Suchmaschinenoptimierung für mehrsprachige Webseiten

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Name des Autors / der Autoren: Matthias Hohagen, Christopher Sunico
Titel der Arbeit: "Suchmaschinenoptimierung für mehrsprachige Webseiten"
Hochschule und Studienort: Fachhochschule für Oekonomie und Management Neuss


Inhaltsverzeichnis


1 Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung Bedeutung
CMSContent Management System
DNSDomain Name Service
SEFSearch Engine Friendly
SEOSearch Engine Optimization
SLDSecond-Level-Domain
TLDTop-Level-Domain
URLUniform Resource Locator

2 Abbildungsverzeichnis

Abbildung Bezeichnung
Abbildung 1PageRank Beispiel
Abbildung 2Google Webmaster Tool – Benutzeroberfläche
Abbildung 3Administrationskonsole von JoomSEF
Abbildung 4Hierarchie des DNS / Domainaufbau
Abbildung 5Wikipedia Startseite
Abbildung 6IBM.com Startseite
Abbildung 7IBM.com Sprachauswahl

3 Einleitung

„Die ersten 2 Plätze in der Ergebnisliste einer Suchmaschine schnappen sich bereits 50% aller Nutzer.“[1] Laut einer Studie der Cornell-Universität klickten 42% aller Studienteilnehmer auf den ersten Treffer und 8% auf den zweiten Treffer einer Suchanfrage. Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig eine gute Platzierung der eigenen Webseite für den Erfolg des Unternehmens sein kann. Wenn die Webseite nur weit hinten in der Ergebnisliste auftaucht wird sie ggf. gar nicht, oder nur selten gefunden und aufgerufen.

Das Internet wird heutzutage immer wichtiger und ist nahezu allgegenwärtig. Daher findet man inzwischen eine riesige Anzahl an Informationen im Internet und es ist oft schwierig, hier die passenden oder relevanten Informationen herauszufiltern. Suchmaschinen unterstützen die Benutzer beim Auffinden von relevanten Informationen, indem sie anhand von einzelnen Suchbegriffen die dazu passenden Webseiten heraussuchen. Für die Unternehmen bedeutet dies, dass sie entsprechende Internetauftritte über ihre Leistungen bereitstellen und für eine gute Positionierung in den Suchmaschinen optimieren müssen. Denn gerade bei dieser Vielzahl an, nicht immer relevanten, Informationen, ist es wichtig unter den ersten Suchergebnissen zu sein, um überhaupt von den Benutzern wahrgenommen zu werden.

Für international tätige Unternehmen stellt sich für die Präsentation im Internet ein weiteres Problem dar. Es gibt verschiedene Möglichkeiten internationale Webseiten zu betreiben, aber je nach Art des Aufbaus ergeben sich verschiedene Anforderungen und Besonderheiten, wenn diese Webseiten für Suchmaschinen optimiert werden sollen. Dabei kommt es immer auf das einzelne Unternehmen an, wie diese Suchmaschinenoptimierung letztendlich durchgeführt wird.

Diese Hausarbeit beschreibt die Grundprinzipien der Suchmaschinenoptimierung und welche Besonderheiten und Verfahren bei mehrsprachigen Seiten eingesetzt werden. Dabei werden zunächst die Grundlagen und technischen Hintergründe der Suchmaschinenoptimierung allgemein erläutert und einige Tools zur Suchmaschinenoptimierung vorgestellt. Anschließend wird speziell auf die Verfahren und Methoden bei mehrsprachigen Webseiten eingegangen. Die Arbeit schließt mit einem Fazit, das die wesentlichen Ergebnisse der Hausarbeit zusammenfasst.

4 Grundlagen

Wer im Internet gefunden werden will, muss seine Inhalte für Suchmaschinen optimieren.[2] Darum spielt die Suchmaschinenoptimierung eine immer größere Rolle für Unternehmen. In den letzten 20 Jahren änderte sich der Such-Algorithmus der Suchmaschinenanbieter ständig und es entstanden Firmen, die sich auf das Aufbereiten und Optimieren von Webseiten spezialisiert haben.[3] Unter Suchmaschinenoptimierung versteht man alle Maßnahmen, die eine bessere Platzierung in den Ergebnislisten bei Suchmaschinen ermöglichen. Diese Maßnahmen gliedern sich häufig in so genannte Onpage- und Offpage-Optimierung.[4] Nur wenn man gefunden wird, kann man auch seine Produkte den Besuchern anbieten. Doch wie setzt man Suchmaschinenoptimierung richtig ein, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen?

4.1 Verfahren

Die Onpage-Optimierung ist ein wichtiger Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung. Darunter fasst man alle Verfahren zusammen, die man direkt an der eigenen Website vornehmen kann.[5]

Ein Verfahren, dieser Seiten bezogenen Ranking-Faktoren, ist das Auswählen der Domain, oder auch Webadresse genannt. Diese ist die erste Anlaufstelle eines Besuchers. Es soll, wenn möglich, den wichtigsten Suchbegriff oder die wichtigsten Suchbegriffe beinhalten. „Je kürzer eine URL, umso besser - für die Benutzer und für die Suchmaschinen.“[6]

Jede Domain setzt sich aus einer Folge von Zeichen zusammen, die durch einen Punkt getrennt ist. Dieser letzte Teil, die Top-Level-Domain (kurz TLD), hat eine zentrale Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung. Aufgeteilt wird diese in zwei Gruppen. Die länderspezifischen TLDs und die allgemeinen.[7] Beispiele für länderspezifische TLDs sind .de für Deutschland, oder .fr für Frankreich. Allgemeine TLDs sind .biz oder .info. Die Wahl der Endung für die eigene Webseite ist sehr wichtig. So verwendet man eine länderspezifische TLD, wenn sich der Einzugsbereich der Website nur auf ein Land bezieht. Will man weltweit erreichbar sein, so empfiehlt sich die TLD .com oder die jeweiligen länderspezifischen Top-Level-Domains.[8]

Es ist ratsam Schlüsselwörter in den Domainnamen zu nehmen, da dadurch das Ranking verbessert wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Webmaster bei der Verlinkung den Domainnamen verwenden und dadurch die Webseite, bei entsprechenden Suchwörtern, höher gelistet wird.

Eine besondere Art der Domainnamen sind die „Type-In Domains“.[9] Diese werden von den Internetbesuchern direkt in den Browser eingegeben. Obwohl der Besucher diese Seite nicht kennt, „probiert“ er die URL aus, zum Beispiel www.billiger.de oder www.guenstiger.de.

„URLs sind für die Ewigkeit“.[10] Diese werden als Favoriten von Besuchern genommen, oder von anderen Webmaster verlinkt und sollten deswegen niemals verändert werden. Es schadet dem Ranking der Webseite und dient nicht der Optimierung.

Ist diese Hürde geschafft und der Domainname ausgewählt, so befasst man sich mit dem Seitenaufbau. Diese umfasst den gesamten Aufbau der Webseite. Vom Aufbau der Menüs bis hin zur internen Verlinkung.

Betrachtet man den Aufbau einer Website, so ist diese immer in mehrere Ebenen unterteilt. Die erste Seite ist grundsätzlich die Startseite, auf der in der Regel alle Hauptkategorien verlinkt werden. Diese haben wiederum weitere Unterkategorien. Es gilt viele Ebenen zu vermeiden, da die Crawler der Suchmaschinen (wird in den technischen Hintergründen erläutert) nach einer bestimmten Anzahl von Ebenen die Website verlassen.

Javascript, Bild oder auch Flash animierte Navigation sollte vermieden werden, da diese von der Suchmaschine nicht fehlerfrei interpretiert werden kann. Es sollte beim Aufbau der Seite viel Text und HTML-Code verwendet werden. Eine Aufwertung der Texte kann dabei durch das geschickte Einsetzen von Schlüsselwörtern erfolgen. Das führt zu positiven Konsequenzen in Bezug auf das Ranking bei den Suchmaschinen. Grundsätzlich lässt sich dazu sagen, dass ein klarer und strukturierter Aufbau der Website, sowohl für Suchmaschinen als auch für die User von Vorteil ist. Ein weiterer Faktor für ein besseres Ranking ist das Nutzen von internen Verlinkungen, dabei ist wie bei der Navigation darauf zu achten, dass keine Bilder verwendet werden, da die Suchmaschinen sonst keine Informationen darüber erhalten können.[11] Ein Besucher, der sich für ein Thema auf der Seite interessiert, kann durch interne Verlinkung auf ähnliche Artikel hingewiesen werden. Der Content wird dadurch interaktiv und ermöglicht der Suchmaschine Inhalte leichter thematisch zuzuordnen.

Bilder, Texte und alle dargestellten Medien sind Bestandteil des Contents. Ein guter und individueller Content ist das A und O für die Suchmaschinenoptimierung. Angenommen ein Distributor liefert die gleichen Artikel an mehrere Händler, so ist das Umschreiben der Artikelbeschreibung notwendig. Die Individualität des Contents steigert die Wahrscheinlichkeit von der Suchmaschine gefunden zu werden. Weitere Möglichkeiten das Ranking zu erhöhen, ist das Füllen des Content-Textes mit Schlüsselwörtern. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Text für die Besucher leserlich und informativ ist. Eine hohe Schlüsselwortdichte kann nämlich dazu führen, dass die Webseite aus der Ergebnisliste der Suchmaschinen gestrichen wird. Grund ist das so genannte „Keyword-Stuffing“ (Überfüllen mit Schlüsselwörtern).[12]

Eine weitere Verwendung der Schlüsselwörter findet man bei den Meta-Tags. Diese sind im Kopf-Bereich eines HTML-Dokuments und für den Besucher unsichtbar. Sie enthalten Informationen über die Website und erleichtern den Suchmaschinen das Durchsuchen der Webseite. Leider ist durch den Missbrauch von Meta-Tags die Bedeutung dieser bei Suchmaschinen für das Ranking gesunken.


Im Gegensatz zur Onpage-Optimierung ist die Offpage-Suchmaschinenoptimierung demnach die Zusammenfassung aller Verfahren, die nicht direkt vom Webmaster beeinflusst werden können. Unabhängig von der Struktur der Seite spielt also bei der Offpage-Suchmaschinenoptimierung beispielsweise die Link Popularity durch Partnerlinks, Eintragung in Verzeichnisse, Anmeldung in Suchmaschinen und weitere externe Faktoren für das Ranking eine Rolle.[13]

Bei der Link Popularity ist nicht nur der Rankingfaktor im Vordergrund, sondern auch Linktausch und Linkbaiting sorgen für einen höheren Besucherzuwachs auf der Webseite.

Abbildung 1:PageRank Beispiel
Abbildung 1:PageRank Beispiel[14]

Die Link Popularity wird in zwei Kategorien unterteilt:[15]

  • Quantität der Links
  • Qualität jedes einzelnen Links


Dabei entwickelte Google das PageRank Verfahren, welches vergleichbar mit einem Bonusheftchen ist.

Beispiel:

  1. Die Seite wird von einem Freund verlinkt (Linktausch)
  2. Google analysiert die Seite des Freundes und gibt dieser Seite PageRank Wertungspunkte
  3. Die verlinkte Seite erhält PageRank Wertungspunkte in Abhängigkeit der Verlinkungen


„Das Grundprinzip lautet: Je mehr Links auf eine Seite verweisen, umso höher ist das Gewicht dieser Seite. Je höher das Gewicht der verweisenden Seiten ist, desto größer ist der Effekt.“[16] (siehe Abbildung 1)

Ein weiterer externer Faktor ist das Linkbaiting. Darunter versteht man die freiwillige Verlinkung der Seite bei fremden Betreiber. Grund dafür kann beispielsweise ein guter Content sein.

Zusammenfassend ist das Ziel der Link Popularity, PageRank und allen anderen Suchmaschinenoptimierungen, an oberster Stelle der Ergebnisliste einer Suchmaschine zu stehen.

4.2 Technische Hintergründe

Um den Nutzen der einzelnen Verfahren im vorigen Kapitel zu verstehen, ist der technische Hintergrund von Suchmaschinen notwendig.

Eine Suchmaschine ist eine Software zur Recherche in Dokumenten und Dateien. Sie greift auf Daten von Computern im Netzwerk zu, die z.B. im World Wide Web gespeichert sind. Da jede Suchanfrage nicht das komplette Internet abfragen kann, aufgrund von langen Wartezeiten, wird ein Index angelegt und nach jeder Anfrage und Veränderung der Daten aktualisiert.

Unterteilen kann man die Funktion der Suchmaschine in folgende Bereiche:[17]

  • der URL-Server verwaltet die noch zu bearbeitenden URLs
  • der Crawler, auch Bot, Robot oder Spider sammelt Daten von Webseiten und aktualisiert diese in bestimmten Abständen.
  • der Indexer erstellt aus den gesammelten Daten eine für die Suchmaschine optimierten Index
  • das Abfragemodul bearbeitet die Anfragen der Besucher an die Suchmaschine. „Dieses Modul wird auch Queryserver genannt und ist zuständig für die Sortierung der Treffer nach ihrer Relevanz zur Suchanfrage, auch Ranking genannt.“[18]


Suchmaschinen sammeln zuerst Information über Internetseiten, indexieren sie und bereiten diese für die Suche auf.

Voraussetzung für die erste Aufnahme der Website in eine Suchmaschine ist, dass der Crawler die Seite besucht. Dabei werden hauptsächlich nur Seiten erfasst die von anderen Seiten verlinkt wurden. Um auch die nicht verlinkten Seiten zu indexieren, besteht die Möglichkeit der manuellen Anmeldung an Suchmaschinen. Diese werden als erstes an den URL-Server übermittelt.

Der URL-Server bearbeitet und bestimmt dabei die Reihenfolge der URLs. Diese Daten übergibt er an den Crawler. Der Crawler wandelt die Daten des URL-Servers in eine IP-Adresse um, somit kann die IP-Adresse für die Verbindung zwischen Crawler und Server verwendet werden. Technisch gesehen ist der Crawler eine spezielle Software zum Durchsuchen des Internets nach Dokumenten. Dabei besucht er die Webseite und analysiert den vorhandenen Text der Startseite und Hauptkategorien. Bilder und andere Multimediaformate wie Videos oder Flashdateien können nicht analysiert werden, weshalb eine Vor- und Aufbereitung der Webseite (siehe 5.1 Verfahren) für Suchmaschinen notwendig ist. Der Crawler baut für die Übertragung der Daten mehrere Verbindungen zur Webseite auf, um mögliche Verbindungsprobleme beim Sammeln von Informationen zu vermeiden. Für den Fall eines Verbindungsabbruchs kann direkt die nächste Verbindung zugreifen. Nach erfolgreichem Laden der Daten werden diese vom Crawler an den Parser übergeben.[19]

Die übergebenen Daten werden dazu verwendet, ein Abbild von der HTML-Seite zu erstellen. Die vereinfachte Form dieser HTML-Seite wird dann an den Store Server weitergeleitet und dort dem Index hinzugefügt.

Jede Suchmaschine verwendet ihren eigenen Suchalgorithmus, nach der die Ergebnisse gelistet werden. So hat Google über 200 Kriterien, welche darüber entscheiden, an welcher Position die Webseite gelistet wird.[20]

4.3 Tools zur SEO

SEO-Tools helfen dem Webmaster das Ranking in Suchmaschinen zu verbessern. Es liegt also im Interesse von jedem Webmaster, die SEO-Tools für seine Webseite zu verwenden. Durch die große Anzahl der angebotenen Tools im Internet, ist es für den Webmaster wichtig die für seine Webseite entsprechenden Tools zu finden.

Suchmaschinen wie Google bieten dem Nutzer diverse Tools an um die Webseite für die Suchanfragen zu optimieren. Auch das Nutzen von CMS, so genannte Content Management Systeme, können als SEO Tool dienen. In diesem Kapitel werden die Google Webmaster Tools wie auch das CMS von Joomla thematisiert.

4.3.1 Google Webmaster Tools

Die Google Webmaster Tools bieten den Benutzern einen leichten Einstieg in die Suchmaschinenoptimierung. Im Juni 2005 wurde es als Pilotprojekt durchgeführt, um Informationen über neue Webseiten zu erhalten und den Umfang der Webseiten im Google Index zu erhöhen. Im Laufe der Jahre wurden weitere Funktionen hinzugefügt. Durch Statistiken und diverse Diagnosemöglichkeiten bieten diese Tools die Möglichkeit die Webseite zu analysieren (siehe Abbildung 2). Dabei werden die Seiten „Google freundlich“ optimiert.

Abbildung 2: Google Webmaster Tool - Benutzeroberfläche
Abbildung 2: Google Webmaster Tool - Benutzeroberfläche

Man kann mit den Tools:

  • sehen, welche Anschnitte einer Webseite nicht gecrawlt werden können
  • eine XML-Sitemap-Datei hochladen
  • robots.txt-Dateien analysieren und generieren
  • defekte URLs entfernen
  • die bevorzugte Domain spezifizieren
  • Probleme mit Meta-Tags ausfindig machen
  • die häufigsten Suchanfragen anzeigen lassen
  • unerwünschte Sitelinks entfernen
  • Rechtlichen Maßnahmen vorbeugen
  • Keywords analysieren


Was für Suchmaschinen der Crawler ist, ist für Google der Googlebot. Dieser sammelt die Daten von verschiedenen Webseiten und schickt sie an Google. Er kopiert wie der Crawler die Webseiten und legt diese in einen Index. Mit Hilfe des Google Webmaster Tool ist es dem Benutzer möglich zu erfahren, welche Daten gecrawlt wurden. Um mögliche Fehler beheben zu können, müssen diese gefunden werden. Die Google Webmaster Tools zeigen an, welche Seiten welche Fehler beinhalten.[21]

Das Diagnose-Tool „Crawling-Fehler“ listet die Fehler der URL (hier www.sunico.de) auf die während der Übertragung durch den Googlebot analysiert wurden. Fehlende Links, falscher Content und Meta-Tag-Fehler werden dadurch auffindbar gemacht. Das hilft dem Webmaster Fehler schnell zu identifizieren und zu beheben.

Fehler die angezeigt werden:

  • Nicht gefunden
  • Nicht aufgerufene URLs
  • URLs durch „robots.txt“ eingeschränkt
  • Zeitüberschreitung
  • HTTP Fehlerfrei
  • Nicht erreichbare URLs


Statistiken und Auflistungen vereinfachen das Optimieren der eigenen Webseite. So zeigen z.B interne Verlinkungen an, wie oft eine Seite verlinkt ist. Je öfter eine Seite intern verlinkt wird, umso wichtiger ist diese. Ein weiteres Tool ist das statistische Auflisten von Schlüsselwörtern. Webmaster Tools erstellt dabei eine Top-Keywords Liste, die analysiert und aufbereitet werden kann. Durch diese Informationen kann die Webseite und der Inhalt verbessert werden.

Ziel von Google Webmaster Tools ist es nicht, viele Kunden zu akquirieren, sondern die eigene Webseite aufzuräumen und den Anforderungen anzupassen. Das führt indirekt zu einer Optimierung bei den Suchmaschinen und eine Aufwertung der Webseite.[22]

4.3.2 SEO mit Joomla

Joomla ist ein einfach zu konfigurierendes Content Management System (CMS). Als Open-Source-Projekt ist dieses für jeden frei verfügbar. Das Programm verwaltet große Webseiten und erzeugt die Inhalte dabei dynamisch aus einer MySQL Datenbank.

Schwerpunkt in diesem Kapitel ist die Suchmaschinenoptimierung mit und ohne Hilfe von Komponenten und Erweiterungen. Der Oberbegriff für die Module lautet „SEF“ - Search Engine Friendly, diese sorgen für bessere Ergebnisse in Suchmaschinen.


Ein Beispiel für eine nicht suchmaschinenfreundliche URL ist:

http://sunico.de/index.php?option=com_content&view=article&id=19&Itemid=27

Beim Aktivieren von suchmaschinenfreundlichen URLs, wird die obere Adresse so angezeigt:

http://sunico.de/mehr-ueber-joomla.html

Ermöglicht wird die Umwandlung der URL durch das Apache-Modul mod_rewrite. Die URL, enthält die gleichen Informationen nur mit weniger GET-Parametern. Das macht die URL übersichtlicher und ermöglicht ein höheres Ranking bei Suchmaschinen.

Auch die Onpage- und Offpageoptimierung können auf das Content Management System angewandt werden.


Weitere SEO-Funktionen die über die Joomla Administration durchgeführt werden können:

  • Auswählen des Seitennamens und dessen inhaltlicher Bezug zum Content
  • Titel und Autor Metadaten
  • Suchmaschinenfreundliche URLs
  • Auswählen des Domainnamen
  • Hinzufügen von Schlüsselwörtern
  • Hinzufügen von Meta-Daten für Beiträge


All diese Funktionen sind in Joomla enthalten und sollten für die Suchmaschinenoptimierung auch verwendet werden.

4.3.2.1 Joom!Fish

Eine Webseite in mehreren Sprachen aufzubauen ist anstrengend und aufwendig.

Joom!Fish ist ein Erweiterungsmodul für das Content Management System Joomla und erlaubt es die Website in mehreren Sprachen anzubieten. Dabei handelt es sich nicht um ein automatisiertes Übersetzungstool, wie es einige Suchmaschinen anbieten, sondern die Möglichkeit über die Administration Webseiten zu übersetzen. Es vereinfacht die Arbeit bei der Übersetzung und benötigt keine zusätzliche Datenbank. Man verwendet die gleiche Webseite nur mit sprachlich unterschiedlichem Inhalt.[23]

Vorteil dieser Variante ist das Verwenden von nur einer Domain. Unternehmen die weltweit aktiv sind wollen auch im Ausland gefunden werden. Durch eine individualisierte Inhaltsbereitstellung in mehreren Sprachen, verbessert sich das Ergebnis, in ausländischen Suchmaschinen gefunden zu werden.

4.3.2.2 Joomla SEO / SEF
Abbildung 3: Administrationskonsole von JoomSEF
Abbildung 3: Administrationskonsole von JoomSEF[24]

Search Engine Friendly, kurz SEF, ist das Umschreiben komplizierter URLs in einfach und verständlich gegliederte URLs (siehe Beispiel Kapitel 5.3.2).

Das Programm JoomSEF schließt daran an. Es handelt sich dabei um ein Administrationstool, womit die URLs individuell umgeschrieben werden können (siehe Abbildung 3). Eine saubere und lesbare URL hilft der Webseite attraktiver für die Besucher zu wirken. Zudem bietet JoomSEF die Möglichkeit Joom!Fish einzubinden. Dadurch können auch URLs in den jeweiligen Sprachen abgebildet werden.[25]

Einige Funktionen von JoomSEF:

  • Umschreiben der URL
  • Hinzufügen von Meta-Daten
  • Unterstützt multilinguale Seiten mit Joom!Fish
  • Google News URL
    • Diese Funktion sorgt dafür, das Artikel bei Google News indexiert werden können
  • 301 Weiterleitung


Funktionen wie diese unterstützen die Website in der Onpage-Optimierung. Das Tool macht das Handling für den Webmaster nicht nur einfacher, auch die Attraktivität der Webseite wird dadurch gesteigert.

4.4 Probleme bei mehrsprachigen Seiten

Webseiten die in Deutschland ein hohes Ranking haben, stoßen an ihre Grenzen sobald man auch in anderen Ländern aktiv ist. Die Sprache ist dabei ausschlaggebender Rankingfaktor für die Suchmaschinen im Ausland. So können die Crawler englischer Suchmaschinen, Schlüsselwörter in Deutsch nicht verwenden. Auch der Content und die Verlinkungen entsprechen nicht die des Landes. Wenn ein Besucher ein Produkt erwerben will, so wird er auch die Suchanfrage in seiner Sprache durchführen.

Worauf muss also geachtet werden wenn man eine internationale Webseite erstellt? Diese Frage soll in den nächsten Kapiteln beantwortet werden.

5 Suchmaschinenoptimierung für mehrsprachige Webseiten

In den vorangegangenen Kapiteln wurde beschrieben, wie die Suchmaschinenoptimierung grundsätzlich funktioniert und wie man Webseiten für Suchmaschinen am besten aufbauen kann. Wie bereits erwähnt gibt es bei mehrsprachigen oder internationalen Webseiten einige Probleme, die beachtet werden müssen.

In den folgenden Kapiteln wird speziell auf diese Probleme und die Besonderheiten bei mehrsprachigen Webseiten eingegangen. Dabei werden einige Verfahren und Methoden vorgestellt, mit denen auch mehrsprachige Webseiten für Suchmaschinen optimiert werden können.

5.1 Konzeption der SEO

Es gibt verschiedene Möglichkeiten und Konzepte internationale bzw. mehrsprachige Webseiten für Suchmaschinen zu optimieren. Dabei muss vor dem Aufbau einer Webseite genau definiert und festgelegt werden, wie die Struktur der Seite aussehen soll.[26]

Grundsätzlich sollte bei der Konzeption eines internationalen Internetauftritts über folgende Punkte genau nachgedacht werden (angelehnt an Arno (2009)/Tippe (2009) und Hövener(2009)):

  • Seitenaufbau (Grundsätzlicher Aufbau der internationalen Seite)
    • TLD (Registriere ich für jedes Land die entsprechende Top-Level-Domain?)
    • Domainname (Welchen Namen wähle ich für meine Webseite im Ausland?)
    • Subdomains (Richte ich nur Subdomains für das jeweilige Land an?)
    • URL (Die URL sollte für jedes Land in der jeweiligen Sprache lesbar sein)
    • Pfade/Unterordner (Lege ich nur Unterordner für die einzelnen Sprachen/Länder an?)
  • Inhaltsbereitstellung (Den Inhalt der Seiten für jedes Land oder für verschiedene Sprachen bereitstellen?)
  • Meta-Daten (Keywords und Description der Seite müssen auch mehrsprachig hinterlegt werden.)
  • Linkaufbau (Verlinkungen zu anderen und auf meine Seite aufbauen)


Im Folgenden werden diese Punkte genauer betrachtet und verschiedene Möglichkeiten vorgestellt, wie mehrsprachige Seiten durch diese Überlegungen für Suchmaschinen optimiert werden können.

5.2 Grundsätzlicher Seitenaufbau

Abbildung 4: Hierarchie des DNS / Domainaufbau
Abbildung 4: Hierarchie des DNS / Domainaufbau[27]

„Am Anfang muss ein Website-Betreiber zunächst die Frage beantworten, wie er die Inhalte für unterschiedliche Sprachen und/oder Länder verfügbar machen möchte.“[28] Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten die Seiten aufzubauen: Pro Land eine eigene Länder-Domain mit entsprechender TLD, eine Domain mit entsprechenden Subdomains oder eine Hauptdomain mit jeweiligen Unterordnern für jedes Land oder jede Sprache.

Wie bereits unter 4.1 kurz beschrieben, besteht ein Domain-Name im Internet grundsätzlich mindestens aus den zwei Komponenten Domainname (oder Second-Level-Domain) und Top-Level-Domain in der Form (secondlevel)domain.topleveldomain. „Am weitesten rechts steht der Name einer Toplevel-Domain (abgekürzt: TLD). Dieser bezeichnet einen geografischen oder organisatorischen Bereich. Die zweite Komponente (von rechts) beinhaltet den eigentlichen Domain-Namen, dann folgt, immer noch von rechts, eine Einteilung in Unterbereiche (subdomains).“[29]

Dieser hierarchische Aufbau der Domain ist in Abbildung 4 noch einmal dargestellt.

5.2.1 Top-Level-Domains

Für internationale Internetauftritte ist es am besten auch lokale Top-Level-Domains (TLD) einzurichten: „Grundsätzlich empfiehlt es sich immer, die TLD des Zielgebietes zu verwenden.“[30] Das hat vor allem den Vorteil, dass so der Internetauftritt für das jeweilige Land auch auf einem lokalen Server gehostet werden kann, denn „Google berücksichtigt die IP-Adresse des Servers in seinen Ranking-Algorithmen.“[31] Dadurch können also bereits bessere Ergebnisse in Suchmaschinen erzeugt werden. Eine von NTT Europe Online in Auftrag gegebene Studie hat gezeigt, dass ein lokaler Serverstandort in Verbindung mit der passenden lokalen Länderdomain nachweislich eine positive Auswirkung von bis zu 30% auf das Google-Ranking hat.[32] Bei der Auswahl des Webhosters ist daher genau darauf zu achten, wo sich die Server befinden, um die Vorteile des lokalen Hostings nutzen zu können.

Bei der Wahl eigener Länderdomains mit entsprechenden TLD stellt sich auch die Frage nach dem eigentlichen Domainnamen für jedes Land. Generell kann hier ein beliebiger Name ausgesucht werden, wobei immer etwas passendes für das jeweilige Land gewählt werden sollte, das vor allem auch die Inhalte auf der Seite widerspiegelt. Der eigene Firmenname ist in der Regel auch in anderen Ländern als Domainname gut geeignet: „Dein Firmenname kann durchaus auch im Ausland eine gelungene Wahl sein, aber am besten wendest du dich an ein Unternehmen, das sich auf Übersetzung und Lokalisierung spezialisiert und vorab überprüfen kann, ob dein Name in deinem Zielmarkt möglicherweise negativ besetzt ist.“[33] Durch eine derartige Überprüfung können schon im Vorfeld mögliche Konflikte ausgeschlossen werden.

5.2.2 Subdomains

Abbildung 5: Wikipedia Startseite (http://www.wikipedia.org)
Abbildung 5: Wikipedia Startseite (http://www.wikipedia.org)

Eine andere Möglichkeit des Seitenaufbaus ist die Verwendung einer Hauptdomain mit unterschiedlichen Subdomains für die einzelnen Länder (z.B. de.firma.com, fr.firma.com, usw.). „Insgesamt sollte man bei einer solche Strategie nur generische Domains (.com, .info, ...) einsetzen und keine länderspezifischen Domains (.de, .at, .fr, ...).“[34] Hier sollte dann den Kunden bzw. den Besuchern der Seite angeboten werden, die passende Sprache auszuwählen. Für den Einstieg in die Seite kann auf die Spracheinstellung des jeweiligen Nutzerbrowsers zurückgegriffen werden.[35]

Ein Beispiel für diese Lösung ist die Seite www.yahoo.com. Beim Aufruf dieser Adresse wird sofort die deutsche Startseite von YAHOO geladen, mit einem Hinweisbalken auf den lokalen Zugriff und einer Möglichkeit zu yahoo.com zu wechseln. Hier wurde dann automatisch auf die Subdomain m.de.yahoo.com weitergeleitet.


Teilweise wird es auch so gelöst, dass bei Aufruf der Seite www.firma.com zunächst eine Karte oder eine Liste mit Sprachen und/oder Ländernamen erscheint, auf der der Benutzer seine Sprache oder sein Land wählen kann. Das hat allerdings den Nachteil, dass hier Ranking-Potenzial verloren geht: „Da die Startseite aber besondere Chancen auf gute Rankings hat, verschenkt man hier Potenzial, weil die Startseite dann oft inhaltsleer ist bzw. nicht auf relevante Suchbegriffe abzielt.“[36]

Ein Beispiel für diese Lösung ist die Seite www.wikipedia.org. Beim Aufruf der Seite erscheint zunächst eine Sprachenauswahl. Beim Klick auf eine Sprache wird die entsprechende Seite mit der Subdomain, z.B. de.wikipedia.org, geöffnet (siehe Abbildung 5).

5.2.3 Unterordner

Zuletzt kann eine Webseite auch über Unterordner für mehrere Länder bzw. Sprachen bereitgestellt werden. Hierbei sollte wieder eine generische Hauptdomain (z.B. www.firma.com) gewählt werden und über Unterordner die jeweiligen Landesseiten adressiert werden können: „Die Inhalte können auch alle auf einer generischen Haupt-Domain abgelegt werden, also z.B. unter www.firma.com. Bei einer solchen Struktur sollte man darauf achten, dass die jeweiligen Inhalte über einen Ordner identifiziert werden können, also z.B. www.firma.com/fr/... für die französischen Inhalte.“[37]

Abbildung 6: IBM.com Startseite (http://www.ibm.com)
Abbildung 6: IBM.com Startseite (http://www.ibm.com)

Auch hier gibt es, wie bei den Subdomains, das Problem der Startseite beim Aufruf der Hauptdomain. Es kann ebenfalls zunächst eine Länder- bzw. Sprachauswahl angezeigt oder direkt die Seite mit der primären Sprache geladen werden. Wie in Abbildung 6 zu sehen, wird beim Aufruf von www.ibm.com ganz normal die englische Hauptseite geladen und man hat oben die Möglichkeit den Standort zu ändern.

5.2.4 URL

Bei dem Thema grundsätzlicher Seitenaufbau spielt vor allem auch der komplette Aufbau der URL eine Rolle. Für Suchmaschinen ist es wichtig, dass man direkt an der URL bzw. an den Ordner- oder Dateinamen erkennen kann, worum es thematisch auf der Seite geht um diese besser zuordnen zu können. Bei der Erstellung von Internetseiten mit Joomla werden standardmäßig auch eher kryptische Adressen wie „localhost/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=2&ItemId=1“[38] erzeugt. Da auch die Suchmaschine damit nichts anfangen kann, steht sie „deshalb solchen Adressen – wie sie übrigens auch hinter jedem Menüpunkt von Joomla! Stecken – äußerst skeptisch gegenüber.“[39] Joomla ist allerdings, wie im Kapitel 4.3.2 schon besxchrieben, auch von Haus aus in der Lage, die URLs automatisch in ein lesbareres Format umzuwandeln (wird als URL Rewriting bezeichnet), damit sie auch durch Suchmaschinen besser erkannt werden können.[40]

Dieser Aspekt der Lesbarkeit der URL ist gerade auch bei mehrsprachigen Seiten wichtig. Hier sollte vor allem darauf geachtet werden, „möglichst allen Ländern bzw. Sprachen zugunsten der Suchmaschinenoptimierung eigene sprechende URLs“[41] anzubieten. Das ist zum einen für den Benutzer aus dem jeweiligen Land einfacher, als auch für die lokalen Suchmaschinen, die diese URLs besser lesen können. Im Idealfall sollte es also folgendermaßen aussehen:

„Für Deutschland:
de.deinbeispielshop.com/produkte/opel/rueckleuchten-vectra.htm
Für England:
uk.deinbeispielshop.com/products/vauxhall/rearlights-vectra.htm
Für Frankreich:
fr.deinbeispielshop.com/produits/opel/feux-arrieres-vectra.htm“[42]

5.2.5 Vor- und Nachteile

Grundsätzlich kann man nicht generell eine Methode empfehlen. Alle haben ihre Vor- und Nachteile. So kann man mit einzelnen TLD und Domainnamen für jedes Land die Seiten zwar optimal für die einzelnen Länder aufbereiten und bereitstellen (im Idealfall eben auch auf lokalen Webservern), dafür ist aber der Pflege- und Administrationsaufwand sehr viel höher. Wie unter 6.2.1 beschrieben müssen dann alle einzelnen Domains registriert und zudem geprüft werden, ob der Domainname auch in jedem Land verwendet werden kann.

Bei der Verwendung von Subdomains oder der Methode mit Unterordnern für die einzelnen Länder muss nur eine Haupt-Domain registriert und verwaltet werden. Dafür gehen hier die Vorteile des Hostings auf lokalen Landesservern verloren. Ebenfalls stellt sich dann die Frage, welche Seite beim Aufruf der Haupt-Domain (z.B. www.firma.com) erscheinen soll. Um nicht, wie beschrieben, Ranking-Potenzial zu verschenken, sollte man „die Struktur daher eher so wählen, dass die Startseite Inhalte der primären Sprache enthält (z.B. englisch oder deutsch) und man dann über ein Navigationselement auf die anderen Sprachen verlinkt.“[43]

Je nach Unternehmen und Inhalt der Webseite muss genau geprüft werden, wie die Seite am besten aufgebaut werden kann. Wie zuvor beschrieben, „gibt es für die Internationalisierung einer Website nicht eine Strategie, die für alle Unternehmen gleichermaßen funktioniert.“[44]

Man muss sich aber nicht genau für eine dieser Methoden entscheiden, sondern kann diese auch mischen. Dabei gibt es die Möglichkeit z.B. „Länder-Domains für die wichtigsten fünf Zielmärkte und Sub-Domains für die anderen Länder oder Sprachen“[45] zu erstellen, oder „zunächst mit einer Variante starten (z.B. alle Länder als Sub-Domains) und dann später nach und nach ändern (z.B. Länder-Domains einsetzen).“[46]

5.3 Inhaltsbereitstellung

Bei der Art der Inhaltsbereitstellung ergeben sich weitere Probleme. Hierbei kann zwischen einer Bereitstellung pro Land oder pro Sprache unterschieden werden. Das ist vor allem bei der deutschen Sprache ein Problem, da diese auch in Österreich oder der Schweiz gesprochen wird. Die Sprachen Englisch oder Spanisch werden ebenfalls in mehreren Ländern gesprochen.[47] „Auch gibt es z.B. mit Belgien und der Schweiz Länder, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden.“[48]

Es muss vorab, auch in Abhängigkeit von dem grundsätzlichen Seitenaufbau, genau definiert werden, welche Methode für das eigene Unternehmen eher in Frage kommt.

5.3.1 Bereitstellung pro Land

Hier werden die Inhalte der Webseite für jedes Land zur Verfügung gestellt. Dieses Verfahren ist vor allem deswegen Vorteilhaft, da so die Zielgruppe deutlich besser angesprochen werden kann. Es können zum einen direkt Vertriebs- oder Kontaktinformationen für das jeweilige Land ausgewiesen und zum anderen auf lokale Sprachunterschiede trotz gleicher Sprache eingegangen werden.[49] „Nehmen wir zum Beispiel die französische Sprache in Frankreich und in Kanada (Québecer Französisch). […] [W]ährend man eine E-Mail in Kanada ‚courriel’ nennt, eine Zusammenziehung von ‚courrier électronique’, heißt sie in Frankreich einfach ‚email’.“[50] Oder auch in der deutschen Sprache gibt es solche Unterschiede: „ein Fahrrad in Deutschland ist ein Velo in der Schweiz“.[51]

Ein Beispiel für diese Art der Inhaltsbereitstellung ist die Seite von dem Autovermieter Sixt (www.sixt.de, www.sixt.at, …). Hier gibt es für jedes Land in dem Sixt tätig ist eine eigene Seite, auch wenn die Inhalte von z.B. der deutschen, österreichischen und schweizerischen Seite (nahezu) identisch sind.[52]

5.3.2 Bereitstellung pro Sprache

Die andere Möglichkeit ist die Bereitstellung der Inhalte nur für die einzelnen Sprachen. Das ist zum Beispiel bei der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia so. Hier gibt es, wie in Abbildung 2 zu sehen, nur für jede einzelne Sprache eine Seite (z.B. de.wikipedia.org) ohne in verschiedene Länder zu unterscheiden (z.B. Deutschland, Österreich oder Schweiz).

Dieses Verfahren bietet sich gerade dann an, wenn man die Webseite mit Unterordnern aufbaut, da man so weniger doppelte Inhalte (Duplicate Content bzw. Near Duplicate Content) auf der gleichen Domain erzeugt. Denn „[w]enn die Seiten www.firma.com/de/ und www.firma.com/at/ identisch oder sehr ähnlich sind, könnten die Seiten von Suchmaschinen zusammengefasst werden, so dass ein deutscher Suchender auf den österreichischen Inhalten landet.“[53]

5.3.3 Vor- und Nachteile

Bei der Variante mit den länderspezifischen Inhalten hat man die bereits unter 6.4.1 beschriebenen Vorteile des flexibleren Reagierens auf lokale Besonderheiten. Dabei gibt es aber auch einige Nachteile gegenüber dem anderen Verfahren:

  • Höherer Aufwand
Durch doppelte Pflege der Inhalte ist der Aufwand für die Erzeugung der Texte höher und außerdem steigt die Fehleranfälligkeit.
  • Höheres Risiko für Duplicate Content oder Near Duplicate Content
Bei gleichen oder nahezu gleichen Inhalten bei gleichsprachigen Ländern, wie z.B. Deutschland, Österreich und Schweiz kann der identische Text möglicherweise der Seite im Hinblick auf das Ranking schaden.[54]

Der zweite Punkt ist allerdings bei dem Einsatz einzelner länderspezifischer TLD eher zu vernachlässigen, da hier die lokale Suchmaschine dann i.d.R. nur die Webseite aus dem gleichen Land anzeigt und die anderen filtert. „Wer z.B. bei Google.at sucht, wird primär die Website www.firma.at in den Suchergebnissen sehen; wer bei Google.de sucht, erhält dann meistens die deutsche Domain.“[55] Eine "Bestrafung" für die doppelten Inhalte ist hier eher nicht zu erwarten.[56]

Anders sieht das allerdings bei der Lösung mit Unterordnern auf, wie bereits unter Punkt 6.4.2 beschrieben. Hier „sollte [man] sich eher dafür entscheiden, nur für jede Sprache und nicht für jedes Land Inhalte bereitzustellen.“[57] Aber gerade bei dieser Methode kann man auch beide Verfahren, also die Bereitstellung zum einen per Land und gleichzeitig auch für jede Sprache im Land, kombinieren. Ein Beispiel hierfür ist die Seite von IBM (siehe Abbildung 6). Hier wird an dem Pfad www.ibm.com/us/en deutlich, dass es einerseits einen Ordner für das Land (/us) und andererseits einen für die Sprache gibt (/en). So können auch Fälle wie die Schweiz, wo es mehrere Sprachen in einem Land gibt, ideal abgebildet werden. Das wird noch einmal in Abbildung 7, bei der Auswahl eines anderen Landes bzw. einer Sprache deutlich. Hier werden mehrere Sprachen bei dem Land Schweiz angeboten:

Abbildung 7: IBM.com Sprachauswahl (http://www.ibm.com/planetwide/select/selector.html)
Abbildung 7: IBM.com Sprachauswahl (http://www.ibm.com/planetwide/select/selector.html)

5.4 Meta-Daten

Für mehrsprachige Webseiten sind auch die bereits unter 5.1 erwähnten Meta-Daten ein wichtiges Kriterium zur Suchmaschinenoptimierung. Hier muss besonders darauf geachtet werden, dass für die verschiedensprachigen Seiten auch die hinterlegten Schlüsselwörter in die entsprechenden Sprachen übersetzt werden.

Dabei ist zu beachten, dass viele Keywords nicht einfach wörtlich übersetzt werden können. „Eine richtige, dem Wörterbuch entnommene Übersetzung eines Keywords oder Ausdrucks ist unter Umständen NICHT das, was Internetbenutzer eingeben, wenn sie ein gewünschtes Produkt oder einen gewünschten Service vor Ort suchen.“[58] Es muss also für jedes Land geprüft werden, welche Keywords für die jeweilige Branche am häufigsten für Suchanfragen verwendet werden und diese dann für die eigene Seite eingetragen werden. Hierfür gibt es ein spezielles Keyword-Tool von Google. „Der englische Begriff ‚car insurance‘ ist beispielsweise bei Google.com ein Branchensuchbegriff mit hohem Ranking. Eine korrekte französische Übersetzung dafür wäre ‚l’assurance automobile‘.“[59] Tatsächlich suchen aber die meisten französischen Benutzer einfach nach „assurance auto“ oder „assurance voiture“.[60]

Es wird also deutlich, dass auch bei vermeintlichen Kleinigkeiten oder offensichtlich einfachen Dingen, wie die Übersetzung von Schlagwörtern, durchaus Schwierigkeiten entstehen können.

5.5 Linkaufbau

Wie bereits unter Punkt 5.1 beschrieben ist auch ein umfangreicher Linkaufbau bzw. ein Linktausch für bessere Ergebnisse in Suchmaschinen sehr wichtig. Je mehr Seiten auf die eigene Seite verlinken, desto besser. Dabei werden sogenannte Backlinks von thematisch verwandten Seiten von den Suchmaschinen noch besser bewertet, als von völlig themenfremden Seiten:[61] „Ein Link von einem Online-Reisebüro auf eine Webseite mit Reisezubehör bringt mehr im Ranking als ein Link von einem Autohandel auf eine Webseite mit Online-Poker.“ [62]

Je nach Wahl des Seitenaufbaus bei internationalen Webseiten muss auch der Linkaufbau unterschiedlich stark betrieben werden.[63] Hier kann zwischen quantitativem und qualitativem Linkaufbau unterschieden werden, wobei der quantitative Linkaufbau das Verfahren beschreibt, die Anzahl der Verlinkungen auf die eigene Seite zu erhöhen.

Beim qualitativen Linkaufbau spielt dabei zusätzlich der thematische Inhalt der verlinkenden Seiten eine Rolle. Wie bereits beschrieben, werden Backlinks von thematisch verwandten Seiten höher bewertet als von themenfremden Seiten. Dabei spielt aber auch die Sprache der verlinkenden und der eigenen Webseite eine Rolle. „Suchmaschinen bewerten aber die Thematik der Verlinkung, d.h. auf den verlinkenden Seiten muss die ‚richtige Sprache‘ gesprochen werden. Wenn also ein deutschsprachiges Portal über Arbeitssicherheit auf die Seite www.firma.com/de/arbeitssicherheit.html verlinkt, ist das ein Indiz für Suchmaschinen, dass diese Seite für den Suchbegriff ‚arbeitssicherheit‘ relevant ist.“[64]

5.5.1 Linkaufbau bei länderspezifischen TLD

Bei internationalen Webseiten mit mehreren länderspezifischen Länderdomains ist es wichtig, für jede einzelne Domain intensiven lokalen Linkaufbau zu betreiben. „Wer also für sein Unternehmen viele länderspezifische Domains wie www.firma.at, www.firma.fr und www.firma.no nutzt, aber kaum Linkaufbau betreibt, wird mit dieser Variante nicht viel Erfolg haben.“[65] Es müssen also z.B. für die eigene französische Seite möglichst viele Links von anderen relevanten französischen Webseiten geschaltet werden.

5.5.2 Linkaufbau bei Subdomains und Unterordnern

Bei einem Aufbau der Webseite über Subdomains oder mit Unterordnern kann der Aufwand für lokalen Linkaufbau verringert werden. „Wer seine Website über Pfade strukturiert (also z.B. www.firma.com/de/, www.firma.com/fr/, www.firma.com/no/, ...), profitiert davon, dass [es] sehr viele Links auf die Domain www.firma.com gibt.“[66] Das hilft dann der gesamten Domain www.firma.com, denn „[j]eder Link auf eine Seite der Website stärkt auch die Domainpopularität und damit die Rankingpower der gesamten Website.“[67] Das trifft aber nur auf die quantitative Verlinkung zu, da wie unter 6.3 schon beschrieben, für qualitativen Linkaufbau auch passende Inhalte und vor allem passende Sprachen aufeinander verlinken sollten. Von daher sollte in solchen Fällen trotzdem zusätzlicher lokaler Linkaufbau auf die entsprechend anderssprachigen Webseiten (z.B. www.firma.com/fr/) betrieben werden.[68]

Grundsätzlich ist es so, „dass ein Unternehmen, das keinen lokalen Linkaufbau betreiben möchte, mit einer Strukturierung über Sub-Domains oder Pfade bessere Ergebnisse erzielen wird. In diesem Fall profitieren die einzelnen Länder- oder Sprachen-Inhalte von der quantitativen Verlinkung der Domain (ein Link auf www.firma.com/fr/ hilft auch den Inhalten auf www.firma.com/no/).“[69] Dagegen können bei lokalem Linkaufbau über die Variante mit länderspezifischen Domains wie www.firma.fr durch eine gute thematische Verlinkung bessere Ranking-Ergebnisse erzielt werden, als mit einer Domain mit Unterordnern wie www.firma.com/fr/.[70]

5.6 Bewertung der Alternativen

In den vorangegangenen Kapiteln wurden einige Methoden zur Suchmaschinenoptimierung im Hinblick auf mehrsprachige Webseiten beschrieben. Wie bereits bei den einzelnen Methoden angedeutet hängen alle Verfahren eng zusammen. So sollte z.B. je nach Art des Seitenaufbaus (eigene TLD, Subdomains oder Unterordner) auch die Art der Inhaltsbereitstellung gewählt werden, um nicht durch zu viel Duplicate Content negativ bei den Suchmaschinen aufzufallen.

Ebenso hängt die Wahl einer Variante für den grundsätzlichen Seitenaufbau von der Bereitschaft zum lokalen Linkaufbau ab. So muss für viele länderspezifische Domains ein höherer lokaler Linkaufbau betrieben werden als bei den Varianten mit Subdomanis oder Unterordnern, da hier Verlinkungen auf z.B. www.firma.com/fr/ auch der Hauptdomain www.firma.com insgesamt weiterhelfen.

Von daher kann man weniger zwischen den verschiedenen Möglichkeiten abwägen, sondern sollte vielmehr, je nach Höhe des Aufwands, den man in die Suchmaschinenoptimierung investieren möchte, ein entsprechendes Verhältnis zwischen den einzelnen Methoden herstellen und diese aufeinander abstimmen.

6 Fazit

Die Präsentation des eigenen Unternehmens mit seinen Produkten und Dienstleistungen im Internet wird immer wichtiger. Noch wichtiger ist aber, dass man im Internet auch gefunden wird. Die Suchmaschinenoptimierung der Webseite spielt dabei eine große Rolle. Hier gibt es viele Möglichkeiten, um den eigenen Internetauftritt für bessere Platzierungen in den Ergebnislisten der Suchmaschinen zu optimieren.

Die Suchmaschinenoptimierung ist ein komplexer Bereich und sollte bei der Konzeption und Erstellung einer Webseite nicht vernachlässigt werden. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten Webseiten für Suchmaschinen zu optimieren. Im Bereich der Onpage-Optimierung gibt es Maßnahmen wie die Domainauswahl, den Seitenaufbau, die Gestaltung des Inhalts oder die Pflege von passenden Keywords, die direkt vom Webmaster der Seite bei der Erstellung beachtet werden können. So kann die Seite von vorn herein für Suchmaschinen optimiert aufgebaut werden. Daneben gibt es die Offpage-Optimierung, bei der durch entsprechenden Linkaufbau im Nachhinein zusätzlich das Ranking verbessert werden kann. Hier ist es wichtig, möglichst viele Links von thematisch ähnlichen und relevanten Webseiten auf die eigene Seite zu bekommen.

Diese Maßnahmen müssen grundsätzlich auch bei internationalen Webauftritten durchgeführt werden. Dabei ist bei den einzelnen Punkten aber auf Besonderheiten zu achten. Hier ist der grundsätzliche Aufbau, über eigene Domains, über Subdomains oder mit Unterordnern zunächst eine grundlegende Entscheidung. Davon hängen im nächsten Schritt die weiteren Maßnahmen, wie die Inhaltsbereitstellung oder der lokale Linkaufbau ab.

Abschließend kann festgehalten werden, dass eine klare Strategie für die Suchmaschinenoptimierung für jedes Unternehmen, ob national oder international vertreten, sehr wichtig ist. Dabei gibt es keine grundsätzlich Empfehlung, die für alle Unternehmen zutrifft. Vielmehr muss jedes Unternehmen selbst entscheiden, in welchem Maße und auf welche Weise es eine Suchmaschinenoptimierung durchführen möchte.

7 Fußnoten

  1. Zitiert nach at-web: http://www.at-web.de/blog/20050927/platzierung-zahlt.htm (14.01.2010)
  2. Vgl. Sauer (2009), S.245
  3. Vgl. Siefken (2008), S.19ff
  4. Vgl. Alby / Karzauninkat (2007), S.23
  5. Vgl. Koch (2007), S.121
  6. Gergey (2009), S.60
  7. Vgl. Hemken / Rehberg (2009)
  8. Vgl. Winkler (2007), S.80
  9. Vgl. Hemken / Rehberg (2009)
  10. Promny (2009), S.7
  11. Vgl. Gergey (2009), S.31ff
  12. Vgl. Winkler (2007), S.59ff
  13. Vgl. Siefken (2008), S.70
  14. Quelle: http://knol.google.com/k/pagerank#
  15. Vgl. Sauer (2006), S.253
  16. Jaster (2007)
  17. Vgl. Koch (2007), S.27ff
  18. Alby / Karzauninkat (2007), S.21
  19. Vgl. Ebd.
  20. Vgl. Leuschner (2009)
  21. Vgl. Niklaus (2008), S.76
  22. Vgl. Ebd.
  23. Vgl. Hauser / Wenz (2008), S.231ff
  24. Quelle:http://www.artio.net/en/joomla-extensions/joomla-seo-sef-component-artio-joomsef
  25. Vgl. Hauser / Wenz (2008), S.347ff
  26. Vgl. Hövener (2009)
  27. Quelle: http://www.itwissen.info/bilder/hierarchie-der-dns-adresse.png
  28. Hövener (2009)
  29. Gumm / Sommer (2006), S. 610
  30. Winkler (2007), S. 80
  31. Arno (2009)
  32. Vgl. Postinett (2008)
  33. Arno (2009)
  34. Hövener (2009)
  35. Vgl. Tippe (2009)
  36. Hövener (2009)
  37. Ebd.
  38. Schürmann (2009), S. 585
  39. Ebd., S. 586
  40. Vgl. Ebd., S. 586
  41. Tippe (2009)
  42. Ebd.
  43. Hövener (2009)
  44. Ebd.
  45. Ebd.
  46. Ebd.
  47. Vgl. Ebd.
  48. Ebd.
  49. Vgl. Ebd.
  50. Arno (2009)
  51. Hövener (2009)
  52. Vgl. Sarközy (2009)
  53. Hövener (2009)
  54. Vgl. Ebd.
  55. Ebd.
  56. Vgl. Sarközy (2009)
  57. Hövener (2009)
  58. Arno (2009)
  59. Ebd.
  60. Vgl. Ebd.
  61. Vgl. Siefken (2008), S. 70
  62. Ebd.
  63. Vgl. Hövener (2009)
  64. Vgl. Ebd.
  65. Ebd.
  66. Ebd.
  67. Ebach (2008)
  68. Vgl. Hövener (2009)
  69. Ebd.
  70. Vgl. Ebd.

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