Mobile Payment als alternatives Zahlungsmittel im Handel
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| Name des Autors / der Autoren: | Sebastian Gehrt |
| Titel der Arbeit: | Mobile Payment als alternatives Zahlungsmittel im Handel |
| Hochschule und Studienort: | FOM Essen |
Inhaltsverzeichnis |
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| EC | electronic cash |
| LTE | Long Term Evolution |
| MP | Mobile Payment |
| POS | Point of Sale |
2 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Zahlungsvorgang mit Bargeld (Eigendarstellung) |
| 2 | girocard Logo (http://www.electronic-cash.de/) |
| 3 | ec - ec electronic cash Logo (http://www.easycash.de/electronic_cash.html) |
| 4 | electronic cash PIN-Pad Logo (http://www.electronic-cash.de/) |
| 5 | Zahlungsvorgang mit EC-Karte (Eigendarstellung) |
| 6 | Paypal Logo (https://www.paypal.com/) |
| 7 | QR Code (http://www.denso-wave.com/qrcode/qrgene3-e.html) |
| 8 | ItelliPay (Eigendarstellung) |
| 9 | Happypoints Logo (http://www.happydigits.de/) |
| 10 | Payback Logo (http://www.payback.de/) |
| 11 | Mobile Couponing (http://d2eosjbgw49cu5.cloudfront.net/mobile-weblog.com/imgname--mobile_technology_shaping_the_future_of_retail_industry---50226711--mobile_coupons.gif) |
3 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Quelle |
|---|---|
| 1 | Eigendarstellung |
| 2 | Eigendarstellung |
| 3 | Eigendarstellung |
| 4 | Eigendarstellung |
4 Einleitung
4.1 Ausgangssituation
Im Jahre 2009 gingen die Bezahlungen im Handel mit Bargeld von 60,4 auf 59,1 Prozent zurück, davon profitierten die Zahlungen mit EC- und Kreditkarte. Dieses berichtet der Handelsverband Deutschland und der EHI Retail[1]. Diese Zahlen könnten auch für andere Bereiche interessant sein, denn laut einem Bericht des Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V.(BITKOM) unter Berufung auf die European Information Technology Observatory (EITO) wird im Jahr 2010 jedes dritte neue Handy ein Smartphone sein[2]. Dieser Trend wird durch den Verkaufsstart des Iphones 4 unterstrichen, das bereits innerhalb der ersten drei Tage mehr als 1,7 Millionen mal verkauft wurde [3].Dabei rücken laut BITKOM die Mobile Nutzung des Internets und anderer Dienste die durch zusätzliche "Apps" umgesetzt werden immer weiter in den Focus.[2]. Allein ein Blick in den iTunes App-Store macht deutlich was mittels dieser Apps möglich ist. Von Onlinebanking über Einkaufzettel schreiben bis hin zu TV-Programm nachschlagen wird alles möglich.
4.2 Zielsetzung
Aus der oben aufgezeigten Situation lässt sich die Frage ableiten „Warum dann nicht auch mit dem Handy bezahlen?“ Mit dieser Frage wird sich diese Seminararbeit genauer beschäftigen. Dazu werden zunächst die grundsätzlichen Fragen warum wir überhaupt mit Geld bezahlen und was bei einem Zahlungsvorgang an der Kasse (POS) überhaupt passiert geklärt. Anschließend werden die geläufigsten Zahlungsverfahren, wie Bargeld und EC-Karte erklärt, sowie die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren gegenüber gestellt und mit der Alternative Mobile Payment (MP) verglichen. Dieses geschieht exemplarisch anhand von ItelliPay. Im Anschluss erfolgt ein kurzer Ausblick welche weiteren Möglichkeiten Mobile Payment in Kombinationen mit anderen System, wie z.B. Kundenbindungssystemen bietet. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der hier gewonnen Erkenntnisse.
5 Grundlagen
Zunächst einmal werden nun einige grundlegende Begriffe geklärt werden, die im späteren Verlauf der Arbeit von Bedeutung sein werden. Dabei wird sich auf die wichtigsten Begriffe, in der Form wie sie für diese Arbeit nötig sind, beschränkt. Alle Begriffe die als bekannt vorausgesetzte werden können, werden hier ebenfalls nicht mehr genauer erläutert.
5.1 Bezahlvorgang
Bei dem Kauf eines Gegenstandes wird zwischen dem Käufer und dem Verkäufer ein Kaufvertrag abgeschlossen. Dabei wird durch eine beidseitige Willenserklärung ein Kaufvertrag abgeschlossen. Für diesen Kaufvertrag gelten dann Regelungen über Lieferungen, Zahlungen usw.. Diese Regelungen werden meist nicht besprochen, da sie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Verkäufers festgelegt sind oder die gesetzlichen Bedingungen greifen. Eine Verpflichtung ist dabei, dass der Käufer dem Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis zahlt[4]. In welcher Form gezahlt wird entscheiden Käufer und Verkäufer. Je nach Situation kann es mehrere Möglichkeiten geben. So kann in einem Warenhaus an der Kasse gezahlt werden oder auch ein Ratenkauf vereinbart werden. In einem Onlineshop kann der Kunde z.B. per Nachname oder Rechnung bezahlen. Insgesamt ist der Bezahlvorgang also als Teil eines Rechtsgeschäftes zu sehen.
5.2 Mobiltelefone
Ein Mobiltelefon ist ein schnurloses Telefon, dass mittels eines Funknetzes das ortsunabhängige telefonieren ermöglicht. Bei der ersten Generation dieser Geräte war lediglich das Telefonieren die Aufgabe eines Mobiltelefons. Mit dem Fortschritt der Zeit und der Technik sind auch die Anforderung, Aufgaben und Möglichkeiten bei einem solchen Telefon gestiegen. Schon längst ist das Telefon ein kleiner Computer geworden. Telefonieren, Kurznachrichten schreiben, Termine verwalten, im Internet surfen und fotografieren sind nur einige Funktionen, die ein solches Telefon heutzutage beherrscht. Unterstütz werden diese dabei durch die Verbreitung sogenannter Apps. Dieses sind kleine Programm die bestimmte Aufgaben übernehemen, wie z.B. die Fahrplanauskunft, das schreiben einer Einkaufsliste, das Onlinebanking und vieles mehr. Dadurch wird das Handy zu einem kleinen mobilen Helfer, der viele alltägliche Aufgaben übernehmen kann (z.B. die des Papierkalenders oder des Telefonbuches).
5.3 Mobile Payment
Als Mobile Payment ist die Nutzung von Mobilen Kommunikationsmitteln zur Realisierung einer Zahlung zu verstehen. Dabei muss es sich bei den Mobilen Kommunikationsmitteln nicht zwangsläufig um ein Mobiletelefon handeln. So können auch TabletPCs oder PDAs zur Durchführung einer Zahlung gentutz werden[5]. Dabei gibt es die Möglichkeit, dass der Netzbetreiber des Mobiltelefons den zu zahlenden Betrag auf die Mobilfunkrechnung setzt und somit selber die Zahlung durchführt. Alternativ gibt es die Möglichkeit, dass ein Anbieter (Mobilfunk, Händler, Dienstleister, etc.) als Vermittler auftritt und die Zahlung zwischen der Bank und dem Händler vermittelt. Die letztere Variante ist die geläufigere Variante auf die sich auch in dieser Arbeit beschränkt wird.
6 Vergleich von Zahlungsverfahren
Im Folgenden sollen nun die verschiedenen Zahlungsmittel vorgestellt sowie deren vermeintlichen Vor- und Nachteile abgewägt werden. Abschließend erfolgt ein kurzer Vergleich der Verschieden Verfahren. Für das Mobile Payment wird aufgrund der verschiedenen Verfahren exemplarisch ein Verfahren vorgestellt, dass in den meisten Fällen vom Kunden genutzt werden kann.
6.1 Bargeld
Das Bargeld ist das älteste heute noch geläufige Zahlungsmittel und löste den Tausch von Gegenständen, wie zum Beispiel dem Vieh ab[6]. Das Prinzip ist jedoch heute noch das gleiche. Eine Ware wird für einen Betrag getauscht. Der Käufer bezahlt dem Verkäufer also für seine Ware mit dem Bargeld. Das Bargeld hat dabei einen vorher festgelegten Wert (anfangs wurde dieser z.B. am Metall gemessen)[6]. Dieses Zahlungsmittel ist heute mit fast 60 Prozent aller Zahlungen im stationären Handel immer noch die Nummer eins der Zahlungsmittel[1]. In einigen Bereichen wie z.B. an Automaten kann es sogar vorgekommen, dass es das einizige mögliche Zahlungsmittel ist. Allerdings gibt es auch Bereiche in denen eine Zahlung nicht mit Bargeld möglich ist zum Beispiel dem E-Commerce oder dem Versand Handel.
Mögliche Gründe für den Erfolg des Bargelds könnten auf den ersten Blick das Vertrauen und die einfache und schnelle Handhabung sein. Das Bargeld kann man im Gegensatz zu den elektronischen Zahlungsmitteln "anfassen" und hat es somit in der Hand. Dieses eröffnet aber auch die Möglichkeit, dass es ohne weiteres entwendet wird oder verloren wird. Eine einfache und schnelle Bezahlung ist auch nur dann möglich wenn der Käufer genau den Betrag hat den der Verkäufer für seine Ware erhalten möchte. Ansonsten muss der Verkäufer ausreichend Wechselgeld vor Ort haben. Daraus ergeben sich die Probleme, dass immer genug Bargeld vor Ort sein muss und diese ausreichend Geschütz werden muss.
Eine weitere Problematik die bei der Bezahlung mit Bargeld entsteht ist die Währung. Möchte man zum Beispiel als Deutscher einen Wochenendurlaub in England machen muss erst das Bargeld getauscht werden, da Deutschland den Euro als Zahlungsmittel hat und England den Pfund. Dieses ist allerdings ein Aspekt der im alltäglichen Gebrauch für die meisten eher von geringerer Bedeutung sein dürfte.
6.2 EC-Karte
Electronic Cash ist eine Debitkartensystem, das durch die deutsche Kreditwirtschaft seit 1991 betrieben wird. Dabei führt eine Freigabe mittels einer Persönlichen Identifikationsnummer(PIN) zu einer sofortigen Belastung des Kontos.[8]. Die Zahlungsmöglichkeit wird durch die Logos Girocard, EC Electronic Cash und elelctronic Cash PIN-Pad auf den Terminals und den Karten gekennzeichnet.
Abb. 2 : girocard Akzeptanzzeichen[9] |
Abb. 3 : ec electronic cash[10] |
Abb. 4 : electronic cash PIN-Pad Akzeptanzzeichen[11] |
Bei der Zahlung gibt der Händler den zu zahlenden Betrag in ein Terminal ein und ließt die Karte mittels Magnetstreifenleser oder Chipkartenleser ein. Anschließend muss der Kunde seine PIN eingeben. Ist dieser korrekt wird geprüft, ob die Karte gültig ist und der PIN nicht schon zu häufig falsch eingegeben wurde, sowie ob der Betrag das auf dem Konto vorhanden ist. Dabei werden sowohl das Gutachten, der zur Verfügung stehenden Dispo, sowie vorgemerkte Zahlungen berücksichtigt. Alternativ ist auch eine Zahlung mit Unterschrift möglich auf die hier aber der Einfachheitshalber nicht näher eingegangen wird.
Dieses Verfahren ist sowohl online als auch offline möglich. Bei dem online Verfahren werden die Daten mittels der Datenleitung bei der Bank abgefragt und kontrolliert. Bei dem offline Verfahren hingegen werden die Daten auf dem Chip gelesen. Dort ist zum Beispiel eine Kreditlinie von 100 Euro gespeichert. Möchte der Kunde für 10 Euro bezahlen ist dieses ohne weiteres möglich. Möchte er für 110 Euro einkaufen muss das online Verfahren gewählt werden. Dieses bietet den Vorteil, dass der Händler nicht für jede Zahlung eine Verbindung aufbauen muss und somit die Zahlungen schneller abgewickelt werden können. Eingesetzt werden kann das EC-Karten Verfahren sowohl im Stationären Handel, als auch in Automaten.
Der Kunde benötigt für dieses Verfahren lediglich die entsprechende Karte seiner Bank. Der Händler hingegen muss ein entsprechendes Lesegerät (Terminal) besitzen, das den Anforderungen des „Technische Anhang zu den Bedingungen für die Teilnahme am electronic cash-System der deutschen Kreditwirtschaft (Händlerbedingungen)“ [13]entspricht.
Für den Kunden bietet dieses Verfahren den Vorteil, dass es für ihn kostenlos ist. Er verdient sogar im Gegensatz zum Bargeld noch an diesem Verfahren, da das Geld solange es auf dem Bankkonto befindet noch Zinsen erwirtschaftet. Für den Händler kostet dieses Verfahren 0,3 Prozent des Umsatzes (mindestens jedoch 8 Cent) bzw. im Mineralölsektor 0,2 Prozent (mindestens jedoch 4 Cent). [14]. Jedoch entfallen dem Händler hier im Gegensatz zum Bargeld die Kosten für die Lagerung, den Transport und dem Schutz des Bargeldes.
Der Vorteil für den Händler bei diesem Verfahren liegt in der Zahlungsgarantie der Bank. Ist die Zahlung an der Kasse bestätigt garantiert die Bank dem Händler die Zahlung des Betrages. Diese Zahlungsgarantie gilt für acht Tage[15].
Ein Nachteil bei der Zahlung mit der EC-Karte liegt in der Sicherheit der Karte. Diese wird zwar durch ein Sicherheitsmodul Geschütz, das durch das Gegenstück im Terminal entschlüsselt wird, allerdings ist möglich die Karte zu kopieren und somit mittels des PINs eine zweite Karte zu nutzen. Dieses Kopieren von Karten ist durch eine Manipulation des EC-Kartenterminals möglich. So kann auf das eigentliche Lesegeräte ein weiteres gesetzt werden, dass diese Daten auslesen und später zum Erstellen der Kartenkopien genutzte werden kann. Der PIN kann dann zum Beispiel durch eine weitere Manipulation des Gerätes oder durch eine Kamera gestohlen werden. Außerdem werden beim EC-Karten Verfahren alle Daten über eine Leitung verschickt, sodass auch hier die Möglichkeit besteht diese Daten abzufangen oder zu manipulieren.
6.3 Kreditkarte
Die Kreditkarte funktioniert ähnlich wie die EC-Karte. Die Kreditkarte hat im Gegensatz zur EC-Karte jedoch kein Guthaben sondern einen Kreditrahmen. In Deutschland gibt es jedoch auch sogenannte Prepaid Kreditkarten, die ein Guthaben besitzen. Bei einer Zahlung mit einer Kreditkarte wird genau wie mit einer EC-Karte dem Händler die Karte übergeben. Dieser liest die Karte mittels Lesegerät ein und übermittelt die Daten des Magnetstreifens an die Bank. Diese überprüft den Kreditrahmen und autorisiert die Zahlung. Der Kunde gibt zum Schluss die Zahlung durch seine Unterschrift frei. Kauft der Kunde online ein gibt er nur die Daten seiner Kreditkarte an (Nummer, Gültigkeit und Prüfnummer). Damit kann die Karte theoretisch an jedem Ort (E-Commerce, Versandhandel, Stationärer Handel, etc.) eingesetzt werden.
Durch die einfache Nutzung wird die Kreditkarte allerdings auch leicht anfällig für Missbrauch. Da theoretisch jeder der die Kreditkartendaten kennt diese für sich nutzen kann. Außerdem kann diese, wie die EC-Karte kopiert oder gestohlen werden. Bei einem Diebstahl ist es sogar einfacher diese zu nutzen, da nur eine Unterschrift erforderlich ist.
Die Kosten für eine Zahlung mit der Kreditkarte trägt der Händler. Wie bei der EC-Karte muss er einen fixen Betrag je Zahlung und einen variablen Anteil vom Umsatz zahlen. Für den Käufer entstehen nur Kosten für die Karte ggf. für die nicht rechtzeitige Rückzahlung des Kredites.
6.4 PayPal
Mit PayPal kann jeder (privat Person oder Unternehmen) der eine E-Mail Adresse besitzt Zahlungen empfangen oder versenden[17]. Der Sender schickt dem Empfänger unter Angabe der E-Mail Adresse einen Betrag. Dieser Betrag wird dem Empfängerkonto gutgeschrieben. Dabei kann der Kunde entscheiden, ob das Geld von einem bereits vorhandenen Konto (z.B. EC-Karte oder Kreditkarte) abgebucht wird oder ein vorhandenes Guthaben, das vorher eingezahlt wurde belastet wird[18]
Die Gebühren für eine solche Transaktion trägt der Empfänger des Geldes. Die Höhe der Gebühren setzt sich zum einen aus einer Pauschale (0,35 Euro) und einem Prozentualen Anteil der Überweisung (z.B. 1,9 Prozent) zusammen[19].
Da mit diesem Verfahren ausschließlich Geld mittels E-Mail Adressen versendet werden kann ist dieses Verfahren nur für den Online Handel geeignet. In anderen Bereichen wie dem Stationären Handel oder zum Beispiel an Automaten ist es gar nicht möglich es zu nutzen. Daher ist dieses Verfahren als universelles Zahlungsverfahren in Handel nicht geeignet. Allerdings ist das Potenzial für den Online Handel hoch, da mit diesem Verfahren schnell Überweisungen getätigt werden können.
Ein Vorteil im Gegensatz zum EC-Karten oder Kreditkarten Verfahren ist, dass der Händler / Empfänger außer der E-Mail Adresse keine weiteren persönlichen Daten.
6.5 Mobile Payment
Das neuste der hier betrachteten Zahlungsmittel ist das Mobile Payment. Hierfür gibt es je nach Anbieter verschiedene Verfahren, die sich sowohl in der technischen Umsetzung, als auch in der grundsätzlichen Verfahrensweise unterscheiden.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird sich auf ItelliPay, das Mobile Payment System der Itellium Services GmbH, welches bei der EuroCis 2010 vorgestellt wurde[20] beschränkt, da dieses durch die zugrundliegende Verfahrensweise in allen Bereichen (stationärer Handel, E-Commerce, Automaten, etc.) einsetzbar ist. Andere Anbieter wie mpass oder crandy beschränken sich auf einen Bereich und sind daher für einen angemessenen und qualifizierten Vergleich zu anderen Zahlungsmitteln eher ungeeignet.
Bei einem Zahlungsvorgang mittels ItelliPay erstellt die Kasse einen sogenannten Quick-Response-Code (QR-Code), der zum Beispiel auch beim Drucken von Briefmarken eingesetzt wird. Dieser QR-Code wird dabei an einen zentralen Server gesendet und gleichzeitig auf einem Kassenbon gedruckt oder auf einem Display dargestellt. Diesen QR-Code muss dann vom Käufer mit einem Smartphone und der passenden ItelliPay App fotografiert werden. Der Käufer sendet diesen QR-Code und seinen ItelliPay-PIN an den zentralen Server und gibt somit die Zahlung frei. Der zentrale Server gleicht die eingehenden QR-Codes ab und bestätigt führt die Zahlung durch und bestätigt der Kasse den Zahlungsvorgang. Dabei wird das Geld dann von einer EC- oder Kreditkarten abgebucht und an den Händler überwiesen[22].
Durch den Einsatz des QR-Codes wird es somit möglich, dass das Bezahlen mit diesem Mobile Payment Verfahren überall dort möglich ist wo ein QR-Code gedruckt oder angezeigt werden kann. Damit kann es sowohl an der Kasse des örtlichen Supermarktes, dem Onlineshop oder aber auch einem Fahrkartenautomaten am Bahnhof genutzt werden. Damit kann ein Mobile Payment System grundsätzlich in alle Situationen genutzt werden und beschränkt sich nicht auf bestimmte Bereiche, wie das Bargeld z.B. auf den Stationären Handel oder Automaten.
Durch die getrennte Übertragung der Daten von der Kasse zum Server (über den Internetanschluss der Filiale) und vom Smartphone zum Server (z.B. über UMTS) erhält der Händler keine persönlichen Daten des Käufers. Bei einer Zahlung mit EC oder Kreditkarte würde er z.B. automatisch den Namen und die Kontodaten erhalten.
Ein weiterer Aspekt beim Mobile Payment ist der Punkt Sicherheit. Bei einer EC oder Kreditkarte ist es wie bereits dargestellt mit Hilfe von einigen Hilfsmittel möglich diese zu kopieren und anschließend für andere Zwecke zu missbrauchen. Beim Mobile Payment ist dieses nicht ohne weiteres möglich, da hier zu dem Mobiltelefon inklusive SIM Karte, des PINs und des Mobile Payment PINs (z.B. für ItelliPay) entwendet werden müsste. Somit ist hier schon der höhere Schutz durch zwei PINs gegeben. Außerdem ist es möglich ein Handy über das GPS Signale zu verfolgen oder sogar über die Datenverbindung zusperren (z.B. beim iPhone mittels MobileMe).
Ein weiterer Aspekt der beim Mobile Payment zu beachten ist, ist die Verfügbarkeit eines Mobilfunknetzes. Dieses ist in Deutschland soweit ausgebaut, dass ein Empfang flächendeckend gewährleistet werden kann. Außerdem lassen zukünftige Technologien wie zum Beispiel LTE auf einen weiteren Ausbau und schneller Übertragungsgeschwindigkeit hoffen. Daher ist dieser Aspekt zukunftsfähig und bietet weiteres Potential für das Mobile Payment.
Weiterhin wird bei einem Mobile Payment Verfahren eine Datenverbindung aufgebaut. Durch diese Verbindung entstehen dem Verbrauche im Gegensatz zur EC oder Kreditkarte weitere Kosten. Jedoch ist dieser Aspekt aufgrund der Verbreitung des mobilen Internets und der geringen Kosten kein Grund der gegen, dass Mobile Payment sprechen würde. Ein Grund der im Gegensatz zu anderen Zahlungsmittel hinderlich ist, ist der das es keinen einheitlichen Standard gibt. So nutzt jeder Mobile Payment Anbieter seine eigene Software und Verfahrensweise. Dieses ist insofern nachteilig, da somit der Händler sich für ein Verfahren entscheiden muss oder mehrere Verfahren anbieten muss. Der Kunde muss außerdem darauf hoffen, dass der Händler das Verfahren für das er das passende App auf seinem Handy hat unterstütz. Eine Einführung eines einheitlichen Standard oder das durchsetzten eines Anbieters am Markt könnte dieses Hindernis allerdings beseitigen und somit für eine schnelle Verbreitung des Mobile Payments sorgen.
7 Vergleich
Die oben dargestellten Verfahren sollen nun genauer gegenübergestellt werden. Dazu werden unter anderem folgende Kriterien genauer betrachtet:
- Sicherheit
- Kosten
- Datenschutz
- Einsatzgebiet
Weitere Kriterien zum Vergleich der Technologien wären möglich, finden an dieser Stelle der Übersichthalber aber keine weitere Beachtung.
Sicherheit
Das Mobile Payment kann im Punkt Sicherheit am besten abschneiden, da hier durch die getrennte Übermittlung der Daten, sowie der Möglichkeiten der Ortung bzw. Sperrung des Handys die meisten Sicherheitsfunktionen geboten werden.
| Bargeld | EC-Karte | Kreditkarte | PayPal | Mobile Payment |
|---|---|---|---|---|
| Das Bargeld birgt die Gefahr, dass es gestohlen werden kann und somit sofort weg ist und nicht wieder ersetzt wird. | Jede Zahlung muss mit einem PIN freigegeben werden, sodass es nicht jedem möglich ist mit der Karte zu zahlen. Die EC-Karte kann ähnlich wie das Bargeld gestohlen werden und in Kombination frei verwendet werden. Weiterhin kann die Karte kopiert werden und somit missbraucht werden. Allerdings kann die Karte auch bei der Bank gesperrt werden sobald sie gestohlen oder verloren gemeldet wird und somit weiteren Missbrauch vorbeugen. | Die Zahlung wird durch die Unterschrift freigeben. Allerdings kann durch Klau der Karte bzw. der Kontodaten die Karte leicht missbraucht werden. Wie bei der EC-Karte kann die Karte über eine Hotline gesperrt werden und der Schaden begrenzt werden. | Die Zahlung muss durch die Eingabe der Anmeldedaten (E-Mail Adresse und Passwort) freigegeben werden. Durch den Diebstahl dieser Daten ist es möglich Zahlungen nach Belieben durchzuführen. Je nach Zahlung (Guthaben oder Abbuchung vom Konto) kann der Schaden unterschiedlich hoch ausfallen. | Die Zahlung muss durch einen PIN freigegeben werden. Durch Diebstahl des Handys und PIN wäre es möglich Zahlungen durchzuführen. Allerdings lassen sich Handys nachverfolgen und auch sperren. Außerdem benötigt der Dieb den PIN der SIM Karte, da diese ebenfalls benötigt wird um Zahlungen durch zu führen. |
Kosten
Bei den Kosten ist es für den Käufer am günstigsten mit PayPal oder Bargeld zu zahlen, da hier die Kosten am geringsten sind. Für den Händler hingegen ist es abhängig davon in welchem Bereich er tätig ist und wie hoch die Umsätze sind, da hiervon die variablen Kosten abhängen.
| Bargeld | EC-Karte | Kreditkarte | PayPal | Mobile Payment |
|---|---|---|---|---|
| Bei der Zahlung mit Bargeld entstehen für den Kunden keine direkten Kosten. Die einzigen Kosten die man hier betrachten kann sind die Opportunitätskosten, da das Bargeld nicht auf einem Konto liegt und somit Zinsen erwirtschaftet. | Die Kosten bei der EC-Karte entstehen lediglich für die Kontoführung. Somit ist Zahlung mit der EC-Karte für den Kunden kostenlos. | Die Kosten bei der Nutzung einer Kreditkarte sind zum einen die Kreditkartengebühren für die Karte und zum anderen die Zinsen falls die Karte nicht rechtzeitig ausgeglichen wird. | Bei einer Überweisung mit PayPal entstehen keine Kosten. | Bei der Zahlung mit Mobile Payment entstehen dem Kunden die Kosten für eine Datenverbindung, sowie die Kosten für die EC-Karte. |
| Für den Händler entstehen Kosten für die Bewachung und den Transport des Geldes. Außerdem muss ein gewisser Bestand an Bargeld vorgehalten werden als Wechselgeld. | Der Händler muss eine Gebühr zahlen. | Der Händler muss eine Gebühr zahlen. | Der Händler muss die Kosten für eingehende Überweisungen übernehmen. | Die Kosten die für den Händler entstehen sind bisher nicht bekannt. |
Datenschutz
Beim Punkt Datenschutz überzeugen das Bargeld und das Mobile Payment, da hier der Händler keine Daten des Käufers erhält. Alle anderen Verfahren geben teilweise Daten der Person weiter.
| Bargeld | EC-Karte | Kreditkarte | PayPal | Mobile Payment |
|---|---|---|---|---|
| Der Händler erhält keine Daten des Käufers. | Der Händler erhält Name und Kontodaten des Käufers. | Der Händler erhält Name und Kontodaten des Käufers. | Der Händler erhält die E-Mail Adresse des Käufers. | Der Händler erhält keine Daten des Käufers. |
Erreichbarkeit
Beim Punkt Erreichbarkeit überzeugen die EC und Kreditkarte, die theoretisch überall genutzt werden können. Dieses gilt auch mit Einschränkungen für das Mobile Payment.
| Bargeld | EC-Karte | Kreditkarte | PayPal | Mobile Payment |
|---|---|---|---|---|
| Kann bis auf den Versand- und Onlinehandel überall genutzt werden. | Kann überall genutzt werden. | Kann überall genutzt werden. | Kann nur im Onlinehandel genutzt werden. | Kann überall genutzt werden wo ein QR-Code angezeigt oder gedruckt werden kann und ein Mobilfunknetz vorhanden ist. |
Somit stellt das Mobile Payment im direkten Vergleich eine Alternative dar, da es in den Punkten Sicherheit und Datenschutz überzeugen kann. Außerdem kann es im Punkt der Erreichbarkeit mit EC und Kreditkarten mithalten.
8 Ausblicke
Weitere interessante Aspekte im Zusammenhang mit Mobile Payment stellen die Verknüpfung mit Kundenbindungssystemen und das Mobile Couponing da. So wäre es möglich ein Mobile Payment System mit einem Kundenbindungssystem wie z.B. Payback oder Happy Digits zu verknüpfen. Der Nutzer bräuchte dann nicht mehr seine Kundenkarten mit sich führen. Die Abwicklung der Bonuspunkte und Bezahldaten würden automatische angestoßen wenn der Kunde zahlt.
Abb. 9 :Happypoints [24] |
Abb. 10 : Payback [25] |
Eine weitere Möglichkeit bietet das sogenannte Mobile Couponing. Hierbei erhält der Kunde einen Gutschein per MMS und kann diese an der Kasse direkt einscannen lassen. [27]. In den USA würden laut einer Umfrage 46 Prozent der erwachsenden Handybesitzer dieses Verfahren für Gutscheine zu mindestens testen[27]. Dadurch könnte der Händler Zielgruppen gerecht Gutscheine auf schnellem Weg verschicken. Der Kunde würde diese automatisch auf sein Handy bekommen und müsste keine weiteren Plastikkarten oder Papiergutscheine bei sich tragen und kann diese somit schnell und einfach einlösen. Weitere Verknüpfungsmöglichkeiten könnten zum Beispiel ein elektronisches Bahn- oder Busticket sein die automatisch auf dem Handy gespeichert werden und nicht mehr am Fahrkartenautomaten abgeholt werden müssen. Dieses sind aber nur einige Möglichkeiten, wie Mobile Payment mit weitere Systemen verbunden werden kann und den Kunden oder Händlern weitere Möglichkeiten bieten kann für einen einfaches und komfortables Einkaufen. Daher ist hier ein deutliches Zukunftspotenzial war zu den bisher genannten Aspekten für die Nutzung des Mobile Payments als alternative Zahlungsmöglichkeit sprechen würde.
9 Fazit
Abschließend lässt sich festhalten, dass das Mobile Payment Potentiale hat sich zukünftig als Zahlungsmittel zu etablieren. Dafür sprechen die schnelle Entwicklung im Mobilfunksektor und die Entwicklung des Handys vom Telefon zum Multimedia Organiser. Weiterhin sprechen die universelle Einsetzbarkeit in allen Bereichen des Handels und das schnelle und sichere Bezahlen für das Mobile Payment. Eine schnelle und leichte Verbreitung des Mobile Payments könnte durch die Einführung eines Standardverfahrens, wie bei EC- und Kreditkarten vorangetrieben werden. Da bisherige Mobile Payment Verfahren allerdings noch eine EC- oder Kreditkarte voraussetzen, werden diese weiterhin eine hohe Verbreitung und Akzeptanz behalten.
10 Fußnoten
- ↑ 1,0 1,1 Vgl. http://www.einzelhandel.de/pb/site/hde/node/1061456/Lde/index.html gesehen am 29.06.2010
- ↑ 2,0 2,1 Vgl. http://www.bitkom.org/de/presse/8477_62420.aspx gesehen am 29.06.2010
- ↑ Vgl. http://www.apple.com/pr/library/2010/06/28iphone.html gesehen am 29.06.2010
- ↑ Vgl. http://dejure.org/gesetze/BGB/433.html, gesehen am 01.07.2010
- ↑ Vgl. Horster, B., Nastelski, J., Schaffrin, M. (2008), Bezahl s doch mobil!,Bezahl's doch Mobil, S.11
- ↑ 6,0 6,1 Vgl. Borchert (2003), Geld und Kredit: Einführung in die Geldtheorie und Geldpolitik S.1
- ↑ Quelle: Eigendarstellung
- ↑ Vgl. http://www.electronic-cash.de/ gesehen am: 05.07.2010
- ↑ Quelle: http://www.electronic-cash.de/
- ↑ Quelle: http://www.easycash.de/electronic_cash.html
- ↑ Quelle: http://www.electronic-cash.de/
- ↑ Quelle: Eigendarstellung
- ↑ Vgl. http://www.electronic-cash.de/media/pdf/haendlerbedingungen.pdf gesehen am: 05.07.2010
- ↑ Vgl. http://www.electronic-cash.de/de/vertragliche-basis/zahlungssystemgebuehren.html gesehen am: 05.07.2010
- ↑ Vgl. http://www.electronic-cash.de/de/technische-charakteristika/zahlungsgarantie.html gesehen am: 05.07.2010
- ↑ Quelle: https://www.paypal.com/
- ↑ Vgl. https://www.paypal.com/de/cgi-bin/webscr?cmd=p/gen/about-outside gesehen am: 01.07.2010
- ↑ Vgl. https://www.paypal.com/helpcenter/main.jsp;jsessionid=HnsrMGXfwhkbdtTyhG3v4Jklrm4BrYTLryS6JYZhMnDpfnqthZ3h!1447246547?locale=de_DE&_dyncharset=UTF-8&countrycode=DE&cmd=_help&serverInstance=9024&t=solutionTab&ft=browseTab&ps=solutionPanels&solutionId=1101172&isSrch=Yes gesehen am: 01.07.2010
- ↑ Vgl. https://www.paypal-deutschland.de/privatkunden/was-ist-paypal/gebuehren.html gesehen am: 01.07.2010
- ↑ Vgl. http://www.itellium.com/presse_151.html gesehen am: 01.07.2010
- ↑ Quelle: http://www.denso-wave.com/qrcode/qrgene3-e.html
- ↑ Vgl. http://www.itellium.com/media/itellipay_final.pdf gesehen am 01.07.2010
- ↑ Quelle: Eigendarstellung
- ↑ Quelle: http://www.happydigits.de/
- ↑ Quelle: http://www.payback.de/
- ↑ Quelle: http://d2eosjbgw49cu5.cloudfront.net/mobile-weblog.com/imgname--mobile_technology_shaping_the_future_of_retail_industry---50226711--mobile_coupons.gif
- ↑ 27,0 27,1 Vgl. http://www.cio.de/retailit/strategien/2231887/?qle=rssfeed_ Stand. 05.07.2010
11 Literatur- und Quellenverzeichnis
11.1 Literatur
Borchert,M. (2003), Geld und Kredit: Einführung in die Geldtheorie und Geldpolitik, 2003
Horster, B., Nastelski, J., Schaffrin, M. (2008), Bezahl s doch mobil!, 2008
11.2 Internetquellen
Apple: iPhone 4 Sales Top 1.7 Million, gesehen am 29.06.2010
http://www.apple.com/pr/library/2010/06/28iphone.html
BITKOM: Smartphones erobern den Massenmarkt, gesehen am 29.06.2010
http://www.bitkom.org/de/presse/8477_62420.aspx
CIO: Neuer Trend Mobile Couponing, gesehen am 05.07.2010
http://www.cio.de/retailit/strategien/2231887/?qle=rssfeed_
Dejure.org: § 433 Vertragstypische Pflichten beim Kaufvertrag, gesehen am 01.07.2010
http://dejure.org/gesetze/BGB/433.html
Electronic cahs: Händlerbedingungen, gesehen am 05.07.2010
http://www.electronic-cash.de/media/pdf/haendlerbedingungen.pdf
Electronic cash: Was ist das electronic cash-System?, gesehen am 05.07.2010
http://www.electronic-cash.de/
Electronic cash: Zahlungsgarantie, gesehen am 05.07.2010
http://www.electronic-cash.de/de/technische-charakteristika/zahlungsgarantie.html
Electronic cash: Zahlungssystemgebühren, gesehen am 05.07.2010
http://www.electronic-cash.de/de/vertragliche-basis/zahlungssystemgebuehren.html
HDE: Kartenzahlung auf dem Vormarsch, gesehen am 29.06.2010
http://www.einzelhandel.de/pb/site/hde/node/1061456/Lde/index.html
Itellium: Itellium auf der EuroCIS - Erster Messeauftritt nach Neugründung, gesehen am 01.07.2010
http://www.itellium.com/presse_151.html
Itellium: Sicher und kostengünstig mobil bezahlen – dank ItelliPay, gesehen am 01.07.2010
http://www.itellium.com/media/itellipay_final.pdf
PayPal: Gebühren, gesehen am 01.07.2010
https://www.paypal-deutschland.de/privatkunden/was-ist-paypal/gebuehren.html
PayPal: Über uns, gesehen am 01.07.2010
https://www.paypal.com/de/cgi-bin/webscr?cmd=p/gen/about-outside
PayPal: Wie kann ich mit PayPal Geld versenden, gesehen am 01.07.2010




