Sicherheitstechnik im vernetzten Haus
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1 Einführung
1.1 Zielsetzung
"Wohnen ist ein Grundbedürfnis des Menschen und damit unmittelbar mit seiner Existenz verknüpft. Ebenso spüren viele Menschen eine vom Zeitgeist modellierte Sehnsucht ihr Zuhause zu gestalten, wie es dem Stand der Technik und den Normen der herrschenden Zivilisation entspricht. Unsere Wohnung ist der Rückzugsraum in die Geborgenheit des Privaten, gleichzeitig ist sie der Startpunkt, von dem aus wir in die Welt des Öffentlichen hinausgehen.[...]
Das Leben des Menschen ist permanentem Wandel unterworfen." [1]
Diesen Wandel sieht man in verschieden Projekten im Bereich vernetztes Haus. Beispiele dafür sind das erst kurzlich eröffnete Smart Home Paderborn (www.smarthomepaderborn.de) und das Inhaus Duisburg (www.inhaus-zentrum.de).
Diese Forschungsprojekte geben einen kleinen Einblick über den aktuellen Stand der Technik. Zur Zeit gibt es unterschiedliche Konzepte, die in den Häusern vorgestellt werden. Einer der interessanten Punkte in einem vernetzten Haus ist die Sicherheitstechnik.
Das Ziel dieser Ausarbeitung ist eine Empfehlung zur Sicherheitstechnik in einem vernetzten Haus.
1.2 Abgrenzung
Der Bereich Gesundheitstechnik und der Aspekt einer potenziellen Energieeinsparung werden in dieser Arbeit nicht behandelt, da ansonsten der Rahmen der Arbeit gesprengt wird.
Es wird nicht detailiert auf die Lebensqualität eingegangen, diese jedoch am Rande besprochen.
Außerdem werden die Bau- bzw. Umrüstkosten eines vernetzten Hauses und die Kosten der Sicherheitskomponenten nicht berücksichtigt.
1.3 Aufbau der Arbeit
Nach der Einleitung wird im Kapitel 2 der Begriff "Smart Home" definiert. Desweiteren wird auf die Wandelbarkeit der Systeme z.B. Standards und Schnittellen eingegangen.
Danach wird im Kapitel 3 das Thema Sicherheitstechnik besprochen. Hier werden die allgemeinen Sicherheitskomponenten eines Hauses betrachtet. Außerdem werden mögliche Datenschutzprobleme dieser Komponenten beschrieben.
Anschließend werden im Kapitel 4 integrierte Sicherheitsfunktionen vorgestellt. Es werden die Umgebungsdatenmessung, die Verbrauchsmessung, die zentrale Steuerung, die Fernbedienbarkeit und die Szenariensteuerung betrachtet.
Im Kapitel 5 werden automatische Reaktionsszenarien betrachtet. Bei diesen Szenarien wird auf Feuer, Wasser, Unwetter, Einbruch und Fehlfunktionen eingegangen.
Die Bewertung und Handlungsempfehlung wird im Kapitel 6 beschrieben, bevor im Kapitel 7 ein kurzes Fazit gezogen wird.
2 Smart Home
2.1 Definition
2.2 Wandelbarkeit
2.2.1 Offene Systeme
2.2.2 Standards
2.2.3 Schnittstellen
3 Sicherheitstechnik
3.1 Allgemein
Gemäß dem Lexikon Brockhaus wird "Sicherheit" wie folgt definiert:
"Das Freisein von Bedrohung, bezogen einerseits auf den Einzelnen und seine soziale Situation, andererseits auf ein Kollektiv, auf Staat und Gesellschaft und ihre Ordnungen, nicht zuletzt die militärische Absicherung. Durch die Aufstellung von Rechtsnormen und durch ihre Kodifizierung haben die Gesellschaften schon früh dem Sicherheitsbedürfnis des Menschen entgegenzukommen versucht (z.B. im Mittelalter mit dem System der Privilegien, das heißt mit standesgebundenen Rechten und Pflichten; den Freibriefen, dem freien Geleit)."[2]
Sicherheit bedeutet demnach Gefahrenfreiheit, Vermeidung von unliebsamen Überraschungen, Beeinträchtigungen und unvertretbaren Risiken. Dabei bedient man sich einfacher Hilfsmittel, wie z. B. der Keule, als auch komplexeren technischen Hilfsmitteln, wie z.B. eines Schlosses oder einer Waffe.
Bei komplexen Systemen ist es unmöglich, Risiken völlig auszuschließen. Das vertretbare Risiko für jede mögliche Art der Beeinträchtigung hängt von vielen Faktoren ab und wird zudem subjektiv bewertet.
Um subjektive Sicherheit zu erreichen, werden entsprechende Konzepte erstellt und umgesetzt. Sicherheitsmaßnahmen sind erfolgreich, wenn mit ihnen sowohl erwartete als auch unerwartete Beeinträchtigungen vermieden werden.
Da Sicherheit keine 100 %-ige Risikofreiheit bedeutet, wird sie nur als relativer Zustand der Gefahrenfreiheit angesehen, der situationsbedingt nur für bestimmte Bedingungen gilt.
Bei höherer Gewalt, die in der Regel auch nicht vorhersehbar ist, besteht kein Schutz. Sicherheit bedeutet daher nicht, dass Beeinträchtigungen vollständig ausgeschlossen sind, sondern nur, dass sie hinreichend unwahrscheinlich sind.
Die eingesetzen Methoden zur Erlangung einer höheren Sicherheit werden als Sicherheitstechnik bezeichnet.
Die Maßnahmen, mit denen die Sicherheit von technischen Objekten, Anlagen oder Systemen erreicht werden soll, sind z.B. wirtschaftlich motiviert, um mögliche teure Reparaturen, Produktionsausfälle oder Regressanforderungen zu vermeiden.
Prinzipien der Sicherheitstechnik[3]
Nach DIN 31000 wird unterschieden in mittelbarer, unmittelbarer und hinweisender Sicherheitstechnik. Grundsätzlich wird die unmittelbare Sicherheitstechnik angestrebt, bei der von vornherein keine Gefährdung besteht.
Unmittelbare Sicherheit bezeichnet Lösungen bei denen die direkte Gefahrenentstehung verhindert wird. Dabei gibt es den fail-save-Ansatz, bei dem durch Klärung aller äußeren Einflüsse, sicherem Bemessen und weiterer Kontrolle ein Versagen ausgeschlossen wird. Er bewirkt, dass bei einem beschränkten Versagen noch eine gefahrlose Außerbetriebnahme möglich ist. Ein weiterer Ansatz ist die redundante Anordnung von Baugruppen, so dass bei einem Ausfall eines Teils dennoch die Gesamtfunktion weiterhin gewährleistet ist.
Mittelbare Sicherheit bezeichnet Lösungen mit denen zusätzliche Schutzeinrichtungen eine mögliche Gefährdung abweisen. So verhindern zum Beispiel Maschinenverkleidungen bei Drehmaschinen eine Gefahr durch die bewegten Teile und verhindern gefährliche Eingriffe von außen. Andere Schutzsysteme arbeiten mit Sensoren. So wird etwa eine Fahrstuhltür nicht geschlossen, wenn Personen sich im Bereich der Tür befinden.
Hinweisende Sicherheit ist die schwächste und rechtlich geringste Form von Sicherheitsmaßnahmen. Hier wird lediglich auf die Gefahren hingewiesen (z.B. auffällige Warnhinweise bei elektrischen Anlagen oder Verkehrszeichen an Gefahrenpunkten). Es gehören auch Sicherheitshinweise in Bedienungsanleitungen sowie die Verwendung auffälliger Signalfarben oder Reflektoren an gefährdeten Objekten dazu.
3.2 Klassische Sicherheitstechnik
Die Abbildung 1[4] zeigt diverse elektrische Komponenten, die in einem Gebäude verbaut sein können.
Alarmanlagen[5]
Es gibt Außenhautüberwachung und die Fallenüberwachung. Im ersten Fall werden alle sicherungsrelevanten Öffnungen wie Türen und Fenster in der so genannten "Außenhaut" des zu schützenden Objektes überwacht.
Bei der Fallenüberwachung werden vorwiegend die Bereiche überwacht, die ein Täter mit großer Wahrscheinlichkeit betreten wird. Auch eine Kombination aus beiden Arten ist möglich.
Die Glasbruchmelder schlagen Alarm, wenn ein Fenster zerstört wird. Die Öffnungsmelder machen sich bemerkbar, wenn Türen unerlaubt geöffnet werden.
Bei der Art des Alarms ist es sinnvoll einen Externalarm über einen schwer erreichbaren Signalgeber aus Blinkleuchte und Sirene sowie eine Alarmweiterleitung an Hilfe leistenden Stellen zu installieren.
Bei einem Fernalarm wird sofort telefonisch der Wach- und Sicherheitsdienst verständigt und erhöht somit die Wahrscheinlichkeit, dass der Täter dingfest gemacht werden kann, bevor er allzu großen Schaden anrichtet.
Rauchmelder
Viele Brände entstehen durch technische Defekte und nicht durch Fahrlässigkeit. Nachts wird der Brand oder der Rauch oft garnicht bemerkt, weil alle im Haus oder Wohnung schlafen. Bei Rauch können die Betroffenen innerhalb von wenigen Minuten bewußtlos werden und ersticken. Ein Rauchmelder kann rechtzeitig alamieren und somit die Betroffenen veranlassen rechtzeitig alles Nötige zu unternehmen.
Rauchmelder nehmen schon kleinste Rauchpartikel in der Luft war und lösen sofort einen unüberhörbaren Alarmton aus. Mindeststandard ist ein Rauchmelder im Flur, idealerweise sollte aber jedes Zimmer im Haus über einen Alarmgeber verfügen, da auch jedes Zimmer andere Risiken birgt.
Rauchwarnmelder gibt es in zweierlei Ausführungen: Batteriebetrieben und für den Anschluss an das elektrische Stromnetz.Batteriebetriebene Melder sind günstiger in der Anschaffung. Sind sie mit einer Lithiumbatterie versehen, halten auch diese 10 Jahre.
Über eine Funkverbindung ist es möglich, die einzelnen Rauchmelder, auch Brandmelder oder Feuermelder genannt, miteinander zu verbinden. Dann schlägt nicht nur der eine, der den Rauch entdeckte, am Ort des Brandes Alarm, sondern auch alle anderen. Das ist besonders in größeren Häusern mit mehreren Etagen oder besonders schalldichten Bauweisen wichtig, wenn die Gefahr besteht, dass man im Erdgeschoss den Alarm im zweiten Stock oder unter dem Dach möglicherweise nicht hören würde.
Die durch Funk vernetzten Rauchmelder geben das Signal im Alarmfall untereinander weiter und können so das gesamte Haus und alle Hausbewohner warnen. Wichtig ist allerdings, dass sie alle der gleichen Meldergruppe angehören und dementsprechend die gleiche Sprache sprechen und sich somit verständigen können. Dann können sie entweder als Funkkette untereinander verbunden werden oder über eine zentrale Funkstation, die das Signal weitergibt.
Darüber hinaus gibt es gerade für Gehörlose optische Systeme oder Systeme mit Vibrationstechnik.
Nicht nur Feuermelder können so vernetzt und über ein zentrales Alarmgerät gesteuert werden, sondern auch Wasser-, Gas- oder Temperaturmelder, wie sie vor allem in der Küche eingesetzt werden. Die Reichweiten der mit Funk vernetzten Geräte sind je nach Modell und Signalstärke unterschiedlich. Müssen sie keine Wände oder Decken überwinden, erreichen sich die Alarmgeber über eine Distanz von 200 Metern.
So können auch z.B. die Garage oder das Gartenhaus gesichert werden. In geschlossenen Räumen können in der Regel zwischen 30 und 50 Meter oder auch zwei Betondecken zwischen ihnen stehen. Qualitativ hochwertige Rauchmelder sind bereits mit einer Schnittstelle ausgestattet, um nachträglich mit anderen Funkempfängern verbunden werden zu können.
Auch bei durch mit Funk verbundenen Rauchmeldern sollte es möglich sein, einzelne Meldegeräte zeitweise auszuschalten, wenn beispielsweise eine Feier in kleinen Räumen stattfindet, bei der viel geraucht wird.
Erdgassensor
Erdgas ist einer der wichtigsten Energieträger unserer Zeit und wird mittlerweile in über 18 Mio. deutschen Haushalten eingesetzt. Weiterhin wird Erdgas im Campingbereich und in Zukunft auch vermehrt als Kraftstoff in Fahrzeugen eingesetzt, da es günstig ist und nahezu schadstofffrei verbrennt. Erdgas ist bei einer Konzentration von 4,4% bis 15% in Luft explosionsfähig. Trotz einer hohen Sicherheitstechnik wie z.B. Verbesserung der Installationstechnik oder Odorierung des Gases (Zumischung von Geruchsstoffen), kommt es immer wieder zu folgenschweren Unfällen mit Personen- und Sachschäden. Aus diesem Grunde wurde am Institut für Mikrosensorik IfM der FH-Dortmund ein Sensorsystem entwickelt, mit dem austretende Erdgas-Konzentrationen sicher und schnell detektiert werden können. Koppelt man das Sensorsystem mit einer automatischen Absperrvorrichtung (z.B. Magnetventil) so lässt sich zusätzlich die Gaszufuhr in das Haus im Gefahrenfall unterbrechen. Der Einsatz eines weiteren Erdgassensors (z.B. in einer Küche mit Gasofen) der über Funk mit dem Erdgassensor und der Ventilansteuerung kommuniziert, ist zusätzlich vorgesehen (siehe Abbildung 2[6]). Somit ist eine höchstmögliche Sicherheit gegeben.
Fenster[7]
Fenster und Terrassentüren sind bei Einbrechern sehr beliebt. Richtig gesichert sind diese ein unüberwindbares Hindernis. Einbruchhemmende Fenster und Fenstertüren gibt es in verschiedenen Sicherheitsklassen.
Rundum angeordnete Pilzkopfzapfen verhindern das Aufhebeln der Fenster. Eine durchwurfhemmende Verglasung ist ebenfalls Teil der Sicherheitstechnik und schützt nicht nur vor Einbruch sondern auch vor Vandalismus.
Eine gute Wahl trifft man schon mit einbruchhemmenden Fenstern der Widerstandsklasse 2 (DIN V ENV 1627-30). Diese Fenster sollten mit einbruchhemmenden Fensterbeschlägen der gleichen Schutzklasse komplettiert werden. Griff- und Bandseite der Fenster werden per Verriegelung gesichert. Man wählt immer abschließbare Fenstergriffe. Die Bandseite der Fenster lässt sich mit Aushebesicherungen zusätzlich verstärken. Auch die Glasflächen kann man neuerdings sichern, indem spezielle Sicherheitsfolien aufgebracht werden, die je nach Schutzwirkung sogar sehr roher Gewalt standhalten.
Schließeinrichtung[8]
Ein modernes Schließsystem, sollte einfach zu bedienen sein und sich bei Bedarf unkompliziert öffnen lassen. Ein z.B. elektronischer Knaufzylinder mit Transpondertechnik benötigt kein Schlüsselloch mehr um aufgeschlossen zu werden. Stattdessen wird ein elektronischer Schlüssel vor den Türknauf gehalten, um die Tür zu entriegeln.
Ein Einbau ist sehr einfach. Der elektronische Knaufzylinder kann ohne aufwändige Verkabelung in wenigen Minuten in die vorhandene Profilzylinder-Öffnung der Tür eingebaut werden. Auf den zugehörigen Transponder - ein elektronischer Schlüssel - werden mit einem hochverschlüsselten Verfahren die Zugangsberechtigungen programmiert, die die Elektronik im Türknauf anschließend erkennt.
Die Programmierung kann der Hausbesitzer selbst vornehmen, sodass sich das elektronische Schließsystem unkompliziert auf die jeweilige Situation abstimmen lässt. So sind beispielsweise zusätzliche Transponder für weitere Bewohner in kürzester Zeit eingerichtet. Und sollte einmal ein Transponder verloren gehen, lässt sich das System ohne lästigen und teuren Austausch des Zylinders schnell und einfach umprogrammieren. Der Vorteil ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor, denn nur ein neuer Transponder wird benötigt, während der alte einfach aus dem System gelöscht wird. Auf Wunsch können auch zeitlich begrenzte Zutrittsberechtigungen vergeben werden, zum Beispiel für die Reinigungskraft, die das Haus nur an einem bestimmten Wochentag in einem festgelegten Zeitraum betreten darf.
Denn der innovative Zylinder hält elektronischen oder mechanischen Manipulationsversuchen zuverlässig stand. Und auch die auf dem Transponder gespeicherten Codes können nicht von Fremden kopiert werden.
Ungebetene Gäste können somit einfach und wirksam ausgesperrt werden.
Da nur ein Transponder für alle Türen benötigt wird, ist ein unübersichtlicher Schlüsselbund nicht mehr nötig.
Haustür[9]
Einfamilienhäuser besitzen drei zentrale Schwachstellen, durch die sich Einbrecher häufig Zutritt zum Haus verschaffen. Das sind Haustüren, Fenster und Kelleröffnungen. Nicht zu vergessen die zusätzlich oft vorhandenen Nebentüren und Dachfenster. Letztere sind vor allem dann gefährdet, wenn sie durch Feuerleitern u.ä. gut erreichbar sind.
Je nach baulicher Beschaffenheit sollte der Keller eines neuen Einfamilienhauses über folgende Sicherheitseinrichtungen verfügen:
- vergitterte Kellerfenster (spezielle Sicherheitsgitter)
- Abhebesicherungen für die Gitterschächte (Kellerrostsicherung)
- Rollenrostsicherungen für Kellerschächte,
- Kellerfenstersicherungen.
Manche Keller werden als Wohnräume ausgebaut und haben entsprechend große Kellerfenster. Dafür wählt man einbruchhemmende Fenster, die mindestens die Widerstandsklasse 2 aufweisen. Ältere Fenster kann man mit Sicherungen für Griff- und Bandseite sowie das Aufbringen einer einbruchhemmenden Beschichtungsfolie für Fenster nachträglich sicherer gestalten.
Die Kellertür sollte ebenfalls mindestens eine einbruchhemmende Tür der Widerstandsklasse 2 sein. Ältere, noch intakte Türen kann man nachträglich mit einem Einsteckschloss der Klasse 3 oder 4, einem Schutzbeschlag und Profilzylinder nach DIN 18252 (KL P2 oder P3 - Aufbohr- und Kernziehschutz) optimieren.
Die Haustür im Erdgeschoss sollte ebenfalls sehr stabil ausgelegt sein. Mit einer einbruchhemmenden Tür, mindestens Widerstandsklasse 2, besser höher, einem Einsteckschloss der Klasse 3 oder 4, einem Schutzbeschlag nach DIN 18257 und Profilzylinder nach DIN 18252 (KL P2 oder P3 - Aufbohr- und Kernziehschutz) ist man schon sehr gut gegen Einbrecher gerüstet. Sinnvoll ergänzt wird die Haustür mit einem Türspion, einer Aushebesicherung und einem guten Sperrbügelschloss.
Videokamera[10]
Für den Begriff "Videoüberwachung" gibt es keine einheitliche Definition. Einen Anhaltspunkt könnte aber die Bezeichnung der Videoüberwachung durch den deutschen Gesetzgeber bieten. Im Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) wird von einer "Beobachtung öffentlich zugänglicher Räume mit optisch-elektronischen Einrichtungen" gesprochen (BDSG §6b; 2003). Sie besteht aus den Schritten Bildaufnahme, Bildübertragung, Bildspeicherung und Bildinterpretation. Im Gesetz wird weiterhin zwischen der reinen Beobachtung und der Speicherung der Bilder unterschieden. Im Folgenden ist mit dem Begriff "Videoüberwachung" beides gemeint.
Ein klassisches Videoüberwachungssystem besteht aus mehreren Kameras, einem Bedienpunkt mit Monitoren und Speichergeräten (heutzutage in Form einer Festplatte, Bänder werden nicht mehr eingesetzt). Die Kameras nehmen entweder Schwarzweiß auf (besserer Kontrast und bessere Schärfe) oder in Farbe (können die Farbe von Autos oder Kleidung erfassen). Sie können einen festgelegten Aufnahmeausschnitt liefern (wirtschaftlich) oder mit einem Zoomobjektiv und einem Schwenkmotor ausgestattet sein (größerer Überwachungsbereich).
Sie sorgen für die Überwachung von Ein- und Ausgängen, Fluren, Lagern, Lieferanteneingängen, Hubschrauberlandeplätzen, Standstreifen usw. Die kipp-, neig- und schwenkbaren Kameras können an das Alarmsystem angeschlossen werden. Wenn beispielsweise eine Tür aufgebrochen wird, lässt sich die schwenkbare Kamera in kürzester Zeit in Richtung Tür bewegen und kann den Vorfall mit einer erhöhten Bildrate aufzeichnen.
Mit Videokameras lässt sich aus der Ferne beurteilen, ob ein Alarm echt oder falsch ist, sodass dann unverzüglich die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden können.
Eine Videoüberwachung hat eine hohe abschreckende Wirkung und ist ein fester Bestandteil eines modernen Sicherheitskonzepts. Sie senkt den Bedarf an Überwachungspersonal, besonders in Bereichen mit eingeschränkter Sicht und bei weit verstreuten Anlagen.
3.3 Probleme und Datenschutz
Eine ständige Überwachung der eigenen vier Wände stellt eine Einschränkung der Privatsphäre dar. Bewegungsmelder, die nicht nur auf die Bewegungen von Kriminellen empfindlich reagieren, würden auch Haustiere und eventuelle Schlafwandler als Eindringlinge entlarven. Diese Fehlalarme können auf die Dauer die Nerven belasten. Außerdem werden durch Fehlalarme auch Nachbarn belästigt, sodass ein echter Alarm nicht mehr ernst genommen wird
Auf der 59. Konferenz der Datenschutzbeauftragten (DSB-Konferenz) am 14. und 15. März 2000 setzten sich verschiedene Delegierte mit den "Risiken und Grenzen der Videoüberwachung" auseinander. In ihrer Entschließung hoben die Datenschutzbeauftragten besonders die Bedrohung des Rechtes auf informationelle Selbstbestimmung durch die Videoüberwachung hervor, da auch Unverdächtige in den Fokus der Kameras gerückt werden würden und die hinter der Überwachung liegenden Mechanismen untransparent seien:[10]
"Mit der Videoüberwachung sind besondere Risiken für das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verbunden. Weil eine Videokamera alle Personen erfasst, die in ihren Bereich kommen, werden von der Videoüberwachung unvermeidbar völlig unverdächtige Menschen mit ihren individuellen Verhaltensweisen betroffen. Erfassung, Aufzeichnung und Übertragung von Bildern sind für die Einzelnen in aller Regel nicht durchschaubar. Schon gar nicht können sie die durch die fortschreitende Technik geschaffenen Bearbeitungs- und Verwendungsmöglichkeiten abschätzen und überblicken. Die daraus resultierende Ungewissheit, ob und von wem sie beobachtet werden und zu welchen Zwecken dies geschieht, erzeugt einen latenten Anpassungsdruck.[10]"
Daher müssten:
- eine strenge Zweckbindung der Überwachungsmaßnahmen,
- eine differenzierte Abstufung zwischen Übersichtsaufnahmen, dem gezielten Beobachten Einzelner, dem Aufzeichnen von Bildern und dem Zuordnen dieser Daten zu bestimmten Personen,
- eine deutliche Kennzeichnung der Videoüberwachung,
- die Unterrichtung identifizierter Personen
- und eine möglichst schnelle Löschung der Daten gewährleistet werden
(Entschließung der 59. DSB-Konferenz 2000)
Ein weiteres Problem ist der Zugriff von aussen auf das Sicherheitssystem.
Ein mit dem Internet verbundenes, nicht genügend abgesichertes lokales Netzwerk könnte verändert werden. Außerdem gibt es auch bei einem gut abgesicherten Netzwerk keine vollständige Sicherheit.
Nach einer Manipulation ist es möglich, dass der Zugriff einer autorisierten Person verwehrt wird oder Falschdaten übermittelt werden. Bei einem Ernstfall könnten z.B. die notwendigen Hilfsmaßnahmen ausbleiben, weil die entsprechenden Institutionen (Polizei, Feuerwehr) nicht informiert werden.
Funkwellen sind auch ausserhalb des Wohnobjekts empfangbar. Die in Datenpaketen gelieferten Informationen können von nicht autorisierten Personen aufgefangen, entschlüsselt und zu mißbräuchlichen Zwecken genutzt werden. So vernetzte Komponenten bzw. deren Schwachstellen sind dann angreifbar.
Eine Kamera, die es dem Hausbewohner über Funk ermöglicht, von extern nach dem Rechten zu schauen, ermöglicht Angreifern in sein lokales Netzwerk einzudringen, bzw. die Kameradaten so zu manipulieren, dass diese nicht mehr nutzbar sind oder einen falschen Eindruck vermitteln.
Rauchmelder, die sich miteinander per Funk verständigen, sodass alle vorhandenen Rauchmelder alle Hausbewohner über mehrere Etagen oder auch in schalldichten Räumen alarmieren, könnten in ihrer Informationskette unterbrochen werden, sodass eine rechtzeitige Warnung vor Rauch oder Feuer nicht mehr gewährleistet ist. Auch könnte durch Manipulation das rechtzeitige Benachrichtigen der Feuerwehr ausbleiben.
Alarmanlagen, die bei einem Einbruch die Polizei und die Bewohner bzw. die Nachbarschaft alarmieren sollten, könnten durch Einwirkung von außen deaktiviert werden, sodass weder die Polizei noch die Anwesenden rechtzeitig notwendige Maßnahmen einleiten könnten.
Die Abbildung 3 zeigt eine Übersicht der sicherheitsrelevanten Attribute eines Wohnobjektes.
4 Integrierte Sicherheitsfunktionen
4.1 Umgebungsdatenmessung
4.1.1 Intern
4.1.2 Extern
4.2 Verbrauchsmessung
4.3 Zentrale Steuerung
Für eine komfortable Steuerung des vernetzten Hauses wird eine zentrale Steuereinheit eingebaut. Über diese Steuerung können z.B.
- Audio-Interfaces für CD, Radio und Lautstärke pro Raum
- Video-Interfaces für Plasma, LCD, Projektion, DVD, SAT und Homecinema
- Licht und Lichtszenen, Beleuchtung für Vordefinierte Lichtszenen für Innen- und Außenbeleuchtungen
- Fenster und Jalousien
- Klima und Heiztechnik
- Sicherheitssysteme für Kameraüberwachung und Alarmanlage
- Türöffner und Gegensprechanlage
- Internet
angesprochen. Die Steuerungsseiten (Abbildung 4[11]) sind logisch und einfach zu bedienen.
Es gibt verschiedene Arten, wie die zentrale Steuerung aussehen können, z.B.:
- Wandpanele
- Verkabelte Fernbedienung
- Mobile Fernbedienung
Wandpanele
Dieses Interface ist in der Wand eingelassen. Es besteht aus einem Monitor, der per Touch-Oberfläche bedient wird. Diese Art der Steuerung befindet sich meistens in Zentralenräumen wie z.B. Wohnzimmer und Küche. Das Gerät kann nur in diesem Raum genutzt werden. (In der Abbildung 5[11] - Links)
Verkabelte Fernbedienung
Dieses Interface befindet sich z.B. auf einen Schreibtisch. Es besteht aus einem Monitor mit einer Touch-Oberflächer. Das Gerät ist verkabelt, so das es nicht an einen anderen Platz gestellt und genutzt werden kann. (In der Abbildung 5[11] - Mitte)
Mobile Fernbedienung
Dieses Interface hat keinem bestimmten Ort und kann so groß wie ein Handy sein. Es kann in jedem Raum genutzt werden, ist aber abhängig von Batterien. Auch dieses Gerät hat einen Monitor und eine Touch-Oberfläche. (In der Abbildung 5[11] - Rechts)
Alle Steuerungselemente laufen in einem zentralen Technikraum (Abbildung 6[11]) zusammen. In diesem Raum (Steuerzentrale) sind alle Leistungsverstärker und alle Zuspieler wie z.B. Soundserver, Radio-Tuner, DVD-Wechsler und SAT-Receiver untergebracht.
Der Vorteil ist, dass alle technischen Bestandteile an überschaubar an einem Ort installiert sind. Das Wichtigste in diesem Raum ist die sorgfältig durchdachte Installation aller Komponenten, damit bei Erweiterungen oder Fehlersuche schnell und effizient gehandelt werden kann.
4.4 Fernbedienbarkeit
Über die Fernbedienbarkeit besteht die Möglichkeit, Geräte und Funktionen des vernetzten Hauses weltweit zu steuern. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten des Fernzugriffs:
- Mobilfunk
- Internet
Mobilfunk
Der Zugriff auf das Haus über Mobilfunk bietet die Möglichkeit Funktionen im Haus anzusprechen. So kann man z.B. per SMS an das zentrale Steuerelement der Heizung die gewünschte Temperatur bestimmen.
Internet
Das Internet bietet die einfachste Möglichkeit, mit der das Haus gesteuert werden kann. Der Komfort ist allerdings um einiges eingeschränkter als bei der Bedingung über ein Wandpanel.
4.5 Szenariensteuerung
Es gibt zwei Arten von Szenarien, die über die zentrale Steuerung eingestellt werden können.
- Anwesenheit
- Raumszenen (z.B. Licht- und Musikszenen)
Anwesenheit
Die Technik im Haus vermittelt mit diesem Szenario den Eindruck, dass die Bewohner zu Hause sind. Dies wird z.B. duch das Herauf- und Herunterfahren der Jalousien, das An- und Ausschalten der Beleuchtung erreicht. Damit findet eine Erhöhung der Sicherheit in Abwesentheit der Bewohner vor unbefugten Personen statt.
Die Anwesenheit wird über die Zentrale Steuerung bzw. über die Fernbedienbarkeit aktiviert oder deaktiviert.
Die Simulation gibt das erlernte Bewohnerverhalten aller beteiligten Geräte anhand des automatisch gespeicherten Verhaltens der letzten sieben Tage wieder.
Raumszenen
Über Raumszenen können bestimmte Stimmungen oder Einstellungen einmalig definiert werden. Die Szenen können frei definiert werden wie z.B. Licht, Jalousien, Heizung und Musik. Sie können jederzeit und egal in welchem Raum aufgerufen werden. Damit ist es unnötig die gewünschten Einstellungen immer wieder neu vorzunehmen.
Die Szenen werden über ein Steuerelement an- und ausgeschaltet. Über die zentrale Steuereinheit können sie jederzeit geändert oder neu definiert werden. Denkbare Szenen sind bestimmte Tageszeiten z.B. Abend oder Anlässe wie z.B. Partys.
In Kombination z.B. mit einer Wetterstation sind auch Sznarien bezüglich Sonnen- bzw. Hitzeschutz möglich.
5 Automatische Reaktionsszenarien
5.1 Allgemein
In diesem Kapitel werden wir exemplarisch auf einige typische Szenarien eingehen mit denen Hauseigentümer und/oder Bewohner konfrontiert werden könnten. Es werden Reakationsmöglichkeiten seitens des vernetzten Hauses gezeigt. Ausgangspunkt für alle fünf betrachteten Szenarien ist die Annahme das sich beim Szenarioeintritt keine Personen im Haus befinden und das Haus automatisch auf die unterschiedlichsten Arten von Notrufen reagiert.
Der Eintritt einer Notfallsituation kann verschiedenste Ursachen haben. So gibt es naturbedingte wie z.B. Unwetter, auf menschliches Versagen bedingte wie z.B. das nicht ausgeschaltete Bügeleisen was einen Brand verursacht oder durch defekte Elektrogeräte zurückzuführende Ursachen. Für die weitere Betrachtung spielt der Grund des Notfalls keine entscheidende Rolle, da es irrelevant ist warum ein Szenario eintritt, sondern nur, dass es eintritt.
Es kann festgehalten werden, dass die Zielgruppe der Smart Home Benutzer dem Einsatz einer Überwachungstechnik grundsätzlich positiv gegenüberstehen und eine Kontrolle über die Hausfunktionalität wünschen. Dieses Bedürfnis lässt sich allerdings schwer umsetzen.
"Eine Kombination von beispielsweise erkannten Bewegungen in einem zu schützenden Gebiet, eine darauf folgende Gesichtserkennung, die anschließende Warnung des Eindringlings sich zu authentifizieren und die eventuelle Verständigung eines Sicherheitsverantwortlichen ist mit auf dem Markt verfügbaren Möglichkeiten nur langfristig zu realisieren."[12]
Die Abbildung 7 zeigt einige vernetzbare Komponenten und Sensoren zur Notfallerkennung. Auf die Szenarien Feuer, Einbruch, Fehlfunktionen, Unwetter und Wasser wird noch genauer eingegangen.
5.2 Feuer
Wie in Kapitel 3 (Sicherheitstechnik) vorgestellt, zählen Brandmelder zu den klassischen Sicherheitseinrichtungen in einem Haus. Einen echten Mehrwert für die Bewohner einer Smart Homes bilden Brandmelder, die über ein Bussystem miteinander vernetzt sind und gegenseitig Informationen austauschen können. Im Idealfall befinden sich in jedem Raum Sensoren zur Erfassung von Rauch, Feuer und Wasser.
Entdeckt das System nun eine starke Rauchentwicklung oder ein offenes Feuer, wird unmittelbar ein Notruf an die Feuerwehr gesendet. Da die Positionen der Brandmelder z.B. durch die Verwendung von RFID-Tags genau bekannt sind, kann der Löschzug sich direkt ein Bild über den Brandherd machen. Ebenso denkbar wäre es, in der Nähe des Brandmelders eine Videokamera zu positionieren und bei Entdecken eines Feuers direkt den aufgezeichneten Videostream zur Feuerwehr zu senden. So wäre es möglich einen ersten Eindruck über das Ausmaß des Feuers anhand der Bilder zu erhalten. Eine technische Ausstattung der Leitstellen ist zum jetzigen Zeitpunkt zu kostenintensiv.
Die gleichen Informationen über Ort des Brandes, Ausmaß, etc. werden auch an den Hausbesitzer oder an eine andere vom Hausbesitzer vorher autorisierte Person geleitet. Somit ist gewährleistet in der Abwesenheit jederzeit über die Situation in seinem Haus informiert zu sein. Dem Bewohner bietet sich die Möglichkeit manuell in das Szenario einzugreifen, indem er bestimmte Türen und Fenster schließen lässt, oder das vorher einprogrammierte Verfahren weiterlaufen zu lässt.
Beim automatischen Verfahren werden eine Reihe weiterer Maßnahmen eingeleitet, wie das Abschalten bestimmter Geräte, die durch den Brand Schaden nehmen könnten. Außerdem werden Türen und Fenster in der Nähe des Brandherdes geschlossen um den Brand einzudämmen. Im Idealfall und bei Verwendung gewisser Feuerschutzmaterialien kann der Brand somit auf den betroffenen Raum beschränkt werden.
5.3 Wasser und Unwetter
Die zweite zu betrachtende potenzielle Schadensquelle ist das Wasser.
Ein typisches Szenario beim Wassereintritt ist der Rohrbruch. Desweiteren kann durch starke Regenfälle, Hochwasser, überlaufende Regenabflussbecken und -rinnen Wasser in die Innenräume eines Gebäudes gelangen.
Über Sensoren, die in verschiedenen Höhen jeweils bodennah positioniert sind, kann ein auftretender Wasserschaden entdeckt und das automatische Reaktionszenario eingeleitet werden. Um den Wasserschaden räumlich zu begrenzen, werden automatisch alle Türen im Haus geschlossen, damit ein Übergreifen des Schadens auf andere Räume verhindert wird.
Ein Wassersensor warnt, am Boden aufgestellt oder installiert, schon bei einem geringen Wasserkontakt. Eine laute Sirene ertönt bei einer Wasserhöhe von bis 0,3 mm.
Es gibt Geräte, die in einem Steckergehäuse sitzen und bei Wasserkontakt die Steckdose spannungslos schalten. Andere Geräte werden an der Wand installiert und besitzen einen Punktsensor, der das Gerät sofort informiert, wenn er vom Wasser benetzt wird. Weitere Alarmgeber wie eine Hupe oder eine Sirene können ebenso wie ein Sperrventil oder ein Leuchtmelder angeschlossen werden. Auch mit einer vorhandenen Alarmanlage können diese Melder häufig verbunden werden.
Sogenannte Leckagesensoren dienen zur frühzeitigen Erkennung von Schäden an Rohrleitungen, werden derzeit allerdings überwiegend in Gewerbeimmobilien wie Lagerhallen oder Produktionsstätten eingesetzt und haben sich im Privatbereich noch nicht durchgesetzt.[13]
Viele Wasserschäden entstehen im Keller, daher ist es wichtig, dass bei Wasserkontakt der Alarm an die anderen Wassermelder weitergeleitet wird.
Eine Steigerung des Schadenfalls durch Wasser beschreibt das Unwetterszenario, bei dem sowohl starker Regen als auch starker Wind die Sicherheit im bzw. des Hauses bedrohen.
Neben den Wassersensoren auf dem Boden, die vor dem Volllaufen der Kellerräumen warnen, werden in diesem Szenario die Niederschlagssensoren und der Öffnungs-/Schließmechanismus der Fenster bzw. Türen angesprochen. Die Sensoren an den Fenstern sind über die zentrale Busleitung oder per Netzwerk mit der zentralen Steuereinheit verbunden und rufen permanent aktuelle Wetterberichte aus dem Internet ab. Diese Angaben können sehr präzise erfolgen, da die Lage per Satellit relativ genau erfolgen kann.
Deutet sich ein Unwetter an, werden alle noch offen stehenden Fenster und Türen im Haus geschlossen um Schäden durch Regen oder Wind abzuwenden. Diese Kontextsensibilität der Fenstersensoren lassen sich im Gegenzug bei schönem Wetter dafür nutzen das Haus durchzulüften und auf die Klimatisierung und Heizung im Haus einzuwirken.
5.4 Einbruch
Um einen Einbruch vorzubeugen, sollte das intelligente Haus den Eindruck erwecken, zu keinem Zeitpunkt unbewohnt zu sein. Dieser Zustand lässt sich mit einer automatischen Anwesenheitssimulation realisieren. Verlässt der Hausbesitzer das Haus, schaltet er die Simulation ein, die aus verschiedenen Komponenten besteht und dem Einbrecher vortäuscht es befände sich jemand im Haus.
Zu den Komponenten zählt z.B das automatische Herunterfahren und Öffnen der Jalousien je nach Jahreszeit und Uhrzeit. Werden die Jalousien im Schlafzimmer beispielsweise in der Woche um 7.00 Uhr und am Wochenende um 8.30 Uhr geöffnet, übernimmt die zentrale Steuereinheit in der Abwesenheit diese Tätigkeit zum selben Zeitpunkt.
Weitere Komponenten sind Bewegungsmelder vor dem Haus, Videokameras sowie alle Lampen sowohl im Haus als auch im Außenbereich.
Neben den Komponenten der Anwesenheitssimulation, die einen potentiellen Einbrecher abschrecken sollen, muss das intelligente Haus in der Lage sein im Falle eines Einbruchs zu reagieren. Überquert der Einbrecher die erste Sicherheitshürde, je nach Gefährdungspotenzial der Immobilie, schlägt das Sicherheitssystem Alarm. Neben der akustischen Abschreckung durch die herkömmliche Alarmanlage sollte das vernetze Haus auf den Einbruchsversuch reagieren, indem eine Anwesenheitssimulation stattfindet.
Analog zu dem Feuerszenario können auch bei einem Einbruch die Sensoren so vorprogrammiert sein, dass beim Erkennen eines Einbruchs sofort ein Notruf an die entsprechende Notfallstelle, hier die nächstgelegene Polizeidienststelle, weitergeleitet wird.
Die aufgezeichneten Bilder der installierten Videokameras können zur Auswertung seitens der Polizei bei der Aufklärung des Einbruchs herangezogen werden. Somit können erste Erkenntnisse vor dem Eintreffen am Tatort erlangt werden.
Der Bewohner erhält die Notfallmeldung auf seinem mobilen Endgerät und kann wiederum entscheiden, welche Maßnahmen zu treffen sind.
5.5 Fehlfunktionen
In diesem Abschnitt werden die Fehlfunktionen der Sicherheitstechnik im Haus betrachtet. Desweiteren können sämtliche elektrische Geräte durch Fehlfunktionen bestimmte Notfallszenarien auslösen, die eine bestimmte Reaktion einleiten. Als typisches Beispiel dient hier die durchgebrannte Sicherung, die einen Brand auslöst. Auf diese Fälle wird in diesem Kapitel nicht weiter eingegangen.
Um eine möglichst große Sicherheit zu gewährleisten, sollte die höchste Priorität bei der Einrichtung der Sicherheitstechnik auf die richtige Funktionsweise der vernetzten Sensoren gelegt werden. Befindet sich ein Bewohner beispielweise in einem schallgedämpften Proberaum und überhört das akustische Signal des Rauchmelders im Wohnzimmer, könnte dies fatale Folgen haben. Demzufolge ist es wichtig, dass Alarmmeldungen jeglicher Art (z.B. Wasser, Feuer, Rauch und Gas) an alle Sensoren im Haus weitergeleitet werden. Die Bewohner werden so in Notfallsituationen unmittelbar informiert.
"Sollte das intelligente System eines Hauses dennoch seine Funktionsfähigkeit aufgrund einer Störung oder eines Defektes verlieren, muss gewährleistet sein, dass Basiseinrichtungen, wie zum Beispiel die Heizung des Hauses, auch manuell, also von Hand geregelt werden können. Es ist anzunehmen, dass der Bewohner ein automatisiertres System nur dann akzeptieren wird, wenn er zu jeder Zeit die komplette Kontrolle über die verwendete Technik ausüben kann."[14]
Einige Beispiele für fehlgeschlagene Funktionen von Sicherheitskomponenten werden anschließend beschrieben.
Ein Rauchmelder, der bei jeder brennenden Zigarette oder beim Anzünden der Weihnachtskerzen Alarm schlägt und sofort die Feuerwehr informiert, ist in der Praxis nicht sinnvoll. Ein Fehlalarm, bei dem die Feuerwehr ausrücken muss, ist für den Hausbesitzer sehr kostenintensiv. Außerdem könnten sich Nachbarn bei wiederholtem Vorkommen belästigt bzw. genervt fühlen, sodass sie bei einer echten Notfallsituation diese nicht mehr als solche wahrnehmen. Vielmehr sollten Brandmelder für verschiedene Anlässe unterschiedlich konfigurierbar sein.
Ein Wassersensor, der bei einem Wasserstand von wenigen Millimetern durch zu nasses Wischen oder ein übergelaufenes Waschbecken als Hochwasser interprtiert und daher die Feuerwehr alarmiert, ist ebenfalls nicht praktikabel. Hier ist bei der Installation der Sensoren darauf zu achten, in welche Höhe diese angebracht werden.
Die Anwesenheitssimulation zur Vorbeugung von Einbrüchen darf nicht so sensibel eingestellt sein, dass bei jeder Katze oder Vogel das Reaktionsszenario eingeleitet wird. Hier helfen vorkonfigurierte Profile, damit autorisierte Personen ohne Alram ihr Haus bzw. Grundstück betreten können. Dies lässt sich über eine Videoabgleich und Augenscan oder über den Fingerabdruck mit biometrischen Daten realisieren.
Eine Manipulation der relevanten Sicherheitskomponenten kann ebenfalls verheerende Folgen für die Sicherheit der Bewohner haben. Es ist möglich, dass bei einem Notfall einer normalerweise autorisierten Person der Zugriff entzogen wurde und somit nicht mehr die Möglichkeit besteht aktiv in das Szenario einzugreifen. Außerdem werden unter Umständen die notwendigen Rettungsdienste (z.B. Polzei und Feuerwerhr) nicht mehr automatisch informiert, da die Verbindung z.B. zum Internet oder zum Mobilfunknetz getrennt ist.
6 Bewertung und Handlungsempfehlung
Die höchste Priorität beim Einsatz von Sicherheitstechnik in einem vernetzen Haus besitzt die Entwicklung von Bedienkonzepten, die vom Anwender beherrscht werden. Die Akzeptanz einer Technologie steht und fällt mit der Benutzerfreundlichkeit der Bedienung. Dem Bewohner vergeht schnell die Lust an den Funktionen und Möglichkeiten, die sein vernetztes Haus bietet, wenn keine intuitive Steuerung der Komponenten möglich ist.
Das Alltagsleben der Bewohner soll unterhaltsamer, sicherer, komfortabler, erfreulicher, angenehmer und bequemer werden.
Da sich die Anforderungen an die Ausstattung von Haus und Wohnung durch die unterschiedlichen Lebensabschnitte ändern, sollte die Technik so ausgelegt sein, dass sie in unterschiedlichen Lebensbereichen unterstützend wirkt. Hierbei ist es notwendig, die Bedürfnisse der Bewohner zu erkennen und passende Dienste anzubieten. Diese und die dafür genutzten Technologien dürfen nicht aufdringlich wirken und müssen dezent im Hintergrund agieren. Die Privatsphäre muss weiterhin gewahrt bleiben. So ist es auch möglich, dass durch die neue Technik auch neue Dienstleistungen angeboten werden und somit neue Arbeitsplätze entstehen.
Durch die zunehmende Technisierung und Vernetzung wird es einfacher, Kontakte zu knüpfen und Gleichgesinnte zu finden. Die Hürde und Hemmschwelle für ältere, vereinsamte Mitbürger wird kleiner, sich wieder an Mitmenschen zu wenden um evtl. die Freizeit gemeinsam zu gestalten oder ggfs. um Hilfe zu bitten.
Um diese Technologie voranzutreiben, ist es wichtig, die nötigen Komponenten zur Vernetzung des Hauses erschwinglich zu machen. Bauherren sollten über die Vorteile dieser Technik überzeugt werden, da dadurch auch ein Mehrwert generiert wird. So könnte sie schon in einigen Jahren zum Standard eines jeden Neubaus gehören. Auch sollte eine erschwingliche Möglichkeit geschaffen werden, bei Bedarf auch ältere Gebäude nachrüsten zu können.
Obwohl die überwiegende Zahl der Projekte die Kommunikation und den Zugriff auf Informationen verbessern will, wird versucht, einen Kompromiss zu finden und weiterhin den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Durch Aspekte wie Emotionen und Ästetik kombiniert mit den kulturellen Hintergründen soll schließlich der Verbraucher angesprochen werden.
Bei der Umsetzung werden verschiedene Techniken der Kontexterkennung mittels Sensoren eingesetzt. Es wird versucht alle Komponenten, die benötigt werden, entweder drahtlos zu verbinden oder die Verkabelung unsichtbar in der Wand zu verstecken. Zwischen der Hardware in Form von Sensoren und Aktoren sowie der Anwendung sorgt eine Middleware für ein verbessertes Zusammenarbeiten der Komponenten.
Bisher hat sich von den verschiedene technischen Ansätzen keines durchgesetzt. Entscheidet man sich für ein System, ist es wichtig, dass es genügend Komponenten mit passenden Schnittstellen gibt.
Das Ziel sollte sein, die gesamte Haustechnik über eine Datenbusleitung zu vernetzen und eine automatische Regelbarkeit nach Vorgaben der Bewohner zu gewährleisten. Über eine interne Fernbedienung bzw. ausreichend dimensionierte, externe Datennetze (z.B. Internet und Mobilfunk) sollten alle elektronischen Geräte bedienbar sein.
Das Konzept muss modular aufgebaut und erweiterbar sein, damit jeder Nutzer sein eigenes intelligentes Haus zusammenstellen und Komponenten je nach Bedarf nachrüsten kann.
Ein redundantes System ist notwendig, damit Ausfallsicherheit und Handlungsfähigkeit gewährleistet bleibt.
Sollte es dennoch einmal zu Systemauslastungen kommen, muss die Steuerungssoftware so intelligent sein, dass die gewählte Priorisierung der auszuführenden Aufgaben noch durchgeführt wird. Außerdem sollte eine Anwesenheitssimulation unterstützt werden.
Alle in Kapitel 3.2 erwähnten klassischen Sicherheitskomponenten werden als Ausrüstung eines vernetzten Hauses empfohlen. Darüberhinaus wäre es wünschenswert, diese Komponenten mit Sensoren gegen auslaufendes Wasser, Wettersensorik, Videoüberwachung und Raumüberwachung zu ergänzen.
Über eine zentrale Steuereinheit (z.B. Wandpanel), die gut zugänglich im Wohnobjekt angebracht ist, werden sämtliche vernetzte Geräte bedient und konfiguriert.
7 Fazit
Die in der Ausarbeitung beschrieben Szenarien gehen davon aus, dass mittels eingebetteter und vernetzter Computersysteme ein Mehrwert für eine breite Bevölkerungsschicht generiert wird. Energieeinsparungen in Gebäuden, höhere Sicherheit und mehr Bequemlichkeit sind einige weitere Vorteile, die erwartet werden.
Bei diesen erwarteten oder zumindest erhofften Vorteilen darf jedoch nicht vergessen werden, dass mit dem Einsatz einer oft versteckten im Hintergrund arbeitenden Technik auch Nachteile und Risiken verbunden sind, die als Preis für ein Plus an Wohlstand zu zahlen sind.
Einbußen der Privatsphäre durch Monitoring oder Bevormundungen durch die "Eigenwilligkeit" intelligenter Techniken können als störend empfunden werden. Eine mögliche starke Abhängigkeit von der Technik durch Gewöhnung kann bei technischer Anfälligkeit oder Störungen eher die Lebensqualität vermindern als sie zu steigern. Daher ist blindes Vertrauen in jeglicher Technik nicht angebracht.
Je komplexer die Aufgaben der autonomen Systeme sein werden, desto öfter werden Mensch und Maschine nicht konform gehen. Hier wäre die Devise "weniger ist mehr" angebrachter.
Vielfältige Gefahren wie z.B. Identitätsdiebstahl und mangelnder Datenschutz sowie drohender Kontrollverlust durch eingesetzte Technik können drohen.
Nicht gewolltes Systemverhalten als auch Fehlinterpretationen des Benutzerwillens sind beim Einsatz zu berücksichtigen.
Generell muss man sich die Frage stellen:
- Können wir durch diese Technik unsere Umgebung besser beherrschen und steuern oder sind wir eher dem "`Willen"' autonomer Systeme ausgeliefert?
- Bevormundet uns die neue Technik oder unterstützt sie uns?
Wahrscheinlich ist die Wahrheit der "goldene Mittelweg".
8 Literatur
- ↑ Winfried Heusinger. Das intelligene Haus. Peter Lang Europaischer Verlag der Wissenschaften, 2005.
- ↑ o.V. Brockhaus. 2006.
- ↑ Jorg Feldhusen Karl-Heinrich Grote. Dubbel: Taschenbuch fur den Maschinenbau. Springer, 2007.
- ↑ Prof. Dr. K.-W. Jager. Integration elektrischer Gebaudesysteme. Georg- Simon-Ohm Fachhochschule Nurnberg, 2006.
- ↑ Gothaer Ju. Haus & Markt. 2008.
- ↑ Gerhard Wiegleb. Industrielle Gassensorik. Messverfahren-Signalverarbeitung-Anwendungstechnik-Prufkriterien. Expert-Verlag,2001.
- ↑ Maike Peters. Mein haus - meine festung. bauen.de, 2007.
- ↑ o.V. Dom sicherheitstechnik gmbh & co. kg.
- ↑ o.V. Wie sichert man sein einfamilienhaus wirksam gegen einbruche?
- ↑ 10,0 10,1 10,2 Florian Glatzner. Die staatliche Videouberwachung des öffentlichen Raumes als Instrument der Kriminalitatsbekampfung. 2006.
- ↑ 11,0 11,1 11,2 11,3 11,4 o.V. Smart home. www.checkpointmedia.com, 2008.
- ↑ J.Felix Hoppe Christoph Adolphs. Interaktive Uberwachung - mobile Steuerung. Universitat Koblenz-Landau, FB Informatik.
- ↑ Diplom-Ing. Hr Lang. Fachaufsatz- Wassersensoren fur jedes Anlagenkonzept. 2004.
- ↑ Winfried Heusinger. Das intelligene Haus. Peter Lang Europaischer Verlag der Wissenschaften, 2005.








