Location Based Networking
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Duisburg |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | Location Based eBusiness |
| Autor(en): | Knüttel, Seuken |
| Studienzeitmodell: | Abendstudium |
| Semesterbezeichnung: | |
| Studiensemester: | 4 |
| Bearbeitungsstatus: | begutachtet |
| Prüfungstermin: | |
| Abgabetermin: | |
1 Abbkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| 3GPP | 3rd Generation Partnership Projects |
| 3GPP2 | 3rd Generation Partnership Projects 2 |
| AOA | Angle of Arrival |
| API | Application Programming Interface |
| ARIB | Association of Radio Industries and Business |
| BDSG | Bundesdatenschutzgesetz |
| CCSA | China Communications Standards Association |
| E-OTD | Enhanced-Observed-Time-Difference |
| GSM | Global System for Mobile Communication |
| IETF | Internet Engineering Task Force |
| LBN | Location Based Network |
| LBS | Location Based Services |
| LBSN | Location Based Social Network |
| LMU | Location Measurement Unit |
| NAVSTAR | Navigation Satellite using Time and Range |
| OGC | Open Geospantial Consortium |
| OMA | Open Mobile Alliance |
| OTDOA | Observed Time of Arrival |
| POI | Points of Interest |
| RFID | Radio Frequency Identification |
| TA | Timing Advanced |
| TDOA | Time Difference of Arrival |
| TIA | Telecommunication Industry Association |
| TOA | Time of Arrival |
| UMTS | Universal Mobile Telecommunications System |
| W3C | World Wide Web Consortium |
2 Abbildungverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | LBS Teilnehmer |
| 2 | Positions-Kategorien |
| 3 | Ortungsradius |
| 4 | Logo "aka-aki" |
| 5 | Logo "Gowalla" |
| 6 | Logo "Google Latitude" |
| 7 | Applikation "Google Latitude" |
| 8 | Logo "foursquare" |
3 Tabellenverzeichnis
| Tab.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Eigenschaften unterschiedlicher Positionierungsverfahren |
4 Einleitung
Diese Arbeit soll als Einführung in das Thema „Location Based Networking“ dienen. Location Based Networking ist im Zusammenhang mit Location Based Services aktueller denn je und könnte einen ähnlichen Hype wie Twitter in der Vergangenheit erfahren. Das Thema verbindet die Eigenschaften von sozialen Netzwerke wie Facebook, StudiVZ oder auch des Business Netzwerk Xing mit denen der Location Based Services, welche bezogen auf den aktuellen Standort des Nutzers, Dienste und Informationen anbietet. Weiterhin wird dieser Trend durch, dass immer höhere Bedürfnis der Nutzer nach ständiger Erreichbarkeit von Informationen in jeglicher Form unterstützt. Location Based Networking adressiert die Fragen nach, wo halten sich meine Freunde auf, welches Restaurant bzw. welche Bar in der Nähe wird hoch frequentiert und weiterempfohlen, wer könnte ein potentieller Kunde für meine Dienstleistung oder mein Produkt sein ?
5 Grundlagen
5.1 Location Based Services
5.1.1 Definition LBS
Grundsätzlich sind unter Location Based Services (LBS) Dienste und Leistungen von Anbietern zu verstehen, die ortsgebunde bzw. zum jeweiligen Aufenthaltsort des mobilen Endgerätes, Informationen und Dienstleistungen anbieten. Die Position eines mobilen Endgerätes kann durch unterschiedliche Verfahren automatisch vom Anbieter ermittelt werden, allerdings ist auch eine manuelle Eingabe der Position möglich. Mit diesen Diensten könnten beispielsweise Umgebungsinformationen übermittelt, über Einkauf- und Freizeitmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und regionale Angebote sowie über den öffentlichen Nah- und Fernverkehr informiert werden.
5.1.2 Teilnehmer LBS
Ein Teilnehmer ist definiert als ein eigenständiges Subjekt wie eine Person, ein Betrieb oder eine Organisation[2], die unterschiedliche Rollen im Umfeld der LBS einnehmen.
Teilnehmer von LBS können in zwei Gruppen eingeteilt werden. Einmal gibt es die "operational actors"[2], frei übersetzt können sie als aktive Teilnehmer deklariert werden. Diese nehmen LBS in Anspruch bzw. bieten LBS-Dienste an. Zur Gruppe der aktiven Teilnehmer zählen die LBS Nutzer, Internet Provider, Anbieter von Gebietsortung und Mobilfunk sowie die LBS Anbieter. Auch die mobilen Endgeräte werden zu dieser Gruppe gerechnet. Bei den LBS Nutzern handelt es sich dabei häufig, um Menschen welche viel unterwegs sind und durch ihre Mobilität viel über ihr Mobiltelefon, PDA oder Smartphone erledigen.
Zur zweiten Gruppen werden die "nonoperational actors" oder auch passiven Teinehmer gezählt, welche nicht direkt an den Location Based Services beteiligt sind, sondern einen indirekten Einfluss nehmen. Damit sind Standardisierungen, Gesetze und Vorgaben von unterschiedlichen Organisationen gemeint, wie z.B. der Staat, Wirtschaftsstärken wie die Automobilindustrie und der Handel. Doch auch die Hersteller und Entwickler gehören zu den nonoperational actors.
5.1.3 Standardisierung LBS
Um die Kommunikation zwischen mobilen Endgeräten und Servern der Location Based Services zu sichern und zu vereinheitlichen, wurden Standards eingeführt. Diese Standards garantieren die problemlose Interaktion zwischen LBS Anbietern und den LBS Nutzern. Diese Standardisierung wurde von folgenden Gremien beschlossen:
- 3GPP und 3GPP2: Die 3rd Generation Partnership Projects (3GPP) und später die 3rd Generation Partnership Projects 2 (3GPP2) vereinigt einige der bekanntesten Telekommunikationsnormgremine miteinander. Dazu gehören ARIB (Association of Radio Industries and Businesses (Japan)), CCSA (China Communications Standards Association (China)), TIA (Telecommunications Industry Association (North America)) [3] und noch einige andere. Vor allem setzt 3GPP und 3GPP2 Standards für den UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) und GSM (Global System for Mobile communication) fest.
- MA und Parlay: Die Open Moblie Alliance (OMA) und die Parlay Group entwickelten mit einigen Mobilfunkanbieter, Gerätehersteller und Netzwerk-Anbieter, IT-Unternehmen und Content-und Service-Provider ebenfalls einige Standards die für LBS wichtig sind. So entwickelte OMA den „Push-to-Talk“-Dienst und den mobilen Broadcast[4] und die Parlay Group erschuf APIs (Application Programming Interface)[5], die von LBS Programmierern frei benutzt werden können.
- IETF und W3C: Auch die Internet Engineering Task Force (IETF) und die World Wide Web Consortium (W3C), die aus Netzwerkanbietern, Herstellern und Forschern bestehen, setzten Standards, die LBS ermöglichen.
- OGC: Die Open Geospantial Consortium (OGC) ist ein internationaler Zusammenschluss von über 420 Unternehmen, die vor allem LBS und Geolokalisation Standards entwickelten. Diese Standards sind offen verfügbar und können auf der OGC Webseite herunter geladen werden.
5.1.4 E-Business und Location Based Services
Grundsätzlich bedeutet E-Business elektronischen Geschäftverkehr. Dies wurde durch die neuen digitalen Informations- und Kommunikationsmedien hervorgerufen[6] und ist sehr populär geworden. Im E-Business wird nicht nur über das Internet eingekauft, sondern auch verkauft, gehandelt und geworben. Eine Unterform des E-Business ist das M-Business, das mobile E-Business. Hier werden mobile Endgeräte, wie Laptop, Netbooks oder PDAs eingesetzt und mit ihnen E-Business betrieben. LBS gehören ebenfalls zum M-Business. Auch hierüber können Geschäfte getätigt werden. Doch mit LBS ist es auf den Aufenthaltsort eingeschränkt.
Ein Beispiel dafür ist unter anderem an Bahnhöfen zu finden. LBS ermöglichen den Erwerb eines Bahntickets über ein mobiles Endgerät, wie dem Handy und dieses virtuelle Ticket am Bahnhof dann an dafür vorgesehene Positionen, virtuell „abstempeln" zu lassen. Dieses M-Business ist ortsgebunden und auf den Bereich des Bahnhof bezogen.
5.2 Social Networking
Social Network, im Deutschen „Soziale Netzwerke“, sind Treffpunkte im Internet, an denen sich Menschen treffen, verabreden und sich austauschen. Solche Netzwerke, auch Communities genannt, sind Beziehungsgeflechte die von Teilnehmern mit gleichen Interessen genutzt werden. Persönliche Daten können ausgetauscht und Beziehungen zueinander hergestellt bzw. vertieft werden.[7] Communities gibt es in jeder nur erdenklichen "Geschmacksrichtung" und für jede Art von persönlichen Interessen, ob jung oder alt, vom Schüler bis zum Geschäftsmann, zu jedem Thema gibt es Social Networks. Dabei werden private und geschäftliche Informationen ausgetauscht, über gemeinsame Themen diskutiert und neue Kontakte gesucht und geschlossen.
Grundsätzlich ermöglichen Social Network dem Nutzer das Anlegen eines perönlichen Profils, in dem persönliche Daten, Interessen, Vorlieben und Freunde aufgelistet werden. Zudem können auch Fotos hochgeladen und beschriftet werden. Dieses Profil ist online verfügbar und kann von anderen Community-Teilnehmern angesehen, kommentiert und bewertet werden. Ein großes Problem hierbei ist allerdings der Datenschutz. Viele der Communities sind nicht genügend gesichert und bieten für Hacker und andere die Möglichkeit persönliche Daten auszulesen und diese dann zu verkaufen oder anderweitig zu nutzen. Dies stellte eine Studie des Frauenhofer Institutes im September 2008[8] fest und wird durch aktuelle Meldungen von Zeitung und anderen Medien bestätigt.
Bekannte Social Network sind Xing, StudiVZ, MySpace, Facebook, Linkedln, Stayfriends, Passado und viele weitere.
5.3 Definition Location Based Social Networks
Location Based Social Networks (LBSN) ist die Verbindung zwischen Location Based Services und sozialen Netzwerken. Hierbei werden die soziale Netzwerke auf mobile Endgeräte wie PDAs und Smartphones portiert und um die Eigenschaften der ortsgebundene Aspekte erweitert. So können bei einigen LBSN Freunde oder auch potentielle neue Kontakte und Kunden über den Dienst lokalisiert und Fotos an Orte gebunden werden (Tagging). Mit Hilfe der mobilen Navigation können diese Orte, welche auf den Fotos zu sehen und beschrieben sind, oder Freunde und Bekannte gefunden werden. Der Nutzer wird sozusagen hin navigiert.
Obwohl LBSN noch nicht so weit verbreitet sind wie rein Internet basierende Netzwerke des Web 2.0 gibt es schon eine reihe von Anbieter auf dem Markt. LBSN sind unter anderem aka-aki, buzzd, FindbyClick, FourSquare, GeoMe, Gowalla, Grindr, Goolge Latitude, Myrimis, Sniff, Snikkr, Twibble, Waze, weNear, Whrrl und Zhiing.
5.4 Mobile Navigation
Navigationsgeräte sind heutzutage weit verbreitet. Auch bei LBS spielt die mobile Navigation eine bedeutende Rolle. Mit Hilfe von GPS und anderen Ortungsverfahren wird der aktuelle Standort des mobilen Endgeräten und somit des Nutzers ermittelt.Mit Navigationsprogrammen können dann auch ohne Navigationsgeräte Routen gefunden und verfolgt werden. Auch für Location Based Social Networks ist die mobile Navigation ein zentraler Punkt, da darüber Freunde gefunden werden können, oder man zu interessanten Orten geleitet wird (POI). Mobile Endgeräte zur Nutzung von Location Based Social Networks verfügen über eine direkte Möglichkeit der mobile Navigation oder bieten zusätzliche Tools dazu an.
6 Geo-Informations Ermittlung und Austausch
6.1 Grundlagen Geo-Informationen
Menschen arbeiten täglich mit den Begriffen Ort und Position, sei es bei Verabredungen und Terminen an bestimmten Orten, wie einem Restaurant, einem Flughafen, einer Firma oder wenn es darum geht, die eigene Anschrift weiter zu geben um Post zu erhalten. Die meisten Menschen würden behaupten, mit dem Konzept, welches hinter dem Begriff Position steht, vertraut zu sein. Wenn man mit LBS umgeht, ist es dennoch sinnvoll den Begriff der Position genauer zu untersuchen sowie die unterschiedlichen Kategorien zu erläutern.[10] Standorte können in virtuelle und physikalische Positionen unterschieden werde. Virtuelle Orte meint Treffpunkte, welche sich im Internet bzw. Cyberspace befinden, wie Chat-Räume, Web-Seiten oder Online-Computerspiele. Die physikalischen Positionen werden in die Kategorien: Beschreibende, Räumliche und Netzwerk-Positionen eingeteilt.
Beschreibende Positionen: Sind natürliche geographische Objekte wie Gebiete, Berge, Seen oder künstliche Objekte wie Städte, Länder, Straßen usw. Beschreibende Standorte sind ein grundlegendes Konzept im täglichen Leben.[11]
Räumliche Positionen: Sind Positionen, welche über die Angabe von Koordinaten bestimmt werden. Diese sind präzise und die Grundlage zur Navigation von zum Beispiel Schiffen und Flugzeugen mittels GPS.
Netzwerk Positionen: Netzwerk-Standorte werden über die Infrastruktur des Kommunikationsnetzwerkes ermittelt. Dieses kann zum Beispiel das Internet, welches in lokale bzw. Subnetzwerke eingeteilt ist oder ein Mobilfunknetzwerk wie GSM und UMTS sein.
Location Based Services können auf allen drei Kategorien basieren. Eine wichtige Funktion von LBS ist das Abbilden der Standorte zwischen den unterschiedlichen Kategorien.[12] Liefert ein Standort eine räumliche Position, so muss diese meist in eine beschreibende Position umgewandelt werden, um für den Nutzer verständlich und brauchbar zu sein. Andersherum beschreibt Küpper, müsse eine beschreibende Position unter Umständen in eine räumliche Position umgewandelt werden, um so zum Beispiel eine Entfernungsberechnung zu einer anderen Position durchführen zu können.[12]
6.2 Manuelle Datenübermittlung
Der LBS-Nutzer fragt bei seinem LBS-Provider ortsbezogene Informationen an und erhält diese nach dem sogenannten Pull-Prinzip. Dabei kann es sich zum Beispiel um POI (Points of Interest) handeln wie das nächste Restaurant oder die nächste Tankstelle.
6.3 Satelliten gestützte Lokalisierung
6.3.1 Global Positioning System
1973 erteilte das Verteidigungsministerium der USA den Auftrag zur Entwicklung eines satellitengestützten Systems zur Positionsbestimmung. Dieses System sollte die Positionsbestimmung von ruhenden sowie sich bewegenden Objekten mit hoher Genauigkeit und in Echtzeit ermöglichen. Weitere Vorgabe war die von der Zeit unabhängige, die weltweite sowie die von meteorologischen Verhältnissen unbeeinflusste Nutzung des Systems.[13] Im Jahr 1978 wurde das erste System unter dem Namen Navigation System with Time and Ranging (NAVSTAR) von der US-Air Force getestet und im Jahr 1980, unter dem Namen Global Positioning System (GPS), in Betrieb genommen. Später wurde das System auch für die zivile Nutzung freigegeben. Die eigene Position wird vom Nutzer (GPS-Empfänger) passiv ermittelt, d.h. der Nutzer empfängt die Satellitensignale und errechnet daraus seine Position, der GPS-Empfänger selbst sendet keine Informationen zur Positionsbestimmung. Zur Bestimmung der Position eines GPS-Empfängers werden mindestens drei Satellitensignale benötigt. Aus der Entfernung von einem Punkt auf der Erde zu den Satelliten sowie der Position der Satelliten selbst, kann der GPS-Empfänger seine Position berechnen. Vorausgesetzt die Uhrzeiten der Satelliten und des GPS-Empfänger stimmen überein. In der Praxis lässt sich diese Vorgabe nicht umsetzen und somit weichen die aus den Signallaufzeiten gemessenen Entfernungen von den geometrischen Entfernungen ab. Mit einem vierten Satelliten lässt sich diese Abweichung der Uhrzeit errechnen und somit ausgleichen.[14]
6.4 Mobilfunk gestützte Lokalisierung
6.4.1 Cell of Origin
Cell of Origin oder auch Cell-ID-Verfahren beruht auf den Nummern der Funkzellen, in welche das Mobiltelefon eingebucht ist. Anhand von geografischen Informationen der Netzstruktur ordnet der Netzbetreiber jeder Mobilfunkzelle eine Cell-ID sowie eine Koordinate zu.[15] Die Koordinate wird dem Zellmittelpunkt zugeordnet, daher hängt die Genauigkeit der Positionsermittlung von der Größe der Zelle ab. In bewohnten Gebieten liegt diese zwischen ca.50m - 500m in Mikro-Zellen und 500m bis zu 5km in Makro-Zellen.[16]Eine Verbesserung des Cell-ID Verfahrens wird durch die indirekte Signallaufzeit-Auswertung möglich. Über den Synchronisierungsparameter Timing Advanced (TA) wird im Cell-ID++ Verfahren eine genauere Abschätzung der Position vorgenommen.[17]
6.4.2 Angle of Arrival
Ein weitere Möglichkeit der Netzwerkbasierenden Positionsermittlung ist das Angle of Arrival (AOA)-Verfahren. Dieses Verfahren erfordert speziell ausgestattete Basisstationen, die mittels ihrer Antennen den Winkel der ankommenden Signale ermitteln. Zur Positionsermittlung werden die Daten von mindestens drei Basisstationen an Measurement-Unit im Netzwerk übermittelt, welche anhand der Schnittpunkte der Winkelgeraden die Position des Endgeräts berechnet. Die Genauigkeit der Positionsermittlung liegt zwischen 50m und 125m.[17]
6.4.3 Time of Arrival
Beim Time of Arrival bzw. Absolute Time of Arrival-Verfahren, wird die Position des Endgerätes anhand der Signallaufzeiten zu mehreren Basisstationen berechnet. Die Funksignale breiten sich mit einer konstanten Geschwindigkeit (Lichtgeschwindigkeit) kreisförmig aus. Somit kann die Distanz des Endgerätes zu einer Basisstation aus den Laufzeiten der Funksignale ermittelt werden. Beim TOA Verfahren liegt die Genauigkeit bei ca. 125-200m.[18]
6.4.4 Time Difference of Arrival
Aus der Differenz der Signallaufzeiten von einem mobilen Endgerät zu mindestens drei Basisstationen in einem Netzwerk wird die Entfernung des mobilen Endgerät zu den jeweiligen Basisstationen errechnet. Eine Grundvoraussetzung ist, dass die Basisstationen untereinander eine hohe Synchronität der Uhrzeit aufweisen. Basisstationen im GSM (2G)-Netzwerk sind untereinander nicht synchronisiert und benötigen zusätzlich eine sogenannte Location Measurement Unit (LMU) um diese Berechnung der Distanz durchführen zu können. In GSM 3G-Netzwerken ist diese Einheit nicht nötig, da die Basisstation untereinander synchronisiert sind.[18]
Weitere Techniken, die auf den selben Prinzip beruhen, sind Enhanced-Observed-Time-Difference (E-OTD) und Observed-Time-of-Arrival (OTDOA). Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass die Berechnung der Signallaufzeiten und somit der Entfernung über eine Software im mobilen Endgerät erfolgt und nicht in den Basisstationen.[20]
6.5 W-LAN gestützte Lokalisierung
6.5.1 Zellbasierendes Verfahren
Das Verfahren ist ähnlich dem Cell of Origin (COO)-Verfahren, welche aus den Mobilfunknetzen bekannt ist. Die Lokalisierung des Endgerätes erfolgt über die Ermittlung der Basisstation bzw. des Access-Point, über welche das Endgerät eine Verbindung aufgebaut hat. Wesentlichen Einfluss auf die Genauigkeit dieses Lokalisierungsverfahren hat die Zellgröße sowie das Handover-Verfahren zwischen den Zellen.[21] Dornrusch und Zündt beschreiben in ihrer Ausarbeitung zwei entscheidende Gründe für einen Wechsel der Zelle und der damit verbundenen Übergabe (Handover). Ein Grund kann eine zu schwache und nicht mehr ausreichende Signalstärke zwischen mobile Endgerät und Basisstation sein. Befindet sich ein mobile Sendgerät im Bereich von zwei gleichstark sendenden Basisstation könnte es dazu kommen, dass sich das mobile Endgerät abwechselnd mit den Basisstationen verbindet. Der zweite, von Dornrusch und Zündt beschriebene, Grund einer Verbindungsübergabe soll helfen, diesen sogenannten Ping-Pong-Effekt zu vermeiden. Dabei wird eine Verbindungsübergabe durchgeführt, wenn das Signal um einen gewissen Schwellwert stärker ist als das Signal der vorherigen Basisstation.[21] Bei den Untersuchungen dieses Verfahrens kamen sie allerdings zu dem Ergebnis, dass eine Genauigkeit über 25m nicht zu erreichen ist.
6.5.2 Trangulierungsverfahren
Eine Messung der Signallaufzeit ähnlich dem E-OTD und TOA-Verfahren ist derzeit nicht möglich. Als Alternative dient die Berechnung der Entfernung von mobilen Endgerät und Basisstation über die Signalstärke. Dabei wird die Position anhand der Schnittpunkte, welche sich aus der Entfernung mehrerer Basisstation zu den mobilen Endgerät ergeben, ermittelt. WLAN nutzen ein Frequenzbereich von 2,4 GHz und 2,483GHz und liegen somit im Frequenzbereich von weiteren Funktechnologien, welche als Störquellen Einfluss auf die Signalstärke nehmen können.[22] Bei einem Access-Point Abstand von ca. 10m ergab sich, bei den Untersuchungen von Dornrusch und Zündt, eine Positionsgenauigkeit von ca.15m.
6.6 Weitere indoor Lokalisierungsverfahren
6.6.1 Bluetooth
Der Bluetooth Standard bietet keine Spezifikation zur Positionsbestimmung. Allerdings kann das Trangulierungsverfahren, wie schon im Mobilfunk und im WLAN beschrieben, als Positionsbestimmungsverfahren eingesetzt werden. Mobile Bluetooth unterstützende Endgeräte sind innerhalb eines 10m Radius in der Lage, Identifizierende Device Informationen an eine Basisstation oder ein anderes Bluetooth-Endgerät zu senden. Nach Brimecombe und Li liegen die Hauptvorteile von Bluetooth in der schnellen Möglichkeit der Implementierung sowie der einfachen und günstigen Wartung. Um das Auftreten eines neuen Endgerätes zur. erkennen werden ca. 1.28 Sekunden benötigt und um dessen Position zu ermitteln werden ca. 15.4 Sekunden benötigt.[24] Hallberg, Nilsson und Synnes kommen in ihrer Bluetooth Positioning-Untersuchung aus dem Jahre 2002 zu dem Schluss, dass sich Bluetooth zur Positionsbestimmung eignet, wenn davon ausgegangen werden kann, dass sich die mobilen Endgeräte bzw. die Personen mit 1.2m/s fortbewegen.[25]
6.6.2 Radio Frequency Identification (RFID)
Die Radio Frequency Identification (RFID)-Technik wird typischerweise für sehr kurze Distanzen zwischen 1-3m eingesetzt. RFID arbeitet über drei unterschiedliche Frequenzbereiche, 100 bis 500KHz, 10-15 MHz sowie 850-950MHz und 2,5-5GHz. Grundlage des RFID System ist ein RFID-Empfänger und ein RFID-Sender (RFID Tag). RFID Tags gibt es als rein passive oder auch als aktive Komponenten.[26]Rein passive RFID Tags verfügen über keine eigene Stromversorgung, sondern erhalten die benötigte Energie über die empfangenen Funksignale. Der interne Speicher reicht normalerweise nur für einige wenige Informationen wie zum Beispiel eine ID. Aktive RFID Tags verfügen über eine eigene Stromversorgung und über mehr Speicherplatz als passive Tags sowie über die Möglichkeit, weniger aufwendige Berechnungen durchzuführen. Die Reichweite von aktiven RFID Tags liegt bei bis zu 10m.[27] Die RFID Technologie wird weit verbreitet zur Identifizierung, zur Quantisierung sowie in der Lagerhaltung von Objekten eingesetzt. Die Positionsbestimmung mittels RFID kann über den RFID Tag erfolgen. Sobald ein RFID Tag in die Reichweite eines RFID-Empfängers eintritt, könnten beispielsweise gespeicherte ID Informationen des Tags ausgelesen und in Verbindung mit der Position des Tag-Empfängers als relative Position ausgewertet werden. Die Qualität der Positionsbestimmung über RFID hängt somit von der Reichweite des RFID-Funksignals ab.[27]
7 Datenschutz
7.1 Allgemeines
Datenschutz ist aktuell ein in den Medien viel beachtetes Thema und besonders im Zusammenspiel mit Location Based Social Networks treffen diese viel diskutierten Themen aufeinander. Nutzer von soziale Netzwerke sind gefährdet, da diese dort viele persönliche Daten preisgegeben können. Eine Studie des Frauenhofer Institutes[8] aus dem Jahr 2008 hat festgestellt, dass keiner der getesteten Dienste hinsichtlich des Schutzes der Privatsphäre überzeugt.[28] Dabei war die Frage, welche Daten hinterlegt und wie diese gesichert werden. In den letzten Jahren haben Hackerangriffe immer wieder Schlagzeilen gemacht, z.B. als im Oktober 2009 zwei Hacker bis zu einer Millionen Daten aus dem sozialen Netzwerk SchülerVZ [29] ausgelesen haben.
Auch bei Location Based Services gibt es Stimmen, die vor dem Missbrauch der Daten warnen. Denn hier werden nicht nur personenbezogenen Daten erfasst, sondern auch ortsbezogene Daten. So werden die Koordinaten der Standorte von Nutzer ermittelt. Es können Historien über diese Daten geführt und von einzelnen Personen Verhaltens und Bewegungsmuster erstellt werden.
Im Bereich Location Based Social Networking (LBSN) ist es genau diese Mischung, die Daten für Dritte so interessant macht.
7.2 Gesetze
Es gibt unterschiedliche Gesetze, die zum Datenschutz erhoben wurden. Das wichtigste Gesetz in der Bundesrepublik Deutschland ist das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Doch auch für die europäische Union gibt es Richtlinien und Verordnungen zum Datenschutz, wie zum Beispiel die EG-Datenschutzrichtlinie für die elektronische Kommunikation vom 12. Juli 2002 oder die Verordnung (EG) Nr. 45/2001 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18. Dezember 2000 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten durch die Organe und Einrichtungen der Gemeinschaft und zum freien Datenverkehr.[30]
7.3 Profildaten
Vor allem die Profildaten sind meist persönliche und personenbezogene Daten, wie die Vita und Bilder der Nutzer, aber auch Daten über Beziehungen werden dargestellt. Die Erhebung dieser Daten ist meist freiwillig und darf nur mit Einwilligung des Nutzers geschehen. Zu dem muss der Anbieter technische und organisatorische Vorkehrungen treffen, damit diese Daten von Dritten nicht ausgeforscht werden können.[31]
Die Sichtbarkeit der Profildaten sollte vom Nutzer einschränkbar sein, das bedeutet, dass der Nutzer entscheiden kann, wer seine Daten sehen darf und welche dieser Daten sichtbar sind. Oftmals ist es bei Social Networks so, dass viele personenbezogene Daten erst nach der Anmeldung sichtbar werden und manche Daten nur für "Freunde" sichtbar sind.
Doch eine Sache sollte jedem Netzteilnehmer immer bewusst sein: sobald das Internet genutzt wird, hinterlässt man Spuren die zur Datenerhebung genutzt werden können.[31] Deshalb gilt, je weniger Daten bekannt gegeben werden, desto besser ist die Privatsphäre geschützt.
7.4 Standortbezogene Daten
Auch die personenbezogene Standortermittlung ist beim Datenschutz ein Thema. Oftmals wird bemängelt, dass die Anbieter Location Based Social Networks jederzeit ihre Mitglieder orten können, ohne dass diese es mitbekommen. So könnte Google jeden Google Latitude Benutzer ein Bewegungsmusterprofil erstellen.[32]
Für die Ortung und Positionsermittlungen benötigen die Anbieter von jedem Nutzer eine Einwilligung, ob dieser mit der Standortbestimmung einverstanden ist aber auch dann sollte es dem Nutzer möglich sein, zeitweise die Standortbestimmung zu untersagen.[33] Um auch eine gewisse Transparenz und ein gewisses Bewusstsein zur Standortermittlung zu schaffen, ist es vorteilhaft, wenn die Anbieter regelmäßig an diese erinnern. Viele Anbieter setzen auf eine bewusste Anmeldung, die auch als Einwilligung zur Ortung benutzt wird.
Für den Datenschutz ist auch die Art der Standortbestimmung wichtig. So ist das Positionsverfahren im Gegensatz zur Ortung sicherer, da dort kein Push-Dienst eine ständige Verbindung benötigt.[34] Bei dem Positionsverfahren nimmt der Nutzer die Standortbestimmung selbst vor und gibt somit sein Einverständnis zur dieser. Das dieser Standort dann auch anderen bekannt gegeben wird, stimmt er damit auch zu.
Wie auch bei den Profildaten sollte der Nutzer die Möglichkeiten haben, seine Standortdaten nur bestimmten Personen zugänglich zu machen. Nicht jeder Nutzer möchte seine private Adresse seinen Mitmenschen zur Verfügung stellen.
8 Marktüberblick
8.1 aka-aki
aka-aki ist ein kostenloser Dienst, welcher versucht, die Social-Networking-Funktionen aus dem Internet in die reale Welt zu importierten.[35]Im Jahr 2007 wurde die aka-aki networks GmbH gegründet und der Dienst ging im April 2008 an den Start. Für die Teilnahme an aka-aki muss zuerst ein Account über die aka-aki- Webseite angelegt werden. Angemeldet ist es nun möglich, sein Nutzerprofil auszufüllen sowie die Software auf dem Mobiltelefon zu installieren. Diese Software nutzt die Bluetooth-Schnittstelle des Mobiltelefons zur Suche nach anderen Nutzern bzw. mobilen Endgeräten, welche sich in der Reichweite des Bluetooth-Empfängers befinden. aka-aki Geschäftsführer Gabriel Yoran erklärt in einer Pressemitteilung im Oktober 2007, dass eine Kombination aus Bluetooth, Zell-, WLAN- sowie GPS Ortung eingesetzt wird.[37] Wird ein anderes Gerät in der Nähe gefunden, erfolgt eine Meldung auf dem Mobiltelefon. Die Profildaten des Nutzers werden aus dem Internet geladen und angezeigt. Der Nutzer hat die Möglichkeit zu entscheiden, welche Daten aus seinem Profil für andere sichtbar erscheinen sollen und welche nicht freigegeben werden. Die Software speichert den Ort und die Zeit der Begegnungen in eine Art Tagebuch ab.[38]Dadurch kann eine Kontaktaufnahme auch nachträglich über das auf der aka-aki Webseite integrierte Mailsystem erfolgen. Tom Alby bezeichnet aka-aki in seinem Buch „Das mobile Web“ als einen Proximity-Based-Service, bei dem nicht, wie beim LBS ein Ort, sondern die Nähe zu anderen Nutzern die zentrale Rolle spielt.[38]Als „spannend“ bezeichnet Tom Alby, dass aka-aki nicht nur das Konzept einer Community auf ein mobiles Endgerät erweitert, sondern die Realität zur Community wird. Er beschreibt den Gang durch die Fußgängerzone als Möglichkeit, durch die Profile der anwesenden Personen zu browsen. Weiter verweist er darauf, dass aka-aki nicht als mobile Dating-Plattform eingestuft werden muss. Vorzustellen ist diese Anwendung auch im Business-Bereich wie z.B. bei Konferenzen oder auf Messen. Die Teilnehmer können über die Profilmeldungen auf andere Teilnehmer aufmerksam werden und ein Austausch von Visitenkarten könnte somit auch entfallen, da die Daten alle im Bewegungstagebuch gespeichert werden. Die Venture Capital Unternehmen Creathor Venture und Innovacom investieren mehrere Millionen Euro in die Weiterentwicklung von aka-aki. 500.000 Mitglieder zählt aka-aki nach eigenen Angaben im März 2010.
8.2 Gowalla
Gowalla wurde 2007 in Texas von Josh Williams in Austin, Texas gegründet. Ende des Jahres 2009 wurde der Dienst gestartet. Im Dezember 2009 beteiligten sich Venture Capital Unternehmen mit 8,4 Millionen US-Dollar an Gowalla. Um der Gowalla-Community beizutreten ist die kostenlose Registrierung nötig sowie die obligatorische Erstellung eines Nutzer-Profils. Die ebenfalls Kostenlose Endgeräte-Software steht für iPhone, Android und Palm sowie als Beta-Version für Blackberry Nutzer zur Verfügung. Gowalla ist eine mobile Web-Applikation, welche es den Nutzern ermöglicht sich an den unterschiedlichsten realen Orten (Spots) der Welt, virtuell einzuchecken indem sie diese mit ihrem mobilen Endgerät aufsuchen. Die Software erfasst den Standort des mobilen Endgeräts und sucht in der Datenbank nach bereits eingetragenen Orten (Restaurant, Bar, Museum etc.) in der Nähe. Der Nutzers kann seine Aufenthaltsort für alle anderen Nutzer oder auch nur für einen bestimmten Personenkreis freigegeben. Befindet sich der Nutzer an einem Ort, welcher noch nicht eingetragen ist, kann der Nutzer diesen eintragen und wird somit zum „Commissioner“ des Ortes. Als Commissioner hat der Nutzer die Möglichkeit eine kurze Beschreibung über den Ort sowie die Position und den Eincheckradius anzupassen. Zur Ortung der mobilen Endgeräte setzt Gowalla den Dienst des Bostoner Unternehmens Skyhook Wireless ein.[40] Skyhook Wireless nutzt eine Kombination aus W-LAN, GPS und Mobilfunk (Cell-ID) Ortung.Skyhook Wireless nennt diese Kombination der unterschiedlichen Verfahren XPS.[41] Gowalla nutzt „Items“ und „Pins“ als eine Art Anreiz bzw. Belohnungssystem damit sich der Nutzer an möglichst vielen unterschiedlichen Orten eincheckt. Items findet der Nutzer an den aufgesuchten Orten und kann diese im Austausch mit einem anderen Gegenstands aus seinem Fundus aufnehmen. Seit Januar 2010 besteht die Möglichkeit der Erstellung von Touren (Trips) dazu werden bis zu 20 Spots zu einer Tour zusammengefasst und einer Kategorie wie z.B. Art & Culture oder Food zugeordnet. Gowalla kann somit als eine Art interaktiver City oder Shopping Guide mit Bestandteilen von Geo-Caching verstanden werden. Nach Angaben von South by Southwest (SXSW) lag die Mitgliederzahl im März 2010 bei 150.000.[42]
8.3 Google Latitude
Google entwickelte Latitude (engl.: Breitengrad) als eine Weiterentwicklung von Google Maps, um damit eine genauere Ortsbestimmung anbieten zu können. Nun wirbt Google mit dem Slogan „Sehen Sie nach, wo Ihre Freunde gerade sind“[43] und das ziemlich einfach. Am Anfang steht die Anmeldung bei Google Latitude an, dannach können Freunde hinzugefügt werden und schon wird die Position der Freunde ausgegeben. Doch einiges muss dabei noch beachtet werden. So müssen erstens, die Freunde ebenfalls einen Google Account haben, zweitens müssen die Nutzer der Ortung über eine automatisch abgesendete E-Mail zustimmen. Drittens verspricht das Unternehmen keine metergenaue Ortung vorzunehmen, abgesehen von GPS-fähigen Mobiltelefonen.[32] Weitere Bedingung ist, dass das Mobiltelefon Google Latitude unterstütz. Diese Hinweise werden von Google bereitgestellt.[44]Google Latitude kann allerdings auch über einen stationären PC oder Laptop genutzt werden.
Wenn ein befreundeter Nutzer zugestimmt hat, dass eine Ortung durchgeführt werden darf, ist es ebenfalls möglich mit ihm zu chatten oder ihm E-Mails zu schreiben. Vorteilhaft ist, dass vor jeder Ortung die betreffende Person gefragt wird, ob eine Ortung erlaubt ist, denn so bleibt die Privatsphäre größtenteils geschützt.
8.4 foursquare
Das New Yorker Start-Up Unternehmen foursquare hat sich an die Spitze der ortsbezogenen Dienste, die Information und Kommunikation mit dem aktuellen Aufenthaltsort des Nutzers verknüpfen und damit das Internet lokal machen, gesetzt. [46] Dabei ist foursquare eine Mischung aus einem sozialen Netzwerk, einem Stadtführer und einem Spiel, dass den Nutzer für interessante Taten belohnt.[47]
Generell gibt es foursquare als Applikation für iPhones, BlackBerry und weitere Anbieter von mobilen Endgeräten oder direkt über die mobile Internetseite. Über den „Check In“ wird die Position des Benutzers ermittelt und für seine Freunde sichtbar gemacht. Die besuchten Plätze werden in einer Historie gespeichert und können unterschiedliche Statis haben. So kann, wenn der Benutzer sich in der eigenen Wohnung eincheckt, diese Position als privat definiert und nur für Freunde sichtbar gemacht werden. Bei öffentlichen Plätzen wie Restaurants, Spielplätzen oder anderen können interessante Notizen und Tipps für andere Benutzer veröffentlich werden. So können andere Benutzer erfahren, wenn an dem Platz etwas besonders gut oder auch besonders schlecht war. So könnte in einer Bar ein bestimmter Drink besonders lecker schmecken. Foursquare bietet ebenfalls ein Belohnungssystem an, in dem Benutzer Bürgermeister von einem bestimmten Ort werden oder Abzeichen und andere Features sammeln können.
Foursquare bietet eine Anbindung an Facebook, Twitter und auch an GMail an, um darüber Freunde zu finden und auch um diese anzuwerben. Zusätzlich ist auch ein „Check In“ über Facebook und Twitter möglich.
Ein „Check In“ bei foursquare bedeutet, dass man gesehen werden möchte. Doch auch nur wenn ein „Check In“ erfolgt, wird auch eine Positionierung durchgeführt, im Gegensatz zu anderen Anbietern, bei denen eine permanente Überwachung erfolgt.[46]
9 Ausblick und Fazit
Eine 2006 von den heutigen aka-aki-Gründern durchgeführte Befragung zeigte auf der einen Seite, dass Leute es praktisch finden würden, den Aufenthaltsort ihrer Freunde auf einer Karte abfragen zu können, allerdings würde sie selber nicht an so einem System teilnehmen, denn wer möchte schon ein Punkt auf einer Karte sein. Allerdings waren „präzise Ortsangaben“ dann das meist gewünschte Feature in einer Mitgliederbefragung Ende 2009. Nach den Untersuchungen des Business Intelligence Unternehmen Berg Insight aus Schweden, wird für Europa eine jährliche Wachstumsrate (CAGR) von Location Based Services von 12% prognostiziert und im Jahr 2015 einen Wert von 420 Millionen Euro erreichen. Nach Schätzungen von Berg Insight werden im Jahr 2015 ein Drittel aller Besitzer mobiler Endgeräte regelmäßig einen Service von LBS-Anbietern in Anspruch nehmen.[48]Die Wahrscheinlichkeit, dass die Anbieter von sozialen Netzwerken wie zum Beispiel Facebook, Myspace oder Studivz zukünftig ihr Angebot um Location Based Services erweitern werden ist hoch. Die Verknüpfung des Aufenthaltsorts in der realen Welt mit den Informationen aus den sozialen Netzwerken eröffnet weitere Möglichkeiten für die Werbeindustrie. Unternehmen können präzise ihre Produktwerbung anhand von Spots und Banner an potentielle Kunden adressieren. Die Entwicklung von intuitiven Bedienungskonzepten von mobilen Endgeräten wie zum Beispiel dem Apple iPhone wird die Akzeptanz und somit die Nutzung des mobilen Internets weiter erhöhen. Ein weiterhin wichtiger Punkt wird der Umgang mit der Privatsphäre der Nutzer sein. Gabriel Yoran schreibt dazu in seinem aka-aki-Blog „Wir müssen also einsehen, dass location-based Services nicht für alle Fälle sozialen Miteinanders geeignet sind und uns auf die Fälle konzentrieren, die tatsächlich auch eintreten, gleichzeitig aber aka-aki offen halten für die Szenarien, die uns heute noch gar nicht einfallen. Die Gretchenfrage lautet: Warum teile ich mit wem meinen Aufenthaltsort – und wie präzise? Und warum werde ich es künftig tun?“[49]
10 Fußnoten
- ↑ Küpper (2005), Seite 11.
- ↑ 2,0 2,1 Vgl. Küpper (2005), Seite 10.
- ↑ Vgl. http://www.3gpp.org/About-3GPP (13.06.2010 18:29).
- ↑ Vgl. http://www.openmobilealliance.org/AboutOMA/Default.aspx (13.06.2010 15:35).
- ↑ Vgl. Küpper (2005), Seite 12.
- ↑ Vgl. http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Mittelstand/e-business.html (14.06.2010 19:20).
- ↑ Vgl. http://www.itwissen.info/definition/lexikon/location-based-service-LBS-Ortsbezogener-Dienst.html (14.06.2010 19:58).
- ↑ 8,0 8,1 http://www.sit.fraunhofer.de/fhg/Images/SocNetStudie_Deu_Final_tcm105-132111.pdf (20.06.2010 10:02).
- ↑ Vgl. Küpper (2005), Seite 19.
- ↑ Vgl. Küpper (2005), Seite 17.
- ↑ Vgl. Küpper (2005), Seite 18.
- ↑ 12,0 12,1 Vgl. Küpper (2005), Seite 19.
- ↑ Vgl. Mansfeld (2010), Seite 106.
- ↑ Vgl. Mansfeld (2010), Seite 107.
- ↑ Vgl. Teichmann, Lehner (2002), Seite 217f.
- ↑ Vgl. Brimicombe, Li (2009), Seite 190.
- ↑ 17,0 17,1 Vgl. Teichmann, Lehner (2002), Seite 218.
- ↑ 18,0 18,1 Vgl. Brimicombe, Li (2009), Seite 194f.
- ↑ Teichmann (2002), Mobile Commerce, Seite 220.
- ↑ Vgl. Teichmann, Lehner (2002), Seite 218f.
- ↑ 21,0 21,1 Vgl. Dornrusch, Zündt (2002), Seite 2.
- ↑ Vgl. Dornrusch, Zündt (2002), Seite 3.
- ↑ http://www.aka-aki.com
- ↑ Vgl. Brimicombe, Li (2009), Seite 200.
- ↑ Vgl. Hallberg etal (2002), Seite 4.
- ↑ Vgl. Brimicombe, Li (2009), Seite 201f.
- ↑ 27,0 27,1 Vgl. Brimicombe, Li (2009), Seite 202.
- ↑ Frauenhofer (2008), S.117.
- ↑ Vgl. Stern (18.10.2009), http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,605454,00.html (20.06.2010 10:20).
- ↑ http://www.bfdi.bund.de/cln_134/DE/GesetzeUndRechtsprechung/EuropaeischeGesetze/EU-Gesetze_node.html) (13.06.2010 20:17).
- ↑ 31,0 31,1 Vgl. Fischer (2008), S.74.
- ↑ 32,0 32,1 Vgl. Spiegel Online (04.02.2009), http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,605454,00.html (20.06.2010 17:19).
- ↑ Vgl. Schnabel(2009), S.354.
- ↑ Vgl. Schnabel(2009), S.353.
- ↑ Vgl. Hülsing (2008).
- ↑ http://www.aka-aki.com
- ↑ Vgl. Yoran (2007).
- ↑ 38,0 38,1 Vgl. Alby (2008), Seite 71.
- ↑ http://gowalla.com
- ↑ Vgl. http://gigaom.com/2010/02/23/gowalla-powering-location-results-on-android-with-skyhook-wireless/ (20.06.2010 10:13).
- ↑ Vgl. http://www.skyhookwireless.com/howitworks/ (20.06.2010 11:46).
- ↑ Vgl. http://digitalmedia.strategyeye.com/article/77dee1c62b/2010/03/18/SXSW_reveals_importance_of_location_services/ (20.06.2010 11:21).
- ↑ 43,0 43,1 43,2 http://www.google.com/intl/de_de/latitude/intro.html (20.06.2010 13:29).
- ↑ http://www.google.com/support/mobile/bin/answer.py?answer=136640 (20.06.2010 14:58).
- ↑ http://www.foursquare.com (20.06.2010 16:22).
- ↑ 46,0 46,1 Vgl. FAZ (09.02.2010), http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~ED7453E2C92C34DEAAA54D0697373C53B~ATpl~Ecommon~Scontent.html (20.06.2010).
- ↑ http://foursquare.com/help/#1 (20.06.2010 16:45).
- ↑ Vgl. http://www.berginsight.com/News.aspx?s_m=1&m_m=6 (20.06.2010 11:23).
- ↑ http://blog.aka-aki.com/ (20.06.2010 15:54).
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