Tablet Computing und die möglichen Einsatzszenarien im Business Bereich
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Fallstudienarbeit | |
| Hochschule: | Hochschule für Oekonomie & Management |
| Standort: | Essen |
| Studiengang: | Bachelor Wirtschaftsinformatik |
| Veranstaltung: | Fallstudie / Wissenschaftliches Arbeiten |
| Betreuer: | Prof._Dr._Uwe_Kern |
| Typ: | Fallstudienarbeit |
| Themengebiet: | Tablet Computing |
| Autor(en): | Emrah Güngör, Aldin Birdaini, Maik Staack |
| Studienzeitmodell: | Abendstudium |
| Semesterbezeichnung: | |
| Studiensemester: | 4 |
| Bearbeitungsstatus: | begutachtet |
| Prüfungstermin: | |
| Abgabetermin: | |
1 Abkürzungsverzeichnis
| Abkürzung | Bedeutung |
|---|---|
| ADAC | Allgemeiner Deutscher Automobil Club |
| ARM | Advanced RISC Machine |
| AT&T | American Telephone & Telegraph Corporation |
| CAD | Computer Aided Design |
| CES | Consumer Electronics Show |
| CNC | Computerized Numerical Control |
| CPU | Central Processing Unit |
| DIN | Deutsches Institut für Normung |
| Electronic-Mail | |
| GHz | Gigahertz |
| HD | High Definition |
| HDD | Hard Disk Drive |
| HSDPA | High Speed Downlink Packet Access |
| IEEE | Institute of Electrical and Electronics Engineers |
| LCD | Liquid Crystal Display |
| Mbit/s | Megabits pro Sekunde |
| ME | Millenium |
| MHz | Megahertz |
| MS-DOS | Microsoft Disk Operating System |
| LED | Light Emitting Diode |
| OS | Operating System |
| PCMCIA | Personal Computer Memory Card International Association |
| PDA | Personal Digital Assistant |
| RFID | Radio Frequency Identification |
| SDK | Software Development Kit |
| SIM | Subscriber Identity Module |
| UMPC | Ultra Mobile PC |
| UMTS | Universal Mobile Telecommunications System |
| WLAN | Wireless Local Area Network |
| VoIP | Voice over IP |
2 Abbildungsverzeichnis
| Abb.-Nr. | Abbildung |
|---|---|
| 1 | Tablet-PC |
| 2 | Entwurf des Dynabooks |
| 3 | Pencept Pen Pad-Computer |
| 4 | GRID Pad |
| 5 | Apple Newton |
| 6 | EO Communicator 440 |
| 7 | ThinkPad 750P/360P |
| 8 | Qbe Vivo |
| 9 | Tablet-PC mit Windows XP Tablet PC Edition |
| 10 | Apple iPhone |
| 11 | Resistive Technologie |
| 12 | Kapazitive Technologie |
| 13 | Convertible (Asus Eee PC T91) |
| 14 | Hybrid (Lenovo IdeaPad U1) |
| 15 | Slate (Apple iPad) |
| 16 | UMPC (OQO Model 02) |
| 17 | Eingabestift Tablet-PC |
| 18 | Eingabe Keyboard Tablet-PC |
| 19 | Eingabe Keyboard Handschrift Tablet-PC |
| 20 | Sybase Studie, Anwender Wunschfunktionalitäten für Tablet-PCs |
| 21 | Sybase Studie, Anwenderumfrage zur Produktivität von Tablet-PCs |
| 22 | Sybase Studie, Anwenderumfrage zur Produktivität von Tablet-PCs im Job |
| 23 | Sybase Studie, Befragung zu den Wunschfunktionalitäten bei Tablet-PCs |
| 24 | Tablet-PC mit der Prüfungssoftware Q-Exam |
| 25 | Geschäftsprozesse Tablet-PC |
| 26 | Traditioneller Außendienst und Geschäftsprozesse |
| 27 | Optimierte Geschäftsprozesse im Außendienst |
| 28 | Tablet-PCs für Pannenhelfer |
| 29 | Aufnehmen von statischen und dynamischen (biometrischen) Unterschriftsmerkmalen mit einem Tablet-PC |
3 Tabellenverzeichnis
| Tabelle-Nr. | Quelle |
|---|---|
| 1 | Vor- und Nachteile der resistiven Technologie |
| 2 | Vor- und Nachteile der kapazitiven Technologie |
| 3 | Vor- und Nachteile der induktiven Technologie |
| 4 | Vor- und Nachteile beim Einsatz von Tablet-PCs als Präsentationsmittel |
4 Einleitung
iPad, Multitouch, Fingerbedienung – Dies sind aktuelle Begriffe, die im Zusammenhang mit Tablet-PCs genannt werden. Tablet Computing erfährt derzeit in der Computerbranche einen großen Hype, der insbesondere durch die Veröffentlichung des Apple iPad begünstigt wird. Die Idee ist zwar nicht neu, aber der Markt für Tablet-PCs wird neu definiert. Daher versuchen viele Computerhersteller, sich an diesem zu partizipieren und entwickeln ihre eigenen Modelle. Die technologischen Entwicklungen sind vor allem in den letzten Jahren gestiegen, wodurch das Nutzenpotential solcher Tablet-PCs positiv beeinflusst wird. Die Bedienung über Multitouch-Displays, der mobile Internetzugang und die stromsparenden Hardwarekomponenten sind Präferenzen, die interessante Anwendungsfelder für Tablet-PCs eröffnen. Auch die relativ niedrigen Einführungspreise tragen zur Steigerung der Kundeninteresse bei.
Jedoch drängt sich grundsätzlich die Frage auf, wofür ein Tablet-PC geeignet ist. Denn die Computerbranche bietet vielseitige Produkte, die sich in mehreren Bereichen etabliert haben. So kann man mittlerweile auf dem Sofa mit dem Netbook im Internet surfen oder mit dem Smartphone auf Geschäftsreisen E-Mails (Electronic-Mail) abrufen. Daher muss untersucht werden, für welche Bereiche und Einsatzszenarien die Nutzung eines Tablet-PC's zweckmäßig erscheint. Die Anforderungen an die Mobilität und die Bedienbarkeit werden in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Entscheidend für die Einführung von Tablet-PCs in Unternehmen ist die mögliche Effizienzsteigerung der Geschäftsprozesse. Es muss überprüft werden, wo genau der Mehrwert von Tablet-PCs zu anderen tragbaren Endgeräten liegt.
Das Ziel dieser Fallstudie ist es daher, einen Überblick über die möglichen Einsatzszenarien von Tablet-PCs im Business Bereich aufzuzeigen. Dazu wird das Nutzenpotential auf Grundlage entscheidender Bewertungskriterien für die unterschiedlichen Geschäftsbereiche analysiert. Um ein grundlegendes Verständnis zu schaffen, werden zunächst die Begriffe „Tablet-PC“ und „Business Bereich“ definiert. Daran anknüpfend werden die technischen Präferenzen und Produktarten von Tablet-PCs zur analytischen Betrachtung des Nutzenpotentials in Geschäftsbereichen beschrieben. Anschließend werden im Hauptteil die konkreten Einsatzfelder im Unternehmen anhand verschiedener Nutzungskriterien bewertet. Zum Schluss wird auf Basis der gewonnen Informationen die zukünftigen Entwicklungschancen von Tablet Computing prognostiziert und das Ziel dieser Fallstudie zusammengefasst.
5 Grundlagen
Die Analyse und Bewertung der möglichen Einsatzszenarien für Tablet-PCs im Business Bereich erfordert zunächst die Betrachtung der Grundlagen. Somit wird ein generelles Verständnis hinsichtlich der Thematik generiert, was die Untersuchung der potentiellen Einsatzfelder unterstützt.
5.1 Begriffsdefinition
Da im Rahmen dieser Fallstudie die möglichen Einsatzfelder für Tablet-PCs im Business Bereich untersucht werden, erfolgt zunächst eine Definition beider Hauptbegriffe.
5.1.1 Tablet-PC
Tablet-PCs sind flache und tragbare Personal Computer, die von der Form einem Notizblock ähneln. Je nach Bauform können Tablet-PCs über verschiedene Eingabemöglichkeiten bedient werden, da eine physikalische Tastatur generell fehlt. Die Bauform und die Eingabemöglichkeit sind die unterscheidenden Eigenschaften, anhand der die Geräte klassifiziert werden. Hierdurch kann eine Zuordnung zu Einsatzbereichen erfolgen. Traditionelle Tablet-PCs besitzen einen Eingabestift, mit den Benutzereingaben durchgeführt werden. Moderne Tablet-PCs beherrschen Multitouch und Gestensteuerung, sodass die Benutzer diese mit den Fingern bedienen können. Die kleine Geräteform zielt auf die mobile Nutzung ab. Daher werden CPUs (Central Processing Unit) mit einer geringen Leistungsaufnahme eingesetzt, wodurch der Akkubetrieb auf mehrere Stunden ausgelegt werden kann. So werden aktuell ARM (Advanced RISC Machine)-Prozessoren, die sich durch einen kompakten und effizienten Befehlssatz auszeichnen, oder der bereits in Netbooks etablierte Atom-Prozessoren eingesetzt.[1] Ein weiteres entscheidendes Kriterium für die mobile Bedienbarkeit ist die Displaygröße und die verfügbare Auflösung. Für die stundenlange Nutzung müssen Texte gut und deutlich lesbar sein. Im Allgemeinen variiert die Displaygröße je nach Produkt zwischen 10 Zoll und 12 Zoll, das ungefähr der Größe eines DIN (Deutsches Institut für Normung) A4-Papierformats entspricht.[1] Dieses Format hat sich in der digitalen Welt als Standard durchgesetzt und fördert somit die Benutzerakzeptanz. Für die Datenübertragung verfügen Tablet-PCs über verschiedene kabellose Übertragungstechniken wie WLAN (Wireless Local Area Network) oder UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) über das Mobilfunknetz, sodass keine Einschränkungen hinsichtlich der Mobilität entstehen.[1][2] Insgesamt gewährleisten diese Eigenschaften einen flexiblen Einsatz von Tablet-PCs in verschiedenen Business Bereichen.
5.1.2 Business Bereich
Ein Business Bereich bezeichnet in dieser Fallstudie ein Tätigkeitsfeld innerhalb einer Organisation, das gekennzeichnet ist durch spezifische Geschäftsprozesse. Diese bestehen wiederrum aus einzelnen aufeinanderfolgenden Aufgaben, die unter "Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien ausgeführt werden können".[3] Da sich die Tätigkeitsfelder und die Aufgaben differenzieren, werden unterschiedliche Anforderungen an die technischen Hilfsmittel vorausgesetzt. Im Vordergrund steht in allen Bereichen die Effizienzsteigerung von Arbeitsabläufen, um den Arbeitsaufwand zu reduzieren. Folglich können Zeit und Kosten eingespart werden, was zu einem langfristigen Unternehmenserfolg führt.
5.2 Historische Entwicklung
Tablet-PCs sind keinesfalls eine neue Idee und existieren bereits seit Jahrzehnten. Die ersten Geräte wurden vorwiegend für den professinellen Einsatz im Business Bereich entwickelt. Diese waren jedoch nur begrenzt mobil einsetzbar. Die fortschreitende technologische Entwicklung führt dazu, dass die aktuellen Tablet-PCs leitungsfähiger, bedienugsfreundlicher und günstiger als die früheren Geräte werden. Daher genießen die Tablet-PCs momentan eine hohe Beliebtheit. Um die Entstehungsgeschichte nachvollziehen zu können, soll nachfolgend die zeitliche Entwicklung chronologisch beschrieben werden.
5.2.1 Entwicklung vor 2000
1968: Das erste Konzept eines Tablet-PC's beruht auf den Entwurf des Dynabooks von Alan Kay. Dessen Idee war ein tragbarer Computer mit langer Laufzeit als digitaler Notizblock für Kinder im Bildungswesen. Aufgrund der damaligen eingeschränkten technologischen Ressourcen konnte das Dynbook nicht konstruiert werden.[4] 1985: Pencept entwickelte einen Terminal-Computer (bekannt als Pen Pad-Computer), der über einen berührungsempfindlichen Touchpad bedient werden konnte. Die Benutzereingaben erfolgten mit einem Eingabestift und das ganze System beherrschte als Pioniergerät die Handschriftenerkennung. Obwohl entscheidende Eigenschaften wie Mobilität und Tragbarkeit fehlten, die heutzutage zu den beschreibenden Eigenschaften eines Tablet-PC's gehören, ebnete der Pen Pad-Computer den Weg für die nachfolgenden Generationen.[4]1989: GRID Systems veröffentlichte mit dem GRID Pad den ersten tragbaren Tablet-PC mit einem kabelgebundenen Eingabestift zur Durchführung von Benutzereingaben. Zur Dateiübertragung bzw. –speicherung verfügte das GRID Pad über ein internes Diskettenlaufwerk. Eine ebenfalls integrierte Modemkarte konnte zur Datenübertragung über das Telefonnetz genutzt werden. Zudem hatte man die Möglichkeit, über eine PCMCIA (Personal Computer Memory Card International Association)-Schnittstelle das GRID Pad zu erweitern.[5] Falls der interne Massenspeicher belegt war, konnte ein weiterer Massenspeicher über diese Schnittstelle hinzugefügt werden. Als Betriebssystem wurde MS-DOS (Microsoft Disk Operating System) eingesetzt, für das von Wang Laboratories die Anwendung Wang Freestyle entwickelt wurde. Die Anwendung ermöglichte die Erstellung von Notizen, das Kommentieren von erstellten Bildschirmausschnitten und weiteren Funktionen, die die Einsatzfähigkeit des GRID Pads für Geschäftsbereiche steigerte.[6]
1993: Apple entwickelte mit dem Apple Newton (s. Abbildung 5) einen tragbaren Mini-Computer, der sich infolge dieser Eigenschaft von den eigentlichen Tablet-PCs differenzierte. Auf diesem Grund wurde der Apple Newton bekannt als das erste PDA (Personal Digital Assistant). Über einen Touchscreen und die Fähigkeit der Handschrifterkennung konnten mit dem nötigen Eingabestift Notizen und Termine erstellt und verwaltet werden.[5][7]
Als Konkurrenzprodukt entwickelten die Unternehmen AT&T (American Telephone & Telegraph Corporation), EO und Matsushita den EO Communicator (s. Abbildung 6), dessen Ausmaße im Gegensatz zum Apple Newton die Mobilität einschränkte. Die Vorteile waren die Nutzung die Telekommunikationsdienste von AT&T und die Verfügbarkeit mehrerer unterschiedlicher Anschlussschnittstellen. Die installierten Büroanwendungen boten die flexible Verwaltung von Terminen und Informationen. Im Rahmen der Kooperation mit AT&T erhielten die Benutzer eines solchen EO Communicators ein kostenloses E-Mail-Konto.[5][8]
IBM veröffentlicht mit dem ThinkPad 750P/360P (s. Abbildung 7) ein Notebook, das über ein drehbares Display verfügt, wodurch es als Tablet-PC benutzt werden kann. Deshalb wird diese Art als Convertible bezeichnet, welches neben der Tastatur und Maus auch über einen Eingabestift bedient werden kann.[9]
5.2.2 2000 bis 2009
2000: Aqcess Technologies veröffentlichte den Qbe Vivo, der trotz der Leistungsfähigkeit eine kompakte Bauform aufweist. Die Integration in ein Netzwerk oder die Anbindung an das Internet kann kabelgebunden über Ethernet oder kabellos über einen integrierten WLAN-Chip samt Antenne erfolgen. Somit eignet sich der Qbe Vivo z. B. für die Nutzung in großen Lagerräumen, um per WLAN die Inventardaten auf einen entsprechenden Server zu übertragen, anstatt diese in mehreren Arbeitsschritten handschriftlich zu bearbeiten. Da Windows ME (Millenium) und Windows 2000 unterstützt werden, kann der Qbe Vivo in ein Windows-Netzwerk integriert werden. Das 10,4 Zoll Display begünstigt die kompakte Bauform, das über einen Eingabestift bedient werden kann. Über die eingebaute Digitalkamera kann der Benutzer Fotos oder Videos erstellen. Das ebenfalls eingebaute Mikrofon ermöglicht die Aufnahme von Sprachnotizen. Darüber hinaus eignet sich der Qbe Vivo zur Durchführung von Videokonferenzen.[10]
2002: Microsoft erweitert die bisherige Windows XP Produktserie und stellt mit Windows XP Tablet PC Edition eine für Tablet-PCs optimierte Version vor. Daher wurde die Version um die Stiftfunktionalität und die Handschriftenerkennung erweitert, sodass z. B. Notizen, E-Mails oder Kontaktdaten per Stift eingegeben werden können.[11]
2007: Mit dem iPhone veröffentlichte Apple ein Smartphone, dessen technologischen Eigenschaften den Markt für Tablet-PCs positiv beeinflusst hat. Apple konzentrierte sich bei der Entwicklung auf die intuitive Bedienung ohne Tastatur. Die integrierte Multitouch-Steuerung, für welche Apple ein Patent erhalten hat, erlaubt die bequeme Bedienung mit mehreren Fingern gleichzeitig.[12] Die Multitouch-Steuerung wird in einer vergleichbaren Umsetzungsart in Tablet-PCs, Smartphones und LCD (Liquid Crystal Display)-Monitoren eingesetzt. Internetseiten lassen sich mit den Fingern vergrößern oder Dateien in Ordner verschieben. Dadurch sinkt in einigen Anwendungsfällen die Notwendigkeit einer physikalischen Tastatur.
5.2.3 Aktuelle Entwicklung
Die Entwicklung von Tablet-PCs erfährt 2010 einer neuen Beliebtheit. Auf diversen IT-Messen, wie der CES (Consumer Electronics Show) in USA oder der Computex in Asien, haben viele namenhafte Computerhersteller ihre eigenen Modelle vorgestellt. Dabei war es ersichtlich, dass die Entwicklung der Tablet-PCs in Richtung der flachen Slate-Modelle tendiert. Dies wird auch bedingt durch das iPad, das Anfang 2010 von Apple vorgestellt wurde. Wie bereits das iPhone überzeugt das iPad durch die intuitive und reaktionsfreudige Bedienung, was die Absatzzahlen betrachtend eine hohe Kundenakzeptanz zur Folge hat.[13]
Insgesamt verfolgen die Computerhersteller das Ziel, mit der aktuellen Entwicklung von Tablet-PCs die Lücke zwischen Notebooks und Smartphones zu schließen.[14]
5.3 Aufbau und Funktionalität
Die Existenz unterschiedlicher Technologien und Hersteller führt dazu, dass sich Tablet-PCs in ihren Eigenschften differenzieren. Dies ist auch notwendig, da Tablet-PCs je nach Einsatzgebiet andere Anforderungen erfüllen müssen. Aus der Sicht der Geschäftreisenden haben die Mobilität und eine gute Netzanbindung für die ort- bzw. zeitunabhängigen Nutzung von Kommunikationsdiensten weitaus höhere Prioritäten als leitungsfähigere Modelle für die Industrie. Daraus resultierend kann der Einsatzbereich und die Benutzerakzeptanz anhängig vom Aufbau und Funktionalität eines Tablet-PCs variieren.
5.3.1 Hardware
Tablet-PCs zeichnen sich durch ihre kompakte und flache Bauform aus, die zugleich den mobilen Zweck Einsatz sicherstellen. Daher ist die Auswahl von Hardwarekomponenten notwendig, die diese Bauform begünstigen und dennoch leistungsfähig sind.
5.3.1.1 Prozessor
Entscheidend für die Akzeptanz von Tablet-PCs ist die mobile Einsatzfähigkeit, die eine flache Bauform und eine lange Akkulaufzeit erfordert. Daher wären CPUs aus dem Desktop-Bereich für Tablet-PCs nicht zweckmäßig, da die Leistungsaufnahme für den beabsichtigten Einsatzbereich zu hoch wäre. Außerdem müsste für die produzierte CPU-Abwärme ein geeigneter Lüfter oder andere Kühlmethoden installiert werden, was die flache Bauform von Tablet-PCs gefährden würde. Demzufolge müssen CPUs eingesetzt werden, die trotz einer geringen Leistungsaufnahme über ausreichende Leistung verfügen. Viele Hersteller mobiler Endgeräte setzen CPUs auf Basis der ARM-Architektur ein. Diese basieren auf einer 32-Bit-Architektur, liefern eine hohe Leistungsgeschwindigkeit und gewährleisten eine hohe Stromeffizienz.[15] So setzt Apple im iPad mit dem A4 einen selbst entwickelten ARM-Prozessor ein, der in 45 Nanometer angefertigt wird und über eine Taktfrequenz von 1 GHz (Gigahertz) verfügt.[16] Diese CPU bietet die doppelte Leistungsgeschwindigkeit als der 600 MHz (Megahertz) getaktete ARM-Prozessor im iPhone 3GS.[17] Neofonie hingegen setzt im WeTab einen Intel Atom-Prozessor ein, der mit 1,6 GHz getaktet wird.[18] Der Intel Atom-Prozessorreihe hat sich bereits im Netbook-Segment etabliert. Zudem hat Intel mit der Z600-Serie eine neue Atom-Reihe entwickelt, die besonders für den Einsatz in Tablet-PCs optimiert ist. Diese Serie ist wie der Apple A4 45 Nanometer groß und stellt den Tablet-PCs eine Taktfrequenz von 1,9 GHz zur Verfügung. Die CPU ermöglicht die Wiedergabe von Full HD (High Definition) Videostreams, was sich besonders für Videokonferenzen mit Content-Wiedergabe in Unternehmen eignen. Laut Intel sollen mobile Endgeräte mit dieser CPU eine Betriebsdauer von 10 Tagen aufweisen.[19] Je nach Bauart können darüber hinaus andere mobile Prozessoren zum Einsatz kommen.
5.3.1.2 Speicher
Die Art des Speichermediums ist ein wichtiger Faktor bei der Leistungsfähigkeit eines Computers. Bei Tablet-PCs spielt die Auswahl des Speichermediums eine entscheidendere Rolle. In Abhängigkeit von der Bauform kommen HDDs (Hard Disk Drive) oder Flash-Speicher zum Einsatz. In Convertibles werden generell wegen der größeren Baufläche HDDs als Festplatte eingebaut. Slate-Varianten wie das iPad oder das WeTab verfügen über Flash-Speicher.[20][18] Die Gründe hierfür sind die geringe Leistungsaufnahme und Wärmeentwicklung im Betrieb, die kleine Bauform derartiger Speicherzellen und die kurze Zugriffszeit.[21] Die Nachteile sind jedoch die begrenzte Anzahl an Schreib- bzw. Löschzyklen und die relativ hohen Preise für derartige Speicher. Aus diesem Grund besitzen Tablet-PCs im Vergleich zu Notebooks über weniger Speicherkapazität. Um die verfügbare Speicherkapazität zu erweitern, werden meist Eingänge für Speicherkarten eingebaut. Letztendlich überwiegen die positiven Faktoren und begünstigen die flache Bauform, was letztendlich die Einsatzfähigkeit insgesamt steigert.
5.3.1.3 Schnittstellen zur Datenübertragung
Bei der Übertragung von Daten muss beachtet werden, dass die hierfür notwendigen Schnittstellen keine große Einschränkung für die Mobilität bedeuten. Infolgedessen werden moderne Schnittstellen betrachtet, die eine kabellose Datenübertragung sicherstellen.
- Bluetooth: Bluetooth realisiert eine schnelle und problemlose Funkverbindung zwischen min. zwei Geräten zur Datenübertragung. Abhängig von der Sendeklasse kann eine Reichweite von bis zu 100 Meter überbrückt werden. Gängige Spezifikationen ermöglichen eine Netto-Übertragungsrate von bis zu 2,1 Mbit/s (Megabits pro Sekunde).[22] In der Regel wird Bluetooth zum Austausch von Dokumenten, Fotos, Videos oder Audio-Dateien zwischen mobilen Endgeräten genutzt. Für Tablet-PCs besteht sogar die Möglichkeit, eine externe Tastatur bzw. Maus per Bluetooth anzuschließen, was das Verfassen von längeren Dokumenten vereinfacht. Die Folge ist die erweiterte Einsatzmöglichkeit solcher Tablet-PCs.
- WLAN: Mit WLAN kann der Tablet-PC in das Unternehmensnetzwerk integriert werden, sodass auf netzwerkinterne Daten zugegriffen werden können. In Besprechungen können alle Teilnehmer von einem zentralen Server auf die zu besprechenden Dokumente zugreifen. Im Einzelhandel können Lagerbestände überprüft und per WLAN in eine Inventarliste auf einem Server eingetragen. Darüber hinaus ermöglicht der geographische Ausbau von öffentlichen WLAN-Zugangsstellen den Aufbau einer Internetverbindung, um so z. B. auf Geschäftsreisen auf E-Mails zugreifen zu können. Je nach IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers)-Spezifikation sind Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 600 Mbit/s und eine Reichweite von 300 Meter möglich.[23]
- UMTS/HSDPA: UMTS ist ein Mobilfunkstandard der dritten Genration. Mit der Erweiterung HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) kann eine Übertagungsgeschwindigkeit von 7,2 Mbit/s erreicht werden.[24] Aufgrund dessen wird in aktuellen Tablet-PCs ein Steckplatz für den Einsatz einer SIM-Karte integriert, mit der abhängig vom gewählten Tarif eine schnelle mobile Internetverbindung aufgebaut werden kann. Die sukzessive Erweiterung der UMTS-Verfügbarkeit vergrößert den geographischen Einsatzbereich der Tablet-PCs.[25] In Folge dessen können ohne zeitliche Einschränkung Informations-, Kommunikations- und Unterhaltungsdienste genutzt werden.
5.3.2 Touchscreen-Technologien
Da Tablet-PCs über keine Maus und Tastatur verfügen, müssen diese über native Eingabemöglichkeiten bedient werden. Die Eingabe erfolgt daher per Stift oder Finger. Die Grundlage hierfür bilden die Touchscreens, die sich im Aufbau und der Funktionsweise unterscheiden. Der Fokus wird auf solche Technologien gesetzt, deren Einsatz in Tablet-PCs für den Business Bereich geeignet sind.
5.3.2.1 Resistiv
Resistive Displays gehören zu den älteren Touchscreen-Technologien und genießen eine hohe Verbreitung in mobilen Endgeräten. Die Glasfläche ist hierbei mit einer transparenten, berührungsempfindlichen Schicht versehen. Diese besteht wiederum aus zwei leitfähigen Folien, welche über kleine Abstandshalter (sogenannte Spacer dots) voneinander getrennt sind. Die Leitfähigkeit und die Transparenz werden dadurch sichergestellt, dass beide Folien aus einer Indiumzinnoxid-Schicht bestehen.[26]
Die Ränder der äußeren Folie werden von einer Steuerungseinheit in horizontaler und vertikaler Richtung in Spannung gesetzt, sodass sich eine X- und Y-Koordinate ergibt. Sobald ein Druck auf das Display ausgeübt wird, entsteht ein elektrischer Kontakt zwischen den Folien, wobei die anliegende Spannung der oberen Folie an die innere Folie weitergeleitet wird. Die Folge ist ein Spannungsabfall am Druckpunkt, dessen Position auf der X- und Y-Achse von der Steuerungseinheit bestimmt und berechnet wird.[26][27]
Da resistive Displays rein auf Druck reagieren, kann die Eingabe mit dem Finger, Fingernagel oder mit einem Stift erfolgen. Für den Erstbetrieb müssen die resistiven Touchscreens jedoch kalibriert werden, damit die Spannungwerte an den Koordinaten richtig berechnet werden können.[26]
Tabelle 1: Vor- und Nachteile der resistiven Technologie
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
|
|
Quelle: Tom's Hardware connect.de
5.3.2.2 Kapazitiv
Kapazitive Displays gehören zu den jüngeren Touchscreen-Technologien. Wie bei resistiven Displays bildet eine berührungsempfindliche Beschichtung die Grundlage für die Funktionsweise, obwohl beide Technologien komplett unterschiedlich funktionieren.[28]
Auf der Glasfläche wird jeweils auf beiden Seiten eine transparente, leitfähige Schicht aus Metalloxid angebracht. Die Schichten sind mit Streifen versehen, die elektrisch geladen werden können. Zudem sind die Schichten zueinander versetzt. Somit einsteht ein Gitter aus Kreuzungspunkten mit der Wirkungsweise eines Kondensators. An den Eckpunkten des Displays erzeugen Elektroden eine gleichmäßige elektrische Spannung auf den Streifen beider Metallschichten. Zwischen diesen entsteht ein elektrisches Feld, das wie in einem Kondensator gespeichert wird. Da der menschlicher Körper ein elektrischer Leiter ist, ändert sich das elektrische Feld und in Folde dessen auch die Spannung an einem der Kreuzungspunkte, sobald ein Finger das Display berührt. Eine Steuerungseinheit registriert die Änderung und ermittelt die Position anhand der Koordinaten des Kreuzungspunktes.[29]
Kapazitive Displays reagieren insgesamt reaktionsfreudiger und präziser, weil diese berührungsempfindlicher sind als resistive Displays. Durch die feste Anordnung der Kreuzungspunkte ist eine Kalibrierung ebenfalls unnötig.[29]
Tabelle 2: Vor- und Nachteile der kapazitiven Technologie
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
|
|
Quelle: Tom's Hardware connect.de
5.3.2.3 Induktiv
Induktive Displays sind im Vergleich zu resistive und kapazitive Displys weniger verbreitet. Ein Einsatzgebiet neben den Tablet-PCs bilden die Grafiktablets. Die Eingabe erfolgt mit einem speziellen Stift, die durch eine integrierte Spule magnetisiert wird. Diese Magentisierung erzeugt eine Spannung.[30] Sobald der Eingabestift auf der Oberfläche bewegt wird, werden darunterliegende Sensoren mit Spannung induziert, die auf diese Weise die Eingabe registrieren.[31]
Induktive Displays reagieren auf kleinste Berührungen und eignen sich zum Beispiel für professionelle Grafiker in der Industrie zur Entwurfszeichnung neuer Maschinen. Kreative Arbeitsabläufe können somit schneller und präziser durchgeführt werden als mit einer Maus.[32]
Tabelle 3: Vor- und Nachteile der induktiven Technologie
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
|
|
Quelle: touchscreen-handy.de Softpro
5.3.3 Betriebssysteme
Die Nutzung eines Tablet-PCs muss ohne eine physikalische Tastatur und Maus funktionieren. Das Surfen im Internet, die Texteingabe oder etwa die Ausführung von Programmen müssen für den Benutzer per Eingabestift oder Finger möglich sein. Als Koordinationsinstanz zwischen den Anwendungsprogrammen und den Hardwareressourcen müssen Betriebssysteme, die auf Tablet-PCs zum Einsatz kommen, demzufolge alternative Eingabemöglichkeiten unterstützen.
Mit Windows XP Tablet PC Edition veröffentlichte Microsoft ein Betriebssystem, das speziell für Tablet-PCs entwickelt wurde. Im Prinzip handelt es sich um das für Unternehmen entwickelte Betriebssystem Windows XP Professional.[11] Für den Einsatz auf Tablet-PCs wurde die Version um die Handschriftenerkennung und Stifteingabe erweitert. Die Aktualisierung auf Windows XP Tablet PC Edition 2005 führte zu Verbesserungen dieser Eingabemöglichkeiten.[33] In Windows Vista und Windows 7 sind die Eingabefunktionen bereits standardmäßig integriert und verbessert. Eine wichtige Erweiterung ist die Gestensteuerung. Folglich braucht der Benutzer beim Lesen von langen Dokumenten den Stift nicht explizit auf den Balken führen, sondern kann durch einfache Bewegungen im Dokument navigieren. Zudem lassen sich individuelle Stiftbewegungen festlegen, sodass Funktionen einfacher und schneller ausgeführt werden können.[34] Im Gegensatz zu den vorherigen Versionen unterstützt Windows 7 die Multitouch-Bedienung, sodass Eingaben intuitiv über mehrere Finger möglich sind. Mit dem Mathematik-Eingabebereich bietet Windows 7 ein Programm zu Erkennung von handgeschriebenen mathematischen Gleichungen, die im Rahmen einer Kalkulation eingefügt werden können.[35] Microsoft möchte mit Windows Embedded Compact 7 ein auf Tablet-PCs ausgerichtetes Betriebssystem veröffentlichen, mit dem die Fingerbedienung über eine spezielle Oberfläche optimiert werden soll. Die Bedienoberfläche benutzt Silverlight, mit dem visuelle und multimediale Funktionen ausgeführt werden können.[36] Insgesamt profitieren Benutzer von der Vielzahl von Softwareprodukten, die es für Windows-Betriebssysteme gibt. Windows ist mit 92,1 Prozent das meist eingesetzte Betriebssystem, sodass Benutzer auf ihre gewohnten Anwendungen wie Microsoft Office zurückgreifen können.[37]
Als Betriebssystem setzt Apple auf dem iPad das eigenentwickelte iPhone OS (Operating System) 3.2 ein. Das iPhone OS zeichnet sich durch eine intuitive Bedienoberfläche aus. Die implementierte Multitouch-Gestensteuerung unterstützt die Bedienung mit zwei Fingern gleichzeitig. Skizzen oder Diagramme können so zur besseren Demonstration einfach und schnell vergrößert oder verkleinert werden, als die Suche und Verwendung einer Zoom-Funktion mit der Maus. Die virtuelle Tastatur erlaubt ebenfalls das Tippen mit mehreren Fingern gleichzeitig. Das mit dem iPhone OS 3.2 veröffentlichte SDK (Software Development Kit) ermöglicht den Entwicklern die Steuerungsmethode LongPress in eigene Anwendungen einzubauen, um weitere Funktionen zu realisieren.[38]
Ähnlich wie das iPhone OS bietet das von Google entwickelte Android eine intuitive Bedienoberfläche mit Multitouch-Gestensteuerung und ausreichend Funktionen für den Business Bereich.
5.4 Produktarten
Tablet-PCs zeichnen sich dadurch aus, dass sie ohne physikalische Tastatur und Maus bedient werden können. Dennoch existieren von einem Tablet-PC verschiedene Produktarten, die sich in ihrer Bauform und Eingabemöglichkeiten voneinander unterscheiden. Einige Modelle verfügen so weiterhin über eine physikalische Tastatur, um den Gewohnheiten oder Anforderungen eines Benutzers zu entsprechen. Daraus resultieren variable Einsatzmöglichkeiten, die von den vorliegenden Produktarten abhängig sind.
5.4.1 Convertible
Convertibles (engl. verwandelbar) kombinieren aufgrund ihrer Baueigenschaft zwei Gerätetypen. Generell sind Convertibles Notebooks, die daher ähnliche Leistungsmerkmale aufweisen. So verfügen Convertibles über eine herkömmliche Tastatur. Das Display lässt sich zusätzlich um 180 Grad drehen und herunterklappen, sodass ein Convertible auch als Tablet-PC genutzt werden kann. Die Eingabe erfolgt in diesem Fall über ein Stift.[39][40] Je nach Touchscreen-Technologie können einige Modelle auch mit dem Finger bedient werden.
Somit eignen sich Convertibles für mehrere Einsatzbereiche. Längere Texte können mit der Tastatur verfasst werden. Zur Bearbeitung oder Visualisierung von Grafiken kann es als Tablet-PC genutzt werden. Ein Nachteil stellt jedoch das Gewicht dar, welches gegenüber den anderen Produktarten relativ schwer ist.[40] Das längere Arbeiten im Stehen wird demnach beeinträchtigt. Convertibles galten bisher als relativ teure Business-Notebooks. Allerdings werden seit kurzem Netbooks mit einem drehbaren Display hergestellt, die auch vom Preis her attraktiver sind.
5.4.2 Hybrid
Ein Hybrid (engl. Mischform) stellt eine kombinierte Variante zwischen Convertible und Slate dar. Es kann als ein gewöhnliches Notebook mit einer physikalischen Tastatur verwendet werden. Im Gegensatz zu Convertibles wird das Display nicht gedreht und in ein Tablet-PC umgewandelt, sondern komplett aus der Verkleidung abgenommen. Auf diese Weise kann das Display als eigentständiges Slate-Tablet genutzt werden. Die Voraussetzung hierfür ist die separate Hardware, die in so einem Display verbaut ist und autark von der Notebook-Hardware läuft. Ein Beispiel für ein Hybrid ist das Lenovo IdeaPad U1 Hybrid. Sobald das Display als Tablet-PC genutzt wird, läuft mit Skylight OS eine Linux-Distribution als Betriebssystem. Dieses ist auf einem Flash-Speicher im Display installiert, der auch zur normalen Datenspeicherung verwendet wird. Für die Datenverarbeitung greift das Betriebssystem auf einen stromsparenden ARM-Prozessor zu.[41][42]
Da hybride Tablet-PCs eine neue Produktart darstellen, ist abzuwarten, wie sich die Entwicklung im Vergleich zu den anderen Produktarten verhalten wird.
5.4.3 Slate
Ein Slate (engl. Schiefertafel) ist ein flacher Tablet-PC, das nur aus einer Displayeinheit besteht. Aufgrund dieser Bauform wirkt es optisch wie ein High-Tech-Notizblock. Die essentiellen Hardwarekomponenten (Mainboard, CPU, RAM, Festplatte) befinden sich in Folge dessen hinter dem Display. Gegenüber den Desktop-PCs sind die Hardwarekomponenten in einem Slate im Vergleich nicht so leistungsfähig, dafür aber stromsparender. Da Auf ein optisches Laufwerk und auf eine physikalische Tastatur müssen die Benutzer standardmäßig bedingt durch die kompakte Bauform verzichten. Die Eingabe erfolgt prinzipiell mit einem Stift oder mit den Fingern. Einige Modelle bieten die Möglichkeit, über eine Dockingstation zusätzlich eine Tastatur anzuschließen.[43] Da Bluetooth mittlerweile zur Standardausstattung gehört, können auf diese Weise ebenfalls Tastaturen an ein Tablet-PC angeschlossen werden.
Slates eignen sich wegen der flachen und kompakten Bauform und den stromsparenden Hardwarekomponenten für Arbeiten, die ein längeres Stehen erfordern.[43] Ein typischer Vertreter dieser Bauform ist das Apple iPad.
5.4.4 UMPC
Ein UMPC (Ultra Mobile PC) ist generell ein kleiner Tablet-PC. Solche Geräte wiegen ungefähr 800 Gramm und haben eine Displaygröße von ca. 7 Zoll. Die Ausmaße betrachtend bilden UMPCs eine Produktart zwischen Subnotebook und PDA. Bedient werden diese über das Touchscreen mit einem Eingabestift oder mit dem Finger. Ferner werden Ausprägungen differenziert, die zusätzlich zum Touchscreen über eine physikalische Tastatur bedient werden können. Als Betriebssystem kommen vollwertige Windows-Versionen mit einer speziellen Bedienoberfläche zur intuitiven Bedienung zum Einsatz.[44] Wie bereits unter 5.3.3 Betriebssysteme erwähnt, profitieren Benutzer von der gewohnten Windows-Umgebung und können ihre typischen Windows-Anwendungen nutzen.
Aufgrund ihrer geringen Größe eignen sich UMPCs als mobiler Begleiter für Geschäftsreisende, die eben schnell ihre E-Mails abrufen oder Dokumente bearbeiten müssen. Notebooks sind im Vergleich weniger tragbar und besser geeignet für das Arbeiten im Sitzen.
6 Mögliche Einsatzszenarien im Business Bereich
Tablet-PCs bieten durch ihre tragbare Form und stift- und touchbedienbaren Möglichkeit eine Reihe von Vor- und Nachteile für unterschiedlichste Einsatzzwecke im Business Bereich.
Im folgenden Abschnitt werden anhand von grundlegenden Nutzungskriterien die qualitativen sowie quantitavien Nutzungsaspekte der Tablet-PCs anhand der wichtigsten Business Bereiche vorgestellt. Abschließend wird zu jedem Bereich ein Fazit beschrieben, in welchem die Pro- und Kontra-Argumente beurteilt werden.
6.1 Potentielle Nutzungskriterien
Um mögliche Einsatzszenarien für Tablet-PCs im Business Bereich definieren bzw. entwerfen zu können, erfolgt die Bewertung der Tablet-PCs auf Grundlage folgender Nutzungskriterien:
- Bedienbarkeit
- Mobilität
- Ergonomie
- Effizienz
- Verarbeitung
Dabei richtet sich die Vorgehensweise für die Bewertung der möglichen Einsatzszenarien nach den jeweiligen Gegebenheiten sowie Besonderheiten in den einzelnen Business Bereiche, für die die Tablet-PCs zum Einsatz kommen.
6.1.1 Bedienbarkeit
Die Bedienung eines Tablet-PC’s grenzt sich zu anderen mobilen Endgeräten durch die Benutzung eines Eingabestiftes (s. Abbildung 17) oder der Direkteingaben mit den Fingern auf dem Display ab. Da Tablet-PCs keine Tastatur besitzen, müssen die gewünschten Zeichen über eine eingeblendete Bildschirmtastatur (s. Abbildung 18) per Eingabestift oder Finger eingegeben werden. Diese Möglichkeit eignet sich für Tablet-PC-Einsteiger und der Eingabe von spezielle Tastenkombinationen, wobei jedoch die Geschwindigkeit bei der Fließtext-Eingabe gering ist.[45]
Eine zweite Möglichkeit ist die zeichenweise Erkennung von Handschrift, bei der die Zeichen in einem Blockbereich auf dem Display eines Tablet-PC's geschrieben, Zeichen für Zeichen identifiziert und in Computerschrift umgewandelt werden.[45]
Die dritte Möglichkeit zur Bedienung eines Tablet-PC’s ist die Analyse und Umwandlung der eigenen Handschrift in Computerschrift (s. Abbildung 19). Dabei werden die handschriftlich geschriebenen Wörter vom Tablet-PC erfasst und durch zusätzliche Interpretationsmechanismen effizient umgewandelt. Hierzu muss jedoch die handschriftliche Eingabe soweit wie möglich an dem Erkennungsmuster des Tablet-PC’s trainiert werden, sodass eine automatisierte Erkennung bzw. Autovervollständigung durch den Tablet-PC erfolgen kann.[45]
Die letzten beiden Eingabe-Methoden erlauben nicht die Eingabe von Tastenkombinationen, z. B. Strg-C. Hierfür muss die Bildschirmtastatur eingesetzt werden. Die Umschaltung zwischen den drei Eingabe-Modi geschieht per Klick auf zusätzliche Felder.
Eine Besonderheit bildet hierbei die Tablet-PC Bauform convertible. Dabei hat der Benutzer die gleiche Bedienungsmöglichkeiten wie bei einem Notebook. Insbesondere eine Tastatur und ein Display, welche sich um 180 Grad drehen sowie anschließend mit dem Bildschirm nach oben über die Tastatur klappen lässt. Dadurch kann der convertible mit dem Eingabestift wie ein Notizblock benutzt werden und erleichtert die Bedienung.
All die zuvor beschriebenen Bedienmöglichkeiten eines Tablet-PC’s bieten eine Reihe von Vor- und Nachteilen für den effizienten Einsatz eines Tablet-PC’s im Business Bereich. Das Nutzungskriterium Bedienung definiert hierbei die flexible Erfassung und Bearbeitung von Datenmengen mit Hilfe eines Tablet-PC’s und den daraus resultierende Nutzen.
Unterbewertungskriterien, welche hauptsächlich als Grundlage für das Nutzungskriterium Bedienung analysiert werden, sind: Effizienz, Komfortabilität und Nutzen der Bedienung.
6.1.2 Mobilität
Die Anforderungen an Mobilität in der Wirtschaft, insbesondere im Business Bereich, werden in den kommenden Jahren weiter zunehmen, sodass jede Arbeitserleichterung zur Optimierung von Arbeitsabläufen zur Folge hätte.[46]
Als primäre Nachfrager nach Tablet-PCs sind Branchen, in denen Mitarbeiter mit der Stifteingabe vertraut, oder dort, wo viele Papierformulare auszufüllen sind, um sie anschließend zu digitalisieren. Gründe dafür sind unter anderem die Flexibilität, die tragbare und leichte Form und die unterschiedlichen drahtlosen Übertragungstechniken der Tablet-PCs, welche die Mobilität erhöhen.[46]
Für die Analyse des Einsatzes von Tablet-PCs in den folgenden Business Bereichen bewertet das Nutzungskriterium Mobilität die tragbare Erfassung und Digitalisierung von Daten und die daraus resultierenden Vor- und Nachteile.
6.1.3 Ergonomie
Ein wesentlicher Hauptfaktor für den Kauf von Tablet-PCs für Unternehmen im Business Bereich stellt die Ergonomie dar. Die Ergonomie beschreibt im erweiterten Sinne „die optimalen Gestaltung von Arbeitssystemen in Bezug auf die Abstimmung zwischen Mensch, Maschine und Arbeitswelt“.[47]
Für den Einsatz der Tablet-PCs im Business Bereich bedeutet es eine optimale Anpassung der Tablet-PCs für die menschlichen, körperlichen Gegebenheiten unter mobilen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten bzw. Einsatzzwecken zu erreichen. Um eine eindeutige Bewertung des Nutzungskriteriums für Tablet-PCs für die einzelnen Business Bereiche treffen zu können, müssen die verschiedenen und bereits beschriebenen Geräteformen eines Tablet-PC's in Betracht gezogen und miteinander verglichen werden. Dabei stellen die Kriterien Tragbarkeit, Display und Anpassungsfähigkeit eines Tablet-PC's die Grundlage für die Bewertung der Ergonomie für die einzelnen Business Bereiche dar.
6.1.4 Effizienz
Die Effizienz ist ein „Beurteilungskriterium, mit dem sich beschreiben lässt, ob eine Maßnahme geeignet ist, ein vorgegebenes Ziel in einer bestimmten Art und Weise (z. B. unter Wahrung der Wirtschaftlichkeit) zu erreichen.“[48]
Im Bereich der Informationsbearbeitung lässt sich Effizienz mit Table-PCs bei der Erfassung, Verwaltung und Suche von Informationen sowie der beschleunigten Verarbeitung von Dokumenten erreichen.[49]
Für die Business Bereiche erreicht man die Effizienz mit Tablet-PCs u. a. bei Produktivitätsverbesserungen und Arbeitszufriedenheit durch die flexible Bedienung.[50] Bei der Bewertung der Effizienz in den folgenden Business Bereichen wird der Fokus hauptsächlich auf die mögliche Zeiteinsparung bei der Erfassung, Verwaltung und Informationssuche mit den Tablet-PCs Wert gelegt.
6.1.5 Verarbeitung
Hauptschwerpunkte für das Beurteilungskriterium Verarbeitung in der folgenden Fallstudie für Tablet-PCs sind zum einen hardwaretechnische Aspekte, welche die Robustheit eines Gerätes erhöhen und zum anderen die Sicherheit sowie die Datenverfügbarkeit. Dazu zählen u. a. das Gehäuse, Displaydeckel, spezielle Schutzmechanismen für Festplatten[51], Fingerabdrucksensoren sowie Angaben über die erlaubte Höhe für den freien Fall und Tropfwasserschutz je nach Einsatzgebiet. Dabei ist hierbei zu erwähnen, dass nicht alle oben genannten Merkmale für die einzelnen Business Bereiche zur Bewertung hinzugezogen werden, sondern sich die Bewertung auf ausschließlich für die einzelnen Bereiche interessanten Verarbeitungsaspekten bezieht.
6.2 Unternehmen
Tablet-PCs ermöglichen durch ihren einfache Bedienung, mobilen Einsatz und je nach Modell robuste Funktionalität eine Reihe von Einsatzszenarien im Unternehmensumfeld, welche in dem folgenden Kapitel beschrieben werden.
Laut einer aktuellen und durch die neue SAP-Tochterfirma Sybase, einem Anbieter von Unternehmens- und Mobility-Software, in Auftrag gegebenen und von der Zogby International, einem Marktforschungsdienstleister durchgeführten Online-Studie[52] zu der Frage warum Anwender sich ein Tablet-PC wie das iPad zulegen und wofür sie es nutzen würden, gaben mit 52,3 Prozent der Befragten (s. Abbildung 20) an, die für die Arbeit nötigen Daten auch mobil immer im Zugriff haben zu wollen.[53]
Eine weitere Hauptaussage der Untersuchung betraf die Frage, ob Anwender durch die Nutzung von Tablet-PCs in Ihrer Arbeit produktiver würden. Hierbei gab genau die Hälfte der Befragten an, dass dies bei Ihnen zutrifft und 24,9 Prozent der Antwortenden (s. Abbildung 21) glauben sogar, dass das iPad und vergleichbare Geräte die Produktivität der Nutzer steigern würden. [53]
Interessant ist die Meinung von zwei Drittel der Befragten (s. Abbildung 22), dass ein verstärkter Zugriff via Mobiltelefon sie produktiver und im Job besser machen würden. Die Frage lautete, welche Auswirkungen es hätte, wenn Anwender über ihren Mobil-Client doppelt so viele Daten und Unternehmensanwendungen nutzen könnten als bislang möglich. Eine geringere Produktivität sowie eine schlechtere Arbeitsleistung wegen der extensiveren Nutzung des Handys als Business-Client befürchten hier lediglich 2,3 Prozent.[53]
Die Hauptfunktionalitäten der Befragten, welche sie sich für ihr Mobiltelefon und Table-PC wie das iPad wünschen, sind mit 27 Prozent an erster Stelle (s. Abbildung 23), der Wunsch auf dem Mobiltelefon Filme und Videos sehen und an die IT des Unternehmens andocken zu können. Fast ein Viertel möchte Zeitungen auf dem Mobil-Client lesen und sonstige Online-News recherchieren. Nur gut zehn Prozent will sich hingegen über das Handy in soziale Netze verbinden. [54]
Entnommen aus: sybase-studie- Abbildung 20: Sybase Studie, Anwender Wunschfunktionalitäten für Tablet-PCs | Entnommen aus: sybase-studie Abbildung 21: Sybase Studie, Anwenderumfrage zur Produktivität von Tablet-PCs |
Entnommen aus: sybase-studie Abbildung 22: Sybase Studie, Anwenderumfrage zur Produktivität von Tablet-PCs im Job | Entnommen aus: sybase-studie Abbildung 23: Sybase Studie, Befragung zu den Wunschfunktionalitäten bei Tablet-PCs |
Zusammenfassend lässt sich laut den Befragung der Zogby International feststellen, dass sich fortlaufend ein Trend entwickelt, in welchem Geschäftsprozesse durch Tablet-PCs verwaltet bzw. gesteuert werden. Aus diesem Grund werden in den folgenden Kapiteln mögliche Einsatzszenarien anhand der oben beschrieben Nutzungskriterien mit ihren Vor- und Nachteilen beschrieben und bewertet.
6.2.1 Projektmanagement
„Das Projektmanagement umfasst die Organisation, die Projektleitung, unterschiedliche Instrumente und Techniken sowie die notwendigen Funktionen (Planung, Kontrolle, Steuerung) zur Durchführung eines Projektes“. [55]
Die zentrale Frage, welche sich hierbei stellt ist, wie erreicht man mit Tablet-PCs anhand der zuvor beschriebenen Nutzungskriterien eine unterstützende Funktion bei der Organisation und Durchführung von Projekten, in welcher die Planung, Kontrolle, Steuerung erleichtert wird. Dazu werden Einsatzszenarien bei der Projektplanung und Projektmeetings sowie Projektdurchführung und Projektkontrolle anhand der zuvor beschrieben Nutzungskriterien bewertet.
6.2.1.1 Projektplanung und Projektmeetings
Um ein Projekt erfolgreich planen zu können, müssen gewisse Vorgänge und Meilensteine definiert und in einer zeitlichen Abfolge durchgeführt werden. Darüber hinaus sind u. a. Ressourcen und Kosten sowie Termine zu planen und einzuhalten. [56]
Für diesen Zweck müssen u. a. in der Vorbereitungsphase eines Projektes, Ideen beschrieben, Durchführbarkeitsstudien unternommen oder Basisinformationen gesammelt werden. Hierbei lassen sich einige mögliche Einsatzszenarien von Tablet-PCs festlegen, die in der Vorbereitungsphase eines Projektes unterstützend mitwirken können.
Nimmt man sich das Kriterium Bedienbarkeit zur Grunde, ist hierbei ein deutlicher Vorteil bezüglich der Erfassung von Daten in Projektmeetings, wie beispielsweise beim Kick-Off-Meeting auf den Tablet-PCs anstelle der Erfassung der Daten auf Notizblöcken festzustellen. Zum einen können auf langfristige Sicht Papier- und Durckkosten gespart werden und zum anderen Daten automatisch archiviert, bearbeitet und an die entsprechenden Stellen unverzüglich per E-Mail weitergeleitet werden. Hierfür stehen eine Vielfalt von Software für Tablet Computing zur Verfügung, um Projekte planen und durchführen zu können. Zum Beispiel unterstützt die Software Mindmanager bei der effektiven Ideenfindung, Meeting-Organisation, Projekt-Planung sowie Kommunikation im Unternehmen und steigert durch Zeiteinsparungen die Produktivität im täglichen Business-Alltag. Dabei lässt sich Mindmanager zusätzlich mit den Office Anwendungen (Word, PowerPoint, Outlook) und Microsoft Project integrieren, wodurch Business-Anwendern ermöglicht wird, zudem ihre Office-Produktivität und effiziente Teamarbeit entscheidend zu verbessern. [57]
Eine Effizienzsteigerung während Projektmeetings lässt sich mit folgenden Aktivitäten bzw. Tablet-PC-Funktionalitäten und Tablet–PC-Software erreichen:[58]
- Direkte Erstellung, Priorisierung und Aktualisierung von Aufgaben, welche während eines Meetings hinzugekommen sind bzw. besprochen wurden.
- Konfiguration von Erinnerungsmechanismen für Punkte/Meilensteine/Deadlines, die während des Meetings festgelegt wurden, beispielsweise in Outlook.
- Verfügbarkeit von wichtigen Dokumenten oder E-Mails, die während des Meetings aufgerufen werden können.
- Falls WLAN verfügbar ist, können Mitarbeiter über wichtige Punkte direkt informiert werden.
Die handschriftliche Eingabe von Zeichen auf dem Tablet-PC ist jedoch, wie zuvor erwähnt, ein zeitintensiver und gewöhnungsbedürftiger Akt, der zunächst einmal von Mitarbeitern einstudiert werden muss, wobei man jedoch hierbei durch den Einsatz von Convertibles, in welchen eine Tastatur und ein Touchdisplay integriert sind, entgegenwirken kann.
Durch den deutlichen Gewichtsvorteil eröffnen Tablet-PCs Projektmitarbeitern einen erheblichen mobilen Einsatz, da sie Tablet-PC problemlos zu jedem Projektmeeting mitnehmen können und die notwendigen Daten zentral auf einem mobilen Gerät verfügbar sowie jederzeit aufrufbar haben. Als Nachteil ist hierbei zu erwähnen, dass ein Tablet-PC nur begrenzte Akkubetriebszeiten besitzt und dadurch abhängig von Stromquellen ist.
Bei der Verwendung von Tablet-PCs in der Projektplanung und in Projektmeetings sind robuste und wasserdichte Gehäuse nicht erforderlich, da diese hauptsächlich Verwendung in Besprechungs- oder Büroräumen Anwendung finden.
6.2.1.2 Projektkontrolle und Projektsteuerung
Effektive und in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführte Kontrollen in einem Projekt sind unerlässlich für die Erreichung der Projektziele. Mit Hilfe der Projektkontrolle behält der Projektleiter einen Überblick über sämtliche projektrelevanten Aktivitäten. Dadurch besitzt er die Möglichkeit, rechtzeitige Entscheidungen bei kritischenoder ausserplanmäßigen Ereignissen zu treffen bzw. im Rahmen der Projektsteuerung geeignete Maßnahmen zu ergreifen.[59]
Die zentrale Frage bezüglich des Einsatzes von Tablet-PCs bei der Projektkontrolle und Projektsteuerung ist: Ist es möglich mit Tablet PCs komplexe Projekte kontrollieren und steuern zu können?
Ein Projektleiter muss in ständigem Kontakt mit Auftraggebern, Anwendern, Ausschüssen und dem Projektteam stehen. Er hat als zentrale Aufgabe die Überwachung und Steuerung des Gesamtprojektes[60]. Daraus resultierend muss er bei Projektänderungen schnell reagieren können und ständig mobil sein. Hierfür bieten Tablet-PCs eine Reihe von Vorteilen in der Bedienung, Mobilität und Ergonomie an, um unterstützend und flexibel zur Seite zu stehen. So sind wesentliche Punkte bei der Bedienung, dem Zugriff und der Suche von Daten auf dem Tablet-PC zu erwähnen. Zum einen sind mehr Daten zentral verfügbar und zum anderen können Tablet PCs aufgrund ihrer kompakten Form und deren Gewichtsvorteil auf jeder Geschäftsreise mitgenommen werden. Durch zusätzliche Software erhält er ständigen Überblick über die Einhaltung von Terminzielen und den Stand der jeweiligen Projektteilnehmern. Da Tablet PCs teilweise auch UMTS bereitstellen, wie z. B. das Lifebook T4310 UMTS von Fujitsu[61], ist er ständig online und kann E-Mails abrufen und verfassen. Wobei jedoch hier ein wesentlicher Nachteil bei den Kosten solcher Geräte liegt, dass sie im Vergleich zu anderen Geräten relativ hoch sind.
6.2.1.3 Fazit
Tablet PCs bieten eine Reihe von Vor- und Nachteilen bei der Verwendung im Projektmanagement, die sich im Wesentlichen auf die mobilen Eigenschaften und Flexibilität der Geräte zurückführen lassen. Jedoch stellt sich hierbei konsequent die Frage: Wieso verwendet man kein Notebook? Ein Notebook ist auch mobil und flexibel und hat im gewissem Masse die selben Funktionalitäten wie ein Tablet-PC.
Dies mag zwar im gewissem Masse stimmen, jedoch sind hierbei wesentlich andere Aspekte, die gegen einen Notebook und für einen Tablet-PC während Projektmeetings, Projektplanungsphasen, bei der Projektkontrolle und Projektsteuerung sprechen:
- Diskretion: Projektteilnehmer neigen öfters dazu, während Projektmeetings auf ihr Notebook zutippen und unbeantwortete E-Mails aus anderen Projekten/Mitarbeitern recht zügig beantworten zu wollen und vergessen ganz nebenbei das Projektmeeting. Dies ist so bei Tablet-PCs nicht gegeben. Durch die stiftbasierte/handschriftliche Eingabe von Wörtern auf dem Tablet-PC ist es im gewissem Masse gleichzusetzen, als wenn ein Mitarbeiter auf einem normalen Notizblock Punkte verfasst. Der Fokus wird hierbei letztendlich auf die Erfassung von Daten per Stift gelegt und ermöglicht eine verbesserte Konzentration des Projektteilnehmers auf das Meeting.[62]
- Kommunikationsbarrieren: Stellt man ein Notebook zentral auf den Tisch, sodass dieser aufgeklappt die Sicht zu den übrigen Projektmitgliedern während der Meetings behindert, können Mitarbeiter teilweise nicht vollständig gesehen werden. Dies führt dazu, dass während Meetings Mimiken/Gestiken und Bewegungen von Projektteilnehmern nicht gesehen werden, was zu Verständnisschwierigkeiten führen kann.[62] Bereits Paul van Watzlawick beschreibt dieses Phänomen mit seinem 4. kommunikationspsychologischem Axiom "Digitale und analoge Kommunikation", welches besagt, dass neben dem "Mit-Einander-Sprechen" auch die Körpersprache, Gestik und Mimik, die Körperhaltung, die Sprechweise und der gesamte weitere Kontext zu berücksichtigen ist, wobei gerade die nichtsprachlichen analogen Elemente die beziehungssemantischen und damit die Beziehungsaussagen tragenden sind. Die Berücksichtigung dieser analogen Kommunikation dient zur besseren Deutung der inhaltlichen und sprachlichen Aussage."[63]
Weiterhin werden dem Projektleiter durch zusätzliche Software und integrierten Mobilfunkstandards im Tablet-PC für den Onlinezugriff, wie beispielsweise HSDPA oder UMTS, unterstützende Hilfsmittel für die Überwachung und Kontrolle von Projekten zur Verfügung gestellt. Hierbei stellt sich jedoch abschließend die Frage, ob sich die Anschaffung von Tablet-PCs lohnt, da diese im relativen Kostenvergleich zu anderen Tablet-PCs hoch sind.
Abschließend lässt sich für das Projektmanagement sagen, dass Tablet-PCs für die Projektverwaltung und Projektdurchführung durchaus ihre Verwendung finden können, wenn sie effektiv in Projektmeetings eingesetzt werden und mit zusätzlicher Projektmanagementsoftware ausgestattet sind. Eine komplette Durchführung von Projekten über Tablet PC's ist hierbei als kritsich anzusehen, da man hierbei zunächst einmal die Kostenfrage bezüglich der Anschaffung berücksichtigen und abwägen muss, ob sie sich für diese Geräte lohnt und ob die Kosten im bestehenden Projektbudgetrahmen liegen.
6.2.2 Geschäftskommunikation
Der Einsatz von modernen Kommunikationsmittel in Unternehmen nimmt eine immer größer werdende Bedeutung in der Unternehmenswelt an. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Redshift Research unter 1600 kleinen und mittleren Unternehmen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Türkei, Polen und Russland haben deutsche mittelständische Unternehmen im Vergleich zu den anderen Euro-Ländern die meisten Geschäftskontakte im Ausland.[64]
Die Studie wurde vom Dienstleister Skype in Auftrag gegeben, welcher die gleichnamige VoIP (Voice-over-IP) basierende Kommunikations- und Instant-Messaging-Software Skype anbietet.
Dabei ergab die Studie, dass 64 Prozent aller Befragten (60 Prozent der deutschen Unternehmen) mindestens einmal die Woche mit Geschäftspartnern aus anderen Ländern und 24 Prozent sogar einmal täglich (20 Prozent der deutschen Unternehmen) kommunizieren. Mehr als 90 Prozent haben Geschäftskontakte in mehr als nur einem anderen Land und 15 Prozent pflegen Geschäftskontakte in mehr als sechs Ländern, wobei hier wiederrum die 25 Prozent der deutschen Unternehmen regelmäßig beruflichen Kontakt mit Menschen aus mehr als sechs Ländern haben.[64]
Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass die deutschen mittelständischen Unternehmen trotz der besten Vernetzung im Ausland bei der Nutzung moderner Kommunikationstechnologien und -dienste weit zurückliegen. Während die Befragten europaweit Skype (49 Prozent) als ihr bevorzugtes Kommunikationsmittel nannten, benutzen in Deutschland nur 34 Prozent Skype. Vergleichsweise ähnlich sieht es auch bei anderen modernen Kommunikationsformen aus. Nur 11 Prozent nutzen Social Networking und Web-2.0-Plattformen wie Xing, Facebook oder Twitter, um internationale Kontakte in ihrem Business-Netzwerk zu pflegen und auszubauen. Der eurpäische Durchschnitt liegt mit 21 Prozent fast doppelt so hoch. Weiterhin passt das Ergebnis zu der Tatsache, dass 56 Prozent der Deutschen immer noch klassische Audio-Telefonkonferenzen nutzen, während dies nur 40 Prozent der Europäer tun.[64]
Als abschließende Erkenntnis der Studie ist hierbei zu nennen, dass Geschäftsreisen immer weiter abnehmen und moderne Techniken in Geschäftskommunikation immer mehr an Bedeutung zunehmen, da Geschäftspartner zunehmend in der ganzen welt verstreut sind und Reisebudgets wegen der Wirtschaftskrise gekürzt werden. 40 Prozent der Befragten gaben zu, dass sie selbst oder ihre Angestellten in der Vergangenheit zu persönlichen Treffen gereist waren, die sie im Nachhinein als unnötig empfunden haben. In Deutschland sind sogar 47 Prozent dieser Meinung.[64]
Zusammenfassend lässt sich somit anhand der Studie verdeutlichen, dass zum einen Deutschland beim Einsatz modernen Kommunikationsmitteln im europäischen Vergleich zurück liegt und zum anderen, dass moderne Kommunikationsmittel im Ausland immer mehr an Bedeutung zunehmen. Dabei stellt sich bezogen auf die Fallstudie die Frage, welche Bedeutung Tablet-PCs in diesem Fall bei der Geschäftskommunikation einnehmen können und ob diese anhand den zuvor definierten Nutzungskriterien für Geschäftskommunikationen geeignet sind. Hierfür werden im folgenden Kapitel die Felder Präsentationsmittel, Schulung und Personalgespräche als Geschäftskommunikationsdisziplinen für den Einsatz von Tablet-PCs analysiert.
6.2.2.1 Präsentationsmittel
Präsentationen sind in der heutigen Zeit für Manager und Mitarbeiter kaum wegzudenken. Ob beim Einsatz in Produktvorstellungen oder interner Kommunikation im Unternehmen unterstützen Präsentationen die Gedankengänge des Präsentierenden in bildlicher und schriftlicher Form.[65]
Beim Einsatz von Tablet-PCs als Präsentationsmittel ergeben sich eine Reihe von Vor- Nachteile, die für eine gelungen Präsentation ausschlaggebend sein können.
Einen Überblick soll die folgenden Tabelle wiedergeben:
Tabelle 4: Vor- und Nachteile beim Einsatz von Tablet-PCs als Präsentationsmittel
| Nutzungskriterium | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Bedienbarkeit |
|
|
| Mobilität |
|
|
| Ergonomie |
|
|
| Effizienz |
| |
| Verarbeitung |
|
|
Der Hauptvorteil beim Einsatz von Tablet-PCs in Präsentationen ist die Flexibilität, die während des Präsentationsvortrags zum Vorschein kommt. Dabei kann der Vortragende einzelne Punkte direkt markieren und Zeichnungen sowie zusätzliche Punkte hinzufügen.[65]
Weiterhin sind Tablet-PCs mit Standardbetriebssystemen und -anwendungen ausgestattet, beispielsweise mit Word, Excel und PowerPoint, die ebenfalls über den digitalen Stift gesteuert werden können. Darüber hinaus können Dokumente auf das Tablet geladen und wie ein Papierausdruck bearbeitet werden. Das Dokument bildet dabei nur den Hintergrund für die Beschreibung, die in einem Grafik-Format (z. B. TIFF) gespeichert werden können. Lehrende können auf diese Weise Arbeiten der Studierenden mit handschriftlichen Vermerken versehen, ohne Stapel von Ausdrucken hin und her zu bewegen.[66]
6.2.2.2 Schulung
Der Einsatz von Tablet-PCs in Schulungen findet zur Zeit hauptsächlich in E-Prüfungssystemen statt. Als Beispiele wären hierbei die theoretischen Fahrererlaubnisprüfungen in einigen Fahrschulen[67] und den technischen Überwachungsvereinen zu nennen. Weiterhin das E-Prüfungssystem "Q-Exam" der Firma Codiplan, welche die elektronische Prüfung bei Klausuren in Universitäten, wie der Medizinischen Hochschule Hannover, mittels WLAN und Tablet-PC bereitstellt. Dabei verfügt das WLAN der Hochschule Hannover über 3 Access-Points für max. 165 Tablet-PCs, welche mit Eingabestift bedient werden. Größere Studiengruppen werden geteilt, sodass nacheinander bis zu 320 Studierende geprüft werden können. Die von den Prüflingen in die Prüfungssoftware eingegebenen Antworten überträgt das WLAN an einen mobilen Prüfungsserver, auf dem die zentrale Speicherung und Auswertung der Daten erfolgt.[68]
6.2.2.3 Personalgespräche
Eine der wichtigsten Aufgaben des Personalwesens ist die Auswahl geeigneter Mitarbeiter für das Unternehmen. Die Herausforderung ist hierbei die geeignete Person innerhalb eines Bewerberfeldes zu finden, deren Fähigkeiten und Eigenschaften die höchstmögliche Passung mit den Anforderungen der gesuchten Position aufweist. Bestimmte Eigenschaften, wie beispielsweise Teamorientierung oder Führungsqualität lassen sich nicht so einfach messen. Vielmehr benötigen Personalverantwortliche für eine gesicherte Entscheidung Messinstrumente, die alle relevante Fähigkeiten und Persönlichkeitseigenschaften verlässlich Erfassen können.[69]
Hierbei stellt sich die Frage: Wie kann die Erhebung und Verwaltung der Bewerberdaten effizienter gestaltet und gleichzeitig die Außenwirkung des Unternehmens auf den Bewerber verbessert werden? Eine mögliche Antwort auf diese Frage liefern computergestützte Vorgehensweisen, wie beispielsweise das E-Recruitment und E-Assessment. Dabei lassen sich beide Begriffe unter das digitale Personalmanagement untergliedern, in welchem angefangen durch digitale Bewerbungen in online geschalteten Stellenanzeigen, Online-Spielen (sog. Serious Gaming) und Simulationen erste Bewerbermassen gefiltert werden. Wird der Bewerber vom Unternehmen eingeladen, erwarten ihn immer häufiger computerbasierte Arbeitsproben, Planspiele und Simulationstests oder computerisierte Persönlichkeits- und Kompetenztests.[69]
Dabei liegen die Vortiele des digitalisierten Personalmanagements aus wirtschaftlicher sich vor allem in einer ökonomischeren Datnverwaltung. Zentrale Verwaltungsmöglichkeiten erlauben weiterhin einen schnelleren Zugriff auf Bewerberdaten und deren flexibleren Weiterverarbeitung. Gleichzeitig lassen sich Bewerber einfacher vergleichen, beispielsweise im Hinblick auf ausgesuchte Kriterien oder Kennzahlen.[69]
Im Hinblick auf die Fallstudie stellt sich hierbei konsequenterweise die Frage, wie Tablet-PCs den einzelnen Prozessen des digitalisierten Personalmanagements anhand den zuvor definierten Nutzungskriterien im Kapitel 6.1 unterstützend zur Seite stehen können?
Hierfür lassen sich zwei mögliche Einsatzgebiete definieren, in welchen bereits Tablet-PCs im Personalmanagement eingesetzt werden:[70]
- Tablet-PC im Assessment Center
- Tablet-PC im Einstellungsinterview
Als Beispiel für den Einsatz von Tablet-PCs in Assessment Centern kann das Beratungsunternehmen kibit GmbH genannt werden. Die kibit GmbH ermöglicht bereits mit ihrer Tablet-PC Software KI.PAT einen effizienten Einsatz von Tablet-PCs in Assessment Centern. Dabei werden mit Hilfe der Software auf dem Tablet-PC Beobachtungs- und Bewertungsaufgaben vorbereitet und durchgeführt.[70][71]
Nimmt man sich nun dieses Szenario als Beispiel, lassen sich folgende Vor- und Nachteile anhand den zuvor definierten Nutzungskriterien feststellen:
Bei dem Einsatz von Tablet-PC im Assessment Center erhält jeder Assessor einen eigenen Tablet-PC, um das Verhalten der einzelnen Bewerber in den unterschieldichsten Situationen zu protokollieren und zu bewerten, wobei hier die Mobilität erhöht wird. Die zugrunde liegende Software bietet dabei nicht nur alle Freiheiten herkömmlicher papierbasierter Bewertungssystematiken, sondern ermöglicht eine Reihe weiterer sinnvoller und hilfreicher Optionen vor, während und nach der Assessment Center-Durchführung.[70][71]
Die Bewertung der Kandidaten erfolgt standardisiert anhand verhaltensverankerter Bewertungsskalen. Gleichzeitig steht ausreichend Platz für die handschriftliche Verhaltensprotokollierung zur Verfügung. Dank digitaler Tinte können protokollierte Verhaltensbeispiele problemlos gelöscht, kopiert oder verschoben werden. Eine integrierte Handschriftenerkennung macht die Mitschriften (mit Einschränkungen)sogar für spätere Gutachtenerstellung nutzbar. Besondere Entlastung erfährt der Beobachter durch vordefinierte Textblöcke, welche zu den eigenen Beobachtungen hinzugefügt und kommentiert werden können. Dadurch verkürzt sich die Arbeit des Dokumentierens während den Übungen und der Beobachter kann seine Aufmerksamkeit verstärkt dem Bewerber widmen.[70][71]
Außerhalb der direkten Verhaltensbeobachtung lassen sich der individuelle Zeitplan sowie alle weiteren verfahrensbezogenenen Informationen am Tablet-PC unkompliziert aufrufen. Sind z. B. die Instruktionen für Rollenspieler, die Beschreibung aller Übungen oder etwa spezielle Informationen für die Assessoren mit wenigen Klicks zugänglich. Der Tablet-PC ersetzt damit viele Papierunterlagen und ermöglicht einen flüssigeren Verfahrensablauf.[70][71]
Durch den Einsatz von WLAN sowie einer Datenbank liegen alle Daten stets aktuell an zentraler Stelle vor. Gleichzeitig können dadurch auch jegliche Veränderungen während des Ablaufs eines Assessment Centers - zum Beispiel an Zeitplänen oder der Teilnehmerliste - zentral korrigiert und automatisch auf den Tablet-PC aller Beobachter aktualisiert werden, wobei die Effizienz bei der Bewertung gesteigert wird. Eine direkte Übermittlung aller Bewertungen zum Server ermöglicht zudem eine unmittelbare Datenanalyse. Zeitnah zur letzten Übungsdurchführung stehen dadurch alle Ergebnisse, inklusive graphischer Auswertung für die sich anschließenden Beratungskonferenz aller Beobachter bereit. All dies führt erfahrungsgemäß zu einer deutlichen zeitlichen Verschlankung der Entscheidungsfindungsprozesses. Nach Abschluss des Assessment Centers stehen alle Verfahrensdaten auf Wunsch für Evalutionszwecke zur Verfügung. Sie können in beliebigen Formaten exportiert und in andere Datenbanken importiert werden.[70][71]
Die Software KI.PAT lässt sich einfach und intuitiv bedienen, sodass auch weniger erfahrene Assessoren durch das System optimal unterstützt werden. Teilnehmerfotos, Zeitpläne, Leitfäden und kontextabhängige Markierungen schaffen zusätzlich Übersicht und erhöhen das ergonomische Arbeiten.[70][71]
6.2.2.4 Fazit
Die Bedeutung des Einsatzes von modernen Kommunikationsmittel in Unternehmen nimmt, wie zuvor erläutert, in der Unternehmenswelt immer weiter zu. Aufgrund der erleichterten stiftbasierten Bedienbarkeit und der hohen Mobilität aufgrund der Tablet-PCs lassen sich diese intuitiv und einfach als Präsentationsmittel, als unterstützende Schulungsmittel und für die Durchführung von Personalgesprächen sowie Bewerbungsverfahren einsetzen. Der Hauptkritikpunkt ist wie zuvor beim Fazit des Projektmanagements die begrenzte Akkulaufzeit sowie die Kosten der Geräte zu nennen, die gewisse Investitionen von Unternehmen erfordern. Besonders interessant ist hierbei die Tatsache, dass mit der Hilfe von Tablet-PCs Daten bzw. Informationen ständig zur Verfügung stehen und diese effizient eingepflegt und bearbeitet werden können. Aus diesem Grund sind entsprechende Kostenleistungsrechnungen durchzuführen und die Vor- und Nachteile von Tablet-PCs stehts abzuwägen.
6.2.3 Geschäftsprozesse
Der Einsatz von Tablet-PCs anstelle von Desktop-PCs oder Notebooks führt branchenübergreifend in den Geschäftsprozessen Vertrieb, Auftragserfassung und Service zu deutlichen Produktivitätsfortschritten und damit zu einem besseren Unternehmensergebnis.
Die Abbildung 24 verdeutlicht den Zusammenhang zwischen den einzelnen Geschäftsprozessen.
Aus diesem Grund fokussiert das folgende Kapitel den mögliche Einsatz von Tablet-PC in den jeweiligen Geschäftsprozessen.
6.2.3.1 Vertrieb
Prozesse im Außendienst lassen sich in folgende, außerhalb des Unternehmens ablaufenden Tätigkeitsfeldern, aufteilen:
- Vertriebsprozesse
- Auftragsanahme
- Verfügbarkeitsprüfung
- Serviceprozesse
- Bestellung
- Auftragsfortschrittskontrolle
- Fakturierung
- Produktion/Dienstleistung
- Auftragsfortschrittskontrolle
- Datenerfassung
In Abbildung 26 ist die traditionelle Außendienstanbindung aufgelistet. Dabei müssen Daten bzw. Informationen aus den Backen-Systemen der unternehmenszentrale mehrere aufeinander folgenden Einzelprozesse, wie Datenabfrage/Aufbereitung, Zuordnung, Datentransport als Administrationsprozesse und den Prozess der nutzung der Daten vor Ort für den Außendienst, aufgeteilt werden.[72]
Da zwischen den einzelnen Vertriebsprozesse Informationen getrennt betrachtet und somit in verschiedenster Art und Weise weitergegeben werden können Medienbrüche entstehen und dabei Fehler produzieren, von der falschen Zuordnung der Daten über unlerserliche schriftliche Informationen bis hin zu unvollständiger Erfassung oder Zahlendrehern bei der telefonischen Übermittlung der Informationen entstehen. Die Folgen davon reichen von kosten- und zeitintennsiven Rückrufen bis hin zur fehlerhaften Abwicklung von Aufträgen.[72]
Weiterhin führen Schnittstellen zu erhöhten Bearbeitungs- und Liegezeiten, d.h. die Lieferzeiten für den Kunden sind höher.[73]
Die Entwicklung des Internets und der mobilen Technologien eröffnet besonders im Außendienst neue Möglichkeiten. Dabei spielen für Tablet-PCs die UMTS und HDSPA Übertragungstechnologien eine wesentliche Rolle und erhöhen die Mobilität von Außendienstmitarbeitern.[73]
Hierbei können Tätigkeiten zusammengefasst von einer Person erledigt und somit Medienbrüche verhindert werden. Durch Vorhandensein aller notwendigen Daten beim Kunden vor Ort besteht die Möglichkeit, Prozesse direkt abzuschließen.[73]
Dabei lässt sich zusammenfassend mittels Einsatz moderner Technologien, wie den Tablet-PC, die Prozesskette verkürzen (s. Abbildung 27). Weiterhin entfallen aufgrund der durchgängigen elektronischen Verarbeitung Medienbrüche und abschließend erhalten Außendienstmitarbeiter ort- und zeitnahe Informationen am Einsatzort.[73]
6.2.3.2 Auftragserfassung
Nach der Akquisition von Aufträgen durch den Vertrieb eines Unternehmens kommt die Abarbeitung der Kundenwünsche, beispielsweise die Überprüfung des Auftrages und die Überprüfung der Warensendung. Statt mühsam mit gedruckten Listen zu hantieren, lassen sich Stücklisten, Frachtbriefe sowie Zollformulare während Kundengesprächen im Unternehmen oder vor Ort am Tablet-PC einfach und intuitiv ausfüllen, Lagerbestände kontrollieren und Touren effizient planen und zusammenstellen. Diese Tatsache ist wiederum durch die Mobilität und Bedienbarkeit der Tablet-PCs gewährleistet. Allein die Reduzierung der Wegezeit und die erhöhte Datenaktualität rechtfertigen den Einsatz von Tablet-PC.[74]
Ein praktisches Unternehmensbeispiel für die mobile Auftragserfassung ist die EganaGoldpfeil Gruppe:
Mit Hilfe einer speziellen Software wickelt die Belegschaft ihre mobile Auftragserfassung mit Tablet-PCs ab. Durch die Ergänzung eines kabellosen Barcodescanners gewährleistet das Unternehmen mit den Tablet-PCs eine flexible Art der Auftragserfassung beim Kunden. Zusätzlich ist auf jedem Tablet-PC der Business-to-Business Shop installiert, sodass die Mitarbeiter vor Ort beim Kunden die Prsäsentation des Sortiments online vornehmen können.
Geplant ist zudem der Einsatz der Tablet-PCs mit integrierter WLAN-Verbindung für die Abwicklung der Auftragserfassung auf Messen, was wiederrum für die Verarbeitung der Geräte spricht.[75]
6.2.3.3 Service
Die Differenzierung von Produkten anhand des Service ist in dynamischen Märkten ein wichtiger Bestandteil von rentablen Unternehmen. Die Steigerung der Auslastung der Serviceabteilung vor Ort durch die Verkürzung der Zeit, die für das Ausfüllen und Bearbeiten von Service- und Garantieformularen sowie der Kundenrechnung benötigt wird, ist eine der größten Produktivitätssteigerung im Unternehmen. Wenn auch diese Service-Besuchsberichte mit Hilfe von Tablet-PCs handschriftlich direkt in das CRM-System eingetragen werden können, anstatt diese mühsam am Ende des Tages auszufüllen, wird die Zeit der Servicemitarbeiter deutlich effizienter genutzt. Des Weiteren können auf dem Tablet-PC auch Handbücher, Diagnosehilfen und Messsysteme installiert werden, wie auf jedem herkömmlichen Notebook auch, nur mit dem Zusatznutzen, handschriftlich Berichte und Formulare auszufüllen.[74]
6.2.3.4 Fazit
Tablet-PCs können unterstützend in den einzelnen Arbeitsabläufen, wie Vertrieb, Auftragserfassung oder auch im Service eingesetzt werden. Hierfür bietet sich die mobile Eigenschaft der Geräte an, um Aufträge schnell zu erfassen, benötigte Produktinformationen zentral und effektiv zur Verfügung zu stellen und dem Kunden zu präsentieren.
Eine wesentliche Einschränkung bei Tablet-PCs könnte die Akkulaufzeit sein, die je nach Produktart variieren kann, sodass eine externe Stromquelle notwendig ist. Weiterhin ist hierbei die Kostenintensität für die Anschaffung der Geräte zu berücksichtigen. Die zentrale Frage, die sich hierbei stellt ist: Nutzt der Einsatz von Tablet-PCs, um die Rentabilität der Unternehmung zu erhöhen und einzelne Geschäftsprozesse effektiver und innovativer zu gestalten? Hierfür sollten wiederum Kosten-Nutzen-Rechnungen durchgeführt werden, um einen rentablen Einsatz von Tablet-PCs zu gewährleisten.
6.3 Einzelhandel
Der Einzelhandel wird wesentlich durch seine regionale Streuung und unterschiedliche Betriebsformen geprägt. Typische Einzelhandelsformen sind das Kaufhaus, das Warenhaus, der Fachmarkt, das Spezialgeschäft, der Supermarkt und das Shopping Center. Der Einzelhandel umfasst die Beschaffung von Gütern und bewirkt den Absatz von Waren und sonstigen Leistungen an den Endverbraucher.[76] Die Händler stehen den enormen Herausforderungen durch Globalisierung, zunehmende Kosten und anspruchsvollen Kunden gegenüber. Durch die veränderten Marktbedingungen muss der Kunde über eine Vielzahl von Absatzwegen erreicht werden. Dies erhöht den Bedarf an Flexibilität bei Unternehmensanwendungen. In einer Zeit, wo Flexibilität und Anpassbarkeit den Wettbewerb bestimmen, müssen Unternehmen mit Systemen ausgestattet werden die diese Eigenschaften besitzen. Die Bereitstellung der richtigen Informationen für die richtigen Personen zur richtigen Zeit ist die Grundlage eines modernen Einzelhandels.[77]
6.3.1 Inventarverwaltung
Ein Inventar ist das stichtagsbezogene, mengen und wertmäßige Verzeichnis aller Vermögensgegenstände und Schulden des Unternehmens. Die Ermittlung des Inventars erfolgt durch die Durchführung einer Inventur. Jeder Kaufmann ist zu Beginn seines Handelsgewerbes und zum Abschluss jedes Geschäftsjahres gesetzlich verpflichtet ein Inventar aufzustellen.[78] Nach Auflistung aller Vermögensgegenstände und Schulden ergibt sich als Differenz das Reinvermögen.
Eine Inventur ist mit erheblichem Zeitaufwand und Kosten verbunden, wenn die Bestandsaufnahme mit Notizblock und Stift erfolgt. Daher ist es im Einzelhandel effizienter die Bestandsaufnahme digital zu erfassen, um die Produktivität zu steigern. Mit dem Tablet-PC bietet sich die Möglichkeit Einsicht in den Lagerbestand in Echtzeit vorzunehmen. Mit der Eingabe des Produktnamens manuell oder über integrierbare Barcode bzw. RFID (Radio Frequency Identification)-Lesegeräte, zeigt der Tablet-PC den genauen Standort des gesuchten Produkts in der Halle und ermöglicht so eine schnellere Kommissionierung.[79] Die Computerunterstützung verhindert hierbei Fehler und Mehrfachdokumentationen. Der Zeitaufwand, Kosten und mögliche Fehlerquellen werden durch einen Tablet-PC reduziert.
6.3.2 Mobile Verkaufsflächen
Die Verkaufsfläche wird als Teil der Verkaufsstätte definiert, indem ein regelmäßiger Verkauf stattfindet. Auf den Flächen werden die Waren bereitgestellt auf denen die Kunden direkten Zugriff haben.
In diesem Zusammenhang bedeutet mobil nicht an einen festen Standort gebunden zu sein, da die Verkaufsfläche an jedem beliebigen Standort aufgebaut werden kann. Eine mobile Verkaufsfläche ermöglicht einen effizienteren Verkauf der Waren und einen persönlicheren Kontakt zu den Kunden.
Außendienstmitarbeiter, die die mobilen Verkaufsflächen nutzen benötigen die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Dadurch gewinnen mobile Geräte immer mehr an Bedeutung im Businessbereich, nicht zuletzt durch die Globalisierung, die veränderten Marktbedingungen und die gestiegene Mobilität bzw. Flexibilität bei den Mitarbeitern.[80]
Je höher der Anteil an mobilen Arbeitnehmern in einem Unternehmen ist, desto stärker wird sich die Einführung von mobilen Geräten positiv bemerkbar machen. Eine deutliche Effizienzsteigerung wird ermöglicht, wenn die Daten nicht nur an einem zentalen Arbeitsplatz abrufbar sind. Daten müssen mobil und überall zugänglich sein.[81] Dadurch werden Verkaufszyklen verkürzt und eine Verkaufssteigerung erzielt, da der Zugriff auf Präsentationen für Produkte sowie effizientere Verkaufsgespräche von jedem Standort aus abrufbar sind. Des Weiteren können Außendienstmitarbiter bei Fragen zu Produkten sofort die Lagerbestände in Echtzeit überprüfen. Dies erzielt eine effektive Beratung und eine hohe Kundenzufriedenheit.
6.3.3 Fazit
Im Einzelhandel sind Tablet-PCs aufgrund ihrer mobilen Eigenschaft sehr vorteilhaft. Verkaufs- Lebensmittel- und Inventurdaten lassen sich hierbei einfach und zentral erfassen. Dadurch verbessern die Geräte die Dokumentation, die Arbeitsabläufe und sparen Zeit. Auch der Einfluss von Wetter wie Wind, Hitze und Regen, die herkömmliche Computer nicht überstehen, können den Tablet-PCs nichts anhaben.
Mit den gleichen Betriebssystemumgebungen wie Desktop-PCs lassen sich die Tablet-PCs problemlos in die Unternehmensumgebung integrieren. Sie halten die Arbeitsbelastung für die IT-Abteilung minimal und ermöglichen dem Außendienst, auf dieselben Applikationen zuzugreifen wie die Kollegen im Büro.
6.4 Industrie
Industrie wird vom lateinischen industria abgeleitet und bedeutet soviel wie Fleiß und Betriebsamkeit. In Deutschland ist die Industrie einer der größten deutschen Wirtschaftszweige. Industriebetriebe verarbeiten Rohstoffe, die in ihrer ursprünglichen Form nicht verwendet werden können. Diese Rohstoffe werden genutzt, um Güter von höherem Wert herzustellen. Diese Verarbeitung ist verbunden mit einer hohen Anzahl von Menschen und Maschinen. Die Produktion geschieht arbeitsteilig, häufig in Massenproduktion. Folge dessen grenzt sich die Industrie von handwerklichen Produktionsformen ab. Die Interessenvertretung der Industrie und Handelskammer ist neben Menschen und Maschineneinsatz ein weiteres Kennzeichen für die Industrie. Die Industrie stellt neben Handel, Dienstleistungen, Landwirtschaft und Handwerk den wichtigsten Beschäftigungsektor in Deutschland dar.[82]
6.4.1 Maschinenbau
Der Maschinenbau umfasst Entwurf, Konstruktion und Produktion von Anlagen aller Art. Es werden komplexe Anlagen wie Fertigungsstraßen entwickelt. Der Maschinenbau bietet eine Kombination von Grundlagenforschung und Entwicklung von Produktionsverfahren und ist deshalb ein typisches Fach der Technik. Bearbeitungszentren, Pressen, Handhabungsgeräte und Roboter sind Beispiele für Produktionsmaschinen. Alle diese Maschinen wurden von Maschinenbauingenieuren geplant, konstruiert und entwickelt. Die technischen Anlagen werden mit Hilfe von CAD-Programmen am Computer entworfen. Nach dem die Dateien mit einem CAD-Programm fertig gestellt worden sind, können sie anschließend einer Simulation unterzogen werden, die dann von einer CNC-Maschine gefertigt werden kann.[83]
In den vergangenen Jahren sind Maschinen umfangreicher und komplizierter geworden. Die einzelnen Bauteile oder Baugruppen lassen sich schwerer erfassen, doch lange Ausfallzeiten können sich Unternehmen im härter werdenden Wettbewerb nicht mehr leisten. Daher ist es sinnvoll, dass Wartungsarbeiter mobile Geräte an die Hand bekommen, die ebenso vielseitig sind wie moderne Industrieanlagen. Doch wie muss ein mobiles Gerät aussehen? Notizblöcke sind von gestern und passen nicht mehr in das moderne Computerzeitalter hinein.[84]
Gegenüber mobilen Datengeräten haben Tablet-PCs deutliche Vorteile. Sie bieten eine nahezu unbegrenzte Funktionsvielfalt und die gleiche Betriebssystemumgebung wie Desktop-PCs. Die nächste Einschränkung ist die Mobilität, denn ein Desktop-PC ist zwar ideal für den Wartungseinsatz, doch eignet er sich nicht zum transportieren in die Fertigungshalle. Notebooks würden sich in diesem Fall besser anbieten, dennoch erweist sich diese Gerätegruppe für den mobilen Einsatz als ungeeignet. Die Dateneingabe via Tastatur ist unhandlich, zudem sind die Notebooks zu groß und zu schwer für den mobilen Einsatz.[84]
Vor einigen Jahren wurde der Tablet-PC als ideale Lösung für mobile Einsatzszenarien entwickelt. Jedoch reichte bei den bisherigen Geräten die Akkulaufzeit nicht aus oder aber die Geräte waren aufgrund des großen Akkus zu schwer und zu unhandlich. Energiesparende und kleinere Prozessoren machen es möglich, dass Tablet-PCs einen ganzen Arbeitstag volle Leistung bringen und trotzdem leicht und handlich sind. Auf den Tablet-PCs laufen alle Applikationen, die dür Desktop-PCs entwickelt wurden. Durch diese Entwicklung, dass ein Tablet-PC die selben Funktionen besitzt wie ein Desktop-PC und die Mobilität uneingeschränkt ist, werden neue Einsatzmöglichkeiten für Techniker eröffnet.[84]
Die mobilen Geräte und die ständige Abrufbarkeit aller erforderlichen Systemdaten ermöglicht die ganzheitliche Organisation, Steuerung und Dokumentation der Instandhaltung von technischen Systemen und Betriebsmitteln. Durch den Einsatz von mobilen Geräten werden die Betriebsabläufe sowie die Anlagenverfügbarkeit verbessert. Langfristig werden Störungen reduziert und eine vorausschauende Planung von Instandhaltung- und Wartungsarbeiten wird ermöglicht.[84]
Alle wichtigen Prozesse lassen sich mit wenig Aufwand und Personal mit der Hilfe eines Tablet-PC's in der Instandhaltung überwachen, ohne dabei ortsgebunden zu sein. Arbeitsaufträge können schnell und an bestimmte Personen verteilt werden, da der Auftragsstatus in Echtzeit abrufbar ist. Die auszuführenden Arbeiten an der Maschine werden abgerufen und dokumentiert, um die vorgeschriebenen Wartungsarbeiten zu erledigen. Die Techniker können Betriebsdokumente und Repararturanleitungen einsehen und bei Bedarf auf den technischen Support zurückgreifen. RFID- oder Barcodescanner helfen bei der Maschinen- und Ersatzzeil-Identifikation. Der Tablet-PC liest über Schnittstellen Problemberichte aus der Maschine. Die Bedienung eines Tablet-PC ist einfach zu erlernen und im Prinzip sind die Vorgänge wie auf einen Wartungsbogen ausgeführt. [84]
Dabei erfolgt die Bedienung des Tablet-PCs erfolgt über einen Touchscreen, der auch mit Handschuhen bedient werden kann. Die moderne Displaytechnologie nutzt das einfallende Umgebungslicht als zusätzliche Lichtquelle, was in hellen Umgebungen weiterhin den Stromverbrauch und die Ablesbarkeit optimiert. Eine reflexionsarme Oberfläche sowie ein Regeler für die automatische Helligkeit sorgen auch bei schwierigen Lichtbedingungen für Lesbarkeit. Der Tablet-PC wird durch seine Energieeffizienz, die den mobilen Einsatz im Arbeitsalltag erst ermöglicht und vor allem durch seine lange Akkulaufzeit sowie die hohe Zuverlässigkeit zu einem idealen Arbeitsgerät für die industrielle Instandhaltung.[84]
Zusammenfassend ist der Tablet-PC für den Maschinenbau ein geeignetes und mobiles Endgerät, da die Ablesbarkeit der Displays bei allen Lichtverhältnissen ebenso gegeben ist wie die ausserordentliche Robustheit. Eine weitere wesentliche Aspekt ist, dass der Tablet-PC einen integrierten Handgriff zum sicheren Greifen und Transportieren hat. Das versehentliche Herunterfallen ist damit erheblich eingeschränkt.[85]
6.4.2 Automobilindustrie
Mit der Produktion von Kraftwagen und Kraftwagenzubehör gilt die Automobilindustrie als Schlüsselindustrie in Deutschland und in den meisten größeren Industrieländern. Sie ist eine der wichtigsten Industriezweige der Gegenwart und sicherlich auch in der Zukunft. Die Automobilindustrie umfasst die Herstellung von Automobilen und anderen Kraftfahrzeugen. Sie hat einen hohen Anteil an der deutschen Wirtschaft, da sie ein Arbeitspotential wie kaum ein anderer Zweig bietet.[86]
Die Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG ist ein Hersteller von Automobilen und setzt beispielsweise erfolgreich einen Tablet PC für ihre Kunden ein. Mit der Software "Porsche Car Configurator", stellen sich Kunden ihr individuelles Fahrzeug direkt am Verkaufsort zusammen. Die Kunden können sich durch den Einsatz von Tablet PC die Ausstattungen ihres neuen Porsche auswählen und sich frei in den Ausstellungsräumen des Händlers bewegen. Denn Server und Tablet PC kommunizieren drahltos miteinander. Die Konfigurationswünsche werden via Remote Software an die Workstation übertragen und die erstellte Konfiguration des neuen Porsche ist innerhalb wenigen Sekunden von dort auf einem 60 Zoll grossen Plasmabildschirm darstellbar. Dies erzielt positive Effekte für die Beratungsqualität und eine hohe Kundenzufriedenheit.[87]
Desweiteren hat sich der Tablet-PC in der Straßenwacht etabliert. Der ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil Club) will mit Tablet-PCs bei Pannenfahrzeugen auf den Autobahnen den Überblick behalten. Die meisten Pannen auf den Straßen entstehen durch den Ausfall von Elektronikbausteinen, die sämtliche Funktionen des Autos lahm legen. Seit dem Einsatz von Tablet-PCs müssen die Pannenhelfer des Automobilclubs nicht mehr den Abschleppwagen rufen, wenn der Fehler in der Autoelektronik liegt. Bislang hatten die Pannenhelfer neben Schraubenschlüssel, Akkuschrauber und Kneifzange fünf Aktenordner voller Reparaturanleitungen im Einsatzfahrzeug. Die bleiben nun in der Dienstzentrale, da bei jeder Fahrt der Tablet-PC mit an Board ist. Auf den Tablet-PCs für die Straßenwacht ist nicht nur die Wissensdatenbank gespeichert, sondern aktuelle Beschreibungen der Antriebswellenfunktion bis zur Anleitung zum Zahnriemen Ein- und Ausbau finden sich nun auf den Tablet PCs verlinkte Automodell- und Bauteil Informationen. Per Mausklick lassen sich Schaltplandiagramme und Bauteilgruppen aufrufen. Die Mechaniker können nun mit Hilfe eines Diagnosetools, ein Tablet-PC am Motorblock der Fahrzeuge anschliessen. Seit dem Jahr 2000 verpflichtet eine EU-Norm alle Automobilhersteller, ihre Wagen mit einer solchen Schnittstelle auszurüsten. Das Diagnosetool auf dem Tablet-PC hilft den Mechaniker bei der Problemsuche, indem es den Fehlerspeicher des Fahrzeugs ausliest. Die Software analysiert den Fehler und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf dem Bildschirm an. Das Programm wird vier Mal im Jahr an Updatestationen auf den neusten Stand gebracht. Aber warum wird in der Straßenwacht ein Tablet-PC und nicht ein Notebook eingesetzt?[88]
Die Alltagstauglichkeit wurde im direkten Vergleich geprüft. Die Notebooks sind nicht darauf ausgelegt, dass man die Ladestecker mehrmals am Tag ein- und aussteckt und brachen folgedessen immer ab. Desweiteren setzte die Dauervibration im Fahrzeug den Tablet-PCs weniger zu als den Notebooks. In Sachen Display bietet der Tablet-PC perfekte Lesbarkeit sogar bei direkten Sonnenlicht, dank des hellen transflektiven Displays mit LED (Light Emitting Diode)-Hintergrundbeleuchtung, reflexionsarmer Oberfläche und zuschaltbarer automatischer Helligkeitsregelung.[88]
In der ADAC-Zentrale sind weitere Pläne mit dem Einsatz von Tablet-PCs vorgesehen. Die Mechaniker können Autoteile z.B eine Batterie direkt am Pannenort verkaufen. Die Abrechnungen von Leistungen, die bislang händisch und im nachhinein erfolgt, werden über Tablet-PCs digitalisiert und automatisiert.[88]
Ein weiteres Ziel ist es, die Tablet-PCs eines verbandsübergreifenden Wissensmanagement zu etablieren. Die Schulungs- und Anleitungsprogramme sind bereits mit der Datenbank konfiguriert und öffnen sich bei der Eingabe bestimmter Fehlermeldungen automatisch. Früher wurden meterlange Papierschlangen ausgewertet, um eine Pannenstatistik zu erstellen. Heute liegen der Zentrale, die Echtzeitdaten aus den Tablet-PCs digital vor.[88]
Auch die Funkgeräte der Pannenhelfer werden bald der Vergangenheit angehören. Die Tablet-PCs werden auch in der Fahrzeugkommunikation wichtig. Die Straßenwacht löst sich von dem analogen Kommunikationsnetz, denn GPRS (General Packet Radio Service) ist heute Standard und somit wird das Funkgerät durch das konvergente Sprach-Datennetz ersetzt.[88]
6.4.3 Bauwesen
Der Begriff Bauwesen bezeichnet übergreifend das Fachgebiet, das sich hauptsächlich des Bauens im Sinne der Errichtung von baulichen Anlagen bzw. Immobilien beschäftigt.
Bauunternehmen müssen in einem bestimmten Zeitraum und mit einem vorgegebenen Budget komplexe Arbeiten verrichten. Dazu gehört eine detaillierte und zeitaufwendige Kommunikation zwischen den Arbeitern auf dem Bau, den Architekten und Konstrukteuren, um sicherzustellen, dass das Projekt den konstruktionstechnischen Zweck und den hohen Qualitätsstandard erfüllt. Aber wie erreichen Bauunternehmen, dass die Produktivität erhöht und die Qualität des Projekts beibehalten werden kann? Bauleiter nutzen einen großen Zeitaufwand für die Aufzeichnungen vor Ort, das Abtippen im Büro und die Weitergabe der Aufzeichnungen an alle Teilnehmer des Projekts. Die langsame Abwicklung zwischen den Aufzeichnungen und ihrer Weitergabe verursacht langfristig hohe Kosten des Projekts. Um dieser Zeitverzögerung entgegenzuwirken kann ein Tablet-PC vorteilhaft verwendet werden. Die Mitarbeiter können aufgrund eines Softwarepakets das auf einen Tablet-PC ausgeführt wird, die Aufzeichnungen am Einsatzort oder im Büro in Echtzeit vornehmen. Des Weiteren besitzt der Tablet-PC die Fähigkeit, handschriftliche Inhalte zu verwenden und auszuwerten. Durch das Arbeiten in Echtzeit, sparen Bauunternehmen viele Stunden bei Projekten ein. Die lange Lebensdauer der Akkus ermöglichen den Mitarbeitern, den ganzen Tag in Echtzeit zu arbeiten. Die Zeiteinsparung ist nicht der einzige Vorteil den Tablet- PCs bieten. Er wird auch für den Austausch von Informationen verwendet, wenn mehrere Parteien an bestimmten Projekten zusammenarbeiten. Hierbei können verschiedene Parteien im gleichen Dokument zusammenarbeiten und mehrere Versionen desselben Dokuments synchronisieren. Zusätzlich ist die Qualität der elektronischen Ausgabe, der Berichte und Dokumente viel höher als die Qualität der handschriftlichen Aufzeichnungen, wenn diese durch mehrere Hände gegangen sind.[89]
6.4.4 Fazit
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass in der Baubranche die Produktivität durch den Einsatz von Tablet-PCs gesteigert wird. Die Fertigstellung des Projektes wird beschleunigt, sodass sich dies in Kosteneinsparungen auswirkt. Durch die Datenerfassung in Echtzeit können Projektleiter und Geschäftsführer Risiken und Probleme früher erkennen und somit den Problemen schneller entgegenwirken. Die Hardware sollte grundsätzlich robust bzw. stoß- und schlagfest sein, da versehentliches herrunterfallen sowie Berührungen mit anderen Gegenständen nicht ausgeschlossen werden können. Darüber hinaus muss der Tablet-PC für den Einsatz unter freiem Himmel konzipiert sein. Denn Spritzwasser- und Staub sind i.d.R auf Baustellen immer vorhanden.
Des Weiteren spielt die Lebensdauer des Akkus eine wichtige Rolle, da auf Baustellen selten eine feste Stromversorgung vorliegt. Eine wichtige Vorraussetzung für den Einsatz von Tablet-PCs in der Baubranche ist das Display. Die Aufzeichnungen dienen als Information für die Mitarbeiter und sind von hoher Wichtigkeit für die Fertigstellung des Bauvorhabens. Deshalb muss der Bildschirm eine gewisse Größe haben, um eine ausreichend große Darstellung der Aufzeichnungen zu gewährleisten.
In der Automobilindustrie und im Maschinenbau überzeugt der Tablet-PC durch seine Flexibilität und Bedienerfreundlichkeit. Der Kunde erhält die ungeteilte Aufmerksamkeit des Service-Partners, Antworten auf seine Fragen und eine optimale Beratung. Die drahtlose Kundendienstlösung maximiert die für den Kunden verfügbare Zeit und gibt den Beratern einen strukturierten Ablauf bzw. Präsentationsplan an die Hand, der für jeden Kundendienstfall geeignet ist.
6.5 Sonstige Business-Bereiche
Die Tablet-PCs sind nicht nur in den oben genannten Business Bereichen einsetzbar, sondern haben sich weltweit in den unterschiedlichsten mobilen Einsatzbereichen bewährt. Zwei weitere Einsatzszenarien sind im nachfolgenden genannt.
6.5.1 Banken
Abbildung 29: Aufnehmen von statischen und dynamischen (biometrischen) Unterschriftsmerkmalen mit einem Tablet-PC
Ein Kreditinstitut wird auch als Bank bezeichnet. Es ist eine Institution, die den gewerbsmäßigen Handel mit Geldkapital und gewisse mit dem Geldverkehr in Verbindung stehende Dienstleistungen durchführt. Die Bankgeschäfte lassen sich grob in Aktivgeschäfte (Bank verleiht Geld an Kunden) und Passivgeschäfte (Bank nimmt Geld herein und zahlt Zinsen) unterteilen.[90]
Der Datenschutz der Kunden ist die höchste Priorität der Bank, damit persönliche und vorallem geschäftliche Bankdaten nicht missbraucht werden. Denn immer wieder werden die Kunden gebeten sich in Anmeldefenstern für den Internetzugriff, wie beispielsweise das Homebanking, im Netzwerk oder in individuellen Programmen zu authentifizieren.
Der Tablet-PC wird bei einem Kreditinstitut für die Unterschriftenerkennung eingesetzt. Mit einer Software kann eine Unterschrift auf dem Tablet-PC in ein Dokument nach Vorgaben des Signaturgesetzes rechtswirksam eingebunden werden. Ergänzend dazu können die Besitzer eines Tablet-PCs eine kompatible Software benutzen, um sich mit eigenhändiger Unterschrift auf dem PC oder in das Netzwerk einzuloggen. Um dieses zu verwirklichen wird auf dem Rechner ein sogenannter Signaturvektor hinterlegt. Hierbei handelt es sich um einen verschlüsselten Datensatz von statischen und dynamischen Merkmalen der eingenhändigen Unterschrift. Die Unterschrift weißt unter den biometrischen Merkmalen eine Sonderstellung auf. Denn die Unterschrift ist ein aktives Merkmal während Fingerabdruck oder Iris nur passive Merkmale darstellen. Wacom und Microsoft haben die Erfassungstechnologie der Tablet-PCs geprägt. Somit können die Mitarbeiter im Außendienst von Banken und Versicherungen beim Kundenbesuch Dokumente auf den Tablet-PCs unterzeichnen lassen.[91]
6.5.2 Gastronomie
In der Gastronomie werden Dienstleistungen von verschiedenen Gastronomiebetrieben angeboten. Gastronomiebetriebe sind unter anderem Hotels- und Restaurantketten. Bei den Betreibern von Dienstleistungsbetrieben steht der Service und Freundlichkeit gegenüber den Kunden sowie Kundenzufriedenheit im Vordergrund.
Der Tablet-PC ermöglicht mit seiner Leistung und Flexibilität durch seinem leichten Gehäuse, hervorragende Ergonomie und den integrierten Funktionen eine einfache Anpassung an die verschiedensten Arbeitsumgebungen in der Gastronomie. Der Tablet-PC ist ideal für mobile Arbeitskräfte, da die Touchscreen-Funktion den vereinfachten Zugriff auf Anwendungen und Datensätze unterstützt. Die Benutzer können direkt auf die Datenbank zugreifen, Bestellungen vornehmen und Kunden vor Ort einen besseren Service bieten. Darüber hinaus kann der Tablet-PC für die Tischverwaltung, Ressourcenplanung und für die menügesteuerte Gästebestellungen verwendet werden. Das mobile Gerät lässt sich durch einen Trageriemen, die abgerundeten Ecken und rutschfester Oberfläche leicht den Tag über mit sich rumtragen.[92]
Im Hotelgewerbe kann der Tablet-PC zum Besipiel für das Einchecken ausserhalb der Empfangshalle genutzt werden. Der Benutzer hat einen drahtlosen Zugriff auf die zentrale Gästeverwaltung, wodurch er dem Kunden sofort Informationen über die Auslastung des Hotels zur Verfügung stellen kann.[92]
6.5.3 Fazit
Durch den Einsatz von Tablet-PCs wird der Service in der Gastronomie verbessert. Mitarbeitern in der Gastronomie stehen die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung. Die einzelnen Wünsche der Gäste und Besucher können sofort befriedigt werden.
Kreditinstitute haben hohe Anforderungen an Sicherheitsstandards und sind bestrebt ihre Kunden vor Missbrauch zu schützen. Die Lösung zur Unterschriftenerkennung bietet folgedessen ein hohes Maß an Sicherheit. Das Zusammenspiel zwischen Software und Tablet-PC zeigt eine Reihe von Qualitätsmerkmalen auf. Somit hat das Passwort und Geheimzahl vergessen sowie Datenmissbrauch eine Ende, denn seine Unterschrift vergisst man eben nicht.
7 Problemfelder
Die Eigenschaften und Funktionalitäten eines Tablet-PC's generieren folgende Probleme, die die Einsatzfähigkeit in gewissen Business Bereichen einschränken.
7.1 Technische Einschränkungen
Der Leistungsumfang von Tablet-PCs ist wegen der eher kompakten Bauform beschränkt. Hiervon sind besonders die Slate-Modelle betroffen. Deren aufwendige und auf die Mobilität optimierte Konstruktion erfordert den Einbau der Hardwarekomponenten (Mainboard, CPU, RAM, Festplatte) direkt hinter dem Display. Die Leistungsfähigkeit im Vergleich zu Business-Notebooks ist gering, was den Einsatzbereich eingrenzt. So sind Tablet-PCs für die Erstellung von komplexen 3D-Zeichnungen mit CAD-Progammen angesichts der schwachen Hardwareleistung ungeeignet. Aufgrund der flachen Bauform müssen Benutzer generell auf eine Tastatur verzichten. Die Eingabe erfolgt ausschließlich über das Touchscreen-Display. Das Verfassen von längeren Dokumenten wie ein Besprechungsprotokoll über das Display würde im Vergleich zu einer gewöhnlichen Tastatur länger dauern. Die Bedienung per Stift kann bei Änderung der Haltung zu ungenauen Eingaben führen. Dies wäre besonders bei Kennworteingaben kritisch zu betrachten, da eine mehrfache Falscheingabe ggf. eine Kennwortsperre zur Folge hätte. Darüber hinaus benötigt die entsprechende Software eine gewisse Zeit, die Buchstaben im Zuge der Handschriftenerkennung zu erfassen. Eine virtuelle Tastatur könnte eine Abhilfe schaffen, weil vor allem kapazitive Displays reaktionsfreudig und schnell auf Mehrfacheingaben reagieren. Die Tastengröße variieren jedoch je nach Displaygröße und –auflösung, sodass untypische Tastengrößen die Fehlerrate erhöhen würde. Zudem werden nicht alle Tasten dargestellt, was die Arbeit für Benutzer, die Funktionen über bestimmte Tastenkombinationen auslösen, erschwert.
7.2 Geschlossene Systeme
Für Tablet-PCs existieren verschiedene Betriebssysteme. Entscheidend für den IT-Bereich eines Unternehmens ist die einfache und einheitliche Administration aller IT-Systeme. Tablet-PCs mit Windows-Betriebssystemen können in eine bestehende Netzwerkinfrastruktur integriert werden. Das vereinfacht die Installation von Sicherheitsupdates und die Programmverteilung, die zentral für alle Systeme freigegeben werden. Eine Einschränkung bilden hier geschlossene Systeme, wie das auf dem iPad installierte iPhone OS. Eine Netzwerkanbindung ist zwar möglich, jedoch entziehen sich Systeme mit dem iPhone OS der zentralen Administrierbarkeit. Updates lassen sich nicht zentral über das Netzwerk verteilen, sondern müssen per iTunes auf den iPads installiert werden. Ebenso dürfen nur Anwendungen installiert werden, die sich im App Store befinden. Entwickler, die Mitglied im iPhone Developer Program sind, erhalten von Apple die erforderlichen Software-Werkzeuge für die Programmierung von Anwendungen. Bei Fertigstellung können die Anwendungen im App Store veröffentlicht werden. Werden Richtlinien nicht eingehalten, kann Apple veröffentlichte Anwendungen nachträglich aus dem App Store entfernen.
8 Ausblick und Prognose
Die Aspekte mobiler Informationstechnologien in Zeiten der Globalisierung gewinnen immer mehr an Bedeutung. Selbst wenn die ersten Versuche aus finanziellen Gründen fehlschlugen, werden die neuen mobilen Geräte den Markt in den Business Bereichen finden. Bei der hier vorgestellten Ausarbeitung sind viele Einsatzszenarien aufgezeigt wurden, in denen der Tablet-PC seinen festen Platz gefunden hat. Wie die Entwicklung in den nächsten Jahren auch aussehen mag, mobile Kommunikation ist keine vorübergehende Erscheinung. Die BITKOM hat in einer allgemeinen Umfrage ein starkes Interesse an Tablet-PCs innerhalb der deutschen Bevölkerung festgestellt.[93] Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte gehen auch nach 2010 von einer optimistischen Prognose aus.[94] Somit wird die Entwicklung weiter fortgesetzt, denn in einer Zeit, wo Flexibilität und Anpassbarkeit den Wettbewerb bestimmen, müssen besonders Unternehmen auf die veränderten Martbedingungen reagieren. Daher ist es von hoher Wichtigkeit, dass mobile Mitarbeiter die richtigen Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung stehen. Durch den Einsatz von Tablet-PCs wird die Produktivität gesteigert, sodass sich dies in Kosteinsparungen auswirkt. Der Tablet-PC trägt dazu bei, das Leben von vielen Geschäftsleuten zu vereinfachen und hat weiterhin ein hohes Wachstumspotential. Denn jedes Unternehmen ist betrebt Zeiteinsparungen und die damit verbundenen Kosten zu reduzieren.
9 Fazit
In der Fallstudie wurden Tablet-PCs anhand derer Eigenschaften und potentiellen Nutzungskriterien auf die Einsatzfähigkeit im Business Bereiches bewertet. Für die notwendige Bewertung wurden Geschäftsbereiche innerhalb des Unternehmens, des Einzelhandels, der Industrie sowie sonstiger Business Bereiche, wie Banken und Gastronomie, hinzugezogen.
Hierbei wurde festgestellt, dass die einzelne Business Bereiche sich in den Geschäftsprozessen differenzieren und somit spezifische Anforderungen an die Bedienbarkeit, Mobilität, Ergonomie, Effizienz und Verarbeitung voraussetzen. Daraus wurde die Erkenntnis gewonnen, dass sich Tablet-PCs für einige Bereiche mehr und für andere weniger eignen.
Bei dem Einsatz von Tablet-PCs profitieren Bereiche, die durch längere Tätigkeiten im Stehen gekennzeichnet sind. Aus diesem Grund müssen besonders ergonomische Aspekte beachtet werden. Notebooks sind prinzipiell für solche Tätigkeiten aus ergonomischer Sicht eher ungeeignet, da diese zur Bedienung eine Auflagefläche benötigen. Im Gegensatz dazu können Tablet-PCs mit einer Hand gehalten und mit der anderen bedient werden. Hierzu zählen Bereiche wie der Einzelhandel bei der Inventurverwaltung oder Außendienstmitarbeiter.
Neben den ergonomischen Aspekten spielt die Effizienzsteigerung eine wesentliche Rolle. Mitarbeiter können durch Tablet-PCs schneller auf bestimmte Prozessereignisse reagieren, indem sie Daten intuitiv bearbeiten. So können Projektleiter Dokumente während Projektsitzungen kommentieren und bearbeiten und diese dann per E-Mail weiterversenden. Darüber hinaus steigern die Tablet-PCs im Gegensatz zu Notebooks die Kommunikationseffizienz. Bei Besprechungen wirken die Notebooks, die sich generell zwischen Besprechungsteilnehmern befinden, wie eine Art Kommunikationsbarriere. Das hat zur Folge, dass während Meetings Mimiken, Gestiken und Bewegungen von Besprechungsteilnehmern nicht gesehen werden, was zu Verständnisschwierigkeiten führen kann.
Da Tablet-PCs über stromsparende Komponenten verfügen, ist die Leistungsfähigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Business-Notebooks gering. Daher können Tablet-PCs nicht als vollwertiger Notebookersatz betrachtet werden. Denn Tablet-PCs eignen sich weniger bei der Verfassung von längeren Dokumenten, da die Displaygröße relativ klein ausfällt und eine physikalische Tastatur nicht vorhanden ist. Zwar können Eingaben per Handschriftenerkennung mit einem Stift oder mit den Fingern per virtueller Tastatur getätigt werden, jedoch ist die Bedienung einer Tastatur im Zehnfingersystem deutlich zeiteffizienter.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Tablet-PCs durchaus das Potential besitzen, gewisse Geschäftsprozesse im Business Bereich zu vereinfachen und zu unterstützen. Jedoch ist beim Einsatz die Kostenfrage bei der Anschaffung der Geräte zu berücksichtigen und abzuwägen, ob sich die Anschaffungskosten mit den Kosteneinsparungspotentialen durch die Effizienzsteigerung decken.
10 Fußnoten
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Vgl. ITWissen
- ↑ Vgl. Kalenda (2007)
- ↑ Vgl. Gadatsch (2010), S. 41
- ↑ 4,0 4,1 Vgl. Schedeen (2010a)
- ↑ 5,0 5,1 5,2 Vgl. Schedeen (2010b)
- ↑ Vgl. Bricklin (2002)
- ↑ Vgl. Oldcomputers.net
- ↑ Vgl. Computerwoche (1992)
- ↑ Vgl. Lenovo
- ↑ Vgl. About.com
- ↑ 11,0 11,1 Vgl. Winhistory (2010)
- ↑ Vgl. golem.de (2009)
- ↑ Vgl. Statista (2010)
- ↑ Vgl. Miller (2010)
- ↑ Vgl. ARM
- ↑ Vgl. golem.de (2010a)
- ↑ Vgl. Barczok und Wölbert (2010), S. 92 bis 95
- ↑ 18,0 18,1 Vgl. golem.de (2010b)
- ↑ Vgl. Chip.de (2010a)
- ↑ Vgl. Apple
- ↑ Vgl. das ELKO (a)
- ↑ Vgl. das ELKO (b)
- ↑ Vgl. Stein (2008), S. 235
- ↑ Vgl. UMTS-Infosite (a)
- ↑ Vgl. UMTS-Infosite (b)
- ↑ 26,0 26,1 26,2 Vgl. Rügheimer (2009a)
- ↑ Vgl. Visam.de
- ↑ Vgl. Lamelot (2008)
- ↑ 29,0 29,1 Vgl. Rügheimer (2009b)
- ↑ Vgl. das ELKO (c)
- ↑ Vgl. Graham-Rowe (2009)
- ↑ Vgl. Wacom
- ↑ Vgl. Hübner (2004)
- ↑ Vgl. Microsoft.com (a)
- ↑ Vgl. Microsoft.com (b)
- ↑ Vgl. golem.de (2010c)
- ↑ Vgl. Kingsley-Hughes / Pytlik (2010)
- ↑ Vgl. PC Welt (2010)
- ↑ Vgl. Haberer (2010)
- ↑ 40,0 40,1 Vgl. The Tablet Store (a)
- ↑ Vgl. Schwichtenberg (2010)
- ↑ Vgl. Strömer (2010)
- ↑ 43,0 43,1 Vgl. The Tablet Store (b)
- ↑ Vgl. The Tablet Store (c)
- ↑ 45,0 45,1 45,2 Vgl. Tablet-IT
- ↑ 46,0 46,1 Vgl. Karpf (2005)
- ↑ Vgl. Gabler Verlag (Herausgeber) (a)
- ↑ Vgl. Gabler Verlag (Herausgeber) (b)
- ↑ Vgl. Korb / Naujoks (2005), S. 7
- ↑ Vgl. Kundenmagazine
- ↑ Vgl. Rau (2007)
- ↑ Vgl. Sybase Inc. (2010a)
- ↑ 53,0 53,1 53,2 Vgl. Sybase Inc. (2010b)
- ↑ Vgl. Computerwoche (2010a)
- ↑ Vgl. Kern / Bendisch (2006), S. 2
- ↑ Vgl. Kern / Bendisch (2006), S. 33 ff.
- ↑ Vgl. Korb / Naujoks (2005), S. 16 ff.
- ↑ Vgl. Linenberger (2004), Seite 15
- ↑ Vgl. Kern / Bendisch (2006), S. 44
- ↑ Vgl. Litke (2007), S. 169
- ↑ Vgl. The Tablet Store (d)
- ↑ 62,0 62,1 Vgl. Linenberger (2004), S. 16
- ↑ Vgl. Uni-Oldenburg
- ↑ 64,0 64,1 64,2 64,3 64,4 Vgl. Computerwoche (2010b)
- ↑ 65,0 65,1 Vgl. Linenberger (2004), S. 500
- ↑ 66,0 66,1 66,2 66,3 66,4 66,5 66,6 66,7 Vgl. E-Teaching (2006)
- ↑ o. V. Koermer-Fahrschule
- ↑ Vgl. Appelrath / Schulze (2009), S. 68
- ↑ 69,0 69,1 69,2 Vgl. Merkle / Thielsch et. al. (2009), S. 156 ff.
- ↑ 70,0 70,1 70,2 70,3 70,4 70,5 70,6 Vgl. Merkle / Thielsch et. al. (2009), S. 159 ff.
- ↑ 71,0 71,1 71,2 71,3 71,4 71,5 Vgl. kibit GmbH
- ↑ 72,0 72,1 Vgl. ECCOM, S. 12
- ↑ 73,0 73,1 73,2 73,3 Vgl. ECCOM, S. 13
- ↑ 74,0 74,1 Vgl. Korb / Naujoks (2005), S. 24 ff.
- ↑ Vgl. Korb / Naujoks (2005), S. 34
- ↑ Vgl. Koster / Armstrong / Saunders / Wong (2005), S. 1040 ff.
- ↑ Vgl. Moinuddin (2006)
- ↑ S. § 240 Abs. 1 und 2 HGB
- ↑ S. Vgl. Kollmann (2009), S. 140 f.
- ↑ Vgl. Tanenbaum (2003), S. 24 f.
- ↑ Vgl. Tanenbaum (2003), S. 17 ff.
- ↑ Vgl. Exika lexikon
- ↑ Vgl. Technikerschule der Stadt Erlangen
- ↑ 84,0 84,1 84,2 84,3 84,4 84,5 Vgl. Müller (2010)
- ↑ Vgl. Maienschein (2008)
- ↑ Vgl. Enzyklo
- ↑ Vgl. Korb / Naujoks (2005), S. 27
- ↑ 88,0 88,1 88,2 88,3 88,4 Vgl. Reppesgaard (2004)
- ↑ Vgl. Motion Computing (2010a)
- ↑ Vgl. Finanzvergleich
- ↑ Vgl. SOFTPRO
- ↑ 92,0 92,1 Vgl. Motion Computing (2010b)
- ↑ Vgl. BITKOM (2010)
- ↑ Vgl. Poessneck (2010)
11 Literatur- und Quellenverzeichnis
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