Potenzialanalyse Archos 5 Andorid Tablet

Aus Winfwiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Duisburg
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Tablet Computing
Autor(en): Magnus Freuck, Patrick Piorrek, Simon Vollmer
Studienzeitmodell: Abendstudium
Semesterbezeichnung:
Studiensemester: 4
Bearbeitungsstatus: begutachtet
Prüfungstermin:
Abgabetermin:

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

Diese Fallstudie befasst sich mit dem Thema „Tablet Computing“ und umfasst eine Potentialanalyse, welche speziell das Produkt Archos 5 beleuchten soll. Ziel dieser Fallstudie ist es, den Begriff des „Tablet Computing“ zu definieren und mögliche Einsatzgebiete herauszustellen. Im Zeitalter der Onlinemedien wird es immer populärer unterwegs Informationen aus dem Internet abzurufen. Hier boten bisher Smartphones erste Möglichkeiten diesem Drang nachzukommen. Die Nachfrage nach größeren Displays und Touchscreens rief vorab Notebooks mit Internetzugang auf den Schirm. Aber das recht umständliche Handling macht das mobile Surfen eher schwierig. Tablet PCs sind hingegen keine Schwergewichte und sind durch Ihre intuitive Bedienung eine echte Alternative. Da der Markt noch recht jung ist aber Apple mit seinem Ipad die Messlatte bereits hoch aufgehängt hat, ist es interessant zu wissen, wo Archos eigentlich mit dem Archos 5 steht. In den folgenden Absätzen wird genau diese Thematik untersucht und herausgestellt, welche Features durch Archos geboten werden. Darüber hinaus ob und wie Applikationen auf Archos 5 geladen werden können und wie Archos 5 im direkten Vergleich zu Konkurrenzprodukten abschneidet. Mögliche Einsatzgebiete, sowie die Nutzung der OS Android, werden abschließend im Fazit kritisch hinterfragt.


2 Was sind Tablet PCs

2.1 Begriffsdefinition

Der Begriff "Tablet PC" (oder auch Tablets) beschreibt flache, in Form und größe ähnlich einer Schreibtafel aufgebaute Personal Computer. Zur Bedienung der Tablet-PCs wird weder eine Maus noch eine Tastatur benötigt da die Bedienung direkt über das Display (Touchdisplay) erfolgt. Frühere Versionen wurden in der Regel mit einem Eingabestift bedient (LCD- oder OLED-Displays). Seit wenigen Jahren ist hingegen die intuitive Bedienung mit dem Zeigefinger üblich (Touchsreens). Ein besonders bekannter und medial breit aufgestellter Vertreter ist das Apple IPad, welches die neueste Generation der Touchdisplays beinhaltet. In aller Regel haben die Displays eines Tablet-PCs die Größe einer DIN-A4 Seite, jedoch gibt es weitaus kleinere Vertreter der Tablet-PCs. Ein Beispiel ist hierbei das im weiteren Verlauf der Facharbeit vorgestellte Archos 5 Internet Tablet.


Eigenschaften Tablet PCs Beschreibung
Auflösung Meist 1.400 x 1.050 Pixel und höher
Punktauflösung Beginnend bei 100 dpi, mittlerweile zum Teil deutlich höher
Speicherplatz Flashspeicher / Festplatte ab 4 GB bis hin zu 500 GB in einigen Geräten.
Akkulaufzeit Dauerbetrieb von mehreren Stunden, vergleichbar mit Netbook-Laufzeiten
Prozessoren Stromsparende Prozessoren, bspw. der Atom-Prozessor von Intel oder ARM-Prozessoren
Betriebssystem Windows XP Tablet PC Edition. Apple: Mac OS X oder Android
Verbindungsmöglichkeiten Drahtlose Kommunikation über WLANs nach 802.11b/g
oder über UMTS Sticks mit HSPA-Verfahren über das Mobilfunknetz.
Tabelle 1 - Merkmale Tablet-PC


In erster Linie zielen Tablet PCs auf Anwendungen, die man mit dem Finger aufrufen und bedienen kann. So werden beispielsweise Anwendungen im Rahmen der Bearbeitung und Darstellung von Fotos, so wie die Wiedergabemöglichkeiten von Musik und Videos als wichtigste Eigenschaften eines Tablet PCs bei Testberichten hervorgehoben. Ebenso bietet die intuitive Benutzeroberfläche sehr viele Möglichkeiten Computerspiele für die Tablet PCs anzubieten. Ein sehr wichtiger Aspekt ist außerdem die Bedienung eines Tablet-PCs als elektronisches Lesegerät für E-Books, Zeitschriften oder die virtuelle Tageszeitung. Insbesondere Apple hat jüngst mit den Kooperationen im Rahmen der Einführung des iPad für Aufsehen gesorgt, da man mit namhaften Tageszeitungen Verträge ausgehandelt hat, die bei, zumindest bei den iPad-Usern, die "normale" Tageszeitung aus Papier ersetzen oder zumindest einige Marktanteile abgreifen könnte.

2.2 Geschichte des Tablet PC

Abb. 1: Dynabook
Abb. 1: Dynabook

Die Anfäge der Tablet PCs hat das Dynabook gemacht, welches in den 60er und 70er Jahren bei Xeros erdacht wurde. Ziel dieses Dynabook-Projekts war es damals eine intuitive Benutzbarkeit zu schaffen. Ein der Hauptentwickler war damals Alan Kay.

„Doing with Images makes Symbols“ Zitat von Alan Kay

Alan Kay hatte die Auffassung, dass ein Computer bedinungslos an die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Menschen angepasst werden muss. Er folgerte, dass ein "Dynabook" nicht nur über eine symbolische Ebene zu bedienen sein sollte, sondern auch die sensomotorischen Fähigkeiten des Bedieners unterstützen sollte. Heutzutage gilt das Dynabook-Konzept als eines der wichtigsten Konzepte für die Entwicklung der tragbaren Computer.

Abb. 2: Dynapad
Abb. 2: Dynapad
Die Idee des intuitiven, mit Stift oder Finger bedienbaren Computers gab es also schon weit vor den Tablet-PCs. Den Begriff des "Tablet-PC" wurde jedoch erst 2001 von Microsoft eingeführt. Un den 1980er Jahren sind die Anfänge der Handschrifterkennungssoftware von Charles Elbaum entwickelt worden. 1993 wurde dann einer der ersten Computer mit Stifteingabe von Apple entwickelt, der Vorläufer der heutigen PDAs. Die damalige direkte Konkurrenz war das Dynapad von Toshiba. (s. Abbildung)

Abb. 3: Tablet PC mit Windows XP Tablet Edition
Abb. 3: Tablet PC mit Windows XP Tablet Edition
Da die Produkte jedoch keine breite Masse ansprachen, entschieden sich viele große Hersteller sich vom Markt zu entfernen. Erst seit dem 21. Jahrhundert wird das Thema Tablet Computing wieder von einigen großen IT-Unternehmen wie zum Beispiel Microsoft ernster genommen. Mit Einführung eines Tablet Computing Standards hat Microsoft 2001 ein klares Zeichen für die zukünftige Strategie bezüglich Tablet Computing gemacht. In der Folge wurde von 2002 die Tablet-PC Erweiterung für das Betriebssystem Windows-XP veröffentlicht. Seit dem Start dieser Erweiterung sind eine Vielzahl von neuen Endgeräten entstanden, die diese Funktion im Betriebssystem nutzbar machen. Jedoch wurde hier immer nur ein kleiner Marktanteil angesprochen, die diese Funktion wirklich nutzen konnten. Ein wirklicher Mehrwert im alltäglichen Arbeiten mit dem PC konnte für die Masse der User nicht generiert werden.

Hier hat Apple in den letzten Jahren hingegen durch die Produkte iPod Touch sowie die iPhone-Reihe die Diskussion um das Potenzial von mit Touchscreens bedienten Tablet-PCs neu entfacht. Mit der Ankündigung des iPad ist für den Markt deutlich geworden, dass das Potenzial solcher Tablet-PCs noch längst nicht ausgeschöpft ist. Somit haben auch viele Konkurrenten Apples längst Konzepte zu portablen Tablet-PCs ausgearbeitet und veröffentlichten zum Teil schon weit vor Veröffentlichung des iPads eigenen Tablet-PC Lösungen. Eine dieser Lösungen, den Archos 5 Internet Tablet, werden wir im weiteren Verlauf dieser Facharbeit genauer analysieren.

3 Wer ist Archos?

Die französische Firma Archos SA (Societe Anonyme, franz. Unternehmensform für Aktiengesellschaften) ist ein börsennotierter Hersteller von Computerperipherie. Externe Festplatten und portable Multimediaplayer gehören hauptsächlich zu den Produkten der Archos SA. Seit kurzem ist die Firma jedoch auch in den Netbook-Markt mit dem Produkt "Archos 10" eingestiegen. Die Firma hat ihren Hauptsitz in Igny bei Paris (Frankreich) und wurde 1988 von Henri Crohas gegründet, der mit 35% Anteil am Kapital auch der grösste Aktionär ist. Der von Experten geschätzte jährliche Umsatz beträgt ca. 80 Mio. €.

Das Unternehmen hatte vor allem in den Jahren nach der Jahrtausendwende einen sehr guten Ruf aufgrund von leistungsstarken Innovationen bei den portablen Multimediaplayern. So war beispielsweise die erste MP3-Player-Reihe "Jukebox" sehr beliebt, aufgrund der Funktionalitäten, der eingebrachten Innovationen und der guten Verarbeitung beim fachkundigem Käuferklientel. Die Player fassten schon im Jahr 2000 bis zu 20 GB-Speicher (Festplatte), was zu diesem Zeitpunkt ein absolutes Novum darstellte und erst mit Apples großen iPod-Versionen später übertroffen werden konnte.

4 Technische Daten zum Archos 5

Eigenschaft Archos 5 Daten
Prozessor
  • Hauptprozessor: ARM CortexTM-A8, 32 bit, In-order, dual-issue, superscalar core @ 800 MHz
  • Zusätzlicher Prozessor: 32 bit DSP @ 430 MHz
Hauptspeicher 256MB (SD)RAM
Bildschirm Hochauflösender Touchscreen, 800x480 Pixel, 4,8“ TFT LCD, 16 Millionen Farben
Betriebssystem Android 1.5
Interner Massenspeicher
  • Variante 1:
    Flash-Speicher: 8 bis 32 GB (Erweiterbar durch Micro SDHC Karte bis 32 GB
  • Variante 2:
    Festplatte: 160 bis 500 GB
Interfaces
  • USB 2.0 Micro Anschluss
  • Micro SDHC (nur im Archos 5 Flash-Speicher)
  • Add-on Anschluss zur Verbindung mit DVR Station und anderen Archos-Add-ons
Kommunikation
  • WiFi (802.11 b/g/n)
  • Bluetooth 2.0
  • FM-Transmitter
  • FM-Receiver (RDS)
Sonstiges
  • Beschleunigungssensor zur automatischen Bildausrichtung
  • Eingebaute Lautsprecher
  • Eingebautes Mikrofon
  • Eingebauter Standfuß
Stromquelle
  • Intern: Lithium Polymer Akku
  • Laden über die USB-Schnittstelle eines Computers
  • Extern: Netz-Adapter (optional)
Akkulaufzeit (bei niedriger Hintergrundbeleuchtung)
  • Musik-Wiedergabe: bis zu 22 Stunden
  • Video-Wiedergabe: bis zu 7 Stunden
Abmessungen & Gewicht
  • Flash-Variante: 143,2x78,8x10,4 mm – 182g
  • Festplatten-Variante: 143,2x78,8x20 mm – 286g
Lieferumfang
  • Kopfhörer
  • Standard USB
  • DVR Station Adapter
Tabelle 2 - Technische Daten


Abb. 4: Archos 5 Internet Tablet
Abb. 4: Archos 5 Internet Tablet


5 Analyse

5.1 Produktmerkmale

Die technische Ausstattung des Archos 5 Internet Tablet hinterlässt einen vielversprechenden Eindruck. Jeder Punkt in den Produktausstattungen sorgt dabei für große Augen. Nicht nur die Festplattenplattengröße, mit der der Tablet-PC sogar mit aktuellen Notebooks konkurrieren kann, erweckt das Interesse für den „Alleskönner“. Auch das WLAN-Modul, welches sogar den schnellen n-Standard unterstützt, eignet sich hervorragend für die Nutzung aller Online-Dienste zuhause und unterwegs.

Die Größe des Gehäuses mit den Abmessungen 143,2mm x 78,8mm x 10,4 mm macht das Archos 5 zu einem transportablen Mini-PC, der gut in einer etwas größeren Hosentasche mitgeführt werden kann. Sowohl das Metallgehäuse als auch das Display wirken sehr stabil und solide verarbeitet, sodass Kratzer nur selten auftreten. Entgegen der hochwertigen Verarbeitung des Gehäuses spricht die hochglänzende Oberfläche des Displays, die zum einen jeden Fingerabdruck ablichtet, zum anderen die Nutzung im Freien bei ungünstigen Lichtverhältnissen unmöglich macht. Insgesamt hinterlässt der Portable Media Player (PMP) aber einen sehr guten Eindruck.

Das Archos 5 ist in mehreren Ausführungen erhältlich, die sich durch die Speichergröße unterscheiden – alle anderen technischen Daten bleiben gleich. Dabei nutzt Archos zwei unterschiedliche Technologien für die Speicherung von Daten. Version 1 ist mit einem Flash-Speicher ausgestattet mit einer Kapazität von 8, 32 oder 64 GigaByte. Zusätzlich kann die Flash-Version durch eine Micro-SD Karte bis zu 32GB erweitert werden. Wem das noch nicht genug ist, kann auch die Festplattenversion des Archos 5 wählen, die mit einer Kapazität von 160GB oder 500GB ausgeliefert wird. Optisch unterscheiden sich die beiden Versionen durch die Dicke des Gehäuses und dem Gewicht des Gerätes. Ein weiterer Unterschied macht sich beim Starten des Gerätes bemerkbar. Während die Flash-Version innerhalb von 10 Sekunden betriebsbereit ist, benötigt die Festplatten-Version fast die doppelte Zeit.[1]

Das Archos 5 verfügt lediglich über zwei mechanische Tasten, die sich auf der Oberseite des Gerätes befinden. Der erste Schalter hat gleich mehrere Funktionen. Die Hauptaufgabe ist die Ein- und Ausschaltung des Gerätes. Bei eingeschaltetem Zustand kann darüber hinaus der Flugmodus (Deaktivierung von WLAN und Bluetooth) aktiviert oder die virtuelle Tastatur auf dem Bildschirm eingeblendet werden. Bei dem zweiten Schalter handelt es sich um einen Kippschalter, der für die Lautstärkeregelung sorgt. Auf der linken Geräteseite wurde das PMP mit einer Klinkenbuchse zum Anschluss eines Kopfhörers ausgestattet. Direkt daneben bietet ein USB-Anschluss die Möglichkeit das Gerät mit dem Computer zu verbinden. Dieser dient zum Austausch von Daten und zum Laden des Akkus. An der Geräteunterseite findet sich neben den Verbindungspins für Archos-Zubehör wie der DVR-Station auch ein Einschub für eine Micro-SDHC Karte (nur bei der Flash Version). Auf der Rückseite des Gehäuses ist ein ausklappbarer Standfuß angebracht, der die Möglichkeit bietet den Media Player für Videowiedergabe senkrecht aufzustellen. Mit einem 4,8 Zoll großem Display und einer Auflösung von 800x480 Pixeln lassen sich Videos, Fotos, Emails und Internetseiten leserlich darstellen. Bei entsprechender Qualität des Videos können sogar Filme in HD-Qualität bis zu 720p abgespielt werden. So wie die meisten seiner Konkurrenzprodukte ist der Archos mit einem Beschleunigungssensor ausgestattet, der für eine optimale Ausrichtung des Bildschirminhalts je nach Lage des Gerätes sorgen soll. Hier zeigen sich jedoch erste Schwächen. Wenn der Tablet-Pc flach auf dem Tisch liegt oder unterwegs beim Laufen bedient wird, dreht sich er Bildschirminhalt teilweise unerwünscht. Ein zweiter Kritikpunkt ist, dass dieses Feature nicht überall unterstützt wird. Wie bereits beschrieben ist der Tablet-PC mit einem WLAN-Modul ausgestattet mit dem der Zugang zum Internet ermöglicht wird. Eine direkte Verbindung mit einem UMTS- oder 3G-Anbieter ist aufgrund der fehlenden Ausstattung des Archos ausgeschlossen.

Dafür punktet das Archos 5 im Bereich Navigation. Der eingebaute GPS-Empfänger macht die Navigation für Autofahrer und Fußgänger möglich. Auch die Bluetooth-Schnittstelle ist ein großer Vorteil des Archos. Über diese lassen sich einfach und bequem kabellose Headsets oder externe Eingabegeräte wie etwa eine Tastatur zum schnelleren Tippen verbinden. Auch kann diese Schnittstelle zum Fernbedienen kompatibler Bluetooth-Gadgets genutzt werden.


5.2 Android Betriebssystem

5.2.1 Was ist Android?

Abb. 5: Android 1.5 Startbildschirm
Abb. 5: Android 1.5 Startbildschirm

Android ist ein Betriebssystem, welches speziell für mobile Endgeräte wie z.B. Smartphones konzipiert wurde. Aber auch in Notebooks ist dieses OS einsetzbar. Die Android OS ist ein auf Linux basierendes Betriebssystem. Darüber hinaus verfügt diese Software aber auch über umfangreiche Bibliotheken, einer Laufzeitumgebung und mobile Schlüsselapplikationen. Dadurch diese Attribute ist es dem Endgerätehersteller möglich unter Nutzung von Android möglich, komplette Mobilfunkgeräte herzustellen. Android ist ein Open Source und somit kostenfrei. Da keine Lizenzgebühren zu entrichten sind, was es für Mobilfunkanbieter eine erhebliche Kosteneinsparung bedeutet, kann diese wiederum in die Entwicklung neuer Handys investiert werden oder es ermöglicht günstigere Handys an den Markt zu bringen. Dadurch das große Teile der Android Plattform Open Source sind, ermöglicht es den Applikationsentwicklern nicht nur die zur Verfügung gestellten Programmierschnittstellen zu nutzen, sondern viel tiefer in den Quellcode einzudringen. Mit dem Schritt zur Öffnung des Quellcodes wird eine breite Open Source Community angesprochen. Dies führt dazu, dass die Wahrscheinlichkeit stark steigt, dass innovative Softwareapplikationen entwickelt werden. Die Applikationen von Drittanbietern sind den vorinstallierten Apps gleichgestellt. Der Nutzer kann selbständig entscheiden, welche Applikationen er auf seinem Gerät haben möchte und kann diese beliebig austauschen. Dies ermöglicht neuen und innovativen Applikationen den Marktzugang. Um dem Entwickler die Programmierung zu erleichtern, wird diesem ein Android Plugin zur Verfügung gestellt, welches er auf der freien Entwicklungsumgebung Eclipse nutzen kann. Dadurch dass man sich für JAVA als Programmiersprache entschieden hat, wird eine weltweite Entwicklergemeinde angesprochen. Eine breite Unterstützung der Applikationsentwickler ist entscheidend, da diese die Treiber neuer attraktiver Applikationen sind.[2]

5.2.2 Open Handset Alliance

Unter der Führung vom Internetunternehmen Google, haben sich am 5. November 2007 insgesamt 34 Firmen zusammengeschlossen, um dann die Open Handset Alliance (OHA) zu gründen. Am 9. Dez. 2008 und etwas über ein Jahr später haben sich weitere 14 Unternehmen der OHA angeschlossen. Das OHA-Konsortium entwickelt gemeinsam die Softwareplattform Android und kommt aus folgenden Bereichen der Wirtschaft: Netzbetreiber, Halbleiter-/Chip-Firmen, Endgeräte-Hersteller, Software-Firmen, Vermarktungsfirmen.[3]

5.2.3 Anwendungen unter Android

Um eine bestmögliche Vermarktung der Applikationen zu gewährleisten, ist es eine zentrale Frage, wie der Nutzer die Applikationen bezahlen kann und wie sie am schnellsten auf das Endgerät übertragen werden können. Hier bietet der Android Market eine ausgereifte Lösung. Der Nutzer hat verschiedene Möglichkeiten sich über neue Applikationen zu informieren. Entweder er wählt über sein Endgerät aus einer Vielzahl von Apps aus oder er geht direkt im Internet unter http://www.android.com/market

Mit dem Archos 5 Internet Tablet kann der Benutzer auf die Online-Märkte für Android-Anwendungen zugreifen.[4]

5.2.4 Verbreitung

Die Zahl der Handys steigt, welche das OS Android und Googles Dienste verwenden. Der Konzern Google entwickelt die Software federführend, um mit seinem erfolgreichen Geschäftsmodell der Online-Werbung auch auf Handys und weitere mobile Endgeräte auszuweiten. Android-Geräte können nach Expertenaussagen bereits in wenigen Jahren das populäre Apple iPhone überholen. Der Start des OS Android lief am Anfang nicht gut und hakte bei der Anwendung. Inzwischen hat sich die Software nach mehrmaliger Überarbeitung aber bewährt und wird von vielen Anbietern von Endgeräten bevorzugt. Auch die großen Mobilfunkanbieter machen mit, weil man sich dadurch erhofft, die nachlassenden Einnahmen aus Telefonaten und SMS durch Datentarife auszugleichen. Marktforscher prognostizieren, dass bis zum Jahr 2012 rund 75 Millionen Endgeräte mit dem OS Android ausgestattet sind. Dadurch würde der Marktanteil von derzeit 2 auf 14,5 Prozent wachsen und somit das IPhone (Schätzung für 2012: 13,7 Prozent) und Microsft mit Windows Mobile (geschätzte 12,8 Prozent) überholen. Lediglich Nokia hätte mit 39 Prozent noch einen höheren Marktanteil.[5]

5.2.5 Chancen / Risiken

Wie bereits erwähnt hat Google eine Allianz geschlossen, die sogenannte „Open Handset Alliance“. Außer Marktführer Nokia, Apple und Blackberry Bauer RIM, haben sich alle Industriegrößen der Allianz angeschlossen. Der Konzern ködert sich Partner mit dem Versprechen, dass Android intuitiv ist und Spaß macht und zum Anderen, dass die Software kostenlos ist. Microsoft verlangt für sein OS Windows Mobile hingegen eine Lizenzgebühr in Höhe von 15 bis 25 Dollar pro Gerät. Diese Investitionen will Google über andere Wege wieder hereinholen. Umso mehr Handy-Besitzer auch unterwegs im Internet surfen und die Dienste von Google nutzen, desto häufiger hofft Google klicken die Nutzer auf die Werbeanzeigen. Nicht zuletzt wird dies auch durch Dienste wie E-Mail, Straßenkarten und Kalender unterstützt, die in der Software integriert sind. Die Suchanfragen von mobilen Geräten sind innerhalb des ersten Quartals 2010 um 30 Prozent gestiegen. Die US-Investmentbank Jefferies schätzt, dass Werbung im mobilen Internet Google bereits im laufenden Jahr 180 Millionen Dollar Umsatz einbringen wird. Im Jahr 2011 werden schätzungsweise 500 Millionen Dollar sein. Da Google im vergangenen Jahr ca. 22 Milliarden Dollar Jahresumsatz verzeichnen konnte, fällt dieser Betrag nicht ins Gewicht. Die Bedeutung lässt sich aber allein nicht in Dollar und Cent messen. Laut dem Analyst Youssef Squali ist Android für Google eine Art Lebensversicherung. "Google hofft, den Markt für Betriebssysteme weiter zu fragmentieren, um eine Machtkonzentration in der Hand von ein oder zwei Wettbewerbern zu verhindern."[6] Es soll keiner in der Lage sein, die Dienste des Internet-Unternehmens auszubremsen. Diese Präventivmaßname soll für alle Sparten Googles gelten und umfasst insbesondere Handy, Lesegeräte für elektronische Bücher und Netbooks, wo Android auch zum Einsatz kommen kann.[7]

5.3 Heimanwender

5.3.1 Multimedia

Video: Das hochauflösende Display mit einer Größe von 4,8“ kann Videos mit einer Auflösung von 800x480 Pixeln wiedergeben und eignet sich nicht nur deshalb hervorragend als Videoplayer. An einem Fernseher oder Computer angeschlossen werden sogar Videos bis zu 1280x720 Bildpunkten abgespielt. Dazu wird allerdings eine kostenpflichtige Docking-Station benötigt, die die Verbindung zwischen den beiden Geräten gewährleistet. Das Archos 5 unterstützt die gängigen Formate AVI, WMV, MPEG4, H.264, MKV und Flash-Clips. Mit einen 15 Euro teuren Plugin von Archos können H.264, WMV und MPEG-4 sogar in HD abgespielt werden. Je nach Variante stellt der Archos 5 genügend Speicher für zahlreiche Filme zur Verfügung. Die Festplattenversion mit 500 GB kann dabei sogar als Festplattenrekorder für zuhause dienen.

TV: Der direkte Empfang eines TV-Signals ist beim Archos 5 nicht vorgesehen. Hier ist man auf die Online-Dienste des gewünschten Fernsehsenders angewiesen.

Musik: Neben der Videofunktion kann der Archos auch als Musik-Player verwendet werden. Auch hier kommt er mit den bekanntesten Formaten zurecht: MP3, AAC, WMA, FLAC, Ogg Vorbis, WAV. Ist der Player über das WLAN mit einem Netzwerk verbunden, kann auch Musik von einem externen Speichermedium abgespielt werden.

Radio: Der integrierte UKW-Receiver ermöglicht den Empfang und das Abspielen von Radiosendern. Diese Funktion wurde von Archos ohne Mängel einwandfrei umgesetzt. Der UKW-Transmitter schafft es dagegen nicht ein gutes Signal mit ordentlicher Qualität an ein anderes Radio zu schicken. Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass für die Verwendung dieser Funktion der Anschluss eines Kopfhörers erforderlich ist, der dann als Antenne dient, andernfalls kann diese Funktion nicht genutzt werden.

Bildbetrachter: Ähnlich wie die Konkurrenzprodukte bietet das Archos auch einen mitgelieferten Bildbetrachter an, der die Formate JPEG, BMP, GIF und PNG unterstützt. Durch leichtes Schieben des Fingers auf dem Display kann zwischen den einzelnen Bildern navigiert werden. Die einstellbare Diashow mit ausgewählten Bildern kann mit Übergangseffekten und Hintergrundmusik versehen werden. Diese Funktionalität kann im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten jedoch nicht positiv bewertet werden. Der Grund dafür ist die Performanz des Übersichtsseite und des einzelnen Bildes als solches. Unabhängig von der Größe des Bildes benötigt das Internet Tablet etwa 1 Sekunde, um eine Thumbnail davon auf der Übersichtsseite darzustellen. Hier besteht unbedingt Verbesserungsbedarf.

Gaming: Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten Videospiele auf dem Archos 5 auszuführen. Die erste Möglichkeit bietet der AppLib-Store, in dem auch Videospiele auf das Archos heruntergeladen werden können. Derzeit ist die Auswahl an Videospielen im archos-eigenen Anwendungsmarktplatz aber eher gering. Die immer größer werdende Verbreitung des Betriebssystems Android gibt aber Hoffnung in naher Zukunft eine größere Auswahl an Videospielen vorfinden zu können. Die zweite Möglichkeit den Archos als Spielekonsole zu verwenden bietet der vorinstallierte Flash-Player, mit dem Flash-Spiele über den Browser gespielt werden können.


5.3.2 Internet

Abb. 6: Archos 5 Internethandling
Abb. 6: Archos 5 Internethandling

Um die vielen Multimedia-Funktionen auch online nutzen zu können, ist das Archos 5 mit einem WLAN-Modul ausgestattet. Dieses unterstützt die Standards b, g und sogar den schnellen n-Standard. Mit dieser Funktion kann man sich jederzeit von zu Hause oder an öffentlichen Plätzen über Hotspots ins Internet einwählen. Für unterwegs bietet Archos ein Bluetooth-Modul an, mit dem eine Verbindung zu einen UMTS-fähigen Mobiltelefon aufgebaut werden kann, das dann als Modem mit der Außenwelt kommuniziert. Das große Display sorgt dafür, dass die meisten Seiten ohne mühseliges Zoomen im vollen Umfang angezeigt werden können. Da der Archos 5 eigens für die Mitnahme außerhalb der heimischen 4 Wände entwickelt wurde, ist die Bluetooth-Funktion hier besonders hervorzuheben. Dadurch wird die fehlende Möglichkeit auf das Internet über das Netz eines Mobilfunkbetreibers zuzugreifen umgangen.

Bei dem vorinstallierten Browser handelt es sich um einen Standard-Android Browser, der mit den Fingern geschwenkt werden kann. Die Zoom-Funktion lässt sich über die Zoom-Schaltflächen im Browser bedienen. Der Benutzer kann über die Einstellungen des Browers wählen, ob die Webseiten um vollen Umfang oder die Handy-optimierten Webseiten angezeigt werden sollen. Ähnlich wie bei Browsern auf Desktop-PCs unterstützt der Andorid-Browser neben der Speicherung einer Chronik auch das Hinterlegen von Lesezeichen und das Öffnen mehrere Fenster (Tabs). Zusätzlich umfasst der Browser die sicherheitsrelevanten Funktionen wie ein Pop-up-Blocker, Cookie-Kontrolle, Passwort-Storage. Eines der überraschenden Features des Browsers ist die Geschwindigkeit der JavaScript-Decodierung. JavaScript-lastige Seiten wie Google-Mail oder Google-Books werden erstaunlich schnell aufgerufen. Als Kritikpunkt ist zu nennen, dass mangels Hardware-Tasten ein ständiger Bedarf an Bedienelementen auf dem Bildschirm besteht, die einen sehr großen Teil auf des Displays einnehmen. Hier sollte eine Lösung gefunden werden, die Elemente bei Nicht-Gebrauch automatisch auszublenden. Weiterhin ist zu nennen, dass die Flash-Unterstützung des Browser nicht fehlerfrei umgesetzt wurde. Umfangreichere Flash-Protale können mit der aktuellen Browser-Version nicht genutzt werden. Zusammenfassend handelt es sich aber um einen Browser, der hinsichtlich der Geschwindigkeit auf Smartphones einen riesigen Schritt nach vorne macht.

Neben dem Browser, der in die Kategorie Internet fällt, bietet Archos mit seinem Marktplatz AppLib-Store die Möglichkeit durch zahlreiche Apps den Tablet-PC so zu erweitern, dass der Zugriff auf das Internet erleichtert wird. Diese können dazu genutzt werden, die momentan fehlerhafte Darstellung von Flash-Inhalten dennoch abzurufen. Auch im Bereich Social-Networking sind unzählige Möglichkeiten vorhanden, um auf Facebook, Twitter und Co. schnell und komfortabel Nachrichten abzurufen oder einzustellen.

5.3.3 GPS

Abb. 7: Archos 5 GPS Navigation
Abb. 7: Archos 5 GPS Navigation

Gegenüber den meisten Wettbewerbern verschafft sich Archos mit der GPS-Funktion einen großen Vorteil. Wer diese Funktion jedoch nutzen möchte, muss zusätzlich zum Anschaffungspreis einmalig 49 Euro zahlen, dafür erhält man Kartenmaterial für Europa, eine deutsche Stadt nach Wahl in 3D und eine Halterung zur Anbringung des Players im Auto. Neben der visuellen und auditiven Navigation unterstützt die Software auch den Modus „Points of Interest“, der Sehenswürdigkeiten mit Informationsmaterial in der Umgebung anzeigt. Außerhalb von Straßen und Verkehr kann zudem der „Adventure-Mode“ aktiviert werden, der die Nutzung sogar für Wanderer möglich macht. Die Praxis zeigt allerdings, dass die Navigationsfunktion mit herkömmlichen Navigationsgeräten nicht mithalten kann. Für die Ermittlung des aktuellen Standorts benötigt das Archos teilweise auffällig lange. Zudem kann auch nicht auf die Richtigkeit des ermittelten Standortes vertraut werden. Im Fußgänger-Modus stößt das Archos 5 ebenfalls auf seine Grenzen. Durch die langsameren Bewegungen als Fußgänger im Gegensatz zum Auto verwechselt die Navigationssoftware häufig die Richtigkeit, in die man unterwegs ist. Die Navigation im Auto funktioniert dagegen erstaunlich gut.[8]

5.3.4 Anwendungen

Das Archos 5 Internet Tablet profitiert hinsichtlich der Auswahl von Anwendungen durch das Open-Source-Betriebssystem Android. Durch die immer größer werdende Community steigt die Anzahl und Vielfältigkeit der Anwendungen erstaunlich schnell an. Dies macht es möglich den Tablet-PC den Bedürfnissen entsprechend anzupassen und nahezu wie ein Desktop-PC nutzen zu können.

5.4 Professionelle Anwender

5.4.1 Anwendungs- und Applikationsentwicklung

Abb. 8: Android OS Schichten
Abb. 8: Android OS Schichten

Mit Hilfe des von Google geschaffenem Android Betriebssystems, welches als freie Software und quelloffen für jedermann zur Verfügung steht, ist es dem Benutzer eine großte Plattform gegeben worden, auf Basis welcher er Anwendungen selbst zu programmieren kann. Aufgrund der Basis des Linux Kernel 2.6 wird den Entwicklern ermöglicht sehr schnelle und innovative Applikationen zu programmieren. Der Linux Kernel wurde vor allem für Kern-Services benutzt, wie zum Beispiel der Security, dem Memory Management oder dem Prozessmanagement. Zudem dient der Kernel als "Abstraction Layer" zwischen der Hard- und der Software, was meint, dass man bei der Programmierung in Android über den Linux Kernel auf Hardwarefunktionalitäten zugreifen und Einfluss nehmen kann. Durch die sehr hardwarenahe Programmierung in einem Linux Kernel, kann der Entwickler die Vorteile aus der gegebenen Hardware herausholen. Der Ideen und Innovationen, um die das Android Betriebssystem erweitern werden können sind sehr vielfältig und nahezu grenzenlos. Der Entwickler hat den vollen Zugriff auf das gleiche API-Framework, die auch durch die Kern-Applikationen des Android-Betriebssystems genutzt werden.

Abb. 9: Android Logo
Abb. 9: Android Logo

Android bietet eine große Breite an Möglichkeiten und lässt sich daher mit normalen Desktop-Betriebssystemen wie Microsofts Windows oder Apples MacOS vergleichen. Wie bereits erwähnt läuft Android auf einem Linux-Kernel. Android-Anwendungen werden in der Programmiersprache Java geschrieben. Kompiliert und ausgeführt wird der programmierte Code allerdings in einer Open-Source-Virtual-Machine ("Dalvik-Virtual-Machine"), welche Teil des Android-Entwicklerpakets für Eclipse ist. Daher ist der einfachste Weg um mit dem Entwickeln zu beginnen das Herunterladen des Android SDK und dem Eclipse-IDE. Innerhalb von Eclipse lässt sich ohne größeren Aufwand das Android-Developer-Plug-In einladen um mit der Entwicklung von Android-Anwendungen zu beginnen. Dadurch das Eclipse eine umfangreiche Java-Umgebung bietet, ist es ideal zur Programmierung von Android-Applikationen.

Selbstverständlich ist es auch möglich ohne Eclipse Android-Applikationen für das Archos 5 Internet Tablet zu programmieren, jedoch muss der Entwickler sich in diesem Falle sehr gut mit der Android SDK auskennen und genügend Programmiererfahrung mitbringen.

Das Android SDK bringt eine Reihe von Grundvoraussetzungen zur Entwicklung von Android-Anwendungen mit. Im klassischen SDK-Paket sind folgende Kernelemente enthalten: android.jar, Java-Archiv-Datei enthält alle notwendigen Klassen zur Entwicklung von Anwendungen documention.html und docs-Verzeichnis, Die SDK-Dokumentation ist lokal und im Web bereitgestellt. erleichtern die Navigation durch die einzelnen Java-Docs. Die Dokumentation enthält auch einen sehr guten Development Guide und Links zur Android-Community. Proben-Verzeichnis, Das Proben Unterverzeichnis enthält vollständigen Quellcode für eine Vielzahl von Anwendungen, einschließlich ApiDemo, den API-Übungen. Die Beispielanwendung ist ideal zum Erkunden der Android Development Application. Tools-Verzeichnis, Enthält alle Kommandozeilen-Tools zum Erstellen von Android-Anwendungen. Die am häufigsten eingesetzten und nützliches Werkzeug ist das ADB-Dienstprogramm (Android Debug Bridge). usb_driver, Dieses Verzeichnis enthält die erforderlichen Treiber für die Entwicklungsumgebung um auf androidfähige Geräte zu verbinden

Man erkennt sehr schnell, dass Archos mit der Wahl eines quelloffenen Betriebssystems in vielen Punkten richtig liegt, da man sich der sehr schnelllebigen und immer stärker anwachsenden Community im Netz anschließt. Nicht zuletzt ist der Initiator des Android-Betriebssystem, der Internetriese Google, bei allen Entwicklungen auf dem Markt mitbetroffen. Daher ist einem vergleichsweise kleinem Unternehmen wie Archos gut daran getan, sich auch bei den nächsten Entwicklungen eigener Produkte auf die Basis der Android-Plattform zu berufen. Der Trend in dieser Branche geht, fernab von der Isolation des Apple-Konzerns welche Ihres gleichen sucht, definitiv in die Richtung gemeinsamer Betriebssysteme, gemeinsamer Plattformen und Entwicklungsumgebungen. Durch die Entwicklung eigener Applikationen und Anwendungen innerhalb des Android Betriebssystems bekommt der User eines Tablet-PC wie dem Archos 5 Internet Tablet eine ganz neue Dimension der Individualisierung gezeigt

5.4.2 Community

Durch die schon erwähnte Open-Source-Basis des Android-Betriebssystems, ergibt sich auch ein reger Austausch zwischen Hobby-Usern und Programmierern in vielen verschiedenen freizugänglichen Foren. So kann auch der professionelle Benutzer des Archos 5 Internet Tablet sich im Internet über alle wichtigen Informationen rund um die Entwicklung von Android Anwendungen informieren, sich zu neuen Anwendungen austauschen oder weitere Tipps von erfahrenen Programmierern innerhalb der Foren erhalten um die eigenen Entwicklungen in der Android-Plattform weiter zu verbessern. Hierbei sollte jedoch bedacht werden, dass es sich um kostenlose Foren handelt, womit natürlich die Qualität der jeweiligen Beiträge stark vom Nutzer abhängt. In kostenpflichtigen Communities wird hingegen stark auf Qualität geachtet. Während der Recherche zu diesem Themenpunkt sind mehrfach starke Qualitätsunterschiede zwischen den Beiträgen einzelner Foren aufgefallen. Daher gilt es sich vorab einen genauen Blick über die jeweilige Community und bereits bestehenden Diskussionen und Beiträgen zu verschaffen, bevor der Entwickler selbst aktiv wird.

Es besteht für jeden Entwickler die Möglichkeit, seine fertigen Anwendungen in Android-Appstores kostenlos oder kostenpflichtig anzubieten. So kann der Entwickler für die Arbeit an der Anwendungsentwicklung entlohnt werden. Entwickler, deren einzige Motivation ist, mit den programmierten Anwendungen Geld zu verdienen, sollte sich eine gute Nische aussuchen, da es für alle Hauptgenres bei den Android-Anwendungen sehr viele Entwickler gibt, die, zum Teil kostenlos, erstklassige Arbeit zum Download bereitstellen. Als besonders profitabel hat sich vor allem das Genre der Games herausgestellt, welche derzeit den größten Prozentteil aller Anwendungen in den Appstores ausmachen.

5.4.3 Möglichkeiten über Android hinaus

Abb. 10: Linux Pinguin (Logo)
Abb. 10: Linux Pinguin (Logo)

Aufgrund der bereits geschilderten Linux-Basis gibt es beim Archos 5 Internet Tablet weitere Möglichkeiten für Benutzer mit Sinn für Individualität. Archos hat das Gerät komplett geöffnet, so dass der affine User die vollständige Kontrolle übernehmen kann. Kreative Entwickler können durch diese Möglichkeit Ihr Betriebssytem weiter modifizieren oder mit einer Linux-Distribution auf dem Archos 5 Internet Tablet arbeiten. So gibt Archos dem versierten Kunden größtmögliche Freiheit zur Entfaltung und Entwicklung der eigenen Vorstellungen. Möglich ist das durch das Dual OS Verfahren von Archos, welches den Wechsel auf die Linux-Distribution "Ängström" ermöglicht. Das Unternehmen geht mit dieser Entkoppelung einen ganz anderen Weg als es beispielsweise Apple mit dem stark isolierten Betriebssystem MacOS macht. Archos gibt jedoch die eindeutige Empfehlung heraus, dass nur erfahrene Entwickler mit dieser Distribution arbeiten sollten, da es eine Menge Hintergrundwissen benötigt um fehlerfrei arbeiten zu können.

5.5 Marktanteile

5.5.1 Marktverbreitung

Wenn wir den direkten Vergleich zu einem der Hauptkonkurrenten Apple ziehen, was die Marktverbreitung und die Vertriebswege angeht, so stellt man schnell fest, dass Archos keine große Priorität den Werbewegen zuweist. Weder den älteren Werbewegen (TV, Printmedien, Radio etc.) noch in den neueren Werbewegen über das Internet und Schaltungen auf Webseiten von Fachmagazinen wird aktiv geworben. Archos beschränkt die Werbung meist auf einzelne Events und Veranstaltungen wie zum Beispiel die Cebit in Hannover. Jedoch sollte dem Unternehmen bei dieser Strategie klar sein, dass nur die kundige Fachpresse sowie fachlich interessierte an derleit Messen teilnehmen.

Abb. 11: Archos Produktkalender 2010
Abb. 11: Archos Produktkalender 2010

Hieraus kann man die Einstellung der Archos-Führung ableiten, dass man sich bewusst auch weiterhin als Nischenanbieter darstellen möchte. Wirkliches Marketing beschränkt sich bei dem Archos 5 Internet Tablet auf die eigenen Homepage, auf welcher das Produkt in allen Facetten und Funktionen aufgeführt wird (vergl. mit Link).[9]

Einen Vorteil hat diese Marketingstrategie allerdings, es wird sehr viel Geld für Werbemaßnahmen gespart. Schaut man sich die Umsatzzahlen von Archos an (welche 2008 bei rund 75 Mio. € lagen) erkennt man, dass das Unternehmen nicht das gleiche Werbebudget auffahren kann wie die großen Konkurrenten. Durch rückläufige Umsatzzahlen war das Unternehmen vor wenigen Monaten dazu gezwungen, etwas an der Basis zu arbeiten und ein neues Konzept zur Marktpositionierung vorzustellen. Eines der Resultate dieses Konzepts ist der auf der Abbildung erkennbare Produktkalender für 2010.

Bei der Distribution Ihrer Produkte setzt Archos auf unterschiedliche Kanäle. Im Fokus ist, wie bei allen Herstellern dieser Größenordnung, der Onlinehandel. Aber auch in Fachgeschäften und Elektronikmärkten, wie zum Beispiel Media Markt, Saturn, sind Archos Artikel zu erwerben. Eine genaue Aufstellung der Vertriebspartner kann man unter Archos.com erfahren. [10]Insgesamt hat Archos über 12.000 Vertriebspartner weltweit und sind damit sehr breit aufgestellt für die Zukunft.

5.5.2 Verbreitungspotenziale

Für die Zukunft des Unternehmens wird es zunehmend wichtig, dass auch weiterhin die Qualität der Produkte gewährleistet ist, damit das fachkundige Käuferklientel auch in Zukunft auf Produkte von Archos achtet und man nicht weitere Anteile an Apple und Co. abgeben muss. Hier ist das Unternehmen leider in den letzten Jahren immer wieder mit negativen Berichten zu Firmware und Produktqualität aufgefallen und hat den vormals sehr guten Stand in der Branche und beim Käuferklientel eingebüßt.

Mit Blick auf möglichen Marketingpotenziale hat sich aus dem bisher geschilderten Punkten eine Fülle an Potenzialen ergeben, die von Archos genutzt werden können. Um das große Netzwerk an Vertriebspartner effektiver benutzen zu können, sollte Archos in verschiedene Online- wie auch Offlinewerbemaßnahmen investieren. Im Rahmen eines intelligent angelegten Werbekampagen, welche auf die Zielgruppen ausgelegt wird, sollte man in der Lage sein Marktanteile wiederzugewinnen. Insbesondere bei den Hobby-Internet-Nutzern, die eine schnelle Plattform zur Abwicklung der wichtigsten Internetanlässe benötigen (E-Mail lesen und schreiben, Social-Networking, Nachrichten etc.) wäre eine Werbekampagne durchaus sinnvoll. Zumal dieses Klientel überdurchschnittlich preissensibel ist und eine gute und günstige Alternative zu Apple-Produkten suchen.

Durch den sehr umfangreichen Werbeweg von Apple in den letzten Wochen und Monaten konnte auch die Konkurrenz wieder Interesse auf Ihre Alternativen zum iPad / iPhone lenken. Was sich erst widersprüchlich anhört, gewinnt bei genauerer Betrachtung an Form und Sinn, denn in nahezu jedem Testbericht der Apple-Produkte von Fachzeitschriften werden Konkurrenzanalysen bezüglich unterschiedlicher Kriterien vorgenommen. Insbesondere bei den preisbezogenen Kriterien ist Archos mit dem Archos 5 internet tablet meist eine genannte Alternative.




6 Fazit

Im Rahmen der Analyse haben sich einige Vor- und Nachteile des Archos 5 Internet Tablet herausgestellt, welche im folgenden Fazit aufgewogen werden um zu einem abschließendem >Statement< zu kommen.

Bei der Betrachtung der Grundausstattung wird deutlich, dass Archos mit dem Internet Tablet versucht Apple und anderen Tablet PC Herstellern Marktanteile abzugreifen, denn die Grundausstattung sowie die installierte Software kann sich sehen lassen. Ein großer Nachteil ist jedoch, dass man für Features wie TV-Ausgang oder Videorecorder teures Zubehör kaufen muss. Gerade in diesem meist sehr preissensiblen Marktsegment kann das ein KO-Kriterium für den Kauf des Produkts sein. Da das Tablet in unterschiedlichen Preissegmenten mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen veröffentlich wurde, werden ebenso verschiedene Käuferschichten angesprochen. Diese Marktaufstellung ähnelt der Aufstellung von Apple, welche ebenfalls die Flashspeichergröße bei den jeweiligen Preissegmenten variieren. Man gibt somit dem Kunden die Möglichkeit in sehr unterschiedlichen Preisbereichen sich für das Archos 5 Internet Tablet zu entscheiden.

Durch die Wahl des Android Betriebssystems und damit verbundenen Abkapselung der bisher genutzten Firmware hat Archos mit dem Archos 5 Internet Tablet einen großen Schritt für den zukünftigen Aufbau der nächsten Generationen von Tablet PCs gemacht. Mit Hilfe des Android Betriebssystems kann das Internet Tablet einige Pluspunkte sammeln. So ist zum Beispiel für einen Hobby-Entwickler wie auch für einen professionellen Entwickler die hohe Individualität bei der Programmierung mit dem Android Development Kit ein positiver Punkt. Diese und ähnliche Feature ermöglichen innovative Applikationen für die Android-Plattform zu entwickeln und dem Android-Market zur Verfügung zu stellen.

Der Archos 5 Internet Tablet gefällt als umfangreicher Mediaplayer insbesondere durch das große und hochauflösende Display. Hier ist die größte Stärke, die Wiedergabe von Videos und Filmen. Dadurch sollten besonders Benutzer, die nach einem leistungsstarkem Mediaplayer Ausschau halten, von dem Internet Tablet angesprochen werden. Für alle Aktivitäten im Internet (Surfen, E-Mail, Instant Messaging etc.) gibt es Applikationen im Android Market, somit ist das Tablet einfach erweiterbar. Doch auch die vorinstallierten Applikationen erfüllen Ihren Zweck. Der Android-Startbildschirm ist in drei Bereiche aufgeteilt und bietet Platz für Widgets und Verknüpfungen. Die Menüs reagieren bisweilen etwas lahm und ruckeln, und viele der vorinstallierten Anwendungen starten eher behäbig.

Nachteilig verhält sich auch die Oberfläche des Archos 5, was dem entsprechend negativ auf den Bedienkomfort innerhalb des Android-Menüs fällt. Des weiteren verursachen einige Applikationen Abstürze des Systems, wodurch das Gesamtbild des Archos 5 getrübt wird.

Als Fazit für das Archos 5 Internet Tablet lässt sich zusammenfassen, dass es viele verschiedene Zwecke erfüllen kann, welche im Detail im Rahmen dieser Fallstudie erläutert wurden. Allerdings wird in einigen Testberichten auch detailliert auf die Fehler- bzw. Absturzanfälligkeit des Tablets hingewiesen, so kann keine uneingeschränkte Kaufempfehlung ausgesprochen werden. Wenn Archos die bestehenden Fehler jedoch anhand von Updates und Bugfixes behebt, kann das Tablet eine preisgünstige Alternative zum iPad von Apple werden.

7 Anhang

7.1 Fußnoten

  1. Vgl.: netzwelt.de
  2. Vgl.: Android (2009), S. 1
  3. Vgl.: Android (2009), S. 10
  4. Vgl.: Android (2009), S. 10
  5. Vgl.: Android (2009), S. 51
  6. Vgl.: Spiegel.de (2010)
  7. Vgl.: Spiegel.de (2010)
  8. Vgl.: Carrypad.com
  9. Vgl.: archos.com (Vorstellung)
  10. Vgl.: archos.com (Vertriebsnetze)


7.2 Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung Bedeutung
ADBAndroid Debug Bridge
APIApplication Programming Interface
AVIAudio Video Interleave
BMPBasic Multilingual Plane
DINDeutsches Institut für Normung
GIFGraphics Interchange Format
GPSGlobal Positioning System
HDHigh Definition
IDEintegrated development environment
JPEGJoint Photographic Experts Group
MPEGMoving Picture Experts Group
LCDLiquid Crystal Display
OHAOpen Handset Alliance
OLEDorganic light emitting diode
OSOperating System
PDAPersonal Digital Assistant
PMPPortable Media Player
PNGPortable Network Graphics
SASociete Anonyme
SDSecure Digital
SDKSoftware Development Kit
SDHCSD High Capacity
UKWUltrakurzwelle
UMTSUniversal Mobile Telecommunications System
USBUniversal Serial Bus
WLANWireless Local Area Network
WMVWindows Media Video

7.3 Abbildungsverzeichnis

Nr. Abbildung Quelle
1Dynabookhttp://www.mat.ucsb.edu/~g.legrady/academic/courses/03w200a/multidimensional/interface/images/dynabook.jpg
2Dynapadhttp://www.computermuseum.li/Testpage/Toshiba-Dynapad-1992-2.jpg
3Tablet PC mit Windows XP Tablet Editionhttp://de.wikipedia.org/wiki/Tablet-PC
4Archos 5 Internet Tablethttp://www.archos.com/img/archos_5it/download/ARCHOS-5_8-32.jpg
5Android 1.5 Startbildschirmhttp://www.htc.com/hero/m/img/S_Add_to_Home.png
6Archos 5 Internethandlinghttp://www.archos.com/img/archos_5it/Internet.jpg
7Archos 5 GPS Navigationhttp://www.archos.com/img/nox_main/elem_gen7/screen_video/12-GPS.jpg
8Android OS Schichtenhttp://developer.android.com/guide/basics/what-is-android.html
9Android Logohttp://www.android.com/images/brand/droid.gif
10Linux Pinguin (Logo)http://www.open-of-course.org/courses/file.php/24/linux-logo-full.jpg
11Archos Produktkalenderhttp://www.archos.com/corporate/investors/financial_doc/Investor_Presentation.pdf2010

7.4 Tabellenverzeichnis

Nr. Tabelle
1Merkmale Tablet-PC
2Technische Daten

7.5 Literaturverzeichnis

Android (2009) Mosemann, Heiko; Kose, Matthias: Android. Anwendungen für das Handy-Betriebssystem erfolgreich programmieren. 1. Auflage 2009
archos.com (Vorstellung) Archos Inc.: Archos 5 Internet Tablet, URL: http://www.archos.com/products/imt/archos_5it/index.html?country=de&lang=de (03.05.2010)
archos.com (Vertriebsnetze) Archos Inc.: Archos 5 Internet Tablet, URL: http://www.archos.com/corporate/investors/index.html?country=de&lang=de&p=2 (03.05.2010)
Spiegel.de Spiegel.de.: Google will ins Web, URL: http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,657655,00.html (03.05.2010)
carrypad.com Carrypad: Archos 5 Internet Tablet (Android, 32GB SSD) In-Depth Review., URL: http://carrypad.com/2009/12/06/archos-5-internet-tablet-android-32gb-ssd-full-review/ (06.05.2010)
netzwelt.de H2 media factory GmbH, Andiod PMP, URL: http://www.netzwelt.de/news/80719-android-pmp-archos-5-internet-tablet-kurztest.html (06.05.2010)
Persönliche Werkzeuge