Tablet Computing in der Patientenversorgung
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Düsseldorf |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Prof._Dr._Uwe_Kern |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | Tablet Computing |
| Autor(en): | Nico Fietz, Nils Gerken, Markus Wagner |
| Studienzeitmodell: | Abendstudium |
| Semesterbezeichnung: | |
| Studiensemester: | 4 |
| Bearbeitungsstatus: | begutachtet |
| Prüfungstermin: | |
| Abgabetermin: | |
1 Einleitung
Dieses Kapital gibt einen kurzen Überblick über das Thema und die Vorgehensweise in dieser Hausarbeit.
1.1 Vorwort
Tablet Computing ist spätestens seit dem 27.01.2010 zu einem der zentralen Themen in der Informationstechnologie aufgestiegen. Zwar ist das Konzept eines Tablet-PCs nicht neu, doch fristete die bisherige Hardware eher ein Nischendasein. Dies änderte sich schlagartig, als erste Gerüchte verbreiten ließen, dass Apple an einem Tablet-Modell arbeitet. Nach Vorstellung des iPad's ging es Schlag auf Schlag und die Diskussion um den Sinn und zukünftige Einsatzfelder war vollends entbrannt. Neben zahlreicher Umfragen und Studien gab es auch in den Medien eine öffentliche Diskussion, ob es einen Markt für Tablet-PCs gibt und wie diese in der Realität aussehen könnten. Bewirbt Apple in erste Linie das iPad für den Privatanwender, so kündigen mittlerweile zahlreiche innovative Firmen auch für Unternehmungen durchaus interessante Konzepte an.
Diese Hausarbeit soll die Einsatzmöglichkeiten von Tablet Computer in der Patientenversorgung vorstellen. Ziel ist es nicht nur alle Einsatzorte zu beschreiben, sondern auch den Sinn und die Vorteile gegenüber der klassischen Patientenversorgung heraus zu stellen. Zusätzlich werden die Vorraussetzungen erläutert, welche ein Umfeld mitbringen muss um ein solches Tablet Computing Konzept umzusetzen. Neben der Betrachtung der Technik an sich stellt diese Hausarbeit auch die Dimensionen Mensch und Organisation in den Mittelpunkt einer Tablet Computing Infrastruktur.
1.2 Vorgehensweise
Im Kapitel "Grundlagen" werden zunächst die beiden Basisthemen dieser Hausarbeit ausführlich erläutert. Das ist zum einen das Thema "Tablet Computing" und das Thema "Patientenversorgung als Teil des Gesundheitswesens". Bei beiden Themen wird zunächst die Definition gegeben. Danach werden beim Thema "Tablet Computing" die verschiedenen Bauformen (Convertible, Slate, Hybrid, UMPC) erläutert. Nach einer kurzen Marktübersicht wird auch ein Vergleich mit standardmäßigen Notebooks betrachtet. Durch die Darlegung des Themas "Patientenversorgung als Teil des Gesundheitswesen" wird vermittelt, wie sich das Gesundheitswesen in den letzten Jahren verändert hat. Neben der geschichtlichen Entwicklung wird der Fokus auch auf die Entwicklung der Finanzierung und der Ziele gelegt. Durch Vermittlung der zukünftigen Entwicklung soll dem Leser die noch bevorstehende Wandlung des Gesundheitssektors aufgezeigt und somit die gesellschaftliche Relevanz verdeutlicht werden. Dass Tablet Computing nicht die Nutzung eines TabletPC's darstellt, wird in dem Kapitel "Tablet Computing als Infrastruktur" behandelt. Um eine Einführung eines solchen Konzeptes vorzubereiten, muss eine Unternehmung verschiedenen Dimensionen und Schichten vorbereiten. Auf diese Aspekte wird aufgrund der Bedeutung für das Thema Tablet Computing detailliert eingegangen und auch die technologische Entwicklung bearbeitet. Durch die Prozessaufnahme und Beurteilung im Kapitel "Patientenversorgung in der Praxis" soll die typische Abwicklung in einem kommunalem Krankenhaus dargestellt werden. Durch die genaue Betrachtung soll verdeutlicht werden in wie weit eine Technologisierung die Patientenversorgung unterstützen und evolutionieren kann. Im Abschluss wird durch die Betrachtung weiterer Einsatzgebiete dargelegt, dass es ein vielseitiges Spektrum an Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Patientenversorgung gibt.
1.3 Zielsetzung
Der Fokus dieser Arbeit liegt in der Betrachtung der Veränderungen in der Patientenversorgung durch den Einsatz der neuen Technologie des "Tablet Computing" und der damit verbundenen "Tablet-PCs".
Die Technologie der Tablet-PCs wird dabei in Form von grundlegenden und aktuellen Eigenschaften zum Entwicklungsstand betrachtet. Im Anschluss an eine Marktübersicht wird ein Vergleich mit anderen mobilen Computern, im Speziellen mit Notebooks, durchgeführt.
Das deutsche Gesundheitswesen, in welches die mit dieser Arbeit betrachtete Patientenversorgung einzugliedern ist, wird in seiner geschichtlichen Entwicklung bis hin zur aktuellen Organisation sowie dem Aufbau vorgestellt. Ziel dabei ist es, mit Hilfe von Statistiken und bisherigen Reformansätzen, die Notwendigkeit einer zukünftigen, grundlegenden Veränderung aufzuzeigen.
Die Verbindung von Gesundheitswesen und Tablet Computing in der Patientenversorgung stellt dabei eine Möglichkeit dar, zukünftige Herausforderungen bei der Modernisierung von Arbeitsabläufen zu beschreiben und langfristig die Finanzierung des Gesundheitswesens durch Optimierung der Kostenseite zu gewährleisten.
1.4 Abgrenzung
In dieser Hausarbeit werden die Tablet-PCs im Allgemeinen betrachtet und beispielweise kein Fokus auf das aktuelle iPad gesetzt. Bezüglich der Patientenversorgung spezialisiert sich die Hausarbeit vor allem auf die klassischen Prozesse in einem Krankenhaus. Hierzu zählt die Visite und die stationäre Notfallaufnahem. Erst im Kapitel "Weitere Einsatzgebiete" werden zusätzliche Anwendungsbereiche erläutert. Die Informationen zu den beiden beschriebenen Prozessen der Patientenversorgung entstanden aus einem Interview mit einer Ärztin aus einem kommunalen Krankenhaus.
2 Grundlagen
In diesem Kapitel wird ein grundlegendes Basiswissen zu den Themen Tablet-Computer und Patientenversorgung gegeben.
2.1 TabletComputing
Neben der Definition und den verschiedenen Bauformen eines Tablet-PCs wird auch ein kurzer Überlick über den Stand der Entwicklung der Tablet-Computer auf dem Markt erläutert. Zum Abschluss wird dann noch ein Vergleich zwischen einem Tablet-PC und einem standardmäßigem Notebook gezogen.
2.1.1 Definition
Im Englischen steht „Tablet“ für Schreibtafel bzw. Notizblock. Der Begriff „Tablet-PC“ stammt von der Firma Microsoft[1]. Ein Tablet-Computer/Tablet-PC ist technisch gesehen ein vollwertiger Computer, auf dem Windows, Linux oder andere Betriebssysteme installiert werden können. Er besitzt unter anderem einen integrierten Akku und verfügt in den meisten Fällen über eine drahtlose Internetverbindung via WLAN, UMTS und/oder über Bluetooth[2]. Ein Tablet-PC ist relativ flach und das Display umfasst eine Größe von etwa 7 - 14 Zoll. Somit sind die Tablet-Computer ein weiterer Schritt zu einfacheren und kleineren Rechnern[3]. Der Tablet-PC ist ein mobiler Computer der mit den Fingern oder mittels eines speziellen Eingabestifts bedient wird. Die beiden Arten der Bedienbarkeit spiegeln sich auch in verschiedenen Gehäusebauformen wieder, die im Folgenden beschrieben werden[4].
2.1.2 Bauformen
„In der Herstellung und Ausstattung sind heute vier Arten von Tablet-PCs auf dem Markt:„[5]
- Convertible
- Slate
- Hybrid
- UMPC
Holden und Munelly definieren mit der Bauform Convertible und Slate jeweils die beiden Enden des Tablet-Computer Spektrums[6]. Laut Holden und Munelly werden bestehende Bauformen und Neuentwicklungen zwischen diesen beiden Formen einsortiert[6] und ermöglichen so eine einfache Eingruppierung und Abgrenzung (abgesehen von weiteren Mischformen).
Convertible
Tablet-Computer mit einer Tastatur und der Funktionalität eines Notebooks zählen zu den Convertiblen. Hierbei ist es sogar möglich den Bildschirm um 180° zu drehen und anschließend mit dem Display nach oben auf die Tastatur zu klappen[7]. Somit besteht die Möglichkeit Grafiken oder Texteingaben mit Hilfes eines speziellen Stiftes, wie auf einem Notizblock zu bearbeiten[8]. Heutzutage können die meisten Betriebssysteme sogar die handschriftliche Eingabe über den Stift erkennen und weiterverarbeiten[9]. „Der Anwender muss seine Handschrift nicht der Programmierung des Systems anpassen, sondern das System passt sich an den Benutzer an.“[10]. Die Handschrifterkennung lässt sich sowohl für Linkshänder wie auch für Rechtshänder konfigurieren[11]. Laut Jessika Adam ist es sogar möglich die Stärke des Drucks sowie die Neigung des Stiftes zu berechnen[4].
Slate
Ein Slate wiederum ist auf das Wesentliche beschränkt. Diese Art von Tablet-PC hat weder eine Maus noch eine Tastatur, sondern besteht primär aus einem Display[12]. „Dabei ist das ‚Innenleben‘ (wie Mainboard, CPU, etc.), im Gegensatz zum Notebook, nicht in der Tastatur, sondern direkt im Display eingebaut.“[13] Hier besteht ausschließlich die Möglichkeit, die Usereingabe durch ein vorhandenes Touchscreen zu betätigen. „Seine kompakte und dadurch gewichtsreduzierte Bauform machen ihn daher sehr mobil.“[13] Optional besteht hier trotzdem bei einigen Geräten die Möglichkeit der Anbindung einer speziellen Tastatur oder eines Laufwerks[7]. Diese können beispielsweise über Kabel, Bluetooth oder Infrarot mit dem Tablet-PC verbunden werden[7].
Hybrid
Beim Hybrid besteht die Möglichkeit, die Tastatur nicht nur wie beim Convertible zu drehen, sondern sie kann auch komplett abgenommen werden. Die Bedienung, wie beim Slate, kann so ausschließlich über das Display getätigt werden. Er verbindet somit die Eigenschaften von Convertible und Slate[6]. Heutzutage wird der Hybrid allerdings nur noch von wenigen Herstellern auf dem Markt angeboten[1].
UMPC
„Der ‚Ultra Mobile PC‘ (kurz UMPC) ist erst seit 2006 auf dem Markt und somit die neueste Variante des Tablet-PCs.“[5] Die Hardware zur Bedienung des Gerätes umfasst ein Touchscreen, ein Touchpad und eine Tastatur, die sich an der Seite befindet[1]. Sie umfassen in der Regel ein 7 Zoll Touchdisplay und haben ein Gewicht von ca. 800g. Zusätzlich weist ein UMPC neben der hohen Mobilität durch den Einsatz von stromsparenden Prozessoren auch eine starke Rechenleistung auf[1]. Obwohl der UMPC relativ klein und kompakt ist besitzt er trotzdem ein vollwertiges Betriebssystem[8] .“Als ständige elektronische Begleiter bieten UMPC volle PC-Funktionalität und machen es ihren Anwendern so einfach wie möglich unterwegs, bei der Arbeit oder zu Hause mit dem Internet verbunden zu sein, zu kommunizieren, elektronische Informationen zu bearbeiten und multimediale Inhalte zu nutzen.“[5]
2.1.3 Marktübersicht
„In den letzten 10 Jahren sind die Computer hard- und softwaremäßig sehr viel besser geworden, und seit kurzem sind auf dem Markt Tablet-Computer verfügbar."[14]
Compaq und ViewSonic waren mit Tablet-Computer im Slate-Format die ersten Hersteller auf dem Markt. Genauso wie Acer und Fujitsu-Siemens, die die ersten Geräte im Convertible-Format auf den Markt brachten[12]. Bereits Jahrzehnte vor der ersten Umsetzung, durch die Firma Microsoft im Jahre 2001, traten schon Ideen eines elektrischen Terminkalenders und Notizblocks bzw. Stiftcomputers auf[1]. Zu diesem Zeitpunkt glaubte Bill Gates, dass die Tablet-Computer die Notebooks innerhalb von fünf Jahren überflügeln würden[15]. Mit dieser Aussage hatte er sich verschätzt. Schließlich wurden bis Ende des Jahres 2003 nur eine halbe Millionen Tablet-PCs verkauft – verglichen mit 36 Millionen Laptops eine sehr geringe Anzahl[15]. Die Anschaffungskosten lagen jedoch für Tablet-Computer relativ hoch, so dass diese in der Computerwelt nur ein Nischenmarkt erschließen konnten. Im Jahre 2006 lag der weltweite Marktanteil lediglich bei 1,4 Prozent[4]. Die Nachfrage im Unternehmensfeld steigerte sich dann im Jahre 2008 mit der Einführung des neuen Microsoft Betriebssystem „Windows Vista“. Diese neue System beinhaltete PC-Erweiterungen, die speziell auf die Funktionalitäten eines Tablet-Computers geeignet waren[4]. Mit Windows 7 entwickelte Microsoft später diese Funkitionalitäten noch deutlich weiter. Im Jahr 2007 stellte Apple mit iPhone OS ein Betriebssystem vor, dass ausschließlich auf die Bedienung über einen Touchscreen ausgelegt war. Darauf aufbauend beherrschte laut Schmidt Apple mit seinen Produkten iPod touch und iPhone den Markt der berührungsempfindlichen Geräte[16]. Nach den Erfolgen mit dem iPod und dem iPhone ist nun auch das iPad, im Vergleich zu den bisherigen Verkaufszahlen es Tablet-PC Marktes, ein echter Verkaufsschlager[16]. Es sind laut Apple bereits über 2.000.000 iPads (Stand: 07.06.2010) verkauft worden. Mit diesen Verkaufszahlen erhöhte sich in der letzten Zeit auch der Marktanteil der Tablet-Computer im privaten Bereich. Das iPad zählt mit zu den Tablet-PCs und hatte laut Schmidt zunächst mehr oder weniger eine Monopolstellung[16]. Die Konkurrenz hielt jedoch nicht still und produzierte reichliche Produkte, die dem iPad zur Konkurrenz wurden. Durch die Einführung des iPads von Apple Angang 2010 kam gleichzeitig auch die Produktankündigung weiterer Tablet-PC Modelle, wie zum Beispiel von dem deutschen Unternehmen neofonie. Das sogenannte „WeTab“ (vor kurzem noch Wepad) soll ein konkurrenzfähiges Produkt sein und ebenfalls den Tablet Computing Markt erorbern. Das WeTab besitzt im Gegensatz zum iPad unter anderem USB-Anschlüsse und eine Webcam[16]. Sämtliche Neuankündigung setzen aber wie die Apple Produkte auf Beriebssysteme, die auf die reine Touch-bedienung ausgelegt sind. Trotz der weiteren Ankündigungen bleibt Apple bisher in diesem Markt, auf Grund fehlender Konkurrenzprodukte, Marktführer.
2.1.4 Vergleich mit Standardnotebooks
In vielen Funktionen sind sich der Tablet-PC und das Notebook sehr ähnlich. Laut der Internetplattform „netzwelt.de“ vereint sogar ein Convertible Tablet-PC zwei Geräte[8]. „Ein 12 Zoll großes Notebook, das mittels eines drehbaren Displays zu einem Tablet-PC umfunktioniert werden kann.“[17]. Jedoch kristallisieren sich auch ein paar Unterschiede heraus. Hinsichtlich der Hardware sammelt der Tablet-Computer viele Pluspunkte, da die verschiedenen Ausführungen beispielsweise das Abnehmen der kompletten Tastatur erlauben und somit nur per Touchscreen gearbeitet werden kann[18]. Größtenteils sind somit die Tablet-Computer leichter als Standardnotebooks und weisen auch im Bereich der Bedienung einen hohen Komfort auf[4]. Genauso wie das Gewicht des Gerätes ist auch der Punkt Größe bzw. Maße in der heutigen Zeit ein ausschlaggebendes Argument. Hierbei kann der Tablet-PC eine kleinere und somit vorteilhaftere Abmessung vorweisen[18]. Dies steigert auch die Mobilität des Tablet-Computers.
Durch den Einsatz von bestimmten Prozessoren, wie sie auch in standardmäßigen Notebooks vorhanden sind, haben Tablet-PCs im Allgemeinen denselben Funktionsumfang[19]. Trotzdem haben Notebooks eine höhere Leistungsfähigkeit und Speicherkapazität[18]. Als nachteilig bezeichnet Bulander aber die kurze Akkulaufzeit und die langen Bootzeiten beim Hochfahren der Standardnotebooks[18].
Im Folgenden werden nochmal alle wesentlichen Kriterien für den Vergleich anhand einer Tabelle zusammengefasst und mit einem "X" gekennzeichnet, welches Gerät in den jeweiligen Kategorien dem anderen vorraus ist.
| Kriterien | Standardnotebook | Tablet-PC |
|---|---|---|
| Gewicht | -
| X
|
| Größe | -
| X
|
| Hardware | X
| -
|
| Leistung | X
| -
|
| Bedienung | -
| X
|
| Funktionalität | X
| X
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2.2 Patientenversorgung als Teil des Gesundheitswesens
In diesem Kapitel wird die Bedeutung und Tragweite des Gesundheitssektors im öffentlichen Leben beschrieben. Zusätzlich wird auf die Zielveränderung und der Neuausrichtung des Gesundheitssektors eingegangen.
2.2.1 Definition
Die Patientenversorgung beruht in Deutschland auf dem deutschen Gesundheitssystem, welches als Bestandteil des sozialen Sicherungssystems „mit seiner umfassenden Versorgung im Krankheitsfall und seinen Leistungen in der Prävention und Rehabilitation […] im Vordergrund steht.“[20]
Die Patientenversorgung gehört zu den wichtigsten Aufgaben des ärztlichen Berufsstandes und des Pflegepersonals.
Sie umfasst auf ärztlicher Seite die Begrüßung eines Patienten, die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und des körperlichen Untersuchungsbefundes, die Erhebung weiterer Befunde mittels technischer oder laborchemischer Verfahren und die Information des Patienten hierüber, die Festlegung der Diagnose, die Planung, Erklärung und Durchführung einer Therapie und den Aufbau sowie die Aufrechterhaltung eines Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient. Der Begriff wird gegenwärtig (2004) in Zeiten knapper finanzieller Mittel im Gesundheitswesen und der damit verbundenen Rationierung der ärztlichen Arbeitskraft insbesondere zur Abgrenzung gegenüber anderen Aufgaben des Arztes (Verwaltung, Management, Dokumentation, Fortbildung, Forschung) verwendet und ist damit auch ein politisch verwendetes Schlagwort.
Allgemein stellt das Gesundheitssystem eine „Gesamtheit der Organisationen, Institutionen, Unternehmen, Personen, Regelungen und Beziehungen untereinander dar, die im Rahmen der Erhaltung sowie Wiederherstellung der Gesundheit, die Linderung von Leiden sowie Verhütung von Krankheiten für die Bevölkerung tätig sind“[21] Dieser weitgefasste Begriff wird häufig in der Literatur als „Gesundheitsversorgung im Sinne von ‚systems of individual arrangements and social institutions through which health services of a personal nature are provided, organized, financed and controlled‘ gegenüber“[22] bezeichnet.
2.2.2 Geschichtliche Entwicklung
Die geschichtliche Entwicklung des Gesundheitswesens im heutigen Sinne ist bis in das Mittelalter auf Regelungen zur Berufsausübung von Ärzten, Apothekern und Hebammen zur Seuchenbekämpfung zurückzuführen. Im 19. Jahrhundert kam zu den traditionellen Aufgaben der Gesundheitsverwaltung mit Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung die Organisation der finanziellen Absicherung breiter Bevölkerungskreise im Krankheitsfall hinzu. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich auf kommunaler Ebene die Gesundheitsfürsorge für bestimmte Altersgruppen, bevor mit der Verfassung der Weimarer Republik die folgenden Aufgaben der Reichsregierung aufgetragen wurden:[23]
- die Bevölkerungspolitik und die Mutterschafts-, Säuglings-, Kinder- und Jugendfürsorge
- das Gesundheitswesen, das Veterinärwesen und der Schutz der Pflanzen gegen Krankheiten und Schädlinge
2.2.3 Aufbau / Träger (Finanzierung)
„Das Gesundheitssystem in Deutschland baut auf staatlichen und nichtstaatlichen Institutionen des Bundes und der Länder auf. Es umfasst ein System von Einrichtungen und gesundheitsbezogenen Dienstleistungen wie z.B. die ärztliche und nichtärztliche Versorgung, ambulante und stationäre Versorgung, die Versorgung mit Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln. Wesentliche Aspekte des Gesundheitssystems sind seine Organisation in eine gesetzliche Krankenversicherung und private Krankenversicherung, sowie die Finanzierung und Leistungserbringung.“[21]
Das Gesundheitssystem wird getragen von diversen Gruppen und Interessensverbänden. Insbesondere durch die eigentlichen Leistungserbringern wie z.B. Ärzte, Pflegepersonal und Apotheker, jedoch auch dem Staat in Form des Bundes, den Ländern und Gemeinden sowie durch die Sozialversicherungen (Renten-, Kranken- und Unfallversicherung).
Wie mit Abbildung 5 dargestellt setzt sich das deutsche Gesundheitswesen aus mehreren beteiligten Parteien zusammen:
- Regulierung: Bundesebene, Landesebene, Kommunalebene
- Versicherte / Patienten
- Zahler: Krankenversicherung (Träger: Krankenkassen)
- Leistungserbringer
Die in Abbildung 5 dargestellten Beziehungen „unterliegen der Regulierung durch Gesetze, Verordnungen, Richtlinien, Rahmenverträgen etc. Die Regulierung ist im Gesundheitswesen notwendigerweise ausgeprägter als in anderen Sektoren, da hier wirtschaftspolitische Ziele wie die Förderung unternehmerischen Handelns mit Zielen der Sozialpolitik und der Bevölkerungsgesundheit […] zu berücksichtigen sind […]“[25].
Die Finanzierung des Gesundheitswesens baut auf eine sogenannte Drittfinanzierung auf, „die zur Absicherung der finanziellen Risiken beiträgt“. Diese dritte Instanz stellt die Gruppe der Zahler aus Abbildung 5 dar, in der die gesetzliche und die private Krankenversicherung, die gesetzliche Renten-, Unfall- und Pflegeversicherung, die Arbeitgeber und die öffentlichen und privaten Haushalte fallen[26].
2.2.4 Aufgaben
Im Folgenden werden die einzelnen Ebenen des Gesundheitswesens kurz vorgestellt und die Zuständigkeiten gegeneinander abgegrenzt.
Die Bundesebene stellt die oberste Ebene des Gesundheitswesens dar und ist per Grundgesetz allgemein für elf Gesetzgebungsfelder, darunter die auswärtigen Angelegenheiten, die Verteidigung und das Post-, Zoll- und Münzwesen, zuständig. Die übrigen Gesetzgebungsfelder, wie auch das des Gesundheitswesens, fallen in die sogenannte konkurrierende Gesetzgebung. Die Zuständigkeit der Gesetzgebung ist hier nicht klar zwischen Landes- und Budesregierung geklärt, sondern die Budesregierung verzichtet einfach auf Ihr Recht der Gesetzgebung. Die folgenden Gebiete fallen in den Bereich der konkurrierenden Gesetzgebung:[28]
- Maßnahmen gegen gemeingefährliche und übertragbare Krankheiten
- Zulassung zu ärztlichen und anderen Heilberufen und zum Heilgewerbe
- Verkehr mit Arzneien, Heil- und Betäubungsmitteln und Giften
- Schutz beim Verkehr mit Lebens- und Genussmitteln sowie Bedarfsgegenständen
- Öffentliche Fürsorge
- Schutz gegen Gefahren beim Freiwerden von Kernenergie oder durch ionisierende Strahlen
- Wirtschaftliche Sicherung der Krankenhäuser und Regelung der Krankenpflegeplätze
Die Landesebene wird durch die einzelnen Bundesländer dargestellt, welche über weitreichende Aufgaben und Zuständigkeiten im Gesundheitswesen verfügen. Sie sind für die Durchführung der Bundesgesetze verantwortlich, haben das Recht zur Gesetzbildung im Rahmen der konkurrierenden Gesetzgebung und üben die Fach- und Dienstaufsicht über Gesundheitsämter aus. Die Aufgabenbereiche der Gesundheitsabteilung unterscheiden sich in den Ländern nicht wesentlich[29].
Die Kommunalebene wird in kreisfreien Städten und Landkreisen von Gesundheitsämtern wahrgenommen, welche in die Verwaltung der Landkreise und kreisfreien Städte eingegliedert sind. Dabei übernehmen sie auszugsweise die folgenden Aufgaben:[30]
- Aufsicht und Überwachung der in Gesundheitsberufen tätigen Personen
- Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten
- Amts-, gerichts- und vertauensärztliche Gutachtertätigkeit
2.2.5 Arten der Versorgung
1. Prävention (Vorsorge)
- Primärprävention = Krankheitsvorbeugung (Gesund leben, Sport treiben)
- Sekundärprävention = Früherkennung von Gesundheitsgefährdung und Krankheit
- Tertiärprävention = Verhütung einer Krankheitsverschlechterung
2. Behandlung und Pflege
- ambulante Versorgung
- stationäre Versorgung
3. Rehabilitation (Nachsorge)
- medizinische Rehabilitation
- schulische Rehabilitation
- berufliche Rehabilitation
- soziale Rehabilitation
Es werden im Krankenhaus ziwschen vier Behandlungsarten unterschieden, die sich in ihren Kosten und ihren Vorteilen voneinader abgrenzen. Dem Gesetzgeber nach, muss eine ambulante Versorgung angestrebt werden, da sie am kostengünstigsten ist. Ist eine Behandlungsart nicht möglich, so muss der Struktur nach die nächst höhere (und damit teurere) Behandlungsart zum Einsatz kommen.
- ambulante Krankenhausbehandlung
- vor und nachstationäre Krankenhausbehandlung
- teilstationäre Krankenhausbehandlung
- vollstationäre Krankenhausbehandlung
Ziele des Gesetzgebers: (Rechtliche Grundlage: SGB V § 115b)
- Kosteneinsparungen durch Vermeidung vollstationärer Behandlungen
- Bessere Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung
- ambulante Krankenhausbehandlung
- Notfallbehandlung
- Privatermächtigungen für Chefärzte
- ambulantes Operieren
- Berufsgenossenschaft Unfälle
- vor und nachstationäre Krankenhausbehandlung:
- Zweck und Eigenschaft der sind:
- Klärung der Notwendigkeit eines vollstationären Krankenhausaufenthalts.
- Vorbereitung des vollstationären Krankenhausaufenthalts
- Verkürzung des vollstationären Krankenhausaufenthalts
- Fehlen von Unterkunft und Verpflegung
- Voraussetzung: Einweisung eines niedergelassenen Arztes.
- Vergütung:
- vorstationär je Fall
- nachstationär je Tag
- Zweck und Eigenschaft der sind:
- teilstationäre Krankenhausbehandlung
- Vermeidung oder Verkürzung der vollstationären Behandlung
- Bessere Übergänge zwischen stationärer und ambulanter Versorgung
- Beschränkung auf bestimmte Diagnosen (z.B.: Diabetes mellitus, Dialyse, Psychiatrie, Geriatrie)
- vollstationäre Krankenhausbehandlung
- Aufnahme nach Prüfung durch das Krankenhaus
- Beinhaltet alle Leistungen die für die medizinische Versorgung notwendig sind:
- ärztliche Behandlung
- Krankenpflege
- Versorgung mit Arznei-, Heil- und Hilfsmittel
- Unterkunft und Verpflegung
2.2.6 Kostenentwicklung
"Die Kosten im Gesundheitswesen weisen seit langem eine hohe Dynamik auf. So stieg im Zeitraum von 1970 bis 1993 das Bruttoinlandsprodukt um 368 %, die Gesundheitsausgaben um 532%"[31].
Die Kostensteigerung im Gesundheitswesen hält, mit Ausnahme vereinzelter, eher kurzer Zeiträume, bis heute an. Daher rückt verstärkt eine Rationierung im Gesundheitswesen in den Vordergrund, um die zukünftige Kostensteigerung einzudämmen und das Gesundheitswesen auf eine zukunftssichere Finanzierung zu stellen.
„Im Jahr 2006 beliefen sich die Gesundheitsausgaben auf insgesamt 245,0 Milliarden Euro. Davon entfielen 236,0 Milliarden Euro auf die laufenden Gesundheitsausgaben und 9,0 Milliarden Euro wurden in Gebäude und Anlagegüter des Gesundheitswesens investiert. […] Zwischen 1995 und 2006 sind die Gesundheitsausgaben nominal (in jeweiligen Preisen) von 186,5 Milliarden Euro um insgesamt 58,5 Milliarden Euro angestiegen“[32]. Die Abbildung 7 verdeutlicht die Ausgabenverteilung nach Leistungsarten:
Aus Abbildung 7 geht hervor, dass ambulante und stationäre Leistungen (und Einrichtungen[34]) den Großteil aller Ausgaben im Gesundheitswesen ausmachen. Daher gilt es schwerpunktmäßig in diesen Bereichen Einsparpotenziale und Kostenoptimierungen voran zu treiben! Dabei wird immer wieder von einer Leistungsorientierung gesprochen, welche zu einem Leistungsbewerb der Einrichtungen im Gesundheitswesen führen soll.
2.2.7 Reformen
Die Kostenübersicht aus Kapitel 2.2.3 zeigt, dass das Gesundheitswesen, speziell die gesetzliche Krankenversicherung, seit Jahren unter einer weiter fortschreitenden Finanzierungskrise leidet, da die Ausgaben aufgrund der demographischen Entwicklung sowie des technisch-medizinischen Fortschritts gegenüber den Einnahmen überproportional anstiegen. Die Bundesregierung hat in mehreren Reformansätzen von 2004, 2006 und 2007 das primäre Ziel verfolgt, Ausgabenentwicklung mit Hilfe von Leistungseinschränkungen und Zuzahlungen für die Versicherten möglichst sozial ausgewogen einzudämmen. Auf der anderen Seite sollte die Effizienz und die Qualität der Versorgung gesteigert werden[35]. Die geplanten Reformschritte im Jahr 2011 zur Einführung einer sogenannten Kopfpauschale bzw. einer Bürgerversicherung, welche eine besondere Form der Beitragsgestaltung der privaten Haushalte darstellt, weisen analoge, primäre Ziele auf.
Nach der Betrachtung der Grundlagen zum deutschen Gesundheitswesen und dem Aufzeigen der Problemfelder, allen voran der Finanzierungs- und Kostenseite, ist das Ziel dieser Arbeit die Betrachtung und Abwägung der Einführung von technologischen Neuerungen zur Steigerung der Effizienz und der Qualität der Versorgung unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten.
2.2.8 Zukünftige Entwicklung
„Die soziodemografische Situation einerseits sowie die Kostensituation im Gesundheitswesen andererseits erfordern zunehmend den Einsatz effizienter und gleichzeitig humaner Behandlungsstrategien. Einsparungen dürfen nicht auf den Kosten von Qualität und Quantität der medizinischen Versorgung erfolgen, sondern sie müssen durch deren Strukturierung zustande kommen!“[36]
„Selten zuvor waren die Veränderungen im Gesundheitswesen so gravierend wie heute. Nicht wenige Beobachter, Manager und Gesundheitspolitiker sehen nach Jahren der Gesundheitsreformen, die lediglich darauf ausgerichtet waren, Gelder anders zu verteilen, jetzt zum ersten Mal die Chance, den Schritt vom Gesundheitswesen zur Gesundheitswirtschaft zu gehen.“[37]
Dieser Strukturwandel beinhaltet Chancen als auch Risiken, da innovative Leistungsprozesse hohe Anforderungen an die Arbeitsteilung und die Kooperation der Leistungserbringer stellen. Krankenhäuser, Einrichtungen der Rehabilitation, Pflegedienste und niedergelassene Ärzte, welche von diesem Strukturwandel profitieren wollen, müssen an den neuen Entwicklungen teilnehmen und ihre Mitarbeiter auf die zukünftigen Anforderungen vorbereiten[38].
Einer der Hauptgründe für die Notwendigkeit einer zukunftsorientierten, effizienten Gesundheitswirtschaft stellt der demographische Wandel in Deutschland dar. Dieser Wandel beinhaltet eine „Überalterung der Bevölkerung bei sinkender Geburtenrate“. Somit wird die Relation von alten zu jungen Menschen ansteigen und der medizinisch-technische Fortschritt für eine zunehmend erfolgreiche Prävention, Diagnose, Therapie und Rehabilitation führt einem Anstieg pflegebedürftiger Menschen[39].
Unter dem Gesichtspunkt der zukünftigen Anforderungen an die allgemeine Patientenversorgung wird Gesundheit zunehmend zu einem kostbaren Gut. Kennzeichnend dafür sind Ökonomisierungstendenzen, welche bis hin zu neoliberalen Ökonomisierungsstrategien reichen. Dabei „wird unter Ökonomisierung häufig der Prozess der Betriebswirtschaftlichung bestimmter Funktionseinheiten, wie z.B. Krankenhäuser, Krankenversicherungen oder ärztliche Verrechnungsstellen verstanden, die unter dem Primat von Effizienz und Effektivität einem organisatorischen Wandel ausgesetzt werden.“[40]
Der Ökonomisierung im Gesundheitswesen können drei grundlegende neoliberale Prinzipien zu Grunde gelegt werden:[40]
| - Individualismus
Hierbei steht der Prozess der Privatisierung bzw. Individualisierung von Gesundheitsrisiken im Mittelpunkt. Dieser hat massiven Einfluss auf die Entwicklungen im Patienten/Helfer – Verhältnis und soziale Bedingungen, in deren Umfeld soziale und medizinische Leistungen erbracht werden, ausgeblendet und verschwinden hinter einer neoliberalen Marktrationalität der Effizienz. |
| - Freier Markt via Privatisierung und Deregelurierung
Der „Freie Markt“ beinhaltet die Privatisierung staatlich regulierter Einrichtungen und die gleichzeitige Auflösung der korporatistischen Beziehung zwischen Leistungsgewährer, Leistungserbringer und der sukzessive Rückzug des Staates. Der Neoliberalismus geht dabei von einer Selbstregulierung der freien Märkte aus, welche so eine Form sozialdarwinistischer Gerechtigkeit schaffen, die nicht den sozialstaatlichen Grundsätzen wie Chancengleichheit oder des sozialen Ausgleichs entspricht. |
| - Dezentralisation
Bei der Strategie der Dezentralisation wird eine Verlagerung gesundheitspolitischer Verantwortung, Haftung und Maßnahmen von einer Regierungsebene auf eine darunter liegende, oder zumindest eine andere, angestrebt. |
3 Tablet Computing als Infrastruktur
Das Schlüsselwort der „Wissensgesellschaft“ oder auch „Informationsgesellschaft“ verdeutlicht den enormen Bedeutungszuwachs von Wissen und Informationen unserer heutigen Gesellschaft. Die Fähigkeit Wissen und Informationen zu erlangen, zu erarbeiten, abrufbereit vorzuhalten und einzusetzen gelten in vielen Bereichen unserer heutigen Gesellschaft als zentraler Schlüssel zum Erfolg und zum Erreichen der eigenen Ziele.
Doch um aus reinen Informationen Wissen zu generieren, müssen die vorliegenden Informationen ausgewählt, verglichen, bewertet, es müssen Konsequenzen gezogen, Informationen verknüpft und ausgehandelt werden [42]. „Als differenziertes Konzept setzt das Wissensmanagement gleichzeitig an den Faktoren Technik, Organisation und Mensch an.“[43] Dies bedeutet ebenfalls, dass das Wissensmanagement nicht isoliert betrachtet werden kann, sondern die Schnittstelle zwischen den Kompetenzen aus Organisation, Technik, Mensch und dem jeweiligen Markt ist[44].
3.1 Organisation
Das Szenario ein Tablet-PC als zentrales Nutzungsmedium einzusetzen ist schnell und einfach vorstellbar. Jedoch muss die Informationstechnologie (als Teil der Dimension Technik, siehe Abb. 9) hierbei ein deutlicher und etablierter Teil des Unternehmens sein und dessen Bedürfnisse berücksichtigen. Nach Gerhards et al. (2007) müssen folgende Aspekte bei Nutzung eines Wissensmanagement berücksichtigt werden[46]:
- Definieren Sie das Ziel und die Zielgruppe des Systems und leiten Sie daraus Anforderungen ab.
- Welche bereits vorhandene Systeme werden wie und wofür genutzt (Groupware, Intranet, Laufwerke, etc.)? Sind diese aufeinander abgestimmt?
- Entspricht die System-Architektur und –Logik dem Aufbau und den Verbindungen der Wissensfelder und –Prozesse?
- Ist der Zugriff jedem vom Thema betroffenen Mitarbeiter jederzeit an jedem Ort möglich?
- Schützen Sie die Informationen vor Zugriffen der Konkurrenz!
Die Vorraussetzung für die Einführung einer Tablet Computing Infrastruktur ist es, dass zahlreiche Prozesse mit Ihren Informationen und Wissen dauerhaft und vollständig in digitalisierter Form vorliegen und zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort wieder abgerufen werden können. Um dies zu realisieren muss ein Krankenhaus nicht nur eine Entwicklung im Bereich der Technologie vollziehen, sondern auch die Organisation neu überdenken. Hierbei ist es wichtig, dass die Gestaltung einer Informationsstruktur wie sie für eine Tablet Computing Infrastruktur benötigt wird, eine Managementfuntkion ist, die auch als IT-Management bezeichnet wird[47].
Die Einführung eines IT-Management in die Organisation verfolgt das Ziel das Leistungspotenzial der Informationsfunktion für die Erreichung der strategischen Ziele einer Organisation umzusetzen. Hierbei ist es die Hauptaufgabe des IT-Managements für die Organisation die erforderliche IT-Infrastruktur (Hardware, Netzwerk, Software) einschließlich der benötigten Informationen und Daten bereitzustellen [48]. Krankenhäuser die eine so umfangreiche IT-Landschaft nutzen wollen, müssen im Sinne des IT-Managements verschiedene Aufgaben berücksichtigen[49]:
| Strategische Aufgaben | Diese umfassen z.B. Planung, Organisation, Führung und Kontrolle der IT und Informationsstruktur, die durch die Einführung eines weitreichenden IT-Systems zu den Risikobereichen des Krankenhauses gehören. Durch fehlende Kontrolle oder Organisation können sich elementare Fehlabläufe entwickeln, die im worst case die Fortbestand des Krankenhauses gefähren. |
| Administrative Aufgaben | Dies umfasst die Planung, Überwachung und Steuerung aller eingesetzten IT-Komponenten. "Mit den administrativen Aufgaben werden die Vorraussetzungen für die Nutzung der Informationsinfrastruktur auf der operativen Ebene geschaffen."[50] |
| Operative Aufgaben | Nutzung und Sicherstellung der vorhandenen Informationsinfrastruktur (z.B. Benutzerservice, Wartung) |
Im Zuge der Einführung eines IT-Managements um den laufenden Betrieb der Informationsstruktur sicher zu stellen, muss ich die Etablierung einer IT-Strategie bedacht werden. "Laut einer Umfrage der Computer Sciences Corporation) im Jahr 2001, bei der insgesamt 1000 IT-Manager großer Organisationen nach den obersten Prioritäten und den 'Critical Issues' im Hinblick auf Ihr IT-Management befragt wurden, stand die Definition einer IT-Strategie, die sich an den Anforderungen der jeweiligen Organisation orientiert, an erster Stelle."[51] IT-Strategien strukturieren das weitere Handeln des IT-Managements für die Zukunft. Ziel ist es Orientierungsgrundlagen und Pläne zu schaffen, mit dem die Organisation oder im Detail das Krankenhaus sich längerfristig in Ihrer Umwelt bewährt.
Diese Pläne werden in drei verschiedene Kategorien unterteilt[52]:
| strategische Planung | taktische Planung | operative Planung |
| > Ziele > Organisationsstruktur > Personalpolitik > Finanzpolitik > Marktpolitik > Forschungspolitik > Produktlinien > Eintritt in neue Geschäftszweige > außergewöhnliche Investitionen | > Unterziele > Ablauforganisation > Stellenplanung > Kostenplanung > Vertriebsplanung > Planung von Forschungsprojekten > Produktverbesserung > Routineinvestitionen | > operative Ziele > Arbeitsvorbereitung > Stellenbeschreibung > Kalkulation > Routenplanung > Netzpläne |
Die Folgen einer fehlenden IT-Strategie würden nach Laudon et al. (2009) wie folgt aussehen[53]:
- Fehlende Integration IT/Geschäftsstrategie
- Fehlende IT-Vision/Strategie
- IT unterstützt Business unzureichend
- IT-Nutzen unklar
- IT-Kosten sehr hoch
- Nicht geregelte IT-Verantwortlichkeit
Zusammengefasst wird deutlich, wie abhängig der Erfolg einer Tablet Computing Infrastruktur auch von der Entwicklung eines umfangreichen und vollständigen IT-Managements und einer IT-Strategie ist.
3.2 Mensch
Neben dem Erlangen von Wissen geht es jedoch auch um die Nutzung des erlangten Wissens und der damit verbundenen Tablet Computing Infrastruktur, der sogenannten Kernkompetenz „Wissensnutzung“. „Die Wissensnutzung zielt durch die konsequente Anwendung des vorhandenen und des erworbenen Wissens auf die eigentliche Wertschöpfung aus dem Faktor Wissen ab.“[54] Allein die richtige und sinnvolle Nutzung des vorgehaltenen Wissens unterstreicht in hohem Maße die Existenzberechtigung des Wissensmanagement[55]. Jedoch gilt es gerade mit dem Ziel der Wissensnutzung verschiedenen Nutzungsbarrieren zu beseitigen bzw. auszuhebeln[55]. Neben persönlichen Barrieren wie z.B. der Angst vor dem Verlust des erworbenen Status „Experte“ bei Nutzung eines Wissensmanagement oder der einfachen Nichtbereitschaft externes Wissen nicht zu nutzen, gibt es jedoch auch technische oder organisatorische Barrieren.
Es geht nicht allein um die Bereitschaft zur Nutzung eines Wissensmanagements, sondern auch der eigenen Fähigkeit auf vorgehaltenes Wissen zuzugreifen. Wird der persönliche Nutzen für den einzelnen Anwender nicht deutlich oder führt die Nutzung des Systems zu einem erheblichen Mehraufwand, so werden viele der Systeme nur unzureichend von Mitarbeitern akzeptiert[56]. Eine deutliche Abneigung kann zum Beispiel durch benutzerunfreundliche Systeme, unbefriedigende Schulungen und Support, mangelnde Stabilität und Zuverlässigkeit sowie schlechte Performanz entstehen. Durch unzureichende Nutzung entsteht dann ein Problemkreis, worunter dann nach Bullinger (1998) die Datenqualität leidet:
"Für eine erfolgreiche Etablierung der geplanten IT Service Management-Prozesse ist die Akzeptanz seitens Ihrer Mitarbeiter eine unabdingbare Vorraussetzung."[58]
Die Einführung einer Tablet Computing Infrastruktur darf demnach nicht rein technisch und organisatorisch betrachtet werden. Um eine solche Infrastruktur erfolgreich zu etablieren, müssen die Mitarbeiter gezielt in die Veränderungsprozesse mit einbezogen werden und anschließend durch Schulungen und Informationen auf die Einführung und Nutzung vorbereitet werden. Aus diesem Grund definiert COBIT[59] die Beteiligung der Fachbereich bei Projektbeginn als eines der 13 Kontrollziele des IT-Prozesses "Manage Projects"[60]. Durch eine frühe Einbindung steigt das Verständnis für das neue IT-System und beeinflusst so auch die spätere Akzeptanz des Systems.[60]
3.3 Technik
Um Wissen orts- und zeitunabhängig ohne Barrieren zielgerichtet nutzen zu können, benötigt es wie beschrieben neben organisatorischen auch technische Maßnahme.
Eine alleinige Betrachtung des Tablet-PCs als Endgerät jedoch läuft Gefahr den Problemkreis zu fördern. Die Nutzung des TabletComputing als Bestandteil eines Wissens- und Dokumentensmanagementsystems setzt die vollständige Integration des Tablets in die gegebene Unternehmenstechnologie sowie die organisatorische Anpassung der unternehmensinternen Prozesse voraus. Ohne die Entwicklung einer Tablet Computing Infrastruktur als Vorraussetzung einer Wissensmanagement- und Dokumentenmanagementinfrastruktur ist die alleinige Verwendung eines Tablet-PCs nur sehr eingeschränkt möglich und kann keine steigende Wertschöpfung erreichen. Tablet Computing muss mehr als Gesamtkonzept statt als die reine Nutzung eines Tablet-PCs gesehen werden.
Als aktuelles Beispiel kann hier der Erfolg des iPhones oder des iPads gesehen werden. Der Hersteller Apple bietet mit seinen Endgeräten einfach ausgestattete Geräte, die jedoch durch eine weitreichende Infrastruktur im Hintergrund heute zu den CashCows des Unternehmens gehören. Durch zusätzlich erwerbbare Medien- und Wissensangebote erhöht sich so für den Endnutzer die Wertschöpfung.
Das Ergebnis eines Wissensmanagements ist die effektive Nutzung von Wissen. Wissen kann auf vier verschiedene Arten genutzt werden und zur Verbesserung beitragen:
Die Digitalisierung der Patientenversorgung umfasst die digitale Patientenakte als einen von vielen Schritten zur Verbesserung der Effizienz und Qualität im Gesundheitswesen auf Basis technologischer Weiterentwicklungen. Auf Basis von Projekt- und Prozessmanagement lassen sich nahezu alle Bereiche, vorrangig in größeren Kliniken und Krankenhäusern, der Patientenversorgung durch Einsatz neuer Technologien, gestützt auf die jederzeit verfügbare digitale Patientendaten, effizienter und wirtschaftlicher betreiben. Aus einem Teilprojekt des Bremer Klinikverbandes wurde die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Leitvision „Schonendes Operieren mit innovativer Technik“ das Projekt „OrthoMIT“ durchgeführt. „OrthoMIT verfolgt […] neben der schonenden Behandlung der Patienten das Ziel die Kosten orthopädischer Eingriffe mit einem integralen Ansatz zu senken. Es geht um Integration entlang des Workflows im OP-Bereich, Integration entlang des Behandlungsverlaufs bis zur Rehabilitation[…]. Neue schonende Strategien bei der Operation und die zunehmende Komplexität sowohl der verfügbaren Informationen als auch der technischen Systeme erfordern optimierte klinische Arbeitsabläufe und eine vollständige Integration der neuen Systeme und Techniken in die etablierten Arbeitsabläufe und Systemlandschaften der Klinik.“[62]
Auf Grund dieser Anforderungen gilt es, beginnend in den letzten Jahren, enorme IT-technische Entwicklungen im Bereich der Gesundheitsversorgung voranzutreiben. Als Oberbegriff für diese Entwicklung hat sich der Begriff „eHealth“[63] etabliert.
3.3.1 Basisvorraussetzungen
Neben organisatorischer und menschlicher Vorraussetzungen müssen auch gewisse IT-Standards zur Umsetzung einer TabletComputing Infrastruktur bereit stehen. Dies umfasst die z.B. für Wissensmanagement erforderliche Hardware und Software einschließlich Datenübertragung und sonstiger Dienste[64].
Die Vorraussetzungen für die Nutzung eines Tablets sind relativ einfach:
| iPad[65] | weTab[66] |
| Systemvoraussetzungen für Windows PC mit USB 2.0 Anschluss Windows 7, Windows Vista, Windows XP Home oder Professional mit Service Pack 3 (oder neuer) iTunes 9.0 oder neuer iTunes Store Account Internetzugang | Internetzugang Ansonten komplett autonom |
Grundsätzlich reicht für den Betrieb eines reinen TabletPCs die Bereitstellung eines WLAN's und eines 230 Volt Anschlusses. Die wirklichen Basisdienste müssen nicht für den Betrieb der TabletPCs bereitgestellt werden, sondern für die zwingend zur Verfügung stehend müssenden Wissens- und Informationsmanagementsysteme.
Die einzelnen Schichten des Basisdienstes sind wie folgt einzuteilen[68]:
- Durch die Zugriffsschicht wird die Authentifizierung und Autorisierung ausschließlich berechtigter Personen sichergestellt.
- Der Personalisierungsdient stellt sicher, dass die Anwender die für die personalisierten Informationen erhalten. Die ist gerade vor dem Hintergrund der Informationsüberflutung im heutigen Informationszeitalter wichtig.
- Der Wissensdienst vermittelt den eigentlichen Umgang mit Wissen: Wissensentwicklung, -verteilung und -nutzung.
- Integrationsdienste dienen dazu die unterschiedlichen Wissensmedien zu verwalten und zu organisieren, dass diese so angelegt, gepflegt und gespeichert werden, um anschließend dieses Wissen zu charakterisieren.
- Die Infrastrukturschicht bietet die Grundlage für das Wissensmanagement. "Unter anderem enthält sie grundlegende Netzwerk- und Kommunikationsfunktionen sowie Funktionen zur gemeinsamen Nutzung von Dateien (Fileserver)."[69]
- Die unterste Schicht stellt die vielfältigen Speichermedien des Wissensmanagement dar.
Aus diesen Schichten ist abzuleiten, dass innerhalb der Krankenhäuser, die eine umfangreiche Tablet Computing Infrastruktur bereitstellen wollen, bereits eine integrative Software- und Hardwarelösung besitzen müssen. Hierzu gelten Infrastrukturen wie LAN, WLAN oder UMTS genauso wie die technische Bereitstellung der entsprechenden Serverstrukturen und Datenbanken.
Neben rein technischen Umsetzungen müssen durch die Technik auch rechtliche Vorgaben umgesetzt werden, wie z.B. Datenschutz- und Datensicherheitsvorschriften. Dies muss ebenfalls, wie die zuvor dargestellten Schichten, ein Teil der Basisvorraussetzung einer Tablet Computing Infrastruktur sein.
3.3.2 EPA - Elektronische Patientenakte
Um Daten digitalisiert in einer Tablet Computing Infrastruktur abrufen zu können, müssen diese auch digital erfasst und gespeichert werden. Hierzu wurde im Zuge des GKV-Modernisierungsgesetztes[70] von 2004 der §67 SGB V eingeführt. Ziel des Paragraphen ist zur Verbesserung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung die papiergebundene Kommunikation unter den Leistungserbringern so bald und so umfassend wie möglich durch die elektronische und maschinell verwertbare Übermittlung von Befunden, Diagnosen, Therapieempfehlungen und Behandlungsberichten, die sich auch für eine einrichtungsübergreifende fallbezogene Zusammenarbeit eignet, zu ersetzen[71]. Hierbei ist jedoch im ersten Schritt zwischen zwei elektronischen Patientenakten zu unterscheiden[72]:
- Einrichtungsübergreifend - Der Zugriff auf die elektronische Akte kann von sämtlichen den Patienten betroffenen Einrichtung durchgeführt werden und dient über den gesamten Behandlungsprozess als zentralisierte Patientendokumentation
- Einrichtungsbezogen - Nur die jeweilige datenerfassende Einrichtung hat Zugriff auf die von Ihr erfassten Daten.
Heutzutage ist die elektronische Patientenakte bereits in vielen Kliniken und Krankenhäusern im Einsatz, jedoch gibt es deutliche Unterschiede im Grad der Umsetzung und Verwendung. Je nach Kliniken gibt es hier Abweichungen in der Verwendung von digitalen Untersuchungsergebnissen, Patientendaten oder dem Zugriff auf die gespeicherten Daten im hausinternen Netzwerk[74]. So werden in einigen Kliniken elektronische Patientenakten lediglich als Ersatz für das sonst typische Papierarchiv, in anderen jedoch als Patienteninformationssystem gesehen und im Behandlungsverlauf des jeweiligen Patienten genutzt.
Die elektronische Patientenakte wird als eines der zentralen Elemente für das Klinikum der Zukunft gesehen[75]. Hierdurch ergeben sich jedoch zusätzlich auch neue Herausforderungen: Wie kann durch das Personal die Daten der Einrichtung an allen Stationen zu jeder Zeit genutzt werden?
Wenn Dokumente erst wieder aus der elektronischen Akte in Papierform gebracht werden müssen, entsteht hierdurch ein Zeitverlust, sowie Personal- und Materialkosten[75]. Zusätzlich können durch die nachfolgende Wiedererfassung, z.B. nach einer Visite des behandelnden Arztes, im elektronischem System durch den Medienbruch zu Übertragungsfehlern oder Probleme in der Aktualität der Daten kommen.
Laut Franke (2007) wurde in den Universitätskliniken Leipzig zur Umgehung der oben genannten Herauforderungen ein flächendeckendes WLAN installiert. Zur Datenerfassung wurde das Pflegepersonal mit reinen Tablet-PCs und die Ärzte mit sogenannten Convertible-PCs[76] ausgestattet. Um die mobilen Geräte nicht zu stark zu belasten (z.B. Verkürzung der Batterielaufzeit) dienen die Endgeräte lediglich als Erfassungsgerät. Sämtliche Programme werden auf Terminalservern ausgeführt und speichern Ihre Daten im Netzwerk.
3.3.3 Telemedizin - Behandlung über Telekommunikation
Neben dem manuellem Erfassen von Daten in Krankeneinrichtungen gibt es zusätzliche Potentiale: Die mobile Patientenüberwachung, auch Telemedizin genannt. „Telemedizin ermöglicht oder unterstützt in Überwindung räumlicher Entfernungen medizinische Anwendung von Telekommunikation und Informatik (Telematik).“[77]
Die Telemedizin wird dabei in Deutschland in vier verschiedene Systeme unterteilt[78]:
- Telediagnostik - Anwesender Arzt zieht zur Befundung oder Diagnostik telemedizinisch einen weiteren Arzt hinzu. Hierbei können dem weiteren Arzt die Unterlagen zur Entscheidungsfindung über Netzwerke zur Verfügung gestellt werden.
- Telekonferenz - Hinzuziehen von mehr als zwei Ärzten mittels Telekonferenz
- Telemonitoring - Überwachung von Vitaldaten (Venenaktivität, Blutzucker, etc. aus der Ferne), siehe Abb. 14
- Teletheraphie - Direkte Einwirkung durch den Telemediziner auf den Patienten. Extremste Form: Teleoperation[80]
Telemonitoring ermöglich es die wichtigsten aktuellen Patienten-Vitaldaten aktuell zu erfassen und auszuwerten.
3.3.4 RFID-Technologie
Das Gesundheitssystem sieht sich häufig mit Schlagzeilen wie "Schere im Körper vergessen" oder auch "Babys vertauscht" konfrontiert[81]. Durch den Einsatz der RFID[82] Technologie soll die Patientensicherheit deutlich gesteigert werden und auch der Komfort und die Wirtschaftlichkeit sollen durch die Anwendung der neuen Technologie einen deutlichen Schritt nach vorne machen.
In zahlreichen Pilotprojekten wird RFID schon heute verwendet[84]:
| Einsatzort | Verwendungszweck |
| Chang-Gung Memorial Hospital (Taiwan) | Eindeutige Identifizierung von Patienten mittels passiver RFID-Tags zur Unterstützung der Modifikation Und Behandlung |
| KangNam St. Mary's Hospital (Südkorea) | Ausstattung der Patienten und Personal mit RFID-ID-Karten, um Aufenthaltsorte zu kennen und den Ablauf zu optimieren |
| Academisch Medisch Centrum Amsterdam (Niederlande) | Identifikation und Lokalisierung von Patienten im OP-Bereich, Verfolgung von OP-Equipment und Verfolgung von Blutkonserven im Klinikbereich |
| Bangkok Hospital (Thailand) | RFID-Patientenarmbänder mit Informationen über Name, Geschlecht und Medikationen zur Verbesserung der Patientensicherheit |
Wie in den Beispielen dargestellt lassen sich durch RFID Technologie zahlreiche Prozesse vereinfachen und mittels Tablet Computing Informationen ohne Medienbruch-typische Übertragungsfehler schnell abrufen. Durch die geringe Reichweite der RFID-Technologie können Patienten durch Tablet Computing direkt vor Ort identifiziert werden und behandelndes Personal erhält durch die Identifikation direkten Zugriff auf die Patientendaten. Auf dem Tablet-PC können dann Fall- und Patientendaten zur Behandlung eingesehen werden und anschließend die aktuelle Situation (wie Medikamentenvergabe) direkt wieder digitalisiert erfasst werden. Somit stehen umgehend allen berechtigten Personen der Zugriff auf die aktuellen Daten zur Verfügung.
3.3.5 Zusammenfassung
Im Zusammenspiel zwischen elektronischer Patientenakte, Telemedizin und TabletComputing wird es ermöglicht, dass weder Patient noch behandelnde Ärzte sich in Zukunft auf örtliche Gegebenheiten beschränken müssen. Die neue Krankenhaus IT-Technologie profitiert in vielen Fällen von neuen IT-Technologien. Jedoch gerade im Kontext einer kooperativen Leistungserbringung muss der Schwerpunkt bei Integration und Interoperabilität auf Ebene der Geschäftsprozesse erfolgen, nur so wird eine leistungsfähige und bezahlbare Patientenversorgung ermöglicht. Analog zum Wissensmanagement muss auch hier die neue IT-Technologie dem Anwender aufgabenorientiert und verlässlich zur Verfügung stehen müssen, um die Akzeptanz und Nutzung durch den Anwender sicher zu stellen.
4 Patientenversorgung in der Praxis
Im Folgenden werden die klassischen Prozesse der Patientenversorgung vorgestellt. Zunächst liegt der Fokus auf dem jetzigen Zustand in den kommunalen Krankenhäusern. Nach der Bestandsaufnahme werden dann wesentliche Risiken und Chance herausgestellt, die sich durch eine gewisse Modernisierung hervorheben würden.
4.1 Klassische Prozesse der Patientenversorgung
[Kein Name] ist 35 Jahre und Unfallchirurgin in einem kommunalen Krankenhaus. Sie arbeitet unter anderem stationär, ambulant und auf der Intensivstation. Mittels eines Interviews wurden die wesentlichen Informationen zu den Prozessen Visite und stationärer Notaufnahme in einem Krankenhaus aufgenommen. Beide Prozesse sind wesentliche Bestandteile der Patientenversorgung.
4.1.1 Visite
Die Durchführung der Visite gehört zum klassischen Krankenhausalltag. Während der Visite wird der Patient durch den behandelnden Arzt befragt und kurz untersucht. Zudem wird zwischen dem Arzt und der Stationsschwester das weitere Vorgehen besprochen.
Die Visite erfolgt in der Regeln ein mal täglich und bedarf einer Vorbereitung, Durchführung nach Nachbereitung.
Die Vorbereitung wird durch den behandelnden Arzt und die Stationsschwester durchgeführt. Auf Grundlage der aktuellen Belegungspläne der Zimmer erstellt der Arzt eine Patientenliste für die bevorstehende Visite. Die Liste wird durch das eingesetzte Programm zur Belegungsdokumentation der Zimmer erzeugt. Die Verfügbarkeit der Daten ist auf die zuständigen Station eingeschränkt. Die erzeugte Liste wird ausgedruckt und beinhaltet Informationen über Namen der Patienten, Diagnose und Zimmernummer. Zusätzlich gibt es ein Feld um handschriftlich Notizen zu vermerken.
Im folgenden Vorgespräch wird durch die Stationsschwester die neuen Laborbefunde ausgedruckt und die Röntgenbilder der letzten 24 Stunden auf einem speziell dafür zugelassenen Monitor bereit gestellt. Im Vorfeld der Visite werden an Hand der nun vorliegenden Daten erste weitere Schritte vereinbart. Die ausgedruckten Daten werden nach Durchführung der Visite in die Fallakte übernommen.
Während der Durchführung der Visite erfasst der Arzt weitere Notizen und Anmerkungen zum Zustand und/oder den Veränderungen des Patienten auf der zuvor ausgedruckten Patientenliste. Je nach Relevanz werden die erfassten Notizen anschließend handschriftlich in die Fallakte übernommen. Gehen die Notizen während der Visite verloren, müssen diese durch eine erneute Visite erfasst werden oder als nicht relevant eingestuft werden, so dass eine erneute Visite nicht durchgeführt werden muss.
Nach Durchführung der Visite wird auf Grundlage der in dem Vorgespräch und der Durchführung erfassten Gegebenheiten das weitere Vorgehen festgelegt. Im optimalem Fall ist der Behandlungsverlauf der Verletzung / Krankheit angemessen und es werden keine weiteren Schritte bzw. Veränderungen an der Behandlung vorgenommen. Gilt dies jedoch nicht, kann ein Internist zu Rate gezogen werden, die Medikation der Arzneimittel verändert werden oder eine Laboranordnung eingereicht werden. Die Veränderung der Medikation wird handschriftlich in den Notizen vermerkt und anschließend in die Fallakte übertragen. Die Laboranordnung wird elektronisch am PC erstellt und erreicht das Labor als elektronischer Auftrag. Die Laborergebnisse werden anschließend in das System eingegeben und stehen dann dem behandelnden Arzt zur Verfügung. Ähnlich erfolgt die Beauftragung eines Internisten.
4.1.2 Stationäre Notfallaufnahme
Die Ärztekammer Bremen bezeichnet die stationäre Notfallaufnahme als "Funktionseinheit eines Akutkrankenhauses, in welcher Patienten zur Erkennung bedrohlicher Krankheitszustände einer Erstuntersuchung oder Erstbehandlung unterzogen werden, um Notwendigkeit und Art der weiteren medizinischen Versorgung festzustellen." [85] Patienten mit Verletzungen oder akuten Beschwerden werden in der Notfallaufnahme aufgenommen. Ein Aufnahmebogen erleichtert die Erfassung der Patientendaten und beinhaltet zugleich auch einen ersten Hinweis des Patienten, welche Art von Beschwerde vorliegt. Die Daten werden hierbei digital aufgenommen und dann ausgedruckt. Bei der Ankunft mit einem Rettungswagen und qualifiziertem Rettungspersonal erfolgt die Aufnahme am Empfang durch einen Rettungsassistenten. Somit laufen medizinische Prozesse und die Verwaltung im optimalsten Fall parallel an. Nach einer Erstuntersuchung durch medizinisches Fachpersonal wird anhand der Symptome die Verletzung und Dringlichkeit eingestuft. Der erst behandelnde Arzt entscheidet dann auch über eine notwendige Operation und das weitere Vorgehen. Im Falle einer Operation sieht der Arzt anhand eines OP-Plans, wo noch freie Kapazitäten für die anstehende Operation verfügbar sind. Der OP-Plan, der in digitaler Form vorliegt, beinhaltet alle geplanten Operationen für den jeweiligen Tag. Allerdings ist dieser nicht immer auf dem aktuellsten Stand, da auch noch weitere ambulante Fälle zur Operation geführt haben könnten. Somit muss sich das medizinsche Fachpersonal telefonisch über die zeitliche Verfügbarkeit der Fachärzte und des Operationssaal erkundigen. Alle Ärzte können sich dann die Liste für ihren jeweiligen behandelden Fachbereich anzeigen lassen, auf der alle Patienten aus der Ambulanz aufgelistet sind. Je nach Dringlichkeit kommt dann der Pieper zum Einsatz, um den jeweiligen Arzt auf eine Notoperation hinzuweisen.
Jegliche Untersuchungen oder Röntgenbilder die in der Notaufnahme getätigt werden, sind auch gleichzeitig in Papierform an dem Aufnahmebogen angehängt. Erst nach der stationären Aufnahme wird der Aufnahmebogen mit den Anhängen von dem behandelnden Arzt an eine Krankenschwester übergeben. Diese erstellt dann die Patientenakte.
4.1.3 Legende Prozessdarstellung
Anmerkungen zu gelben Kästchen:
- Erkannter Medienbruch
- Daten liegen nur in schriftlicher Form vor und werden nicht digitalisiert
4.2 Kritische Betrachtung der Prozesse
Die durch uns aufgenommenen Prozesse sind geprägt von Medienbrüchen und ausschließlich in schriftlicher Form vorliegender Information / Daten. Hierdurch kommt es im Krankenhausalltag zu Verzögerungen im allgemeinen Wissensstand und auch zu Übertragungsfehlern. Soweit Daten digital erfasst werden, nachdem diese schriftlich vermerkt wurden, kann nicht sichergestellt werden, dass diese 1:1 in das digitale System übernommen werden. Medienbrüche kosten im allgemeinen Geld und Zeit. Wie beschrieben explodieren seit Jahren die Kosten im Bereich des Gesundheitswesens und auch Zeit ist in der Patientenversorgung eine Ressource die meist über Leben und Tod entscheidet. Erschwerend kommt hinzu, dass in zahlreichen Prozessen digitale und schriftliche Informationen gleichermaßen genutzt werden. So muss zum Beispiel bei einer Notfalloperation vorher digital in das System geschaut werden und anschließend telefonisch nachgefragt werden, ob die derzeitige Belegung eine Operation ermöglichen kann. Das Ergebnis ist ein deutlicher Zeitverlust in der Prozessfolge die auf Vereinbarung auf ein System, im optimalen Fall eine digitale Ressourcenverwaltung, deutlich optimiert werden kann.
Das durch uns besuchte Krankenhaus unterscheidet branchentypisch zwischen Patienten- und Fallakte. Die aktuelle Behandlung stellt einen Fall dar. Alle Fälle eines Patienten ergeben die Patientenakte. Nachteil dieser Dokumentation ist ebenfalls die schriftliche Erfassung und die physische Einlagerung. Fallakten werden nach Behandlungsende durch die Patientenverwaltung in die Patientenakte übernommen und in einem Archiv gelagert. Fordert ein Arzt eine Patienten- oder einzelne Fallakte an, so muss diese durch die Patientenverwaltung aus dem Archiv geholt und an die entsprechende Station geliefert werden. Ein sofortiger Zugriff auf historische Patientendaten ist somit nicht möglich! Ein weiterer Nachteil ist die Sicherheit der vorliegenden Daten. Diese liegen in einfacher Form im Archiv und können bei Zerstörung nicht wieder hergestellt werden. Die Daten sind somit, wie bei dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs, unwiederbringlich verloren.
Eine Modernisierung oder Neuorganisation der Prozesse während der Einführung einer Tablet Computing Infrastruktur ist maßgebend für die anschließende Akzeptanz und auch den Erfolg. Eine Modernisierung der Prozesse muss auf Grundlage des Arbeitsalltags erfolgen und den Einsatz der neuen Technik berücksichtigen. Um mehrfach Anfragen zu vermeiden ist auch festzulegen, welches als das führende System einzusetzen ist. Im optimalsten Fall richtet sich der digitale Prozess nach dem festgelegten realen Prozess und wird weit möglichst durch die Technik unterstützt.
4.3 Chancen und Risiken einer Modernisierung
Die im aktuellen Kapitel ausgearbeiteten Optimierungspotenziale im Zuge der Einführung einer Tablet Computing Infrastruktur werden begleitet von verschiedenen Chancen, aber auch Risiken, welche im Folgenden zu betrachten sind.
Die Einführung einer derartigen Infrastruktur bietet sowohl für interne als auch externe Prozesse erhebliche Verbesserungen. Die beschriebene Patientendatenverwaltung in Form von papiergebundenen Akten mit einer Vielzahl an Medienbrüchen kann durch Tablet Computing und der dahinter stehenden Infrastruktur bedeutend vereinfacht und zur Einsparung von Zeitaufwendungen genutzt werden. So kann z.B. der Zeitaufwand zur Übertragung von Patientendaten auf arztgebundene Papierlisten als Vorbereitung zu einer Visite als auch die Übernahme von Visiteerkenntnissen und -ergebnissen zurück in die Fallakte des Patienten stark reduziert werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, patientenabhängige Daten erheblich einfacher und zuverlässiger extern, z.B. an weiterbehandelnde Institutionen wie Rehabilitationskliniken oder Arztpraxen, weiterzureichen. Dabei kann der bisher oft genutzte Postweg inklusive der zeitlichen Verzögerung zur Überstellung bis hin zum Totalverlust der schriftlichen Dokumente vollständig ersetzt werden. Zusammenfassend bietet die Technologie des Tablet Computing und der damit verbundenen Infrastruktur die Möglichkeit, sämtliche patientenbezogenen Kommunikationswege zu optimieren bzgl. des notwendigen Zeitbedarfs als auch der Zuverlässigkeit der Übermittlung der angeforderten Daten sowohl bei internen Prozessen innerhalb eines Krankenhaus als auch zur externen Weitergabe an weiterbehandelnde Einrichtungen. Eine derartige Einsparung von Zeitaufwendungen ermöglicht erheblich Kostensenkungen in allen betroffenen Arbeitsabläufen und bietet das Potenzial, die zeitliche Betreuung von Patienten als Kernaufgabe von gesundheitlichen Einrichtungen deutlich zu erweitern.
Auf der Gegenseite der Verbesserungsmöglichkeiten sind die Risiken einer Einführung von Tablet Computing nicht zu vernachlässigen. Dabei kommt den Anschaffungskosten die bedeutende Rolle zu. In ersten Pilotprojekten in verschiedenen deutschen Kliniken wurden keine Angaben zu entstandenen oder noch zu erwartenden Kosten gemacht. Verglichen mit anderen IT-Projekten, in der freien Wirtschaft, lässt sich jedoch leicht ableiten, dass ein derartiges Projekt erhebliche finanzielle Mittel in Anspruch nimmt. Abgesehen von der Anschaffung der eigentlichen Tablet-PCs, von denen jedes durchschnittliche Krankenhaus eine Vielzahl zur Ausstattung des Personals benötigt, sind große Investitionen in die neue Infrastruktur in Form von Servern sowie leistungsfähigen Netzwerken bis hin zur Betreuung und Wartung der technischen Geräte notwendig. Zusätzlich sind verschiedene Sicherungsmechanismen zur Verschlüsselung der Daten auf Speicher- und Kommunikationsebenen notwendig und eine Hochverfügbarkeit der Infrastruktur, sowohl bei hardwaretechnischen Ausfällen als auch bei regionalen bis hin zu internationalen Katastrophen, zu gewährleisten. Zur Verschlüsselung ist der Einsatz von bestehenden Verfahren wie z.B. SSL möglich, jedoch erfordert deren Integration eine umfangreiche Vorbereitung und Konzeptausarbeitung. Die Ausfallsicherheit dagegen ist in diesem Umfang zum großen Teil neu zu konzipieren. Die hohen Anschaffungskosten für eine so geartete Infrastruktur stellen damit eine entscheidende Hürde bzgl. der kostentechnischen Betrachtung dar. Abgesehen von den Anschaffungskosten stellt die Bereitschaft des Personals zum Einsatz derartig neuer Technologien einen nicht unbedeutenden Punkt innerhalb der Risikobetrachtung dar. Sämtliches Personal, von den Pflegekräften über die Ärzte bis hin zur Patientendatenverwaltung, muss auf die teils neuen, zumindest überarbeiteten Prozesse vorbereitet und geschult werden. Die Akzeptanz der Nutzer stellt somit eine wichtige und vor allem entscheidende Hürde neben den technischen Risiken dar.
5 Weitere Einsatzgebiete
Nicht nur in Krankenhäusern sind Tablet Computing Konzepte möglich und realisierbar. Neben dem Einsatz bei Pflegediensten, der sich aber mit dem Einsatz im Krankenhaus ähnelt und somit nicht weiter erläutert wird, gibt es auch noch weitere Einsatzorte bei der die Patientenversorgung mittels Tablet-PCs sinnvoll unterstützt werden kann. Beispielsweise könnten Notärzte mit einem Tablet-Computer ausgestatt werden. Durch die Einführung des elektronischen Personalausweises könnte dann der Notarzt somit nicht nur schnell und automatisch die jeweiligen Patientendaten mit einem Lesegerät einscannen, sondern auch die jeweiligen Unfalldaten direkt an das nächste behandelnde Krankenhaus übermitteln. Dadurch findet eine verlustfreie Übertragung statt und das Krankenhaus könnte sich auf den Patienten besser und effektiver vorbereiten.
Das Bayerische Rote Kreuz testete im Jahre 2008 in der BRK-Rettungsleitstelle Straubing Einsatzmöglichkeiten eines Tablet-PCs bei Notärzten[86]. Der Notarzt soll in Zukunft nicht nur Daten schneller an ein Krankenhaus schicken können, sondern auch selber Anweisungen über den Tablet-PC erhalten[86]. "Während der Notarzt bisher über einen Funkmeldeempfänger (Piepser) alarmiert wird, er zum Fahrzeug läuft und dort über Funk nachfragt, wohin er kommen solle und was geschehen ist, erfährt er diese Information zukünftig über einen Tablet-PC, der im Notarztfahrzeug eingebaut ist."[87] Hinzu kommt, dass der Notarzt in manchen Fällen nicht direkt den schnellsten Weg findet und dementsprechend auf einer Landkarte nachgucken muss oder das Navigationsgerät für die Strecke zum Einsatzort programmieren muss[86]. Dabei gehen wichtige Minuten verloren, die sogar über Leben und Tod des Patienten entscheiden können[86]. Gemeinsam mit der BMW-Forschungsgruppe hat man deshalb nach Alternativen gesucht und diese auch anschließend gefunden[86]. Zeitgleich mit der Alarmierung in der Leitstelle werden alle notwendigen Einsatzkräfte über den Tablet-PC über Funkdatenübertragung informiert[86]. Der Notarzt erhählt nicht nur die Anschrift, sondern auch die ersten Verdachtsprognosen zum Unfall[86]. Nun schaltet sich auch automatisch das Navigationsprogramm an, sodass der Zeitaufwand um einen großen Teil gesenkt werden kann[86]. Dies kommt der Gesundheit des Patienten in einer Notsituation zu Gute. "Aus den bisherigen Kenntnissen heraus kann sich Dr. Michael Reng, der in der Vergangenheit bereits international ausgezeichnete Medizininformatik-Projekte umgesetzt hat, durchaus auch Einsatzmöglichkeiten bei anderen Organisationen vorstellen."[87]
Die selben Funktionen wären auch für Sanitäter der Bundeswehr vorteilhaft. Hierbei könnten sogar die verletzten Soldaten via GPS geortet werden und auf einer Karte auf dem Tablet-PC dargestellt werden. Nach Erreichung des Patientens und Durchführung der Erste-Hilfe-Maßnahmen könnte der Sanitäter die erste Verdachtsprognose über den Tablet-PC an das nächste Lazarett schicken. Die Ärzte können sich somit besser auf einen eintreffenden und verletzten Soldaten vorbereiten. "Durch den telemedizinischen Ansatz kann vor allem wertvolle Zeit bei der Versorgung von Patienten gewonnen werden." [88] Zusätzlich könnten Funktionen wie zum Beispiel die Videokonferenz oder eine Fotofunktion eingebaut werden. Sodass sich auch die Ärzte im Lazarett ein Bild vom Verletzten machen können bzw. direkt eine Videokonferenz aufbauen.
Ein weiterer Einsatzort der Tablet-Computer bezüglich der Patientenversorgung wäre bei einem Hausbesuch von einem Arzt. Nützliche Informationen aus der Patientenakte könnten hierbei über den Tablet-PC von einem zentralen Server abgerufen werden. Somit hätte der behandelnde Arzt weniger Dokumente im Papierformat dabei und könnte alle vergangenen Diagnosen und Krankheiten des Patienten über seinen mobilen Tablet-PC abrufen. "Diagnosen, Befunde etc. können direkt vor Ort in den kleinen Computer eingegeben werden. Übertragungsfehler oder vergessene Eintragungen gehören damit der Vergangenheit an."[89]
6 Schlussbetrachtung
In diesem Kapitel werden alle Ergebnisse der Hausarbeit zusammengefasst. Hierbei werden die Fragen aus der Einleitung noch einmal aufgegriffen und endgültig beantwortet. Im Ausblick wird dargestellt wie eine weitere Entwicklung im Sinne des Themas "Tablet Computing in der Patientenversorgung" in der Zukunft gestaltet sein könnte.
6.1 Fazit
Der Gesundheitssektor sieht sich heutzutage starken, auf sich auswirkenden Kräften ausgesetzt, neben den angesprochenen finanziellen und wirtschaftlichen Herausforderungen gibt es noch weitere Entwicklungen die ein Umdenken erzwingen. So fehlen dem Gesundheitssektor deutlich Pflegekräfte; teilweise sprechen die Medien schon von einem sogenannten Pflegenotstand. Aus diesem Grund müssen Einrichtungen, die sich mit der Patientenversorgung und -pflege beschäftigen, Wege finden, um diesem Druck zu bestehen. Die Ziele hierbei sind klar vorgegeben: Kostensenkung, Personalumschichtung zur Einsetzung des frei werdenen Personal in anderen Pflegebereichen sowie die Versorgung des Patienten weiter zu garantieren und zu verbessern.
Die Anlayse der Prozesse im klassischen, kommunalen Krankenhaus zeigt einige Ansätze auf, wie eine solche Zielerreichung aussehen könnte: Modernisierung der Prozesse durch Automatisierung und Technologisierung.
Das Tablet Computing mag hier der Eyecatcher eines solchen Fortschritts sein, ist jedoch mit Blick auf eine Modernisierung "nur" das Ausgabe- und Erfassungsmedium eines gewaltigen Neuorganisationsprojektes. Durch eine Technologisierung müssen im Sinne eines IT- und Prozessmanagements sämtliche Prozesse erfasst und analysiert werden. Im Folgenden ist zu überprüfen, wo eine Technologisierung sinnvoll und vor allem zielführend ist. Hierbei müssen sämtliche Ebenen der Dimension Organisaton, Mensch und Technik berachtet werden. Wird eine Ebene nicht oder nur unzureichend berachtet, so ist das Projekt z.B. durch fehlende Akzeptanz oder auch fehlender Abstimmung zwischen den betroffenen Stakeholdern zum Scheitern veruteilt. Die Einführung einer Tablet Computing Infrastrukur und der damit verbundenen Technologisierung ist somit nicht als reine Beschaffungsmaßnahme zu sehen, sondern muss der Komplexität eines deutschen Gesundheitssektors auch gerecht werden und dementsprechend durch die Etablierung eines IT-Managements und der Ausrichtung einer IT-Strategie in den Gesundheitseinrichtungen begleitet werden.
Nur als gesamtheitliches Konzept kann eine Tablet Computing Infrastruktur den Einrichtungen helfen sich zu modernisiern und so den zukünftigen Anprüchen gerecht zu werden.
6.2 Ausblick
Wie in dieser Fallstudie beschrieben erhält die Technologisierung bereits in vielen Krankenhäusern rund um den Globus Einzug. In Deutschland müssen in Bezug auf vernetzte Krankenhäuser und zentraler Zugriff mehrere datenschutzrechtliche Barrieren überwunden. Sobald diese dem Stand der Technik angepasst wurde, ist davon auszugehen, dass auch in der Bundesrepublik deutlich weitere Entwicklungsschritte vollzogen werden.
Auf Grund der in dieser Arbeit dargelegten kommenden Anforderungen werden Krankenhäuser, Arzthäuser, etc. keine andere Möglichkeiten haben, als Ihre Ausgaben zu überprüfen, da durch die Struktur des deutschen Gesundheitswesens eine generelle Steigerung der Einnahmen nicht ermöglicht werden kann.
Wie beschrieben können Tablet Computing Konzepte auch in weiteren Bereichen des Gesundheitssystems eingesetzt werden. Diese noch sehr wenig beleuchtenden Felder werden vermutlich in Zukunft ebenfalls erkannt und erschlossen. Betrachtet man die allgemeine Entwicklung in der Wirtschaft in Bezug auf die Relevanz der dort eingesetzten IT, ist eine weitere Technologisierung des Gesundheitssektors nur die logische Schlussfolgerung um die erläuterten Probleme in den Griff zu bekommen und zukunftsfähig zu sein.
7 Fußnoten
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Vgl. notebook-blogger.de(2010)
- ↑ Vgl. ITWissen.info(2010)
- ↑ Vgl. Ortmann (2008), Seite 185
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Vgl. Adam (2010), Seite 43
- ↑ 5,0 5,1 5,2 notebook-blogger.de(2010)
- ↑ 6,0 6,1 6,2 Vgl. Holden et al. (2009), Seite 29
- ↑ 7,0 7,1 7,2 Vgl. thetabletstore.com (2010)
- ↑ 8,0 8,1 8,2 Vgl. netzwelt.de (2008)
- ↑ Vgl. Ortmann (2008), Seite 186
- ↑ Bärwolff et al. (2006), Seite 137
- ↑ Vgl. Bruzzese (2008), Seite 115
- ↑ 12,0 12,1 Vgl. Panther (2005), Seite 108
- ↑ 13,0 13,1 thetabletstore.com (2010)
- ↑ Vgl. Schlick (2008), Seite 47
- ↑ 15,0 15,1 Vgl. Ries et al. (2004), Seite 88
- ↑ 16,0 16,1 16,2 16,3 Vgl. Schmidt (2010)
- ↑ netzwelt.de (2008)
- ↑ 18,0 18,1 18,2 18,3 Vgl. Bullander (2008), Seite 16
- ↑ Vgl. Bärwolff et al. (2006), Seite 137
- ↑ Nagel (2007), Klappentext
- ↑ 21,0 21,1 wirtschaftlexikon24.net, Gesundheitssystem
- ↑ Busse et al. (2009), Seite 1
- ↑ Vgl. Nagel (2007), Seite 31
- ↑ Busse (2009), Seite 2 Abbildung 1-1
- ↑ Busse et al. (2009), Seite 3
- ↑ Vgl. Busse (2009), Seite 2
- ↑ accara-online.de
- ↑ Vgl. Nagel (2007), Seite 32
- ↑ Vgl. Nagel (2007), Seite 38
- ↑ Vgl. Nagel (2007), Seite 40f
- ↑ Boetius (1996), Seite 18
- ↑ gbe-bund.de (2009)
- ↑ gbe-bund.de (2009)
- ↑ Statistisches Bundesamt (2005), Abildung 5.1.4
- ↑ Vgl. Nagel (2007), Seite 93f
- ↑ Pico et al. (2005) - Seite 261
- ↑ Franke (2007), Seite 111
- ↑ Vgl. Matzick (2008), Seite 50
- ↑ Vgl. Matzick (2008), Seite 51
- ↑ 40,0 40,1 Hensen et. al (2008), Seite 16
- ↑ Vgl. Gerhards et al. (2007), Seite 24
- ↑ Vgl. Mandl et al. (2000), Seite 5f
- ↑ Gerhards et al.(2007), Seite 25
- ↑ Vgl. Hofmann (2004), Seite 58
- ↑ Vgl. Hofmann (2004), Seite 85
- ↑ Vgl. Gerhards et al. (2007), Seite 26
- ↑ Vgl. Lehner et al. (2008), Seite 223
- ↑ Vgl. Lehner et al. (2008), Seite 223
- ↑ Vgl. Lehner et al. (2008), Seite 226
- ↑ Lehner et al. (2008), Seite 226
- ↑ Lehner et al. (2008), Seite 230
- ↑ Lehner et al. (2008), Seite 233
- ↑ Laudon et al. (2009), Seite 822
- ↑ Hofmann (2004), Seite 77
- ↑ 55,0 55,1 Vgl. Hofmann (2004), Seite 77
- ↑ Vgl. Kenning et al. (2005), Seite 14
- ↑ Vgl. Bullinger et al. (1998), Seite 80
- ↑ Buchsein et al. (2008), Seite 274
- ↑ CobiT (Control Objectives for Information and Related Technology) ist das international anerkannte Framework zur IT-Governance und gliedert die Aufgaben der IT in Prozesse
- ↑ 60,0 60,1 Vgl. Gaulke (2004), Seite 147
- ↑ Vgl. Hofmann (2004), Seite 58
- ↑ Franke (2007), Seite 149f
- ↑ Unter eHealth fasst man Anwendungen von IT-Systemen zur Verarbeitung von Gesundheitsdaten zusammen
- ↑ Vgl. Mehlich (2002), Seite 221
- ↑ Vgl. Apple Ipad Informationen (2010)
- ↑ weTab.mobi (2010)
- ↑ Vgl. Schmaltz (2005), Seite 58
- ↑ Vgl. Schmaltz (2005), Seite 59f
- ↑ Vgl. Schmaltz (2005), Seite 60
- ↑ Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenkassen
- ↑ Vgl. Gabler (2010)
- ↑ Vgl. Trill (2008), Seite 64
- ↑ MCS Parametrix AG, Hersteller von eHealth-Anwendungen
- ↑ Vgl. Franke (2008), Seite 117
- ↑ 75,0 75,1 Vgl. Franke (2008), Seite 128
- ↑ Notebooks die sich durch drehbaren Bildschirm und Touchscreen als Notebook und Tablet-PC nutzen lassen
- ↑ Jäckel (2001)
- ↑ Vgl. Link (2007), Seite 15
- ↑ Vgl. Schlegel (2010), Seite 200
- ↑ Vgl. Pfügler (1999), Seite 1070
- ↑ Vgl. Bartneck et al. (2008), Seite 218
- ↑ Radio-frequency identification: Identifizierung mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen
- ↑ Siemens Gesundheit digital (2005)
- ↑ Zwickler (2009), Seite 56
- ↑ Ärztekammer Bremen (2005)
- ↑ 86,0 86,1 86,2 86,3 86,4 86,5 86,6 86,7 Vgl. BRK (2008)
- ↑ 87,0 87,1 BRK (2008)
- ↑ Medica.de (2009)
- ↑ PCV Systemhaus (2010)
8 Quellen- und Literaturverzeichnis
Monographien
| Adam (2010) | Adam, Jessika: Micromovie: Ein kreatives Medium für mobile Endgeräte, 1. Auflage, Diplomica Verlag, Hamburg 2010 |
| Bartneck et al. (2008) | Bartneck, Norbert; Klaas, Volker; Schönherr, Holger: Prozesse optimieren mit RFID und Auto-ID: Grundlagen, Problemlösung und Anwendungsbeispiele, 1. Auflage, Publicis Corporate Publishing Verlag, Erlangen 2008 |
| Bärwolff et al. (2006) | Bärwolff, Hartmut; Victor, Frank; Hüsken, Volker: andbuch It-systeme in der Medizin, 1. Auflage, Friedr. Vieweg & Sohn Verlag, Wiesbaden 2006 |
| Boetius (1996) | Boetius, Jan: Neue Wege zur Kostensteuerung im Gesundheitswesen: eine Aufgabe für die private Krankenversicherung, Verlag Versicherungswirtsch., 1996 |
| Buchsein et al. (2008) | Buchsein, Ralf; Victor, Frank; Günther, Holger; Machmeier, Volker: IT-Management mit ITIL® V3: Strategien, Kennzahlen, Umsetzung, 2. Auflage, Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden 2008 |
| Bullander (2008) | Bullander, Rebecca: MCustomer-Relationship-Management-Systeme unter Nutzung mobiler Endgeräte, 1. Auflage, Universitätsverlag, Karlsruhe 2008 |
| Bullinger et al. (1998) | Bullinger, Hans-Jörg; Wörner, Kai; Prieto, Juan: Wissensmanagement – Modelle und Strategien für die Praxis, 1. Auflage, Springer Verlag, Berlin, 1998 |
| Busse et al. (2009) | Busse, R.; Schreyögg, J.; Tiemann , O.: Management im Gesundheitswesen, 2. Auflage, Springer Verlag, Berlin, 2009 |
| Bruzzese (2008) | Bruzzese, J. Petere: Die Tricks der Windows Vista Masters, 1. Auflage, Addison-Wesley Verlag, München 2008 |
| Franke (2007) | Franke, Detlef: Krankenhausmanagement im Umbruch: Konzepte – Methoden – Projekte, 1. Auflage, Kohlhammer Verlag, 2007 |
| Gaulke (2004) | Gaulke, Markus: Risikomanagement in IT-Projekten, 1. Auflage, Oldenbourg Wissenschaftsverlag Verlag, München 2004 |
| Gerhards et al. (2007) | Gerhards, Sandra; Tauner, Bettina: Wissensmanagement. 7 Bausteine für die Umsetzung in der Praxis, 3. Auflage, Hanser Fachbuch Verlag, 2007 |
| Hensen (2008) | Hensen, Gregor; Hensen, Peter: Gesundheitswesen und Sozialstaat: Gesundheitsförderung zwischen Anspruch und Wirklichkeit, VS Verlag, 2008 |
| Hofmann (2004) | Hofmann, Rolf: Wissensmanagement in Unternehmensberatungen, 1. Auflage, Gabler Verlag, 2004 |
| Holden et al. (2009) | Holden, Paul; Munelly, Brendan: ECDL- das komplette Kursbuch für Office 2007: Zertifiziert nach Syllabus 5.0 M, 1. Auflage, Markt + Technik Verlag, München 2009 |
| Kenning et al. (2005) | Prof. Dr. Kenning, Peter; Blut, Markus: Barrieren des Wissensmanagement aus theoretischer Sicht, 1. Auflage, Gabler Verlag, 2005 |
| Laudon et al. (2009) | Laudon, Kenneth; Laudon, Jane; Schroder, Detlef: Wirtschaftsinformatik - Eine Einführung, 2. Auflage, Pearson Studium, München 2009 |
| Lehner et al. (2008) | Lehner, Franz; Wildner, Stephan; Scholz, Michael: Wirtschaftsinformatik - Eine Einführung, 1. Auflage, Hanser Verlag, Passau 2008) |
| Link (2007) | Link, Christian: Telemedizinische Anwendungen in Deutschland und in Frankreich, 1. Auflage, UTZ Verlag, 2007 |
| Mandel et al. (2000) | Mandel, Heinz; Reinamann-Rothmeier, Gabi: Wissensmanagement, 1. Auflage, Oldenbourg Verlag, 2000 |
| Matzick (2008) | Matzick, Sigrid: Qualifizierung in den Gesundheitsberufen: Herausforderungen und Perspektiven, Juventa Verlag, 2008 |
| Mehlich (2002) | Mehlich, Harald: Electronic Government. Die elektronische Verwaltungsreform Grundlagen - Entwicklungsstand - Zukunftsperspektiven: Grundlagen - Entwicklungsstand - Perspektiven, 1. Auflage, Gabler Verlag, Wiesbaden 2002 |
| Nagel (2007) | Nagel, Eckhard: Das Gesundheitswesen in Deutschland Struktur - Leistungen – Weiterentwicklung: Herausforderungen und Perspektiven, 4. Auflage, Deutscher Ärzteverlag, 2007 |
| Ortmann (2008) | Ortmann, Jürgen: Einführung in die PC-Grundlagen, 8. Auflage, Addison-Wesley Verlag, München 2003 |
| Panther (2005) | Panther, Robert: Programmieren mit dem.net Compact Framework: Pocket PC- Smartphone- Handheld, 1. Auflage, Franzis Verlag, Poing 2005 |
| Ries et al. (2004) | Ries, Al; Ries, Laura: Die Entstehung der Marken: Über die Naturgesetze der Innovation und das Überleben der Stärksten im Business, 1. Auflage, Süddeutscher Verlag, Frankfurt 2004 |
| Schlick (2008) | Schlick, Christopher M.: Ergonomie und Mensch-Maschine-Systeme, 1. Auflage, Springer Verlag,Berlin 2008 |
| Trill (2008) | Trill, Roland: Praxisbuch eHealth: Von der Idee zur Umsetzung, 1. Auflage, Kohlhammer Verlag, 2008 |
| Picot et al. (2007) | Picot, Arnold; Eberspächer, Jörg; Braun, Günter: eHealth: Innovations- und Wachstumsmotor für Europa: Potenziale in einem vernetzten Gesundheitsmarkt, 1. Auflage, Springer Verlag, 2005 |
| Schlegel (2010) | Schlegel, Helmut: Steuerung der IT im Klinikmanagement: Methoden und Verfahren, 1. Auflage, Vieweg und Teubner Verlag, 2010 |
| Zwickler (2009) | Zwicker, Falk: Ubiquitous Computing im Krankenhaus: Eine fallstudienbasierte Analyse betriebswirtschaftlicher Potenziale, 1. Auflage, Gabler Verlag, Wiesbaden 2009 |
Fachzeitschriften
| Jäckel (2001) | Jäckel, Achim: Gesundheitselematik, Telemedizin und e-Health – Deutsche und Europäische Perspektiven, in: Medizin Forum, Ausgabe 2001, Medizin Forum AG, 2001 |
| Pfügler (1999) | Pfügler, Frank: Haftungsfragen der Telemedizin, in: VerR, Ausgabe 1999, Verlag Versicherungswirtschaft GmbH, 1999 |
| Schmaltz (2005) | Schmaltz, Robert: IT-Unterstützung für das Wissensmanagement in Kooperationen, 1. Auflage, Universitätsverlag Göttingen, Göttingen 2005 |
Internetquellen
9 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| SGB | Sozialgesetzbuch |
10 Abbildungsverzeichnis
| Abbildung Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | TabletPC: Bauform Convertible |
| 2 | TabletPC: Bauform Slate |
| 3 | TabletPC: Bauform Hybrid |
| 4 | TabletPC: Bauform UMPC |
| 5 | Akteure im deutschen Gesundheitswesen |
| 6 | Aufgaben Gesundheitswesen |
| 7 | Gesundheitsausgaben |
| 8 | TOM-Modell |
| 9 | Wissensmanagement & Kompetenzen |
| 10 | Problemkreis |
| 11 | Wissensnutzung |
| 12 | Architektur für Wissensmanagementsysteme nach Maier 2004 |
| 13 | Typisch klinischer Patientenprozess |
| 14 | Telemonitoringstrukturen |
| 15 | RFID im Krankenhaus |
| 16 | Prozess der klassischen Visite |
| 17 | Prozess der klassischen Notfallaufnahme |
| 18 | Legende zur Prozessdarstellung |
| 19 | Notarzt erhält Anweisungen auf Tablet-PC |
11 Tabellenverzeichnis
| Tabelle Nr. | Tabelle |
|---|---|
| 1 | Vergleich Notebook und Tablet-PC |
| 2 | IT-Management |
| 3 | Strategische, tatktische und operative Planungen |
| 4 | Basisvorraussetzungen Tablet-PCs |
| 5 | Pilotprojekte RFID |

