Tesa als Datenspeicher

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Name des Autors / der Autoren: Michael Dreischulte, Markus Wick
Titel der Arbeit: "Tesa als Datenspeicher"
Hochschule und Studienort: FOM Essen


Inhaltsverzeichnis



1 Einleitung und Motivation

Die vorliegende Hausarbeit "tesa als Datenspeicher" wird im Zuge der Fallstudie des Sommersemesters 2009 an der Fachhochschule für Oekonomie und Management (FOM) als Unterpunkt des Themas "Speichertechnologien" bearbeitet.

Betreut wird die Fallstudie durch Prof. Dr. Uwe Kern.

Die Arbeit befasst sich zunächst mit den grundlegenden Begriffen der tesafilm-Rolle der Firma tesa und optischen Speichertechnologien im Allgemeinen und erläutert im Anschluss die Entdeckung des Klebestreifens als Datenträger. 1998 galt diese revolutionäre Erfindung als die zukünftige Speichertechnologie- auf einer tesafilm-Rolle konnten bis zu 10 GB Daten gespeichert werden.

Im dritten Kapitel werden der Versuchsaufbau und die Funktionsweise erklärt, Vor- und Nachteile benannt sowie eine Abstufung zu herkömmlichen Datenspeichern vorgenommen. Letztendlich werden die Gründe für das Scheitern einer Serienproduktion angegeben.

Die Weiterentwicklung auf der Grundlage von tesa, die holografische Speichertechnologie, wird im darauf folgenden Kapitel vorgestellt. Holografische Speicher werden zunehmend aufgrund ihrer gewaltigen Speicherkapazität interessanter, um zukünftig vorhandene Datenträger wie die DVD oder die BlueRay Disk abzulösen. Auch aus dem Hause tesa gibt es dazu einige Entwicklungen im Bereich der Sicherheitstechnologie. Im vierten Kapitel werden diese kurz vorgestellt und Beispiele aus der Praxis vorgestellt.

Abschließend werden weitere Einsatzmöglichkeiten sowie Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an der tesafilm-Rolle angeführt.

2 Begriffsdefinition

Im Folgenden werden die gebräuchlichsten Begriffe der Fallstudie im Einzelnen definiert.

2.1 tesafilm

Abb. 2.1-1  Oscar Troplowitz - Erfinder der Klebefilmrolle tesa
Abb. 2.1-1 Oscar Troplowitz - Erfinder der Klebefilmrolle tesa

Ähnlich wie "Tempo" für ein Taschentuch oder "Nivea" für eine Creme, steht der Name "tesa" heute als festes Synonym für einen Klebefilmstreifen inklusive Abrissspender.

Doch bevor diese Kombination ein unverzichtbarer Gegenstand auf jedem Bürotisch und jede Haushaltsschublade wurde, musste das Produkt einige Hürden bewältigen.

1896 entwickelte der Hamburger Apotheker Oskar Tropowitz im Labor seines Vorgängers Paul C. Beiersdorf einen Kautschukstreifen, der als hautverträgliches Wundpflaster eingesetzt werden sollte. Doch klebte dieses Pflaster so stark an der Haut, dass man diese beim Lösen des Streifens mit abriss. Schon bald wurde der "Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm", nun unter dem Namen "Citoplast", nur noch zum Flicken von Fahrradschläuchen eingesetzt. Auch unter dem späteren Namen "Lassoband" konnte sich der Klebestreifen nicht am Markt durchsetzen. Grund dafür waren unter anderem die Vetriebsstruktur der Firma Beiersdorf, denn wenn jemand etwas von dem Streifen haben wollte, musste man die gewünschte Länge zunächst bei der Firma in Bestellung geben und über den Preis verhandeln.

Abb. 2.1-2  Hugo Kirchberg brachte tesa in die Erfolgsspur
Abb. 2.1-2 Hugo Kirchberg brachte tesa in die Erfolgsspur
Abb. 2.1-3  Elsa Temser - Namenspatin für die tesafilm-Rolle
Abb. 2.1-3 Elsa Temser - Namenspatin für die tesafilm-Rolle

Hugo Kirchberg, seit 1934 Angestellter bei Beiersdorf, stellte das Vertriebs- und Marketingmodell für das Klebeband komplett um: "zum Kleben, Flicken, Basteln" hieß der Werbeslogan 1936 für den inzwischen unbenannten "tesa-Klebefilm", später nur noch kurz "tesafilm". Angelehnt wurde dieser neue Produktname an die damalige Beiersdorfer Buchhalterin Elsa Temser- eine Kombination aus den beiden ersten Buchstaben des Nachnamens und den letzten beiden des Vornamens.

Die Beiersdorfer Geschäftsleitung war zunächst gegen diese Bezeichnung, da "tesa" bereits 1896 der Name für eine Zahnpasta-Patent-Tube war und 1926 als eine neuartige Wurstpelle bekannt wurde, beides jedoch ohne größeren Markterfolg. Kirchberger setzte sich letztendlich jedoch durch und erfand auch den tesa-typischen Tischabroller.

Derzeit bietet die tesa AG rund 300 Variationen ihres Klebefilms an, die Anwendung in Privathaushalten und in der Industrie finden. Insgesamt gibt es 6.500 tesa-Produkte, die in über 100 Ländern weltweit vermarktet werden[1][2].

2.2 Optischer Datenspeicher

Als Datenspeicher bezeichnet man einen Datenträger oder ein Speichermedium, der Daten und Informationen dauerhaft speichert, welche mit Hilfe von elektrischen Geräten beschrieben oder gelesen werden.

Bei einem "optischen Datenspeicher" werden die digitalen Daten mit Hilfe eines Lasers in mikrogeometrischer Form auf den Datenträger geschrieben und gelesen. Dabei wird die Reflexions- und Beugeeigenschaft des jeweiligen Speichermediums genutzt.

Abb. 2.2-1  Übersicht optische Datenspeicher
Abb. 2.2-1 Übersicht optische Datenspeicher

Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten von optischen Datenspeichern:

  • nur lesbare Datenspeicher
z. B. eine CD-ROM (ROM - Read Only Memory), dessen Daten lediglich durch einen Anwender gelesen werden können.
  • nur einmal beschreibbare, sonst beliebig oft lesbare Datenspeicher
z. B. eine CD-WORM (WORM - Write Once Read Many times), diese kann einmal durch den Benutzer beschrieben und beliebig oft gelesen werden.
  • mehrfach beschreibbare Datenspeicher
z. B. eine CD-RW (RW - ReWritable), diese kann beliebig oft beschrieben und gelesen werden.

Eine CD besteht aus einer Polycarbonat-Scheibe, deren Oberseite mit einer Schutzschicht überzogen wird und deren Unterseite aus einer spiegelden Aluminium-Schicht besteht. Beim Schreibvorgang werden die digitalen Informationen auf der Abspielseite in eine spiralförmig Datenspur gebrannt. Die entstehenden Vertiefungen werden als "Pits" und "Lands" bezeichnet, die der binären 0 entsprechen. Der Wechsel zwischen Pits und Lands entspricht der binären 1[3][4].

Abb. 2.2-2  Speichern von Daten auf einer CD-ROM
Abb. 2.2-2 Speichern von Daten auf einer CD-ROM

3 tesa-ROM – tesafilm als Datenspeicher

3.1 Entdeckung

Abb. 3.1-1  Logo der Computerfachmesse CeBIT 1998 in Hannover
Abb. 3.1-1 Logo der Computerfachmesse CeBIT 1998 in Hannover

Wie auch der Ur-tesafilm an sich eine Zufallsentdeckung war, so ist auch seine Speichereigenschaft ein Zufallsprodukt: An der Universität Mannheim forschten 1998 die beiden Physiker Steffen Noethe, und Matthias Gersprach an der Belichtung von optischen Datenträgern auf Kunststoffbasis mit Hilfe von Laserstrahlen.

Für die anstehende Computerfachmesse CeBIT wollten die beiden Forscher dem Messepublikum etwas Besonderes darbieten und legten eher spaßeshalber eine tesafilm-Rolle unter den Fotolithographen[5] . Zu ihrem Erstaunen erhielten sie auf Anhieb bessere Hologramme, als auf den Kunststoffen zuvor- die Vision der tesa-ROM war geboren.

Die Tatsachen, dass man auf einer handelsüblichen tesafilm-Rolle Unmengen an Daten und Informationen speichern konnte, war auf der Fachmesse eine Sensation[1].

Basierend auf dieser Erfindung, gründeten die Firma tesa 2001 zusammen mit den Heidelberger Erfindern das Tochterunternehmen tesa scribos GmbH, das bis zum heutigen Tage auf Basis der tesa-ROM-Kerntechnologie forscht und entwickelt.

3.2 Versuchsaufbau

Abb. 3.2-1  tesa-Filmrolle im Versuchsaufbau
Abb. 3.2-1 tesa-Filmrolle im Versuchsaufbau
Abb. 3.2-2  Zeichnung aus der Patentschrift
Abb. 3.2-2 Zeichnung aus der Patentschrift

Gemäß der Gebrauchsmusterneuanmeldung[6] von Noethe und Gerspach aus dem Jahr 1998, sieht der Versuchsaufbau zur Speicherung von Daten auf einer tesafilm-Rolle folgendermaßen aus:

Als Datenspeicher (also die tesafilm-Rolle) soll ein runder, spiralförmiger Informationsträger eingesetzt werden, der optisch transparent ist, auf einem ebenfalls transparentem Wickelkern (Hohlkörper) aufgebracht wird und aus einem Polymerfilm (PMMA)[7] besteht. Dieser Film soll eine Dicke von 10 bis 100 µm haben, bevorzugt sind 35 µm. Auf dem Wickelkern sollen sich zwischen 10 und 30 Lagen befinden.

Zwischen den Polymerfilmlagen wird ein transparentes Adhäsionsmittel[8]. verwendet, das einen ähnlichen Brechungsindex[9] (Unterschied < 0,005), wie der Polymerfilm besitzt- die Reflexion an der Grenzschicht muss unter 4% betragen, optimal sind unter 1%- somit sind Informationen noch weit über die zwanzigste Schicht schreib- und lesbar. Das Adhäsionsmittel soll eine Schichtdicke zwischen 1 und 40 µm (optimal = 2 µm) aufweisen. Diese Schicht dient zum einen zur Minimierung einer Grenzflächenreflexion, zum anderen eines ungewollten Abwickelns des Polymerfilms. Sowohl der Adhäsions- als auch der Polymerfilm sollten komplett frei von Blasenbildungen sein.

Durch den Hohlkörper wird der Datenträger von Innen heraus lesbar. Somit läßt sich die Schreib- und Leseeinheit in diesem Hohlraum integrieren. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass lediglich diese Einheit einmal ausgewuchtet werden muss, nicht jedoch die Datenträger, da der Laser rotiert und nicht (wie bei den seitdem bekannten optischen Speichermedien) der Datenträger selbst. Die Schreib- und Leseeinheit, also der Laser, ist so aufgebaut, dass er aus zwei entgegengesetzten Linsen besteht, sodass gleichzeitig die innen und außen liegenden Schichten der Wickellagen beschrieben werden können- dies verdoppelt Zugriffsgeschwindigkeiten.

Die Informationseinheiten müssen derart gestaltet sein, dass sie durch mehrere Schichten hindurch lesbar sind.

Bei einer Weiterentwicklung der tesa-ROM aus dem Jahr 2004 wurde der Wickelkern durch einen zylindrischen Kern ersetzt auf dem der Polymerfilm aufgezogen wurde[10].

3.3 Funktionsweise

Abb. 3.3-1  Beschreiben einer tesafilm-Rolle durch einen Laser
Abb. 3.3-1 Beschreiben einer tesafilm-Rolle durch einen Laser

Das Prinzip des Lese- und Schreibevorgangs einer tesa-ROM ähnelt dem einer CD- oder DVD-ROM: Ein 170° Celsius heißer Laserstrahl brennt die Daten und Informationen als kleine Punkte in den tesafilm. Im Gegensatz zu einer CD/DVD kann dies aber bei tesa in mehrere Lagen, die einzelnen Schichten der tesa-Rolle, geschehen. Beim Auslesen der Daten tastet ein Laserstrahl die Oberfläche der einzelnen Lagen wieder ab, die Erhöhungen und Vertiefungen (Pits und Lands) reflektieren dabei den Strahl unterschiedlich stark zurück. Diese Reflektionen werden über einen optischen Sensor in Bit-Folgen umgewandelt.

Der Leselaser hat eine wesentlich niedrige Temperatur, als der Schreiblaser, damit die Daten nicht sofort wieder überschrieben werden.

Die Breite der eingebrannten Punkte entspricht der einer CD (ca. 0,833mm), jedoch beträgt deren Abstand zueinander auf einer tesa-Rolle gerade einmal einen Tausendstel Millimeter (CD: 1,6mm, DVD: 0,74mm)[11]. Somit ist hat die tesafilm-Rolle eine höhere Datendichte, als eine CD oder DVD.

Die "marktreife" tesa-ROM sollte einen Durchmesser von ca. 30 Millimeter und eine Höhe von 10 Millimeter haben. Mit 5-20 Speicherlagen wäre somit ein Speichervolumen von 2-3 Gigabyte möglich gewesen[6].

3.4 Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Kostengünstig
Mit ca. 2,19€ pro tesafilm-Rolle (10m x 19mm)[12] ist der Klebestreifen ein sehr günstiges Produkt um Daten zu speichern.
  • Speicherplatz
Eine tesafilm-Rolle besteht aus mehreren spiralförmig auf einem Zylinder aufgewickelten Schichten von Klebestreifen. Jede Schicht kann durch einen Laser beschrieben und gelesen werden. So ist es möglich, auf kleinstem Raum (10m x 19mm, Filmdicke: 0,058mm) theoretisch bis zu 10 Gigabyte an Daten anzusammeln (CD-Rom: ca. 700 - 800 MB)[13].
  • Platz sparend
Eine handelsübliche tesafilm-Rolle (10m x 19mm, Filmdicke: 0,058mm) hat einen Durchmesser von 4,5 cm, eine CD-ROM misst ca. 12 cm.
  • Lebensdauer
Der Kunststoff des Klebestreifens ist sehr robust und hitzebeständig und macht somit eine dauerhafte Speicherung von Informationen möglich. Steffen Noethe spricht von einer Lebensdauer um die 30 Jahre[1].


Aufgrund der geringen Anschaffungskosten, des vergleichbar großen Speicherplatzes und kleinen Abmessung, sah man die Zukunft der tesa-ROM in Einsatzgebieten wie zum Beispiel in Mobilfunktelefonen, Digitalkameras oder MP3-Playern.


Nachteile

  • Wiederbeschreibbarkeit
Wie der Name tesa-ROM schon zeigt, ist das Medium lediglich einmal beschreibbar (ROM – Read Only Memory)
  • Lebensdauer
Obwohl Noethe von einer Lebensdauer von ca. 30 Jahren[1] spricht, sollte man bedenken, dass eine handelsübliche tesafilm-Rolle nicht vor Witterungen jeglicher Art geschützt ist. Starke Sonneneinstrahlung oder Frost würde mit Sicherheit sowohl den Klebefilm als auch den Kleber selbst angreifen und Schaden zufügen.

3.5 Abstufung zu gewöhnlichen Datenspeichern

Abb. 3.5-1  Pits und Lands von Cds und DVDs

Die kompakte Form und Möglichkeit, Daten zu speichern, wich der derzeitigen Technologie der optischen Datenspeichern komplett ab. Erstmals wurden Daten nicht auf flächigen Datenspeichern, sondern auf einem spiralförmigen Informationsträger geschrieben. Somit konnte man vorallem Platz einsparen, was einem Einsatz in Kompaktkameras oder Mobilfunkgeräten geradezu prädestinierte. Des Weiteren konnte durch die höhere Datendichte der Speicherplatz besser ausgenutzt werden (vgl. "Kap. 3.3: Funktionsweise").

Ein weiteres Merkmal, das die tesa-ROM von herkömmlichen Datenspeichern abgrenzte, war der rotierende Schreib- bzw. Leselaser. Somit musste lediglich die Schreib- bzw. Leseeinheit einmal ausgewuchtet werden, nicht mehr die Datenträger selbst. Des Weiteren bestand der Laser aus zwei gegenüberliegenden Linsen, was eine doppelte Zugriffszeit zur Folge hatte.

Die Anschaffungskosten einer CD-ROM (650 MB, 74 Min.) lagen im Einführungsjahr 1996 bei 18,00 DM, 1997 bei 15,00 DM und ein Jahr später bei 4,00 DM. Damals lag eine tesafilm-Rolle bei ca. 2,00 DM pro Stück. Auf 100 MB heruntergerechnet ergeben sich folgende Preise (1 GB = 1024 MB) :


Preisvergleich CD-ROM und tesa-ROM pro 100 MB
Jahr Preis CD-ROM Preis tesa-ROM
1996 2,77 DM /
1997 2,31 DM /
1998 0,62 DM 0,02 DM

Anmerkungen

  • 1997 kam die DVD auf den Markt [14]. Dies erklärt den Einbruch des Preises der CD-Rohlinge im Jahr 1998.
  • Die Vision der tesa-ROM ist aus dem Frühjahr 1998.

3.6 Forschungsende

Abb. 3.6-1  Gebrauchsmusteranmeldung tesa-ROM aus dem Jahr 1998
Abb. 3.6-1 Gebrauchsmusteranmeldung tesa-ROM aus dem Jahr 1998

Mit der Patentanmeldung 1998 bzw. der Weiterentwicklung 2004 endete zugleich auch offiziell die weitere Forschungsaktivitäten an der tesa-ROM.

Die Vermutung liegt allerdings auch nahe, dass die tesa-ROM der rasante Entwicklung der Datenspeichertechnologie zum Opfer gefallen ist. Dem Einsatz als Speichermedium in Handys oder Kameras kam wohl die MMC zuvor, die fast zeitgleich (1997) in Zusammenarbeit der Firmen SanDisc und von Siemens entwickelt wurde. Diese ist gerade mal 24 mm × 32 mm × 1,4 mm groß und somit noch besser und handlicher in den Multimediageräten zu handeln[15].

Des Weiteren war die tesa-ROM auch lediglich eine Zweckentfremdung eines bereits bestehenden Produktes. Sicherlich ist davon auszugehen, dass der Klebstoff zwischen den einzelnen Folienschichten Probleme bei der längeren Lagerung oder extremen Witterungsbedingungen bekommen kann oder die Polymerfilme wellig oder trübe werden können.

Entgegen einiger Medienberichte[16] erreichte die tesa-ROM jedoch nie die Marktreife. Dennoch war sie der Vorreiter für eine neue Technologie: der Holografischen Speicher.

4 Holografische Speicher - Weiterentwicklungen auf Basis von tesa

Bevor auf die Produktentwicklungen der Firma tesa scribos eingegangen wird, erfolgt eine kurze Einführung in die Thematik der Hologramme. Im Folgenden wird auf ihre Geschichte verwiesen, es wird kurz beschrieben, wie Hologramme erzeugt werden und wie sie zu unterscheiden sind. Es soll hierdurch verdeutlicht werden, wie komplex und kompliziert die Herstellung eines Hologramms ist und dass sie sich gerade deswegen als Sicherheitsmerkmal eignen.


4.1 Hologramme

Abb. 4.1-0  Dennis Gabor: "Vater der Holografie"
Abb. 4.1-0 Dennis Gabor: "Vater der Holografie"
Abb. 4.1-1 Leith Upatnieks erste Holografie
Abb. 4.1-1 Leith Upatnieks erste Holografie

Der aus dem griechischen[17] stammende Begriff des Hologramms bedeutet nach allgemeinem Verständnis die dreidimensionale Wiedergabe oder Rekonstruktion eines Motives. Hierfür wird das wiederzugebende Objekt mit einem Laserstrahl dargestellt ausgeleuchtet und bearbeitet, dass als Resultat ein Hologramm entsteht, welches bei beispielsweiser Anordnung in einem Glasobjekt von allen Seiten betrachtet werden kann.

Der Grundstein hierfür wurde bereits 1947 vom ungarischen Forscher Dennis Gábor [18] gelegt, der ursprünglich einen Weg zur Verbesserung von Elektronenmikroskopen suchte [19]. Da zu diesem Zeitpunkt allerdings noch keine geeignete kohärente Lichtquelle verfügbar war, wurde dieser Entdeckung zunächst kaum Aufmerksamkeit beigemessen. Etwas später, im Jahre 1963, also drei Jahre nach Erfindung des ersten Lasers durch Theodore H. Maiman, erzeugten die amerikanischen Forscher Emmet Leith und Juris Upatnieks an der University of Michigan das erste Hologramm: Eine Spielzeuglok und einen Vogel.[20]

4.1.1 Funktion

Abb. 4.1-2 Aufzeichnung eines Hologramms
Abb. 4.1-2 Aufzeichnung eines Hologramms

Um eine Holografie erzeugen zu können, muss das zu rekonstruierende Objekt mit einem Laser vor einem geeigneten Film ausgeleuchtet werden. Mit einem Laser deswegen, da dieser die essentielle Eigenschaft besitzt, monochromatisches kohärentes[21] Licht zu emittieren[22]. Unter der Eigenschaft der Kohärenz bei Licht wird der Ordnungszustand des Lichtes klassifiziert. Bei normalen Lichtquellen mit weißem Licht ist festzustellen, dass das weiße Licht ein Resultat aus der Vermischung der verschiedenen Farben des Lichtspektrums ist. Dieses Licht befindet sich in einem nicht kohärenten Zustand, d.h. die Lichtwellen bewegen sich in unterschiedlichen Farben in unterschiedlichen Richtungen im Raum umher. Unter kohärentem Licht ist ein bestimmter Ordnungszustand gemeint. Man unterscheidet hier zwischen den drei Zuständen:

  • Zeitliche Kohärenz: Die Lichtwellen befinden sich im selben Spektrum, bewegen sich aber in unterschiedlichen Richtungen.
  • Räumliche Kohärenz: Das Licht befindet sich in unterschiedlichen Spektren, bewegt sich aber in die selbe Richtung.
  • Räumliche und zeitliche Kohärenz: Sowohl die Richtung der Lichtwellen als auch sein Spektrum sind übereinstimmend. [23]

Wichtig für den folgenden Absatz ist die Tatsache, dass nur Kohärentes Licht interferenzfähig ist.

Warum diese Eigenschaften notwendig sind, wird im Folgenden erläutert.

Das aus der Ausleuchtung reflektierte Licht (Objektwelle) wird mit einer kohärenten Vergleichswelle, der sog. Referenzwelle überlagert. Durch die Überlagerung beider Wellen auf dem Filmmaterial entsteht durch Interferenz eine je nach Objekt unterschiedliche hell- dunkel-Verteilung. Diese Verteilung ist eigentlich ein System von Ringen, sogenannter Interferrenzringe. Nach dem Huygensschen Prinzip, welches besagt, dass jeder in einem isotropen Medium von einer Wellenfront getroffene Punkt als Ausgangspunkt einer kugelförmigen Elementarwelle aufgefasst werden kann, sendet also jeder Punkt der beleuchteten Objektoberfläche eine eigene Kugelwelle aus. Nun ist es so, dass die vom Gegenstand zum Film reflektierte Lichtwelle durch die Beschaffenheit des Objekts „verbogen“ wird, was zu Folge hat, dass sich der Auftreffwinkel der Objektwelle auf den Film von Punkt zu Punkt ändert.

Die Holografie macht sich nun zu Nutzen, dass sich durch ebendiese Überlagerung mit der Referenzwelle ein Interferenzmuster auf dem Film ausbildet, in dem alle Informationen über Lage und Phase der Objektwellen enthalten sind. Trifft also eine Front der Objektwelle in steilem Winkel auf den Film, so liegen die Interferenzringe nah beieinander. Tritt das Gegenteil ein und die Objektwellenfront trifft flach auf den Film auf, vergrößert sich der Abstand zwischen den Ringen. Aufgrund dieser Eigenschaften wird die Lage eines jeden Punktes des Aufnahmegegenstandes auf dem Film gespeichert. Grundsätzlich funktionieren so alle Transmissionshologramme[24]. Das hier beschriebene Prinzip ist somit zugleich auch als Nachteil zu werten: Um ein solches Hologramm betrachten zu können, ist ein Laser notwendig, der von hinten durch den Film leuchtet.

4.1.2 Hologrammtypen

Im Folgenden werden die unterschiedlichen Hologrammtypen benannt und in ihrer Funktion vorgestellt.

4.1.2.1 Reflexionshologramm

Weißlichtreflexionshologramm (Denisjuk Hologramm)

Dieser Hologrammtyp kann bereits mit konventionellem, weißem Licht wiedergegeben werden. Ebenso wie das Transmissionshologramm wird zur Aufnahme ein Laser benötigt. Der Unterschied besteht nunmehr darin, dass Objekt- und Referenzstrahl von unterschiedlichen Seiten auf den Film auftreffen. Um das Hologramm rekonstruieren zu können, muss das einfallende Licht aus dem selben Winkel wie der Referenzstrahl bei der Erstellung einfallen. Da sich Betrachter und Lichtquelle auf der selben Seite befinden, das Licht also reflektiert wird, spricht man hierbei auch von einem Reflexionshologramm.

4.1.2.2 Transmissionshologramm

Regenbogenhologramme o. Prägehologramme

Ebenfalls mit Weißlicht darstellbar. Der Hologrammtyp zeichnet sich durch seine Lichtstärke und räumliche Tiefe aus. Als Besonderheit ist anzumerken, dass diesem Typus eine vertikale Parallaxe in Gänze fehlt – So kann er räumlich von links nach rechts wahrgenommen werden, nicht aber von oben oder unten. (Kat. Transmissionshologramm)

4.1.2.3 Bildebenenhologramm
Abb. 4.1-3  Hologramm als sicherheitstechnisches Merkmal auf Ausweisen der Bundesrepublik Deutschland
Abb. 4.1-3 Hologramm als sicherheitstechnisches Merkmal auf Ausweisen der Bundesrepublik Deutschland

Eine weitere Art von Hologrammen sind Bildebenenhologramme. Die Rekonstruktion solcher Hologramme erfolgt unter Zuhilfenahme von Weißlicht. Gleich bei der ersten Betrachtung eines derartigen Hologrammes zeigt sich, was sie besonders macht: Das holographierte Objekt scheint in der Filmebene zu schweben, ein Teil ragt aus dem Film heraus, der andere Teil scheint sich hinter dem Film zu befinden.

4.1.3 Einsatzmöglichkeiten von Hologrammen

Selbstverständlich sind neben der Verwendung der Hologrammtechnologie als Ausprägung einer Kunstform auch noch weitere Möglichkeiten vorhanden, diese sehr komplexen Fotografien zu nutzen. So ist es schon allein der Komplexität in der Erzeugung eines solchen Hologrammes zu verdanken, dass sie zum heutigen Stand sehr fälschungssicher sind. Schon länger findet man derartige Hologrammaufkleber auf Kreditkarten, Geldscheinen, Ausweisen, auf urheberrechtlich geschützter Ware (CDs, DVDs), Konzertkarten und jeglicher anderer Art von Ware, bei der über ein solches Sicherheitsmerkmal sichergestellt sein soll, dass man keiner Produktfälschung zum Opfer gefallen ist. Die aus der Tesa-Speichertechnologie weiterentwickelten Sicherheitstechnolgien der Firma Tesa Scribos soll in den folgenden Punkten genauer eingegangen werden.


4.2 Sicherheitstechnologien

In den vorangegangenen Punkten wurde bereits über die Komplexität der Erzeugung eines Hologrammes geschrieben. Hologramme sind aufgezeichnete LASER- Interferenzmuster von Objekten oder in der Tiefe gestaffelten Grafikvorlagen mit einer Informationsdichte von ca. 1500 Linien pro Millimeter und, bei Prägehologrammen, einer Relieftiefe unter 0,5 tausendstel Millimeter. Die Rekonstruktion des Bildes erfolgt durch Beugung des Lichtes an diesem Mikrorelief. Das Fälschen eines Hologramms erfordert einen immensen Apparateaufwand, mit hochwertigen Lasern, Präzisionsoptiken, extrem schwingungsfreie optische Labortische, photochemische Entwicklung, Galvanik zur Abformung von Prägewerkzeugen, spezielle Prägefolien und Prägemaschine. Es lag also nicht fern, aufgrund dieser Eigenschaften Sicherheitstechnologien zu entwickeln, die es von nun an möglich machten, Produkte mit Siegeln oder Verpackungen zu versehen, die nicht einfach durch Erstellen einer Kopie nachahmbar waren.

4.2.1 tesa Holospot

4.2.1.1 Technologie
Abb. 4.3-1  Tesa-Holospot
Abb. 4.3-1 Tesa-Holospot

Diese Technologie besteht aus zwei Merkmalen. Zum einen wird ein besonders gut und selbst auf kritischen Oberflächen haftender holografisch bedruckter Aufkleber angebracht, zum anderen ist das Material dieses Aufklebers ein unter Patent stehendes Sicherheitsmerkmal in sich. So ist über das holografische Merkmal sichergestellt, dass das Produkt Original ist. Es stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, den Holospot fälschungssicher zu gestalten. Mit dem bloßem Auge sichtbar ist bereits die klare, diffraktive Seriennummer mit Schillereffekt auf dem Aufkleber. Nimmt man eine Lupe zur Hilfe, wird die Mikroschrift erkennbar, die ebenfalls Seriennummern, diffraktive Schriften oder Firmenlogos enthalten kann. Laut Hersteller eine ideale Möglichkeit, schnell anhand von Stichproben und ohne großen Aufwand, die Produkte zu überprüfen.

Abb. 4.3-2  Das Auslesen des Hologramms im Holospot mit einem Laser.
Abb. 4.3-2 Das Auslesen des Hologramms im Holospot mit einem Laser.

Das subtilste Merkmal ist aber das mit einem Laser auslesbare Hologramm, über das auch sensibelste Daten transportiert werden können, da zum Auslesen ein Spezialgerät notwendig ist.

Zum anderen dient die hier kombinierte „tamper-evident[25]“-Technologie der Kenntlichmachung des unautorisierten Öffnens von verpackter Ware.

Um ein solches Vergehen offenkundig zu machen, werden die Kartons mit sogenannten „tamper evident“-Tapes (Sicherheitsklebebänder) versehen. Diese Klebebänder werden vorab mit eindeutigen holografischen Merkmalen, wie z.B. einem Firmenlogo, einem Foto oder sogar einem maschinenlesbaren Code versehen. Die Besonderheit des verwendeten Klebebandes ist seine Zusammensetzung. So besteht es aus mehreren Folien, u.a. einer Absorberschicht und einer Polymerfolie. Diese beiden Schichten sind mittels eines Klebefilmes miteinander verbunden und gemeinsam und passgenau mit einem auslesbaren Hologramm versehen. Wird nun der Klebestreifen vom Verpackungsmaterial gelöst, lösen sich auch aufgrund der chemischen Zusammensetzung des verwendeten Klebstoffes die beschriebenen Folien voneinander und das Hologramm wird in seiner ursprünglichen Form zerstört. Ein Wiederzusammensetzen dessen ist nicht möglich.[26]

4.2.1.2 Anwendungsgebiete
  • Handmaschinen
  • Haushaltsgeräte
  • Elektronikgeräte
  • stationäre Maschinen
  • Ersatzteile / Bauteile
  • Medizinprodukte / Medikamente
  • Bekleidung
  • Verpackungen
  • Datenträger
  • Dokumente
  • Chip-, Kredit-, Ausweiskarten
  • Schmuck / Uhren[27]

4.2.2 tesa IdentSeal

4.2.2.1 Technologie
Abb. 4.3-3 tesa IdentSeal
Abb. 4.3-3 tesa IdentSeal

Ein brüchiges Sicherheitssubstrakt, ähnlich einem Siegellack wird auf das Produkt aufgetragen. Es kann als Produktverpackung aber auch als Versiegelung engesetzt werden. Bei dem Versuch, die Plakette vom Produkt zu lösen bricht das Siegel partiell weg und lässt den Zugriffsversuch irreversibel erkennbar werden. [28]

4.2.2.2 Anwendungsgebiete
  • Handmaschinen
  • Haushaltsgeräte
  • Elektronikgeräte
  • stationäre Maschinen
  • Ersatzteile / Bauteile[29]

4.2.3 tesa SecuritySeal

4.2.3.1 Technologie
Abb. 4.3-4 tesa SecuritySeal
Abb. 4.3-4 tesa SecuritySeal

Ein Klebeband, welches aus unterschiedlichen Schichten zusammengesetzt ist. Die Besonderheit der Schichten ist, dass sie aus einer Absorberschicht und einer Polymerfolie bestehen. Nun ist es so, dass die Haftung zwischen der eigentlichen Klebstoffschicht und der Absorberschicht größer ist, als die Haftung zwischen Absorberschicht und Polymerfolie, so dass beim Versuch des Entfernens der Folie eine Delaminierung zwischen der Absorberschicht und der Polymerfolie eintritt, was eine Manipulation sofort sichtbar werden lässt.[30] (vgl. tamper-evident-Patent)

4.2.3.2 Anwendungsgebiete

Das SecuritySeal findet Anwendung im Versand verpackter Ware, zur Sicherung von Paletten und Kartonagen sowie bei allen Produkten, bei denen nachweislich bewiesen sein soll, dass sie auf ihrem Weg zum Endabnehmer ganzzeitlich versiegelt geblieben sind.


  • Verpackungen
  • Haushaltsgeräte
  • Elektronikgeräte
  • Ersatzteile / Bauteile
  • Medizinprodukte / Medikamente
  • Bekleidung
  • Verpackungen
  • Dokumente
  • Chip-, Kredit-, Ausweiskarten
  • Schmuck / Uhren[31]

4.2.4 tesa SecurityPrint

Ein von Tesa Scribos entwickeltes Konzept, Produkte, für die nicht maximaler Aufwand im Kopierschutz betrieben werden muss, mittels reiner Drucktechnik fälschungssicher zu machen. [32]

4.2.4.1 Technologie
Abb. 4.3-5 Guilloche
Abb. 4.3-5 Guilloche
Abb. 4.3-6 Data-Matrix in UV-empfindlicher Farbe
Abb. 4.3-6 Data-Matrix in UV-empfindlicher Farbe
  • Guillochen
  • UV-Farben
  • thermoreaktive Farben
  • Kippfarben
  • drucktechnischer Kopierschutz
4.2.4.2 Anwendungsgebiete

Anwendung findet diese Technologie auf allen Gebieten, die mit Produktpiraterie zu kämpfen haben.

4.2.5 tesa CodeSeal

Abb. 4.3-7 tesa CodeSeal
Abb. 4.3-7 tesa CodeSeal

Eine Kombination der Security Codes Technologie mit einer der physikalisch basierten Technologien der Tesa Scribos. [33]

4.2.5.1 Technologie

Ein auf Kryptographie basierender Code, um Ware eindeutig identifizieren zu können. In Verbindung mit einem anderen (beschriebenen) Produkt kann so physikalisch und Rechnergestützt die Echtheit eines Produktes überprüft werden. Die „Security Codes“ werden geschlossen verwaltet und sind über Mobilfunk oder Web abfragbar.

4.2.5.2 Anwendungsgebiete

Anwendung findet diese Technologie auf allen Gebieten, die mit Produktpiraterie zu kämpfen haben.

5 Weitere Einsatzmöglichkeiten von tesa

5.1 Röntgen mit tesa

Abb. 5.1-1  Experiment der Forschergruppe um Carlos G. Camara von der University of California in Los Angeles: Röntgenbild des Fingers
Abb. 5.1-1 Experiment der Forschergruppe um Carlos G. Camara von der University of California in Los Angeles: Röntgenbild des Fingers

Nun ist eine gewöhnliche Rolle Tesafilm nicht nur in der Lage, Daten zu speichern und Informationen aufzunehmen, sie ist auch in der Lage, unter bestimmten Bedingungen Röntgenstrahlung zu emittieren und so Aufnahmen des menschlichen Skelettes möglich zu machen.

Abb. 5.1-2 Tribolumineszenz beim Abrollen eines Streifen Tesafilms
Abb. 5.1-2 Tribolumineszenz beim Abrollen eines Streifen Tesafilms

Der Effekt, der hier zu Tage tritt ist schon seit Jahrzehnten bekannt und nennt sich Röntgen-Tribolumineszenz. Die Voraussetzungen, die hierzu nötig sind, sind so wenig wie simpel: Der Versuchsaufbau muss sich in einem Vakuum befinden und die Rolle Tesafilm muss mit ca. drei Zentimetern pro Sekunde gleichmäßig abgerollt werden.

Die physikalischen Kräfte, die dafür verantwortlich sind, dass der Tesa-Film überhaupt klebt, heißen „Van-der-Waals-Kräfte“[34], benannt nach ihrem Entdecker, dem niederländischen Physiker Johannes Diderik van der Waals [35] . Es handelt sich um sehr schwache Wechselwirkungen zwischen einzelnen Teilchen. Man geht davon aus, dass in den Elektronenhüllen von Molekülen und Atomen zu verschiedenen Zeitpunkten eine ungleiche Verteilung von Ladungen herrscht. Wenn sich Atome einander nähern, einen bestimmten Abstand zueinander unterschreiten und gleichzeitig eine Ladungsverschiebung in die gleiche Richtung erfolgt, bilden sich Anziehungskräfte zwischen den negativ und den positiv geladenen Teilen eines Atoms aus.

Beim Abrollen eines Streifen Tesafilms werden diese sich anziehenden Teilchen nun auseinandergezogen. Auf dem abrollenden Streifen sammeln sich positiv geladene Teilchen, auf der verbleibenden Rolle negativ geladene. Dabei kommt es zu Entladungen und unter der Gegebenheit des Vakuums können die Teilchen beschleunigen. In Wechselwirkung mit anderen Teilchen, auf die sie unweigerlich auftreffen, lösen sie, als Resultat ihres Bremsvorganges sozusagen, die beschriebene Röntgenstrahlung aus.

Belichtet man nun mit geeignetem Filmmaterial beispielsweise einen Finger vor dieser Apparatur, entsteht ein Röntgenbild des Knochens, wie es auch aufwendigere Geräte in der Medizin erzeugen würden.

6 Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Entdeckung, Daten auf einer handelsüblichen tesafilm-Rolle zu speichern, revolutionär war und für große Aufmerksamkeit in er Speicherwelt sorgte. Nicht nur die Tatsache, auf einem Alltagsgegenstand digitale Informationen abzulegen, sondern gerade das Verhältnis Größe zu Speichervolumen war einzigartig. Deshalb sah man die tesa-ROM vor allem auf dem multimedialen Sektor wie zum Beispiel in Videokameras oder Handys im Einsatz, um große Datenmengen auf kleinstem Raum zu archivieren.

Doch letztendlich konnte die tesa-ROM in der sich rasend schnell entwickelnden Speichertechnologie nicht mithalten. Ungefähr zeitgleich kam die MMC auf den Markt, deren Nachfolger (SD Memory Card, MicroSD-Karte) heute Standard in Multimediageräten sind und auf noch kleinerem Raum als bei einer tesafilm-Rolle bis zu xxGB speichern

Somit war zugleich die Patentanmeldung der Weiterentwicklung des optischen Speichermediums im Jahre 2005 auch das Ende der tesa-ROM.

Konsolidierend zur Erstellung der Hausarbeit "tesa als Datenspeicher" ist zu erwähnen, dass es Schwierigkeiten mit der Quellenfindung gab. Da das Thema seit einigen Jahren nicht mehr aktuell ist und die Forschung daran auch aufgegeben wurde, musste man sich als Quellen mit alten Nachrichtenmeldungen und den Patentanmeldungen begnügen. Aktuelle Informationen oder gar Literatur war nicht auffindbar. Deshalb wurde die Arbeit, in Absprache mit dem zuständigen Dozenten Herrn Prof. Dr. Kern, auf das Thema "Holografische Speichertechnologien" ausgeweitet. Diese kommt auch aus dem Hause tesa und basiert auf der Technologie der tesa-ROM.

In Anbetracht stetig steigendem Speicherbedarfs ist die Suche nach neuen Datenträgern unumgänglich. Holografische Speicher sind aufgrund ihrer physikalischen Beschaffenheit sehr interessant, unterliegen aber konventionellen Speichermedien aufgrund ihres doch größeren Platzbedarfs und der komplizierteren Apparatur, sie auszulesen.

Was hier noch als Nachteil ausgelegt werden kann, ist aber auf dem Gebiet der Sicherheitstechnologie von essentiellem Vorteil. Denn je komplizierter die Erstellung eines Merkmales ist, desto fälschungssicherer ist es auch. Gerade in Zeiten globalisierter Märkte und wachsender Produktpiraterie müssen sich Hersteller aber auch Kunden sicher sein können, keinem Schwindel zu erliegen. Auch wenn auch eine Ablösung der herkömmlichen Speichermedien, wie wir sie heute verwenden, durch holografische Speicher noch Zukunftsmelodie ist, so kann abschließend festgestellt werden, dass konventionelle Sicherheitsmerkmale längst den mächtigeren Hologrammen erlegen sind.


7 Abkürzungsverzeichnis

AbkürzungBedeutung
Euro
AbbAbbildung
bzw.beziehungsweise
ca.circa
CDCompact Disc
CeBITCentrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation, ursprünglich Centrum der Büro- und Informationstechnik
cmZentimeter
d. h.das heißt
Dr.Doktor
DVDDigital Versatile Disc
et al.et alii oder et aliae oder et alia = "und andere"
ff.folgende
FOMFachhochschule für Oekonomie und Management
GBGigaByte
LASERLight Amplification by Stimulated Emission of Radiation
lat.lateinisch
mMeter
MBMegaByte
MicroSDMicro Secure Digital
Min.Minuten
mmMillimeter
MMCMultimedia Card
MP3MPEG-1 Audio Layer 3
MPEGMoving Picture Experts Group
neubearb. A.neubearbeitete Ausgabe
PMMAPolymethylmethacrylat
Prof.Professor
ROMRead Only Memory
RWReWritable
S.Seite
SD Memory CardSecure Digital Memory Card
ugs.umgangssprachlich
vgl.vergleiche
WORMWrite Once Read Many times
µmMikrometer

8 Abbildungsverzeichnis

Abbildung Nr.Abbildungsbezeichnung
2.1-1Oscar Troplowitz
2.1-2Hugo Kirchberg
2.1-3Elsa Temser
2.2-1Übersicht optische Datenspeicher
2.2-2Speichern von Daten auf einer CD-ROM
3.1-1Logo der Computerfachmesse CeBIT 1998 in Hannover
3.2-1tesafilm-Rolle im Versuchsaufbau
3.2-2Zeichnung aus der Patentschrift
3.3-1Beschreiben einer tesafilm-Rolle durch einen Laser
3.5-1Pits und Lands con CDs und DVDs
3.6-1Gebrauchsmusteranmeldung tesa-ROM aus dem Jahr 1998
4.1-0Dennis Gabor
4.1-1Leith Upatnieks erste Holografie
4.1-2Aufzeichnung eines Hologramms
4.1-3Hologramm als sicherheitstechnisches Merkmal auf Ausweisen der Bundesrepublik Deutschland
4.3-1Tesa-Holospot
4.3-2Das Auslesen des Hologramms im Holospot mit einem Laser
4.3-3tesa IdentSeal
4.3-4tesa SecuritySeal
4.3-5Guilloche
4.3-6Data-Matrix in UV-empfindlicher Farbe
4.3-7esa CodeSeal
5.1-1Experiment der Forschergruppe um Carlos G. Camara von der University of California in Los Angeles: Röntgenbild des Fingers
5.1-2Tribolumineszenz beim Abrollen eines Streifen tesafilms

9 Tabellenverzeichnis

Tabelle Quelle
3.5-1 Preisvergleich CD-ROM und tesa-ROM pro 100 MBeigene Tabelle

10 Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 vgl. Burgdorf, Christian (2004)
  2. vgl. tesa SE (2006)
  3. vgl. Czichos, Horst (2008)
  4. vgl. CHasenkamp, Ulrich et al. (2005)
  5. vgl. Wissen Media Verlag
  6. 6,0 6,1 vgl. Noethe, Steffen et al. (1998)
  7. ugs. Plexiglas.
  8. Adhäsion (lat. adaerere = anhaften) bzw. Adhäsionskräfte sind die Kräfte, die wirken, wenn an den Berührungspunkten von Werkstoffen und Klebstoffen ein Zusammenhaften erzeugt wird.
  9. Unter Brechungsindex versteht man die Änderung der Ausbreitungsgeschwindigkeit und des Ausbreitungswinkels eines Lichtstrahls bei dem Übergang von einem Medium in ein anderes. (vgl. : FIZ CHEMIE Berlin)
  10. vgl. tesa scribos GmbH (2002)
  11. vgl. nha/tecchannel.de (2002)
  12. vgl. Conrad Electronic SE
  13. vgl. Strass, Hermann (2003)
  14. vgl. Taylor, Jim (1996-2006)
  15. vgl. Policy PCTechGuide (2009)
  16. vgl. cp/c't (1999)
  17. holos = ganz, gramma = Botschaft
  18. Dennis Gábor * 5. Juni 1900/ Budapest; † 8. Februar 1979/ London; Nobelpreis in Physik 1971
  19. vgl. The Nobel Foundation, Stockholm, Schweden
  20. vgl. Eugene Hecht - Optik
  21. lat. cohaerere = zusammenhängen
  22. Als Emission (von lat. emittere aussenden) bezeichnet man in der Physik zumeist die Aussendung von Energie oder Materie in Form von Wellen oder Teilchen.
  23. vgl. Jürgen Jahns - Photonik
  24. transmittere = durchscheinen/ durchlassen
  25. vgl. freepatentsonline.com
  26. vgl. tesa scribos GmbH/ Holospot
  27. vgl. Institut ASER e.V./ Holospot
  28. vgl. tesa scribos GmbH/ IdentSeal
  29. vgl. Institut ASER e.V./ IdentSeal
  30. vgl. tesa scribos GmbH/ SecuritySeal
  31. vgl. Institut ASER e.V./ SecuritySeal
  32. vgl. tesa scribos GmbH/ SecurityPrint
  33. vgl. tesa scribos GmbH/ CodeSeal
  34. vgl. Günter Gottstein - Physikalische Grundlagen der Materialkunde
  35. Johannes Diderik van der Waals * 23. November 1837 / Leiden; † 8. März 1923 /Amsterdam, Nobelpreis für Physik: 1910

11 Anhang

11.1 Literatur- und Quellenverzeichnis

Burgdorf, Christian (2004) Gigabytes von der Rolle, Quelle: www.sueddeutsche.de (20.05.2009, 10:39)
Conrad Electronic SE TESAFILM® KRISTALL-KLAR 10M:19MM NACHFÜL, Quelle: www.conrad.de (14.06.2009, 19:13)
cp/c't (1999) "Tesa-ROM" wird kommerziell entwickelt, Quelle: www.heise.de (14.06.2009, 19:32)
Czichos, Horst (2008) Mechatronik: Grundlagen und Anwendungen technischer Systeme (Broschiert), S. 198 ff.
FIZ CHEMIE Berlin Glossar: Brechungsindex, Quelle: www.chemgapedia.de (14.06.2009, 19:11)
Gottstein, Günter (2007) Physikalische Grundlagen der Materialkunde, Verlag: Springer, Berlin; Auflage: 3: A. (4. Juli 2007), S. 13ff
Hahn, Volker Hahn, Volker, Gebrauchsmusterschrift, www.freepatentsonline.com (14.06.09 18:00)
Hasenkamp, Ulrich et al. (2005) Ulrich Hasenkamp, Peter Stahlknecht, Einführung in die Wirtschaftsinformatik (Taschenbuch), S. 59 ff.
Hecht, Eugene (2005) Optik, Verlag: Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München; Auflage: 4., überarb. A. (26. Januar 2005), S.13ff
Hellerich et al. (August 2004) Walter Hellerich, Guenther Harsch, Siegfried Haenle: Werkstoff-Führer Kunststoffe: Eigenschaften - Prüfungen - Kennwerte, 9. Auflage, völlig neubearb. A, Hanser Fachbuchverlag, S. 117 ff.
Institut ASER e.V./ Holospot tesa Holospot, Quelle: www.iaser.de (14.06.09 18:00)
Institut ASER e.V./ IdentSeal tesa IdentSeal, Quelle: www.iaser.de (14.06.09 18:00)
Institut ASER e.V./ SecuritySeal tesa SecuritySeal, Quelle: www.iaser.de (14.06.09 18:00)
Jahns, Jürgen Photonik: Grundlagen, Komponenten und Systeme, Verlag: Oldenbourg (1. Januar 2001), S. 44ff
nha/tecchannel.de (2002) Grundlagen: DVD-ROM, Quelle: www.tecchannel.de (14.06.2009, 20:58)
Noethe, Steffen et al. (1998) Steffen Noethe, Matthias Gerspach, Gebrauchsmusterschrift, Quelle: http://ep.espacenet.com/ (14.06.2009, 21:05)
Policy PCTechGuide (2009) MultiMediaCards (MMCs), Quelle: www.pctechguide.com (14.06.2009, 19:28)
Strass, Hermann (2003 Zukünftige Speichertechnologien, Teil 2, Quelle: www.tecchannel.de (14.06.2009, 19:16)
Taylor, Jim (1996-2006) Jim Taylor, Übersetzung von Carsten Stupka, DVD Demystifiziert / Häufig gestellte Fragen zur DVD (und Antworten), Quelle: www.dvdemystifiziert.de (14.06.2009, 21:01)
tesa AG (2004) Tobias Kresse, Kay Schulte-Wieking, Christoph Jürgens, Europäische Patentschrift, Quelle: http://ep.espacenet.com/ (14.06.2009, 21:09)
tesa scribos GmbH (2002) Stefan Borgsmöller, Christoph Dietrich, Mattias Gerspach, Tobias Kresse, Jörn Leiber, Michael Mayer, Steffen Noethe, Steffen Scheibenstock, Kay Schulte-Wieking, Stefan Stadler, Robert Thomann, Europäische Patentschrift, Quelle: http://ep.espacenet.com/ (14.06.2009, 21:15)
tesa scribos GmbH/ CodeSeal tesa CodeSeal, Quelle: www.tesa-scribos.com (14.06.09 19:00)
tesa scribos GmbH/ Holospot tesa Holospot Technologie, Quelle: www.tesa-scribos.com (14.06.09 19:00)
tesa scribos GmbH/ IdentSeal tesa IdentSeal Technologie, Quelle: www.tesa-scribos.com (14.06.09 19:31)
tesa scribos GmbH/ SecurityPrint tesa SecurityPrint, Quelle: www.tesa-scribos.com (14.06.09 19:00)
tesa scribos GmbH/ SecuritySeal tesa SecuritySeal, Quelle: www.tesa-scribos.com (14.06.09 19:00)
tesa SE (2006) Die tesa Unternehmensgeschichte, Quelle: www.tesa.de (12.06.2009, 15:26)
The Nobel Foundation Autobiographie von Dennis Gabor www.nobelprize.org (14.06.09 18:00)
Wissen Media Verlag Fotolitographie, Quelle: www.wissen.de (14.06.2009, 19:08)

11.2 Relevante Links

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