Möglichkeiten zur Einflussnahme und Kontrolle der Online Reputation durch Privatpersonen

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Name des Autors / der Autoren: Janine Graszies, Annika Dietrich, Dennis Schrafen, Sebastian Waterkamp
Titel der Arbeit: "Möglichkeiten zur Einflussnahme und Kontrolle der Online Reputation durch Privatpersonen"
Hochschule und Studienort: FOM Essen


Inhaltsverzeichnis


1 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr. Abbildung
1 Definition Reputation
2 Vergleich Web 1.0 mit Web 2.0
3 Startseite von www.Google.de
4 Startseite von www.MyOn-ID.com
5 Startseite von www.yasni.de
6 Startseite von www.myopenid.com
7 Startseite von www.spock.com
8 Suchergebnis bei Blinkx
9 Vergleich der Daily Traffic Rank Trends der VZ-Gruppe mit Alexa
10 erfolglose Suche nach I. Liebknecht bei Google
11 erfolglose Suche nach I. Liebknecht bei Yasni
12 ClaimID Isabella Liebknecht
13 Reiner Fakeman im myspace-Profil
14 Ausschnitt Startseite Watch your web
15 Testergebnis Watch your web

2 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
EREVEvangelischer Erziehungsverband e.V.
IJABInternationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.
ORMOnline Reputation Management
RDFResource Description Framework
RFIDRadio Frequency Identification
RSSReally Simple Syndication
SNSSocial-Network-Services
VoIPVoice over IP
XMLExentsible Markup Language

3 Einleitung - Die digitale Identität

Die immer schneller wachsenden Internetgemeinde wird durch eine hohe Verfügbarkeit von Internetanschlüssen, eine zunehmende Beschleunigung des Datentransfers und einfachen Publizierungsmöglichkeiten von privaten oder kommerziellen Inhalten im Netz geprägt. Aufgrund diese Tatsache wirkt sich die digitale Welt unmittelbar auf den Lebensalltag vieler Menschen aus. Das Internet ist als Medium für Informationen und Entertainment ein fester Bestandteil der Gesellschaft geworden. Im Arbeitsumfeld und auch privat hat dieser Bestandteil der Gesellschaft sich etabliert. Die eigene virtuelle Präsenz in Blogs, Chats, Foren und Videos kann aber auch auf das reale Leben eine positive oder negative Auswirkung haben. Die digitale Identität ist das digitale Abbild einer Persönlichkeit im Web. Sie hat häufig weitaus größeren Einfluss auf das reale Leben als es vielen Personen bewusst ist. Jede Person, die nach einem entsprechenden Namen beispielsweise in Suchmaschinen sucht oder zufällig darauf stößt, kann diese Identität betrachten und für sich bewerten. Durch diese Unbedachtheit oder Unwissenheit bewegen sich Personen, bezogen auf ihre Privatsphäre, nackt in der Öffentlichkeit. Sie veröffentlichen eigene Bilder oder Texte. Diese spiegeln den eigenen Alltag sowohl privat als auch beruflich wider. Welche Auswirkungen die eigene digitale Identität auf andere soziale Kontakte oder gar auf die Jobsuche haben kann, ist vielen nicht bewusst. Bei Personalmaßnahmen wird beispielsweise die Online Reputation der Bewerber berücksichtigt. Während die Internetnutzer früher nur auf Informationsbeschaffung bedacht waren, treten sie in Zeiten des so genannten Web 2.0 selbst als Informationssender auf. Durch diesen Paradigmenwechsel in der Kommunikationsstruktur wird die eigene digitale Identität geprägt und der Benutzer nimmt Abschied von seiner Anonymität im Internet. Die Identität beziehungsweise die Eigenschaften eines Individuums stehen in engem Zusammenhang mit dessen Persönlichkeit, Gruppenzugehörigkeit oder Selbstpräsentation. Durch eine sehr starke Transparenz des Internets, sind fast alle Online-Aktivitäten ausschlaggebend für den digitalen Ruf beziehungsweise die digitale Identität. Der digitalen Öffentlichkeit entgeht somit fast nichts. Persönliche Informationen sind auch noch nach Jahren online abrufbar. Privates Reputationsmanagement gewinnt somit immer mehr an Bedeutung. Es ist hilfreich, seinen digitalen Ruf und somit seine digitale Identität aufzubessern, indem Inhalte im Netz kontrolliert werden und gezielte Maßnahmen zur Beeinflussung der Online Reputation eingesetzt werden[1].

Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, einen Überblick über die grundsätzlichen Kontrollmöglichkeiten der Online Reputation zu geben und wie auf diese aktiv Einfluss genommen werden kann. Hauptbestandteil der Untersuchung ist die Online Reputation von Privatpersonen.

Um das oben genannte Ziel zu erreichen, wird nach einer kurzen Einleitung in die Thematik, mit einer Definition und Abgrenzung der verwendeten Begriffe begonnen und der Reputationsbegriff im Kontext seines geschichtlichen Ursprungs auf die Moderne bezogen. Nach diesem Grundlagenkapitel werden im Hauptteil dieser Arbeit zunächst verschiedene Komponenten des Web 2.0 detaillierter beschrieben. Dies soll dazu dienen einen Überblick über einige Komponenten zu geben, über die die Online Reputation von Privatpersonen ermöglicht wird. Hier werden vor allem SNS (Social Network Services) Webblogs und Internetforen genauer betrachtet. Auf Basis dieser Grundlagen werden anschließend die Kontrollmöglichkeiten für Privatpersonen in Form von Reputationsmanagementservices, Reputationsmonitoring, Dienstleistungen und Suchmaschinenoptimierung näher untersucht. Die theoretischen Kapitel werden damit abgeschlossen, dass auf die Einflussmöglichkeiten auf die eigene Online Reputation näher eingegangen wird. Anhand von Fallbeispielen sollen die Kontroll- und Einflussmöglichkeiten in der Praxis getestet werden. Hierfür ist zum einen imaginäre Person entstanden, deren Online Reputation aufgebaut, kontrolliert und beeinflusst wird. Zum anderen wird ein ähnliches Beispiel vorgestellt, dass ein Journalist vor einigen Jahren durchgeführt hat. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk auf der Beeinflussung der Reputation durch andere im Vordergrund. Im Anschluss daran werden die Chancen und Risiken der Online Reputation erörtert. Die Bedeutung der Thematik wird anhand eines aktuellen Ereignisses verdeutlicht. Den Abschluss dieser Arbeit stellt eine zusammenfassende Darstellung der Thematik dar sowie ein anhand der erarbeiteten Ergebnisse ein gezogenes Fazit.

4 Theoretische Grundlagen

In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen auf denen diese Fallstudie aufbaut bearbeitet.

4.1 Definition und Abgrenzung "Reputation", "Prestige", "Status" und "Image"

In Anlehnung an: Hüttl (2005), S. 45 Abbildung 1: Definition Reputation
In Anlehnung an: Hüttl (2005), S. 45
Abbildung 1: Definition Reputation

Reputation

Der Begriff Reputation stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutete Erwägung oder Berechnung[2]. Im Laufe der Jahre änderte sich die Bedeutung des Begriffes, so dass Reputation mittlerweile als "Urteil der Allgemeinheit über eine Person"[3] zu definieren ist. Reputation wird als ein "partikuläres Gut konzeptualisiert, dass Vermittlungsprozesse der Wertschätzung eines Prestigeträgers an unbekannte Dritte voraussetzt."[2] Als ein imaginärer, unbewusster Bestandteil des Wirkens von handelnden Subjekten ist Reputation als öffentliches Ansehen von Menschen oder Organisationen langfristig orientiert. Durch authentisches und glaubwürdiges Handeln, sowohl im sozialen Lebensumfeld, als auch im Internet, entstehen Erlebnisse, Eindrücke und Gefühle, wodurch die Reputation ihre Prägung erhält. Eisenegger definiert Reputation als "Ruf der Vertrauenswürdigkeit"[4] und Wieseneder nennt es "ein Anerkennungssystem, das Wertschätzung ausdrückt"[5]. Beide Definitionen basieren auf dem Vertrauen, welches durch den Ruf eines Subjekts Dritten gegenüber aufgebaut wird.

Die Online Reputation bezieht sich ausschließlich auf das Handeln im Internet. Das Nutzen von Benutzerprofilen in SNS oder die Teilnahme an Auktionen gehören ebenso zum Aufbau der eigenen Online Reputation, wie auch das Betreiben gewöhnlicher Webseiten, da durch die dort hinterlegten persönlichen Inhalte und Informationen Dritte einen Eindruck über die Persönlichkeit gewinnen können. Die mit der Reputation eng verwandten Termini sind die Begrifflichkeiten Prestige, Status und Image, die im Folgenden definiert werden[6].

Prestige

Der Begriff Prestige stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Blendwerk oder Illusion. In sozialwissenschaftlicher Definition bezeichnet Prestige das mittelfristige soziale Ansehen. Prestige bewirkt einen hohen sozialen Einfluss und soziale Anziehung. Auch der Prestigebegriff ist ausschließlich handelnden Subjekten vorbehalten[7].

Status

Ebenfalls aus dem Lateinischen abstammend, bedeutet Status im engeren Sinne die Stellung, der Rang oder die Verfassung. Weiter gefasst bezieht sich Status auf den "Wert oder die Bedeutung einer Person in der Öffentlichkeit"[8]. Dieser Wert kann einer Person zugeschrieben oder übertragen werden. Als weitere Möglichkeit kann eine Person ihren Status durch Leistung erwerben. In der heutigen Gesellschaft wird Status überwiegend mit Besitz und Geld in Verbindung gebracht und drückt einen gewissen gesellschaftlichen Rang aus[9].

Image

Der Terminus Image stammt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet Bildnis oder Abbild. Es bezeichnet das "stark vereinfachte typisierte und mit Erwartungen und Wertvorstellungen verbundene Vorstellungsbild über einen Sachverhalt, ein Objekt, eine Person, Organisation oder Institution"[10]. Als kurzfristig gewonnener Eindruck assoziiert Image ein positives, negatives oder neutrales Bild. Im Gegensatz zu den Begriffen Prestige, Status und Reputation, welche ausschließlich handelnden Subjekten vorbehalten sind, ist der Imagebegriff allen der Wahrnehmung zugänglichen Objekten zugewiesen[9].

4.2 Definition "Reputationsmanagement"

Reputationsmanagement ist das Organisieren der eigenen Reputation. Darunter wird die Vermittlung und Beeinflussung von Werten hinsichtlich ihrer Wirkung Dritten gegenüber verstanden. Das Ergreifen aktiver Maßnahmen im Reputationsmanagement setzt voraus, dass die eigene Reputation bekannt ist. Um den eigenen Ruf beurteilen zu können muss ggf. zu erst eine IST-Analyse der im Internet veröffentlichten Informationen erfolgen. Anschließend erfolgt das Umsetzen spezifischer Maßnahmen, um die eigene Ruf kontrolliert zu lenken. Der Grad der Reputation kann so beeinflusst und verbessert werden. Hüttl vergleicht die Reputation mit einem Wappenschild[11]. Das Reputationsmanagement behauptet durch gezielt eingesetzte Instrumente die "Ehre des Namens"[12].

4.3 Definition "Web 2.0"

Der Begriff Web 2.0 entstand im Jahr 2004. Im Zuge der Vorbereitung einer Konferenz zur Entwicklung des Internets erfolgte eine Brainstorming Session beim O´Reilly-Verlag. Bei der Gegenüberstellung des alten und des neuen Webs, entstand der Begriff Web 2.0. Eine genaue und allgemeingültige Definition für den Begriff Web 2.0 gibt es jedoch nicht. Unter dem Begriff Web 2.0 werden neuartige Techniken, Internetdienste und Kommunikationsplattformen zusammengefasst, welche in den letzten Jahren entstanden und weiterentwickelt worden sind[13].

In Anlehnung an: Alpar et. al. (2008), S. 117 Abbildung 2: Vergleich Web 1.0 mit Web 2.0
In Anlehnung an: Alpar et. al. (2008), S. 117
Abbildung 2: Vergleich Web 1.0 mit Web 2.0

Zu den wichtigsten Komponenten, die derzeit unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefeasst werden, gehören:

  • Weblogs,
  • Wikis,
  • Podcasts,
  • RSS-Feeds,
  • Communities,
  • Instant Messaging und VoIP (Voice over IP),
  • Mashups und
  • Online Software[14]

Wie Abbildung 2 zeigt weisen die hier aufgeführten Komponenten neben einer Informationsabholung auch eine Informationsabgabe auf. In Anlehnung an die Versionierung von Softwareprodukten grenzt sich das Web 2.0 von seinem Vorgänger durch neue interaktive Elemente ab[15].

4.4 Definition "Social Network Services"

SNS werden als Anwendungssysteme definiert, die es mit verschiedenen Funktionen ermöglichen, zum einen ein Identitätsmanagement und zum anderen die Vernetzung zu anderen Nutzern zu betreiben. Identitätsmanagement ist in diesem Zusammenhang die Möglichkeit seine eigene Person beispielsweise in einem Profil zu präsentieren und seine Daten ausdrücklich und geprüft der Internetgemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Die Vernetzung zu anderen Benutzern steht in engem Zusammenhang zur Netzwerkawareness. Benutzer werden darüber informiert, wenn ihre Kontakte Änderungen zum Beispiel an ihrem Profil vornehmen. Somit sind die Benutzer eines SNS immer über die Aktivitäten der Kontakte informiert. Der Vorteil, dass Benutzer ihre Kontakte nur einmalig bestätigen müssen und diese jeweils ihre Kontaktdaten wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern selbst verwalten und aktualisieren, erleichtert das Kontaktmanagement und somit die Pflege des eigenen Netzwerkes[16].

4.5 Definition "Weblog"

Die ersten Weblogs entstanden ungefähr Mitte der 1990er Jahre. Das Wort Weblog setzt sich aus den Silben Web und Log zusammen. Während Web auf das Internet hinweist, beschreibt Log die Möglichkeit der Informationswiedergabe, ähnlich einem Logbuch. Als der Erfinder des Begriffes Blog gilt John Barger.

Es handelt sich hierbei um eine Webseite, die häufig aktualisiert und mit neuen Inhalten jeglicher Art gefüllt wird. Die Aktualisierungen werden als einzelne Artikel mit Datum versehen und chronologisch absteigend auf der Webseite präsentiert, so dass der neueste Beitrag immer oben steht. Bei dem Autor eines Blogs kann es sich entweder um einzelne Personen oder eine Gruppe von Personen handeln[17]. Der Autor eines Blog Artikels wird als "Blogger" bezeichnet. Das Aktualisieren eines Blogs heißt entsprechend "blogging"[18].

Anfangs bestanden die Blogs hauptsächlich aus Linksammlungen zu denen die Leser Kommentare abgeben konnten[19]. Mittlerweile enthalten zwar unzählige Blogs viele selbstverfasste Texte, jedoch haben auch diese weiterhin noch Verweise zu weiteren Informationsquellen und "führen zu Inhalten und schaffen Verbindungen"[20]. Sie werden heutzutage häufig auch als Online Tagebücher genutzt, in denen Personen ihre persönlichen Eindrücke und Beobachtungen der Öffentlichkeit zugänglich machen[14]. Zudem enthalten Blogs mittlerweile auch multimediale Inhalte wie Fotos oder Videos[21]. Aufgrund der hohen Veröffentlichungsrate mancher Blogs ist es häufig sinnvoll, die zur Verfügung gestellten Beiträge in Kategorien zu gruppieren[22].

Blogs sind themenspezifische Communities und unterscheiden sich von herkömmlichen Webseiten durch folgende spezifische Eigenschaften:

Chronologie

Die Beiträge in einem Blog sind chronologisch nach Veröffentlichungsdatum sortiert. Der neuste Beitrag steht dabei grundsätzlich an oberster Stelle.

Aktualität

Die Beiträge in einem Blog beziehen sich meist auf aktuelle Geschehnisse und weisen daher eine gewisse Aktualität auf.

Interaktion

Jeder Beitrag kann durch seine Leser kommentiert werden, so dass Diskussionsrunden ermöglicht werden.

Internet-Bezug

Den einzelnen Beiträgen sind meist Quellenangaben in Form von Links hinzugefügt[23].

4.6 Definition "Internetforum"

Der Begriff Forum steht im engen Zusammenhang mit dem Forum Romanum, welches im antiken Rom den Markt- und Gerichtsplatz bezeichnete. Im Laufe der Zeit dienten die Marktplätze nicht mehr nur dem Warenaustausch oder als Gerichtsort, sondern sie trugen auch immer mehr dazu bei Meinungen und Erfahrungen auszutauschen[24]. Nach Kuhlen kann ein Forum im Allgemeinen als Treffpunkt für öffentliche Diskussionen oder Ideenaustausch verstanden werden[25]. Für die weitere Arbeit werden die Begriffe Internetforum und Forum synonym verwendet.

Die heutigen elektronischen Foren, welche im Internet anzutreffen sind, sind eine "neue mediale Ausprägung dieser Foren"[26]. Auch sie dienen dazu, sich über bestimmte Themengebiete zu unterhalten und Informationen bereitzustellen und nachzufragen[24]. Im Gegensatz zu der Kommunikation auf den alten Marktplätzen erfolgt die Kommunikation in den Internetforen häufig asynchron[27]. Dies bedeutet, dass die Gesprächspartner häufig nicht direkt miteinander kommunizieren, sondern einer dem anderen eine Nachricht hinterlässt, welche der andere bei seinem nächsten Besuch im Forum liest und darauf antworten kann.

Die Tatsache, dass die Teilnehmer in einem Internetforum nun nicht mehr körperlich sondern nur noch virtuell anwesend sein müssen, bietet neue Möglichkeiten für Foren. Da nun von der ganzen Welt auf ein solches Internetforum zugegriffen werden kann, ist es sogar möglich, Foren über ganz spezielle Themen aufzubauen, deren Mitglieder weltweit verteilt sind. Ohne Internet und der nicht vorhandenen Notwendigkeit, körperlich zu Diskussionen zusammen zu kommen wären solche Foren nahezu unmöglich[28].

Laut Kuhlen sind Foren also "interaktive, Information präsentierende, Kommunikation und Transaktion ermöglichende, unterhaltende und auf eine unbestimmt 'offene Öffentlichkeit' oder auf speziell definierte Zielgruppen ausgerichtete Software-Systeme auf elektronischen Märkten jeder Ausprägung."[29]

Den Terminus Internetforum beziehungsweise Forum definieren Segert und Klinger als ein "Diskussionsforum zu einem bestimmten Thema im WWW oder bei einem Online-Dienst: Man überblickt die bisherigen Beiträge und kann sie durch eigene Beiträge ergänzen. Es gibt chronologische geordnete Foren, in denen alle Beiträge in der Reihenfolge des Eingangs untereinander gestellt werden (<<Wall>>). Oder Beiträge sind in sogenannten <<Threads>> (Gesprächsfäden) organisiert, die Reaktionen auf einen Beitrag (Follow Up) werden unterhalb dieses Beitrages eingeordnet. Genauso sind die Newsgroups des Usenet organisiert, die ältesten und bekanntesten Diskussionsforen im Internet."[30]

4.7 Definition "RSS-Newsfeed"

Als Newsfeed wird eine elektronische Nachrichtenaggregation bezeichnet. Der Aufbau dieser Nachrichtenaggregation erfolgt nach einem standardisierten Schema als XML (Extensible Markup Language)-Dokument[31]. Der Begriff setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Zum einen der Begriff News, der die enge Verbindung zu den Nachrichten verdeutlicht und zum anderen der Begriff Feed, der aus dem Englischen stammt und zuführen bedeutet[32].

Die Abkürzung RSS steht für drei unterschiedliche Begrifflichkeiten, die alle im Zusammenhang mit der Funktionalität eines Newsfeeds stehen. Die verwendeten Begriffe weisen auf unterschiedliche technologische Versionen hin. Als erstes kann RSS mit RDF (Resource Description Framework) Site Summary in Verbindung gebracht beziehungsweise übersetzt werden. Hierbei handelt es sich um die Versionen RSS 0.9 und RSS 1.0. Ein anderer Entwicklungszweig verweist auf die Übersetzungen Rich Site Summary und Really Simple Syndication. Während Rich Site Summary die Bezeichnung für die 0.9x-Versionsreihe ist, stellt Really Simple Syndication RSS 2.0 dar. Aufgrund dieses zweiten Entwicklungszweiges ist die Kompatibilität von RSS 0.9x und RSS 2.0 gewährleistet[33].

Bei allen RSS-Formaten handelt es sich um XML-Formate, welche Daten repräsentieren. Allgemeine Inhalte können dezentral verfügbar gemacht werden. Beispielsweise können Inhalte und Kommentare eines Blogs abonniert werden. Beim Lesen der Inhalte wird nicht auf die entsprechende Seite direkt zugegriffen. Der Zugriff erfolgt über eine Verlinkung[34].

4.8 Reputation als moderne Anerkennungsform

Ein gesellschaftliches Verhältnis ist die Anerkennung. Anerkennungsverhältnisse wurden traditionell durch die Ehre geprägt. Eck beschreibt die Ehre als traditionelle Anerkennungsform. Die Merkmale der Ehre können in äußere und innere Ehre unterschieden werden. Moralische Kriterien werden von Zeit zu Zeit immer bedeutungsvoller für das Ehrgefühl. Dies geht soweit, dass Ehre zu einer Frage des Charakters wurde. Eine wichtige Eigenschaft der Ehre ist, dass sie von Geburt an jeder Person gegeben war[35].

Im Laufe der Zeit haben sich gesellschaftliche Verhältnisse durch den Strukturwandel verändert. Durch fortschreitende Entwicklung und hier vor allem durch funktionale Differenzierung, Individualisierung und Kommunikation veränderte sich die Anerkennungsform von der Ehre zur Reputation. Neben einigen Gemeinsamkeiten und Unterschieden besitzt Reputation im Gegensatz zu der Ehre ein entscheidendes, dominierendes Merkmal: Reputation als moderne Anerkennungsform muss errungen werden[35].

5 Möglichkeiten der Online Reputation

Um ein erfolgreiches ORM (Online Reputation Management) zu betreiben, ist es wichtig zu wissen, wo möglicherweise Informationen über die eigene Person veröffentlicht sein könnten. Im Internet gibt es sehr viele Stellen, an denen sich persönliche Informationen finden lassen. Auf drei Beispiele dieser Fundstellen soll im Folgenden näher eingegangen werden.

5.1 Social Network Services

Eine immer beliebter werdende Stelle an der sich Personen im Internet präsentieren sind die bereits in den Grundlagen kurz beschriebenen SNS. Doch warum wächst die Bedeutung von SNS immer mehr?

5.1.1 Intention von Social Network Services

In einer Studie wurden durch Bader et al. folgende Gründe für die Nutzung von SNS festgestellt:

Der wichtigste Grund ist das "in Kontakt bleiben"[36] und somit das Aufrechterhalten der sozialen Beziehungen. Hierfür sind Bilder und Fotoalben wichtiger als reine Textprofile, da sie einen besseren Eindruck von den jeweiligen Personen vermitteln können[37]. 81% der in der Studie befragten Nutzer von SNS gaben an, dass der Informationsaustausch für sie die wichtigste Funktion eines SNS ist[38]. Funktionen wie das Identitätsmanagement und das Finden neuer Geschäftspartner scheint hingegen für viele Nutzer nicht im Vordergrund zu stehen[37].

Das Kontaktmanagement hat in den SNS zwei verschieden Ausprägungen. Zum einen soll Kontakt zu alten Freunden erhalten bleiben, zum anderen soll aber auch Kontakt zu neuen Personen hergestellt werden können[39].

Aufgrund der SNS spielen räumliche Entfernungen kaum noch eine Rolle[40]. Weiterhin ist es nicht mehr nötig alle Freunde aktiv über eine Änderung der Kontaktdaten zu informieren. Es muss nur das eigene Profil aktualisiert werden und die Freunde wissen automatisch Bescheid. Somit ist es nur noch notwendig seine Freunde als Kontakte zu verwalten, um über Änderungen informieren zu können und informiert zu werden[41].

Die Informationen und Vorlieben, die die Benutzer über sich in Ihren Profilen veröffentlichen, können zudem dazu führen, dass neue Kontakte zu Personen mit ähnlichen Interessen entstehen, die ohne SNS wahrscheinlich nicht entstanden wären[42]. Da die Bekanntschaften der SNS Benutzer öffentlich einsehbar sind, wird es zudem vereinfacht neue Bekanntschaften herzustellen. "Die Theorie der ‚strength of weak ties’ besagt, dass Verbindungen zu flüchtigen Bekannten (‚weak ties’) oftmals zu großen Informationsvorsprüngen führen, weil diese vermehrt Kontakt zu anderen Clustern pflegen und damit Zugang zu anderen Informationen haben als eng befreundete Kontakte."[43] Die aus dieser Theorie resultierenden Vorteile können somit durch SNS optimal genutzt werden. Zudem werden die Benutzer der Netzwerke motiviert, selbst Daten bereit zu stellen[44].

Doch auch wenn das Identitätsmanagement nicht als eine der wichtigsten Funktionen von SNS erkannt wurde, wird es dennoch rege genutzt. Die Benutzer wollen sich als Individuum aus der großen Masse der SNS Benutzer herausheben. Dieses Bedürfnis einer gewissen Selbstdarstellung ist zum Teil durch die Gesellschaft anerzogen worden zum Teil aber auch von der Erziehung und der Persönlichkeit jedes einzelnen beeinflusst. Besonders wichtig ist die Selbstdarstellung in Business-Netzwerken wie beispielsweise Xing. Dort spiegelt sie einen wichtigen Teil der beruflichen Identität wieder und kann durchaus Karrierefördernd sein[45].

So gibt es beispielsweise in SNS der studiVZ Ltd. (StudiVz, SchülerVz und MeinVz), im Folgenden VZ-Gruppe genannt, die Möglichkeit, sich in verschiedenen Gruppen anzumelden und somit nach außen seine Standpunkte zu zeigen. Diese Form der Selbstdarstellung wird von einem Großteil der Benutzer dieser SNS genutzt[46]. Die Pinnwand, welche zu den Profilen der VZ-Gruppe gehört, dient aufgrund des öffentlichen Austausches mit Kontakten ebenfalls dazu, sich zu präsentieren und anderen Benutzern Informationen über sich bekannt zu geben[47].

5.1.2 Formen der Social Network Services

Klaus Eck gibt einen Überblick über die zurzeit aktuellen SNS. Die von ihm aufgezählten SNS können in drei Gruppen eingeteilt werden:

Businessnetzwerke

Bei Netzwerken wie Xing, LinkedIn und mediap steht ein großer Focus auf das Aufbauen von Business-Kontakten. Die Selbstdarstellung mit der Angabe von Kenntnissen und Kompetenzen ist in diesen Netzwerken von hoher Bedeutung[48].

Interessensnetzwerke

Comeunited, MySpace und Flickr sind Beispiele für Netzwerke mit einem bestimmten Themenfokus. So treffen sich bei Comeunited Medienmacher und Kreative, während MySpace sich auf das Thema Musik konzentriert. Bei Flickr handelt es sich um die größte Foto-Community im Internet[48].

Kontaktnetzwerke

Diese Netzwerke stellen in der Aufstellung von Eck die meisten Vertreter. Facebook, MeinVZ, Wer kennt wen, Lokalisten, Townster, SchülerVZ, Stayfriends, StudiVZ und meine Leute sind die Netzwerke, die sich nicht auf den Kontakt von Businesskontakten oder auf ein bestimmtes Interessensgebiet beschränken. Einige dieser Netzwerke haben eher das Ziel, Menschen aus den jeweiligen Regionen / Städten miteinander zu vernetzen. Andere dienen dazu alte Bekannte wieder zu finden[48].

5.2 Weblogs

"Eines der ganz wesentlichen Kriterien von Weblogs ist neben der Authentizität die Emotionalität. Durch Visualisierung lassen sich Eindrücke, die im Beitrag wider gegeben werden, ausdrucksvoll unterstreichen." [49]

5.2.1 Intentionen für die Nutzung von Weblogs

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum Personen Weblogs, im Folgenden Blogs genannt, verfassen. Einige dieser möglichen Gründe werden nachfolgend dargestellt.

Bei Umfragen im Netz wurden auch hier hauptsächlich soziale Aspekte als Antriebsgrund genannt. Viele Blogger möchten den Gedankenaustausch mit ähnlich Gesinnten pflegen und somit Interessen teilen und menschliche Kontakte pflegen. Viele Journalisten haben ebenfalls eigene Blogs, über die sie ihre Meinungen ohne redaktionellen Druck, Zensur oder Vorgaben kundtun können. Aber auch Privatpersonen nutzen Blogs, um ihre Meinungen zu publizieren. Viele Menschen bezweifeln, dass die Wahrheit, die von den Medien und den Regierungen dargestellt wird, nicht für die verschiedenen Interessen der Verbreiter angepasst wurde. Aufgrund dieser Zweifel nutzen sie ihre Blogs, um direkte und von Dritten ungefilterte Kommunikation bieten[50] zu können und nehmen dadurch die Funktion eines Medienwächters ein[51]. Sie werden somit auch als Gegenkultur zu den kommerziellen Medien verstanden[52].

Zudem fühlen sich einige Blogger von den konventionellen Ausdrucksarten eingeengt und empfinden sie als ineffektiv, sodass sie den Blog als persönliche Ausdrucksform bevorzugen[53].

Um als interessierter Leser, auch ohne täglich den Blog besuchen zu müssen, immer auf dem neuesten Stand zu sein, können viele Blogs per RSS Feed abonniert werden. Somit kann sich der Benutzer mit jedem RSS-fähigen Programm über Aktualisierungen an dem Blog informieren lassen[54] und muss somit nicht mehr alle Webseiten die ihn interessieren manuell über den Browser betrachten.

Da die Abonnementen eines Blogs mittels RSS sehr schnell über Änderungen informiert werden, ist eine rasche und effektive Mobilmachung und Organisation für Proteste oder Aktionen möglich. Beispielsweise waren Blogger nach den Einstürzen des World Trade Centers am 11. September die ersten, die Hilfe organisierten[50].

Es gibt jedoch auch viele, für die die Selbstdarstellung in einem Blog eine sehr wichtige Rolle spielt[55]. Einige dieser Personen nutzen ihren Blog als eine Art Online-Tagebuch[19]. Für sie ist es bedeutsam, dass "sie eine Stimme haben, die gehört wird"[56]. Ina Zumbruch wandelt den philosophischen Schluss "Ich denke, also bin ich" von Descartes in "Ich blogge, also bin ich"[56] um. Dies soll den Stellenwert verdeutlichen, den das Verfassen eines Blogs im Leben vieler Blogger hat. Dies kann auch darin begründet sein, dass sich viele über ihren Blog identifizieren und andere an ihrem Leben teilhaben lassen wollen[55]. Dies erreichen sie indem sie ihre Kommentare zu Ereignissen abgeben die sie persönlich beschäftigen[57] und persönliche Erlebnisse zum Beispiel mit Fotos dokumentieren[58].

Ein weiterer Grund für das Verfassen eines Blogs kann sein, dass die Blogger, ähnlich wie bei den SNS mit Freunden und Verwandten, auch über räumliche Distanzen hinweg, in Kontakt bleiben wollen[55].

Einige Hobby-Dichter oder –Journalisten nutzen ihren Blog, um ihre Arbeit vor einem kleinen Publikum zu testen und von diesem über die Kommentarfunktion Feedback zu erhalten. Auf diese Art und Weise können die Autoren mit ihren Lesern zusammen an den Texten feilen und diese weiter verbessern[59]. Diese anonyme Kritik ist für viele Autoren zudem willkommen, da sie weniger persönlich und intensiv ist, als wenn der Autor sich direkt mit seinem Kritiker auseinandersetzen und seine Gedanken diskutieren müsste[60].

In der deutschlandweiten "Blogstudie 2007" können die Blognutzer in fünf Kategorien eingeteilt werden:

  • Wissensdurstige (23,7%)
  • Aktive Konsumenten (22,8%)
  • Informationssucher (18,9%)
  • Selbstdarsteller (17,7 %)
  • Social Networker (17,7%)[61]

5.2.2 Formen von Weblogs

Die Formen von Blogs können auf zwei Arten - inhaltlich und technisch - unterschieden werden.

Unterscheidung nach Inhalt

Persönliches Journal

Hier schreiben die Blogger meist in Form eines Tagebuches was sie persönlich bewegt[21].

"Filter"-Blogs

Auf diesen Blogs wird das Wissen von anderen Webseiten gesammelt, kommentiert und verlinkt. Diese Form des Blogging entspricht den Ursprüngen des bloggens.

Wissens-Logs

Hier stellen Forscher oder Projektgruppen ihre Untersuchungsergebnisse zur Verfügung. Lern-Logs können als eine Unterkategorie von Wissens-Logs angesehen werden. Lern-Logs sollen dazu dienen, dass sich die Mitglieder einer Lerngemeinschaft beim Lernen unterstützen und sich gegenseitig in einer Art "Lern-Tagebuch"[62] über ihre Fortschritte informieren. Beispielsweise kann ein solches Blog so organisiert sein, dass die Studenten eines Fachs, ihre Ergebnisse dem Lehrer regelmäßig zusenden müssen und dieser die Beiträge anschließend auf der Kurswebseite veröffentlicht[63].

Unterscheidung nach Technik

Standardblogs

Als Standardblog kann ein Blog verstanden werden, der reine Textinformationen nahezu unbegrenzter Länge enthält und mit einer Blog-Software, wie beispielsweise Wordpress, direkt im Internet erstellt wurde.

Videoblog

Ein Blog dessen Inhalt größtenteils aus Videoinhalten besteht, wird Videoblog oder Vlog genannt. Um einen Vlog zu produzieren, benötigt der Benutzer nur eine Web-Cam oder eine Videokamera. Die Videodateien können nach der Aufzeichnung mittels spezieller kostenloser Software im Blog veröffentlicht werden[64].

Fotoblog

Ein Fotoblog ist ähnlich einem Videoblog, ein Blog, bei dem der Inhalt größtenteils aus Fotos besteht. Hier benötigt der Anwender ein Aufnahmegerät für Fotos und eine ebenfalls kostenlose Software zum Veröffentlichen der Dateien im Blog[65].

Podcasts

Das Wort Podcast setzt sich aus den Wörtern IPod und Broadcasting zusammen. IPod ist ein mobiler MP3 (MPEG-1 Audio Layer 3)-Player der Firma Apple und Broadcast steht für Rundfunk. Der Inhalt eines Podcasts besteht aus Mediendateien, die meist exklusiv für diesen produziert und periodisch veröffentlicht werden. Die einzelnen Dateien werden aufgrund ihrer regelmäßigen Veröffentlichung auch Episoden genannt[66]. Die in einem Podcast veröffentlichten Mediendateien sind vielfältig und reichen von "Audio-Dateien mit gesprochenen Texten"[67] über Lieder bis hin zu Videosequenzen. Die Dauer ist hierbei nicht näher begrenzt. Es können Episoden mit nur wenigen Minuten Inhalt genauso gefunden werden, wie Episoden die bis zu einer Stunde dauern[68]. Auch bei Podcasts ist es möglich, sich mittels RSS-Abonnements automatisch über neue Inhalte informieren zu lassen und diese gegebenenfalls sogar direkt herunterzuladen[66].

Das regelmäßige Veröffentlichen neuer Inhalte, die "direkte und authentische Publikationskultur"[69] eines Podcasts stellen große Ähnlichkeiten zu Blogs dar, weshalb sie hier als eine spezielle Unterkategorie der Blogs vorgestellt werden.

Microblogs

Beim Microblogging bestehen die Beiträge nur aus 100-200 Zeichen. Somit ist es für den Blogger noch einfacher sein Netzwerk auf dem Laufenden zu halten[70].

Moblogging

Beim Moblogging handelt es sich um so genanntes Mobile Blogging oder auch "Mail-to-Web" genannt[58]. Bei dieser Bloggingart sendet der Autor seine Artikel und Bilder per E-Mail an den Server und dieser erstellt daraus einen Blog. Unter Verwendung von FrameDrops können die Einträge und Fotos mit Hilfe von GPS automatisch positioniert werden, so dass man auf einer Landkarte sehen kann, wo sie erstellt wurden[58]. Ein weiteres Einsatzgebiet des Mobloggings kann darin bestehen, beispielsweise Restaurantkritiken von jedermann erzeugen zu lassen. Hierfür würden nur RFID (Radio Frequency Identification)-Chips und spezielle Handys, die sowohl Internetzugang haben als auch die Möglichkeit besitzen, diese Chips auszulesen, benötigt. Das Restaurant stellt in diesem Fall einen RFID-Chip als Identifizierungskennung zur Verfügung. Dieser Chip wird von den Handys ausgelesen und anschließend kann vom Besucher direkt ein Kommentar zum Restaurant und dem Essen per E-Mail an den Blogging-Dienst geschickt werden. Andere Besucher, die vor dem Restaurant stehen, könnten diese Kommentare wiederum auslesen und entscheiden, ob sie das Restaurant besuchen oder nicht[71].

5.3 Internetforen

In öffentlich zugänglichen oder geschlossenen Foren schreiben Mitglieder Beiträge, welche Rückschlüsse auf die dahinterliegenden Persönlichkeiten zulassen.

5.3.1 Intentionen für die Nutzung von Internetforen

Elektronische Foren dienen "als Ersatz für längst verlorengegangene öffentlicher Orte der Kontaktaufnahme und Kommunikation"[26] und stellen somit eine "Plattform für bestimmte menschliche Grundbedürfnisse"[26] dar. Diese Grundbedürfnisse sind laut Albers et al. in folgende 4 Motive einzuteilen:

  • Das Interessenmotiv,
  • das Unterhaltungsmotiv,
  • das Kommunikationsmotiv und
  • das Transaktionsmotiv[72].

John Katz teilt, zwar in einem recht lockeren Sprachstil, jedoch sehr passend, die Mitglieder von elektronischen Gemeinschaften (E-Communities) in folgende Kategorien ein:

  • Wildbeuter: Sie betreiben Webseiten oder schreiben und verlinken Informationen[73].
  • Stille Mitleser: Sie bilden die größte Gruppe der Mitglieder von E-Communities. Es handelt sich hierbei um Personen, die einen praktischen Bedarf an Informationen haben und gegebenenfalls still darauf warten diese zu finden[73].
  • Fischer: Sie fischen im Netz nach bestimmten Themen oder Diskussionen über bestimmte Informationen[73].
  • Helfer: Personen mit großem Fachwissen, welche dieses Wissen gerne an Neulinge weitergeben, in der Hoffnung, dass diese die Gemeinschaft später ebenfalls mit ihrem Wissen bereichern[73].
  • Ideologen: Sie achten aufmerksam darauf, dass keine Abweichungen vom ursprünglichen Thema der Seite stattfinden und weisen strikt darauf hin[73].
  • Verteidiger (wie in Kampfbienen und Ameisensoldaten): Ideologisch getriebene Prinzipienreiter, die danach streben, ihre Gemeinschaft rein und frei von aufdringlichen Außenseitern zu halten, die sie für bedrohlich und destabilisierend halten[73].
  • Anonyme Feiglinge (Spione, Informanten, Informationsbesorger und Ideenklauer): Hier gibt es zwei verschiedene Arten: Leute mit legitimen Informationen, die sie nicht unter ihrem eigenen Namen verbreiten dürfen und Exhibitionisten, die ihren Anfeindungen freien Lauf lassen ohne Konsequenzen fürchten zu müssen. Sie sind häufig der Grund für das Scheitern von Gemeinschaften. Neulinge fliehen, Veteranen resignieren und Inserenten begeben sich auf die Suche nach gastfreundlicheren Gemeinschaften[73].
  • Techniker (Arbeiterbienen und Ameisen): Die Mitglieder in jeder Gemeinschaft für die der Aufbau der Seite das Wichtigste ist. Sie sind ständig darum bemüht neue Möglichkeiten zu schaffen, neue Dienstleistungen anzubieten und die Software und den Zugriff zu verbessern[73].

5.3.2 Formen von Foren

Die verschiedenen Motive, die die Mitglieder eines Forums veranlassen, an ihm teilzunehmen, haben auch Auswirkungen auf die Ausprägung und Art des Forums. Laut Kuhlen können Foren grundsätzlich in Informationsforen, Fun-Foren, Transaktionsforen und Kommunikationsforen eingeteilt werden[74]. Es ist jedoch zu beachten, dass die Grenzen zwischen diesen Arten fließend sind und es teilweise auch Überschneidungen gibt[75]. Häufig spiegelt ein Forum nicht nur eine dieser Kategorien wieder, sondern vereint Aspekte mehrerer, wenn nicht sogar aller Typen[76].

Informationsforen

Das Interessensbedürfnis soll mit Hilfe von Informationsforen befriedigt werden. Die Teilnehmer an einem solchen Forum haben alle gemein, dass sie ein gemeinsames Interesse an dem jeweiligen Themenschwerpunkt des Forums haben und eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten darstellen[75].

Fun Foren

Fun Foren befriedigen das Unterhaltungsbedürfnis. Häufig liegen die Themenbereiche solcher Fun Foren in den Bereichen Entertainment, Spaß und Phantasie. Einige dieser Foren bieten ihren Mitgliedern die Möglichkeit, sich eine virtuelle Persönlichkeit zu erstellen[77] und mit dieser in die "Phantasie-Welt einzutauchen"[78].

Die mehr auf den Entertainment-Bereich ausgerichteten Foren können auch durch Gewinnspiele, virtuelle Spielkasinos oder ähnliches repräsentiert werden[79].

Transaktionsforen

Wie der Name schon sagt, soll in diesen Foren das Transaktionsbedürfnis befriedigt werden. Diese Foren sind wieder sehr stark an die Bedeutung des Marktplatzes angelehnt[79]. Die Transaktionen haben häufig die Form von Warenaustausch, Terminabstimmungen oder der Durchführung von Abstimmungen[74].

Zur Unterstützung der Transaktionen im Bereich des Warenaustausches werden häufig eigene Seiten bereitgestellt, auf denen die Produkte präsentiert werden können. Zudem erhalten die Kunden die Möglichkeit, Feedback sowohl zum Produkt, als auch zum Handelspartner zu geben[79].

Kommunikationsforen

Das in diesen Foren zu stillende Grundbedürfnis ist das der Kommunikation, welche in diesem Fall in elektronischer und schriftlicher Form vorgenommen wird[80].

Es können zwei ursprüngliche Arten dieser Foren ausgemacht werden: Mailinglisten und Newsgroups[80].

Mailinglisten dienen dazu, E-Mails an registrierte Mitglieder zu senden. Beim Beantworten einer solchen E-Mail geht diese Antwort ebenfalls an alle registrierten Mitglieder[80]. Die so ausgetauschten Informationen sind somit ausschließlich für die Mitglieder der Mailinglisten zugänglich.

Newsgroups hingegen arbeiten zwar nach einem ähnlichen Prinzip, allerdings werden hier die ausgetauschten Informationen "auf einem öffentlich zugänglichen System bereitgestellt und können von Interessenten dort abgeholt beziehungsweise gelesen werden."[78]

Beiden Formen gemein ist jedoch, dass es sie in moderierter und nicht moderierter Form gibt. Die moderierten Foren lassen sich hierbei zudem noch nach dem Zeitpunkt der Moderation unterscheiden. Eine Möglichkeit ist es, dass die Moderation vor der Veröffentlichung eines Beitrages stattfindet. Hierbei hat der Moderator die Gelegenheit, "unsachliche, inkompetente oder strafrechtlich relevante Beiträge"[81] nicht zu veröffentlichen. Alternativ kann die Moderation nach der Veröffentlichung eines Beitrages durchgeführt werden, indem der Moderator versucht, die Diskussion zu leiten, Kommentare zu Beiträgen liefert oder ganz einfach Fragen beantwortet[82].

6 Kontrollmöglichkeiten für Privatperson

Ob Unternehmen, Marke oder Privatperson, jeder hinterlässt im Internet Spuren. Diese Spuren können sich sowohl positiv wie auch negativ auf die Wahrnehmung des Einzelnen auswirken. Die Marktforscher des Pew Internet und American Life Project führten gegen Ende des Jahres 2007 eine Studie durch. Diese ergab, dass fast 50 Prozent der amerikanischen Internetnutzer mindestens einmal ihren eigenen Namen bei Google eingegeben haben. Diese Tätigkeit wird von vielen Menschen als "Ego Googeln" bezeichnet. Andere Namen dafür sind "Ego-Surfing" oder "Vanity-Search". Es wird praktiziert, um herauszufinden, wie oft jemand selbst in der Berichterstattung erwähnt wird. Es stellt einen Weg dar, um sich aktiv mit seinem digitalen Ruf auseinander zu setzen[83].

6.1 Google

Abbildung 3: Startseite von www.Google.de
Abbildung 3: Startseite von www.Google.de

Die Idee zur Suchmaschine Google wurde von Larry Page und Sergey Brin an der Stanford University entwickelt. Die Suchmaschine ist kostenlos und als weltweit größte Suchmaschine bekannt. Google beinhaltet neben Texten auch Börsenkurse, Stadtpläne, Schlagzeilen und Telefonnummern (nur USA), Milliarden von Bildern und vieles mehr. Diese Informationen reichen zurück bis in das Jahr 1981[84].

Der Begriff Google ist zurückzuführen auf das ursprüngliche Ziel des Unternehmens. Nämliche eine sehr große Menge an Informationen zu verwalten. Um diese großen Datenmengen in den Titel der Suchmaschine einfließen zu lassen, nutzten die Gründer ein ähnlich klingendes Wort namens Googol. Das Wort ist ein mathematischer Fachbegriff und steht für eine 1 mit 100 Nullen[84].


6.1.1 Datenherkunft

Der Datenbestand von Google musste zunächst aufgebaut werden. Dies geschieht über einige Dienstprogramme, welche von der Suchmaschine während der Nacht eingesetzt werden, um Daten zu sammeln. Hierbei handelt es sich um Crawler, Spider und Robots[85]. Ihre Hauptaufgaben werden im Folgenden erklärt:


Crawler

Ein Crawler, zu Deutsch Kriecher, ist ein Programm, welches Webseiten im Internet durchsucht und die Inhalte der Webseiten in einer Datenbank ablegt. Sie werden von Suchmaschinen eingesetzt, um einen Datenbestand aufzubauen. Dazu gibt die Suchmaschine den Crawlern eine Liste mit Weblinks, welche dieser durchforsten soll. Beim Auslesen der Webseiten stoßen Crawler gegebenenfalls auf neue Links, welche sie dann zu ihrer Liste der zu durchsuchenden Links hinzufügen, um auch diese zu berücksichtigen. Auf diese Weise hangeln sich Crawler von Webseite zu Webseite[86].

Robots

Robots haben ähnliche Aufgaben wie Crawler. Von Robots gibt es allerdings unterschiedliche Typen. Einige von ihnen sammeln zum Beispiel nur E-Mail-Adressen. Diese werden dann unter Umständen zum Versenden von Spam genutzt[87].

Spider

Hierbei handelt es sich um Programme, welche sich durch das Internet hangeln und Webseiten speichern[88].


6.1.2 Page Rank Algorithmus

Um herauszufinden, warum einige Internetseiten ganz oben auf der Ergebnisliste stehen und andere ganz unten, muss die dahinter liegende Technik untersucht werden.

Das Sammeln der Daten findet bei den meisten Suchmaschinen ähnlich statt, wie bei Google selbst. Ab diesem Punkt beginnen die Unterscheidungen, denn nach dem Sammeln der Informationen müssen diese in ihrer Bedeutung eingestuft werden. Zu diesem Zweck verfügt Google über den so genannten Page-Rank-Algorithmus. Dieser berechnet die Wichtigkeit einer Internetseite[89].

Die Ursprungsgleichung des Page-Rank-Algorithmus sieht wie folgt aus:

PR(A) = (1-d) + d (PR(T1)/C(T1) + ... + PR(Tn)/C(Tn))[90]

Diese Gleichung beschreibt folgendes:

Die Annahme beruht darauf, dass Seite A verschiedene Seiten, T1 bis Tn hat, welche auf A verweisen. Hinzu kommt ein Dämpfungsfaktor d welcher zwischen 0 und 1 eingestellt werden kann. Normalerweise steht dieser auf 0.85. C(Tn) ist die Anzahl von Links, die von der Seite Tn wegführen[90].

Daraus lässt sich ableiten, dass je mehr links auf eine Seite verweisen, desto höher ist ihre Position auf den Ergebnisseiten.

6.2 Checkliste zur Webpräsenz

Die Stärke der digitalen Präsenz unterscheidet sich von Person zu Person zum Teil recht deutlich. Sie werden in die folgenden Präsenztypen eingeteilt:

  • Die Unsichtbaren,
  • die Konturlosen,
  • die Beliebigen,
  • die Debütanten und
  • die Digitalen[91].

Was diese Typen von einander unterscheidet, wird in den nächsten Abschnitten erklärt.

Die Unsichtbaren

Bei den Unsichtbaren handelt es sich um Personen, die im Internet nicht zu finden sind. Weder sie selbst, noch eine andere Person oder Firma haben Informationen über die Unsichtbaren im Internet platziert oder verbreitet. Sie sind bei der Personensuche unauffindbar. Eine Kontaktaufnahme via Internet ist mit ihnen nicht möglich.

Die Konturlosen

Aus den Informationen, die über die Konturlosen im Internet vorhanden sind, kann kein klares Bild über deren Identität erstellt werden. Es gibt Informationen über sie, diese sind aber nicht von ihnen selbst eingestellt worden und beeinflussen ihren digitalen Ruf zum Teil negativ. Es ist nicht möglich, die Konturlosen klar in eine Kategorie einzuordnen.

Die Beliebigen

Es gibt viele Informationen, welche man über die Beliebigen im Internet finden kann. Genauer gesagt über ihre Namen. Viele der gefundenen Informationen verlinken nicht auf die Beliebigen selbst, sondern auf Leute, die genauso heißen. Die gefundenen Informationen sagen also nicht viel über die bestimmte Person aus.

Die Debütanten

Debütanten sind erst am Beginn ihrer Onlinepräsenz. Sie versuche einen digitalen Ruf aufzubauen. Haben aber noch nicht viele Informationen über sich im Internet platziert. Personen, die sich über sie Informieren wollen, können mit den eingestellten Informationen höchstens einen Überblick über die Debütanten bekommen.

Die Digitalen

Die Webpräsenz der Digitalen ist stark ausgeprägt. Es gibt viele Informationen über sie im Internet, welche ihre inhaltliche Haltung verdeutlichen. Anhand dieser Informationen ist es möglich, dass andere Personen sich ein genaues Bild über sie machen können. Sie heben sich dadurch von Personen mit demselben Namen ab. Dies reduziert die Möglichkeit einer Verwechslung auf ein Minimum[91].

6.3 Reputationsmanagementservices

Um die eigene Reputation zu überwachen, gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Im Folgenden wird eine Auswahl davon vorgestellt.

6.3.1 MyON-ID

Abbildung 4: Startseite von www.MyOn-ID.com
Abbildung 4: Startseite von www.MyOn-ID.com

Eine Google Suche zeigt manchmal sehr viele Ergebnisse an, wenn eine Person nach dem eigenen Namen sucht. Diese Suchergebnisse können von sehr unterschiedlicher Qualität sein. MyON-ID ist eine Möglichkeit die im Internet veröffentlichten, relevanten Daten zur eigenen Person zu ordnen. Mitglieder dieses Services haben die Möglichkeit, eine Art digitale Visitenkarte zu erstellen. Über die von myON-ID zur Verfügung gestellte Suchmaschine kann dann nach dem eigenen Namen gesucht werden. Die gefundenen Informationen können anschließend als Linkliste zu der digitalen Visitenkarte hinzugefügt werden. Die hinzugefügten Links können zusätzlich noch mit Kommentaren versehen werden, um die Bedeutung der dort hinterlegten Informationen, zu erläutern. Die Informationen, welche die myON-ID Suchmaschine zur Verfügung stellt, ermittelt sie aus folgenden Quellen:

  • Suchmaschinen,
  • SNS,
  • Blogs und
  • Multimedia Datenbanken[92].

Diese zusammengetragenen und geordneten Informationen sollten dann als erstes in einer Google Suche zum eigenen Namen auftauchen, da sie mehr über die eigene Person aussagen, als eine ungeordnete Linksammlung. Sie prägen den ersten Eindruck zur Person. Es ist also sinnvoll, diese Informationen unter den ersten Suchtreffern in Suchmaschinen zu platzieren. Möglichkeiten hierzu sind die häufige Pflege des Profils und zahlreiche Verlinkungen darauf. Die Profile, welche auf myON-ID erstellt werden können, sind für Suchmaschinen optimiert. Weiterhin gibt es die Möglichkeit, Profile anderer Mitglieder zu bewerten. Aus diesen Bewertungen wird dann ein Reputationsindex ermittelt[92].

Es kann jedoch vorkommen, dass neue Daten über eine Person veröffentlicht werden, ohne dass die betroffene Person darüber informiert wird. MyON-ID verschickt aus diesem Grund E-Mails an ihre Mitglieder, sobald eine solche Veröffentlichung stattgefunden hat. Dann kann die Person entscheiden ob die Informationen zur ihr gehören und diese dann gegebenenfalls zu ihrem Profil hinzufügen[92].

6.3.2 Yasni

Abbildung 5: Startseite von www.yasni.de
Abbildung 5: Startseite von www.yasni.de

Auch Yasni ist eine Personensuchmaschine, bei der Linksammlungen zusammengestellt werden können. Im Gegenteil zu MyON-ID ist diese aber auch ohne Anmeldung nutzbar. Demnach können sehr viele Benutzer dort nach Personen suchen, ohne sich umständlich registrieren zu müssen. Mit der dort angelegten Linksammlung ist eine Person dann in der Lage, die angezeigten Ergebnisse in der Yasni Suchmaschine zum eigenen Namen selbst zu sortieren. Sollte dann nach diesem Namen gesucht werden, so werden zuerst die Daten angezeigt, die von der Person selbst ausgewählt wurden. Yasni bezieht seine Daten aus folgenden Quellen:

  • Suchmaschinen wie Google und Yahoo
  • Profilseiten aus SNS[93]

Auch Yasni bietet eine E-Mail-Funktion an, die über neue Informationen zur eigenen Person berichtet. Yasni verschickt diese E-Mail jedoch nur einmal pro Woche. Sie beinhaltet dann alle bis dahin neu eingegangenen Suchtreffer. Zusätzlich bietet Yasni die Möglichkeit, die von einer Person zusammengestellten Informationen von anderen Benutzern bestätigen zu lassen. Dies hat den Effekt, dass die Informationen an Glaubwürdigkeit gewinnen[93].

6.3.3 MyOpenID

Abbildung 6: Startseite von www.myopenid.com
Abbildung 6: Startseite von www.myopenid.com

MyOpenID ist ein Open Source Projekt, welches das Ziel hat, Personendaten zentral zu sammeln. Bei vielen Webangeboten, muss der Benutzer sich registrieren, um die verfügbaren Funktionen nutzen zu können. Bereits genannte Beispiele hierfür sind Yasni und MyON-ID. Pro Angebot, muss also ein einzelner Account mit Benutzername und Passwort angelegt werden. Die Verwaltung solcher Daten kann ab einer bestimmten Größenordnung unübersichtlich werden. MyOpenID wirkt dem entgegen, indem es Benutzerdaten sammelt und diese anderen Seiten zur Verfügung stellt. Es gehört somit zu den so genannten Single-Sign-On-Systemen. Dies bedeutet, die Anmeldung an einem System reicht aus, damit sich der Benutzer an vielen verknüpften Systemen anmelden kann. MyOpenID gibt dem Benutzer die Möglichkeit einzuschränken, welche Informationen bei welchem Webangebot angezeigt werden sollen. Der Benutzer muss also nicht pauschal all seine Informationen all seinen Webangeboten verfügbar machen. Der große Vorteil bei MyOpenID ist dementsprechend, dass die Änderung der persönlichen Daten an einer zentralen Stelle genügt, um alle damit verbundenen Webprofile zu aktualisieren. Zum Beispiel die Adressänderung bei einem Umzug[94].

Bei einem weiteren Verwaltungstool namens ClaimID lassen sich nun die unterschiedlichen Profile verschiedener Webangebote zusammenführen und in einer Art Visitenkarte anzeigen. Dies ermöglicht, dass andere Personen sehen können, welcher Blog und welcher Twitter-Account mit welchem der vielen Personen mit dem gleichen Namen, wie zum Beispiel Meier oder Müller nun wirklich zusammenhängt[94].

6.3.4 Spock

Abbildung 7: Startseite von www.spock.com
Abbildung 7: Startseite von www.spock.com

Spock ist eine amerikanische Personensuchmaschine. Sie enthält Informationen zu mehr als 100 Millionen Personen. Die Suche nach einer Person liefert folgende Ergebnisse, die in einem Kurzprofil zusammengefasst sind:

  • Foto,
  • Nationalität,
  • Alter,
  • Wohnort,
  • Beziehungsstatus,
  • Sexuelle Orientierung
  • und vieles mehr[95].

Diese Informationen stammen aus SNS, die von Spock durchsucht werden. Ob die angezeigten Personen auf der Seite gelistet werden wollen oder nicht, ist für Spock nicht von Bedeutung[95].

Die Registrierung bei Spock ist kostenlos. Jeder Benutzer kann dann andere Personen in der Personen Suchmaschine verlinken. Die Informationen können auch wieder gelöscht werden. Hierzu muss der Betreiber jedoch direkt kontaktiert werden. Dies verhindert auch, dass die jeweilige Person nicht kurzfristig erneut in Spock eingetragen werden kann. Spock fordert die Benutzer auf, so viele Daten über andere Personen in das Netzwerk einzugeben, wie nur möglich. Zusätzlich werden sie dazu angeregt, ihre Zugangsdaten zu Facebook, MySpace, Twitter oder LinkedIn einzugeben. Durch eine solche Vernetzung zwischen Spock Profil, im Internet gefundenen Daten und Social-Media-Accounts wird das Bild über eine Person sichtbarer. Auch bei Spock können die zu einer Person gefundenen Informationen bewertet werden. Dies wird als Tagging bezeichnet. Personen, welche diese Funktionen benutzen, erhalten Punkte. Diese Punkte sorgen für eine erhöhte Sichtbarkeit in der Spock Welt und eine gute Platzierung des Spock-Accounts bei Google-Suchen. Die Suche bei Spock ist bislang noch auf amerikanische Netzwerke beschränkt. Deutsche Netzwerke wie StudiVZ, Xing und Wer-kennt-wen werden von der Suchmaschine nicht genutzt[95].

6.4 Reputationsmonitoring

Um die Überwachtung der Reputation teilweise zu automatisieren, können folgende Möglichkeiten verwendet werden.

6.4.1 Google Alerts

Um per Google Ergebnisse zu erhalten, müssen Schlagworte in die Google-Suche eingegeben werden. Erst anschließend beginnt die Suchmaschine ihre Arbeit. Wenn eine Privatperson nun die Ergebnisse zu ihrem Namen überwachen will, muss sie diese Tätigkeit des Öfteren wiederholen. Um also täglich über die aktuellen Daten über die eigene Person informiert zu werden, hieße dies mindestens eine Google-Suche pro Tag. Es ist jedoch möglich, diese ständigen Wiederholungen zu automatisieren. Die Funktion, die dies ermöglich heißt Google Alerts. Google Alerts ist kostenlos und ermöglicht die Überwachung spezieller Schlüsselwörter. In diesem Fall also der eigene Name. Sobald Google neue Ergebnisse zu einem der abonnierten Schlüsselwörter gefunden hat, informiert es den Abonnenten per E-Mail. Sollte es sich bei dem neuen Ergebnis um einen Blog oder Newsartikel handeln weißt Google gesondert darauf hin[96].

6.4.2 Reputationsmonitoring-Tools

Blogs können eine hohe Relevanz zu bestimmten Themen haben. Einzuschätzen wie relevant ein Blog ist, fällt vielen Menschen schwer. Abhilfe schafft hier eine so genannte Blog-Suchmaschine, namens Technorati. Diese kann zur Bewertung der Relevanz eines Blogs genutzt werden. Geordnet werden die Blogs hier nach der Autorität. Die Autorität ist in diesem Fall eine Zahl, die sich aus der Anzahl Verlinkungen auf einen Blog ergibt. Je mehr Links auf einen bestimmten Blog gefunden werden, desto höher steigt der Wert der Autorität. Hat ein Online Angebot eine höhere Autorität als 30, so wurde dieses Online Angebot von anderen gut angenommen[97].

Jedoch kann auch diese Kennzahl nichts darüber aussagen, ob dieser Blog nun positiv oder negativ für den Ruf einer Privatperson anzusehen ist. Die Monitoring-Ergebnisse zu bewerten, liegt weiterhin im Aufgabenbereich der Person selbst[98].

Weitere Monitoring Tools sind:

  • Blogpulse,
  • Compete,
  • Google Blogsearch,
  • Rivva,
  • Co.mments oder coComment,
  • Favebots,
  • MonitorThis und
  • Trackur[99].

6.4.3 RSS-Reader

Blogs und Nachrichtenseiten stellen nahezu immer einen RSS-Feed zur Verfügung. Diese RSS-Feeds können mit Hilfe eines so genannten RSS-Readers gelesen werden. RSS-Feeds informieren den Abonnementen sobald sich die Internetseite verändert. Dies vereinfacht die Überwachung vieler, gleichzeitig beobachteter Webseiten ohne diese aktiv nach Neuigkeiten durchsuchen zu müssen. Ein Besuch auf der Webseite ist also nur noch erforderlich, wenn sich die Inhalte auch wirklich verändert haben [100].

Dass diese Informationsquelle häufig genutzt wird, zeigt die Studie Euroblog-2007. In dieser Studie wurden PR-Verantwortliche aus 24 Ländern befragt. Jeder zweite von ihnen nutzt RSS-Feeds zur Beobachtung von Weblogs[100].

Internetbrowser wie beispielsweise InternetExplorer und Firefox bieten Möglichkeiten um RSS-Feeds nutzen zu können. Diese sind jedoch nicht sehr umfangreich und eigenen sich nur für einen Einstieg in das Thema der RSS-Feeds. Andere RSS-Reader wie zum Beispiel Bloglines oder Google Reader sind besser zur Verwaltung von RSS-Feeds einsetzbar. Sie bieten eine Möglichkeit zur Schlagwortsuche, welche dann RSS-Feeds durchsucht und die Ergebnisse an den Nutzer zurückgibt. Diese Ergebnisse lassen sich dann nach Datum, Relevanz oder Popularität sortieren[101].

Als Alternative zu klassischen RSS-Readern gibt es Netvibes oder iGoogle. Beide verwenden sogenannte Webdesktops um Inhalte darzustellen. Eines von ihren vielen Funktionen ist die RSS-Syndikation. Auch hier können die Web-Adressen der RSS-Feeds, welche angezeigt werden sollen, eingegeben werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, die abonnierten RSS-Feeds mit anderen Personen zu teilen. Entweder indem sie zum Beispiel per E-Mail versendet werden, oder indem sie im Netvibes Universe einstellt werden[102].

6.5 Personensuchmaschinen

Um gezielt nach Informationen zu einer Person zu suchen, bietet das Internet verschiedene Möglichkeiten an.

6.5.1 Blinkx

Abbildung 8: Suchergebnis bei Blinkx
Abbildung 8: Suchergebnis bei Blinkx

Bei Blinkx handelt es sich um eine Videosuchmaschine, die in über 35 Millionen Stunden Videomaterial nach Begriffen sucht. Nach eigenen Angaben handelt es sich bei Blinkx um die größte und am besten entwickelte Suchmaschine aus diesem Bereich. Gegründet wurde sie im Jahre 2004 von Suranga Chandratillake[103]. Das besondere an diesem Service ist die Möglichkeit ein Video mit Hilfe von Spracherkennung zu durchsuchen[104].

Besonders Jugendliche laden bei YouTube witzige Videos von sich selbst hoch, die sie zum Beispiel betrunken auf Partys zeigen. Hierbei denken viele nicht an die möglichen Folgen dieser Videos. Doch gerade in der Bewerbungsphase für Ausbildungsplätze könnte solch ein Video ein Grund für eine Nichteinstellung sein. Deshalb sollte nicht nur darauf geachtet werden den eigenen Namen nicht im Titel zu haben, sondern es sollte ebenfalls sichergestellt werden, dass der eigene Name auch nicht im Video ausgesprochen wird. Ansonsten könnte dieses Video durch Blinkx zu unangenehmen Überraschungen führen[104].

6.5.2 PeelYou.com

Bei PeekYou handelt es sich ebenfalls um eine klassische Personensuchmaschine. Sie bietet die Möglichkeit anderen Personen zu helfen Angaben zu Webseiten, Profilen bei SNS, Blogs oder auch Fotos über sich selbst auf einen Blick zu finden. Hierzu hat der Benutzer die Möglichkeit ein eigenes Profil zu hinterlegen. PeekYou sucht jedoch nicht nur nach Vor- und Nachnamen, sondern bietet die Möglichkeit nach Benutzernamen oder Tags zu suchen. Diese Angaben können durch die Benutzer innerhalb des Profils hinterlegt werden. Hierdurch wird die Suche nach einer Person um einiges vereinfacht. Allerdings besteht die Möglichkeit für andere Personen Profile zu hinterlegen, ohne vorher eine Registrierung vorzunehmen[105]. Hierdurch wird es allerdings noch einfacher Spaß-Profile zu erstellen.

6.6 Dienstleister

Ein Reputation Monitoring kann umfangreich und zeitaufwändig sein. Um dies vollständig zu vermeiden können Reputation-Management-Dienstleister eingesetzt werden. Dieser übernimmt diese Aufgabe dann professionell. Für seine Leistungen fallen jedoch Kosten an. Diese können je nach Umfang des Monitoring erheblich werden. Worauf es bei der Auswahl des Dienstleisters ankommt, ist in folgender Liste erläutert[106].


Checkliste: Kriterien bei der Auswahl eines geeigneten Dienstleisters.

  1. Welche Referenzen hat die Firma im Bereich des Social Media Monitoring und welche konkreten Erfahrungen kann sie vorweisen?
  2. Ist die Form der Auswertung an eine bestimmte Form gebunden? Lässt sie sich in einem beliebigen Format darstellen, oder gibt es feste Vorgaben wie zum Beispiel Excel oder Powerpoint?
  3. Wie hoch werden die Kosten für ein einfaches Monitoring zum eigenen Namen beziehungsweise wenigen zusätzlichen Schlüsselwörtern werden?
  4. Mit welchen Quellen arbeitet der Dienstleister? Werden alle Ergebnisse versendet oder nur eine Zusammenfassung?
  5. Welche Tiefe hat die Reputationsanalyse? Sind tabellarische Ergebnislisten und Trendüberblicke im Angebot enthalten?
  6. Auf welche Weise wird das Monitoring durchgeführt? Durch Menschen, oder durch eine spezielle Software?
  7. Wird das Monitoring in mehreren Sprachen angeboten oder werden nur deutschsprachige Seiten überwacht?
  8. Befindet sich das Unternehmen in Zusammenarbeit mit anderen Agenturen oder Dienstleistern?
  9. Werden noch weitere Services zum Thema Reputation angeboten?
  10. Ist eine Beratung im Falle einer Reputationskrise möglich?
  11. Wird eine generelle Hilfe beim Online Reputationsmanagement angeboten?[106]

7 Einflussnahme auf die online Reputation

ORM bedeutet, den im Internet befindlichen Ruf zu überprüfen und gegebenenfalls darauf Einfluss zu nehmen[107].

7.1 Intention für eine gute Online Reputation

Eine gute online Reputation sollte das Ziel eines jeden Internetnutzers sein. In der heutigen Zeit werden, wie bereits erwähnt, nicht nur neue Bewerber für eine Arbeitsstelle im Internet überprüft, sondern auch immer häufiger die gegenwärtigen Mitarbeiter einer Firma[107]. Jeder sollte sich demnach bewusst sein, welcher Eindruck im Internet über ihn gewonnen werden kann und ob dieser Eindruck so akzeptabel ist[107]. Aber auch im privaten Umfeld ist das Interesse an Informationen zu neuen Bekanntschaften groß.

Wie sich Leute einem anderen gegenüber verhalten, hängt davon ab, was sie von ihm halten. Wenn jemand Informationen über andere Personen im Internet sucht, findet er häufig nur einseitige "Schnapp-Schuss"-Informationen, welche zwar interpretiert werden können, aber die Interpretation nicht der tatsächlichen Sachlage entsprechen muss. Die Interpretation dieser Informationen wird durch das Kennenlernen eines Menschen erleichtert[108].

7.2 Umsetzung

Klaus Eck gibt in seinem Buch einige Empfehlungen zum Thema "erfolgreiche online Reputation".

7.2.1 Prävention vor schädigenden Informationen

Der erste Schritt für eine erfolgreiche Online Reputation ist nach Eck die Prävention vor schädigenden Informationen.

Grund Vorraussetzung hierfür ist es, sich als Personenmarke zu verstehen. Diese Marke sollte im Internet präsent sein. Diese Präsenz kann und sollte auf verschiedene Arten auftreten. Zum einen sollte darauf geachtet werden, dass beispielsweise in Social Networks keiner den Namen eines anderen annehmen und damit Schaden anrichten kann. Verhindert werden kann dies durch die Sicherung seines eigenen Namens[109]. Ein weiteres wichtiges Instrument der Prävention stellt die Webseite unter dem eigenen Namen dar. Sie dient der Selbstrepräsentation, dafür, das wahre "Ich" zu bewerben und Kontakt mit der Internetgemeinschaft aufnehmen zu können[110]. Die Bedeutung von einer gepflegten eigenen Webseite beziehungsweise SNS-Profilen, hebt Mario Scheuermann mit folgenden Worten hervor: "Eine schnelle Auffindbarkeit korrekt ausgefüllter und informativer Profile, die auch persönlich und emotional etwas über die eigene Person aussagen, ist wichtiger als ein tabellarischer Lebenslauf"[111].

Durch die Registrierung Vorname-Name-Domain mit einer .de oder .com Endung kann der Missbrauch des eigenen Namens durch andere vermieden werden. Zudem werden solche Domänen häufig als erstes bei Suchmaschinenabfragen gelistet[107].

Der Social-Media-Experte Michael van Laar empfiehlt nichts zu veröffentlichen, was später unangenehme Folgen haben könnte. Außerdem sollten nur Informationen veröffentlicht werden, auf die auch der Arbeitgeber oder andere Geschäftskontakte bedenkenlos zugreifen können. "Wichtig ist der bewusste und konsequente Umgang mit der eigenen Privatsphäre. Offenheit ist für mich in Ordnung, solange ich genau bestimmen kann, was ich öffentlich zugänglich mache und welcher Teil des eigenen Lebens nach wie vor privat ist und es trotz der Exhibitionsmus-Möglichkeiten des Mitmach-Webs auch in Zukunft bleibt."[112]

Nach Eck wird es für diejenigen, die sich als "Unsichtbare" im Netz bewegen und die Öffentlichkeit meiden, zunehmend schwieriger werden, "sich im Zeitalter der Aufmerksamkeitsökonomie ohne jegliche Webpräsenz durchzusetzen"[113].

Eines der wichtigsten Ziele, auf das alle weiteren Maßnahmen hinarbeiten sollten, ist laut Geppert, dass bei Suchen über Suchmaschinen wie beispielsweise Google, die ersten 20-30 Suchergebnisse zu einer Person positive Informationen gelistet werden sollten[107].

Suchmaschinen sollte erlaubt werden auf korrekt gepflegte Profile von beispielsweise Facebook, MySpace und Xing zu verweisen. Der Zugriff auf Kontakte im persönlichen Netzwerk sollte ebenfalls gestattet werden[107].

Ein persönlicher Blog kann zusätzlich dazu dienen, interessante Berichte zur eigenen Person oder auch zu interessanten Themen, zu veröffentlichen und sich somit positiv darzustellen.

Das Verknüpfen von Webseiten mit der eigenen Person über Social-Bookmarks oder Dienste wie beispielsweise Yasni kann mehrere Vorteile haben. Zum einen vermeiden sie Verwechslungen mit anderen Personen mit gleichem Namen und zum anderen weisen sie auf weitere positive Informationen im Netz über sich hin.

"Es dauert sehr lange, eine gute Reputation aufzubauen, aber schon ein negatives Ereignis kann alle Bemühungen zunichtemachen."[114] Die anschließende Wiederherstellung des guten Rufs gestaltet sich somit wesentlich schwieriger als der vorherige Aufbau. Nach Erkenntnissen einer Studie der PR-Agentur Burson Marsteller kann es für Firmen bis zu 4 Jahre dauern, bis sie ihren guten Ruf wiederhergestellt haben. Bei Privatpersonen könnte dies ähnlich, wenn nicht sogar schlechter aussehen[115]. Firmen haben im Gegensatz zu Privatpersonen meist eine komplette Werbe-Abteilung, die sich ganz anderer Mittel bedienen kann als eine Privatperson. Somit kommt der Prävention eine besondere Rolle zu.

7.2.2 Suchmaschinen Optimierung / -abschirmung

Eine eigene Homepage ist einer von vielen Wegen die eigene Identität im Internet zu präsentieren. Damit diese aber ihre Funktion erfüllen kann, muss sie auch gefunden werden. Die folgenden Abschnitte geben einen kleinen Überblick darüber, wie Internetseiten für Suchmaschinen optimiert oder abgeschirmt werden können.

Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen

Eine eigene Webseite ist einer von vielen Wegen, um die eigene Person im Internet darzustellen. Angemerkt sei, dass eine private Homepage nicht nur Informationen über den Autor beinhalten muss. Sie kann auch Informationen zu seinen Hobbys beinhalten, zum Beispiel seinen Kleingartenverein, oder seine persönliche Einstellung zu bestimmten Themen, die er vertreten möchte. Folgende Begriffe sollten dabei berücksichtigt werden:

  • Suchbegriffe,
  • Domainname,
  • Dateinamen,
  • Quelltext,
  • Grafiken und
  • Linkpopularität.

Wie diese Begriffe zu verstehen und zu nutzen sind, hat Michael Sattler auf einer Internetseite wie folgt erklärt:

Suchbegriffe

Die wichtigsten Suchbegriffe zur eigenen Webseite müssen ermittelt werden. Hierzu können Hilfsmittel wie Keyword-Datenbanken eingesetzt werden. Diese Datenbanken bieten Aufschluss darüber, wie oft ein Suchbegriff in Suchmaschinen, wie zum Beispiel Google, angefragt wird. Bei der Wahl der richtigen Suchbegriffe kann es hilfreich sein, andere zu fragen, wie sie nach einem bestimmten Thema suchen würden. Die Befragung von Freunden und Bekannten kann an dieser Stelle nützlich sein. Zudem sollten Schreibweisen wie Singular und Plural, ebenso berücksichtigt werden, wie Synonyme. Meta-Angaben anderer Webseiten zum selben Thema können ebenfalls effektiv genutzt werden[116].

Suchbegriffe können auch in Kombination verwendet werden. Ein einzelner Suchbegriff ist sehr allgemein. So würde bei dem Begriff Kleingartenverein jeder Kleingartenverein des ganzen Landes angezeigt werden, wenn dieser im Internet vertreten ist. Besser wäre es hier, eine Kombination aus Schlüsselwörtern zu verwenden, wie zum Beispiel Kleingartenverein Gummersbach. Außerdem ist darauf zu achten, dass die wichtigsten Suchbegriffe an folgenden Stellen der Internetseiten vorhanden sind[116]:

  • im Titel der Internetseiten,
  • in den verwendeten Überschriften,
  • im Inhalt der Seite selbst,
  • in den Namen von Dateien und Verzeichnissen,
  • in den verwendeten Linktexten und
  • in den Meta-Angaben der Internetseite[116].

Berücksichtigt werden sollte außerdem, dass die Verwendung von zu vielen Angaben von Suchmaschinen als Spam identifiziert werden kann[116].

Domainname

  1. Für das Errichten einer eigenen Homepage sollte eine eigene Domäne mit eigenem Webspace registriert werden. Kostenlose Lösungen sind oft unzureichend, da kein eigener Webspace zur Verfügung steht oder die Verzeichnisstruktur begrenzt ist.
  2. Der Domänenname sollte sorgfältig gewählt werden und die Intention der Webseite widerspiegeln.
  3. Sollten sich wichtige Schlüsselwörter in dem Domänennamen befinden, so sollten diese mit Bindestrichen getrennt werden. Zum Beispiel: www.kleingartenverein-gummersbach.de
  4. Der Domänenname sollte aber auch nicht mit Schlüsselwörtern überfrachtet werden. Die Internetseite soll schließlich nicht nur von Suchmaschinen, sondern auch von Menschen gefunden und weiter gegeben werden. Eine Adresse die 10 Schlüsselwörter beinhaltet, ist vielleicht gut für eine Suchmaschine, aber sicherlich nicht für die Menschen, die sich die Adresse merken sollen.
  5. Im Fall einer Privatperson, deren Domänenname ihr eigener Name ist, sollte es möglich sein, Vor- und Nachname von einander trennen zu können. Bei ausgefallenen Namen ist es von Vorteil, diese mit Bindestrichen zu trennen. Dies gilt auch, wenn eines der Worte mit Vokalen abschließt und das nächste mit Vokalen anfängt.
  6. Es ist nicht sinnvoll, viele Domänen zu registrieren, nur um alle Schlüsselwörter in vielen verschiedenen Adressen kompakt unterzubringen. Selbiges gilt für das dann erforderliche Spiegeln der Inhalte. Wesentlich vorteilhafter ist es eine Domäne unter den Top 3 einer Suchmaschine zu platzieren, als viele Domänen, die in den Massen verschwinden.
  7. Sollte es doch nötig sein, mehrere Domänen zu registrieren, um Verwechselungen auszuschließen, zum Beispiel wenn es einen HelmutMeier.de und einen HelmutMeier.com geben könnte, sollten auch hier nicht die Inhalte gespiegelt werden. In diesem Fall sollten die weiteren Domänen nur auf die Hauptdomäne verweisen[117].

Dateinamen

  1. Jede Webseite sollte entsprechend benannt sein. Zum Beispiel sollte die Mitgliederseite nicht Seite1.html heißen, sondern mitglieder.html
  2. Es sollten nur Kleinbuchstaben und Zahlen für die Dateinamen verwendet werden. Keine Großbuchstaben, Umlaute, Leerzeichen und Sonderzeichen.
  3. Auch hier gilt, sollte ein Dateiname ein Schlüsselwort enthalten, so sollte dieses mit einem Bindestrich vom Rest des Namens getrennt werden.
  4. Sollte es thematisch verwandte Seiten geben, sollten diese in einem Unterverzeichnis mit entsprechendem Namen zusammengefasst werden. Bei der Namenswahl gelten die gleichen Konventionen wie bei den Dateinamen.
  5. Vorteilhafter als Unterverzeichnisse sind Subdomänen. In diese sollten in sich geschlossene Bereiche aufgenommen werden. Zum Beispiel Foren. In dem Fall hieße die Subdomäne dann forum.domäne.de.
  6. Auf Verzeichnisse, welche weder für Benutzer noch Suchmaschinen eine Bedeutung haben, sollte verzichtet werden. Beispiel hierfür sind www.domaene.de/html oder www.domaene.de/css.
  7. Bei der Umbenennung von Verzeichnissen oder Dateien sollte beachtet werden, dass die ursprüngliche Version noch in Suchmaschinen angezeigt werden. Selbiges gilt für den Browsercache und bereits erstellte Bookmarks von Besuchern. An die Originalposition sollte also eine Weiterleitung auf die aktuelle Position gesetzt werden[118].

Quelltext

  1. HTML Seiten sollten nicht mit einem "What you see is what you get" Editor wie z.B. Frontpage erstellt werden, sondern mit einem textorientierten Editor. Erstgenannte Editoren erzeugen zum Teil unnützen Quellcode.
  2. Der von "What you see is what you get" Editoren erzeugte unnütze Quellcode sollte entfernt werden.
  3. Zur Erstellung von Überschriften sollten keine vergrößerten Buchstaben verwendet werden. In HTML gibt es Formatierungen die zur Textgestaltung genutzt werden sollen. Zum Beispiel < h1 > bis < h6 > für Überschriften. Nur diese sollten für Überschriften benutzt werden. Das gleiche gilt für Absätze und Hervorhebungen.
  4. Webseiten sollten in ihrer Struktur überprüft werden, bevor sie hoch geladen werden. Fehler in der HTML Struktur können Suchmaschinen und Browser bei ihrer Arbeit behindern und unter Umständen die Darstellung unmöglich machen.
  5. Alle Formatierungen sollten in einer externen CSS–Datei vorgenommen werden.
  6. Javascript sollte ebenfalls in externe Dateien ausgelagert werden.
  7. Unnütze Leerzeichen sollten aus dem Code entfernt werden. Diese werden zum Teil durch Programme zum Erzeugen von Webseiten automatisch eingebaut. Je weniger Zeichen der Quellcode beinhaltet, desto schneller kann die Seite geladen werden[119].


Grafiken

  1. Da Suchmaschinen nur Text lesen können, sollten Suchbegriffe nicht in Grafiken versteckt platziert werden.
  2. Jede Grafik sollte einen entsprechenden Dateinamen haben. An Stelle von Bild05.jpg sollte also etwas gewählt werden, was den Inhalt des Bildes widerspiegelt. Zum Beispiel eifelturm.jpg.
  3. Zusätzlich sollte der Alternativtext zu jedem Bild gefüllt werden. Dieser ist zum einen wichtig für die Besucher einer Webseite, welche das Anzeigen von Bildern deaktiviert haben (Diese bekommen dann den Text angezeigt). Zum anderen für Suchmaschinen, welche diesen auswerten. Auch hier sollten nicht zu viele Schlüsselwörter verwendet werden, da diese sonst als Spam gewertet werden können.
  4. Wenn es keinen anderen Weg gibt als ein Bild als Überschrift zu verwenden, dann sollte dieses auch Überschrift genannt werden. Dies sollte ebenfalls im Alternativtext untergebracht werden. Demnach ueberschrift.jpg und als Alternativtext Überschrift[120]

Linkpopularität

  1. Umso häufiger eine Webseite von anderen Webseiten verlinkt ist, desto höher wird sie von Suchmaschinen bewertet. Besucher anderer Webseiten werden darauf hingewiesen, dass eine Webseite existiert, wenn sie einen entsprechenden Link auf einer anderen Seite finden. Webseiten, die nicht auf anderen Webseiten verlinkt sind, können weder von Besuchern dieser Webseiten, noch von Suchmaschinen gefunden werden.
  2. Damit eine Webseite von anderen verlinkt wird, muss sie lesenswerte Inhalte enthalten.
  3. Auch Links von der eigenen zu anderen Seiten werden von Suchmaschinen positiv bewertet. Wenn diese für Besucher der eigenen Seite hilfreich oder interessant sind, ist dies umso besser.
  4. Es ist hilfreich, die eigene Seite von Freunden, Bekannten oder Geschäftspartnern verlinken zu lassen. Dies steigert die Popularität der Seite[121].


Abschirmung von Webseiten gegen Suchmaschinen

Um Dateien und Verzeichnisse vor Suchmaschinen zu schützen, gibt es 2 Methoden.

  • ROBOTS.txt
  • Passwortschutz

Die Dienstprogramme der Suchmaschinen fragen beim Durchsuchen der Internetseiten die Datei ROBOTS.TXT ab. Mit dieser lässt sich festlegen, welche Daten die Programme weitergeben dürfen und welche nicht. Abgesehen davon, können sie keine passwortgeschützten Dateien und Verzeichnisse auslesen[122].

7.2.3 Wiederherstellung der Online Reptutation

Abbildung 9: Vergleich der Daily Traffic Rank Trends der VZ-Gruppe mit Alexa
Abbildung 9: Vergleich der Daily Traffic Rank Trends der VZ-Gruppe mit Alexa

Die Wiederherstellung einer positiven Online Reputation ist ein aufwendiger Prozess, der bis zu mehrere Jahre dauern kann[123].

Bei der Wiederherstellung der Reputation sollte eine Gegendarstellung an geeigneten Stellen erfolgen. Eine Möglichkeit der Gegendarstellung oder Korrektur von verleumderischen Texten stellt die eigene Homepage dar. Es sollte dabei versucht werden in diesem Fall mit so vielen positiven Informationen wie möglich die Aufmerksamkeit von den negativen Berichten abzuziehen[123]. Wie intensiv gegen negative Berichte vorgegangen werden muss, lässt sich durch eine Relevanzprüfung der Webseite, des Blogs mit den schädlichen Einträgen feststellen. Eine Suche bei Suchmaschinen wie technorati und alexa kann Auskunft darüber geben, wie häufig die entsprechende Webseite besucht wird und wie hoch ihre Relevanz und Link-Popularität im Internet ist[123].

Um weitere Aufmerksamkeit auf die eigene Webseite zu lenken, können auch die negativen Schlüsselwörter, die mit einer Person in Verbindung gebracht werden, dienen. Verwendet man diese Schlüsselwörter gezielt, beispielsweise in seinen Metatags der eigenen Homepage, so werden bei Suchbegriffen auch Beiträge gelistet, auf die derjenige selbst Einfluss hat und sich dort positiv präsentieren kann[124].

Ein weiter Ort an dem auf eine fundierte Kritik reagiert werden sollte, ist, wenn möglich, als Kommentar direkt unter der Kritik. Sinnvoll ist es ein freundliches Gespräch mit dem Urheber zu suchen und sachlich und professionell eine Reaktion darzulegen. Stoßen nun weitere Personen auf diese Kritik, haben sie direkt zu der Kritik auch die entsprechende Gegendarstellung, was es ihnen erleichtert sich eine eigene Meinung zu bilden[124].

7.3 Reputationsagenturen

Eine weitere Möglichkeit auf Verleumdungen zu reagieren ist es, sich an die Betreiber und Autoren der entsprechenden Berichte zu wenden und diese zu bitten sie zu löschen. Professionelle Hilfe hierbei bieten verschiedene Firmen wie zum Beispiel Reputation Defender und DEIN GUTER RUF.DE an.

Wird im Internet nach der Firma Reputation Defender gesucht, wird direkt auf 2 verschiedene Firmen aufmerksam gemacht. Da wäre zum einen das Unternehmen www.reputation-defender.de und zum anderen www.reputationdefender.com.

Beide Firmen bieten ihren Kunden ähnliche Dienste zur Verbesserung und Kontrolle der eigenen Reputation an.

7.3.1 www.reputationdefender.com

Diese Firma wurde im Jahre 2006 von Michael Fertik und Owen Tripp gegründet. Der Hauptsitz befindet sich derzeit in Redwood City Kalifornien. Das Unternehmen verspricht den Ruf einer Familie beziehungsweise eines Namens im Internet wiederherzustellen und zu kontrollieren[125]. Um hierbei den unberechtigten Zugriff durch Dritte zu verhindern, werden bei der Anmeldung die eingetragen Informationen zur Person mit den Daten der hinterlegten Kreditkarte verprobt[126].

Um die Kontrolle und Verbesserung der Reputation zu ermöglichen, bietet www.reputationdefender.com verschiedene Dienste an:

MyChild

Dieser Service bietet besorgten Eltern die Möglichkeit die Online Reputation ihrer Kinder zu prüfen. Besonders in Zeiten der Bewerbungsphase der Jugendlichen, ist es wichtig einen guten Ruf im Internet zu genießen[127].

Das Unternehmen bietet mit MyChild den Eltern einen ausführlichen Bericht an, der sämtliche Aktivitäten ihrer Kinder auflistet und sie so darauf hinweist, an welchen Stellen eventuell versucht werden sollte die Reputation zu verbessern[127].

Die Kosten für diesen Service liegen zwischen 9,95 € und 14,95 € pro Monat, je nachdem wie lange man diese Berichte erstehen möchte[127].

MyReputation

Mit dem Produkt MyReputation bietet www.reputationdefender.com einer Privatperson einen identischen Service, wie bei MyChild an. Der Unterschied ist einzig und alleine die Tatsache, dass eine Person sich ihr eigenes Profil untersuchen lässt.

Auch hier wird lediglich ein ausführlicher Bericht erstellt. Genau wie bei MyChild hat der Kunde die Möglichkeit sich seine Reputation bewerten und sich über ein weiteres Vorgehen beraten zu lassen. Aber auch hier werden keine Maßnahmen ergriffen, die Reputation zu verbessern. Dieser Service kann jedoch für einen Betrag von 29.95 € pro Suchtreffer erfolgen[128].

MyEdge

MyEdge bietet dem Benutzer die Möglichkeit der Beaufsichtigung seiner Online Reputation. Der Kunde muss hierzu die Angaben, die er im Internet veröffentlichen möchte, an www.reputationdefender.com zur Verfügung stellen[129]. Dies können Angaben zur Person, aber auch zu einzelnen Profilen sein. Das Unternehmen bearbeitet diese Angaben entsprechend, damit sie den guten Ruf der Person unterstützen und nicht schädigen. Nach der Bearbeitung muss der Kunde diese Angaben bestätigen, woraufhin die Daten im Internet platziert werden. Dieser Dienst kostet je nach Umfang zwischen 99 € und 599 € im Jahr[129].

Möchte ein Kunde jedoch nur einen bestimmten Eintrag löschen lassen, so muss er sich zuvor bei den Services MyChild oder MyReputation registrieren. Erst mit einer dieser Mitgliedschaften bietet www.reputationdefender.com auch diesen Dienst an[126].

7.3.2 www.reputation-defender.de

Das Ziel dieses Unternehmens ist mit dem seines Namensvetters zu vergleichen. Als "Verteidiger des guten Rufes" bietet es Dienstleistungen im Bereich der Recherche, der Überwachung und der Bereinigung an[130].

Bei der Recherche für einen Preis von derzeit 89 € wird geprüft, ob der Ruf einer Person negativ oder positiv ist[131].

Hierbei werden unter Anderem folgende Bereiche im Internet durchsucht:

Nach der Durchführung dieser Recherche hat der Benutzer nun die Möglichkeit rufschädigende Einträge zu löschen oder auch zu verteidigen. Bei der Verteidigung wird der im Zuge der Recherche erstellte Bericht geprüft und es werden die Möglichkeiten des Kunden auf eine erfolgreiche Gegendarstellung geprüft. Anschließend werden diese Gegenmaßnahmen erstellt und entsprechend platziert. Die Kosten für diesen Dienst liegen bei 199 €. Das Unternehmen gibt allerdings keine Erfolgsgarantie[132].

Der Löschdienst von www.reputation-defender.de verläuft analog zur Verteidigung, nur das hierbei versucht wird die Inhalte für immer zu löschen. Auch hier kann keine Garantie gegeben werden, dass die Inhalte nach dem Bestreben von Reputation Defender wirklich gelöscht werden. Das Problem hierbei ist, dass die Internetbetreiber nicht verpflichtet sind, die Angaben von ihren Seiten zu entfernen. Somit hat Reputation Defender nur die Möglichkeit, durch gutes Zureden einen Betreiber zum Löschen zu verleiten[133].

7.3.3 Nutzen der Reputationsagenturen

Jeder Mensch dessen Ansehen im Internet einen Schaden erhalten hat, verspürt sicherlich den Wunsch diesen Missstand auf einfache und schnelle Weise zu beheben. Reputation Defender scheint deshalb eine gute Wahl hierfür zu sein. Dennoch sollte dabei beachtet werden, dass Reputationsagenturen eine erfolgreiche Löschung nicht garantieren können. Es wird lediglich versucht, die Betreiber der Webseiten zu kontaktieren, um diese um die Löschung der entsprechenden Beiträge zu bitten[115]. Jedoch sollte hiermit vorsichtig umgegangen werden. Zum einen wird hierdurch meist jegliche Kommunikation beendet und zum anderen führt die Anfrage auf Löschung häufig dazu, dass das Thema erneut in der Öffentlichkeit bekannt gemacht wird[124]. Denn für viele Autoren ist alleine schon die Anfrage selbst ein Angriff auf den sie mit weiteren Texten oder Anfeindungen reagieren[134]. Juristisch besteht zudem nur bei verleumderischen Inhalten oder digitalem Rufmord die Möglichkeit Maßnahmen zu ergreifen. Einen Rechtsanspruch darauf, dass Texte gelöscht werden gibt es ebenfalls nicht[123].

Somit kann auch eine Reputationsagentur nur bedingt behilflich sein. An Stelle dessen sollte der Betroffene versuchen seine Reputation selbst in die Hand zu nehmen, in dem eigene Web-Adressen angemeldet werden, die anschließend die Aufmerksamkeit bei einer Personensuche auf sich ziehen. Eventuell ist es auch ratsam eine objektive Gegendarstellung zu platzieren, wodurch der Leser wiederum die Möglichkeit hat sich seine eigene Meinung zu bilden[135].

8 Fallbeispiele

Nachdem in den vorherigen Kapiteln theoretisch erläutert wurde, wie die persönliche Online Reputation beeinflusst wird, soll an dieser Stelle eine praktische Analyse erfolgen.

8.1 Isabella Liebknecht

Hierbei soll aufgezeigt werden, in welchen Bereichen der Internetbenutzer Spuren hinterlässt und in welchen nicht. Außerdem wird hierbei geprüft, wie schnell sich diese Informationen im Internet nachweisen lassen. Nachdem dieses Verhalten überprüft wurde, wird im Anschluss daran versucht bewusst auf diese Ergebnisse Einfluss zu nehmen.

Um diese Prüfung durchführen zu können, wurde eine fiktive Person mit dem Namen Isabella Liebknecht erschaffen. Zu diesem Namen wurden am 22.04.2009 keine Informationen im Internet gefunden. Weder bei www.yasni.de noch bei www.google.de lieferte die Suche ein Ergebnis. Dieser Umstand war für dieses Fallbeispiel sehr wichtig, da nur so gewährleistet werden konnte, dass die später gefunden Beiträge auch wirklich im Zuge dieser Untersuchung entstanden sind.

Abbildung 10: erfolglose Suche nach I. Liebknecht bei Google
Abbildung 10: erfolglose Suche nach I. Liebknecht bei Google
Abbildung 11: erfolglose Suche nach I. Liebknecht bei Yasni
Abbildung 11: erfolglose Suche nach I. Liebknecht bei Yasni

Mit Hilfe dieser Person soll geprüft werden, welche veröffentlichten Daten durch die Suchmaschinen gefunden werden und welche nicht. Insbesondere wird hierbei geprüft, wie schnell diese gefunden werden.

Für die Erforschung des Verhaltens im Internet wurden im Anschluss an die erste Suche in verschieden Bereichen des Web 2.0 Internet Accounts erstellt. Um eine Anmeldungen bei den einzelnen Angeboten durchzuführen, war der erste Schritt das Anlegen einer E-Mail-Adresse. Um möglichst offen im Internet aufzutreten, wurde hier eine Adresse mit Realnamen gewählt. Diese lautet Isabella.Liebknecht@googlemail.com.

Im Anschluss daran wurden Anmeldungen in verschiedenen SNS durchgeführt. Hierzu zählen unter Anderem die Kontaktnetzwerke MeinVz, Lokalisten, wer-kennt-wen und Facebook. Desweiteren wurde ein Profil bei dem Businessnetzwerk Xing angelegt. Bei diesen Netzwerken handelt es sich um die derzeit beliebtesten Netzwerke im Internet und somit werden insbesondere hier Daten hinterlassen, die ein Potenzieller mit hoher Wahrscheinlichkeit findet. Nach diesem ersten Schritt erfolgte eine erneute Suche. Trotz dieser Einträge konnte mit Google noch kein Hinweis auf die Person Isabella Liebknecht gefunden werden. Yasni hingegen schon. Allerdings wird hier direkt nach Anlage der Profile nur die Anmeldung bei Facebook aufgespürt. Aber selbst wenn die beliebte Suchmaschine Google hier noch keine Einträge liefert, hält es den Suchenden natürlich nicht davon ab, innerhalb dieser Netzwerke selbst zu suchen.

Im weiteren Vorgehen werden weitere Suchmaschinen betätigt. Mit Hilfe von www.stalkerati.de wird nun auch das Profil bei Xing und MeinVZ gefunden. Die Profile in Netzwerken werden somit sehr schnell aufgespürt. Hieraus wird ersichtlich, dass insbesondere auf Seiten wie MeinVZ darauf geachtet werden sollte, welche Daten und Fotos dort veröffentlicht werden. Gerade bei dieser Art von Netzwerken steht insbesondere der Spaß-Faktor sehr weit im Vordergrund. Deshalb kommt es inbesondere hier häufig vor, dass Fotos oder auch Aussagen eingestellt werden, die vielleicht nicht jeder Außenstehende sehen sollte. Party-Fotos werden zwar als witzig angesehen, zeigen aber Personen oft in prekären Situationen. Durch das einfache Aufspüren dieser Profile kann es dann inbesondere bei Vorstellungsgesprächen zu unangenehmen Fragen kommen. Viele Personalchefs empfinden diese Öffentlichkeit ihrer Mitarbeiter als unangebracht und somit könnte er sich in dieser Situation für einen anderen Bewerber entscheiden. Nach dieser ersten Suche wurden ergänzend noch 2 Blogs erzeugt. Außerdem wurde Isabella Liebknecht Mitglied zweier Foren. Zum einen handelt es sich hierbei um das Sportforum und zum Anderen um das Forum Hungrig-Online. In den meisten Foren hat es sich etabliert einen Nickname zu verwenden, anstatt seinen Realnamen anzugeben. In vielen Fällen ist der Grund hierfür der Wunsch nach Anonymität. Die Anmeldung erfolgte hier deshalb mit dem Benutzernamen Isabella82. Hierdurch besteht zwar kein direkter Bezug zu dem Namen der Versuchsperson, allerdings wurde unsere E-Mail-Adresse zur öffentlichen Einsicht hinterlegt. Das erst genannte Forum hat einen relativ neutralen Hintergrund. Sicherlich würde es niemanden stören, wenn Suchende diese Informationen auffinden würden. Bei dem zweiten Forum sehe das sicherlich anders aus. Niemand möchte seine private Krankengeschichte im Internet kursieren lassen. Der Grund für diese Anmeldungen liegt darin zu testen, ob alleine durch das Hinterlegen der E-Mail-Adresse Personen gefunden werden können.

Ähnlich verhält es sich in den Bereichen der Partnerbörsen. Insbesondere hier besteht ein hoher Wunsch nach Anonymität. Die Frage ist, ob es passieren kann, dass diese Einträge trotz offensichtlich falscher beziehungsweise verdeckter Identität mit der tatsächlichen Person in Verbindung gebracht werden können. Um auch hier das Verhalten der Suchmaschinen zu testen, wurde eine Anmeldung bei Friendscout24erstellt. Eine unmittelbare Suche danach erzielte jedoch noch keine Treffer. Ein durchaus positives Ergebnis. wenn bedacht wird, welche Auswirkungen dies haben könnte. Die Privatshäre wäre nämlich hierdurch zerstört.

Wenige Tage nach dem Erzeugen der Profile erfolgte eine weitere Suche. Yasni findet weiterhin in Bezug auf die sozialen Netzwerke nur den Account bei Facebook. Allerdings findet die Suchmaschine zusätzlich unsere öffentliche Wunschliste bei Amazon. Amazon bietet die Möglichkeit diese Listen zu erstellen und ihnen den Status privat oder öffentlich zu geben. Viele Menschen machen sich keine Gedanken darüber, ob mehrere Bücher über Herzkrankheiten eventuell der Reputation schädigen könnten. Doch sollte vor einem Bewerbungsgespräch diese Liste gefunden werden, liegt die Vermutung nahe, dass der Bewerber der Betroffene ist. Somit könnte das Unternehmen das Interesse an dem Kandidaten verlieren. Die Suche mit Stalkerati.de ist schon etwas erfolgreicher. MySpace, Flickr, Facebook und einer der Blogs wird hier gefunden. Eine Suche mit Google ergibt weiterhin keine Ergebnisse.

Diese Untersuchung zeigt, dass Informationen über Personen relativ schnell und mit wenig Aufwand gefunden werden können. Es überrascht jedoch, dass ausgerechnet Google keine Daten finden konnte. Allerdings benötigen Interessenten der Profile innerhalb sozialer Netzwerke im Grunde keine Suchmaschine. Es ist wichtiger hier eigene Profile zu haben, um so die Daten einsehen zu können. Somit kann auch hier innerhalb weniger Minuten ein guter Überblick über eine Person eingeholt werden. Positiv an dieser Analyse ist, dass die beiden Foren nicht gefunden wurden. Dennoch ist es nicht schwer auch hier eine Verbindung herzustellen. Oftmals werden Informationen zu Foren und den dortigen Benutzernamen in den sozialen Netzwerken hinterlegt. Foren wie Hungrig-Online wäre hier zwar eher nicht zu finden, aber viele Menschen benutzen innerhalb der Foren häufig den gleichen Namen. Somit kann schnell eine Verbindung zu anderen Profilen geknüpft werden. Die Zuordnung zur Person kann dann wiederum durch die hinterlegte E-Mail-Adresse bestätigt werden. Über diese Umstände machen sich jedoch die wenigsten Menschen Gedanken.

Abbildung 12: ClaimID Isabella Liebknecht
Abbildung 12: ClaimID Isabella Liebknecht

Auch wenn wir bisher keine unangenehmen Suchtreffer erzielen konnten, wurde im nächsten Schritt untersucht, wie aktiv die Online Reputation beeinflusst werden kann.Hierzu wurden bei Yasni, MyOn-ID,und claimID Accounts erstellt, die nun neue Einträge im Netz per E-Mail dem Benutzer zustellen. Hierdurch ist dieser jederzeit über die neusten Stände seiner Online Reputation informiert. Neben diesem Service ermöglichen diese Dienste innerhalb des Profils Online Präsenzen zu hinterlegen. Hierdurch wird Interessenten einen Überblick über die eigene Person ermöglicht. Da hier gleichzeitig die Möglichkeit besteht ein Foto zu hinterlegen, wird die Verwechslungsgefahr bei Personen mit einem sehr häufigen Namen wie Markus Müller verringert. Durch diese Dienste erhält somit jeder Markus Müller eine eigene Identität. ClaimID verspricht seinen Benutzern außerdem eine Informationsaufbereitung, wodurch das Profil besser durch Suchmaschinen gefunden wird[136]. Eine erneute Suche nach "Isabella Liebknecht" mit Google bestätigt dieses. Der erste und einzige Treffer ist nun das Profil bei claimID.

8.2 Reiner Fakeman

Abbildung 13:  Reiner Fakeman im myspace-Profil
Abbildung 13: Reiner Fakeman im myspace-Profil

Im Zuge der Bearbeitung eines Artikels für die Wirtschaftswoche startete Jochen Mai im November 2006 ein Experiment im Bereich der Online Reputation. Er erfand die fiktive Person Reiner Fakeman. In seinem Selbstversuch ging es darum, zu prüfen wie sich eine Identität im Netz entwickelt. Hierzu erzeugte er verschieden Profile unter Anderem bei Flickr, MySpace und Xing. In jedem dieser Profile gab er die wahren Hintergründe für sein tun an und deutete darauf hin, dass es sich um eine fiktive Person hinter diesem Profil handelt. Nur bei Xing wurde dieser Schwindel unterbunden und das Profil bereits nach einem Tag wieder gelöscht. Bei seiner Untersuchung war es ihm besonders wichtig zu analysieren, was mit der Persönlichkeit geschieht, wenn nicht nur er über sie im Netz Informationen hinterlässt, sondern ebenfalls durch Blogger Daten über Reiner Fakeman hinterlassen werden[137].

Bereits wenige Wochen später berichteten mehrere Blogs und Seiten über das Vorhaben von Jochen Mai und seinen Bericht in der Wirtschaftswoche. Gleichzeitig gibt es immer mehr Seiten auf denen sich andere Benutzer als Reiner Fakeman ausgeben und eigene Geschichten über ihn verbreiten. Profile bei StudiVZ und iKarma entstehen ohne Zutun von Jochen Mai[138].

Dieser Selbstversuch zeigt, wie sich eine Persönlichkeit im Internet verselbständigen kann. Denn nicht nur die Person selbst kann Profile im Netz erstellen, sondern im Grunde kann jeder sich für jemanden ausgeben, ohne dass es auffällt. Suchende sind so nicht in der Lage echtes von unechtem zu unterscheiden. Hierdurch kann ein falscher Eindruck gegenüber Fremden entstehen. Umso wichtiger ist es Einträge im Internet zu überwachen und diese bewusst zu kontrollieren.

9 Chancen und Risiken

9.1 Gefahrenpotentiale

Die Theorie und die Praxis haben gezeigt, dass das heutige Internet mit seinen technologischen Funktionen und Neuheiten einige Gefahren bezüglich der Reputation von Privatpersonen birgt. Wie Eck bereits sagt, ist es wichtig, dass sich jede Person immer bewusst sein sollte, welche Informationen, öffentlich oder privat über sie publiziert werden. Die mediale Selbstdarstellung und Inszenierung, die Personen online und somit öffentlich betreiben, kann ihrem Ruf schaden. Das Privatleben ist transparenter geworden als je zuvor, da vor allem in sozialen Netzwerken, neben persönlichen Informationen beispielsweise auch Fotos der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Einige soziale Netzwerke wie beispielsweise studiVZ bieten private Einstellungsoptionen an. Über diese Optionen kann der Zugriff auf Informationen nur einem definierten Kreis zugänglich gemacht werden. Trotzdem findet diesem Kreis gegenüber eine gewisse Informationsfreizügigkeit statt. Außerdem können sich trotz Vorsichtsmaßnahmen in sozialen Netzwerken Sicherheitslücken, an für den User unsichtbaren Stellen befinden, die ein weiteres Risiko darstellen[139]. Personen, die sehr viele private Informationen über sich veröffentlichen, laufen Gefahr, dass auch andere über sie etwas, angeblich aus ihrem Privatleben stammendes, schreiben[140]. Diese erfundenen Geschichten können später kaum noch von den wahren unterschieden werden und haben somit einen sehr starken Einfluss auf den Ruf der betroffenen Personen. Die Online Reputation kann demnach nicht nur durch eigenes Veröffentlichen von Informationen, sondern auch durch das Veröffentlichen durch Dritte geschädigt werden[139].

Neben sozialen Netzwerken haben auch Blogs nicht nur im direkten Umfeld der Blogger und ihren Lesern eine hohe Bedeutung erworben. Sie haben ebenfalls einen Einfluss darauf, wie Suchmaschinen wie zum Beispiel Google ihre Ergebnisse listen[141]. Eine Information kann sich in der Blogger-Communitiy schnell verbreiten. Informationen jeglicher Art, egal ob diese positive oder negative Inhalte einem Subjekt gegenüber wiedergeben, verbreiten sich gleichermaßen. Daher können auch negative Informationen in den Ergebnissen diverser Suchmaschinen an oberster Stelle stehen. Der Einfluss den die Blogger-Community somit auf die Streuung und Lenkung von Informationen hat und ausübt, ist unter dem Begriff "Google Bombing"[142]. bekannt

Wie schnell und vor allem ungewollt sich Informationen durch Blogs im Internet verbreiten, musste auch ein Mitarbeiter der T-Com feststellen. Dieser schrieb intern eine kritische E-Mail, in der er seine Meinung zum Geschehen innerhalb des Unternehmens erörterte. Zahlreiche Kollegen veröffentlichten diese Standpunkte an verschiedensten Stellen im Web[143].

Die Unbewusstheit vieler Menschen über den Inhalt der Informationen, die sie selbst der Öffentlichkeit zugänglich machen, wurde durch eine Studie von Samuel Gosling und Siminie Vazire herausgearbeitet. Das Ergebnis dieser Studie war, dass private Webseiten teilweise soviel über ihre Ersteller verraten, dass selbst Fremde sie einschätzen können als wären sie gute, vertraute Freunde[144]. Das auch Links zu lustigen gegebenenfalls sogar selbst gedrehten Videos oder Bildern von einer Person, viel über die eigene Persönlichkeit verraten können, scheint vielen Internetnutzern nur wenig bewusst zu sein. Dabei sollen besonders junge Leute auch heute schon darauf achten, was für Bilder oder Videos von ihnen veröffentlicht werden. Viele Personalentscheider von Firmen informieren sich immer häufiger im Internet über ihre Bewerber und betrachten dabei auch die Profile von SNS. Nach Malte Landwehr prüft ungefähr jeder dritte Personaler die Bewerbungen über Suchmaschinen wie Google. Das Hauptaugenmerk hierbei liegt auf Referenzen, fachlichen Kompetenzen sowie die Vergangenheit des Bewerbers, Mitgliedschaften, Meinungsäußerungen und auch Freizeitaktivitäten. Bei unbedachter Datentransparenz kann dies zur Ablehnung seitens der Personalentscheider führen[145]. Dies zeigt auch das Beispiel von Marcel Abraham. Dieser hatte bei Xing ein Profilbild hinterlegt, auf dem er bei einer Party mit einer Flasche Bier gezeigt wurde. Dem Personalchef gefiel dieses Auftreten nicht und somit erhielt Abraham die Stelle, auf die er sich beworben hatte, am Ende nicht[146].

Die Lebenserwartung von Daten im Internet ist hoch. Aus diesem Grund sind Daten auch nach Jahren noch abrufbar[84]. Bei einer großen Datenmenge, welche einer einzelnen Person zuzuordnen ist, besteht die Gefahr, beim Entfernen oder Bereinigen dieser Informationen, einige wenige zu übersehen. Zusätzlich besteht das Risiko, dass nicht alle Daten problemlos gelöscht werden können.

Obwohl das Nutzen von anonymen Usernamen das Risiko der Datenzuordnung zu einer bestimmten Person minimiert, kann nicht ausgeschlossen werden, dass trotzdem die Daten den Ruf bestimmter Personen beeinflussen, da beispielsweise der anonyme Benutzername an mehreren Stellen verwendet wird. Eine Gefahr, welche stark unterschätzt wird, beschreibt Eck durch das Fälschen von Benutzerprofilen beziehungsweise das Imitieren der Profile durch Dritte. So hat sich beispielsweise ein 26-jähriger Marokkaner bei Facebook als der marokkanische Prinz Moulay Rachid ausgegeben. Dieses Vergehen wurde als Straftat gewertet und mit einer Haft- und einer zusätzlichen Geldstrafe versehen. Das Imitieren der Profile hat bereits eine große Lobby gefunden[109].

Ein weiteres großes Gefahrenpotential besteht in der Tatsache, dass die heutigen technologischen Ansätze nicht frei von Angriffen von Außen sind. Hacker können Passwörter herausfinden und somit die Online Reputation verschiedener Personen beeinflussen, indem sie die Profile der Benutzer verändern oder unter deren Namen falsche Informationen ins Netz stellen[147].

Ein zusätzlicher Aspekt, welcher bisher noch nicht betrachtet wurde, ist die bewusste Täuschung durch Online Reputation. So wurde zum Beispiel bei MySpace.com unter dem Namen Michael Kirby, einem hochrangigen Richter Australiens, ein Profil erstellt, das den Richter in Verbindung mit Rechtsextremismus und Zuhälterei brachte. Das Profil wurde am Ende zwar durch MySpace.com gelöscht, dennoch musste der Ruf Kirbys darunter leiden und der Verursacher kam ohne Strafe davon[148]. Ein ähnlicher Fall ist einer Magdeburger Studentin passiert, unter deren Namen ein Profil bei studiVZ angelegt wurde, dass gefälschte Nacktfotos von ihr zeigte. Auch hier konnte das Profil gelöscht werden. Allerdings kursieren diese Fotos immer wieder im Internet, da der Täter sie auch an anderen Stellen immer wieder veröffentlicht[149]. Die Fälschung eines Profils kann weitreichende Konsequenzen für das Opfer haben. "Stellen Sie sich vor, ein Unbekannter twittert unter dem Namen ihres CEO, verbreitet eine Mischung aus echten und gefälschten Firmenmeldungen und bringt mit kontroversen Statements ihr Unternehmen in Misskredit."[150] Jedes Unternehmen würde sich anschließend sicher gut überlegen, ob es diesen Mitarbeiter weiterhin beschäftigen möchte. Der Geschädigte wird es an dieser Stelle sehr schwer haben, die Fälschung des Profils zu beweisen und wird höchstwahrscheinlich mit den Konsequenzen leben müssen[151] .

Wie in den obigen Kapiteln erwähnt dient ein aktives Reputationsmanagement dazu, den Ruf eines Subjekts, egal ob es sich um ein Unternehmen oder eine Person handelt, aufzubessern. Die Gefahr besteht allerdings auch darin, dass die Online Reputation nicht dem realen Ruf entspricht und somit im realen Leben Vertrauen durch eine täuschende Selbstdarstellung erweckt wird. Dieses Vertrauen kann missbraucht werden[152].

Eines der größten Gefahrenpotentiale für Privatpersonen besteht allerdings in der Tatsache, dass die Nutzer von SNS hauptsächlich das Kontaktmanagement betreiben. Dahingehend wird das Identitätsmanagement mit einer untergeordneten Rolle beachtet, wodurch die online Reputation leidet. Auch das Hinterlassen von wenigen Spuren im Internet spricht einen Nutzer nicht von der rufschädigenden Verbreitung persönlicher Inhalte frei. Dritte Personen können ebenfalls persönliche Daten über andere im Internet veröffentlichen. Der Versuch, die Reputation einer anderen Person zu schädigen wird Reputation Bashing genannt[139].

9.2 Chancenpotentiale

Neben diesen aufgezählten Gefahren birgt die Online Reputation und vor allem ein aktives Online Reputationsmanagement auch Chancen für Privatpersonen. Da Reputation eine vermittelte Art der Anerkennung ist, ist sie das Ergebnis von Kommunikation[153]. Auch Privatleute können kommunikative Strategien entwickeln und das Online Reputationsmanagement zu ihren Gunsten nutzen. Aus den Risiken können Chancen entstehen. Mit einem gut aufgebauten Selbstmarketing im Netz kann ein bleibender und glaubwürdiger Eindruck entstehen. Negative Beiträge können somit durch positive Beiträge in Suchmaschinen ersetzt werden. Wenn beispielsweise durch Dritte verursachte negative Informationen über eine Person im Netz zu finden sind, kann diese dieselbe Marketingmaschinerie nutzen, um sich selbst zu präsentieren und so durch Klarstellung der Informationen den digitalen Ruf retten. Das Aufbessern eines Rufes erfolgt nicht allein durch das Entfernen oder Verändern von vorhanden Informationen, sondern auch durch Klarstellung und Gegendarstellung, durch die sich Dritte ein neues, eventuell weniger verzerrtes Bild machen können[154].

Ebenfalls wurde in einem der vorigen Kapitel erläutert, dass sich Personalentscheider in Suchmaschinen und SNS über Bewerber und somit potentielle neue Mitarbeiter eines Unternehmens informieren. Hier besteht eine erhöhte Chance, durch eine gelungene Online Reputation einen besseren Eindruck als ein Mitbewerber zu machen. Wenn die Ablehnung von Bewerbungen aufgrund des digitalen Rufes erfolgt, dann kann im Umkehrschluss dazu auch ein positiver Einfluss auf den weiteren Bewerbungsverlauf durch eine gelungene Online Reputation erfolgen. Die Online Reputation hat jedoch nicht nur bei Bewerbungen im Berufsleben Einfluss, auch die Position im Job verlangt eine entsprechende Online Reputation. "Je höher die Managementposition, desto wichtiger ist ein gutes digitales Profil."[155]

Als einen weiteren Vorteil kann der User die große Anzahl von Diensten sehen, über die eine Online Reputation ermöglicht wird. Hier seien nicht nur die Web 2.0 Dienste erwähnt, welche den Aufbau einer Online Reputation erleichtern, sondern auch die Dienste, um den Ruf zu kontrollieren und zu beeinflussen. Auch von diesen Diensten existiert eine Vielzahl, welche teilweise kostenlos, einfach und schnell zu nutzen sind.

Eine der größten Chancen des Reputationsmanagements bezüglich Inhalten im Netz besteht darin, dass einem selbst durch die Analyse der zu findenden Daten und Informationen bewusst werden kann, welche Wirkung auf Dritte erzielt wird beziehungsweise wie die eigene Selbstdarstellung im Ganzen aussieht. Aus dieser Erkenntnis heraus können die Nutzer sensibilisiert werden und präventive Maßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel das Beachten der eigenen Privatsphäre beim Veröffentlichen von Inhalten[156].

Am Beispiel von Barack Obama zeigt Eck, wie eine Privatperson die Funktionen eines Selbstmarketings im Internet für seine beruflichen Zwecke bestmöglich nutzt und somit die Chancen einer durchaus gelungenen Online Reputation zu seinen Gunsten verwendet. Barack Obama und seine Mitarbeiter waren sich der Macht des Internets und vor allem der Macht der Internetnutzer bewusst. Neben Videoveröffentlichungen auf seiner eigenen Webseite nutzte er soziale Netzwerke wie zum Beispiel Facebook, LinkedIn und MySpace. Ebenfalls war er in Twitter und Youtube präsent. Einerseits sprach er durch diese Dienste vorwiegend jüngeres Publikum an, andererseits erhöhte sich durch das Internet die Veröffentlichungsgeschwindigkeit seiner Informationen. Verschiedene Internetnutzer und Sympathisanten von Barack Obama unterstützten ihn und verbreiteten ebenfalls Werbevideos oder andere Werbeinformationen. An dieser Stelle stellt sich die Frage, was gewesen wäre, wenn das Selbstmarketing von Barack Obama weniger gut gelungen wäre. Das Beispiel Eck’s zeigt weiterhin, dass die Wahlkampfgegner von Barack Obama dieselben medialen Funktionen nutzten, um jeden Fehltritt des Präsidentschaftskandidaten zu veröffentlichen. Doch genau an dieser Stelle liegt die Kraft oder Macht der heutigen Internetmöglichkeiten. Barack Obama nutzte diese Angriffe, um sie an Ort und Stelle ihres Auftretens, also eben in jenem Internet, zu widerlegen. Er hat sich als eigene Marke online perfekt inszeniert und so die Chancen einer Online Reputation genutzt[157].

10 Watch Your Web

Abbildung 14: Ausschnitt Startseite Watch your web
Abbildung 14: Ausschnitt Startseite Watch your web
Abbildung 15: Testergebnis Watch your web
Abbildung 15: Testergebnis Watch your web

Bei Watch Your Web handelt es sich um eine aktuelle Kampagne der Bundesregierung. Genauer gesagt, handelt es sich um eine Aktion des Projektes Jugend online der Fachstelle für IJAB (Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.). Eröffnet wurde die Kampagne am 09. Juni 2009 durch die Bundensverbraucherschutzministerin Ilse Aigner und dem Staatssekretär Gerd Hoofe in Berlin[158]. "Es ist die erste bundesweite Internetkampagne zur Förderung des verantwortungsvollen Umgangs mit persönlichen Daten im Netz."[159] Unterstützt wird diese Initiative durch zahlreiche Partner. Hierzu zählen unter anderen SchülerVz, BITKOM, Klicksafe und der EREV (Evangelische Erziehungsverband e.V.)[160].

Die Zielgruppe dieser Initiative sind insbesondere Jugendliche und deren Eltern. "Ziel ist es, den kreativen und kritischen Umgang junger Menschen mit Internet, Multimedia und mobilen Medien zu fördern.""[159]. Mit Hilfe von WatchYourWeb sollen Schüler bewusst darauf hingewiesen werden, welche Risiken eine Internetpräsenz mit sich bringen kann[158]. Hierzu werden auf der Seite in ansprechendem Design kurze Beispiele gegeben, die die Jugendlichen zum Nachdenken bringen sollen. Beispielhaft hierfür ist die Aussage: "Stell dir vor, du schreibst ein privates Onlinetagebuch und andere verbreiten das an deiner Schule."[161] Neben diesen spielerischen Informationen gibt es einen Web-Test, mit dem geprüft werden kann, wie leichtfertig jemand mit seinen Daten umgeht. Am Ende erhält der Benutzer eine Auswertung über sein Verhalten mit persönlichen Daten im Internet. Gleichzeitig wird dabei auf vorhanden Tutorials verwiesen, in denen Tipps zum sicheren Umgang mit persönlichen Daten zu finden sind[162].

Innerhalb dieser Tutorials wird insbesondere auf die Sicherheitseinstellung innerhalb der populärsten SNS, wie MySpace, SpickMich oder wer-kennt-wen eingegangen.

Neben rein informativen Daten wird auf der Seite auch darüber informiert, wo Jugendliche Hilfe in Bezug auf Datenschutz, Mobbing und Rechtsfragen erhalten. Die Initiative watch your web ist somit eine umfassende Plattform um Jugendliche bereits möglichst früh über den Umgang mit persönlichen Daten zu sensibilisieren.

11 Zusammenfassung

Festzuhalten ist, dass Reputation ein Anerkennungssystem ist, dass Wertschätzung ausdrückt. Es ist eine weiche Größe, welche auf Vertrauen basiert und Dritten gegenüber aufgebaut werden kann. Reputation wird durch das Handeln von Subjekten aufgebaut und ist auf eine langfristige Orientierung ausgerichtet. Die Online Reputation wird durch das Handeln in der vernetzten Welt des Internet aufgebaut.

Alle, der gezielt auf Reputation gerichteten Handlungen, werden als Maßnahmen des Reputationsmangements definiert. Um Maßnahmen ergreifen zu können ist eine Bestandsaufnahme nötig, welche durch Kontrollmöglichkeiten im Reputationsmangement realisiert wird. Nachdem eine Ist-Analyse durchgeführt wurde kann durch gezielte Maßnahmen die Online Reputation beeinflusst werden. Dieser Einflussnahme wird wiederum eine Kontrolle nachgestellt, sodass ein Zyklus im Reputationsmanagementprozess entsteht.

Um die eigene Online Reputation zu prägen, dienen beispielsweise verschiedene Web 2.0 Komponenten. Hierzu zählen insbesondere SNS, Weblogs, Internetforen und RSS-Feeds. Soziale Netzwerke legen ihr Hauptaugenmerk dabei auf das Verwalten einer eigenen Identität sowie das Knüpfen und Pflegen neuer und alter Kontakte. Hierfür bietet das Internet eine große Anzahl an Diensten. Die in den 1990er Jahren entstandenen Blogs gewinnen ebenfalls immer mehr an Bedeutung und Verbreitung. Heutzutage enthalten Blogs neben den persönlichen Eindrücken auch themenspezifische Beiträge aller Art. Durch die stetige Kommunikation nimmt auch der soziale Aspekt eines Weblogs immer mehr zu. Die Internetforen sind wie Weblogs ein Ort der Meinungsäußerung und des Wissensaustauschs. Foren dienen als Plattform den vier Grundbedürfnisse Interesse, Unterhaltung, Kommunikation und Interaktion.

Als ein Kernpunkt dieser Hausarbeit wurden die Kontrollmöglichkeiten der Online Reputation von Privatpersonen erläutert. Die einfachste Form, um etwas über sich selbst oder eine andere Person herauszufinden ist das Nutzen von Suchmaschinen. Wem dies nicht reicht, hat jedoch auch die Möglichkeit den Service professioneller Reputationsagenturen in Anspruch zu nehmen.

Um seine Online Reputation zu verbessern und übersichtlicher zu gestalten, bietet das Internet zahlreiche Reputationsmangementservices an. Bei MyON-ID wird aus Suchmaschinen, SNS, Blogs und Multimedia Datenbanken einen Visitenkarte des Benutzers erstellt. Auch bei Yasni besteht die Möglichkeit eine Linksammlung zur eigenen Person zu erzeugen. Durch das Bestätigen der zu einer Person zusammengestellten Informationen durch Dritte schafft Yasni dabei einen gewissen Grad der Glaubwürdigkeit. Das Single-Sign-On System MyOpen-ID ermöglicht dem Benutzer das zentrale Pflegen der persönlichen Informationen im Internet. Hierdurch wird dem Suchenden ein direkter Überblick, oft mit Foto, zur Verfügung gestellt.

Die automatisierte Reputationskontrolle wird Reputationsmonitoring genannt. Google bietet die Möglichkeit das Suchen zu automatisieren und die gewünschten Ergebnisse per E-Mail zu erhalten. Dieser Dienst heißt Google Alerts. Zusätzlich gibt es weitere Reputationsmonitoring-Tools, welche die Informationen aus Blogs filtern. Die Einflussmöglichkeiten nach der erfolgten Bestandsaufnahme sind vielseitig. Hierbei wird zwischen Prävention und Schadensbegrenzung unterschieden. Eine Möglichkeit bilden eigene Webseiten, welche eine namensbezogene Domäne haben. Diese Webseiten stehen häufig unter den ersten Ergebnissen von Suchmaschinen. Weiterhin können persönliche Blogs die Reputation positiv darstellen. Wenn in Blogs oder auf anderen Plattformen negative Informationen zu finden sind, bietet sich die Kommentarfunktion an. Hier kann sofort eine sachliche Gegendarstellung geschrieben werden. Im manchen Fällen ist es sinnvoll ein Gespräch mit dem Urheber zu suchen und ihn zu bitten seine Formulierungen zu ändern oder zu löschen.

Im Rahmen des Fallbeispiels wurde unter Anderem die imaginäre Persönlichkeit Isabella Liebknecht vorgestellt. Um die in den theoretischen Kapiteln genannten Kontroll- und Einflussmöglichkeiten in der Praxis anwenden zu können, wurden namensbezogene E-Mail-Adressen, wie auch Profile in den verschiedenen sozialen Netzwerken angelegt. Eine erste Suche ergab, dass vor allem die Profile in den Netzwerken bereits kurz nach deren Erstellung über Kontrolldienste aufzuspüren waren. Die Suche über die Suchmaschine Google führte zu diesem Zeitpunkt zu keinem Treffer. Das Fallbeispiel Reiner Fakeman hingegen hatte als Hauptziel zu untersuchen in wie weit Dritte Informationen über jemandem im Internet verbreiten. Dabei hat sich gezeigt, dass viele Menschen sich als jemand anders ausgeben und in seinem Namen Inhalte im Web verbreiten.

Sowohl die Theorie als auch die Fallbeispiele haben gezeigt, dass Gefahren der Online Reputation auch in der Verbreitung von Informationen durch Dritte zu sehen sind. Gefahrenpotentiale bieten vor allem diverse unüberlegte Selbstdarstellungen in den sozialen Netzwerken. Hier sind auf Fotos, Videos oder auch in Beiträgen persönliche Informationen zu finden, welche dem Ruf schaden. Bei Personalentscheidungen dienen heutzutage solche Informationen ebenso als Entscheidungsgrundlage, wie auch der Lebenslauf und Zeugnisse.

Das Imitieren von Benutzerprofilen durch Dritte ist eine immer häufiger auftretende Ruf schädigende Straftag der man sich bewusst sein sollte. Auch Hacker-Angriffe stellen ein hohes Gefahrenpotential dar. Um den eigenen Ruf zu steigern und zu schützen können auch bewusst die negativen Schlüsselwörter mit denen man fälschlich in Verbindung gebracht wird, verwendet werden. Auf diese Weise ist es möglich auch seine positiven Eigenschaften oder Gegendarstellungen darzustellen, wenn die eigene Seite ursprünglich über eine Suchmaschinenabfrage gefunden wurde, die nur negative Ergebnisse liefern sollte.

Der gute Ruf oder die starke Reputation birgt vor allem Chancenpotentiale. So hat eine gepflegte Reputation positive Auswirkungen auf die Personalentscheidung bei Bewerbungen. Durch die verschiedenen Kontrollmöglichkeiten können die Internetnutzer sensibilisiert werden. Sie haben die Möglichkeit auf einfache Art und Weise ihre eigene Online Reputation zu überprüfen. Die Risiken können bei gelungenem Reputationsmanagement in Chancen umgewandelt werden.

Welche wachsende Bedeutung die Online Reputation hat ist auch in den täglichen Medien zu spüren. Beiträge in Radios und Zeitungen zu diesem Thema werden immer präsenter. Auch die Bundesregierung hat die Bedeutung des Themas und die Sorglosigkeit besonders vieler Jugendlicher zum Anlass genommen die Kampagne „Watch your Web“ zu starten. Mit dieser Kampagne soll den Jugendlichen bewusst gemacht werden, welche Informationen sie selbst über sich ins Internet stellen und dass wirklich alle diese Informationen sehen können.

12 Fazit

Angesichts der einleitenden Diskussionsgrundlage und Fragestellung wurden Kontroll- und Einflussmöglichkeiten erarbeitet . Diese wissenschaftliche Arbeit hat gezeigt, dass die Online Reputation immer mehr an Bedeutung gewinnt. Aktuelle Ereignisse wie die Kampagne „watch your web“ der Bundesregierung unterstreichen diese wachsende Bedeutung des Themas noch mehr. Aufgrund der aufgeführten Studien ist ersichtlich, dass die Nutzer von Internetdiensten oft sehr unbewusst ihre persönlichen Daten platzieren. Ein eigenes ORM bietet hier wesentliche Vorteile. Die Anzahl der Dienste, die ein User kostenlos nutzen kann, um sich selbst zu präsentieren scheint unbegrenzt. Auch die Dienste zur Kontrolle und Einflussnahme sind in einer Vielzahl vorhanden. Die Fallstudie hat gezeigt, dass es mit wenig Aufwand möglich ist , seinen eigenen Ruf zu kontrollieren. Bereits nach wenigen Minuten können Inhalte gefunden werden. Dadurch, dass sich eine Person aktiv mit der Kontrolle des eigenen Rufes auseinandersetzt erfährt sie eine Sensibilisierung, die dazu führt, dass diese Person sich bei der nächsten Veröffentlichung genau überlegt, welche persönlichen Informationen sie von sich zur Verfügung stellt. Dieses bewusste umgehen mit zu veröffentlichenden Informationen hat zur Folge, dass der Ruf nicht so schnell gefährdet wird und selbst eine Wiederherstellung des Rufes, mit verhältnismäßig wenig Aufwand, realisiert werden kann. Somit reichen die kostenlosen Dienste für Privatpersonen meist vollkommen aus. Sollten jedoch extrem schädigende Informationen im Netz verbreitet worden sein beziehungsweise sollte auf einer höheren beruflichen Ebene eine ORM verfolgt werden, so sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden. Auch hier bietet der Markt eine Vielzahl von Anbietern.

Abschließend lässt sich jedoch sagen, dass eine Reputation im Internet recht schnell und vor allem häufig unbewusst entsteht. Die Erstellung einer bewussten und möglichst guten Online Reputation ist meist jedoch wesentlich aufwändiger. Die Kontrolle der Reputation wirkt zwar auf den ersten Blick recht einfach ist aber oftmals leider nur recht oberflächlich. Die auf diese Art gefundenen Informationen sind zwar die wichtigsten, da sie auch von jedem gefunden werden können der flüchtig nach einer Person sucht. Es sollte jedoch auch bedacht werden, dass Personen, die sich näher mit jemandem auseinandersetzen und häufiger beispielsweise in den gleichen SNS unterwegs sind noch mehr Informationen über eine Person erhalten können. Es ist bei MeinVZ beispielsweise nicht möglich, sich alle Einträge die eine Person auf anderen Pinnwänden oder Foren gemacht hat anzeigen zu lassen. Dies sind Informationen auf die man nur zufällig stößt. Daraus lässt sich schließen, dass ein bewusstes Bewegen im Internet eine der Grundvorrausetzungen für eine gute Reputation ist, welche heutzutage immer wichtiger wird.

13 Einzelnachweise

  1. Vgl. Eck (2008), S. 19 ff.
  2. 2,0 2,1 Vgl. Eisenegger (2005), S. 21
  3. Wiesender / Cerny (2006), S. 40
  4. Eisenegger (2005), S. 196
  5. Wiesender / Cerny (2006), S. 3
  6. Vgl. Eck (2008), S. 1 ff.
  7. Vgl. Eisenegger (2005), S. 19
  8. Wiesender / Cerny (2006), S. 39
  9. 9,0 9,1 Vgl. Wiesender / Cerny (2006), S. 38 ff.
  10. Eisenegger (2005), S. 23
  11. Vgl. Hüttl (2005), S. 132
  12. Hüttl (2005), S. 130 ff.
  13. Vgl. Alby (2008), S. 15
  14. 14,0 14,1 Vgl. Hein (2007), S. 7 ff.
  15. Vgl. Alby (2008), S. 117
  16. Vgl. Richter / Koch (2007), S. 1240 ff.
  17. Vgl. Picot / Fischer (2005), S. 14
  18. Vgl. Gill (2004), S. 1
  19. 19,0 19,1 Vgl. Zumbruch (2006), S. 2
  20. Reichmayr (2008), S. 88
  21. 21,0 21,1 Vgl. Zumbruch (2006), S. 4
  22. Vgl. Suter (2007), S. 6
  23. Vgl. Bartel (2007), S. 13 ff.
  24. 24,0 24,1 Vgl. Waltert (2002), S.33
  25. Vgl. Kuhlen (1998), S.32
  26. 26,0 26,1 26,2 Waltert (2002), S.34
  27. Vgl Waltert (2002), S.34
  28. Vgl. Kuhlen (1998), S.60
  29. Kuhlen (1998), S.38
  30. Segert / Klinger (2001), S. 92
  31. Vgl. Kaiser (2008), S. 36 ff.
  32. Vgl. Klatt (1984), S. 1236
  33. Vgl. Maurice (2008), S. 91
  34. Vgl. Koch / Richter (2007), S. 10
  35. 35,0 35,1 Vgl. Voswinkel (2001), S. 107 ff.
  36. Bader et. al. (2008), S. 10
  37. 37,0 37,1 Vgl. Bader et. al. (2008), S. 9 f.
  38. Vgl. Bader et. al. (2008), S. 24
  39. Vgl. Bader et. al. (2008), S. 10
  40. Vgl. Bader et. al. (2008), S.8
  41. Vgl. Richter Koch (2007), S. 1247
  42. Vgl. Richter / Koch (2007), S. 1240
  43. Richter / Koch (2007), S. 1241
  44. Vgl. Richter / Koch (2007), S. 1241
  45. Vgl. Bader et. al. (2008), S. 25
  46. Vgl. Richter / Koch (2007), S. 1244
  47. Vgl. Richter / Koch (2007), S. 1245
  48. 48,0 48,1 48,2 Vgl. Eck (2008), S. 72f
  49. Wolff (2006), S. 124 f.
  50. 50,0 50,1 Vgl. Reichmayr (2002), S. 87 f.
  51. Vgl. Zumbruch (2006), S. 9
  52. Vgl. Reichmayr (2002), S. 88
  53. Vgl. Reichmayr (2002), S. 87
  54. Vgl. Suter (2007), S. 5
  55. 55,0 55,1 55,2 Vgl. Zumbruch (2006), S. 5
  56. 56,0 56,1 Zumbruch (2006), S. 5
  57. Vgl. Zumbruch (2006), S. 6
  58. 58,0 58,1 58,2 Vgl. Zumbruch (2006), S. 11
  59. Vgl. Zumbruch (2006), S. 6 f.
  60. Vgl. Zumbruch (2006), S. 7
  61. Vgl. Zerfaß / Bogosyan (2007), S. 7
  62. Zumbruch (2006), S. 9
  63. Vgl. Zumbruch (2006), S. 9f
  64. Vgl. Jensen (2007), S. 48
  65. Vgl. Jensen (2007), S. 49
  66. 66,0 66,1 Vgl. Trump et. al. (2007), S. 6
  67. Jensen (2007), S. 47
  68. Vgl. Jensen (2007), S. 47
  69. Trump et. al. (2007), S. 6
  70. Vgl. Richter / Koch (2007)b, S. 1248
  71. Vgl. Zumbruch (2006), S. 12
  72. Vgl. Albers et. al. (1999), S.96
  73. 73,0 73,1 73,2 73,3 73,4 73,5 73,6 73,7 Vgl. Katz (1999)
  74. 74,0 74,1 Vgl. Kuhlen 1998), S.38
  75. 75,0 75,1 Vgl. Waltert (2002), S.35
  76. Vgl. Waltert (2002), S.40
  77. Vgl. Waltert (2002), S.36
  78. 78,0 78,1 Waltert (2002), S.36
  79. 79,0 79,1 79,2 Vgl. Waltert (2002), S.37
  80. 80,0 80,1 80,2 Vgl. Waltert (2002), S.38
  81. Waltert (2002), S.38 f.
  82. Vgl. Waltert (2002), S.38 f.
  83. Vgl. Eck (2008), S. 50
  84. 84,0 84,1 84,2 Vgl. Google (2009)
  85. Vgl. Hentschel (2003), S. 1
  86. Vgl. Fischerländer (2009a)
  87. Vgl. Fischerländer (2009b)
  88. Vgl. Fischerländer (2009c)
  89. Vgl. Hentschel (2003), S.3
  90. 90,0 90,1 Vgl. Brin / Page (2003), S.4
  91. 91,0 91,1 Vgl. Eck (2008), S. 51
  92. 92,0 92,1 92,2 Vgl. Eck (2008), S. 161 f.
  93. 93,0 93,1 Vgl. Eck (2008), S. 163
  94. 94,0 94,1 Vgl. Eck (2008), S. 164 ff.
  95. 95,0 95,1 95,2 Vgl. Eck (2008), S. 167
  96. Vgl. Eck (2008), S.229
  97. Vgl. Eck (2008), S.230
  98. Vgl. Eck (2008), S.231
  99. Vgl. Eck (2008), S.231 f.
  100. 100,0 100,1 Vgl. Eck (2008), S.233
  101. Vgl. Eck (2008), S.233 f.
  102. Vgl. Eck (2008), S.234 ff.
  103. Vgl. Blinkx (2009)
  104. 104,0 104,1 Vgl. Mai (2009)
  105. Vgl. PeekYou (2009)
  106. 106,0 106,1 Vgl. Eck (2008), S. 228
  107. 107,0 107,1 107,2 107,3 107,4 107,5 Vgl. Geppert (2008a)
  108. Vgl. Trost (2009)
  109. 109,0 109,1 Vgl. Eck (2008), S. 69
  110. Vgl. Eck (2008), S. 149
  111. Eck (2008), S. 70
  112. Eck (2008), S. 82
  113. Eck (2008), S. 85
  114. Eck (2008), S. 237
  115. 115,0 115,1 Vgl. Eck (2008), S. 237
  116. 116,0 116,1 116,2 116,3 Vgl. Sattler (2005a)
  117. Vgl. Sattler (2005b)
  118. Vgl. Sattler (2005c)
  119. Vgl. Sattler (2005d)
  120. Vgl. Sattler (2005e)
  121. Vgl. Sattler (2005f)
  122. Vgl. Hentschel (2003), S.2
  123. 123,0 123,1 123,2 123,3 Vgl. Eck (2008), S. 239
  124. 124,0 124,1 124,2 Vgl. Eck (2008), S. 240
  125. Vgl. Reputation (2009a)
  126. 126,0 126,1 Vgl. Reputation (2009b)
  127. 127,0 127,1 127,2 Vgl. Reputation (2009c)
  128. Vgl. Reputation (2009e)
  129. 129,0 129,1 Vgl. Reputation (2009d)
  130. Vgl. RepDef (2009c)
  131. 131,0 131,1 Vgl. RepDef (2009b)
  132. Vgl. RepDef (2009d)
  133. Vgl. RepDef (2009a)
  134. Vgl. Eck (2008), S. 238 f.
  135. Vgl. Eck (2008), S. 239 f.
  136. Vgl. Mai (2007)a
  137. Vgl. Mai (2007)b
  138. Vgl. Mai (2008)
  139. 139,0 139,1 139,2 Vgl. Greilich
  140. Vgl. Eck (2008), S. 74
  141. Vgl. Reichmayer (2007), S.88
  142. Reichmayer (2007) S.89
  143. Vgl. Eck (2008), S. 29
  144. Vgl. Eck (2008), S. 66
  145. Vgl. Landwehr
  146. Vgl. Liedtke (2009)
  147. Vgl. Eck (2008), S. 68 f.
  148. Vgl. Meusers (2007)
  149. Vgl. Grobholz (2008)
  150. Füllhaas (2009)
  151. Vgl. Füllhaas (2009)
  152. Vgl. Voswinkel (2001), S. 132
  153. Vgl. Voswinkel (2001), S. 120
  154. Vgl. Eck (2008), S. 43
  155. Eck (2008), S. 11
  156. Vgl. Eck (2008), S. 58
  157. Vgl. Eck (2008), S. 138 ff.
  158. 158,0 158,1 Vgl. BMELV (2009)
  159. 159,0 159,1 BMELV (2009)
  160. Vgl. IJAB (2009b)
  161. IJAB (2009a)
  162. Vgl. IJAB (2009c)

14 Literatur- und Quellenverzeichnis

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