Reputation Management und Karriere
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| Name des Autors / der Autoren: | Christoph Koppers, Oliver Wälbers, Pashalis Grammatikas |
| Titel der Arbeit: | "Reputation Management und Karriere" |
| Hochschule und Studienort: | FOM Duisburg |
Inhaltsverzeichnis |
1 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Der Repuationserwerb |
| 2 | Die alternativen Karrieremodelle |
| 3 | Vertikale und horizontale Karriere im Überblick |
| 4 | "Bunte"-Titel: "Neckische Wasserspiele" |
| 5 | Geschasster Scharping |
| 6 | "CASH"-Artikel: "Ein Stern in seiner vollen Größe" |
| 7 | Reputationsverlust von Exxon über ein Zeitraum von 28 Tagen |
| 8 | Auszug diverser Social Networks |
| 9 | Facebook-Gründer Mark Zuckerberg |
2 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Bezeichnung |
|---|---|
| 1 | Unterschiedliche Definitionen des Reputationsbegriffs |
| 2 | Unterschiedliche Formen der Karriere |
3 Einleitung
4 Reputation als Kapital
- Kulturelles Kapital wird in drei Formen unterschieden. Das inkorporierte Kapital ist körpergebunden prägt das Auftreten und Benehmen einer Person. Das objektivierte Kapital bezieht sich auf das Wissen und Kulturgüter einer Person. Das institutionalisierte Kapital umfasst die schulischen und akadmischen Titel einer Person. [2]
- Soziales Kapital spiegelt gemäß Bourdieu die Gesamtheit der aktuellen und potentiellen Ressourcen, die mit der Beteiligung an sozialen Netzwerken gegenseitigen Kennens und Anerkennens verbunden wird. Dies können beispielsweise sein: die Familie, die Ehemaligen von Elite Schulen, Clubs, Parteien, etc. Eine wichtige Rolle im Bezug auf das soziale Kapital ist die Beziehungsarbeit, die mittel- und langfristig die Profitchancen im kulturellen und ökonomischen Bereich steigert. [3]
- Symbolisches Kapital stellt die Ebene der Darstellung und Wahrnehmung, der drei Kapitalgrundsorten (ökonomisches, kulturelles, soziales) dar. Zur Schau gestelltes Sozialkapital symbolisiert ein Kapital an Ehrbarkeit, Ansehen und gutem Ruf. Diese Eigenschaften verhelfen einer Person in der Regel das Vertrauen in der Gesellschaft zu gewinnen, welches sich in Bildung der eigenen Karriere durchaus bezahlt machen kann [2]
Die Reputation wird dem Konstrukt des symbolischen Kapitals zu geordnet und stellt somit eine Form des Kredits dar. D.h. die Gestaltung des symbolischen Kapitals ist eine Art Vorschuss oder Akkreditiv aus dem Glauben der Gesellschaft heraus an die Personen, die eine Vielzahl von materiellen und symbolischen Garantien bieten. Auch wenn das Kapital der symbolischen Art aufgrund der Darstellungsfunktion tendenziell faktische Informationen über die Kapitalausstattung (ökonmisch, kulturell, sozial) einer Person beinhaltet, kann das symbolische Kapital über die materielle Grundlage hinwegtäuschen. [2]
4.1 Begriff, Funktionen und Typen
Das symbolische Kapital enthält neben der bereits angesprochenen Reputation auch die Termini Image und Prestige. Der Reputatationsbegriff wird in der Alltagskommunikation häufig uneingeschränkt als Synonym für Image und Prestige verstanden und verwendet. Auch wenn diese Begriffe demselben semantischen Raum zugeschrieben werden, ist dennoch eine Abgrenzung notwendig. [4]
4.1.1 Prestige
"Pres|ti|ge […ti:], das; -s [frz. prestige, eigtl. = Blendwerk, Zauber < spätlat. praestigium, zu: praestringere = blenden [...]" [5]
4.1.2 Image
Obwohl die Begriffe Image und Reputation häufig in einem Kontext der Substituierbarkeit stehen, so gibt es eine genaue, abgegrenzte Definition beider Begriffe. Reputation beschreibt hierbei eine fundierte Leistung die über einen längeren Zeitraum erarbeitet worden ist. Das Image wiederum ist das Bild, welches sich der Mensch in einem bestimmten Moment von einer Person oder eines Unternehmen macht. Es stellt somit eine Momentaufnahme dar.
Auf Basis der Kurzfristigkeit des Images kann hier z.B. durch Werbekampagnen eine positive Beeinflussung erfolgen bzw. erkauft werden. Das Image ist also das oberflächliche, unmittelbar wahrgenommene Gegenstück zu der lang ausgelegten Reputation. [7]
4.1.3 Reputation
Re|pu|ta|ti|on, die; - [frz. réputation = Ruf, Ansehen < lat. reputatio = Erwägung, Berechnung, zu: reputare = be-, zurechnen] [8]
Im Gegensatz zu anderen Begriffen der Marketingwissenschaften findet der Reputationsbegriff auch im allgemeinem Sprachgebrauch Verwendung und umschreibt den Ruf und/oder das Ansehen einer Person, einer Organisation oder eines Produktes. Eine Literaturrecherche resultiert mit der Erkenntnis, dass eine allgemein gültige Definition von Reputation bisher nicht gefunden wurde und somit eine Vielzahl verschiedener Definitionen mit zum Teil unterschiedlichsten Schwerpunkten existieren.
Die folgenden Definitionen von Reputation bzw. Ruf sollen die Komplexität der Begrifflichkeit wiederspiegeln.
| Autor(en) | Definition |
|---|---|
| Backhaus, Industriegütermarketing, 1999, Seite 651 | Reputation ergibt sich als Summe von Einzelerwartungen und -erfahrungen über Vertrauenswürdigkeit und Kompetenz. |
| Eck, Karrierefalle Internet: Managen sie ihre online-reputation, bevor andere es tun!, 2008, Seite 15 | Reputation wird häufig mit dem Begriff Image gleichgesetzt. Im Gegensatz zum Image, das ein Bild von einer Person oder eines Unternehmens für einen bestimmten Moment widerspiegelt, basiert die Reputation auf besondere Leistungen und Erfahrungen, die über einen längeren Zeitraum errungen worden sind. Der Aufbau einer guten Reputation erfolgt also nicht innerhalb eines kurzen Zeitfensters, sonder ist das Ergebnis einer langwierigen und kontinuierlichen Arbeit. |
| Eisenegger, Reputation in der Mediengesellschaft, 2005, Seite 25 | Reputation bezeichnet [..] das öffentliche Ansehen, das eine Person, Institution, Organisation oder allgemeiner ein (Kollektiv-) Subjekt mittel- oder langfristig geniesst und das aus der Defusion von Prestigeinformation an unbekannte Dritte über den Geltungsbereich persönlicher Sozialnetze hinaus resultiert. |
| Morley, How to Manage Your Global Reputation, 1998, Seite 8 | Corporate reputation - or image as advertising professeionals prefer to term it - is based on how the company conducts or is perceived as conducting its business. |
| Einwiller, Verrauen, Seite 96 | Reputation ist der gute Ruf eines Repuationsobjektes, welcher aus der sozial vermittelten Einstellung Dritter gegenüber selbigem resultiert. |
| Fombrun/Wiedmann, 2001c, Seite 3 | Unternehmensreputation läßt sich zunächst etwa als die Summe der Wahrnehmungen aller relvanten Stakeholder hinsichtlich der Leistungen, Produkte, Services, Organisationen etc. eines Unternehmens und der sich hieraus jeweils ergebenden Achtung vor diesem Unternehmen interpretieren. |
Obwohl der Reputationsbegriff je nach Blickwinkel unterschiedliche Konzepte beinhaltet, ist man sich in der wissenschaftlichen Literatur weitgehend einig, dass es sich bei der Reputation um ein soziales Phänomen handelt. Die Reputation einer Person wächst positiv oder auch negativ über die Bewertung und Meinungsverbreitung bezogen auf diese selbst unter den Mitgliedern eines Netzwerks. Somit kann die Reputation als eine im sozialen Netzwerk vermittelte Einstellung und Ansehen von Dritten zu einem Reputationsobjekt betrachtet werden, die auch über öffentliche Kommunikation propagiert wird. Erst wenn in größerem Ausmaß Unbeteiligte und unbekannte Dritte von seinem Ansehen Kenntnis erhalten, verwandelt sich Prestige in Reputation. (siehe Abb. 1) Ein Kernelement des Reputationserwerbs ist der Aufbau von Strategien zur öffentlichen Beachtung und Erzeugung von Aufmerksamkeit. Gegenüber dem Prestige einer Person oder Unternehmung gilt die Reputation als ein noch stärkes kommunikatives Produkt. Der Erwerb von Reputation erfolgt zwangsläufig, sobald Unternehmen, Personen oder Institutionen ein Bestandteil öffentlicher Kommunikation darstellen. [9]
Die Reputation gewinnt an Bedeutung, sobald die Realität nur unvollkommen eingesehen oder bewertet werden kann. Informationsasymmetrien zwischen Bewerbern und Unternehmen oder Anbietern und Abnehmern erschweren die Einstellung der Bewerber bzw. den Absatz der Produkte. In diesen Fällen kann eine gute Reputation das Risiko resultierend aus der ungleichen Informationsverteilung ausgleichen, Entscheidungen positiv beeinflussen und die Gefahr der adversen Selektion überwinden. Der Reputationserwerb muss als langfristige Investition verstanden werden und setzt Vertrauens- und Glaubwürdigkeit, Berechenbarkeit und Verlässlichkeit voraus. [10]
"Ein Ruf der fünfzig Jahr währt, wird oft mit einer schlechten Tat entehrt" (Sadi) [11]
Eine langfristig aufgebaute Reputation kann kurzfristig vernichtet werden und bedarf einer erschwerten und langfristig angelegten Korrektur, um das bisher vorhandene Repuationsniveau wieder herzustellen.
4.2 Was bringt eine gute Reputation?
Schafft es eine Person oder Organisation, die eigene Reputation in dem Maße aufzubauen, dass die Außenwahrnehmung und somit der eigene Ruf auch den zuvor definierten Zielvorgaben entspricht kann sich die Reputation als Stimulus bzw. Reiz auswirken. Diese Eigenschaft der Reputation kann für ein Unternehmen bzw. eine Person die Stellung eines "Primus inter pares" bedeuten und erlangt somit bessere Wettbewerbschancen gegenüber anderen. Zum Beispiel die Einführung neuer Produkte bzw. Dienstleistungskomponenten fällt Unternehmen mit einer traditionell gefestigten und makellosen Reputation wesentlich leichter. Das gleiche gilt für Personen, die mit einer guten Reputation einen klaren Wettbewerbsvorteil genießen und im Bezug auf Ein- und Anstellungen, Verantwortungsübernahme und dem zugetrauten Aufgabenspektrum tendenziell bevorzugt werden. Darüber hinaus nimmt das Unternehmen eine favorisierte Stellung bei potenziellen Bewerbern ein und hilft dem Unternehmen somit einen geeigneten und qualifizierten Personalstamm zu etablieren. Auch im Bereich der Finanzierung birgt eine positive Reputation klare Vorteile, z.B. bei der Kapitalakquisition aufgrund von gewährtem Vertrauen. Je höher die Reputation eines Kreditnehmers ist, desto niedriger ist der Zins, den ein Kreditgeber von ihm verlangt. Dadurch ist die Reputation eines Kreditnehmers mit einem Wert verbunden, der wiederum einen Anreiz für den Kreditnehmer darstellt, kein zu riskantes Projekt zu wählen. Ferner werden Firmen in Krisen weniger in Mitleidenschaft gezogen, wenn sie bereits im Vorfeld über einen Kredit bei den Stakeholdern verfügen, der in ihrer positiven Reputation begründet ist. [12]
Eine gute Unternehmensreputation kann sogar in Krisenzeiten noch gefestigt werden, wenn das Krisenverhalten des Unternehmens professionell und geordnet verläuft. Gemäß dem Sprichwort: „Eine Krise ist immer auch eine Chance!" - dies gilt für Personen wie auch Unternehmen gleichermaßen. Unternehmen, die sich auch in Krisenzeiten als verlässlicher Partner gegenüber ihren Stakeholdern erweisen, gewinnen an Ansehen.[13] Unter anderem definiert sich die Anpassung von relevanten Umweltsegmenten im Sinne der unternehmerischen Zielsetzung zu beeinflussen als ein Ziel des Strategischen Managements von Unternehmen. Wer über eine gefestigte Marktposition und hohes Ansehen verfügt, hat auch mehr Einfluss- und Interventionsmöglichkeiten auf branchenspezifische Prozesse und somit die Möglichkeit sich optimal zu positionieren. Ein weiterer Punkt ist das Einsparpotenzial bei Kommunikationsmaßnahmen, denn je besser die Reputation, desto geringer wird die Notwendigkeit, diese öffentlich zu propagieren.
5 Karriere - Die persönliche Laufbahn
Der Begriff Karriere wird im täglichen Sprachgebrauch häufig verwendet. Er leitet sich aus dem Französischen "Carrière" ab und bedeutet voller Lauf, Laufbahn, Galopp oder schnelles Vorwärtskommen. Sportler, Politiker, Schauspieler und Manager, sie alle haben Karriere gemacht. In der Regel wird mit der Karrieredefinition ein schneller, beruflicher Aufstieg mit einem hohen Einkommen, Macht und Prestige verbunden. Wenn dieser Aufstieg nicht binnen eines kurzen Zeitraums passiert, sonder in kleinen Schritten über eine lange Zeit vollzogen wird, so fällt das Wort Karriere eher selten. Mit einer erfolgreichen Karriere steht man schnell im Mittelpunkt und erntet Bewunderung als auch Neid. Man wird als Vorbild gesehen, nachgeahmt und kritisch beobachtet. Die umgangssprachliche Verwendung des Begriffs operiert häufig mit einer Phaseneinteilung. So gibt es Höhepunkte, Tiefpunkte und Wendepunkte einer Karriere. Mit Bedauern wird das Ende einer Karriere ausgemacht. All diese populären Wertimplikationen gilt es zu eleminieren, um eine wertneutrale Definition des Begriffs Karriere zum Ausdruck zu bringen. [14]
| Inhaltlicher Fokus | Beschreibung der Karriereform |
|---|---|
| Führungskarriere |
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| Fachkarriere |
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| Projektkarriere |
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Der „Erfinder“ des karrieretheoretischen Forschungsansatzes der Eliteforschung, Dietrich Herzog, besagt „Als Karriere wird eine Sequenz von Positionen verstanden, die ein Individuum sukzessiv durchläuft. Diese Positionen sind gewöhnlich (aber nicht notwendig) in einer hierarchischen Rangordnung um Hinblick auf Einfluß, Prestige und/oder Einkommen gestaffelt. In ihrer ‚subjektiven‘ Dimension stellt eine solche Positionssequenz eine Abfolge von persönlichen Entscheidungen, Verhaltensorientierungen, Anpassungen und Erwartungen unter den jeweiligen sozialen und politischen Strukturbedingungen dar, in denen die einzelnen Positionen ihren Platz haben. Mit der fortlaufenden Übernahme neuer Positionen ist gewöhnlich ein Lernprozeß verbunden, der auch als ‚Qualifikationsprozess‘ verstanden werden kann.“ [15]
Erfolgreiche Karrieren werden an folgenden Punkten festgemacht:
- Macht (z. B. Anzahl geführter Mitarbeiter, verfügbares Budget)
- Sozialer Status (Titel, Publizität)
- Finanzielle Situation/Einkommen
- Geschwindigkeit des beruflichen Aufstiegs
- Einflussmöglichkeit
Immer weniger werden allerdings die geradlinig geplanten Karrieren die betriebliche Realität wiedergeben. Vielmehr kommt es neben den vertikalen Aufstiegsmöglichkeiten zu horizontalen beruflichen Entwicklungen, wie z. B. zu Versetzungen innerhalb einer Hierarchieebene.
Für die Förderung von Mitarbeitern unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen der Karriere. Zwei wichtige Kriterien für die Unterscheidung und Systematisierung der Karriere sind:
- Zeitliche Dauer
- Inhaltlicher Fokus
Bei der zeitlichen Dauer unterscheidet man weiter zwischen temporärer oder dauerhaft ausgerichteter Karriere, wobei temporäre Karrieren zeitlich begrenzt sind. Dieser begrenzte Zeitraum konzentriert sich auf einen speziellen Kontext, wie z. B. Auslandsaufenthalte oder zeitlich eingeschränkte Projekte. Karrieren, die zeitlich dauerhaft angesetzt sind, sind langfristige Konzepte, die sich entweder auf ein Unternehmen beschränken oder die auch Wechsel zwischen Unternehmen mit einbeziehen. Den inhaltlichen Fokus einer Karriere unterscheidet man in 1. Führungskarriere 2. Fachkarriere 3. Projektkarriere Die klassische Führungskarriere prägte und definierte lange Zeit das Verständnis des Karrierebegriffs. Hierfür muß man erst einen breitgefächerten Einblick im unteren Management gewinnen, um so ein breites Verständnis des Unternehmens zu erwerben. Hab man im unteren Management in verschiedenen Positionen Erfahrungen gesammelt und sich etabliert, schließt sich der hierarchische Aufstieg in diesem Unternehmensbereich an. Bis heute entspricht dies der typischen Führungskraftkarriere in deutschen Unternehmen. [16]
5.1 Karriere im Wandel
Mitarbeiter in führenden Positionen mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein und Führungsqualitäten bewegen sich im Bereich der sogenannten Managementkarriere. Für Personen, denen diese Eigenschaften fehlen, besteht die Möglichkeit durch fachliche Spezialisierung eine Fachkarriere einzuschlagen. Des weiteren lässt sich durch das häufige, erfolgreiche Abwickeln von Projekten auf sich aufmerksam machen, um somit den Blick auf eine Projektkarriere zu richten. Beide Möglichkeiten bieten mannigfaltige Entwicklungschancen und müssen der Managementkarriere in nichts nachstehen.
Den Wert der eigenen Arbeitskraft stetig erhöhen, bedeutet Karriere machen.
Dazu muss man seine Kompetenzen kontinuierlich verbessern, um damit seine eigene Attraktivität für die Unternehmen zu steigern. So wird die eigene Person für die Arbeitgeber wertvoller und man schafft es mit den eigenen Fähigkeiten, verantwortungsvollere Aufgaben im Unternehmen zu übernehmen und macht sich gleichzeitig immer unentbehrlicher, was wiederrum den eigenen Wert der Person und in der Hierarchie des Unternehmens bestimmt. Für das Unternehmen ist die positiv, da es auf engagierte und gut ausgebildete Mitarbeiter zurückgreifen kann bzw. über diese verfügt.
Ein Stück weit muß das Unternehmen seinen Mitarbeitern, die sich in ihrer Karriere selbst kümmern, entgegen kommen. Es sollte sie in Selbstständigkeit und Eigenverantwortung unterstützen, in dem ihnen diese beiden Eigenschaften auch einräumt, z. B. auch in dem man den Mitarbeitern Qualifitierungschancen anbietet und eröffnet. Dadurch kann der Mitarbeiter sich im Unternehmen und Arbeitsmarkt positionieren und so selbst den Verlauf seiner Karriere beeinflussen. Wichtig für die eigene Karriere ist es, herauszufinden und zu wissen, welche Stärken man hat, um damit langfristig eine gefragte Kompetenz aufbauen zu können.
5.2 Karrieregestaltung
Mit der zunehmenden Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft, findet man häufiger Schlagzeilen, wie bspw. Unternehmen X fusioniert mit Unternehmen Y. Diese Meldungen lösen in der Regel eine Welle von Angst und Unsicherheiten auf Seiten der Belegschaft, Gesellschaft und anderer Stakeholder (Staat) aus. Die Vergangenheit zeigt, dass solche Fusionen und Unternehmenszusammenschlüsse u.a. mit Synergieeffekten ein hergehen, die sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit und eher negativ auf den Personalstamm des Unternehmens niederschlägt. Somit sehen die unterschiedlichen Interessengruppen in diesen Unternehmenstransaktionen eine Vielzahl von Stellen in Gefahr. Neben der Unternehmensveränderung in Form von Fusionen und Zusammenschlüssen birgt auch eine Insolvenz viele Veränderungen in sich und stellt einen schweren und drastischen Einschnitt in die weitere Geschäftstüchtigkeit des Unternehmens dar. Eine geordnete und kontinuierliche Karriere basiert auf einer stabilen Unternehmung. Diese Eigenschaft nimmt jedoch tendenziell ab in einer Unternehmenslandschaft, die sich in einem ständigen Umbruch befindet. Selbst große Unternehmen und Konzerne können keine Sicherheit aussprechen, ihrer Personal vom Eintritt bis zur Rente zu beschäftigen. Arbeitnehmer, sollten wie Unternehmen auch, mit Hilfe einer geeigneten Strategie eine möglichst weitreichende Anpassung - „economic fit“ - der eigenen Karrierevorstellung an die Realität und Umwelt zu ermöglichen. Dabei existieren drei typische Situationen: [18]
- Karrierereparatur bedingt in der Regel die Situation des Arbeitsplatzverlustes, die sich oftmals kaum bemerkbar ankündigt. Erste Anzeichen, die sogenannten "weak signals" können u.a. sein: Dienste der Abteilung werden nicht mehr nachgefragt, die Abteilung muss die eigene Existenz vermehrt rechtfertigen und die zunehmende Verbreitung von Gerüchten über die Schließung oder Verlagerung der Abteilung. Die Qualifikation der Mitarbeiter ist selten der Grund für den Wegfall des Arbeitsplatzes. Gründe für einen Wegfall können sein, Abteilungen gehört nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens, der Absatz eines bestimmten Produktes oder einer Dienstleistungskomponente bricht ein oder aufgrund von Fusionen werden Abteilungen zusammengelegt und dadurch Personal eingespart im Rahmen der "economies of scale". Werden diese Signale rechtzeitig erkannt, sollten die Akteure im Rahmen der persönlichen Karrieregestaltung, die Stelle im Unternehmen wechseln oder sich eine vergleichbare Stelle in einem anderen Unternehmen suchen. Stellt sich allerdings die Situation ein, dass nicht die eigentliche Stelle entfällt, sondern die Tätigkeit selbst nicht mehr gefragt ist. [19]
- Karrierewartung wird notwendig, wenn sich die Anforderungen an die Stelle verändern und der Tätigkeitsbereich variiert. Die Entwicklung neuer Technologien oder eine neu angepasste Unternehmensstrategie können als mögliche Ursachen für die Veränderung gesehen werden. Die Karriereerwartung steht damit in Abhängigkeit zum Aufgabengebiet und sollte durch eine Kompetenzanpassung an die Stellenentwicklung begleitet werden. Ist das nicht der Fall stagniert die persönliche Kompetenz, obwohl die Anforderungen an die Position steigen.[20]
- Karrieregestaltung steht für eine agierende Handlung, nicht wie in den beiden zuvor beschriebenen reaktionsbasierten Fällen. Der Arbeitnehmer hat demnach direkten Einfluss auf die Planung und Aufbau der möglichen Karriereschritte. Dies kann durch die Entwicklung neuer und Erweiterung bestehender Kompetenzen, mit denen neue Aufgaben und Stellen übernommen werden können. Dieser Gestaltungsprozess und das Erreichen von sichtbaren Karriereschritten, geht mit einem höheren Gehalt und Ansehen einher.[20]
5.3 Karrieremöglichkeiten, vertikale und horizontale Karriere
Die heutige Zeit bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten eine Karriere zu bestreiten. Eine Ansatz die Karriereleiter zu beklimmen ist die klassische Kamin-Karriere, die sich in ihrem vertikalen Aufbau begründet und u.a. folgende Karrierestufen besitzt. Teamleiter, Abteilungsleiter, Filialleiter, Niederlassungsleiter, Geschäftsbereichsleiter und Vorstand. Eine Alternative zur Kamin-Karriere bilden die Fachkarrieren, wie z.B. Fachexperten im Innendienst, Vertriebs- und Servicemitarbeiter, Consultants, Trainer und Projektmanager. Die eigenständige vertikale Karrieren besitzen und in mehr oder weniger klar abgegrenzte Stufen eingeteilt werden können. Jede Stufe wirkt sich nicht nur positiv auf das Gehalt auf das Gehalt aus, sondern auch die sozialen Aspekte, wie das Ansehen im Unternehmen und die Anerkennung unter Kollegen. Die Etablierung von Fachkarrieren haben die Aufstiegsmöglichkeiten vielfältiger gemacht und beziehen sich auf die horizontale Ausdehnung bzw. Veränderung der Tätigkeiten. Somit ist die Karriereleiter nicht nur darauf beschränkt, dass man als Chef, Projektleiter oder Fachexperte aufsteigt, sondern basiert auf dem sinnvollen Wechsel zwischen diesen Karrieren. Für einen angestellten Ingenieur in einer Entwicklungsabteilung bedeutet die horizontale Karriere beispielsweise den Wechsel in andere Tätigkeitsbereiche, wie Vertriebsingenieur oder Berater. Das Erkennen und Ergreifen von Chancen bezogen auf die eigenen Stärken und Schwächen kann im Bereich der horizontalen Karriere aufgrund der Vielfältigkeit leichter vollzogen werden und somit die persönliche Gefahr des Arbeitsplatzverlustes reduziert werden. Der Begriff Karriere bezeichnet somit nicht nur den steilen Aufstieg in Form der vertikalen Karriere sondern auch den beruflichen Werdegang einer Person. Jeder Wechsel zwischen den unterschiedlichen Karrierepfaden bedeutet einen Zuwachs an Kompetenz und verringert die Anfälligkeit für Störungen im Karriereverlauf. [21]
6 Reputation Management
Beim Reputation Management ist grundsätzlich zu unterscheiden, die Reputation von Firmen und die Reputation von einzelnen Personen. Diese Unterscheidung ist allerdings zwingend Notwendig, da sich ein Reputation Management bei Unternehmen umfangreicher darstellen sollte als bei Personen und zudem auf der strategischen Ausrichtung der Unternehmung basieren sollte. Da sich der Reputationserwerb von Personen durch Nutzung neuer Online Technologien beschleunigen lässt und zudem für alle zugänglich ist, richtet sich im folgenden die Betrachtungsweise auf das Online Reputation Management. Unter der Online-Reputation von Personen wird verstanden, was im Internet über eine Person zu finden ist und wie die Person dabei bewertet wird. Dazu zählen die Angaben in Social Netwoks wie Xing, StudiVZ oder Lokalisten, aber auch Angaben auf konservativen Internetseiten und in Publikationen. Ein zu freizügiger Umgang mit persönlichen Daten und Bildern im Internet kann sich dabei schnell negativ bemerkbar machen, wie bei den unten aufgeführten Beispielen Rudolf Scharping und Exxon. Das Auswahlverfahren des geeigneten Online-Reputatins-Management Anbieters sollte mit besonderer Sorgfalt passieren, da in diesem Bereich eine hohe Quote an unseriösen und unprofessionellen Firmen anzutreffen ist. Eine intelligente Verknüpfung eines breiten Portfolios an Reputations-Management, Online-Monitoring und aktiven Maßnahmen ist bislang nicht anzutreffen. [22]
| Beispiel Scharping [23] | |
|---|---|
| „Von einer Panne zur nächsten: Scharping ist als Minister nicht mehr tragbar...“ (Blick, 19.7.2002) |
| Beispiel Exxon |
|---|
| Als der Tanker Exxon Valdez am besagten Tag auf ein Riff aufgelaufen ist, hat er binnen einiger Stunden über 10 Millionen Gallonen Öl verloren und die Küste auf einer Lange von über 1100 Meilen verschmutzt. Die ganze Welt war entrüstet und für das Unternehmen Exxon begann ein wahrer Public Relations Albtraum. Für die Reinigung der Küste musste der Öl-Konzern schlappe 1,38 Milliarden US-Dollar bezahlen. Über 150 zivilrechtliche Klagen erreichten Exxon aufgrund der Katastrophe. Nach. dem sich sämtliche Beteiligten zwei Jahre später auf einen Vergleich geeinigt haben, stand fest, dass Exxon insgesamt 900 Millionen US-Dollar verteilt auf elf jährliche Raten Ausgleichszahlungen begleichen musste. Abgesehen von den diversen Entschädigungssummen, die Exxon begleichen musste, schlug vor allem der Reputationsverlust für das Unternehmen zu Buche. Auf dem Aktienmarkt spiegelte sich das ganze Ausmaß der finanziellen Katastrophe wieder. Ungefähr vierzehn Tage vor dem Unfall wurde der Wert der Exxon-Aktien mit 57,64 Milliarden US-Dollar beziffert. Nach der Katastrophe ist der wert auf 54,64 Milliarden US-Dollar gefallen. Investoren konnten einen Verlust des Reputatlonskapitals In Höhe von 3 Milliarden US-Dollar beobachten, was in etwa fünf Prozent des gesamten Marktwerts von Exxon zu diesem Zeit punkt entsprochen hat" [24]
|
6.1 Reputation Management und Soziale/Ökonomische Netze
Der Begriff Netzwerke, bzw. das anglizistische Verb "Networking" aus dem Gesamtkontext der sozialen Netzwerke, besitzt keine einheitliche wissenschaftliche Definition. Allerdings gibt es eine Reihe wissenschaftlicher Ausarbeitungen auf diesem Gebiet. Furnham beschreibt es zusammengefasst als "Networking is the process of building relationships within and between groups." [25]
In Bezug auf soziale Netzwerke im Fokus der Reputation und Karriere, geschieht der Aufbau und die Pflege solcher Netzwerke nicht ohne die Absicht einen Vorteil dadurch zu erlangen. Schelers Ausarbeitung bringt es dabei auf den Punkt: "Networking ist eine methodische und systematische Tätigkeit, die darin besteht, Kontakte zu Menschen zu suchen, Beziehungen zu pflegen und längerfristig zu gestalten. All das geschieht in der offenen Absicht der gegenseitigen Förderung und des gegenseitigen persönlichen Vorteils." [26]
Da soziale Netzwerke Beziehungen von verschiedenen Interessen abbilden können, ergibt sich durch die Auswahl der geeigneten Partner die Grundlage für das Entstehen strategischer Kooperationsnetzwerke. Hierbei gilt es entsprechende Basisinteressen zu finden und die entsprechenden Akteure dazu zu bewegen ein gemeinsames Vorhaben anzugehen und mit den daraus resultierenden Synergien einen Vorteil gegenüber dritten zu erreichen. Potenzielle Netzwerkmitglieder können hierbei zwei unterschiedliche Situationen vorfinden. Zum einen ein einklinken in bereits bestehender, etablierter Netzwerke, oder zum anderen das Gründen einer neuen Allianz. [27]
6.2 Reputation Management in der Digitalen Welt
Schlagwörter wie Web 2.0, bloggen, twittern, gruscheln und anstubsen sind in unseren Alltag eingezogen. Kaum jemand kann es sich leisten, sich diesen neuen Kommunikationsmitteln zu verschließen. Sei es, um über die neusten News des eigenen Studentenlebens informiert zu werden, Neuigkeiten aus erster Hand eines Softwaredevelopers zu erfahren oder durch gezielte Kurznachrichten in der Gunst der Wähler zu steigen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, der Aufwand überschaubar gering und die Zielgruppe ist in gigantischer Größe vertreten.
Der Trend zum öffentlichen Kundtun hat Schule gemacht und sich somit eine ganze Reihe von Social Network Plattformen auf dem Markt etabliert. Mittlerweile gibt es hunderte solcher Netzwerke weltweit, die so ziemlich alle Bedürfnisse der Teilnehmer abdecken können. Mit Bedacht ausgewählt, lässt sich in der entsprechenden Nische an seiner Reputation feilen. So schaffte es Alexandra Müller 2007 auf YouTube mit Ihrem Video "Kleiner Hai" zu The Dome und einem Plattenvertrag. Nirgendwo lassen sich Informationen an ausgewählte Zielgruppen so schnell verbreiten, wie über das Internet. Barack Obama machte sich MySpace und Twitter zum Nutzen, um seine potentiellen Wähler anzusprechen. Das schaffte Vertrauen und stärkte in seinem Fall das "Wir-Gefühl" der "Yes we can" Wählerschaft. Noch immer ist er in der Top Ten der Leute mit den meisten, derzeit 1.310.973, Followern.
Es lässt sich also nicht verleugnen, die digitale Reputation bietet bei richtigem Management die Möglichkeit, in großem Stil auf sich aufmerksam zu machen und seine Karriere in die entsprechende Bahn zu leiten. Bei der riesigen Auswahl an Möglichkeiten, die das Internet zum digitalen Reputationsmanagement bietet, wird im weiteren Verlauf dieses Kapitels nur ein Auszug der derzeit bekanntesten und am häufig genutzten deutschen Plattformen behandelt. Letztendlich muss jeder, der sich mit seiner Reputation beschäftigt, für sich selbst ermitteln, welche Plattform mit entsprechendem Themenkreis am besten zu seinem individuellen Vorhaben passt. Es gibt leider keinen strukturierten Ratgeber wie vorzugehen ist, um in kürzester Zeit mit einer guten "digitalen" Reputation Karriere zu machen. Wie auch in der "realen" Welt ist der Weg dort hin meistens ein Prozess, der sich über mehrere Jahre erstreckt und aus Lerneffekte der einzelnen Plattformen resultiert. Mit diesen Erkenntnissen gilt es dann, das Portfolio entsprechend zu diversifizieren, intensivieren und zu pflegen.
6.2.1 Aufbau einer Digitalen Reputation
Zu allererst muss man sich im Klaren sein, dass man seine eigene Reputation sowohl positiv als auch negativ beeinflussen kann. Dazu passt ein Sprichwort von Louis Pasteur. „Das Glück bevorzugt den, der vorbereitet ist“
Es gibt für eine gute Reputation nur kein allgemein gültiges Konzept oder eine Checkliste, was geschrieben werden soll und was nicht. Es ist im Endeffekt die Kombination aus allem, was man der Öffentlichkeit präsentiert.
Allen voran sollte das zu erstellende Profil natürlich auch im Internet bzw. auf der jeweiligen Onlineplattform leicht zu finden sein. Dafür ist unbedingt erforderlich, dass man seinen richtigen und vollständigen Namen angibt. Denn was bringt einem das raffinierteste Reputationsprofil, wenn es niemand finden kann oder es vielleicht durch großen Zufall gefunden wird. Abkürzungen oder Fantasienamen sind in diesem Fall fehl am Platz. Es sei denn, man verfolgt kein ernstes Interesse mit dem Profil. Jedoch sollte man folgendes beachten: auch Unternehmen sind sich über das Potential der Onlineplattformen bewusst. Mittlerweile befassen sich die Personalbeschaffungsabteilungen auch explizit mit diesen Plattformen und versuchen herauszufinden, aus welchem Holz ein zukünftiger Bewerber ist oder suchen direkt nach Personal im Internet. Denn eine zum Beispiel renommierte Anwaltskanzlei möchte eher ungern einen jungen Anwalt haben, der jedes Wochenende Party macht und sich im volltrunkenen Zustand fotografieren lässt. Diese eher peinlichen Bilder dann vielleicht auch noch positiv zu kommentieren, sagt sehr viel über den Charakter und die Ernsthaftigkeit eines Bewerbers aus.
Das vorangegangene Beispiel weist uns auf das nächste Problem hin und zwar, welche Bilder im Internet erscheinen sollten und welche besser nur auf dem PC verweilen sollten. Also ist die Auswahl eines geeigneten Profilfotos ebenfalls von großer Wichtigkeit. Da stellt sich nun die Frage, was ist geeignet. Diese Frage kann man sich durch den Einsatzort beantworten. Es gibt natürlich eine riesige Menge an Onlineplattformen, unter der man die Qual der Wahl hat. Einerseits kann man sagen, ist das ein Vorteil, andererseits erschwert das die passende Auswahl der Plattform ungemein. Auch in diesem Fall sind zwei Fragen zuerst zu beantworten. Was ist meine Zielgruppe und wie seriös sind die jeweiligen Onlineplattformen? Bei der Frage der Zielgruppe kann man sich Abhilfe schaffen, in dem man zuerst durch genaue Recherche herausfindet, was die einzelnen Plattformen zu bieten haben und was für Menschen diese auch benutzen.
Wie genau eine positive digitale Reputaion aufgebaut, werden kann lässt sich nicht ohne weiteres pauschalisieren. Hierbei spielen verschiedene individuelle Aspekte, wie angestrebte berufliche Tätigkeit und eventuell schon erklommene Sprossen der Karriereleiter eine Rolle. Das sollte an entsprechender Stelle auch gezielt erwähnt werden. Nicht zu unterschätzen ist allerdings auch der individuelle "way of Life", denn auch wenn die Prämisse auf dem Aufbau einer makellosen digitalen Reputation liegt, sollte man stehts Authentisch bleiben.
Als eine Möglichkeit unter vielen lässt sich die folgende Vorgehensweise beim Aufbau einer digitalen Reputation in Betracht ziehen:
- Screening Eins: Eigenen Namen Googeln (auch Ego-Googeln genannt) und einen Google-Alert einrichten. So erhält man einen groben Überblick, welche Informationen über einem selber im Netz zu finden sind.
- Screening Zwei: Mit Hilfe spezieller Personensuchdienste wie Yasni, myON-ID oder 123people Recherche betreiben und Profile anlegen. So lassen sich auch Suchergebnisse sortieren und überwachen. Suchende erhalten auf diesem Weg die gewünschten Ergebnisse zuerst.
- Private Profile schützen: Die Einstellungen der Privatsphäre bei den selbstgenutzten Netzwerken wie StudiVZ, Facebook und Co. überprüfen und gegebenenfalls verschärfen. Besser noch, die Profile so aufbauen wie man gerne wahrgenommen werden möchte und auf jegliche Negativität verzichten.
- Business Profil eröffnen: Falls noch nicht geschehen, bei Xing und LinkedIn ein Profil anlegen und dort auch die eigenen Kontakte anzeigen lassen, da so die (berufliche) Vernetzung sichtbar wird. Auch das eher aus dem nicht Business-Bereich stammende Facebook wird immer häufiger für berufliche Zwecke genutzt.
- Sich profilieren: Unter seinem echten Namen bloggen, twittern, bei Xing diskutieren und nach Möglichkeit moderieren etc. Dabei sollte jedoch auf alle Aussagen geachtet werden, z.B. Twitter hat einen sehr hohen Page Rank und erscheint weit oben in den Suchergebnissen. Auch die Xing Gruppendiskussionen werden häufig vom Betreiber für Suchmaschinen freigeschaltet. Wer hier qualifizierte Aussagen macht stellt sich selbst als Experte dar.
- Zirkuläre Verlinkung: In Emails, auf Webseiten etc. immer auf die eigenen Profile und Beiträge verweisen. So kommen Suchende an den gezielt gestreuten Informationen kaum vorbei. [29]
6.2.2 Reputation Management in Business-Networks
Was sind eigentlich Business-Networks bzw. wie unterscheiden sie sich von Social-Networks? Im Grunde kann man festhalten, dass in Erster Linie der Umgang, die Zusammensetzung und die Intention der Teilnehmer beruflich orientiert ist. Als Beispiel kann man den Netzwerkbetrieber Xing nehmen. Nutzer dieser Plattform suchen in erster Linie berufliche Kontakte, was sowohl eine Vergrößerung des Kundenstamms bedeutet, aber auch neue Partner oder neue Mitarbeiter. Gerade bei einer Plattform, wie Xing oder ähnlich sind die Kontakte von großer Bedeutung. Man erkennt eine Business Plattform schon bei der Registrierung. Denn die Angaben zur Person sind hauptsächlich auf den beruflichen Werdegang ausgelegt. Dazu zählt zum Beispiel, welchen Beruf man vorher ausgeübt hat, in welcher Firma das war und in welchem Zeitraum. Außerdem kann man Angaben zum momentan ausgeübten Beruf machen. Diese Informationen können jetzt andere Nutzer dazu benutzen, um nach spezielen Branchen oder Firmen zu suchen und weitere Kontakte zu knüpfen. Das eigene Netzwerk wird dadurch auch schnell an Größe zunehmen und diese Kontakte können bei der beruflichen Ausübung von sehr großen Nutzen sein.
6.2.3 Reputation Management in Social Networks
Das wohl weltgrößte und bekannteste Netzwerk trägt den Namen Facebook. Mark Zuckerberg gründete 2004 das Internet-Netzwerk als Plattform für die Studierenden der Harvard Universität. Die erfolgreiche Anwendung breitete sich kontinuierlich weiter aus. Erst für weitere amerikanische Hochschulen, später auch für Ausländische. Heute zählt das Netzwerk nach eigenen Angaben mehr als 200 Millionen Mitglieder. Hierbei gehören nicht nur Studierende und Menschen außerhalb des Campus zu der wachsenden Mitgliederschar, sonder auch Prominente haben die Vorzüge Zuckerbergs Plattform entdeckt. [30]
"Das prominenteste Beispiel für die Macht von Zuckerbergs Reich ist Barack Obama. Wie kein Politiker vor ihm hat er im Wahlkampf über Facebook Botschaften versandt, Spenden gesammelt, Menschen mobilisiert." [31]
Die Konkurrenz zu Facebook kommt aus Deutschland und firmiert unter dem Namen StudiVZ Ltd.. Das anfangs nur an Studenten gerichtete Netzwerk erweiterte im weiteren Verlauf sein Portfolio um die Plattformen MeinVZ und SchülerVZ, um zu suggerieren, dass auch Nicht-Studenten an dem plattformübergreifenden Dienst teilnehmen können. StudiVZ selbst "wurde im Oktober 2005 von den zwei Studenten Ehssan Dariani (damals 25) von der Universität St. Gallen und Dennis Bemmann (zu diesem Zeitpunkt 27) von der HU Berlin gegründet. Später wurde das Team noch durch Michael Brehm (26) von der WHU vervollständigt. Ziel und Zweck der Plattform ist es, die Netzwerkkultur an europäischen Hochschulen zu etablieren und damit universitäre Grenzen zu überwinden. Neben praktischen Funktionen wie den diversen Interessengruppen oder den persönlichen Profilen sind es gerade die Komponenten des Social Networking, wie das Freundesnetzwerk oder das Gruscheln, die das Studentenprojekt so beliebt machen." [32]
Zu dem Gesamtkonglomerat des mittlerweile von Holtzbrinck-Networks aufgekauften studiVZ Ltd. zählen mittlerweile nach eigenen Angaben über 13 Millionen Mitglieder. Wöchentlich wächst die Community im sechsstelligen Bereich. [33]
Aufgrund der hohen Mitgliederzahlen der "Mitmachnetzwerke" ist es mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass sich auch potentielle Arbeitgeber in den Social Networks bewegen. Es wird eigens dafür Personal abgestellt, um nach den Profilen der Bewerbern zu recherchieren. Wer hier also beispielsweise exzessive, unvorteilhafte Partyfotos eingestellt hat, darf sich am Ende nicht wundern, wenn es nicht zu der erhofften Einladung zu einem persönlichen Gespräch kommt. Somit ist auch im Bereich der Social Networks darauf zu achten, die eigene Reputation aktiv in eine positive Richtung zu lenken. Bei der steigenden Anzahl an Teilnehmern ist es für Personaler ein Leichtes, an persönliche Informationen zu gelangen. Das wiederum lässt sich gezielt für die eigene Reputation ausnutzen und das individuelle Profil daraufhin abstimmen.
6.2.4 Bloggen für die Reputation
Das Bloggen hat in der heutigen Zeit, wo das Internet allgegenwärtig ist, eine zunehmend wichtige Rolle eingenommen. Bloggen kann mittlerweile jeder und zu allen Themen. Hierbei kann man im Vorfeld nach zwei Kategorien unterscheiden. Die qualitativen oder fachmännischen Blogs von den laienhaften. Blogs gibt es wie Sand am Meer. Daher ist es entscheidend, dass der eigene Blog sich von der Masse herauskristallisiert. Denn in seinem eigenen Blog kann man sein eigenes "Know how" unter Beweis stellen. Bevor man jedoch einfach einen Blog erstellt, sollten bestimmte Rahmenbedingungen geklärt werden."Wen wollen Sie mit Ihren Texten erreichen? Was sind Ihre Themen? Wie wollen Sie sich als Person mit Ihrem Blog positionieren?"[34] Denn das wichtigste bei einem Blog ist es, authentisch zu bleiben. Einen vernünftigen Blog auf die Beine zu stellen, welcher sich von anderen Blogs unterscheidet kostet viel Zeit und Mühe, aber das Ergebnis lohnt sich, da sie mit einfachen Mitteln den Leser von Ihrer Fachkompetenz überzeugen können. Gerade für Karriereanfänger stellt der Blog einen guten Einstieg in die Welt der Eigenwerbung dar. Man kann halt noch nicht durch jahrelange Erfahrung den eventuellen zukünftigen Arbeitgeber von seinem Können überzeugen. Da kommen wir auch schon zum entscheidenden Punkt. Unser Blog muss im Internet gefunden werden. Eine Möglichkeit wäre es, einen eigenen externen Blog einzurichten. Idealerweise sollte die Internetadresse den Vor- und Zunamen beinhalten. Zum Beispiel max-mustermann.blog.de oder mustermannblogger.de . Es kann natürlich nicht nur mit einer eigenen Internetpräsenz gemacht werden. Es gibt auch eine Vielzahl an Anbietern, wo man seinen Blog hinterlegen kann. Jedoch sollte man darauf achten, dass die Fläche des Blogs nicht voller Werbung ist, was den Charakter des eigenen Blogs verfälscht. Außerdem könnte man seine Visitenkarten mit der Adresse des Blogs versehen, um die Aufmerksamkeit von eventuellen Kunden oder sonstigen Interessenten zu wecken. Jedoch sollte man gerade als Karriereanfänger darauf achten, ob der zukünftige Arbeitgeber dieser Art von Kommunikationsmedium aufgeschlossen ist oder. Wenn das Unternehmen keinerlei Blog oder der gleichen im Unternehmen führt, könnte der eigene Blog eventuell die Chance auf einen Job negativ beeinflussen. Ein Chef, der alteingesessen ist und eher Traditionsbewusst handelt, kann dem Blog keinen großen Nutzen abgewinnen. Außerdem werden eigene Meinungen zu Themen vertreten, die vielleicht nicht mit der Meinung der Chefs übereinstimmen. Ein weiterer Punkt ist die Verbreitung falscher oder verleumdnerischer Aussagen. Viele wissen zum Teil auch nicht, welche Informationen im Internet zu finden sind. Daher muss man sich gegen solche Vorkommnisse schützen.
6.2.5 Einsatz von Reputationsmanagementservices
Der richtige und vernetzte Einsatz verschiedener Reputationsmanagementservices kann den Erfolg spürbar und nachweislich steigern. Wir werden daher einige Anbieter solcher Services uns näher anschauen und eine Möglichkeit der Kombination vorstellen. Es gibt eine Vielzahl an Reputationsmanagementanbietern, OpenID-Angebote und Personensuchmaschinen, die im Prinzip all Ihre Social-Media-Aktivitäten in einem einzigen Account zusammenführen und sichtbar machen. [35] Zur aller erst sollte man sich einen Überblick darüber verschaffen, was alles von einem selbst im Internet schon zu finden ist. Das kann man mit Hilfe von Personensuchmaschinen, wie 123People, myON-ID, Yasni und vielen mehr. Ein erster Blick in die Welt des WWW verschafft uns 123People, da Daten sowohl von Social Networks, öffentliche Dokumente, Bilder und sogar Telefonbucheinträge durchsucht und zusammengefasst werden. Jetzt hat man einen Überblick darüber, ob überhaupt etwas zur eigenen Person veröffentlicht worden ist und wenn ja, was das ist und wo. Jetzt kann man sich gezielt ans Werk machen und seine Reputation in die richtigen Wege leiten. Dazu muss man erstmal Profile in den für jeden jeweils Interessanten Onlineplattformen erstellen. Das ist nämlich genau wie beim Schach. Zu aller erst bringt man seine Figuren strategisch in Position. Was in unserem Fall ja die Profile sind. Diese müssen jetzt mit entsprechendem Inhalt gefüllt werden. Dazu können wir an dieser Stelle keine näheren Tips geben, da jeder ein anderes Ziel mit seiner Reputation verfolgt und die Ausgestaltungsmöglichkeiten sehr vielfältig sind. Anschließend gilt es diese ganzen eigenständigen Profile, Blogs, Bilder und sonstigen Veröffentlichungen miteinander zu vernetzen, um auch zum Beispiel im Google besser gefunden zu werden. dazu können wir uns des Dienstes myON-ID bedienen. Es ist auch bei diesem Dienst erforderlich sich zu Registrieren und einen Account anzulegen. Dieser dienst hat eigentlich die Aufgabe, alle Ihre Profile und sonstigen relevanten Spuren im Internet zu bündeln und diese dann im Internet auch gebündelt darzustellen, damit andere Nutzer diese besser finden können. Dieser Dienst optimiert auch die Suchergebnisse zum Beispiel bei Google. Das bedeutet, dass Sie und Ihre relevanten Daten sehr weit am Anfang zu finden sind. Man muss eine Sache bei der ganzen Geschichte berücksichtigen. Die Glaubwürdigkeit der einzelnen Profile hängt eigentlich nur von dem ab, was Sie der Welt veröffentlichen. Es gibt genug Menschen, die versuchen sich im Internet besser darzustellen, als es den Tatsachen entspricht. Um diesem Problem entgegenzuwirken könnte man seine Profile bewerten lassen von anderen Nutzern. Der Dienst Yasni bietet für registrierte Benutzer die Möglichkeit, sich von Kontakten bewerten zu lassen, um die Glaubwürdigkeit zu steigern. Diese ganzen Möglichkeiten, seine eigene Reputation maßgeblich positiv zu beeinflussen haben wir freiwillig gemacht. Doch es gibt auch Situation, wo gezwungenermaßen gehandelt werden muss. Das fällt unter die Rubrik der Verleumdung und Rufmord. Denn im Internet kann erstmal jeder alles schreiben, obgleich Gesetze gebrochen oder die Würde des Menschen verletzt wurde. Für diese Art des Schadens sollte sich jeder Mensch eine Art von Schutz aufbauen. Dieser Schutz ist genau das, was man durch die eigene Presenz im Internet erreicht. Durch das Aufbauen einer Digitalen Reputation kann man sich schützen. Man ist immer auf dem neuesten Stand, wenn zur eigenen Person Inhalte veröffentlicht werden und kann bei negativer Äusserungen gegebenenfalls Stellung nehmen und aktiv gegensteuern.
6.2.6 Chancen und Risiken
Jeff Jarvis hat es hierbei auf den Punkt gebracht: "Das Internet macht uns nicht kreativer. Doch es bietet die Möglichkeit, dass das, was wir schaffen, gesehen, gehört und genutzt wird. Es gibt jedem Schaffenden die Chance, ein Publikum zu finden, das Publikum, das er oder sie verdient." [36] Im Rahmen dieser Ausarbeitung wurden die Vorzüge und Chancen die das Internet im Bereich der digitalen Reputation zu bieten hat ausgiebig erläutert. Das überwiegende Feedback der neuen Online-Gesellschaft ist, das das Internet als das Mittel der Wahl für den Reputations- und Karrieremotor gehalten wird. Hierbei werden allerdings die eventuellen Risiken die mit der Offenheit und den persönlichen Onlineprofilen einhergehen als irrelevant eingestuft.
Bei all den Vorzügen, die das Internet im Bereich der Reputation und Karriere bietet, so darf dabei nicht außer Acht gelassen werden, dass das Fundament, worauf hier gebaut wird, persönliche Daten sind, die von einem grenzenlosen, weltweiten Publikum eingesehen werden können. Es lässt sich im Zuge des Reputationsmanagements auch nicht so einfach eine genaue Zielgruppe festlegen, die Einsicht in ausgewählte persönliche Daten nehmen können. Häufig werden solche Dinge auch gar nicht weiter durchdacht, denn schließlich möchte man ja bewusst seine persönlichen guten Seiten der Umwelt präsentieren. Eventuell stößt ein potenzieller neuer Arbeitgeber auf diese Informationen. Doch der Grad zwischen dem Aufbau eines guten Rufs und Missbrauch der veröffentlichen Daten durch Dritte ist schmal. " [..] Vergessen wird im Google-Zeitalter nichts. Wer einmal am digitalen Dorfpranger stand, hat es schwer, das je wieder vergessen zu machen. Es entschwindet allenfalls mit der Zeit aus dem Fokus der Aufmerksamkeit, bleibt aber in den Leichenkellern der Suchmaschinen verborgen. [..] Der Eintrittspreis ins vermeintlich digitale Utopia ist hoch: Es verlangt den Abschied von der herkömmlichen Privatsphäre. Besonders die "Digital Natives", also jene Menschen, die mit dem Internet aufgewachsen sind, verzichten heute bereitwillig in ihren Blogs, in Netzwerken wie Facebook, StudiVZ, Xing und Twitter auf jene Privatsphäre, um die Datenschützer jahrelang gekämpft haben." [37]
Es gibt auch weitere Gründe dafür, seine Reputation nicht online zu managen. Viele Führungskräfte großer Konzerne sind nicht oder nur kaum im World Wide Web vertreten. Das könnte zum Teil ein Generationsproblem sein, zum anderen aber auch Kalkül. Denn schließlich hat es auch seine Vorzüge, nicht ständig als "always on" zu gelten. Wer ständig über die zahlreichen Kommunikationswege erreichbar ist, schürt die Erwartung, dass auch binnen kürzester Zeit persönlich geantwortet wird. Wer dem nicht nachkommen kann, schadet am Ende seiner Reputation oder der seines Unternehmens.
Generell ist es schwer, bei der Flut an Informationen der jeweiligen Netzwerken und Kommunikationsmitteln nicht an die Grenze des Machbaren zu gelangen, denn zu viel Nähe kann den Einzelnen schnell überfordern.
Das Feilen an der eigenen guten Reputation mit Hilfe der neuen Kommunikationsmittel muss sich somit immer im Bereich des Zumutbaren bewegen und darf nicht von den eigentlichen wichtigen Aufgaben ablenken. Das wiederum könnte genau den gegenteiligen Effekt bewirken. So ließe sich das Unentwegte bloggen, skypen, twittern, mailen, etc. auch dahingehend auslegen, das sich nicht mehr auf die Primäraufgaben konzentriert wird. Wie soll also die Führungskraft bei der ständigen Kommunikation noch in der Lage sein, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen und zu exekutieren? [38]
So lässt sich am Ende feststellen, dass das Managen der eigenen Reputation in der digitalen Welt eine Menge Vorzüge mit sich bringt und sich in kürzester Zeit aufwendige Profile und digitale Existenzen aufbauen lassen, um nach Möglichkeit ein breites Publikum ansprechen zu können. Den Preis, den man dafür zahlen muss, ist allerdings die eigene Privatsphäre. Auch wenn es verlockend ist, sollte ein vernünftiger Mittelweg eingeschlagen werden, denn "Manchmal ist ein wenig Zurückhaltung nicht nur vornehm, sondern auch zwingend notwendig, um unsere persönlichen Interessen zu schützen." [39]
7 Fazit
Die Gegenüberstellung der Themengebiete Reputation und Karriere repräsentiert einen klaren Zusammenhang und macht die positive Wechselwirkung dieser Bereiche deutlich. Eine gute Reputation schafft Vertrauen und hilft etwaige Informationsasymmetrien auszugleichen. Ungleiche Informationsverteilungen sind in der Regel Bestandteil jeglicher Verhandlung oder Präsentation und erschweren auf emotionaler Ebene die Einigung der Vertragsparteien. Mit Hilfe einer guten Reputation wird das subjektiv wahrgenommene Risiko des Unbekannten reduziert und somit Entscheidungen positiv beeinflusst. Daraus kann ein Wachstum der Absatzmenge eines Produktes oder Dienstleistung resultieren, aber auch die Anstellung bzw. Einstellung eines Bewerbers auf eine bestimmte Stellenausschreibung. Auch der innerbetriebliche Wechsel von Aufgabengebieten, Stellen und Instanzen gestaltet sich bei Personen mit einer guten Reputation leichter, da bei dieser tendenziell mehr kulturelles und soziales Kapital vermutet wird. Dem Akteur wird daher vom Grundsatz mehr zugetraut und darüber hinaus kann dieser ein Plus an Vertrauen verbuchen. Die Reputation lebt von der Tat und nicht vom Wort. Die bisher erreichten Stufen der vertikalen als auch horizontalen Karriere, die gesammelten Erfahrungen und das erfahrene Kompetenzwachstum stellen die Reputation wiederum auf eine massivere Basis - das persönliche Kapital steigt und damit auch die Reputation in Teilbereichen. Diese Beziehung zeigt den wechselseitigen Einfluss der Größen auf die jeweils andere.
Der Reputationserwerb basiert u.a. auf der Transformation von Prestige durch öffentliche Kommunikation und dem Propagieren von externen Meinungen über das Reputationsobjekt. Anders als bei Unternehmen, die aufgrund Ihrer Geschäftstätigkeit bereits eine gewisse Wirkung in der Öffentlichkeit hinterlassen, müssen Personen erst die Grenzen ihres sozialen Netzwerkes überschreiten, um in die Öffentlichkeit zu gelangen. Bei dieser Aufgabe unterstützen diverse Online Plattformen und andere Angebote, wie bspw. XING, Facebook, Blogs und Twitter, die auch in Zukunft immer weiter an Popularität gewinnen. Das Online Reputation Management ist ein Instrumentarium, um die persönliche Reputation an zuvor definierten Zielvorgaben anzugleichen. Dieser Prozess ist langfristig zu sehen und bedarf einer ständigen Pflege. Allerdings ist der Einbezug der Öffentlichkeit auch ein Multiplikator bei negativen Ereignissen, die eine Gefahr für die Reputation darstellen.
Zusammengefasst kann man die Reputation und das Reputation Management somit als treibende Kraft bei der Karrieregestaltung verstehen. Die bei richtiger Anwendung klare Wettbewerbsvorteile mit sich bringt und die Karriere in der Regel positiv beeinflusst.
8 Fußnoten
- ↑ Vgl. Treibel, Einführung in soziologische Theorien der Gegenwart, 2006, Seite 27
- ↑ 2,0 2,1 2,2 >Vgl. Imdorf, Schulqualifikation und Berufsfindung: Wie Geschlecht und nationale Herkunft den Übergang in die Berufsbildung strukturieren, 2005, Seite 30
- ↑ Vgl. Imdorf, Schulqualifikation und Berufsfindung: Wie Geschlecht und nationale Herkunft den Übergang in die Berufsbildung strukturieren, 2005, Seite 29
- ↑ Vgl. Eisenegger, Reputation in der Mediengesellschaft: Konstitution, issus-monitoring, issues-managment, 2006, Seite 19
- ↑ Duden, Deutsches Universalwörterbuch, 2006
- ↑ Vgl. Eisenegger, Reputation in der Mediengesellschaft, 2009, Seite 19 f.
- ↑ Vgl. Eck, Karrierefalle Internet: Managen sie ihre online-reputation, bevor andere es tun!, 2008, Seite 15
- ↑ S. Duden, Deutsches Universalwörterbuch, 2006
- ↑ Vgl. Eisenegger, Reputation in der Mediengesellschaft, 2009, Seite 21 f.
- ↑ Vgl. Schwalbach, Reputation, 2009, http://www2.wiwi.hu-berlin.de/institute/im/publikdl/2004-2.pdf (14.06.2009 02:31)
- ↑ Vgl. Hüttl, Der gute Ruf als Erfolgsgröße: Profitieren sie von ihrem Ansehen, 2005, Seite 135
- ↑ Vgl. Hüttl, Der gute Ruf als Erfolgsgröße: Profitieren sie von ihrem Ansehen, 2005, Seite 127
- ↑ Vgl. Hüttl, Der gute Ruf als Erfolgsgröße: Profitieren sie von ihrem Ansehen, 2005, Seite 128
- ↑ Vgl. Gruber, Der Weg nach ganz oben, 2009, Seite 52
- ↑ Herzog, Politische Karrieren, 1975, Seite 44
- ↑ Vgl. Stock, Personalmanagement: Theorien- Konzepte- Instrumente, 2008, Seite 199 f.
- ↑ Vgl. Bohinc, Karriere machen, ohne Chef zu sein, 2008, Seite 8 ff.
- ↑ Vgl. Bohinc, Karriere machen, ohne Chef zu sein, 2008, Seite 13
- ↑ Vgl. Bohinc, Karriere machen, ohne Chef zu sein, 2008, Seite 13 f.
- ↑ 20,0 20,1 >Vgl. Bohinc, Karriere machen, ohne Chef zu sein, 2008, Seite 14
- ↑ Vgl. Bohinc, Karriere machen, ohne Chef zu sein, 2008, Seite 11 f.
- ↑ http://www.dp-on.com/reputation/19-reputation-management/14-online-reputation-management.html (14.06.2009 23:50)
- ↑ Vgl. Eisenegger,2009, http://www.wiwi.uni-muenster.de/06//toplinks/ifgevents/sonst_events/stiftgruend_2006_10/vortraege/3_Eisenegger.pdf (14.06.2009 13:31)
- ↑ Vgl. Hüttl, Der gute Ruf als Erfolgsgröße: Profitieren sie von ihrem Ansehen, 2005, Seite 128
- ↑ Furnham, The psychology of behaviour at work: the individual in the organization, 1997, Seite 541
- ↑ Scheler, Erfolgsfaktor Networking.: Mit Beziehungsintelligenz die richtigen Kontakte knüpfen, pflegen und nutzen, 2000, Seite 26
- ↑ Vgl. Liebhart, Strategische Kooperationsnetzwerke: Entwicklung, Gestaltung und Steuerung, 2002, Seite 197
- ↑ Mai, Marke Eigenbau: Wie man im Internet zur Marke wird, 01.06.2009, http://www.wiwo.de/karriere/wie-man-im-internet-zur-marke-wird-398554/2/ (09.06.2009, 15:24)
- ↑ Vgl. Bewerberblog.de, Online Reputation: 6 Schritte zum guten Image im Netz, 23.02.2009, http://www.bewerberblog.de/?p=1491 (13.06.2009, 23:52)
- ↑ Vgl. Amend / Hamann, Social Networks: Na, Freundchen?, Die Zeit, 28.05.2009
- ↑ Amend / Hamann, Social Networks: Na, Freundchen?, Die Zeit, 28.05.2009
- ↑ Presseportal, Ein Jahr nach Gründung: 1 Million Studenten bei studiVZ, 15.11.2006, http://www.presseportal.de/pm/62589/901222/studivz_ltd (09.06.2009, 17:56)
- ↑ studiVZ Ltd., studiVZ: Über uns, http://www.studivz.net/l/about_us/1/ (09.06.2009, 18:11)
- ↑ Eck, Klaus, Karrierefalle Internet: Managen sie ihre online-reputation, bevor andere es tun!,2008 , Seite 120
- ↑ Vgl. Eck, Klaus, Karrierefalle Internet: Managen sie ihre online-reputation, bevor andere es tun!,2008 , Seite 159
- ↑ Jarvis, Was würde Google tun?, Wirtschaftswoche, 20.04.2009, Seite 108
- ↑ Eck, Digitales Utopia, Wirtschaftswoche, 20.04.2009, Seite 109
- ↑ Vgl. Eck, Digitales Utopia, Wirtschaftswoche, 20.04.2009, Seite 109
- ↑ Eck, Digitales Utopia, Wirtschaftswoche, 20.04.2009, Seite 109
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