Tablet Computing in Krankenhäusern
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Dortmund |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Prof._Dr._Uwe_Kern |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | Tablet Computing |
| Autor(en): | Dennis Schröder, Sven Matuschzik |
| Studienzeitmodell: | Abendstudium |
| Semesterbezeichnung: | |
| Studiensemester: | 2 |
| Bearbeitungsstatus: | begutachtet |
| Prüfungstermin: | |
| Abgabetermin: | |
Inhaltsverzeichnis |
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| KIS | Klinik Informationssystem |
| WLAN | Wireless Local Area Network |
| USB | Universal Serial Bus |
| PDA | Personal Digital Assistent |
| VGA | Video Graphics Array |
2 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | EHCI Ranking 2009 |
| 2 | Studie zur Ausgabeneffizienz |
| 3 | Convertible Tablet |
| 4 | Slate Tablet |
| 5 | UMPC Tablet |
| 6 | Motion c5 (Motion Computing) |
| 7 | Studie zur Marktentwicklung 2009 |
| 8 | Mobile Visite |
3 Einleitung
3.1 Entwicklung zum Tablet
Schon Mitte des 20. Jahrhunderts gab es die ersten Generationen von Computern. Diese waren zur heutigen Zeit aber eher primitiv ausgestattet. "Die erste Computergeneration basierte auf Elektronenröhren als Schaltelemente - sie erreichten eine Leistung von maximal einigen tausend Additionen pro Sekunde. Die ENIAC gilt als Urvater dieser Generation." [1] Mit der Weiterentwicklung von Hardware und Programmiersprachen entwickelte sich auch der Computer weiter. Hilfsmittel waren die Entwicklung des Transistors 1959, sowie die ersten problemorientierten Programmiersprachen Fortran und COBOL. Die Abmessungen eines Computers in dieser Zeit waren aber noch recht groß, was diese für die damalige Zeit sehr teuer machte. Mit der Entwicklung des Transistors, welcher ein aktiver elektronischer Halbleiterbauelement ist und in Mikroprozessoren und Halbleiterbauelementen eingesetzt wird, [2] sowie neuen Programmiersprachen konnten kleinere, viel leistungsfähigere Computer gebaut werden.
Erste Standards wie Multitasking, gleichzeitiges Aktivieren und Benutzen von Tasks (Arbeitsschritte)[2], sowie Time-Sharing wurden etabliert. Beim Time-Sharing handelt es sich um eine Ablaufplanungsstrategie, bei der mehreren Prozessen zeitgleich Prozessorleistung zur Verfügung gestellt wird. [2]
Mit dem technischen Fortschritt im Bereich Hardware und Programmiersprachen wurde der Grundstein für den ersten Personal Computer geschaffen. Angetrieben von der Idee des eigenen Personal Computers versuchten mehrere Hersteller und Hobbytechniker den ersten marktreifen Personal Computer zu veröffentlichen, der den Ansprüchen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen genügte. Anfang der 70er Jahre waren die ersten Computer noch für versierte Techniker gedacht, diese wurden den Anforderungen aber schnell nicht mehr gerecht. Im Jahr 1981 gelang mit dem VC-20 Commodore als Desktopvariante und dem Osbourne- 1 als erste Generation eines tragbaren PCs der Durchbruch im Mainstream Bereich. [1]
Während in den 80er und 90er Jahren speziell durch Standardisierung, Optimierung des Betriebssystems, sowie kaufmännische Aspekte die ersten Desktopvarianten großen Erfolg verbuchen konnten, so veränderte sich das Consumerverhalten im 21 Jahrhundert hin zum mobilen PC. Mit verändertem Nutzenverhalten und rapider Zunahme von Internetdiensten im privaten und beruflichen Bereich wurden Faktoren wie Collaboration, Mobile Computing immer wichtiger. Collaboration (englisch = Zusammenarbeit) ist eine andere Art des "Teamworks", das mehr die unmittelbare Zusammenarbeit im persönlichen Kontakt bezeichnet. Spezielle Bedeutung erhält der Begriff im Zusammenhang mit Software dort bedeutet es eine Mischung aus Kommunikation, Arbeitsprozesse und Dokumentenmanagement in unterschiedlichen Zusammensetzungen. [3]
Unter Mobile Computing versteht man die Datenkommunikation eines mobil betriebenen Computers mit anderen stationären oder mobilen Computern. Die Kommunikation kann dabei über Mobilfunknetze und WLANs erfolgen unter Benutzung des Internet. [2] Mit zunehmender Kaufinteresse der Konsumenten, entwickelte sich dieser Markt zum Massenerfolg der PC Industrie. Waren es am Anfang noch schwere, unflexible und teure tragbare PCs mit kaum Schnittstellen und Unterstützung von Betriebssystem sowie Drittanbieterapplikationen, so ist es heute genau das Gegenteil. Die Entwicklungsstufen sind von einem Laptop, Notebook über das Netbook, hinzu Tablet PCs.
Unter Laptop versteht man ein kleinen, transportablen, akkubetriebenen Personal Computer, der für den Betrieb „auf dem Schoß“ konzipiert ist. [2] Laptops werden immer mehr durch Netbooks ersetzt, die ein akkubetriebener Klein-PC mit aufklappbarem Bildschirm in der Größe eines DIN A4-Blattes mit nur wenigen Zentimetern Höhe sind. Beim Netbook handelt es sich um mobile Kleinstcomputer, die wegen ihres geringen Preises und der eingeschränkten Funktionalitäten unterhalb der Subnotebooks angesiedelt werden können. [2]
Der Begriff Tabelt PC stammt aus dem Englischen (tablet englisch =Schreibtafel und Notizblock) und wurde 2002 erstmals von Microsoft eingeführt. [4] Man kann Tablet PCs als Mischform aus PDA und Notebook betrachten . Dies bedeutet von der Ausstattung ähneln sie sehr dem Notebook, die intuitive Bedienung haben sie vom PDA übernommen. Sie bilden genau wie die anderen PC Typen (Desktop, Notebook, Netbook) der heutigen Generation die von Neumann Architektur ab. Der Rechner besteht aus fünf Funktionseinheiten, dem Steuerwerk, dem Rechenwerk, dem Speicher, dem Eingabe- und Ausgabewerk. [5] Des Weiteren bietet es alle gängigen Schnittstellen, wie USB, Bluetooth, WLAN etc. sofern es der Hersteller implementiert.
Die Bedienung erfolgt entweder mit einem Stift auf einem berührungsempfindlichen Bildschirm, über eine notebook-ähnliche Tastatur oder wie bei den neusten Generationen über ein Touchscreen. Die Tablet PCs wurden genau wie die ersten Desktop PCs für spezielle Anwendungsbereiche konzipiert. Vor allem in Bereiche, bei denen es um Datenerfassung geht sind diese spezielle Generation von PCs im Einsatz. Durch intuitive Bedienung, sowie flexible Gehäuseformen wurde der Tablet PC auch für den Mainstream Bereich sehr interessant. Mit dem Erscheinen des Apple Ipad im April 2010 in den USA und dem folgenden „Hype“ um dieses Gerät sind die Tablet PCs endgültig massentauglich geworden.
3.2 Motivation
„Gut, aber zu teuer“ [6] so bringt Klaus-Peter Schöppner vom Meinungsforschungsinstitut Emnid die Umfrageergebnisse zum deutschen Gesundheitssystem auf den Punkt. Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Weltgesundheitstages mitteilt, betrugen die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland im Jahr 2008 insgesamt 263,2 Milliarden Euro. [7] In dem jährlich veröffentlichten Euro Health Consumer Index (EHCI) wird versucht das Image des teuren Gesundheitswesens zu wiederlegen.
Der Index führt einen objektiven Qualitätsvergleich unter den europäischen Gesundheitssystemen durch, wobei sich Deutschland auf dem 5. Platz befindet. Deutschland taxiert somit im vorderen Bereich jedoch mit leicht fallender Tendenz. Laut diesem Index hat Deutschland ein qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem, welches laut EHCI nur in Einzelbereichen verbessert werden muss. Gut auf der einen Seite, zu teuer auf der anderen.
Auch dies kann mit dem Euro Health Consumer Index wiederlegt werden. Trotz teilweise kräftig steigenden Kosten bei den Krankenkassenbeiträgen (seit Anfang 2010) und Arzneimitteln aus Verbrauchersicht, sind die Ausgaben des Gesundheitssystems im Ganzen nur minimal angestiegen. Setzt man das Bruttoinlandsprodukt von Deutschland und die Ausgaben des Gesundheitssystems ins Verhältnis sind laut Index die Aussagen pauschal nicht haltbar, dass in den vergangenen Jahren eine Ausgabenexplosion im deutschen Gesundheitswesen stattgefunden habe.
[8]
Abb 2: Studie zur Ausgabeneffiziens im Gesundheitswesen von 2007
Jedoch durch die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise wird laut statistischem Bundesamt die Mehrbelastung ab 2009 um 11 % steigen. [7] Viel eher ist jedoch der Maßstab eines Gesundheitssystems die Ausgabeneffizienz, dies bedeutet das Verhältnis von Qualitätsaussagen auf der einen Seite sowie von Gesundheitsausgaben (den Ausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt) auf der anderen Seite dar.
In dieser Rangliste ist Deutschland nur im Mittelfeld zu finden, das heißt der hohe Qulitätsstandard ist mit relativ hohen Kosten verbunden. Die hohen Kosten werden zum größten Teil in der niedrigen Effizienz der Bereiche Gesundheitsverwaltung, medizinische Waren sowie bei ambulante Leistungen verursacht. Um weiter eine Führungsrolle im europäischen Gesundheitswesen einzunehmen müssen diese Bereiche punktuell optimiert werden.
3.3 Zielsetzung und Abgrenzung der Inhalte
Ziel dieser Fallstudie ist es, mögliche Einsatzszenarien von Tablet PCs in Krankenhäusern aufzuzeigen. Es werden die Vorteile und Nebenbedingungen einer möglichen Implementierung aufgeführt. Sieht man sich die Kostenübersicht des statistischen Bundesamts an [7] sind die Kosten im Bereich Krankenhäuser einer der größten Posten des gesamten Gesundheitshaushaltes. Im (teil-)stationären Sektor wurden im Jahr 2008 mit 94,6 Milliarden Euro 3,3% mehr aufgewendet als im Vorjahr. Zu den (teil-)stationären Einrichtungen gehören Krankenhäuser (66,7 Milliarden Euro; + 3,5%), die Einrichtungen der (teil-)stationären Pflege (19,9 Milliarden Euro; + 2,5%) sowie die Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, auf die 8,0 Milliarden Euro (+ 3,6%) entfielen. Auf Grund von mangelnden Ressourcen (Zeit, Man Power) wird auf den Punkt Kosten jedoch nicht im speziellen eingegangen.
Vielmehr soll die Effizienz eines Krankenhauses verbessert werden, speziell in den Bereichen IT Infrastruktur und Medizinisches Personal. Mögliche positive Nebeneffekte einer Effizienzsteigerung sind Kosteneinsaprung und Verbesserung des Supports von Patienten. Dazu werden in dieser Fallstudie mehrere mögliche Einsatzszenarien erläutert, in denen mit Hilfe und Zunahme von Tablet PCs die Effizienz in Krankenhäusern gesteigert werden soll.
4 Übersicht Tablet PCs
4.1 Hardware
Grundsätzlich gibt es noch 3 unterschiedliche Typen von Tablet PCs , die auf dem Markt verfügbar sind.
- Convertible
- Slate
- UMPC
Convertible
Unter einem Convertible versteht man einen Tablet PC, der dieselben Funktionalitäten besitzt wie ein normaler Laptop, das wichtigste Merkmal ist dabei eine Tastatur. Es ist möglich das Display um 180 Grad zu drehen, sodass nachdem das Display auf die Tastatur geklappt wurde eine Stifteingabe erfolgen kann. Die Kombination bzw. Umschalten von Tastatur- und Stifteingabe kann jederzeit während des Betriebs durchgeführt werden. [9]
Slate
Im Gegensatz zu einem ConvertibleTablet PC lassen sich die Slates nur durch den beigefügten Stift und die am Gehäuse angebrachten Funktionstasten bedienen. Das Gehäuse ist dabei das Display, indem alle Hardwarekomponenten( wie Mainboard, CPU etc.) untergebracht sind. Durch Einsparung von Tastatur ist das Slate kompakt und sehr mobil. Optional lässt sich über eine Dockingstation per Bluetooth, Infrarot oder Kabel spezielle Tastaturen und Laufwerke anschließen. [9]
UMPC
„Der ultra mobile PC“ (kurz UMPC) vereinigt Touchscreen, Touchpad und Tastatur in einer Gehäuseform. Der UMPC ist die neuste Generation der Tablet PCs und ist speziell auf Mobilität ausgelegt bei gleicher Funktionalität und hoher Performance. Sie sind in der Regel mit einem 7 Zoll großen Touchdisplay ausgestattet wiegen um die 800g und setzen für eine lange Akkulebensdauer stromsparende Prozessoren von Intel und VIA ein. [9]
4.2 Betriebssysteme
Die meisten Tablet PCs, vor allem Slates werden mit der Microsoft Windows XP Tablet PC Edition ausgeliefert, welches auf dem Betriebssystem Windows XP Professional aufbaut. Dadurch sind alle Applikationen kompatibel zu der Tablet Version, die auch auf Windows XP Professional funktionieren. Des Weiteren wird die Tablet Edition um Zusatzmodule wie z.B. digitale Tintenkontrolle und Handschrifterkennung erweitert. [10]
UMPC und Convertible werden neuerdings auch mit den aktuellen Betriebssystemen Microsoft Windows Vista und Windows 7 ausgeliefert. Es können aber auch alternative Betriebssysteme wie Linux installiert werden oder werden schon vorinstalliert ausgeliefert. Sie bieten gleiche Funktionalitäten bei geringerem Anschaffungspreis für eine Betriebssystemlizenz. [11]
4.3 Tablet Spezialsoftware
Die meisten Anwendungen um ein Tablet PC zu bedienen sind bereits in den Betriebssystemen von Microsoft und in Linux integriert. Dazu gehören z.B. Treiber und Software um den Tablet Stift bedienen zu können oder Benutzung einer virtuellen Tastatur. [10]
Es gibt noch viele weitere Anbieter die ihr Softwareportfolio speziell auf Tablet PCs ausgerichtet haben. Es gibt dort ein weites Spektrum vom kompletten Werkzeug zum Erstellen und Füllen von intelligenten Formularen. [9]
Bis zum klassischen Mindmapping Tool zur Visualisierung von Ideen und Konzepten, sowie einem effektiveren Weg Daten übersichtlich aufzubereiten und zu kommunizieren. [9]
4.4 Zubehör
Beim Zubehör gilt dasselbe wie bei der Spezialsoftware. Mehrere Anbieter haben ein breites Zubehörportfolio. Von Präsentationszubehör über GPS Navigation bis zum herstellerspezifischen Zubehör werden unterschiedliche Produkte angeboten. So können beispielsweise Teilnehmer einer Besprechung ihre Präsentationen der Reihe nach kabellos über das Netz auf den Beamer schicken. Dafür ist ein WLAN VGA Projektor notwendig. [9] oder modellabhängig Dockingsstations für die Anbindung von Tastaturen und Laufwerken.
4.5 Marktübersicht
Laut Bitkom soll der Markt für Tablet PCs überproportional wachsen. Bis zu 25 % mehr verkaufte Tablet PCs werden im Jahr 2010 erwartet bei gleichzeitig „sprunghaftem Anstieg“ des Umsatzes. [12]
Bei solchen Prognosen versuchen immer mehr Hersteller ihre Produkte auf dem Markt zu platzieren und am Erfolg dieser PC Sparte teilzuhaben. Speziell die Slatevariante mit intuitiver Bedienung bei hoher Mobilität wird von den Verbrauchern bevorzugt. Apple ist mit dem kürzlich erschienenen IPAD Marktführer in diesem Segment, hat jedoch wie jeder andere Hersteller Lieferschwierigkeiten.[13]
5 Spezial Tablets für Krankenhäuser
5.1 Hardware
Bei der Anschaffung von mobilen Endgeräten in Krankenhäusern müssen andere Kriterien beachtet werden als im Consumer Bereich. Wesentliche Kriterien sind
- Größe und Gewicht
- Hohe Performance
- Robustheit von Displays
- Größe und Helligkeit des Bildschirms
- Sicherheit
- Akkuverwaltung
- Wireless-Konnektivität
- Optionale Ausstattung
Abb 6: Motion C5 (Motion Computing)
Das medizinische Personal muss jederzeit so mobil wie möglich sein, dies wird durch die schlanke und leichte Slate Tablet Generation erreicht. Diese sind wesentlich dünner als Convertible Tablets und dafür ausgelegt, dass Benutzer selbst im Stehen und Laufen auf ihren Computer zugreifen können. [14]
Mit dem Einsatz von neuster Technologie, z.B. die neuste Intel CPU Technologie, ist es möglich hohe Performance bei gleichzeitiger geringer Wärmeentwicklung zu erreichen. Durch die geringere Wärmeentwicklung liefern die meisten Hersteller die Tablet PCs ohne jegliche Kühler. [14]
Die Displays sind speziell für den Einsatz in Krankenhäusern entwickelt. Viele klinischen Formulare und Bilder lassen sich am besten auf einem Tablet PC mit einem 12,1- Zoll-Bildschirm im Hochformat anzeigen. Diese 12.1- Zoll Bildschirme sind mit speziellem Glas ausgestattet, welches eine bis zu viermal höhere Bruchsicherheit aufweist als herkömmliche Displays. Durch unterschiedliche Lichtverhältnisse im Krankenhaus versehen viele Hersteller ihre Tablets mit einer optionalen View Anywhere-Technologie. Mit dieser Technologie kann die Helligkeit und Kontrast der Anzeige zur optionalen Erkennung des Bildschirminhalts bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen geregelt werden. [14]
Angesichts der Tatsache, dass der Datenschutz fortwährend im Mittelpunkt steht, sind integrierte Sicherheitsfunktionen für einen Tablet PC von größter Wichtigkeit. Hersteller wie Motion bieten mehre unterschiedliche Möglichkeiten den Tablet PC gegenüber Unbefugten zu schützen. Einmal eine biometrische Authentifizierungsmethode durch einen integrierten Fingerabdruckleser.
Zum Anderen durch Einsatz der Trusted Platform Module (TPM) wird das Risiko einer Hardwareinfiltration reduziert. Weitere Sicherheitsfeatures sind Preboot Authentifizierung, bei der vor dem Betriebssystemstart bereits eine Authentifizierung notwendig ist und ein Softwareschutz, der durch weitere Authentifizierung erst den Zugriff auf die speziell installierte Software gewährt. [14]
Für mobile Benutzer im Gesundheitswesen ist es äußerst wichtig ausreichend Akkubetriebsdauer und bei einem notwendigen Akkuwechsel eine flexible Lösung zu haben. Systemakkus sollten zumindest "warm-swappable" sein, d. h. innerhalb von weniger als 20 Sekunden ausgetauscht werden können. Noch besser sind sogenannte "hot-swappability" Akkus, dabei muss der Computer nicht in den Standby Modus geschaltet werden. [14]
Um Zugriff Netzwerdaten und –Ressourcen haben bieten alle Tablet PCs Kommunikationsschnittstellen wie Ethernet und 802.11 Wireless. Zusätzlich stellen verschiedene Hersteller Schnittstellen wie Bluetooth- und Infrared (IrDA)-Wireless-Verbindungen zur Verfügung um zusätzliche Flexibilität mit Umgang von Druckern, Scanner etc zu erzielen. [14]
Tablet PCs in Krankenhäusern können zusätzlich Ein Strichcodescanner und ein RFID-Lesegerät als optionales Zubehör besitzen, mit dem die Medikation verwaltet und Patienten identifiziert werden können. Mit einer eingebauten Digitalkamera können Fotos gemacht und diese sofort zur elektronische Patientenakte (EPA) hinzugefügt werden. Mithilfe einer integrierten Webcam kann man interaktiv mit Krankenhauskollegen kommunizieren. [14]
5.2 Software
Seit der CeBIT 2005 gibt es den nächsten Innovationssprung für beschleunigte Workflow-Prozesse in Kliniken und Praxen durch geeignete HealthCare Lösungen. Diese ermöglichen die mobile Nutzung von Formularen, deren handschriftliche Kommentierung und die Aufnahme von beweiskräftigen eigenhändigen Unterschriften. Darüber hinaus bietet sich die Chance, weitere Module zur Patientenaufklärung zu integrieren, beispielsweise Animationen oder Videos zu den geplanten Behandlungsmethoden. [15] Weitere HealthCare Lösungen sind digitale Patientenakten, um bei einer Visite immer die aktuellsten Informationen über den Patient zu haben, sowie die Möglichkeit Röntgenaufnahmen direkt auf das Tablet PC Display zu projizieren.
Dies sind jedoch alles individuell und sehr spezielle Softwarelösungen. Für einzelne Arbeitsbereiche in Krankenhäusern haben sich inzwischen Standardprogramme auf dem Markt etabliert. Solche Programme sind zum Beispiel automatisierte Arzneimittelverwaltungssysteme, die bei der Optimierung logistischer Arbeitsabläufe helfen oder der automatische Abrechnungsverkehr. [15] Um eine verbesserte Kommunikation innerhalb des Krankenhauses aufbauen zu können, muss einerseits ein Klinikinformationssystem (KIS) vorhanden sein. Von einem KIS wird erwartet, das Klinikpersonal mit verschiedensten Informationen aus aller Welt zu versorgen, um bei der Entscheidungsfindung zu helfen. [15] Zum anderen werden viele Tablet PCs mit Spracherkennungssoftware und Collaboration Tools ausgestattet um Kommunikationswege auszubauen und zu verbessern.
5.3 Zubehör
Jeder Hersteller bietet eigens entwickeltes Zubehör für Spezial Tablet PCs in Krankenhäusern an um die Arbeitsplatzergonomie zu verbessern und damit die Produktivität der Krankenhausmitarbeiter zu steigern. Motion Computing bietet z.B. den FlexCarry, eine ergonomische Tragelösung für Tablet PCs oder eine Mobile Dock, mit deren Hilfe der Tablet PC fast überall angebracht werden kann. Für die sichere Aufbewahrung und Aufladung können mehrere Tablets in einem Ladeschrank gleichzeitig geladen und sicher aufbewahrt werden. [14]
5.4 Marktübersicht
Es gibt nur eine begrenzte Anzahl von Herstellern die spezielle Tablet PCs für Krankenhäuser entwickeln und vertreiben. Die meisten Hersteller bieten ganze Industrielösungen an, die neben Tablet PCs auch HealthCare Lösungen und Projektunterstützung beinhalten. Viele Krankenhäuser haben ein großes Interesse ihre IT zu konsolidieren und solche Lösungen zu implementieren. Neben dem stark wachsenden Markt im Consumer Bereich für Tablet PCs, wird auch diese Marktnische kontinuierlich weiter wachsen, da die Nachfrage im Krankenhaussektor vorhanden ist.
Diesen Trend bestätigt auch eine Analyse des Health Information Network (HINE), innerhalb derer ein enormer Anstieg des Marktanteils im eHealth Geschäft bis 2014 zu erwarten ist:
Abb 7: Studie zur Marktentwicklung 2009
6 Nebenbedingungen
Innerhalb des Einführungsprozesses von Tablet PCs innerhalb einer Klinik gibt es diverse organisatorische und technische Randbedingungen, welche in einem Projekt zwingend betrachtet werden müssen.
6.1 Infrastruktur
Tablet PCsbringen in einem Krankenhaus nur einen Nutzen, wenn diese in das interne Netzwerk der entsprechenden Klinik integriert werden. Im folgenden wird diese Integration näher ausgearbeitet:
6.1.1 WLAN
Die Integration wird muss auf einer drahtlosen Funktechnologie erfolgen. Mit der Einrichtung eines gesamten WLAN Netzes müssen die unterschiedlichen Funkreichweiten, unter Berücksichtigung der baulichen Umgebung des Krankenhauses, geprüft werden! Nur wenn in allen Bereichen ein unterbrechungsfreier Netzzugriff gewährleistet wird, schafft man Akzeptanz bei allen Angestellten.
Ein besonderes Augenmerk sollte bei der Einrichtung des WLANs auf einer aktuellen und sicheren Verschlüsselungsmethodik gelegt werden. Somit wird gewährleistet, dass nur authentifizierte Benutzer in das WLAN gelangen und kein Missbrauch stattfinden kann (BSP: Durch Patienten).
Andererseits könnte man in Erwägung ziehen ein gesondertes WLAN auf Basis der bestehenden Infrastruktur zur erstellen, welches öffentlich als Service für Patienten angeboten wird (Dieser Gedanke dient zur Verbesserung der Klinikqualität, wird jedoch in der Arbeit nicht weiter verfolgt). Eine zurzeit gesicherte Technologie zur Verschlüsselung von Drahtlosen Netzwerken ist WPA2. Der eindeutige Indikator an dieser Stelle ist die Dauer, die benötigt wird um in das Funknetzwerk einzudringen. Diverse Studien belegen hier die Sicherheit von WPA2. [16]
6.1.2 Serveranbindung
Generell basiert die Einführung von Tablet PCs im Gesundheitswesen auf einer Client Server Architektur. Darunter versteht man, dass es innerhalb des Netzwerkes zwei Komponenten gibt. Darunter versteht man auf der einen Seite das Backend (Server) sowie das Frontend (Client; hier: Tablet PCs). [17] Die durch den Client getätigten Transaktionen (BSP: Aufnahme eines neuen Patienten) werden zur Verarbeitung an den Server übergeben, wo meist innerhalb einer Datenbank die Anlage des entsprechenden Datensatzes erfolgt. Diese Architektur hat sich in großen Netzwerken durchgesetzt, so dass auch lediglich eine solche Anbindung innerhalb einer Klinik in Frage kommen würde.
Die entsprechenden Serveranwendungen - wie ein KIS (Klinik Informationssystem) - wird auf diese Weise von allen Tablet Clients angesprochen. Da die Daten nun zentralisiert innerhalb des Servers vorliegen, können alle berechtigten Clients auf sämtliche Daten zurückgreifen (Auf die Anwendungsgebiete dieser Technologie wird in Punkt 10 intensiver eingegangen). Ein auf die Anforderungen angepasstes Berechtigungskonzept im KIS, sichert dann den Zugriff auf die sicherheitsrelevanten Daten.
6.1.3 Speicher (Aufbewarhungsfristen)
Es gilt an dieser Stelle Daten und Informationen näher zu klassifizieren. Zum einen stellt ein Krankenhaus ein „normales“ Unternehmen dar, welches aus steuerrechtlichen Gründen zur Aufbewahrung der relevanten Daten gezwungen wird. Da dies aber auch vor der Einführung der Tablet Technologie von Nöten war, wird der Augenmerk nun auf die neuen Daten gelegt, die in der Vergangenheit nicht in digitaler Weise vorlagen sondern erst nach der Einführung der Tablet PCs.
Sozialrechtliche Belange stellen an dieser Stelle den gesetzlichen Hintergrund zur Archivierung dieser Daten dar. Innerhalb eines Krankenhauses können hier sämtliche einem Patienten zuzuordnenden Dateien betrachtet werden: Befunde, Untersuchungsprotokolle, Arztbriefe, Einverständniserklärungen, Anamnesen (Vorgespräche zu Untersuchungen), Röntgenbilder, etc. [18]
Die Aufbewahrungsfristen der Daten, werden auch wieder differenziert betrachtet. Steuerrechtliche Daten müssen in der Regel maximal 10 Jahre vorgehalten werden, krankenhausspezifische Daten mindestens 10 bis maximal 30 Jahre. [18] Angesichts dieser Erweiterung der digitalen Daten muss bei der Implementierung von Tablet Computing mit einem enormen Anstieg des Speicherbedarfs gerechnet werden. Hier besonders auch hinsichtlich der enormen Aufbewahrungsdauer (je nach Krankheitsbild sehr unterschiedlich).
6.2 Schulung und Aufwände der Einführung
Die Einführung von Tablet PCs lässt sich nur in einem entsprechenden Organisationsprojekt realisieren. Neben einem externen Partner, der in Dienstleistung das Projektmanagement betreut, müssen auch interne Projektaufwände einkalkuliert werden. Die Entscheider der Klinik müssen dann beurteilen, ob auf der Basis der aktuellen Personalressourcen die Einführung von Tablet Computer realisierbar ist oder für das Projekt weiter Ressourcen schaffen. Gerade im Bereich des Gesundheitswesens darf das so genannte Tagesgeschäft von einem Projekt nicht beeinträchtigt werden.
Um alle Vorteile (Anwendungsfälle in Punkt 09) der neuen Technologie nutzen zu können, bedarf es einer Migration der bisherigen Daten (Papierform?) in das KIS. Es gilt hier zu bedenken, ob alle Daten berücksichtigt werden oder lediglich die Daten der aktuellen Patienten. Der Aufwand der Digitalisierung muss an dieser Stelle gegen den Aufwand der manuellen Recherche gerechnet werden für den Fall, dass benötigte Daten in nicht digitaler Form beschafft werden müssen. Es scheint hier sinnvoll Daten 1 bis 2 Jahre rückwirkend zuzüglich die Daten der aktuellen Patienten in das Klinikinformationssystem zu implementieren. Die Klinik muss sich an dieser Stelle auf die Erfahrungswerte des Dienstleisters beziehen.
Ein Faktor, der im Einführungsprojekt nicht zu verachten ist, stellt der Schulungsaufwand der Angestellten dar. Neben dem Umgang mit der neuen Hardware und dem KIS, müssen die entsprechend angepassten Prozesse trainiert werden. Dieser Bestandteil der Schulungen ist maßgeblich entscheidend für einen Projekterfolg. Nur wenn es gelingt die Mitarbeiter mit intuitiver Technologie und stimmigen Prozessen zu überzeugen, wird die Einführung und die damit verbundenen Vorteile erfolgreich umgesetzt.
6.3 IT Security - Personenbezogene Daten speichern
Ein besonderes Augenmerk muss bei der Einführung der Tablet PCs auf die Sicherheit der IT Landschaft gesetzt werden. Innerhalb einer Klinik werden fast ausschließlich personenbezogene Daten gespeichert und verwaltet. Neben den generellen Klinikvorschriften greift hier das Bundesdatenschutzgesetz, welches bei der Integration neuer Technologien besonders zu beachten ist. Zum einen muss sichergestellt werden, dass kein Unbefugter Zugriff auf die KIS Daten bekommt. Zum anderen muss gewährleistet sein, dass innerhalb der Klinik die Angestellten nur solche Daten sehen, für die sie auch autorisiert sind. Beispielsweise dürfen Betreuer oder Krankenschwestern „nur“ die zu betreuenden Patienten sehen, hingegen die Ärzte Informationen über alle Patienten.
- Berechtigungskonzept
Es gibt im Bereich der Tablet PCs für diese Anforderungen entsprechende Konzepte, die zur Umsetzung der Sicherheitsanforderungen dienen. Zum einen dient ein Berechtigungskonzept innerhalb des KIS zu Sicherstellung auf Software Ebene, auf der anderen Seite wird der Sicherheitsgedanke durch Hardware innerhalb der Tablet PCs gelöst.
- Biometrische Authentifizierung
Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Klinikmitarbeiter mittels biometrischer Lesegeräte an den Tablet Computern anmelden. Die zurzeit am meisten genutzte Variante ist der biometrische Fingerabdruck Leser. Diese Technologie wurde bereits vor einigen Jahren im Notebookmarkt integriert und konnte sich aus technologischer Sicht durchsetzen. Man kann hier also auf bereits gängige Hardware zurückgreifen, die von den meisten Anbietern auch unterstützt wird.
- Smart Cards
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit mit Hilfe von Smart Cards die Sicherheiten der Tablets zu erhöhen. In der Regel findet die Authentifizierung gegenüber dem Kliniknetz mit Hilfe eines Benutzernamen und Passwortes statt. Mit Hilfe von Smart Cards, welche durch den User bei der Anmeldung an den Tablet angeschlossen werden müssen, wird eine weitere Hürde für potentielle Angriffe aus das Firmennetz gestellt. Neben dem Wissen eines Benutzers (Passwortes) wird dann auch noch der Besitz einer Hardware (Smart Cards) benötigt!
- Thin Clients
Die bislang erwähnten Möglichkeiten haben sich ausschließlich damit befasst zu vermeiden, dass Daten nicht an Personen gelangen, die dem Datenschutz unterliegen. Entweder über Berechtigungskonzepte oder spezielle Sicherheitshardware realisiert diesen Anspruch fast vollständig. Es könnte aber durchaus auch passieren, dass lokal auf Tablets gespeicherte Daten nicht gelöscht werden und auf der Festplatte verbleiben. Hier besteht das Risiko, dass Hacker entsprechende sicherheitsrelevante Daten von dem lokalen PC entwenden. An dieser Stelle bietet die so genannte Thin Client Technologie die Möglichkeit, dass nur auf einem System gearbeitet wird, welches sich bei jedem Neustart wieder im Ursprungszustand befindet. Der Benutzer hat dann nicht die Möglichkeit Dateien lokal zu speichern bzw. ist gezwungen direkt mit dem KIS System zu arbeiten.
Neben all diesen Maßnahmen zur Steigerung der Sicherheit besteht dennoch das größte Gefahrenpotential bei den Anwendern selber. Es ist hier wichtig das Bewusstsein für einen angemessenen Umgang mit sicherheitsrelevanten Daten zu schaffen.
7 Einsatzmöglichkeiten
7.1 Termin- und Ressourcenplanung
Der Einsatz von Tablet PCs in Kliniken würde ein optimales Zeitmanagement herbeiführen. Beim Eintreffen neuer Patienten kann direkt online geprüft werden, welche Ärzte je nach Dringlichkeit aktuell zur Verfügung stehen. Sobald der entsprechende Arzt gefunden ist, besteht die Möglichkeit die Weiterbehandlung direkt einzuleiten, indem geprüft wird, ob beispielsweise Röntgengeräte oder Computer Topographen zur Verfügung stehen bzw. ob Fachpersonal vor Ort ist, welches die Geräte bedienen kann.
Im weiteren Verlauf würde bei einer stationären Aufnahme geprüft, ob und in welchem Umfang Krankenbetten zur Verfügung stehen. Die Reservierung läuft in diesem Fall unter der Angabe der Patienteninformationen direkt im KIS ab, während der Patient noch in einer Behandlung ist. Auf dieser Weise erspart man dem Patienten Wartezeiten, die in einer entsprechenden Situation zusätzlich belasten wirken. Darüber hinaus werden sämtliche Terminplanungen im weiteren Verlauf des Aufenthaltes zentral gesteuert und können im Krankenzimmer mit dem Patienten vereinbart werden (Reha Maßnahmen, Untersuchungen, etc.).
Alle Abläufe innerhalb einer Klinik, die sich zum einen mit der Reservierung und mit der Planung von Ressourcen (Ärzte oder Behandlungsmethoden) befassen, erfahren mit der Einführung von Tablet PCs eine deutliche Effizienzsteigerung, da keine Abstimmungsgespräche in dieser Hinsicht mehr stattfinden müssen, sondern jeder von überall „on the fly“ auf die Kapazitäten der Klinik zugreifen kann.
7.2 Digitale Patientenakte
Die bislang manuelle Administration einer Patientenakte bringt sehr viele Nachteile mit sich, die bei der Einführung mobiler Tablets entfallen würde. Wie bereits innerhalb der Ressourcenplanung geschildert, werden sämtliche Dokumente im KIS von einem Patienten vorgehalten. Ein erster Befund des entsprechenden Arztes sowie sämtliche Stammdaten werden zu Beginn einer Behandlung bzw. Aufnahme direkt erfasst. Es besteht demnach Notwendigkeit im Nachgang alle Patienteninformationen in Büros nach zu erfassen, da bereits vorne in diesem Prozess alle Daten digital aufgenommen werden. Neben den genannten Informationen innerhalb der digitalen Patientenakte werden Fotos, Röntgenbilder oder gesprochene Informationen direkt an der richtigen Stelle erfasst und zielgerichtet gespeichert.
Im weiteren Verlauf der Behandlung bzw. des Aufenthalts können an den entsprechenden Tablets sämtliche Daten zu einem Patienten direkt gespeichert werden. Auf diese Weise gehen keine Informationen verloren, da beispielsweise der Aufwand zur Dokumentation während einer Behandlung nahezu entfällt. Es sei allerdings an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass sicherlich die Erfassung neuer Daten vereinfacht wird, jedoch eine sinnhafte Selektion der relevanten Daten nach wie vor notwendig erscheint. Wird innerhalb einer digitalen Patientenakte zu viel gespeichert besteht die Gefahr, dass wichtige Informationen nicht zeitnah gefunden werden und somit die zunächst gewonnene Zeit wieder ausgeglichen würde. Es bedarf an dieser Stelle einer genauen Planung zur Projektlaufzeit, welche Daten erfasst werden sollen und der Disziplin aller Beteiligten die Regeln zu beachten und zu befolgen.
Die digitale Patientenakte stellt einen wesentlichen Bestandteil und einen besonders Effizienz steigerndes Element innerhalb der Tablet Einführung dar. Es entfallen die Aufwände für mehrfaches Erfassen bzw. Abschreiben diverser Berichte, jeder Arzt ist innerhalb weniger Bildschirmseiten im vollen Umfang über den aktuellen Patienten informiert, weiß direkt welche Medikament bereits verabreicht wurden bzw. welche Medikamente nicht verabreicht werden dürfen oder kann direkt auf eine Datenbank zugreifen innerhalb derer ähnliche Befunde gestellt wurden und entsprechende Lösungen herbeigeführt wurden. Diese Möglichkeiten bestehen ohne ein vernetztes System und einer manuell gepflegten Akte bislang nicht in diesem Umfang.
7.3 Kollaboration
Die Zusammenarbeit an internen Aufgabenstellungen ist nach der Einführung von Tablet PCs nicht mehr daran gebunden auch räumlich zusammen zu sitzen. Es besteht die Möglichkeit im Sinne des Web 2.0 interaktiv Themen online zu bearbeiten, Themen zu diskutieren und schlussendlich auch Lösungen für Probleme oder Aufgaben zu erarbeiten. Räumliche Trennungen beziehen sich jedoch nicht ausschließlich auf krankenhausinterne Kommunikationen. Theoretisch können über gesicherte Kommunikationswege über Internetverbindungen kollaborative Arbeiten mit Ärzten oder Medizinern auf der ganzen Welt stattfinden.
Zusammenarbeit stützt sich jedoch keineswegs "nur" auf Ärzte, sondern vielmehr auf alle in einer Klinik tätigen Benutzer. Kraankenschwestern, Pfleger, Angestellte, etc. haben in ihren speziellen Anwendungsfälle in denen eine interaktive Kommunikation von großem Nutzen sein kann.
Die im Punkt Tablet Hardware geschilderten Funktionen der Tablets (Webcam, Mikrofon) dienen an dieser Stelle für eine benutzerfreundliche Bedienung.
7.4 "Rote Liste"
Bei der Roten Liste handelt es sich um ein Verzeichnis aller am Markt erhältlichen Arzneimittel. Insbesondere werden hier Informationen über die Wirkstoffe und die Konzentrationen für das jeweils benötigte Medikament gegeben. Die Rote Liste liegt in den meisten Fällen in Buchform vor. Dies bedeutet gleichzeitig, dass in regelmäßigen Abständen die Bücher dem Markt angepasst werden, da Arzneimittel in ihrer Zusammensetzung einer sehr hohen Änderungsrate hinsichtlich der Zusammensetzung erfahren. Auch wenn diese Änderungen sich nicht direkt negativ auf die Behandlung eines Patienten auswirken, besteht dennoch die Möglichkeit, dass man sehr schnell nicht mehr auf einem aktuellen Stand ist.
Bei der Einführung von Tablet Computern besteht die Chance einen täglichen Abgleich mit einer Online Datenbank zu definieren, der das KIS immer mit aktuellen Daten aus der Roten Liste abgleicht. Auf Grund der in Punkt 9.1.2 angesprochenen Serverarchitektur kann jeder Tablet PC auf die Informationen in der KIS Datenbank zugreifen und somit jegliche Informationen der Roten Liste tagesgenau und immer aktuell abrufen. Sowohl Ärzte als auch sämtliches Pflegepersonal haben somit immer die Gewissheit aktuelle auf dem Markt erhältliche Daten zu bekommen bzw. diese auch in der gesamten Klinik direkt online abzurufen.
Dieses Einsatzszenario stellt auch einen wichtigen Bestandteil zur Optimierung der Prozesse dar, da insbesondere durch den direkten Zugriff auf die Informationen der Roten Liste, zu genau dem Zeitpunkt wenn die Informationen benötigt werden, viel Zeit bei allen Angestellten erspart.
7.5 Live Dokumentation
Eine weitere Chance durch Tablet PCs Prozesse zu verbessern bringt die Hardware des entsprechenden Clients mit sich. Eine im Tablet integrierte Digitalkamera dient zur direkten und unmittelbaren Dokumentation eines Patienten. So können beispielsweise, neben einer Röntgenaufnahme, beliebig viele Fotos einer Verletzung erstellt werden. Viele Verletzungen weisen an der oberen Hautfläche schon deutlich auf einen Unfall hin (BSP: blaue Färbungen bei Bänderrissen), welche auf einer Röntgenaufnahme nicht sichtbar sind.
Des Weiteren können Berichte zu aktuellen Behandlungen direkt mittels Worterkennungen in Schrift umgewandelt werden. In den meisten Kliniken werden Berichte der Ärzte umständlich auf Diktiergeräte gesprochen und im Nachgang durch unterstützende Kräfte in das KIS übernommen. Diese Aktivität würde bei der Implementierung von Tablet Computern nahezu entfallen.
Sicherlich muss gesondert geprüft werden wie detailliert die Texterkennung der Tablets funktioniert, da die erwähnten Nacharbeiten sich möglichst in Grenzen halten sollten bzw. wenn möglich nicht notwendig sind. Ist dies nicht der Fall dient der Tablet lediglich als besseres Diktiergerät.
Auch das Element Livedokumentation bringt einige Vorteile mit sich, die jedoch näher betrachtet werden sollten.
7.6 Mobile Visite
Die so genannte Mobile Visite basiert zu einem großen Teil auf die Inhalte der digitalen Patientenakte, sei aber an dieser Stelle noch etwas näher betrachtet, da die Vorteile sowohl für den Patienten als auch für das behandelnde Personal, viele Potentiale bieten.
Bei der täglichen Visite in einem Krankenhaus muss sich ein Arzt innerhalb weniger Momente über den jeweils aktuellen Patienten in vollem Umfang über die weiteren Schritte der Behandlung informieren können. Eine derzeit gute Organisation der Patientenakte in Papierform sichert derweil, dass die entsprechenden Informationen und Daten vorliegen, jedoch dauern die Auffassung und die damit verbundene Planung der weiteren Schritte relativ lange.
Mit Hilfe von integrierten RFID Lesern in den Tablet PCs und den auf den Patienten zugeschnittenen RFID Chip, wird der behandelnde Arzt direkt auf die Startseite der digitalen Patientenakte weitergeleitet und bekommt nach bestimmten Selektionskriterien einen direkten Überblick über die Informationen zu dem jeweilige Patienten.
Wie in der Abbildung kenntlich gemacht wird, können multimediale Auswertungen, kleine Clips oder Fotos direkt mit dem Patienten gesichtet werden, um ihn damit aktiv an der Visite teilhaben zu lassen. Wenn möglich können dann die weiteren Möglichkeiten zur Behandlung tiefer diskutiert werden, da der Patient auf der Basis der in Augenschein genommen Informationen eine bessre Vorstellung zu seinem aktuellen Behandlungsstand bekommt.
Über die Patienteninformationen kann ein direkter Verweis in die in Punkt 10.4 angesprochene Rote Liste erfolgen. Mit einer Verknüpfung der verabreichten Medikamenten bzw. der Medikamente, die nicht verabreicht werden dürfen kann sich der Arzt unmittelbar informieren und direkt eine Entscheidung fällen während er noch zur Visite im Krankezimmer verweilt.
Hier greifen die verschiedenen Anwendungsszenarien des KIS sehr tief ineinander. Es wird deutlich, dass der gesamte Prozess von der Aufnahme bis zur finalen Entlassung besonders intensiv dei tägliche Betreuung des Patienten unterstützt.
Das Stichwort mobile Visite bezieht sich an dieser Stelle auf die Mobilität der Computer Hardware. Eine herkömmliche Visite innerhalb einer Klinik war und ist immer innerhalb der Krankenzimmer (also mobil), jedoch in den meisten Fällen ohne Visualisierungsmöglichkeiten und den zuvor angesprochenen Vorteilen.
8 Fazit
Das Gesundheitswesen stellt einen sehr wachstumsstarken Markt dar, welcher in Deutschland zwar technologisch schon sehr weit fortgeschritten ist, jedoch durch ineffiziente Prozesse sehr starr erscheint. Die im Punkt Motivation erwähnten Studien stützen diese These.
Auch im Gesundheitswesen schlägt die demographische Entwicklung nieder, so dass mit mehr alten Menschen die Belegung der Krankenhäuser bzw. das jährliche Patientenvolumen kontinuierlich ansteigen wird. Um diesem Marktwachstum gerecht zu werden bedarf es einer Prozessoptimierung unter anderem auch in der informationstechnologischen Entwicklung. Die Antwort auf diese optimierungspotentiale sind unter anderem mobile Tablet Computer, welche sich aus einem ursprünglichen Consumer Markt in dieser Nische gefestigt haben. Viele Anbieter stellen ausschließlich für das Gesundheitssystem Tablet Computer her, die den speziellen Anforderungen gerecht werden.
Diese Anwendungsfälle liegen dann in sehr vielen Fällen recht nahe. Effizienzsteigerung durch Vernetzung. Jeder ist zu jeder Zeit fähig, auf die benötigten Daten online zuzugreifen. Egal wo ich mich befinde (Außerhalb der Klinik?). Ein gut organisiertes Klinikinformationssystem dient an dieser Stelle als Basis für die Gedanken. Es ist das Pendant zu guten ERP Systemen, die in der Wirtschaft Prozesse hinsichtlich Warenwirtschaft in großen und mittelständischen Unternehmen steuern, planen und koordinieren. Es könnte an dieser Stelle der Gedanke aufkommen, dass die Einführung von eHealth und Tablet Computern eine direkte Verbesserung und Effizienzsteigerung mit sich bringen.
Es gibt viele Randbedingungen, die bei der möglichen Einführung bedacht werden müssen. An erster Stelle stehen große Investitionen, die in irgendeiner Art und Weise einen messbaren Erfolg in den folgenden Jahren mit sich bringen müssen (ROI). Interne und externe Aufwände, sowie die Investition in neue IT sind die wesentlichen Kostenverursacher.
Darüber hinaus müssen die Mitarbeiter der Klinik mit einer entsprechenden Motivation das Thema fördern und unterstützen, so dass mit einer baldigen Akzeptanz zu rechnen ist.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Einführung von Tablet Computern oder einer vollkommen vernetzten Klinik lediglich eine Frage der Zeit ist. Die Entscheider der Klinik müssen den günstigsten Zeitpunkt wählen, wann die Investitionen in neue Technologien auf der einen Seite finanziell möglich sind bzw. langfristig nicht mehr zu vermeiden sind.
9 Fußnoten
- ↑ 1,0 1,1 Vgl. informatik.hu-berlin.de
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Vgl. itwissen.info
- ↑ Vgl. Projektmagazin.de
- ↑ Vgl. Notebook-blogger.de 2010
- ↑ Vgl. informatik.uni-hamburg.de
- ↑ Vgl. welt.de
- ↑ 7,0 7,1 7,2 Vgl. destatis.de
- ↑ Vgl. healthpowerhouse.com
- ↑ 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 9,5 vgl. TabletStore.com
- ↑ 10,0 10,1 vgl. tablett-cc.de/betriebssystem
- ↑ Vgl. Golem.de
- ↑ Vgl. it-business.de
- ↑ vgl. Stern.de
- ↑ 14,0 14,1 14,2 14,3 14,4 14,5 14,6 14,7 vgl. motioncomputing.de
- ↑ 15,0 15,1 15,2 vgl. signplus.com
- ↑ Vgl. securitymanager.de
- ↑ Vgl. it-administrator.de
- ↑ 18,0 18,1 Vgl. Krankenhausdatenschutz.de
10 Literatur- und Quellenverzeichnis
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