Social Shopping Potenziale in Facebook

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Fallstudienarbeit

Hochschule: Hochschule für Oekonomie & Management
Standort: Hamburg
Studiengang: Bachelor Wirtschaftsinformatik
Veranstaltung: Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten
Betreuer: Prof._Dr._Uwe_Kern
Typ: Fallstudienarbeit
Themengebiet: Social Shopping
Autor(en): Thorben Stephanski. Sebastian Zenker
Studienzeitmodell: Abendstudium
Semesterbezeichnung: SS11
Studiensemester: 2
Bearbeitungsstatus: begutachtet
Prüfungstermin: 18.06.2011
Abgabetermin: 17.06.2011


Inhaltsverzeichnis


1 Einleitung

Im Rahmen des Bachelor-Studiengangs Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule für Ökonomie und Management, Standort Hamburg, wird das Potenzial für Social Shopping in Facebook untersucht.
In den vergangenen Jahren hat sich Facebook nicht nur gegen die Social Networking Konkurrenten MySpace, VZ-Netzwerke, Xing & Co durchgesetzt, sondern auch über die Grenzen des Social Networking hinweg zu einer der wichtigsten Webpräsenzen im World Wide Web entwickelt. Auf Grund der Vielzahl von Mitgliedern und den damit verbundenen Informationen sowie den durch Facebook gebotenen Möglichkeiten und Schnittstellen ist die Plattform sehr interessant für Unternehmen und wird bereits heute für Marketingzwecke verwendet. Das Kaufverhalten der Menschen hat sich zudem dahingehend verändert, dass immer mehr Einkäufe online getätigt werden und sich Social Shopping daher zu einem weltweit stark wachsenden Wirtschaftszweig entwickelt hat.
Diese Ausarbeitung betrachtet die Möglichkeiten für Unternehmen einen weiteren Verkaufskanal in Kombination mit den Vorteilen des Social Shoppings insbesondere innerhalb von Facebook zu integrieren. Außerdem werden die unterschiedlichen Formen des Social Shoppings erläutert, sowie auf die Geschichte und die Möglichkeiten von Facebook eingegangen. Dabei werden Blickwinkel aus Sicht von Facebook, den Anwendern und Unternehmen betrachtet. Abschließend werden die Vor- und Nachteile der Integration von Social Shopping Diensten in Facebook aufgeführt und gegenübergestellt, so dass die Schlussbetrachtung die Information liefert, ob Social Shopping in Facebook eine Möglichkeit hat, neue Vertriebskanäle zu öffnen.

2 Grundlagen

2.1 Social Shopping

2.1.1 Ursprung des Social Shopping’s

Das Konzept des Social Shoppings existiert schon seit längerer Zeit. Der Begriff entwickelte sich allerdings erst in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit dem Internet als Verkaufskanal.
Das Urprinzip des Social Shoppings kann zum einen auf den Wochenmarkt / Basar zurückgeführt werden, bei dem die Kunden sich mit Verkäufern und anderen Kunden austauschen können und Empfehlungen zu Produkten aussprechen können. Zum anderen lässt sich Social Shopping auf das Konzept der „Happy Hour“ zurückführen. Nach dem Prinzip 2-für-1 werden Kunden über den Verkauf von Schnäppchen angezogen. Durch deren Weiterempfehlung werden wieder neue Kunden geworben, wodurch ein neuer Kundenstamm entsteht.
Die ersten Onlineplattformen, die den Begriff des Social Shopping geprägt haben, sind Amazon.com Inc. mit der Möglichkeit Rezensionen zu Artikeln zu verfassen und Ebay Inc. die über die Bewertungsoption das Reputationsmanagement eingeführt haben. Inzwischen verfolgen Unternehmen wie Groupon das Konzept, Gutscheine als Schnäppchen zu vertreiben, die nur über einen limitierten Zeitraum verfügbar sind. Kunden solcher Verkaufsportale kaufen nicht gezielt ein, sondern haben an dem Event-Charakter Gefallen gefunden, der ihnen, bei den zu bestimmten Zeiten gestarteten Aktionen, geboten wird.
In den folgenden Kapiteln wird auf die drei Hauptkategorien des Social Shoppings eingegangen und in welcher Form sie den Interessenten angeboten werden. Dazu werden Beispiele von Social Shopping Portalen aufgeführt und gezeigt, wie erfolgreich diese an den verschiedenen Märkten integriert sind.

2.1.2 Social Shopping Kategorien

2.1.2.1 Gruppenorientiertes Shopping

Gruppenorientiertes Shopping, oft auch Group Shopping, dient Unternehmen, um auf ihr regionales Geschäft über eine Internetplattform aufmerksam zu machen. Artikel werden zu vergünstigten Konditionen angeboten, damit eine größere Zahl an Usern diese Angebote kauft. Diese Angebote haben immer eine Mindestabnahmemenge, die das Unternehmen festlegen kann und eine zeitliche Begrenzung in der sie gekauft werden können. Hauptsächlich werden auf den Group Shopping Portalen Dienstleistungen angeboten, die nach Abschluss der Angebotsfrist ausgedruckt werden können und bei Einlösung als Bezahlung dienen. Da die Portale immer weiter wachsen, werden die Verkaufsaktionen über regionale Subseiten angeboten. So können kleine und mittelständische Unternehmen ihre Waren einem regional begrenzten aber für sie oftmals vergrößerten Kundenkreis anbieten. Die zu Verfügung stehenden Regionen sind bei vielen Portalen Großstädte und deren Einzugsgebiet. Um Interessenten über die Erfahrungen anderer Kunden zu informieren, wird oft auf das Empfehlungsshopping zurückgegriffen, bei dem Kundenrezensionen in den Angeboten aufgenommen werden. Als bekannteste und größte gruppenbasierte Shoppingseite gilt Groupon.com, die weltweit Unternehmen die Möglichkeit bietet, ihre Gutscheine einer großen User-Plattform bereitzustellen.

2.1.2.2 Community-basiertes Shopping

Das Community-basierte Shopping oder auch Club-Shopping basiert auf dem Prinzip eines geschlossenen Kundenbereichs, welcher dem Kunden das Gefühl der Exklusivität beim Shopping gibt.
Der Kunde erhält vor Verkaufsstart über einen Newsletter die wichtigsten Informationen, wie den Markennamen und den Beginn der Aktion. Eine genaue Auflistung der Artikel erfolgt nicht, wodurch die Neugierde auf das Produkt und ein mögliches Schnäppchen bei den Interessenten ausgelöst wird. Die angebotenen Artikel werden immer zeitlich und in der Stückzahl limitiert angeboten um eine schnellere Kaufentscheidung des Kunden herbei zu führen. Für die Kunden bekommt der Verkaufsstart einer Marke durch die Limitierung den Charakter eines Events und vermittelt dem erfolgreichen Käufer ein Gefühl des Schnäppchen Erfolges. Durch die fehlende Suchfunktion der Seiten muss der Kunde durch die einzelnen Kategorien navigieren um sich einen Überblick verschaffen zu können oder weitere interessante Artikel zu finden.
Die Unternehmen Brands4Friends und Vente-Privée gehören momentan zu den am schnellsten wachsenden Club Shopping Unternehmen. Während Vente-Privée auf dem europäischen Markt das größte Club-Shopping Portal ist, behauptet sich Brands4Friends als größtes Unternehmen in Deutschland.

2.1.2.3 Empfehlungsshopping

Das Empfehlungsshopping basiert auf dem Konzept, dass Kunden, die ein Produkt bereits gekauft haben, ihre Meinung in einer Rezension zu diesem Produkt schreiben, um es anderen Kunden weiter zu empfehlen. Über das Internet Shoppingportal von Amazon.com haben Kunden die Möglichkeit zu jedem Artikel, den sie gekauft haben eine sowohl positive als auch negative Bewertung abzugeben. Kaufinteressierte des Artikels haben die Möglichkeit, über diese Bewertungen Produkte zu vergleichen, um sich anschließend für das nach ihren Bedürfnissen geeignetste Produkt zu entscheiden. Zusätzlich zu den Shoppingportalen mit Bewertungsfunktion gibt es inzwischen verschiedenste Online Bewertungsportale wie die branchenunabhängige Seite qype.de oder die branchenspezifische Seite holidaycheck.de. Auch wenn diese Seiten nicht direkt mit einem Social Shopping Portal verbunden sind, verweisen die Social Shopping Portale oftmals auf diese Webseiten. Durch die Verbindung der Portale mit Bewertungsseiten haben die Interessenten schnell die Möglichkeit, sich die Meinung anderer Kunden einzuholen um diese in ihre Kaufentscheidung einfließen zu lassen.

2.1.3 Social Shopping Beispiele

Abb1: Groupon Angebot vom 05.06.2011
Abb1: Groupon Angebot vom 05.06.2011

In diesem Kapitel werden einige Beispiele von Social Shopping Portalen betrachtet, die International (Groupon), auf dem europäischen Markt (Vente-Privée) und in Deutschland (Brands4Friends) großen Erfolg haben.

Abb2: Groupon Empfehlung zum Angebot vom 05.06.2011
Abb2: Groupon Empfehlung zum Angebot vom 05.06.2011
Bild:logo_groupon.png

Das Unternehmen CityDeal, ein Klon von Groupon Inc., wurde 2010 nach gerade einmal einem Jahr Bestehen vom zwei Jahre alten E-Commerce-Startup Groupon aufgekauft.[1] CityDeal, mit Sitz in Berlin, wurde nach der Übernahme vollständig in die Groupon GmbH umgewandelt und ist jetzt Hauptzentrale für Groupon außerhalb der USA. Groupon bietet seinen Kunden täglich neue Gutscheine (Deals) über die Webseite und per Newsletter an. Ein solcher Deal läuft für gewöhnlich 24 Stunden (von 0:00 Uhr bis 23:59 Uhr). Angeboten werden sowohl Dienstleistungen, als auch Aktionen, Events und Produkte. Der örtliche Bezug ist definiert über die Auswahl einer Region durch den Kunden und der so nur regional bezogenen angebotenen Gutscheine. Neben den regional bezogenen Gutscheinen werden ebenfalls überregionale Angebote von Internetversandhäusern und Onlinediensten verkauft. Über die Webseite kann der Interessent sehen, wie viele User bereits einen Gutschein erworben haben und wie lange das Angebot noch wahr genommen werden kann. Die zeitliche Begrenzung als „Live-Shopping“ Komponente beeinflusst die Kaufentscheidung der potenziellen Kunden. Ein Vergleich der Angebote findet wegen dieser Begrenzung seltener statt, als bei Internetversandhäusern wie amazon.com.
Im unteren Teil der Angebotsseite findet der Interessent die Vorstellung des Unternehmens sowie den Punkt "... andere Stimmen meinen:" in dem Kommentare aus Bewertungsportalen der jeweiligen Themenbereichen zitiert werden. Hier werden i.d.R. Seiten wie qype.de oder holidaycheck.de zitiert. Nach Bestellung und Ablauf eines Deals erhält der Kunde den Gutschein inklusive Gutscheincode, den er im Anschluss bei dem anbietenden Unternehmen bei Einlösung vorlegen muss. Eine Erweiterung der Nutzung dieser Dienste entstand durch die Entwicklung einer App für Smartphones, insbesondere für das iPhone von Apple. Hierdurch haben Kunden die Möglichkeit, ihre Gutscheine digital beim Anbieter einzulösen indem ein entsprechender Barcode, der im Benutzerkontext auf dem Gerät gespeichert wird, dem Anbieter vorgelegt wird.

Bild:logo_venteprivee.jpg

Vente-Privee.com SA wurde von "dem heutigen CEO Jacques-Antoine Granjon und sieben weiteren Partnern gegründet, die langjährig im Lagerabverkaufsgeschäft tätig waren." [2] Die Online Aktionen des Unternehmens dauern in der Regel 2 bis 4 Tage, so dass ein schneller Abverkauf der Lagerware der Markenhersteller ohne großen Imageverlust und Schädigung des eigentlichen Verkaufskanals gewährleistet werden kann.
Den Zugang zum Online-Club konnten Interessenten anfangs durch Einladung eines bereits eingeschriebenen Mitgliedes erhalten. Inzwischen ist bei Vente-Privée und auch bei anderen Portalen eine Registrierung ohne Freischaltung oder Werbung durch andere Kunden möglich. Die Preise der angebotenen Produkte liegen in der Regel zwischen 50 und 70 Prozent unter der unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers. Die UVP sollte vom Kunden nicht als Vergleichspreis für das Angebot genutzt werden, da die Produkte oftmals zum Start der Aktionen bereits einige Zeit auf dem Markt sind und der eigentliche Verkaufspreis schon stark reduziert wurde. Die begrenzte Stückzahl verringert die Zeit, die ein User dafür aufwendet, einen Vergleich im Internet aufzustellen. Es kann daher möglich sein, dass ein Schnäppchen, wie der Anbieter es bewirbt, im normalen Internetversandhandel zu ähnlichen Preisen angeboten wird. Die Aktionen starten in der Woche ab 07:00 Uhr und am Wochenende ab 09:00 Uhr. Die Artikel werden, solange der Vorrat reicht, verkauft und anschließend als „Ausverkauft“ gekennzeichnet. "Bei den angebotenen Markenartikeln handelt [es] sich um Produkte aus den Bereichen Fashion, Accessoires, Spielzeug, Sportswear, Uhren, Haushaltswaren, Hightech, Wein, Gartenmöbel und Autos. Diesbezüglich vereinen Fashion und Sportswear den größten Umsatzanteil auf sich." [2]

Bild:logo_brands4friends.jpg

Die Brands4Friends GmbH ist ebenfalls eine Club-Shopping Seite, bei der sich der User erst anmelden muss um die angebotenen Artikel ansehen zu können. Brands4Friends ist ein hauptsächlich in Deutschland vertretenes Unternehmen. Gegründet wurde es 2007 und wurde nach nur knapp drei Jahren von Ebay Inc. für 150 Mio. Euro übernommen.[3] Ziel des Unternehmens Ebay ist die Verbesserung des Absatzes im Bereich Mode und eine weitere Möglichkeit des Verkaufs für Geschäftskunden von Ebay. Die Vorteile der Partnerschaft für Brands4Friends liegen in der Erweiterung des Kundenstamms und der Attraktivitätssteigerung für weitere Geschäftspartner. Brands4Friends setzt auf ein ähnliches Produktportfolio wie Vente-Privée. Die Verkaufsaktionen werden ebenfalls vorab im Portal und über Newsletter angekündigt und die Startzeiten der Angebote sind i.d.R. ähnlich wie bei Vente-Privée und anderen Club-Shopping Anbietern.

2.1.4 Wachstumsbranche "Social Shopping"

Abb3: In Anlehnung: "Meet The Fastest Growing Company Ever" auf Forbes.com
Abb3: In Anlehnung: "Meet The Fastest Growing Company Ever" auf Forbes.com[4]

Abb4: In Anlehnung an: Vente-Privée Pressemappe "Der Erfolg in Zahlen"
Abb4: In Anlehnung an: Vente-Privée Pressemappe "Der Erfolg in Zahlen"[5]

Der Focus dieses Kapitels liegt bei den Unternehmen des Social Shoppings. Unberücksichtigt bleiben Darstellungen von weiteren wachstumsstarken Unternehmen. Da es sich bei allen Unternehmen um Gesellschaften handelt, die nicht börsennotiert sind, ist die Einsicht in die Geschäftszahlen nur schwer möglich. Die Daten in diesem Kapitel beruhen auf den veröffentlichten Daten der Unternehmen und Informationen, die den Medien bereitgestellt werden.

Das Wachstum der Social Shopping Branche lässt sich an Hand der Geschäftszahlen der einzelnen Unternehmen am besten darstellen.
Die Groupon Inc. konnte im ersten Quartal 2011 den weltweiten Umsatz von $3,3 Mio. US-Dollar des zweiten Quartals 2009 auf $644 Mio. US-Dollar steigern[6]. Dieses enorme Wachstum ist unter anderem auf den Kauf von CityDeal und die Ausweitung der Aktivitäten auf dem europäischen Markt zurückzuführen. Während 2009 das Angebot in nur 5 nordamerikanischen Städten zu Verfügung stand, sind 2011 bereits 175 Städte in Nordamerika und weitere Städte in insgesamt 43 Ländern über die Webseite erreichbar[6]. Fast die Hälfte des Umsatzes wurde außerhalb der USA erwirtschaftet. Die Mitarbeiterzahl des Unternehmens stieg in diesem Zeitraum von 37 auf über 7100 Angestellten[6]. Inzwischen hat das Unternehmen über 80 Mio. Kunden und vertreibt Artikel von über 56.000 Partnern[6]. Im ersten Quartal 2011 wurden bereits 28 Mio. Gutscheine verkauft[6]. Vom Forbes Magazine wurde Groupon 2010 zum Unternehmen mit dem schnellsten Wachstum weltweit gekürt. Das Unternehmen hat in kürzester Zeit (2,2 Jahre) seinen Unternehmenswert auf über $1 Mrd. US-Dollar steigern können.[4] Dieser enorme Wachstumssprung wurde von bisher keinem anderen Unternehmen weltweit geschafft. Im Vergleich hierzu haben Unternehmen wie Amazon.com (5 Jahre) oder Apple (8 Jahre) mehr als doppelt so lange gebraucht, auch wenn der Marktwert dieser Unternehmen inzwischen über dem Marktwert von Groupon liegt. Am 02. Juni 2011 stellte Groupon sein Prospekt zum Börsengang vor, mit dem das Unternehmen bis zu $750 Mio. US-Dollar durch die Anleger erwartet. Der Unternehmenswert wird mittlerweile auf über $14 Mrd. US-Dollar geschätzt[7].

Vente-Privée ist hauptsächlich in Europa bekannt und hat ebenfalls ein starkes Wachstum. Inzwischen (Stand 2011, Pressemappe Vente-Privée) zählt das Unternehmen über 7.300 Neuanmeldungen pro Tag und hat 1,8 Mio. „Unique Visitors“ täglich. Zu Angebotsbeginn loggen sich teilweise bis zu 300.000 User ein. Ein durchschnittlicher Besuch eines Mitgliedes auf der Vente-Privée Webseite dauert ca. 50 Minuten. Seit der Gründung 2001 steigt der Umsatz des Unternehmens stark an. Für 2011 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von ca. 1.107.000.000 Euro. Inzwischen hat das Unternehmen über 1.300 Mitarbeiter, die sich um die ca. 1.200 Partnermarken und 3.700 exklusiven Verkaufs-Events kümmern.

Brands4Friends (ca. 5 Mio. Mitglieder) ist verglichen zu Vente-Privée (ca. 12,5 Mio. Mitglieder) in Europa ein kleines Unternehmen. Das 2007 gegründete StartUp Unternehmen hat in Deutschland inzwischen ca. 4 Mio. Mitglieder und ist damit Marktführer auf dem deutschen Markt. Vente-Privée kann auf dem deutschen Markt nur ca. 800.000 Mitglieder aufweisen. 2009 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 80 Mio. Euro in Deutschland und steigerte damit seinen Umsatz zum Vorjahr um das Dreifache. Im Vergleich mit Vente-Privée, die in Deutschland einen Umsatz von 42 Mio. Euro erreicht haben, konnte Brands4Friends auf dem deutschen Markt einen fast doppelt so hohen Umsatz erzielen.[3] Der Marktanteil, bezogen auf die Mitgliederzahlen von Brands4Friends in Deutschland, liegt laut eigenen Angaben bei 50%. Vente-Privée kommt hierbei auf nur 13% Marktanteil. Mit 180 Mitarbeitern verkauft das Unternehmen hochwertige Mode- und Lifestyle-Produkte von mittlerweile mehr als 1000 Partnern.

2.2 Facebook

2.2.1 Geschichte von Facebook

Die folgende chronologische Darstellung der für diese Ausarbeitung wichtigsten zurückliegenden Ereignisse und Fakten von Facebook basiert auf den Daten der Pressestelle von Facebook (www.facebook.com/press[8]) und wurde in einem größeren Zusammenhang bereits auf der Homepage der Deutschen Stadtauskunft Marketing AG (gosmo.de[9]) dargestellt.

2003

  • Mark Zuckerberg beginnt seine Arbeit an thefacebook

2004

  • Mark Zuckerberg registriert über network solution die Domain thefacebook.com
  • Thefacebook.com geht online. Zunächst ist es nur möglich, sich mit einer E-Mail- Adresse der Universität Harvard anzumelden. Am ersten Tag melden sich 650 Harvard Studenten an.
  • Als Mitbegründer werden im Impressum Eduardo Saverin (damaliger bester Freund Zuckerbergs und der Finanzchef des Unternehmens) und Dustin Moskovitz (Zimmergenosse Zuckerbergs und Programmierer) genannt.
  • TheFacebook expandiert und nimmt die Unis Stanford, Columbia und Yale mit auf.
  • Der Firmensitz wird nach Palo Alto, Kalifornien verlegt.
  • Sean Parker der Gründer von Napster wird Berater des Unternehmens.
  • Mark Zuckerberg und sein Team expandieren weiter und nehmen immer mehr Universitäten bei TheFacebook auf.
  • Der PayPal – Gründer Peter Thiel wird auf TheFacebook aufmerksam und investiert 500.000 Dollar in das Unternehmen.
  • Ein Neues Finanzkonzept wird erstellt. Mark Zuckerberg erhält 51 Prozent, Sean Parker, Peter Thiel und Dustin Moskovitz erhalten jeweils 7 Prozent und Eduardo Saverin 25 Prozent des Unternehmens.
  • Die Möglichkeiten von TheFacebook erweitern sich. Nutzer können Gruppen anlegen und erhalten eine Pinwand auf ihrem Profil.
  • Eine Million aktive Nutzer auf thefacebook.com.

2005

  • Eine Investmenfirma namens Accel Partners investiert 12,7 Millionen Dollar in thefacebook.com.
  • TheFacebook bietet 800 Colleges die Möglichkeit, sich zu seinen Diensten anzumelden.
  • Das Unternehmen ändert nach Erwerb der Domain „facebook.com“ seinen offiziellen Namen in Facebook um.
  • Facebook erweitert sein Angebot auch auf High Schools.
  • Facebook hat mehr als 5,5 Millionen aktive Nutzer.

2006

  • MTV Chef Michael Wolf bietet 55 Millionen für das Unternehmen, doch Zuckerberg lehnt ab.
  • Die Investmentfirma Greylock Partners investiert 27,5 Millionen Dollar in Facebook.
  • Facebook mobile geht an den Start und ist bis heute mit über 150 Millionen Usern einer der erfolgsreichsten Dienste von Facebook.
  • Facebook und Microsoft kündigen ihre Zusammenarbeit an, dabei wollen Sie sich auf Werbekonzepte konzentrieren.
  • Facebook öffnet sich für die Öffentlichkeit.
  • Die Funktion zum Teilen von Inhalten mit seinen Freunden wird hinzugefügt.
  • 12 Millionen aktive Nutzer auf Facebook

2007

  • Facebook öffnet sich Programmierern von Drittanbietern durch Bereitstellung einer Programmierschnittstelle (API).
  • Facebook kündigt an, den Userprofilen personalisierte Werbung hinzuzufügen.
  • Microsoft und Facebook vertiefen ihre Partnerschaft. Microsoft erwirbt 1.6 Prozent von Facebook für 240 Millionen Dollar. Rechnerisch ergibt sich daraus ein Marktwert Facebooks von ca. 15 Milliarden Dollar.
  • 50 Millionen aktive Nutzer Facebooks
  • Der Hongkonger Geschäftsmann Li Ka-shing investiert 60 Millionen Dollar in Facebook.

2008

  • Erweiterung der Plattform um die Sprachen Deutsch, Spanisch und Französisch.
  • Die Funktionalität wird um den Facebook Chat erweitert
  • Die Winkelvoss – Brüder hatten Mark Zuckerberg verklagt, Facebook aus ihrem Projekt ConnectU entwickelt zu haben. Sie handeln in einem Vergleich eine Entschädigung von 65 Millionen Dollar aus.
  • Facebook verklagt das deutschsprachige soziale Netzwerk StudiVZ wegen Diebstahl geistigen Eigentums. Im September 2009 einigen sich beide Parteien außergerichtlich auf eine Zahlung StudiVZ’s an Facebook.
  • Facebook erreicht weltweit 100 Millionen aktive Nutzer.
  • Der Dienst Facebook Connect wird präsentiert. Er ermöglicht es, bestimmte Facebook Features auf einer externen Website einzubinden.

2009

  • Das “gefällt mir”- Feature wird eingeführt.
  • Facebook ändert die Nutzungsbedingungen (Terms of Service) dahingehend, dass das Unternehmen die Daten von Mitgliedern zeitlich unbegrenzt verwenden darf. Nach massiven Protesten seitens der Nutzer macht Facebook diese Änderungen teilweise rückgängig.
  • Die Mail.ru Group, ein russisches Investmentunternehmen , kündigt Investitionen im Umfang von 400 Millionen Dollar in Facebook an.
  • 350 Millionen aktive Nutzer Facebooks

2010

  • 400 Millionen aktive Nutzer Facebooks
  • Open Graph wird als Nachfolger des beliebten Dienstes Facebook Connect vorgestellt. Facebook bietet nun noch mehr vorprogrammierte Plugin – Lösungen für externe Webseiten an.
  • Facebook erreicht nach eigenen Angaben die Schwelle von 500 Millionen aktiven Nutzern.
  • Der Dienst Facebook Places geht in den USA und kurz darauf auch in Deutschland an den Start.
  • Microsofts Suchmaschinendienst Bing und Facebook kündigen eine enge Kooperation an. Suchergebnisse von Bing werden auch auf Facebook angezeigt.
  • Der Dienst Facebook Messages wird angekündigt. In einer sogenannten “Social Inbox” sollen in Zukunft alle Nachrichten (Mail, SMS, Chat) nach Freunden sortiert angezeigt werden.

2.2.2 Facebook in Zahlen

Abb5: Facebook Mitgliederwachstum seit 2004. Auszug aus  "Firmengeschichte"
Abb5: Facebook Mitgliederwachstum seit 2004. Auszug aus "Firmengeschichte"[8]

Da das Unternehmen nicht börsennotiert ist und eingeschränkten Publikationspflichten unterliegt, sind keine genauen Geschäftszahlen bekannt. Für 2010 erwartete das Unternehmen einen Umsatz von rund 2 Milliarden Dollar, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg[10]. Facebook hat in mehreren Finanzierungsrunden rund 1,24 Milliarden Dollar Kapital eingesammelt. Im Januar 2011 wurde der Marktwert auf ca. 50 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Derzeit sind etwas mehr als 2000 Mitarbeiter bei Facebook beschäftigt und es befinden sich in 15 Ländern Niederlassungen[8].

Die Plattform erreichte im Januar 2011 nach eigenen Angaben 600 Millionen aktive Nutzer weltweit[11] und wird bereits in über 70 Sprachversionen angeboten[8]. Anfang Mai 2011 betrug der Mitgliederbestand bereits 674,1 Millionen. Am 01.06.2011 hat Facebook es geschafft in Deutschland einen weiteren Meilenstein zu erreichen. An diesem Tag wurde die Marke von 20 Millionen Facebook-Usern erreicht[12], das entspricht 47% der deutschen Internetnutzer[13]. Deutschland hat damit Kanada überholt und steht erstmals in den Top10 der Länder mit den meisten aktiven Nutzern.

Hier zum Vergleich die Top10 der meisten Facebook User in Europa (Stand Mai 2011)[14]:

  • UK: 29,8 Mio. (- 400.000 seit April 2011)
  • Türkei: 28,5 Mio. (+ 600.000 seit April 2011)
  • Frankreich: 22 Mio. (+ 200.000 seit April 2011)
  • Deutschland: 20 Mio. (Stand 01.06.2011)
  • Italien: 19,3 Mio. (+ 100.000 seit April 2011)
  • Spanien: 13,9 Mio. (+ 100.000 seit April 2011)
  • Polen: 6,2 Mio. (+ 200.000 seit April 2011)
  • Russland: 4,5 Mio. (- 100.000 seit März 2011)
  • Niederlande: 4,3 Mio.
  • Schweden: 4, 2 Mio.

2.2.3 Verbreitung von Facebook

Abb6: Visualisierung der weltweiten Facebook Vernetzung
Abb6: Visualisierung der weltweiten Facebook Vernetzung

Am 14.12.2010 wurde von Paul Butler, einem Mitarbeiter des Facebook Infrastruktur Teams, eine Grafik veröffentlicht, welche Freundschaftsverbindungen zwischen den einzelnen Facebook Mitgliedern räumlich abbildet. Für die visuelle Darstellung dieser Beziehungen wurden die Datensätze von 10 Millionen Mitgliedern verwendet. Anhand dieser Grafik lässt sich die Verbreitung des Netzwerks ablesen. Aus den Start- und Endpunkten der Verbindungslinien zwischen den Wohnorten der einzelnen Mitglieder ergibt sich eine sehr genaue Karte der Welt. Wie zwei Spotlights sind Europa und die USA hervorgehoben, wo sich der überwiegende Teil der Social-Web-Aktivitäten abspielt. Russland, China sowie weite Teile Afrikas und Südamerikas bleiben dagegen völlig dunkel. Die Visualisierung macht neben den interkontinentalen Beziehungen auch deutlich, wo die Idee einer virtuellen Welt-Community durch die Bedingungen vor Ort nicht realisierbar ist: Ganze Länder, Nationen und Subkontinente sind aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen von dem weltweiten Miteinander in Facebook ausgeschlossen. Die Grafik repräsentiert also gewissermaßen die Karte einer in ihrer Ausdehnung globalen, aber nicht für die Menschheit repräsentativen Karte einer “Facebook Nation”.
Bei der Grafik (Abb.6) handelt es sich primär um eine ästhetische Darstellung der Verbindungen und nicht um eine statistische. Dies wird dadurch verdeutlicht, dass Freundschaftsverbindungen von Facebook-Mitgliedern zwischen den USA und Australien oder Asien dargestellt werden. Diese Beziehungen in der Visualisierung wurden ausgespart da Linien, die die halbe Welt umspannen würden, die Abgrenzung zwischen den Kontinenten komplett verschwimmen lassen – und in der Darstellung keine Grenzen mehr zu erkennen wären. Interessant ist diese Visualisierung daher primär als Sinnbild für die weltweite Verteilung von Informationsfreiheit, Bildung und Wohlstand am Beispiel des Zugangs zu Facebook. Auffällig sind auf der Karte die Graduierungen innerhalb der einzelnen Kontinente: In den USA konzentriert sich die Facebook-Nutzung auf die Ostküste und den mittleren Westen, in Europa auf England, Mittel- und Südeuropa, während Internetuser in westeuropäische Länder wie Spanien eine geringe Aktivität in Facebook zeigen.

3 Möglichkeiten der Integration von Social Shopping in Facebook

Der Focus dieses Kapitels liegt auf den Verkaufswegen, die Facebook Unternehmen zu Verfügung stellt um Waren über Facebook anzubieten oder zu vermarkten.

3.1 Empfehlung über den "Gefällt mir"-Button

Abb7: "Gefällt mir"-Button ersetzt den "Werde ein Fan"-Button am Beispiel der Community Page von Chocri
Abb7: "Gefällt mir"-Button ersetzt den "Werde ein Fan"-Button am Beispiel der Community Page von Chocri

Die Funktion "Gefällt Mir" soll die Interessen der Facebook User darstellen, indem die User verschiedenste Inhalte im Internet über den "Gefällt Mir"-Button ihrem Profil zuordnen. Das "Gefällt mir"-Feature wurde im Februar 2009 eingeführt[8]. Im Zuge eines Updates hat Facebook am 19.04.2010 die neuen Community Pages vorgestellt und den "Werde ein Fan"-Button durch den „Gefällt mir“-Button ersetzt [15][16].

Abb8: Beispiel des "Gefällt mir"-Buttons anhand der OTTO Community Page auf Facebook.com
Abb8: Beispiel des "Gefällt mir"-Buttons anhand der OTTO Community Page auf Facebook.com

Facebook will mit dieser Änderung erreichen, dass die Hemmschwelle durch die neue Namensgebung viel geringer ist sich zu einem Produkt oder einem Unternehmen zu bekennen, weil durch die Namensgebung "Fan werden" eine viel engere Bindung zum Produkt als bei "Gefällt mir" erwartet wird. Wenn ein Facebook User auf Internetseiten surft während er bei Facebook eingeloggt ist, werden auf den integrierten Facebook-Badges dieser Seiten in erster Linie die eigenen Facebook-Freunde dargestellt denen ebenfalls diese Seite "Gefällt", vorausgesetzt das diese Internetseiten einen Facebook-Badge mit aktivierten "Fan-Gesichtern" integriert haben.

Abb9: "Fan"-Marketingstrategie der Shopping Community BuyVIP.de
Abb9: "Fan"-Marketingstrategie der Shopping Community BuyVIP.de

Die ersten Websites welche mit Facebook im April 2010 eine Kooperation starteten und den „Gefällt mir“-Button integrierten waren die großen amerikanischen News Seiten CNN und ESPN.
Facebook stellt die Möglichkeit zur Verfügung das Websitebetreiber einen "Gefällt mir”-Button einbinden können. Das hat den Vorteil das Facebook-Nutzer, denen der Inhalt gefällt, direkt Ihre Zuneigung kundtun können. Wer auf “Gefällt mir” klickt, verbreitet den Link über seine eigene Timeline und zieht auf diese Weise unter Umständen neue Besucher an. Die „Gefällt mir“-Meldung ist eine Variante der Self-Service Ads. Hier wird der User aktiv zum Markenbotschafter, denn die Anzeige erscheint für alle Freunde des Users. Die Freunde des Users können direkt mit dem Anklicken der Anzeige selber Fans werden. Die Zielgruppe dieser Anzeigenart sind somit Freunde von bereits bestehenden Fans. Dies ergibt Sinn, da oftmals befreundete Facebook Nutzer ähnliche Interessen oder demografische Daten, wie das Alter aufweisen. Wird der „Gefällt mir“-Button angeklickt profitiert der Werbende gleich doppelt, denn diese Info erscheint zusätzlich im News-Stream des Nutzers.

In dem Moment wo ein Facebook-Nutzer auf einer Website den „Gefällt mir“-Button betätigt, kann der Websitebetreiber Nutzerdaten erheben und somit an wichtige weiterverwertbare Informationen gelangen. Der Websitebetreiber hat seine Besucher über dieses Vorgehen in den Datenschutzrichtlinien hinzuweisen, andernfalls begeht er einen Verstoß gegen §13 des Telemediengesetzes.

Danny Sullivan von „Search Engine Land" bekam einige offizielle Zahlen von Facebook präsentiert aus denen er folgende Statistiken im Zusammenhang mit der Integrierung des "Gefällt mir"-Buttons ableiten konnte[17][18]:

  • Levi's erzielte eine 40 prozentige Traffic-Steigerung von Facebook, nachdem im April 2010 der Like-Button auf den Unternehmens-Plattformen implementiert wurde.
  • Eine Umsatzsteigerung von 100 Prozent konnte Sportartikelhändler giantnerd.com bereits nach 2 Wochen des Like-Button-Einsatz verzeichnen.
  • Bei „American Eagle" haben Facebook-User via „Gefällt Mir“-Button im Durchschnitt 57 Prozent mehr Geld ausgegeben.
  • Im direkten Ticketverkauf erzielen spezifische Facebook-Veranstaltungen im Mittel einen Anteil von $5,30 US-Dollar pro Verkauf.

Abb10: In Anlehnung an: Durchschnittlicher Wert eines Facebook "Fans" für Unternehmen
Abb10: In Anlehnung an: Durchschnittlicher Wert eines Facebook "Fans" für Unternehmen

Am 24.07.2010 hat das Social Media Unternehmen Syncapse eine Studie veröffentlicht die sich mit dem Wert von "Fans" für Unternehmen befasst. Syncapse behauptet das "Fans" im Vergleich zu "non-Fans" zusätzlich $71,84 US-Dollar jährlich für Produkte des Unternehmens investieren. Außerdem sind 41% der "Fans" eher bereit das Unternehmen weiterzuempfehlen und 28% würden ebenfalls das Produkt weiter verwenden.

Die Ergebnisse der Studie ergeben sich aus 4000 Diskussionsteilnehmern die jeweils einen 25minütigen Fragebogen beantwortet haben. Die Teilnehmer wurden bezüglich der Produkte befragt, für die sie über den "Gefällt Mir"-Button ihr Interesse bekundet haben. Die Antworten wurden von Syncapse analysiert und mit Daten von "non-Fans" verglichen.

Daraus ergab sich, dass die Fans von Marken wie Nike, Blackberry, Victoria's Secret, Starbucks, McDonald's und Red Bull wertvollere Kunden für die Unternehmen sind als Personen, die bei Facebook keine "Fans" des Unternehmens sind.

Die 5 Kriterien in die sich die Analyse unterteilt sind "Ausgaben für das Produkt", "Loyalität gegenüber der Marke", "Tendenz das Produkt / Unternehmen weiterzuempfehlen", "emotionale Verbindung zur Marke" und "mediale Stellenwert der Marke".

Das Ergebnis dieser Studie zeigt, das es ich für ein Unternehmen auszahlt eine Marketing Strategie mit Facebook Fans zu fahren[19].

3.2 Verkaufen über Facebook

3.2.1 Definition f-commerce

F-Commerce ist Teil des E-Commerce[20] und beschreibt die Aktivitäten von Unternehmen, Waren über Facebook anzubieten und zu verkaufen. Hierbei setzen die Unternehmen auf Verbreitung durch das Empfehlungsshopping.[21] User die sich über Facebook im Webshop umsehen, können ihre Bewertungen abgeben und somit neue Kunden werben. Wie in Kapitel 3.1 beschrieben, ist der "Gefällt Mir"-Button ein wichtiges Marketing Tool um die Produkte schnell, effektiv und kostengünstig zu verbreiten. Unternehmen wie OTTO integrieren ihre eigene Webshops in Facebook, in denen sie Teile ihres Online Katalogs anbieten.
Die Webshops auf Facebook sind in der Regel auf die gewünschte Zielgruppe ausgelegt, die das Unternehmen über das soziale Netzwerk erreichen möchte. So bietet OTTO größtenteils Kleidung für Frauen an. Zusätzlich werden Gutscheine für Rabatte angeboten. Diese stehen den Usern zur Verfügung, die sich über den „Gefällt Mir“-Button der Seite angeschlossen haben. Ähnlich dem Community-basierten Shoppings hat der Facebook User das Gefühl der Exklusivität und der Chance auf mögliche Schnäppchen.
Shops, wie der von OTTO, verweisen weiterhin auf die eigene Web Präsenz. Wenn ein User einen Artikel kaufen möchte, wird er an die Unternehmensseite weiter geleitet, damit dort die weiteren Daten, wie Adresse und Zahlungsmodalitäten, für den Kauf eingegeben werden können. Eine direkte Integration von Webshops größerer Unternehmen in Facebook hat noch nicht stattgefunden. Es ist anzunehmen, dass die AGB und Datenschutzrichtlinien von Facebook die Unternehmen verunsichert, weil die Speicherung der Kundendaten und mögliche Datenskandale eine große Rolle spielen. Die Daten werden nicht mehr direkt bei den Unternehmen gespeichert, sondern sie werden über die Schnittstelle von Facebook gefiltert und erst dann dem Unternehmen bereit gestellt. Für kleine Unternehmen, denen in erster Linie die Steigerung der Bekanntheit wichtig ist, ist der Absatz direkt über Facebook eine einfache und schnelle Möglichkeit, ein kostengünstiges Marketing und Shopsystem zu betreiben.

3.2.2 Integration von Webshops

Abb11: Facebook Store von www.LakersNation.com realisiert über das Storefrontend von payvment.com
Abb11: Facebook Store von www.LakersNation.com realisiert über das Storefrontend von payvment.com

Der schnellste Weg für Unternehmen ihre Produkte über Facebook anzubieten und damit ein großes Publikum zu erreichen ist, eine sogenannte "Community Page" bzw. „Fan Seite“ anzulegen und dort einen Webshop zu integrieren. Inzwischen gibt es verschiedene Anbieter wie www.payvment.com oder www.buybigcommerce.com, die es ermöglichen, einen vorgefertigten Onlinestore in Facebook zu integrieren. Diese Integration erfolgt in Facebook durch Anwendungen, die sowohl der Shop-Eigentümer als auch später der Kunde, zulassen muss, damit die Funktionen unter seinem Profil frei geschaltet werden. Nachdem der Shop-Eigentümer seine Artikel im Shop veröffentlicht hat, können diese von den Interessenten eingesehen werden. Anschließend können die Kunden die Artikel durchsuchen und sie dem Warenkorb hinzufügen. Je nach Anbieter des Webshops ist es hier bereits möglich, seine Daten in der Anwendung zu hinterlegen und per PayPal oder Kreditkarte zu bezahlen. Kleinere Unternehmen und Labels haben mit dieser Art von Webshops die Möglichkeit ihre Waren einer breiten Masse anzubieten ohne Kosten für die Entwicklung eines eigenen Webshops aufzuwenden. Während bei buybigcommerce.com ein eigener Shop angelegt wird, der anschließend eine Facebook Anbindung erhält, erstellt payvment.com in Facebook über eine Anwendung den Shop direkt auf der zu erstellenden Fan-Seite. Der Shop über buybigcommerce.com ist in verschiedene Größen gestaffelt und kostet ab ca. $25 US-Dollar / Monat. Die Integration des payvment.com Facebook Shops ist zurzeit in einer Beta-Phase und daher für den Anbietenden noch kostenlos.
„It's true. Payvment will not charge you any fees or take a cut of your sales to use our Facebook solution. Our goal is to develop the best social network shopping technology and with your feedback we can continue to improve. Launch a Facebook store now and it will remain free even after our public beta ends.“[22]
Der payvment.com Shop bietet sich wegen des Beta Stadiums eher für kleine Labels an, die über Facebook ihren Bekanntheitsgrad steigern wollen. Insbesondere für Start-Up Unternehmen ist dies attraktiv, da keine zusätzlichen Kosten entstehen, der Verbreitungsgrad über Facebook allerdings immens ist. Große Unternehmen entwickeln ihre Webshops selber oder bauen auf bestehende Shop-Schnittstellen von Facebook auf. Bei der Bereitstellung einer solchen Lösung fallen für das Unternehmen Kosten für die Entwicklung und Wartung an, die bei den zuvor aufgeführten Lösungen nicht entstehen. Der Vorteil einer eigenen Lösung ist, dass ein Unternehmen flexibel ist, was den Inhalt und das Design des Webshops angeht.

3.3 Bezahlen per Facebook Credits

Abb12: Symbolische Facebook Credits Gutschein Karte
Abb12: Symbolische Facebook Credits Gutschein Karte

Facebook bietet eine eigene virtuelle Währung an, die sogenannten „Facebook Credits“ oder auch „Facebook Gutschriften“. Die Idee einer virtuellen Währung ist nicht neu. Eine virtuelle Währung wurde bereits 2003 in Form der "Linden Dollar" in dem Online Spiel "Second Life" verwendet. Facebook möchte die neue Währung (Gutschrift) allerdings nicht als “Spielgeld” nutzen, sondern als gleichwertige Zahlungsmöglichkeit neben PayPal und Kreditkartenzahlung. Ab dem 01. Juli 2011 müssen alle Facebook Spieleentwickler Facebook Credits in Ihren Apps anbieten[23]. Alternative Zahlungssysteme müssen draußen bleiben.
Die Vorteile von Credits liegen auf der Hand. Anstatt sich mit diversen unterschiedlichen virtuellen Währungen auseinander setzen zu müssen, können Facebook User mit einer Währung in verschiedenen Social-Games und Facebook-Apps Bezahlvorgänge durchführen.
Ziel von Facebook ist es, die Facebook Gutschriften zu einer der bedeutendsten Währungen im World Wide Web zu machen. Bei diesem System tauschen die Nutzer ihr echtes Geld zu einem bestimmten Wechselkurs gegen die virtuellen Münzen und erwerben damit die Möglichkeit, die Gutschrift in zahlreichen Spielen und Apps einzusetzen. Zudem ist möglich, beim Einkauf in den Onlineshops verschiedener Anbieter eine Gutschrift in Form von Facebook Credits zu erhalten, welche zum Kauf von Onlinegütern wie z. B. Musik, Videos oder Abos eingesetzt werden können. Wer seine Facebook Gutschriften für einen guten Zweck einsetzen will, kann sie sogar spenden.
Für Facebook ist dies ein wichtiger Schritt andere Firmen an die eigene Plattform zu binden. Durch das Angebot eines eigenen MicroPayment Systems (1 Facebook Credit haben den Wert von 10 US-Cent) muss der Anwendungsanbieter, darunter fallen nicht nur die Spieleanbieter, wenig Zeit und Kosten die Abrechnung seiner Dienste investieren. Neben den Einnahmen durch Werbebanner steht ihm nun ein weiteres Erlösmodel, das des klassischen B2C (Business-to-Consumer) Verkaufs zur Verfügung. Derzeit kann kein anderes Social Network mit einer solchen Funktion überzeugen.
Zukünftig ist eine Bezahlung mit Facebook Credits außerhalb der Plattform gar nicht mehr so unwahrscheinlich. Theoretisch sind alle Seiten, die heute schon eine Verbindung mit Facebook Connect herstellen in der Lage dieses Bezahlsystem anzubieten. Neben virtuellen Gütern könnten so auch kleine Beträge für reale Güter bezahlt werden. Facebook erhält einen Anteil von 30 % der Einnahmen, die durch Facebook Credits erzielt werden.
Den Datenschutz will Facebook durch Verschlüsselungen wie beim Onlinebanking und durch Verifikationen (Identitätsnachweise) der Anbieter gewährleisten.

Mittlerweile werden Facebook Credits in 22 Ländern offiziell unterstützt und über 250 Entwicklern haben die Währung in über 500 Anwendungen integriert. Nutzer dieser Anwendungen können die Facebook-Gutschriften mit ihrer Kreditkarte, per SMS oder über Paypal kaufen.[24]

3.4 Kooperationen mit PayPal

Abb13: Kooperation zwischen Facebook und PayPal
Abb13: Kooperation zwischen Facebook und PayPal

Am 18. Februar 2010 hat Facebook die Kooperation mit dem eBay Bezahldienst PayPal Inc. bekannt gegeben. Über diesen lassen sich in Zukunft sowohl Rechnungen für Facebook Ads als auch Facebook Credits bezahlen. Mit dieser Kooperation spart sich Facebook den administrativen Aufwand einer eigenen Lösung und kann auf ein bereits weltweit eingeführtes und etabliertes Bezahlsystem zurückgreifen. Facebook will sich insbesondere mit dieser Kooperation an Kunden wenden, die einen erschwerten und teuren Zugang zum internationalen Zahlungsverkehr, aufgrund des Landes in dem sie leben, haben.

"Zukünftig können Werbetreibende weltweit über das Facebook Online-Werbetool ihre Anzeigen mit PayPal bezahlen. PayPal macht Facebook-Kampagnen somit insbesondere für kleine, international tätige Unternehmen einfacher. Vor allem Unternehmen aus Ländern, in denen der internationale Zahlungsverkehr bisher kompliziert und teuer ist, profitieren von dieser Neuerung. Im Online-Netzwerk Facebook sind weltweit derzeit mehr als 400 Millionen Nutzer registriert, von denen 70 Prozent außerhalb der USA wohnen.“

„Wir wollen sowohl Facebook-Nutzern als auch Entwicklern und Werbetreibenden eine schnelle und zuverlässige Zahlungsmöglichkeit bieten“, begründet Dan Levy, der bei Facebook den Bereich Zahlungsverkehr verantwortet, die Zusammenarbeit mit PayPal. „Unser Unternehmen expandiert und deshalb ist es notwendig, den Firmen, die auf Facebook Anzeigen kaufen möchten, eine internationale Zahlungsmöglichkeit anzubieten. Die Zusammenarbeit mit PayPal, einem der weltweit führenden Online-Bezahlsysteme, macht dies möglich.“[25]

"Indem wir Paypal als Auszahlungsoption hinzufügten, haben wir die Zahl der Länder verdoppelt, in denen Entwickler sofort mit Facebook Credits loslegen können", heißt es im Entwicklerblog von Facebook.[24].

4 Nutzerkreis

Internetnutzer lassen sich inzwischen in die verschiedensten Kategorien einordnen. In diesem Kapitel werden daher nur die betroffenen Gruppen von Social Shopping Portalen und die Facebook User betrachtet.

4.1 Typisierung von Internetnutzern

Abb14: In Anlehnung an Nielsen's 90-9-1 Regel
Abb14: In Anlehnung an Nielsen's 90-9-1 Regel[26]

Das Internet bietet mittlerweile jedem Nutzer eine Plattform, die in irgendeiner Art seinen Interessen entspricht. Durch die starke Verbreitung des Web 2.0 werden diese Plattformen mit immer mehr „User generated Content“ gefüllt. Also Inhalte, die die User dieser Plattformen selber bestimmen können. Nach Heinemann können die Internetnutzer ganz grob in zwei Gruppen aufteilen.[27] Auf der einen Seite gibt es die „Digital Natives“[27] und auf der anderen Seite die „Predigitals“[27].

Die „Digital Natives“ sind die Internetuser, die mit dem Internet aufgewachsen sind. Sie sind den Umgang mit Online Plattformen und dem Shopping über das Internet gewohnt.

Die „Predigitals“ haben die Entwicklung des Internets miterlebt und kennen auch ältere Wege des Shoppings. Sie stehen dem Internetshopping gemäß ihrer Kategorisierung teilweise skeptisch gegenüber. Unter die „Predigitals“ fallen unter anderem auch die Internet Analphabeten, die keinen Bezug zum Internet und somit zu Interessensplattformen oder Shopping Seiten im Internet haben.

Die Internetuser von Social Shopping oder Sozialen Netzwerken können wiederum in drei Usergruppen kategorisieren. Hierzu hat Jakob Nielsen im Oktober 2006 die 90-9-1 Regel in seinem Beitrag „Participation Inequality: Encouraging More Users to Contribute“[26] vorgestellt. Diese Regel besagt, dass:

  • 90% der User einer Community schauen nur zu
  • 9% der User einer Community beteiligen sich schwach
  • 1% der User einer Community sind sehr aktiv und leisten den größten Anteil am Inhalt der Seiten

Social Shopping Seiten und Soziale Netzwerke leben vom Inhalt ihrer User. Daher besagt Nielsens Regel im Umkehrschluss über den Inhalt der Seiten aus:

  • 90% des Inhalts einer Community stammt von den „Hauptusern“
  • 10% des Inhalts einer Community stammt von den Usern mit „geringer Beteiligung“
  • 0% des Inhalts einer Community stammt von den „Zuschauern“

Als Schlussfolgerung aus Nielsen's Regel können folgende Aussagen für den Verkauf und das Marketing in sozialen Netzwerken festgehalten werden:

  • mind. 10 % aller User einer Community können potenzielle Kunden sein (Hauptuser + User mit geringer Beteiligung)
  • max. 10 % aller User einer Community sind Multiplikatoren/Verbreiter von Produkten und Shops (Hauptuser + User mit geringer Beteiligung)

4.1.1 Social Shopping Nutzer

Abb15: In Anlehnung an: Groupon Demografien für Unternehmen
Abb15: In Anlehnung an: Groupon Demografien für Unternehmen[28]

Die User, die auf Social Shopping Dienste mit einem breiten Produktportfolio zugreifen, lassen sich in der Regel bei fast allen Unternehmen in die gleichen Gruppen zusammenfassen. So liegt der Frauenanteil immer zwischen 60 % und 80 %. Die Altersklasse 18 bis 40 Jahre ist der stärkste ausgeprägte Kundenkreis. Der hohe Frauenanteil lässt sich bei Social Shopping Seite auf die angebotenen Artikeln zurückführen. Die meisten Seiten bieten sehr viele Dienstleistungen oder Waren für Frauen an wie z.B. Kleidung von bestimmten Designern oder Wellnessgutscheine.
Des Weiteren sind Männer beim Online Shopping eher ungeduldig. Da die gekauften Artikel immer erst nach Angebotsende bearbeitet werden, kommt es hier teilweise zu Lieferzeiten von bis zu vier Wochen. Da Anbieter wie Amazon.de inzwischen innerhalb von spätestens zwei Tagen ohne Aufpreis liefern, wirken für Männer lange Lieferzeiten eher abschreckend beim Kauf. Wie eine Nutzerdatenerhebung von Groupon zeigt, sind 75 % der User Vollzeit beschäftigt und über 90 % der User haben eine akademische Ausbildung. Die Trends sind auch allgemein in Umfragen zum Thema Online Shopping nachzuvollziehen und lassen darauf schließen, dass viele User tagsüber bei der Arbeit einen Zugang zu Social Shopping Portalen haben. Die starke Ausprägung in Berufen mit akademischer Ausbildung lässt sich darauf zurückführen, dass diese in den meisten Fällen Büro-Tätigkeiten sind, die dem User einen schnellen Zugang zum Internet ermöglicht. Knapp 70 % der User die auf Social Shopping Seiten einkaufen, haben ein Durchschnittseinkommen von über 35.000 € p.a. und liegen damit unter dem deutschen Brutto-Durchschnittseinkommen von ca. 44.000 € p.a.[29]
30 % der Kunden liegen mit einem Einkommen von fast 70.000 € p.a. weit über dem Durchschnitt.
Es kann die These aufgestellt werden, dass viele gekaufte Artikel über Social Shopping Seiten Luxus Artikel sind, die die User nicht gezielt kaufen. Artikel, die der User kauft, weil sie gerade günstig angeboten werden, auch wenn er sie gerade nicht benötigt. Eine genauere Betrachtung der Kunden und des Kaufverhalten liegt nicht statistisch aufbereitet vor. Diese Ausarbeitung lässt eine tiefer gehende Betrachtung nicht zu.

4.1.2 Facebook Nutzer

Abb16: In Anlehnung an: Facebook Nutzerdaten Deutschland
Abb16: In Anlehnung an: Facebook Nutzerdaten Deutschland[30]

Wie in Kapitel „2.2.2 Facebook in Zahlen“ bereits aufgeführt, steigt die Anzahl der Facebook User monatlich rasant an. Momentan sind im Sozialen Netzwerk insgesamt über 675 Mio. User weltweit registriert (siehe Abb.5). Das sind fast 10 % der gesamten Weltbevölkerung. Im Gegensatz zu den Social Shopping Webseiten ist der Anteil der Männer ähnlich dem Anteil der Frauen. Die männlichen Mitglieder liegen mit ca. 2 % knapp über der Mitgliederzahl der Frauen. In Deutschland gibt es bereits über 20 Mio. Facebook User. Das bedeutet eine Marktpenetration (Anzahl der User zur Bevölkerungszahl) von knapp 22%. Die USA haben im Vergleich eine Marktpenetration von über 50 %. Mehr als jeder zweite US Bürger ist in Facebook aktiv. Die Zahl der aktiven User im sozialen Netzwerk Facebook lässt sich nach Nielsen's Regel auf ca. 67 Mio. User, also 10 % aller registrierten User, berechnen. In Deutschland lassen sich nach der Regel ca. 2 Mio. aktive User im Netzwerk erreichen. Den Größten Anteil an Usern hat Facebook in den Altersklassen 13 Jahre bis 45 Jahre.

4.2 Zielgruppen

Die Zielgruppe für Social Shopping in Facebook kann über die Erkenntnisse aus den Kapiteln „4.1.1 Social Shopping Nutzer“ und „4.1.2 Facebook Nutzer“ und der Zuhilfenahme von Nielsen’s Regel grob ermittelt werden. Anhand des Beispiels der Userzahlen in Deutschland kann davon ausgegangen werden, dass sich maximal 10 % der User an den Inhalten neuer Shops beteiligen. Die größte Altersgruppe von Geschäftsfähigen Usern liegt zwischen dem 18. und 45. Lebensjahr, was in Deutschland bei Facebook 13 Mio. User und im Social Shopping einen Anteil von ca. 86% ausmacht. Mit dieser Zahl als Berechnungsgrundlage können maximal 13 Mio. User auf dem deutschen Markt in Facebook mit Social Shopping Inhalten erreicht werden, jedoch werden nur maximal 1,3 Mio. User diese Inhalte nutzen. So kann folgende die These aufgestellt werden:

  • über Facebook erreicht ein Unternehmen mind. 1,3 Mio. potenzielle Kunden
  • über Facebook erhält ein Unternehmen maximal 1,3 Mio. potenzielle Empfehler

Durch das Schneeballprinzip lässt sich aber schnell eine größere Masse an Usern erreichen:

  • ein User hat im Durchschnitt 130 Freunde in Facebook[8]
  • mit einer Empfehlung erreicht er nach Nielsen’s Regel 13 dieser Freunde
  • diese erreichen wiederum 13 Freunde und Innerhalb von kurzer Zeit kann ein Link oder eine Empfehlung ein Publikum von mehreren Tausend Usern erreichen

5 Bewertung

Aus den vorausgegangenen Kapiteln ergeben sich diverse Vor- und Nachteile für die Integration von Social Shopping in Facebook. Hierbei muss differenziert werden zwischen den Betrachtungsebenen der unterschiedlichen Akteure, wie den Anwendern, den Unternehmen und Facebook Inc..

5.1 Potenziale für Unternehmen

  • Facebook ist die weltweit größte und verbreitetste Community verteilt auf alle Altersklassen
  • Die Mitgliederzahl in Facebook wächst stetig weiter
  • Die Verbreitung und das Fan-Marketing erfolgt ohne großen Aufwand und nach dem Schneeballprinzip
  • Durch das Fan-Marketing können Unternehmen ein kostengünstiges Marketing betreiben
  • Angebote erreichen den Kunden durch die Echtzeitverbreitung schneller als über Email Newsletter
  • Shop Applikationen können direkt auf die Facebook Schnittstellen entwickelt werden
  • Das Unternehmen hat einen direkten Kontakt zum Kunden
  • Dem Unternehmen ist die Einsicht in die Vorlieben und Interessen der Kunden jederzeit möglich
  • neuer Absatzmarkt
  • Steigerung der Bekanntheit
  • erschließen neuer Märkte durch Möglichkeit der Bezahlung per PayPal / Credits

5.2 Nachteile für Unternehmen

  • Facebook Credits wird bisher nur als Micropayment Dienst genutzt
  • Unternehmen entstehen bei der Nutzung von Facebook Credits hohe Kosten (30 % an Facebook)
  • Unternehmen sind an die AGB und Datenschutzrichtlinien von Facebook gebunden
  • Facebook stellt eine begrenzte Integrierbarkeit und Flexibilität für Shopsysteme zu Verfügung
  • Die Integration von Webshops sind aufwendig zu realisieren
  • Die Exklusivität des Club-Shoppings geht verloren
  • Negative Kritik verbreitet sich schneller als positive Kritik

6 Schlussbetrachtung

Die Potenziale der Integration von Social Shopping Diensten in Facebook konnten in dieser Ausarbeitung ermittelt werden. Die große und weiterhin wachsende Mitgliederanzahl von Facebook lädt Unternehmen geradezu ein, ihre Dienstleistungen in das soziale Netzwerk zu integrieren. Besonders weil das Interesse so groß ist, sieht auch Facebook die Chance, über bereitgestellte Schnittstellen, Unternehmen den Schritt in Richtung Social Shopping in Facebook zu vereinfachen. Aus Sicht des Kunden leidet aber die Transparenz und die gefühlte Sicherheit der eigenen Daten, da Facebook den Unternehmen den Zugriff auf die Userdaten ermöglicht. Potenzielle Kunden im sozialen Netzwerk könnte diese Tatsache vor Käufen abschrecken. Der Vorteil für Unternehmen in Facebook ist die Echtzeit-Verbreitung von Informationen. Produkte lassen sich durch das Fan-Marketing ohne großen Aufwand schnell und über die ganze Welt verbreiten, da inzwischen fast jeder zehnte Mensch ein Konto bei Facebook registriert hat. Die Verteilung erfolgt nach dem Schneeballprinzip und erreicht so in kürzester Zeit sehr viele Mitglieder. Diese schnelle Verbreitung von Inhalten kann sich für ein Unternehmen aber auch negativ auswirken. Negative Kritik bzw. Inhalte verbreiten sich bis zu zehn mal schneller als positive Inhalte. Für Group-Shopping Unternehmen wie Groupon wird es schwieriger, da Unternehmen mit kostengünstigem Marketing ihre Dienstleistungen in Facebook direkt selber anbieten können. Der regionale Aspekt der Gutscheine bei Groupon könnte verloren gehen, da Facebook eine genau umgekehrte Strategie fährt, in dem sie jeden mit jedem vernetzt und damit ein globales Netzwerk schafft. Club-Shopping Unternehmen müssen bei der Integration von Facebook den für den User gefühlten exklusiven Charakter aufgeben. Auch wenn Facebook den Inhalt nur für registrierte Mitglieder frei gibt, ist die Community viel größer und die Chance ein Schnäppchen zu machen wesentlich geringer, da viel mehr User diesen Dienst nutzen könnten.

Unternehmen sollten Facebook als Kanal zur Steigerung der Bekanntheit nutzen, aber keine Konkurrenz zur eigenen Webpräsenz aufbauen. Shops innerhalb von Facebook sollten mit einem verringerten aber gezielten Sortiment als Kundenfang genutzt werden, um über die Integration mit dem eigenen Shop die Kontrolle über Userdaten nicht zu verlieren. Durch die Verbreitung von Inhalten über Empfehlungen, Rezensionen und Statusmeldungen in den Profilen der User ist es für Unternehmen die schnellste und kostengünstigste Möglichkeit andere Gruppen als Kunden zu erreichen, als es die eigene Webseite ermöglicht.

Eine komplette Integration des Verkaufsprozesses eines Unternehmens in Facebook ist nicht zu Empfehlen. Der Nutzen des sozialen Netzwerkes sollte darin bestehen, dass ein sehr großer Kommunikations- und Vermarktungskanal zu Verfügung steht, aber der eigentliche Verkaufskanal ein vom Unternehmen betreutes System bleiben sollte.

7 Glossar

7.1 Fussnoten

  1. Vgl. Netzwertig (2010)
  2. 2,0 2,1 Heinemann (2010), S.190f
  3. 3,0 3,1 Vgl. Tagesspiegel (2010)
  4. 4,0 4,1 Vgl. Forbes (2010)
  5. Vgl. Vente-Privée Pressemappe (2011)
  6. 6,0 6,1 6,2 6,3 6,4 Vgl. Groupon IPO (2011)
  7. Manager Magazin (2011)
  8. 8,0 8,1 8,2 8,3 8,4 8,5 Vgl. Facebook.com Press (2011)
  9. Gosmo (2010)
  10. Vgl. Bloomberg (2010)
  11. Vgl. Businessinsider (2011)
  12. Vgl. FAZ (2011)
  13. Vgl. BITKOM (2011)
  14. Vgl. Facebookbiz (2011)
  15. Vgl. Allfacebook (2010)
  16. Vgl. Socialmediaseo (2010)
  17. Vgl. t3n (2011)
  18. Vgl. searchengineland (2011)
  19. Syncapse (2010)
  20. Gabler Wirtschaftslexikon (2011)
  21. Vgl. Kernpunkt (2010)
  22. Payvment (2011)
  23. Vgl. Netzwertig (2011)
  24. 24,0 24,1 Vgl. Golem (2011)
  25. PayPal (2010)
  26. 26,0 26,1 Vgl. Nielsen (2006)
  27. 27,0 27,1 27,2 Vgl. Heinemann (2010), S16f
  28. Vgl. Groupon Demografie (2011)
  29. Vgl. Statistisches Bundesamt (2011) S. 466 Abs. 1.1
  30. Vgl. AllFacebook (2011)

7.2 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr.Abbildung
1Groupon Angebot vom 05.06.2011
2Groupon Empfehlung zum Angebot vom 05.06.2011
3 "Meet The Fastest Growing Company Ever" auf Forbes.com
4Vente-Privée Pressemappe "Der Erfolg in Zahlen"
5Facebook Mitgliederwachstum seit 2004. Auszug aus "Firmengeschichte"
6Visualisierung der weltweiten Facebook Vernetzung
7"Gefällt mir"-Button ersetzt den "Werde ein Fan"-Button am Beispiel der Community Page von Chocri
8Beispiel des "Gefällt mir"-Buttons anhand der OTTO Community Page auf Facebook.com
9"Fan"-Marketingstrategie der Shopping Community BuyVIP.de
10Durchschnittlicher Wert eines Facebook "Fans" für Unternehmen
11Facebook Store von www.LakersNation.com realisiert über das Storefrontend von payvment.com
12Symbolische Facebook Credits Gutschein Karte
13Kooperation zwischen Facebook und PayPal
14Nielsen's 90-9-1 Regel
15Groupon Demografien für Unternehmen
16Facebook Nutzerdaten Deutschland

8 Quellen

8.1 Literatur & Quellenverzeichnis

Netzwertig (2010)Netzwertig.com - Groupon kauft CityDeal http://netzwertig.com/2010/05/17/e-commerce-phaenomen-groupon-kauft-citydeal (12.06.2011 17:55)
Heinemann (2010)Heinemann, Gerrit: Der neue Online-Handel, Erfolgsfaktoren und Best Practices, 3. Auflage, 2010, Gabler Verlag, Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ISBN 978-3-8349-2312-7
Tagesspiegel (2010)tagesspiegel.de - Artikel im Tagesspiegel Club der Milionäre: Ebay kauft Brands4friends http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ebay-kauft-brands4friends/3654438.html (12.06.2011 18:30)
Groupon IPO (2011)sec.gov - Börsenprospekt der Groupon Inc. http://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1490281/000104746911005613/a2203913zs-1.htm (15.06.2011 08:15)
Manager Magazin (2011)manager-magazin.de - Börsengang: Groupon-Aktie wird kein Schnäppchen http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/0,2828,766367,00.html (15.06.2011 08:30)
Forbes (2010)Forbes Magazine: Meet The Fastest Growing Company Ever http://www.forbes.com/forbes/2010/0830/entrepreneurs-groupon-facebook-twitter-next-web-phenom.html (12.06.2011 15:20)
Vente-Privée Pressemappe (2011)vente-privee.com - Vente-Privée Pressemappe http://pressroom.vente-privee.com/PressKit/DP_10.aspx (12.06.2011 15:30)
Businessinsider (2011)businessinsider.com - Facebook Has More Than 600 Million Users, Goldman Tells Clients http://www.businessinsider.com/facebook-has-more-than-600-million-users-goldman-tells-clients-2011-1 (12.06.2011 19:38)
Bloomberg (2010)bloomberg.com - Facebook 2010 Sales Said Likely to Reach $2 Billion, More Than Estimated http://www.bloomberg.com/news/2010-12-16/facebook-sales-said-likely-to-reach-2-billion-this-year-beating-target.html (12.06.2011 19:17)
Gosmo (2010) gosmo.com - Geschichte von Facebook Teil 2 und Teil 3 http://www.gosmo.de/facebook-story-teil-2-erfolgsgeschichte-eines-sozialen-netzwerks (14.06.2011 22:00) http://www.gosmo.de/die-facebook-story-teil-3-erfolgsgeschichte-eines-sozialen-netzwerks (14.06.2011 22:00)
Facebook.com Press (2011)facebook.com - Pressebereich http://www.facebook.com/press/ (12.06.2011 19:46)
FAZ (2011)faz.net - 20 Millionen Nutzer in Deutschland http://www.faz.net/artikel/C32206/facebook-20-millionen-nutzer-in-deutschland-30429011.html (12.06.2011 18:46)
BITKOM (2011)bitkom.org - Die Top10 der Online-Communitys http://www.bitkom.org/de/presse/8477_67627.aspx (12.06.2011 18:55)
Facebookbiz (2011)facebookbiz.de - Facebook Nutzerzahlen Mai 2011 http://www.facebookbiz.de/artikel/facebook-nutzerzahlen-mai-2011 (12.06.2011 19:03)
Socialmediaseo (2010)socialmediaseo.net - Facebook Drops “Become A Fan”, Replaces with “Like” http://socialmediaseo.net/2010/04/19/facebook-fan-page-like-button/ (12.06.2011 21:09)
t3n (2011)t3n.de - Facebook Facts: Was bringt der Like-Button wirklich? http://t3n.de/news/facebook-facts-like-button-wirklich-311177/ (12.06.2011 21:33)
Searchengineland (2011)searchengineland.com - By The Numbers: How Facebook Says Likes & Social Plugins Help Websites http://searchengineland.com/by-the-numbers-how-facebook-says-likes-social-plugins-help-websites-76061 (12.06.2011 21:34)
Syncapse (2010)syncapse.com - “The Value of a Facebook Fan: An Empirical Review” http://www.syncapse.com/media/syncapse-value-of-a-facebook-fan.pdf (13.06.2011 13:02)
Gabler Wirtschaftslexikon (2011)Gabler Verlag (Herausgeber), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: E-Commerce, online im Internet: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/400/e-commerce-v10.html (12.06.2011 22:47)
Kernpunkt (2010)kernpunkt.de - Kernpunkt Blog - Was ist eigentlich: F-Commerce http://blog.kernpunkt.de/2010/04/was-ist-eigentlich-f-commerce (12.06.2011 20:55)
Payvment (2011)payvment.com - Payvment Inc. 2011, Overview "The Goods" http://www.payvment.com/thegoods (12.06.2011 15:00)
PayPal (2010)PayPal.de - PayPal wird Zahlungsmöglichkeit für Facebook-Anzeigen und Facebook Credits http://www.paypal-deutschland.de/presse/mitteilungen/2010/221546.html (12.06.2011 22:58)
Netzwertig (2011)Netzwertig.com - Ein Meilenstein für Facebook Credits http://netzwertig.com/2011/01/25/1-juli-2011-ein-meilenstein-fuer-facebook-credits/ (12.06.2011 23:48)
Golem (2011)Golem.de - Paypal-Auszahlung für Anwendungsentwickler http://www.golem.de/1105/83778.html (12.06.2011 23:18)
Nielsen (2006)useit.com - Jakob Nielsen's Alertbox, October 9, 2006:Participation Inequality: Encouraging More Users to Contribute http://www.useit.com/alertbox/participation_inequality.html (12.06.2011 15:10)
Groupon Demografie (2011)grouponfunktioniert.de - Groupon Funktioniert - für Unternehmen, demografische Auswertung der Kunden http://www.grouponfunktioniert.de/warum-groupon/demografien (12.06.2011 15:50)
Statistisches Bundesamt (2011)destatis.de - Statistisches Bundesamt: Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/WirtschaftsrZeitbudget/EinnahmenAusgabenHaushalte52011,property=file.pdf (13.06.2011 13:00)
AllFacebook (2011)AllFacebook.de - Nutzerdaten der deutschen Facebook User http://allfacebook.de/userdata (12.06.2011 15:55)
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