Microsoft Courier vs. Apple iPad - Nutzenanalyse für Privatanwender
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Essen |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Prof._Dr._Uwe_Kern |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | Tablet Computing |
| Autor(en): | Mark Weidauer, Uwe Müller-Fruth |
| Studienzeitmodell: | Abendstudium |
| Semesterbezeichnung: | |
| Studiensemester: | 4 |
| Bearbeitungsstatus: | begutachtet |
| Prüfungstermin: | |
| Abgabetermin: | |
Inhaltsverzeichnis |
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| UMPC | Ultra Mobile PC |
2 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| Abb. 1 | Einordnung von Tablet-PCs |
| Abb. 2 | Windows for Pen Computing |
| Abb. 3 | Apples iPad ist ein Slate |
| Abb. 4 | Convertible Tablet-PC |
| Abb. 5 | Lenovo IdeaPad U1 Hybrid |
| Abb. 6 | Ruggedized Tablet-PC |
| Abb. 7 | Touchscreen-Technik |
| Abb. 8 | iPad virtuelle Tastatur |
| Abb. 9 | iPad mit externer Tastatur |
| Abb. 10 | Internet-Browser Safari |
| Abb. 11 | Textverarbeitung Pages |
| Abb. 12 | E-Book-Reader |
| Abb. 13 | Cloud-Technologie |
| Abb. 14 | Webcam |
| Abb. 15 | Kein üblicher Stylus |
3 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Quelle |
|---|---|
| Tabelle 1 | Durchschnittliche tägliche Mediennutzungsdauer in Deutschland |
| Tabelle 2 | Daten Apple iPad |
| Tabelle 3 | Daten Microsoft Courier |
| Tabelle 4 | Aufstellung des Zielsystems für die Nutzwertanalyse |
| Tabelle 5 | Gewichtungsränge |
| Tabelle 6 | Gewichtetes Zielsystem |
| Tabelle 7 | Skalierungsskala |
| Tabelle 8 | Ergebnis der Nutzwertanalyse |
4 Einleitung
Seit dem Jahr 2002 gibt es einen erkennbaren Markt für Tablet-PCs, ähnliche Geräte existierten sogar schon vorher[1]. Doch erst heute gibt es unter anderem mit Apple und Microsoft zwei bekannte und für erfolgreiche Technologien bekannte Unternehmen, die den Markt mit eigenen Tablet-PCs erschließen wollen.
Apples Ankündigung, einen Tablet-PC zu veröffentlichen trat eine neue Welle der Tablet-Euphorie frei, wie sie in der Geschichte bereits einmal vorkam. Eine ähnliche Begeisterung mit nachfolgendem Erfolg löste Asus 2007 mit der Einführung des ersten Netbooks aus. Der Markt für Netbooks wuchst seit dem beträchtlich und viele Firmen investierten in die Entwickler dieser kleinen Notebooks. Wie 2007 stellt sich auch heute bei den Tablet-PCs erneut die Frage nach dem Nutzen der Geräte für den Alltag der Privatanwender.
Während Unternehmen wie Neofonie, HP, Acer oder Google Geräte ähnlich dem iPad von Apple entwickeln, arbeitete auch der Softwarekonzern Microsoft an einem eigenen Tablet-PC. Dieser sollte den Namen Courier tragen und wurde bislang lediglich in Form einer Studie in kurzen animierten Videos vorgeführt, um das Grundkonzept zu demonstrieren. Anfang Mai 2010 stoppte Microsoft jedoch die Weiterentwicklung der Studie, weshalb es im Rahmen dieser Fallstudie schwierig war, verlässliche und wissenschaftlich korrekte Daten über den Courier zu erhalten. Aus diesem Grund wird sich diese Fallstudie auf den bis dato veröffentlichten Informationsumfang zum Courier stützen.
Die Konzepte von iPad und Courier unterscheiden sich in ihrer Herangehensweise an Technologie, Bedienung und Mediennutzung. Aus diesem Grund ist die Frage zu klären, welches der Konzepte am Ehesten für den Einsatz im Umfeld von Privatanwendern geeignet ist und sich aufgrund dessen am Wahrscheinlichsten etablieren wird. Dabei sollen im Rahmen dieser Fallstudie zunächst die Tablet-PCs iPad und Courier auf technologischer sowie funktioneller Basis vorgestellt und im Anlschuss daran miteinander verglichen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird es zunächst nötig sein, die grundlegenden Begriffe und Zusammenhänge beim Umgang mit Tablet-PCs zu klären. Danach wird eine Nutzwertanalyse angestrebt, die unter Berücksichtigung der aus den zuvor erarbeiteten Informationen der Geräte klären soll, welches der Konzepte für den Privatanwenderbereich vorteilhafter ist.
5 Grundlagen
Bevor eine Nutzenanalyse für eine bestimmte Zielgruppe anhand wissenschaftlicher Methodiken durchgeführt werden kann, müssen zunächst die gegebenen Rahmenbedingungen geklärt werden. Hierzu ist es im Folgenden erforderlich, die Grundlagen der später angestrebten Analyse in den Bereichen Tablet-PC-Technologie und -Bedienung zu klären, als auch die Anforderungen und Erwartungen eines Privatanwenders an einen tragbaren Computer zu bestimmen. Diese Grundlagen sollen später die Basis der Zielsystem- und Kriterienfindung innerhalb der Methodik der Nutzwertanylse bilden.
5.1 Tablet PCs
Um sich mit der Thematik der Tablet-PCs auseinander zu setzen, ist es zunächst erforderlich, den Begriff des Tablet-PCs selbst sowie die Entstehungsgeschichte dieser Geräteform zu klären. Ein Tablet-PC (engl. tablet – (Schreib)-Tafel / Notizblock) beschreibt ein, an die Funktionsweise eines Notebooks angelehntes tragbares Gerät, welches per Stift oder Finger, optional auch mittels Tastatur bedient werden kann. Ein Tablet-PC unterstützt in vielen Fällen das Arbeiten im Stehen und eine Verwendung als Notizblock[3]. Des Weiteren werden oft spezielle Softwaresysteme zum Beispiel zur Handschrifterkennung eingesetzt. Grundlegend lassen sich bei der Steuerung der Geräte die stiftbasierte sowie die berührungsempfindliche Bedienung unterscheiden, wobei später noch auf den Unterschied eingegangen wird. Im Folgenden soll jedoch zunächst der geschichtliche Hintergrund von Tablet-PCs erörtert werden.
5.1.1 Geschichte
Das Grundkonzept des Tablet-PCs existiert bereits seit den 1980er Jahren[1]. Zu dieser Zeit versuchte man, erste stiftgesteuerte, tragbare Computer zu entwickeln, welche eine Handschrifterkennung leisten konnten. Die Handschrifterkennung wurde schon in diesem frühen Entwicklungsstadium als eine zukunftsträchtige Technologie erachtet und erforscht. Einer der ersten Tablet-PCs dieser Zeit war der NestorWriter, welcher von der Firma Nestor Mitte der 1980er Jahre unter Mitwirkung des Nobelpreisträgers Dr. Charles Elbaum entwickelt wurde[4].
In den frühen 1990er Jahren erreichte die Euphorie um Tablet-PCs ein vorläufiges Hoch, wodurch auch Konzerne wie Microsoft dazu bewegt wurden, eigene Tablet-Systeme und Software für diese zu entwickeln. Besonders Microsoft kündigte 1991 mit Windows for Pen Computing[5] eine erste Windows-Erweiterung an, die eine Handschrifterkennung und allgemeine Tablet-PC-Unterstützung bieten sollte. Dieses modifizierte Windows basierte auf Windows 3.1 und erweiterte dieses prinzipiell um die Microsoft Pen Tools, welche dem System diverse Software-Werkzeuge zur Stiftbedienung hinzufügten.
Allerdings wurden diese Tablet-PCs in Bedienbarkeit und Leistungsfähigkeit mit zu dieser Zeit verbreiteteren Desktop-PCs mit einem herkömmlichen Windows-System verglichen. Da die Bedienung per Maus und Tastatur etablierter war und von Privatanwendern als komfortabler empfunden wurde, konnte sich kein genügend absatzstarker Markt für diese Geräteklasse bilden. Dies führte 1995 schließlich dazu, dass viele Firmen, die sich auf Tablet-PCs spezialisiert hatten, entweder ihre Entwicklungen stoppten oder sogar Konkurs anmelden mussten[1]. Zwar implementierte Microsoft auch noch in sein damals neues Betriebsystem Windows 95 eine Stiftunterstützung, doch der Fortschritt dieser Technologie stoppte zunächst bis zum Jahr 2002. Erst mit der Windows XP Tablet Edition brachte das Redmonder Unternehmen wieder eine Windows-Version auf den Markt, welche Tablet-PCs explizit unterstützte.
Windows XP Tablet-PC Edition implementierte weiterentwickelte Handschrifterkennung mit der Notizblock-Software Journal und ermöglichte es Hardware-Herstellern mittels standardisierter Hardware-Anforderungen genau spezifizierte Tablet-PCs zu entwickeln. Dieser zweite Versuch Tablet-PCs erfolgreich am Markt zu platzieren und eine ausreichende Absatzmenge im Privatanwenderbereich zu erzielen, war deutlich erfolgreicher, als es in den frühen 1990er Jahren der Fall war. Hierfür waren zwei Faktoren maßgeblich entscheidend: Zum einen war die Technologie hinter der Handschrifterkennung sowie der Stiftbedienung noch nicht vorhanden und zum anderen stellte es sich als deutlich aufwändiger heraus, eine Stiftsteuerung zu realisieren, die in punkto Präzision und Anwenderfreundlichkeit ausgereift genug war, Tastatur und Maus ersetzen zu können[1].
Seit der Windows XP Tablet-PC Edition integrierte Microsoft das Konzept der Stiftsteuerung in alle folgenden Windows-Versionen wie Vista oder Windows 7 und erweiterte den Funktionsumfang stets dem technologischen Fortschritt entsprechend. Allerdings basierte Microsofts Standard für Tablet-PCs zunächst auf reiner Stifterkennung, erst mit Windows 7 integrierte Microsoft Funktionalitäten für berührungsempfindliche Displays.
Trotz des, im Vergleich zu den frühen Anfängen der Tablet-PCs, großen Erfolges von Convertibles und stiftbasierten Slates bedingt durch die Windows XP Tablet-PC Edition, konnten nie große Mengen der Geräte an die Endverbraucher abgesetzt werden, weshalb der Markt für Tablet-PCs bis heute kaum ein spürbares Wachstum verzeichnen konnte[6]. Im Jahr 2009 gab es erste Spekulationen um Apples Tablet-PC, welche sich mit der Veröffentlichung des iPads schließlich bewahrheiteten. Zudem zeigte Microsoft ebenfalls Entwürfe eines Tablet-PC, dem Microsoft Courier.
5.1.2 Bauarten
Bei Tablet-PCs werden verschiedene Bauarten unterschieden. Grundsätzlich geschieht die Einteiliung der Baugruppen aufgrund des Vorhandenseins bestimmter Hardware-Komponenten, wie einer mechanischen Tastatur. Während die Bauformen Slate, Convertible und Hybrid als Untergruppen der Tablet-PCs angesehen werden können, wird der UMPC[7] oftmals fälschlicherweise zu dieser Sorte Computer hinzugezählt. Ferner gibt es, ähnlich wie bei Notebooks und anderen tragbaren Geräten, auch bei Tablet-PCs Ruggedized Tablets, welche einen stärkeren Schutz gegen äußere Einflüsse bieten. Im Folgenden sollen die Abgrenzungskriterien, Charakteristika sowie Einsatzgebiete der einzelnen Geräteformen genauer erörtert werden.
5.1.2.1 Slate
Wenn ein Tablet-PC auf seine wesentlichen Bestandteile reduziert wird und seine Bedienung zunächst nur über die, sich am Gehäuse befindlichen Funktionstasten sowie durch einen Stift erfolgt, spricht man von einem Slate (engl. Schiefertafel). Dabei sind als wesentliche Bestandteile die Kernkomponenten eines jeden Computers (CPU, RAM, Maonboard, etc.) sowie ein Bildschirm zu betrachten.
Bei einem Notebook befinden sich diese Kernkomponenten unter der Tastatur, während diese bei einem Slate direkt im Gehäuse des Displays verbaut sind. Ist es nötig, ein optisches Laufwerk oder eine mechanische Tastatur zum Schreiben zu verwenden, werden eine Docking-Station oder andere externe Verbindungsmöglichkeiten beötigt. Ansonsten besitzen Slates von sich aus lediglich die Möglichkeit Eingaben über den Bildschirm zu tätigen. Abhängig vom Modell des Slates können solche Eingaben über einen kapazitiven Touchscreen oder eine stiftbasierte Steuerung erfolgen.
Bedingt durch die kompakte und leichte Bauweise ist der Slate sehr mobil und ermöglicht längeres Arbeiten im Rahmen einer stehenden Tätigkeit. Das iPad von Apple ist an dieser Stelle zu nennen, da es die Rahmenbedingungen erfüllt, welche eine Zugehörigkeit zur Klasse der Slates begründen.
5.1.2.2 Convertible
Ein Convertible (engl. umwandelbar) besitzt in der Regel vergleichbare Komponenten wie ein Notebook. So verfügt es beispielsweise ebenfalls über eine mechanische Tastatur oder ein optisches Laufwerk.
Es besteht jedoch zusätzlich die Möglichkeit, den Bildschirm mit einer 180 Grad Drehung nach oben geklappt auf die Tastatur zu legen. Somit wird es möglich, auf dem so entstandenen Tablet-PC Grafiken zu bearbeiten oder Texte mittels Stylus mitzuschreiben. Dies eignet sich beispielsweise besonders gut für den universitären Einsatz, um das schnelle Umschalten zwischen Tippen und Abzeichnen zu ermöglichen[10].
Diese Bauweise vereint die Vorteile von Notebooks und Tablet-PCs, da es nach wie vor möglich bleibt, die gewohnte Bedienung mittels Tastatur zu verwenden, aber nicht auf die Vorzüge eines Tablet-PCs verzichtet werden muss. Das Gewicht sowie die Abmessungen, welche vergleichbar mit denen eines Notebooks sind, wirken sich insofern auf die Nutzbarkeit eines Convertibles aus, als es beispielsweise nicht möglich ist, diesen eine längere Zeit ohne Unterlage zu nutzen.
Dennoch ist die hohe Marktnachfrage mit dem Vorhandensein einer mechanische Tastatur zu begründen, wodurch eine traditionelle Bedienung der Geräte ermöglicht wird. Allerdings gilt dies in umfangreichem Maße nur für die Business-Sparte, da Privatanwendern diese Geräteklasse meist zu teuer und zu schlicht ausgestattet ist[10].
5.1.2.3 Hybrid
Ein Hybrid (engl. Mischform) vereint die Eigenschaften eines Convertibles sowie die eines Slates miteinander. Ein Gerät dieser Bauart besitzt standardmäßig ein, mit Stift bzw. Fingern bedienbares Display sowie eine mechanische Tastatur, welche in das Display geklappt werden kann. Hinzu kommt jedoch, dass die mechanische Tastatur vom Bildschirm abgekoppelt werden kann, wodurch ein Slate entsteht. Neben dem erst kürzlich vom Computer-Hersteller Lenovo angekündigten IdeaPad U1 Hybrid[11] gab es bislang nicht viele Hybrid-Tablets, weshalb diese Geräteklasse auch keine große Verbreitung gefunden hat.
5.1.2.4 Ruggedized
Das Ruggedized (engl. robust/ widerstandsfähig) ist ein äußerst widerstandsfähiger Tablet-PC, dem auch extreme Umweltbedingungen nichts ausmachen. Man findet diesen Gerätetyp vorwiegend bei der Feuerwehr, Polizei oder im industrieellen Einsatz[13]. Ein Sturz aus geringer Höhe (bis zu einem Meter) kann einem Ruggedized Tablet-PC nichts anhaben. Sicherheitsmechanismen innerhalb von modernen Festplatten sorgen so beispielsweise dafür, dass die gespeicherten Daten auch bei einem Sturz in laufendem Betrieb nicht beschädigt werden.
Für die unterschiedlichen Anwendungsbereiche kann man diese robusten Tablets in drei verschiedene Klassen aufteilen.
Die Business-Klasse ist dabei eher für den Einsatz im Büro konzipiert. Spezielle Drainage-Systeme schützen das Gerät hier gegen Flüssigkeiten wie zum Beispiel Kaffee. Bei einem Sturz wird der Druck zudem optimal verteilt und hält somit einer Drucklast von bis zu 100 Kilogramm stand[12].
Die zweite Kategorie, die Semi Klasse, bietet die Möglichkeit das Tablet auch außerhalb des Büros einzusetzen. Dabei schützt die Verarbeitung nach dem Industriestandard IP31[14] das Gerät vor Spritzwasser oder Regenschauern. Der Militärstandard MIL-STAD-810F[15] sorgt außerdem für zusätzlichen Schutz der Geräte vor Staubpartikeln.
Die Klasse Full kommt vorwiegend bei der Feuerwehr, der Polizei oder dem Militär zum Einsatz. Sie weist zusätzlich einige Besonderheiten auf wie beispielsweise unter Sonnenlichteinstrahlung noch lesbare Displays und Schutzmaßnahmen nach den Standards MIL-STD-810E[16], sowie IP54[14].
5.1.3 Display-Technik
Tablet-PCs sind je nach Bauart auf die Nutzung eines Displays als Eingabemöglichkeit angewiesen. Dabei ist die Touchscreen-Technologie ein entscheidender Faktor für die Bedienbarkeit des jeweiligen Gerätes. Ungenaue Abfragetechniken oder abgenutzte Hardware können je nach verwendeter Technologie zu schlechter Qualität des entsprechenden Touchscreens führen. In der Display-Technik werden resistive, kapazitive, optische sowie induktive Touchscreens unterschieden. Die ersten beiden Typen sind dabei die derzeit meist verbreitetsten Technologien, weshalb im Folgenden ein kurzer Überblick über die Funktionsweise der Methoden gegeben werden soll.
5.1.3.1 Resistive Displays
Resistive Touchscreens bilden die technologisch ältere Gruppe von berührungsempfindlichen Displays. Hier liegen zwei transparente und leitfähige Folien übereinander, wobei sie sich nicht berühren. Dafür sorgen Abstandhalter sogenannte "Spacer-Dots". Zudem wird an zwei, sich gegenüber liegenden Rändern der oberen Folie in horizontaler wie in vertikaler Richtung eine Gleichspannung angelegt. Diese nimmt zum jeweils gegenüber liegenden Rand hin ab, womit jede Koordinate des Displays durch ein Tupel von Spannungswerten eindeutig identifizierbar ist[17].
Berührt ein Anwender nun den Touchscreen an einer Stelle, so wird ein Druck auf die obere der beiden Schichten ausgeübt und ein Kontakt mit der darunter Liegenden hergestellt. Die sich an dieser Stelle befindliche Spannung wird in Folge dessen auf die darunter liegende Folie übertragen, wo der entsprechende Wert gemessen wird. Diese Messung geschieht innerhalb von einer Millisekunde alternierend für die horizontale und die vertikale Achse des Displays, wodurch sich auch kurze Berührungen erfassen lassen[18]. Aufgrund der reinen Druckempfindlichkeit kann ein resistiver Touchscreen sowohl mit dem Finger, als auch mit Stiften oder Handschuhen genutzt werden. Allerdings müssen resistive Displays vor der ersten Inbetriebnahme initial kalibriert werden, damit die messende Elektronik eine Zuordnung zwischen Messpunkten und Displaykoordinaten treffen kann.
5.1.3.2 Kapazitive Displays
Kapazitive Touchscreens sind eher in neueren Gerätetypen zu finden und grenzen sich in ihrer Funktionsweise von resistiven Displays ab. Hier werden die Seiten eines Dispalys mit gegeneinander versetzten Streifen mit Metalloxyd beschichtet, wodurch an den Kreuzungspunkten dieser Beschichtungsstreifen ein Kondensatoreffekt auftritt. Wird an die beiden Seiten des Displays eine elektrische Spannung angelegt, entsteht dazwischen ein elektrisches Feld[18].
Berührt ein Anwender in diesem Fall das Displays über einem der Kreuzungspunkte der Beschichtung, wird die Spannung an dieser Stelle verändert, da der menschliche Körper ebenfalls Strom leitende Eigenschaften besitzt. Auf diese Weise kann die verarbeitende Elektronik ebenfalls die genauen Koordinaten des Berührungspunktes ermitteln und entsprechend reagieren[18]. Kapazitive Touchscreens eignen sich besodners für Geräte, die dem Nutzer eine schnelle und präzise Reaktion entgegenbringen müssen. Zudem gelten sie als langlebiger und im Allgemeinen als kalbrierungsfrei.
5.2 Marktsegment Privatanwender
Die möglichen Nutzungsbereiche von Tablet-PCs sind vielfältig. Um im Folgenden den tatsächlichen Nutzen einer spezifischen Geräteklasse bestimmen zu können, ist es im Vorhinein notwendig, sich einen Überblick über die möglichen Einsatzgebiete von Tablet-PCs zu verschaffen.
Dabei sind im Allgemeinen zunächst der Business- und Industrie-Sektor sowie der Privatanwenderbereich zu unterscheiden. Da die eingangs gestellten Leitfragen auf das private Einsatzgebiet der Tablets abzielen, sollen im Folgenden auch nur Einsatzmöglichkeiten in diesem Bereich betrachtet werden.
Die für Privatanwender relevanten Anwendungsgebiete für Tablet-PCs sind im Allgemeinen eine Mischung aus denen, von herkömmlichen Notebooks sowie von mobilen Geräten wie beispielweise Smartphones. So lassen sich drei Kernbereiche – Multimedia und Spiele, Internet und Netzwerk sowie Textverarbeitung und Home-Office – bestimmen. Im Folgenden sollen die Möglichkeiten und Anforderungen dieser Disziplinen dargelegt und auf die Anwendbarkeit durch Tablet-PCs untersucht werden.
5.2.1 Multimedia & Spiele
| 1980 | 1985 | 1990 | 1995 | 2000 | 2005 | |
| Fernsehen | 125 | 121 | 135 | 158 | 185 | 220 |
| Hörfunk | 135 | 154 | 170 | 162 | 206 | 221 |
| Tageszeitung | 38 | 33 | 28 | 30 | 30 | 28 |
| Zeitschriften | 11 | 10 | 11 | 11 | 10 | 12 |
| Bücher | 22 | 17 | 18 | 15 | 18 | 25 |
| Tonträger | |15 | 14 | 14 | 14 | 36 | 45 |
| Video/DVD | - | 2 | 4 | 3 | 4 | 5 |
| Internet | - | - | - | - | 13 | 44 |
| Gesamt | 346 | 351 | 380 | 393 | 502 | 600 |
| Tabelle 1: Durchschnittliche tägliche Mediennutzungsdauer in Deutschland[19] | ||||||
Der Konsum multimedialer Güter nimmt in der heutigen Gesellschaft immer weiter zu. Die Nutzung von Medien wie Musik, Filmen und Internet wächst dabei stetig und weitet sich in nahezu alle Lebensbereiche aus[20]. Dabei ist die Nutzung dieser Inhalte besonders auf mobilen Geräten sehr beliebt geworden, was sich zum Beispiel an der wachsenden Kompatibilität von Smartphones zu Multimediastandards und der immer mehr integrierten Multimedia- und Internetfähigkeiten zeigt.
Nicht nur Videos können abgespielt werden, auch der Empfang digitalen Fernsehens ist ebenso möglich wie die Ausführung von Videospielen, die in ihrem Umfang und ihrer Qualität denen in nichts nachstehen, die etablierte Anbieter von mobilen Videospieleplattformen (Handhelds) wie Nintendo und Sony vertreiben. Mit rund 175.000 Apps und Spielen sowie einem großen Angebot an Musik, Filmen, Fernsehsendungen und Hörbüchern[21] steht Apple als Wegbereiter einer neuen Art von Mediennutzung. Denn auf Basis dieses Erfolges sind bislang eine Vielzahl von ähnlich konzipierten Angeboten, sogenannten App-Stores, wie beispielweise der Android Market[22] entstanden. Dass diese Form des digitalen Vertriebs große Erfolgschancen mit sich bringt, zeigen Umsatzzahlen von Unternehmen, die sich auf den Vertrieb von Apps für das iPhone spezialisiert haben[21], als auch aktuelle Studien zur Verdrängung herkömmlicher Medien durch Apps.
Zudem zeigt der Erfolg von Nintendos Handheld Nintendo DS[23], welcher ebenfalls über einen Touchscreen verfügt, dass mobile Videospiele vom Einsatz eines berührungsempfindlichen Displays profitieren können[24]. Auf einem größeren Display, bei Tablet-PCs meistens 10 bis 12 Zoll, wird auf diese Weise ein eindrucksvolleres Spielerlebnis sowie Interaktionen mehrerer Spieler an einem Gerät möglich[25]. Tablet-PCs sind somit gut für den die Anwendung mit Multimedia und Spielen geeignet. Besonders im Bereich der Videospiele besitzen sie das Potential, bislang nicht realisierbare Spielekonzepte zu ermöglichen.
5.2.2 Internet & Netzwerk
Auch die Nutzung von Internet- und Netzwerkdiensten nimmt immer weiter zu, besonders der Abruf von Online-Inhalten von mobilen Geräten aus steigt[26]. Das Gros dieser Inhalte ließ sich aufgrund der beschränkten Anzeigemöglichkeiten der bisherigen UMPCs oder Smartphones nicht oder nur eingeschränkt betrachten. Für viele dieser Geräte wurden gar spezielle Versionen der jeweiligen Websites eingerichtet, welche sich auf die Kerninformationen beschränken, um die begrenzte Bandbreite des Mobilfunknetzes zu schonen und die engen Grenzen eines 3 bis 4 Zoll großen Displays zu beherzigen.
Tablet-PCs besitzen mit einem ausreichend großen Display und der Nähe zu Notebook-Technologien sowie ihrer dennoch großen Unabhängigkeit die Nachteile zu eliminieren, die UMPCs und Smartphones im Ungang mit dem Internet mit sich bringen. Wird ein herkömmliches, an Tablet-PC Funktionen angepasstes Betriebssystem wie beispielsweise Windows XP Tablet-PC< Edition [27] eingesetzt, lassen sich Online-Inhalte genau so aufrufen, wie es an einem normalen Notebook oder Desktop-Computer der Fall ist. Lediglich zusätzliche Funktionen wie das Scrollen per Finger oder Stift sowie das Heranzoomen an Inhalte per Multitouch-Geste unterscheiden sich von der herkömmlichen Nutzung. Ein neuer Trend ist die Entwicklung von sogenannten Apps[28]. Sie ermöglichen oftmals den Zugriff auf einen speziellen Online-Service wie zum Beispiel Facebook[29]. Es bedarf keines Aufrufs des Internet Browsers und umgeht auf diese Weise das mögliche Fehlen von Browser-Technologien wie Adobes Flash[30].
Neben Inhalten wie Videos und Musik steigt auch die Nachfrage nach digital angebotene Printmedien. Große Publikationen wie das Times Magazine oder das Wall Street Journal planen die Zukunft des Tablet-PCs als E-Book-Reader. Digitale Tageszeitungen sollen abonniert und pünktlich jeden Morgen ausgeliefert werden, wie es erfolgreiche reine E-Book-Reader wie Amazons Kindle bereits vormachen[21].
5.2.3 Textverarbeitung & Home-Office
Zunächst stellt sich die Frage, ob der jeweilige Tablet-PC den Einsatz von speziellen Stiften unterstützt, oder lediglich auf die Berührung per Finger regiert. Hieraus ergeben sich gravierende Funktionsunterschiede bei der Textverabeitung, welche im Folgenden kurz differenziert werden sollen.
Handelt es sich um einen Tablet-PC mit rein kapazitivem Touchscreen, so akzeptiert dieser nur Berührungen mit dem Finger. In diesem Fall werden häufig virtuelle Tastaturen eingesetzt, welche auf dem Display eingeblendet werden und sich wie eine physikalisch vorhandene Tastatur verwenden lassen. Da das Tippen ohne Tastenwiderstand und Hub jedoch ungewohnt sowie vielen Menschen unnatürlich erscheint[31], steht diese Möglichkeit meist nur als Notlösung zur Verfügung. Bei einem Slate stellt diese Methode jedoch die einzige Möglichkeit dar, Texte zu verfassen. Mit etwas Übung lassen sich jedoch ähnliche Schreibgeschwindigkeiten und Präzisionsgrade erreichen wie mit einer mechanischen Tastatur. Zudem besteht in vielen Fällen die Option, eine Tastatur via externer Schnittstelle zu verwenden[31].
Die Alternative zu kapazitiven Touchscreens stellen Geräte dar, die mit Stifterkennung arbeiten. Der Anwender kann in diesem Fall wie auf Papier mit einem Stift arbeiten. Dadurch wird es möglich, den Nutzer handschriftliche Texte verfassen zu lassen, oder auf dem Display gezeichnete Skizzen und Grafiken zu speichern. In diesem Bereich stieß Microsoft bereits 2002 mit Windows XP Tablet-PC Edition[27] Tablet-PC –Markt vor. Office-Anwendungen wie Journal oder OneNote machten es den Anwendern der ersten Convertibles von Acer möglich, handschriftliche Texte auf dem Display des eingeklappten Subnotebooks „TravelMate 100“ zu verfassen. Eine integrierte Handschrifterkennung sorgte für das indexierte Speichern der geschriebenen Wörter und ließ die Texte sogar durchsuchbar werden[32]. Bei Convertibles kann man zudem jederzeit auf die mechanische Tastatur zurückgreifen, um eine herkömmliche Textverarbeitung zu betreiben.
6 Vorstellung der Geräte
Im Rahmen dieser Fallstudie sollen die beiden Tablet-PCs Apple iPad und Microsoft Courier miteinander verglichen werden. Dieser Vergleich soll auf Basis elementarer Merkmale der beiden Geräte stattfinden. Diese sind auf der einen Seite das, den Geräten zu Grunde liegende Konzept sowie die eingesetzten Technologien und auf der anderen Seite die vorhandenen Fähigkeiten und Funktionen. Diese Punkte sollen später zentrale Bestandteile der Kriteriengewichtung innerhalb der angestrebten Nutzwertanalyse sein und werden deshalb im Folgenden für die beiden Geräte erörtert.
6.1 Apple iPad
Apples iPad verkaufte sich am Tag seiner Veröffentlichung in den USA circa 300.000 mal[33], was etwas mehr als die vierfache Absatzmenge des ersten kommerziellen Tablets von HP aus dem Jahr 2002 bedeutet[34]. Inzwischen meldete Apples Konzernchef Steve Jobs zudem das millionste verkaufte iPad[35]. Diese Marke wurde innerhalb von 28 Tagen erreicht und erfüllt damit bereits ein Drittel der Prognosen der Analysten von Forrester Research für das laufende Jahr[36]. Bei Betrachtung aus großer Distanz weist das iPad Ähnlichkeiten mit einem iPod Touch auf, dennoch steckt ein neuartiges Konzept hinter dem Tablet-PC von Apple. Der Hersteller bewirbt das Gerät beispielweise als "magisches und revolutionäres Gerät zu einem unglaublichen Preis"[8]. Dieses Konzept sowie die Funktionalitäten sollen im Folgenden näher erörtert werden.
6.1.1 Konzeptionelle Basis
| Daten | |
| Gewicht | ca. 680 Gramm |
| Dicke | ca. 1.3 cm |
| Prozessor | Apple Eigenentwicklung, A4 SOC-Chip @ 1 Gigahertz |
| Speicher | Flash-Laufwerk, je nach Version 16, 32 oder 64 Gigabyte |
| Display |
|
| Sensoren |
|
| WLAN | ja, nach IEEE802.11ab/g/n |
| Bluetooth | ja, Bluetooth 2.1 + EDR |
| UMTS |
|
| Webcam | nein |
| Batterielaufzeit | 10 Stunden |
| Sonstiges | Lautsprecher, Mikrofon, Headset |
| Tabelle 2: Daten Apple iPad[8] | |
6.1.1.1 Erscheinungsbild
Das iPad entspricht in seiner Bauform einem Slate, da es keine eigenen mechanischen Eingabemöglichkeiten wie Tastatur oder eine Maus besitzt[8]. Das Gerät besitzt ein 9,7 Zoll großes kapazitives Display, welches auf Berührungen mit dem Finger reagiert. Neben diesem Touchscreen befindet sich eine Taste am unteren Gehäuserand. Dieser "Homebutton" dient jedoch lediglich der Rückkehr aus Anwendungen auf die Startoberfläche, welchen Apple als "Homescreen" bezeichnet. Ferner sind lediglich ein Multifunktionsanschluss zur Kommunikation mit externen Geräten, einer 3,5mm Klinken-Buchse sowie eine Taste zum Sperren des Displays vorhanden[8]. Die übrige Hardware befindet sich im Gehäuse hinter dem Display, wie es beim iPod und beim iPhone der Fall ist.
6.1.1.2 Bedienkonzept
Das iPad wird, wie bei Slates üblich, nur über den Touchscreen gesteuert. Aufgrund des kapazitiven Displays lassen sich alle Operationen mit den Fingern durchführen, was die Bedienung intuitiv macht. Hierdurch wird die Grundidee hinter dem Tablet-PC aus den 1980er Jahren aufgegriffen, denn es sind weder Maus noch Tastatur nötig, um Eingaben zu tätigen. So lassen sich Elemente auf dem Display mit dem Finger per Berührung und Ziehbewegung verschieben und durch Antippen aktivieren. Aufgrund der Multitouch-Technologie erkennt das Gerät auch Gesten, die mit zwei Fingern ausgeführt werden, wie beispielsweise das Heran- oder Herauszoomen aus Anzeigebereichen. Die hierzu nötige Geste wird durch zwei, sich auf dem Display spreizende bzw. zusammenführende Finger symbolisiert[38].
Da das iPad als Slate keine mechanische Tastatur besitzt, müssen Texte mittels einer virtuellen Tastatur eingegeben werden, die an entsprechender Stelle auf dem Display eingeblendet wird. Dabei trägt diese Tastatur stets das Tastenlayout der konfigurierten Länderregion. Der im iPad integrierte Beschleunigungssensor sorgt dafür, dass das Betriebssystem stets feststellen kann, ob sich das Gerät in der horizontalen oder der vertikalen Lage befindet, woran die Ausrichtung der virtuellen Tastatur angepasst wird, sodass diese immer je nach Lage am unteren Rand des Bildschirms angehefte ist.
Während die eingeblendeten Tasten in der Vertikalen noch deutlich schmaler sind als bei einer normalen Notebook-Tastatur, sind sie in horizontaler Lage des Tablets annähernd normal groß. Dieser Umstand führt dazu, dass das Schreiben von Texten besonders bei quer gehaltenem iPad natürlich und mit dem Schreiben auf einer mechanischen Tastatur vergleichbar wirkt. Allerdings ist es nötig, sich beim Schreiben auf der virtuellen Tastatur an das fehlenden Tastenhub zu gewöhnen, da lediglich nur auf einer glatten Oberfläche getippt wird[31].
Bei herkömmlichen Tablet-PCs in Slate-Bauweise lassen sich überlicherweise externe Geräte wie beispielsweise Tastaturen anschließen. Diese Möglichkeit bietet das iPad jedoch aufgrund fehlender Standardschnittstellen wie USB (Universal Seriell Bus) nicht. Seitens des Herstellers wird lediglich eine Bluetooth-Tastatur angeboten, wodruch das iPad auch mit einer mechanischen Tastatur bedient werden kann. Zudem wird eine Halterung für das Gerät bereitgestellt, in welche eingesetzt der Tablet leicht geneigt wird[8]. Dies erleichtert das Tippen auf der virtuellen Tastatur und nähert es an das Schreiben auf einer normalen Tastatur an.
6.1.2 Fähigkeiten und Funktionen
Die Fähigkeiten und Funktionen eines Computers werden im Allgemeinen durch die, auf der Hardware laufenden Software charakterisiert. Im Folgenden sollen deshalb das Betriebssystem des iPads als Basis-Software sowie die auf dem System laufenden Anwendungen betrachtet werden.
6.1.2.1 Betriebssystem
Das Betriebssystem des iPads basiert grundsätzlich auf dem Selben, wie es beim iPhone und iPod eingesetzt wird. Das iPhone OS liegt auf dem iPad derzeit in der Version 3.2 vor, während das Smartphone sowie der Multimedia Player noch die Version 3.1 einsetzen. Das bedeutet, dass die eingesetzte Software auf dem iPad prinzipiell die Gleiche ist, wie es auf den anderen mobilen Geräten von Apple der Fall ist. Somit lassen sich auch viele Grundfunktionen wiedererkennen. Da jedoch nicht das Mac-Betriebssystem Mac OS X verwendet wird, ist es nicht möglich, eigene Anwendungen zu installieren oder auf das Dateisystem des Gerätes zuzugreifen. Alle Funktionen des Tablets werden über Apps realisiert, wobei diese in einer begrenzten Anzahl aufgespielt werden können. Das Betriebssystem unterstützt anders, als gängige PC-Betriebssysteme, derzeit kein Multitasking. Dies bedeutet, dass nur die Ausführung immer einer Anwendung zur selben Zeit möglich ist[31].
So existieren elf Startoberflächen, welche Apple als "Homescreen" bezeichnet. Auf jedem dieser Homescreens lassen sich jeweils 20 Apps ablegen, wobei stets eine Schnellstartleiste mit zusätzlichen sechs Apps eingeblendet wird. Derzeit lassen sich also 11x20+6 Apps speichern, was in der Summe 226 Apps ergibt. Anstelle von Apps lassen sich auch Lesezeichen auf Websites speichern[8]. Die im Lieferumfang enthaltenen Apps lassen sich im Gegensatz zu allen übrigen Applikationen nicht vom Gerät entfernen und bilden einen rudimentären Funktionsumfang.
6.1.2.2 Anwendungen
Wie bereits erwähnt, lassen sich auf dem iPad keine beliebigen Anwendungen installieren oder ausführen. Lediglich die von Apple authorisierten Anwendungen können aus dem App-Store bezogen werden. Das Konzept hinter den Apps ist eine simple Modularität. Zwar bringt das iPad Apps für grundlegende Aufgaben mit, allerdings erweitern die kleinen Anwendungen das Gerät in Fähigkeiten und Funktionsumfang je nach vom Anwender gestellten Anforderungen. Da viele der Apps bereits vom iPhone in Funktion und Bedienung bekannt sind, soll im Folgenden nur auf die iPad-spezifischen Anwendungen eingegangen werden.
Zu den vom iPhone bekannten Standard-Apps kommen noch Anwendungen hinzu, mit denen es auf dem iPad möglich ist, Textverarbeitung zu betreiben und eBooks zu lesen. Der Internet Browser Safari ist zwar auch auf dem iPhone sowie dem iPod enthalten, doch wurde die entsprechende App für das iPad angepasst. So implementiert der Internet Browser die vom Mac bekannte Spotlight-Suche sowie eine Lesezeichensynchronisation mit Mac oder PC. Zudem werden aufgrund des 9,7 Zoll großen Displays Internetseiten nicht im mobilen Anzeigemodus geladen, sondern in voller Größe dargestellt. Dies ermöglicht eine Nutzung des Internets, wie man sie vom Desktop-PC gewöhnt ist, jedoch mit den Bedienelementen des Multi-Touch Displays. So ist es beispielsweise möglich, mittels Spreiz-Geste Websites hinein zu zommen oder den Inhalt mit dem Finger zu scrollen. Hypertext-Verknüpfungen werden durch darauf Tippen aktiviert.[8] Die App iBooks lässt PDFs und eBooks auf voller Seitengröße anzeigen und die enthaltenen Texte somit wie auf einem virtuellen Blatt Papier lesen. Das Umblättern geschiehte zudem mittels einer dem tatsächlichen Blättern in einem Buch nachempfundenen Geste[38]. Außerdem ermöglicht eine iPod-App das Abspielen von Musik, wobei die Gestaltung hier der des iPod nachempfunden wurde. Das Blättern innerhalb der Musiksammlung geschieht über eine iTunes[39] ähnliche Oberfläche.
Die Anwendungen Keynote, Pages sowie Numbers sind zwar nicht vorinstalliert, sie ergänzen jedoch den Funktionsumfang des iPads um den Bereich der Textverarbeitung. Sie entsprechen dabei einer Portierung der aus der iWork[40]-Familie bekannten Programme, wobei diese um eine Touchscreen-Kompatiblität erweitert wurden. Mit der virtuellen Tastatur lassen sich in den Office-Anwendungen Texte verfassen und Objekte wie beispielweise Bilder platzieren. Aufgrund der Nähe zum Inhalt geschieht das Erstellen dieses intuitiver als es bei herkömmlichen Textverarbeitungsprogrammen der Fall ist[38].
Neue Apps erhält man ausschließlich über den App-Store von Apple. Der Zugriff erfolgt entweder über eine auf dem iPad vorinstallierte App oder über die Softwsre iTunes, welche auf einem normalen PC installiert sein muss. Die Übertragung der Daten findet in diesem Fall mittels eines speziellen USB-Kabels statt. Somit lassen sich auch alle Anwendungen auf dem iPad ausführen, die für die iPhone-Basis programmiert wurden. Diese Anwendungen lassen sich entweder in ihrer ursprünglichen Größe oder vergrößert darstellen. Apps, die speziell für das iPad angepasst wurden, laufen stets im Vollbildmodus[31].
6.2 Microsoft Courier
Im Herbst 2009 wurde bekannt, dass neben Apple auch Microsoft an einem Tablet-PC-Konzept arbeitet. Das Projekt bekam den Namen "Courier" und sollte als Apple-iPad-Konkurrent auf den Markt kommen. Im Gegensatz zum Apple-Produkt ist der Courier noch in der Prototypenphase und hat dieses Stadium bislang nicht verlassen[41]. Aktuellen Meldungen zufolge hat Microsoft die Weiterentwicklung der Studie jedoch vorübergehend eingestellt[42], weshalb im Folgenden das Grundkonzept des Courier sowie die daraus resultierenden Merkmale vorgestellt werden.
6.2.1 Konzeptionelle Basis
| Daten | |
| Gewicht | ca. 500 - 600 Gramm |
| Display | 2 x 7 Zoll, Stift- und Berührungsbedienung |
| WLAN | ja, nach IEEE802.11b/g/n |
| UMTS | ja |
| Webcam | ja |
| Sonstiges |
|
| Tabelle 3: Daten Microsoft Courier[43] | |
6.2.1.1 Erscheinungsbild
Der Courier ist konzipiert als eine Art Booklet-PC[44], der auf aktueller Tablet-PC Technik basiert. Das Gerät verfügt über zwei etwa sieben Zoll große Bildschirme, welche über ein Scharnier miteinander verbunden sind. Zudem verfügt das Gerät über eine integrierte Webcam, welche mit einem mechanischen Auslöser oder aber durch das Display gesteuert werden kann. Ferner besitzt der Courier eine weitere Taste zwischen den beiden Displays, mit welcher zusätzliche Funktionen aufgerufen werden können.
Das Konzept des Couriers unterscheidet sich mit der Anzahl und Anordnung der beiden Bildschirme von den üblichen Bauformen von Tablet-PCs. Aufgrund der klappbaren Konstruktion ist der Courier im Gegensatz zum iPad nicht als Slate zu sehen, jedoch erfüllt er auch nicht die Anforderungen der Convertible-Klasse, da das Gerät über keine mechanische Tastatur verfügt. Der Courier kann eher als ein E-Reader[45] mit Journal-Funktionen gesehen werden.
6.2.1.2 Bedienkonzept
Die Bedienung des Couriers erfolgt über die berührungsempfindlichen Displays oder den speziell konzipierten Stift. Hierdurch wird dem Anwender eine intuitive Bedienung ermöglicht und eine gewisse Nähe zum Inhalt erzeugt[46]. Der Zugriff auf Medieninhalte wie beispielsweise erstellte Dokumente oder gekaufte eBooks erfolgt über eine virtuelle Bilbliothek, durch welche man blättern oder über die eine Suche laufen kann. Zudem ist die Integration der Cloud-Technologie als Bestandteil des Courier-Konzeptes geplant. Erstellte oder erworbene Medien können über einen Online-Service gesichert und jederzeit an jedem Ort und jedem beliebigen Computer wieder abgerufen werden.
6.2.2 Fähigkeiten und Funktionen
Da es sich beim Courier um eine konzeptionelle Studie handelt, werden die Software-Komponenten im Folgenden aus einer rein theoretischen Sichtweise und deren Potenzial für den Privatanwenderbereich betrachtet.
6.2.2.1 Betriebssystem
Das Betriebssystem des Couriers soll auf der gleichen Basis aufbauen, wie die bisherigen Embedded Systeme von Microsoft wie beispielsweise Windows Phone 7 und Zune OS[47]. Das System wird aufgrund dieser Basis ebenfalls modular und auf Apps basierend arbeiten, wobei es hierzu keine gesicherten Informationen gibt. Die Bedienung des Couriers fokussiert, ähnlich der des iPads, die Steuerung über den Touchscreen als zentrales Eingabewerkzeug. Zwar befindet sich zwischen den beiden Displays ein Button mit dem sich Auswahlmenüs öffnen lassen oder spezielle Anwendungskontext bezogene Aktionen ausgeführt werden können[43], jedoch befinden sich ansonsten auch am Courier keine für die Bedienung des Gerätes relevanten mechanischen Tasten.
Das einzige zusätzliche Bedienelement neben dem Touchscreen ist ein speziell entwickelter Stift. Er ist nicht mit einem üblichen Stylus zu vergleichen, da am Schaft weitere Tasten zum Aufrufen von Sonderfunktionen angebracht sind[43]. Die eingebaute Kamera kann zudem wahlweise über einen Hardware-Knopf bedient oder auch mit einer Geste auf dem Touchscreen ausgelöst werden. Des Weiteren ist das Bedienkonzept des Couriers an die intuitive Verwendung eines Buches angelehnt. So lassen sich beispielsweise die Seiten eines eBooks mit den Fingern weiterblättern, was den Eindruck des Durchblätterns eines realen Buches vermittelt[43]. Dabei wird stark auf den Einsatz von Multi-Touch Gesten Wert gelegt, welche eine ganze Reihe von Zusatzfunktionen auslösen.
Eine Geste ermöglicht es zum Beispiel, dass ein Bild von einer Bildschirmseite auf die andere geschoben werden kann. Auch können die Bilder mittels Geste vergrößert oder verkleinert werden. Dies lässt Parallelen zum Microsoft Surface Table[48] erkennen, welcher schon im letzten Jahr veröffentlicht wurde. Zudem ist das Beschriften der Rückseiten von Bildern mit dem Stift möglich[43]. Hierzu lassen sich Objekte generell per Gestenbewegung umdrehen und wirken somit deutlich plastischer als bisherige zweidimensionale Bildschirmelemente. Eine integrierte Handschrifterkennung soll zudem ein ähnliches Journal-System ermöglichen, wie Mircosoft es mit dem Tablet-PC Betriebsystem Windows XP Tablet-PC Edition einführte.
6.2.2.2 Anwendungen
Aus der Bauform des Courier lässt sich ableiten, dass der Anwendungsbereich seinen Fokus auf die Verwendung sowie Bedienung eines Buches legt. Diese Tatsache legt unter anderem eine mögliche Verwendung als Notizbuch nahe. Dieses Notizbuch, welches endlos erscheint, bietet verschiedene Anwendungsmöglichkeiten, wie beispielsweise das Skizzieren von Entwürfen mit dem Stift oder das Ablegen von mit anderen Nutzern austauschbaren Inhalten. Damit die gespeicherten Inhalte dem jeweiligen Anwender und seinem Standort zuzuordnen sind, werden sie mit einem Zeitstempel und einen Geotag[49] versehen. Ebenfalls an ein Notizbuch erinnert die seitenweise Anordnung der abgelegten Inhalte, welche zum schnelleren Auffinden mit Tags[50] versehen werden[43].
Die sogenannte Übersicht ist eine abgeleitet Version vom aus der Windows XP Talet-PC Edition bekannten Journal. Hier wird Zugriff auf die erstellten Tags oder eine erweiterte Suchfunktion geboten. Die Handschrifterkennung ermöglicht zudem eine Suche, die zuvor mit dem Stift definiert wurde. Zugleich werden weitere Informationen wie zum Beispiel die Zeit oder Dateinamen präsent dargestellt[43]. Ein intelligenter Terminplaner beschreibt die Funktionalität eines Desktops im Courier. Hier werden alle Möglichkeiten eines Terminkalenders abgebildet, hinzu kommen noch E-Mails oder aktuelle Benachrichtigungen, die Bezug auf gerade stattfindende gemeinsame Arbeit nehmen[43].
Der Internet Browser hat eine etwas andere Gestaltung als übliche Browser. Bereits besuchte Seiten werden in einem Karteikasten abgelegt und können dort durch Blättern wiedergefunden werden. Interessante Inhalte können direkt aus dem Browser im Notizbuch abgelegt werden. Dies wird durch die integrierte Kopierfunktion realisiert, welche es ermöglicht, die Inhalte von einer Anwendung in eine andere zu ziehen[43].
7 Nutzwertanalyse
Nachdem bisher die Rahmenbedingungen und Grundlagen zum Thema Tablet-PC im Bereich Privatanwender geklärt wurden, soll nun bestimmt werden, welchen Nutzen Privatanwender aus der Verwendung von Tablet-PCs ziehen können. Zudem wird es ein Ziel der Analyse sein, den für Microsoft Courier und Apple iPad spezifischen Nutzen für Privatanwender zu quantisieren. Hierzu wird im Folgenden die Technik der Nutzwertanalyse eingesetzt, da eine flexible Festlegung von Bewertungskriterien mit dazugehöriger Gewichtung dieser ermöglicht. Die sich anschließenden Kapitel folgen somit dem typischen Ablauf einer Nutzwertanalyse. Ferner lässt sich anhand des Ergebnisses einer Nutzwertanalyse ein gut quantisierbares Resultat ableiten, welches eine hohe Aussagekraft in Bezug auf Entscheidungsfrage besitzt.
7.1 Festlegung der Alternativen
Der erste Schritt innerhalb einer Nutzwertanalyse ist die Festlegung der zu untersuchenden Alternativen[51]. In der Regel werden hierbei mehrere sich am Markt befindliche und miteinander vergleichbare Produkte ausgewählt, sofern sie die Grundauswahlkriterien erfüllen. Da sich diese Fallstudie auf den Vergleich von Microsoft Courier und Apple iPad konzentriert, werden die Alternativen im Folgenden auf diese beiden Geräte beschränkt sein. Dies wird es ermöglichen, den angestrebten Vergleich der Nutzwerte der beiden vorgestellten Grundkonzepte deutlicher herauszuarbeiten und erlaubt eine speziellere Zuordnung der Zielkriterien zur Bewertung des Nutzwertes für Privatanwender.
7.2 Aufstellung der Zielkriterien
| Hauptziel | Oberziel | Zielkriterium |
| Hoher Anwendernutzen | Erscheinungsbild | Portable Größe |
| Geringes Gewicht | ||
| Handliche Bauform | ||
| Display | ||
| Reaktionsschnell | ||
| Maximal 10 Zoll groß | ||
| Betriebssystem | Persistenter Datenzugriff | |
| Benutzerfreundliche Oberfläche | ||
| Umfassende Erweiterbarkeit | ||
| Bedienkonzept | Präzise Eingabemöglichkeiten | |
| Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten | ||
| Anwendungen | Grad der Modularität | |
| Sichere Bezugsmöglichkeiten | ||
| Tabelle 4: Aufstellung des Zielsystems für die Nutzwertanalyse | ||
Ein weiterer vorbereitender Schritt für die Durchführung einer aussagekräftigen Nutzwertanalyse ist die Aufstellung des Zielsystems bzw. die Festlegung der Zielkriterien[51]. Hierbei müssen im Allgemeinen die zentralen Entscheidungsmerkmale berücksichtigt werden, die bei einer Festlegung auf eines der Gerätekonzepte maßgeblichen Einfluss haben. Ausgangspunkt sei an dieser Stelle die Annahme, dass ein Privatanwender einen Tablet-PC bevorzugen wird, welcher möglichst die im Kapitel 6.2 beschriebenen Anwendungsgebiete erfüllt. Die maximale Erfüllung aller Anwendungsgebiete sei an dieser Stelle als der maximale Nutzen betrachtet. Die Zielkriterien lassen sich somit durch die zuvor beschriebenen Kernbereiche im Umgang mit Tablet-PCs definieren.
So ist der maximale Nutzen dann zu erreichen, wenn die nach Kapitel 7 grundlegenden Bestandteile eines Tablet-PCs vorhanden sind und hinreichend funktionale Eigenschaften aufweisen. Hierzu gehören demnach das Erscheinungsbild, das Display, das Betriebssystem, das Bedienkonzept sowie die übrige Software in Form von Anwendungen. Dabei wird im Folgenden vom maximalen Nutzen als Hauptziel ausgegangen und die bisher grob formulierten Kriterien als Oberziele bezeichnet. Ziel ist es, je Oberziel eine Teilmenge zu finden, deren Elemente geeignete Zielkriterien darstellen.
Das Erscheinungsbild sei dabei durch die Größe und das Gewicht des Gerätes sowie die Bauform des Gehäuses bestimmt. Diese Teilmenge stellt eine wichtige Gruppe von Zielkriterien für die Anwendbarkeit des jeweiligen Gerätes dar und beeinflusst somit den erreichbaren Nutzen. Ebenfalls ist das Kriterium des Displays feiner zu gliedern. Hier lassen sich die Anzahl der Bildschirme, der verwendeten Technologie sowie ebenfalls der nutzbaren Größe unterscheiden. Diese Kriterien entscheiden zum einen auch über die Anwendbarkeit des Gerätes, zum anderen aber auch über die Bedienbarkeit und Benutzerfreundlichkeit, welche direkten Einfluss auf den Gesamtnutzen haben.
Der Punkt des Bedienkonzeptes leitet sich im Kontext des Nutzwertes für Privatanwender unmittelbar von den ersten beiden Kriterien ab. Dieses Merkmal kann in zwei Unterpunkte aufgeteilt werden. Auf der einen Seite sind hier die Eingabe- und Steuerungsmöglichkeiten im Hinblick auf Bedienbarkeit und Benutzerfreundlichkeit entscheidend und auf der anderen Seite legt der vorhandene Verwendungsschwerpunkt die Anwendbarkeit im privaten Umfeld fest.
Da nicht nur die eingesetzte Hardware einen Einfluss auf den Gesamtnutzen hat, sondern auch die verwendete Software, sind wie eingangs beschrieben, auch das Betriebssystem sowie die verfügbaren Anwendungen maßgebend. Dabei lässt sich das Betriebssystem nach dem Umgang mit Daten, also den Speicher- und Zugriffsmöglichkeiten sowie nach der eingesetzten Benutzeroberfläche beurteilen. Beide Bereiche haben ebenfalls Auswirkungen auf die Benutzerfreundlichkeit sowie die Anwendbarkeit des Gerätes in unterschiedlichen Situationen. Ferner ist die Erweiterbarkeit des Grundsystems ein Kriterium, welches bei einer Entscheidungsfindung im Hinblick auf den Gesamtnutzen eine, in zukunftsorientierter Denkweise wichtige Komponente darstellt.
Bei der Bewertung der verwendeten Anwendungen ist die Modularität zu beachten, mit der sie in das Grundsystem eingefügt werden können. Zudem sind die Möglichkeiten zu beachten, auf welche Art ein Privatanwender neue Anwendungen beziehen und bereits erworbene ablegen kann.
7.3 Gewichtung der Zielkriterien
| Rang | Gewichtung |
| 1 | 0,4 |
| 2 | 0,25 |
| 3 | 0,15 |
| 4 | 0,1 |
| Tabelle 5: Gewichtungsränge | |
Damit innerhalb der Nutzwertanalyse ein aussagekräftiges Ergebnis erarbeitet werden kann, ist es notwendig das aufgestellte Zielsystem zu gewichten[51]. Es existieren verschiedene Ansätze zur Generierung von Gewichtungen. An dieser Stelle soll die Methodik der direkten Gewichtung[51] verwendet werden. Dabei wird den einzelnen Oberzielen zunächst eine Rangfolge bezüglich ihrer Relevanz für das Erreichen des Hauptziels zugeteilt. Aufgrund dieser Rangfolge werden die Oberziele im Anschluss daran prozentual gewichtet, wobei vorrangige Ziele eine höhere Gewichtung erhalten. Die Gewichtung muss in der Summe 100 Prozent ergeben. Die Gewichtungen sollen im Folgenden in dezimaler Kommanotation dargestellt werden, um die nachfolgend nötige Berechnung der Teilnutzwerte transparenter zu machen.
Alle in Kapitel 6.2 genannten Anwendungsgebiete von Tablet-PCs sind in hohem Maße davon abhängig, wie das Bedienkonzept umgesetzt wurde und in welcher Güte es vorliegt. Dies resultiert aus den, bei den ausgewählten Alternativen speziellen Betriebssystemen, wobei die Steuerung der Tablets jeweils über ein, dem jeweiligen Inhalt sehr nahen Touch-Interface stattfindet. Daher ist das Bedienkonzept auf dem ersten Rang zu platzieren. Da Tablet-PCs eine Geräteklasse darstellen, welche sich durch Mobilität und Flexibilität auszeichnet, sind Faktoren wie die Größe sowie das Gewicht des Gerätes ebenfalls wichtige Merkmale bei der Bewertung des Nutzens. Aus diesem Grund ist das Oberziel des Erscheinungsbildes auf dem zweiten Rang zu sehen.
Des Weiteren sind neben dem Erscheinungsbild und dem Bedienkonzept auch die, auf dem jeweiligen Gerät verfügbaren Anwendungen ein nächstes wichtiges Kriterium. Dieses ist insgesamt jedoch nur drittrangig einzuordnen, da Hersteller stets bemüht sein werden, zur Konkurrenz äquivalente Software-Angebote zu offerieren. Dabei ist die eigentliche Displaytechnik für den Einsatz der Anwendungen weniger relevant, da jede der vorgestellten Technologien die Fähigkeiten besitzt, die gestellten Anforderungen umzusetzen. Die verbleibenden Punkte Display und Betriebssystem sind somit jeweils Komponenten, die im Hintergrund unterstützend arbeiten und deren konkrete Eigenschaften nicht maßgeblich zum Privatanwender durchdringen. Deshalb sollen beide Oberziele als gleichrangig angesehen werden und die geringste Bedeutung innerhalb der Nutzwertanalyse tragen.
Um eine aussagekräftige Gewichtung zu schaffen, werden den einzelnen Rängen deutlich zueinander abgegrenzte Anteile zugeordnet, wobei der erste Rang mit 40%, der Zweite mit 25%, der Dritte mit 15% und der Vierte mit 10% gewichtet wird. Diese Gewichtung soll das erstrangige Zielkriterium deutlich gegenüber dem Nächsten abgrenzen und dessen Relevanz hervorheben. Aus dieser Zuordnung ergeben sich die gewichteten Oberziele.
Die aus den Oberzielen abgeleiteten Zielkriterien können nun innerhalb der Oberzielgewichtung ebenfalls nach ihrer Bedeutung für den Privatanwendernutzen beurteilt werden, sodass sich die gewichteten Zielkriterien für die Nutzwertanalyse ergeben. Dabei ergeben sich die Gewichtungen aus der jeweiligen Relevanz der Zielkriterien für das entsprechende Oberziel. Die Gewichtungen der Zielkriterien müssen dabei jeweils in ihrer Summe die Gewichtung des zugehörigen Oberziels ergeben.
| Hauptziel | Gewichtung | Oberziel | Gewichtung | Zielkriterium | Gewichtung |
| Hoher Anwendernutzen | 1 | Erscheinungsbild | 0,25 | Portable Größe | 0,1 |
| Geringes Gewicht | 0,1 | ||||
| Handliche Bauform | 0,05 | ||||
| Display | 0,1 | ||||
| Reaktionsschnell | 0,03 | ||||
| Maximal 10 Zoll groß | 0,07 | ||||
| Betriebssystem | 0,1 | Persistenter Datenzugriff | 0,04 | ||
| Benutzerfreundliche Oberfläche | 0,03 | ||||
| Umfassende Erweiterbarkeit | 0,03 | ||||
| Bedienkonzept | 0,4 | Präzise Eingabemöglichkeiten | 0,25 | ||
| Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten | 0,15 | ||||
| Anwendungen | 0,15 | Grad der Modularität | 0,1 | ||
| Sichere Bezugsmöglichkeiten | 0,05 | ||||
| Tabelle 6: Gewichtetes Zielsystem | |||||
7.4 Skalierung der Alternativen
| Skalierung | Erfüllungsgrad des Zielkriteriums |
| 3 | vollständig |
| 2 | mittel |
| 1 | nicht / kaum |
| Tabelle 7: Skalierungsskala | |
Nachdem die Zielkriterien festgelegt wurden und ihre Gewichtung erfolgt ist, bleibt als letzter Schritt vor der eigentlichen Wertsynthese innerhalb der Nutzwertanalyse die Skalierung der Alternativen[51]. Ziel ist es in diesem Schritt, die Alternativen gegen die Zielkriterien und deren Erfüllung abzuwägen sowie diese zu ordnen.
Auch hierbei gibt es verschiedene Herangehensweisen, wobei an dieser Stelle eine Ordinalskala verwendet werden soll, da eine Nominalskala mit jeweils zwei unterschiedlichen Werten bei ebenfalls lediglich zwei vorhandenen Alternativen kein ausreichend differenziertes Ergebnis liefern würde. Ferner sind metrische Skalen wie Intervall- oder Verhältnisskalen bei wenigen Alternativen auch nur bedingt aussagekräftig, da sie eine lineare Abbildung der Nutzendifferenz zweier Alternativen im Verhältnis zu weiteren Alternativen setzen.
Die in dieser Nutzwertanalyse verwendete Ordinalskala[51] soll drei Quantisierungsstufen verwenden, um eine stärkere tendenzielle Aussage über die Erfüllung eines Zielkriteriums zu treffen. Wird ein Zielkriterium vollständig erfüllt, soll die Alternative mit drei von drei möglichen Punkten skaliert werden. Wird ein Zielkriterium hingegen gar nicht bis kaum erfüllt, so wird die zugehörige Alternative mit einem von drei möglichen Punkten skaliert. Bei einer mittleren Erfüllung des Kriteriums ist eine Bewertung der Alternative mit zwei von drei Punkten vorgesehen. Diese Skalierung führt aufgrund der Gewichtung zu einem minimalen Nutzwert von einem und einem Maximalen von drei Punkten, wobei dieser Wertebereich wiederum die gewählte Ordinalskala nicht verlässt und es somit vereinfacht, die Ergebnisse der Wertsynthese zu deuten.
Beginnend mit dem Erscheinungsbild sind zunächst die Zielkriterien Größe, Gewicht und die Bauform zu beurteilen. Dabei erfüllen das iPad wie der Courier das Zielkriterium eines geringen Gewichtes mit jeweils circa 600 Gramm in vollem Maße. Dies lässt sich an Referenzwerten anderer mobiler Computer wie beispielsweise Notebooks fest machen, welche zumeist ein Kilogramm oder mehr wiegen. Da das iPad jedoch mit dem 3G-Modul nochmals mehr Gewicht hat als die reine WLAN-Variante, ist es innerhalb dieser Bewertung nur auf dem zweiten Rang zu sehen.
Die Größe der Geräte lässt sich unterdessen nicht unmittelbar vergleichen, da es keine genauen Maßangaben zum Courier gibt. Jedoch besitzt das Konzept des Couriers zwei sieben Zoll große Displays, welche sich zusammenklappen lassen. Damit könnte das Geräte zusammengeklappt eine ungefähre Größe von etwa acht bis neun Zoll aufweisen, den Gehäuserahmen eingerechnet. Das iPad hingegen hat eine Display-Diagonale von 9,7 Zoll und mit den Abmessungen 189,7 mm x 242,8 mm eine Gesamtdiagonale von 12,12 Zoll. Dies führt zu einer besseren Portabilität des Couriers, welcher somit drei Punkte und das iPad zwei erhält.
Die Baumform der Geräte ist ebenfalls unterschiedlich. Während das iPad als Slate konzipiert wurde, stellt das Konzept des Couriers ein zusammenklappbares Gerät dar, welches dadurch zum einen leichter zu tranportieren wird, zum anderen aber auch Schutz für die typischerweise für Kratzer empfindlichen Displays bietet. Ferner steht dem Anwender mit zwei sieben Zoll großen Displays insgesamt eine Arbeitsfläche von vierzehn Zoll zur Verfügung, was das Arbeiten mit Texten sowie Bildern erleichtern würde. Das iPad lässt sich dagegen weder zusammenklappen, noch bietet es von sich aus Schutz für das Display. Somit ist der Anwender auf eine Tasche oder Schutzfolie angewiesen. Allerdings bietet das iPad aufgrund des zusammenhängenden Displays eine durchgängige Arbeitsfläche, welche insgesamt zwar kleiner ausfällt als die des Couriers, jedoch sind hierdurch flüssigere Gesten sowie Anwendungen möglich, die eine größere Anzeigefläche benötigen. Diese ausgeglichene Situation führt zu einer Gleichbewertung der Geräte mit jeweils drei Punkten.
Das als nächstes zu bewertende Oberziel sind die Displays der Geräte. Dabei wurden die Reaktionszeit sowie eine maximale Größe von zehn Zoll als relevante Zielkriterien festgelegt. Da die Reaktionszeit eines Displays erst im konkreten Anwendungsfall erkennbar wird und der Courier nur als Konzept vorliegt, lassen sich hier nur Aussagen über das iPad treffen. Daher wird der Courier an dieser Stelle mit einem Mittelwert von zwei Punkten bewertet. Das iPad hingegen ließ sich im Rahmen eines Besuchs eines Elektronikfachmarktes auf dieses Kriterium hin testen. Das Display arbeitet dabei sehr reaktionsschnell und spricht auf jede Berührung sofort an. Gesten werden von der zugrunde liegenden Software ebenfalls fehlerfrei erkannt, was insgesamt zu drei Punkten innerhalb der Bewertung in dieser Nutzwertanalyse führt.
Um mit den, als sehr mobil zu erachtenden Netbooks konkurieren zu können, wurde das Zielkriterium einer Displaysgröße von maximal zehn Zoll aufgestellt. Wie bei der Bewertung der Bauform bereits erwähnt wurde, sind beide Geräte mit Displays unter zehn Zoll ausgestattet, wobei der Courier zwei Bildschirme besitzt, die zusammen eine vierzehn Zoll große Arbeitsfläche ergeben. Daher soll das iPad an dieser Stelle mit drei und der Courier mit zwei Punkten bewertet werden.
Als drittes Oberziel sollen nun die Betriebssysteme der beiden Geräte verglichen werden. Dabei liegt der Hauptfokus auf einem persistenten Datenzugriff, welcher stets möglich sein muss. Das Konzept des Courier sieht hier die Speicherung von Inhalten aller Art mittels der Cloud-Technologie vor. Daten sollen hierbei nicht direkt auf dem Gerät abgelegt, sondern online auf Servern gespeichert werden und so jederzeit sowie überall zugänglich sein. Dieser Ansatz hätte zum Vorteil, dass die auf dem Courier erstellten Daten auch auf anderen mit dieser Datenwolke kompatiblen Systemen verwendet werden könnten. Als Nachteil ist jedoch zu sehen, dass eine durchgängig vorhandene Internetverbindung bestehen muss, um vollen Zugriff auf die eigenen Daten zu haben. Dies würde besonders Privatanwender in offenen Umgebungen mit schlechter oder nicht vorhandener Internet- bzw. Mobilfunkanbindung über UMTS oder ähnlichen Technologien in der Nutzung der eigenen Inhalte stark einschränken. Aus diesem Grund soll der Courier im Bereich Datenzugriff mit zwei Punkten bewertet werden.
Das iPad hingegen wird in verschiedenen Varianten ausgeliefert, was zum einen den intern vorhandenen Speicher angeht sowie zum anderen die Konnektivität mit dem Internet. Dabei wird eine Datenspeicherung jedoch generell nur eingeschränkt innerhalb einer Anwendung zugelassen. Bilder, Musik und anderen Medieninhalte lassen sich nur über das Programm iTunes synchronisieren und nur begrenzt mittels zusäzlicher Hardware wie beispielsweise Adapter von anderen Geräten auf den Tablet-PC übertragen. Da es somit als schwer zu erachten ist, Inhalte vom Gerät aus auf andere Medien zu übertragen und diese nur auf dem iPad selber zu nutzen sind, wird das Apple-Tablet in diesem Zielkriterium mit einem Punkt bewertet.
Die Erweiterbarkeit der Betriebssystemfunktionen lässt sich beim Courier erneut nur vage beurteilen. Aufgrund der möglicherweise gemeinsamen Basis mit Windows Phone 7 und dem Zune OS, lässt sich jedoch eine im Vergleich zum iPad eingeschränktere Erweiterbarkeit vermuten. Das iPad bietet hingegen eine Vielzahl von Anwendungen, die den Funktionsumfang des Gerätes erweitern und das Geräte somit besser an die individuellen Bedürfnisse eines Anwenders anpassen. Aus diesem Grund soll der Courier hier mit einem und das iPad mit drei Punkten bewertet werden.
Die vom Betriebssystem bereitgestellte Oberfläche stellt die grundlegende Schnittstelle zwischen dem Anwender und dem System dar. Deshalb sollte diese möglichst intuitiv verwendet werden können und die eigentlichen Funktionen des Gerätes in den Vordergrund stellen. Hierbei wirkt die Oberfläche des iPad aufgeräumt und übersichtlich. Dies wird durch die verschiedenen Homescreens erreicht, welche die gespeicherten Anwendungen klar angeordnet gruppieren lassen. Ferner ist die Anordnung der Steuerelemente je Anwendung stets ähnlich, da Apple jede App auf einheitliche Kriterien hin überprüft. Die Benutzeroberfläche des Couriers erscheint in den, zur Verfügung stehenden Konzeptvideos sehr an ein reales Notizbuch angelehnt. Dies könnte im konkreten Anwendungsfall zwar eine native Bedienung ermöglichen, es erhöht jedoch auch die Möglichkeit von unübersichtlich platzierten Inhalten. Somit ist das iPad hier in einer führenden Position und wird mit drei Punkten und der Courier mit zwei Punkten bewertet.
Das Bedienkonzept stellt den in dieser Nutzwertanalyse wichtigsten Punkt dar. Da die Eingabemöglichkeiten mit den schließlich umsetzbaren Verwendungszwecken der Geräte in enger Korelation stehen, seien beide Zielkriterien im Folgenden zusammen bewertet. Dabei bietet der Courier durch die stiftbasierte Steuerung eine zunächst weniger intuitive Bedienung, jedoch ist die integrierte Handschrifterkennung im Anwendungskontext eines Journals oder Buches wiederum als positiv zu sehen. Da die Bedienung jedoch auch mit dem Finger erfolgen kann und somit eine äußerst inhaltsnahe Steuerung zulässt, ist dieses hybride Bedienkonzept mit drei Punkten zu bewerten. Das iPad unterstützt mit dem rein kapazitiven Touch-Screen lediglich eine Steuerung mittels Finger. Dieser Umstand schränkt den Anwendungsbereich im Vergleich zum Courier besonders in puncto Textverarbeitung ein, da Texteingaben nicht auf natürliche Weise mittels Handschrift, sondern nur über die Bildschirmtastatur getätigt werden können. Daher erhält das iPad hier zwei Punkte innerhalb der Bewertung. Beide Geräte stellen dabei hohe Ansprüche an sich selbst, was die Präzision der Eingabeerkennung angeht. Während der Courier Handschrifterkennung und Gestensteuerung unterstützt, bietet das iPad neben ähnlichen Gesten Zoomfunktionen und Malprogramme. Daher sollen beide Geräte an dieser Stelle mit drei Punkten bewertet werden.
Das letzte aufgestellte Oberziel setzt die für beide Geräte möglichen Anwendungen mit den Kriterien Modularität sowie den Bezugsquellen in Relation. Hierbei sind die Anwendungen auf dem iPad äußerst modular aufgebaut und lassen sich isoliert vom Gesamtsystem hinzufügen oder entfernen. Dabei ist die einzige Bezugsquelle für alle Anwendungen der App Store[52] von Apple. Hier stehen zudem nur Anwendungen zur Verfügung, die eine qualitative sowie inhaltliche Prüfung seitens Apple bestanden haben. Somit sind beide Zielkriterien hier mit drei Punkten zu versehen. Das bisher bekannte Konzept des Courier lässt nur vage Schlüsse in Bezug auf die möglichen Bezugsquellen von Anwendungen zu. Die zugänglichen Informationen lassen jedoch die Vermutung zu, dass eine, den für Anwendungen bekannten Online Marktplätzen ähnliche Bezugsquelle innerhalb des Konzeptes geplant ist. Da dieser Punkt nur ungenau eingeschätzt werden kann, werden hier für beide Zielkriterien jeweils zwei Punkte vergeben.
7.5 Wertsynthese
| iPad | Courier | ||||||||
| Hauptziel | Gewichtung | Oberziel | Gewichtung | Zielkriterium | Gewichtung | Bewertung | Gew. Bewertung | Bewertung | Gew. Bewertung |
| Hoher Anwendernutzen | 1 | Erscheinungsbild | 0,25 | portable Größe | 0,1 | 2 | 0,2 | 3 | 0,3 |
| Geringes Gewicht | 0,1 | 2 | 0,2 | 3 | 0,3 | ||||
| Handliche Bauform | 0,05 | 3 | 0,15 | 3 | 0,15 | ||||
| Display | 0,1 | ||||||||
| Reaktionsschnell | 0,03 | 3 | 0,09 | 2 | 0,06 | ||||
| Maximal 10 Zoll groß | 0,07 | 3 | 0,21 | 2 | 0,14 | ||||
| Betriebssystem | 0,1 | Persistenter Datenzugriff | 0,04 | 1 | 0,04 | 2 | 0,08 | ||
| Benutzerfreundliche Oberfläche | 0,03 | 3 | 0,09 | 2 | 0,06 | ||||
| Umfassende Erweiterbarkeit | 0,03 | 3 | 0,09 | 1 | 0,03 | ||||
| Bedienkonzept | 0,4 | Präzise Eingabemöglichkeiten | 0,25 | 3 | 0,75 | 3 | 0,75 | ||
| Vielfältige Verwendungsmöglichkeiten | 0,15 | 2 | 0,3 | 3 | 0,45 | ||||
| Anwendungen | 0,15 | Grad der Modularität | 0,1 | 3 | 0,3 | 2 | 0,2 | ||
| Sichere Bezugsmöglichkeiten | 0,05 | 3 | 0,15 | 2 | 0,1 | ||||
| Ergebnis
| 2,57 | 2,62 | |||||||
| Tabelle 8: Ergebnis der Nutzwertanalyse | |||||||||
Der letzte Schritt innerhalb der Nutzwertanalyse ist die Wertsynthese[51]. Hier werden die ermittelten Bewertungen der Alternativen mit dem gewichteten Zielsystem in Relation gesetzt und schließlich der quantitativ ausdrückbare Nutzwert jeder Alternative errechnet. Hierzu bedarf es eines vorher definierten Verfahrens, um die Nutzwertbildung zu vollziehen. An dieser Stelle soll der Nutzwert der Alternativen durch Multiplikation der Bewertung des Erfüllungsgrades eines Zielkriteriums je Alternative mit dessen Gewichtung ermittelt werden. Der Nutzwert einer Alternative errechnet sich anschließend aus der Kumulation der gewichteten Bewertungen und bewegt sich hier in einem Wertebereich zwischen eins und drei. Das aus Tabelle 8 ableitbare Ergebnis der Nutzwertanalyse ergibt somit einen Nutzwert von 2,57 für das Apple iPad und einen Nutzwert von 2,62 für den Microsoft Courier. Somit ist das Konzept des Courier zunächst als für Privatanwender mit einem höheren Nutzen behaftet anzusehen.
Dieses Ergebnis wird überwiegend erzielt, da der Courier mit geringerer Größe und weniger Gewicht eine höhere Mobilität erreicht und zudem ein weitreichenderes Konzept bietet, was den Datenzugriff angeht. Ferner sind die vergleichsweise stark gewichteten Verwendungsmöglichkeiten beim Courier aufgrund der Handschrifterkennung sowie der hybriden Eingabemethodik über Stift und Finger weitreichender als beim iPad, was einem Privatanwender den Kontakt mit dem Gerät weiter erleichtern könnte. Während es beim iPad beispielsweise stets nötig ist, Texte über die virtuelle Tastatur einzugeben, würde eine stiftbasierte Eingabe, realisiert durch die integrierte Handschrifterkennung, eine Erleichterung in der Textverarbeitung im mobilen Bereich bieten.
Allerdings ist das knappe Ergebnis der Nutzwertanalyse kritisch zu betrachten. So ließen sich über manche Zielkriterien im Falle des Courier nur wenige oder vage Aussagen machen, da alle verfügbaren Angaben auf einer rein konzeptionellen Basis aufbauen und kein konkretes Gerät darstellen. Zudem könnte eine weiterführende Sensitivitätsanalyse angefügt werden, welche die eine Variation des Gesamtergebnisses anstrebt, wenn verschiedene Gewichtungen des Zielsystems verändert werden. Hierbei würde durch unterschiedliche Gewichtungen festgestellt, ob sich das Ergebnis entscheidend ändert.
8 Schlussbetrachtung
Nachdem der Versuch scheiterte, Tablet-PCs bereits in den 1990er Jahren eine ausreichende Absatzmenge am Privatanwendermarkt zu erreichen, erscheint der aktuell stattfindende Prozess erfolgreicher zu verlaufen. Dies ist zum einen mit der verbesserten Technologie zu begründen, die heute eine deutlich höhere Präzision sowie Rechenleistung bietet, um auch in mobilen Geräten anspruchsvolle Aufgaben zu übernehmen. Zum anderen werden jedoch mit dem stark ausgebauten Internet und erweiterten Anforderungen im privaten Bereich neue Anwendungsgebiete für Tablet-PCs eröffnet.
Der Microsoft Courier war nur eine Konzeptstudie, um die Möglichkeiten darzustellen, die Tablet-PCs anbieten können, während Apple mit dem iPad bereits ein markttaugliches Gerät anbietet. Dennoch sind besonders die Ansätze und Ideen innerhalb des Courier-Konzeptes speziell für Privatanwender zukunftsorientierte Möglichkeiten, mit den Daten und medialen Inhalten umzugehen. Der sich daraus ergebende Nutzen würde dem Resultat der durchgeführten Nutzwertanalyse zufolge genau aus diesem Grund höher liegen als der des iPads.
Zudem kann aufgrund der mit 2,57 und 2,62 nahe am Maximalwert liegenden Nutzwerte festgestellt werden, dass Tablet-PCs für Privatanwender einen nennenswerten Nutzen tragen können, sofern das Gerät mit einer starken Intention betrieben wird, das Internet als Kommunikations- und Speichermedium zu verwenden.
Beide betrachteten Tablets lassen ferner kein herkömmliches PC-Betriebssystem zu und erzeugen somit eine hohe Abhängigkeit von herstellerspezifischen Erweiterungsmöglichkeiten. Somit sind beide Tablets eine Erweiterung des herkömmlichen PCs und durchaus für Privatanwender nutzbar, offerieren jedoch keine Alternative dazu.
Zu überlegen bleibt jedoch, ob dies in absehbarer Zukunft und bei einem fortschreitenden technologischen Entwicklungsprozess der Fall sein könnte.
9 Fußnoten
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Vgl. Blickenstorfer,Conrad: A Brief History of Tablet PCs
- ↑ Vgl. KirchnerRobrecht [Hrsg.] Studie "Marktübersicht elektronische Lesegeräte: Geschäftsmodelle und Technologien"
- ↑ Vgl. Wapedia [Hrsg.]: Tablet-PC - Microsofts Tablet PC -Standard
- ↑ Vgl. Kalb, G., Moxley, R.: Massively parallel, optical, and neural computing in Japan [i.e. the United States]: a survey of major research activities
- ↑ Vgl. Windhistory [Hrsg.]: Windows für Pen Computing 1.0
- ↑ Vgl. Meyer, C.: Absatzzahlen von Tablet-PCs weiterhin ein Trauerspiel
- ↑ Ultra Mobile PC
- ↑ 8,00 8,01 8,02 8,03 8,04 8,05 8,06 8,07 8,08 8,09 8,10 Vgl. Apple [Hrsg.]: iPad - Technische Daten
- ↑ Vgl. AsusTek Computer Inc. [Hrsg.]: Eee PC T91MT
- ↑ 10,0 10,1 Vgl. Müller, Kurt: 2 in 1-Notebooks: Convertible Tablet PCs im Vergleich
- ↑ 11,0 11,1 Vgl. Cnet [Hrsg.]: CES 2010- Netbook-Tablet-PC Lenovo IdeaPad U1 Hybrid
- ↑ 12,0 12,1 Vgl. Panasonic Toughbook [Hrsg]: Business-Ruggedized Toughbooks
- ↑ Vgl. The Tablet-Store [Hrsg.]: Ruggedized Tablet PC - Ruggedized - Für den harten Einsatz gefertigt
- ↑ 14,0 14,1 Vgl. Medisol [Hrsg.]: IP-Schutzklassen
- ↑ Vgl. Everyspec [Hrsg.]: MIL-STD-810F
- ↑ Vgl. Everyspec [Hrsg.]: MIL-STD-810E
- ↑ Vgl. Tyco Electronics [Hrsg.]: Compare All Resistive Touch Technologies
- ↑ 18,0 18,1 18,2 18,3 Vgl. Rügheimer, H.: So funktioniert ein Touchscreen
- ↑ Vgl. Mediendaten Südwest [Hrsg.]:Zeitreihe - Durchschnittliche tägliche Mediennutzungsdauer in Deutschland
- ↑ Vgl. Dr. Ullrich,K. & Dr. Wenger, C.: Always on und Just-in-time. Zukünftige Mediennutzung - Medien der Zukunft
- ↑ 21,0 21,1 21,2 Vgl. Heuer, Steffan: Die Neue Tablet-Sucht
- ↑ Vgl. Android Market
- ↑ Vgl. Nintendo
- ↑ Vgl. Steinlechner, P.: Nintendo steigert Gewinn um 10,2 Prozent
- ↑ Vgl. Gieselmann, H.: CT Magazin für Computertechnik: Vollgas durchs Wohnzimmer S.104f
- ↑ Vgl. Deutschland Online [Hrsg.]: Studie "Deutschland Online - Unser Leben im Netz"
- ↑ 27,0 27,1 Vgl. Winhistory [Hrsg.]: Windows XP Tablet-PC Edition
- ↑ App = Kurzform für Applikation; meint meistens spezielle Anwendungsprogramme für Smartphones und andere mobile Geräte
- ↑ Website zur Bildung und Unterhaltung sozialer Netzwerke
- ↑ Vgl. Donath, A.: Adobe sauer - Apples iPad ohne Flash
- ↑ 31,0 31,1 31,2 31,3 31,4 Barzok, A., Wölbert, C.: CT Magazin für Computertechnik: Einfach anders - Apples iPad: Zwischen Notebook und Smartphone, S.92f
- ↑ Vgl. Rink, J.: Das Schönfrift Windows
- ↑ Vgl. Sebayang, Andreas: iPad bleibt unter den Erwartungen für den Verkaufsstart
- ↑ Vgl. Ihlenfeld, Jens: (Miss-)Erfolg Tablet PC?
- ↑ Vgl. Sebayang, Andreas: 1 Million iPads verkauft
- ↑ Vgl. Becker, Nathan: Apple Says iPad Sales Top 1 Million
- ↑ Vgl. ComputerBase [Hrsg.]: Test: Apple iPad (4/6) Große Klappe. Und dahinter?
- ↑ 38,0 38,1 38,2 Wölbert, C.; Wiegand, D.: CT Magazin für Computertechnik: Wischen ist Macht - iPad-Apps, die man gerne anfasst, S.100f
- ↑ PC- oder Mac-Software zur Verwaltung von Multimediadaten und Synchronisation mit mobilen Apple- Geräten
- ↑ Office-Lösung, die Programme zur Text- und Tabellenverarbeitung sowie für Präsentationszwecke enthält.
- ↑ Stereopoly [Hrsg]: Microsoft Courier Tablet PC gesichtet
- ↑ Vgl. Manager-Magazin [Hrsg.]: Tablet-PC lässt auf sich warten
- ↑ 43,00 43,01 43,02 43,03 43,04 43,05 43,06 43,07 43,08 43,09 43,10 43,11 43,12 Vgl. Gizmodo [Hrsg.]: Microsofts Courier - Weitere Details zum Interface
- ↑ Booklet-PC = Tablet Computer mit zwei Bildschirmen, die man wie ein Buch falten kann
- ↑ E-Reader = Ein tragbares Gerät, mit dem man elektronisch gespeicherte Bücher (E-Books) lesen kann
- ↑ Vgl. Stereopoly [Hrsg]: Neues vom Microsoft Tablet Courier
- ↑ Vgl. Patel, N.: Microsoft's Courier 'digital journal': exclusive pictures and details
- ↑ Vgl. SpiegelOnline [Hrsg.]: Multimedia Möbel - Microsoft bittet zu Tisch
- ↑ Geotag = hilft oder vereinfacht es einem über Land, Region und Koordination Information über andere Personen und so weiter zu suchen
- ↑ Schlagwort zur Kategorisierung von Begriffen ähnlicher Bedeutungsgruppen
- ↑ 51,0 51,1 51,2 51,3 51,4 51,5 51,6 Vgl. Labonde, B.: Nutzwert-Wirtschaftlichkeits-Analyse
- ↑ Online Marktplatz für multimediale Inhalte
10 Literatur- und Quellenverzeichnis
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| Winhistory | Winhistory [Hrsg.]: Windows XP Tablet-PC Edition: URL:http://www.winhistory.de/more/winxp_2.htm (Abrufdatum: 14.05.2010) |
| Wölbert | Wölbert, C.; Wiegand, D.: CT Magazin für Computertechnik: Wischen ist Macht - iPad-Apps, die man gerne anfasst, Ausgabe 10 erschienen am 25.04.2010 |

