Meine erste wissenschaftliche Präsentation

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Autor: Konrad Werning

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

Die Präsentation wissenschaftlicher Inhalte gehört zunehmend zum typischen Prüfungsumfang im Studium. Umso wichtiger ist es, durch gute Vorbereitung und souveränen Auftritt die zu präsentierenden wissenschaftlichen Inhalte auch sicher darzustellen. Präsentationen erfordern entsprechende rhetorische Fähigkeiten und den sicheren Einsatz von Präsentationstechniken. Schon durch sorgfältige Planung und durch den Einsatz weniger Techniken lässt sich nicht nur eine höhere Sicherheit herstellen, sondern auch die Ergebnisqualität erheblich verbessern. Praktische Übungen sind dabei genauso wichtig, wie das Besuchen von Rhetorik-Veranstaltungen mit Videotraining. Die Prüfer von wissenschaftlichen Präsentationen erwarten eine kompakte Darstellung aller wesentlichen Aspekte in einem knappen Zeitrahmen. Dieser kompakte Vortrag ist also sorgfältig zu planen und nicht durch ein paar Hardcopies aus dem Text in ein Präsentationsprogramm alleine zu erledigen. Neben der inhaltlichen Vorbereitung spielt einerseits die Fähigkeit des verständlichen und ansprechenden Auftritts (Soft Skill) ebenso eine Rolle wie andererseits die Organisation des Vortrags und der Einsatz adäquater Werkzeuge.

2 Vorbereitung der Präsentation

2.1 Rahmenbedingungen

Bevor mit der Planung der Präsentation begonnen wird, sind eine Reihe von Rahmenbedingungen zu klären. Die wichtigste Frage lautet: Was erwarten die Adressaten der Präsentation von mir? Daraus sollte sich zunächst eine inhaltliche Antwort ergeben. Wesentliche Grundbausteine der Präsentation sind:

  • Zielsetzung
  • Vorgehensweise
  • Gewonnene Erkenntnisse

Gerade bei sehr knappem zeitlichem Rahmen ist es daher sehr sinnvoll die ganze Präsentation ergebnisorientiert aufzubauen, d. h. einen zeitlichen und inhaltlichen Fokus auf die gewonnenen Erkenntnisse zu setzen. Diese zu kommunizierenden Ergebnisse der Arbeit sollten zunächst als Aussagen aufgeschrieben werden, um dann daran die weiteren Inhalte zu entwickeln.

Zur weiteren Verfeinerung der Präsentation ist bei Vorträgen vor Publikum eine Zuhöreranalyse durchzuführen, um zu klären welche Inhalte und welche Sprache angemessen sind. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, dass die Zuhörer weder unterfordert, z. B. durch Darstellung von Inhalten, die bereits jeder kennt, oder überfordert, z. B. durch die Verwendung von Fachbegriffen oder eine Sprache, die nicht bekannt ist. In manchen Situationen ist sogar auf weitere Differenzierungskriterien im Auditorium zu achten (z. B. kulturelle Herkunft, Vermeidung von emotional oder politisch problematischen Themen).

Wenn diese beiden Aspekte geklärt sind, kann mit der Gestaltung der Präsentation begonnen werden. Dazu ist dann ausgehend von der inhaltlichen Zielsetzung der Arbeit zunächst eine Struktur der Arbeit zu entwickeln. Dazu empfiehlt sich die Anwendung einer Strukturierungsmethode, z. B. des Mindmappings. So können auf Papier oder direkt am Rechner die Strukturen erarbeitet, verfeinert und verändert werden. Viele Präsentationswerkzeuge unterstützen auch diese Strukturierung der Präsentation, in dem beispielsweise eine Gliederungsfunktion zur Verfügung gestellt wird.


Bild:MMversusFM.jpeg


Auch beim Umsetzen der Inhalte in einer Präsentationssoftware sollten die folgenden Funktionen beherrscht werden, um auch technisch eine qualitativ hochwertige Unterstützung sicher zu stellen:

  • Arbeiten mit Formatvorlagen
  • Importieren von Daten aus anderen Programmen
  • Formatieren von Texten und Grafiken
  • Gestaltung von Folienübergängen
  • Einbau von Animationseffekten

Besonderer Fokus ist dabei nicht nur auf die klare Erarbeitung der gewonnenen Erkenntnisse zu legen, sondern auch auf die dramaturgisch sehr wichtigen Teile „Eröffnung“ und „Schlußbetrachtung“, deren inhaltliche Qualität vergleichbar wichtig ist wie Einleitung und Schluss in der schriftlichen wissenschaftlichen Arbeit.


2.2 Inhaltliche Präsentationsvorbereitung

Im Rahmen der Eröffnung sollten die folgenden Inhalte dargestellt werden:

  • Eigene Vorstellung (vollständiger Name, aber keine unwichtigen sonstigen Aspekte)
  • Thema der Arbeit
  • Zielsetzung der Arbeit
  • Vorgehen der schriftlichen Arbeit / wissenschaftlichen Analyse
  • Ablauf der Präsentation

Im Hauptteil der Präsentation steht die Darstellung von Inhalten und Ergebnissen im Vordergrund. Sehr wichtig sind die Verwendung eines roten Fadens und eine verständliche sprachliche und präsentationstechnische Darstellung. Alle Aussagen sollten schlüssig und verständlich sein, gleichzeitig aber Trivialitäten vermieden werden. Auch bei wissenschaftlichen Präsentationen muss diese nicht trocken und ohne emotionale Elemente vorgetragen werden, jedoch sollte die Sache stets im Vordergrund stehen. Folgende Elemente können sinnvoll sein:

  • Einordnung der Thematik in Theorie und Praxis
  • Darstellung der Methodik
  • Erläuterung der Erkenntnisse
  • Wichtige Quellen
  • Raum für weitere Untersuchungen

Der Schluss sollte relativ knapp sein und insbesondere die zentralen Aussagen / Erkenntnisse wiederholen. Das Fazit sollte sehr kompakt sein und mit einem klaren Schlusssatz und einem Dank für die Aufmerksamkeit schließen.


2.3 Entwicklung der Präsentation

2.3.1 Richtlinien zur Folienerstellung

Nachdem die Strukturierung des Vortrages abgeschlossen ist, erfolgt das Erstellen der einzelnen vorzutragenden Folien. Hierbei sollte folgendes Berücksichtigung finden:

  • Einsatz aussagefähiger Grafiken und auf Zahlenkolonnen bzw. langen Text verzichten, auch zum Thema passende und nicht übertriebene Cartoons können verwendet werden
  • Überschriften geschickt einsetzen, da sie grundsätzliche Aspekte und wichtige Botschaften vermitteln
  • Es gilt der Grundsatz: So wenig Informationen wie möglich, soviel wie nötig (d. h. mit Stichworten arbeiten, auf einer Folie nicht mehr als ein Thema beschreiben, das Thema sollte sechs bis acht Zielen nicht überschreiten, in einer Zeile sollten maximal fünf Wörter verwendet werden)
  • Der gesamte Vortrag muss in einem einheitlichen Layout (Folienmaster) präsentiert werden, wobei das Layout eher schlicht und ohne viel Farben oder Grafiken aufgebaut sein sollte
  • Die einzelnen Folieninhalte sollten die einer wissenschaftlichen Präsentation würdigen Gestaltungselemente (sachlich / emotional) beinhalten und keinesfalls mehr als drei Farben pro Folie enthalten

Alle Punkte sind jeweils nur Richtlinien. Insgesamt zählt das Gesamtbild der Präsentation und so kann es im Einzelfall beispielsweise durchaus sinnvoll sein, auch mal einen ganzen Satz, etwa als Zitat, auf einer Folie zu präsentieren.


2.3.2 Nutzung der Präsentationstechnik

Die Nutzung Software-gestützter Präsentationstechnik ist heute üblich und wird von den meisten Prüfern explizit gefordert. Daher ist es sehr wichtig, dass die Technik auch souverän beherrscht wird und entsprechend frühzeitig getestet wurde. Die Möglichkeiten heutiger Präsentationssoftware sind vielfältig und sie können bei entsprechender Beherrschung den Vortrag sehr sinnvoll unterstützen. Entsprechend wichtig ist es, sich mit den Funktionen der Präsentationssoftware entsprechend vertraut zu machen. Sinnvolle Funktionen sind insbesondere:

  • Konfiguration der Referentenansicht
  • Arbeiten mit zwei Bildschirmen und Trennung zwischen Präsentationssicht und Referentensicht
  • Umschaltmöglichkeiten der Grafikkarte und Beherrschung des erweiterten Bildschirms
  • Konfiguration von Auflösung und Farbtiefe, insbesondere für den externen Monitor


Bild:Präsentationstechnik10.jpg

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Die Präsentationstechnik unterstützt den Vortragenden und nicht umgekehrt. Das heißt, eine Präsentation lebt primär von der rhetorischen Leistung, die jedoch durch den Einsatz von Technik verstärkt werden kann. Daraus ergeben sich automatisch einige Prinzipien für den Einsatz von Präsentationstechnik:

  • Die Präsentationstechnik darf nie den Vortragenden dominieren, weil beispielsweise lange Textpassagen zu lesen sind oder der Vortragende immer die Inhalte auf den Charts nachspricht
  • Die Synchronität von Vortrag und Inhalten der Präsentationstechnik sind wichtig
  • Die Technik ist souverän zu beherrschen und einzusetzen


3 Durchführung der Präsentation

3.1 Analyse der Präsentationssituation

Bei Vorträgen steht normalerweise trotz aller technischer Hilfsmittel die Rede im Zentrum der Bewertung. Daher sollte der Redner / die Rednerin in zentraler Position stehen und gleichzeitig nicht in Konkurrenz mit visuellen Hilfsmitteln (Beamer, Overhead-Projektor etc. stehen), ggf. ist auch die Beleuchtung und Sitzordnung zu überprüfen. Es ist grundsätzlich darauf zu achten, dass möglichst viel des Oberkörpers zu sehen ist. Nur so kann die Körpersprache ebenfalls aktiv eingesetzt werden.


3.2 Technische Vorbereitung

Die Technik muss frühzeitig getestet werden, so dass keine Verzögerungen auftreten. Zur Technik zählen ein Rechner, in der Regel Laptop, mit entsprechender Verkabelung insb. zum Beamer. Schließlich ist die Beleuchtung im Raum zu prüfen. Die Folien müssen für alle Zuhörer gut zu erkennen sein, ohne dass der Raum komplett abgedunkelt ist.


3.3 Vortrag

Bei der Durchführung der Präsentation sind einige Aspekte zu beachten, die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Präsentation sind:

1. Blickkontakt zum Publikum halten

Der / die Vortragende sollte immer direkt zum Publikum sprechen. Ein großer Fehler ist das Abwenden von den Zuhörern. Sollte ein Blick zur Folie an der Wand bzw. der Leinwand nötig sein, dann muss das in Form in leichten Drehung geschehen. In keinem Fall darf dem Publikum der Rücken zugewendet werden. Zu empfehlen ist immer der direkte Kontakt. Wenn die Präsentationstechnik richtig eingesetzt wird, ist das auch kein Problem, da die Vortragsfolien immer parallel zur Wand auch auf dem Laptop zu sehen sind.

2. Kontrollierter Einsatz von Zeigestäben und Laserpointern

Gerade durch den Einsatz moderner Präsentationssoftware wird heute häufig auf weitere Werkzeuge wie Zeigestäbe und / oder Laserpointern verzichtet. Das ist auch zu empfehlen, insbesondere wenn diese nicht sehr souverän beherrscht werden. So wirkt der ausgefahrene Zeigestab sehr schnell unruhig oder der Laserpointer wirkt durch die gewisse Anspannung des Vortragenden zittrig in der Hand. Diese negativen Aspekte können durch moderne Animationseffekte einer Präsentationssoftware vermieden werden.

3. Einleitung und Schluss sind die wichtigsten Teile

Diese Regel sollte nicht missachtet werden. Eine Eröffnung und auch der Schluss sollte besonders betont und deutlich hervorgehoben werden. Bei der Eröffnung müssen alle Zuhörer aufmerksam sein (Beispiel: "Herzlich willkommen zu meinem Vortrag zum Thema...") , denn Unruhe im Publikum führt in der Regel immer zur Verunsicherung des Redners / der Rednerin. Analoges gilt auch für den Schluss einer Präsentation. Auch hier sollte dem Publikum klar sein, dass der Vortrag zu Ende ist (Beispiel: "Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ich stehe für Fragen gerne zur Verfügung.").

4. Zeitrahmen einhalten

In der Regel setzt der Betreuer von wissenschaftlichen Präsentationen klare Zeitvorgaben. Der / die Vortragende hat sich an diese Zeitvorgaben unbedingt zu halten. Eine noch so gute Präsentation kann insbesondere durch die zeitliche Überziehung starkt geschmälert werden. Der zeitliche Umfang muss unbedingt im Rahmen der Planung bereits berücksichtigt und in der Durchführung genau eingehalten werden. Es gilt: ein Vortrag, der den zeitlichen Rahmen nicht ganz ausschöpft ist immer besser als ein Vortrag, die den Zeitrahmen überzieht. Tipp: Üben Sie den Vortrag, um ein Gefühl für die Zeit zu bekommen. Gehen Sie während des Vortrags genauso vor, wie Sie es geplant hatten. Dadurch vermeidet man „zeitfressendes Gerede“.

Zentrales Ziel einer jeden Vortrags-Eröffnung ist das Interesse und die Aufmerksamkeit der Zuhörer zu wecken. Folgende Hilfsmittel bieten sich hier an:

  • Aktuelles Thema wählen und Bezug zum Vortragsthema herstellen
  • Ein interessantes und einprägsames Beispiel wählen und an diesem die praktische Relevanz des Vortragsthemas erläuten
  • Als Eröffnungsfolie eine interessante Grafik bzw. Mitteilung verwenden (Presse, Zeitungsausschnitt, Zitat etc.)

Beispiele:

  • Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren. Ich referiere heute zum Thema "Projektorganisationsformen". Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat dieses Thema im Bereich der Stablinienform am 8.12.2008 aufgegriffen. Dieser Artikel untermauert meine Grundthese ...
  • Herzlich willkommen zu meinem Vortrag zum Thema unterschiedlicher Führungsstile. Ich möchte beginnen mit einem Zitat der Bundeskanzlerin ...

Im Rahmen des Hauptteils sind zwei Aspekte besonders wichtig. Erstens muss im Vortrag die fachliche Durchdringung des Themas deutlich gemacht werden und zweitens die Aufmerksamkeit des Publikums durch geschickte rhetorische Mittel über den gesamten Zeitraum gefordert werden. Wichtige Hilfen dabei sind:

  • zielgerichtete Betonungen und Sprechpausen
  • Klarer Satzbau und einfache Wortwahl
  • Visualisierung und Präsentationstechnik sicher beherrschen
  • Ständiger (Blick)kontakt zum Publikum

Der bereits angesprochene klare Schlusssatz sollte auch mit Hilfe der Präsentationstechnik unterstützt werden. Dies kann beispielsweise durch eine Folie mit einem knappen Schlusssatz oder einem „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“ erfolgen. Natürlich müssen dann Vortrag und Präsentationstechnik absolut synchron funktionieren.

Beispiele:

  • Ich komme nun zum Ende meines Vortrages und fasse noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse zusammen ... Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Für Fragen stehe ich nun gern zur Verfügung ...
  • Meinem Vortrag möchte ich gern schließen mit einem Zitat von Johann Wolfgang von Goethe ..., welches meine Kernaussagen besonders gut veranschaulicht. Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit und stehe nun für Fragen und Diskussion zur Verfügung.


3.4 Diskussion

Sofern seitens des Betreuers nicht eine andere Vorgabe gemacht wurde, sollte unbedingt Raum für Fragen und fachliche Diskussionen eingeräumt werden. Auch hier sind dem Publikum dann entsprechender Respekt und Aufmerksamkeit zu schenken. Sollten Fragen aufkommen, die nicht beantwortet werden können, ist es in jedem Fall ratsam ehrlich zu sagen, dass man sich mit dem Angesprochenen nicht beschäftigt hat, statt etwas zu erzählen, das keine inhaltliche Basis hat. Gerade im wissenschaftlichen Diskurs sind Sachorientierung und inhaltliche Ehrlichkeit von hoher Bedeutung.


3.5 Gruppenpräsentation

Bei einer Gruppenpräsentation stellen mehrere Teilnehmer einer Arbeitsgruppe im Team ihre Erkenntnisse als gemeinsame Präsentation vor. Der Vortrag erfolgt dabei arbeitsteilig, so dass jedes Teammitglied einen Part im Vortrag übernimmt. In der Gruppenpräsentation sind folgende Aspekte besonders zu berücksichtigen:

  • Der Vortrag muss für die Zuhörer sowohl arbeitsteilig und inhaltlich klar strukturiert und abgestimmt sein
  • Der zuerst Vortragende muss die inhaltliche Strukturierung des Vortrages und die Arbeitsteilung den Zuhörern mitteilen
  • Im Verlauf des Vortrages muss die Teamarbeit deutlich herausgearbeitet werden (es darf nicht der Eindruck von mehreren Einzelarbeiten entstehen)
  • Alle Teammitglieder (Vortragende) müssen sicher mit der gewählten Präsentationstechnik umgehen können
  • Nur der / die jeweilig Vortragende steht im Mittelpunkt, alle anderen Teammitglieder sollten sich etwas seitlich vom Auditorium aufhalten und treten erst dann vordergründig in Erscheinung, wenn das Wort übergeben worden ist


4 Rhetorik

4.1 Was ist eigentlich Rhetorik?

Der Begriff stammt aus dem griechischen und bedeutet im deutschen „die Kunst der Rede“. Man kann darunter die Summe aller Mittel verstehen, welche eingesetzt werden, um einen Zuhörer von einer These zu überzeugen oder zu einer Handlung zu bewegen. Neben der Stimme gehören dazu auch Mimik, Gestik und Haltung, also auch die Mittel der Körpersprache.


4.2 Vorbereitung

Zunächst ist die Vorbereitung auf einen Vortrag sehr wichtig. Es ist selbstredend, dass Sie sich intensiv auf die Inhalte Ihrer Präsentation vorbereiten. Sie sollten das Thema und den Ablauf Ihres Vortrags in- und auswendig kennen, um dem Zuhörer stets einen Schritt voraus zu sein und immer zu wissen, wo Sie sich thematisch befinden, was als nächstes folgt und wie viel Zeit Sie noch benötigen, um zum Schluss zu kommen. Natürlich kennen Sie alle Begrifflichkeiten Ihres Vortrags, insbesondere alle Abkürzungen, und können diese bei eventuellen Zwischenfragen auch aus dem Effeff nennen und erläutern. Ein grober Fehler wäre es, eine Abkürzung zu verwenden, deren Bedeutung Sie auf Nachfrage nicht erklären können. Dies gilt nicht nur für Abkürzungen, sondern für alle Begrifflichkeiten, welche Sie verwenden. Bereiten Sie sich daher intensiv auf Ihren Vortrag vor und seien Sie ein echter Experte darin, worüber Sie reden.


4.3 Atmosphäre beim Vortrag

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Atmosphäre, welche bei Ihrem Vortrag herrscht. Sorgen Sie dafür, dass Sie und Ihre Zuhörer sich wohlfühlen. Ein wichtiger Schritt für Ihr eigenes Wohlfühlen ist, dass Sie sich sicher fühlen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit trägt die bereits genannte intensive Vorbereitung auf Ihren Vortrag wesentlich bei. Aber auch der Ort des Vortrags kann sich mehr oder weniger stark auf Ihr eigenes Wohlgefühl auswirken. Sorgen Sie daher dafür, dass Sie frühzeitig am Vortragsort eintreffen und geben Sie sich die Zeit, dort auch geistig anzukommen. Lassen Sie den Raum auf sich wirken, je mehr Sie sich an den Ort und die Atmosphäre gewöhnen, umso sicherer werden Sie sich dort fühlen und um so gelassener sehen Sie Ihrem Einsatz entgegen. Wirken Sie bei einem Vortrag nervös, so kann sich diese Nervosität leicht auf Ihre Zuhörer übertragen. Diese werden unruhig und fühlen sich dann selbst nicht mehr wohl in Ihrer Haut. Ich gebe zu, ein bekennender Fremdschämer zu sein und ich leide regelmäßig mit nervösen und unsicheren Vortragenden mit. Manchmal vielleicht sogar mehr, als der Redner. Fühle ich mich hingegen wohl, so empfinde ich auch den Vortrag als angenehm und kann diesem viel besser, auch argumentativ, folgen.

Für Ihre Zuhörer sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre, indem Sie Ruhe, Sicherheit und vor allem Freundlichkeit verbreiten. Das bedeutet nicht, dass Sie sich verstellen sollten, seien Sie einfach so natürlich, wie Sie sein können. Ein Redner wird immer Zuhörer haben, welche ihn nicht leiden, nicht riechen können. Diese Zuhörer zieht er auch durch künstliches Gehabe und übertriebene, falsche Freundlichkeit nicht auf seine Seite. Erkennen Sie, akzeptieren Sie und respektieren Sie solche Zuhörer, aber konzentrieren Sie sich mit Ihren Mitteln, auf diejenigen, die Ihnen wohl gesonnen sind.

Wenn Sie und Ihre Zuhörer sich wohlfühlen, haben Sie eine hervorragende Voraussetzung für einen angenehmen und erfolgreichen Vortrag geschaffen.


4.4 Körpersprache

Während eines Vortrags reden Sie nicht nur mit Ihrer Stimme, jedes Ihrer Körperteile spricht eine eigene Sprache und kommuniziert mit Ihren Zuhörern. Sei Ihre Stimme noch so sicher, angenehm und überzeugend, schauen Sie mit gesenktem Blick zu Boden und verstecken Sie sich hinter dem Overhead-Projektor, wird man Sie nicht als überzeugend wahrnehmen, es ist das Gesamtbild, was zählt.


4.4.1 Haltung

Fangen wir mit der Haltung an, Sie sollten sich einen sicheren Stand suchen, um nicht ins Wanken zu geraten. Stehen Sie so sicher aber auch so locker, wie es Ihnen möglich ist. Wichtig ist, dass Sie nicht auf den Füßen wippen oder ins Trudeln geraten, das wirkt vielleicht witzig, aber garantiert unsicher auf Ihr Publikum. Versuchen Sie, sich nicht zu verkrampfen und wirken Sie selbstsicher. Ziehen Sie die Schultern zurück und stehen Sie mit gerader Wirbelsäule. Zeigen Sie Haltung, wenn Sie stehen wie ein nasser Sack, wird man Sie auch für einen halten. Proben Sie Ihre bevorzugte Haltung ruhig vor einem großen Spiegel. Bei allen Haltungen, welche Sie ausprobieren, sollten Sie darauf achten, wie Ihr Spiegelbild auf Sie wirkt und wie bequem die Position für Sie ist. Ziehen Sie den Bauch ein, so dass Sie kaum noch Luft bekommen und stolzieren Sie wie ein Gockel vor dem Misthaufen, dann machen Sie bestimmt etwas falsch. Oberstes Ziel ist immer, dass Sie sich mit Ihrer Haltung und allem, was Sie tun, wohlfühlen und dass Ihr Publikum Sie so als angenehm empfindet.


4.4.2 Gestik

Bei der Gestik sollte man darauf achten, dass man keine falschen Signale sendet, was insbesondere eine Kontrolle der Hände erfordert. Menschen reden mit den Händen und ebenso können Sie ungewollt oder unterbewusst Signale senden, die Ihr Publikum nicht mag. Deutschlands beliebtester Moderator liebt den erhobenen Zeigefinger, wenn er aus seiner Sicht Wichtiges mitzuteilen hat. Das kann leicht Oberlehrerhaft wirken und Distanz schaffen. Nicht zu denen, die ihn verehren, aber manch Anderer entfernt sich durch diese Geste noch weiter vom Altmeister. Beide Hände in den Hosentaschen können gelangweilt, distanziert oder arrogant wirken, verschränken Sie die Arme vor der Brust, wirkt dies auf manche aggressiv. Auf der sicheren Seite sind Sie nur, wenn Sie solche Gesten entweder vermeiden oder nur gewollt und gezielt einsetzen.

Doch wohin mit den Händen? Einfach nur hängen lassen wirkt auch nicht sehr motiviert auf die meisten Zuhörer. Vielleicht nehmen Sie sich einfach einen Stift, eine Moderationskarte oder einen kabellosen Presenter und halten diesen mit beiden Händen vor dem Bauch, dann haben Ihre Hände einen Platz und das beidseitige Halten hilft Ihnen, ungewollte Gesten zu vermeiden.


4.4.3 Mimik

Kommen wir zu der Mimik. Die Mimik schaffen Sie mit Ihrem Gesicht, also mit der Gesichtsmuskulatur, den Augen und dem Mund. Mit dem Gesicht können Sie Gefühlslagen ausdrücken, wie mit keinem anderen Teil Ihres Körpers. Wer einmal einen guten Pantomimen gesehen hat, kann dies nachvollziehen. Für Sie bedeutet das, dass Ihr Gesicht und Ihre Augen ein wichtiges Kommunikationsmittel sind, auf emotionaler Ebene sicherlich gleichbedeutend mit dem, was Sie sagen. Suchen Sie mit den Augen Kontakt zu Ihren Publikum. Schauen Sie jeden regelmäßig für drei vier Sekunden in die Augen. Nicht länger und nicht kürzer, das kann falsche Signale senden. Wenn Sie die Mimik Ihres Gegenübers verunsichert, weil dieser beispielsweise unfreundlich guckt, dann schauen Sie ihm auf die Stirn, er wird sich angeschaut fühlen, Sie bekommen aber von seiner Gefühlslage weniger mit. Schaut er freundlich, so können Sie dies für sich nutzen, indem Sie ihm auf die Nasenspitze schauen. So vermeiden Sie die Frage, ob Sie in das rechte oder linke Auge schauen und bekommen gleichzeitig noch etwas vom Lächeln mit. Gut ist, wenn jeder Angeschaute bereits vorher weiss, dass man ihn gleich ansehen wird. So muss er sich nie ertappt fühlen. Dies kann man erreichen, indem man in einer vorhersehbaren Reihenfolge, beispielsweise immer von rechts nach links, Person für Person, langsam von einem zum nächsten schaut. Dies nimmt einem die Entscheidung ab, wer als nächstes die eigenen Aufmerksamkeit bekommt und verteilt diese gleichmäßig über alle Anwesenden.

Insbesondere bei der Mimik sollten Sie alles vermeiden, was Ihr Publikum als unangenehm empfinden könnte. Vermeiden Sie es also, zu Gähnen, wenn jemand eine Zwischenfrage stellt oder dabei die Nase zu rümpfen. Damit Sie für jede Situation gewappnet sind, üben Sie vor dem Spiegel ein freundliches Gesicht, mit offenen Augen, glatter Stirn und Nase und einem leichten Lächeln auf den Lippen ein. Immer, wenn Sie nicht wissen, wie Sie schauen sollen, setzen Sie dieses Gesicht auf. Das hilft Ihnen, Ihren Kopf für wichtigere Gedanken frei zu bekommen und sendet keine falschen Signale aus.


4.4.4 Mobilität

Es gibt Vorträge, bei welchen man an einem Rednerpult steht, welches man, nicht zuletzt wegen des fest installierten Mikrofons, nicht verlassen kann. Dort stellt sich die Frage nach dem „Wo“ nicht. In allen anderen Situationen sei es empfohlen, von Zeit zu Zeit seine Position zu wechseln. Aber auch das sollte mit Bedacht geschehen. Zu leicht kann man den Eindruck eines gefangenen Tigers im Käfig vermitteln, welcher ständig von links nach rechts auf und ab rennt. Wesentlicher Zweck einer Positionsänderung ist es, aus Sicht des Publikums Abwechslung zu bieten. Ihre Zuhörer schauen Ihnen vielleicht für Stunden ununterbrochen zu, da kann es noch langweiliger sein, wenn Sie sich nicht bewegen und wie angewurzelt immer an einer festen Position stehen. Ist dies immer vor dem rechten Teil Ihrer Zuhörer, so kann sich die linke Hälfte auch vernachlässigt vorkommen. Sie sollten daher regelmäßig Ihre Position zum Publikum ändern, an jeder neuen Position jedoch einige Zeit verweilen, um nicht Unruhe zu vermitteln. Je nach Lokalität ist es sogar denkbar, sich bis in Ihr Publikum hinein zu bewegen und durch die Reihen zu gehen. Achten Sie aber darauf, dass dies interpretiert wird, dass Sie die Nähe zu Ihren Zuhörern suchen und Distanz abbauen möchten, und nicht, als wollten Sie diesen über die Schultern schauen, um sie zu kontrollieren. Gehen Sie mit dieser Möglichkeit vorsichtig um, falls Sie den Eindruck haben, wie ein Schlagersänger im ZDF Fernsehgarten zu wirken, gehen Sie lieber wieder nach vorne.

Falls Sie auf Ihrem Weg in die Situation kommen, sich einem Lichtkegel zu nähern, wie er von einem Overhead- oder Videoprojektor erzeugt wird, so vermeiden Sie es, das Licht zu durchschreiten. Den Gesichtsausdruck, welchen Sie aufsetzen, während Sie sich die Augen wegen des grellen Lichts zukneifen, sollten Sie Ihrem Publikum vorenthalten. Die Sekunden fast vollständiger Blindheit in verdunkelten Räumen nach dem Blick in eine helle Lichtquelle bergen ebenfalls das Potential von Stürzen und resultierend daraus mindestens lautem Gelächter bis hin zu ernsten Verletzungen. Vermeiden Sie also das Durchschreiten von Lichtkegeln und schalten Sie die Projektoren nur bei tatsächlichem Bedarf ein. Bei elektronischen Präsentationen können Sie einfach die Taste „b“ für „Black“ drücken, um den Bildschirm auf schwarz zu schalten. So vermeiden Sie ein häufiges Ein- und Ausschalten des Projektors, was zu einer merklich verkürzten Lamenlebensdauer führen kann. Viele kabellose Presenter unterstützen diese Funktion oder können auf diese programmiert werden.


4.5 Sprache

Die Sprache ist ein wesentlicher Teil der Kommunikation mit dem Publikum. Die wesentliche Aufgabe eines Redners bei einem Vortrag ist es, Inhalte über sprachliche Kommunikation zu vermitteln. Nun ist sicher nicht jeder dafür geschaffen, vor einem größeren Publikum zu reden und für manchen stellt dies auch eine besondere Herausforderung dar. Daher nun ein paar Tipps, wie Sie mit dieser Herausforderung umgehen können.


4.5.1 Deutliche Aussprache

Bei einem Vortrag ist ein wichtiger Aspekt, dass Sie verstanden werden. Voraussetzung für ein inhaltliches Verständnis ist zunächst ein akustisches Verständnis. Wenn Sie zu leise, zu schnell oder zu undeutlich sprechen können Ihre Ausführungen noch so gut und überzeugend sein, man wird Ihnen nicht folgen können, wenn man Sie nicht versteht. Achten Sie daher auf eine deutliche Aussprache. Damit ist zunächst nur gemeint, dass jeder mehr oder weniger deutlich sprechen kann, je nachdem wieviel Mühe er sich gibt. Manch einer nuschelt sich seine Worte zurecht oder spricht mit deutlichem Dialekt, obwohl er sich bei etwas mehr Motivation durchaus klarer und verständlicher artikulieren könnte. Sie sollten auch auf Bonbons oder sonstige Lutschgerätschaften verzichten, wenn Sie einen Vortrag halten, das wirkt sich zumeist ebenfalls negativ auf die Klarheit Ihrer Sprache aus. Wenn Sie dazu neigen, einen trockenen Mund zu haben oder zu Reizungen im Hals tendieren, kann hingegen der gezielte Einsatz eines speichelanregenden Lutschbonbons praktisch sein und helfen, ein Husten zu vermeiden, vielleicht hilft aber auch ein Schluck klares Wasser von Zeit zu Zeit ebenfalls.


4.5.2 Sprachfehler

Haben Sie einen kleinen oder größeren Sprachfehler, so können Sie den sicher nicht so schnell loswerden. So ein kleiner "Sigmatismus Interdentalis" kann vielleicht auch noch ganz niedlich wirken. Das ist ein ungewolltes Zahnzwischenlispeln, ähnlich dem englischen "th". Aber um ernst genommen zu werden sollten Sie diesen in Zusammenarbeit mit einem Sprachtherapeuten angehen und abstellen, mit den entsprechenden Übungen und unter fachkundiger Betreuung ist das gar nicht so schwer.


4.5.3 Lautstärke

Sprechen Sie so laut wie nötig, dass man Sie auch in der letzten Reihe noch verstehen kann, aber Schreien Sie nicht. Versuchen Sie, die Lautstärke Ihrer Stimme zu erhöhen, ohne deren Klang und Wirkung zu verändern, das könnte sonst unangenehm wirken. Setzen Sie die Lautstärke gezielt ein, wenn Sie während der Rede an wichtigen Stellen etwas leiser werden, können Sie mit der erhöhten Aufmerksamkeit Ihres Publikums rechnen, welches sich nun intensiver auf Ihre Stimme konzentrieren muss.


4.5.4 Betonung

Unterstreichen Sie wichtige Dinge, indem Sie diese mit besonderer Betoneng sprechen, so dass diese hervorgehoben werden. Fügen Sie gegebenenfalls rhetorische Pausen nach entsprechenden Betonungen ein, um deren Wirkung weiter zu verstärken und dem Zuhörer die Möglichkeit zu geben, dass eben gehörte zu verarbeiten.


4.5.5 Geschwindigkeit

Versuchen Sie, nicht zu schnell zu sprechen, dass kann auf Andere nervös und hektisch wirken. Sprechen Sie hingegen zu langsam wirkt das vielleicht einschläfernd und langweilig. Sie sollten versuchen, ihre Sprechgeschwindigkeit der Situation anzupassen. Sehen Sie die Gefahr, dass Ihre Zuhörer mit der Menge an Informationen überfordert werden, dann werden Sie langsamer und gönnen Sie auch Ihrem Publikum eine Verschnaufpause. Scheinen Ihre Zuhörer eher gelangweilt, dann erhöhen Sie Ihre Geschwindigkeit. Das aufmerksamere Zuhören weckt sie vielleicht wieder auf. Notfalls kommen Sie damit immerhin noch schneller zum Schluss, was vielleicht auch begrüsst. wird.


4.5.6 Verzögerungslaute

Vermeiden Sie in jedem Fall Verzögerungslaute. Das sind die Töne, welche Sie zwischen den Worten einfügen, um kurze, ungewollte Redeunterbrechungen zu überspielen, bspw. weil Sie auf ein Wort nicht kommen. Setzen Sie lieber rhetorische Pausen ein, wenn Sie mal nicht weiterwissen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Sie kommen nicht auf das Wort ... Wortfindungsstörung. Ist Ihnen diese Pause unangenehm aufgefallen? Habe ich diese Pause gemacht, weil ich nicht auf das Wort kam oder wollte ich dieses durch eine rhetorische Pause gezielt betonen? Man weiss es nicht, hätte ich hingegen ein "Ähhhh" eingefügt, wäre wohl alles klar gewesen.


4.5.7 Atemtechnik

Bei aller Stimmkontrolle, achten Sie auch darauf, dass Ihnen nicht die Puste ausgeht. Die richtige Atmung kann Sie bei einem Vortrag unterstützen, eine falsche Atemtechnik kann Sie schnell aus dem Rhytmus bringen. Vermeiden Sie ein Atmen mit eingezogenem Bauch nur in der Brustregion. Dort haben Sie nicht dass Volumen, um ausreichend Luft zu speichern. Diese oftmals falsch propagierte Brustatmung lässt Sie vielleicht schlanker aussehen, aber die Verkleinerung Ihrer Lungenkapazität lässt Sie schnell nach Luft japsen und verkürzt die Länge der Sätze, welche sie mit einem Atemzug schaffen, gegebenenfalls auf weniger als einen Teilsatz. Dies kann bei nervösen und unerfahrenen Rednern bis zur Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führen und dann kollabiert Ihr Kreislauf, Ihnen wird schwarz vor Augen und vielleicht legen Sie sich kurz schlafen. Das wirkt jetzt nicht so toll auf die Anwesenden. Übertrieben? Leute, welche bei Vorträgen umkippen habe ich schon erlebt. Sicherlich nicht nur ein Problem der Atemtechnik, aber so kommt das eine zum anderen. Also, atmen Sie in den ganzen Körper, auch in den Bauch, dort ist jede Menge an nutzbarem Speichervolumen. Ein kleiner Tipp noch: Sprechlautstärke hat nichts mit Luftausstoss zu tun. Viele Redner atmen beim lauten Sprechen mehr Luft aus, als notwendig ist. Probieren Sie es mal aus: Sprechen Sie laut, aber versuchen Sie, das gleichzeitige Ausatmen auf ein Minimum zu reduzieren. Sie sollten feststellen, dass Sie dabei wenn überhaupt, nur unwesentlich leiser werden. Und umso länger kommen Sie mit Ihrer Luft hin. Und wenn Sie mal den Eindruck haben, Luft zu brauchen, dann fügen Sie an den richtigen Stellen rhetorische Pausen ein und atmen Sie tief durch, das kann eine Menge helfen.


4.6 Umgang mit Zwischenfragen

Während eines Vortrags kann es zu Zwischenfragen von Teilnehmenden kommen. Halten Sie einen 10minütigen Vortrag, so ist die Möglichkeit, auf Fragen direkt zu reagieren, sehr eingeschränkt, weil Sie dies zu sehr aus dem Zeitrahmen bringen würde. Weisen Sie Ihre Zuhörer ggf. gleich zu Beginn darauf hin, bspw. so: "Meine Damen und Herren, wegen des begrenzten Zeitrahmens bitte ich Sie, von Zwischenfragen Abstand zu nehmen. Gerne können Sie mich nach meinem Vortrag persönlich ansprechen, ich werde noch eine Zeit lang vor dem Tagungsraum anwesend sein. Vielen Dank!".

Ergibt sich hingegen die Situation, dass Sie Zwischenfragen beantworten möchten, so beantworten Sie die sofort, die sich schnell beantworten lassen und deren Antwort für alle Anwesenden von Interesse ist. Sehr spezielle Fragen und langwierige Antworten sollten Sie Ihrem Publikum ersparen, bitten Sie stattdessen den Fragesteller darum, diese Frage in einer Pause oder nach dem Vortrag erörtern zu können.


4.7 Zusammenfassung

Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der Dinge, welche Sie aus rhetorischer Sicht bei einer Präsentation beachten sollten. Achten Sie immer darauf, dass Sie sich mit allem, was Sie tun identifizieren können und setzen Sie unbedingt nur das um, womit Sie sich auch selber wohlfühlen. Es bringt Ihnen nichts, sich gekünstelte Verhaltensweisen anzugewöhnen, welche Sie schlussendlich nur unnatürlich und verkrampft wirken lassen.


5 Fazit

Durch eine systematische Vorbereitung und strukturierte Durchführung der Präsentation kann die inhaltliche Qualität dieser Prüfung deutlich verbessert und die Souveränität des oder der Vortragenden ebenfalls optimiert werden.

Persönliche Werkzeuge