Kriterien zur Auswahl von CMS
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Duisburg |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | Content Management Systeme |
| Autor(en): | Tschirpke, Broz, Heppner |
| Studienzeitmodell: | Tagesstudium |
| Semesterbezeichnung: | |
| Studiensemester: | 2 |
| Bearbeitungsstatus: | begutachtet |
| Prüfungstermin: | |
| Abgabetermin: | |
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| MS | Microsoft |
| CRM | Customer-Relationship-Management |
| SRM | Supplier Relationship Management |
| SCM | Supply-Chain-Management |
| KDB | Knowledge Database |
| BSI | Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik |
| BDSG | Bundesdatenschutzgesetz |
| CMS | Content Management System |
| WCMS | Web Content Management System |
| WYSIWYG | What you see is what you get |
2 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Entstehung Content/Asset |
| 2 | Unterschiede CMS zu klassicher Webadministration |
| 3 | ECM Prinzip |
| 4 | Content-Life-Cycle |
| 5 | Barrierefreiheit-Alternativ Text zu Grafiken |
| 6 | Kosten eines CMS |
| 7 | 404 |
3 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Quelle |
|---|---|
| 1 | Bewertung der Kriterien |
4 Einführung
4.1 Das Thema
In der derzeitigen Epoche der globalen Vernetzung, Kommunikationsbeziehungen und Absatzmärkte kann es sich kaum ein Unternehmen leisten nicht Online präsent zu sein. Diese Präsentationen sind in der Mehrheit keine klassischen, statischen Selbstdarstellungen mehr, sondern in der Regel Kommunikationsplattformen für die Bereiche der CRM, SRM und SCM geworden. Viele Unternehmen nutzen Ihre Internetplattformen als Einstieg in das eigene Intranet, um so externen Mitarbeitern, Travel-Usern, Partnern sowie Kunden die Möglichkeit zu geben mit dem Unternehmen in einer Vertrauensstellung zu agieren. Eine solche Kommunikationsplattform lebt von Ihren Daten, den den Nutzern zur Verfügung gestellten Applikationen und insbesondere von der Aktualität der bereitgestellten Informationen. Das Management dieser Plattformen von ausgewachsenen Enterpriselösungen, über Redaktionelle Systeme von Medienhäusern, über Kommunikationsschnittstellen für Vereinsmitglieder, bis hin zu der bequemen Inhaltsverwaltung einer privaten Internetpräsents oblikt in der Masse der Technologie eines Content Management Systems. "Nach Einschätzung verschiedener Analysten und Experten kommt langfristig keine Website größeren Ausmaßes mehr an einem CMS vorbei."[1]
4.2 Was erwartet den Leser
In der vorliegenden Fallstudie im Sommersemester 2010, "Kriterien zur Auswahl von CMS", werden auf der Grundlage von selbstgewählten Anwendungszenarien Anforderungen abgeleitet, welche als Katalog von Kriterien im Einzelnen wertungsfrei gelistet werden. Die zu betrachtenen Kriterien werden hauptsächlich aus der Produktkategorie der Webbasierten Content Management Systeme (WCMS) entnommen.
4.3 Zielsetzung
Zielsetzung dieser Fallstudie soll es sein, den Leser in die Möglichkeit zu versetzen, fallbezogen entscheiden zu können, welche Kriterien zur Auswahl bzw. Einsatz eines CMS beachtet werden müssen. Die aufgelisteten Kriteren sollen dem Leser für eine künftige Evaluierung, ein Raster- oder Kriterien-Katalog bieten, welcher die wesentlichen Punkte abdeckt und so eine Vergleichbarkeit der Funktionen aufzeigt. Desweiteren kann anhand der vorgegebenen Kriterien eine Aufwandsschätzung erleichtert und so ein zielführenderes Projektmanagement ermöglicht werden.
5 Hauptteil
5.1 Definitionen
5.1.1 Definition Content/Asset
Daten stehen als erstes nur in Rohform da, bzw. sind unstrukturiert und uninterpretiert. Durch eine Interpretation erhalten diese Daten einen Sinn und werden als Informationen bezeichnet. Sobald man diese Informationen austauschen bzw. in einer Form hat, in der man die Informationen an andere weitergeben kann, spricht man von Content. Grob kann man Content als Informationspaket bezeichnen, welches mittels eines Mediums (Papier, elektronisch usw.) verbreitet werden kann. Sobald der Content einen Wert darstellt, bzw. als Wirtschaftsgut behandelt werden kann, spricht man von Asset.[3][4]
5.1.2 Definition CMS
Mithilfe eines Content Management System (CMS) soll eine gemeinschaftliche Arbeit an verschiedenen Inhalten ermöglicht und organisiert werden.
Durch die Trennung von Inhalt und Layout, sollen alle Inhalte in einem Einheitlichen Design präsentiert werden. Dies spielt besonders bei dem Thema Corporate Design eine wichtige Rolle. Es soll somit ermöglicht werden Texte, Fotos oder Grafiken zu ändern ohne die Gestaltung der Website zu beeinflussen. Das Design der Webseite wird aus Layoutvorlagen, den Templates erzeugt.
Das CM-System soll die Nutzer dabei unterstützen, die Struktur einer Webseite und deren Inhalte zu erstellen. Auch Mitarbeiter, die keine technische Qualifikation haben, müssen in der Lage sein, Content zum Internet-Auftritt beizutragen. Inhalte einer Webseite sollen ohne Aufwand zu erstellen sein. Des weiteren sollten Funktionen zur Verfügung gestellt werden, wie Protokollierung der Änderungen, Versionierung und die konkurrierende Bearbeitung von Inhalten zu verhindern.
Anhand der Organisation von Inhalte durch das CMS, welches durch Kategorisierung der Inhalte mit Stichworten passiert, soll z.B. die Suche nach Inhalten unterstützt werden. Inhalte können mit einem "Verfallsdatum" versehen werden und können somit automatisch gelöscht bzw. archiviert werden.
Es können Workflows abgebildet werden, wie z.B. ein Freigabeprozess. Ein Redakteur schreibt ein Artikel, der erst von dem Vorgesetzten freigeben werden muss, damit dieser Artikel auf der Webseite angezeigt wird. Es sollten frei konfigurierbare Workflows realisiert werden können. Inhalte können je nach Bearbeitungsstand mit einem entsprechendem Status gekennzeichnet werden. Dadurch das in einem CMS verschiedenste Leute arbeiten wie Systemadministratoren, Projektverantwortliche, Redakteure und Mitarbeiter wird mit Hilfe der Zugriffsteuerung, bzw. des Rechtesystems für die nötige Sicherheit gesorgt. Es soll sichergestellt werden, dass Anwender nur das sehen bzw. bearbeiten können was auch zu deren Aufgabengebiet gehört.
[6][7]
Es gibt heutzutage kaum ein Unternehmen welches kein Internet-Auftritt besitzt. Aber nicht nur Unternehmen sondern auch Vereine, Behörden, Schulen usw. wollen sich im Internet präsentieren. Da immer mehr Inhalte in das Internet gestellt und veröffentlicht werden, stößt das konventionelle Webpublishing schnell an seine Grenzen. Bei diesem Verfahren können meist nur wenige und spezialisierte Mitarbeiter Informationen bzw. Inhalte pflegen. Beim klassischem Webpublishing fallen alleine 90% der Kosten für die Wartung und Pflege der Website an, nur 10% auf die Entwicklung und Realisation. Mit Hilfe eines CMS können ganze Internet-Auftritte erstellt werden, ohne Erfahrungen in der Progammierung zu haben. Dadurch können direkt die Mitarbeiter oder Vereinsmitglieder die die Informationen erstellen, auch die Inhalte veröffentlichen.[8]
5.2 Anwendungsszenarien
Im folgendem Abschnitt soll auf verschiedene Anwendungsszenarien für Content Management Systeme eingegangen werden. Es werden die verschiedenen Szenarien kurz erläutert und typische Anforderungen an mögliche Lösungen aufgezeigt. Die hieraus sich ergebenen Anforderungen werden im weiteren als Kriterien näher definiert werden.
Eine Gewichtung der unten angegebenen Anforderungen und Weiterer haben natürlich einer umfassenden Ist- und Zielanalyse zu folgen. Im Vorfeld eines solchen Projektes sollte klar dargestellt werden, welche Anforderungen im Einzelfall zu erfüllen sind und welche auch mit den gegebenen Ressourcen umsetzbar sind.
Kooperationen mit Gewerbe oder Industrie im Bereich der öffentlichen Administration können zu wesentlich höherwertigeren fachlichen Möglichkeiten und technischen Umsetzung führen und sollten bei Ausbildungsplanungen und der Analyse der eigenen Fachexpertiese nicht außer Acht gelassen werden.
5.2.1 Schulen / Öffentliche Einrichtungen
Ausgangssituation:
Ein typisches denkbares Anwendungsszenario für die prozessunterstützende Einbettung eines CMS ist ein schulisches Umfeld[9]. Viele Schulen managen Ihre schuleigenen Internet- und Intranetauftritte über versierte Lehrkörper, zumeist unterstützt durch Interessengemeinschaften aus Schülern, oder Elternvertretern. In den seltesten Fällen haben öffentliche Einrichtungen, wie Schulen aller denkbarer Formen, die finanziellen Mittel Projekte für Internet- oder Intranetanwendungen extern vergeben zu können. Dies macht eine zielführende und zuverlässige Umsetzung solcher Projekte durch Schulleitung oder Elternvertretungen sehr zeitaufwendig und in der Planung stark von dem vorhandenen Personal abhängig. Andererseits macht es die vorherschende Personalfluktuation in den IT-Sparten an den Schulen notwendig, eine definierte Zeitspanne bis zur abgeschlossenen Implementierung einzuhalten. Gut bedient sind Schulen, welche Lehrkörper mit Vorbildung in der Informationstechnologie haben, oder größere Schülerschaften mit entsprechenden Vorkenntnissen. Durch die Schaffung von produktiven Rahmenbedingungen können auch hier zeitnah erfolgreiche Projektfortschritte erreicht werden.
Jedoch wachsen auch sowohl Schüler, als auch Lehrkörper schnell aus solchen Intersessengemeinschaften heraus und nachfolgende Generationen müssen in wenigen Jahresrythmen solche Projekte leitend übernehmen. Hier schaffen gut implementierte Content Management Systeme eine Basis für eine eindeutige Dokumentation und erfolgreiche Fortschreibung des Projektes.
Hieraus ergebenen sich u.a. folgende Anforderungen:
- Niedrige bis keine Kosten für die Anschaffung der Software, idealerweise Open Source
- Intuitive Administration und Inhaltsverwaltung
- Marktübliche und niedrige Anforderungen an Serverhardware
- Anpassbarkeit des Layouts an das Cooporate Design der Schule / Öffentlichen Einrichting
- Möglichkeit zur Erstellung einer Projektbegleitenden Dokumentation
- Up- und Downloadmöglichkeit für Informationesmaterialien und sonstigen Medien
- Abbildung von Arbeitsgruppen für Schüler / Lehrergemeinschaften
- Kommunikationsmöglichkeiten für Benutzer des Angebotes wie Foren oder Instantmessaging
- Workflowfunktionalitäten zur Implentierung von Moderationsebenen bei der Erstellung von Inhalten
5.2.2 Behörden
Ausgangssituation:
Behörden, Körperschaften des offentlichen Rechts, haben in der Regel Möglichkeiten zur externen Vergabe von Projekten zur Realisierung von Internet- und Intranetauftritten. Auch in der Zeit knapper Kassen kann zumeist bestehender und anerkannter Bedarf im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel umgesetzt werden. Zunächst durch vollständige Vergabe in Projektierung, Durchführung und Impementierung, folgend durch Fortbildung des internen Fachpersonals zur Fortführung der Projekte ohne weiteren externen Aufwand.
Größere Behörden und Dienststellen des Bundes haben auch Zugriff auf eigene Programmierzentren, die bei verfügbaren Kapazitäten Projekte als interne Auftragnehmer ausführen können. Durch diese Ressourcen können immense Kosten in Personalaufwand und Schulungsfolgen eingespart werden und auch schergestellt werden, dass künftige Anforderungen an die Lösungen zeitnah und Kostenneutral umgesetzt werden können.
Projekte zentraler Natur werden in der Regel durch obere und höhere Behörden in Bundes- und Landesebene geplant und in Auftrag gegeben. Hier finden sich auch die Projektverantwortlichen und Nutzungsleiter, welche im Prozess der Auftragsvergabe auf einheitliche Vorgaben in Design und Funktionalität zu achten haben. Diese durch die sequenzielle Durchführung vergleichbarer Projekte anwachsende Fachkompetenz erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit und staärkt auch die Nutzerakzeptanz durch klar erkennbare Fortschritte. Ziel hat es zu sein, Schnittstellen der inner- und zwischenbehördlichen Kommunikation zu schaffen um bestehende Arbeitsabläufe zu optimieren und den Mehraufwand durch Programmierung und Pflege über die Nutzungsdauer zu amortisieren. Nutzen dieser zu implementieren CMS Lösungen sind in der Regel neben der Kommunikation in der Behörde und zwischen Behörden auch die Kommunikation zu den Bürgern durch Bereitstellung von Informationen und das Anbieten von Kommunikationskanälen. Eine erhöhte Aufmerksamkeit hat hier im Bereich der IT-Sicherheit zu erfolgen um den Anforderungen des BDSG[10] und des IT-Basisschutzes des BSI[11]zu genügen.
Hieraus ergebenen sich u.a. folgende Anforderungen:
- Mittlere Kosten in Anschaffung und Implementierung
- Wenige bis keine Folgekosten für externen Aufwand
- Schulungsangebote für Nutzung und Administration zur Ausbildung des internen Personals
- Gesicherte Kommunikation zur Verarbeitung von Personaldaten nach Vorgabe BSI
- Strikten Trennung von interner und externer Kommunikation durch Gruppenmodelle
- Worklflowfunktionalitäten zur Verteilten Bearbeitung und Erstellung von Inhalten
5.2.3 Private Anwender
Ausgangssituation:
Private Anwender in dieser Betrachtung entwickeln in der Regel ausschließlich externe ausgerichtete Online-Angebote zur Selbstpräsentation, oder Veröffentlichung von Hobbies und Interessen. Eine strukturierte Projektierung und Implentierung ist in diesem Umfeld eher nicht anzutreffen. Hier kann durch ein CMS vorgegebenes Management helfen den Überblick zu bewahren und deutlich zur Erfolgswahrscheinlichkeit beitragen. Auch wenn der private Nutzer durchaus enorme finanzielle Mittel für Hobbies und Interssen investiert, so wird er für eine Software wie ein Content Management System keine finanziellen Mittel investieren. Hauptaugenmerk wird also die Nutzung eines Open-Source-Systems sein. Auch eine Multiuserunterstützung ist hier eher als schönes Beiwerk, denn als Notwendigkeit zu sehen, da davon auszugehen ist, das der Entwickler zugleich Administrator und einziger registrierter Nutzer sein wird. Der Zeitaufand zur implemtierung darf hier in der Betrachtung der Benutzerfreundlichkeit gesehen werden und sollte sich auf ein erträgliches Maß beschränken. Da dieses sehr subjektiv ist, wird hier eine klare Bewertung entfallen. Aufgrund der nicht zu erwartenen Fachkompetenz des Administrators und Nutzers ist eine hohe Gewichtung auf eine lückenlose, eindeutige, kostenfreie und eindeutige Dokumentation zu legen. Interne Hilfefunktionen während der Konfiguration und Fortentwicklung sind hier ebenfalls wünschenswert.
Hieraus ergebenen sich u.a. folgende Anforderungen:
- Keine Kosten für CMS --> ausschließlich Open Source
- Ausführliche, eindeutige Dokumentation und lebendige Community
- Geringer Zeitaufwand für Installation und Konfiguration
5.2.4 Kleine / Mittlere Unternehmen
Ausgangssituation:
Kleine und mittlere Unternehmen vergeben in der Regel Projekte zur Realisierung von Internetauftritten extern. Ausnahmen können für Unternehmen gelten, welche sich eine eigene IT-Abteilung leisten können oder müssen und über qualifiziertes Personal in diesem Fachgebiet verfügen. Die Komplexität dieser Projekte ist jedoch eher als begrenzt zu sehen, da in diesen Größenordnungen lediglich mit statischen oder geringfügig interaktiven Selbstdarstellungen der Unternehmen zu rechnen ist. Hier sind einfache, strukturierte Auftritte des Unternehmens zur Präsentation von Informationsmaterial für Kunden und Partner zu erwarten, welche durch grafische Aspekte aufgewertet werden. Diese Art der Präsentation erfordert in der Regel wenig aktive Pflege und wenig Entwicklungs- und Pflegeaufwand zur Laufzeit. Da diese Art der Projektanforderung jedoch über der Schiene des Marketings fährt, gibt es in der Regel ausreichend Budget um auf kommerzielle Lösungen zurückgreifen zu können, oder sogar bei externer Vergabe Eigenentwicklungen von Dienstleistern zu nutzen. Hier liegt die klare Vorgabe und Reglementierung in der Ausprägung des Budgets des Marketings und eventueller Einsparungsmöglichkeiten durch die Nutzung interner Ressourcen und bestehender IT-Infrastruktur wie die Unternehmenseigene Serverlandschaft. Der Aufwand der Pflege nach Implementierung durch externe oder interne Ressourcen kann durch die Realisierung des Projektes durch ein Content Management System deutlich gesenkt werden. Durch Implementierung einer entsprechend verfaßten Dokumentation können alle laufenden Pflegearbeiten bei variablen Inhalten auch durch rudimentär qualifiziertem Personal durchgeführt werden.
Hieraus ergebenen sich u.a. folgende Anforderungen:
- WYSIWYG-Editor zur intuitiven Aktualisierung von Inhalten
- ausgiebige, eindeutige Dokumentation zur Bedienereinweisung
- Intuitive Benutzerführung
5.2.5 Große Unternehmen / Enterprise Lösungen
Ausgangssituation:
Unternehmen ab einer gewissen Größenordnung haben Anforderungen an Content Management Systeme, welche die Liste der Möglichen Lösungen äußerst klein werden läßt. Aufgabe solcher Lösungen sind Portale für externe Unternehmen zur Bereitstellung einer Kommunkationsschnittstelle im Rahmen des B2B und Informationsbereitstellung im Rahmen des B2E im Intranet des Unternehmens[12]. Jene Großunternehmen haben einen Kommunikationsbedarf, der durchaus mit aktuellen CMS-Lösungen, auch OpenSource, realisiert werden kann, jedoch in Planung, Entwicklung und Implementierung eine Komplexität entwickelt, die einen erheblichen Personal- und Zeitaufwand mit sich bringt. Nicht zu vernachlässigen sind bei Projekten dieser Größenordnung die Folgekosten durch Fortentwicklung, Anpassung an kommende Anforderungen sowie Datenpflege und aktives Contentmanagement.
Der Schwerpunkt eines Content Management Systems im Unternehmensumfeld hat die Unterstüzung von bestehenden Prozessen zu sein. Die Technologie soll es ermöglichen Arbeitsabläufe im Unternehmen zu vereinheitlichen, zu vereinfachen und effektiver zu gestalten. Begriffe wie Enterprise Content Management[13] prägen diese Anwendungsfelder. Die Implementierung diverser weitere Funktionalitäten insbesondere von Kommunkationsschnittstellen lassen zentrale Lösungen einen erheblichen administrativen und technischen Aufwand hervorrufen. Insbsondere bei wachsenden Abhängigkeiten der Unternehmung von den implementierten Systemen erhalten die Bereiche Hochverfügbarkeit, Verbindlichkeit, Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit sowie Schnittstellenanalysen eine neue Dimension. Die Möglichkeiten zur Integration oder Migration bestehender Systeme in das neue idealerweise einheitliche System können für Unternehmen entscheidene Kriterien sein, sich für ein bestimmtes Produkt zu entscheiden. Systeme, wie Exchange 2010[14], Sharepoint 2010[15] oder der Office Communications Server[16] der Firma Microsoft als marktführende Produkte vereinen die Anforderungen von Content Management mit Kommunikationselementen in einer offenen Plattform, die sich in bestehende Workflows und Prozesse integrieren läßt. Mitbewerber, wie IBM mit den Plattformen WebSphere[17] und Lotus Domino[18]/Notes[19] bieten vergleichbaren Funktionsumfang sind jedoch eher in Nischen zu finden, tendieren jedoch auch eher zur Architektur der Collaboration Software, also weg von der klassichen Webbasierten Architektur der Content Management Systemen. Eine Entwicklung, die auch zu beobachten ist, ist dass die Grenzen zwischen diversen Konzepten der Informationsbereitstellung, der Bereitstellung von Kommunikationsschnittstellen mehr und mehr fließend ineinander übergehen und Lösungen geschaffen werden, die querschnittlicher die Anforderungen der Unternehmen befriedigen[20] Deutlich zu sehen ist ebenfalls, dass die Qualität eines Enterprise Content Management Systems sich über seinen Mehrwert, seinen Nutzen, den das Unternehmen hieraus für seine Prozesse erziehlen kann definiert und über die Funktionalitäten, die es sich aus der Masse der Mitbewerber hevorheben lassen.
Hieraus ergebenen sich u.a. folgende Anforderungen:
- Hochverfügbarkeit (Redundanz, Clustering)
- Skalierbarkeit
- Seitenübergreifende Benutzerverwaltung und Rollenmodelle
- Multiuserfähigkeit
- Vollständige Schnittstellenfunktionalitäten
- ausgiebige Workflowfunktionalitäten
- Einbettung von Echtzeit-Kommunikationsfunktionalitäten (Chat, Messaging, etc)
- Datensicherheit und Datenverfügbarkeit
- Datenschutz in kritischen Einsatzgebieten
- Workflowfunktionalitäten zur verteilten Erstellung und Bearbeitung von Content
- Zentrale Administrierbarkeit auch für multinationale Einsatzgebiete
- Zentrale Konfigurationsmöglichkeit zur Durchsetzung eines Cooporate Design
- Dokumentenmanagement und Medienverwaltung
5.3 Arten von CMS
5.3.1 Kommerzielle CMS vs. Open Source CMS
5.3.1.1 Was heißt Open Source
Open Source Produkte sind Entwicklungen, die unter GPL (GNU General Public License) gestellt sind, welche besagt, dass die Software:
- beliebig zu nutzen ist
- beliebig kopiert und weiterverbreitet werden darf, solange der Quellcode mitgeliefert wird
- frei nach eigenen Bedürfnissen verändert werden kann
- wenn sie oder Teile von ihr verändert bzw. verwendet werden wieder unter die GPL gestellt werden müssen.
Eines der berühmtesten Open Source Projekt ist Linux[21]. Kernaussage ist, dass an einem Open-Source-Programm in der Regel viele Entwickler umsonst arbeiten.
5.3.1.2 Vorteile von Open Source-CMS[22]
- Frei verfügbarer Quellcode: Durch den offenen Quellcode, können User mit entsprechendem Kenntnisstand Fehler selbst beheben oder gar eigene Module entwickeln bzw. erweitern.
- Kostenlose Weitergabe: Durch die Freiheit der Software und somit keine anfallenden Lizenzkosten, kann ein Open Source CMS einfach z.B. an Töchter Firmen weitergegeben werden.
- Weltweite Entwickler- und Nutzercommunities: Durch die oft vorhandenen großen weltweiten Communities werden Fehler oft schnell gefunden und beseitigt.
- Zukunftssicherheit: Dadurch, dass dieses System nicht an Unternehmen gebunden ist, spielen Problematiken wie Insolvenzen oder Weiterentwicklungs-Stop der Unternehmen keine Rolle bei Open Source CMS auf die Lebenserwartungen
- Bedingungslose Unabhängigkeit: Da nur offene Standards verwendet werden, ist man nicht von Unternehmens abhängigen Standards abhänging.
- Lizenzkosten/Anschaffungskosten: Da es sich um ein Open-Source Projekt handelt, entstehen keine Lizenzkosten.
5.3.1.3 Vorteile von Kommerziellen-CMS
- Nutzerorientierte Entwicklung: Kommerzielle Systeme werden überlicherweise nicht durch die Entwickler, sondern durch das Management geprägt. Dadurch dass bei Open-Source Projekten die Entwickler meist ihre Kernkompentenz in der Software Entwicklung haben und nicht in der Usability haben, sind kommerzielle CMS oft nutzerfreundlicher, rationaler und effizienter. Open Source Projekten wird oft unterstellt, dass diese zwar effektiv sind aber nicht effizient, da oft Lösungen doppelt bzw. mehrere Personen am gleichen Problem beschäftigt sind [23]
- Hoher Servicestandard: Da Hersteller von kommerziellen CMS, meistens schon über Erfahrung verfügen, erhält man einen optimierten Service und lückenlosen Support.
- Zentralisiertes Know-How: Man hat einen direkten Ansprechpartner und muss nicht in diversen Foren nach Lösungen suchen. Darüber hinaus hat der Hersteller schon Erfahrungen und kann spezielle Lösungszenarien zentral anbieten und Ideen können mit dem Hersteller direkt auf realisierbarkeit geprüft werden.
- Gewährleistung: Bei Open Source Systemen gibt es keinen haftbaren Hersteller. Wobei bei kommerziellen Systemen kann man je nach Nutzungsbedingungen einen Verantwortlichen ausmachen und dort Gewährleistungen einfordern.
5.3.1.4 Fazit Kommerzielle-CMS/Open-Source-CMS
Eine klare Aussage welches der beiden Optionen nun besser ist, ist nicht möglich. Vor- und Nachteilen können je nach Betrachtungsweise anders ausgelegt werden, ob man sich für ein Kommerzielles CMS oder Open-Source CMS entscheidet. Bei der Wahl des CMS sollte erst die Idee bzw. die Anforderungen geklärt sein, bevor man sich für eine der beiden Richtungen entscheidet.
Der Content-Management-Markt lässt sich in drei Bereiche teilen:[24]
- Low-End (Web Content Management, konstenlos bis 8.000 Euro): In diesem Bereich werden sich die Open-Source Projekte, wie Typo3 durchsetzen, da diese mit den nicht anfallenden Lizenzkosten ein schlagendes Argument haben gegenüber den kommerziellen Systemen.
- Mid-End (Web und Enterprise Content Managment, 8.000-60.000 Euro): In diesem Bereich werden sich kommerzielle Systeme, die sich bisher als zuverlässig erweisen haben, und Open-Source Projekte durchsetzen können.
- High-End (Enterprise Content Management, über 60.000 Euro): Aufgrund der Komplexität in diesem Bereich werden Open-Source-Projekte keinen Einzug halten. Desweiteren sind in diesem Segment Support, Beratung, Individualiserbarkeit und Prozessdesign die entscheidenden Argumente und nicht der Preis für z.B. Lizenzkosten.
5.3.1.5 Kommerzielle (Auflistung von CMS Produkten)
Tabelle auszugsweise entnommen von contentmanager.de[25]:
| Produktname | Produktname |
|---|---|
| activeWeb contentserver | Desktop CMS VIO.Matrix 6.0 |
| additor | Document Sciences - Output Management |
| add.min Content Management | EMC SourceOne - E-Mail Management |
| Administrator 2.5 | HyBrix Xportal |
| ADMON:CMS | HyperDoc® 5 |
| Aiyoota!-CMS | Hyperwave eKnowledge Suite 6.4 |
| Ant-On! | Imperia 8.5 |
| BeeSite® HR CMS | inxire ECM |
| Cabacos CMS | Life*CDM |
| CMS Laurin V 2.5.5 | MultiArchive 7.0 |
| contentXXL Business Content Management System | pirobase CMS® |
| CREATOR (you@web Content Manager) | PORTAL |
| cy:con - internetbasierte Softwarelösungen | redcms(c) ECMS |
| eesy - WCMS 3.0 | Simploo CMS |
| EGOTEC 4 | ST4 DocuManager |
| Ekumo | TIMETOWEB Content Management System |
| ePilot > CMS vom Mittelstand für den Mittelstand | Tridion R5.3 |
| FirstSpirit 4.2 | voilà content management 3.0 |
| iEdit Enterprise Edition 3.0 | WebGate 5 |
| InterRed 12 | Weblication CMS Enterprise |
| Noxum Publishing Studio | Day Communiqué 5 |
| onion.net 1.0.5 | dante® 4i |
| PC-WARE Portal Solution | CoreMedia CMS |
| Rapid Web Solutions | contentmanager 2008 |
| recon - Enterprise CMS | CONTENS professional |
| SixCMS 7.2 | arago DocMe |
| tinfeX CMS | WebGate Anywhere 4 |
| Toolpark pc3 | webEdition 5 |
5.3.1.6 Open Source (Auflistung von CMS Produkten)
Tabelle auszugsweise entnommen von contentmanager.de[26]:
| Produktname | |
|---|---|
| basecmp® Content Management System | |
| ConPresso 4 | |
| papaya CMS 5.0 (Open Source unter GPL) | |
| TYPO3 | |
| Drupal | |
| Joomla | |
| Cofax | |
| Midgard |
5.3.2 Server- oder Clientseitig
Bei serverseitigen CMS (z.B. Drupal, Joomla, Typo3) können die Webseiten einfach über den Webbrowser verwaltet werden. Es wird eine serverseitige Programmiersprache benötigt (z.B. PHP) in Verbindung mit einer Datenbank. Dadurch, dass die Internet-Präsenzen einfach über den Webbrowser verwaltet werden, muss nicht extra eine neue Software installiert werden und die Seiten können theoretisch von der ganzen Welt aus gewartet werden. Die Performance ist abhängig von den zur Verfügung gestellten Servern.
Bei clientseitigen CMS wird die Seite über ein spezielles Programm auf dem lokalen PC verwaltet. Die Daten werden dann auf den Server geladen. Diese Art von CMS wird häufig bei Seiten, die mit großen Mengen an Medien arbeiten, verwendet. clientseitige CMS bieten häufig auch komfortablere Layoutfunktionen.
5.3.3 Statisch oder Dynamisch
Man unterscheidet CMS einmal in statische, dynamische- oder in hybride Systeme. Dabei ist die Abspeicherung der Seiten gemeint bzw. wie die Ausgabe erfolgt. Bei statischen CMS werden die Inhalte "Fix und Fertig" auf dem Server abgelegt. Die anzuzeigene Seite liegt schon fertig auf dem Server. Bei dynamischen CMS wird die Seite erst beim Aufrufen der Webseite aus der Datenbank generiert. Die Seite wird quasi "live" erstellt. Bei hybriden CMS lässt sich auswählen wie das System die Seiten generieren bzw. abspeichern soll. Vorteil der statischen Seiten ist, dass die Serverlast nicht so hoch ist und dadurch eine höhere Perfomance und Verfügbarkeit erreicht wird. Für dynamische Seiten spricht die Aktualität, Flexibiltät und eine Personalisierung möglich ist. Bei der Wahl eines CMS sollte vorher analysiert werden, welche Arten von Inhalten publiziert werden sollen und ob diese überwiegend statisch oder dynamisch sind. [27][28]
5.3.4 Eigenentwicklungen
Eigenentwicklungen von CMS gibt es meist in größeren Unternehmen, da diese die finanziellen Mittel aufbringen können. Die Entwicklung kann durch eigene Programmmierer innerhalb des Unternehmens, Freie Mitarbeiter (engl. Freelancer) oder durch die Beauftragung eines externen Softwareherstellers geschehen. Man kann zwischen Individuallösung, das heißt die Entwicklung eines neuen Systems oder auf ein bereits bestehendes System, welches nur noch auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden muss, zurückgreifen.
Die Vorteile einer Eigenentwicklung sind Individualität und Flexibilität, da das CMS speziell auf dem eigenen Bedarf und Anforderungen des Unternehmens angepasst wird. Durch Anpassung der Software an die Bedürfnisse, Arbeitsabläufe und Umgebung der Anwender arbeiten sie so effizienter und effektiver. Eigenentwicklungen sind zudem "schlanker" was den Aufwand der Programmierung angeht, da nur die benötigte Funktionalität entwickelt und integriert wird. Änderungen und neue Funktionen können schneller in die Software einfließen als in Standardsoftware, zudem besteht keine Abhängigkeit zu kommerziellen Anbietern welche durch ein Strategiewechsel oder eine Insolvenz die Software in Gefahr bringen.
Nachteile sind die hohen Entwicklungskosten und der Zeitbedarf während der Programmierung. Sowie die Abhängigkeit der Mitarbeiter die das System entwickelt haben.
Nach der Einschätzung von Aleksander Stojanovic wird die Eigenentwicklung von CMS im Mid-End Bereich bald keine Rolle mehr spielen: "[...] Eigenentwicklungen von Webagenturen und Systemhäusern werden auf mittelfristige Sicht keine Chance gegen die geballte Kraft der OS-Communities haben. Und so wird vor allem im Mid-End Bereich die Fragestellung 'Open Source oder Lizenzsoftware' relevant sein."[29] ( 01/2006, Aleksander Stojanovic Managing Director bei Digital District, Agentur für digitale Kommunikation aus Düsseldorf).
5.4 Voraussetzungen für die Einführung von CMS
Im Vorfeld einer Implementierung eines CMS sollten einige zentrale Aspekte geklärt sein um eine spätere Analyse mittels der unten genannten Kriterien zu ermöglichen. Die folgenden Punkte sollen Problemstellungen und Möglichkeiten aufzeigen, die im Rahmen einer Soll-Ist-Analyse betrachtet werden sollten.
5.4.1 Anforderung an Hardware / Software / IT-Infrastruktur
In diesem ersten Absatz soll auf die Anforderungen an Hardware, Software und die zu Grunde liegende IT-Infrastuktur kurz eingegangen werden. Die erste Analyse dieses Themenfeldes sollte die Inventarisierung der bestehenden IT-Systeme darstellen. In wie fern und in welchem Ausnutzungsgrad sind bereits IT-Systeme vorhanden und in wie weit können diese durch weitere Aufgaben belastet werden. Synergieeffekte durch Parallelnutzung, sowie Unterstützung durch Virtualisierungsfunktionalitäten, sind hier ein positiver Beitrag zur Budgetierung des Projektes.
Diese Budgetierung bestimmt noch dazu wesentlich die Möglichkeiten zur Nutzung externer Anbieter. Die Ist-Analyse sollte sich hier die Frage stellen, in wie weit bereits Verträge zu Dienstleistern bestehen, oder organisatorische und finanzielle Möglichkeiten gegeben sind solche abschließen zu können?
Bei diesen Gedanken, der Option der externen Vergabe, sollte auch eine Spezifizierung der zu veröffentlichen Daten statt finden. In wie fern gibt es unternehmensinterne oder sogar gesetzliche Vorgaben, die es unterbinden oder verbieten Daten zu veröffentlichen oder auch nur an externe Dienstleister zur Verarbeitung zu überlassen?[30]
Zuletzt sollte eine Analyse die bestehende IT-Infrastruktur in reinster physikalischer Sicht betrachten. Inwiefern sind bestehende Netzwerkkomponenten und sonstige verbindungsbezogene IT-Ausstattungen vorhanden, um die im Projekt vorgegebene Zielgruppe vollständig zu erreichen?
5.4.2 Unternehmensstruktur
Der zweite Absatz beschäftigt sich mit der Organisation und Unternehmensstruktur. Im Rahmen der vorhergehenden Analyse und in anbetracht der Budgetierungen soll aufgezeigt werden, inwieweit interne Personalressourcen zur Verfügung stehen, um die geplanten Projekte zu unterstützen, oder vollständig selbst umzusetzen[31]. Dieses Personal muss jedoch auch im weiteren Implementierungsverlauf und schließlich im Produktivbetrieb in abgeschwächter Form für Daten- und Systempflege, sowie für Nutzerschulung zur Verfügung stehen. Hier stellt sich die Frage, ob die Möglichkeit und Notwendigkeit besteht, weitere Personalressourcen zu schaffen um so eine interne Realisierung zu ermöglichen. Dieser zusätzliche Zeitaufwand sollte sich in den bestehenden Dienstpostenbeschreibungen, Arbeitsverträgen und insbesondere die darin vorgesehenen Arbeitszeiten abzeichnen.
Die Unternehmensstruktur und die zeitlichen Möglichkeiten, sowie die IT-Ausstattung haben auch im restlichen Unternehmen zur Verfügung zu stehen. Eine Implementierung im Kleinen sowie im Großen birgt bei allen Nutzern Zeitaufwand, der wiederum ebenfalls über entsprechende Zeitbudgets zusätzlich zu den Kernbeschäftigungen gedeckelt sein muss.
5.4.3 Voraussetzungen Human Ressources / Verantwortlichkeiten Organisation und Inhalt
Der letzte Abschnitt befasst sich mit den personellen Vorraussetzungen und Verantwortlichkeiten innerhalb der Organisation. Wie im ersten Abschnitt angedeutet, sollte im Rahmen der Ist-Analyse der Personalbestand und der Ausbildungsgrad des vorhandenen Personals auf die neuen Anforderungen geprüft werden. Eine Soll-Ist-Analyse der notwendigen und vorhandenen Fachkompetenzen für die Anforderungen des Projektes ergibt im weiteren Verlauf ein klares Bild über den kommenden Aufwand der zu schaffenden Kompetenz. Desweiteren ergibt sich hieraus eine Bewertungsgrundlage für die Abdeckung möglicher Aufgaben durch internes Personal, sowie der nicht schließbaren Kompetenzlücken für die Vergabe von Teilprojekten an externe Dienstleister. Diese Personalanalyse sollte auch auf die Nutzerseite erweitert werden. Für die kommenden Aufgaben sollte eine Anforderungsanalyse an die Nutzer des Systems erstellt werden und entsprechende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für das Zielpersonal ermöglicht werden.
Content Management Systeme ermöglichen die Verteilung von Rollenmodellen, wie zum Bespiel die Verteilung der Personalverantwortlichkeiten, unter gleichzeitiger Kapselung der Nutzungsrechte zu berücksichtigen. Dieses System ermöglicht es Personen im nicht administrativen Umfeld eine administrative oder moderierende Aufgaben zuzuweisen und so die eigentliche Administration durch weniger Zeitaufwand zu entlasten und gleichzeitig die Fachkompetenz der neuen Rollenträger in das System zu integrieren. Dieses erfordert jedoch Rollenträger benennen zu können, welche die Kompetenz und die Zeit verfügen diese neuen Aufgaben wahrnehmen.
5.5 Kriterien
5.5.1 Datensicherheit - Informationssicherheit
IT-Systeme sind heute ohne integrierte Sicherheitsfunktionen nicht mehr denkbar. Dabei geht es um den Schutz vor Bedrohung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen und Diensten.[32]
Die Forderungen nach Verfügbarkeit und Integrität als Aspekte der Datensicherheit und Informationssicherheit müssen durch die Bereitstellung von definerten Berechtigungsgruppen und einer möglichst nicht manipulierbaren Protokollierung und Versionierung sichergestellt sein. Ziel hat es zu sein, alle schreibenden Zugriffe, sowohl durch Autoren, als auch Administratoren, im Rahmen einer Protokollierung zu erfassen. Nur somit kann sichergestellt werden, dass sowohl versehentliche als auch wissentliche Modifikationen definierten Verursachern zugeordnet und falls notwendig rückgängig gemacht werden können.
5.5.2 Datenschutz
Der Begriff Datenschutz bezieht sich auf den Schutz von personenbezogenen Daten von natürlich, lebenden Personen. Es soll damit der sogenannte "gläserne Mensch" verhindert werden und das Grundrecht auf Informationelle Selbstbestimmung eingehalten, beziehungsweise die Weitergabe und Verwendung der Daten bestimmt werden. Die wichtigsten Vorschriften für den öffentlichen Bereich finden sich für die öffentlichen Stellen des Bundes im Bundesdatenschutzgesetz und für die jeweiligen Bundesländer im Landesdatenschutzgesetzen. Für den nichtöffentlichen Bereich enthält das Bundesdatenschutzgesetz vor allem im dritten Abschnitt wichtige Regelungen. Daneben gibt es noch weitere spezielle Gesetzen und Regelungen.[33] Das CMS soll in der Lage sein den Datenschutz einzuhalten. So kann zum Beispiel durch die Benutzerverwaltung/Rollenverteilung der Zugriff auf personenbezogene Daten nur einer bestimmten Gruppe von Anwendern zugänglich gemacht werden.
5.5.3 Benutzer-/Rechteverwaltung
Eine in das CMS integrierte Benutzer und Rechteverwaltung muss garantieren, dass der Zugang nur für registrierte Benutzer ermöglicht ist und nicht registrierte Nutzer ausschließlich Zugriff auf öffentliche Seiten erhalten und/oder die Möglichkeit der Registrierung besitzen. Diese Registrierung und Verwaltung soll im öffentlichen Frontend des CMS oder durch die Anbindung der unternehmensweiten User-Verwaltungs-Tools/Verzeichnisdienste wie beispielsweise an ein MS Active Directory, eines Novell Directory Services oder Vergleichbarem erfolgen.
Die weitere Rollenzuweisung der Benutzer sollte durch die Administratoren oder spezielle Benutzer-Administratoren innerhalb des CMS oder die Zuweisung der Rechte durch Gruppenzugehörigkeiten der Benutzer im Rahmen der Verzeichnisdienstintegration automatisiert erfolgen. Letztere Möglichkeit ergibt eine Zeitersparnis und eine einheitliche Dokumentation über die Nutzern zur Verfügung gestellten Ressourcen.
Eine Aufsplittung der Wirkung von Rollen und die Tiefe der Berechtigungsmodelle gestallten sich von grundlegenden Abstufungen wie Administratoren, Schreibrechte, Leserecht und kein Zugriff, über tiefergehende Modelle, wie Autoren, Moderatoren, Administrationsstufen, bis hin zur Rechtevergaben auf Katerorien oder sogar einzelnen Dokumente im Rahmen der Lösungsspezifischen Sicherheitsanforderungen.
Auflistung einer möglichen komplexen Aufteilung von Benutzerrollen:
- Administratoren
- System-Admin (Verwaltung von systemspezifischen Einstellung z.B Datenbankverbindung, Publish Konzept)
- Benutzer-Admin (Verwaltung von Benutzern und Rechte)
- Template-Admin (Verwaltung der Template / Kontrolle und Pflege Coporate Design)
- Webmaster (Verwaltung der Website Struktur)
- Autoren
- Author (Erstellen von Artikeln)
- Power Author (Erstellen von Unterstrukturen ab der 2/3 Navigationsebene; Approver in einem Maker/Checker Prinzip
- Moderatoren
- Developer (Nutzung der CMS API für eigene kleine Anwendungen und Erstellung von dynamischen Inhalten)
- Deployer (Starten eines Publishes bei CMS, die ein gesondertes Publish-Konzept haben (kein Ad-Hoc Deployment)
Die Begrifflichkeiten der verschiedenen Rollen variieren an diversen Lösungen teils stark voneinander, jedoch sollten die verschiedenen Funktionen und die damit verbundenen Rechte im Rahmen der Installations- und Konfigurationsvorgaben eindeutig dokumentiert sein.
5.5.4 Sicherheit / Angriffe von außen
Die Sicherheit eines Content Management Systems ist von diversen Faktoren abhängig und sollte zur Aufrechterhaltung der Verfügbarkeit des Systems starke Beachtung finden. Je tiefer ein System in die Prozesse eines Unternehmens integriert wurde, desto höher ist der wirtschaftliche Schaden bei einem Ausfall. Dieses Risiko erhöht sich durch Verknüpfungen zwischen Intranet- und Internetanwendungen, beispielsweise durch die Möglichkeit zur Nutzung des Intranets durch Externe oder durch Fernwartungsfunktonen.
Außer den wirtschaftlichen Gründen hat die Abscherung eines solchen Systems auch rechtliche Gründe. Sowohl die Absicherung möglicher personenbezogener Daten[34], welche in dem System zur Verarbeitung vorgehalten werden, als auch die Sicherung von betriebswirtschaftlichen Daten gegen Diebstahl und Manipulation sind rechtliche Aspekte, die zu beachten sind.
Einerseits basiert die Sicherheit eines CMS auf der Hardware auf dem es installiert wurde, daher sollten Vorkehrungen wie redundante Hardware verfügbar sein und die Wahl des Aufstellungsortes des Servers in Betracht gezogen werden. Bei der Vergabe an einen externen Dientsleister sollten sich entsprechende Service Level Agreements (SLA) in den Verträgen wiederfinden.
Der wichtgere Teil basiert jedoch auf dem System selbst. Einerseits auf der Härtung des zu Grunde liegenden Betriebssystems, andererseits auf der Konfiguration und der programmtechnischen Absicherung des CMS. Die zentrale Problemstellung hier ist das notwendige Patchmanagement.
Hier treten nun die Vor- und Nachteile von Open Source Systemen auf. Einerseits gibt es die Vorstellung, dass ein nicht offenes System aufgrund der Unkenntnis des Quelltextes sicherer wäre. Andererseits ist das Monitoring, die ständige Prüfung durch ein breites, wahrscheinlich nicht betriebsblindes Publikum ein Sicherheitsaspekt, der sehr schwer wiegt. Auch die Reaktionszeiten im Rahmen des Patchmanagements von kommerziellen und Open Source Lösungen liegen mittlerweile gleich auf. Jedoch steigt und sinkt die Verfügbarkeit solcher Updates und Patche mit der Verfügbarkeit der Community eines Open Source Systems. Je träger diese ist, je weniger Mitstreiter es sind, je unbekannter ein System ist, um so länger bleiben Exploites ungepatched und müssen über andere technische oder organisatorische Wege ausgeglichen werden. Hier hat man bei einem kommerzellen System mit entsprechenden Serviceverträgen schon mehr Handlungssicherheit in der Forderung nach sicherheitstechnischen Updates und Patchen. Diese Aspekte, insbesondere die Aktivität und Verfügbarkeit einer Community bei der Auswahl eines Open Source Systems, sowie die Verbindlichkeit von Serviceverträgen ein kommerziellen Systemen, sollten in der Analyse ein stark gewichtetes Kriterium sein.
5.5.5 Datensicherung/Widerherstellung/Inhaltliche Qualitätssicherung
Der erstellte Inhalt der Webseite stellt einen enormen Wert dar, deshalb sollte man bei der Wahl eines Content-Management-System auf Funktionen zur Datensicherung/Wiederherstellung und zur Inhaltlichen Qualitätssicherung achten. Der Verlust aller Daten wäre fatal, aber auch falscher bzw. veralteter Inhalt auf der Webseite wirkt sich negativ aus. Für den Fall eines Serverausfalls, sollte das CMS eine Funktion zur Erstellung von Backups haben bzw. Import- und Exportschnittstellen zur Wiederherrstellung haben. Alternativ sollte das CMS über Clusteringfunktionen verfügen und sich notfalls wieder nach Inbetriebnahme mit seinem Clusterpartner synchronisieren können. Es sollte auch eine Funktion zur Versionierung vorhanden sein, damit alte Datenbestände wieder eingestellt werden können. Da in einem CMS Mitarbeiter mit unterschiedlichsten Qualifikation arbeiten, sollte auch darauf geachtet werden, wie das System die Zugriffe verwaltet. Ob das CMS zeitgleiche Zugriffe erlaubt oder der Content nur von einem Mitarbeiter bearbeitet werden kann, damit man sich nicht in die Quere kommt. Ein weiterer Punkt ist die Abbildung von Workflows, damit das Zusammenspiel der Mitarbeiter automatisiert werden kann. Ein Beispiel dafür ist, wenn ein Redakteur ein Artikel schreibt und dieser erst von seinem Vorgesetzten freigegeben werden muss. Eine weitere Funktion die zur inhaltlichen Qualitätsicherung dienen kann, ist ein "Verfallsdatum" für Artikel.[35]. Eine andere bedeutende Funktion zur Inhaltlichen Qualitätssicherung ist das Link Management. Bei großen Internetseiten ist es aufgrund der Komplexität nicht mehr möglich, alle Verlinkungen auf Korrektheit zu überprüfen ob die verlinkte Seite noch existiert. Daher soll in solchen Fällen das CMS in der Lage sein, "Tote-Links" zu erkennen und zu korrigieren bzw. auszublenden. [36]
5.5.6 Auswertung / Monitoring
Webpräsenzen entwickeln sich immer weiter und sollten heutzutage mehr können, als nur das Unternehmen zu präsentieren. Die Präsenz kann auf unterschiedlichste Weise zur Wertschöpfung beitragen. So können zum Beispiel Fragen die häufig am Telefon gestellt wurden über die Webseite verfügbare Knowledge Database (KDB) beantwortet werden oder mittels Webshops neue Vertriebswege eröffnet werden. Aber auch zur Kontrolle wie die Webseite angenommen und genutzt wird, können Monitoring- oder Auswertungsfunktionen helfen. Mithilfe von Performance-, Nutzer-, oder Sicherheitsanalyse soll die Internet-Präsenz überwacht und auswertbar gemacht werden, damit man z.B. Fehler im Seitenlayout findet.[37][38][39]
Der Aspekt Performanceanalyse bietet die Möglichkeit Zugriffszeiten für Ein- und Ausgabe von Daten und Abfragen zu protokollieren, um entsprechende Trends bzw. Ausfälle oder Störungen erkennen zu können.
Die Nutzeranalyse bietet die Möglichkeit im Rahmen von Marketinganforderungen das Nutzerverhalten festzustellen und entsprechende Auswertungen bereitzustellen. Diese Protokolle können wichtige Informationen zu Nutzeranforderungen und genutzten bzw. nicht genutzten Funktionalitäten liefern. Auch gezieltere Werbung oder nutzerorientierte dynamische Prozesse können so generiert werden um so die Akzeptanz des Nutzers für die Nutzung zu erhöhen.
Unter Sicherheitsanalyse ist zu verstehen, dass sowohl die Funktionen des CMS, als auch die Kommunikationswege aus dem System und zwischen angeschlossenen Systemen überwacht werden können. Diese Überwachung ermöglicht es Angriffe, oder Manipulationsversuche im Vorfeld zu erkennen und so Störungen vorbeugen zu können.
5.5.7 Konsistenz
Konsistenz wird als Bestand und Zusammenhalt definiert. So kann die Gestaltung der Webseite als konsistent angesehen werden, wenn überall die Corporate Identity des Unternehmens eingehalten wird, das Interface ein einheitliches Aussehen und Aufbau besitzt, um die Wiedererkennbarkeit für den Benutzer zu erleichtern oder das bestimmte Funktionen immer die gleiche Auswirkung und Bezeichnung besitzen. Aufgrund der Komplexität von größeren Webseiten treten daher schnell Probleme, sprich Inkonsistenzen auf. Aufgabe eines CMS ist es daher, die Konsistenz zu erhalten.
Ein CMS kann Konsistenz auf mehreren Ebenen fördern, beispielsweise folgendermaßen:[40]
- Es können Listen eingerichtet werden, aus denen die Werte bestimmter Attribute ausgewählt werden.
- Attribute können mit einem Standardwert belegt werden.
- Kundenspezifisch konfigurierbare Assistenten können Hinweise zum Aufbau von Inhalten geben.
5.5.8 Multiuserfähigkeit
Die Multiuserfähigkeit ergibt sich in fast allen am Markt vorhandenen Systemen aus der Konzeptionierung eines Nutzer- und Rollenmodells. Bei serverbasierten Systemen ist der gemeinsame Zugriff auf das selbe System technisch grundlegend ermöglicht. Bei clientseitigen Systemen kann es hier anders aussehen. Die Möglichkeiten zur zeitgleichen Bearbeitung des logisch selben Contents ist jedoch eine Qualität, die nur ausgewählte Produkte Ihrer Zunft beherrschen, wie beispielsweise das Produkt Microsoft Sharepoint Server 2010[41]. Übliche Systeme im klassischen Bereich des Content Managements sind lediglich in der Lage durch sequenziell erfolgte Zugriffe auf den selben Content eine gemeinsame Bearbeitung zu ermöglichen. Jede andere Form des Zugriffs führt im Guten zu Replizierkonflikten, im schlimmsten Fall zu Datenverlust, möglicherweise auch zu Inkonsistenzen in den Datenbeständen. Eine Versionierung ist hier ein Mindestmaß, um nachvollziehbare Nutzerzugriffe zu gewähren, eine echte Multiuserfähigkeit bietet dieses jedoch nicht.
5.5.9 Unterstützung/Support
Der Support dient zur Unterstützung bei Fehlern oder Problemen bei der Nutzung von Software und hat meist eine problemorientierte Beratungstätigkeit.
Hier kann grob in drei Kategorien unterschieden werden:
- Support über den Hersteller:
Unternehmen bieten meist zu dem Verkauf ihrer Software Wartungsverträge an, sogenannte Service Level Agreements (SLAs). In ihnen kann zum Beispiel die Reaktionszeit bei auftretenden Problemen geregelt werden, die Update bzw. Upgrade Möglichkeiten des Produktes, eine Vor-Ort Unterstützung oder die Fernwartung festgelegt werden. Unter Anderem ist bei den meisten Herstellern eine telefonische Hotline oder ein E-Mail Support eingerichtet. Bei kommerziellen und Open Source Produkten ist immer eine Dokumentation vorhanden. Zudem gibt es vom Hersteller oder von anderen Anbietern Schulungsangebote, welche den Teilnehmern die Funktionsweise oder Administration gezeigt wird.
- Fachliteratur
Abhängig von der Verbreitung des Produktes gibt es dementsprechend eine kleine oder große Auswahl von Fachliteratur, in denen verschiedene Autoren Grundlagen, Funktionsweise und Anwendungsbeispiele der verschiedenen CMS aufzeigen.
- Unterstützung durch Community
Ausgehend von dem Verbreitungsgrad der Software gibt es eine kleine oder große Community, welche durch Internetforen, Maillisten, Blogs, Chats und Events über ihre Erfahrungen, Installation und Probleme berichten.
Die Unterstützung ist ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines CMS, da kaum ein Unternehmen ohne Hilfestellungen des Herstellers, der Community oder geeigneter Fachliteratur auskommt. Es sollte hier in Betracht gezogen wedern, dass je höher der Verbreitungsgrad ist desto besser ist die Unterstützung der Community und die auch zukünftige Existenz des Produktes am Markt.
5.5.10 Benutzerfreundlichkeit
Bei der Auswahl eines CMS wird die Benutzerfreundlichkeit bzw. Handhabung des CMS oft vernachlässigt. Technische Aspekte, Kosten oder Features stehen im Blickpunkt. [42] Ein CMS wird nur erfolgreich genutzt und akzeptiert, wenn der Umgang den Anwender verständlich ist und sie damit produktiv arbeiten können. Wichtig ist unter anderen die Entwicklung der Datenmenge, welche sich im laufe der Zeit ansammelt und das CMS bedienbar bleibt oder in die Knie zwingt.[43]
Die Vorteile von der Usability sind:[44]
- Erfolgssicherheit und Planbarkeit: Schon bei der Planung des CMS sollten die Punkte der Benutzerfreundlichkeit betrachtet werden. Es sollte von allen Beteiligten die Bedürfnisse ermittelt werden. Denn eine GUI die einem Administrator gefällt, wird möglicherweise den Bedürfnissen eines Redakteuers nicht gerecht.
- Zeitersparnis: Durch eine einfache Bedienbarkeit sind keine langen Schulungen notwendig.
- Kostenersparnis: Durch z.B: geringen Schulungsbedarf oder weniger Fehlern in der Bedienung, kann Arbeitszeit und Kosten eingespart werden.
- Motivation: Wenn ein CMS nicht benutzerfreundlich ist, werden es die Anwender nicht annehmen und die Motivation damit zu arbeiten sinkt.
Die Usability kann z.B. an folgenden Punkt kontrolliert werden:
- Orientierung: Es sollte dem Benutzer immer klar sein, wo er sich befindet und wo bestimmte Funktionen sind.[45]
- Einfachheit: Die Rechte eines User beeinflussen die Einfachheit, jedoch sollten einfache Aufgaben ohne große Schulungsmaßnahmen durchgeführt werden können. Das Interface sollte nicht überladen wirken (z.B. zu viele Funktionen oder geöffnete Fenster), sind Fehlermeldungen verständlich und tägliche Aufgaben schnell zu erreichen. [46]
- Vertrautheit: Ähnelt bzw. verhält sich das CMS wie bereits andere bekannte Software z.B. Word. Durch eine Vertrautheit von Funktionen verringert sich die Einarbeitung.[47]
- Konsistenz: Die gleichen Funktionen in einem CMS sollten alle die selbe Auswirkung haben und die Navigationselemente sollten auf ein Minimum beschränkt sein.[48]
- Visuelles Feedback: Es sollte immer erkennbar sein, was gerade getan werden kann und was nicht. Der Status sollte erkennbar sein, über z.B. einer Sanduhr oder Fortschrittsbalken.[49] Gibt es Textlabels zur Erklärung von Icons? Zudem sollte immer die oberste Navigationsebene sichtbar sein. [50]
- Reaktionsvermögen: Die Wartezeiten für einen User sollten so gering wie möglich sein, um damit die Arbeit nicht zu blockieren und die Motivation nicht zu schmälern.
- Fehlertoleranz: Fehler sollten so weit wie möglich veringert oder im vorhinein abgefangen werden. Fehler werden jedoch gemacht und so sollte überprüft werden wie das CMS damit umgeht. Kann der User Arbeitsschritte rückgängig machen, wenn ja wieviele? Wie verhält sich das System bei unerwarteten Eingaben wie z.B. wenn Buchstaben in einem Datumfeld eingegeben werden.[51]
- Skalierbarkeit: Wie kann das CMS auf wachsende Anforderungen angepasst werden. Es muss mit den Datenmengen mitwachsen können.
- Rechtebasierte Filterung: Mitarbeiter sollen nur Sachen/Funktionen/Aufgaben sehen welche sie auch bearbeiten dürfen und können. Dadurch sollen diese nicht unnötig abgelenkt werden und das Interface kann somit übersichtlicher gestalltet werden.[52]
- Inhaltbasierte Filterung: Die Suche nach Inhalten kann in einem CMS sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. Da jeder User anders nach Daten sucht, sollte es möglich sein nach unterschiedlichen Inhaltselementen zu suchen, wie z.B. Schlüsselwörter, Volltextsuche, Metadaten, Autorensuche usw. [53]
5.5.11 Personal/Human-Ressources
Bei jeder Einführung eines neuen IT-Systems, müssen die Mitarbeiter von dem neuen System überzeugt sein. Denn nur ein akzeptiertes System wird genutzt und kann einen Nutzen erbringen. Dabei gilt es die Anforderungen der Anwender, Content-Management-Spezialisten und IT-Experten alle gleich zu berücksichtigen.
Zentrale Fragestellungen im Zusammenhang bei der Auswahl eines CMS und Human-Resources sind: [54]
- Anforderungen an das Content-Management-System (Kann das System die Ansprüche der Anwender erfüllen; Welche Arbeitsabläufe sind betroffen, verändert oder ersetzt; Welche Zielsetzungen haben die Mitarbeiter an das CMS)
- Auswirkungen der Einführung eines Content Management-System ( Welches Know-How wird benötigt bzw. ist vorhanden; Kann man Vorkenntnisse nutzen; Welche Weiterbildungsmaßnahmen werden nötig; Welche Mitarbeiter sind zur Weiterbildung bereit)
- Projekt-Realisierung und Personalressourcen (Sind die notwendigen Ressourcen verfügbar)
5.5.12 Personalisierung der GUI
Die Grafische Benutzeroberfläche (GUI) kann in den meisten Anwendungen durch administratives Personal allgemeingültig, nach Anwendergruppen oder für einzelne Benutzer umgestaltet werden. Einige der Content Management Systeme erlauben es Benutzern ihr Benutzerumfeld zu personalisieren und ihren Bedürfnissen, sowohl grafisch durch Zuweisung von Templates, als auch funktionell durch Auswahl besonders oder ausschließlich genutzter Inhalte anzupassen. Diese Konfigurationsmöglichkeiten erlauben es den Benutzern, ihr Arbeitsumfeld ergonomischer, freundlicher, intuitiver und somit effizienter zu gestalten.
5.5.13 Skalierbarkeit
Skalierung ist die Fähigkeit einer Software, bei wachsenden Ressourcenbedarf der Anforderungen sich anzupassen. So können Ressourcen bei steigender Auslastung, ausgetauscht werden ohne dabei umfangreiche Veränderungen an der Anwendung selbst vorzunehmen. Eine optimal skalierbare Software steigt linear zur Nennlast und Ressourcenbedarf an, wobei eine schlechte Skalierung bei geringer Nennlast das doppelte der Ressourcen benötigt. Als Beispiel kann eine Webseite die Anfangs wenig Zugriffe zählt durch Marketing einen Schub an Zugriffszahlen bekommen und unter der Last zusammenbrechen oder sich anpassen.
5.5.14 Systemanforderungen / Betriebssystem / Hardware
Die Systemanforderungen eines Content Management Systems variieren zwischen den verschiedenen Produkten, in ihrem Umfang oder den genutzten Optionen und dem Nutzungsverhalten. Dennoch sollte daruf geachtet werden, in wie fern sich Hersteller oder Open Source Projekte auf bestimmte grundlegende Basisprodukte festlegen.
Muss es ein bestimmtes Serverbetriebssystem sein? Erlaubt das CMS unterschiedliche Datanbanksysteme zu nutzen oder wird ein bestimmtes aus programmtechnischen Gründen vorgegeben? Auch bei gleichem Funktionsumfang können die Anforderungen an die Hardware stark variieren und sollten auch in einer späteren Kostenbetrachtung einfließen. Wenn bestimmte APIs eines Windows Server Betriebssystem vorausgesetzt werden oder sogar ein Datenbanksystem eines Herstellers wie Oracle vorausgesetzt wird, so werden die Folgekosten durch Lizenzgebüren, Schulungen und Erweiterungsaufwendung deutlich höher ausfallen als bei einer Open Source Linux Distribution und einem MySQL-Datenbankserver.
Des weiteren differieren die verschiedenen Lösungen in ihrem Anforderungszuwachs bei anwachsender Nutzung. Hier geben Hersteller und unabhängige Communities Hinweise auf Belastungstests und wichtige Tipps zu Hard- und Softwarekonfigurationen, sowie Hinweise auf Monitoringfunktionen und Kennzahlen zu diversen Performanceaspekten.
In Betracht zu ziehen sind mögliche Synergieeffekte zu bestehenden Verfahren oder Projekten durch gemeinsame Datenbanknutzung und Serverzusammenfassung.
5.5.15 Technische Anforderungen Nutzerinterface
Das Benutzerinterface in Form einer Webbasierten grafischen Benutzeroberfläche oder vergleichbarem sollte zur Förderung der Nutzerakzeptanz und reibungslosen Implementierbarkeit keine oder nur geringe erweiterte Anforderungen an der clientseitigen Software und Hardware stellen. In der Regel kommen die populärsten Open Source und kommerziellen Systeme ohne weitere Installationen und Konfigurationen aus. Es gibt jedoch auch Produkte am Markt die erweiterte Anforderungen haben.
Als erstes zu nennen sind hier diverse Plugins für interaktive Inhalte, welche mit Flash- oder Javatechnologien umgesetzt wurden. In Kreisen der IBM Produkte wird sehr häufig mit ActiveX-Inhalten gearbeitet[55], welche die Interaktion zwischen der Browserschnittstelle und der Serverapplikation ermöglichen sollen.
Desweiteren sind nicht alle Lösungen browserunabhängig oder haben zumindest Vorzüge was die Browsernutzung angeht. Einzelne Funktionen sind mehr oder weniger, je nach genutztem Browser nutzbar, oder haben bei bestimmten Produkten spürbare Performanceeinbußen durch Inkompatibilitäten.
Betrachtungen der clientseitigen Voraussetzungen können sowohl Aufwand für Personal und Material sparen, als auch messbar die Nutzerakzeptanz steigern.
5.5.16 Unterstützung Offener Standards
Offene Standards ermöglichen es, alle möglichen Arten von Daten frei und ohne Veränderungen mit anderen zu teilen. Sie verhindern eine Herstellerabhängigkeit und andere künstliche Barrieren gegen Interoperabilität. Des Weiteren fördern sie die Auswahl zwischen Anbietern und technischen Lösungen.[56] Offene Standards ermöglichen neben den anderen Dokumententypen einen effizienten Austausch von Dokumenten und Wissensinhalte, daher ist das befolgen dieser Standards ein wichtiger Punkt eines zukunftssicheren CMS.
Beispiele für offene Standards von Dokumentenstandards:
- Office-Dokument-Standards ODF (Open Document Format)
- Office Open XML (durch Microsoft offengelegt)
5.5.17 Plattformunabhängigkeit
Plattformunabhängigkeit beschreibt die Eigenschaft einer Software auf verschiedenen Computersysteme beziehungsweise Betriebssysteme lauffähig zu sein. Die meisten CMS benutzen Programmiersprachen wie PHP, Java und ASP, die Darstellung der Inhalte erfolgt über einen Webserver, wie zum Beispiel dem Apache HTTP Server oder dem Microsoft Internet Information Services (IIS). Desweiteren muss die Datenbankunterstützung des CMS berücksichtigt werden welche meist auf MSSQL oder MySQL beruht. Es ist darauf zu achten, dass die Kompatibilität zwischen CMS und Datenbank gewährleistet ist. Daher ist dass CMS nicht an einem Betriebssystem gebunden, sondern abhängig von der Unterstützung des Webservers und der Datenbank.
5.5.18 Modularität/Eweiterungsmöglichkeiten
Ein CMS soll für längere Zeit genutzt werden können, daher können sich Anforderungen in Zukunft ändern und sollte bei der Auswahl berücksichtigt werden. Das CMS sollte modular aufgebaut sein, damit es sich leicht erweitern lässt. Damit kann das CMS der Unternehmensentwicklung gerecht werden[57]. Der Vorteil eines Modularen-CMS ist es, das Basis-Programm weiter zu nutzen und bei steigenden Anforderungen diese um Module zu erweitern[58].
5.5.19 Medienverwaltung
Die Medienverwaltung ist ein Tool welches zum Beispiel erlaubt Bilder, Videos und Audio Daten zu verwalten. Hier können Medienverzeichnisse angelegt, gelöscht oder kopiert werden. Der Benutzer oder Redakteuer kann so ohne tiefgreifende Kenntnisse die Mediendateien des CMS verwalten.
Beispiele für ein medienverwaltungsfähiges CMS:
- WYSIWYG-Editor
- Verwaltung von Bildern, Videos, Animationen
- Durchsuchbarkeit anhand von Metainformationen
- Versionierung
- Nachbearbeitungsmöglichkeiten durch eingebettete Bearbeitungstools (vgl. Photoshop elements im Web)
- Eingebettete Funktionen der Text-/Tabellen- und Bildbearbeitung um Datenup- und download auf das notwenigste zu begrenzen und so Bearbeitungszeiten zu minimieren (WYSIWYG-Editor mit Grundfunktionen)
5.5.20 Content-Life-Cycle-Management
Vor der Einführung eins Content Management Systems sollten die Workflows ermittelt werden, die für das Content-Management erforderlich sind. Diese Prozesse können je nach Firmengröße bzw. der Website variieren. Es kann z.B. eine einstufige Freigabe geben, wo ein Mitarbeiter den Content erstellt, prüft und freigibt. Bei einer mehrstufigen Freigabe erstellt ein Mitarbeiter den Inhalt und übergibt diesen der Freigabestelle bzw. Qualitätsprüfung, die den Content prüft und entweder eine Freigabe erteilt oder zum Redakteuer zurückschickt. Je nach Beschaffenheit des Prozesses zum "Content-Life-Cycle-Management" können Funktionen und Feature von CMS überprüft werden ob diese zum Erstellen bzw. Betreuen von Content hilfreich sind. Bei der Ermittlung und Modellierung der Prozesse sind zwei Arten zu unterscheiden wie man vorgehen kann:
- Man modelliert die Workflows an den Wünschen des Unternehmens, so als ob man auf einer "Grünen Wiese" steht
- Die Abläufe werden an die Software angepasst
Die verschiedenen Phasen eines Contents können grob in folgenden zeitlichen Abschnitten dargestellt werden:
1. Erstellung/Überarbeitung
- Ein Autor erstellt die Inhalte die auf der Webseite veröffentlicht werden sollen. Dies können Texte, Grafiken oder andere Medienformate sein. Dies kann intern geschehen, aber auch von externen Unternehmen durchgeführt werden, wie z.B. von Werbeagenturen.
2. Freigabe/Kontrolle
- Der in der vorigen Phase erstellte Content wird nun geprüft, dies kann durch den eigenen Mitarbeiter geschehen oder durch authorisierte Mitarbeiter. Der Inhalt wird dann abgelehnt und muss überarbeitet werden oder wird freigegeben.
3. Publikation
- Dies ist der Übergang von der internen zu externen Verarbeitung. Der Inhalt wird nun im Intranet, Extranet oder Internet publiziert.
4. Archivierung/Löschung
- Alte Inhalte werden gelöscht oder archiviert, um diese wieder zu verwenden zu können bzw. zu überarbeiten.
5.5.21 Barrierefreiheit in der Erstellung und Ausgabe
Durch einen barrierefreien Internet-Auftritt soll es ermöglicht werden, dass jeder diese Seite nutzen und lesen kann, egal welche Behinderung vorliegt.
Webangebote des Bundes und dem Bund zugehöriger Institutionen sind dazu verpflichtet ihre Internet-Auftritte barrierefrei zu gestalten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen des barrierefreien Internet-Zugangs werden für die Einrichtungen des Bundes im Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen - Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) vom 27. April 2002 und in der Verordnung zur Schaffung barrierefreier Informationstechnik nach dem Behindertengleichstellungsgesetz (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung - BITV) vom 17. Juli 2002 geregelt [60]). Der Begriff der Barrierefreiheit bezieht sich jedoch nicht nur auf Menschen mit einer Behinderung, sondern auch auf die Darstellung von Internetseiten auf Mobilen-Geräten[61]. Vorteile die sich durch eine barrierefreie Internet-Seite ergeben sind: erhöhte Reichweite (die Seite ist für alle Menschen zugänglich), kurze Ladezeiten, Image-Gewinn, Qualität und Nachhaltigkeit[62]. Diese Vorteile stehen einem Mehraufwand in der Planung der Seite und Strukturierung gegenüber. Der Autor muss z.B. Bildern mehr Metainformation mitgeben[63].
Eine Barrierefreiheit kann z.B. über folgende Maßnahmen realisiert werden (dies sind nur Beispiele):
- Trennung von Inhalt und Präsentation: So können Geräte, die mit der grafischen Darstellung nichts anfangen können, die Struktur zur Präsentation nehmen.[64]
- Logische Strukturen schaffen: Wenn z.B. Tabellen eingesetzt werden, soll das Format sinnvoll und systematische Zelleninhalte beinhalten, denn die Screen-Reader können immer nur eine Tabellenzeile erfassen.[65]
- Nicht für bestimmte Geräte arbeiten: Die Webseite sollte z.B. nicht nur für einem Browser oder Betriebssystem oder Auflösung ausgelegt sein. Es sollten z.B. nur relative Größenangaben verwendet werden.[66]
- Abwärtskompatible Seiten erstellen: Wenn neue Features (Flash- oder Java-Applets) genutzt werden, sollte die Seite auch ohne dieses Feature funktionieren.[67]
- Alternativen bereitstellen: Grafiken können z.B. abgeschaltet sein bzw. Blinde können diese nicht sehen, daher sollten die Metadaten wie das "ALT"-Attribut gepflegt werden.[68]
- Farbliche Strukturierung: Farbenblinde können bestimmte Inhalte nicht erkennen, daher sind Rot/Grün Kombinationen nach Möglichkeit zu vermeiden.[69]
- Schriftgröße variabel: Die Schriften sollten vergrößerbar sein, damit sehschwache Nutzer die Schrift im Browser vergrößern können. Dabei sollten relative Schriftgrößen verwendet werden.[70]
5.5.22 Lizenzmodelle
- Applikation Service Providing (ASP)-Lösung
Bei diesem Konzept wird die Lizenz nicht einmalig erworben sondern vom Applikation Service Provider gemietet. Der Provider stellt dabei eine "fertige" Lösung zur Verfügung. Der Betreiber ist verantwortlich für die administrativen Aufgaben, wie die Server-Installation und Wartung. Wobei man hier auch von einer Art Nutzungsgebühr sprechen kann. Es kann noch zwischen zwei Ausbaustufen wie "selbst konfigurierbar" bis "sofort startklar" unterschieden werden.[71][72][73]
- Kauf einer Lizenz
Dies ist das klassiche Modell. Man kauft eine oder mehrere Lizenzen, die es einem erlauben das Produkt zu nutzen. Es gibt verschiedene Varianten von Lizenzen wie zum Beispiel die Anzahl von Redakteuren, Anzahl der Server-CPUs, Anzahl der User, usw. die ermittelt werden können.[74][75][76]
- Open Source
Bei Open Source CMS fallen keine Lizenzkosten an.
5.5.23 Aufwand - Kosten
Der Installations- und (Erst-)Konfigurationsaufwand bei der Einführung eines CMS, sollte im Rahmen einer Kalkulierung des Gesamtaufwands einbezogen werden. Personalkosten für eigenes oder fremdes Fachpersonal können einen erheblichen prozentualen Anteil in der Gesamtbudgetierung auch bei kostenfreien und/oder Open Source Systemen einnehmen. Die Implementierung eines kostenfreien Systems sollte durch externes Fachpersonal integriert werden, um die zeitlichen Anforderungen so gering wie notwendig zu halten um eine strukturierte, planbare Projektsteuerung zu ermöglichen.
Die bei der Einführung anfallenden Gesamtkosten können bei jedem CMS-Projekt unterscheiden. Die Kosten können folgendermaßen unterteilt werden:[78]
- Projektkosten
- Investitionskosten
- Direkte Investionskosten: Zu diesen Kosten zählen Ausgaben für Hardware, Software- und Lizenzkosten und Kosten für Anpassungen. Es müssen alle Kosten für externe Dienstleister und interne Projekt-Management-Kosten betrachtet werden.
- Indirekte Investionskosten: Diese Kosten fallen nicht direkt an aber müssen dem CMS-Projekt trotzdem zugerechnet werden, da dies für eine gute Investitionsentscheidung wichtig ist. Die folgenden Kosten können zu den indirekten Investionskosten gezählt werden, Kosten für: Evaluation, Tests, Probebetrieb, Migration, Parallelbetrieb, "Scharfschalten", Daten-Management, Content-Beschaffung/Erfassung, Personal-, Weiterbildungs- und Reorganisationskosten im IT-Bereich.
- Intergrationskosten
- Direkte Integrationskosten: Unter den direkten Integrationskosten fallen die Kosten, die durch die Umstellung, Anpassung oder Erneuerung bestehnder Systeme entstanden sind, wie IT-Kosten, System-Anpassungskosten, Datenerfassungskosten, Daten-Migration-Kosten, Daten-Management-Kosten, Reorganisationskosten, Weiterbildungen und Kosten für Externe-Dienstleitster. Diese Kosten wurden nicht direkt durch das CMS ausgelöst, sondern durch die Intergration und die damit anfallende Anpassungen.
- Indirekte Integrationskosten: Bei diesen Kosten handelt es sich um Kosten, die durch die Einführung des CMS entstehen können aber diesem nicht direkt zugeordnet werden oder nur sehr schwer. Dies könnte z.B. sein wenn eine Werbeagentur die Einführung eines CMS bei einem Kunden präsentiert.
- Investitionskosten
- Laufende Kosten: Nach der Realisierung des CMS-Projekts entstehen weitere Kosten, die man direkt oder indirekt zuordnen kann.
- Direkte laufende Kosten: Hierunter fallen Kosten die zur Erhaltung, Erneuerung und Erweiterung der Hard- bzw. Software entstehen. Wartungskosten fallen unter diesen Punkt. Die laufenden Kosten für das Personal und die Weiterbildung und Externer-Berater müssen berücksichtigt werden.
- Indirekte laufende Kosten: Dies sind Kosten die durch die Veränderungen des CMS nicht nur einmal, sondern kontinuierlich anfallen. Wenn z.B. Inhalte dezentral gepflegt werden, sind dies solche Kosten.
Wie genau, beziehungsweise, wie tief man die entstehenden Kosten aufteilen möchte, ist einem selbst überlassen. Aber diese Gliederung sollte zeigen dass durch die Einführung eines CMS nicht nur die augenscheinlichen Kosten wie Lizenzkosten usw. anfallen sondern es sehr vielfältige Auswirkungen haben kann.
5.5.24 Suchmaschinenoptimierung
Das Ziel einer Suchmaschienenoptimierung oder Search Engine Optimization (SEO) ist es durch Modifikation an der Webseite einen bestmöglichen Platz im Suchmaschinenranking oder in der Suchmaschinenwerbung zu bekommen. Daher kann es auch als Teilgebiet des Marketings angesehen werden. Suchmaschinenoptimierung orientiert sich an den Platzierungsmechanismen (Rankingalgorithmen) der führenden Suchmaschinen d.h. nach welchen Faktoren Webseiten gewertet und positioniert werden. Die Platzierungsmechanismen der Suchmaschinenentwickler werden nicht veröffentlicht und von Zeit zu Zeit geändert, um Missbräuche zu verhindern. Die Kunst eines Suchmaschinenoptimierers besteht darin, die Rankingalgorithmen annähernd zu entschlüsseln und hierauf die entsprechenden Optimierungsmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.[79] Die Faktoren können grob in vier Bereiche unterteilt werden: Struktur und Volumen der Website, optimale Formgestaltung der Texte, technische Aspekte der Website sowie die Zahl und Art der eingehenden Links. Zudem gibt es spezielle CMS Produkte die auf Suchmaschinenoptimierung ausgelegt sind.
5.5.25 Webpagefeatures
Für die Besucher einer Webseite, aber auch für die Nutzer des CMS gibt es verschiedene Funktionen die von einem CMS ermöglicht werden können. Wenn zum Beispiel ein Anwender in einem Webshop sich eine Produktspezifikation anschaut, so scheint es als nützliche Funktion wie dem PDF-Export oder eine Druckvorschau bieten zu können, damit dieses in einer geeigneten Form ausdruckbar ist. Eine Suchfunktion auf der Homepage, sei es Volltext oder kontextbezogen, kann den Anwender bei der Benutzung der Seite unterstützen und so auf die Akzeptanz des Angebotes positiv einwirken. Für einen internationalen Auftritt, sollte es möglich sein, eine mehrsprachige Homepage zu erstellen. Dies sind nur einige Features die in diesem Bereich von einem CMS erfüllt werden können[80].
5.5.26 Strukturierungsmöglichkeit von Arbeitsabläufen / Workflowfunktionaltäten
Content Management Systeme bieten die Möglichkeit durch Rollenträger sequenziell Arbeitsabläufe durchführen zu lassen. Diese Workflowfunktionalitäten lassen sich beispielsweise bei folgenden Szenarien anwenden:
- Gestaltung von Moderatorenebenen zur Realisierung von Contentprüfung
- Elektronische Darstellung von unternehmensinternen Abläufen, wie die Erstellung von Freistellungs- und Urlaubsanträgen oder Ticketsystemen
- Nutzung der Fachkompetenzen von Personalgruppen durch automatisierte Einbindung von Dritten bei der Erstellung und Verarbeitung von Dokumenten
5.5.27 Realisierung eines Cooporate Designs / Templateverwaltung/-erstellung
Bei einem CMS werden Inhalt und Layout getrennt gespeichert. Die Realisierung des Layouts erfolgt in einem CMS durch sogenannte Templates, welche man auch als Gestaltungsvorlagen beschreiben kann[81]. Die Templates bestimmen aus verschiedenen Dateien (HTML, CSS, Bilder) das Erscheinungsbild. Anhand dieser Templatevorgaben kann man ein einheitliches Erscheinungsbild sicherstellen. Der Nutzer des Systems braucht sich somit, keine Gedanken mehr über die Gestaltung machen, sondern sich ausschließlich mit der Erstellung von Content beschäftigen kann. Dies ist besonders wichtig für die Einhaltung eines Cooporate-Design bzw. einer Cooporate-Identity. Natürlich können für verschiedene Seiten auch verschiedene Templates hinterlegt werden, wie beispielsweise für verschiedene Bereiche[82].
5.5.28 Schnittstellen
Schnittstellen eines CMS sind ein wichtiges Thema in der Integration der bestehenden IT-Systeme eines Unternehmens und zumindest in größeren Projekten ein entscheidender Faktor. Zu Beginn einer Projektierung sollte deshalb auch eine Ist-Analyse, eine Bestandsaufnahme der bisherigen Systeme, sowie der notwendigen Schnittstellen erfolgen. Bei Systemen welche nach der Einführung bestehen bleiben, sollten zukunftsfähige Schnittstellen realisierbar sein. Systeme welche nicht weiter genutzt werden, sollten auf Datenübernahme und Migration geprüft werden.
Entscheidene Themenfelder sind hier die Import und Exportfunktionalitäten von benötigten Dateiformaten, sowie die Anbindung an bestehende Datenbank- und Managementsysteme. Mögliche Schnittstellen:
- für manuellen Import/Export von Daten von verschiedenen Dateiformaten
- zu anderen Systemen (Mediendatenbanken, Suchmaschinen, etc) zur Livedatenübernahme
- XML/RSS Import/Export zur sequenziellen automatisierten Datenübernahme
5.5.29 Linkverwaltung
Linkverwaltung oder Linkmanagement bedeutet die Verlinkung der Inhalte konsistent zu halten. Da die Inhalte auf den Webseiten immer mehr zunehmen, wird es ab einem gewissen Punkt schwer alle verlinkten Seiten zu konrollieren und sicherzustellen, dass die verlinkte Seite oder Datei noch vorhanden ist bzw. nicht verschoben wurde. Ziel ist es, sogenannte "404 Fehlermeldungen" zu verhindern bzw. auch sogenannten "broken links". Das CMS sollte in der Lage sein, diese "toten" Links zu erkennen und zu korrigieren bzw. falls keine Korrektur vornehmbar ist, diese auszublenden[83]. "Tote" Links können z.B. auch während der Bearbeitung durch das CMS farbig markiert werden um den Anwender auf die Störung hinzuweisen[84].
6 Fallbeispiel zur Gewichtung der Kriterien
Im folgenden Abschnitt werden anhand der Projektgruppe eigenständig ausgewählten, konkretisierten Anwendungsbeispiels mögliche Gewichtungen aufgezeigt. Dieses soll beispielhaft für eine auf das Unternehmen angepasste IST-Analyse stehen und einen Anhaltspunkt für die Anwendung in dieser Fallstudie aufgezeigten Kriterien bieten.
Die folgende Abstufung stellt einen möglichen Umgang der Kriterien bei der Entscheidungsfindung dar[85]:
- Stufe 1 - Definition der Ausschlusskriterien ("K.O.-Kriterien")
- Stufe 2 - Erstellung eines Soll-Profils von Kriterien durch eine Mitarbeiterbefragung. Dieses führt zu einem weiteren Fragebogen zur Eingrenzung der Anbieter
- Stufe 3 - Erstellung eines klaren Pflichtenheftes
- Stufe 4 - Schaffung von Testumgebungen (Demoinstallationen), sowie einer eventuellen Testphase und Sichtung von Life-Systemen
- Stufe 5 - Entscheidung für ein System
Das Fallbeispiel beschäftigt sich mit einem mittleren Unternehmen mit ca. 150 geplanten Anwendern. Die Verwaltung der bestehenden Internetpräsenz, derzeit ohne ein CMS, ist aufgrund der gestiegenden Anforderungen nicht mehr möglich[86]. Die erkannte Forderung nach mehr Funktionalität soll mit Hilfe eines CMS gelöst werden.
Folgende Anforderungen sollen von dem CMS erfüllt werden:
- Die bestehenden Arbeitsabläufe sollen automatisiert werden, um so die Prozesse der Unternehmensführung zu unterstützen, beispielsweise durch Abbildung von elektronischen Workflows
- Schaffung einer zentralen Medienverwaltung zur einheitlichen Ablage und Verwaltung von Dokumenten und Grafiken
- Abbildung eines Zeiterfassungssystems mit Unterstützung einer unternehmenseinheitlichen Kalenderverwaltung
- Durch die Bereitstellung eines Kundenportals soll die externe Kommunikation und die Kundenakzeptanz verbessert werden
- Die Implemtierung eines Webshops zur Erweiterung des Umsatzes und Erschließung neuer Absatzmärkte
Unten folgt nun die beispielhafte Gewichtung, welche durch eine auf das genannte Szenario abgestimmte Kriterientabelle dargestellt wird. Die in diesem Beispiel aufgezeigten Kriterien werden nach Begründung mit Punkten gewichtet. Um ein Verhältnis der Kriterien gegeneinander aufzeigen zu können, wird eine Gesammtsumme der Punkte von 100 festgesetzt, wobei alle 5 oben genannten Anforderungen des mittelständischen Unternehmens mit höchster Bewertung angegeben werden. Diese Anforderungen werden als sogenannte "K.O.-Kriterien" gekenntzeichnet und stellen unverzichtbare Funktionen eines möglichen Systems dar. Diese Tabelle soll, sofern sie auf mögliche Lösungen angewendet wird, eine Richtlinie vorgeben, wie die verschiedenen Lösungen zueinander gewertet werden können und welche Lösung am ehesten den Anforderungen des Unternehmens entspricht.
| Kriterium | Erläuterung | Gewichtung (Summe 100) |
|---|---|---|
| 1. Datensicherheit - Informationssicherheit (K.O.-Kriterium) | Unternehmensgeheimnisse | 9 |
| 2. Datenschutz (K.O.-Kriterium) | Verarbeitung Peronaldaten | 9 |
| 3. Benutzer-/Rechteverwaltung | Hohe Ausprägung nicht notwendig und Nutzung der bestehenden IT-Struktur zur Authentifizierung | 3 |
| 4. Sicherheit / Angriffe von außen | Anbindung an Externe, jedoch Sicherung über Firewall | 5 |
| 5. Datensicherung/Widerherstellung/Inhaltliche Qualitätssicherung | Wird über bestehende IT-Struktur abgedeckt | 3 |
| 6. Auswertung / Monitoring | Aufgrund der geringen größe und der Nutzung nicht in großem Maße notwendig | 3 |
| 7. Konsistenz | Cooporate Identity nicht in vollen Zügen ausgeprägt | 3 |
| 8. Multiuserfähigkeit | Keine zeitgleiche Bearbeitung von Content laut Anforderungen | 0 |
| 9. Unterstützung/Support | Aufgrund der begrenzten intenen Fachkompetenz notwendig | 8 |
| 10. Benutzerfreundlichkeit | Usibility wünschenswert, jedoch bei vorhandener Struktur nicht entschedend | 3 |
| 11. Personal/Human-Ressources (K.O.-Kriterium) | Aufgrund der fehlenden internen Schulungskompetenz darf kein hoher Aufwand zu erwarten sein. Interne Ressourcen müssen verfügbar sein (Projekt und Tagesgeschäft) | 7 |
| 12. Personalisierung der GUI | Standardvorgänge zu erwarten, wenig Personalisierung notwendig | 3 |
| 13. Skalierbarkeit | Neue Struktur wird langfristig ausreichen | 0 |
| 14. Systemanforderungen / Betriebssystem / Hardware | Vorhandene IT-Systeme müssen aus Kostengründen kompatibel sein | 4 |
| 15. Technische Anforderungen Nutzerinterface | Aufgrund der geringen Ausprägung kein entschedenes Kriterium | 0 |
| 16. Unterstützung Offener Standards | Aufgrund der Unternehmensgröße ist keine Vielzahl an Standards zu erwarten | 0 |
| 17. Plattformunabhängigkeit | Vorhandene Struktur wird beibehalten | 0 |
| 18. Modularität/Eweiterungsmöglichkeiten | Kaum Erweiterungen zu erwarten, da langfristg ausgelegt | 2 |
| 19. Medienverwaltung (Bilder, Video, Audio) (K.O.-Kriterium) | Klare Anforderung des Projektes | 7 |
| 20. Content-Life-Cycle-Management | Kaum redaktionelles Arbeiten zu erwarten | 3 |
| 21. Barrierefreiheit in der Erstellung und Ausgabe | Schaffung von Möglichkeiten für Externe und mobile Endgeräte in geringem Umfang | 3 |
| 22. Aufwand - Kosten - Lizenzmodelle (K.O.-Kriterium) | Budgeteinhaltung projektentscheidend | 9 |
| 23. Suchmaschinenoptimierung | Aufgrund des Webshopfunktionalität notwenig | 4 |
| 24 Webpagefeatures | Externe Anbindung und Webshop benötigen einige Funktionen | 3 |
| 25. Strukturierungsmöglichkeit von Arbeitsabläufen / Workflowfunktionaltäten (K.O.-Kriterium) | Klare Anforderung des Projektes | 7 |
| 26. Realisierung eines Cooporate Designs / Templateverwaltung/-erstellung | Aufgrund der externen Anbindung wünschenswert | 3 |
| 27. Schnittstellen | Wenig Korrespondenz zu vorhandenen Systemen zu erwarten, nur Datenmigration notwendig | 2 |
| 28. Linkverwaltung | Nicht erforderlich | 0 |
7 Fazit
Mit einem Content Management System kann man schnell und ohne tiefgreifende Hintergrundkenntnisse in der Programmierung Internet- und Intranetapplikationen flexibel verwalten und administrieren. Dies macht es, wie es auch Nix (siehe Punkt 4.1 - Das Thema) formulierte, zu einem wirkungsvollen und unverzichtbarem Werkzeug.
Durch die stark fortschreitende Entwicklungen im CMS-Markt wie z.B. durch die Verbreitung von Open Source Produkten und die zunehmend vereinfachte Handhabung, ist ein CMS auch bereits für kleinere Projekte wie private Webseiten interessant geworden. Auch Anfänger in diesem Bereich können so einen eigenen Internet-Auftritt erstellen und verwalten. Durch diese einfache Handhabung ist es sowohl für Privatpersonen als auch Unternehmen interessant, um sowohl die Aktualität Ihres Contents sicherzustellen, als auch aufgrund des geringeren Zeitaufwandes eine kostengünstige Lösung zu besitzen.
Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit war es, Kriterien für die Auswahl eines CMS heraus zu arbeiten, um bei einer zukünftigen Evaluierung eines Systems die wichtigsten Punkte beachten zu können. Jedoch hat sich im Verlauf der Arbeit anhand der gezeigten Anwendungsbeispielen gezeigt, dass keine allgemeingültige Gewichtungen spezifiziert werden konnten. Vielmehr müssen für jeden Anwendungsbereich individuelle Gewichtungen der Kriterien getroffen werden. Es hat sich desweiteren gezeigt, je größer der Funktionsumfang des Projektes ist, umso schwieriger wird es ein System zu finden welches allen Ansprüchen in den geforderten Maße gerecht wird.
Die letztendliche Entscheidung für ein Produkt sollte nicht leichtfertig, übereilt oder fremdgesteuert getroffen werden, denn es hat sich gezeigt dass eine Website heutzutage mehr ist als eine digitale Visitenkarte. Fehlentscheidungen oder falsche Vorgaben können große Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse und die Unternehmensstruktur haben. Eine Implemtierung, insbesondere im Unternehmensumfeld sollte daher gut vorbereitet werden um alle gestellten Anforderungen und Funktionen zu erfüllen. Außer rechtlichen Konsequenzen können auch handfeste, teils langfristige und wirtschaftliche Konsequenzen durch diese Entscheidung einhergehen. Die vorherschenden Strukturen, sowie die aktuellen und zukünftigen Anforderungen an eine Lösung sollten daher möglichst genau im Rahmen einer vorhergehenden Analysen festgeschrieben werden, um Handlungssicherheit auch bei der Aufstellung der Gewichtung der Kriterien (z.B. "K.O.-Kriterien") zu haben.
Abschließend ist festzustellen, dass die Entscheidung für ein Produkt letztendlich auf den individuellen Anforderungen des Projektes basiert. Die in dieser Fallstudie aufgelisteten Kriterien sollen lediglich einen Anhalt geben, was an Unterscheidungsmöglichkeiten gegeben sein kann. Welche davon bei der Realisierung zur Anwendung kommen ist je nach Anwendung individuell zu bewerten.
8 Fußnoten
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- ↑ Bullinger (2001)
- ↑ Koop et al. (2001), S.9
- ↑ Bullinger (2001)
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| Kerksen (2010) | Sascha Kersken: SQL-Abfragen optimieren, 2010, papaya Software GmbH |
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