RFID als Marken- und Diebstahlschutz
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1 Einführung
Bereits heute wird die RFID-Technologie in einigen Bereichen eingesetzt. Viele Menschen kommen täglich mit ihr in Berührung, ohne von RFID und den mit dieser Technik verbundenen Möglichkeiten zu wissen.
Berührungspunkte mit der Technologie gibt es sowohl im beruflichen Umfeld, wo RFID für die Zutrittskontrolle und Zeiterfassung genutzt werden kann, als auch im privaten Bereich, z.B. in Automobilen oder bei Sportveranstaltungen.
Der Vorteil von RFID und damit auch ein Grund für den Einsatz in den verschiedensten Bereichen, ist neben der flexiblen Verwendbarkeit auch die Tatsache, dass gleichzeitig mehrere RFID-Tags gleichzeitig von einem Leser erfasst werden können, ohne dass Sichtkontakt zwischen Leseeinheit und Tag bestehen muss.
2 Spezielle Einsatzmöglichkeiten von RFID
Bei der Betrachtung von speziellen Einsatzmöglichkeiten von RFID beschränkt sich diese Fallstudie auf zwei Anwendungsbereiche der zuvor erläuterten Technik. Beide Bereiche werden bereits heute teilweise durch RFID unterstützt. Es handelt sich bei diesen umd den Marken- und den Diebstahlschutz.
Im Folgenden wird beschrieben, wie der Marken- und Diebstahlschutz durch den Einsatz von RFID optimiert und ausgeweitet werden kann.
2.1 Markenschutz
Fälschungen und Manipulationen bedrohen heutzutage alle namhaften und großen Markenhersteller. Je besser ein Hersteller am Markt positioniert ist, desto größer ist die Gefahr für ihn, Opfer von Plagiaten und Fälschungen zu werden. Hierbei machen die global agierenden Fälscherbanden vor keinem Industriezweig halt.
Egal ob Automobil oder Maschinenbauindustrie, Bekleidungs- oder Sportartikelindustrie, Musik- oder Luxusgüterindustrie oder pharmazeutische Industrie, alle stehen vor der Problematik der Produktpiraterie.
Der wirtschaftliche Schaden für die Markenhersteller belauft sich allein in Deutschland auf rund 30 Milliarden Euro im Jahr. Mehr als 300 Milliarden Euro Schaden entstehen pro Jahr weltweit. Der Handel mit gefälschten Produkten macht etwa 5 bis 7% des gesamten Weltmarkthandels aus.
Dieser Umsatz- und Ertragsverlust bremst nicht nur die Innovationskraft der Unternehmen, sondern gefährdet auch viele Arbeitsplätze bei den betroffenen Unternehmen. Allein in Deutschland werden jährlich 70.000 Arbeitsplätze durch die Produktpiraterie gefährdet und teilweise sogar abgebaut. [1]
Die wirtschaftlichen Verluste durch die Fälschungen und den illegalen Nachbau und Vertrieb sind erst der Anfang. In der Regel produzieren Fälscher mit minderwertigen und teilweise sogar gesundheitsschädlichen Materialien. Aus diesen minderwertigen Materialien können Materialschwäche, Fehlfunktionen und eine geringe Produktsicherheit folgen. Neben den Risiken für den Endverbraucher entsteht auch noch ein allgemeiner Vertrauensverlust in die Marke.
Da der Endbenutzer nicht unbedingt zwischen einem Original und einem Plagiat unterscheiden kann, rechnet er die schlechte Qualität oft dem Originalhersteller zu. Der Imageschaden für den Hersteller kann schwer wiegen und zu einem weiteren Umsatzverlust führen.
Zusätzlich entstehen Haftungsprobleme. Konnen Fälschungen nicht gerichtlich bewiesen werden, liegt die Produkthaftung voll beim Markeninhaber und dieser haftet fü alle Schäden, welche durch das Produkt hervorgerufen werden.
Fast jedes Produkt, welches auf dem Markt gefragt ist, wird in China und in anderen Ländern ohne Lizenz kopiert. In den meisten Fällen versuchen die geschädigten Markeninhaber eigenständig gegen Produktpiraterie vorzugehen und so zu ihrem Recht zu kommen. Nur in den seltensten Fällen haben sie damit Erfolg.
Patentschutz und Gesetze greifen in den Fäscherländern oft nicht richtig. Um dem Problem effektiv entgegen zu treten reicht es nicht aus, der Produktpiraterie durch Gesetze Einhalt zu bieten. Es ist erforderlich Produkte, Maschinen und Ersatzteile so zu konstruieren, dass eine Nachahmung ausgeschlossen ist. Hierfür eignet sich eigentlich nur eine während der Produktion angebrachte manipulations- und fälschungssichere Kennzeichnung bzw. ein ins Produkt integrierter Kopierschutz. [2]
2.1.1 Anwendungsgebiete
Die RFID Technologie ermöglicht verschiedensten Industriezweigen Marken und Produkte vor Plagiaten zu schützen. Dadurch können der aus Plagiaten resultierende Vertrauensverlust beim Kunden und alle weiteren negativen Konsequenzen verringert werden.
2.1.1.1 Pharmaindustrie
- Die Pharmaindustrie hat aus mehreren Gründen großes Interesse daran, ihre Produkte zu schützen. Zum einen beträgt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Marktanteil gefälschter Medikamente weltweit mindestens zehn Prozent. [3] Zum anderen können gefälschte Medikamente ein großes gesundheitliches Risiko für den Endverbraucher darstellen. Pharmaunternehmen erwägen daher den Einsatz von RFID-Systemen, welche eine vollautomatische Echtheits- und Funktionsüberwachung ermöglichen. Die hierfur eingesetzten RFID-Chips werden Smart-Label genannt und sind mit individuellen Sicherheitsmerkmalen, sowie einem passiven Transponder ausgestattet. Auf diesen Chips können die fur die späteren Kontrollen benötigten Informationen gespeichert werden. Bei den Kontrollen werden diese Informationen dann ausgelesen. Falls erforderlich werden weitere Informationen auf den Smart-Labeln gespeichert, welche hierbei auf jeder einzelnen Verpackung eines Medikaments oder auf z.B. einer Palette mit mehreren Medikamenten, angebracht werden. Durch diese Methode können die Medikamente während der gesamten Wertschöpfungskette hinweg identifiziert und verfolgt werden. So können Originalmedikamente geschützt und Fälschungen ausgeschlossen werden.
2.1.1.2 Automobilindustrie
- Auch die Automobilindustrie hat mit gefälschten Produkten zu kämpfen. Gefälschte Ersatzteile von minderer Qualität schädigen nicht nur den Ruf eines Automobilherstellers, sondern bringen den Kunden in Gefahr. Wichtige Teile wie Airbags und Bremsen stellen bei minderwertiger Qualität ein ernstzunehmendes Risiko dar. Ein RFID-System kann auch in der Automobilindustrie die passende Lösung sein. Auf einem Ersatz- oder Anbauteil angebracht, kann mithilfe des Chips der Weg über die gesamte Lieferkette hinweg verfolgt werden und vor dem Einbau in ein Fahrzeug die Herkunft des zu verbauenden Teils geprüft werden. Zudem gibt der Chip die Möglichkeit, andere nützliche Informationen, wie z.B. Garantieansprüche und Nutzungsdauer, zu speichern.
2.1.1.3 Weitere Industriezweige
- Die bisher erwähnten Methoden können genauso fur die Bekleidungs- und Sportartikelindustrie, sowie für die Musik- und Luxusguterindustrie angewendet werden. Kleidungsstücke, wie Schuhe und Hosen, oder Unterhaltungsmedien, wie DVDs und CDs, werden mit RFID-Transpondern ausgestattet und können so über die gesamte Lieferkette hinweg verfolgt werden. Informationen wie Hersteller, Herstellzeit, Herstellort und Lieferweg sind abrufbar und ermöglichen die Echtheitskontrolle.
2.1.1.4 Druckindustrie
- Die Druckindustrie ist als weiteres Einsatzfeld für RFID zu nennen. Hier entsteht nicht nur ein hoher wirtschaftlicher Schaden durch Plagiate, manche Drucker reagieren auch mit schlechten bzw. unerwünschten Druckergebnissen, Systemstörungen oder im schlimmsten Fall sogar mit vorzeitigem Ausfall der Hardwarekomponenten auf gefälschte Toner. [4] Um dies zu vermeiden, können Toner mit RFID-Transpondern ausgestattet werden. Diese enthalten z.B. Informationen über die fur den Toner bestimmten Druckertypen und bieten dabei auch die oben erwähnten Vorteile der Echtheitskontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.
2.1.2 Anwendungsverfahren
Die einzelnen Anwendungsgebiete zeigen auf, dass die Anwendungsverfahren der RFID-Technologie zum Markenschutz im Grunde identisch sind. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch die zum Einsatz gebrachte Software oder durch die unterschiedliche Anbringung der RFID-Chips. Im Folgenden wird allgemein das Verfahren erläutert, welches für die oben genannten Industriezweige anwendbar ist. Das zu schützende Produkt wird mit einem passiven oder aktiven RFID-Transponder ausgestattet. Dieser kann entweder auf dem Produkt selbst oder auf dessen Verpackung angebracht werden. Aus Kostengründen kann auch nur die Warenpalette mit einem RFID-Transponder ausgestattet werden. Bei Gütern die klein bzw. günstig sind, ist die Kennzeichnung der Palette die bisher bevorzugte Methode.
2.1.2.1 RFID-Chip
- Der RFID-Chip selbst wird mit unterschiedlichsten Informationen beschrieben: Zuerst wird der RFID-Chip mit einer eindeutigen und weltweit nur einmal existierenden Identifikationsnummer beschrieben, der epc. Diese Nummer macht aus jedem Produkt ein geschütztes Unikat. Als Zweites wird ein Product Manufacturer Identifier (PMID) hinterlegt. Diese Nummer ist pro Hersteller einmalig und erlaubt so, ein Produkt einem Hersteller zuzuordnen. Des Weiteren wird festgehalten, an welchem Standort und zu welchem Zeitpunkt ein Produkt hergestellt wurde, so wie eventuell andere wichtige produktbezogene Informationen, wie die Haltbarkeit des Gutes, Wartungsintervalle, Reparaturdienste oder Garantieansprüche.
- Jeder RFID-Chip wird zusätzlich mit einer digitalen Signatur versehen, welche so etwas wie einen digitalen Fingerabdruck darstellt. Die digitale Signatur bietet eine weitere Schutzmaßnahme, an der erkannt werden kann, wer das Produkt erstellt hat. Außerdem enthält der RFID-Chip einen private und einen public Key. Diese ermöglichen das Verschlüsseln von Informationen. Mit dieser Methode können nur berechtigte Systeme die Daten von einem RFID-Chip lesen und noch wichtiger, neue Informationen auf den Chip schreiben. [5] Die bisher oft eingesetzten, sichtbaren Sicherheitsmerkmale an Produkten werden von Fälschern oft mitgefalscht bzw. von Originalware übernommen. Um dies bei RFID-Chips zu verhindern und die Manipulationsgefahr zu verringern, können spezielle Anstanzungen und Klebstoffe dafür sorgen, dass die Funktionalität der Transponder Label bei jedem Ablöseversuch zerstört wird. Damit die RFID-Chips trotzdem auch vor äußeren Umwelteinflüssen geschützt sind, werden die Label mit einer Polyurethanharz-Beschichtung versehen, welche sie vor Wind und Wetter schüzt. [6]
2.1.2.2 RFID-Empfänger
- Neben den RFID-Chips selbst ist der RFID-Empfänger bzw. Receiver eine weitere wichtige Komponente. Die Receiver sind sowohl für das Auslesen der Informationen aus einem Chip, als auch für das Beschreiben der Chips mit neuen Daten zuständig. Außerdem übermitteln sie die Informationen des Chips im späteren Verlauf an ein angeschlossenes Computersystem. Auch die RFID-Empfänger sind mit private und public Keys ausgestattet, da nur diese Keys ihnen erlauben, die RFID-Transponder zu beschreiben und auszulesen.
- Ein Receiver beschreibt den RFID-Chip initial mit Informationen, nachdem das Gut erstellt und der Transponder angebracht wurde. So werden die initialen Daten wie Herstelldatum und -ort an den RFID-Chip übertragen. Danach wird eine digitale Signatur geschrieben, an welcher zusäzlich erkennbar ist, wo und von wem das Produkt erstellt wurde. Zudem sind die RFID-Empfänger an ein Computersystem angeschlossen. Hierüber können dann die Daten in eine Datenbank geschrieben werden, welche im weiteren Verlauf für die Validierung der Daten benötigt werden.
- An weiteren Produktionspunkten werden die bereits beschriebenen Chips ausgelesen und die gespeicherten Informationen validiert. Für die Validierung wird zuerst der digitale Schlüssel kontrolliert. Nach erfolgreicher Verifizierung werden die weiteren Daten vom Transponder gelesen und mit der Datenbank abgeglichen. Nur wenn auch dieser Schritt erfolgreich abgeschlossen werden kann wird das Bauteil weiterverarbeitet und der RFID-Chip mit zusätzlichen Informationen beschrieben. Diese werden für die nächsten Produktionsschritte auch wieder in der Datenbank gespeichert. Der gesamte Validierungsprozess kann automatisiert erfolgen.
2.1.2.3 RFID-Empfänger innerhalb der Wertschöpfungskette
- Für eine wirksame Kontrolle der Wertschöpfungskette sollten RFID-Empfänger an allen wichtigen Punkten des Herstell- und Lieferweges angebracht werden. Wärend der Einführungsphase des Systems sind zwei Punkte allerdings unerlässlich. Beim Hersteller des Produktes muss zwingend die Möglichkeit gegeben sein, den Chip mit den benötigten Daten zu beschreiben. Außerdem muss der Vertrieb (in der Pharmaindustrie z.B. die Apotheke) die Möglichkeit haben, den Chip auszulesen und die Informationen zu validieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass ein Original-Produkt und keine Fälschung vorliegt.
- Nach der initalen Einführung sollten auch weitere Punkte in der Lieferkette mit RFID-Receivern ausgestattet werden, z.B. Lieferanten und Großhändler, um weitere Stichproben zu ermöglichen und zu gewährleisten, dass der ganze Liefer- bzw. Herstellweg sicher ist. [7]
- Angesichts globaler Produktions- und Vertriebswege gewinnt die Rückverfolgbarkeit der Produkte über die gesamte Distributionskette immer mehr an Bedeutung. Durch das Sammeln der Daten in einer Datenbank kann jeder Schritt des Produktes nachverfolgt werden. Wann wurde das Produkt wo und durch wen hergestellt, verpackt, transportiert, entgegengenommen, verkauft und repariert? All diese Fragen können mit Hilfe der gespeicherten Informationen zuverlässig beantwortet werden. Die vollständige Datenhaltung ermöglicht es dem Vertrieb, die Daten auf dem Chip mit den Daten in der Datenbank zu vergleichen. Die Zeitstempel, welche zu jedem Zeitpunkt der Produktion und Auslieferung festgehalten werden, bieten so einen weiteren Sicherheitsmechanismus, welcher nur schwer zu fälschen ist. Zudem kann während der gesamten Wertschöpfungskette uber die Datenbankeinträge genau verfolgt werden, wo ein Produkt sich aktuell befindet. Auch hier können dann schon eventuelle Ungereimtheiten auffallen. Wenn ein Produkt z.B. bereits an den Vertrieb ausgeliefert wurde, welches laut Datenbank in der Herstellung einige Punkte übersprungen hat, sollte das Produkt genauer kontrolliert werden. [8]
- Durch die dezentral verfügbaren Daten erreicht die Informationslogistik zudem eine Durchdringung der Wertschöpfungsstufen, die sich nicht nur fur den Kampf gegen die Produktpiraterie einsetzen lässt. Sie eröffnet auch weiteres Potenzial für Vertrieb und Logistik.
2.1.2.4 Echtheitsprüfung vor Benutzung
- Eine weitere Möglichkeit des Markenschutzes soll anhand des oben genannten Druckerbeispieles näher erläutert werden. Hierbei werden die Toner bereits während des Herstellprozesses mit RFID-Transpondern ausgestattet. Neben den Informationen, wie die einmalige Identifikationsnummer, sowie Herstelldatum und -zeit, werden hier auch Informationen über den Druckertyp hinterlegt, für welchen der Toner geeignet ist. Im Drucker selbst wird ein RFID-Receiver integriert. Dieser erlaubt es, beim Einsetzen des Toners, dessen Informationen auszulesen. So kann nun validiert werden, ob der Toner für die Benutzung dieses Druckers überhaupt geeignet ist. Auf diesem Weg können schlechte Druckergebnisse aufgrund eines falschen Toners ausgeschlossen werden. Außerdem kann der Drucker überprüfen, ob der Toner ein Originalprodukt ist. Dies kann mit Hilfe der digitalen Signatur geschehen, anhand welcher der Hersteller erkannt werden kann. Ist der Drucker an das Internet angeschlossen, können außerdem die Daten der Erstellung des Chips mit der Datenbank abgeglichen werden. Kommt es bei einer der Prüfungen zu Unstimmigkeiten und der Toner wird als Plagiat erkannt, kann der Drucker die Benutzung des Toners untersagen.
2.2 Diebstahlschutz
Überall auf der Welt werden jährlich mehrere hundert Millionen Dollar von Einzelhandlern, Herstellern und Verbrauchern zur Vermeidung von Diebstählen ausgegeben. Der Schaden, welcher durch die unerlaubte Entwendung von Waren entsteht, wird alleine in den USA auf rund 400 Millionen Dollar geschätzt.[9]
Derzeitige Verfahren:
- Farbkanülen an Kleidung
- Magnetstreifen
- Plastikcover bei digitalen Medien
- RFID-Tags
Nachteile:
- Leicht erkennbar
- Einfach zu beeinflussen
- Nicht in allen Bereichen einsetzbar
Oftmals ist es aber nicht nur der Diebstahl im Einzelhandel, sondern kommt es auch schon während der Produktion, entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu Schwund, der dazu beiträgt, das dass Unternehmen Mitarbeiter freisetzen müssen oder sogar aus dem Markt ausscheiden.
Zur Verhinderung von Diebstählen während der Produktion, beim Transport oder im Einzelhandel kann die RFID-Technologie auf verschiedene Arten zum Einsatz kommen und Lösungen liefern.
2.2.1 Anwendungsgebiete /-verfahren
Der Bereich des Diebstahlschutzes unterscheidet sich in der Benutzung der RFID-Technologie nicht von anderen Bereichen, bei dem diese Technik bereits verwendet wird. Lediglich der eigentliche Hintergrund ist ein anderer.
Wobei es in vielen Bereichen lediglich um die Kontrollierbarkeit entlang der Wertschöpfungskette, oder das Auslesen aller relevanten Daten eines Produktes geht, ist die Hauptaufgabe des Diebstahlschutzes, die Gewährleistung der Verfügbarkeit von produzierten Werten ohne jegliche Verluste. Oftmals greift der Einsatz der RFID-Technologie auch in die Privatsphäre eines jeden einzelnen ein und sorgt somit weltweit für Aufsehen, Proteste und einer Blockade gegen die Weiterentwicklung.
Im weiteren werden einzelne Anwendungsbeispiele des Diebstahlschutzes in Verbindung mit RFID erläutert und dargestellt:
2.2.1.1 Bereich Objektidentifikation
- Objektidentifikation findet häfig in Museen statt.[10] Kunstwerke werden mit RFID-Tags, für den Besucher unsichtbar, ausgestattet. Informationen über den Künstler, Zustand, Wert und Besitzer sind ohne Probleme speicherbar.
- Bei eventuellen Transporten kann der gesamte Vorgang durch die ständige Überwachung der RFID-Chips gewährleistet werden. Die Kunstwerke werden mit einer verschlüsselten eindeutigen Nummer versehen und sind somit identifizierbar.
- Ein Austauschen der meist wertvollen Stücke erweist sich als äußerst kompliziert und falsche Stücke deutlich schneller erkannt. Unkontrollierte Bewegungen werden registriert und an Empfänger gesendet, welche einen Alarm auslösen können.
2.2.1.2 Automobilbranche
- In manchen Ländern, wie zum Beispiel Malaysia, werden schon heute Autokennzeichen mit RFID-Chips ausgestattet. Schnell können somit gestohlene Fahrzeuge identifiziert werden, wenn diese zu jederzeit, auch im fahrenden Zustand, gescannt werden können.[11]
- Bei der Ausstattung von in Fahrzeug verbauten Einzelteilen mit RFID, kann während der Produktion ein Diebstahl überwacht und im Anschluss, zum Beispiel bei Reparaturen, genaueste Informationen eines jeden im Auto vorhandenen Teils ausgelesen werden.
- Eine weitere Anwendung ist die wohl allgemein bekannte Wegfahrsperre. Im Zündsystem des Fahrzeugs befindet sich zu diesem Zweck ein RFID-Receiver. Dieser Receiver empfängt die Daten von einem Transponder, der in den Fahrzeugschlüssel integriert ist. Nur wenn die gesendete Transpondernummer mit der im Receiver gespeicherten Nummer übereinstimmt, wird die Wegfahrsperre entriegelt. Da dieser Mechanismus auch auf weitere Komponenten wie z.B. die Einspritzpumpe erweitert werden kann, ist ein Fahren des Fahrzeugs ohne entsprechenden Schlüssel unmöglich.
2.2.1.3 Pharmazeutische Produkte
- Medikamente und ihre wichtige Funktion müssen entsprechend gesichert werden. Mit eingebundenen RFID-Tags in der Verpackung kann ein Schutz vor illegal verkaufter Ware entstehen, was nicht nur dem Endkunden, sondern allen Bereichen entlang der Produktion eine größere Sicherheit geben kann.
Da ein eventueller Diebstahl innerhalb der Unternehmung bei einem dichten Netz von Lesegeräten deutlich erschwert wird, können auffällige Aktivitäten schneller und zielgerichteter untersucht werden.
- Nachteil ist allerdings weiterhin, dass das eigentliche Medikament aus der Verpackung selbst entwendet werden kann.
2.2.1.4 Bibliotheken
- Die automatisierte Ausleihe von Büchern erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Möglich machen dies die sogenannten Library Management Systeme, also sich selbstständig verwaltene Büchereien.[12] Die mit RFID-Tags ausgestatteten Bücher können nicht aus den Bibliotheken entwendet werden, da entsprechende Sicherheitssysteme dieses sofort registrieren und melden würden.
- Kunden der Bibliothek erhalten fur die Ausleihe und Rückgabe von Büchern Büchereiausweise mit integriertem RFID-Chip. Um Bücher auszuleihen, muss der Kunde nur noch durch entsprechende Terminals gehen. Dort werden seine Ausweisnummer und die Nummern aller Bücher, die er mit sich führt, erfasst. Dies geschieht, ohne dass die Bücher in irgendeiner Art vorgezeigt werden müssen. Während der Erfassung der Bücher, wird der Status von nicht ausgeliehen auf ausgeliehen verändert.
- Die Rückgabe der Bücher erfolgt analog zur Ausleihe.
2.2.1.5 Container
- Heutige Sicherheitssysteme, die bei der Sicherung von Containern eingesetzt werden, also Schlösser und Verplombungen, können oftmals nicht den Schutz bieten, der von Herstellern und Lieferanten gewährleistet werden möchte.
- Bei einer Einführung von RFID im gesamten Prozess der Wertschöpfung, wäre es möglich, die Container weltweit und zu jeder Zeit zu überwachen.[13] Ein Aufbruch könnte zur sofortigen Benachrichtigung führen und die gestohlene Ware in kürzester Zeit sichergestellt werden. Mit der Einführung von RFID zusammen mit GPS, könnte man den genauen Standort des Containers 24/7 feststellen. Eine Reduktion würde allen beteiligten Parteien, so wie dem Endkunden zu Gute kommen.
2.2.1.6 Der Einzelhandel
- Mit RFID-Tags ausgestattete Produkte innerhalb eines Ladenlokals, könnten für einen großen Diebstahlschutz im Einzelhandel führen. Grundsätzlich ist die Überwachung aller Artikel möglich. In Verbindung mit anderen Sicherheitssystemen, wie Kameras, wird es für potenzielle Angreifer immer schwieriger, Podukte zu entwenden.
- Wenn ein Produkt aus einem Regal genommen wird, wird automatisch ein Bild aufgenommen und mit der Produktnummer des Artikels in einer Datenbank hinterlegt. Kommt es zu einem Diebstahl, können schnell Rückschlüsse auf den Täter gestellt werden.[14]
- Miniaturblenden in Verbindung mit RFID-Chips auf DVD's oder CD's aufgebracht, sorgen für einen Schutz vom Werk aus, da die Blende geschlossen ausgeliefert wird und erst nach der Bezahlung aktiviert und geöffnet wird.[15] Somit auch wieder lesbar für Laser. Ein solches System übertragen auf elektronischen Geräte, würde bedeuten, dass diese erst nach der Bezahlung funktionstüchtig sind, da sie erst dann ihren Strom erhalten.[16]
2.3 Synergien von Marken- und Diebstahlschutz
Nachdem nun einzelne Anwendungsbereiche im Marken- und Diebstahlschutz näher betrachtet wurden, kann man deutliche Überschneidungen der beiden Teilgebiete feststellen.
Während es in dem Punkt Markenschutz um die Verhinderung der Herstellung von Plagiaten und der Sicherstellung von Originalen geht, wird durch den Diebstahlschutz dafür gesorgt, dass diese während des gesamten Produktionsprozesses, bis zur Übergabe an den Verbraucher, überwacht und gesichert werden.
Sowohl im Marken- als auch im Diebstahlschutz können Produkte mit Hilfe von RFID-Tags gekennzeichnet werden. Lediglich die gespeicherten Informationen unterscheiden sich in den beiden Anwendungsverfahren.
Mit relativ geringem, zusätzlichem Aufwand kann ein bestehendes RFID-System zum Diebstahlschutz um wirksame Mechanismen zum Markenschutz erweitert werden. Durch den automatisierten Abgleich von artikelspezifischen Daten mit einer Datenbank kann das bisher größte Sicherheitsrisiko im Fertigungsprozess - der Mensch - minimiert werden.
Es können nicht nur die Fehler, die bei der manuellen Erfassung von Produkten entstehen können, vermieden werden, sondern es kann durch eine bessere Überwachung während der Fertigung auch noch das Risiko von Diebstählen minimiert werden.
Mit RFID kann jeder einzelne Prozess genau aufgezeichnet und dokumentiert werden. Produkte sind durch moderne Lesegeräte gleichzeitig erfassbar, wodurch gewährleistet wird, dass jedes Produkt auch wirklich erfasst wird. Die Integrität der gespeicherten Informationen ist die Basis des vertrauenswürdigen Handels.
Die Informationen dienen den Unternehmen als Schutz vor Plagiaten und Diebstählen auf der einen, und den Kunden zum Nachvollziehen der Qualität, Echtheit und Vollständigkeit auf der anderen Seite.
Durch eine Einführung von RFID in mehreren Anwendungsgebieten können die Kosten für die größtenteils gleiche Grundausrüstung auf mehrere Bereiche verteilt werden. Die spezifischen Anpassungen für das jeweilige Gebiet fallen danach kaum noch ins Gewicht. So kann bei einer Einführung von RFID in mehreren Bereichen, z.B. im Marken- und Diebstahlschutz, Kundeninformation und Lagerverwaltung, mit überschaubaren Ausgaben ein enormer Nutzen gestiftet werden.
2.4 Erweiterung der Anwendungsverfahren
Zukünftig wird die RFID-Technologie immer weiter an Bedeutung gewinnen. Dabei kann man die beschriebenen Anwendungsverfahren durchaus noch beliebig erweitern.
Denkbar wären zum einen öffentliche Datenbanken, die es dem Anwender erlauben, die eingebauten RFID-Tags selbständig auszulesen und alle relevanten Daten, wie Herkunft, Hersteller, Garantiezeit, Kaufdatum und dergleichen, abzufragen. Lesegeräte müssten dabei für jeden Haushalt zur Verfügung gestellt werden.
Dabei müsste allerdings gleichzeitig sichergestellt werden, dass RFID-Tags nicht einfach zu manipulieren sind und nicht von Unbefugten beschrieben werden könnten. Möglichkeiten bieten hierbei die verschiedensten Verschlüsselungstechniken, welche zurzeit schon Verwendung finden.
Eine denkbare Erweiterung im Bereich Diebstahlschutz wäre z.B. die Ausstattung von wertvollen Gegenständen mit GPS-Sendern. Hierüber könnte dann in Verbindung mit der eindeutig vergebenen Nummer jederzeit der Ort ermittelt werden, an dem sich entwendete Gegenstände befinden. Durch den deutlich besseren Schutz der Objekte und die damit verbundene Reduktion von Versicherungsschäden würden die Versicherungsprämien wahrscheinlich sinken.
Die Einsparungen in dem Bereich könnten die relativ hohen Einführungskosten für diese technische Erweiterung teilweise auffangen. Wie bereits beschrieben, wird dieses Verfahren erfolgreich in der Containerschifffahrt eingesetzt.
3 Bewertung
3.1 Chancen und Risiken
Als relativ neue Technologie bietet RFID große Vorteile, welche Unternehmen als Chancen wahrnehmen können. Doch es kommen auch neue Risiken auf, welche eng mit den Chancen verbunden sind und somit nicht außer Acht gelassen werden dürfen.
Hohe Chancen werden der RFID-Technologie durch die Schaffung von mehr Transparenz zugesprochen, welche eine effizientere Steuerung von logistischen Prozessabläufen ermöglicht. In der heutigen Zeit sind das Just-in-Time Prinzip und die damit verbundenen Lagerreduktionen ein entscheidender Erfolgsfaktor. Probleme während der Produktion oder des Transports der Waren haben Auswirkungen auf die folgenden Prozesse.
Daher muss ein besonderer Wert auf die Überwachung der Lieferkette gelegt werden, sowie weitere Rationalisierungspotenziale über die unternehmensübergreifende Wertschöpfungskette ausfindig gemacht werden. Dies ist durch die RFID-Technologie möglich geworden.
Weitere große Potenziale sind durch RFID im Bereich der Gewährleistung gegeben. Hier bietet sich für die Unternehmen eine einfachere und sicherere Möglichkeit, die Gewährleistungsansprüche zu kontrollieren und dem Kunden gegenüber schneller zu reagieren. Dem Einzelhandel werden Sparpotenziale durch den Abbau von Arbeitsplätzen ermöglicht.
So werden Kassierer in Geschäften, welche die RFID-Technik einsetzen, nicht mehr in der bisherigen Anzahl benötigt. Zudem werden große Hoffnungen im Bereich des Marken- und Diebstahlschutzes in die Technologie gesetzt.
Wie bereits erwähnt, liegen die Chancen und Risiken der RFID-Technologie sehr nah beieinander. Während auf der einen Seite die Überwachung der Waren innerhalb der kompletten Wertschöpfungskette ein großer Vorteil ist, bieten die Chancen zur Überwachung, nachdem der Kunde eine Ware gekauft hat, einen klaren Nachteil.
Datenschützer sehen hier die Möglichkeit, komplette Bewegungsprofile von Kunden zu erstellen, sobald sich eine Ware längere Zeit im Besitz einer Person befindet. Dies würde einen klaren Angriff auf die Privatsphäre darstellen.
Aus sozialer Sicht stellen die zu erwartenden Rationalisierungseffekte im Personalbereich ein weiteres Risiko dar. Außerdem steht hinter der Anschaffung ein hoher Kostenbetrag. Ein großer technischer Aufwand kommt am Anfang auf ein Unternehmen zu, um die Infrastruktur aufzubauen. Dazu kommen Aufwendungen für eine organisatorische Anpassung. Diese ist erforderlich, da sich durch den Einsatz von RFID neue Prozesse ergeben bzw. alte Prozesse ändern.
Hinzu kommen technische Risiken, welche Beachtung finden sollten. So könnten die Inhalte, welche auf einen RFID-Tag gespeichert werden, gefälscht werden. Hierbei würden die ID bzw. Seriennummer und Sicherheitsinformationen nicht verändert. Das RFID-System, welches anhand der ID und Sicherheitsinformationen die Tags kontrolliert, könnte so eine Fälschung nicht feststellen. Sollten ID und Sicherheitsinformationen bekannt sein, könnte auch die Identität einer mit einem RFID-Tag ausgezeichneten Ware gegenüber dem System vorgetäuscht werden.
Eine weitere Möglichkeit wäre, einen RFID-Tag von einem Gegenstand abzulösen und ihn auf einem anderen Gegenstand wieder anzubringen. Auch so wäre es dem System nicht mehr möglich, die nun falsch ausgezeichnete Ware zu erkennen. Des weiteren besteht die Möglichkeit, das System bzw. die Datenbank selbst zu stören und falsche Daten einzuspeisen. Es könnte auch die Identität eines RFID Lesegeräts durch einen Angreifer gefälscht werden. So bekämen Angreifer die Chance, die Daten des Systems auszulesen.
Für die technischen Risiken sind Sicherheitsmaßnahmen bekannt. So wird hier auf Authentifizierung der Systeme untereinander, sowie eine Prüfung der Identität der Tags und Lesegeräte über Schlüssel gesetzt. Außerdem werden die Daten auf den Tags verschlüsselt, um das Auslesen der Daten durch Nicht-Berechtigte weiter zu erschweren. Zurzeit wird das Bedrohungspotenzial durch Experten als gering eingeschätzt. Das kann sich allerdings ändern, wenn der RFID Einsatz sich flächendeckend durchsetzt.
Die Kosten der Absicherung eines RFID-Systems verteuern natürlich die Anschaffung eines solchen Systems. Nur durch hohe Stückzahlen können die Kosten wieder gesenkt werden.
3.2 Nutzen von RFID im Markenschutz
Durch Produktpiraterie und Verletzungen des Markenschutzes entgeht Unternehmen jährlich nicht nur ein erheblicher Gewinn, sondern sie erleiden auch einen immensen Vertrauensverlust bei den Kunden. Gefälschte und damit meist qualitativ schlechte Ware schädigt den Ruf eines Unternehmens und kostet diesem damit die eigene Kundschaft.
Durch die RFID-Technologie kann ein Unternehmen seine Waren und Güter von der Produktion bis in den Handel erfassen und verfolgen. Das Unternehmen bekommt so die Chance seine eigenen Waren nicht nur während der eigenen Produktion, sondern auch über die komplette, evtl. sogar unternehmensübergreifende, Wertschöpfungskette zu kontrollieren.
Dies ist auch für in der Wertschöpfungskette weiter hinten angesiedelte Unternehmen eine große Hilfe. Anhand der auf den RFID-Tags gespeicherten Daten können diese Unternehmen überprüfen, ob die Ware, welche bei ihnen eingegangen ist, auch die Ware ist, die vom Produzenten versand wurde.
Dem Endkunden bringt die RFID-Technologie auch eine zusätzliche Absicherung. Dieser kann mit der benötigten Hardware kontrollieren, ob das, was er gekauft hat, auch wirklich ein Originalprodukt ist und somit den Kauf von Plagiaten ausschließen. Einige Güter, wie z.B. Druckerpatronen, können zusätzlich vom Drucker überprüft werden. Diese werden nur verwendet, wenn es sich um Originalprodukte handelt.
Außerdem hat der Kunde durch die RFID-Technologie den Vorteil, dass er im Fall von Schadensersatzansprüchen beweisen kann, welches Unternehmen das Produkt hergestellt hat. So kann er Schadensersatzansprüche bzw. Gewährleistungansprüche leichter einfordern.
3.3 Nutzen von RFID im Diebstahlschutz
Derzeit werden viele verschiedene Systeme zum Diebstahlschutz im Einzelhandel eingesetzt. Die meisten der Systeme haben sich über mehrere Jahrzehnte bewährt. Diese Verfahren sind meistens technisch ausgereift und können kaum noch um Möglichkeiten erweitert bzw. ergänzt werden.
RFID bietet mehr Möglichkeiten als die aktuell eingesetzten Verfahren zur Diebstahlpräventation. Erst durch RFID in Kombination mit dem epc wird eine genaue Identifizierung eines Artikels ermöglicht. Bisherige Systeme, wie bspw. der Barcode, lassen nur eine Identifizierung bis auf die Produktebene zu. Neben den zusätzlichen Möglichkeiten, die im Rahmen der Fallstudie erörtert wurden, bietet RFID im eigentlichen Bereich des Diebstahlschutzes eine wesentlich zuverlässigere Lösung als die Konkurrenztechniken.
RFID-Transponder sind nicht so leicht manipulier-, entfern- oder zerstörbar. Zusätzlich ist die Wahrscheinlichkeit eines Fehlalarms bei RFID-Systemen äußerst gering. Einmal eingeführt, bietet RFID die Möglichkeit, die komplette Wertschöpfungskette und die Verkaufsstelle gleichermaßen zu schützen. Diesen Vorteil bietet bei vergleichbar geringem Aufwand keine andere Diebstahlpräventationsmaßnahme.
Auf lange Sicht betrachtet lohnt sich die Einführung von RFID auch im finanziellen Bereich, da die RFID-Technik auch bei zukünftigen Entwicklungen ohne große Modifikationen zum Einsatz kommen kann und Einsparungen im personellen Bereich ermöglicht werden.
4 Fazit
Die RFID Technologie kann richtig eingesetzt dazu beitragen, den Zielen Marken- und Diebstahlschutz in einer noch besseren Weise nachzukommen und damit eine enorme Hilfe sein. In beiden Bereichen liegt ein erhebliches Potenzial im Einsatz der Transpondertechnologie, welcher die Zahlen von Diebstählen und Produktfälschungen senken kann. Der Einsatz dieser Technologie ist für Unternehmen im ersten Schritt allerdings mit großem finanziellem Aufwand verbunden. Die Anschaffung des Equipments ist zum jetzigen Zeitpunkt noch teuer. Die Preise werden auch erst sinken, wenn sich mehr Unternehmen für die Technologie entscheiden.
Die Synergien von RFID mit anderen Bereichen zeigen allerdings auf, dass der flächendeckende Einsatz von RFID vergleichsweise günstig ist. Der eigentliche große Aufwand kommt durch die Umstrukturierung der alten Prozesse bzw. die Einführung ganz neuer Prozesse zustande. An diesem organisatorischen Aufwand wird ein Unternehmen nicht vorbei kommen, um alle Potenziale der Technologie ausschöpfen zu können.
Ein weiteres Risiko stellt die Gefahr von Protestaktionen der Bevölkerung dar. Schon jetzt sind Diskussionen über Datenschutz entbrannt. Die Möglichkeit, Bewegungsprofile von Kunden zu erstellen, macht Datenschützern Sorgen. Zudem steckt ein großes Rationalisierungspotenzial im Personalbereich durch den Einsatz von RFID.
Die Verwendung der RFID-Technologie lohnt sich erst richtig, wenn die komplette Wertschöpfungskette mit dem benötigten Equipment ausgestattet ist. Dies würde dann nicht mehr nur den Hersteller, sondern auch alle Zulieferer und Lieferanten betreffen. Ein Konzern müsste es also schaffen alle an der Herstellung und Auslieferung beteiligten Unternehmen zur Einführung von RFID zu bewegen, sowie die Kosten, die mit der Einführung verbunden sind, auf diese Unternehmen abzuwälzen.
Dies würde gerade für kleinere Zulieferer einen unverhältnismäßig hohen finanziellen Aufwand bedeuten. Dadurch könnten wahrscheinlich einige kleinere Unternehmen nicht mehr am Markt bestehen.
Die Umstellung auf die RFID-Technologie lohnt sich für ein Unternehmen aus betriebswirtschaftlicher Sicht, wenn alle an der Wertschöpfungskette beteiligten Unternehmen die Umstellung mit durchführen, die Einführung neuer Prozesse gelingt und die Nutzung nicht alleine auf den Marken- und Diebstahlschutz beschränkt wird.
5 Quellen
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- ↑ Quelle: neues Projekt "Handlungsspielräume gegen Produktpiraterie" der TU München., TCW, Version:2006, Abruf: 07.03.2008
- ↑ Quelle: Operation RFID - Die heilende Pille oder nur Placebo?, RFID im Blick, Version:2007, Abruf: 07.03.2008
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- ↑ Quelle: Potenziale des RFID-Einsatzes zur Produktsicherheit in der Schneidwarenindustrie, Thomas Walther, Version: 2007, Abruf: 07.03.2008
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