Tablet Computing in der Lehre
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Duisburg |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Dipl-Inf._(FH)_Christian_Schäfer |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | Tablet Computing |
| Autor(en): | Vladimir Bachtagarew, Lars Beumann, Manuel Büttner |
| Studienzeitmodell: | Abendstudium |
| Semesterbezeichnung: | |
| Studiensemester: | 2 |
| Bearbeitungsstatus: | begutachtet |
| Prüfungstermin: | |
| Abgabetermin: | |
1 Einleitung
Die Einführung des Apple IPads im Jahre 2010 hat zu einem regelrechten Hype auf dem Markt der Tablet Computer geführt. Apple veröffentlichte am 13.05.2010 in einer Pressemitteilung, dass „2 Millionen IPads in weniger als 60 Tagen“ [1] verkauft worden sind. Auch wenn es diese „Art“ von Computern schon länger zu kaufen gibt, hat sie sich noch nicht wirklich durchgesetzt. Doch dies könnte sich nun ändern.
Im Rahmen dieser Fallstudie, die während eines Studiums an der FOM in Duisburg geschrieben wurde, wird das Thema „Tablet Computing in der Lehre“ behandelt.
Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Anwendungsmöglichkeiten, welche ein Tablet Computer in Lehrveranstaltungen bietet und dem Klären der Frage, ob solch ein elektronisches Gerät die Fähigkeit hat, effektiv im Unterricht eingesetzt zu werden. Zusätzlich soll die Frage beantwortet werden, ob diese Vorstellung derzeit realistisch ist. Um diese Fragen zu klären wurden verschiedene Anwendungsbeispiele erarbeitet und ein Vergleich zu einem herkömmlichen Notebook angeführt. Zusätzlich wurden auch die Kosten, welche mit dem Einsatz eines solchen Gerätes verbunden sind kurz betrachtet.
2 Definitionen
Auf dem globalen Markt findet man Notebooks, Netbooks, Tablet-PCs und viele weitere Gerätschaften in verschiedenen Variationen und von verschiedenen Herstellern. Bei solch einer großen Auswahl fällt es schwer den Überblick zu behalten.
Für unsere Fallstudie haben wir uns für drei Modelle verschiedener Hersteller entschieden. Um einen groben Überblick in dieser Geräteklasse zu ermöglichen, möchten wir Ihnen die Geräteklassen definieren.
2.1 Definition Tablet Computer
Der Tablet-PC (englisch tablet - Schreibtafel) ist ein mobiler, leichter und extrem flacher Personal Computer, der in der Regel die Größe und die Dicke eines DIN-A4 Schreibblocks[2] aufweist. Auf der Oberseite des Tablet-PCs befindet sich ein berührungsempfindlicher Bildschirm, der sogenannte Touch-Screen, über den man mithilfe eines Stiftes (Digitizer) oder mit den Fingern, ohne die Notwendigkeit einer Maus oder Tastatur, Eingaben tätigen kann.[3] Aufgrund dieser Eigenschaften lässt sich der Tablet-PC hervorragend im Stehen bedienen und die spezielle mitgelieferte Handschrifterkennungs-Software erleichtert die Eingabe von Texten oder eigener Notizen.
Man kann zwischen drei verschiedenen Ausführungen des Tablet-PCs unterscheiden: dem Convertible Tablet-PC, dem Slate und dem Pad.
2.1.1 Convertible Tablet-PC
Der Convertible Tablet-PC (deutsch „verwandelbarer Tafel-PC“) besitzt eine fest verbaute Tastatur und ist mit einem modernen Notebook vergleichbar. Typisch für einen Convertible Tablet-PC sind, die sich in der Mitte befindenden, rotierenden Scharniere, welche das Drehen des Bildschirm um 180° erlauben und es so ermöglichen den Bildschirm genau über die vorhandene Tastatur zu positionieren, sodass das gesamte Gerät wie ein Tablet-PC oder ein etwas dickerer Slate funktioniert. Die Convertible Tablet-PCs sind in der Regel schwerer, größer und leistungsfähiger als Slates oder Pads.[4]
2.1.2 Slate
Der Slate (deutsch „Schiefertafel“) ist ein Tablet-PC ohne eigene Tastatur. Die Eingabe erfolgt ausschließlich über einen Digitizer oder bei neueren Modellen zusätzlich über einen Touch-Screen. Das Mainboard und alle benötigten Komponenten sind kompakt in den Bildschirm integriert, sodass man das Gefühl hat, nur einen schmalen Bildschirm zu halten.
2.1.3 Pad
Das Pad (deutsch („Schreib-) Block") ist mit der leichten, robusten und kompakten Bauweise eines Slates zu vergleichen und hat in der Regel ein fest installiertes Betriebssystem wie iOS oder Linux. Im Gegensatz zum Tablet-PC haben Pads überwiegend eine strom-sparende Hardware, sowie kleinere Prozessoren, leistungsschwächere Grafikkarten und ein robusteres Laufwerk verbaut. Durch diese Einsparnisse wird eine lange Akkulaufzeit garantiert. Da die Pads für den Medienkonsum gedacht sind, verfügen sie über ein extra für die Fingereingabe optimiertes Touch-Screen. Ein gutes Beispiel für das Pad ist das IPad von Apple oder das WeTab von Neofonie.[5]
2.2 Definition Lehre
Für den Begriff „Lehre“ lässt sich keine einheitliche Definition finden. Er beschreibt das Vermitteln von Wissen an jegliche Art von Personen, egal ob sich diese in der Schule, der Universität, einem Lehrgang, einem Workshop oder auch im normalen Berufsleben befinden.
Um für diese Arbeit ein einheitliches Verständnis des Begriffes „Lehre“ zu haben, wird dieser Begriff im Laufe der Arbeit wie folgt verstanden:
Unter Lehre werden der Schulunterricht und auch die Vorlesung an Universitäten bzw. Fachhochschulen verstanden. Damit ist z.B. das Vermitteln von Wissen in einem Ausbildungsbetrieb ausgeschlossen, auch wenn sich die einen oder anderen Aspekte durchaus darauf übertagen lassen würden.
3 Tablet PCs
Im nachfolgenden werden drei Vertreter für den Bereich der Tablet Computer vorgestellt. Es sind drei unterschiedliche Vertreter. Zum einen das Apple IPad, als neue Generation von Tablet Computern, das HP 2740p EliteBook als Beispiel für einen leistungsstarken Convertible und zum Schluss noch den Marvell Moby als Studie für den Einsatz in der Schule.
3.1 Apple IPad
In diesem Kapitel geht es um die Vorstellung des Apple IPads.
3.1.1 Allgemeines
Das Apple IPad ist eine Art Tablet-PC aus dem Hause Apple. Vorgestellt wurde das Apple IPad im Januar 2010 von Apple-Chef Steve Jobs in San Francisco.[6]
Der Marktstart in Deutschland und Europa war am 28.05.2010. Zuvor ist es jedoch in Amerika am 03.04.2010 erschienen. Am 05. Mai 2010 verkündete Apple, dass das IPad in Amerika bereits 1 Millionen Mal verkauft worden sei.[7]
Das IPad ist laut Hersteller Apple ein "Magisches und revolutionäres Gerät zu unglaublichem Preis.“[8] und bietet eine Vielzahl von Funktionen. Zum einen ist es mit dem hauseigenen Safari Browser ausgestattet, welcher das Surfen an jedem Ort ermöglicht. Aber auch das E-Mail schreiben, Video schauen und Musik hören wird durch verschiedene Apps aus dem Hause Apple ermöglicht. Der Großteil aller Apps, die derzeit für das IPhone zur Verfügung stehen, laufen auch auf dem IPad und bieten somit eine große Auswahl an Applikationen (ca. 200.000 Stück).[9] Das Apple eigene Office Programm iWork steht, gegen Aufpreis von 7.99$ pro Applikation, ebenfalls zur Verfügung. Welches derzeit nur über den amerikanischen AppStore zu beziehen ist und somit hier in Deutschland nur schwer erhältlich. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es auch hier in Deutschland zur Verfügung stehen wird. Mit Hilfe des Kindle-Apps lassen sich z.B. auch die eBooks des Kindle-Stores lesen.[10] Somit ist sichergestellt, dass das IPad sich ebenfalls als eBook-Reader eignet.
In zahlreichen Internetforen und Fachzeitschriften wird die mangelnde Flashunterstützung und die fehlende Multitasking Funktion bemängelt. Vor allem das fehlende Multitasking kann eine große Beeinträchtigung bei der Arbeit darstellen. Durch das Update auf das neue Betriebssystem iOS4 wird dieses Manko jedoch behoben, weil dort erstmals Multitasking unterstützt wird. Des Weiteren ist keine USB bzw. Firewire Schnittstelle vorhanden, was das Anschließen von externen Speichermedien zum Problem werden lässt. Die fehlende Kamera schränkt das Einsatzfeld des IPads zusätzlich ein wenig ein. Für den Einsatz in der Schule ist diese Funktion jedoch nicht unbedingt notwendig.
3.1.2 Hardware Spezifikationen
Im Folgenden sind die Hardwarespezifikationen des Apple IPads zu finden. Es handelt sich hierbei um die offiziellen Angaben des Herstellers Apple.
| Spezifikationen: | Wi-Fi | Wi-Fi + 3G |
| Betriebssystem: | IPhone OS, demnächst iOS4 | IPhone OS, demnächst iOS4 |
| Abmessungen: | ||
| H x B x T | 242,8 x 189,7 x 13,4mm | 242,8 x 189,7 x 13,4mm |
| Gewicht | 680g | 730g |
| Hardware: | ||
| Prozessor | 1 GHz Apple A4 SOC-Chip | 1 GHz Apple A4 SOC-Chip |
| Arbeitsspeicher | 256MB | 256MB |
| Festplatte | 16 GB, 32 GB oder 64 GB Flash-Laufwerk | 16 GB, 32 GB oder 64 GB Flash-Laufwerk |
| Display | 9,7" Multi-Touch-Widescreen-Display mit LED Hintergundbeleuchtung | 9,7" Multi-Touch-Widescreen-Display mit LED Hintergundbeleuchtung |
| Konnektivität | Wi-Fi (802.11 a/b/g/n) und Bluetooth 2.1 | UMTS/HSDPA, GSM/EDGE, Wi-Fi (802.11 a/b/g/n) und Bluetooth 2.1 |
| Akkulaufzeit | 10 Stunden (25 Wattstunden) | 10 Stunden (25 Wattstunden) |
| Preis | 499€-699€ | 599€-799€ |
3.2 HP 2740p EliteBook
In diesem Kapitel geht es um die Vorstellung des HP 2740p EliteBook.
3.2.1 Allgemeines
Mehr als ein Jahrzehnt, bevor Apple mit ihrem IPad Schlagzeilen machte, gehörte HP zu den ersten Anbietern, die einen Convertible Tablet-PC, welcher als Standard-Notebook oder als Tablet benutzt werden konnte, anbieten konnten.
Der schnelle ultraportable HP 2740p EliteBook Tablet-PC ist eine Weiterentwicklung des HP EliteBook 2730p. Die HP EliteBook Serie der Notebooks und Tablets ist für ihr robustes Design bekannt. So verfügt auch der neue HP 2740p über ein widerstandsfähiges Gehäuse aus Magnesiumlegierung und hat ein Gewicht von knapp 1,80 kg. Zusätzlich erfüllt das Gerät den Standard MIL-STD-810G des US-Militärs und lässt sich somit auch unter den widrigsten Wetterverhältnissen und Umständen betreiben.[12] Aufgrund dieser robusten Merkmale und der vielfältigen Eingabemöglichkeiten eignet sich das Gerät idealerweise für den schulischen Gebrauch, wo es auch durchaus etwas aushalten muss. Das einzige Argument, welches gegen das Gerät spricht, sind die hohen Anschaffungskosten.
3.2.2 Hardwarespezifikationen
Das matte und berührungsempfindliche LED-Display, optional auch als multi-touch Display erhältlich, ist 12,1 Zoll (30,7 cm) groß und hat eine WXGA-Auflösung (1280x800). Leistungsmäßig hat man die Wahl zwischen einem i5 oder einem i7 Prozessor. Der Arbeitsspeicher lässt sich auf 8 GB aufrüsten, verteilt auf 2 SODIMM. Für die Grafik ist Intels on-board GMA 4500MHD zuständig, leider bietet HP hier keine diskrete GPU (Graphics Processing Unit) an. Laut HP hat das Gerät eine Akkulaufzeit von fünf Stunden bei einem 6-Zellen (44 Wh) Akku, optional ist auch ein stärkerer Akku mit einer Laufzeit von bis zu sieben Stunden erhältlich. Mit einem Preis ab 1649€ ist das Gerät nicht das günstigste auf dem Markt. [13]
Im Folgenden sind die Hardwarespezifikationen des HP 2740p zu finden. Es handelt sich hierbei um die offiziellen Angaben des Herstellers Hewlett Packard.
| Spezifikationen: | HP EliteBook 2740p Tablet-PC | |
| Betriebssystem: | Microsoft Windows 7 | |
| Abmessungen: | ||
| H x B x T | 290,0 x 210,2 x 30,17mm | |
| Gewicht | Ab 1720g | |
| Hardware: | ||
| Prozessor | Bis Intel® Core™ i7-620M Prozessor (2,66 GHz, 4 MB L3-Cache) Up-to 3,33 GHz Intel Turbo Boost Technology | |
| Arbeitsspeicher | Bis zu: 8 GB 1333 MHz DDR3 SDRAM | |
| Festplatte | Bis zu: 160 GB Solid State-Laufwerk oder 160 GB 1,8 Zoll SATA II Festplatte | |
| Display | 12,1" Multi-Touch-AntiGlare-Monitor mit großem Einblickwinkel und LED-Hintergrundbeleuchtung | |
| Konnektivität | Intel 802.11 a/b/g/n und HP Integrated Module mit Bluetooth® 2.1 Wireless-Technologie | |
| Akkulaufzeit | 5 Stunden (44 Wattstunden) | |
| Preis | 1649-2800€ | |
3.3 Marvell Moby
Im folgenden Kapitel wird das Moby von Marvell vorgestellt.
3.3.1 Allgemeines
Bei dem Marvell Moby handelt es sich um ein Tablet PC Prototypen der am 18.03.2010 in New York City vorgestellt[15] worden ist. Marvell stellt eine breite Produktpalette an hochintegrierten Chips für diverse Anwendungen her und unterstützt wie viele führende Unternehmen das OLPC (One Laptop per Child) Projekt.
Bei dem Moby handelt es sich um einen Tablet-PC, vergleichbar mit dem Apple IPad. Durch seinen SoC-Prozessor (System on a Chip-Prozessor), einen Marvell ARMADA™610 bietet das Gerät unter anderem einen 3D-fähigen Grafikprozessor, vollen Adobe Flash und FullHD (1080p) Support. Ergänzt wird es durch moderne Funkstandards wie BT (Bluetooth), 11n WiFi und 3G. Mit an Bord sind ebenso USB und SD/MMC Speicherkarten Unterstützung. Der Prozessor ist ARMv7 kompatibel und speziell für MIDs (Mobile Internet Device) wie eBook-Reader und Media Player entwickelt. Bedient wird das Moby über einen WVGA (854×480 Pixel) Touchscreen mit Vibrationsfunktion und soll ein Gesamtgewicht von unter 1,1kg aufweisen. Durch energiesparende Komponenten sollen trotz des Always On Designs extrem lange Akkulaufzeiten möglich sein.
Die Vorstellung des Moby erfolgte im Rahmen von Marvells Bildungsinitiative und ist speziell auf die Bedürfnisse von Schülern und Studenten ausgerichtet und soll als einziges Werkzeug zum Lernen ausreichen. Diesen Anspruch unterstreicht Marvell damit, dass das Moby als sehr erschwinglich bezeichnet wird, was angesichts des Preises von unter 100$ auch gerechtfertigt ist. Im Rahmen des OLPC Projektes wird dem Moby eine tragende Rolle als XO 3 Tablet zugewiesen[16][17], bei der jedes Kind der Welt mit einem kostengünstigen Laptop bzw. Tablet ausgestattet werden soll. Weiterhin ist der ersten offiziellen Pressemitteilung zu entnehmen, dass Marvell bald ein Pilotprogramm in Zusammenarbeit mit dem „District of Columbia Public School system“ (DCPS) vorstellen will, bei dem Schüler mit den Tablets ausgestattet werden sollen.[18]
3.3.2 Hardwareausstattung
Folgende Details lassen sich den Pressemitteilungen und den Datenblättern[19][20][21] der SoC-CPU entnehmen. Da es zurzeit keine offiziellen Datenblätter gibt, stellen einige Angaben nur die technologischen Möglichkeiten des Systems dar.
| Spezifikationen: | Marvell Moby |
| Betriebssystem: | Windows Mobile, Ubuntu oder Android™ |
| Hardware: | |
| Prozessor | 1Ghz Low-Power SoC ARMADA™610 Prozessor, |
| Grafikleistung | FullHD (1080p) De- und Encoding von h.264 mit 30fps Adobe Flash Support & 45 Millionen Dreiecken pro Sekunde |
| Kamera | Bis zu 8MP möglich |
| Konnektivität | Energieeffiziente WiFi(inkl. 802.11n)/BT3/FM/GPS/3G, USB2.0, SD/MMC Karten, HDMI1.3a möglich |
| Energie | Design für lange Akkulaufzeit & Always on Funktion |
| Preis | 75$-99$ |
4 Vorteile eines Tablet Computers gegenüber eines herkömmlichen Notebooks
Eine der Fragen die sich stellt, wenn man sich mit dem Thema „Tablet Computer in der Lehre“ beschäftigt, ist, warum ein Tablet Computer eine bessere Alternative zum herkömmlichen Notebook ist. Und was genau einen Tablet Computer von einem Notebook unterscheidet und ihn besser macht.
4.1 Entwicklung des Tablet Computers
In der Vergangenheit war es für den Tablet Computer nicht einfach, sich am Markt zu behaupten und somit gab es auch nicht die breite Masse an Produkten wie es vielleicht beim Notebook der Fall war und auch noch ist. Im Jahr 2009 haben sich gerade einmal 20.000 Tablet Computer auf dem deutschen Markt verkauft.[22] Einen neuen Hype um den Tablet Computer hat ohne Frage Apple im Jahre 2010, mit der Vorstellung des IPads, hervorgerufen. Nach einer Studie von Bitkom in Zusammenarbeit mit Forsa sollen allein im Jahr 2010 ca. 500.000 Tablet Computer verkauft werden. Dies würde einen Anstieg um das 25fache bedeuten.[23] Nach einer aktuellen Forsa Umfrage haben 3 Millionen Deutsche vor, sich im Jahr 2010 einen Tablet Computer zuzulegen. Diese Umfrage hat zusätzlich ergeben, dass jeder 12. Schüler vor hat, sich einen Tablet Computer zuzulegen.[24]
Microsoft-Gründer Bill Gates sagte in einem Interview mit dem Fox Business Network im Mai 2010: "We think that work with the pen that Microsoft pioneered will become a mainstream for students. It can give you a device that you can not only read, but also create documents at the same time."[25] Somit ist klar erkenntlich, dass der Markt des Tablet Computers als Markt der Zukunft angesehen wird und wenn der Hype um die Tablet Computer anhält, könnte diese Vorstellung bald Wirklichkeit sein.
4.2 Vorteile des Tablet Computers
Die Vorteile, welche ein Tablet Computer gegenüber einem normalen Notebook mit sich bringt, sind enorm. Zum einen wäre da die intuitive Bedienung. Durch die Bedienung mit dem Finger oder auch mit einem Stift o.ä. ist es für viele Anwender (vor allem wenn sie neu auf dem Gebiet des Computers sind) einfacher sich an die Eingabe zu gewöhnen. Durch Handschrifterkennung ist es möglich auf einem Tablet wie auf einem ganz normalen Papier zu schreiben und es wird direkt digital umgewandelt. Auch die Möglichkeit einfach auf den Bildschirm zu „drücken“ bzw. ihn zu berühren ist einfacher, als den Computer mit einer Maus zu bedienen. Der Anwender muss einfach nur noch auf die Stelle drücken wo er gerne hin möchte und muss sich nicht an irgendwelche andere Eingabegräte wie z.B. eine Maus gewöhnen.
Die Problematik der Formeleingabe oder der Eingabe von Zeichnungen hat sich durch die Bedienung mit einem Stift auch erledigt. Man kann mit zahlreichen Zeichenprogrammen, wie z.B. das von Microsoft mitgelieferte Paint, einfach Zeichnungen anfertigen, was sich mit der Maus eher als schwierig herausstellt. Diese erstellten Bilder kann man anschließend ohne Probleme in ein Textverarbeitungsprogramm einbinden.
Durch die digitale Verwaltung von Dokumenten, gehören Probleme wie "Eselsohren" oder ähnliches der Vergangenheit an. Außerdem hat man immer alle Unterlagen, die man benötigt, dabei, ohne große Mengen Papier mitnehmen zu müssen. Ein weiterer Vorteil ist die Mobilität des Tablet Computers. Durch seine geringe Größe (meist nicht mehr als 13 Zoll) und dass daraus folgende geringe Gewicht ist es einfacher ihn zu transportieren und dies ist vor allem für den Schulalltag oder Unitag von Bedeutung. Auch auf zusätzliche Eingabegräte wie Maus und Tastatur kann verzichtet werden, da sich der Computer komplett per Touchscreen bedienen lässt.
4.3 Nachteile des Tablet Computers
Jedoch hat ein Tablet Computer auch Nachteile gegenüber einem normalen Notebook. Durch die kleinere Größe und durch das geringere Gewicht ist das Display natürlich meistens auch nicht so groß wie bei einem herkömmlichen Notebook. Somit werden je nach Auflösung die Sachen kleiner dargestellt, was zu einer schlechteren Lesbarkeit und zur kleineren Arbeitsfläche führt.
Ein weiteres Problem ist, dass die meisten Tablet Computer derzeit keinen herkömmlichen Computer ersetzen können. Normalerweise haben sie eine deutlich schwächere Rechenleistung im Vergleich zu einem Notebook. Es gibt auch Tablet Computer, welche mit der Rechenleistung eines normalen Notebooks mithalten können, wie z.B. das oben angeführte HP EliteBook, doch diese Tablet Computer sind deutlich teurer als ein herkömmliches Notebook und bieten somit für viele Anwender keine Alternative. Ein Beispiel dafür wäre die Anwendung im Grafikbereich. Hier wird bei der Bearbeitung von Bildern oder auch Videos viel Rechenleistung benötigt, welche die meisten Tablet Computer nicht mit sich bringen.
Ein zusätzlicher Nachteil ist mit der Eingabegeschwindigkeit verbunden. Dadurch, dass man für einen Tastendruck den Bildschirm nur berühren muss, ist das Zehnfingerschreiben, wie man es von einer herkömmlichen Tastatur gewöhnt ist, nicht mehr möglich. Grundsätzlich sind auch die mit dem Tablet Computer verbundenen Kosten ein Nachteil. Da sich der Tablet Computer nicht als vollständiger Rechnerersatz anbietet, sind die Anschaffungskosten ab ca. 500€ sehr hoch. Dies schreckt erneut eine Menge Anwender ab. Auch im Hinblick auf den Gebrauch in der Schule sind diese Zusatzkosten nicht zu verachten. Hierauf wird jedoch noch im Laufe der Arbeit eingegangen.
4.4 Fazit
Zusammenfassend kann man also sagen, dass sich ein Tablet Computer deutlich von einem herkömmlichen Notebook unterscheidet und er vor allem für Neulinge auf dem Gebiet des Computers einfacher zu bedienen ist, als ein normales Notebook.
Jedoch sind mit ihm auch Einschränkungen verbunden, welche je nach Anwendungsbereich nicht akzeptabel sind. Das Benutzen und Bedienen von Office-Anwendungen oder auch das Surfen im Internet stellen jedoch kein Problem dar. Für die Schule oder die Universität bietet der Tablet Computer eine gute Alternative zu einem herkömmlichen Notebook. Denn dort ist eine hohe Portabilität wichtiger als eine gute Rechenleistung. Dies hat die Einführung des Netbooks schon deutlich gezeigt.[26] Lediglich der Preis für ein Tablet Computer ist noch zu hoch, sodass es abzuwarten bleibt, ob er sich durchsetzen kann oder nicht.
5 Anforderungen an die Lehrenden im Allgemeinen
In diesem Bereich geht es um die Anforderungen und die Herausforderungen, mit welchen die Lehrkräfte durch den Einsatz von Tablet Computern konfrontiert werden.
5.1 Lernen von Schülern
Das Anforderungsprofil der Lehrenden, für eine Integration von Tablet-PCs in den Unterricht bedarf zunächst einige persönliche Kompetenzen des Lehrers selbst. In der Praxis ist davon auszugehen, dass zumindest ein Teil der Schüler ein besseres und auch fundiertes Wissen in den Unterricht mitbringen und dem Lehrer weit voraus sein können, was Computer angeht. Diesen Vorteil sollen und müssen sich Lehrer zu Nutze machen, indem sie ihre eigenen Defizite offen zugeben und mit den Schülern an den eigenen Defiziten arbeiten. Dies erfordert ein gewisses Selbstbewusstsein und den Willen, sich von den Schülern weiter bilden zu lassen. Die klassischen Lehrer-Schüler-Rollen vermischen sich hierdurch und gemeinschaftliches Lernen wird gefördert. [27]
5.2 Ausüben einer Vorbildfunktion
Der Lehrer muss bei der Verwendung von Tablet-PCs vor allem auf die methodische Kompetenz achten. Das heißt, er muss vornehmlich vermitteln, wie man die entsprechenden Informationen findet, entsprechend filtert und nutzt. Das Hauptaugenmerk wird auf das Informationsmanagement gelegt. Gleichzeitig muss er ein Mindestmaß an technischem Verständnis und Know-How mitbringen, um in der Lage zu sein, die Unterrichtsziele selbstständig erreichen zu können. Kritik an der Tätigkeit muss er offen entgegennehmen und Vorschläge seitens der Schüler annehmen. Durch regelmäßiges Feedback von beiden Seiten ist es möglich, Probleme frühzeitig zu erkennen oder in Zukunft zu vermeiden. Der Lehrer muss in der Lage sein, hier die ersten Schritte zu machen und seine Schüler entsprechend ermutigen, es ihm gleich zu tun.
5.3 Tablet PCs richtig einsetzen
Eine effektive Gestaltung des Unterrichts mit Tablets hängt von dem jeweiligen Fach ab und vor allem von den persönlichen Präferenzen des Lehrers, so dass es weder möglich ist, einen goldenen Weg aufzuzeigen, noch konkrete Inhalte zu erzwingen. Es zeichnet sich im Allgemeinen dadurch aus, dass nicht nur das vermittelte Wissen, sondern auch der sinnvoll und strukturierte Einsatz der Tablets als Unterrichtsziel angesehen wird. Eine Versteifung auf den konsequenten Einsatz von Tablets ist ebenfalls keine geeignete Möglichkeit, vielmehr macht eine abwechslungsreiche Mischung guten Unterricht aus. Auch wenn sich die speziellen Anforderungen unterscheiden, ist es erforderlich, dass sich die Lehrer von einem durchgeplanten Unterricht in Teilen verabschieden, den Schülern Freiraum gewähren, z.B. durch eigenständige Recherche oder offene Unterrichtsformen wie Gruppenarbeiten, gleichzeitig aber auf die aktuelle Situation im Unterricht reagieren und entsprechend beraten bzw. in die von ihnen gewünschte Richtung zu lenken, um ihr fachliches Lehrziel zu erfüllen. Dabei muss ihnen bewusst sein, dass diese Unterrichtsform mehr Unterrichtszeit für dieselben Lehrinhalte benötigt, als klassischer Frontalunterricht. [28][29]
5.4 Beurteilung der Informationsqualität
Die Tatsache, dass durch diese Methoden wichtige Aspekte des zu vermittelnden Wissens von den Schülern selbst erarbeitet worden ist, stellt eine weitere Hürde für den Lehrer da. Ein Teil der Zeit muss dafür aufgebracht werden, die Ergebnisse vorzustellen und damit auf ihre Korrektheit zu prüfen. Diese Schritte sind aus fachlicher Sicht notwendig, damit sichergestellt werden kann, dass die Schüler mit den "richtigen" Unterlagen bzw. Wissen weiter arbeiten oder lernen können. Ohne diese Reflexion fällt es Schülern schwer, ihre eigenen und vor allem die Ergebnisse ihrer Mitschüler zu beurteilen und als wichtige Unterrichtsunterlagen, die mit denen des Lehrers gleichgestellt sind, zu nutzen.
5.5 Verfügbarkeit von Lehrkonzepten
Damit die Lehrkräfte Tablet-PCs und deren Internet oder Multimedia Features in den Unterricht mit einbringen können, bedarf es noch einer wichtigen Sache und zwar die, ihrer eigenen Unterrichtsvor- und Nachbereitung. Zurzeit gibt es kaum fertige Konzepte die aufgegriffen werden können und nach denen der Unterricht ausgerichtet werden kann. Solange es diesbezüglich keine Konzepte der Bundes- oder Landesregierung gibt, ist es notwendig, dass sich die jeweiligen Lehrer selbst entsprechende Konzepte ausarbeiten. Sobald die Nutzung von Tablets oder anderen Computern nicht nur im Rahmen von wenigen Pilotprojekten erfolgt, sondern immer mehr zum Alltag wird, ist davon auszugehen, dass zumindest ein Teil der Belastung entfällt. [30]
Es ist durchaus möglich, dass die Schüler jegliche Konzepte ablehnen. Mögliche Gründe hierfür können technische Probleme oder aber Prüfungen sein. Gerade hierbei ist es wichtig, dass es den Lehrern gelingt, am Ende der Unterrichtseinheit ein Fazit zu ziehen, mit dem die Schüler sicher sein können, die Prüfung zu bestehen.
6 Software und Hardware für den sinnvollen Einsatz von Tablet Computern
In diesem Kapitel wird die Software und Onlineplattform, die man für den täglichen Einsatz des Tablet-PCs in der Schule benötigt, vorgestellt. Funktionen, Benutzeroberfläche und die Handhabung werden hier erläutert. Des Weiteren wird auf einzelne Umfragen/ Studien der DePauw Universität eingegangen. Zuletzt wird eine Alternative zur „klassischen“ Tafel vorgestellt.
6.1 Moodle
Moodle ist eine Open-Source Lernplattform und steht unter der GPL [31] und ist damit kostenfrei für alle interessierten Nutzer einsetz- und individuell veränder- und anpassbar da der Quellcode offengelegt ist. Moodle steht für Modular Object Oriented Dynamic Lerning Environment. Zurzeit gibt es über 48.000 registrierte Moodle Seiten in über 200 Ländern mit 3,5 Millionen Kursen, 35 Millionen Usern und 1,2 Millionen Lehrern. Der folgenden Tabelle können Informationen über die größten bzw. umfangreichsten Communities entnommen werden.[32]
| Top 10 sites by users | Top 10 sites by courses | ||||
| Site | Users | Courses | Site | Users | Courses |
| Moodle.org | 925,689 | 65 | VDU Moodle | 3,566 | 59,920 |
| OU online | 651,727 | 5,332 | Minha UFMG | 62,887 | 56,385 |
| Hocmai.vn - Ngôi trường chung của học trò Việt | 573,752 | 132 | UNCC Moodle | 60,319 | 26,112 |
| UNSW Moodle Dev | 206,382 | 55 | Universidade Presbiteriana Mackenzie | 54,978 | 23,813 |
| MyLinE - Online Resources for Learning in English | 204,166 | 46 | ATENEA - Campus Virtual de la UPC | 70,474 | 21,948 |
| Christian Courses | 181,457 | 177 | 東海大學 數位教學平台 | 35,106 | 21,713 |
| Campus Virtual de la Universitat de Barcelona | 139,925 | 9,622 | Ming Chuan University portal(銘傳大學入口網站) | 62,027 | 21,338 |
| 與你相伴,E 路學習 | 132,737 | 218 | Universidad Europea de Madrid | 18,720 | 19,797 |
| Learn Greek Online! | 128,544 | 9 | Concordia Course Web Sites | 95,219 | 17,999 |
| CQU Moodle | 127,232 | 4,940 | Moodle @ Lehigh | 27,447 | 16,689 |
Die meisten Installationen gibt es in den USA (8852), Deutschland liegt mit 2262 auf Platz 5.[33] Vertreten sind Schulen, Universitäten, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen. Damit ist Moodle die weltweit größte und populärste E-Learning Plattform und zeigt gleichzeitig die Skalierbar- und Anpassungsfähigkeit der Software, an die jeweiligen Bedürfnisse des Betreibers. Moodle ist auf jedem Betriebssystem, dass PHP und die gängigen Datenbanken wie z.B.: MySQL, PostgresSQL, MSSQL oder Oracle unterstützt, lauffähig. Aufgrund dieser Plattform sind Bildungsträger in der Lage Moodle-Installationen zu betreiben, für die keine Lizenzkosten fällig werden und daher gerade für öffentliche Bildungsträger interessant.
6.1.1 Bedienung und Administration von Moodle
Die Administration von Moodle erfolgt komplett über ein verständliches Webinterface und bietet Anbindung an Dienste wie IMAP, LDAP und genügt mit Sicherheitsfeatures wie SSL oder verschlüsselte Cookies auch aktuellen Sicherheitsstandards. Weithin ist jeder User in der Lage, sich selbst in Moodle zu präsentieren, eigene Termine zu verwalten und persönliche Daten anderen Teilnehmern gegenüber zu verstecken.[34] Diese Features sind vergleichbar mit vielen anderen großen Plattformen und stellen für versierte Nutzer keine großen Hürden bereit. Viele Menschen sind bereits heute Mitglied in Sozialen Netzen [35] oder betreiben teilweise eigene Webseiten mit einem CMS-System oder Blogs bzw. Foren und sind grundsätzlich mit dem Umgang mit Webplattformen vertraut, was den Einstieg in Moodle deutlich vereinfacht.
6.1.2 Funktionen von Moodle
Innerhalb von Moodle können die Lehrer Kurse erstellen, die entweder nach Termin oder Thema gegliedert werden können. Die Erstellung der Kurse geschieht mit Hilfe von WYSIWYG-Editoren, Hochgeladene Files oder Links auf andere Webseiten. Diese Features sind vergleichbar mit anderen Webplattformen, die heute in der Freizeit genutzt werden und bieten dank WYSIWYG den Komfort von Textverarbeitung mit einer Office Suite, wie sie Microsoft bzw. Open Office bieten. Die Schüler sind in der Lage, sich alle Kursinhalte selbst per Email zuzusenden, was sie in die Lage versetzt, auch „Offline“ an den Kursen zu arbeiten. Moodle bietet zahlreiche Lernaktivitäten, mit denen sich sehr viele, reale Unterrichtssituationen abbilden lassen:
| ~ Abstimmung | ~ Aufgabe | ~ Chat |
| ~ Datenbank | ~ Forum | ~ Glossar |
| ~ Lektion | ~ Test | ~ Umfrage |
| ~ Wiki | ~ Workshop |
Es ist möglich, viele dieser Aktivitäten in einem Kurs zusammenzufassen und durch bestimmte Ereignisse automatisch freischalten zu lassen. So kann nach einer Lektion beispielsweise ein kleiner Test erfolgen nach dem die Schüler Zugriff auf weiteres Material bekommen. Aber auch ein gemeinschaftliches Erarbeiten von Themen ist möglich.
6.1.3 Unterricht mit Tablets und Moodle
In Verbindung mit Tablet-PCs lassen sich mit Moodle neue, vielseitigere und abwechslungsreiche Unterrichtsszenarien entwickeln, die den Unterricht bereichern können. Gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, digitale Quellen in strukturierter Weise in den Unterricht einzubinden und interessante Diskussionen nicht an bestimmten Punkten abbrechen zu müssen, sondern im Nachgang des Unterrichts weiter führen zu können. Bei entsprechender Vorbereitung ist es möglich, entsprechende Querverweise zu vorherigen Unterrichtseinheiten, Schlüsselereignissen oder Fremdwörtern zu hinterlegen, um den Schülern die Möglichkeit zu geben, diese noch einmal nachzuschlagen, Zusammenhänge leichter verständlich zu machen oder eine Zeitleiste nach und nach zu vervollständigen, ohne diese auf viele verschiedene Arbeitsunterlagen aufteilen zu müssen. Gleichzeitig lassen sich die Schüler unproblematisch in der Erstellung oder Erweiterung von unterrichtsbegleitenden Zusammenfassungen, Übersichten oder auch Stichwortverzeichnissen einbinden. Das aktive Miteinander wird gefördert und die Schüler bekommen einen aktiven Part in der Vermittlung des Stoffes zugesprochen.
6.1.4 Fazit Moodle
Es sollte klar sein, dass durch Moodle weder das klassische Schulmodell abgelöst werden sollte, noch dass es die einzige Unterrichtsmethode darstellen darf. Es soll neue Möglichkeiten eröffnen und einen leichten Medienwechsel unterstützen. Auf der anderen Seite ist natürlich auch ein gewisser administrativer Aufwand mit dem Betrieb einer Moodle-Plattform verbunden, der nicht außer Acht gelassen werden darf.
Wenn Computern im Unterricht eine tragende Rolle zugesprochen werden soll, sind Lernplattformen, wie Moodle, eine sinnvolle Erweiterung bzw. Lösung für Schüler und Lehrer, um in den Genuss von leichter strukturierbaren Unterricht zu kommen, der gleichzeitig ein hohes Maß an Freiheiten und standardisierten Verfahren mitbringt. Zusätzlich haben kranke Schüler auch die Möglichkeit, die verpassten Unterrichtseinheiten zeitnah nachzuholen oder sogar mitzumachen. Lehrer können bei Bedarf unkompliziert die Ergebnisse aller Schüler einsehen, überprüfen und auch korrigierte Ergebnisse zurückgeben.
6.2 DyKnow
In diesem Kapitel geht es um die Vorstellung der Software DyKnow.
6.2.1 Allgemeines
DyKnow ist eine Software für stift-gestützte Computersysteme und eignet sich insbesondere für den Einsatz mit Tablet-PCs. Die Software bietet eine Fülle von Funktionen für Informationsverbreitung und aktive Lernmethoden.
Insbesondere erlaubt die Software: Kollaborative Notizen zu erstellen, die jedem Studenten die Möglichkeit geben, die Notizen des Lehrers mit den eigenen, handgeschriebenen oder getippten Notizen, die während der Diskussionen und Reflexionen entstehen, zu versehen und auf dem Tablet-PC mit nach Hause zu nehmen. Des Weiteren können interaktive Übungen wie z.B. Multiple-Choice-Umfragen/Aufgaben durchgeführt werden. Handgeschriebene oder textbasierende Lösungen, die von Einzelpersonen oder von kleinen Gruppen erarbeitet wurden, können gemeinsam im Klassenverband oder auch außerhalb genutzt werden. Zusätzlich kann die Software auch für eine Gruppenarbeit eingesetzt werden; eine Chatfunktion erleichtert dabei die Kommunikation.
Bei so einer Software dürfen die Möglichkeiten nicht fehlen, die Schüler/ Studenten in ihrer Freiheit einzuschränken. So ist es z.B. mit DyKnow möglich die Computer-Aktivitäten zu überwachen und Gegenmaßnahmen wie Bildschirmabschaltung, Sperren von Applikationen und Desktop-Sharing einzuleiten.[36]
Die Benutzeroberfläche von DyKnow ist sehr einfach und schnell zu bedienen, sie ist übersichtlich und ähnelt der Benutzeroberfläche von Microsoft Office 2007 oder 2010. Mit wenigen Maus-Klicks durch die gut überschaubare, selbsterklärende Funktionsleiste, kommt man schnell an das gewünscht Ergebnis. Sowohl geübte als auch ungeübte Benutzer würden sich spielend mit der Software zu Recht finden.
6.2.2 Aufnahme von Unterrichtinhalten
Laut einer Umfrage des DePauw University ist es für die Studenten sehr schwierig die z.T. sehr komplexen Notizen ohne Kontext des Dozenten zu verstehen.[37] Aus diesem Grunde bietet DyKnow eine Zusatzfunktion, die es dem Dozenten mit Hilfe eines Mikrofons ermöglicht, zusätzlich zu seinen Notizen, eine Audio-Aufnahme mitlaufen zu lassen. Das System synchronisiert automatisch die Audio-Spur zu den Textobjekten und zu den Notizen, die von den Studenten und dem Dozenten während des Unterrichts geschrieben wurden. [38] Diese Zusatzfunktion hilft den Studenten, die Unterrichtsinhalte zu Hause besser zu verstehen und nachzuvollziehen. Es eröffnet dem Dozenten zusätzlich die Funktion, den Studenten die Wiederholung des Unterrichts als Hausaufgabe aufzugeben.
6.2.3 Auswirkungen auf die Anwesenheit
Allerdings birgt diese Technik auch die Gefahr, dass aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterrichtsinhalte, die Schüler/ Studenten von der Vorlesung fern bleiben. Um diese Auswirkung zu überprüfen, machte die DePauw University einen Versuch.
Eine Informatikklasse mit zehn Studenten traf sich fünfundzwanzig Mal im Semester, ausgeschlossen sind hierbei die Prüfungstage. Insgesamt sind es 250 Studenten-Teilnahme-Chancen. Von diesen gab es sieben Versäumnisse und 243 Anwesenheiten, damit ergibt sich eine Anwesenheit von 97,2%. Viele der Fehlzeiten waren allerdings schon im Voraus mit dem Dozenten abgesprochen. Lediglich einer hat zwei Vorlesungen unentschuldigt gefehlt. [39] Wichtig ist hierbei zu erwähnen, dass den Studenten keine Teilnahmepflicht oder Bestrafungen bei Abwesenheit auferlegt wurden. Doch während der ersten Semesterhälfte wurden unangekündigte Tests geschrieben. Studenten, die unentschuldigt gefehlt haben, waren nicht zugelassen. An diesem Punkt könnte man argumentieren, dass die Studenten einer indirekten Strafe ausgesetzt waren und somit an den Vorlesungen verstärkt teilgenommen haben. Um diese Theorie zu überprüfen, wurde den Studenten in der zweiten Semesterhälfte mitgeteilt, dass nun keine unangekündigten Tests mehr geschrieben werden.
Durch die Fehlzeiten entstanden sieben Tage, die keine 100%ge Anwesenheit der Studenten hatten. Drei dieser Tage traten während der ersten Semesterhälfte mit unangekündigten Tests auf. Die restlichen vier Tage traten in der zweiten Semesterhälfte ohne unangekündigten Test auf. Dies lässt schlussfolgern, dass die unangekündigten Tests die Anwesenheit der Studenten nicht beeinflussten.[40]
Dieses Ergebnis widerlegt die Theorie, dass Studenten aufgrund der zur Verfügung stehenden Unterrichtsinhalte von den Vorlesungen fern bleiben und somit ist es für den Dozenten erfreulich zu hören, dass die Studenten während ihrer legitimen Abwesenheit vollen Zugriff auf die vollständigen Unterrichts-Aufzeichnungen haben und somit das versäumte Wissen einfacher aufholen können.
6.2.4 Akzeptanz der Software bei den Studenten
Daten aus einer vorherigen Befragung von einundachtzig DePauw Studenten, die gemeinsam 431 Vorlesungen besuchten und Tablet-PCs mit DyKnow Software benutzten, belegen, dass die Studenten glauben, dass die Verwendung von DyKnow positive Auswirkungen auf ihr Lernverhalten hat. Neunundsiebzig Studenten (98%) kreuzten bei der Aussage "Overall DyKnow has had a positive impact on what I have learned as a Computer Science major or minor" mit "trifft zu" oder "trifft völlig zu" an. Nur ein Student gab eine neutrale Bewertung ab und ein Student kreuzte "trifft eher nicht zu" an. Die Auswahl "trifft gar nicht zu" wurde von keinem Studenten angekreuzt.[41]
Durch freiwillige Kommentare erläuterten die Studenten, wie und wie oft sie die Wiedergabe-Funktion der Software (Wiedergabe der aufgenommenen Vorlesung) eingesetzt haben und gaben damit eine grobe Übersicht über die Nutzung dieses Features. Rund 70% der oben befragten Studenten gaben zum Beispiel an, die Software regelmäßig für die Klausurvorbereitung eingesetzt zu haben. Zur Nutzung der Wiedergabe-Funktion schrieb ein Student: "This semester having the audio play back has been really nice. It has allowed me, outside of class, to go through points at my own pace, replaying as needed without the pressure of classmates." Ein anderer Student beschrieb wiederum eine andere Nutzung dieses Features: "I watched [the replayable content] with classmates so I could bounce questions off of them." Durch diese Umfrage wird ein wichtiger Aspekt ganz besonders beleuchtet, nämlich, dass schwächere Studenten die Wiedergabe-Funktion viel häufiger benutzen und einsehen als Studenten, die das Thema direkt vom ersten Mal an verstanden haben.[42]
6.2.5 Fazit
Es ist nicht unbedingt einfach sich für die richtige Software für den Einsatz von Tablet-Computern im Unterricht zu entscheiden. Vor allem Lehrkräfte aus unterschiedlichen Fächern haben unterschiedliche Ansprüche was den Funktionsumfang der Software betrifft. DyKnow ist gewiss nicht die einzige Software, die auf dem Markt verfügbar ist, dennoch kann mit dieser Software eine breite Palette von unterschiedlichen Ansprüchen gedeckt werden. Durch die einfache Bedienung können selbst Laien die Software ohne große Einarbeitung benutzen. Ruhige und schüchterne Schüler, die sich nicht trauen nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben, können sich mithilfe der Software verbessern, da sie Wissenslücken durch die Video-Vorlesung zu Hause nacharbeiten und schließen können. Gewisse Nachteile bringt die Software natürlich auch mit sich, so werden nur Windows Betriebssysteme von Microsoft unterstützt. Zurzeit ist DyKnow nur im US-Raum und in Australien für ca. 149,00$ [43] je Lizenz erhältlich. In Deutschland wäre zum Beispiel Software wie eBeam von Luidia [44] eine Alternative.
6.3 Interaktives Whiteboard
Ein interaktives Whiteboard vereint die Eigenschaften einer herkömmlichen Tafel bzw. Whiteboard mit den multimedialen Fähigkeiten von Beamern. Um alle Funktionen zu nutzen, sind Computer und eine entsprechende Software erforderlich. Das Whiteboard arbeitet mit einem Koordinatensystem, um Eingaben, die auf dem Whiteboard getätigt werden, auf den Computer zu übertragen, welche wiederrum über den Beamer auf dem Whiteboard projetziert werden. Die gängige Größe ist bei ca. 77 Zoll (196 cm) Diagonale und im 16:9 Format. Damit sind die Interaktiven Whiteboards deutlich kleiner als die klassische Schultafel.
6.3.1 Eingabe und Handling von Interaktiven Whiteboards
Die Eingabe erfolgt je nach Modell entweder über einen Stift[45] oder ist berührungsempfindlich und kann mit der Hand oder sonstigen stumpfen Gegenständen bedient werden.[46] Auf die allgemeine Funktionalität der Eingabe und damit Funktionen wie zum Beispiel der Handschrifterkennung hat dies keine Auswirkung, selbst Formeln werden gut erkannt. Unabhängig vom Hersteller bietet jede Software alle notwendigen Funktionen die im Schulalltag erforderlich sind. Viel wichtiger als die Feature Liste ist eine eingängige und effiziente Bedienung, um schnell alle notwendigen Funktionen zu erreichen. Viele Hersteller bieten mit ihrer Software die Möglichkeit, die dargestellten Inhalte zu exportieren, jedoch meist nur in proprietäre Formate und nicht in gängige Formate wie PDF, HTML oder auch PPT.[47] In der Praxis ist es sowohl möglich, vorbereitet Inhalte auf das Whiteboard zu projizieren und live am Whiteboard zu bearbeiten als auch komplette Tafelbilder zu entwickeln und zur späteren Verwendung abzuspeichern. Die am Whiteboard erstellten Elemente lassen sich auch auf dem Whiteboard verschieben. Das bietet den Vorteil, dass sich entwickelnde Tafelbilder leichter angepasst werden können. Die Möglichkeit, große Tafelbilder schnell darzustellen, zu modifizieren oder auszutauschen wiegen den grundsätzlichen Größennachteil wieder auf, können ihn aber in einigen Situationen nicht völlig ausgleichen. Das Speichern und Weiterverwenden von Tafelbildern bringt dem Lehrer den Vorteil, dass er die Aufzeichnungen wiederverwenden kann und Zeiteinsparungen möglich sind. Das zeitraubende Abschreiben von Tafelbildern kann dadurch überflüssig werden, sofern der Lehrer sich diesen Vorteil zu Nutze machen möchte.
6.3.2 Tablet PCs und interaktive Whiteboards
Wie bereits beschrieben ist für die Verwendung von interaktiven Whiteboards ein kompatibler Computer erforderlich, auf dem die Software läuft. Dabei übernimmt die Software die Steuerung der Whiteboard Sensorik, die Ausgabe des Bildes erfolgt über den Beamer. Der Computer ist auch nötig, um vorbereitete Materialen darzustellen. Die Eingabe über Tastatur und Maus am Computer wird genauso auf dem Whiteboard dargestellt. Bei der Verwendung eines Tablet-PCs, der die Möglichkeit geben muss, an das Whiteboard angeschlossen zu werden, stehen die gleichen Eingabemöglichkeiten wie am Whiteboard zur Verfügung. Somit kann die Verwendung von Pads durch die Inkompatibilität in vielen Fällen ausgeschlossen werden. Durch die Kombination von Tablet-PC und Whiteboard eröffnen sich interessante Möglichkeiten. Der Lehrer kann so beispielsweise das Tafelbild handschriftlich erweitern, ohne der Klasse den Rücken zuzudrehen oder durch das Bild zu laufen, selbsterstellte Skizzen vorbreiten und darstellen lassen. Dies ist besonders im naturwissenschaftlichen Bereich interessant. Für den Fall, dass der eingebaute Beamer (z.B.: ab Werk mit eingebauten WLAN [48] oder zum Nachrüsten durch Intel Wireless Display [49]) und das Whiteboard[50] über eine Funktechnologie (WLAN bzw. BT) angesprochen werden kann, ist der Lehrer nicht einmal an sein Pult gebunden und kann sich frei in der Klasse bewegen.
6.3.3 Fazit
Die Verbindung von Tablet Computern und Interaktiven Whiteboards bringt einige nennenswerte Vorteile mit sich, die vor allem die Flexibilität von Tafelbildern betrifft, sei es das Modifizieren oder das Vorbereiten oder Weiterverwenden von Tafelbildern. Auch hier gilt, dass es von den Willen und dem Know-How im Umgang mit dem Whiteboard und Tablet des Lehrers abhängt, wie sinnvoll die Technik eingesetzt wird. Das Potenzial der Verbindung ist jedoch sehr groß und bietet neue Möglichkeiten, den Unterricht interaktiver zu gestalten.
7 Anwendungsmöglichkeiten in der Schule
In diesem Kapitel wird beschrieben, welche Anwendungsmöglichkeiten es für einen Tablet Computer in der Schule bzw. Universität gibt.
7.1 Mathematikunterricht mit einem Tablet-PC
In diesem Kapitel geht es um die Einbindung des Tablet Computers in den Mathematikunterricht.
7.1.1 Allgemeines
In typischen Bachelor-Mathematik-Vorlesungen oder in Sekundar-Mathematik-Klassen verbringen die Studenten und Schüler den Großteil ihrer Zeit mit Kopieren und Verwalten von Informationen. Somit haben Schüler und Studenten häufig Schwierigkeiten, dem Verlauf des Unterrichts in Mathematik zu folgen. Sie sind so stark auf das Abschreiben konzentriert, dass sie gar keine Zeit haben, über das Problem, welches vielleicht in dem Augenblick im Raum steht, richtig nachzudenken. Die Informationen, die auf diese Weise erfasst werden, bleiben nur flüchtig im Gedächtnis erhalten und müssen intensiv zu Hause nachgeholt werden. Des Weiteren ist der Einsatz von normalen Notebooks für viele Mathematik-Vorlesungen sehr schwierig, da man einen recht hohen Anteil an Symbolen hat. Es ist zum Beispiel sehr zeitaufwendig und umständlich eine Gleichung in Microsoft Word's Formeleditor oder in LaTeX zu erstellen. So schreiben die Schüler und Studenten lieber weiterhin von Hand in ihre College-Blocks. In herkömmlichen "Chalk Talk" (Definition: Informeller Vortrag, bei dem der Dozent eine Tafel und Kreide zur Illustration benutzt) oder PowerPoint folien-basierten Mathematik-Klassen bemühen sich die Studenten aufgrund der oben erwähnten Problematik zu wenig für eine Problemlösung. Studenten, die von dieser Problematik befreit sind, fokussieren ihre Aufmerksamkeit viel stärker auf den hauptsächlichen Unterrichtsinhalt. [51]
Eine weitere Begrenzung des konventionellen Mathematikunterrichts ergibt sich aus der Schwierigkeit, erarbeitete Materialien von Studenten oder Schülern in die Vorlesung zu integrieren. Wenn ein Lehrer eine Aufgabe aufgibt, die in der Klasse zu bearbeiten ist, dann benutzen die Schüler oder Studenten ihren eigenen Schreibblock, anschließend präsentiert der Dozent die Musterlösung oder den Rechenweg, der zum richtigen Ergebnis führt. In wenigen Fällen wird die Arbeit der Schüler oder Studenten kontrolliert. Meist sind die Klassen zu groß, um jeden einzeln zu kontrollieren. Doch gerade hier bieten die vernetzten Tablet-PCs die Chance dieses Paradigma zu ändern, da die Ergebnisse aller Studenten in Bruchteilen von Sekunden auf ihre Richtigkeit überprüft werden können. Der Lehrer sieht anschließend anhand der Ergebnisse, ob die Klasse den Unterrichtsinhalt verstanden hat und wer eventuell schwächelt. Es kann ein gezieltes Feedback für einzelne Schüler erfolgen. Wenn Schüler Schwierigkeiten mit dem Fach Mathematik haben, so ziehen sie sich oft aus der Klasse zurück oder lassen sich fallen. Als ein Ergebnis daraus geben viele Studenten oder Schüler den Wunsch, einen Beruf im naturwissenschaftlichem oder ingenieurswissenschaftlichem Bereich auszuüben, auf.[52]
7.1.2 Einsatz von Tablet-PCs
Ein interaktives Klassenzimmer mit Tablet-PCs bietet neue Möglichkeiten, die Schwierigkeiten, die Studenten oder Schüler mit Mathematik haben, zu minimieren. Mit Hilfe des Tablet-PCs können die Studenten oder Schüler ihre Eingaben schreiben, anstatt sie auf dem Keyboard zu tippen. Darüber hinaus kann der Dozent die PowerPoint-Folien entweder vor oder zu Beginn einer Vorlesung verteilen. Die Studenten oder Schüler können dann mit Hilfe des Digitizers ihre eigenen Notizen auf den Folien machen, diese abspeichern und jederzeit einsehen. Da die Notizen nun zum Großteil vom Dozenten geschrieben werden und die Folien den Studenten zur Verfügung stehen, können sich die Studenten viel mehr auf die Vorlesung und den Folieninhalt konzentrieren. [53] Die Tablet-PC-Technologie kann ebenfalls die interaktive Problemlösung und Kritik an Mitschülern während der Vorlesung erleichtern. Die Mitschüler können von den Fehlern anderer lernen und im Rahmen einer Diskussion Lösungsvorschläge ausarbeiten.[54] Die Studenten sind durch eine gewisse Verantwortung viel aktiver und beschäftigter im Unterricht. Die interaktive Problemlösung und die anschließende Präsentation der erarbeiteten Arbeit motiviert die Studenten oder Schüler bei der Sache zu bleiben, da sie nicht wissen, wann ihre Arbeit in der Klasse zu sehen sein wird. Des Weiteren wird der Unterricht durch die bereits vorgestellte Software "DyKnow" aufgelockert und erscheint nicht mehr so "trocken". Vektorgrafiken, zwei-dimensionale oder drei-dimensionale und weitere Funktionen können von Schülern oder Studenten visualisiert oder berechnet werden. Die anschließende Präsentation der Ergebnisse erfolgt auf einem Beamer, der von dem Dozenten, aber auch in bestimmten Fällen auch von den Studenten gesteuert werden kann. So können anonyme Lösungsvorschläge eingereicht und publiziert werden.
7.1.3 Erste Lernerfolge
Um einen Vergleich zwischen Studenten mit Tablet-PCs und ohne Tablet-PCs zu machen, wurden 20 Studenten aus den Kursen Algebra und Trigonometrie an der Universität Boston ausgewählt. Die Studenten, die an diesem Kurs teilnehmen, sind alle Erstsemester und alle haben sich bereit erklärt, ohne eine Auffrischung der vorausgesetzten Mathematik zu beginnen. Um ein verfälschtes Ergebnis zu vermeiden, wurde die Anzahl der Studenten in den Test-Kursen, als auch an der Universität Boston nachweislich konstant gehalten.[55]Die Ergebnisse der ersten Umsetzung der interaktiven Tablet-PC-Klassen zeigen, dass die Schülerleistung der Tablet-PC-Klasse besser war als in den vergleichbaren konventionellen Klassen der letzten drei Jahre. Von 20 immatrikulierten Studenten wurde nur eine Klausur mit 3,7 geschrieben. Im Vergleich zu den gleichen Klassen aus den Jahren 2005, 2006, 2007 wurden 3 Klausuren mit der Note 3,7 und 6 Klausuren mit der Note 5,0 geschrieben; 5 von 56 Studenten haben das Studium abgebrochen.
7.1.4 Fazit
Nicht nur in naturwissenschaftlichen Fächern, sondern auch in vielen anderen Fächern, wie Englisch, Deutsch, Musik etc. bietet der Tablet-PC die ideale Lernhilfe. Vor allem Lehrer sollen bei dieser modernen Lernform entlastet werden und mehr als Moderator fungieren. Schüler sollen interaktiver und selbstständiger arbeiten. Leistungsschwächere Schüler können sich durch das gezielte Feedback des Lehrers verbessern und auch zu Hause den Unterrichtsinhalt mit Hilfe des Table-PCs einfacher anschauen und erlernen. Durch diese Technologie kann der Unterrichtsablauf neu gestaltet werden. Der Lehrer ist nicht mehr auf die Kreidetafel oder ein Whiteboard angewiesen, denn beide bieten nur begrenzte Schreibflächen und Schreibhöhe (nur so lange der Arm des Lehrers reicht). Die Schüler müssen sich nicht länger den Rücken des Lehrers ansehen, während dieser etwas an die Tafel schreibt. Mit Hilfe des Tablet-PCs kann der Lehrer seinen Blick auf die Klasse richten und seine selbsterstellten Tafelbilder mit Hilfe eines Beamers an die Wand projetzieren und bearbeiten. Es ist nicht zu übersehen, dass in einem Tablet-PC eine Menge Potential steckt.
7.2 Ersatz des Schulbuchs
Eines der potentiellen Einsatzfelder eines Tablet Computers in der Lehre, könnte der Ersatz des Schulbuchs sein. Die große Frage, welche sich bei diesem Thema ergibt lautet: Hat ein Tablet Computer das Potential und die Funktionalitäten um ein herkömmliches Schulbuch zu ersetzen?
Die Möglichkeit, ein Buch auf einem Tablet Computer zu lesen, ist auf jeden Fall gegeben, wie schon bei der obigen Darstellung der verschiedenen Tablet Computer beschrieben. Die Funktionalitäten einer Software zum Lesen von eBooks sind breit gefächert. Doch wie sieht es im Vergleich zu einem normalen Buch aus. Im Rahmen dieser Studie wurde der Microsoft Reader benutzt. Dieser hat durch den Einfluss von Microsoft auf dem Computermarkt durchaus einen hohen Stellenwert.
7.2.1 Vergleich normales Buch mit eBook
Genau wie bei einem normalen Schulbuch, ermöglicht die Software das Durchblättern durch ein Buch und das Anschauen der einzelnen Seiten. Dabei fällt jedoch auf, dass es bei einem normalen Buch deutlich leichter ist, sich einen kurzen Überblick über den Inhalt des Buches zu verschaffen und „nur mal eben“ das ein oder andere Kapitel zu überfliegen. Bei einem normalen Buch ist es außerdem leichter zu erkennen, wo genau man sich im Buch befindet, ob man eher am Anfang ist oder nicht. Das eBook bietet natürlich die Möglichkeit die aktuelle Seitenzahl und die Gesamtseitenzahl des Buches anzuzeigen, jedoch hat man bei einem normalen Buch immer ein besseres Gefühl, wo man gerade ist.
In Schulbüchern und vor allem in Fachliteratur ist es oft enorm wichtig, sich Notizen an den Rand zu schreiben und wichtige Abschnitte zu markieren. Bei einem herkömmlichen Buch stellt dies kein Problem dar, da man mit einem Textmarker gut markieren kann und mit einem Stift (z.B. Kugelschreiber) auch Notizen auf den Seiten anbringen kann. Ein eBook kann diese Anforderungen ebenfalls erfüllen. Mit der entsprechenden „Marker-Funktion“ lassen sich einzelne Wörter oder auch ganze Textpassagen problemlos hervorheben. Auch das Reinschreiben lässt sich durch eine Notizfunktion ohne Probleme realisieren. Ein Nachteil des eBooks ist jedoch, dass man die Notizen erst beim Klicken auf ein entsprechendes Feld sehen kann und somit einen Teil des Buches überdeckt. Jedoch hat man so die Möglichkeit, längere Notizen unterzubringen. Ein großer Vorteil für das eBook ist jedoch, dass man Notizen oder auch Markierungen ohne großen Aufwand wieder entfernen kann. Dies stellt sich in einem normalen Buch eher als schwierig dar. Der Einsatz eines Tablet Computers macht das Schreiben von Notizen und das Markieren von Textpassagen noch einmal einfacher.
Durch sogenannte „Bookmarks“ erhält man bei einem eBook die Möglichkeit, sich ein Lesezeichen anzulegen. Somit kann man eine bestimmte Stelle in einem Buch schnell wiederfinden, ohne lange suchen zu müssen. Bei einem herkömmlichen Buch ist dies auch möglich. Entweder kann man ein normales Lesezeichen nutzen oder man nimmt Notizzettel um sie als Lesezeichen zu benutzen und schreibt darauf Kommentare. Bei einem eBook kann man seinen Lesezeichen Namen geben, was am Ende das Zuordnen leichter macht.
7.2.2 Zusätzliche Funktionen eines eBooks
Zusätzlich zu den zuvor genannten Möglichkeiten eines normalen Buches bietet ein eBooks noch weitere nützliche Funktionen. Das Suchen über den kompletten Inhalt eines Buches ist mit einem eBook-Reader ohne Probleme möglich. Somit ist es deutlich einfacher bestimmte Informationen in einem Buch zu finden. Bei Gesetztestexten, Lexika und weiteren Fachbüchern stellt diese Möglichkeit eine enorme Vereinfachung dar. Des Weiteren kann man verschiedene Wörter oder auch Sätze mit einem Hyperlink versehen. Somit kann man schwer verständliche Fachbegriffe direkt und ohne großen Aufwand nachlesen.
Für den Ersatz eines normalen Schulbuchs bieten eBooks noch einen elementaren Vorteil gegenüber einem normalen Buch. Durch die Verbreitung der eBooks über das Internet wäre es durchaus denkbar, eine Update-Funktion oder ähnliches für ein eBook einzurichten. Damit wäre es den Verlagen, Schulen und Universitäten möglich, die Bücher immer auf dem aktuellen Stand zu halten. Die Kultusministerkonferenz hat nach eigenen Nachforschungen ermittelt, dass das Durchschnittsalter eines Schulbuchs bei ca. 8 Jahren liegt. Daraus lässt sich deutlich erkennen, dass z.B. Fächer wie Politik noch nicht mal die letzte Bundestagswahl oder auch Landtagswahl enthalten und auch andere wichtige Dinge in solch einem Buch fehlen.
Durch das Verteilen von Updates über das Internet entfallen zusätzlich die Druckkosten für ein neues Buch. Dies entlastet die Käufer der Schulbücher. Laut dem Verband der Schulbuchverlage gingen die Investitionen für Schulbücher im Jahre 2009 um ca. 2% zurück.[56] Daraus ist deutlich zu erkennen, dass sowohl das Land als auch andere Käufer von Schulbüchern tendenziell weniger für Schulbücher ausgeben. Es liegt aber auf der Hand, dass für einen guten Unterricht diese Materialien vorhanden sein sollten.
7.2.3 Fazit
Wenn man also allein die Funktionalitäten betrachtet, lässt sich deutlich erkennen, dass ein eBook weitaus mehr Funktionen bietet als ein normales Buch. Jedoch stehen eBooks heutzutage vor dem Problem, dass sie noch nicht sehr verbreitet sind und viele Menschen nicht wissen, dass es sie gibt, geschweige denn wissen, was man mit ihnen machen kann. Eine Umfrage vom Gfk Panel Service Deutschland im Jahre 2009 hat ergeben, dass gerade einmal 35% aller Befragten wussten was, ein eBook ist. Lediglich 26% aller Befragten kannten ein entsprechendes Lesegerät.[57]
Des Weiteren hat die zuvor genannte Umfrage ergeben, dass in der ersten Hälfte des Jahres 2009 ca. 65.000 eBooks verkauft wurden. Insgesamt wurden im Jahr 2009 ca. 400 Mio. Bücher verkauft.[58]
Aus diesen Zahlen lässt sich erkennen, dass die Bekanntheit von eBooks sehr gering ist und es somit auch schwer möglich ist Schulbücher im eBook Format zu verkaufen. Auch die Verkaufszahlen von eBooks zeigen, dass der große „Boom“ noch nicht eingesetzt hat. Einige Zeitschriften und Experten erwarten durch die Einführung des Apple IPad eine deutliche Marktverbesserung, hierbei handelt es sich jedoch nur um Spekulationen und keine klaren Fakten. Die genaue Entwicklung des eBook-Marktes bleibt also abzuwarten.
Auf Grund der oben erarbeiteten Erkenntnisse lässt sich schließen, dass derzeit ein Ersatz des herkömmlichen Schulbuches durch ein eBook wohl kaum möglich sein wird. Derzeit ist der Markt für eBooks noch viel zu klein und zu wenig Menschen kennen die Möglichkeiten des eBooks. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass eines Tages Schulbücher als eBook zu kaufen sein werden, denn die Möglichkeiten, welche sich durch ein eBook ergeben sind enorm groß und könnten die Qualität der Bildung verbessern.
8 Welche Gefahren verbergen sich hinter dem Einsatz von Tablet Computern?
Eines der größten Vorteile vom Einsatz von Tablet Computern in der Lehre ist gleichzeitig ein nicht zu verachtender Nachteil. Die Menge der Funktionalitäten, welche ein Tablet Computer oder auch ein Normales Notebooks mit sich bringt, bietet ein hohes Potenzial den Schüler/ Studenten vom Unterricht abzulenken. Diese Probleme beziehen sich jedoch nicht nur auf Tablet Computer sondern sind auch beim Einsatz von normalen Notebooks gegeben.
Im Rahmen einer Vorlesung ist dieses Problem nicht ganz so gravierend, da sich die Studenten meist freiwillig dazu entschieden haben, in die Vorlesung zu kommen und somit auch motiviert sind der Vorlesung zu folgen und zu lernen. In der Schule sieht es schon anders aus. In Deutschland herrscht die allgemeine Schulpflicht [59] und die Schüler sind somit verpflichtet dem Unterricht zu folgen. Aus den oben genannten Aspekten ist deutlich zu erkennen, dass das Potenzial der Ablenkung in herkömmlichen Schulen deutlich höher ist als z.B. in einer Universität während einer Vorlesung.
8.1 Problem der Spielefunktion
Die Möglichkeiten der Ablenkung, welche ein Tablet Computer mit sich bringt sind breit gestreut. Je nach Betriebssystem eines Computers ist es kinderleicht ein Spiel oder ähnliches zu installieren. Und für das am meisten verbreitete Betriebssystem Microsoft Windows gibt es im Internet zahlreiche Quellen, um sich Spiele legal und kostenlos zu besorgen. Unter dem Betriebssystem Microsoft Windows befinden sich bei der Installation bereits Spiele, welche ohne eine zusätzliche Installation verfügbar sind. Auch für das Apple IPad sind im App-Store zahlreiche Spiele zu finden, welche von den Schülern während des Unterrichtes gespielt werden können.
Unter Windows gibt es durchaus die Möglichkeit, die vorinstallierten Spiele durch das Deaktivieren der entsprechenden Funktion für einen User unsichtbar zu machen. Durch eine entsprechende Rechteverwaltung ist es ebenfalls möglich, das Installieren von Software zu unterbinden. Jedoch würde dies voraussetzen, dass das Notebook allein für den Schulgebrauch genutzt werden würde und somit natürlich auch im privaten Gebrauch das Installieren von Spielen und anderen Programmen unterbunden wäre. Somit würden auch die Kosten für solch einen Computer deutlich steigen, da er im privaten Bereich nicht mehr voll zu gebrauchen ist. Zusätzlich müssten entweder die Eltern oder die Lehrer über das Wissen verfügen, um solch eine Rechtverwaltung vorzunehmen und diese auch zu warten.
8.2 Problem der Ablenkung durch das Internet
Zusätzlich zu dem schon angesprochenen Problem der Ablenkung durch Spiele bietet auch das Internet zahlreiche Möglichkeiten der Ablenkung. Auf verschiedenen Internetseiten werden Spiele angeboten, welche direkt im Internet gespielt werden können. Ein Schüler hat die Möglichkeit im Internet zu surfen oder sich mit verschiedenen Diensten wie Instant Messaging oder Sozialen Netzwerken wie z.B. SchülerVZ oder Facebook zu befassen.
Um dieses Problem zu eliminieren, hätte eine Schule die Möglichkeit, den Schülern kein Internet zur Verfügung zu stellen bzw. es so einzuschränken, dass bestimmte Seiten nicht mehr aufrufbar sind. Ganz ohne Internet würde jedoch ein großes Einsatzfeld des Computers in der Schule verloren gehen. Das Einschränken der verfügbaren Seiten setzt erneut Know-How bei den Lehrern voraus und würde einen enormen Verwaltungsaufwand mit sich bringen, da sich die Anzahl der verfügbaren Internetseiten stetig erhöht.
8.3 Fazit
Sicherlich gibt es noch zahlreiche andere Möglichkeiten, welche Schüler als Ablenkung im Unterricht benutzen könnten, aber alleine die oben aufgeführten Beispiele spiegeln deutlich die Problematik wieder. Wenn ein Computer nicht ausschließlich für die Nutzung in der Schule angeschafft werden soll, müsste enorm viel Know-How vorhanden sein und viel Zeit investiert werden, um einen Computer und ein Netzwerk so einzurichten, dass es dem Schüler keine Ablenkung mehr vom Unterricht bietet. Somit steht fest, dass die Ablenkung vom Unterricht eine Gefahr darstellt, welche beim Einsatz von Computern in der Schule bedacht werden muss. Man sollte trotz allem immer im Hinterkopf behalten, dass auch die Ablenkung von Smartphones im Unterricht vorhanden sein kann und das diese in der heutigen Zeit ebenfalls sehr groß sein kann.
9 Kosten
Wie schon mehrfach in dieser Arbeit erwähnt, spielen die Kosten, welche mit dem Einsatz von Tablet Computern in der Lehre verbunden sind, eine große Rolle. Wie sich zweifelsfrei aus den bisherigen Analysen erkennen lässt, macht es nur Sinn, den Tablet Computer in der Schule oder auch in der Universität einzuführen, wenn auch ein Großteil, wenn nicht sogar alle, einen solchen Computer besitzen.
9.1 Anschaffungskosten
Derzeit sind Tablet Computer noch sehr teuer. Bei der Betrachtung der drei zuvor genannten Alternativen von Tablet Computern ist ein Trend zu erkennen, dass die Kosten für solch ein Gerät derzeit stark fallen und sich der ein oder andere Anbieter, wie zum Beispiel Marvell durchaus Gedanken um ein preiswertes System macht. Inzwischen bieten namenhafte Hersteller auch ihre Netbooks mit einem berühr-empfindlichen Bildschirm an. Ein gutes Beispiel stellt dabei Asus mit dem Eee PC T91MT dar. [60] Diese Rechner bieten zwar nicht die Leistung, wie zum Beispiel das zuvor vorgestellte HP EliteBook, sind jedoch für den Schul- bzw. Unialltag ausreichend, wie man an den Verkaufszahlen von Netbooks deutlich erkennen kann.[61] Im Vergleich zum Vorjahr sind die weltweiten Verkaufszahlen von Netbooks um knapp 500% gestiegen. Dennoch stellen die Notebooks immer noch den größten Anteil an verkauften mobilen Computern.[62]
Für Schüler bzw. Studenten wäre die Anschaffung ein großer Kostenfaktor, welcher nicht zu verachten ist. Derzeit sind die Schüler und Studenten nicht auf einen Computer angewiesen und es kaufen sich auch nur die Schüler und Studenten ein Netbook oder ähnliches, welche sich einen Nutzenfaktor ausrechnen. Wenn aber ein großer Teil des Unterrichts mit einem Tablet Computer verbunden wäre, wären alle, auch diejenigen, welche nicht so viel Geld haben, gezwungen sich einen Tablet Computer anzuschaffen.
9.2 Verhältnis Kosten-Nutzen
Je nachdem in welchem Bereich man einen solchen Computer einsetzt, stehen die Kosten, die allein mit der Anschaffung verbunden sind, in keinem Verhältnis zu dem daraus entstehendem Nutzen. Wenn er z.B. lediglich als Ersatz des Schulbuches dient, würde sich solch eine Anschaffung nicht lohnen. Denn auch die eBooks müssten bezahlt werden und derzeit ist kaum ein Unterschied im Preis zum normalen Buch zu erkennen. Dies kann sich ändern, wenn sich der Markt der eBooks noch weiter ausbreiten würde und sich somit die Nachfrage an diesen Bücher erhöhen würde.
Zu beachten ist auch, dass ein Computer im Durchschnitt nicht länger als 3 Jahre benutzt wird. Zu erkennen ist dies z.B. bei der Abschreibungsdauer von Computern für Unternehmen.[63] Somit würden alle drei Jahre neue Anschaffungskosten von mindestens 450€ anstehen (wenn man von den derzeitigen Preisen eines Tablet Computers im Netbookformat ausgeht), welche den Kosten von Büchern und Schreibutensilien entgegen gerechnet werden müsste.
9.3 Kosten neben der Hardware
Zu den Anschaffungskosten der Hardware müssten die Schüler bzw. Studenten auch über ausreichend Software verfügen. Wenn man sich die derzeitigen Kosten für ein Office Produkt von z.B. Microsoft anschaut, stellt man fest, dass diese Art von Software meist sehr teuer ist. Eine Schülerlizenz für ein Microsoft Office liegt derzeit bei ca. 120€. Natürlich gibt es auch reichlich Open-Source-Produkte wie z.B. Open Office, bei diesen Produkten besteht jedoch die Gefahr, dass diese in der Zukunft evtl. nicht mehr unterstützt werden oder kostenpflichtig werden. Um diese Kosten zu minimieren haben Schulen die Möglichkeit sich bei Ausbildungsförderungsprogramm von zahlreichen Softwareherstellern anzumelden. Ein gutes Beispiel stellt das MSDNAA da. Dies ist ein Förderungsprogramm von Microsoft, welches sich um die Förderung von Schülern etc. bemüht.
Wenn sich Tablet Computer in den Schulen etabliert haben sollten, werden sich sicherlich viele Hersteller mit der Programmierung von Lernsoftware beschäftigen, nur bleibt es hier fraglich, in wie fern auch Open-Source-Produkte auf dem Markt vertreten sein werden und wie teuer diese Produkte am Ende wirklich sind.
9.4 Möglichkeiten der Finanzierung
Eine Möglichkeit die Schüler und Studenten von den Kosten zu entlasten, wäre die staatliche Förderung. Hierbei könnten die Schulen die Computer an die Schüler verleihen und somit die Anschaffungskosten für die Schüler bzw. Studenten verringern. Hiermit ist in nächster Zeit nicht zu rechnen, da die Regierung starke Sparmaßnahmen im Auge hat und somit kaum Geld für solch ein Projekt in die Hand nehmen würde. Eine denkbare Unterstützung der Haushalte wären günstige Kredite für die Anschaffung der Computer. Hierbei müsste der Staat Zinssubventionen zur Verfügung stellen und sich nicht um die komplette Anschaffung der Geräte kümmern. Eine andere Alternative stellt das Vermieten solcher Geräte dar. Auf Grund der schnellen Entwicklung auf dem Computermarkt und dem schnellen Werteverfall ist diese Alternative jedoch schwer umzusetzen.
9.5 Fazit
Es lässt sich ohne Zweifel sagen, dass die Kosten für Tablet Computer in der Lehre die jetzigen Kosten deutlich übersteigen werden. Es ist dabei auch zu beachten, dass auf Grund der hohen Nachfrage, welche durch die Nutzung der Schüler und Studenten zwangsläufig entstehen würde, die Preise aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich fallen würden. Außerdem sollte man bei der Betrachtung der Kosten niemals vergessen, dass es vor allem darum geht, die Qualität des Unterrichts und der Vorlesungen zu verbessern, um das Lernen der Schüler zu fördern.
10 Fazit
Wie man im Verlauf dieser Arbeit erkennen kann, gibt es durchaus Argumente, welche für den Einsatz des Tablet Computers in der Schule sprechen. Nicht zu vermeiden sind auch zahlreiche Argumente, welche den Einsatz eines solchen Gerätes als nicht sinnvoll darstellen.
Positiv ist die Akzeptanz der Schüler bezüglich des Unterrichts mit einem Tablet Computer zu vermerken. Durch den Einsatz eines solchen Gerätes ist also durchaus die Möglichkeit gegeben, den herkömmlichen Unterricht interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten. Auch die Anwesenheit der Schüler hat sich durch den Einsatz dieser Geräte erhöht, was ein erneuter Beweis für den positiven Effekt beim Einsatz eines Tablet Computers in der Schule oder der Universität ist.
Die Anwendungsmöglichkeiten eines solchen Computers sind zahlreich. Der Ersatz des Schulbuches, der Einsatz im Mathematikunterricht und auch die Funktion des Whiteboards sind nur Beispiele, an welchen in dieser Arbeit die Vorteile eines Tablet Computers dargestellt worden sind. Es gibt natürlich noch zahlreiche weitere, gute Beispiele und Anwendungsszenarien, welche für den Einsatz sprechen.
Auch die immer größere Verbreitung von elektronischen Lernplattformen, wie dem in dieser Arbeit vorgestellten Moodle, zeigen, dass sich das Lernen mit Hilfe des Internets und mit Unterstützung von Computern immer mehr etabliert.
Neben den zahlreichen positiven Aspekten, gibt es auch nicht zu verachtende negative Punkte. Zum einen hat jeglicher Einsatz von Computern in der Schule, sei es nun ein Tablet Computer oder auch ein normales Notebook, das Potenzial, die Schüler vom Unterricht abzulenken und ihre Aufmerksamkeit auf verschiedene andere Dinge zu richten. Hierfür gibt es Software, wie z.B. die hier vorgestellte DyKnow Software, welche diese Gefahr verringert. Diese Gefahr der Ablenkung wird aber niemals ganz verschwinden.
Eine weitere Schwierigkeit stellt die Umstellung für die Lehrer dar. Da es derzeit noch keine wirklichen Lehrkonzepte oder ähnliches gibt und sich der Unterricht elementar von den alten Lehrmethoden unterscheidet, stehen die Lehrer vor einer großen Herausforderung. Nicht nur die Umstellung des Unterrichts, sondern auch das Aneignen von technischem Verständnis stellen ein Problem dar. Zu diesem Problem kommt der derzeit noch geringe Bekanntheitsgrad von Tablet Computern, auch wenn dieser durch die Einführung des IPads deutlich gestiegen ist. Zudem sind die Softwarelösungen, welche es derzeit auf dem Markt gibt, nicht sehr bekannt und somit wird das Potenzial des Tablet Computers selten erkannt.
Ein weiterer negativer Aspekt sind die Kosten, welche mit dem Einsatz verbunden sind. Jeder müsste mit solch einem Gerät ausgestattet werden, welches er nach Möglichkeit nur für die Schule oder auch die Universität nutzt. Und die Vorteile, welche ein Tablet Computer gegenüber einem herkömmlichen Notebook hat, müssten genutzt werden, damit sich die Anschaffung rentiert.
Zusammenfassend kann man also sagen, dass die Einführung eines Tablet Computers, wie so häufig im Bildungswesen, ein zweischneidiges Schwert ist. Derzeit gibt es Studien, welche belegen, dass der Unterricht mit solch einem Gerät sehr effektiv ist. Ob es jedoch massentauglich ist, bleibt eine ungeklärte Frage. Vor allem die Kosten werden einer baldigen Einführung eines Tablet Computers in der Schule im Weg stehen und sicherlich auch noch in der Zukunft ein Problem darstellen.
Grundsätzlich bringt der Tablet Computer große Vorteile für den Unterricht, doch die Einführung wäre mit einer nahezu kompletten Umstrukturierung des Unterrichts und auch der Lehrmethoden verbunden. Diese Umstellung wird in der nächsten Zeit wohl kaum stattfinden, sodass der Einsatz eines solchen Gerätes eher Wunschdenken bleiben wird.
11 Fußnoten
- ↑ Vgl. Apple Pressemitteilung 31.05.2010
- ↑ Vgl. Microsoft Encarta Enzyklopädie - Tablet PC
- ↑ Vgl. ITWissen Homepage
- ↑ Vgl. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2009
- ↑ Vgl. WeTab www.wetab.mobi
- ↑ Vgl. Apple Pressekonferenz Januar 2010
- ↑ Vgl. Apple Pressemitteilung 05.05.2010
- ↑ Vgl. Apple Homepage
- ↑ Vgl. Apple Homepage Funktionen IPad
- ↑ Vgl. Informationen iTunes Store
- ↑ Vgl. Apple Homepage Spezifikationen IPad
- ↑ Vgl. Hewlett-Packard Homepage Übersicht HP 2740p EliteBook
- ↑ Vgl. Hewlett-Packard Homepage Modell HP 2740p EliteBook
- ↑ Vgl. Hewlett-Packard Homepage Modell HP 2740p EliteBook
- ↑ Vgl. Marvell Pressemittelung: 18.03.2010
- ↑ Vgl. OLPC Projekt Pressemitteilung: 27.05.2010
- ↑ Vgl. Marvel Mobylize Webseite
- ↑ Vgl. Marvell Pressemittelung: 18.03.2010
- ↑ Vgl. Marvell Datenblatt ARMADA 610
- ↑ Vgl. Marvell Pressemittelung: 18.03.2010
- ↑ Vgl. OLPC Projekt Pressemeilung: 27.05.2010
- ↑ Vgl. Pressemitteilung Bitkom "Enormes Interesse an Tablet-PCs"
- ↑ Vgl. Pressemitteilung Bitkom "Enormes Interesse an Tablet-PCs"
- ↑ Vgl. Pressemitteilung Bitkom "Enormes Interesse an Tablet-PCs"
- ↑ Vgl. Interview Bill Gates mit Fox Business Network
- ↑ Vgl. Pressemitteilung Bitkom "Rekordabsatz bei mobilen Computern"
- ↑ Vgl. Bundes Ministerium für Bildung und Forschung - Ganztagsschule
- ↑ Vgl. Bundes Ministerium für Bildung und Forschung - Ganztagsschule
- ↑ Vgl. Bildungspakt Bayern
- ↑ Vgl. Bildungspakt Bayern Bericht: "Notebooks in der Hauptschule"
- ↑ Vgl. Moodle Lizenz
- ↑ Vgl. Moodle Statistiken
- ↑ Vgl. Moodle Statistiken
- ↑ Vgl. Moodle Webseite
- ↑ Vgl. Pressemitteilung Bitkom: "30 Millionen Deutsche sind Mitglieder in Communities"
- ↑ Vgl. DyKnow Homepage
- ↑ Vgl. Berque, A., 2009, S. 22ff
- ↑ Vgl. Berque, A., 2009, S. 23ff
- ↑ Vgl. Berque, A., 2009, S. 25
- ↑ Vgl. Berque, A., 2009, S. 25
- ↑ Vgl. Berque, A., 2006
- ↑ Vgl. Dave, A., Berque, 2009, S. 26ff
- ↑ Vgl. DyKnow Preis
- ↑ Vgl. Luidia Webseite
- ↑ Vgl. 3M Digital Whiteboard - Projektionssysteme
- ↑ Vgl. Smarttech Interactive Whiteboards 600 Serie Features
- ↑ Vgl. Smarttech Interactive Whiteboards 600 Serie Features
- ↑ Vgl. SANYO Beamer Netzwerk/ WLAN
- ↑ Vgl. Intel Wireless Display
- ↑ Vgl. Smarttech Interactive Whiteboards 600 Serie Features
- ↑ Vgl. Anderson R., McDowell L. und Simon B., 2005
- ↑ Vgl. Carla, A. Romney, 2009, S. 126
- ↑ Vgl. Carla, A. Romney, 2009, S. 127
- ↑ Vgl. Anderson, R., McDowell, L., und Simon, B., 2005
- ↑ Vgl. Carla, A. Romney, 2009, S. 127
- ↑ Vgl. Pressemitteilung VDS "Eltern geben immer weniger für Schulbücher und Lernsoftware aus - Umsatzentwicklung in 2009 in allen Bereichen negativ"
- ↑ Vgl. Abbildung 7.2.3
- ↑ Vgl. Bekanntheit von eBooks
- ↑ Vgl. Schulgesetz NRW
- ↑ Vgl. Datenblatt Asus Eee PC T91MT
- ↑ Vgl. Abbildung 9.1
- ↑ Vgl. Pressemitteilung Bitkom: "Rekordabsatz bei mobilen Computern"
- ↑ Vgl. Abschreibungstabelle
12 Quellen- und Literaturverzeichnis
| Quellen- und Literaturverzeichnis |
|---|
| 3M Digital Whiteboard - Projektionssysteme: http://solutions.3mdeutschland.de/wps/portal/3M/de_DE/MeetingPresentationSolutions/Home/Products/InteractiveBoard/ (Abgerufen 06.2010) |
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| Schulgesetz NRW: § 37 SchulG und § 38 SchulG |
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| Teachersnews "Math Journal - Neue Möglichkeiten im Mathematikunterricht": http://www.teachersnews.net/artikel/nachrichten/neue_produkte/000435.php (Abgerufen 05.2010) |
13 Abbildungsverzeichnis
| Bezeichnung | Quelle |
|---|---|
| Abbildung 3.1 | Apple IPad: http://www.apple.com/de/ipad/gallery/ (Abgrufen Mai 2010) |
| Abbildung 3.2 | HP EliteBook 2740p: http://www.gottabemobile.com/wp-content/uploads/HPEliteBook2740p.jpg (Abgerufen Mai 2010) |
| Abbildung 3.3 | Marvin Moby Referenzdesign http://cdn.slashgear.com/wp-content/uploads/2010/04/Marvell_MOBI_MED_Ref_Design-540x464.jpg (Abgerufen Mai 2010) |
| Abbildung 6.2.1 | DyKnow® Version 5.3.32.0 (Selbsterstellte Grafik) |
| Abbildung 6.2.3 | Anwesenheit der Studenten: Umfrage DePauw University |
| Abbildung 6.2.4 | Akzeptanz von DyKnow bei den Studenten: Umfrage DePauw University |
| Abbildung 7.1.1 | Mathematikunterricht mit einem Tablet-PC: http://www.microsoft.com/casestudies/resources/Images/201474/bhfig3.jpg (Abgerufen 08.06.2010) |
| Abbildung 7.1.3 | Tablet-PC-Klasse 2008 |
| Abbildung 7.1.3a | Konventionelle Klassen 2005-2007 |
| Abbildung 7.2.3 | Bekanntheit von eBooks: Umfrage GFK Panel Service "Lesen wir in der Zukunft nur noch digital" |
| Abbildung 9.1 | Pressemitteilung Bitkom "Rekordabsatz bei mobilen Computern": http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_Presseinfo_PC-Markt_27_01_2010_final.pdf (Abgerufen Mai 2010) |
14 Tabellenverzeichnis
| Tabelle | Abbildung |
|---|---|
| Tabelle 1 | Hardware Spezifikationen IPAD |
| Tabelle 2 | Hardware Spezifikationen HP EliteBook 2740p Tablet-PC |
| Tabelle 3 | Hardware Spezifikationen Marvell Moby |
| Tabelle 4 | Moodle Statistiken |

