Strukturanalyse bei der Einführung und Erweiterung von EDI im KMU
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| Name des Autors: | Jens Neuhaus |
| Titel der Arbeit: | Strukturanalyse bei der Einführung und Erweiterung von EDI im KMU |
| Hochschule und Studienort: | FOM Duisburg |
| Name des Betreuers: | Dipl-Inf. (FH) Christian Schäfer |
| Erstellungszeitraum: | WS2009 |
| Abgabedatum: | 14.01.2009 |
Inhaltsverzeichnis |
1 Einleitung
Das Papierlose Büro wurde bereits unzählige Male ausgerufen, mindestens einmal in jedem Jahrzehnt, seit die Elektronische Daten Verarbeitung (EDV) flächendeckend in die Büros Einzug gehalten hat. Die Versuche das Papier aus den Büros zu Verdrängen können mit Sicherheit bislang als gescheitert betrachtet werden. 2007 publizierte die IHK Nordhessen in ihrem Magazin „wirtschaft nordhessen“ einen Artikel über die Papierflut in deutschen Unternehmen. Philip Carnelly, ein Analyst des britischen Marktforschungshauses Ovum, gab an, dass Unternehmen die Anzahl ihrer Dokumente alle zwei Jahre verdoppeln würden[1]. Mit Beginn dieses Jahrzehnts stehen die Chancen, dass diesmal der Schritt zum (nahezu) Papierlosen Büro tatsächlich gelingt, jedoch recht hoch. Mit dem Internet als Informations- und Kommunikationsmedium, über das Papierlos Informationen und Dokumente in jeglicher Form, beschafft und ausgetauscht werden können. Mit Dokumentmanagementsystemen (DMS) mit denen digitale Dokumente sinnvoll gespeichert, verwaltet und vor allem genutzt werden können. Mit neuen und fortgeschrittenen Technologien, wie E‑Books die mit E‑Ink "Papier" in Zukunft mehr und mehr ersetzen sollen, ultramobilen Netbooks, sowie verbesserten Smartphones, mit deren Hilfe ein mobiles Büro entsteht, mit dem über gesicherte Verbindungen weltweit Zugriff auf Firmendokumente möglich sind und quasi überall gearbeitet werden kann, wo Zugang zum Internet besteht. Dem entgegen steht allerdings, dass eine Vielzahl an Dokumenten unter anderem seitens des Gesetzgebers in Papierform vorliegen müssen. Doch inzwischen ist auch der Gesetzgeber zur Einsicht gelangt, dass unter gewissen Voraussetzungen z.B. Rechnungen ausschließlich in elektronischer Form vorliegen können[2]. Diese Arbeit befasst sich mit der Strukturanalyse bei der Einführung und Erweiterung von Electronic Data Interchange (EDI) bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Voraussetzungen für die Nutzung von EDI, die den Austausch unter anderem von Rechnungen, Bestellungen und Lieferavise auf elektronischem Wege ermöglichen.
2 Grundlagen
2.1 EDI
Unter dem Begriff EDI wird die Gesamtheit des strukturierten elektronischen Datenaustausches zusammengefasst, es handelt sich dabei nicht um ein spezielles Format sondern beschreibt Regeln um ein unabhängigen Austausch zu ermöglichen. Es "bezeichnet eine weitgehend automatisierte Form der Kommunikation, die den elektronischen Austausch strukturierter Daten zwischen Anwendungssystemen betrifft."[3] Es soll "einen weltweiten, branchenneutralen und firmenübergreifenden Handelsdatenaustausch gewährleisten."[4] Datenaustausch mittels eines automatisierten und standardisierten elektronischen Verfahren zwischen Unternehmen zu ermöglichen geht bereits auf die Entwicklung dieser Idee in den 60er Jahren des vorherigen Jahrhunderts zurück[5]. In Deutschland wurde von der Centrale für Coorganisation (CCG) heute GS1 Germany, 1977 die Standardregelungen Einheitlicher DatenAustauschSysteme (SEDAS) veröffentlicht, es war der erste nationale Standard für den elektronischen Datenaustausch in der Konsumgüterwirtschaft[6]. Um auch einen internationalen Austausch von elektronischen Daten zu ermöglichen, wurde in den 80er Jahren versucht den Standard United Nations Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport (UN/EDIFACT) zu etablieren[7].
2.2 UN/EDIFACT
Mit UN/EDIFACT wurde von den Vereinten Nationen eine Nationen übergreifende Norm entwickelt, deren Hauptziel die Schaffung eines Standards zum Austausch von Geschäftsdaten weltweit ist[8]. Versendet werden die Daten in Form sogenannter Nachrichten, aufgrund der damaligen Informationstechnologie wurden starre Datensätze für den Inhalt, die Struktur und die Abarbeitung der Daten gewählt[9]. Es gibt unterschiedliche Nachrichtentypen um so nur die notwendigen Daten für den jeweiligen Zweck zu übertragen. Der UN/EDIFACT Standard umfasst ca. 200 verschiedene Typen[10]. "Ein vorrangiges Ziel dieses Standards war es, den existierenden heterogenen Systemen ein Format zu bieten, mit dem die Durchführung von Transaktionen unterstützt und eine Interoperabilität ermöglicht werden kann."[11]
2.3 SUBSETS
Um den Austausch anwendbar und einfacher zu machen, werden sogenannte Subsets gebildet. Dort werden alle Bestandteile herausgefiltert die Optional sind und für die Abwicklung nicht zwingend benötigt werden[12]. Herausgebildet haben sich für unterschiedliche Verwendungszwecke unter anderem folgende Subsets[13]:
- Electronic Data Interchange Forum for Companies Interested in Computing and Electronics (EDIFICE) für Computer und Elektronik
- Odette File Transfer Protocol (OFTP) für die Automobilindustrie
- European Article Number Communication (EANCOM) für die Konsumgüterindustrie
2.4 EANCOM®
EANCOM® ist ein Standard des Unternehmens GS1, in Deutschland GS1 Germany, der inzwischen in mehreren Versionen existiert. Er hat in Deutschland SEDAS Mitte der 90er Jahre abgelöst, de facto wurde SEDAS allerdings bis ins Jahr 2007 noch verbreitet genutzt[14]. Die aktuelle Version ist EANCOM® 2002[15]. Mit den 200 Nachrichtentypen des UN/EDIFACT Standards, der alle Bereiche abdecken können soll und der für verschiedenste Szenarien Funktionalitäten bereit hält, ist eine komplexe und für praktische Anwendungen überladende Norm entstanden[16]. Der Subset Standard EANCOM® 2002 enthält 49 Nachrichtentypen und ist auf die Konsumgüterindustrie zugeschnitten[17]. Der EANCOM® Standard ist ebenfalls ein international aufgestellter Standard, der bei über 100 Länderorganisationen der GS1 Verwendung findet[18] "Die Nachrichtenbeschreibung der internationalen EANCOM® Dokumentation lassen bewusst Interpretationsspielräume offen, um aufnahmefähig für Länder- und Branchenbesonderheiten zu sein."[19] Die Empfehlungen der GS1 Germany präzisieren die Inhalte, sind ausführlich dokumentiert und minimieren dadurch bilaterale Absprachen. Ergänzt wurde das Layout um eine zusätzliche Status-Spalte „GER“, die einen Eintrag hat, wenn der Empfehlungs-Status der GS1 Germany vom EANCOM®-Status abweicht[20]. "Die Beschreibungen der unterschiedlichen elektronischen Geschäftsdokumente wurden so gestaltet, dass sie von allen relevanten Branchen genutzt werden können. Daraus ergibt sich eine Unterscheidung in Muss-Segmente, die immer gefüllt werden müssen und Kann-Segmente, deren Inhalte konstellationsabhängig sind."[21] Abbildung 1 zeigt die Verhältnisse zwischen EDIFACT, EANCOM® und den Empfehlungen der GS1 Germany.
2.5 Aufbau von Nachrichten
Die wichtigsten Nachrichtentypen sind unter anderem das Lieferavis, despatch advice message (DESADV), die Rechnung, invoice message (INVOIC), die Bestellung, purchase order messasge (ORDERS) und die Preisliste, price catalogue message (PRICAT). Diese Nachrichtentypen finden die meiste Verbreitung im Handel, wie in Tabelle 1 die Liste der Unterstützten Nachrichten je Firma zeigt.
| DESADV | INVOIC | ORDERS | PRICAT | |
| BÄKO | X | X | ||
| DM DROGERIE | X | X | X | X |
| DOUGLAS | X | X | X | X |
| EDEKA | X | X | X | X |
| EK | X | X | X | |
| GLOBUS | X | X | X | |
| HAGEBAU | X | X | ||
| KARSTADT | X | X | X | X |
| KATAG | X | X | ||
| KAUFLAND | X | X | X | X |
| MARKANT | X | X | X | X |
| METRO | X | X | X | X |
| OBI | X | X | ||
| REWE | X | X | X | |
| TENGELMANN | X | X | X |
Tabelle 1: Unterstützte Nachrichten je Firma
In Anlehnung an: http://akhandel.de/unterst_nachrichten.html
Der Aufbau einer EANCOM® Nachricht stellt sich sehr kryptisch dar und ist für den menschlichen Betrachter kaum nachvollziehbar, wie auch Kollmann anmerkt[22].
Beispiel für den Aufbau einer EANCOM® ORDERS[23]:
UNH+23+ORDERS:D:01B:UN:EAN010' BGM+220+48675-0060942' DTM+137:20060404:102' NAD+BY+401234567890::9' RFF+VA:DE123505958' NAD+SU+5449000000002::9' RFF+VA:DE811175457' LIN+1+ 5449000000996:SRV' QTY+21:96' UNS+S' UNT+12+23'
3 Vorüberlegungen zur Nutzung von EDI im KMU
Eines der wichtigsten Argumente für die Einführung von EDI ist die Kostenreduzierung durch die Nutzung dieser Technologie. Desweiteren die Beschleunigung von Prozessen und eine Erhöhung der Sicherheit, sowohl bei der Übermittlung wie auch bei der Eingabe der Daten[24]. Dem entgegen stehen allerdings häufig hohe Investitionen und ein beträchtlicher Aufwand bei der Installation eines EDI Systems. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Eintrittsbarrieren zur EDI-Technologie sind hohe Investitionen für Beratung und Software, da das Know-how in kleineren und mittelständischen Betrieben häufig fehlt, ebenso ein Hinderungsgrund ist die Komplexität der Geschäftsprozesse[25]. Hinzu kommen technologische Probleme wie veraltete Hard- und Software im Unternehmen die eine Umsetzung schwierig machen[26]. Eine weitere Problematik ist die fehlende organisatorische Voraussetzung, wie korrekte Stammdaten, eindeutige Nummernsysteme für Produkte, Kunden und Lieferanten[27]. Meist sind es äußere Einflussfaktoren, wie der Wunsch eines Kunden, die ein Unternehmen dazu veranlassen EDI einzuführen, da die Unterstützung im Handel recht verbreitet ist, wie die Tabelle 1 zeigt. Lieferanten von Handelsunternehmen sehen sich daher oftmals mit der Aufgabe konfrontiert EDI im eigenen Unternehmen umzusetzen, da sie von ihren Handelspartnern dazu aufgefordert werden, worauf auch die GS1 Germany hinweist[28]. Ist ein kleines oder mittelständisches Unternehmen gezwungen EDI einzuführen, müssen folglich eine nicht kleine Anzahl von Hürden genommen werden.
4 EDI in der Praxis
Im Idealfall stellt sich die Abwicklung von EDI wie in Abbildung 2 dar, es ist dabei folgendes Szenario denkbar. Ein Kunde generiert eine Bestellung und sendet via Internet oder einem Value Added Network (VAN) eine ORDER mittels EDI an den Lieferanten. Die ORDER läuft, nach einer syntaktischen und semantischen Prüfung, in das Warenwirtschaftssystem des Lieferanten und generiert dort vollautomatisch einen Auftrag, dieser wird dann im üblichen Verfahren bearbeitet. Hierbei entfallen die Schritte die Bestellung z.B. zu drucken und per Fax zu verschicken, so wie diese dann beim Empfänger von Hand in das System einzugeben. Bei der herkömmlichen, manuellen Methode, können Fehler entstehen, wie z.B. das Senden der Bestellung an den falschen Empfänger oder einem Irrtum bei der Eingabe der Daten beim Empfänger. Die vollautomatische Abwicklung dieses Prozesses verhindert derartige Probleme und gewährleistet den korrekten Ablauf.
Inzwischen hat allerdings selbst GS1 Germany ein anderes Problem erkannt und zwar das Problem der Versionierung[29]. Zwar wirbt die GS1 Germany damit, dass mit dem EANCOM® Standard ein Wirrwarr an Formaten unterbunden sei und auf Basis des Standards ein einheitlicherer und effizienterer Datenaustausch ermöglicht wird, wie in Abbildung 3 veranschaulicht[30]. Dies geschieht dadurch, da keine unzähligen Formate für jeden Kunden anfallen und gepflegt werden müssen, sondern lediglich eine EANCOM® Nachricht erzeugt wird, die von jedem Kunden gemäß des Standards interpretiert werden kann.
Aber durch die Existenz von Versionsvarianten die Parallel im Einsatz sind, entsteht ein neuer Format-Wirrwarr und aufgrund der unterschiedlichen Versionen von EANCOM® steigt der Pflegeaufwand, da ggf. jede EANCOM® Variante berücksichtigt werden muss, wie auch Abbildung 4 veranschaulicht.
Der Idealfall wäre somit, wenn der Austausch mit allen Partnern auf der selben Basis stünde, aktuell folglich EANCOM® 2002. Der Pflegeaufwand ist nicht außer Acht zu lassen, denn wenn in einem kleineren Unternehmen das Know-How für EDI fehlt, so muss bei jeder Anpassung externe Betreuung eingeholt werden. Noch schwieriger wird es, wenn über eine Branche hinaus Datenaustausch betrieben wird, z.B. als Hersteller von Automobilzubehör und Zulieferer der Automobilindustrie, mit dem Handel via EANCOM®, mit den Automobilbauern hingegen via ODETTE. Hinzu kommt bei ODETTE, dass es nicht dem EDIFACT Regelwerk entspricht, auch wenn es EDIFACT-Syntax nutzt[31]. Es sind daher nicht nur Investitionen bei der Einführung zu beachten sondern ebenfalls mögliche Folgekosten bei Anpassungen zu berücksichtigen. EDI Daten werden klassisch über eine Punkt zu Punkt Verbindung zwischen den Systemen der Handelspartner ausgetauscht[32], oder via einem VAN wie der BusinessMail X.400 der Telekom[33]. Die Bereitstellung dieses VANs zieht wiederum Kosten nach sich. Durch die Verbreitung des Internets ist ein neuer kostengünstiger Übertragungsweg entstanden. Es erlaubt auch kleineren Unternehmen einfach mittels eines Web-Browser Zugang zu EDI[34], dieses Verfahren wird auch WebEDI genannt und eignet sich vorrangig für Geschäftspartner mit einem geringen Belegvolumen, auch dafür hält die GS1 Empfehlungen bereit[35]. Wesentliche Vorteile bei der Nutzung von WebEDI sind die geringen Investitionen in Hard- und Software, da ein handelsüblicher PC mit einem Zugang zum Internet genügt. Zudem müssen keinerlei Kenntnisse über EDI vorhanden sein, da der Zugang entweder über ein Portal des Handelspartners geschieht oder über einen dritten WebEDI-Anbieter stattfindet, der den Datenaustausch mit mehreren Handelspartnern ermöglicht und dabei eine einheitliche Verarbeitung bietet[36]. Dadurch entstehen laufende Kosten, die allerdings bei einer klassischen EDI-Lösung ebenfalls vorhanden sind. Problematisch ist dabei eher der Mehraufwand, da zusätzlich zum normalen Handling, die Verarbeitung für das WebEDI hinzukommt[37]. Teilweise hält sich dieser aber in Grenzen, bzw. kann minimiert werden. Ob ein Auftrag per Fax oder Mail oder per WebEDI ankommt macht keinen großen Unterschied, er muss nach wie vor wie bisher Manuell eingegeben werden. Teilweise bieten die WebEDI Anbieter Softwarelösungen, die aus Ausdrucken, z.B. Rechnungen, EDI Daten generieren können, z.B. der EDI Dienstleister "1st Businesspost" bietet solche Lösungen[38]. Dabei müssen die Ausdrucke nicht einmal eingescannt werden, es reicht die Daten direkt in eine Datei statt auf Papier zu drucken. Abbildung 5 zeigt die Verarbeitung bei der Nutzung von WebEDI.
Das Internet bietet allerdings nicht nur eine neue Infrastruktur, sondern auch die damit eng verbundene Entwicklung der eXtensible Markup Language (XML). Es wurde damit ein universelles Datenformat geschaffen, das die Ziele von EDI vollkommen unterstützt. Es ist mit XML möglich bisherige Strukturen und Inhalte beizubehalten und von den eigentlichen Geschäftsvorgängen zu trennen. Es ist damit eine einfache und kostengünstige Alternative um EDI zu realisieren[39]. Die GS1 hat mit GS1 XML einen Standard konzipiert die dieser Entwicklung Rechnung trägt. Es beinhaltet derzeit 60 unterschiedliche Empfehlungen und weltweit abgestimmte Nachrichtentypen die zahlreiche Geschäftsprozesse abdecken. Es basiert dabei auf den klassischen Nachrichtenarten Bestellung, Lieferavis und Rechnung. Derzeit sieht GS1 GS1 XML allerdings eher als Ergänzung zum klassischen EDI via EANCOM®. GS1 XML basiert auf den XML Empfehlungen von United Nation Center for Trade Facilitation and Electronic Business (UN/CEFACT)[40]. Die formale Struktur von XML ermöglicht es, dass XML sowohl von Menschen lesbar, da die einzelnen Elemente Namen tragen, als auch durch Maschinen interpretierbar ist[41]. Es bietet eine einfachere und kostengünstigere Möglichkeit zur Umsetzung von EDI, zusätzlich bietet es durch Verringerung der Komplexität eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten in der Breite. Es ist abzusehen, dass durch die Nutzung von XML für EDI die bisherige Automatisierung von Lieferantenketten zunehmend durch ein zusammenhängendes Netzwerk des elektronischen Handels ersetzt wird[42]. Dies zeigt deutlich das Global Data Synchronisation Network (GDSN), das den Unternehmen der Konsumgüterindustrie einen einfachen Umgang mit Artikelstammdaten über einen einzelnen Zugangspunkt weltweit ermöglicht und auf den Standards von GS1 XML basiert[43]. In Zukunft soll die Kombination von Internet und XML den Standard EDI nicht nur besser für kleine und mittlere Unternehmen erschließen sondern auch für Einzelpersonen[44].
5 Umsetzung von EDI im KMU
Es gibt verschiedene Ansätze um EDI im Unternehmen zu realisieren. Ob sich der Aufbau einer eigenen EDI-Infrastruktur lohnt, oder die Nutzung eines externen Dienstleisters mittels WebEDI vorzuziehen ist, hängt, wie bereits erwähnt, vor allem vom zu erwartenden Belegvolumen ab. Der zweite wichtige Aspekt ist die technische Realisierbarkeit. Ein klassisches EDI System mit einer veralteten Infrastruktur (Hard- und Software) einzurichten, ist nur schwer machbar. Hier sollte zunächst das Warenwirtschaftssystem modernisiert werden. Die dadurch zu erwartenden Optimierungen und Kostensenkungen zielen auf den sinnvollen Einsatz von EDI ab und richten sich damit auf die ursprünglichen Idee zur Nutzung von EDI aus. Eine Erweiterung von EDI sollte sich unbedingt an den neuesten Standards orientieren und ggf. bereits die Entwicklung Richtung XML gehen.
6 Fazit
Die Fragen ob und warum EDI eingesetzt werden soll stellen sich immer weniger, die Fragen lauten eher wie und wann. Durch den Abbau der Barrieren wird EDI immer kostengünstiger und einfacher umzusetzen und zu handhaben. Und ist somit eindeutig auch für kleinere Unternehmen unproblematisch nutzbar. Für den Einstieg in das Thema EDI ist WebEDI, bei einem zunächst niedrig angesetztes Aufkommen für die Belegübermittlung, ein probates Mittel. Vorgefertigte Lösungen, deren Anpassung meist gering ausfällt, die zudem der Dienstleister vornehmen kann und oftmals muss, da diese im Clearing-Center des Dienstleisters durchgeführt werden, senken das benötigte technische Know-How auf ein Minimum. Doch die eigentlichen Ziele von EDI wie Kostensenkung und die Prozessoptimierung werden damit nicht erreicht. Dies sollen zukünftig das Internet und XML bieten, indem sie das Handling, die Kosten und die Zugangshürden im allgemeinen für EDI deutlich reduzieren. EDI ist aus der prozessorientierten Verarbeitung nicht mehr wegzudenken, aber nur durch automatisierte Systeme sinnvoll einzusetzen.
7 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| CCG | Centrale für Coorganisation |
| DESADV | Despatch advice message |
| DMS | Dokument Management System |
| EAN | European Article Number |
| EANCOM | EAN + Communication |
| EDI | Elektronic Data Interchange |
| EDIFICE | Electronic Data Interchange Forum for Companies Interested in Computing and Electronics |
| EDV | Elektronische Daten Verarbeitung |
| GDSN | Global Data Synchronisation Network |
| INVOIC | Invoice Message |
| KMU | Kleine und mittlere Unternehmen |
| OFTP | Odette File Transfer Protocol |
| ORDERS | Purchase Order Messasge |
| PRICAT | Price Catalogue Message |
| SEDAS | Standardregelungen Einheitlicher DatenAustauschSysteme |
| UN/CEFACT | United Nation Center for Trade Facilitation and Electronic Business |
| UN/EDIFACT | United Nations Electronic Data Interchange For Administration, Commerce and Transport |
| VAN | Value Added Network |
| XML | eXtensible Markup Language |
8 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| Abbildung 1 | Verhältnis EDIFACT und EANCOM® und EDI-Empfehlungen von GS1 Germany |
| Abbildung 2 | EDI in der Praxis |
| Abbildung 3 | Datenaustauch mit EANCOM® |
| Abbildung 4 | Pflegeaufwand durch unterschiedliche EANCOM® Versionen |
| Abbildung 5 | WebEDI in der Praxis |
9 Tabellenverzeichnis
| Tab.-Nr. | Tabelle |
|---|---|
| Tabelle 1 | Unterstützte Nachrichten je Firma |
10 Fußnoten
- ↑ Vgl. IHK (2007), S. 78
- ↑ S. § 14 UStG
- ↑ Müller (2003), S. 286
- ↑ Müller (2003), S. 286
- ↑ Vgl. Müller (2003), S. 286
- ↑ http://www.gs1-germany.de/internet/content/e4/e75/e76/e79/index_ger.html
- ↑ Vgl. Müller (2003), S. 286
- ↑ Vgl. GS1 (2009), S. 2
- ↑ Vgl. Müller (2003), S. 286
- ↑ Vgl. GS1 (2008a), S. 6
- ↑ Müller (2003), S. 286
- ↑ Vgl. GS1 (2009), S. 2
- ↑ Vgl. Hertel (1999), S. 169
- ↑ http://www.gs1-germany.de/internet/content/e4/e75/e76/e79/index_ger.html
- ↑ http://www.gs1-germany.de/content/standards/ebusiness/eancom/eancom_2002/index_ger.html
- ↑ Vgl. GS1 (2008a), S. 6
- ↑ Vgl. GS1 (2008a), S. 6
- ↑ http://www.gs1-germany.de/content/wir/index_ger.html
- ↑ GS1 (2009), S. 4
- ↑ Vgl. GS1 (2009), S. 4
- ↑ GS1 (2009), S. 3
- ↑ Vgl. Kollmann (2009), S. 88
- ↑ GS1 (2009), S. 12
- ↑ Vgl. GS1 (2008a), S. 3
- ↑ Vgl. Senk (1999), S. 1-3
- ↑ Vgl. Senk (1999), S. 1-3
- ↑ Vgl. Senk (1999), S. 1-3
- ↑ Vgl. GS1 (2008b), S. 3
- ↑ Vgl. GS1 (2008c), passim
- ↑ Vgl. GS1 (2008a), S. 5
- ↑ Vgl. Ballnus (2000), S. 88
- ↑ Vgl. Kollmann (2009), S. 88
- ↑ http://geschaeftskunden.telekom.de/tsi/de/428842/Home/Produkte-und-Loesungen/IT/IT-Anwendungen/BusinessMail/BusinessMail-X400/1-businessmailx400
- ↑ Vgl. Müller (2003), S. 287
- ↑ Vgl. GS1 (2008b), S. 5
- ↑ Vgl. GS1 (2008b), S. 5
- ↑ Vgl. GS1 (2008b), S. 5
- ↑ http://1stbp.de/www/html/homepage.html
- ↑ Vgl. Müller (2003), S. 287
- ↑ Vgl. GS1 (2008b), S. 7
- ↑ Vgl. Kollmann (2009), S. 88
- ↑ Vgl. Müller (2003), S. 287
- ↑ Vgl. GS1 (2008b), S. 7
- ↑ Vgl. Müller (2003), S. 287
11 Literaturverzeichnis
| Bezeichnung | Quelle |
|---|---|
| Ballnus (2000) | Ballnus, Rainer: Erfolg mit EDI und E-Commerce, Tectum Verlag, Marburg 2000 |
| GS1 (2008a) | o.V.: EANCOM® Der Motor für EDI, GS1, o.O. 2008, http://www.gs1-germany.de/internet/common/downloads/gs1_tech/2004_eancom_motor_fuer_edi.pdf (02.01.2010 12:08) |
| GS1 (2008b) | o.V.: EDI/eCommerce - Technologien im Überblick, GS1, o.O. 2008, http://www.gs1-germany.de/internet/common/downloads/gs1_tech/2006_edi_ecommerce_sd.pdf (02.01.2010 12:09) |
| GS1 (2008c) | o.V.: EANCOM® - Mehr Effizienz durch ein einheitliches Release, GS1, o.O. 2008, http://www.gs1-germany.de/internet/common/downloads/gs1_tech/2060_eancom2002_sd.pdf (02.01.2010 12:11) |
| GS1 (2009) | o.V.: Leitbild EDI und EANCOM®, GS1, o.O. 2009, http://www.gs1-germany.de/internet/common/downloads/gs1_tech/2005_leitbild_edi_und_eancom.pdf (02.01.2010 12:09) |
| Hertel (1999) | Hertel, Joachim: Warenwirtschaftssysteme: Grundlagen und Konzepte, Physica-Verlag Heidelberg, Heidelberg 1999 |
| IHK (2007) | o.V.: wirtschaft nordhessen Das IHK-Magazin für die Region 05/2007, IHK Kassel, als E-Paper 06.05.2009 http://epaper.wirtschaftnordhessen.de/pdf/manager?gpnr=wnuserlive (03.01.2010 16:06) |
| Kollmann (2009) | Kollmann, Tobias: E-business: Grundlagen elektronischer Geschäftsprozesse in der net Economy, Gabler I GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden 2009 |
| Müller (2003) | Müller, Günter; Eymann, Torsten; Kreutzer, Michael: Telematik- und Kommunikationssysteme in der vernetzten Wirtschaft, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München Wien 2003 |
| Senk (1999) | Herbert E. Thomas et al.; DIN Deutsches Institut für Normung e.V. Berlin (Hrsg.); Normenausschuß Bürowesen (NBü) im DIN 14. DIN-Tagung EDI/EDIFACT Die neuen EDI-Wege, Senk, Gehard (Bearb.), Berlin Wien Zürich Beuth 1999 |
12 Rechtsquellenverzeichnis
| Bezeichnung | Quelle |
|---|---|
| UStG | Umsatzsteuergesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 21. Februar 2005 (BGBl. I S.
386), das durch Artikel 5 des Gesetzes vom 22. Dezember 2009 (BGBl. I S. 3950) |
13 Internetquellen
| Bezeichnung | Quelle |
|---|---|
| 1st Businesspost Übersicht | http://1stbp.de/www/html/homepage.html |
| AK Handel unterstützte Nachrichtentypen | http://akhandel.de/unterst_nachrichten.html |
| GS1 Germany über SEDAS | http://www.gs1-germany.de/internet/content/e4/e75/e76/e79/index_ger.html |
| GS1 Germany über EANCOM® 2002 | http://www.gs1-germany.de/content/standards/ebusiness/eancom/eancom_2002/index_ger.html |
| GS1 Germany über GS1 Germany | http://www.gs1-germany.de/content/wir/index_ger.html |
| Telekom BusinessMail X.400 | http://geschaeftskunden.telekom.de/tsi/de/428842/Home/Produkte-und-Loesungen/IT/IT-Anwendungen/BusinessMail/BusinessMail-X400/1-businessmailx400 |

