Kommerzielle Dienste für Connected Cars
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Dortmund |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Prof._Dr._Uwe_Kern |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | Connected Cars |
| Autor(en): | Nikolaus Hagenkamp, Dennis Stalitza, Martin Riese |
| Studienzeitmodell: | Abendstudium |
| Semesterbezeichnung: | |
| Studiensemester: | 2 |
| Bearbeitungsstatus: | begutachtet |
| Prüfungstermin: | |
| Abgabetermin: | |
Inhaltsverzeichnis |
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
| ABS | Antiblockiersystem |
| ANPR | Automatic Number Plate Recognition |
| BAB | Bundesautobahn |
| BAG | Bundesamt für Güterverkehr |
| C2C | Car-to-Car |
| C2I | Car-to-Infrastucture |
| CFPD | Cellular Floating Phone Data |
| DSRC | Dedicated Short Range Communication |
| ESP | Elektronisches Stabilitätsprogramm |
| ETC | Elektronic Toll Collection |
| GPRS | General Packet Radio Service |
| GPS | Global Positioning System |
| GSM | Global System for Mobile Communications |
| IMAP | Internet Message Access Protocol |
| ITS | Intelligent Transport Systems |
| OBU | On-Board Unit |
| POI | Point of Interest |
| POP3 | Post Office Protocol Version 3 |
| PPP | Public Private Partnership |
| RFID | Radio Frequency Identification |
| SIM | Subscriber Identity Module |
| SMS | Short Message Service |
| TA | Timing Adcance |
| TMC | Traffic Massage Channel |
| UMTS | Universal Mobile Telecommunications System |
| V2I | Vehicle-to-Infrastructure |
| V2V | Vehicle-to-Vehicle |
| WLAN | Wireless Local Area Network |
2 Abbildungsverzeichnnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
| 1 | Auswertung der Timing Advance |
| 2 | Mauteinnahmen und Ausgaben Autobahnmaut Deutschland |
| 3 | Toll Booth 1844 |
| 4 | Toll Booth 2004 |
| 5 | Q-free Systems |
| 6 | Mauteinnahmen und Ausgaben City-Maut London |
| 7 | Mautaufkommen im Jahr 2008 nach Zahlungsmittel |
3 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Quelle |
| 1 | Dienste der Fahrzeughersteller |
| 2 | TomTom Dienste |
| 3 | Eckdaten Prozess-Simulator |
| 4 | Schadstoffklassen LKW Maut |
| 5 | Kosten der Schadstoffklassen der LKW Maut |
| 6 | City-Maut Gebühren |
| 7 | Aktuell angebotene kommerzielle Dienste im Überblick |
4 Einleitung
Der technische Fortschritt der Automobilindustrie schreitet immer weiter voran. Fahrzeuge werden schneller, sicherer und vor allem intelligenter. Technische Accessoires wie ABS (Antiblockiersystem, englisch: Antilock Braking System), ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm), GPS (Global Positioning System)-Navigation, usw. sorgen heutzutage schon für ein sicheres und erleichterndes Fahrgefühl. Die höchste Priorität der Automobilindustrie genießt allerdings schon lange nicht mehr das Fahrzeug selbst, sondern dessen Insassen. So wird mit Hilfe von modernen Konzepten und Herstellungsverfahren von Fahrzeugen für immer mehr Sicherheit, Komfort, Wohlgefühl und Entertainment gesorgt. Anhand diverser Schnittstellen, wie beispielsweise Bluetooth-Handyverbindungen und einem Internetzugang, lassen sich einige Fahrzeuge bereits jetzt schon zum kompletten Büro umrüsten. Doch der Begriff "Connected Cars" geht noch einen Schritt weiter und lässt nicht nur den Fahrer mit seinem Fahrzeug kommunizieren, sondern sorgt auch für eine Kommunikation zwischen den Fahrzeugen selbst oder mit dessen Umgebung. Auch in Zukunft werden sich im Themenfeld "Connected Cars" verschiedenste Anwendungsbereiche und Möglichkeiten eröffnen. Einige davon möchten wir, mit dem Fokus auf gewinnerzielende Dienste, in diesem Artikel erläutern.
5 Grundlagen
5.1 Connected Cars
Der Begriff "Connected Cars" beschreibt die technische Kommunikation von Fahrzeugen mit verschiedenen Gegenstellen. Dies betrifft nicht nur die fahrzeuginterne Kommunikation, sondern auch die Kommunikation mit anderen Fahrzeugen - C2C (Car to Car) und V2V (Vehicle to Vehicle), sowie mit dessen Infrastruktur C2I (Car to Infrastructure) und V2I (Vehicle to Infrastructure) und umgekehrt. Die Kommunikation ist in ihrem Umfang bisher nicht beschränkt. Bei Connected Cars geht es aber nicht hauptsächlich darum Daten zu übertragen, sondern diese Daten auch auszuwerten und nutzen zu können. So können diverse Informationen wie z.B. Positions- und Telemetriedaten beispielsweise direkt an einen Pannendienst weitergeleitet werden, um die eindeutige Position und die Art des Defekts eines Fahrzeuges zu erhalten, eine Vorabdiagnose durchzuführen und somit Zeit- und Kostenersparnisse zu erzielen. Mit Hilfe von "Connected Cars" kann dem Nutzer zudem ein Zugriff auf kostenfreie, als auch auf kostpflichtige Dienste ermöglicht werden. Darunter fallen beispielsweise der Abruf von Stauprognosen, eine Parkplatzsuche, Buchungsoptionen, Tankstellenbezahlung, Kartenreservierungen oder E-Mail-Dienste.
- Dieser Artikel beschäftigt sich mit den kommerziellen Diensten, die in der Vergangenheit angeboten wurden, derzeit angeboten werden oder in Zukunft angeboten werden könnten.
- Dieser Artikel berücksichtigt nicht die bereits existierende oder zukünftige landwirtschaftliche Nutzung und dessen Dienste, da dies keine Autos (Cars) im eigentlichen Sinne sind und die Umfangsanforderung (maximal 30 Seiten) ansonsten nicht eingehalten werden können.
5.1.1 Telematik
Der Begriff "Telematik" und seine Bedeutung setzen sich zusammen aus Telekommunikation und Informatik, und beschreibt die Kommunikationstechnik zwischen mindestens zwei Systemen mit Hilfe von Telekommunikation.[1]
Spezialisierung: Verkehrstelematik:
Die Verkehrstelematik oder auch ITS (Intelligent Transport Systems) steht als Oberbegriff für das gesamte Zusammenspiel zwischen Fahrzeug und Telekommunikationstechnologie. Ziel der Verkehrstelematik ist das Erreichen einer sicheren, effizienteren und ökologischeren Infrastruktur, anhand von Sicherheitssystemen (z.B. Stauerkennung auf Autobahnen oder variable Geschwindigkeitsbegrenzungen), Verkehrsleitsystemen (z.B. verkehrsabhängige Leuchtzeichensteuerung) und Logistiksystemen (z.B. Maut-Systeme) und Fahrzeugkommunikation.
5.1.2 Kommunikationsziele
Je nach Dienstleistung und dem entsprechenden Kommunikationsziel, wird zwischen drei Kommunikationswegen unterschieden:
- Fahrzeugintern,
- Fahrzeug zu Fahrzeug und
- Fahrzeug zu Dienstleister.
5.1.2.1 Fahrzeugintern
Die fahrzeuginterne Kommunikation umfasst die gesamte Gerätekommunikation innerhalb des Fahrzeuges, dabei werden keinerlei Informationen an Dritte (weitere Fahrzeuge, Mautstellen, etc.) weitergegeben. Zwischen schnurloser und kabelgebundener Kommunikation wird dabei nicht unterschieden. Ein weit verbreitetes Beispiel für solch eine Kommunikation, ist die Verbindung von Mobiltelefonen via Bluetooth oder Kabel mit dem Fahrzeug, die zur Verwendung der eingebauten Freisprecheinrichtung dient und dem Fahrzeugführer ein sichereres und unkomplizierteres Telefonieren während der Fahrt ermöglicht. Modernere Navigationssysteme verwenden diese Fahrzeug-Mobiltelefon-Verbindung aber auch zur Informationsbeschaffung via UMTS/GPRS und können somit, im Vergleich zu TMC (Traffic Message Channel), schneller und weltweit auf detailtiefere Informationen zugreifen wie beispielsweise: routenrelevante POIs (Points of Interest), aktuelle Wetterdaten, Sonnenstunden, sowie aktuelle Baustellen, Straßensperrungen und ggf. vorangekündigte Einschränkungen im Straßenverkehr (z.B. Schwertransporte, etc.). Doch nicht nur die Kommunikation und die Navigation sind Ziele der fahrzeuginternen Kommunikation, sondern auch das Entertainment wird erleichtert. So trägt beispielsweise die Kommunikation zwischen MP3-Player und Fahrzeug dazu bei, sein gesamtes Musikrepertoire im Fahrzeug genießen zu können. Eine Liste von Fahrzeugherstellern, die eine iPod-Schnittstelle anbieten, finden Sie unter folgenden Link: http://www.apple.com/de/ipod/car-integration
5.1.2.2 Fahrzeug zu Fahrzeug
Die Fahrzeug zu Fahrzeug oder auch Car-to-Car-Kommunikation beschreibt die Kommunikation der Fahrzeuge untereinander. Dies bezieht sich in erster Linie auf die Sicherheit im Strassenverkehr und der Insassen und ermöglicht beispielsweise das Warnen von umgebenen oder nachfolgenden Fahrzeugen vor nahen Verkehrsstörungen oder anderen schwer vorhersehbaren Gefahren (z.B. Glätte, Aquaplanning, etc.). Ein aktiver Eingriff in das Fahrverhalten ist zur Zeit nicht vorgesehen.[2] Diese Kommunikation erfolgt kabellos entweder via Internetverbindung oder direkt mit anderen Fahrzeugen.
Hierzu sammelt das sendende Fahrzeug alle relevanten Informationen wie die GPS-Position und die sämtlicher Sensoren (z.B. Regensensor, Geschwindigkeitsmesser, Außentemperaturfühler, ABS-, ESP-Status, etc.) und sendet diese an die umgebenen Fahrzeuge weiter. Diese werten die empfangenen Daten aus, senden Sie weiter und warnen den Fahrer vor potentiellen Gefahren auf seiner Route.
Hierzu zwei Anwendungsbeispiele:
- Beispiel 1: Die Sensoren melden eine erhöhte Scheibenwischer-Aktivität und eine geringere Geschwindigkeit. Daraus lässt sich für die umgebenen Fahrzeuge eine erhöhte Rutschgefahr interpretieren und der Fahrer wird vor dieser Gefahr rechtzeitig gewarnt.[3]
- Beispiel 2: Die Sensoren melden eine plötzliche und rapide Geschwindigkeitsminderung mit anschließender sehr geringer Geschwindigkeit auf der Autobahn. Daraus lassen sich für nachfolgende Fahrzeuge Stauwarnung in Echtzeit interpretieren und somit Auffahrunfälle vermeiden.
5.1.2.3 Fahrzeug zu Dienstleister
Der Begriff "Fahrzeug zu Dienstleister" beschreibt die direkte Kommunikation zwischen dem Fahrzeug und einen Dienstleister. Dies ermöglicht dem Fahrer, die für ihn wichtigsten Dienste überall und direkt von seinem Fahrzeug heraus in Anspruch zu nehmen. Dies kann beispielsweise das Auflisten freier Parkplätze des Reiseziels sein oder eine Verbindung mit der Vertragswerkstatt, die über den aktuellen Stand des Fahrzeuges, dessen Technik und dem Zustand der Verschleißteile informiert wird und sich ggf. direkt an den Fahrer oder Halter wendet, um einen Inspektionstermin zu vereinbaren. [4] Doch in erster Linie muss allerdings erst eine Verbindung zwischen dem Fahrzeug und dem Internet bestehen. Hierzu werden die gängigsten Mobilfunkverbindungen (UMTS, GPRS, etc.) oder aber auch WLAN (Wireless Local Area Network) verwendet. Die "Fahrzeug zu Dienstleister"-Kommunikation bietet das breiteste Anwendungsspektrum und die größten Potentiale, da keinerlei räumliche Begrenzung existiert. Vor allem in den kommerziellen Bereichen eröffnen sich somit neue Möglichkeiten für Produkte und Dienste zu vermarkten.
6 Kommerzielle Dienste
In diesem Kapitel werden kommerzielle Dienste, die schon umgesetzt sind oder waren beschrieben. Diese gliedern sich in fahrzeugherstellerabhängige und fahrzeugherstellerunabhängige Dienste. Es werden grundsätzlich die Aspekte Beschreibung, Zielgruppe und Kosten für den Nutzer je Dienst betrachtet.
6.1 Fahrzeughersteller
In diesem Abschnitt werden die Dienste, die von Fahrzeugherstellen kostenpflichtig bereitgestellt werden, beschrieben. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der angebotenen Dienste:
Tabelle 1: Dienste der Fahrzeughersteller
| Hersteller | Dienstname |
| Audi | Telematic |
| Audi | Online Dienste |
| BMW | Online |
| BMW | Assist |
| BMW | TeleServices |
| BMW | Internet im Fahrzeug |
| Mercedes Benz | Tele-Aid |
| Volvo | On Call |
6.1.1 Audi
Telematic
Beschreibung:
Die Audi Telematic ist eine Funktion, die im Notfall automatisch Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr alarmiert. Dabei wird automatisch die Position des Fahrzeugs an ein Audi Call Center weitergegeben, dass sofort Kontakt zum Insassen aufnimmt und die Koordination der alamierten Kräfte übernimmt.
Zielgruppe:
Alle Fahrer eines Audis.
Kosten:
ca. 1600 Euro als einmalige Sonderausstattung, zwei Jahre Kostenfrei, dann ca. 180 € p.a.
Der Dienst wird von Audi nicht mehr Angeboten, so dass keine aktuellen Preise ermittelt werden konnten.
Audi Online Dienste [5]
Beschreibung:
Voraussetzung für die Nutzung der Audi Online Dienste sind die Ausstattungen MMI (-Touch) und die Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie die Anmeldung bei myAudi. Bei myAudi handelt es sich um ein Webportal, welches Daten wie z.B. Servicedaten oder Adressen in das Fahrzeug übertragt. Dadurch kann eine Routenplanung z.B. über Googlemaps von zuhause aus erfolgen und anschließend in das Fahrzeug übertragen werden.
Wetter:
Mit dem Audi Online Dienst können aktuelle Wetterdaten heruntergeladen werden.
Navigationsunterstützung:
Es können verschiedene POIs gesucht und als Ziel in das Navigationssystem übertragen werden. Dazu kann mit Hilfe eines Freitextfeldes nach diversen Begriffen z.B. "Schuhgeschäft" gesucht werden oder vorgegebene POIs, wie z.B. Sehenswürdigkeiten, genutzt werden.
Außerdem ist es möglich Satellitenfotos von Google Earth, sowie 3D Straßendarstellungen anzuzeigen.[6]
Nachrichten:
Aktuelle Nachrichten können ebenfalls übertragen werden.
Zielgruppe:
Alle Fahrer eines Audis.
Kosten:
Einmalige Sonderausstattung ca. 390€ (Modell: A8), anschließend Mobilfunkkosten, providerabhängig.
6.1.2 BMW
BMW Assist[7]
Beschreibung:
BMW beschreibt den BMW Assist Dienst als den "perfekten Reisebegleiter" [8]. Unter anderem überwacht dieser die Verkehrslage, hilft bei einer Panne, sucht z.B. Parkplätze und Tankstellen oder stellt Wetterdaten bereit.
Auskunftsdienst:
Der BMW Auskunftsdienst hilft bei der Ermittlung von Adressen und Telefonnummern und überträgt diese direkt in das Fahrzeug, so dass dort zu dieser Adresse navigiert werden kann, bzw. die Telefonnummer angerufen werden kann, sofern ein Telefon vorhanden ist. Weiterhin können andere POIs, wie z.B. Apotheken, Parkhäuser oder Geldautomation gefunden werden. Von herkömlichen Navigationsgeräten setzt sich dieser Dienst dadurch ab, dass erweiterte Informationen, wie z.B. die Anzahl der freien Parkplätze im Parkhaus oder Fluginformationen zur Verfügung stehen. Es handelt sich hierbei um ein CallCenter von BMW, dass diese Anfragen bearbeitet.
Ein weiterer wichtiger Dienst ist, dass im Falle des einschließen des Schlüssels im Fahrzeug, dieses Fernentriegelt werden kann. Natürlich ist auch eine Fernverriegelung möglich.
Pannenhilfe:
Mit Hilfe eines GPS-Geräts kann im Fall einer Panne der Standort des Fahrzeugs übermittelt werden und auf diese Weise die Pannenhilfe koordiniert werden. Sobald ein Aufprall im Fahrzeug mit einer bestimmten Stärke erfolgt sendet das Fahrzeug automatisch einen Notruf. Hier werden neben der Position auch die im Fahrzeug befindlichen Personen und die Airbag Zustände übertragen. Gleichzeitig wird eine Sprachverbindung zwischen ein BMW Call Center und dem Fahrzeug hergestellt.
Navigationsunterstützung:
Durch die Verbindung mit über 4000 an deutschen Autobahnen vorhandenen Sensoren, kann das Navigationssystem sehr zeitnah und vor allem schneller als die über TMC übertragenen Daten, auf Verkehrsstörungen reagieren.
PC-Synchronisation:
Über BMW Assist lassen sich wichtige Daten vom PC an den BMW senden. Diese Daten können anschließend im Navigationssystem oder im Autotelefon weiterverwendet werden. Auch Adressen von Google Maps lassen sich übertragen.
Wettervorhersage:
Das System gibt das aktuelle bzw. zukünftige Wetter wieder.
Zielgruppe:
Die Zielgruppe für diesen Dienst ist aufgrund des Funktionsumfangs nicht näher einzuschränken. Der Auskunftsdienst ist vor allem für Vielreisende gedacht, die sich öfter in unbekannter Umgebung zurecht finden müssen.
Voraussetzungen:
Radio Professional inkl. Handyvorbereitung Bluetooth.
Kosten:
6 Monate Kostenfrei, dann 170,00 € p.a.
BMW Online[9]
Beschreibung:
Bei BMW Online handelt es sich um ein mobiles Internetportal. Zentraler Aspekt dieses Dienstes sind standortbasierte Anwendungen. Die aktuelle Position des Fahrzeugs wird übertragen und danach die angebotenen Services gefiltert. Es ist möglich diese zu personalisieren.
Routeninformationen:
BMW Online bietet die Möglichkeit das Kulturgut, Hotels und Restaurants und die Sehenswürdigkeiten entlang der Navigationsroute zu erkennen und diese anzuzeigen und ggf. in die Route zu integrieren. Weiterhin ist die Google Branchensuche und Länderinformationen für Fahrten ins Ausland integriert.
Mobiles Büro:
E-Mails können im Fahrzeug gelesen, bearbeitet und beantwortet werden. Dazu wird ein eigener POP3 (Post Office Protocol Version 3) oder IMAP (Internet Message Access Protocol) E-Mail-Account angelegt und synchronisiert. Es ist möglich Textbausteinen zu hinterlegen, um E-Mails zu beantworten und Kontakte z.B. aus dem Mobiltelefon zu bearbeiten. Der Abruf des Postfachs ist sowohl innerhalb des BMWs, als auch auf einem PC möglich.
Wettervorhersage:
Das System gibt das aktuelle bzw. zukünftige Wetter wieder.
Zielgruppe:
Auch bei diesem Dienst gibt es keine besonders abgrenzbare Zielgruppe.
Voraussetzungen:
Nur in Verbindung mit BMW Assist, inkl. Teleservice erhältlich.
BMW Navigationssystem Professional inkl. Handyvorbereitung Bluetooth oder
BMW Navigationssystem Business inkl. Handyvorbereitung Bluetooth.
Kosten:
Mit BMW Navigationssystem Professional inkl. Handyvorbereitung Bluetooth 3 Jahre Kostenfrei, dann 250,00€ p.a., oder
mit BMW Navigationssystem Business inkl. Handyvorbereitung Bluetooth 6 Monate Kostenfrei, dann 250,00€ p.a.
Die angegebenen Preise verstehen sich als Komplettpreise, dies beinhaltet BMW Assist inkl. Teleservice und BMW Online.
BMW TeleServices
[10]
Beschreibung:
BMW TeleServices ist ein von BMW angebotener Wartungsdienst, mit dem automatisch Fahrzeugdaten an einen BMW Service Partner übermittelt werden. Dieser Partner setzt sich dann mit dem Fahrer z.B. telefonisch in Verbindung, um mit ihm die nötigen Wartungsschritte zu besprechen und Termine zu vereinbaren. Außerdem können im Fall einer Panne alle relevanten Daten per Knopfdruck an die BMW Pannenhilfe übermittelt werden. Außerdem kann Unterstützung direkt per Fernwartung angeboten werden, um Probleme direkt zu lösen.
Zielgruppe:
Keine besondere Zielgruppe.
Voraussetzungen:
Kann nur in Verbindung mit BMW Assist genutzt werden.
Voraussetzungen sind daher die gleichen wie für BMW Assist.
Kosten:
Wenn BMW Assist gebucht wird, ist BMW TeleServices kostenfrei.
BMW Internet
[11]
Beschreibung:
Dieser Service ermöglicht es, im BMW mit Hilfe der integrieten Steuerung und dem vorhandenen Bildschirm im Internet zu surfen.
Zielgruppe:
Keine besondere Zielgruppe.
Voraussetzungen:
BMW Navigationssystem Professional inkl. Handyvorbereitung Bluetooth.
Kosten:
Flatrate: 150,00€ p.a.
6.1.3 Mercedes Benz
Tele-Aid[12]
Beschreibung:
Der von Mercedes Benz als Tele-Aid bezeichnete Dienst umfasst eine großen Funktionsumfang, der sich in zwei Bereiche gliedern lässt: Security & Care Package und Luxury & Convenience Package. Beide Pakete werden in Deutschland nicht mehr Angeboten.
Das Security & Care Package beinhaltet:
- Automatische Kollsionserkennung
- Notruf per SOS-Knopf
- Roadside Assistance: Verbindung mit einem Call Center zur Unterstützung bei jeglichen Problemen im Umgang mit dem Fahrzeug.
- Anti-Diebstahl Alarm Benachrichtigung: Der Besitzer bekommt 30 Sekunden nach dem Auslösen des Alarms eine Nachricht per Telefon, E-Mail oder per Textnachricht.
- Informations Service: Informationen über das Fahrzeug werden bereitgestellt.
- Stolen Vehicle Recovery: Auffinden von gestohlenen Fahrzeugen per GPS.
- Verbindung zur Werkstatt: Verschleiß- und Fahrzeuginformationen werden übertragen.
- Fernentriegelung
- Fernverriegelung
- Operator-Delivered Navigation Services: Unterstützung von einem Call Center Mitarbeiter bei der Navigation.
- Cross Country Perks: Informationen über Sonderangebote im gesamten Land.
- Enhanced Traffic Services: Erweiterung des TMC Dienstes um weitere Verkehrsnachrichten.
Das Luxury & Convenience Package bietet:
- Automatische Kollsionserkennung
- Notruf per SOS-Knopf
- Roadside Assistance: Verbindung mit einem Call Center zur Unterstützung bei jeglichen Problemen im Umgang mit dem Fahrzeug.
- Anti-Diebstahl Alarm Benachrichtigung: Der Besitzer bekommt 30 Sekunden nach dem Auslösen des Alarms eine Nachricht per Telefon, E-Mail oder per Textnachricht.
- Informations Service: Informationen über das Fahrzeug werden bereitgestellt.
- Stolen Vehicle Recovery: Auffinden von gestohlenen Fahrzeugen per GPS.
- Verbindung zur Werkstatt: Verschleiß- und Fahrzeuginformationen werden übertragen.
- Fernentriegelung
- Fernverriegelung
- Operator-Delivered Navigation Services: Unterstützung von einem Call Center Mitarbeiter bei der Navigation.
- Cross Country Perks: Informationen über Sonderangebote im gesamten Land.
- Operator-Delivered Traffic: Unterstützung bei der Verkehrseinschätzung durch einen Call Center Mitarbeiter
- Concierge Services: Unterstützung durch einen Call Center Mitarbeiter, der 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr verfügbar ist, um bei der Buchung von Hotels oder Flügen, bei der Reservierung von Tickets o.ä. behiflich ist.
Zielgruppe:
Alle Mercedes Benz Kunden.
Kosten:
Einmalige Mehrkosten als Sonderausstattung, keine laufenden Kosten. Da der Dienst in Deutschland nicht mehr angeboten wird, können keine aktuellen Kosten ermittelt werden.
6.1.4 Volvo
On Call[13]
Volvo On Call bezeichnet die folgenden Dienste:
Notruf:
Sobald ein Airbag oder ein Gurtstraffer ausgelöst wurde, wird automatisch eine Verbindung mit einem Volvo On Call Service-Center hergestellt. Dieses ermittelt mit Hilfe von Volvo Assistance den Standort und unternimmt weitere Schritte, wie z.B. Benachrichtigung von Polizei und Notarzt.
Fahrzeugfernentriegelung:
Mit Hilfe der Fahrzeugfernentriegelung kann im Bedarfsfall das Fahrzeug von Volvo aufgeschlossen werden.
Volvo Assistance:
Volvo Assistance bezeichnet die automatische Ortung des Fahrzeuges via GPS im Fall einer Panne.
Diebstahlalarm & Fahrzeugortung:
Im Falle eines Einbruchs in das Fahrzeug wird automatisch das Volvo On Call Service-Center benachrichtigt. Dieses Versucht den Fahrzeughalter zu kontaktieren und informiert ggf. und falls dies nicht gelingt, anschließend die Polizei.
Zielgruppe:
Alle Volvo Kunden.
Kosten:
Sonderausstattung je nach Modell ca. 1000€.
6.2 Fahrzeugherstellerunabhängig
In diesem Abschnitt werden kostenpflichtig bereitgestellte Dienste, von Anbietern, die keine Fahrzeughersteller sind, beschrieben.
6.2.1 Privatwirtschaftlich
6.2.1.1 TomTom
In diesem Abschnitt werden erweiterte Dienste zur Fahrzeugnavigation anhand des Beispiels von TomTom beschrieben. Dabei werden grundsätzlich die Aspekte Beschreibung und Kosten für den Nutzer betrachtet. Als Zielgruppe werden Interessenten aus dem privaten Bereich, in der Regel Vielfahrer, sowie aus dem kommerziellen Bereich Angestellte und Selbstständige, für die Flottennavigationslösungen wie TomTom Work zu umfangreich sind, angenommen. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der angebotenen Dienste. Im Anschluss werden drei Dienste beschrieben.
Tabelle 2: TomTom Dienste
| Services | LIVE Services |
| Verkehrsinfo | HD Traffic |
| Radarkameras | Sicherheitswarnungen |
| Hotelbuchungen | Kraftstoffpreise |
| QuickGPSfix | LIVE QuickGPSfix |
| Orte von Interesse | Lokale Suche mit Google |
| Routen | Wetter |
| Stimmen | |
| Hörbucher | |
| Farbschemas |
Quelle: TomTom International BV [14]
Allen TomTom Diensten liegt eine Basisvernetzung des Fahrzeugs zugrunde, d.h. ein (mobiles) Navigationsgerät mit GPS-Empfänger und (aktueller) Straßenkarte müssen vorhanden sein.
Services:
Die Standarddienste von TomTom erfordern eine weitere Vernetzung der Navigationsgeräte.
Radarkameras: Die Verwendung des Radarkameradienstes erfordert die mindestens einmalige Verbindung des Navigationsgerätes mit einem internetfähigen Computer. Die Standorte der stationären Radarkameras werden ähnlich wie POI auf dem Gerät gespeichert. Über die Gerätesoftware können anschließend akustische und / oder visuelle Warnungen konfiguriert werden. Die Standortdaten werden bei TomTom zweimal wöchentlich aktualisiert, eine erneute Verbindung mit dem Computer ist nötig, um diese auf das Navigationsgerät einzupflegen. a)
Die Kosten liegen bei 29.95€ für ein Jahresabonnement.
Verkehrsinfos: Die Verwendung des Verkehrsinformationsdienstes erfordert laut TomTom "ein mit Bluetooth® ausgerüstetes Mobilfunkendgerät mit aktivierter drahtloser Datenverbindung (GPRS, UMTS, usw.)"[15]. Diese Datenverbindung ermöglicht die Übermittlung von Informationen in Echtzeit. Es werden weiterführende Informationen über Verkehrsstörungen, möglichen Verzögerungen, Alternativrouten oder gefährlichen Wetterverhältnissen übermittelt.
Die Kosten liegen bei 39,95€ für ein Jahresabonnement. Es entstehen weitere Kosten durch die mobile Datenverbindung, diese ist abhängig von Mobilfunkprovider und gewählten Tarif. TomTom verwendet eine Push-Technologie um den Datenverkehr möglichst gering zu halten.
Live Services
Die Verwendung der LIVE Dienste erfordert aktuelle Hardware. Die Geräte der LIVE Serie enthalten eine Mobilfunkeinheit und eine SIM (Subscriber Identity Module) Karte, die Verbindung mit einem externen Mobilfunkgerät wie bei den Standarddiensten ist daher nicht notwendig. Die Kosten liegen zwischen 9.95€ bei monatlicher Abrechnung und 99.95€ bei Prepaid-Option für ein Jahr. Es entstehen keine weiteren Mehrkosten durch Dritte. Die LIVE Dienste werden als Paket angeboten, d.h. für die genannten Kosten werden alle in Tabelle 1 aufgeführten LIVE Dienste zur Verfügung gestellt.
HD Traffic ist eine Weiterentwicklung der Echtzeitverkehrsinformationen. Der HD Traffic Dienst basiert auf einem Konzept das viele Datenquellen einbezieht. Der Kern dieser Datenerhebung ist ein CFCD (Cellular Floating Phone Data) System welches durch GPS-gestützte Daten (der TomTom LIVE Geräte) und konventionellen, durch Kontaktschleifen in den Straßen erhobenen Daten, ergänzt wird. [16] Das CFCD System beruht auf TA (Timing Advance) in GSM (Global System for Mobile Communications) Netzen. "Dieser Korrekturparameter sorgt dafür, das die Aussendung der Mobilstation genau im vorgegebenen Zeitschlitz bei der Basisstation ankommt. Je größer die Entfernung zur Basisstation, desto früher muss die Aussendung der Datenpakete erfolgen, um die Laufzeit der Datenpakete auszugleichen."[17]
Wie aus Abbildung 1 zu entnehmen ist, liefert TA für ein einzelnes, sich nicht bewegendes Mobilfunkgerät, nur die Entfernung zur Basisstation auf konzentrischen Kreisen. Eine Triangulation ist nicht möglich, da die Mobilfunkgeräte sich nur an einer Basisstation einbuchen und ein erzwungener, periodischer Wechsel der Basisstation nicht vorgesehen ist. Erst durch die Buchungsdaten bewegter Geräte in sehr hoher Anzahl lassen sich durch aufwendige Filtertechniken Bewegungsprofile erstellen. Zusätzlich werden historische, für IQ Routes erstellte Profile verwendet, welche auf 1.4 Milliarden anonymisierter GPS-Datensätze basieren. Zusammen mit den TMC Messpunkten erstellt der HD Traffic Dienst Routen und Alternativrouten, welche die aktuellen Probleme nur TMC-basierter Stauumfahrungen beheben sollen. Bedingt durch das höhere Verkehrsaufkommen und der damit einhergehenden größeren Anzahl an Datensätzen, ist dieser Dienst in Ballungsgebieten und auf Autobahnen zuverlässiger als in ländlichen Gebieten. Die Abdeckung an historischen Daten für Autobahnen und Hauptstraßen in Ballungsgebieten in Nordeuropa beträgt zwischen 95% und 100%.
6.2.1.2 On Star
[18]
Beschreibung:
Das Unternehmen On Star nimmt eine besondere Rolle ein. Es ist nicht fahrzeugherstllerabhängig im engeren Sinne, gehört aber auch nicht zu den komplett herstellerunabhängigen Dienste, denn es bietet für einige Marken[19] seine Dienste an. Diese sind:
- Chevrolet
- Buick
- Pontiac
- GMC
- Saturn
- Hummer
- SAAB
- Cadillac
Die angebotenen Dienste lassen sich in zwei Bereiche einteilen, Safe & Sound und Directions & Connections.
Der Bereich Safe & Sound umfasst:[20]
- Automatische Unfallerkennung
- Notfall Dienste
- Asistent für höhere Gewalt
- Assitent for gestohlene Fahrzeuge inkl. Züdungsblockade und Fahrzeugdrosselung
- Fernentriegelung
- Roadside Assistance: Verbindung mit einem Call Center zur Unterstützung bei jeglichen Problemen im Umgang mit dem Fahrzeug.
- Ferngesteuerte Hupe und Lichter
- Fahrzeugdiagnose inkl. monatlicher und angeforderter Diagnose
- Freisprecheinrichtung
Directions & Connections beinhaltet:[21]
- Automatische Unfallerkennung
- Notfall Dienste
- Asistent für höhere Gewalt
- Assitent for gestohlene Fahrzeuge inkl. Züdungsblockade und Fahrzeugdrosselung
- Fernentriegelung
- Roadside Assistance: Verbindung mit einem Call Center zur Unterstützung bei jeglichen Problemen im Umgang mit dem Fahrzeug.
- Ferngesteuerte Hupe und Lichter
- Fahrzeugdiagnose inkl. monatlicher und angeforderter Diagnose
- Freisprecheinrichtung
- Navigationsunterstützung durch einen Call Center Mitarbeiter
Zielgruppe:
Die Zielgruppe für diese Dienste lässt sich nicht einschränken.
Kosten:[22]
Safe & Sound: 199$ p.a.
Directions & Connections: 299$ p.a.
6.2.2 Staatlich - Kommunal
Neben den von Fahrzeugherstellern und anderen Anbietern angebotenen, optionalen, Dienste gibt es auch verpflichtende Dienste. Hierzu zählt in Deutschland z.B. die LKW-Maut oder die City Maut.
6.2.2.1 LKW-Maut
Beschreibung:
Zum 1. Januar 2005 wurde in Deutschland eine LKW-Maut eingeführt. Das System wurde von der Firma Toll Collect [1] eingeführt.
Im Gegensatz zu den bisher erläuterten privatwirtschaftlichen Diensten fehlt bei den staatlichen Diensten die Wahlfreiheit: Für LKW über 12 Tonnen Gesamtgewicht, die mautpflichtige Straßen befahren, bisher hauptsächlich BAB (Bundesautobahnen), ist die Abgabe zu leisten.
Der Begriff "Dienst" im Zusammenhang mit Mauterhebung wird oft kontrovers diskutiert. Die Maut keine Steuer, diese ist eine zweckungebundene Abgabe, siehe AO (Abgabenordnung): "Steuern sind Geldleistungen, die nicht eine Gegenleistung für eine besondere Leistung darstellen [...]".[24]
Tatsächlich ist die Verwendung des Mautaufkommens durch das ABMG (Autobahnmautgesetz für schwere Nutzfahrzeuge) geregelt:
Das verbleibende Mautaufkommen [gemeint sind die Mauteinnahmen nach Abzug der Kosten für den Betrieb des Mautsystems, Anm. d. Autors] wird [...] zusätzlich dem Verkehrshaushalt zugeführt und in vollem Umfang zweckgebunden für die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, überwiegend für den Bundesfernstraßenbau, verwendet."[25]
Somit besteht der Dienst in der Verbesserung und Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur in Abhängigkeit von der Höhe der Benutzung eben dieser.
Das System vernetzt die Fahrzeuge über eine eingebaute Schnittstelle mit deren Hilfe die Gebühren, nach einer Registrierung, automatisch Verursachergerecht abgebucht werden. Alternativ ist es auch möglich das System über eine manuelle Einbuchung, per Toll Collect Terminal oder Internet, zu nutzen.
Das automatisierte System besteht aus einer Kombination aus GSM und GPS. Mithilfe des GPS ist es möglich die Maut exakt zu berechnen, während die Mobilfunktechnologie verwendet wird, um die Berechnungen in regelmäßigen Abständen and das Rechenzentrum zu senden.
Das besondere an dem im Deutschland eingeführten System ist, dass es das weltweit erste Satellitengestützte System ist.
Ende 2008 wurden bereits 88% aller Einnahmen über das automatische System abgerechnet.
Um das gesamte System, welches zwischen 2003 und 2005 entwickelt wurde, vor in Betriebnahme zu testen, wurde von T-System (Die Deutsche Telekom hält 45% der Gesellschafteranteile des Joint-Venture Toll Collect) eine Testfactory aufgebaut. Hier wurden mit Hilfe eines Prozess-Simulators die Tests in Bezug auf Basisfunktionalität, Performanz, Stresstest, etc. durchgeführt. Die dabei simulierte Datenlast beschreibt Tabelle 3. Ende 2008 waren in der Realität mittlerweile 647.000 OBU verbaut.
Tabelle 3: Eckdaten Prozess-Simulator
- 500.000 verbaute OBUs, 200.000 Kunden
- 5.200 Autobahnabschnitte
- 0.9 - 1-2 Millionen Fahrten pro Tag
- SMS pro Sekunde für OBU-Kommunikation
- 17 Millionen Kontrollen im Jahr
- 5.000 Rechnungen pro Tag
Zielgruppe:
Mautpflichtig sind alle schweren Nutzfahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mindestens zwölf Tonnen, die ausschließlich für den Güterkraftverkehr bestimmt sind. Dabei müssen alle Nutzer der deutschen Autobahnen für die zurückgelegte Strecke zahlen - unabhängig von ihrem Herkunftsland. Einzelheiten zur Berechnung des zulässigen Gesamtgewichtes finden Sie in § 34 StVZO. [27]
Mautbefreite Fahrzeuge:
Nach § 1 Abs. 2 ABMG folgende Fahrzeuge:
- Kraftomnibusse
- Fahrzeuge der Streitkräfte, der Polizei, des Zivil- und Katastrophenschutzes, der Feuerwehr und anderer Notdienste sowie Fahrzeuge des Bundes.
- Fahrzeuge, die ausschließlich für den Straßenunterhaltungs- und betriebsdienst einschließlich Straßenreinigung und Winterdienst genutzt werden,
- Fahrzeuge, die ausschließlich für Zwecke des Schausteller- und Zirkusgewerbes eingesetzt werden,
- Fahrzeuge, die von gemeinnützigen oder mildtätigen Organisationen für den Transport von humanitären Hilfsgütern, die zur Linderung einer Notlage dienen, eingesetzt werden. [28]
Kosten:
Die Kosten der Maut sind Abhängig von der Schadstoffklasse. Diese gliedern sich wie folgt:
Tabelle 4: Schadstoffklassen der LKW Maut
| Kategorie A | Kategorie B | Kategorie C | Kategorie D | |
|---|---|---|---|---|
| Ab 1. Jan 2009 | S 5, EEV Klasse 1A | S 4, S3 mit PMK 2, 3 oder 4 | S3 ohne PMK, S2 mit PMK 1, 2, 3 oder 4 | S2 ohne PMK, S1 und Fahrzeuge, die keiner Schadstoffklasse angehören |
Die Ermittlung der Schadstoffklasse erfolgt anhand eines Leitfadens, der von Bundesamt für Güterverkehr ausgegeben wird. [30]
Die Kosten je Klasse und pro Kilometer ergeben sich aus der folgenden Tabelle:
Tabelle 5: Kosten der Schadstoffklassen der LKW Maut
| Ab Jan 2009 | Ab Jan 2011 | |
|---|---|---|
| Kategorie A | bis 3 Achsen: 0,141€ ab 4 Achsen: 0,155€ | bis 3 Achsen: 0,140€ ab 4 Achsen: 0,154€ |
| Kategorie B | bis 3 Achsen: 0,169€ ab 4 Achsen: 0,183€ | bis 3 Achsen: 0,168€ ab 4 Achsen: 0,182€ |
| Kategorie C | bis 3 Achsen: 0,190€ ab 4 Achsen: 0,204€ | bis 3 Achsen: 0,210€ ab 4 Achsen: 0,224€ |
| Kategorie D | bis 3 Achsen: 0,274€ ab 4 Achsen: 0,288€ | bis 3 Achsen: 0,273€ ab 4 Achsen: 0,287€ |
Zusätzlich trägt der Fahrzeughalter noch evtl. anfallende Kosten für die Umrüstung seines Fahrzeugs zwecks automatischer Einbuchung. Die OBU wird als Aufbaugerät oder Einbaugerät (DIN-Schacht) angeboten, laut Toll Collect sind Voraussetzungen geschaffen, den Einbau der Geräte flächendeckend in nicht mehr als 4 Stunden zu ermöglichen. Dabei wird die OBU von Toll Collect gestellt und bleibt deren Eigentum, der Nutzer trägt die Kosten für den Ein- und den späteren Ausbau des Gerätes, sowie Kosten, die durch einen Kennzeichenwechsel entstehen, da die OBU über das Kennzeichen das Fahrzeug eindeutig identifiziert und diese Eingabe zwecks Vermeidung von Betrugsmöglichkeiten durch entsprechende Tools von Toll Collect vorgenommen werden muss.
6.2.2.2 City-Maut
Beschreibung:
Die City-Maut ist das kommunale Pondon der staatlichen Autobahnmaut. Auch bei dieser Maut werden die Einnahmen dazu verwendet, die lokale Verkehrsinfrastruktur zu verbessern, z.B. in London "By law, all net revenue raised by the charge has to be invested in improving transport in London." [32]
Im Gegensatz zur Autobahnmaut werden die Einnahmen in der Regel aber nicht nur für den Straßenbau verwendet, sondern auch, zum Teil überwiegend, für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Dieses liegt darin begründet, dass eine City-Maut in erster Linie eben nicht den Ausbau des Individualverkehrs zum Ziel hat, sondern dessen Vermeidung. Die Dienstleistung ist hier abstrakter Natur, sie liegt in der Verbesserung der Lebensqualität.
Dieses soll erreicht werden durch
- eine Verringerung des (individual) Verkehrsaufkommen - durch Erhebung der Abgabe,
- eine Verbesserung der Wahlfreiheit PWK vs. öffentlicher Nahverkehr - durch Verwendung der Abgabe in diesem Bereich
- eine Verbesserung der Luftqualität im urbanen Bereich - als Ergebnis der ersten beiden Punkte
- letztendlich aber auch eine Verbesserung der Verkehrssituation - Verringerung von Staus und zähflüssigen Verkehr durch das geringere PKW Aufkommen
Auf dem Weg zu modernen ETC (Electronic Toll Collection)-Systemen gab und gibt es folgende Entwicklungstufen:
- Mautstationen waren schon lange vor dem Erscheinen der Kraftfahrzeuge bekannt. Diese mit hohen Personalaufwand betriebenen Stationen mussten mit Anstieg des Verkehrsaufkommens immer weiter vergrößert werden. Lange bevor eine Vernetzung der Fahrzeuge in Betracht gezogen wurde, wurden auch an diesen Station Konzepte zur Rationalisierung entwickelt, erprobt und angewendet. In Frankreich z.B. das Bezahlen an nicht mit Personal besetzten Automaten mit Kreditkarte. Dieses kann aber nur von eindeutig der entsprechenden Kategorie 1 angehörenden Fahrzeugen, bzw. dessen Fahrer in Anspruch genommen werden, da weiterhin an der Station eingesetztes Personal die unberechtigte Benutzung durch Fahrzeuge anderer Kategorien leicht erkennen muss.[33]
Der Vernetzungsgrad liegt hier bei null.
- In den 90er Jahren wurden u.a. in Österreich an ETC-Systemen gearbeitet, die bereits OBUs verwendeten. Es handelte sich dabei um ein System das eine Kommunikation zwischen OBU und Mautstelle über Infrarot vornahm, eine Chipkarte als Bezahlsystem hatte, und Kameras zur Kennzeichenaufzeichnung als Kontrollinstanz implementierte [34]. Laut Gruber lief 1998 ein Projekt zum Bau einer Anlage in Taiwan. Ob Systeme mit dieser Technik noch in Einsatz sind, ist nicht bekannt. Der Vernetzungsgrade war hier schon wesentlich höher.
- Nur auf Kameras und ANPR (Automatic Number Plate Recognition) basiert die 2003 eingeführte und 2007 erweiterte City-Maut in London. Das System an sich ist nicht mit dem Fahrzeug vernetzt, allerdings ist es möglich die Mautgebühr während der Fahrt über SMS (Short Message Service) zu bezahlen[35].
- In München wurde 2004 von einer Partei die Einführung einer City-Maut gefordert[36]. Hoch im Kurs stand ein Lösung basierend auf RFID-Technologie. Die Maut wurde in München nicht eingeführt, die RDID-Technik[37] wird aber z.B. heute in Frankreich in der Liber-t [38] Badge für die Autobahnmaut verwendet.
- 2009 wurde in Bangkok das manuelle Maut-System durch ein neues DSRC (Dedicated Short Range Communication)-System ersetzt[39] Ein ähnliches System neuester Generation kommt auch in Portugal zum Einsatz[40].
- Eine Verwendung von OBU, welche GPS und GSM beherrschen (wie die Geräte von Toll Collect), im Bereich der City-Maut (noch) nicht vorgesehen. Der Investitionsbedarf wäre für ein regional sehr begrenztes System sehr hoch, da die OBU wie bei der Autobahnmaut Eigentum des Betreibers bleiben. Es ist aber nicht ausgeschlossen, das sich bei einer bundesweiten Einführung einer PKW-Maut, diese Investition durch Synergieeffekte durch Verwendung der Geräte für Autobahn- und City-Maut rechnen würde.
Als Beispiel für DSRC Geräte sollen die OBUs der Firma Q-free dienen[41]. Diese 30g wiegenden OBUs mit den Dimensionen 69 x 40 x 23 mm und einer Batterielebenszeit von ca. 7 Jahren werden im Fahrzeug an der Windschutzscheibe befestigt. Die Geräte kommunizieren mit einer Frequenz von 5.8 GHz mit den Mautstationen. Diese werden aus RSE650 DSRC Transceiver[42] aufgebaut. Die RES650 kommunizieren wiederum über Ethernet mit dem verwendeten IT-System. Die Abrechnung ist auch noch bei Geschwindigkeiten bis 280 km/h möglich, daher ist dieses System nicht nur für City-Maut, sondern auch Autobahnmaut geeignet.
Zielgruppe: Alle Nutzer der Verkehrsinfrastruktur der entsprechend Städte oder Ballungsgebiete.
Kosten: Die Kosten für die Einfahrt in die verschiedenen Innenstädte sind sehr unterschiedlich, wie aus Tabelle 6 zu entnehmen ist.
Tabelle 6: City-Maut Gebühren
| Stadt | Gebühren in Landeswährung | Gebühren in Euro [43] |
|---|---|---|
| London, GBR | £ 8 [44] | 9,66 € |
| Stockholm, SWE | 0 - 20 SEK, max 60 SEK / Tag und Fahrzeug [45] | 0 - 2,09 €, max 6,26 € |
| Mailand, ITA | 0 - 10 € je nach Fahrzeug [46] | 0 - 10 € |
| Oslo, NOR | 25 NOK [47] | 3,16 € |
Für die Betreiber sind Mautsysteme ein lukratives Geschäft (siehe Abbildung 2 und Abbildung 6). Der Trend geht dabei in Deutschland zu PPP (Public Private Partnership). Dabei wird der Bau oder Ausbau von Strecken und Bauwerken durch private Unternehmen ausgeführt. Beim PPP A-Modell[51] erhalten die Privaten eine öffentliche Anschubfinanzierung sowie eine Beteiligung an der eingenommen LKW-Maut. Eine Konzessionsdauer von 30 Jahren soll für entsprechende Qualität in der Planung und Ausführung garantieren, insbesondere da die Privaten die konzessierten Streckenabschnitte innerhalb dieser entsprechend festgesetzter Standards Instand halten müssen.
Beim PPP-F Modell[52] wird eine Strecke oder ein Bauwerk von Privaten neu errichtet, diesen wird die Erhebung einer Maut über 20 Jahre zur Finanzierung des Projekts erlaubt.
7 Abrechnungsmöglichkeiten
Kommerzielle Dienste sind auf Gewinnerzielung ausgerichtet. Für alle Dienste ist es daher ein wichtiger Punkt, wie die Zahlungsströme vom Kunden zum Betreiber oder Anbieter der Dienste geregelt sind. Das Angebot an Bezahlmöglichkeit kann sogar als Service gesehen werden und die Auswahl der angebotenen Möglichkeiten unter Marketinggesichtspunkten sehr wichtig sein für die Gewinnung von Marktanteilen.
7.1 Zwangsabgaben (Steuergelder - GEZ)
Der wahrscheinlich am häufigsten genutzte, 'freie' Dienst ist der Verkehrsinformationsservice TMC. Viele (mobile) Navigationssysteme können diesen Dienst empfangen und auswerten. TMC Standards und Verbreitung wurde ehemals gelenkt vom TMC-Forum [53], dessen Aufgabe wurde übernommen von TISA (Traveller Information Services Association). Obwohl es sich dabei um Non-Profit Organisationen handelt, sind die Beweggründe der teilnehmenden Gesellschaften durchaus marktorientiert[54]. Somit bezahlen die TMC Benutzer den Dienst bereits bei der Anschaffung von TMC-fähigen Geräten. Ein Großteil der Kosten für die TMC Infrastruktur wird aber aus öffentlichen Geldern bestritten. So fließen Verkehrsinformationen der Polizei in das System, die verwendeten Standards wurden mit Fördermittel der Europäischen Union entwickelt. Jeder Radiohörer unterstützt durch die GEZ-Gebühren die Infrastruktur der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender, die zur Verbreitung des TMC Signals verwendet werden.
7.2 Telekommunikationsrechnungen
Die Londoner City-Maut bietet die Möglichkeit, die Mautgebühr über eine Textnachricht zu bezahlen[56]. Allerdings wird hier nur der Mobilfunk als Übertragungsweg zum auslösen einer Zahlung für registriert Benutzer verwendet. Man kann daher zum Zahlen auch ein Festnetzanschluss nehmen. Einen Schritt weiter gehen Angebote, bei denen die Gebühr direkt über die Mobilfunkabrechnung beglichen werden, neben der Verringerung von Schnittstellen hat dieses für den Benutzer bei den meisten Systemen den Vorteil, das keine vorherige Registrierung stattfinden muss. Bereits umgesetzt sind solche Angebote bereits zum bezahlen von Parkgebühren[57]
7.3 Bankverfahren
Alle üblichen Abrechnungsmethoden der Banken wie Lastschrift, EC-Karte, Kreditkarte, Überweisung etc. stehen zur Bezahlung der Dienste zur Verfügung. In der Regel erfordern diese Verfahren entweder eine Interaktion (Unterschrift, PIN-Eingabe) oder eine Registrierung des Benutzers. Dadurch eignen sich diese Verfahren für Dienste mit langfristiger Bindung des Kunden oder für Dienste auf Rechnung, weniger für Dienste, die einmalig und unterwegs in Anspruch genommen werden. Das gleiche gilt auch für Bargeld.
7.4 Prepaid Verfahren
Prepaid Verfahren erlauben Kostenkontrolle. Diese finden im Bereich Telekommunikationsrechnungen Anwendung. Aber auch OBUs mit Leseschacht für Chipkarten[58] denkbar. Aktuell ist mit der Geldkarte eine Bezahlung an Parkautomaten realisiert.
8 Potentiale
Im folgenden Kapitel werden noch nicht kommerziell umgesetzte Anwendungen für Connected Cars beschrieben. Alle Informationen sind durch div. Ideenfindungsmethoden von der Gruppe selbst erstellt worden.
8.1 Chip-Tuning
Beschreibung:
Die Leistungssteigerung durch Veränderung der Motorsteuerung mittels Kennfeldanpassung im Steuergerät oder Manipulation der Datenübertragung zum Steuergerät ist ein schon etablierter Markt. Bisher nehmen die Fahrzeughersteller nur geringfügig daran teil. Hier ist lediglich die Stufenweise Leistungsänderung bei gleichem Hubraum (z.B. BMW 118d/ 143PS, 120d/ 177PS und 323d/ 204PS) eine angewandte Methode. Die Leistungssteigerungsmöglichkeit wird als Chiptuning bezeichnet. Die Anpassung des Kennfeldes kann theoretisch über eine geeignete Schnittstelle funktionieren. Dadurch wäre es möglich durch einen Anruf bei einem Hersteller das Chiptuning freizuschalten. Die Bezahlung könnte per Kreditkarte oder über die Telefonrechnung möglich sein.
Zielgruppe:
Für das Chiptuning, vor allem junge Kunden, die Fahrzeuge mit Leistungsreserven besitzen.
Kosten:
Übliche Marktpreise für Chiptuning liegen je nach Fahrzeug und Motor zwischen 250€ und 3500€.
8.2 Stauerkennung
Beschreibung:
Durch die Übertragung von verschiedenen Daten, wie z.B. Geschwindigkeit und Position eines Fahrzeugs, kann ein Stau erkannt werden. Stehen mehrere Fahrzeuge an einer Stelle und haben ihre Geschwindigkeit vor dieser Position stark gedrosselt, kann mit einer geeigneten Auswertung ein Stau oder eine Gefahrenstelle erkannt werden. Dadurch kann die Stauerkennung unabhängig von den in die Infrastruktur integrierte Sensorik funktionieren. Man ist nicht mehr davon abhängig, genau vor einem Sensor zu stehen, damit ein Stau erkannt wird. Außerdem kann die Länge und Position des Staus in Echtzeit angepasst werden.
Zielgruppe:
Vor allem Vielfahrer, die auf staugefährdeten Strecken unterwegs sind.
Kosten:
Der Service sollte, da das Konkurrenzprodukt TMC auch Kostenlos ist, nichts kosten. Lediglich eine einmalige Kostenbeteiligung in Form von Sonderausstattungen ist denkbar. Auch eine ähnliche Preisgestaltung wie für TMC-Pro, bei dem die Datenübertragung bezahlt werden muss ist denkbar.
8.3 Zonenparken
Beschreibung:
Beim Zonenparken wird der Parkschein durch automatisierte Verfahren ersetzt. Es stehen folgende Techniken zur Verfügung:
GPS-Ortungssysteme:
Dabei der Standort eines Fahrzeugs über das GPS bestimmt. Bei diesem System ist es auch möglich, Gebühren auf Grund von Standzeiten zu berechnen.
DSRC-Systeme:
Dabei kommen RFID (Radio Frequency Identification) Systeme oder aktive OBUs zum Einsatz (Beacon / Tag). Diese melden sich bei Einfahrt in eine Zone an dem Abrechnungssystem an. Gebühren werden hier auf Tagesbasis berechnet. Werden diese Systeme für Parkhaus Ein- und Ausfahrten verwendet, ist auch mit diesen die Berechnung der Gebühren auf Grund von Standzeiten möglich.
Die fälligen Gebühren werden bei allen Systemen automatisch, per hinterlegter Bezahlart (Kreditkarte, Telefonrechnung, etc.), beglichen.
Zielgruppe:
Vor allem Fahrer, die viel auf kostenpflichtigen Parkplätzen parken.
Kosten:
Die Kosten sollten sich für den Endkunden nicht verändern. Sie liegen momentan zwischen ca. 0,50€ und 5,00€ pro Stunde.
8.4 Alcatel-Lucent
Beschreibung:
Alcatel-Lucent hat ein LTE Fahrzeugkonzept mit einigen Partnern des insgesamt 32 Mitglieder umfassenden ng Connect Programms [59] erstellt.
Das Konzept stattet ein Fahrzeug über eine LTE Anbindung mit folgenden Eigenschaften aus:
- Zugriff auf Soziale Netzwerke und Kommunikation, Internet Radio, TV und Videos.
- Echtzeitinformationen über Verkehrssituationen und POIs.
- Unfall und Notfallassistenten, sowie Wiederfindungssysteme für gestohlene Fahrzeuge.
Als Erweiterung der Standardausstattung enthält das Konzept:
- Bildschirme in gesamten Fahrzeug
- WIFI Zugriff für mobile Endgeräte
- Echtzeitupdate von Straßenkarten
- Erweiterte Video und Audio Dienste, wie Video-on-Demand.
- Location-based Services, z.B. GoogleMaps
- Fernwartung des Fahrzeugs und Benachrichtigung des Fahrers
2009 fand eine Umfrage über die Bereitschaft zum Kauf des Konzeptfahrzeuges statt[60].
Zielgruppe:
Insgesamt zeigt eine Mehrheit Interesse an dem Konzept, erwartungsgemäß gab es am meisten Interesse bei den jüngeren Befragten (Alter <35).
Immerhin ca. 25% würden ein auf diesem Konzept basierendes Auto innerhalb der nächsten 6 Montage kaufen.
Kosten:
Durchschnittlich würde die Zielgruppe fast 2000 € über den Listenpreis bezahlen.
Für den LTE Dienst wären die Befragten in Europa bereit monatlich 27€ zu zahlen.
Die Dienste mit der größten Beliebtheit sind:
- erweiterte GPS Dienste
- Fernwartung und entsprechende Erinnerungsfunktionen
- WIFI
- Erweiterte Navigation (sparsamste Route)
Fazit:
Es besteht durchaus Nachfrage nach Connected Cars, sowie eine Bereitschaft dafür einen höheren Anschaffungspreis zu zahlen.
Die Höhe der monatlichen Kosten für Dienste, welche die Befragten bereit waren zu zahlen, bietet einen Markt, der alleine in Deutschland jährlich 5 bis 10 Milliarden Euro beträgt.
8.5 Apps für Connected Cars
Analog zu den Apps für Smartphones ist es auch möglich Apps für Fahrzeuge anzubieten. Dafür muss ein einheitlicher Standard definiert werden, oder je Technologie ein eigenes App erstellt werden.
Die Deutsche Telekom ist im Moment dabei genau für diesen Zweck, zusammen mit der Continental AG eine eigene Infrastruktur aufzubauen.[61]
8.5.1 Beispiel-App: MC-Drive App
Beschreibung:
Mit dem MC-Drive App ist es möglich eine Bestellung von unterwegs auszulösen. Dabei wird nur das gewünschte Essen ausgewählt, anschließend wird man automatisch zum nächsten Fastfood-Restaurant navigiert, um dort seine Bestellung abzuholen. Die Bezahlung kann bar oder über die Telefonrechnung erfolgen.
Um das Essen zur richtigen Zeit bereitzustellen kann das Restaurant über die verbleibende Zeit bis zu Ankunft informiert werden.
Zielgruppe:
Vor allem häufige Kunden von Fastfoodrestaurants.
Kosten:
Das App selbst sollte kostenfrei sein, da durch dieses Umsatz generiert wird.
8.5.2 Beispiel-App: Grüne Welle App
Beschreibung:
Dieses App stellt eine Verbindung zwischen der zentralen Verkehrssteuerung und dem Navigationssystem her und errechnet, aufgrund der Ampelschaltungen, vor der Abfahrt zum Zielort die optimalste Startzeit. Dies führt dann zu einer geringeren Verzögerung durch ampelgesteuerte Kreuzungen und Überwegen, und zu einem flüssigerem Verkehr.
Zielgruppe:
Alle Fahrzeugführer in Gebieten mit hohem Ampelaufkommen.
Kosten:
Auf Grund der Zusammenarbeit mit der zentralen Verkehrssteuerung wäre dieses App wahrscheinlich kostenpflichtig.
8.5.3 Beispiel-App: Convoy App
Beschreibung:
Mit Hilfe des Convoy App's könnten sich die Fahrzeuge einer Kolonne automatisch an die Gewindigkeit des Vordermanns anpassen, den entsprechenden Sicherheitsabstand einhalten und den Status des Bremslicht sowie den des Fahrtrichtungsanzeigers des ersten Fahrzeuges übernehmen.
Zielgruppe:
Private und kommerzielle Fahrzeugkolonnen.
Kosten:
Auf Grund des Arbeitsaufwandes einer Standardisierung, um dieses App auch bei unterschiedlichen Fahrzeugherstellern/-modellen nutzen zu können, wäre dieses App wahrscheinlich nicht kostenlos.
9 Kritik
Zu den kommerziellen Diensten im speziellen gibt es keine öffentliche Kritik. Auch den Autoren ist nach intensivem Studium des Themas nichts aufgefallen, was hier seinen Platz finden könnte.
Zum Thema Connected Cars im allgemeinen ergaben sich durch Diskussionen innerhalb der Projektgruppe folgende Kritikpunkte:
1. Datenschutz
Vor allem beim Thema Datenschutz gibt es viele offene Punkte. Wie werden die Daten von Fahrern, von mit einem Connected Cars Dienst ausgestatteten Fahrzeug, geschützt? Wie werden die verschiedenen Datenschutzerklärungen der Anbieter akzeptiert? Wodurch wird der Datenmissbrauch verhindert?
2. Gläserner Nutzer
Die Nutzung der Connected Cars Dienste kann durchaus zum "gläsernen Autofahrer" führen, denn immer mehr Daten, wie z.B. Aufenthaltsort, Kontostände, Kreditkartendaten o.ä. können über diese Dienste evtl. ausgelesen werden. Dadurch können Gewohnheiten und Umstände, z.B. finanzieller Art, gegen den Willen des Nutzers ermittelt und verwendet werden.
3. Standardisierung
Es gibt es keinen einheitlichen Standard für die Zugriffe, so dass die Sicherung der Daten abhängig von den jeweiligen proprietären Protokollen und Schnittstellen ist. Die jüngsten Datenskandale, z.B. von der Telekom oder von AWD, zeigen, dass diese Gefahr nicht zu unterschätzen ist. Deßahlb ist ein annerkannter Standard eine Möglichkeit zur Sicherung der Daten.
10 Fazit
Um die Zusammenfassung der Ergebnisses möglichst umfangreich zu gestalten, ist das Fazit in mehrere Abschnitte unterteilt.
Fazit-Fahrzeughersteller:
Den mit Abstand größten Fahrzeughersteller abhängigen Umfang an Diensten bietet BMW an, alle anderen sind aber auf dem Weg ihr Portfolio auszubauen. Audi z.B. bietet im neuen A8 ähnliche Dienste an. Da es diese Art von Ausstattung von den jeweiligen Herstellern noch nicht sehr lange Angeboten wird, ist ihr Marktanteil relativ gering. Dieser wird jedoch mit der Anzahl an neuen Fahrzeugen steigen.
Fazit-Fahrzeugherstellerunabhängig:
Die anderen angebotenen kommerziellen Dienste, z.B. die von TOMTOM angebotenen, decken teilweise die gleichen Dienste ab, wie die fahrzeugherstellerabhängigen Dienste. Ein Ausbau der Dienste ist auch hier geplant, jedoch ist zu vermuten, dass der Marktanteil, sofern redundante Dienste auch von Herstellern angeboten werden, sinkt.
Fazit-Technologie:
Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Anbieter dazu in der Lage sind sich auf eine einheitliche Standard-Schnittstelle für Connected Cars zu einigen, davon ist auch die weitere Entwicklung abhängig.
Fazit-Ausblick:
Wenn eine einheitliche Standard-Schnittstelle definiert ist, ist ein ähnlicher Hype wie im Moment bei den I-Phone-Apps zu sehen möglich. Dann könnten auch viele weitere Anwendungen, die nicht von der Herstellern bereit gestellt werden, Einzug in das Auto von morgen finden.
Tabelle 7: Aktuell angebotene kommerzielle Dienste im Überblick
| Anbieter | Dienstname |
| Audi | Online Dienste |
| BMW | BMW Assist, BMW Online, BMW Teleservice, Internet imt Fahrzeug |
| Diverse Anbieter | City Maut |
| TollCollect | LKW-Maut |
| TOMTOM | HD Traffic, Sicherheitswarnungen, Kraftstoffpreise, LIVE QuickGPSfix, Wetter |
| Volvo | On Call |
11 Quellenverzeichnis
- ↑ vgl. Wikipedia über Telematik: http://de.wikipedia.org/wiki/Telematik (04.06.2010, 10:55)
- ↑ vgl. BMW ConnectedDrive: http://www.bmw.com/com/de/insights/technology/connecteddrive/assistancevision_1.html (04.06.2010, 08:03)
- ↑ vgl. BMW ConnectedDrive: http://www.bmw.com/com/de/insights/technology/connecteddrive/vehicletovehicle.html (03.06.2010, 21:23)
- ↑ vgl. BMW ConnectedDrive http://www.bmw.com/com/de/insights/technology/connecteddrive/teleservices_1.html (04.06.2010, 08:28)
- ↑ http://www.audi.de/de/brand/de/neuwagen/a8/a8/ausstattung/multi_media_interface/audi_online_dienste.html (04.06.2010 13:55)
- ↑ http://www.n-tv.de/auto/reportagen/Multitasking-im-Auto-article900242.html (05.06.2010 11:05)
- ↑ http://www.bmw.de/de/de/_teaserpool/download/insights/pdf/connecteddrive.pdf - Seite 3f & Seite 9
- ↑ http://www.bmw.de/de/de/_teaserpool/download/insights/pdf/connecteddrive.pdf Vgl. Seite 3
- ↑ http://www.bmw.de/de/de/_teaserpool/download/insights/pdf/connecteddrive.pdf - Seite 5f & Seite 9
- ↑ http://www.bmw.de/de/de/_teaserpool/download/insights/pdf/connecteddrive.pdf - Seite 7 & Seite 9
- ↑ http://www.bmw.de/de/de/_teaserpool/download/insights/pdf/connecteddrive.pdf - Seite 8f
- ↑ http://www.vehicleresponsecenter.com/overview/ (06.06.2010 21:34)
- ↑ http://www.volvocars.com/de/sales-services/service/serviceleistungen/oncall/pages/default.aspx (01.06.2010 11:40)
- ↑ TomTom International BV / TomTom Services, http://www.tomtom.com/services/service.php?id=14 (17.05.2010, 11:30)
- ↑ TomTom International BV / TomTom Services http://www.tomtom.com/services/service.php?id=9&tab=29 (17.05.2010, 16:20)
- ↑ "The backbone of the HD Traffic service is a multi-source concept [...]. The core traffic data collection technology [...] is a cellular floating phone data (CFCD) system [...], which is enhanced by GPS-based probe data [...] as well as conventional data feed from local detection [...] with data from loop systems in the road." TomTom International BV, White Paper, How TomTom's HD Traffic and IQ Routes data provides the very best routing, http://www.tomtom.com/lib/doc/download/HDT_White_Paper.pdf (17.05.2010, 11:35)
- ↑ Mansmann, Urs: Große Unschärfe, in: c't, 2010, Ausgabe 8, S.88 f
- ↑ http://www.onstar.com/web/portal/home (06.06.2010 22:00)
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- ↑ T-Systems Referenzen http://www.t-systems.de/tsi/de/686176/Startseite/Referenzen/Nach-Branchen/Travel-Transport-Logistics/Details/Toll-Collect (14.05.2010 13:39)
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- ↑ Transport for London http://www.tfl.gov.uk/roadusers/congestioncharging/6723.aspx (04.06.2010 22:13)
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- ↑ http://www.q-free.com/sitefiles/29/documents/case_studies/ITSStockholm/ETC_Portugal.pdf
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- ↑ Q-free Systems RSE650 Product Brochure http://www.q-free.com/sitefiles/29/documents/products/brochures/qfree_brochure_trans.pdf
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- ↑ Transport for London Congestion Charging 2004/2005 http://www.tfl.gov.uk/assets/downloads/ThirdAnnualReportFinal.pdf
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- ↑ Transport for London Congestion Charging 2007/2008 http://www.tfl.gov.uk/assets/downloads/sixth-annual-impacts-monitoring-report-2008-07.pdf
- ↑ Pilotprojekt Betreibermodell A8 http://www.abdsb.bayern.de/imperia/md/content/stbv/abdsb/projekte/bau/a8_betreibermodell.pdf
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- ↑ TISA - What is TISA? http://www.tisa.org/en/what_is_tisa-/ (06.06.2010 11:55)
- ↑ BAG Geschäftsbericht 2008 http://www.bag.bund.de/cae/servlet/contentblob/11476/publicationFile/738/Geschaeftsbericht2008.pdf (04.06.2010 07:59)
- ↑ Transport for London - SMS Leaflet http://www.tfl.gov.uk/assets/downloads/cc-sms-leaflet.pdf
- ↑ Sunhill Technologies http://www.sunhill-technologies.com/ (06.06.2010 12:31)
- ↑ Geldkarte.de http://www.geldkarte.de/_www/de/pub/geldkarte/startseite.php (06.06.2010 16:24)
- ↑ ng connect program http://www.ngconnect.org
- ↑ LTE Connected Car Study in EMEA http://www.ngconnect.org/documents/Executive%20Summary-LTE-Connected-Car-Study-in-EMEA.pdf
- ↑ http://www.n-tv.de/auto/reportagen/Multitasking-im-Auto-article900242.html (05.06.2010 11:05)
12 Fußnoten
a) Es sei darauf hingewiesen, das Radarwarngeräte laut StVO §23 (1b) verboten sind: " Dem Führer eines Kraftfahrzeuges ist es untersagt, ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte)." Es werden allerdings unterschiedliche Meinungen vertreten, ob mobile Navigationsgeräte ebenfalls unter diese Verbot fallen. Siehe www.webshoprecht.de

