Location based E-Business in der Reisebranche

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Essen
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Prof._Dr._Uwe_Kern
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Location Based eBusiness
Autor(en): Christian Bulczak, Thomas Nothdorf
Studienzeitmodell: Abendstudium
Semesterbezeichnung:
Studiensemester: 2
Bearbeitungsstatus: begutachtet
Prüfungstermin:
Abgabetermin:

Inhaltsverzeichnis

1 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
EDGEEnhanced Data Rates for GSM Evolution
GPRSGeneral Packet Radio Service
GPSGlobal Positioning System
HRSHotel Reservation Service
HSDPAHigh Speed Downlink Packet Access
LBSLocation Based Services
MAC-AdresseMedia-Access-Control-Adresse
MMS Multimedia Messaging Service
POIPoint of Interest (interessanter Ort)
SMSShort Message Service
SSIDService Set Identifier
UMTSUniversal Mobile Telecommunications System
WLAN Wireless Local Area Network

2 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr.Abbildung
1mobiles Internet - TOP5 Genutzte Anwendungen
2mobile Internet Nutzer in Deutschland
3Nutzung mobiler Internetdienste nach Altersgruppen
4mobiles Internet - TOP5 Genutzte Anwendungen
5iPhone App der Lufthansa
6mobiles Portal von Sixt
7mobiles Portal der Deutschen Bahn
8mobiles Portal von Hamburg Touristik und Tourias
9TUICruises-App
10mobile Plattform von HRS
11mobile Plattform von Accors Hotels
12 mobile Bordkarte der Lufthansa
13Prognose Vertriebskanaldynamik 2009- 2015


3 Einleitung

Mobilität und Flexibilität werden für Privatpersonen und Geschäftsleute immer wichtiger. Diesem Trend zu Folge erhöht sich die Nachfrage nach Produkten die an jedem Ort und zu jeder Zeit die Nutzung von Informationen ermöglichen. Die neuste Generation der Mobilfunkgeräte kann weit mehr als telefonieren. Sie ermöglichen das Abspielen von Musik und Filmen, den Internetzugriff zum Surfen und E-Mails abrufen von fast jedem Ort. Die dadurch gebotene Mobilität ermöglicht auch die ortsgebundene Übertragung von Informationen und die Positionsbestimmung über Mobilfunkzellen und/oder GPS.Diese Entwicklung bietet die Grundlage für die Entwicklung standortbezogener Dienste, auch Location Based Services (LBS) genannt, die jedem die zu seinem Ort passenden Informationen liefern soll.

Location based E-Business in der Reisebranche beschreibt die Unterstützung der Reisenden mit entsprechender Techniken,z.B. Handys und Navigationssystemen seine Reise zu planen, zu buchen und möglichst viele Informationen über weitere Angebote in der Umgebung zu bekommen. Damit die Reiseveranstalter konkurrenzfähig bleiben können, ist es wichtig, dass sie sich dem Wandel der immer mehr technikorientierten, digitalen und vernetzten Gesellschaft zu befassen und sich an diesen Wandel schnellstmöglich anzupassen oder sogar Innovatiosnführer zu sein. Nachdem die Reisenden bereits die Beratung und Buchung im Reisebüro, per Telefon oder Internet vorgenommen haben, steht bei Location based E-Business in der Reisebranche nicht die Buchung sondern die Reise im Vordergrund, um diese zu erweitern und auf zusätzliche Angebote aufmerksam zu werden.

4 Grundlagen

4.1 Location Based Services (LBS)

Location-based-services (LBS) sind standortbezogene Dienste oder positionsabhängige Daten, die den Anwender mit Informationen über z.B. interessante Orte (POI) in seiner Umgebung informieren. Die Standortbestimmung wird je nach Gerät via GSM, UMTS, WLAN oder GPS ermittelt. Ebenfalls gibt es die Möglichkeit anhand der manuellen Eingabe z.B. der Postleitzahl und/oder des Ortsnamens und/oder des Straßennamens den Standort festzulegen. Anhand dieser Standortinformationen wird online oder offline entsprechende interessante Orte aus einer Datenbank ermittelt und dem Anwender auf dem Display angezeigt. Hierbei wird zwischen zwei Arten von standortbezogenen Diensten unterschieden:

  • reaktiven standortbezogenen Dienst
    • Hier muss der Anwender ausdrücklich den betreffenden Dienst abfragen. (z.B. Wo ist der nächste Geldautomat in meiner Umgebung?)
  • proaktiven standortbezogenen Diensten
    • Hier wird der Dienst in der Regel automatisch durch einen bestimmten Einfluss gestartet.[1]

4.2 E-Business in der Reisebranche

Die weltweite Tourismusbranche befindet sich in einem großen Wachstum. Dabei sind die wichtigsten Anlaufstellen die Reisebüros und die Reiseveranstalter. Die Reisebüros arbeiten auf Provision und vermitteln ihren Kunden verschiedene Reiseleistungen von verschiedenen Anbietern. Die Reiseveranstalter bieten verschiedene Produkte wie z.B. Pauschalreisen, Studienreisen, Fernreisen usw. an. Da das Internet eine immer größere Rolle spielt, setzen Reisebüros, Reiseveranstalter und Personentransportgesellschaften (u.a. Fluggesellschaften, Mietwagen-Anbieter) ein besonders großes Augenmerk auf ihre Internetauftritte und ihrer Informations- und Buchungsplattformen.

In den USA wurden bereits in der Reisebranche mehrere Milliarden Dollar über Internet umgesetzt. In Deutschland werden nach der Ulysses-Studie Web-Tourismus 2004 die Umsatzzahlen deutlich heranwachsen.[2] Zum jetzigen Zeitpunkt spielt der Umsatz aus dem E-Business der Reisebranche im Vergleich zum Offline-Geschäft noch eine eher untergeordnete Rolle. Seit dem in der Handybranche die Nachfrage nach dem mobilen Internet boomt und immer mehr Handys bereits Ortungsmöglichkeiten besitzen, entwickelt sich der E-Business Bereich in der Reisebranche täglich weiter und immer mehr Anbieter und Dienstleister entwickeln neue Produkte um den Umsatz weiter zu steigern.

E-Business bietet die Vorteile viele Geschäftsabläufe schneller abzuwickeln und zum Teil kostengünstiger zu gestalten. Es bietet weiterhin die Möglichkeit dem Kunden neue zusätzliche Vertriebsmöglichkeiten anzubieten. Der Kunde verlangt weiterhin ein Mehrkanalkonzept um damit nach der größtmöglichen Flexibilität zu streben. Je nach Neigung und Situation entscheidet der Kunde ob er ins Reisebüro geht, den Griff zum Telefon wählt, eine Online-Recherche durchführt oder die Reise direkt Online bucht. Es sind nicht alle Kundenwünsche über Online Portale abzudecken. Unkomplizierte Standardleistungen, wie Reiseinformationen, Flüge, Hotelübernachtung sind gut über das Internet vermarktbar. Produkte wie individuelle „Baustein-Reisen“ in der Ferntouristik bedürfen aber weiterhin individueller persönlicher Beratung im Reisebüro.

Eine weitere wichtige Rolle wird die Generation Y und die danach folgenden Generationen spielen. Generation Y bezeichnet die Menschen die nach 1980 geboren sind. Diese Generation ist die erste Generation die mit dem Computer, Internet und der digitalen Medienwelt aufwächst.

4.3 Voraussetzungen

Für die Nutzung der Location-Based-Services ist zwingend ein Endgerät das seine Position bestimmen kann mit entweder entsprechend vorinstalliertem Informationsmaterial oder online abrufbaren Informationsmaterial nötig. Das Endgerät kann entweder über GPS oder anhand der aktuellen Mobilfunkzelle seine Position bestimmen. Bei dem vorinstallierten Informationsmaterial (z.B. POI-Datenbank bei Navigationsgeräten) muss die Kommunikation mit der internen Ortungshardware unterstützt werden.

Mobile Tourismussysteme bestehen meistens aus einem tragbaren und damit verhältnismäßig kleinem Gerät, welches dem Nutzer Informationen bereitstellt, die von einem zentralen Server abgerufen werden. Solche Geräte sollten möglichst klein und handlich sein, da man im Tourismus-Bereich davon ausgehen kann, dass die Nutzer auf ihrer Reise keine sperrigen Geräte mit sich führen wollen, da sie wenig Staumöglichkeiten haben und auf Ausflüge kleine handliche Geräte bevorzugen.

Die Systeme müssen an die speziellen Gegebenheiten bestmöglich angepasst werden, damit die Nutzer dennoch jederzeit auf die Ihnen wichtigsten Informationen zugreifen können.[3]

Trotz dieser speziellen Gegebenheiten möchte der Nutzer jederzeit Zugriff auf diverse Arten von Informationen wie zum Beispiel Übernachtungsmöglichkeiten, Wetter, Preise und Sehenswürdigkeiten, und zwar auch für Orte die beliebig weit weg liegen, haben.

4.3.1 Global Positioning System

Das Global Positioning System, kurz GPS, wurde vom DOD (Department of Defense, amerikanisches Verteidigungsministerium) entwickelt und in Betrieb genommen. Das System besteht nach heutigem Stand aus 29 Satelliten, welche die Erde in einer ungefähren Höhe von 20000 km umkreisen.[4] Die Umlaufbahnen sind so positioniert, dass theoretisch an jedem Punkt der Erde mindestens 4 Satelliten empfangen werden können. Die Nutzung der GPS-Satelliten ist kostenlos, jedoch ist der GPS-Empfänger im Endgerät von Nöten bzw. als Zubehör zu beziehen. Anhand der empfangenden Signale mehreren GPS-Satelliten, berechnet das Endgerät seine genaue Position. Einige spezielle GPS-Sensoren erreichen eine weit höhere Genauigkeit. Diese sind jedoch nicht in normalen Handys oder Navigationssystemen verbaut.

4.3.2 Mobilfunkzelle

Fast jedes heutzutage erhältliche Handy hat die Möglichkeit auch ohne GPS-Sensor seinen Position über das Mobilfunknetz zu bestimmen und diese an weitere Applikationen weiter zu geben. Anhand der Positionsbestimmung des Handys über das Mobilfunknetz kann es je nach Aufenthaltsort die Position innerhalb eines Radius von 100m - 500m je nach Netzabdeckung bestimmen. Bei schlechter Netzabdeckung z.B. in ländlicheren Gegenden oder in Gebäuden kann der Radius im Extremfall auch schon mal 1 km - 10 km betragen.[5] Damit das Handy die Position bestimmen kann und es an weitere Applikationen weitergeben darf, ist die Zustimmung bzw. Einstellung des Besitzers von Nöten. Die Positionsbestimmung des Handy wird sehr oft mit der Ortung des Handynutzers zusammengefasst. Jedoch sind dies zwei komplett unterschiedliche Vorgehensweisen. Die Positionsbestimmung liefert dem Handybenutzer bzw. der Applikation den Ort um passenden Informationen zum Umfeld bereitzustellen wobei die Ortung eines Handys die Position des Handybesitzers durch einen Dritten (z.B. Polizei,Feuerwehr,Staatsanwaltschaft) ermittelt wird.

4.3.3 WLAN (Wireless Local Area Network)

WLAN beschreibt ein lokales Funknetzwerk, in dem die Clients drahtlos miteinander (Peer-to-Peer-Modus), oder mit einem Access-Point (Infrastruktur-Modus) verbunden sind.[6] Dank ständiger Neuentwicklungen erreichen die drahtlosen Netze immer höhere Geschwindigkeiten und sind, bis auf seltene Ausnahmen, in der Lage die benötigten Bandbreiten für alle aktuellen Anwendungen zu liefern.

Gegenwertig ist es auch schon möglich, die Position in einem Netzwerk per WLAN zu bestimmen. Zu diesem Zweck werden allerding ähnlich wie beim GPS mehrere Accesspoints benötigt, die anhand der Signalstärke zu dem jeweiligen verbundenen Accesspoint gemessen werden kann.[7] Die gemessenden Signalstärken der Access-Points werden anhand ihres Netzwerknames (SSID) und ihrer eindeutigen Hardware-Adresse (MAC) mit einer Datenbank abgeglichen, die die Koordinaten der verschiedenen Acces-Points kennt. Anhand dieser Koordinate kann die Position ungefähr errechnet und bestimmt werden. Hier ist allerdings die Einschränkung auf spezielle Gebiete in dem die Funknetzwerk vorher registriert wurden zwingend erforderlich. Somit macht die Positionsbestimmung nur in größeren Städten oder innerhalb von Gebäuden Sinn wo keine GPS-Signal empfangen werden kann.

4.3.4 mobile Datendienste

Mobile Datendienste werden immer häufiger angeboten und genutzt. Sie stellen die Schnittstelle zwischen Endgerät und den nötigen Informationen in dem Fall für den Touristen dar. Das mobile Internet wird über das Mobilfunknetz angeboten und benutzt heutige Technologien wie GPRS, EDGE, UMTS, HSDPA. Die Mobilfunkanbieter bauen ihre Mobilfunknetze immer weiter mit dem mobilen Internet aus damit auch fast an jedem Standort mobiles Internet mit der höchstens Geschwindigkeit zur Verfügung steht. Die Preise für das mobile Internet fallen immer weiter, damit nicht nur Unternehmen und Geschäftsleute sich die Technologie leisten können sondern immer mehr Privatleute. Da der Trend des mobilen Internets immer weiter zu nimmt, bieten immer mehr Discounter wie Aldi und Fernsehsender wie Pro Sieben, N24 USB-UMTS-Stick mit Prepaid Karten ohne Vertragsbindung an und liefern sich einen Preiskampf bei den Nutzungsgebühren.

  • GPRS (General Packet Radio Service):
    • Fast alle neuen Mobiltelefone unterstützen GPRS als Datenübertragungsdienst. GPRS wurde erstmals für MMS genutzt. Die Bandbreite von GRPS beträgt maximal 53,6 kbit/s. Den größten Vorteil bietet GPRS anhand der Netzabdeckung, da es über das normale Mobilfunknetz (GSM) abgewickelt wird.[8]
  • EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution):
    • EDGE ist eine Erweiterung zur Erhöhung der Datenübertragungsrate von GPRS. Dies wird durch ein zusätzliches Modulationsverfahren umgesetzt. Die Bandbreite beträgt maximal 260 kbit/s im Download und maximal 110 kbit/s im Upload. EDGE ist wie GRPS fast in ganz Deutschland verfügbar, da es über das normale Mobilfunknetz (GSM) abgedeckt wird.[9]
  • UMTS (Universal Mobile Telecommunications System):
    • UMTS ist ein Mobilfunkstandard der dritten Generation mit deutlich höheren Übertragungsraten im Gegensatz zu GPRS. Die Übertragungsrate beträgt maximal 384 kbit/s. Da UMTS ein eigenes Frequenzband benutzt ist die Netzabdeckung nicht überall ausgebaut sondern bisher verstärkt in Großstädten. In Deutschland liegt die Netzabdeckung zwischen 56% und 81%.[10]
  • HSDPA (High Speed Downlink Packet Access):
    • HSDPA ist ein Übertragungsstandard der dritten Generation des UMTS. Es ermöglicht DSL ähnliche Übertragungsraten. Die maximale Übertragungsrate beträgt je nach Sendemast zwischen 3,6 Mbit/s und 7,2 Mbit/s. HSPDA ist nicht in jeden Gebiet verfügbar. Die Netzabdeckung liegt laut T-Mobile und Vodafone bei 60% bis 80%.[11]

5 Mobile Endgeräte

Damit die Location based Services genutzt werden können, benötigt der Tourist Endgeräte die ihre Position bestimmen können und den Zugang zu ortsbezogenen Daten ermöglichen. Die am häufigsten genutzten Endgeräte sind mobile Navigationssysteme und neuartige Handys oder Smartphones. Die meisten Services benötigen jedoch eine Internetverbindung, um immer an die aktuellsten Informationen zu gelangen. Hier ist heutzutage leider das Problem, dass die Roamingpreise für die Internetnutzung im Ausland, sehr hoch sind. Einige Apps kann man allerdings im eigenen Land schon mit Informationen versorgen, sodass der Nutzer auf einer Reise im Ausland nicht zwingend eine Internetverbindung benötigt.

5.1 Mobile Navigationssysteme

Mobile Navigationssysteme sind universiell zur Navigation mit dem Auto, Fahrrad oder für den Fußgänger einsetzbar. Die heutigen mobilen Navigationssysteme bieten weit mehr als die reine Navigation von A nach B. Für das E-Business der Reisebranche bieten sie POI und vorinstallierte Reiseführer. Die neuesten Geräte unterstützen sogar den mobilen Internetzugang um auf aktuelle Informationen über die aktuelle Verkehrsinformation, aktuelle Informationen zur Umgebung usw. abzurufen. Bei den Systemen ohne Internetzugriff wurde vom Hersteller eine Offline-Sammlung von POI's installiert. Anhand der ermittelten Position des Gerätes durch GPS werden dem Benutzer die passenden Informationen zu seinem Umfeld geliefert, die jedoch nicht aktuell sein müssen. Die Aktualisierung des Datenbestandes muss der Benutzer manuell vornehmen oder durch verschiedene Anbieter eventuelle kostenpflichtige oder kostenlose Updates installieren. Bei Geräten mit Internetzugang erfolgt der Zugriff über das Mobilfunknetz, indem eine SIM-Karte in das Gerät eingelegt wird. Dabei ist jedoch wichtig das die SIM durch eine Flatrate im mobilen Internet ausgestattet ist, da ansonsten schnell hohe Verbindungskosten entstehen können. Durch den Zugriff auf das mobile Internet werden stets die aktuellen Informationen zu der aktuellen Umgebung angezeigt. Die heutigen mobilen Navigationssysteme sind individuell an jede Situation anpassbar. Sie dienen der Navigation im Auto, auf dem Motorrad, auf dem Fahrrad oder als Fußgänger.

5.2 Handys / Smartphones

Handys ermöglichen neben dem mobilen Internet auch die Positionsbestimmung über das Mobilfunknetz und GPS. Heutzutage löst das Smartphone allmählich das Handy ab. Es vereint den Leistungsumfang eines Mobiltelefons mit dem eines Personal Digital Assistants (PDA). Ein Smartphone besitzt in der Regel ein Betriebssystem eines anderen Anbieters (z.B. Windows Mobile, Android oder ähnliches).[12] Hier kann der Benutzer nach Belieben eigene Apps installieren, die seinen Wünschen und Vorhaben entsprechen. So ist es aktuell möglich, unterwegs neben der Mobiltelefonie auch SMS, MMS, E-Mails sowie, bei innovativen Endgeräten, Videokonferenzen per UMTS/3G oder Internet-Telefonie (VoIP) zu nutzen.


Der Navigationssystemhersteller Garmin hat zusammen mit der Firma Asus in seinem aktuellen Portfolio zwei Smartphones mit dem Namen nüvifone auf den Markt gebracht, um somit nicht nur auf dem Navigationssystemmarkt mitzumischen sondern auch in den Smartphonemarkt Anteile aufzubauen.[13] Garmin wirbt damit, dass die beiden nüvifone's alle Funktionen eines High-End-Navigationssystem mit dem eines leistungsfähigen Smartphones vereint. Sie bieten dem Kunden unterwegs immer aktuelle Inhalte, so dass sie ständig über aktuelle Navigationsmöglichkeiten und standortbezogene Informationen verfügen. Es bietet auch die Funktionen eines vollwertigen Navigationssystem. Kartenmaterial aus 43 europäischen Ländern und 1.7 Mio. POI's sind bereits vorinstalliert. Als Zusatzfunktion verfügt es über die erweiterte POI-Suche über Google, einen Fahrspurassistenten mit 3D-Kreuzungsansicht und viele weiter nützliche Features. Telefonieren, SMS/MMS, E-Mail und mobiles Internet gehören ebenfalls zu den Standardfunktionen, sowie die ständige Erweiterung über spezielle Applikationen.

6 Zahlen, Daten & Fakten

6.1 Mobile Suchanfragen bei Google

Abb. 1: mobiles Internet - TOP5 Genutzte Anwendungen
Abb. 1: mobiles Internet - TOP5 Genutzte Anwendungen

Laut den Suchanfragen bei Google Mobile (siehe Abb. 1: mobiles Internet - TOP5 Genutzte Anwendungen) wird das Keyword "Flug" in den mobilen Suchanfragen am meisten gesucht. 135.000 User setzen monatlich eine lokale Suchanfrage innerhalb Deutschlands für dieses Wort ab.
An zweiter Stelle steht das Keyword "Mietwagen", mit 90.500 mobilen Suchanfragen pro Monat. Darauf folgen Hotels, Bahn, Auto und Last Minute mit insgesamt ca. 142.000 Suchanfragen.
Hier sind es am häufigsten Geschäftsreisende, die Ihren Flug, Hotel, Mietwagen, oder ähnliches mobil buchen.[14]

6.2 Mobile Internet Nutzer in Deutschland

Abb. 2: mobile Internet Nutzer in Deutschland
Abb. 2: mobile Internet Nutzer in Deutschland

Mobile Datendienste spielen im Mobilfunkmarkt eine immer größer werdende Rolle. Laut einer Prognose des Marktforschungsinstitutes EITO aus 2009 teilte Bitkom mit, dass der Markt für mobile Datendienste trotz Wirtschaftskrise europaweit um ca. 10% Prozent wachsen wird.[15] In Deutschland sind die Umsätze mit mobilen Internetzugängen inzwischen höher als die Erlöse aus SMS- und MMS-Versand. Im Trend liegen laut Bitkom Zusatzprogramme für Handys, darunter standortbasierte Anwendungen. (vgl. [1]). Forrester Research veröffentlichte im Jahr 2009 eine Prognose über die Anzahl der mobilen Internetnutzer in Deutschland. Demnach sollen die Anzahl der mobilen Internetnutzer bis zum Jahr 2015 von 15,4 Mio. in 2009 bis zu 26,7 Mio. steigen. Dies entspricht einer Steigung von 73%. (siehe. Abb. 2: mobile Internet Nutzer in Deutschland)

6.3 Nutzung mobiler Internetdienste nach Altersgruppen

Abb. 3: Nutzung mobiler Internetdienste nach Altersgruppen
Abb. 3: Nutzung mobiler Internetdienste nach Altersgruppen

Eine Umfrage von forsa stellt eine Übersicht der Menschen die mobile Internetdienste nutzen nach Altersgruppen dar. Zur Reise- und Verkehrsinformation nutzen die meisten Menschen im Alter zwischen 40-49 (38%) das mobile Internet (siehe Abb. 3: Nutzung mobiler Internetdienste nach Altersgruppen).

  • Im Alter von:
    • 14 bis 19 nutzen erst 13%
    • von 20 bis 29 => 28%
    • von 30 bis 39 => 30%
    • über 50 => 28%

das mobile Internet zur Reise- und Verkehrsinformation. Die vermehrte Anzahl der über 30 jährigen Nutzern liegt daran, dass bis vor dem Boom mit dem mobilen Internet, dieses nur für Geschäftsleute bezahlbar war. In den nächsten Jahren wird besonders die Zahl der 20 bis 29 jährigen Nutzer stark wachsen. Die 14 bis 19 jährigen haben noch nicht das Interesse und das nötige Geld für die Reisebranche.[16]

6.4 Benutzte mobile Anwendungen

Abb. 4: mobiles Internet - TOP5 Genutzte Anwendungen
Abb. 4: mobiles Internet - TOP5 Genutzte Anwendungen

Im Jahr 2009 nutzten bereits 15,4 Mio. Deutsche das mobile Internet. Für das Jahr 2010 werden sogar 18,9 Mio. Nutzer vorhergesagt und diese Zahl soll nach kommenden Innovationen und neuen Techniken jährlich steigen.[17]
Die meist genutzte mobile Anwendung stellt nach wie vor das Abrufen von E-Mails dar. Es rufen 73% der mobilen Internetnutzer Ihre Emails täglich ab.
Anwendungen aus der Reisebranche, wie z.B. der Routenplaner, Hotelsuche nutzen 41% und Informationen zu lokalen Dienstleistern rufen 40% der Nutzer ab. (siehe Abb. 4: mobiles Internet - TOP5 Genutzte Anwendungen)

Es gibt 3 ausschlaggebende Entwicklungen die dafür Sorge tragen, dass hier die Prozentsätze kontinuierlich jährlich ansteigen:

  • Verbesserte Technologie (Endgeräte)
    • leicht bedienbare, innovative und multifunktionale Endgeräte wie beispielsweise das iPhone oder das Google-Phone
    • hohe Übertragungsgeschwindigkeiten - aktuell bis 14,6 MBit/s (Ende 2010 sogar bis 100 MBit/s )
  • Innovative Softwareprogramme (Apps)
    • Quantensprünge der mobilen Softwareanwendungen, die quasi den physischen Besuch einer Website überflüssig machen.
    • strukturierte Websites für mobile Endgeräte mit eingeschränkter Darstellung.
  • Geringere Kosten für das mobile Internet
    • Senkung der Minutenpreise für das mobile Internet
    • Verbreitung günstiger Flatrates (z.B. T-mobile für 29,95€ monatlich)

7 Anwendungsfelder

Mobile Tourismussysteme bestehen meistens aus einem tragbaren und damit verhältnismäßig kleinen Gerät, welches dem Benutzer Informationen darstellt, die von einem zentralen Server (mobiles Internet) oder einer vorinstallierten Datenbank abgerufen werden. Diese Gerät sollten möglichst klein sein, da Touristen keine großen und sperrigen Geräte benutzen möchten. Trotz dieser Einschränkung möchte der Tourist jederzeit an seinem aktuellen Standort auf Informationen wie zum Beispiel Übernachtungsmöglichkeiten, Wetter, Preise, Sehenswürdigkeiten, Mietwagenangebote oder Transportmöglichkeiten direkt zugreifen können.


7.1 Reiseinformation

Es gibt zahlreiche Apps die den Nutzer über aktuelle Reiseinformationen, mit bequemen Zugriff auf Bilder, Videos, interaktive Karten und Neuigkeiten über den aktuellen Standort versorgen und somit die Reisenden über Themen wie Kultur, Klima, Sehenswürdigkeiten oder Geschichte informiert. Zudem geben sie praktische Hinweise zu den Einreisebestimmungen, sowie Anschriften von öffentlichen Gebäuden, Botschaften und Konsulaten. Ein großer Vorteil der Nutzer ist die Zeitersparnis durch eine klare Strukturierung der Länderinformationen.

Neueste Apps sind bereits in der Lage, die gesammelten Informationen über Twitter, Facebook oder E-Mail an Freunde zu senden.

7.2 Reiseplanung

Die Reiseplanung spielt bei Touristen eine große Rolle. Bevor die meisten Touristen eine Reise buchen, informieren sie sich ausführlich über das Land, Hotel, Umgebung und Klima. Eine immer wichtiger Rolle spielen bei der Reiseplanung die Bewertungsplattformen, wie z.B. Holidaycheck, die es Touristen, die schon mal einmal in diesem Hotel waren, ermöglichen eine Bewertung mit eigenen Bildern und Videos zu veröffentlichen. Holidaycheck gilt aber nicht als komplett glaubwürdig, da auch Bewertungen geschrieben werden können, wenn man nicht in diesem Hotel war. So können u.a. Hotelbesitzer ganz leicht die Bewertung ihres Hotels aufwerten, indem sie mehrere positive Bewertungen abgeben. Andererseits können benachbarten Hotels in der Bewertung sinken. Es wurde jedoch bis heute kein Fall über eine Manipulation bekannt.[18] Trotz der nicht vorhandenen Überprüfung ob ein Tourist wirklich vor Ort war gilt Holidaycheck als das größte deutschsprachige Meinungsportal für Reisen und Urlaub im Internet. Neben der Urlaubsbewertungsplattform bietet Holidaycheck auch die direkte Buchung über mehrere Reiseveranstalter an. Andere Reiseveranstalter wie z.B. Alltours bieten eine Hotelbewertungsplattform an, in der nur Kunden, die wirklich das Hotel besucht haben, bewerten können. Zur Authentifizierung ist dort die Buchungsnummer erforderlich.

7.3 Buchungssysteme

Buchungssysteme sollen den potenziellen Kunden so einfach wie möglich und leicht verständlich von der Auswahl des richtiges Produktes/Dienstleistung bis hin zum Buchungsabschluss führen. Dabei ist für den Kunden besonders die leichte Verständlichkeit von großer Bedeutung. Für den Anbieter ist eine einfache und leicht zu verstehende Buchungsplattform ebenfalls von Vorteil. Je mehr Kunden mit der Buchungsplattform zurechtkommen desto mehr Aufträge und so höher ist der Umsatz und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Kunde den Anbieter weiterempfiehlt.

8 Einsatzmöglichkeiten

8.1 Reiseinformation

8.1.1 Airlines

Abb. 5: iPhone App der Lufthansa
Abb. 5: iPhone App der Lufthansa

Fluggesellschaften wie u.a. die Lufthansa, Air Berlin und German Wings bieten mit optimierten Apps, mobilen Zugriff auf die wichtigsten Services rund ums Fliegen.(siehe Abb. 5: iPhone App der Lufthansa)
Der Nutzer kann hier folgende Services in Anspruch nehmen:

  • online Check-in
  • Sitzplatzauswahl
  • Flugstatus
  • Flugplan
  • Eingabe von Nationalität, Art und Gültigkeit des Reisedokumentes (wenn erforderlich)
  • Mobile Bordkarte
  • Flugbuchung
  • Meilenkonto

8.1.2 Mietwagen

Abb. 6: mobiles Portal von Sixt
Abb. 6: mobiles Portal von Sixt

Mietwagenanbieter wie z.B. Sixt und Europcar bieten in ihrem mobilen Portal die Reservierung von PKW's und LKW'S, die GPS gestützte und die manuelle Stationssuche an (siehe Abb. 6: mobiles Portal von Sixt). Sixt, der Marktführer in Deutschland für Mietwagen, startete im Juni 2009 mit seinem mobilen Auftritt für Blackberry Endgeräte. Heute bietet Sixt neben der App für Blackberry, eine App für das Apple iPhone und Android Endgeräte und für alle anderen internetfähigen Endgeräte eine optimierte Internetauftritt. [19]

Im September 2009 zog der Konkurrent Europcar ebenfalls einer mobilen Internetplattform nach.[20] Europcar bietet im Gegensatz zu Sixt keine App für verschiedene Endgeräte, sondern für alle Geräte einen optimierten Internetauftritt in 7 verschiedenen Sprachen.

8.1.3 Kreuzfahrtschiffe

TUI bietet für sein Kreuzfahrtschiff TUI-Cruises eine spezielle Applikation für Touristen an. Mit dieser Applikation haben die Kunden die Möglichkeit das Kreuzfahrtschiff näher kennenzulernen, indem sie Deckpläne und Bilder aufrufen können und einen virtuellen Rundgang durch das Schiff machen können. Ebenfalls können potenzielle Kunden sich die kompletten Routenpläne anschauen, um die richtige Reiseroute für sich zu finden. Falls dem Kunden die Informationen nicht ausreichen, hat er die Möglichkeit sich den aktuellen Katalog anzuschauen bzw. runterzuladen, sich ein Reisebüro in seiner Nähe suchen zu lassen oder sich direkt mit der Hotline von TUI verbinden zu lassen.

Auch AIDA bietet seinen potenziellen Kunden eine eigene Applikation für jedes einzelne Schiff (AIDAblu, AIDAvita,AIDAcara), die die gleichen Funktionen wie die Applikation der TUIcruises bietet.

8.1.4 öffentl. Verkehrsmittel

Abb. 7: mobiles Portal der Deutschen Bahn
Abb. 7: mobiles Portal der Deutschen Bahn

Die Bahn bietet Ihren Kunden eine Vielzahl an mobilen Services. Eine erste Innovation der Bahn war das Handy Ticket. Hier konnte der Nutzer auf der Website der Bahn Ticket per MMS kaufen und auch Sitzplätze reservieren. Heute bietet die Bahn allerdings eigene Apps an, wie zum Beispiel den DB Navigator (siehe Abb. 7: mobiles Portal der Deutschen Bahn), mit der der Nutzer folgende Services in Anspruch nehmen kann:

  • Reiseauskunft
    • Einfache Reiseplanung der aktuellen Position zu einem Bahnhof, einer Haltestelle, Adresse oder einem interessanten Ort. Durch die Ortungsfunktion wird automatisch aus den Haltestellen in der Umgebung die optimale Verbindung ermittelt. Der Fußweg zur Haltestelle auf der Karte angezeigt.
  • Informationen in Echtzeit
    • Mit dem DB Navigator bekommt man die aktuellen Pünktlichkeitsinformationen. Kommt es zu Störungen, informiert der DB Navigator über Verspätungen, Anschlüsse und besondere Ereignisse.
  • Ankunft/Abfahrt
    • aktuellen Abfahrtszeiten / aktuellen Prognosen von Bahnhöfen und Haltestellen auf einen Blick.[21]

8.2 Reiseplanung

8.2.1 Städteführer

Abb. 8: mobiles Portal von Hamburg Touristik und Tourias
Abb. 8: mobiles Portal von Hamburg Touristik und Tourias

Städteführer, wie z.B. Tourias, MeineStadt.de, Marco Polo, bieten interessante Orte in der Umgebung des Touristen. Sie bieten nützliche Informationen zum aktuellen Aufenthaltsort, Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen, Einkaufszentren, Unterkünfte, Restaurants rundum den aktuellen Standort. Die aktuellen Ergebnisse werden aufsteigend von der Entfernung sortiert (s. Abb.8: mobiles Portal von Hamburg Touristik und Tourias) und bieten weitere Informationen über Preise, Öffnungszeiten, Kontaktmöglichkeiten und Kurzbeschreibung. Außerdem ist eine Navigation oder Anzeige auf einem Stadtplan möglich. So kann sich der Tourist z.B. in einem Café, Hotelzimmer oder auf dem Weg zum Urlaubsort schon über die Umgebung informieren und ggf. seine nächsten Tage planen.

Einer der führenden mobilen Reisführer ist Tourias betrieben von der Campagnon Media GmbH & Co. KG. Tourias stellt offizielle Reiseinformationen von unterschiedlichen Tourismusorganisationen zur Verfügung. Tourias stellt für fast jeden Handytyp eine App oder eine speziell angepasste Internetseite zur Verfügung. Reisenden wird über die App oder den Internetauftritt eine zentrale Plattform für Informationen zu Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Bars, Unterkünften, Events, Freizeit- und Einkaufsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Über die App z.B. für das Apple iPhone lassen sich verschiedene Reiseführer für verschiedene Städte herunterladen. Die Apps bieten auch die Möglichkeit die Position zu bestimmen und sich Locations in der Umgebung mit vielen weiteren Informationen anzeigen zu lassen.

Die Firma Lonely Planet Publications bietet Touristen für zur Zeit 75 Ziele einen digitalen Städteführer. Der digitale Städteführer bietet einen ausführlichen Einführungstext, in der die entsprechende Stadt vorgestellt wird und Offline-Kartenmaterial mit einer POI-Datenbank. Die POI-Datenbak enthält Restaurants, Sehenswürdigkeiten, Entertaiment, Shopping und Hotels. Außerdem kann man mit Hilfe einer lokalen Suchfunktion die nähere Umgebung nach interessanten POIs absuchen oder in einer Bildergalerie stöbern.

Die Falk Marco Polo Interactive GmbH bietet auf ihrem speziellen mobilen Internetauftritt (mobile.falk.de) eine Suchfunktion für Adressen und POI's, einen Routenplaner und zu verschiedenen Ländern, Regionen und Städte Tipps und Highlights an.

Die Applikation Vascmo (i.vascmo.de) bietet ebenfalls je Stadt und Region POI's in den folgenden Regionen an:

  • Sehenswertes
  • Essen & Trinken
  • Dienstleistungen
  • Einkaufen
  • Übernachtungen
  • Kultur & Freizeit
  • Veranstaltungen
  • Besondere Angebote (Sightsseingtouren, Pauschalangebote, Rabattaktionen)

8.2.2 Kreuzfahrtschiffe

Abb. 9: TUICruises-App
Abb. 9: TUICruises-App

TUI und AIDA bieten seinen Kunden mit der speziellen TUI-Cruises oder den jeweiliegen Applikationen der AIDA Flotte folgende aktuellen Informationen an (siehe Abb.9: TUICruises-App):

  • Position des Schiffes
  • Bild von der Schiffswebcam
  • Ortszeit
  • Lufttemperatur
  • Geschwindigkeit
  • Wassertemperatur an.
  • Tagesprogramm


TUI und AIDA wollen durch diese spezielle Applikation die Kundenbindung erhöhen.

8.3 Buchungssysteme

8.3.1 Reiseagenturen

Abb. 10: mobile Plattform von HRS
Abb. 10: mobile Plattform von HRS

Einer der größten Anbieter der Hotelsuche ist die Firme Hotel Reservation Service (HRS). HRS ist ein weltweites Hotelportal für Privat- und Geschäftsreisen und bietet zur Zeit über 250.000 Hotels weltweit über seine Plattform an (siehe Abb. 10: mobile Plattform von HRS). Im Oktober 2009 wurde HRS von der Nielsen NetRating als unangefochtene Nummer 1 unter den Online-Hotelbuchungsportalen in Deutschland ausgezeichnet und bereits im Februar 2009 gewann HRS den Business Travel World Award 2009 als Europas führendes Hotel Online-Reservierungsportal.[22] Neben der Hotelsuche bietet HRS seinen Kunden auch eine Bewertungsplattform für die besuchten Hotels an um somit den zukünftigen Kunden einen Kundeneindruck über die Hotels zu vermitteln. HRS bietet auch Hotelketten die Vermarktung ihrer Hotels auf der Hotelplattform an. HRS stellt seine Plattform für verschiedene Entgeräte zur Verfügung wie u.a. eine App für das iPhone, für das Blackberry und für andere Handyanbieter über das mobile Internet eine angepasste Plattform. Für Firmen bietet HRS einen 30% Firmenrabatt, wenn die Firmen ihre Geschäftsreisen über HRS buchen. Ebenfalls garantiert HRS für Privatpersonen einen 10 Prozentigen Preisvorteil gegenüber anderen Plattformen.

Kunden die über HRS gebuchten haben müssen keine Vorauszahlung leisten, Sie bezahlen vor Ort im Hotel und bieten den Kunden ebenfalls eine kostenfreie Stornierung bis 18 Uhr am Anreisetag an. Damit Kunden sich ein Bild von dem ausgewählten Hotel machen können, bietet HRS eine Bewertungsplattform von Kunden für Kunden mit ca. 2 Millionen Hotelbewertungen an.

8.3.2 Hotels

Abb. 11: mobile Plattform von Accors Hotels
Abb. 11: mobile Plattform von Accors Hotels

Die mobilen Portale von Hotelketten ermöglichen die GPS gestützte als auch die manuelle Suche nach einem geeignetem Hotel in der Nähe des aktuellen Standort oder in einer beliebigen Stadt. (siehe Abb. 11: mobile Plattform von Accors Hotels)
Die Suche lässt sich nach:

  • Standort
  • Anreisedatum
  • Aufenthaltsdauer
  • Zimmertyp
  • und Personen einschränken.

Die dann ermittelten Suchergebnisse lassen sich durch Filter im Preis, Sterne und Bewertungen weiter einschränken umso das best geeignetste Hotel zu finden.
Einige Hotels bieten eigene Plattformen an. Die AccorHotels-Gruppe, Hilton-Gruppe und Radission Hotels lassen sich auf Plattformen wie z.B. von HRS einstellen. Die allgemeinen Plattformen haben den Vorteil, dass dem Tourist mehrere Hotels von mehreren Gruppen und auch private Hotels angezeigt werden. Bei hoteleigenen Portalen werden nur die dazugehörigen Hotels in der Umgebung angezeigt. Des Weiteren bieten die Portale spezielle Filter zur Filterung der Suchergebnisse an. Zu den allgemeinen Suchfiltern gehören u.a.:

  • Anzahl der Nächte in dem Tourist seinen gewünschte Aufenthaltsdauer eingeben kann
  • Art des Zimmer (Einzel oder Doppelzimmer)
  • Anzahl der mitreisenden Personen

Nachdem passende Hotels in der näheren Umgebung herausgefiltert wurden, werden spezielle Filter angeboten die die Auswahl weiter einschränken.
Zu den speziellen Filtern gehören u.a.:

  • Preis pro Nacht
  • Anzahl der Sterne
  • Note der Kundenbewertungen

Nach dem Kunden nun Hotels nach seinen Vorstellungen angezeigt werden, kann der Kunde anhand der Hotelbeschreibung, Entfernung und Preis pro Nacht sein Hotel auswählen und im nächsten Schritt die Buchung direkt vornehmen.

8.3.3 Airlines

Abb. 12: mobile Bordkarte der Lufthansa
Abb. 12: mobile Bordkarte der Lufthansa

Die Airlines wie z.B. Lufthansa, Air Berlin und GermanWings bieten auf ihrer mobilen Internetplattform aktuellen Informationen über sich und Reisewarnungen, ein Buchungssystem, den aktuellen Flugplan, die Abfrage des aktuellen Flugstatus und die Möglichkeit des mobilen Check In's an. Somit hat der Tourist immer die wichtigsten Informationen zu seinem gebuchten Flug dabei und wird jederzeit über Änderungen und Verspätungen informiert.

Größere Fluggesellschaften wie die Lufthansa bieten auf ihren mobilen Portalen einen virtuellen Check-In Schalter an. Der virtuelle Check-In Schalter ermöglicht dem Reisenden seine Bordkarte per E-Mail, SMS oder MMS zu erhalten. Seit September 2008 bietet die Lufthansa ihren Passagieren auf innerdeutschen und europäischen Flügen den Check-In mit dem Handy an. Voraussetzung dafür ist das mobile Internet auf dem Handy, da die mobile Bordkarte per E-Mail oder SMS-Link dem Passagier zugeschickt wird. Die mobile Bordkarte enthält neben den wichtigsten Daten wie Name, Flugnummer und Abflugzeit einen 2-D-Barcode (siehe Abb. 12: mobile Bordkarte der Lufthansa).
Dieser 2-D-Barcode erlaubt dem Passagier den direkten Zugang zum Gate. Beim Boarding wird das Handy mit dem 2-D-Barcode über einen speziellen Scanner gehalten, der den Barcode ausliest und bei Korrektheit den Passagier an Bord lässt. Falls das Handy oder der Empfang des Handys versagt, hat der Passagier die Möglichkeit an einem Check-In-Automaten oder am Schalter eine gedruckte Bordkarte zu erhalten.

8.3.4 Mietwagen

Die beiden großen Mietwagenanbieter Sixt und Europcar bieten mit ihren Appliaktionen die direkte Buchung ihrer Mietwagen von unterwegs an. Beide Anbieter locken ihren Kunden mit 10% Rabatt auf die Standardtarife. Der Kunde kann sich Stationen der Anbieter in seiner Nähe oder in einer bestimmten Stadt heraussuchen lassen und sich die zur Verfügung stehenden Wagen mit Preis und Detailangaben, wie Kilometer inklusive in seinem gewünschten Ausleihdatum anzeigen lassen. Sixt bietet ebenfalls einen Quick-Check-In an, mit dem der Kunde bereits 4 Stunden vor Abholung des Mietwagens beim Online-Check-In aus bis zu 3 Fahrzeugen sein Wunschfahrzeug auswählen kann. Dies hat für den Kunden den Vorteil, dass er sich nicht anstellen muss, sondern schneller den Schlüssel erhält und seine Reise/Fahrt antreten kann.

9 Fazit

9.1 Chancen und Risiken

Abb. 13: Prognose Vertriebskanaldynamik 2009- 2015
Abb. 13: Prognose Vertriebskanaldynamik 2009- 2015

Da die Nutzungsraten für das mobile Internet in den nächsten Jahren enorm steigen werden (siehe Abb. 13: Prognose Vertriebskanaldynamik 2009-2015), wird die Reisebranche von Ihren mobilen Angeboten stärker profitieren als sie es jetzt schon tun. Immer mehr Reiseveranstalter, Hotelketten, Airlines, Mietwagenanbieter werden mit auf den Zug aufspringen, um Ihren Umsatz zu steigern. Das Risiko durch diese Entwicklung werden die lokalen Reisebüros zu spüren bekommen, da der Trend zum Buchen über das Internet weiter zu nimmt und die Reisebüros dem Preisdruck auf die Dauer nicht standhalten können, da die Internetplattformen geringere Fixkosten im Gegensatz zum Reisebüro haben. Die wirklichen Auswirkungen werden erst in den nächsten Jahren sichtbar, da die älteren Touristen eher den Reisebüros vertrauen als dem Internet. Die jüngere heranwachsende Generation Y wird das Internet zur Buchung verstärkt nutzen. GfK Travelscope veröffentlichte 2008 eine Prognose über die Vertiebskanaldynamik von 2009 - 2015 (siehe Abb. 13:Prognose Vertriebskanaldynamik 2009- 2015). Laut dieser Prognose wird die Suche Online / Buchung Online stetig steigen und die Suche im Reisebüro / Buchung im Reisebüro gleichzeitig sinken. Die Bereiche Suche Online / Buchung im Reisebüro und Suche im Reisebüro / Buchung Online werden nach der Prognose gleich bleiben. Stand heute werden 66% aller Buchungen über die Reisebüros und 34% aller Buchungen Online getätigt. Im Jahr 2014/2015 soll die Anzahl aller Buchungen im Reisebüro 57% (-9%) und Online 42% (+8%) betragen.

9.2 Ausblick

Das Internet wird für die Reisebranche eine immer stärker entscheidende Rolle spielen und die Bedeutung der Reisebüros immer weiter abnehmen, wenn sich die Reisebranche und die Menschen sich wie zur Zeit weiterentwickeln. Um die Bedeutung der Reisebüros nicht zu verlieren müssen sich die Betreiber neue Sachen einfallen lassen, um in den nächsten Jahren einige ihrer verlorenen Anteile zurück zu erobern. Dies kann nur über den Preis möglich sein oder auch über den Einstieg in die Onlineplattformen, was aber zur Folge Personalentlassung und Schließungen von Reisebüros hätte, die nicht das ausreichende Kapital für die Weiterentwicklung haben. Somit werden die Reisebüros stärker auf den Reiseveranstalter angewiesen sein. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie nennt diese Situation "David gegen Goliath"[23].

Die großen Hotelketten werden von der Entwicklung des Onlinemarktes profitieren und die kleineren werden wie die Reisebüros zu kämpfen haben. Airlines werden ebenfalls davon profitieren, da das mobile Internet bei Privat- und Geschäftsreisenden eine immer größere Bedeutung bekommen wird. Im Allgemeinen wird die Entwicklung des E-Business in der Reisebranche auf Schließungen und Personalabbau Einfluss nehmen und die großen Anbieter werden davon profitieren, da sie über ausreichendes Kapital verfügen um sich dem aktuellen Trend anpassen zu können.

10 Fußnoten

  1. Vgl. Location Based Services [1]
  2. Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie - E-Business in der Reisebranche [2] Seite 1
  3. Vgl. Masterarbeit - SmartTravel to Go [3] Seite 19/20
  4. Vgl. GPS FREQUENTLY ASKED QUESTIONS [4]
  5. Vgl. Ortung und Positionsbestimmung mit Mobilfunk [5]
  6. Vgl. Glossar für Wireless LAN [6]
  7. Vgl. WLAN sagt dem Notebook, wo es sich befindet [7]
  8. Vgl. GPRS - General Packet Radio Service [8]
  9. Vgl. UMTS - Geschwindigkeit in dem UMTS-Netz [9]
  10. Vgl. UMTS - Geschwindigkeit in dem UMTS-Netz [10]
  11. Vgl. UMTS - Geschwindigkeit in dem UMTS-Netz [11]
  12. Vgl. Das Smartphone - der mobile Alleskönner [12]
  13. Vgl. Asus: Garmin Nüvi Phone M10 [13]
  14. Vgl. Erfolgreiche Mobile Services –Zielgruppenaktivierung und mobile Vermarktungsmöglichkeiten in der Reisebranche [14] Folie 10
  15. Vgl. Erfolgreiche Mobile Services –Zielgruppenaktivierung und mobile Vermarktungsmöglichkeiten in der Reisebranche [15] Folie 5
  16. Vgl. Erfolgreiche Mobile Services – Zielgruppenaktivierung und mobile Vermarktungsmöglichkeiten in der Reisebranche [16] Folie 5
  17. Vgl. „Mobile Vertriebskanäle für touristische Leistungen und Produkte“ [17] Folie 12
  18. Vgl. Holidaycheck [18]
  19. Vgl. SIXT – Mietwagen am BlackBerry buchen [19]
  20. Vgl. Europcar Mietwagen jetzt auch vom Handy aus buchen [20]
  21. Vgl. Mit dem iPhone immer bestens informiert [21]
  22. Vgl. Awards für HRS [22]
  23. Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie - E-Business im Tourismus [23] Seite 2


11 Literatur- und Quellenverzeichnis

Zdnet.de (16.07.09, 10:43 Uhr) Bitkom mobile Datendienste wachsen bis Ende 2010 jährlich um 10%[24]
SEMPORA (2010) „Mobile Vertriebskanäle fürtouristische Leistungen und Produkte“ SEMPORA Point of View / Studienergebnisse „iPhone & Co.“ [25]
YOC-Grupper Heiko Kasper (2010) Erfolgreiche Mobile Services – Zielgruppenaktivierung und mobile Vermarktungsmöglichkeiten in der Reisebranche [26]
Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (2006) E-Business im Tourismus [27]
Micros Fidelio (2010) Fit für die Generation Y [28]
Hotel Reservation Service (2010) HRS – HOTEL RESERVATION SERVICE Europas führendes Hotelportal - Zahlen und Fakten zum Unternehmen [29]
Hotel reservation Service (2010) HRS mobil: Mit Innovation an die Spitze [30]
Krise & Beyond (2010) Multichannel-Dynamik in der Touristik 2009-2015 [31]
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