Synergieeffekte durch Cloud Computing und Web 2.0

Aus Winfwiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

1 Titel

Name der Autoren: S. Flöter, Y. Koord
Titel der Arbeit: Synergieeffekte durch Cloud Computing und Web 2.0
Hochschule und Studienort: FOM Hamburg

2 Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis


3 Abbildungsverzeichnis

Abb.-Nr.Abbildung
1Web 2.0 Buzz Time bar
2The huge cloud lens bubble map web2.0 bar
3Cloud Computing Konzept
4Beispiel einer Kombination zwischen zwei Webservices
5Box Eco-System
6Client Desktop Application Orchestration Engine
7icloud - Desktop
8icloud - Anwendungen - E-Mail
9icloud - Laufwerke
10icloud - Filesharing
11Schematische Darstellung vom OnLive-Konzept

4 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
AjaxAsynchronous JavaScript and XML
AMIAmazon Machine Images
APIApplication Programming Interfaces
AWSAmazon Web Services
B2BBusiness-to-Business
B2CBusiness-to-Consumer
BPOSBusiness Productivity Online Suite
CSSCascading Style Sheets
EC2Amazon Elastic Compute Cloud
GQLGoogle Query Language
IaaSInfrastructure as a Service
JREJava Runtime Environment
PaaSPlatform as a Service
RESTRepresentational State Transfer
RSSReally Simple Syndication
S3Amazon Simple Storage Service
SaaSSoftware as a Service
SDKSoftware Development Kit
SOAPSimple Object Access Protocol
SQSAmazon Simple Queue Service
WebDAVWeb-based Distributed Authoring and Versioning
XHTMLExtensible HyperText Markup Language
XML-RPCExtensible Markup Language Remote Procedure Call
XIDE / 3Xcerion Integrated Development Environment / 3

5 Einleitung

Der Begriff Web 2.0 fällt mittlerweile überall und immer wieder, egal ob im Internet, in Zeitschriften oder auch sonst im Alltagsleben. Seit einiger Zeit ist ein weiterer Begriff im Umlauf, der sich im Vergleich zum Web 2.0 noch nicht etabliert hat aber dennoch in der IT-Branche für großen Aufwind sorgt. Die Rede ist hier von Cloud Computing, der Rechenleistung aus der Wolke. Doch was genau ist die Wolke, was bringt sie uns und vor allem welche Beziehung besteht da zum Web 2.0? Ziel dieser Seminararbeit ist es zunächst eine Einführung in die Grundlagen von Web 2.0 und Cloud Computing zu geben, sowie auf deren Beziehungen einzugehen. In Anbetracht dessen erfolgt eine Darstellung von bereits existierenden und zukünftig vorgesehenen Web 2.0 Anwendungen als Cloud. Anschließend werden sowohl technische, als auch wirtschaftliche Synergieeffekte, die aus dem Zusammenwirken von Web 2.0 Anwendungen und der Cloud resultieren, aufgezeigt.

6 Grundlagen

6.1 Web 2.0

6.1.1 Historie

Abbildung 1: Web 2.0 Buzz Time barQuelle:http://www.scill.de/content/2006/09/21/web-20-buzz-zeitstrahl/

Der Begriff Web 2.0 wurde im Herbst 2004 von Tim O‘Reilly und Dale Dougherty geprägt, der den Übergang von alten zu neuen Web-Modellen andeuten soll. Das Web erlebt eine tiefgreifende Erneuerung und Weiterentwicklung. Bereits etablierte Technologien dienen den neuen Online Projekten als eine technische Grundlage und entwickeln sich neu und weiter. Somit stellen Techniken und Entwicklungen wie CSS, XHTML RSS, Ajax, Web-Service-API’s usw., die es bisher nicht gegeben hat, neue Konzepte dar, durch deren Verwendung neue Webandwendungen wie zum Beispiel Weblogs, Wikis Podcasts, Social Software u.v.a. entstanden sind.[1]

6.1.2 Definition

Nach Tim O'Reilly wird der Begriff Web 2.0 wie folgt definiert:

"Web 2.0 is the network as platform, spanning all connected devices; Web 2.0 applications are those that make the most of the intrinsic advantages of that platform: delivering software as a continually-updated service that gets better the more people use it, consuming and remixing data from multiple sources, including individual users, while providing their own data and services in a form that allows remixing by others, creating network effects through an "architecture of participation," and going beyond the page metaphor of Web 1.0 to deliver rich user experiences".[2]

6.1.3 Konkrete Anwendungen


Abbildung 2: The huge cloud lens bubble map web2.0 barQuelle:http://nonfiction.ig-gestaltung.de/archives/2005/11/11/the-huge-cloud-lens-bubble-map-web20/

Mittlerweile gibt es sehr viele Web 2.0 Anwendungen. Hier ein kurzer Überblick über einige der bekanntesten Anwendungen:

  • Blogs
Der Begriff Blog steht für eine Abkürzung des Begriffs Weblog. Als Weblog wird eine regelmäßig aktualisierte Website bezeichnet, die in Form eines Tagebuchs oder Journals mit chronologisch angezeigten Beiträgen dargestellt und von einem oder mehreren Autoren geführt wird. Viele Blogs verfügen über eine Kommentar-Funktion, so dass Einträge von Lesern kommentiert werden.[3]
  • Podcast
Ein Podcast ist vergleichbar mit einer Radiosendung. Jeder kann mit entsprechender Audio-Software, Audiodaten erstellen,die auf einen Server hochgeladen und anderen zur Verfügung gestellt werden. Die Podcasts können mittels spezieller Software, dem „Feedreader“ oder dem „Podcatcher“ abgerufen werden. Eine weitere Möglichkeit wäre der direkte Download von der entsprechenden Webseite. [4]
  • Social Software
Softwareanwendungen, die unterschiedliche Arten der Zusammenarbeit und Kommunikation in Soziale Netzwerke gewähren.[5] Zu den Anwendungen der Social Software gehören Lösungen zur Förderung von Gruppeninteraktionen in unterschiedlichen Bereichen.
Diese Anwendungen werden in folgende Bereiche klassifiziert:[6]
  • Social Collaboration, z.B. Wikipedia
  • Social Tagging, z.B. del.icio.us
  • Social Communication, z.B. Skype
  • Social Networking, z.B. XING

Durch diese Bereiche werden bestimmte Eigenschaften der Social Software verdeutlicht. Es gibt fließende Übergänge zwischen den einzelnen Anwendungen, die je vom Anwender und dem Ziel der Anwendung abhängig sind.

  • Mashups
Mashups sind Funktionalitäten von Webseiten die durch Kombination mit anderen Webseiten neue Funktionen ergeben. Zum Beispiel enthält eine Kleinanzeige die Internet, einen Standort-Link von Google Maps. Die Grundlage für Mashups bilden sogenannte API's. Die API´s sind Programmierschnittstellen wo Anwednungen untereinader Daten austauschen können.[7]
  • Widgets
Bei Widgets handelt es sich um Serverskipte, wie JavaScript, PHP oder Flash-Elemente, die eine Schnittstelle zwischen dem Webdienst und der Seite darstellen. Der Vorteil von Widgets ist das Vermischen und Einfügen von beliebigen interaktiven Elementen, die eine typische Desktop Darstellung auf der Webseite ermöglichen. Moderne Widgets basieren häufig auf Ajax.[8]
  • Web Services
Ein Web Service ist eine Internetanwendung, die mit anderen Anwendungen über bestimmte Schnittstellen Informationen austauscht. Die Amazon Web Services und deren "Product Advertising API" wäre ein solcher Web Service. Hierdurch wird es ermöglicht Suchanfragen zu starten und Information über die Produktpalette von Amazon zu erhalten.[9]
  • SaaS
Unter SaaS – Software as a Service, wird die Bereitstellung von Software-Funktionalitäten über das Internet bezeichnet, wie zum Beispiel „Google Docs“.[10]

6.2 Cloud Computing

Der Begriff des Cloud Computing ist seit einiger Zeit, sowohl im Bereich der IT als auch im Businessbereich im Umlauf und befasst sich mit Diensten und Infrastruktur-Ressourcen, die über das Internet gemietet werden können. Die Grundidee dieses Konzeptes ist es, IT zu mieten anstatt zu kaufen und dabei eine gewisse Flexibilität und gleichzeitig auch eine Reduktion der Kosten zu schaffen. Es gibt momentan keine einheitliche Definition des Begriffs Cloud Computing. Als Vorläufer des Cloud Computing werden Grid Computing, Utility Computing, Adaptive Computing und auch SaaS gesehen.[11]

6.2.1 Definition

Abbildung 3: Cloud Computing KonzeptQuelle:In Anlehnung an http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Cloud-Computing.html
Abbildung 3: Cloud Computing Konzept
Quelle:In Anlehnung an http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Cloud-Computing.html

Unter der Bezeichnung Cloud-Computing oder CloudIT ist eine IT-Strategie zu verstehen, durch die das Rechenzentrum im Netz verteilt in der Wolke, angesiedelt wird. Die Cloud steht als Synonym für die nicht identifizierbare Lokalisation der Hardware, die sich im Internet befindet und mit ihren Servern und Speichernetzen von einem oder mehreren Anbietern bereitgestellt und von vielen Anwendern genutzt werden kann.

Beim dem Ansatz des Cloud-Computing werden neben der Hardware auch die Software-Anwendungen umfasst, die nicht mehr durch die Anwender sondern ebenfalls von einem Service Provider ausgeführt werden. Durch diese geteilten Computer-Ressourcen wird enorm an Investitionen und Personalkosten gespart, da keine lokalen Server mehr durch Anwender betrieben werden müssen.Somit wird das Cloud-Computing als eine Erweiterung der Konzepte von Software as a Service (SaaS), Utility-Computing und Virtualisierung dargestellt. Da Cloud-Computing auf einer leistungsfähigen Netzstruktur mit sehr hohen Datenraten basiert, können über dieses Netzwerk Daten sowohl von Beteiligten der Cloud Computing Instanzen untereinander als auch mit Anwendern ausgetauscht werden. [12]

6.2.2 Arten

Es wird zwischen drei Arten des Cloud Computing unterschieden:[13][14]

  • Infrastructure as a Service
IaaS-Provider bieten spezifische Infrastrukturdienste wie zum Beispiel Speicher- oder Server an, die höheren Ebenen (SaaS, PaaS) zur Verfügung gestellt werden.
Amazon Web Services ist einer der bekanntesten Vertreter dieser Form von Cloud Computing.
  • Platform as a Service
Hierbei werden Portale oder Plattformen vom Provider angeboten, die um einen zur Erleichterung des Zugang zu Software Services dienen und zum anderen Möglichkeiten zur Kombinationen von Services bieten. PaaS stellt eine Weiterentwicklung des SaaS-Typs dar. Die Bekanntesten Vertreter sind hier Googles AppEngine und Windows Azure von der Firma Microsoft.
  • Software as a Service
Bei dieser Form des Cloud Computing läuft das Programm nicht mehr wie gewohnt auf dem Desktop sondern wird von einem Anbieter durch eine auf einem Server laufende Anwendung bereitgestellt und in einem Browser genutzt werden kann.

6.2.3 Nutzungsmodelle

Außer der bereits betrachteten Architektur und den Schnittstellen der jeweiligen Anbieter gibt es verschiedene Nutzungsmodelle des Cloud Computing, die den Anwendern zur Verfügung stehen. Dies wird entweder durch unternehmenseigene Rechenzentren - den so genannten Private Clouds - oder über das Internet von der Public Cloud bereitgestellt:[15]

  • Public Cloud

Public Clouds werden über das Internet zu geringen Kosten oder auch kostenlos zur Verfügung gestellt. Mittlerweile gibt es viele Beispiele solcher Clouds, die Services über offene und allgemein zugängliche Netze zur Verfügung stellen. Unter anderem bietet die Amazon Web Services eine solche Möglichkeit an.

  • Private Cloud

Das Management von Private Clouds erfolgt innerhalb des Unternehmens. Private Clouds bieten viele der Vorteile der Public Clouds. Hinsichtlich Netzbandbreite und Verfügbarkeit existieren hierbei keine Einschränkungen. Durch Private Clouds werden sowohl Anbietern als auch Nutzern mehr Sicherheit und Kontrolle und auch ein besserer Ausfallschutz gewährgeleistet.

6.2.4 Beispiele Cloud Anbieter

Da es noch keine einheitliche Definition des Begriffs Cloud Computing gibt, werden unterschiedliche Aspekte von Software-, Service- oder Infrastrukturanbietern betont und dem entsprechend auch unterschiedliche Ansätze oder Strategien verfolgt. Im Folgenden werden einige Strategien von ausgewählten bekannten Unternehmen wie Amazon, Google, IBM und Microsoft kurz dargestellt.


  • Amazon Web Services und Amazon Elastic Compute Cloud

Außer den Cloud Anwendungen existieren auch Plattformen, die Unternehmen den Ablauf den eigenen Anwendungen in einer Cloud-Computing-Infrastruktur ermöglichen. Hierfür ist mittlerweile das Unternehmen Amazon für seine riesige technische Infrastruktur sehr bekannt, die sich neben den Büchern auf der Plattform auch verkaufen lässt. Dieses Angebot von Amazon heißt die Amazon Web Services (AWS). Dabei können angebotene Dienste von Kunden im Bausteinsystem zusammengeführt werden. Die Rechenkapazität oder die sogenannte infrastrukturelle Basis wird dabei von der Amazon Elastic Compute Cloud (EC2) zur Verfügung gestellt. Die Anwendungen werden auf dieser Plattform in Amazon Machine Images (AMI) gespeichert, wobei die Daten im Amazon Simple Storage Service (S3) liegen. Den strukturierten Zugriff auf Daten ermöglicht das Amazon SimpleDB. Bei einem Datenaustausch kann auf den Amazon Simple Queue Service (SQS) zurückgegriffen werden. Als Betriebssystem für Amazon EC2 stand bisher nur Linux zur Verfügung, aber ab Herbst 2008 wurde auch eine Windows Option in Aussicht gestellt. Die Bezahlung erfolgt durch das Pay-as-you-go Prinzip, d.h., es wird nur für tatsächlich in Anspruch genommene Leistungen gezahlt. Der Begriff "Elastic" steht für die in Minuten anpassungsfähige Rechenleistung.[16]


  • Google AppEngine

Auch von Google wird eine Plattform als Basis für das Cloud Computing angeboten, die Google App Engine. Hierbei wird Entwicklern die Möglichkeit gegeben auf Googles Servern ihre eignen Webapplikationen zu hosten. Der Vorteil liegt darin, dass mit der Google AppEngine die Rechenleistung des Google Netzwerkes genutzt werden kann, ohne sich Gedanken über die Performance zu machen.

Die Google AppEngine beinhaltet folgende Features:[17]

  • dynamic web serving, with full support for common web technologies
  • persistent storage with queries, sorting and transactions
  • automatic scaling and load balancing
  • APIs for authenticating users and sending email using Google Accounts
  • a fully featured local development environment that simulates Google App Engine on your computer


Für das Programmieren von Anwendungen wird ein Software Development Kit von Google namens "App Engine Software Development Kit" zur Verfügung gestellt, das zusammen mit den darauf aufbauenden Anwendungen auf der objektorientierten Scriptsprache "Python" basiert. Das SDK wird zusammen mit einem Web Server von Google angeboten, um Interessenten das Testen der Anwendung auf ihren lokalen Rechner zu ermöglichen. Die Daten werden durch einen Speicher den Anwendungen transparent zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe der Google Query Language (GQL) können Anwender Abfragen auf die Daten formulieren. Durch eine geschützte Umgebung, der sogenannten Sandbox können auch mehrere Anwendungen in der App Engine ablaufen. Die Anwendung wird durch die Sandbox von der darunter liegenden Hardware isoliert. Sie kann gleich nach der Entwicklung hoch geladen und unter der Domäne appspot.com zur Verfügung gestellt werden. [18]


  • IBM Blue Cloud

"Blue-Cloud", ist die Initiative für das Cloud Computing von der Firma IBM. Ziel ist dabei die Entwicklung, das Testen und Einsetzen von integrierten Cloud-Lösungen für Unternehmen zu übernehmen. In diesem Kontext kooperiert IBM auch mit anderen Partnern wie zum Beispiel mit dem Unternehmen Google, um die Idee des Cloud Computing voranzutreiben.[19] Mit der Blue Cloud wird eine Verkürzung der Zeit bei der Einführung neuer Anwendungen realisiert, da durch das Mieten der Kapazität in der Cloud, die Anschaffung von eigenen Netzwerkrechnern entfällt. [20]

Derzeit wird eine Bündelung des Cloud-Know-Hows aus allen Abteilungen der Firma IBM in Form von neuen Services aufbereitet:

  • Infrastructure Strategy and Planning for Cloud Computing, ein umfassendes Beratungsangebot von IBM
  • Design and Implementation for Cloud Computing, Unterstützung beim Aufbau von Cloud-Lösungen


Seitens der Software wird der neue Zusammenschluss von den folgenden Softwareprodukten oder Releases unterstützt:

  • Rational Appscan
  • Rational Appscan on demand
  • Service Management for Cloud Computing
    • Tivoli Provisioning
    • Tivoli Service Automation Manager

Des Weiteren hat IBM einen Backup-Dienst namens „Tivoli Storage-as-a-Service“ angekündigt, der über die Business Continuity & Resiliency Cloud angeboten werden soll. [21]


  • Microsoft Azure

Microsoft führt mit "Windows Azure" ein Betriebssystem für das Cloud Computing ein. Das Web soll dabei als dezentraler Datenspeicher und Riesen-PC dienen. Windows Azure stellt nicht mehr den eigenen Rechner ins Zentrum, sondern as Internet. Das neue Betriebssystem soll anstatt auf den PCs der Anwender, in Microsofts eigenen Rechenzentren laufen. Die Auslieferung von Programmen und Daten an den Kunden erfolgt dabei über das Internet. Mit dem Windows Azure soll künftig die Unternehmenssoftware von Microsoft als Dienstleistung im Web zur Verfügung stehen, die von Anwendern gemietet werden kann. Dies ersetzt die Installation der Programme auf den PCs der Anwender. Über die neue Plattform sollen neben der Software von Microsoft auch die Software von externen Anbietern als Angebot zur Verfügung stehen. Das neue System soll unter anderem den Vorteil bieten, Rechnerleistung und Speicherkapazität jederzeit an aktuelle Anforderungen anzupassen.[22]

7 Beziehungen zwischen Web 2.0 und Cloud Computing

Web 2.0 und Cloud Computing sind zwei Begriffe, die sich beide in ein und dieselbe Richtung bewegen, in die sich auch die Industrie bewegt.[23] Zum Realisieren von Cloud Computing müssen verschiedene Faktoren interagieren. Unter anderem ist die Interaktion zwischen Anwendung und Hardware erforderlich, um einen konsequenten und kontinuierlichen Betrieb zu gewährleisten. Bei diesen Anwendungen handelt es sich oft um Web 2.0 Anwendungen. Darüber hinaus gibt es Anwendungen die sowohl von Web 2.0, als auch von Cloud Computing genutzt werden. Die folgenden Unterkapitel sollen einen kurzen Überblick über einige Schnittstellen von Web 2.0 und Cloud Computing verschaffen und die Interaktion zwischen Web 2.0 Anwendungen und dem Cloud Computing anhand von konkreten Beispielen veranschaulichen.

7.1 Schnittstellen

Eine Schnittstelle[24] ist eine definierte Übergabeverbindung zwischen zwei Systemen, wobei im Web 2.0 und Cloud Computing-Konzept, der Webbrowser als Schnittstelle zur Cloudanwendung fungiert. Eine weitere Möglichkeit stellen Verbindungen zwischen Webservices dar.[25] Diese werden über die API´s, wie zum Beispiel die „Google Maps API“ oder die „Product Advertising API“ realisiert.

7.1.1 Webbrowser

Die Anwendungen im Cloud werden von sogenannten Cloud-Service-Providern zur Verfügung gestellt. Das heißt, dass Software-Applikationen, Plattformen und die dazugehörige Hardware und Infrastruktur nicht mehr beim Anwender vorhanden sind. Anwender können über einen Webbrowser direkt auf die Cloud-Applikation des Servers zugreifen. Beispiele hierfür wären das Projekt „iCloud“ von der schwedischen Firma Xcerion oder der Videospielanbieter „Onlive“. Beide Projekte benötigen einen Webbrowser um ihre Multimediainhalte darstellen zu können. Einzelheiten zu den Projekten werden im Kapitel 4.2.2 ff. behandelt.

7.1.2 API's

Abbildung 4: Beispiel einer Kombination zwischen zwei WebservicesQuelle: In Anlehnung an: http://www.netz-etage.de/web20/ S. 10.
Abbildung 4: Beispiel einer Kombination zwischen zwei Webservices
Quelle: In Anlehnung an: http://www.netz-etage.de/web20/ S. 10.

Über die offenen Programmierschnittstellen, den sogenannten API´s „Application Programming Interfaces” kann der Entwickler auf den Webservices der einzelnen Anbieter zugreifen. Dies geschieht dadurch, dass sich der Entwickler auf der Seite des Anbieters anmeldet und den sogenannten API-Schlüssel erhält. Mit dem API-Schlüssel kann der Entwickler der Applikation auf die Dienste des Anbieters zugreifen. Durch die Verwendung der API´s wird es ermöglicht, vorhandene Webservices auf anderen Seiten zu implementieren, wodurch wiederum neue Funktionalitäten entstehen. In diesen Zusammenhang hat sich der Begriff „Mashup“ gebildet, was aus dem englischen überbesetzt "vermischt" bedeutet. [26][27] Die Programmierung wird von jedem Anbieter anders realisiert. Google-Maps verwendet Java Script und bei Amazon wird mittels REST, SOAP oder XML-RPC programmiert. Beispielsweise stellt XML-RPC einfache, XML-basierte Protokolle zur Verfügung, welche Anfragen und Übertragungen ermöglichen. Dies kann mit den HTTP Requests von Ajax verglichen werden. Durch die Anfragen über den API's an den Webservices, wird eine strukturierte XML-Code-Seite mit einer Auflistung der Inhalte zurückgeliefert.[28] Bekannte Beispiele sind unter anderem das Google-Maps-API und die Product Advertising API von Amazon.


7.1.2.1 Google Maps API

Das Google Maps-API ermöglicht es den Karteninhalt von Google Maps in andere Webseiten mittels JavaScript zu implementieren und mit anderen Webservices zu verbinden. Beispielsweise werden Funktionalitäten von Google Maps mit Wikipedia verbunden, wodurch eine Weltkarte mit Referenzen zu den Einträgen im Wikipedia entsteht.[29]

7.1.2.2 Product Advertising API

Durch die Schnittstelle der „Product Advertising API“ wird der Zugriff auf Amazon´s Produktdaten und Funktionen ermöglicht. Über die API wird die Suche nach Produkten oder die Anzeige von Kundenrezensionen realisiert. Desweiteren können nach ähnlichen Produkten gesucht und unterschiedliche Darstellungsarten angezeigt werden.[30]

7.2 Web 2.0 Anwendungen als Cloud

Mittlerweile gibt es viele Unternehmen, die eine Onlinedatenspeicherung anbieten, um zum einen ein von jedem Ort aus erreichbares Backup von häufig genutzten Daten zu ermöglichen und zum anderen ein bequemes Teilen online gehosteter Dateien mit Kollegen oder Freunden zu ermöglichen, anstatt sperrige E-Mail-Anhänge verschicken zu müssen. Diese Services werden oft mit Web 2.0 Anwendungen verknüpft, um den Nutzern eine effiziente Möglichkeit des File-Sharing und Editing zu bieten, ohne dabei den lokalen Speicher zu verwenden.

7.2.1 Bereits verfügbare

7.2.1.1 Box.net

Abbildung 5: Box Eco-SystemQuelle:http://www.box.net/features/platform
Abbildung 5: Box Eco-System
Quelle:http://www.box.net/features/platform

Box.net gehört zu einer der vielseitigsten Anbieter von Webhosting Services.

Die Kernfunktionen von Box.net sind:
  • das Hochladen beliebiger Dateien in das private Benutzerkonto
  • das Teilen ausgewählter Files mit anderen Usern - auch mit nicht bei Box.net registrierten Anwendern
  • das Taggen und Kommentieren von Dateien zur besseren Auffindbarkeit

Darüberhinaus ist Box.net mit einer Reihe von bekannten Web-2.0-Diensten sehr eng verknüpft. Über das sogenannte OpenBox-API kann die Verknüpfung der Funktionen von externen Webservices mit Box.net hergestellt werden, die den Mitgliedern eine direkte Weiterbearbeitung der abgelegten Dateien ermöglicht. Unter anderem gehören Office-Anbieter und Bildbearbeitungsdienstleister wie Zoho und Picnik oder auch die Dokumenten-Plattform Scribd, zu den OpenBox Partnern, durch deren Verknüpfung mit Box.net, das Anschauen und Bearbeiten, Editieren und Veröffentlichen von gespeicherten Office-Dokumenten, Fotos, PDF's oder CAD Files realisiert werden kann.

Außerdem ermöglicht Box.net seinen Mitgliedern, Files an Facebook-Kontakte zu verschicken, auf dem eigenen Profil auf Facebook oder auch FriendsFeed zu veröffentlichen oder allen Twitter-Followern in einem Tweet zum Download zur Verfügung zu stellen. Durch die Verknüpfung mit anderen Webdiensten wird Box.net zu einem empfehlenswerten Dienst und gibt im Rahmen des Cloud Computing einen Vorgeschmack für die kommenden Monate und Jahre. Egal ob Musik, Fotos, Videos oder andere Dokumente, all dies kann online gespeichert, bearbeitet und mit anderen geteilt werden, ohne sie auf der lokalen Festplatte zu speichern. [31][32]

Box.net richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Unternehmen und bietet drei Nutzungsmodelle an:[33]
  • Lite : 5 Collaboration Folders, 1 GB of Storage, 25MB of File Uploads
  • Individual: 5 Collaboration Folders, 5 GB of Storage, 5GB of File Uploads, E-mail Support, Faster Uploads
  • Business: Unlimited Collaboration folders 30 GB+ of Storage, 1 GB file uploads Dedicated Phone Support ,Faster Uploads, Version History, Custom Branding, Admin Console, Full Document Search

7.2.1.2 Microsoft Online Services

Laut PCWelt hat Microsoft seit April diesen Jahres, seinen neuen Dienst "Microsoft Online Services" gestartet. Damit wird die sofortige Nutzung von diversen Microsoft-Produkten als Online-Version ermöglicht. Für Firmenkunden sind die Online-Versionen der Dienste für einen monatlichen Betrag pro Anwender nutzbar.

Microsoft Online Services bietet folgende Produkte zur Auswahl:
  • Microsoft Exchange Online (inklusive Exchange Hosted Filtering und ForeFront for Exchange): 8,52 Euro pro Nutzer/ Monat
  • Microsoft SharePoint Online (inklusive ForeFront for SharePoint): 6,18 Euro pro Nutzer/ Monat
  • Microsoft Office Communications Online: 2,13 Euro pro Nutzer/Monat
  • Microsoft Office Live Meeting: 3,83 Euro pro Nutzer/Monat
  • Exchange Online Deskless Worker: 1,70 Euro pro Nutzer /Monat
  • SharePoint Online Deskless Worker: 1,70 Euro pro Nutzer/ Monat


Für Unternehmen sind diese Dienste sowohl als Einzeldienste als auch als Pakete buchbar. All die im Rahmen des Microsoft OnlineServices zur Auswahl stehenden Produkte, sind im Business Productivity Online Suite (BPOS) enthalten. Der Preis für das BPOS-Packet beträgt 12,78 Euro pro Nutzer/Monat. Das Deskless Worker Online Paket, bestehent aus Exchange Online Deskless Worker und Sharpoint Online Deskless Worker, ist zu einem Preis von 2,56 Euro pro Nutzer /Monat buchbar. Außerdem kann Microsoft Online Services 30 Tage lang gratis genutzt werden.[34]

7.2.1.3 LotusLive

Auch IBM bietet eine cloudbasierte Kollaborationslösung an, den Online-Dienst "LotusLive". Dieser Online-Service stellt eine Vereinigung von E-Mail-, Instant-Messenger-, Filesharing- und Webkonferenz-Funktionen aller Online-Collaboration-Tools von Lotus dar und dient hauptsächlich Unternehmen zur Erleichterung von Interaktionen zwischen Firmen, ihren Partnern und Kunden. Die Kernaufgabe von LotusLive ist die Organisation und Durchführung von Meetings. Es können Funktionen zum Hochladen von Dateien, zum Erstellen von Online-Charts oder zum Anlegen und Verfolgen von anderen Aktivitäten gruppiert werden. Dabei handelt es sich um kleine Teilprojekte, denen sich Aufgaben und Bearbeiter zuordnen lassen. Mit Hilfe von LotusLive können Kontakte mit Outlook und Notes synchronisiert und Personen innerhalb des Dienstes gruppiert und verlinkt werden. Zukünftig soll eine Anbindung an den VoIP-Service Skype, das Social Network LinkedIn und die CRM-Anwendungen von Salesforce.com erfolgen.

Desweiteren soll es neue Collaboration-Software und Entwicklerwerkzeuge für Blackberry-Smartphones geben, um Nutzern den Zugriff auf auf ODF-basierte Dokumente, Präsentationen und Tabellen von Lotus Symphony sowie auf die Web-2.0-Teamsoftware Lotus Quickr zu ermöglichen.

Zur Zeit gibt es keine Aussagen von LotusLive.com bezüglich des monatlichen Mietpreises. Es wurden jedoch im Vorfeld Preise zwischen 10 und 45 US-Dollar pro Teilnehmer/Monat erwähnt. Der Online-Dienst kann aber auch 30 Tage lang kostenlos getestet werden. [35][36]

7.2.1.4 Sonstige

Neben den bereits vorgestellten Anbietern gibt es viele andere , die Online Dienste via Cloud Computing anbieten.

Unter anderem sind es Online Dienste wie:[37]
  • Google Apps: Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Kalender und Maildienst
  • Edit Grid: Online-Tabellenkalkulation
  • Zoho: Umfangreiche Websuite
  • Photoshop Express: Online-Bildbearbeitung
  • Windows Live
    • Skydrive: Kostenloser Web-Speicher, mit einer Kapazität von 25GB
    • Sync: Synchronisatieren von mehreren PCs oder Notebooks
    • Mesh: Synchronisieren und Abspeichern von Daten auf Microsoft Servern
  • Office Live Workspaces: Erstellung und Sharing von Dokumenten, Terminen, Aufgaben, Kontakten etc.

7.2.2 Zukünftige

Es sind einige Projekte in Sicht, die in naher Zukunft als Cloud verfügbar sein werden. Dabei handelt es sich unter anderem um "iCloud", dem virtuellen Desktop von der Firma Xcerion und den "OnLive" Videospielanbieter. Beide Projekte befinden sich mittlerweile in der Betaphase.

7.2.2.1 iCloud

Die Schwedische Firma Xcerion biete ein kostenloses Cloud-Computing-Anwendung mit den Namen „iCloud“ an. Die Anwendung befindet sich zurzeit noch in der Betaphase.Der virtuelle Desktop und deren Anwendungen sind zurzeit nur mit dem Internet Explorer nutzbar,nur eine Firefox-Variante ist noch in der Alphaphase der Entwicklung und ist eingeschränkt nutzbar. Der Benutzer bekommt mit iCloud einen kompletten Desktop-Rechner inklusive eines Office-Paktes, Kommunikationssoftware und weitere 30 Programme. Das Design des Desktops stellt eine Mischung von Windows XP und Vista dar. Der Speicherplatz beträgt zurzeit 3 GB.[38]

Technologie
Xios 3 ermöglicht es im Webbrowser Anwendungen mit sehr komplexen Benutzerschnittstellen auszuführen . Es werden mehrere Fenstertechniken und fortgeschrittene Daten Feeds unterstützt ohne die Installation von Plug-Ins, wie Flash oder JRE. Mit der Entwicklungsumgebung Xcerion Integrated Development Environment / 3 (XIDE / 3) kann mit geringen Aufwand komplexe Software entwickelt werden. Es wird ein komplettes XML-Internet-Betriebssystem dem "Business-Logik" im Webbrowser angeboten, bei dem alle Benutzerschnittstellen und Daten im XML-Format vorzufinden sind. Durch die Verwendung von XML konnte ein Betriebssystem entwickelt werden, das aufgrund der relativ kleinen Anwendungen, eine schnelle Reaktionszeit mit einer niedrigen Bandbreite im Internet erlaubt. Darüberhinaus können Daten automatisch zwischen den verschiedenen Anwendungen umgewandelt werden und mehrere Anwendungen können gleichzeitig auf ein Dokument zugreifen. Die Sicherung der Daten erfolgt zentral auf dem Server und ist versions- und transaktionskontrolliert.

Architektur
Das Xios / 3 besteht aus drei Schichten:

  • User Experience Layer
  • Business Logic Layer
  • Domain mit Data & Communication Layer

Die XML-Virtual Machine und UI-Komponenten im Business-Layer, bilden den Kern der Funktionalität des Xios / 3. Die XML-Virtual Machine ist eine Client- Anwendung, wobei der Server die XML-Prozesse interpretiert. Die XIDE / 3 generiert die erforderlichen XML-Dateien für die XML-Virtual Machine automatisch , die dann in den Anwendungen verwendet werden. Der Xios-Desktop und andere Komponenten sind in XLM beschrieben, was Xios zur offen Entwickler-Plattform macht.

Abbildung 6: Client Desktop Application Orchestration EngineQuelle: http://xcerion.com/technology/
Abbildung 6: Client Desktop Application Orchestration Engine
Quelle: http://xcerion.com/technology/

Darstellung des iCloud-Desktops

Nach Eingabe der Webadresse "http://icloud.com" im Internet Explorer und Anmeldung, befindet sich der Benutzer auf dem Desktop. Oberhalb des Desktop befinden sich die Anwendungen, wie z.B. der E-Mail-Client oder der Mediaplayer. Im rechten Bereich des Desktop befindet sich eine Sidebar, mit kleinen, interessanten Anwendungen die vom Benutzer platziert werden können, wie z.B. ein Kalender oder ein Instant Messenger. Links am Rand befindet sich das Startmenü, über das unterschiedliche Anwendungen gestartet oder die Einstellungen des Systems modifiziert werden können. Mit der WebDAV-Unterstützung wird ein direkter Zugriff vom Windows Explorer auf den icloud-Speicher ermöglicht. Benutzer können untereinander komplette Ordner oder auch nur einzelne Dateien freigeben, wodurch der Austausch von Daten vereinfacht ermöglicht wird, da jeder durch Benutzer-Freigaben die Daten freigeben kann.

Einige ausgewählte Anwendungen:

  • Mail
  • Instant Messaging
  • Photo Organizer
  • File Explorer
  • Music & Video Player
  • Write
  • Calendar
  • Contacts
  • Games
Abbildung 7: icloud - DesktopQuelle: http://icloud.com/de/get-to-know
Abbildung 7: icloud - Desktop
Quelle: http://icloud.com/de/get-to-know


Abbildung 8: icloud - Anwendungen - E-MailQuelle: In Anlehnung an : http://icloud.com/de/get-to-know
Abbildung 8: icloud - Anwendungen - E-Mail
Quelle: In Anlehnung an : http://icloud.com/de/get-to-know
Abbildung 9: icloud - LaufwerkeQuelle: http://icloud.com/de/get-to-know
Abbildung 9: icloud - Laufwerke
Quelle: http://icloud.com/de/get-to-know
Abbildung 10: icloud - FilesharingQuelle: http://icloud.com/de/get-to-know
Abbildung 10: icloud - Filesharing
Quelle: http://icloud.com/de/get-to-know

7.2.2.2 OnLive

Die Firma „OnLive“ möchte als On-Demand-Anbieter hardwarelastige Spiele für leistungsschwache PC-Systeme der Kunden anbieten. Dies wird dadurch realisiert, dass die Videospiele auf den Onlive-Servern berechnet, geändert und durch schnelle DSL-Leitungen, mittels einer hohen Kompression, als Videostream zurückgeschickt werden. Der Kunde benötigt dabei nur einen Webbrowser-Plug-In oder alternativ eine Mikro-Konsole mit einer HDMI-Schnittstelle für ein Fernsehgerät oder für ein Projektor. Diese Mikro-Konsole besitzt eine CPU mit einer minimalen Prozessorleistung. [39][40]

Technische Daten:

  • Auflösung / Bandbreite:
    • SD-Qualität (640 x 480 Pixel) 1,5 MBit
    • 720p (1280 x 720 Pixel) 5 MBit
    • 1080p (1920 x 1080 Pixel) noch nicht geplant, theoretisch ca. 10 MBit

Vorteile:

  • Kein Kauf von teurer Hardware.
  • Software ist relative günstig, da SaaS.
  • Geringere Hardwareanforderungen auf der Anwenderseite, da der Webbrowser nur noch ein Video-Stream vom Game-Server bekommt.
  • Läuft auf unterschiedlichen Systemen (Webbrowser-Plug-In).

Nachteile:

  • Hohe Bandbreite bei höheren Auflösungen.
  • Spiele die einen hohen Wiederspielwert haben verursachen höhere Kosten.
  • Anzahl der Spiele ist gering.
  • Keine Aussage über die Multiplayerfähigkeit.

Start:

USA: Winter 2009
EU: 2010

Partner von OnLive:

  • Atari
  • Codemasters
  • Eidos
  • Electronic Arts
  • Epic
  • Take Two
  • THQ
  • Ubisoft
  • Warner Bros

Games:

  • Lego Batman
  • Unreal Tournament 3
  • Crysis Warhead
  • ...

7.2.2.3 Weitere

Auch weitere Unternehmen unter anderem Sony bemühen sich um Cloud Services. Sony hat einen Patentantrag für Playstation-Cloud beim US-Patent and Trademark Office eingereicht, der eine Reihe von Diensten rund um Medien wie Audio, Video und Magazine auflistet.[41]

8 Mögliche Synergieeffekte

8.1 Technische

Durch die Auslagerung eines großen Teils der lokalen Anwendungen und der IT-Infrastruktur zu dem sogenannten Service Cloud Provider, kann sich das Unternehmen auf seine Kernkompetenzen, wie B2B oder B2C konzentrieren. Dabei werden IT-Aufgaben wie das Implementieren, das Updaten von neuen Releases (Patch-Management), die laufenden Erweiterungen und Fehlerbereinigungen sowie die Sicherung der Daten vom Anbieter der Cloud-Anwendung übernommen . Das Cloud-Computing Prinzip sieht die Unterstützung von verteilten Gruppen und Organisationen vor, das heißt Mitarbeiter können von Zuhause aus oder Unterwegs, per Webbrowser auf die Anwendungen zugreifen. Dadurch sind Mitarbeiter nicht an dem Arbeitsplatz in der Firma gebunden und können somit ortsunabhängig Tätigkeiten ausführen.[42] Durch die Verwendung von XML können schnelle und leistungsstarke Anwendungen entwickelt werden. Dies ist unter anderem aus dem Projekt "iCloud" ersichtlich. "...Several parts of traditional development have been eliminated due to the synergies, making the development more rapid and reliable than ever before..." und "...Given that everything is defined in XML creates enormous synergies and unleashes the innate power of XML, yielding the most flexible, extensible and powerful operating system ever created".[43]

8.2 Wirtschaftliche

Das Konzept des Cloud Computing bietet Potenziale, um Kosten im Bereich der IT zu senken. Darunter ist der Bezug von IT-Leistungen von externen Anbietern über das Internet zu verstehen. Der Nutzen liegt in den geringeren Ausgaben für Lizenzen, Betrieb und Weiterentwicklung und auch für Anschaffungen der internen Server-Strukturen. Darüber hinaus könnte der Energieverbrauch im internen Rechenzentrum gering gehalten werden, da zusätzlich benötigte Rechenleistungen je nach Bedarf abrufbar sind. Dienstleistungen werden volumengerecht nach Nutzungseinheiten abgerechnet ohne dabei an langfristige Verträge gebunden zu sein. Auch die Web 2.0 Technologie trägt zur Reduzierung von IT-Kosten bei, in dem durch bestimmte Anwendungen des Web 2.0, schnellere und effizientere Applikationen entwickelt werden, die weniger Zeit und Ressourcen benötigen.[44] Durch die Verzahnung von Web 2.0 Anwendungen in der Cloud werden weitere IT-Kosten, sowie Ressourcen und auch Zeiten eingespart, so dass Synergien entstehen.

9 Schlussbetrachtung

Das Prinzip des Cloud Computing ist ziemlich verlockend. Der Anwender braucht nur einen Internetzugang. Seine Dokumente wie Texte, Bilder, Musik etc. werden zukünftig nicht mehr auf der lokalen Festplatte erstellt, gespeichert und bearbeitet, sondern online in der Cloud. Vor allem Unternehmen und Anbieter von Internetdiensten profitieren von diesem Konzept, da dies eine interessante und kostensparende Option darstellt. Dabei werden sowohl Software-Applikationen als auch kostenintensive Hardware in Form von Netzwerkrechnern nicht mehr lokal betrieben, sondern in Form von Kapazitäten in der Cloud angemietet. Viele bekannte Unternehmen unter anderem auch Amazon bieten bekannten Web-2.0-Diensten und Internetseitenbetreibern die Möglichkeit, ihre Datenbanken und Software bei Amazon laufen zu lassen. Durch Ressourcen-Effizienz bzw. Outsourcing entstehen dabei Kostenvorteile und dementsprechend auch Synergien. Mittlerweile gibt es eine große Anzahl von Unternehmen, die sich mit Projekten, wie Software Anwendungen als Cloud, virtuelle Desktops als Cloud oder auch Online Games als Cloud, befassen. Das Ziel ist Internetnutzern über dem Browser eine Umgebung zu schaffen, die optisch und funktionell dem lokal installierten Betriebssystem und der Software gleicht. Langfristig ist zu erwarten, dass sich auch weitere Unternehmen in diese Richtung bewegen, um verstärkt nach derartigen Lösungen suchen.

10 Fußnoten

  1. Vgl. Friedman (2007) Seite 31-35.
  2. Vgl. O'Reilly (2005) Web 2.0: Compact Definition
  3. Vgl. Alby (2008), S. 21.
  4. Vgl. Alby (2008), S. 71.
  5. Vgl. Alby (2008) S. 89.
  6. Vgl. Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik - Social Software
  7. Vgl. Alby (2008) S. 142-143.
  8. Vgl. Friedman (2007) S. 621.
  9. Vgl. Friedman (2007) S. 627.
  10. Vgl. WEB 2.0: AN INTRODUCTION
  11. Vgl. T-Systems Enterprise Services GmbH, White Paper Cloud Computing
  12. Vgl. IT-Wissen, Definition Cloud Computing
  13. Vgl. Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik
  14. Vgl. Netzwertig.com, 3 Formen des Cloud Computing
  15. Vgl. IBM Cloud Computing
  16. Vgl. Computerwoche - Knowledge Center
  17. Vgl. Google App Engine
  18. Vgl. Computerwoche - Knowledge Center
  19. Vgl. PCWELT
  20. Vgl. Faz.net
  21. Vgl. Lanline, IBM's Blue Cloud Initiative
  22. Vgl. Spiegel.de
  23. Vgl. Keeping IT Grounded
  24. Vgl. Definition - Schnittstelle
  25. Vgl. Definition - Verbindungsarten
  26. Vgl. Friedman (2007) S. 625.
  27. Vgl. Programmierschnittstellen wesentlich für Web 2.0
  28. Vgl. Friedman (2007) S. 626.
  29. Vgl. Anschauliches Beispiel zwischen der Verbindung von Google Maps und Wikipedia
  30. Vgl. Product Advertising API
  31. Vgl. Box.net - Features
  32. Vgl. Netzwertig.com - Box.net startet auf deutsch
  33. Vgl. Box.net Pricing
  34. Vgl. PCWELT - Microsoft Online Services Gestartet
  35. Vgl. heise.de LotusLive engage am Start
  36. Vgl. ZDNet.de IBM stellt cloudbasierte Kollaborationslöesung LotusLive vor
  37. Vgl. PCWELT - Online Dienste via Cloud Computing
  38. Vgl. Computerwoche - Ein virtueller PC in der Cloud
  39. Vgl. OnLive
  40. Vgl. SFT Live
  41. Vgl. Golem.de Sony stellt Patentantrag für PS-Cloud
  42. Vgl. Computerwoche - Nutzenbetrachtung
  43. Vgl. Xcerion, How is XIOS/3 different
  44. Vgl. Unternehmer.de Cloud Computing senkt IT-Kosten


11 Literatur- und Quellenverzeichnis

Jürgen Schiller Garcia, D3:Scill Web 2.0 Repository
Web 2.0 Buzz Time bar, abgerufen am 11.06.2009 von Site:
http://www.scill.de/content/2006/09/21/web-20-buzz-zeitstrahl/
Tim O'Reilly, O'Reilly radar, 01.10.2005

Web 2.0: Compact Definition?, abgerufen am 11.06.2009 von Site:
http://radar.oreilly.com/archives/2005/10/web-20-compact-definition.html
Maurice (2007)
Maurice, F.: Web 2.0 Praxis AJAX, Newsfeeds, Blogs, Microformats, 3. überarbeitete Auflage, Markt+Technik Verlag, München 2007
Friedman (2007)
Friedman, V.: Praxisbuch Web 2.0, 1 Auflage, Galileo Computing, Bonn 2007
Alby (2008)
Alby, T.: WEB 2.0 Konzepte,Anwendungen,Technologien, 3. überarbeitete Auflage, Carl Hanser Verlag, München 2008
Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik

abgerufen am 09.06.2009 von Site: http://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-enzyklopaedie/lexikon/daten-wissen/Wissensmanagement/Soziales-Netzwerk/Soziale-Software
The huge cloud lens bubble map web 2.0, 11.11.2005
abgerufen am 09.06.2009 von Site: http://nonfiction.ig-gestaltung.de/archives/2005/11/11/the-huge-cloud-lens-bubble-map-web20/

WEB 2.0: AN INTRODUCTION, 09.02.2009
abgerufen am 09.06.2009 von Site: http://explainingcomputers.com/web2.html
ITWissen Das große Online-Lexikon für Informationstechnologie, 12.06.2009
Cloud-Computing, abgerufen am 11.06.2009 von Site: http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Cloud-Computing.html

Marcel Weiss, 11.03.2009
3 Formen des Cloud Computing, abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://netzwertig.com/2009/03/11/3-formen-des-cloud-computing/
Cloud Computing - Zugriff auf Ihre Anwendungen
abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://www-05.ibm.com/de/cloud/

Computerwoche - Markus Stäuble, 22.10.2008

Cloud Computing Ablaufplattformen im Vergleich, abgerufen am 10.06.2009 von Site:
http://www.computerwoche.de/knowledge_center/software_infrastruktur/1876567/index2.htm
Google App Engine

What Is Google App Engine?, abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://code.google.com/intl/de-DE/appengine/docs/whatisgoogleappengine.html
Computerwoche - Cloud Computing

Cloud Computing Ablaufplattformen im Vergleich, abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://www.computerwoche.de/knowledge_center/software_infrastruktur/1876567/index3.html
PC-Welt, Blue-Cloud, 21.01.2008

IBM setzt auf Computing-Wolken, abgerufen am 11.06.2009 von Site: http://www.pcwelt.de/news/business/1853165/ibm_setzt_auf_computing_wolken/
FAZ.NET, Holger Schmidt, 13.06.2009

Internetgiganten kämpfen um die Wolke, abgerufen am 11.06.2009 von Site: http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~E1F5DC58852F24B3F9DC6AA81B0DF3977~ATpl~Ecommon~Scontent.html
LANline, Stefan Mutschler, 11.02.2009

IT-Management IBMs Blue-Cloud-Initiative, abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://www.lanline.de/articles/ibms_blue-cloud-initiative:/2009002/31835642_ha_LL.html?page=2
Spielgel Online, Matthias Kremp, 28.10.2008

WINDOWS AZURE - Microsoft greift nach der Wolke, abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,586932,00.html
Dale Vile, 27.04.2008

Cloud Computing and Web 2.0, abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://keepingitgrounded.blogspot.com/2008/04/cloud-computing-and-web-20.html
Bullhost
Definition bzw. Erklärung: Schnittstelle, abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://www.bullhost.de/s/schnittstelle.html
PC-Welt, API-Portal, 06.11.2008

Programmierschnittstellen wesentlich für Web 2.0, abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://www.pcwelt.de/start/software_os/online/news/187580/programmierschnittstellen_wesentlich_fuer_web_20/
Wikimapia
Verbindung zwischen Wikipedia und Google-Maps, abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://wikimapia.org/
Amazon Produktdaten für die Webseite
Product Advertising API, abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://partnernet.amazon.de/gp/advertising/api/detail/main.html#highlights
Andree Josef, Flickr, Mashup und API
Flickr, Mashup und API, abgerufen am 10.06.2009 von Site: http://www.netz-etage.de/web20/
BOX-NET
Box Eco-System, abgerufen am 11.06.2009 von Site: http://www.box.net/features/platform
Netzwertig.com, Martin Weigert, 21.10.2008

Box.net startet auf Deutsch: Was die Cloud heute schon alles kann, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://netzwertig.com/2008/10/21/boxnet-startet-auf-deutsch-was-die-cloud-heute-schon-alles-kann/
PC-Welt, Panagiotis Kolokythas, 24.04.2009

Microsoft Online Services, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://www.pcwelt.de/start/software_os/office/news/197135/microsoft_online_services_sind_gestartet/
Heise-Online, Volker Weber, 07.04.2009

IBMs Online-Angebot LotusLive Engage am Start, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://www.heise.de/newsticker/IBMs-Online-Angebot-LotusLive-Engage-am-Start--/meldung/135911
ZDNET.de, Björn Greif, 20.01.2009

IBM stellt cloudbasierte Kollaborationslösung LotusLive vor, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_investition_software_ibm_stellt_cloudbasierte_kollaborationsloesung_lotuslive_vor_story-39001022-39201403-1.htm
PC-Welt, Hans-Christian Dirscherl, 13.08.2009

Diese Online-Dienste bieten Google, Microsoft & Co. via Cloud Computing, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://www.pcwelt.de/start/dsl_voip/online/praxis/195369/diese_online_dienste_bieten_google_microsoft_co_via_cloud_computing/index3.html
Computerwoche, 08.05.2009

Ein virtueller PC in der Cloud, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://www.computerwoche.de/knowledge_center/virtualisierung/1895192/
Computerwoche, 12.06.2009

Facebook zieht vorbei: Nutzerschwund zwingt MySpace zu Entlassungen, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://www.computerwoche.de/knowledge_center/web/1898205/
Xcerion, icloud
Xcerion - Technology , abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://xcerion.com/technology/
Xcerion, icloud - Feature
iCloud - Feature, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://icloud.com/de/get-to-know
Onlive - Cloud Computing(Gaming) - Anwendung
Onlive - Cloud Computing(Gaming)-Portal, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://www.onlive.com/index.html

SFTlive, Alexander Geltenpoth, 01.04.2009
OnLive: Die Zukunft der Spiele?, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://www.sftlive.de/aid,680464,page1.cfm
Venturebeat - Digital Media, Dean Takahashi, 23.03.2009
New OnLive service could turn the video game world upside down, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://venturebeat.com/2009/03/23/steve-perlmans-onlive-could-turn-the-video-game-world-upside-down/
Golem.de, 31.03.2009 Sony stellt Patentantrag für Playstation-Cloud, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://www.golem.de/0903/66230.html
Comuterwoche, Frank Sempert, Marktforschungs- und Beratungshaus Saugatuck Technology Cloud FAQ, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://www.computerwoche.de/knowledge_center/software_infrastruktur/cloud-computing/faq/#5.%20Welchen%20Nutzen%20bringt%20Cloud%20Computing%20Unternehmen?

Unternehmer.de, 23.04.2009

Von wegen Wolkenkuckucksheim...Cloud Computing senkt IT-Kosten!, abgerufen am 13.06.2009 von Site: http://www.unternehmer.de/wissen/beitrag/71/how-tos/635/von_wegen_wolkenkuckucksheim___cloud_computing_senkt_it-kosten%2521
Persönliche Werkzeuge