenen Segment, Family und Class folgen dem UNSPSC Klassifizierungsmodell und sind optional verwendbar. An der Abbildung 25 wird deutlich, dass Segment, Family und Class genau der UNSPSC entsprechen und erst in der Brick-Ebene das Global Product Classification System zum tragen kommt. Die Brick-Ebene besitzt eine oder mehrere Attribute, diese beschreiben die Eigenschaften des Produktes näher, um eine möglichst feingliedrige Differenzierung durchführen zu können. Die Produkte werden durch eine achtstellige, individuelle Kennziffer eindeutig beschrieben. Das nicht näher beschriebene Produkt "Milch" würde den Brick-Code 10000025 bekommen. Da Milch aber noch in Untergruppen wie Herkunft, Haltbarkeit usw. weiter differenziert werden kann, ist es in GPC vorgesehen, sowohl Brick-Attribute als auch Brick-Werte hinzufügen zu können [17]. Ein Beispiel zeigt Abbildung 26. Die Abbildung zeigt das Beispiele der Milch und welche Möglichkeiten für die nähere Beschreibung durch Attribute und Attributwerte möglich sind. Sowohl die Brick-Attribute, die eine grobe Differenzierung der Milchsorten ermöglicht, als auch die Attributwerte die eine feine Differenzierung ermöglicht, werden durch eine achtstellige Kennzahl beschrieben. Milch mit vollem Fettgehalt bekäme somit den Code 30001082 [64]. Auf ihrer Internetseite stellt die GS1 Organisation einen sogenannten GPC Browser zur Verfügung (http://www.gs1.org/1/productssolutions/gdsn/gpc/browser/index.html), mit dessen Hilfe die Identifikationsnummern aller im Klassifikationsstandard vorhandenen Produkte mit ihren Brick-Attributen und Brick-Werten gesucht werden können. Hier werden neben kurzen Beschreibungen auch die Identifikationsnummern aufgeführt. Es lassen sich hiermit sowohl scharfe als auch unscharfe Suchen innerhalb der Brickebene durchführen [63].

6.5.3.2 Schnittstellen

Die Klassifizierung liegt in XML oder als Microsoft Excel Datenformat vor und kann somit in jedes Katalogsystem mit Importschnittstelle für Excel importiert werden. Es besteht eine enge Verzahnung mit dem ebenfalls von der GS1 betreuten Global Data Synchronisation Network (GDSN). Dieser erlaubt eine weltweite Synchronisation von Produktdaten zwischen GDSN konformen Datenpools [64].

6.5.4 Besonderheiten

Es besteht eine enge Verknüpfung mit dem Global Data Synchronisation Network der Global Standard Organisation (GS1) und allen weiteren Standards der Global Standard Organisation. Es gibt Bestrebungen das GPC weiter an das UNSPSC anzugleichen. Beide werden von der Global Standard Organisation betreut und weiterentwickelt [64].

7 Vergleich der Klassifikationssysteme

Der Übersichtlichkeit wegen erfolgt der Vergleich in einer Tabelle.

Es gibt trotz vieler Bemühungen zur Harmonisierung durchaus Unterschiede zwischen den Klassifikationssystemen: so ist ETIM z. B. nur in der Elektrobranche vertreten, während proficl@ss nicht alle Geschäftsprozesse abdeckt. UNSPSC bietet offenbar keine Möglichkeit der Zertifizierung, deckt dafür aber wirklich alle Bereiche ab. Teilweise gibt es Unterschiede in der Mitgliedschaft bzw. in der Möglichkeit Änderungen einzureichen.

Besonders sei im Rahmen dieses Vergleichs jedoch auf die Links zu den jeweiligen Online-Browsern der Systeme hingewiesen – hier besteht meist die Möglichkeit direkt durch die hinterlegte Klassenstruktur zu navigieren und so die inhaltliche Abdeckung zu vergleichen.


Tabelle Nr. 2: Schematischer Vergleich der Klassifikationssysteme

ecl@ss
ETIM
GPC
UNSPSC
proficl@ss
Gründung
Mitte der 90er / 2000
2000
2003
1998 (2003 GS1)
2002
Kooperation
ETIM
eCl@ss, proficl@ss, Instalnet NL, ELDAS Schweiz
inhaltliche Abdeckung
viele Sektoren
Elektrobranche
viele Sektoren
alle Sektoren
viele Sektoren
Prozessorientierung
Beschaffung/Einkauf, Vertrieb, Fertigung/Produktion
Beschaffung/Einkauf, Vertrieb, Fertigung/Produktion
Beschaffung/Einkauf, Vertrieb, Fertigung/Produktion
Beschaffung/Einkauf, Vertrieb, Fertigung/Produktion
Beschaffung/Einkauf (bedingt), Vertrieb, -/-
Grafik zum Aufbau
Abb.-Nr. 19: ecl@ss Struktur
-wie ecl@ss, nichts eigenes-
Abb.-Nr. 25: Identifikation eines Produktes
Abb.-Nr. 24: Schema der Zusammensetzung
Abb.-Nr. 22: Hierarchie von proficl@ss
Organisation
ecl@ss e.V.
etim e.v.
GS1 Germany GmbH
GS1 US
proficl@ss int. E.v.
Möglichkeit zur Mitarbeit
offener Verein
offener Verein
offener Standard
offener Standard
offener Verein
Änderungsprozess
Einreichung von Änderungsvorschläge (jeder), Mitarbeit in Fachgruppen, Qualitätssicherung durch Änderungsaussschuss
Änderungsdienst in versch. Arbeitsgruppen
Einreichung von Änderungsvorschläge (jeder), Globaler Standards Management Process von GS1
Einreichung von Änderungsvorschläge (Mitglieder), elektronischer Prozess
Einreichung von Änderungsvorschläge (jeder)
Zertifizierung
durch Kooperationspartner, Tools vorhanden
durch ext. Dienstleister, Tools vorhanden
Datenpools werden GDSN zertifiziert, durch ext. Dienstleister mögl.
- / -
durch ext. Dienstleister, Tools vorhanden
Länderstruktur
Europa (Deutschland), Asien, USA
Kooperation mit Instalnet NL, ELDAS Schweiz, seit 2008 ETIM international (vorrangig Europa)
international (120 Länder)
international
Deutschland, Österreich
Verfügbarkeit
download
download
download
download
download
Nutzungsbedingung
frei verfüg- und nutzbar
frei verfüg- und nutzbar
frei verfüg- und nutzbar
frei verfüg- und nutzbar
frei verfüg- und nutzbar
Onlinebrowser

8 Fazit

Klassifikationsstandards sind die Basis für den effizienten, elektronischen Datenaustausch zwischen Geschäftspartnern. Ihre Aufgabe ist die Beschreibung und Gruppierung von Produkten und Dienstleistungen nach Produkteigenschaften und -daten. Neben der Vereinfachung der elektronischen Datenübermittlung, ermöglicht ein Klassifikationssystem die Vereinheitlichung von Begriffen bei der Beschreibung durch die Produktmerkmale und die systematische und automatisierte Suche nach Produkteigenschaften innerhalb des Klassifizierungssystems. Durch die Vereinfachung und Automatisierung der Geschäftsprozesse wird eine Kostenreduzierung erreicht und die Produktvergleichbarkeit für den Kunden erhöht. Klassifizierungssysteme werden ergänzt durch Transaktions- und Katalogstandards, durch die ein Großteil des elektronischen Geschäftsprozesses abbildet wird. Klassifizierungssysteme stellen die Grundlage für ein Katalogsystem dar, wobei es in einigen Fällen schwierig ist, diese eindeutig voneinander abzugrenzen, da der Übergang oft fließend ist. Es gibt eine Vielzahl von Klassifikationsstandards, die teilweise nur in einzelnen Branchen oder Ländern zum Einsatz kommen und wenig Verbreitung finden. Einige Beispiele für international gebräuchliche Standards sind eCl@ss, GPC, UNSPSC, ETIM und proficl@ss. Durch die Vielzahl der Systeme kommt es zu Kompatibilitätsproblemen innerhalb der Geschäftsprozessabwicklung, da die unterschiedlichen Standards nicht aufeinander abgestimmt sind. Eine bessere Kompatibilität versucht man durch Konverter und standardisierte Schnittstellen zu gewährleisten, was aber nicht immer gelingt. Trotz der ständigen Weiterentwicklung einzelner Klassifikationssysteme geht der Trend zum Zusammenschluss und der Angleichung verschiedener Standards. So gibt es Bestrebungen, sowohl ETIM und proficl@ss in eCl@ss zu überführen, als auch GPC und UNSPSC aneinander anzugleichen. In Zukunft wird es immer wichtiger werden, einen über Branchen hinweg einheitliches Klassifikationssystem gerade für internationale Geschäftsprozesse zur Verfügung zu stellen, welches an die Katalog- und Transaktionsstandards angepasst ist. Oder die einzelnen Klassifikationssysteme soweit aneinander anzupassen, dass sie über universelle Schnittstellen miteinander harmonieren. Weiterführende Funktionen der Klassifikationssysteme sind in der Entwicklung. So wird z. B. bei eCl@ss eine direkte Anbindung der Klassifikationsdaten an CAD-Systeme erprobt. Somit sind und werden Klassifikationsstandards ein wichtiger Baustein bei den elektronisch automatisierten Geschäftsprozessen im Bereich Business to Business und der Produktion. Sie werden in Zukunft nicht nur in Großkonzernen, sondern auch in mittleren und kleinen Unternehmen Verwendung finden.

9 Fußnoten

  1. entnommen Prozeuss (2009)
  2. entnommen eCl@ss (2007)
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 entnommen OAGIS (2005)
  4. 4,0 4,1 entnommen GS1 (2006)
  5. entnommen GS1 (2007c)
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 6,5 entnommen cXML (2009)
  7. 7,0 7,1 entnommen Schmitz, Leukel, Kelkar (2005)
  8. 8,0 8,1 entnommen msdn.microsoft.com (2009)
  9. 9,0 9,1 entnommen gspsc.org (2009a)
  10. 10,0 10,1 10,2 10,3 10,4 entnommen gspsc.org (2009b)
  11. 11,0 11,1 11,2 11,3 11,4 entnommen Arnett, Steven E. (2009)
  12. entnommen DSP Journal (2005)
  13. 13,00 13,01 13,02 13,03 13,04 13,05 13,06 13,07 13,08 13,09 13,10 13,11 entnommen eCl@ss (2009)
  14. 14,0 14,1 14,2 14,3 14,4 14,5 14,6 entnommen ETIM (2009)
  15. Zvei (2008)
  16. 16,0 16,1 Gspsc.org (2009c)
  17. 17,0 17,1 17,2 entnommen GS1 (2005)
  18. 18,0 18,1 18,2 nach Grenada Research (2001)
  19. vgl. Otto (2002)
  20. 20,0 20,1 20,2 20,3 20,4 vgl. ZVEI (2009)
  21. 21,0 21,1 21,2 21,3 vgl. Prozeus (2009)
  22. vgl. eCl@ss (2007)
  23. 23,0 23,1 23,2 23,3 23,4 vgl. Aisch, Dehne et al. (2008)
  24. 24,0 24,1 vgl. DINsml.net (2009)
  25. vgl. Klein (2001)
  26. vgl. United Nation (1997)
  27. vgl. Pozeus (2009b)
  28. vgl. Rowell (2003)
  29. vgl. GS1 (2009a)
  30. 30,0 30,1 vgl. GS1 (2008)
  31. vgl. GS1 (2009c)
  32. vgl. GS1 (2009d)
  33. vgl. BMEcat (2008)
  34. vgl. Gausemeier, Hahn et al. (2006)
  35. 35,0 35,1 vgl. Pastoors, Kelkar, Schmitz (2001)
  36. vgl. Schmitz, Leukel, Kelkar (2005)
  37. vgl. Schmitz, Leukel, Kelkar (2005b)
  38. 38,0 38,1 Exxeta (2009)
  39. 39,0 39,1 vgl. Inubit (2008)
  40. vgl. Osec (2009)
  41. vgl. ECCMA (2009)
  42. vgl. Spring, Grisham et al. (2009)
  43. vgl. eclass (2009)
  44. BMWI (2007)
  45. vgl. eCl@ss 2009-1
  46. BMWI (2006)
  47. vgl. eCl@ss 2009 PDF-2
  48. vgl. gspsc.org (2009c)
  49. 49,0 49,1 vgl. Klassifikationsstandard (2009)
  50. vgl. Proficlass.org (2010)
  51. vgl. 4mediaselling.de (2009)
  52. vgl. Proficlass.de (2010)
  53. vgl. proficlass.org (2009)
  54. 54,0 54,1 vgl. Handwerkermarkt.de (2009)
  55. vgl. Uni-protokolle.de (2002)
  56. vgl. Proficlass.org (2008)
  57. vgl. Rönsch, Jürgen (2008)
  58. vgl. UNSPSC(2009)
  59. vgl. GS1 (2009e)
  60. vgl. GS1 (2009f)
  61. vgl. UNDP (2004)
  62. vgl. UNSPSC (2009b)
  63. 63,0 63,1 vgl. GS1 (2009b)
  64. 64,0 64,1 64,2 vgl. GS1 (2009g)

10 Literatur- und Quellenverzeichnis

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