Migration zu einer integrierten Datenorganisation in der MB GmbH (KMU)
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1 Titel
Titel der Arbeit: "Migration zu einer integrierten Datenorganisation in der MB GmbH (KMU)"
Name der Autoren: Juri Glukowski (201688), Andreas Mohr (198217), Sebastian Lenz, Andre Rakowski
Hochschule und Studienort: FOM Berlin
2 Inhaltsverzeichnis
3 Abkürzungsverzeichnis
| AD | Active Directory [1] |
| AHP | Analytic Hierarchy Process [2] |
| CPU | Central processing unit, zentrale Verarbeitungseinheit eines Computers [3] |
| CSV | Dateiformat, beschreibt den Aufbau einer Textdatei zur Speicherung oder zum Austausch einfach strukturierter Daten [4] |
| CSV | Entity Relationship Modell [5] |
| ERP-System | Enterprise Resource Planning System [6] |
| DBA | Datenbankanwendung [7] |
| DBMS | Datenbankmanagementsystem [8] |
| HTML | Hypertext Markup Language [9] |
| MSDN | Microsoft Developer Network [10] |
| Portable Document Format, plattformübergreifendes Dateiformat für Dokumente [11] | |
| Exabyte | Maßeinheit für Speicher [12] |
| OCR | Optical Character Recognition, Optische Zeichenerkennung [13] |
| ODBC | Open Database Connectivity, standardisierte Datenbankschnittstelle [14] |
| RAID | RAID; Redundante Anordnung unabhängiger Festplatten [15] |
| RAM | Random access memory, Arbeitsspeicher eines Computers [16] |
| SQL | Structured Query Language; standardisierte Datenbanksprache [17] |
| TCP | Transmission Control Protocol, verbindungsorientiertes, paketvermittelndes Transportprotokoll in Computernetzwerken [18] |
| TIFF | Tagged Image File Format, Dateiformat zur Speicherung von Bilddaten [19] |
| VBA | Visual Basic for Applications, zu Microsoft Office Programmen gehörende Skriptsprache [20] |
4 Abbildungsverzeichnis
| Abbildung 1: | Ist-Zustand der Prozesse der MB GmbH |
| Abbildung 2: | Datenfluss in der MB GmbH |
| Abbildung 3: | Sollkonzept zur Migration in der MB GmbH |
| Abbildung 4: | Hierarchische Anordnung der Kriterien |
| Abbildung 5: | Bestimmung des Eigenverktors der Kriterien |
| Abbildung 6: | Paarweiser Vergleich der Alterativen für das Kriterium Performance |
| Abbildung 7: | Anteil der Aspekte für den zu realisierenden Gesamtaufwand |
| Abbildung 8: | Bildung der Quadradmatrix zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Performance |
| Abbildung 9: | 1. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Performance |
| Abbildung 10: | 2. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Performance |
| Abbildung 11: | 3. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Performance |
| Abbildung 12: | Eigenvektor für das Kriterium Performance |
| Abbildung 13: | Bildung der Quadradmatrix zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Funktionalität |
| Abbildung 14: | 1. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Funktionalität |
| Abbildung 15: | 2. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Funktionalität |
| Abbildung 16: | 3. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Funktionalität |
| Abbildung 17: | Eigenvektor für das Kriterium Funktionalität |
| Abbildung 18: | Bildung der Quadradmatrix zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Verwaltung |
| Abbildung 19: | 1. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Verwaltung |
| Abbildung 20: | 2. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Verwaltung |
| Abbildung 21: | 3. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Verwaltung |
| Abbildung 22: | Eigenvektor für das Kriterium Verwaltung |
| Abbildung 23: | Bildung der Quadradmatrix zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Schnittstellen |
| Abbildung 24: | 1. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Schnittstellen |
| Abbildung 25: | 2. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Schnittstellen |
| Abbildung 26: | 3. Iteration zur Bestimmung des Eigenvektors für das Kriterium Schnittstellen |
| Abbildung 27: | Eigenvektor für das Kriterium Schnittstellen |
| Abbildung 28: | Ergebnis der AHP ohne Berücksichtigung der Kosten |
| Abbildung 29: | Eigenvektor für das Kriterium Kosten |
| Abbildung 30: | Ergebnis der AHP mit Berücksichtigung der Kosten |
| Abbildung 31: | RAID 1 |
| Abbildung 32: | RAID 10 |
| Abbildung 33: | Durchreichen der Informationen an das DBMS |
| Abbildung 34: | ERM der Tabellen im Einkauf |
| Abbildung 35: | Architektur der Reporting Services |
| Abbildung 36: | Beispiel der SQL Abfrage für den Bereich Fertigungssteuerung |
| Abbildung 37: | Beispiel der SQL Abfrage für den Bereich Einkauf |
5 Tabellenverzeichnis
| Tabelle 1: | Externe und interne Auslöser zur Erstellung des Datenbankkonzeptes |
| Tabelle 2: | Kriteriengewichtung der Anforderungen |
| Tabelle 3: | Hardwareanforderungen an die Lösungsalternativen |
| Tabelle 4: | Anforderungen der Dateien für Massenimport |
6 Einleitung
Die Arbeit zeigt die Probleme und verschiedenen Ansätze zur Datenerhebung sowie der zentralisierten Datenverwaltung und Auswertung in mittelständischen Unternehmen. Wenn Daten mit unterschiedlichen Systemen erzeugt oder verwaltet werden, kommt es zu Konflikten im Bereich der Datenstrukturen, der Konsistenz der Daten und damit häufig zu auftretenden Redundanzen. Um diesen Problemen entgegen zu wirken, gibt es unterschiedliche Konzepte. Jedes dieser Konzepte hat seine Berechtigung. Es wird auf eine konkrete Situation eingegangen und eine mögliche Lösung aufgezeigt.
Die Erstellung eines Datenkonzeptes hat verschiedene Auslöser. Diese lassen sich nach internen und externen Faktoren unterscheiden.
Tabelle 1: Externe und interne Auslöser zur Erstellung des Datenbankkonzeptes Mit der nachfolgenden Arbeit soll ein Ansatz zur Lösung der auftretenden Problemen in der MB GmbH gefunden werden. Die MB GmbH setzt im ihrem Unternehmensbetrieb ein ERP System, Datenbanken, Excel-Tabellen und auch einfache Listen ein. Mit Hilfe dieser Systeme werden alle Planungs- und Produktionsprozesse begleitet. Die Prozesse unterstützen den Einkauf, den Vertrieb, die Konstruktion und die Fertigungslogistik. Die entstehenden Daten werden an vielen Stellen im Unternehmen zur Weiterverarbeitung benötigt, deren Abgleich und Bereitstellung im Unternehmen nimmt einen großen Teil der Arbeitszeit der Mitarbeiter in Anspruch. Es kommt immer wieder zu Differenzen der Dateninhalte und deren Aktualität. Das Ziel dieser Arbeit ist es, eine einfache Möglichkeit zum strukturierten Umgang mit den immer größer werdenden Datenmengen zu finden. Diese Daten sollen allen Prozessen und Abteilungen der MB GmbH, angepasst an die Zugriffsberechtigungen und Bedürfnissen, zur Verfügung stehen. Dabei wird die Auswertung und der Pflege der Daten als besonders wichtig für das Unternehmen betrachtet. [21] 7 Ist ZustandZur Analyse der Ist-Situation und Erfassung von Problemen der aktuellen Datenorganisation wurden im Unternehmen die Prozessabläufe erfasst und eine Befragung von Mitarbeitern durchgeführt. Im Folgenden werden die betrachteten Prozesse der Bereiche Fertigungslogistik und Einkauf des Unternehmens und die in diesen Bereichen ermittelten Probleme dargestellt.
7.1 Darstellung des Ist-ZustandsDie MB GmbH produziert Komponenten für den industriellen Anlagenbau, die an zwei Standorten in Deutschland produziert werden. Alle Zentralfunktionen wie Vertrieb, Konstruktion und Einkauf sind im Stammwerk Berlin untergebracht, während die produktionsnahen Bereiche wie Planung, Arbeitsvorbereitung, Materialwirtschaft und Produktionslogistik den jeweiligen Fertigungsbereichen zugeordnet sind. Diese Struktur im Unternehmen erfordert eine umfangreiche Kommunikation und Abstimmung. Alle Projekte werden im Vertrieb erfasst und entsprechend den Kundenvorgaben eingeplant. Dies erfolgt in Excel-Tabellen, die eine grobe Übersicht der Projekte pro Kalenderwoche darstellen. Notwendige Kapazitäten werden mit den Produktionsbereichen abgesprochen. Gleichzeitig erstellen die Fertigungsbereiche eigene Übersichten der Projekte, ebenfalls als Excel-Tabellen, die eine etwas detailierte Zeitplanung enthalten. Die vorhandenen Produktionskapazitäten werden mit den Vorgaben aus den Projekten verglichen und dem Bedarf entsprechend angepasst. Da es sich um mehrere selbstständige Fertigungsbereiche an zwei verschiedenen Standorten handelt, gibt es für jeden Bereich eine separate Kapazitätsplanung. Diese Daten werden mehrfach wöchentlich auf der Basis der Information aus dem Vertrieb aktualisiert und der Abgleich zwischen den Bereichen erfolgt manuell im Rahmen eines wöchentlichen Treffens. Die Excel-Tabellen werden auf lokalen Servern an den jeweiligen Standorten abgelegt. Die Aktualisierung zwischen den Standorten erfolgt in der Regel täglich, vorzugsweise in der Nacht. Da es sich hier teilweise um sehr komplexe Excel-Tabellen handelt, sind diese mit einem Schreibschutz versehen. Dies bedeutet aber gleichzeitig, dass nur ein sehr begrenzter Mitarbeiterkreis diese Daten aktualisieren kann. Die im Vertrieb vorhandenen Projektinformationen werden parallel zur Planung der Produktionskapazitäten in die Konstruktion zur technischen Bearbeitung weitergeleitet. Im Rahmen der konstruktiven Bearbeitung werden alle notwendigen technischen Unterlagen wie zum Beispiel Zeichnungen, Fertigungsunterlagen und Stücklisten erstellt. Nach erfolgter Spezifikation werden diese Informationen im EPR System eingegeben, durch die Fertigungsplanung wird die bereits erfolgte Terminplanung in das ERP System übernommen und das Projekt aktiviert. Das ERP System kann nun eine Bedarfsermittlung starten und der Materialwirtschaft die Informationen über zu beschaffende Materialen und Komponenten liefern. Auf der Basis dieser Informationen werden im ERP System Bestellvorschläge generiert, die durch die Einkäufer ausgedruckt und per Fax oder Email an die Lieferanten verschickt werden. Die Lieferanten schicken in der Regel innerhalb von 3 Tagen eine Auftragsbestätigung. Der Eingang der Auftragsbestätigung wird im ERP System eingegeben, wobei überprüft wird ob der bestätigte Termin dem Wunschtermin entspricht. 5 Arbeitstage vor Produktionsbeginn erfolgt eine Überprüfung ob alle Materialien und Komponenten vorhanden sind. Dazu müssen die jeweiligen Auftragsstücklisten im ERP System aufgerufen werden und jede einzelne Stücklistenposition überprüft werden. In der Regel hat eine Auftragsstückliste 100 Positionen. Da es mitunter vorkommt, dass Lieferanten nicht pünktlich liefern, müssen in diesen Fällen durch Telefonate oder kurzfristige Bestellungen bei alternativen Lieferanten die Materialien beschafft werden. Da das ERP System in der genutzten Version keine Abfrage der fehlenden Materialpositionen pro Auftrag oder Lieferant ermöglicht, werden Daten über eine Filterfunktion aus dem ERP System in eine Excel-Datei übergeben und manuell weiterbearbeitet. Gleiche Vorgehensweise ist notwendig zur Analyse von Mengen- und Verbrauchsdaten einzelner Lieferanten. Selbst wiederkehrende Geschäftsfälle werden jedesmal neu als Excel Datei aus dem ERP System übernommen und bearbeitet. Eine systematische Erstellung von Berichten und Auswertungen erfolgt nicht. Die Kapazitätsplanung der Fertigung beinhaltet die gesamte zeitliche Ablaufplanung eines Projektes im Unternehmen. Hierbei kommen Excelübersichten zur Anwendung, die mittlerweile auf Grund ihrer Komplexität kaum noch handhabbar sind. Änderungen sind nur mit sehr großem Aufwand möglich, insbesondere die Auswertung der vorhandenen Daten bereitet große Probleme. Es wird jeweils eine Datei pro Jahr und pro Fertigungsbereich erstellt. Da es zeitliche Überlappungen gibt, werden von November bis Februar zwei Dateien pro Fertigungsbereich parallel gepflegt. Gleichzeitig werden Soll- und Ist-Daten der notwendigen Fertigungsstunden für die Kalkulation der Aufträge erfasst. Eine Übertragung der Daten ins ERP System bzw. in das Finanzsystem erfolgt manuell nach Fertigstellung eines Projektes. Eine zeitliche Differenz zwischen Fertigstellungstermin und Bewertung der Aufträge ist dabei nicht ausgeschlossen und kann zu Differenzen in den Monats- und Jahresabschlüssen führen. 7.2 Probleme beim Ist-ZustandDie Studie vor Ort ergab, dass die Datendateien in der Produktion und der Projektplanung sehr groß werden, teilweise bis zu 50 Megabytes. Der Grund ist, dass in jeder Excel-Datei Daten zur Kapazitätsplanung, Materialverfügbarkeit sowie Vertriebs- und Konstruktionsinformationen gespeichert werden. Zusätzlich werden noch die Projektdaten gepflegt (Terminplanung, Produktionsmenge, Verantwortlichkeiten). Auf Grund der Datenmenge und Größe der Dateien dauert das Öffnen und Speichern bis zu 5 Minuten. Auf den Notebooks der Außendienstmitarbeiter werden die Dateien gar unbenutzbar, da der Zugriff über Remote Access zum Öffnen und Speichern nochmals deutlich länger dauert. Daher verzichten die Außendienstmitarbeiter auf die Arbeit mit diesen Datenbeständen, solange sie sich außerhalb der Firma aufhalten. Damit alle auf dem gleichen Stand bezüglich Projekte, Termine und Plandaten sind, wird in der Produktion und Logistik ein wöchentliches Meeting durchgeführt. Dabei werden die Daten abgeglichen und in die eigenen Excel Tabellen eingepflegt. Ein hoher Personalkostenaufwand ist die Folge dieser Meetings. Alle Mitarbeiter sind zur Teilnahme gezwungen, da sie sonst nicht über die neusten Veränderungen informiert sind. Die Mitarbeiter, die an den wöchentlichen Meetings nicht teilnehmen können, sind darauf angewiesen ihre Projekt-, Plan- und Ist-Daten mit den anderen Mitarbeitern per E-Mail abzugleichen. Dies führt dazu, dass alle Mitarbeiter den E-Mail Verkehr stetig zu überwachen haben, um auf dem aktuellen Stand zu sein. Das hat einen erhöhten Aufwand zur Synchronisation der Daten zur Folge. Außerdem sind Word und Excel Programme, die den Schreibzugriff begrenzen. Ein Mitarbeiter öffnet die auf dem Netzlaufwerk vorhandene Datei. Gleichzeitig sperrt Word oder Excel diese Datei exklusiv für diesen Benutzer. Ein anderer Benutzer kann diese Datei nur noch lesend öffnen und muss warten, bis der Bearbeiter die Datei geschlossen hat. Die Rechteeinschränkung für die Bearbeitung und Ansicht der Daten wird über das Dateisystem verwaltet. Es wird pro Datei festgelegt, wer schreiben und lesen darf. Hierbei entsteht jedoch die Problematik, dass die Daten entweder ganz oder gar nicht dem User zugänglich gemacht werden können. Eine Teilfreigabe ist nicht möglich. Im Unternehmen sind einige Excel Tabellen und Worddokumente vorhanden, auf die mehrere Mitarbeiter gleichzeitig Zugriff haben sollen. Diese Tabellen enthalten Projektdaten sowie Bestellinformationen. Damit der gleichzeitige Zugriff gewährleistet ist, werden diese Dateien im Dateisystem abgelegt und dann mittels Netzwerkfreigabe für die anderen Benutzer freigegeben. Durch die Größe der Dateien ist es nicht möglich diese stets für alle Unternehmensteile auch in anderen Standorten zur Verfügung zu stellen. Die Daten werden nur nachts abgeglichen und zu anderen Standorten hin kopiert. Dies hat eine Inkonsistenz der Daten zwischen den Standorten und die mangelnde Aktualität zur Folge. Die bestehende ERP Lösung wird vorrangig von den Bereichen Fertigungslogistik und Materialwirtschaft genutzt, desweiteren erfolgt die Verwaltung der Artikel- und Lieferantengrunddaten sowie Stücklisten. Möglichkeiten zur Kapazitäts- und Terminplanung von Projekten und Fertigungsaufträgen werden nicht genutzt, da keine Stammdaten im ERP System hinterlegt sind. Diese werden ausschließlich in den Excel-Tabellen gepflegt. Werden erweiterte Daten oder Datenlisten benötigt, werden sie über die Datenbank des ERP Systems in einer Excel Tabelle kopiert und für den eigentlichen Zweck in der Excel Tabelle aufbereitet. Dies hat wiederrum zur Folge, dass für jede Tätigkeit, die nicht vom vorhandenen ERP System unterstützt wird, ein erhöhter Zeitaufwand besteht. Die vorhandenen Modulen des ERP Systems bieten keine Möglichkeit erweiterte Berichte und Auswertungen zu erstellen. Dies ist nur über den Export der Daten nach Excel möglich. Grundsätzlich lässt sich über die vorhandene Datenstruktur sagen, dass durch die gleichzeitige Pflege gleicher Daten an mehreren Orten Redundanzen und somit Inkonsistenzen auftreten. Da gleiche Daten in mehreren Excel-Tabellen vorhanden sind, können durch Flüchtigkeitsfehler oder fehlende Aktualisierung falsche Werte entstehen. Dies führt zum erhöhten Fehlerkorrekturaufwand, bzw. im Falle der Produktion zur Produktion falscher / nicht bestellter Artikel oder Artikel mit falschen Eigenschaften. Dabei entstehen der MB GmbH Verluste - die versprochenen Endtermine bei der Produktion werden nicht eingehalten. Beim Einkauf führen diese falschen Informationen zu fehlerhaften Bestellungen. Die fehlenden Artikel müssen dann noch nachgekauft werden, was zur Verzögerung des Produktionsablaufs führt.
8 SollkonzeptNach der Analyse der Prozesse wird eine Datenbank entwickelt, die folgende Optimierungen im Unternehmensablauf ermöglicht. 8.1 Anforderungen an die DatenorganisationDas zu erreichende Hauptziel ist, durch eine effektive Datenorganisation den Abstimmungsaufwand zwischen den einzelnen Bereichen zu minimieren und insbesondere den manuellen Abgleich der Excel und Word Dokumente verschiedenster Unternehmensbereiche abzuschaffen. Die Daten in einem Unternehmen setzen je nach Verwendung und Wichtigkeit verschiedene Formen ihrer Bereitstellung, Sicherung und Verwendung voraus. In diesem Fall sind die Daten als besonders wichtig für den firmeninternen Ablauf aller Geschäftsprozesse eingestuft worden. Die Unternehmensdaten sollen in einem Versionsstand allen Mitarbeitern "Online" zur Verfügung stehen. Dabei muss die besondere Firmenstruktur mit ihren zwei Standorten und den Außendienstmitarbeitern beachtet werden. Die zwei Standorte machen eine Installation einer Backuplösung der Datenbank notwendig, um bei einem Netzausfall der Standortverbindung beide Standorte lauffähig zu halten. Da während eines Ausfalls der Verbindung weiterhin produziert und gearbeitet wird, entstehen Daten an beiden Standorten, die von einander abweichen oder sich sogar widersprechen können. Darum muss der Abgleich der Daten nach Wiederherstellung der Verbindung gewährleistet werden. Die Bereitstellung der Daten an zwei Standorten verringert auch die Gefahr des Datenverlustes bei Ausfall eines Servers. Die Pflicht zur Datensicherung wird nicht aufgehoben, kann aber zentral an einem Standort erfolgen. Da die Benutzer der Daten unterschiedliche Rechte an den Informationen besitzen, ist es wichtig ein Berechtigungskonzept für das neue Datenbanksystem anzuwenden. Dieses Konzept kann nicht auf File-Ebene laufen, sondern muss teilweise bis auf einen bestimmten Datensatz abgebildet werden. Einzelne Daten in Tabellen sind für einige Benutzer nur zum Lesen bestimmt, andere haben Schreib/Lese Berechtigungen. Aber alle Benutzer sollen auf alle Daten gleichzeitig, zumindest lesend, zugreifen können. Die entstehenden Daten müssen auf einfache Art für die Anwender in Form von Berichten ausgewertet werden können. Diese Berichte müssen im Unternehmen in Eigenleistung und Eigenverantwortung angepasst und erweitert werden können. Die vorhandene Komplexität der Daten ist für die Anwender zu verringern um eine hohe Akzeptanz der neuen Anwendung zu erreichen. Das Ziel der Datenmigration ist die Abläufe folgendermaßen zu gestalten. 8.2 Anforderungen an den DBMS ServerDer zu erstellende DBMS Server soll möglichst skalierbar sein. Der Datenbankserver muss bei sehr großen Datenmengen noch schnell erreichbar sein. Die zu erstellende Datenbank soll auch bei größeren Datenmengen geringe Zugriffszeiten bieten, damit auch bei größeren Datenbeständen, wie Stücklisten, die Abfrage in der Produktion schnell möglich ist. Bei zukünftig steigenden Anforderungen ist die Nutzbarkeit der Lösung durch eine Portierung und / oder den Einsatz neuer Hardware weiterhin zu gewährleisten.
Zusätzlich soll das DBMS Importwerkzeuge zum Datenimport anbieten. Eine hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit soll durch das DBMS gewährleistet werden. Hierzu sollten möglichst fortschrittliche Technologien wie Master / Slave Replikation oder Cluster Server verwendet werden. Ein weiterer Aspekt ist der Schutz der Daten des Unternehmens. Das DBMS soll sicherstellen, dass ausschließlich autorisierte Benutzer Zugriff auf die Daten haben. Die Verbindungen sollen zuverlässig und sicher sein. Die Sicherheitsrestriktionen sollen auf Objektebene herunter gebrochen werden können, so dass Benutzer nur die Daten sehen können, die sie auch sehen dürfen. Die Datenbankadministratoren sollen möglichst mit einfachen Bordmitteln den DBMS Verwalten und pflegen können. 9 Die neue DatenorganisationIn den vorhergehenden Kapiteln wurde ausführlich aufgezeigt welche Probleme mit der derzeitigen Datenorganisation einhergehen. Die Prozesseabläufe und insbesondere die Nutzung von IT-Systemen in der MB GmbH sind in einer Form ausgestaltet, dass die Arbeit in der MB GmbH unter anderem als unproduktiv und unsicher in Bezug auf die Datensicherheit und Datenintegrität zu bewerten ist. Die Prozesse sollten durch ein integrierte IT-System wirksam unterstützt werden. Als Anforderungen an die neue Datenorganisation sind unter anderem Minimierung des Abstimmungsaufwands, volle Datenintegrität, Erhöhung der Datensicherheit sowie die Einrichtung einer Rechteverwaltung und Benutzerauthentifizierung zu nennen. Der Analytische Hierarchie Prozess (AHP) ist ein Instrument zur Analyse oder Bewertung eines Sachverhalts.[1] Zur Prozessoptimierung, mit der eine vorherige und ausführliche Prozessanalyse einhergeht, ist der bewertende Ansatz des AHP zu wählen. AHP analysiert nicht den zu optimierenden Prozess, sondern dient der Bewertung von Lösungsalternativen in Bezug auf den zu optimierenden Prozess der Informationsbeschaffung und -bevorratung. Zur Erreichung einer maximalen Performance im Bereich der Arbeitsprozesse im Einkauf der MB GmbH ist es erforderlich, die Anforderungen an den neuen Prozess möglichst genau zu identifizieren und in einem Anforderungskatalog zusammen zu führen. Anschließend werden die Anforderungen an den Soll-Prozess bewertet und in der weiteren Durchführung des AHP gewichtet. Eine Prozessdefinition ist hier unabdingbar, um einerseits den Erfolg der Umstellung der Datenorganisation zu bestimmen und andererseits um den an dem Prozess beteiligten Mitarbeitern aufzuzeigen, wie der Prozess in seiner Ganzheit künftig aussieht und wie die Arbeit künftig aussehen wird. Für eine möglichst genaue und optimale Prozessdefinition ist dieser Aspekt in einer weiteren und detailierten Arbeit gesondert zu berücksichtigen. Um die Anforderungen an die neue Datenorganisation zu bestimmen, fließen einerseits die Ergebnisse aus der Ist-Analyse und andererseits die aus persönlichen Interviews gewonnen Anforderungen sowie auch Wünsche in die Liste der Anforderungen ein. Es wurden dazu mehrere Mitarbeiter der beteiligten Bereichen befragt. 9.1 AnforderungsdefinitionZur Definition der Anforderung ist es erforderlich, den Prozess aus fachlicher sowie technischer Sicht zu untersuchen. Die Untersuchung der fachlichen Anforderungen ist bereits in der Ist-Analyse erfolgt. Zusammenfassend ist hier zu sagen, dass die neue Datenorganisation so zu erfolgen hat, dass die Bearbeitung der anfallenden Aufgaben in einer höheren Geschwindigkeit erfolgt. Damit ist gemeint, dass das Arbeiten mit der zukünftigen Anwendung, die die Daten bereitstellt, spürbar performanter ist und eine schnellere Abarbeitung der Prozesse ermöglicht. Die Geschwindigkeit soll sich verbessern, sodass die Prozesse in mindestens der doppelten Geschwindigkeit ablaufen. Die jetzige Infrastruktur hat lange Wartezeiten beim Speichern der Daten zur Folge - auch diese soll zukünftig stark reduziert werden. Schreib- und Lesevorgänge sollen in maximal die Hälfte der derzeitigen Zeiträume benötigen. Die Firmendaten müssen allen Mitarbeitern, an allen Standorten immer mit dem gleichen Versionsstand zur Verfügung stehen. Neue Daten und Informationen müssen mit sehr hoher Priorität dem Datenbanksystem zugeführt werden. Die Synchronität hat hierbei Vorrang vor der Aktualität. Gleichzeitiger Zugriff von mindestens 100 Benutzern muss gewährleitet werden. Schnittstellen bilden im neuen Datenbanksystem eine zentrale und wichtige Vorrausetzung für die Akzeptanz der neuen Datenbank und deren Nutzbarkeit. Alle vorhandenen und neu entstehenden Daten müssen auch über notwendige Zwischenschritte der Datenbank zugänglich gemacht werden. Dabei Finden alle verfügbaren Schnittstellen Anwendung. Ein Beispiel ist der an späterer Stelle behandelte Massenimport von Daten. Die Schnittstellen müssen einen möglichst hohen Grad von Automatisierungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Die zukünftige Lösung muss die Möglichkeit bieten, Veränderungen an den Daten einem Mitarbeiter zuzuordnen. In diesem Sinne ergaben sich bei der Untersuchung des Ist-Zustandes, dass es hilfreich sein kann, nur bestimmten Nutzern den Zugriff einerseits auf die Anwendung und andererseits auf die Daten zu gestatten. Hierbei soll es möglich sein, dass bestimmte Nutzer die Daten ausschließlich lesen und andere Nutzer hingegen die Daten lesen sowie bearbeiten dürfen. Die zukünftige Lösung soll eine Rechte- und Nutzerverwaltung ermöglichen. Bei dieser Rechteverwaltung soll die Rechtevergabe in der Domäne über das Active Directory und die Rechtevergabe des ERP-Systems als Grundlage genutzt werden. Dadurch müssen die durch die anderen beiden Berechtigungssysteme vorgegebenen Beschränkungen der User nur zusätzlich durch das Datenbanksystem eingeschränkt werden. Die Einrichtung von Nutzergruppen bzw. Rollen muss möglich sein. Als großes Manko der jetzigen Lösung ist die eingeschränkte, schlecht realisierte, langwierige, zeitraubende und äußerst benutzerunfreundliche Möglichkeit zur Erstellung von Berichten und Auswertungen zu nennen. Das Controlling stellt vom Einkauf bis zur Projektüberwachung eine essentielle Rolle in den Unternehmensprozessen dar. Somit ist es unabdingbar, dass diese Funktionalität von der zukünftigen Lösung angeboten wird. Die Aufbereitung der Daten in Berichten und Auswertungen soll in tabellarischer sowie in grafischer Form ermöglicht werden. Desweiteren soll es möglich sein, spezifische Kennzahlen errechnen zu lassen und diese in beliebiger Form aufbereitet den Anwendern zur Verfügung zu stellen. Der aktuelle Einsatz von PSIpenta in Kombination mit Excel hat den Nachteil, dass die Arbeit mit Anwendungen erschwert wird, weil die Programme unzureichend beherrscht werden. Die neue Datenbankanwendung muss gut dokumentiert sein, um die Anwender in deren Benutzung regelmäßig zu schulen. Diese Dokumentation stellt die Grundlage zur Pflege und Wartung der Datenbank und deren Erweiterung dar. Neue Erfahrungen und Änderungen müssen in der Dokumentation ergänzt werden um auch den Ausfall von Knowhow kompensieren zu können. Eine Erweiterung des existierenden ERP Systems mit verfügbaren Modulen würden Investitionen in Höhen von ca. 100 T€ zur Folge haben. Damit stellen die Kosten für die Erweiterung des Systems die Obergrenze für alle zu untersuchenden Alternativen dar. Die Geschwindigkeit bei der Bearbeitung und Analyse der Daten benötigt im aktuellen System sehr viel Zeit. Dieser Aufwand muss verringert werden. Die Datenbank muss den aktuellen Zugriffszahlen gewachsen sein und auch den zu erwartenden Zuwachs an Daten verwalten können. Die Datenbank muss auf jeweils aktuellere Hardware portiert werden können, um steigenden Anforderungen auch in Zukunft gerecht werden zu können. Der gleichzeitige Zugriff von mindestens 100 Usern gleichzeitig muss realisiert werden. Anpassungen der Hardware oder der Einsatz von Clustern müssen möglich sein. Als weitere Anforderung geht aus der Ist-Analyse hervor, dass es sich bei der neuen Lösung um ein einfach zu sicherndes System handeln muss. Zum einen soll gewährleistet werden, dass alle Daten sowie die bereits erstellten Berichte ohne viel Aufwand gesichert werden können. Wünschenswert ist eine Automatisierung der Sicherung, um den Fehlerfaktor Mensch zu minimieren. Die Daten müssen gegen Ausfälle sowohl der Serverhardware als auch gegen Vandalismus und Diebstahl gesichert sein. Die Datenbank muss durch den Softwarehersteller über einen mindestens 3-jährigen Zeitraum mit Patchen und Updates versorgt werden. Die Weiterentwicklung der Datenbank muss möglich sein. Im Unternehmen muss die Datenbank durch die IT Abteilung gewartet werden. Neue technische Gegebenheiten müssen für die Datenbank nutzbar gemacht werden. Besonders wichtig ist die verlustfreie Überführung aller Daten aus dem bestehenden System. Es muss möglich sein, Daten in Teilmengen zu implementieren. Die Daten müssen zeitweilig mehrfach vorhanden sein, da die neue Lösung im laufenden Prozess von Projekten eingeführt wird. Bestimmte Projektteile müssen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt über die alten Systeme gesteuert werden. Wenn ein Datenabschnitt in das neue System überführt wurde, wird nur noch dieser Abschnitt im neuen System genutzt. Erst wenn alle Daten in das neue System überführt wurden, ist die Migration beendet. 9.2 LösungsalternativenIm Zuge dieser Fallstudie wurden vom Team folgende Lösungsmöglichkeit zur Datenreorganisation in der MB GmbH erarbeitet. 9.2.1 Erweiterung von PSI PentaEs besteht die Möglichkeit das vorhandene ERP System der Firma PSI zu erweitern. Die Erweiterung des ERP Systems würde über den Zukauf zusätzlicher Module erfolgen. Eines der Module würde es ermöglichen die gesamten Datenbestände über die Datenbank des ERP Systems abzubilden, inklusive der Projektdaten und Einkaufsdaten. Die Erweiterung dient dazu, Berichte und Auswertungen zu erstellen. Auch Statistiken über Wareneinkäufe der Lieferanten oder Materialverfügbarkeit wären für den Einkauf möglich. Die Produktion würde Berichte über Projekte, Kapazitätsauslastung und Produktionsfeinplanung erstellen können. 9.2.2 Ersetzen des ERP SystemsAlternativ würde sich anbieten, das bestehende ERP System durch ein neues zu ersetzen, das alle benötigten Funktionalitäten für die Datenspeicherung und Reporting bieten. Da die zu erwartenden Kosten und der zeitliche Aufwand deutlich über den zur Verfügung stehenden Ressourcen hinausgehen, wird diese Möglichkeit ausgeschlossen. 9.2.3 Crystal ReportsCrystal Reports ist eine Software, die ausschließlich Berichte aus vorhandenen Datenquellen erstellt. Datenquellen können Exceltabellen, Datenbanken oder XML Dateien sein. Dabei wird die ODBC Schnittstelle benutzt, um kompatibel zu allen Datenbanksystemen zu sein. Da diese Software nur Berichte erstellt aber keine Daten speichert, kann diese Alternative ebenfalls ausgeschlossen werden. 9.2.4 Einsatz von ExcelDie Tabellenkalkulation von Microsoft bietet ein Frontend für die organisierte und strukturierte Darstellung von Daten, sowie dessen graphische Aufbereitung innerhalb der Datenbankdatei. Dabei können die Daten beliebig sortiert und strukturiert werden. Die Möglichkeit zur Einbindung von externen Datenquellen besteht ebenfalls. Der Einsatz würde durch das Zusammentragen der Daten der einzelnen Abteilungsmitarbeiter in eine Excel-Datei erfolgen. Dabei würde für jeden Fachbereich ein Tabellenblatt angelegt werden. Die Verfügbarkeit von Excel ist abhängig von dem Speicherort der Excel-Datei. Wird die Datei auf einem gespiegelten Server abgelegt, der ständig verfügbar ist, würde die Verfügbarkeit hoch sein. Die Verfügbarkeit ist dadurch eingeschränkt, dass die Datei nur von einem Nutzer gleichzeitig bearbeitet werden kann. Sicherheit und Backup sind vom Speicherort der Datei abhängig. Auch hier können hohe Werte erreicht werden, wenn die Datei auf einem gespiegelten, ständig verfügbaren Rechner liegt. Die Rechteverwaltung ist als schlecht einzustufen, da die Rechte auf die Excel-Tabelle nur über das Dateisystem vergeben werden können. Einzelne Tabellenblätter bzw. Bereiche können mit Passwörtern für Benutzer gesperrt oder freigegeben werden. Die Geschwindigkeit und Skalierbarkeit lassen sich aufgrund der Erfahrungswerte in der MB GmbH als schlecht einstufen. Die derzeitige Geschwindigkeit bei der Arbeit mit Excel beträgt bei Dateigrößen von 50 Megabytes bis zu 5 Minuten zum Öffnen und Speichern der Dateien. Diese Zeit ist an den mehreren im Betrieb genutzten PCs überprüft worden. Die tatsächliche Dateigröße einer Excel Datei würde durch das Zusammenlegen aller Datenbestände im Unternehmen deutlich größer werden. Die Performance würde noch deutlicher abnehmen, da die Datei zur Öffnung jedesmal in den Speicher geladen werden muss. Microsoft Excel bietet Möglichkeiten zum Import und Export von Daten in Formaten wie ".csv" und".txt" und andere portierbare Formate. Es lassen sich Daten aus dynamischen Quellen wie Datenbanken-und Internetquellen einbinden. Berichte und Auswertungen können über alle Daten auch tabellenübergreifend erzeugt werden. Es lassen sich Diagramme aller Art erzeugen. Es können dynamische Berichte erstellt, die Daten aus anderen Datenblättern zusammengetragen und grafisch dargestellt werden. Die Daten können auch im Internet gespeichert und somit anderen Anwendern zur Verfügung gestellt werden. Die Auswertungen entsprechen somit den Anforderungen. Die Wartung von Excel Tabellen ist regelmäßig durchzuführen. Ungültige Verknüpfungen und Formeln sowie unnötige Daten sind zu entfernen, weil die Geschwindigkeit sehr mit der Dateigröße skaliert. Die Dokumentation von Microsoft Excel ist auf einem hohen Niveau. Es sind Bücher, Handbücher und auch eine Online Hilfe vorhanden. Auf Wunsch ist es möglich Microsoft Support bei Problemen einzuschalten. Die Datenmigration lässt sich vergleichsweise einfach realisieren. Die Daten aus den vorhandenen Excel-Tabellen können in den neuen Tabellen zusammengeführt werden. Der Import der Datenbestände aus dem vorhandenen ERP System lässt sich über die unterstützte ODBC Schnittstelle importieren. Da die Excel Lizenzen bereits vorhanden sind, entstehen keine Anschaffungskosten. 9.2.5 Einsatz von AccessMicrosoft Access ist ein proprietäres DBMS der Firma Microsoft. Mittels Access lassen sich Daten in Tabellen strukturiert ablegen. Sie werden in einer Datei (.mdb) abgelegt. Auch ist es möglich graphische Oberflächen zu erstellen. Diese Formulare werden mit in der Datenbank abgelegt. Die Datenbank lässt sich mit SQL Befehlen abfragen, filtern und sortieren. Zusätzliche Module lassen sich mit Visual Basic Script programmieren. Der Einsatz würde durch das Zusammentragen der Daten der einzelnen Abteilungsmitarbeiter in eine Datenbank in unterschiedlichen Tabellen erfolgen. Die Daten werden in einer Datenbankdatei (flatfile) abgelegt. Die Verfügbarkeit dieser Datei ist wie bei Microsoft Excel abhängig von deren Speicherort. Access bietet keine eigenen Möglichkeiten zur Erhöhung der Verfügbarkeit. Die Verfügbarkeit wird einzig durch die Hardware des Hostsystems gewährleistet. Access Datenbanken lassen sich mittels Passwort sperren und freigeben. Alternativ lassen sich Benutzer und Benutzergruppen anlegen. Den Benutzern und Gruppen können Rechte für den Schreib- und Lesezugriff individuell zugewiesen werden. Als Nachteil erweist sich, dass jeder Benutzer ein Extra Passwort erhält. Die Geschwindigkeit und Skalierbarkeit von Access hängen wiederrum vom dem Speicherort der Datenbankdatei ab. Die Ausstattung des Hosts mit Arbeitsspeicher und einem schnellen Plattensystem beeinflusst die Performance sehr stark. Theoretisch bietet Access die Möglichkeit pro Tabelle zwei GiB an Daten zu speichern. Es wird allerdings empfohlen ab 255 Benutzern und großen Datenbeständen einen anderen DBMS Server zu benutzen.[2] Es besteht die Möglichkeit die Daten nach Access über kommatagetrennte Dateien oder über die ODBC Schnittstelle zu importieren. Auch Excel Tabellen können importiert werden, daher sind die Import und Export Möglichkeiten als sehr gut zu bewerten. Microsoft Access enthält die Möglichkeit Berichte und Auswertungen aus den vorhandenen Datenbeständen zu erstellen. Hierbei werden die einzelnen Felder in einem Bericht definiert und Access füllt die Berichte automatisch. Es können benutzerdefinierte Abfragen als Quellen für Berichte verwendet werden. Die Berichte lassen sich nach eigenen Wünschen anpassen. Auch ein Berichtsassistent ist vorhanden. Das Berichtswesen ist mit seinen Möglichkeiten somit als gut zu bewerten. Die Wartung von Datenbeständen ist regelmäßig durchzuführen. Damit die Tabellen nicht die maximale Größe von zwei GiB erreichen, sollten unnötige Daten regelmässig gelöscht werden. Die Dokumentation von Microsoft Access ist auf einem hohen Niveau. Es sind Bücher, Handbücher und auch eine Online Hilfe vorhanden. Auf Wunsch ist es möglich Microsoft Support bei Problemen einzuschalten. Für die Datenmigration wird die Erstellung von ERDs notwendig, die die vorhandenen Entitäten in der neuen Access Datenbank abbilden. Sind die Tabellen angelegt, lassen sich Daten aus vorhandenen Excel Tabellen mittels Assistenten importieren. Die Migrationsschwierigkeit ist als durchschnittlich zu bewerten. Da die Access Lizenzen bereits im Unternehmen vorhanden sind, entstehen keine Anschaffungskosten. 9.2.6 Einsatz des SQL ServersDie Firma Microsoft bietet ein relationales DBMS zur Speicherung von Daten. Dieses DBMS erlaubt es Daten in Tabellen abzulegen und diese dann mittels der Abfragesprache SQL abzurufen. Der SQL Server würde durch das Zusammentragen aller Datein in der MB GmbH in mehrere Tabellen einer Datenbank eingesetzt werden, zusätzlich würde ein Frontend entstehen, das die Abfragen an den DBMS schickt und die Antworten visualisiert. Der SQL Server bietet eine eigene Serverkomponente, die auf einem TCP Port lauscht und sich jederzeit von jedem Rechner im Netzwerk angesprochen werden kann. Die Verfügbarkeit eines SQL Servers lässt sich durch den Einsatz eines Clusters noch steigern. In einem Cluster werden mehrere gespiegelte Datenbanken zusammengefasst, die Datenbanken replizieren sich in diesem Falle untereinander, so dass jede Datenbank möglichst die gleiche Last trägt. Fällt eine Datenbank aus, werden die Nutzer auf eine andere Datenbank des Clusters umgelenkt. Durch die Cluster lässt sich auch Load Balancing nutzen - die Lastverteilung. Weiterhin bietet der SQL Server die Möglichkeit mit eigenen Tools Fehler in der Datenbank frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Ein Backup und Restore System bietet jederzeit die Möglichkeit die Datenbank zu sichern und im Notfall wiederherzustellen. Daher ist die Verfügbarkeit als sehr hoch zu beurteilen.[3] Der SQL Server bietet die Möglichkeit die Daten über eingebaute Rechteverwaltung zu sichern. Kennwörter und Benutzer werden auf dem Server angelegt. Die Berechtigungen aus der Systemumgebung oder der Domänen können zur Rechteverwaltung hinzugezogen werden. Die Berechtigungsysteme können einzeln aber auch gemeinsam genutzt werden. Dabei lassen sich die Rechte sehr fein abstimmen. Benutzer können z.B. Daten lesen und aktualisieren aber nicht hinzufügen oder löschen. Daher ist die Rechteverwaltung als sehr gut zu beurteilen. Der SQL Server ist für sehr große Datenmengen geeignet. Theoretisch erlaubt er Datenmengen bis zu 1 Exabyte. Durch Loadbalancing kann die Geschwindigkeit selbst bei großen Datenmengen gewährleistet werden. Bericht und Auswertungen lassen sich über die integrierte Reporting Services realisieren. Dabei werden die Entitäten aus den Datentabellen in einem Bericht zusammengeführt. Gegebenenfalls lassen sich auch die Berichte in das Microsoft Word Format transformieren. Die Reporting Komponente ist als gut zu beurteilen. [4] Die Wartung und Sicherung lässt sich größtenteils durch eingebaute Werkzeuge automatisieren. Der Einsatz eines IT-Fachmanns für die Einrichtung, Wartung und Pflege ist jedoch zu empfehlen da der Aufwand recht hoch ist. Die Wartung ist daher als mittelmässig einzustufen. Zur Dokumentation gibt es Handbücher, Bücher und Microsoft MSDN Bibliothek. Die Dokumentation ist als ausgezeichnet zu beurteilen. Vorhandene Assistenten ermöglichen es Daten aus vorhandenen Datenquellen in der MB GmbH in die neue Datenbank zu importieren. Die Werkzeuge heißen "Integratino Services" und ermöglichen es die Daten ohne größeren Aufwand zu migrieren. Die Anschaffungskosten entfallen, da im Unternehmen ein eigener SQL Server vorhanden ist. 9.2.7 SQL Server ExpressDer SQL Server Express ist die kostenfreie Variante des SQL Servers von Microsoft. Gegenüber dem SQL Server besitzt er einige Einschränkungen. Die Verfügbarkeit und Sicherheit entsprchen den Eigenschaften des "normalen" SQL Servers. Der SQL Server Express hat eine Datenbeschränkung bezüglich der Datenmenge. Es lassen sich maximal 2 Gigabyte pro Datenbank speichern. Auch ist die maximale Anzahl der Verbindungen pro Datenbank ist auf 8 begrenzt. Daher ist die Geschwindigkeit und Skalierbarkeit als mittelmässig zu beurteilen. Die Berichte und Auswertung lassen sich analog zum SQL Server realisieren. Die Wartung ist genau wie beim SQL Server als zweckmässig zu beurteilen. Die Dokumentation enthält Bücher und Microsoft MSDN Bibliothek. Die Dokumentation ist als sehr gut einzuschätzen. Es existieren wie beim SQL Server verschiedene Integrationswerkzeuge, die die Datenmigration erleichten. 9.2.8 SQL LiteSQL Lite ist eine Bibliothek, die ähnlich wie Microsoft Access eine serverlose Datenbank Engine anbietet. Die Datenbankengine ist schon in SQL Lite enthalten. Die Daten werden in einer Datei gespeichert. Dabei ist SQL Liste völlig unbhängig von der Betriebssystemarchtitektur. Die Datenbankdatei lässt sich auf 32-bit und 64-bit Betriebssystemen einsetzen. Die Daten werden in einer Datenbankdatei abgelegt. Die Verfügbarkeit dieser Datei ist wie bei Microsoft Excel und Access abhängig von deren Speicherort. Die Verfügbarkeit skaliert mit der Verfügbarkeit des Rechners, auf dem diese Datei gespeichert ist. Die SQL Lite Datenbank lässt sich mit einem Passwort versehen. Eine feinere Abstimmung der Rechtevergabe und Verwaltung ist nicht möglich. Daher ist die Sicherheit als gering zu bewerten. SQL Lite ist nicht für große Datenmengen ausgelegt, die Datenbankdatei wird mit der anwachsen der Datenmenge immer langsamer - die Skalierbarkeit ist mittelmässsig. Import-und Exportfunktionen lassen sich über spezielle Anwendungen realisieren. Die Verlässlichkeit wird hierbei als gering bewertet, da die Daten der MB GmbH nicht sicher migriert werden können. Das Kriterium Datenmigration als schlecht einzustufen. Berichtserstellung und Generierung von Statistiken ist lediglich über Zusatzprogramme möglich bzw. gar nicht vorhanden. Dieses Kriterium als schlecht zu beurteilen. Die Dokumentation ist in Form einer Webseite vorhanden. Fragen können in einem Forum gestellt werden. Da die Software kostenlos ist, wird kein Support angeboten. Die Dokumentation ist als mittelmässig zu bewerten. Die Software ist auch für kommerziele Zwecke freigegeben. 9.2.9 OracleOracle ist ein proprietäres DBMS, welches relationale und objektrelationale Daten speichern kann. Das Oracle DBMS gehört zu den derzeitigen Marktführern bei den relationalen DBMS Systemen. Die Autoren nehmen Bezug auf die aktuell verfügbare Version 11g. Das DBMS Oracle besteht aus zwei Komponenten: dem Flatfile, in dem die Daten abgelegt werden und der Serverkomponente. Durch die Serverkomponente ist eine hohe Verfügbarkeit garantiert. Zusätzlich lassen sich die Server spiegeln und ermöglichen Loadbalancing. Somit bietet der Oracle Server eine sehr hohe Verfügbarkeit. Die Rechteverwaltung des Oracle DBMS ist als sehr gut zu bezeichnen, die Zugriffsrechte lassen sich auf jede Datenbanktabelle für jeden Benutzer oder für jede Benutzergruppe einzeln festlegen. Der Oracle Server ist für extrem große Datenmengen ausgelegt, die Geschwindigkeit skaliert kaum mit der Datenmenge, da das DBMS die Daten im Flatfile so anordnet, dass häufig abgerufene Daten im Flatfile weiter oben liegen. Die Skalierbarkeit ist als sehr gut zu bewerten. Berichte und Auswertungen lassen sich mit einem extra verfügbaren Oracle Reports erstellen. Diese müssen allerdings extra erworben werden. Die Wartungsfähigkeit der Datenbank ist als mittelmässig einzustufen, da eine zusätzliche Arbeitskraft hinzugezogen werden muss. Die Dokumentation ist als sehr gut zu beurteilen, da Bücher und Onlinebibliothek verfügbar sind. Die Migrations ist als sehr gut zu bewerten. Die Daten können mittels Assistenten importiert werden. Die Kosten sind als extrem hoch zu bewerten. Eine Lizenz kostet ca. 44.000€ zuzüglich der Kosten für die Reporting Services. 9.2.10 Oracle ExpressDer Oracle Express ist die kostenfreie Variante des Oracle DBMS. Für Oracle Express treffen alle Eigenschaften und Kriterien des Oracle Servers zu. Er enthält jedoch eine Bengrenzung bezüglich der maximalen Gesamtgröße der Datenbank (4 GiB) und des maximal zu nutzenden RAM Speichers (1 GiB). Die Skalierbarkeit ist als mittelmässig einzustufen. 9.3 Gewichtung der Anforderungen an die LösungsalternativenAus den Anforderungen an die zukünftige Lösung sind folgende Kriterien hervorgegangen: Sicherheit, Backupmöglichkeit, Wartung, Dokumentation sowie die Rechte- bzw. Nutzerverwaltung. Sie lassen sich zur Übersichtlichkeit der Analyse in einem Kriterium "Verwaltung" bündeln. Die Skalierbarkeit sowie die Verfügbarkeit lassen sich auch zu einem Kriterium "Performance" zusammenfassen. Die Möglichkeit der Datenmigration wird durch das Kriterium "Schnittstellen" in der Analyse der Alternativen berücksichtigt. Unter dem Begriff Funktionalität werden die Aspekte der Anforderungen an die Berichte und Auswertungen berücksichtigt. Nachdem die Anforderungen durch Kriterien beschrieben werden, erfolgt der paarweise Vergleich. Auch hier stellt die Ist-Analyse die Grundlage dar. Aus ihr geht hervor, dass die Funktionalität und die Performance der neuen Lösung dreimal wichtiger sind als die Verwaltung. Das ist damit zu begründen, dass die aktuelle Datenhaltung in PSIpenta und Excel parallel erfolgt. Dieser Zustand bringt viele Komplikationen und Einschränkungen in der Produktivität der beteiligten Abteilungen mit sich. Dies war ausschlaggebend für diese Untersuchung. Die Verwaltung wiederum ist doppelt so wichtig wie die Schnittstellen. Zwar sind die Schnittstellen definitiv ein wichtiges Kriterium, da aber in dem Kriterium Verwaltung viele Anforderungen Berücksichtigung finden, wird dieses Kriterium höher gewichtet, um ein möglichst realistisches und genaues Ergebnis zu erhalten. Ebenso sind die Kriterien Funktionalität viermal wichtiger als die Schnittstellen. Daraus ergibt sich, dass die beiden Kriterien Performance und Funktionalität gleich wichtig sind. Ebenfalls wie die Bestimmung der Anforderungen erfolgte die Gewichtung der Kriterien in enger Zusammenarbeit mit den an der Migration zu einer integrierten Datenorganisation beteiligten Arbeitnehmern der MB GmbH. Nach der Präsentation, wie die einzelnen Anforderungen an den Prozess zu vier Kriterien aggregiert wurden, kamen alle Interviewten zu vergleichbaren Ergebnissen. Durch das Involvieren der Mitarbeiter wurden gleichzeitig Grundvoraussetzungen für die später zu erfolgende Migration geschaffen, da die Mitarbeiter hierdurch nicht gleich von Beginn an eine negative Einstellung zu der Umstellung der Prozesse haben.
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